Eckristlkitung: M«tha»«gasse Kr. 5. reie»d«» Kr. ?I, fattcnrbaa. estt«|lan»c: T»gltch tmtt I»«a-ds>- da E»im- ». fttin- tut) M9 11—11 tU)t Mm. y«»dichrrid«a nnWa triefet •jfSÄijcqit (B, n«n»[o(t Sin-tatan** möt bttttäfUkttgC liiiuiu Me fltnooltuna fegn VcnAnsK« »« billljft fir#-acftdXlre Srdlihrnl M IBtrttrtJltmarn ticl*-BoalaS. CMc »DctUiV B«4t* ertönst Kbts Mittwoch anS •InM. #fVfterloff«-*enl« St.»00. Ar. Eilli, bamstag, den 28. Keptemöer I9!2. Berwaltung: Rathausgaffe Nr. ü. relev»«» pi. ZI, taterartaa BtzugSdrdinguvA» Xnttt die Psft tqeftoi r «>er»Uilhri« ...«»« H»ldjichr>, . ... X » «» «aiut^rtg. . . . ü 1»« B»t iiltl «tt S»stH»», i»« Kaal: Vivaattich . ... K 11« PUtteUWirij ...«»-ealMSDtig ....»«-ÖaWkUl|ri| .... X lls- C« «a«Iea» «tüten ff» ■gtSbbfUttenwn die höhere» »aWndani»-»!bUJtrn. •tageltU«! Kbonaeauatl Irinn di« »in «ddeßellaa« 87. Zayrgang. Der Neorgsnisationsplan der slomenisch-liberalen Partei inUnterfleiermarK. Am 6. Oktober findet im Narodni dom in Eilli die JahreStagung der slow^nisch-Iiberalen Partei in Untersteiermark statt. AuS Anlaß dieser Haupt-Versammlung veröffentlichte das slowenisch-liberale, in Eilli erscheinende Blatt „Narodni list" im Monate September eine ganze Reihe von Aufsätzen, die sich alle mit der für daS Fortbestehen der Partei hochwichtigen Frage befassen, wie man wohl Mittel und Wege finden könnte, um dem unter gewaltigem kle-rikalen Drucke sast unausbleiblichen Untergange der flowenisch-liberalen Partei in Untersteiermark zu steuern und der fast aufgeriebenen Partei wieder aus die Beine helsen könnte. Einige solcher Vor-schlüge von Seiten der Parteigenossen der slowenisch« liberalen Partei hatten wir bereits in unserem Blatte an leitender Stelle veröffentlicht. Das bereits genannte flowenifch-liberale Blatt, an dessen Spitze sein materieller und „geistiger" Urheber, Landtags-abgeordneter Dr. AloiS Kukovec steht, veröffentlicht nun in seiner Ausgabe vom 26. d. an leitenVer Stelle noch folgende weitere Beilräge zur Reorgani-sation des Programmes der slowenisch - liberalen Partei, die offenkundig «us der Feder eines mit den Parteiverhältnissen und den Ukbelständen in der Partei selbst genau vertrauten Parteigenossen stam-men. Der Verfasser dieses erwähnten Artikels führt aus. er erinnere sich der srohen Zeiten, als in der slowenischen (?) Steiermark eine neue, rege politische Bewegung auswogte. ES seien damals fast überall Bezirks- und Ortsausschüsse der flowenisch-liberalen Partei inS Leben gerusen worden, die die Grundlage für die Parteiorganisation hätten bilden sollen. In den fortwährenden Wahlkämpfen seien aber diese «Nachdruck verböte») WolKenöeoöachtungen Bon Dr. Jul. GooS. Eine wissenschaftliche, systematische Beobachtung der Wolken ist erst in der allerjüngsten Zeit ange-bahnt worden. Früher begnügte man sich mit der Schätzung der Bewölkung, das heißt, man gab an, wie viiel Teile deS Himmelsgewölbes zu einer ge-wissen. Zeit mit Wolken bedeckt waren. Es geschieht dieseS meist nach einer zehnteiligen Skala. Man ist sogar in den Stand gesetzt, durch einen selb»anzei-gendem Apparat für jede Stunde deS Tages die Be-wölkuing anzugeben. Diese Beobachtungen haben den Nachrvveis erbracht, daß Bewölkung und Sonnen-schein sich so ziemlich ergänzen. Scheint die Sonne beispietltweise während deS 0,60. Teils einer gewissen« Zeit, so ist die Bevölkerung fast genau I—0,i,60 gleich 0,40, also 40 Prozent. Auch der Sonnenschein kann seine Dauer selbst aufzeichnen, sogar aus eine höchst deutliche und charakteristische Weisen, durch den Eampbell-StockcS Sonnenschein-Autovuiat, der aus einer Glaskugel besteht und als Brennnglas wirkt. Rückt die Sonne am Himmel weiter^, waö sie ja ununterbrochen tut. so bewegt sich da«r Brennpunkt des genannten Apparates in umgekckehrter Richtung über ein angebrachtes, geeignetes Stück Papier, in welches ein Strich einge-branntet wird, solange die Sonne scheint. Treten da-gegen i Wolken vor die Sonne, so bleibt das Papier unversrschit. Da das Papier in bestimmte Grade ein< geteilt It ist, kann man den Prozentsatz zwischen Sonntn» schein » und Bewölkung leicht und sicher feststellen. Organisationen, anstatt daß sie an Kraft und Leben gewannen, von immer geringerer Bedeutung und immer unfruchtbarer geworden und zwar deshalb, weil sie fast nirgends an leitender Stelle Männer gehabt hätten, die sich ihrer Aufgabe bewußt gewesen wären, Männer, die das. waS sie begeistert über den Fortschritt und die Arbeit bei verschiedenen Zech-gefellschasten deklamierten, auch in die Tat umgesetzt hätten. Es habe sich ihrer eine unbegründete, un-gerechtfertigte Furchtsamkeit bemächtigt und dies sei sogar bei Leuten eingetreten, die vollkommen unab-hängig und materiell an niemanden gewiesen waren. Daß bei solchen Beispielen so mancher in der breiten VolkSmasse kleinmütig geworden sei, sei nach allem dem wohl natürlich. Eine weitere üble Seite dieser OrganisationS-sorm sei nach der Meinung deS Verfassers deS Leit« artikelS die, daß diese Bezirksausschüsse freie Orga-nisationen gewesen seien; alle Versammlunge», die diese Ausschüsse für daS Volk einberufen hätten, feien öffentlich und daher dem klerikalen Anstürme ausgesetzt gewesen und eS sei sür die Klerikalen ein leichtes gewesen, diese Versammlungen zu sprengen Daher sei es umso dringender, die VereinSsorm alS Organisation der slowenisch-liberalen Partei zu em-psehlen. Ob nun diese politischen Vereine in Ge-richts- oder Wahlbezirken oder sür noch kleinere Be-zirke gegründet werden sollten, darüber könne man ein einheitliches Prinzip nicht ausstellen; denn über-all müsse ftch ein diesbezüglicher Beschluß nach den Ortsverhältnissen richten und besonders noch dem, wie viele Leute man in den einzelnen Orten und Bezirken dasür gewinne, die befähigt feien und den Willen hätten, solche Vereine zu leiten. Gleich -m vorhinein aber zu sagen, daß in jedem Gerichisbezirke so viele Leute zur Verfügung stehen müßten, sei mit Rücksicht auf die Verhältnisse vollkommen unmöglich. Daß »un die Form der politischen Vereine sür die Parteiorganisation am angemessensten sei, stehe außer Zweifel und man müsse daher mit vollem Dampf darauf hinarbeiten, d«zß solche Vereine ganz Unier- Den Zug der Wolken, deren Richtung und Ge-schwindigkeit kann man leicht durch den „Wolken-spiegel", der in bestimmte Felder eingeteilt ist, be-obachten und feststellen. Weit schwieriger ist die Be-stimmung, wie hoch die Wolken sich über uns be-finden. Diese Feststellung ersordert sehr genaue In-strumente und mindestens immer zwei Beovachter. Erst aus neuerer Zeit liegen von einem sranzösi-schen Gelehrten genaue Höhemessungen vor. Nach diescn besanden sich: CirruS- oder Federwolken in einer Höhe von 9—10.000 Metern, Cirro ComuluS, die bekannten Schäfchen, schwebten in einer Höhe von 7—8000 Metern, Cumulo-NimbuS, die schwere Gewitterwolke, hing nur 1—2000 Meier hoch über-der Erde, und StratuS, die niedrige Schichiwolke nur 500—800 Meter. Im allgemeinen schweben die Wolken im Sommer in größerer Höhe als im Winier, in heißen Himmelsstrichen gleichsallS höher als in kälteren. Sehr rasch wächst die Geschwindig-keit der Wolken mit ihrer zunehmenden Höhe. So betrug nach genauen Messungen die Geschwindigkeit 7—8 Mkter in der Sekunde bei einer Höhe von 500—1000 Metern, 20 Meter in der Sekunde bei der zehnfachen Höhe, also bei 5000 Meter, wäh-rend sie bei einer Höhe von 9—11.000 Metern 30—40 Meter in der Sekunde betrug. Die SchneUig-keit der Wolken kann die des Sturmes und des Orkanes erreichen, also 50 Meter in der Sekunde und höher. Eine solche Geschwindigkeit der Wolken herrscht vor, wenn bei einem Gewitter ein hestiges Hagelwetter losbricht. Hagel ist wohl zu unierschei-den von Graupeln. Graupeln fallen meist nur im Winter und im Frühjahr, Hagel stürzt nur im Sommer beim Gewitter nieder. Ausnahmen be- steiermark, wo nur die slowenischen Liberalen einigen Rückhalt hätten, überfluten. (!!) Der Bersasser deS Aussatzes stellt sodann die weitere Forderung nach Errichtung eineS Parteisekre« tariatS, indem er auSjührt, daß nach seiner Meinung auch diese neue Organisation ohne Bedeutung sein werde, so lange die Partei nicht einen Men» schen habe, der sich einzig und allein dieser Arbeit widme. Die Forderung nach einem Parteisekretär, der die ganze Tätigkeit der Partei auf eine klar vorgezeichnete Bahn der Konsequenz und Zweck-Mäßigkeit leiten würde, sei schon früher gestellt wor-den. Es sei die feste Ueber,eugung deS Verfassers, daß die Liberalen UntersteiermarkS trotz der großen Opfer auch dieses Opfer »och ertragen könnten, da» mit sie sür ihre politische Organisation einen eigenen ständigen Parteisekretär hätten, der außer den er» wähnten Ausgaben, noch die Redaktion des Partei« organes zu besorgen hätte. Ein solcher Sekretär würde leicht die Sammlung von nationalen Bau-steinen im ganzen Lande durchführen und eS sei dann ein Leichtes, jeden Monat foviel zu sammeln, daß eS hinreichen möchte zur Erhaltung deS Sekre-tariatS, sür die Organisationsarbeit der Partei und es könnte immer noch ein Betrag sür Wahlzwecke aus die Seite gelegt werden. Eine weitere Aufgabe des Sekretariats wäre die Evidenzhaltung der Par-teiorganisation und ihre Vervollständigung; auch hätte der Sekretär die Evidenz über Wahlen in dir Gemeinde« und Bezirksvertretungen zu iühren. Bei einer so umfassenden Evidern wäre eS sür die Partei ermöglicht, jedesmal rechtzeitig in den Wahlkampf für diese oder jene Gemeinde einzugreisen. Der Par-teisekretär müßte weiter« auch »och verschiedene an» dere Korporationen in Evidenz haben, namentlich aber jene Korporationen, die für die slowenisch libe-rale Partei vom nationalen Standpunkte von beson-derer Wichtigkeit wären. Eine weitere Wunde in der slowenischliberalea Partei sei die Unterschätzung der nationalen Klein-arbeit. Seit jeher habe man allzuviel auf Pomp stätigen nur die Regel. Wenn Regentropfen bei ihrem Fallen zur Erde kältere Luftschichten passieren und dabei erstarren, so entstehen die kleinen Grau-peln, eS find also einfach gefrorene Regentropfen. Der Hagel ist von zusammengesetzterer Form und beträchtlicherer Größe. Man hat schon Hagelkörner von mehr als ein Kilogramm Gewicht ausgefunden. Nach der neuesten Hageltheorie von Maran« rangoni rührt die große Abkühlung von der teil« weifen Wiederverdampfung der gebildeten Tropfen her, und die Ursache dieser Wiederverdampsung ist in der großen Bewegung, in der großen Geschwin« digkeit der Hagelwolken zu suchen. Da nun aber zur Verdampfung von ein Kilogramm Wasser so« viel Wärme verbraucht wird, wie um siebenundein« halb Kilo Wasser in Eis zu verwandeln, so ist die Bildung von beträchtlichen Eismassen selbst in ver« hältnismäßigen niedrigen Lustschichlen nicht so wun-der bar. Zur Erklärung des langen Verweilen« der Hagelkörner in der Höhe hat man die Elektrizität zu Hilse genommen. Aus dem Umstände, daß oft durchsichtige Eisschichten und schneeige Schichten mit« einander abwechseln, hat man den Schluß gezogen, daß die Hagelkörner zwischen zwei entgegengeietzien elektrischen Wolken, einer Regen- und Schneewolke, hin- und hergeworsen werden. Daß in der Tat große elektrische Spannungen in den einzelnen Tei» len der Hagelwolken vorhanden sind, geht aus dem Umstand genügend hervor, daß bei Hagelwettern stet« Flächcnbliye, meist sogar «n »nunicrb ocheuer Folge, beobachiet werden. Flächenbdtze sind aber bekanntlich solche, die nicht von der Wolke zur Erde, sonder» von Wolke zu Wolke, oder innerhalb der Seite 2 Deutsche Wacht Nummer 73 und glänzende Versammlungen, allzuwenig aber aus eine zielbewußte Tätigkeit in den verschiedenen Ver-einen und BildungSorganisatione» Rücksicht genom-men. Der Bersasser stellt zu diesem Zweck.' folgende Forderung aus: Der Verband der völkischen Ver-eine soll sich gar nicht abhalten lassen, zu den ver-schiedeneu Vereinsveranstaltungen als Redner auch leitende politische Persönlichkeiten einzuladen. Warum sollten diese nur immer über Politik sprechen? Sie sollen dem Volke zeigen, daß sie auch andere Dinge behandeln können, nicht allein nur „Hetzereien", wie das Volk heute allgemein politische Rede» die-ser oder jener Partei bezeichnet. Auch der Jugend, dem Nachwüchse, der Zu-kunst der Partei und des Volkes, wurde von der slowenischliberalen Partei zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der vor Jahren gegründete Verband der slowenischliberalen Jugend ist ruhig »m Herrn ent-schlafen. Dieses Beispiel weise aus die dringende Notwendigkeit eines Parteisekretär«. Während die Klerikalen die Jugend zu verschiedenen Vereinen, zu Turnvereinen und Marienvereinen beiziehen, haben die Liberalen einzig und allein den Sokol-verein und diesen größtenteils nur in den Städten und Märkten; die Jugend aus dem La»de aber sei ausschließlich den Klerikalen aus Gnade und Un-gnade überlassen. Einigen Ersatz sollten demnach der liberalen Jugend nach der Meinung des Ver-sassers die nationalen BildungSvereine bieten, die der arbeitSsreudigen Jugend die Türe offnen und ihr auch eine mitbestimmende Gewalt in den Aus-schüssen gewähren sollten. Eine weitere Forderung, die vom Versasser an die slowenischliberale Partei gestellt wird, ist die Sorge um die Gemeindewahlen, Es ist klar, wird weiter ausgeführt, dav in Orten, wo sür die Ge-meinde eine völkische Gefahr droht, alles getan wer-den muß. damit die Gemeinde in slowenischen Hän-den verbleibe. Wo aber eine solche Gefahr nicht be-steht, da müssen sich die Parteigenossen immer ernst-lich darum kümmern, daß sie die Gemeinde in die Hände bekommen. Doch wage ich es. schreibt er, hier die prinzipielle Meinung zum Ausdrucke zu bringen, die vielleicht dem einen oder dem anderen nicht passend erscheinen dürste, die sich aber bis jetzt als vollkommen richtig erwiesen hat: In Gemein-den, die durchwegs liberal sind, soll man den Kleri-kalen überall auch die Gelegenheit der Kontrolle da-mit bieten, daß man ein paar hochangesehene und hochintelligent« klerikale Männer von Seite der Liberalen in den Ausschuß wählt. Die Opposition schadet nirgend«, im Gegenteil, st« wirkt nur wohl« tätig. Den Klerikalen soll auch in slowenischliberalen Gemeinden eine ihrer Kraft angemessene Vertretung gegeben werden, doch natürlich nur eine solche Ver-trctuug, daß ste nicht die regelmäßige Tätigkeit der Wolken zwischen einzelnen Teilen derselben über springen. Welche ungeheure EiSmassen ein Hagelwetter im Sommer bringen kann, das zeigte Wien am 7. Juni 1894. Im Mittelpunkt von Wien sielen 43,5 Millimeter Niederschlag, meist in Form von Hagelkörnern, das heißt, ungefähr ein Zentner auf den Quadratmeter. Wien gleich nach diesem fttrcht baren Unwetter tatsächlich einer bombardierten Stadt In wenig Minuten waren über eine Million Fen-sterscheiben zertrümmert, Dächer waren zerstört und abgetragen, Bäume ihrer Zweige oder ihrer ganzen Krone beraubt worden. DaS Unwetter ging mor-genS nieder und noch abends konnte man in den Straßen der heimgesuchten Kaiserstadt Eishausen liegen sehen, die Manneshöhe erreichten. Doch auch Regensälle können unendlichen Schaden anrichten, wenn sie die normale Menge überschreiten. Nimmt man die jährlich« Niederschlagsmenge gleich 100 an, so hat eS Tage gegeben, die sür ei» zelne Gegenden Wassermengen brachten, welche an der« Orte nicht in einem ganzen Jahre ausweisen. So hatte Fiume am 30. September 1892 in neun Stunden 208 Millimeter Regen, das heißt für die Stunde 24.5 Millimeter. Anch bei den letzten Wolkenbrüchen sielen an einzelnen Orten Regenmengen in 15—20 Stunden bis zu 250 Milli» incter. Im Mittel beträgt der Niederschlag sür Deutschland ßOO Millimeter aus das Jahr. Im Jahre 1893 fielen in Oueensland vor der großen Ueberfchwemmung vom 3l. Januar bis 3. Februar aui einer Station 1903 Millimeter, in 12 Tagen 2670 Millimeter Regenmassen, also eine Menge, die selbst die feuchtesten Gegenden im Durchschnitt nicht in einem ganzen Jahre auszuweisen haben Gemeindeausichüsse verhindern könne», Zeigen wir 'Ziberalen, daß unS Brutalität und Gewalltätigkeit remd sins, so wird auch daS Volk erkennen, wem ein Wohl am Herzen liegt und wem nicht. AuS allen biSher gebrachten Beiträgen znr Hauptversammlung der stowenischliberalen Partei chimmert klar und deutlich hervor, olizwar sie sehr vorsichtig gehalten sind, daß die meisten Anhänger der slowenischliberalen Partei in Steiermark mit der etzigen Parteileitung, an deren Spitze der Land-agSabgeordnete Dr. Alois Kukovec steht, sich nicht m Einklänge befinden, daß sie ein« gründliche Revi->ion der Programmpunkte und ein« Reorganisation »es Programmes und der Parteileitung sehnlichst er-treben. Ob nun die slowenischliberale Partei, die in-olge des zielbewußten Vorgehens der slowenisch-klerikalen Gegner und infolge des raschen Umsichgreifens des Klerikalismus auf dem flachen Lande und in den slowenischen Märkten im Sanntale, wi« \a di« letzten ReichSratswahlen dies deutlich gezeigt haben, sast allen Boden verloren hat, sich mit einer Reorganisation ihres Programms in der jetzigen ver-sahrenen Lage «och wird helsen können, ist mehr alS zweiselhaft. Der neue Ackrrbauministcr und die Cschechrn. Die Ernennnng des bisherigen Staatspräsidenten Franz Zenker zum Minister sür Ackerbau ist von der politischen Welt mit großem Gleichmute aufgenommen worden. Da daS Äckerbauministerium bisher im tschechischen Besitze war, so hat man eben in der Bestellung des Herrn Zenker, der ebenfalls eine Tscheche ist, nichts Ausfallendes gesunden und die Sache als etwas Selbstverständliches hingestellt. In der „Neuen Freien Presse' ist außerdem Herrn Zenker das Zeugnis ausgestellt worden, daß er ein „gemäßigter Tscheche" sei. Damit glaubte man die Sache abgetan. Ganz so einsach ist aber die Er-nennung Zenkers doch nicht hinzunehmen. Man sollte sich doch die Muhe geben, nachzulesen, was tschechische Blätter zur Ernennung ZenkerS sagen. Diese können nun ihre große Freude nicht ver-hehlen und lasse» aus der Kennzeichnung, die sie Herrn Zenker zuteil werden lassen, deutlich erten-nen, daß sie mit dem durch den Tod Dr. Bras» notwendig gewordenen Wechsel in der Person deS Ackerbaumnusters im höchste» Grade zufrieden sind, ja daß sie darin geradezu einen unschätzbaren Bor-teil erblicken. Es lohnt sich der Mühe, aus dem Jubelartikel des deutschgeschriebenen Tschechenblattes, der „Union", zu entnehmen, welchen Wert die Tschechen dieser Besetzung des Ackerbauministerinms beimessen und welche Hoffnungen sie auf Herrn Zenker setzen. Die „Union" höhnt geradezu die „Neue Freie Presse", weil diese Herrn Zenker einen „gemäßigten Tschechen" genannt hat. „Denn," so schreibt daS Blatt, „alle, die den neuen Ackerbau-minister kennen, wissen, daß er zu unseren verläß-lichsten und besten Männern gehört. Er hat stets dort, wo eS sich darum handelte, tschechische In-teressen zu sühren und zu wahren, seinen Mann gestellt." Die Ernennung selbst wird von der „Union" ohne Frage ein politischer Gewinn für die tschechische Sache genannt. Von Seite der Tschechen wird Herrn Zenker auch nicht zugemutet, daß er sich aus die Angelegenheiten seines RessortS, des Ackerbauministeriums, als Minister beschränken werde. Sie erblicken in ihm vielmehr den ausgesprochenen Lands-mannminister, der die nationalen Anliegen der Tschechen auch in allen anderen Ministerien zn ver-treten berusen ist. So wird ihm nachgesagt, daß er insbesondere durch seine eingehende Kenntnis der Sprachverhältnisse im Justizwesen im Königreiche Böhmen hervorragt und dadurch geeignet erscheine, ein Gegengewicht gegen den Justizminister Dr. Hochenburger zu bilden. Aus seiner bisherigen Tätigkeit beim VerwaltungSgerichtShose schöpft» die Tschechen also die wohl ans Ersahrung gestützte Hoffnung, daß er „ihre politischen und nationalen Rechte zu versechten wissen wird" und daß er der Sache der Tschechen in seinem neuen Wirkungskreise „unendlich von Vorteil" sein werde. So malt sich das Bild des neuen Ackerbau Ministers in den Augen der Tschechen und man wird wohl mit gutem Rechte aus deutscher Seite bedacht sein müsse», diesem verstärkten Einflüsse des national-politischen Tschechentums im Ministerrate mit größler Aufmerksamkeit zu solgen. Was wir im Falle Hochenburger beim letzten Erlasie an die Gc-richtSoorstcher in Böhmen erfahren haben, zeigt sich in diesem Falle wieder recht deutlich. Hochenburger iat einen selbstverständlichen Erlaß hinausgegeben, dem irgend ein nationaler Beweggrund durchaus ernliegt. Trotzdem ist «in Gcneralsturm gegen ihn Ablasen worden nnd man verlangte nichts weniger ilS seine Entfernung. Also bloß der Schein, ein »eutschcr Minister zu sein, genügt für die Tschechen, um seine Entsernung zu verlangen. Andererseits geben sie sich aber mit der Ernennung eines Tschechen zum Minister nur dann zufrieden, wenn er, wie es Herrn Zenker nachgesagt werden kann, ein vollwichtiger Vertreter aller Interessen deS tschechischen Volkes ist, der stets auch in Fällen, die einem Ressort ferneliegen, die politischen und natio-nalen Rechte der Tschechen zu versechten bereit ist. Dir Arbeit im Partamrnt. Vom Reichsratsabgeordneten Emil Krast. Massenhaft häuften sich Regierungsvorlage» und Initiativanträge auf den Pulten der Abgevrd« neten, in den Ausschüssen herrscht rege Arbeit und doch scheint es, trotz der geleisteten und bereitge-stellten Vorarbeit, als ob das Haus der Gemeinen nur drei Ausgaben hätte: Budget, Geschäftsordnung und Finanzvorlagen. Die anderen, Volkswirtschaft-lich wichtige» Gesetze, deren rasche Erledigung und gründliche Bearbeitung auch im Plenum dringend nötig erscheint, sollen weiter verschoben werden, wenn sie nicht den zweifelhaften Vorzug genießen wollen, an einem jener Tage am Schlüsse der Sitzungsperiode, die man im Wienerischen als „Auswaschtag" bezeichne», in zehn Minuten abgetan zu werden. Gewiß wird nnd soll im Plenum bei 515 Abgeordneten an einem durchgearbeiteten Ge-setze nicht viel geändert werden, und wenn das volle Haus die jetzt durch die Ausschüsse geleistete Arbeit erledigen müßte, um. wie in England, Absatz für Absatz der GesetzeSvorlagen zu besprechen, kömue» bei der Methode unserer Beratungen die schwersten Fehler begangen werden. Trotzdem ist die massen-haste Durchpeitschung wichtiger Gesetze an den Schlußtagen der Session eine Behandlungsart, welch« die größten Bedenken hervorrufen muß, leider aber die einzige Methode, mit der unter den jetzigen Ler> hältnisscn eine größere Zahl von Gesetzen fertig« gestellt werden kann. Dem muß also vor allem ab-geholfen werden und damit treffen wir wieder ta* Schmerzenskind des österreichischen ParlamentariS-mns, die Geschäftsordnung. Seitens vieler Parlamentarier wurden Stim-men laut, daß allem zuvor das Budget behandelt werden müffe, auch wurde behaupte«, daß man vor Einbringung der Budgetvorlagen a» die Ervssimng des Hauses gar nicht schreiten könne. Diese Ansicht scheint mir nicht richtig zu sein. Die größte Arbeit mnß zuerst getan werden, die schwierigste muß vor« angehen, und diese ist die GeschästSordnungsresorm. Mag das Budget diesmal noch warten und auch noch provisorisch erledigt werden. Jahrelang hat man es mit dem § 14 gemacht, dann hat man durch eine Scheinbehandlung, wie eS die letzten Provisorien-bewilliguugen waren, daS Recht des Parlamente» ebenso scheinbar gewahrt, wie daS Recht auf eine» ersessenen Fußweg oder dergleichen und hat öfter« tatsächlich daS Budget nicht der Regierung votiert, sondern dem § 14 geopfert. Tatsächlich besitzt da« Haus, rein praktisch genommen, keine Budgetbewilli-gungSmacht mehr, weil eS sich jahrelang selbst au«-schaltete, weil eS sür die Wahning dieses Rechte« im Volke keine entsprechende Resonanz gibt und weil das Haus den § 14 in ein Machtwerkzeug der Regierung umwandeln half. Es ist eine vom kon-stitutionellen Standpunkte auS sehr zu beklagende Tatsache, daß eS derzeit fast jedermann im zislei. thanischen Reiche gleichgiltig ist, ob er die «teuern nach § 14 zahlen muß oder über Beschluß be« Parlaments, und daß es ihm ebenso gleichgillig ist, ob ihm der Staat daS Geld für die gelieferten Ar> Veiten «ach § 14 oder auch auf Grund eine« ge-regelten Budgets schuldig bleibt. Das Budgetbewilligungsrecht wird für da« Parlament erst dann ein wirksames Recht, wenn es davon die Existenz der Regierung abhängig machen kann. Dies ist derzeit nicht der Fall, Kommt am Ende des Semester« der Beschluß auf Eial«-bewilligung zustande oder nicht, die Uhr ist abze-lausen, der Herr Ministerpräsident erklärt, mm könne keinen Ex lex-Zustand schaffen oder doch nur auf einige Tage, und dann käme unwiderruflich der llßmarß. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. 5o»»taa»beita«e »er „Deutsche« Macht" i» EM. Nr. 39 .Di« Cflbmart" erscheint jeden Sonnlag als unentaelttiche Beilage für die Lese» der .Deutschen Wacht". — Einzeln ist „Die Südmart" nicht (awfticb- 1912 (Rachdruit verboten) Z>ie Schilddrüse und ißre wunder-varcn Einwirkungen auf den menschlichen Organismus. Von Dr. R. Rossen. Schon den Aerzten des Altertums war et be-kannt, daß im menschlichen wie tierischen Körper Wechselwirkungen zwischen einzelnen Organen bestehen, selbst wenn diese weit von einander liegen. Man wußte nur nicht, wie diese Wechselwirkungen statt« finden. Bis vor kurzer Zeit glaubte man noch, daß die Nerven dieses Seschift besorgten. Im Jahre 1889 erklärte der englische Arzt Brown-Sequard aus der AerzteBersammlung zu Paris folgendes: „Es werden von Blutgesäßdrüsen gewisse Stoff« ab« gegeben, welche in die Blutbahn gelangen. Diese Stosse beeinflusse» alle Organe und ihr Fehler ist ür den Organismus von höchster Bedeutung." Un-er Blutgesäßdrüsen versteht man eine Reihe von Organen, die einen mehr oder weniger drüsenartigen Bau habe., und reichlich mit Blutgefäßen versorgt sind. Einen AuSsührungSgang haben nur wenige, die meisten entbehren ihn. Alle aber erzeugen ein den ganzen Körper beeinflussendes Sekret. Man unterscheidet zwei Arten von Blutgefäß-drüsen. Erstens solche, die zwei verschiedene Se-stete hervorbringen. DaS eine Sekret lassen sie durch einen AuSsührungSgang an die Außenwelt gelangen, sie scheiden eS also als überflüssig oder schädlich au« dem Körper au«. DaS andere Sekret teilen sie dem Blutstrom mit und beeinflussen so den ganzen Organismus bei Mensch und Tier. Zweitens unterscheidet man solche Blutgesäß-drüsen, die keinen AuSsührungSgang haben und nur ein Sekret erzeugen. Diese« wird direkt von den Benen und Lymphgefäßen aufgenommen und durch sie dem ganzen Körper mitgeteilt. Die hauptsäch. lichsten Blntgefäßdrüsen sind: die Nebenniere, der Gehirnanhang, die Nebenschilddrüse und die Schild-drilse selbst. Hier handelt eS sich nur um die letztere. In älteren, aber noch gebräuchlichen medizini« schen Werken von Bedeutung kann man lesen, daß die Schilddrüse, die ihre Lage vorn am Halse, vor dem Kehlkops hat, für den menschlichen Körper ganz ohne Belang sei, daß man sie ohne Nachteil für die Gesundheit auSschneiden und entfernen könne. Die neueste Forschung hat gerade das Gegenteil bewiesen. DaS Sekret der Schilddrüse, die keinen AuSsührungSgang hat und nur ein Sekret erzeugt, ist von der allergrößten Bedeutung für den Orga-niSmuS. Man hat den wunderbaren Schluß ziehen müssen, daß selbst bei einem normal vor sich gehen-den Stoffwechsel aus der genossenen Nahrung sich Giftstoffe entwickeln würden, die Gesundheit und Leben bedrohen, wenn sie nicht durch das Sekret der Schilddrüse in ganz andere, unschädliche Stoffe verwandelt, chemisch umgesetzt würden. Wird die Schilddrüse krank, was nur zu oft geschieht, nnd zwar ohne daß die Patienten es ahnen, so zieht sie den ganzen Körper in Mitleidenschaft. Die Erkrankung der Schilddrüse kann in dreierlei Art geschehen. Erstens die einfache Ber> größerung, wodurch der bekannte und häßliche Kröpf entsteht. Wird d*r Kröpf von auffallender Größe, so übt er einen solchen Druck auf die Lust, und Speiseröhre aus, daß Schlingbeschwerde und Asthma entstehen. Der Kröpf tritt in manchen Gegenden wie in der Zentral-Schweiz, Schottland und Nor-wegen endemisch auf. Hier soll die eigentümliche Beschaffenheit des TrinkwasserS die Hauptschuld tragen, und die neuere Wissenschaft nennt daher den Kröpf eine Infektionskrankheit. In den Ländern, wo man sich die Besserung des TrinkwasserS Hut angelegen sein lasse«, schwand die Kropfkrankheit auffallend. Die moderne Medizin heilt den Kröpf fast nur durch eine Operation. Doch wird heute die Schilddriise niemal» mehr gan, auSgrschnitten, k< wie e« früher oft geschah, sie wird vielmehr nur auf n da« richtige Maß zurückgeführt. Der Grund erhellt b aus dem Nachfolgendem. * Die zweite Erkrankung der Schilddrüse ist die » Verminderung oder das völlige Versiegen deS Se« d lrets. In diesem Falle entsteht die besonders in a England bekannte Krankheit, welche man daS My- d xoedem nennt, ein schleichendes Siechtnm, deren t Opfer durch zwei Erscheinungen ausfallen, erstens r durch eine an derben Speck erinnernde Verdicknng s der Hant und zweitens durch daS Schwinden der l geistigen Fähigkeiten bis zum Stumpfsinn. Dasselbe Krankheittbil? zeigte sich früher, wenn durch eine \ Operation die ganze Schilddrüse entfernt worden , war. ES liegt also kein Zweifel mehr vor, daß , das Sekret der Schilddrüse für den menschlichen , Organismus von höchster Bedeutung ist. Durch die < gemachten Erfahrungen aufmerksam geworden, be-gannen die wichtigen Versuche der Schilddrüsenbe« Handlung beim Myxoedem. Man versuchte bei Menschen und Tieren durch künstliche Zuführung gesunder Schilddrüsen oder deren Präparate, wie Thyreoidin- oder Schilddrüsen-Tabletten, daS Myxo-edem zu behandeln, nnd es gelang mit überraschend gutem Erfolge. Die Versuchstiere, welche man ihrer Schilddrüse beraubt hatte, erkrankten nicht, wenn man die Schilddrüse anderer Tiere in ihre Bauchhöhle einfügte. Zahlreiche Menschen, die am Myxoedem erkrankt waren, wurden schnell und völ-lig geheilt durch Einnehmen von Thyreoidin-Tab-leiten, hergestellt aus den Schilddrüsen vom Kalb, Schas oder von der Ziege. Nun hatt:n die chemischen Fabriken ein neues Feld lohnender Tätigkeit gefunden, zumal der Ver-such gelang, die Schilddrüsen-Tabletten auch gegen die weitverbreitete Fettsucht anzuwenden. Ein großer Triumph brach aus ob dieser Entdeckung, namentlich in England, dem Lande des Myxoedem«, das jetzt sein neues Wundermittel hatte. Einzelne Mißerfolge oder schlimme Nebenerscheinungen schreckten nicht ab, denn die Tatsache, daß die Einverleibung frem-der Schilddrüsen geeignet ist. mit Ersolg körperliche und geistige Schwäche der an Myxoedem Erkrank, ten, sowie die Fettsucht zu bekämpfen, ist nicht zu leugnen. Die Thyreoidin- oder Schilddrüsen-Tabletten fanden eine ungeheure Abnahme, znmal sie ohne jede «entrolle abgegeben werden dürfen. Die Re-aktion blieb nicht aus. Erstens kamen schichte, schädliche Tabletten in den Handel und zweitens zeigten sich unangenehme Nebenerscheiuungen, na« mentlich bei Nerven- und Herz leidenden. Da» konnte nlth» Uberrnsche» bei solchen OlcwiilKunn, wie sie oft unternommen wurden, ©iud doch Fälle bekannt, wo die Fettsüchtigen fünf Kilo in einer Woche an Gewicht verloren. Solche Gewaltkuren wurden wochenlang ohne Unterbrechung fortgesetzt da man allgemein glaubte, es könnte ohne Schaden an der Gesundheit geschehen. Die Entfettungskur durch die Schilddrüse hat allerdings vor allen an-deren Kuren den großen Vorteil, daß sie den Ei-weißbestand des Körpers nicht angreift, also nicht so schwächt, wie andere Entfettungskuren, aber den-noch schadet ein Uebermaß auch hier stets. Die Wirkung der Schilddrüse ist eine harn-treibende, sie entzieht dem Körper nur Fett und Wasser, aber auch hier kann man des Guten zu viel tun. So war es nur zu loben, daß die Re-giertingen dem wüsten Freihandel mit Schilddrüsen-Präparaten Einhalt geboten und die Verabfolgung von Tabletten nur gegen Abgabe eines ärztlichen Attestes erlaubten. Natürlich wird auch diese« Ge» setz vielfach übertreten. Wer aber ohne ärztliche Ueberwachung eine Entfettungskur vornimmt, der lasse sich warnen. Sobald während der Kur Herz, klopfen, Schwächegesühl oder gar Krampf in den Beinen sich melden, dann uuterbreche man sofort die Kur. Die bösen Folgen eines Übergroßen Schilddrüsengenusses zeigt auch die dritte Schild-drüsen-Erkrankung, die darin besteht, daß zuviel Sekret abgeschieden, erzeugt wird. Dieses Uebermaß schädigt ganz besonders die Nerven und erzeugt die nach dem Merseburger Arzte genannte Basedowsche Krankheit, die man auch Glotzaugenkrankheit nennt. DaS übermäßig erzeugte und im Blnt angehäufte Schilddrüsen-Sekret wirkt hestig reizend aus daS Rumpfuerven-System, das man auch den Nervus fympachicuS nennt. Dieser gerät in Hochspannung, drückt mit großer Gewalt auf alle von ihm ver-sorgten Muskel, so auch auf den sogenannten Mül« lerschen Mu«K der sich in der Augenhöhle besin-det. Er zerrt und drückt so lange an den Aug. apfel, bi« er ihn aus feiner Höhle hervorgezogen hat. Da« unschöne Glotzauge ist dann fertig. Aer ßhering. ES war einer jener schönen Abende, die man so selten erlebt. Ich speiste bei meinem Freund Alfred. ES ging nicht hoch her, eS gab keinen Ehampagner, keine Delikatessen, wir saßen nicht zeremoniöS im Frack und mit weißer Krawatte und unsere Se- bansen gingen nl«$t ans Clrl^n bind? ble Tdltagl' battalltdi. Er, feine Junge Frau und ich tranken im an. heimelnd altdeutsch möblierten Speisezimmer einen guten Niederisterreicher und plauderten gemütlich von Dingen und Geschehnissen, denen nur persdn-licher Hintergrund Wichtigkeit und Interesse verlieh. Elwas wie Neid ertappe ich in mir, als ich die beiden vor mir sah: sie — in ihrer sansten srauen-haften Innigkeit, ihn — mit dem sicheren Gehaben und dem immer noch bubenhaft glücklichen Lächeln um die Lippen. „Gnädige Frau, wenn man ihr Gast ist, be-kommt man sörmlich Lust zum Heiraten. Laden Sie recht viele Junggesellen ein und ebensoviel Mädchen werden ausgehört haben, nach der Ehe zu seuszen " Die junge Frau lachte, daß ihre Hähne blinkten und ihre zwei entzückenden Grübchen in die Wange traten. «Machen Sie es Alfred nach. Ein hübsche», braves Mädchen mit etwas Geld wird sich in Ihrem Bekanntenkreis bald finden." „Mich will keine", klagt«' ich. „Und dann: ich bin zu ungeschickt, ich weiß nicht, was ich mit den jungen Damen reden soll." Alsred räusperte sich vernehmlich; seine Frau drohte schalkhaft mit dem Finger. „Nein, nein. Ganz ohne Spaß. Ich kann vielleicht Frauen unterhalten, aber junge Mädchen langweile ich. Ich merke es ganz deutlich, wenn ich längere Zeit mit einer sprecht. Sie unterdrückt ein Gähnen und flattert bei der ersten schicklichen Gelegenheit fort, um sich bei einem, der eS besser als ich versteht, zu amüsieren. Ich glaube, ich bin zu alt zum Hosmachen, wie zum Heiraten. Ueberdies habe ich ein riesiges Pech. Die mir gesallen, die sind alle schon ver-sorgt. Ja, gnädige Frau, wenn Sie frei wären — 0, ich würde nicht eine Sekunde zögern". „Zu liebenswürdig. Aber, wie^Sie sehen, kommen sie etwas zu spät. Schauen Sie sich nur Alsred an. Sieht er aus, als ob er mich sreigeben wollte? Na, Fred, würdest Du Dein Frauerl her-geben ?" „Ich wünsche meinen Freunden immer nur Gutes, darum behalte ich Dich sür mich." „Du — ?!' klang es schalkhast drohend, aber ein Kuß verschloß ihr den Mund. „I, lieber Alter", wandte sich Alsred an mich, „Du weißt gar nicht, was man mit so einer kleinen Frau für ein Kreuz hat. Was für Gedanken in einem fo lieben blonden Köpferl aufblühen, hei! Die Geduld, die man braucht, um alles hübsch lang-sam zu widerlegen. Und wenn sich da einmal etwas festgesetzt hat — nicht auszureden. Hältst Du es für möglich, daß dieses kleine Geschöpf da mich nicht heiraten wollte? Einen Mann wie mich! Einen solchen Prachtkerl. Ein solches Musterexem-plar zweibeiniger Intelligenz. Einsach unglaublich, nicht? Und weißt Du, warum sie nicht wollte? Weil sich die Vorstellung in ihrem Köpserl sestge-rannt hatte, daß ich schon verheiratet sein müsse. Ja brnt XMt, sie hielt mies) für brnxtfrt, ot>ioof)f ich ganz rtfpcftubtl aussah, tH mich der n?ei- testgehenden JunhgeseNensreiheit erfreute und ihr da« hoch nnd heilig versicherte. Alier e« war alle» umsonst, sie war von ihren Gedanken nicht adzu- bringen." Ich muß während der Rede meines Freundes recht erstaunt dumm dreingeschaut haben, denn beide lachten aus und Alfred meinte: „Kelt, daS hättest Du nicht gedacht. Deinen alten Freund so zu verdächtigen. Aber mir scheint, Du verstehst mich nicht ganz. Also paß auf. Die Geschichte lmg sich folgendermaßen zu: Bei einem Fünf-Uhr-Tee bei SellheimS lernte ich Mizzi kennen; damals ein — nein fürchte nichts, ich verrate Dein Alter nicht — damals em süßes, zartes, zierliches, blondes Mädchen, daS aussah, wie ein sansteS Kind, und jetzt eine ebenso süße, ebenso brave Frau, deren Sanftheit sih in — mir fehlt das Wort — in — tatkräftige Energie gewandelt hat. Gut ge> sagt, wie? In dieses sanfte blonde Fränlein ver-liebte ich mich bei der zweite» Sandwichschnitte. Die hat nämlich sie mir gereicht, ein gustiöses Bröt« chen mit vielem Kaviar, und dabei hat sie mich an-gesehen mit einem langen tiesen Blick, so klar, so rein, so sriedenSvoll, daß ich verloren war, rettungS-loS verloren war. ES war schon gegen Schluß der Saison, aber auf den wenigen Bällen, die eS noch gab, wurde ich Mizzis Schatten. Der Früh-ling kam, Mizzi fuhr mit den Eltern fort. Lange sah ich Mizzi nicht. Eine schwere und doch schöne Zeit, die Zeit der Lustschlösser, daS Glück der Träume. Endlich nach fünf Monaten kam der Tag deS Wiedersehens. Du — daS war ein Tag —!" Die Hausfrau unterbrach ihren Gatten. „Laß' mich weitererzählen. Ich gestehe, Alsred hatte Eindruck auf mich gemacht. In den fünf Monaten dachte ich auf dem Lande oft und oft an ihn und sehnte mich, ihm wieder zu begegnen. Den zweiten Tag nach unserer Rückkehr in Wien quäle ich Papa, mit unS in den Volksgarten nachtmahlen zu gehen; ich hatte nämlich von meinem Bruder er-fahren, daß Fred dort jeden Abend zu finden fei. DaS Herz klopfte mir ganz gewaltig, als ich zwi» schen Mama und Papa im RestaurationSgarten faß und verstohlen nach; allen Seiten auslugte, um diesen bösen Mann zu erblicken. Plötzlich sehe ich ihn in der offenen Tür auftauchen und an seinem Arm — eine Dame! Er bemerkte uns nicht und setzt sich zwei Tische von uns nieder. Er hilft seiner Begleiterin, einer großen, schönen, distinguier-ten Fran galant aus der Jacke, spricht vertraut aus sie ein und ist sichtlich bemüht, sie gut zu unter-halten. Jetzt streift er den Handschuh ab ... an seiner Hand steckt — ein Ehering l Wie mir zu Mute wurde, können Sie sich denken. Ein junges Mädchen, das durch Monate von einem Mann nnd ihn plötzlich am Tage des Wiedersehens — verheiratet wiederfindet. Und dann höre ich ganz deut-lich, wie Alsred dem Kellner ansagt: .Meiner Frau Pilsner, nicht Lager I" Seiner Frau, o, wie ich dieses Weib haßte in diesem Augenblick. Mir schwin-delte . . . Tränen traten mir in die Augen . . . Bei einer zufälligen Bewegung bemerkt un« Alfred. Er grüßt, springt auf. sagt seiner Frau leise etwa« und tritt ganz fröhlich und heiter an unseren Tisch. ZH iüe möglichst ünbesangeN . . „Unbefangen nennt sie da«. Sehr gut!" unter-brach Alfted feine Frau. „Blicke wie Dolche hat sie mir zugeworfen, die Lippen so verächtlich ge« kräuselt, al« wäre ich der gemeinste Kerl dieser Welt, und nicht eine« Worte« hat sie mich ge-würdigt." „Alfred blieb nur ganz kurz* — erzählte die HanSfrau weiter — „und ging zu seinem Tisch zu-rück. Er setzte sich so, daß er herüberblicken konnte. Seine Frau und er sahen mich oft an. „Jetzt ma-chen sie sich über dich lustig", dachte ich mir. „Siehst Du, da« ist auch so eine dumme Gan«, die sich in mich verliebt hat" — so wird er jetzt zu ihr von dir sagen. Mein Herz schlug bis zur Kehle hinauf, ich drängte zum Ausbruch. Erst al« ich in meinem Zimmer allein war, begann ich in die Kissen zu weinen wie ein Kind. — Nachmittag« darauf — die Eltern waren in den Prater gefahren — wurde mir Alsred gemeldet. O, er sollte nicht glauben, daß ich mir au« ihm etwa« mache. Justa-ment nicht I Gleichgiltig tun, fröhlich erscheinen wollte ich und ihn vorlügen, daß ich mich demnächst zu verloben gedenke. Also ich ließ Alfted vor. Eine kurze Weile ging da« Gespräch, dann stockte e«. Mir fiel absolut nicht« ein. Und der gräßliche Mensch sprach kein Wort, er weidete sich augenblick-lich an meiner Berlegenheit. Endlich sragte er mich: „Fräulein Mizzi, haben Sie auch manchmal an mich gedacht?" Diese Worte gaben mich mir selbst wieder, eine solche Unverschämtheit, nein, Charakter-losigkeit! Er, der Mann einer andern, fragte mich, ob ich an ihn gedacht habe. Da« war zu viel, Ich erhob mich —" „Na, da hättest Du sie sehen sollen," warf Alfted ein. „Sie erhob sich nicht, sondern sprang aus wie ei» abgeschossener Pfeil. Und was ich da zu hören bekam! Die Worte kollerten ihr nur fo von den Lippen und ich saß wie ein Schulbub da mit offenem Munde und verstand absolut kein Wort. Bon „meiner Frau" sprach sie, von der NichtSwür-bigfeit, sich al« „verheirateter Mann' einzuschleichen usw. Schließlich würbe mir bie Türe gewiesen. Und schön war Mizzi in diesem Augenblick. Die Wangen hochrot, die Augen lodernd, die kleine weiße Hand, die ich jetzt küsse, gebieterisch zur Tür hin-streckend. Ich stand auf und sagte: „Gnädige« Fräulein, ich verlasse Sie sofort, aber bitte, sagen Sie mir nur da« Eine, weshalb Sie nur von meiner Frau sprechen? Ich bin ja gar nicht ver-heiratet." „Da« wagen Sie zn behaupten, nachdem ich selbst gestern ihre Frau gesehen?" „Da« war meine Schwester." „Sol? und der Ehering an ihrer Hand?" O, sapperment! Richtig. Der Ehering. Also so stand die Sache? Hurrah! ich lächelte. „Den trage ich auf Wunsch meiner Schwester, wenn ich mit ihr ausgehe. Meine Schwester ist nämlich Witwe und bei un« zu Besuch auS Berlin. Al« wir einige V«rgnÜgung«lokale besucht hatten, sagte sie: „Du, die Gäste und Kellner sehen mich so merkwürdig an. Da« paßt mir nicht. Du hast keinen Ehering, ich aber ja; da kommen die Leute auf allerlei Gedanken. Sei so gut und stecke den Ring an und behandle mich, al« wäre ich Deine Frau, denn, daß wir Bruder und Schwester sind, steht uns nicht aus dem Gesichte geschrieben. Wollen Sie noch immer, daß ich fortgehe?" Mizzi schüttelte den Kops und schlug die Augen schüchtern zu mir aus. Aber wirklich geglaubt hat sie mir erst, als ich sie mit meiner Schwester du'ch die einfachen Worte bekannt machte: „Meine Schwester — Mizzi, meine Braut." Seither trage ich den Ehering immer." „Immer?" sragte die kleine Frau, „verliert er sich nie im Westentascherl?" „Nie!" beteuerte Alfteb treuherzig. Unb ich sanb, obwohl ich in solchen Dingen ein großer Skeptiker bin, bieSmal keinen Anlaß, mich bebeuningsvoll zu räuspern. praktische Mitteilungen. Konservierung von Birnen in Zucker. Kleine, fast reife, aber nicht weiche, recht aromalische Birnen fchält man, verkürzt ihre Stiele unb dämpft sie in geklärtem Zucker weich unb klar. Aus ein Kilo Birnen nimmt man nur 45V Gramm Zucker. Wenn sie klar aussehen, schichtet man sie in Gläser, die noch mit Schweseldamps ausaesüllt sind, binbet sie sorglich zu und verwahrt sie an kühlem, luftigen Orte. Butter milch-Kaltschale. Ein große« Stiick Schwarzbrot wird gerieben unb mit zwei bi« brei Eßlöffeln Zucker in einer flachen, runden, eisernen Psanne unter beständigem Rühren braun-geröstet und dann ausgekühlt. Die kalte Buttermilch wirb mit etwas süßem Rahm vermischt, über zerbröckelten Zwieback ober Weißbrolscheibchen ausge-schüttet unb mit bem gerösteten Schwarzbrot be-streut, serviert. Ober man gibt ans jeden Teller einige Löffel geriebene« ungerösteieS Schwarzbrot mit Zucker und Zimmt und füllt mit Rahm ver-mischte Buttermilch daraus. Deutsche, unte?stützt eure Schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen herausgegebenen Wirtschaftsgegenstände (Zündhölzer, Seife u. dgl.) ba« euch nicht« kostet unb den Vereinen Nutzen bringt! Gebraucht fleißig die Wehrschatzmarken! Gedenket bei Wetten und Spielen der deutschen Schutzvereine! Numm. 7 78 § 14. Da nun der Znstand des A 14 der bös-artigere ist, weil er an« Herz des Parlamentarismus greift, so ist dieser Druck der letzten Stunde ein Regierungsinstrument, welche» das Parlament ent-würdigt und sein Recht zu einem Scheinbewilli-gimgSrecht macht. Ander« liegt es, wenn das Bud« get oder das Provisorium rechtzeitig erledigt werden kann: dann macht sich die Zwangserledigung nicht so unleidlich geltend und die Regierung steht unter dem schweren Druck der Vertrauens-, beziehungs-weise Mißtrauenskundgebung. Aber auch pfycholo-gisch genommen, ist der Zwang der letzten Tage aus die Budgetbewilligung unmoralisch und unsittlich, weil hievon die Fortlegung der Diäten abhängig ist. Diese« Thema braucht aber hier nicht näher aus» geführt zu werden und sollte nur angeschlagen sein, um zu zeigen, daß dringend allem zuvor die Ge-schästSordnungSresorm zu gehen habe, die eine zeit» gerechte Erledigung der Ausgaben des Parlaments ermöglicht. Die GeschäftSordnungsreform ist, wie aesagt, die wichtigste Arbeit deshalb, weil von ihrer Lösung daS ganze spätere Leben der Volksvertretung abhängig ist und damit alles, waS mit ihr an frei« heitlichen Errungenschaften zusammenhängt und erst in Vergessenheit geraten ist bei der herrschenden, selbstgewollten. selbstgemachten Einflnßlosigkeit des Parlament«. Die Geschäftsordnung, das heißt ihre Reform, wird sicherlich ein harte« Stück Arbeit geben, denn zwei widerstreitende Elemente ringen um berech-tigte Geltung: zweierlei muß erfüllt werden, ersten« der Schutz der Mnorität und zweiten« der Schutz gegen die Minorität. Der Schutz der Minorität heißt aber in Oesterreich der Schutz der Nationalität, und daher ist es so schwierig, jene Sicherungen in der Geschäftsordnung zu befestigen, die diesen Forderungen Rechnung trage«, und darum kann auch die Geschäftsordnung nur etappenweise ge-macht werden. Vorläufig eine kleine Reform, der nach kürzerer oder längerer Zeit die große zu folgen hätte, denn auch die kleine wird Schwierigkeiten in Fülle geben. Zwei Forderungen sind es, die bei der Ge-schä stSordnungsresorm in erster Linie gestellt wer-den müssen. DaS Haus und der Ausschuß müssen in d>er Lage sein, mit qualifizierter Majorität für bestimmte Verhandlungen, wobei man national-politische ausschalten kann, ohne Debatte mit ein-fachcr Abstimmung die Redezeit auf die Dauer einer Stunde zu bestimmen. Eine Stunde währt lange genug, um in ihr die schwierigsten Probleme zu er-örtern und begründen zu können, wenn der Redner bei der Sache bleibt. Eine weitere notwendige Fvr-derung besteht darin, daß der Redner von einem Platze aus spricht, wo er vom Präsidenten gehört und eventuell auch sofort gerügt werden kann. Bei uns spricht bekanntlich der Redner von feinem Platze aus. um ihn gruppieren sich die Stenographen, dann die Parteigenossen — sozusagen als Schutzgarde — und dann erst die anderen Kollegen. Der Präsident ist meist gar nicht in der Lage, etwas vom Redner zu hören. Gebraucht der Redner ungehörige AuS-drücke oder beleidigende Redewendungen, so muß sich der Präsident meist erst das Stenogramm vor-legen lassen und der Ordnungsruf wird später, oft erst am nächsten SitzungStag. erteilt. An die Stelle der ordnenden Macht des Präsidenten tritt daher die Selbsthilfe, der Beleidiger wird wieder beleidigt, Schimpfwort? fliegen hin und her und der Tumult ist fertig. Anders ist es, wenn der Präsident in der Lage ist. sofort zu rügen, zur Sache zu rufen und eventuell das Wort zu entziehen. Manch böses Kapitel der Geschichte des Parlamentarismus in Oesterreich wäre ungeschrieben geblieben und manch schlimmer Konflikt häite im Keime erstickt werden könnem, wenn der Präsident in der Lage gewesen wäre, rechtzeitig einzugreifen. Werden diese nsten zwei wichtigsten Forderun-gen erch erfüllt fein, so wird die Arbeit deS Plenums und dder Ausschüsse eine weitaus raschere werden, so daW man endlich an die gründliche Reform der GeschääftSordnung schreiten kann. Der Gesundung«-Prozeß'; de« Parlament« schreitet langsam vorwärt«; in denm Maße, wie sein Krästezustand sich erholt, kann «man ihm auch schwierigere Ausgaben zuweisen, zunächhst gründliche Reparaturen am eigenen Mechanismus«. Will da« HauS arbeiten, dann mnß vor« erst auus dem Wege der GeschäftsordnungSreform ein weltere-eS Stück, allerdings da« schwierigere, zurück gelegt > werden. A-achj Politische Rundschau. „Keineswegs beruhigend". Der außerordentlichen Kürze der Thronrede, mit der der Kaiser am letzten vien«tag die Tagung der Delegationen eröffnete, entspricht der knappe sachliche Inhalt der Ausführungen de« Minister« de« Aeußern. Weder au« der einen noch aus der anderen Kundgebung erfährt man etwas über da« Schicksal der bekannten Anregung de« Grasen Berchtold. Wohl hört man, daß die Mächte einig darüber seien, daß der Status quo auf der Balkan-Halbinsel aufrecht erhalten werden soll, allein hin-sichtlich des Wie — was doch die Hauptsache ist — vernimmt man ebensowenig wie darüber, ob zwischen den Mächten überhaupt meritorische Verhandlungen schweben. Auch die Machtverschiebung, die durch Frankreich im Mittelmeere eingeleitet worden ist, wird in dem Expofö des Minister» vollständig Übergänge». Wenn einige Wiener Blätter an» der Thron-rede und aus den Ausführungen des Ministers alle« mögliche heraus- oder in sie hineinlesen wollen, so sind das publizistische Kindereien. Der wirkliche Eindruck der Thronrede und der Ausführungen deS österreichisch-ungarischen Minister« deS Aeußern läßt sich ohne weitere» Forschen mit wenigen Worten feststellen: Die Situation ist so ernst, daß die ver-antwortlichen Stellen der Monarchie sich in ihren Aeußerungen über den Stand der Dinge die aller-größte Zurückhaltung auferlegen, da die Anregung des Grafen Berchtold bisher keinen greifbaren Er-folg gehabt hat. Das Warum und Weshalb liegt im Dunkeln, man kennt nur die Wirkung, die der Minister selbst in den Schlußworten seines Exposes konstatierte, indem er davon sprach, daß die Lage keineswegs beruhigender Natur sei, die elektrische Spannung in der politischen Atmosphäre sich er-höht habe, Oesterreich-Ungarn dem heißen Boden des Balkans äußerst nahe liege und nur dann der Zukunft ruhig entgegensehen könne, wenn es auch zu Lande und zur See gerüstet sei. DaS klingt aber beinahe so, als ob die Diplo-matie mit ihrem Latein bereits zu Ende wäre und auf dem grünen Tische nicht mehr diplomatische Noten, sondern Generalstabspläne lägen. Nix daitsch! In maßlosem Hasse gegen alles, was deutsch ist, ist der „Budapesti Hirlap" zu einer recht komi° schen Logik gelangt. Für den Spielplan der Buda-pester Oper sind auch Vorstellungen in deutscher Sprache angekündigt worden. Das genügte dem Blatte, um in heftigster Weise dagegen Verwahrung einzulegen, daß man in der königlichen Oper in der Hauptstadt Ungarns in deutscher Sprache singe. Da aber das genannte Blatt nicht leugnen kann, daß in der Oper jede andere Sprache, französisch, pol-nisch und italienisch, eingebürgert ist, so begründet eS seinen deutschfeindlichen Standpunkt mit der Be« hauptung, daß französisch und italienisch kaum von jemandem verstanden werde, während beim deutschen Gesänge gerade deS Gegenteil der Fall ist, denn in Ofen Pest verstehe fast jedermann schon deutsch. — Aus dieser unfreiwilligen Feststellung, daß man in der Hauptstadt Ungarns überall deutsch verstehe, die Forderung abzuleiten, daß eben aus diesem Grunde in der königlichen Oper nicht in deutscher Sprache gesungen werden darf, ist wohl mehr als heiter. Südslawische Zukunftsmusik. Au» dem „Slovenski Rarod", dem Laibacher Organ der freisinnigen slowenischen Serbenfreunde, erfährt man, wie sich zur Stunde die Zukunft der Balkanstaaten in slowenischen Köpsen malt. Dem Blatt wird au» Belgrad berichtet: „Der Balkan-bund ist aus dem Marsche. Er umsaßt Bulgarien, Serbien, Griechenland nnd Montenegro, war an-sänglich mit Einschluß der Türkei gedacht, richtet sich aber jetzt gegen da« Osmanenreich. Der sörm-liche Abschluß des BündniffeS wird in Euxinograd stattfinden und die Leitung des Bundes Bulgarien zufallen. Als erster Schritt der Bundesmächte ist eine gemeinsame Proiestakiion gegen die anarchi'chen Zustände der europäischen Türkei und die an der christlichen Bevölkerung verübten Grausamkeiten ge« plant. ES wird Bulgarien« Ausgabe sein, diesem durch ein Ultimatum Nachdruck zu verleihen. Die Verteilung der türkischen Beute ist so gedacht, daß Bulgarien den größten Teil Mazedoniens, Serbien das alle RaSzien, Montenegro Albanien und Grie-chenland das südliche Mazedonien erhalten soll. Der Türkei würden nur Stambul und Saloniki ver« bleiben. Unsicher ist man bei der Beurteilung, die t 3 Oesterreich hierbei spielen wird. Ein Teil der ser bischen Politiker glaubt, daß Oesterreich bei Au«-bruch der Wirren da« Sandfchak besetzen werde, andere nehmen an, daß der Donaustaat durch Frankreich, das im Mittelmeer eine bedrohliche Macht aufgerichtet hat, und durch Rußland, da« sein Militär an den österreichischen Grenzen zusam-menziehe, im Schach gehalten wird. Von Rumä-nien besorgt man keine Feindseligkeiten; man hält es durch den in Aussicht stehenden Handelsvertrag mit Bulgarien gekapert." Der ganze Bericht ist aus «inen sehr angriffslustigen Ton gestimmt, was aber zur Art südslawischer Politiker gehört. Man wird da unten noch viel Wasser in den starken Wein gießen müssen, an dem man sich im Borgefühl der sicheren türkischen Beute berauscht. E« kann auch ganz, ganz anders kommen, als man in Latbach hofft und wünscht. Aus Sladl und Land. Tillier Gemeinderat. Freitag nachmittag« fand die erste ordentliche Sitzung de« neugewählten Gemeinderates statt. Die Zahl der Verhandlungsgegenstände war eine über» au« große, so daß die Sitzung bi« 9 Uhr abend« dauerte. Wegen Ueberfülle an Stoff werden wir den sehr umfangreichen Bericht in der nächsten Blatt« folge veröffentliche». Seltenes Fest. Am 3. Oktober feint der Bäckermeister und Realitätenbesitzer Vin,enz Janic mit feiner Gattin Amalie, geborenen Uhlich, da« Fest der 40. Wiederkehr seines Bermählungstages. Gleichzeitig find es 40 Jahre, seitdem die Jubilare ihr in der Herrengasfe in Eilli bestehendes Geschäft, Bäckerei und Eigenbauweinhandlung, betreiben. An ihrer Seite feiern mit demselben Tage nachfolgende Angestellte de« Hauses mit langer, treuer und er« sprießlicher Dienstzeit ihren Ehrentag: Agne« Miklauc für 55 jährige, schon den Eltern des Jubilars ge-leistete Dienste; Fräulein Marie Pouch sür 26 jährige aufopfernde Mitarbeit; Jofefa Vratnik sür 25 jährige felten treue Dienste; Anna Turin für 18 jährige, Andrea« Kleinaek für 18 jährige und Vinzenz Kollan für 18 jährige ununterbrochene und treue Dienstleistung. Seit dem Jahre 1849 besteht nun die vom Vater de« Jubilars gegründete Firma und genießt sowohl wegen ihrer strengen Solidität als auch wegen der persönlichen Ehrenhaftigkeit sei» neS Inhabers den besten Rus. Möge eS beiden Jubilaren gegönnt sein, nach dem mühevollen und arbeitsreichen Schaffen im Kreise ihrer Familie und ihrer in Treue und Anhänglichkeit bewährten Mit-arbeite? einen heileren und sonnigen Lebensabend zu genießen. FML. SchKrobaneK f. Donnerstag verschied in Graz im Haufe Auersperggaffe 2 der FML. i. R. Ferdinand Schkrobanek. Der Verblichene war im Jahre 1846 geboren. Er machte den Feldzug deS Jahres 1866 mit und trat im Jahre 1904 in den dauernden Ruhestand. FML. Schkrobanek war Ritter des Ordens der Eisernen Krone 3. Klasse und Besitzer der Militär-Verdienstmedaille am Bande, des Militär - VerdienstkreuzeS und vieler anderer militärischer Auszeichnungen. FML. Schkrobanek war durch mehrere Jahre in Eilli ansässig und er-sreute sich hier allgemeiner Wertschätzung. Peter von Radies t« Dienstag ist in Laibach der bekannte krainische Historiograph Herr kais. Rat Peter v. Radic« nach längerer Krankheit gestorben. Er wurde am 26. September 1836 in Adelsberg al« Sohn de« k. k. Straßenkommissär« Peter v. Radic«, eine« ehemaligen Mitkämpfer« in den Befreiungskriegen gegen Napoleon, Oberleut-nants im Generalstabe des Erzherzog« Karl, und der Frau Leopoldine, geb. Tinder, einer Niederösterreicherin. geboren. Er absolvierte in Laibach das Untergymnasium, in Graz da« Obergymuasium und die philosophischen Studien an der Universität, worauf er als Supplent am Laibacher Gymnasium in den Staatsdienst trat. Als 1862 die österreichischen Professoren in Ungarn ihrer Stellungen ent-hoben und an österreichischen Anstalten eingeteilt wurden, kündigte man auch in Laibach den jungen Lehrern, die noch nicht alle Prüfungen abgelegt hatten. Radic« widmete sich nun dem Schriftsteller-und Journalistenberuse. Er studierte in Wien bei Universität«prosessor Sikel dir Kunst de« Urkunden-entziffern«, i» der er e« in der Folge zu hoher Meisterschaft brachte. Späterhin leitet« er einige Zeit die „Agramer Zeitung". Nach dem AuSbruch de« Krieges gegen Italien ging er al« Kriegsbericht-erstatt» mit dem Generalstab in« Hauptquartier de« Seite 4 Erzherzogs Albrecht, machte hinter der Front im Sattel die Schlacht von Custozza mit und erhielt für seine „Unerschrockenheit", wie FZM. John ihn beengt, sowie sür seine Berichte an die Wiener Blätter die lobendste Anerkennung. Nach Becndi-gung des Feldzuges — RadicS hatte inzwischen seine ersten Werke, eine Monographie von Adelsberg sowie die historische Schrift „Herbard VIII., der erste Kürst von Auersperg", veröffentlicht, ließ er sich in Wien nieder. Zunächst nahm er Stellung als Mitredakteur beim „Oesterr. Bolksfrennd", außerdem leitete er durch sieben Jahre das „Wiener Salonblatt". Hier hatte er Gelegenheit, Reisen als Berichterstatter im In« und Auslande zu unter» nehmen. Besonders lebhast gestaltete sich seine Le» benssührnng im Weltausstellungsjahre 1873. Nach dem großen Finanzkrache übersiedelte Radics nach Laidach. Dort verfaßte er in den nächsten Jahren eine Menge teils größerer, teils kleinerer Schriften, schöngeistige nnd wissenschaftliche Werke. Er arbei-tete auch eifrigst an der Deutschösterreichischen Lite-raturgeschichte (Wien, Herausgeber Professor Zeid-ler und Professor Nagl) mit. Zahllos sind die Bücher, die er feiner Heimat Krain gewidmet. Und da war es vor allem Freiherr v. Balvafor, über den er durch mehr als zwei Jahrzehnte die Stein« chen zu einer umfassenden Monographie zusammen-trug, die durch die Munisizenz der Krainischcn Sparkasse vor zwei Jahren erschien. Sein letztes Werk galt der Entwicklung des deutschen Buhnen-wesenS in Laibach; eS l'egt leider bloß in einem Teile vollendet vor. Radics beteiligte sich stets gern an WohlfahrtSbeftrebungen und fördete diese durch seine Schriften sowie durch persönliche Anteilnahme. Bom Kaiser wurde Radics durch die Verleihung des Titels eines kaiserlicher. Rates ausgezeichnet. Radics war mit einer Tochter des Dichters Kaltenbrunner vermählt, mit der er über vier Dezennien in der glücklichsten Ehe lebte; seinen drei Kindern war er ein liebender Bater. Der Zufall wollte cS, daß Radics gerade an seinem 77. Geburtstage zur ewi-ge» Ruhe bestattet wurde. — Der Verblichene war auch ein geschätzter Mitarbeiter. Neubau des Staatsgymnastums in Eilli. Da die Gemeindevertretung der Stadt Eilli den vertragsmäßig bedungenen Grundtausch bücher, lich zur Durchführung gebracht und die zum Neu-baue für daS StaatSgymnasium bestimmte Baustelle dem Unterrichtsärar übergeben hat, hat das Mini-sterium für öffentliche Arbeiten im Einvernehmen mit den beteiligten Zentralstellen das vorgelegte Projekt, wonach der Neubau dieser Unterrichtsan-stall mit einem Kostenauswande von 400.000 K. znr Ausführung zu gelangen hat, genehmigt und angeordnet, daß mit den Bauarbeiten noch im Laufe dieses Jahres begonnen werden soll. Bahnbau Luttenberg—Friedau. Don-nerstag nachmittag erschien Abgeordneter Richard Marckhl mit dem Abgeordneten Einspinne? beim Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh, um mit ihm wichtige steiriiche Eisenbahnangelegenheiten zu be-sprechen. Insbesondere wurde die Angelegenheit deS EisenbahndaueS Luttenberg—Friedau einer eingehen-den Besprechung unterzogen und der Minifterpräsi-dent wurde von den Abgeordnete» ersucht, der rasche-sten Realisierung dieses BahnbaueS sein besonderes Augenmerk zuzuwenden. Die Abgeordneten verwiesen auch auf die Bedeutung der Eisendahnlinie Feld» bach—Gleichenberg—Radkersburg und ersuchten den Ministerpräsidenten um volle Berücksichtigung der diesbezüglich dem Ministerpräsidenten bereits bekann-teil Wünscht. Beide Abgeordnete erklärten, daß von allen steirischen Bevölkerungskreisen die ehemöglichste Herausgabe der Lokalbahnvorlage dringendst und einhellig gewünscht werde. Ministerpräsident Graf Etürzkh erklärte, er sei sich über die Bedeutung dieser Bahnlinien vollkommen im klaren und werde gew'ß trachten, alle einschlägigen Wünsche nach Mög-lichkeit zu erfüllen. Deutsche, lernet slowenisch! Kein Ge-ringerer als der ehemalige, leider zu früh verstorbene deutsche LandSmannministcr Prade hat vor Jahren schon in einer großen "Versammlung der Deutschnationalen in Böhmen den AuSspruch getan: „Deutsche, lernet tschechisch, die Sprache unseres Gegners, solange eS nicht zu spät ist!" — Heute ist bereits in vielen Schulen Böhmens, in Mittel-wie Bürgerschulen Tschechisch nicht obligater Gegen-stand. Vielleicht um einige Jahrzehnte zu spät, um alles einzuholen. Aber doch noch in letzter Stunde srüh genug. Sollte denn dieser Minister-Mahnrus nicht auch von den untersteirischen Deutschen in Be- Deutsche zug auf das Slowenische beherzigt werden, da ja die Deutschen Untersteiermarks einen fast ebenso schwere» nationalen Kamps zu führen haben wie die Deutschböhmen. Einsichtige, politisch weit-blickende Männer des Unterlandes haben auch längst schon die Notwendigkeit der Erlernung der sloweni» schen Sprache erkannt und haben für die Einsüh-rung des slowenischen Unterrichtes an den höher organisierten Volksschulen, an den Bürger- und Mittelschulen ihre Stimme erhoben, sanden aber bislang bei einem Teile der Deutschen Untersteier-mark« nicht das erforderliche Verständnis. Zum Glücke haben sich in den letzten Jahren in dieser Hinsicht die Ansichten zum Besseren gewendet. Die Stimmen der Gegner slowenischer Sprachkurse sind verstummt und man hat bereits in einigen Anstalten das Slowenische als verbindlichen Gegenstand einge-führt. Auch im Bürgertum hat sich die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß das Slowenische einmal von den Gewerbetreibenden, Beamten und Lehrern an der Sprachgrenze erlernt werden müsse. Beweis dessen ist, daß an dem im Vorjahre in Cilli errich-teten slowenischen Elementarsprachkurse des Herrn Oberlehrers Zmerescheg 54 Damen und Herren teilnahmen, deren UitterrichtSerfolge durchaus zu-friedenstellend waren. Daß sich bisher so wenig Deutsche an die Erlernung de« Slowenischen gewagt haben, hat nicht etwa seinen Hauptgrund in dem Mangel an sestem Willen und an Ausdauer, sott« dern in der Schwierigkeit des slowenischen Idioms sür den Deutschen, in dem bisher angewendeten, wenig ansprechenden methodischen Verfahren in den Schulen und in dem Mangel eines brauchbaren praktischen Lehrbuches, ja wohl an meisten in dem Mangel an geeigneten deutschen Lehrkräften. Alle diese Umstände lassen sich wohl nicht auf einmal be-heben. Vor allem ist notwendig ein recht praktischer Wegweiser, der dem Schüler nicht nur zeigen soll, was er zu lernen hat, sondern — und das ist das Wichtigste — wie er das, was er zu lernen hat, sich leicht einprägen und dauernd behalten kann. Es ist diesbezüglich dem Herrn Oberlehrer Zmerescheg-Store in seinem bisher in der Landesbürgerschule in Cilli abgehaltenen Sprachkurse zur Erlernung der slowenischen Sprache überaus glücklich gelungen, die letztgenannten Mängel zu beheben. Es ist zu er-warten, daß er seinen Lehrgang, der alle Vorteile der modernen Sprachlehrmethoden vereinigt, in Druck legen läßt, damit auch jene, welchen nicht Gelegen-heit geboten ist, seine Kurse zu besuchen, sich auf eine leichte und schnelle Art die slowenisch: Sprache aneignen können. Nach seinem Lehrversahren wäre der dornenvolle Weg, der bisher begangen werden mußte, beseitigt und wir könnten umso berechtigter im Sinne PradeS sagen : Deutsche Untersteiermarks! Wollt ihr cuch auf eurer hart bedrängten Scholle behaupten, so müßt ihr slowenisch, ehe es zu spät ist, erlernen! Slowenische Sprachkurse. Wir werden um Aufnahme nachstehender Mitteilung ersucht: Ueber Wunsch mehrerer «isriger Besucher meines slowenischen Elementarkurses habe ich mich entschlossen, einen zum Zwecke der Vervollständigung der in die-sem.Kurse erworbenen Sprachkenntnisse ersvrder-lichen halbjährigen Fortbildungskurs abzuhalten, außerdem werde ich mit Rücksicht auf die bereits erfolgten Anmeldungen mehrerer Damen nnd Herren, denen die Anfangsgründe der slowenischen Sprache sehlen, auch einen halbjährigen Anfängerkurs ab-hatten. Der Unterricht beginnt Dienstag den l. Ok-tober um halb 8 Uhr abends in der zweiten Klasse der Landesbürgerschnle in Eilli und wird an zwei oder drei von den Kursteilnehmern mit Stimmen» Mehrheit sreigewählten Wochentagen von halb 8 bis halb 9 Uhr abends erteilt. Das Unterrichtsgeld be-trägt für den Monat vier Kronen und ist in vor-hinein zu entrichten. Aufgenommen wird jeder ohne Unterschied deS Geschlechts und Standes, wenn er der Schulpflicht entwachsen ist. Das UnterrichtSver Nummer 78 sahren ist ausgebaut aus den Grundsätzen der Poehl-mannschen GedächtniSlehre. Der Schüler wird zu-nächst auf die leichteste Art und Weise in da» slowenische Idiom eingeführt, mit den unnötigen Sprachfeinheiten und sprachlichen Regeln, die sür 99 von 100 Leuten praktisch wertlos sind, ver-schont, ihm jedoch soviel Sprachlehre geboten, als zum guten Verständnis und Beherrschen der Sprache deS täglichen Lebens notwendig ist. Der Lehrstoff ist vor allem so gewählt, daß er alle Bedürsnisse und Vorkommnisse des täglichen Lebens umfaßt und den Schüler dahin bringt, die moderne Umgangssprache des slowenischen Volkes leicht und geschickt handhaben zu lernen, indem er vor allen Dingen in den Geist der slowenischen Sprache eindringen und in dieser Sprache selbst denken lernt. Franz Zmerescheg, Oberlehrer in Störs und Leiter der slowenischen Sprachkurse im Deutsche» Studentenheim in Cilli. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der Christuskirche um 9 Uhr vormit-tags ein Schulgottesdienst, um 10 Uhr der öfsent-liche GemeindegotteSdienst statt, in welchem Vikar Lohmann predigen wnd über „St. Michel, salva »öS*. Am Montag adends nach 8 Uhr treffen «ich Glaubensgenossen im Sonderzimmer des Hotel Erz-herzog Johann. Eillier Männergesangverein. Die nächste Uebung für den Ausflug nach Wöllan und für das Bundessingen in Pettau findet Dienstag den l. Ok» tober statt. Vollzähliges Erscheinen unbedingt ge-boten. — Heute Samstag Abschiedsabend Wostry im Turmzimmer des Deutschen Hauses. Verband deutscher Hochschüler Cillis. Die Ferialschluß-Kneipe findet Dienstag den 1. Ok> lober um 8 Uhr abends im Turmzimmer deS Deut» schen Hauses statt. Oeffentlichkeitsrecht für eine Schule des Deutschen Schulvereines. In der letzten Sitzung deS LandeSschulrates wurde der vom Deut« schen Schulverein für den bedrohten Sprachgrenze« St. Leonhard W.-B. errichteten dreiklassigen Volksschule das Oeffentlichkeitsrecht zuerkannt. Gründung der Feuerwehr in Oplot- nitz. In Oplotnitz hat sich über tatkräftige Beiätigung des Bürgermeisters Franz Jonke d. ). ein Ausschuß gebildet, der dann beschloß, eine deutsche Wehr zu gründen. In die Wehrleitung wurden ge> wählt die Herren: Franz Jonke d I. als Haupt-mann, Konrad Jonke als Hauptmann-Stellvertreter, Anton Sternad als SteigerzugSführer, Franz P-te> linsek als Stellvertreter, Jakod Koß d. I. als Lprit-zenzugsführer, Josef Golob als Stellvertreter, Stv fan Fiausch als Schriftführer und Josef Stoper ali Kassier. Ungeachtet vieler Anfeindungen ist eS doch dem Bürgermeister Jonke gelungen, das nötige Ka pital für eine moderne, den Verhältnissen am Lande entiprechende Feuerwehrspritze aufzubringen. Dieie, von der berühmten deutschen Firma Tschermak in Teplitz, Böhmen, geliefert, kostet 12.300 K., rnozn die Gonobitzer Bezirkssparkassa 2000 K., Frau Krichbaum 500 K., Fürst Hugo zu Windischzräs 400 K., Jonke d. I. und Jonke d. Ae. je 100 S, die Wechselseitige Brandschadenversichcrnng WO K., Franz Hasenbichl 100 K. und andere 20 bis 40 St. beisteuerten. Am 22. d. fand die feierliche Einwech-ung durch den Pfarrer Georg Besenscheg aus Tscha-dram statt. Spritzenpatin war Frau Fanni ftrniq, die eine Spende von 400 K. machte. Zu dies« Feier erschienen die Feuerwehren auS Gonobitz, Wm« dischfeistritz und Hl. Geist. Die Wehr auS Eilli hat durch den Draht ihr Fernbleiben entschuldigt. Bemerkt sei noch, daß die Gemeinde Oplotnitz rim Spende von 1150 K. und das Land 50 Pro;:»! geleistet haben. Ein Wahlsteg der Stajerc Partei. Aus Pettau berichtet man über die Gemeindewahl i in Leskowetz: Trotz der schärssten Gegenazitatio« des Pfarrer« und des slowenischen Abgeordnclni Michael Brencic hat sich die Stajerc-Partei m da Gemeinde Leskowetz so stark gezeigt, daß die Slowe-nischklerikalen in allen drei Wahlkörpern unterlegen sind. Landtagsergänzungswahl inLaibach. Bei der Landtagsergänzungswahl zweier AbzeorS-neten aus der Kurie der Städte und Märkte >» Wahlbezirk Stadt Laibach wurden die Kandidateii der natioualsortschrittlichen Partei Professor Jofo Reisner und städtischer Marktinspektor Adolf Aibnikar zu Landtagsabgeordneten gewählt. •.summier 78 Deutsche Macht Seite b Ainderstngschule. In der Musikschule wird am l. Oktober eine Kindersingschule eröffnet. Diese umsaßt: Gehörbildung. Ausbildung des rhythmischen Gefühles, Atemgymnastik, Stimmbildung (das leich-teste und wichtigste), Treffsingen und Liedersingen (mit und ohne Begleitung). Der Unterricht wird nach moderner Methode erteilt (Jaques-Dalcoze. Battke, Eitz). ES werden zwei Kurse gebildet: erster Kms (sechs- bis neunjährige Knaben und Mädchen), zweiter KurS (»eun- b>s zwölsjährige Knaben und Mädchen«. Die Singschulc soll zugleich eine gute Borbildung für den Jnstrumentalunterricht sein und neben demselben die musikalischen Fähigkeiten des Schülers steigern. Der äußerst billige Preis (monat-lich eine Krone) ermöglicht es auch schlechter Ge-stellten, die Kinder in die Singschule zu schicken. Die Ausnahmen finden in der DirektionSkanzlei der Musikschule am Montag den 30. d. und am l. Ok-lober (vormittags von 10 bis 12 Uhr) statt. Die Schuhleistenfabrik in Sühenheim abgebrannt. Einer Meldung aus Laak bei Süßen-heim zufolge ist am 25. d. um halb 2 Uhr früh die Schuhleistensabrik der Herrschast Süßenheim, Eigcntttm der Herren Matlach und König samt allen maschinellen Einrichtungen ein Raub der Flammen geworden. Die Rettungsarbeiten waren wegen Mangels einer Feuerwehr und eines Fabriksregulativs bei Feuersgesahr sehr erschwert und entbehrten jeder Leitung. Der zehn Minulen von der Fabrik woh-»ende Gendarmeriepostenkommandant wurde erst um 4 Uhr früh, der Gemeindevorsteher aber gar nicht vom Brande verständigt: letzterer erfuhr erst nach dem Erwachen, also als schon alles niedergebrannt war, vom Brande. DieS ist nmso bedauerlicher, als er sich mit 15 Personen, darunter auch einem Fach-mann, bei den Löscharbeiten hätte beteiligen können. Gegen 2 Uhr morgens — der faktische Ausbruch bes Feuers wurde schon um halb 1 Uhr gesichtet — kamen zwei Fabriksbeamte zur Brandstätte. Eine alte Fahrspritze war zwar vorhanden, aber die Schläuche waren schadhaft und durchlässig. Bei dem Umstände, als wiederholt und erst vor wenigen Tagen an derselben Stelle neben dem hohen eisernen Kamin Feuer ausbrach, das aber jedesmal, da die Fabrik eben imi Betriebe war, schnell unterdrückt werde» konnte, ist die Außerachtlassung aller BorsichtSmaß-reaeln «gegen fernere Feuersgesahr unbegreiflich. Zu bedauern sind nur die armen Arbeiter, von Venen viele Familien zu ernähren haben und in diesem abgeschiedenen Erdenwinkel angesichts des Winters sich keinen Verdienst verschaffen können. Dom slowenischen Schuloerein. In Trieft fand am 22. d. die Hauptversammlung deS slowenischen SchulvereineS statt. Wie dem Rechen-schastsb erichte zu entnehmen ist, betrugen die lausen-den Einnahmen für 1911 297.173 K., die Aus-gaben 494.219 K, der Abgang von 197.04V St. wurde aus den Zinsen deS VereinSvermögens und aus den verfügbaren Fonden gedeckt. Der Verein umerhäill 27 eigene Schulanstallen und unterstützt verschiedene nationalkulturelle Bestrebungen. Der Großteil! der Ausgaben wird dem slowenischen Schnlvsrcin in Trieft gewidmet, wofür 91 318 K. «erwendcr wurden. Für Görz wurden 41.365 K. ausgegeben; das BereinSschulwesen in Steiermark " «forberrte 25.953 K, jenes in Körnten 8972 K. Für Sttciermark soll demnächst ein BereinSwander-lehrer IbestcUt werden. In Trieft ist soeben eine slowenische Volksschule sür Knaben und Mädchen, deren Baukosten sich aus rund 450.000 K. belaufen, ihrem ^Zwecke übergeben worden. S'chuloereinsfest in Pragerhof. Die 'Schul«ert>»sortSgruppe Pragerhof veranstaltete am 17. d. in der Werksristauralion des Herrn Stein-klaubcr: einen völkischen Abend, der alle bisherigen in jeden Beziehung übertras. Eingeleitet wurde der Abeyd mit einer Begrüßung durch den OrlSgruppeu» obmannn Oberlehrer Krek, der auch die Bedeulung der vööliifchen Abende besprach und der Hoffnung Ausdruiick gab, daß sich der Name „Völkischer Abend"" immer mehr Freunde erobern werde. Den völkischqcn Vertrag hielt Südbahnadjunkt Franz Schwabb, der das Thema „Die Göltcrweit der alten Germarmtn" gewählt hatte. Mit sichtlichem Jntereffe folgten i alle Anwesenden den Aussührungen des Rednenrs, der eS meisterhaft verstand, seine Zuhörer in länggst vergangene Zeiten zu versetzen. Lebhafter Beifall l wurde ihm denn auch am Schlüsse seines Vortraages zuteil. — An diesem Abend trat auch die Jumgendturnriege Pragerhoss mit einigen Stab-Übungen das erste Mal in die Oeffentlichkeit und ernlete e durch die stramme Ausführung der Uebnn-gen aldllgtmcintS Lob, der beste Beweis von der Tüchtigigkeit ihres Leiters Herrn JuliuS Zellner. Auch i das Pragerhoser Männerquartett blieb an diesem Abende nicht zurück und erfreute die Zu-Hörer mit vortrefflich gebrachten Gesängen, unter denen besonders der humoristische Bortrag „Stil-leben" großen HeiterkeitSersolg erzielte. Zu erwähnen waren noch die ausgezeichneten Zithervorträge des Herrn Ludwig Nowak, wodurch die Pausen aufS beste auSgesüllt wurden. Alles in allem, eS war ein Abend, wie er nur durch deutsche Eintracht aller Bewohner eines OrteS zustande kommen kann. Südmarklotterie. Die ob ihrer reichen Ausstattung an Treffern best eingesührle und be-liebte Lotterie des deutschen Schutzvereines „Südmark" empfiehlt auch diesmal wiederum allen deut-schen Volksgenossen ihre Lose. Die Zahl der Treffer wurde neuerdings um 600 vermehrt, so daß dieses WohltätigkeitSunternehmen deS Vereines Südmark mit 5700 Treffern ausgestattet ist, die einen Ge-samtwert von 100,000 Kronen darstellen.' Im Ge-gensatze zu anderen Lotterien, die ost nur 20 Pro-zent an Treffern ausweisen, ja mitunter nicht ein-mal diesen Treffersatz bieten, gelangt bei der Süd-marklotterie ein volles Drittel des Spielkapitals, also 33 3 Prozent, an Gewinsten zur Auszahlung. Während andere Lotterien ihre Gewinner nötigen, einen unbrauchbaren Gegenstand als Treffer zu nehmen, hat die Südmarklotterie Vorsorge getroffen, daß jeder Gewinner befriedigt wird, da ihm die Gelegenheit geboten ist, im Rahmen deS ihm zuge-fallenen TrefferwerleS den Gegenstand selbst zu wählen. Solcher Ar« ausgestattet und sür die Ge-winner vorteilhaft gesührt, darf wohl die Südmark-lotterie auf die Unterstützung aller rechnen und auf das Beste empfohlen werden. Losbestellungen sind zu richten an die Leitung der Südmarklotterie, Wien 8/1, Schlöffelqasse 11. Grazer Herbstmesse. Eine besondere An-ziehungskrast wird auf der diesjährigen Herbstmesse ein Jagdschloß mit angrenzendem Tiergarten des Herrn Ferdinand Kaminek, Graz, Klosterwiesgaffe 6, aus die Besucher ausüben. In diesem Jagdschlösse werden Jagdtrophäen auS aller Herren Länder, Fanggeräle ~ aller Art für Wild und Fische, Ge-weihe, Jagdgewehre, GemS-, Hirsch- und Dachs-bärle, sowie viele verschiedene andere einschlägige Artikel zur Ausstellung und Verlause gebracht wer-den. Insbesondere erwähnenswert ist der angren-zende Tiergarten, in welcher über 200 lebende Tiere als Hirschen, Rehe, Wildschweine, Füchse, Jagdkaninchen, Steinadler, Bussarde, Habichte, Sperbers Eulen, Stein-, Seiden- und Rebhühner, Jagd-, Ring-, Mongol- und Goldsasanen usw. gewiß bei Groß und Klein das regste Jntereffe erwecken werden. Den Unrichtigen verprügelt. Am 22. d. waren beim Besitzer Vinzenz Jelen in Sankt Georgen am Tabor mehrere Knechte mit 'Dreschen beschäftigt. Sie erhielten nach der Arbeit ein Faß Bier, Wein und LchnapS, wovon der Sohn des Besitzers, Ferdinand Jelen. am meisten Irank. Die Drescher gingen dann »och in ein Gasthaus. Auf dem Heimwege geri-t Ferdinand Jelen mit einem Drescher in einen Streit, nahm in feinem Rausch eine Wagenkipfe und schlug dann wie ein Wütender um sich. Dabei traf er den neben ihm stehenden Michael Dernovsek so unglücklich inS Gesicht und in den Brnich, daß Dernovsek eine Zertrümmerung deS Nasenbeines i:nb eine schwere innere Verletzung erlitt. Gegen das keimende Leben. Man schreibt auS Gonobitz: Die BesitzerStochter in Heil. Geist-Lolsche besand sich in gesegneten Umständen. Um sich dieses Zustandes rascher zu entledigen, mischte sie in ihren Kaffee Qukcksilber und elwaS Phosphor. Sie nahm aber zu viel davon und starb am 19. d. ituier gräßlichen Schmerzen. Sie war erst 18 Jahre al«. Eine angenehme Kellnerin. Nach einer Mitteilung aus Trifail verließ die Kellnerin Antonie Turnsek bei der Gastwirlin Anna Ranzinger in Trifail am 19. d. ihren Dicnstplatz, nachdem sie vorher abgerechnet hatte. Da sie ihrer Dienstgeberin um 200 K. zu wenig abgeführt hatte, übergab sie eine größere Anzahl vo» Rech«ungszetteln, ans denen Schuldbeträge von Bergarbeitern sür bezogene Getränke und Essen im Gesamlbetrage von 200 K. notiert waren. Diese Rechuungszettel t'Ugen auch die Unterschriften der betreffenden angeblichen Schnld-ner. Später stellte eS sich jedoch heraus, daß die Unterschristen salsch waren und die Bergarbeiter keinen Heller schuldeten. Die Kellnerin wußte sich auch dadurch eine Nedeneinnahme zu verschaffen, da sie beim Ausschanke in Brantwein und Wein Wasser mischte. Gegen die flüchtige Kellnerin wurde die Strasanzeige erstattet. Nach der Wallfahrt. Am 22. d. fand aus den Heiligen Berg bei Drachenburg eine Wallsahrt statt. Nach dem Gottesdienst ging eine größere An« zahl Burschen in daS Gasthaus des Johann Tont« in Obersuschitz, wo schon zahlreiche Gäste waren. Bald darauf enistand unter den Burschen ein Streit, wobei die BesitzerSsöhne Franz Dernikovic, Johann Benkovic und mehrere andere Gläser und Flaschen gegen die Gäste warfen; viele Personen wurden teils schwer, teils leicht verletzt und mehrere davon mußlen in das Krankenhaus nach Rann gebracht werden. Auch zerschlugen die Raufbolde Stühle, Fensterscheiben und Lampen, so daß der Wirt einen großen Schaden erleidet. Erst als die Gendarmerie eintraf und die Rädelsführer Dernikovic und Ben-kovic verhaftete, trat wieder Ruhe ein. Ein Rabenvater. AuS Gonobitz wird be-richtet: Der Grundbesitzer Lorenz Kovacic in Wier stein ist als Trinker und roher Mensch bekannt. Seine Frau Marie Kovacic «rat am 17. d. eine Wallsahrt an, um für das sieben Monate alte kränkliche Kind die Gesundheit zu erbitten, und ließ es unterdeffen in der Obhut deS Mannes. Als sie aber am 19. d. heimkehrte, lag daS Kind im Ster-den und verschied auch bald daraus. Der die Toten-beschau vornehmende Arzt stellte an der KindeSleiche, namentlich am Gesäß zahlreiche blaue Flecken und Wunden fest, die dem kleinen Geschöpf durch rohe Mißhandlung seitens des Vaters beigebracht wurden. Inwieweit diese mit dem lobt des Kindes in Zusammenhange stehen, werden die gerichtlichen Erhe-düngen ergeben. Rohitsch. (Abschied.) Am 15. d. verließ der Vorstand des hiesigen Bezirksgerichtes, Herr LandeSgerichlSrat Dr. Franz Zangger. Rohitsch, um sich aus seinen neuen Bestimmungsort nach Klagen-für« zu begeben. In den siebeneinhalb Jahren sei-nes WirkenS in Rohitsch hat Herr Dr. Zangger sich durch seine strenge Objektivität, durch sein freund-licheS Entgegenkommen den Parteien gegenüber, fo> wie durch die Genauigkeit und Raschheit in der Abwicklung der RechtSangelegenheiten die allgemeinen Sympathien nicht nur der Marktbewohner, sondern auch der Landbevölkerung erworben. Seine ihm unterstellten Beamten verlieren an ihm einen wohl-wollenden Amtsvorstand, der ihnen stets ein sreund-sicher Berater und warmer Förderer ihrer Anliegen war. Auch der Männergesangverein beklag« durch Dr. ZanggerS Abgang den Verlust seines kunst-begeisterten Vorstandes und eines stimmbegnadeten Sängers. Er sowie seine Frau Gemahlin, die sich ost als Pianistin dem Vereine in liebenswürdigster Weise zur Versügung stellte, hinterlassen im Män-nergesangveceine eine Lücke, die nicht leicht wieder auszufüllen sein wird. Jnsvlge eines TrauersalleS in der Familie Dr. Zanggers bat der Scheidende, von jeder Abschiedsseier Abstand zu nehmen. Seine zahlreichen Freunde billigten den Grund, aber auch ohne rauschende Abschiedsfeier bleibt ihm und seiner Familie ein sreundlicheS und dankbares Gedenken an der Stätte seiner langjährigen Tätigkeit gesichert. Raubmord bei Graz. Der bekannte reiche Viehhändler Joses Mörth aus Klein-Preding wurde-aus dem Heimwege vom Viehmark« von einem Eisen-bahner ermordet auf der Straße aufgefunden. E« wurden zwei Schußwunden, eine aus der Brust und eine am Rücken, sestgestcll«, so daß es sicher ist, daß der Viehhändler das Opser eines Raubmordes ge-worden ist. Mörth, ein 60 jähriger Mann, dürfte einen Barbelrag von 6000 .Kronen bei sich gehabt haben. Das Geld hatte er in einer Brieftasche ver-wahrt, die er in seiner merkwürdigen Gewohnheit in der Hand trug. Von dem Täter sehlt vorläufig jede Spur. i Parole d'honneur. Kamerade rvch schwöreauf Flor » 5 Belmonte, denn es is! das einzige wirklich gute ■ ■ Ziqareüenpapier. IFLOR'BELMONTE j : ZIGARETTENPAPIERE-ZIGARETTENHÜLSEN - ■ SIND IN JEDER K.K.TABAK-TRAF1K ZU HABEN i £>»"u*)uje Wücht Boshafte Beschädigung einer Tele-Phonleitung. In der Nacht aus den 23. d. wurde zwischen den Ortschaften Dreschendorf und Pletrowitsch die Telephonleitung, die gerade auSge-bessert wurde, von einem unbekannten Täter demo-liert und der Lchaltkasten, der an einer Stange an-gebracht war, heruntergerissen und in das nahe Feld geworfen. Die Tele;Honleitung war für längere Zeit unbrauchbar. _ ERSPARNIS IM HAUSHALT. Geld und Zeit. Mühe und Arbeit, erspart Sunlight Seife weil sie rascher und leichter wäscht als jede andere und alle Zutaten überflüssig macht. Vor ähnlich benannten oder ähnlich aussehenden minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt. Versuchen Sie die Sunlight-Waschmethode. Stückt m l( H, und 30 II. I.» Gerichtsiaat. Beim Fenfterln. Am Abende deS 14. Juli begaben sich die Burschen Franz Krajnc aus Jezeree und Franz Brecko aus Kuhiat zum Hause des Plahuta, um zu fensterln. Bei einem Fenster fanden sie den Bur-schen Michael Brecer, den sie aufforderten, sich zu entfernen. Weil Brecer dieS nicht sogleich tat, wurde er von beiden verprügelt und schwer verletzt. Brecko und »rajnc erhielten je vier Wochen strengen Arrest. Ein Kind im Bache ertrunken. Als am 12. August vormittags die Tischlers-gattin Franziska »o,u in St. Peier im Sanntale ans daS Feld ging, übergab sie ihr drei Jahre altes Kind Paula und ihre einjährige Agnes ihrer Schwä-gerin Agnes Klajnsek in Obhut. Die Schwägerin bemerkte nicht, daß sich Paula entfernte, uo^ der Mutter nachzugehen, und als sie sich auf die Suche nach dem abgängigen ütmbe begab, fand sie es in dem «inen Kilometer vom Haufe entfernten Bache bei der Mühle tot im Wasser liegen. Agnes Klajnsel wurde zu drei Tagen strengen Arrest verurteilt. Blutige Eifersuchtsszenen. Der Zimme» mannSgehilse Jakob Gobcc aus Schachenberg geriet in St. Georgen an der Süd. bahn mit Georg Bele wegen dessen Frau in Streit nnd in eine Balgerei, weil Gobcc mit dieser zu zärtlich war. Im Berlause der Rauferei zog Gobec ein Messer und versetzte seinem Gegner einen ge-fährlichen Stich in die rechte Halsfeite. Jakob Gobec wurde zu fünf Monat« schweren KerkerS mit einer Faste und einem harten Lager monatlich verurteilt f\pollo Ji«mgu* cTe/ncrfe Ö,112,P 9XcxrKen Schrifttum. Festalbum. Die bekannte k. u. k. Hos- und UniversitälSbuchhandlung und Hosmanufaktur für Photographie, R. Lechner (Wilhelm Müller), Wien, Graben 31, hat zur Erinnerung an die feierliche eucharistische Festprozession ein Album herausgegeben, welches im Buchhandel soeben erschienen ist. Im ganzen wurden zirka 150 Aufnahmen im Format 18/24 Zentimeter und 30/40 Zentimeter gemacht, von denen aber nur die bestgelungenen für dieses Album verkleinert wurden. Besonders wirkungsvoll sind die Bilder deS HofzugeS sowie des Prunkwagens mit dem Allerheiligsten. Dieses, sowie sämtliche B>l-der, zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Schärfe auS, so daß man die einzelnen Persönlichkeiten deut-lich zu erkennen vermag. Der Preis dieses Albums, welche? ein sinnige« Andenken an den verflossenen Kongreß darstellt, ist auf zwei Kronen festgesetzt. Gleichzeitig gelangt eine Ausgabe auf fein stem Kunst« druckpapier zum Preise von sechs Kronen in Leinen und 15 Kronen in Glanzleder gebunden zur AuS-gäbe. Eine Prachtausgabe mit 60 Originalaufnahmen in Leder gebunden ist in Borbereitung und wird zirka 90 Kronen kosten. Die Hungerkur» oder: Das gelöste Geheim-nis, wie man vollkommen gesund wird und bleibt. Bon Dr. H. Starving. 30 Psg. 4. Auflage. Leipzig, Hofverlagsbuchhandlung Edmund Demme. Upton Sinclair, der bekannt« Schriftsteller, der durch feinen Roman „Der Sumpf", indem die M'ßstände der großen amerikanischen Fleischsabriken aufgedeckt wurden, so schnell berühmt wurde, überrascht die Welt jetzt mit einer neuen Entdeckung: er hat daS Geheimnis gelöst, wie man vollkommen gesund wird und bleibt. „Zehn Jahre lang", so sührt Sinclair auS. habe ich meine Krankheiten nnd die meiner Um-gebung beobachtet; nun habe ich ihre Urfachm und das Geheimnis ihrer Bekämpfung gesunden. Ich er-freue mich jetzt einer vollkommenen Gesundheit. Eine neue Weise zu sein, habe ich gesunden, neue Lebens-kräsi«, ein Gefühl der Leichtigkeit, der Klarheit und der Fröhlichkeit, dessen ich bisher den Menschenkör-per nicht sür fähig hielt." Sinclair hat jahrelang an nervöien Kopsschmerzen, Erkältungen und anderen Krankheiten gelitten. „Ich beging alle Fehler, die ein Mensch begehen kann, ich versuchte alle Heilmit» tel, neu« und alte, die mir empfohlen oder verordnet wurden." Bon einer Dame, die jahrzehntelang bettlägerig krank war, die an Rheumatismus, an Magenbeschwerden, an Nervenschwäche und Melan-cholie gelitten hatt« und die nun so gesund, so frisch, so fröhlich aussah, daß alle Menfchen erstaunten, er-fuhr er das Geheimnis. Vielfach erprobt ; .jeht; bei Htragrieg nnd Blasenleiden als Harnsäure bindende« Kittel. Zahn-Creme Mundwassers tat! 1888 gllsinl bewthrti Berger's mediz.Teer-Seife von G. Hell A Comp. nun» hervorragende Äsjl« Bfet t* &«a Böftai 6t«1« «snpit* Bit beste» «M»IB »t« Kautausschläge aller Ar* MMmMH «gei chromsch» ». Sit»»xei>st»cht»», p-rasUtre «?«'4 \ip latrif gegen a. 6«tt14swcn. retyllU »0 Veo, Wiim i I "Xi»«fe*tni r.Tallrt Är^nt terrieifrn bei {tüdl «et («tnlitljn taut)«»« i Berger's Teerechwefeleeife. «I Milder, Jirrftifii Berger's Glyzerin-Teereeife. 8«»o - r.eruep'» Borax-Seafe Mcm »iir. a»rtM, Äonncmbrc*», •oan»rrft>roffn. «Sitcfet oHfrenVrelO per ZtMch»»'Nel 1 ff(it.S'i «eaehre» 6K mtf-tn+ratf* Mtn »cn O. 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IX. 1912 Kundmachung betreffend die Einschreibung in die gewerbliche Fortbildungsschule in Cilli. Die Einschreibung der Lehrlinge und der jugendlichen Hilfsarbeiter für die obbezeichnete Schule findet Sonntag den 29. September 1912 in der Zeit von 9 bis 11 Uhr vormittags statt; und zwar im alten Knaben- volksscbulgebäude (Schulgasse). Diejenigen Lehrlinge, welch« im vergangenen Jahre die gewerbliche Fortbildungsschule in Cilli besucht haben, erscheinen zur Einschreibung mit dem letzten Ausweise. Neueintretende Lehrlinge haben das Abgangs- oder Entlassungszeugnis der Volksschule mitzubringen. Der regelmäßige Unterricht beginnt am Dienstag den 1. Oktober 1912. FHr den Ausschuß der allrcmeinen gewerblichen Fortbildungsschule in Cilli Der Vorsitzende: Dr. H. v. Jabornegg. SUPERPHOSPHATE mineralisch u. animalisch, sind die bewährtesten, verlässlichsten, deshalb auch billigsten Phosphorsäure-Düngemittel für alle BODENARTEN^« Superphosphat belett die Futterflächen, durch dessen Gehalt an wasserlöslicher Phosphorsäu-e werden hohe Erträge und ein gehaltvolles Futter an phosphorsauren Salzen erzielt. Superphosphat Kichert die Entwickelung der Getreide und Hülssnfrüchte vom Keimen bis zur Körnerbl'dung, veredelt Früchte, bewirkt die höchsten Erläge. Ammoniak-, Kuli- und Mulpeter-Nuper-phOMptiMte liefern alle Kunstdüngerfabriken, Händler, landwirtschaftliche Genossenschatien und Vereine. Vormerkungen zu Düngungsversuchen üiernimmt und wirtschaftliche Ratschläge erteilt: Zentral-Bureau PRAG, Graben 17. Vorne gerade Fscon Mieder- Spezialitäten auch für stärkere Figuren beliebige Grössen lagernd. 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Mai 1894 haben sich diejenigen Landsturmpflichtigen, welche Angehörige des Herres, der Kriegsmarine, Landwehr (Landesschützen), (einschließlich der Ersatz-Reserven) oder der k. k. Gendarmerie waren, sowie sonstige Landsturmpflichtige, welche für den Fall der Aufbietung des Landsturmes zu besonderen Dienstleistungen designiert und zu solchem Zwecke mit Widmungskarten versehen sind und sich im Bereiche der Stadt Cilli aufhalten um 1-#. und 15. Oktober 1012 mit ihrem Landsturm passe, bezw. militärischen Entlassungsdokumente beim Stadtamte Cilli zwischen 9 und 12 Uhr vormittags persönlich vorzustellen bezw. zu melden. Diejenigen Meldepflichtigen, welche wegen unüberwindlicher Hindernisse an vorstehenden Tagen sich nicht vorstellen können, haben die Vorstellung am 22. Oktober 1912 bei der obigen Meldestelle nachzutragen. Stadtamt Cilli, am 20. September 1912. Der Bürgermeister; Dr. von Jabornegg. 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Mai 1873, Nr. 121, § 5, B.-G.-BÜ., zu verfassende Urliiste der zum Geschworenenamt8 für das Jahr i9l3 Berufenen volleudefet ist, so wird dieselbe g mäß § 6 des vorzitierten Gesetzes durch Tätige von heute als dem Tage des Anschlages an gerechnet za jeder-> Wons EEinsicht während der gewöhnlichen Amtsstimden bereit gehalten. Es s erpeht somit die Einladung an alle jene Personen, welche zu dem eirines Geschworenen berufen sind und sich von deren Aufnahme ic ehe. |«nUf«B chulschürzen billigst in grösster Auswahl im Warenhau« Johann Koss, Drucker, «erlege.. verauSgeder, «eretR»bu»druckcrei .«elela' i» ««. Für die Schrtf^Unn» verantwoiUl»: «utdo ^ii-'dw.