ff , Mutzen und Vergnügen. .^D Freytag den ,6. April 182H. Z e i t g e d i ch t. '''' - ^^ hoher Tag! Bey seinem Werden sang Elü Chor der Hinnnlischeu ihm Qsterpsalmen, Melodisch rauschten ihre Siegespalmen, Und aller Wesen IubcMang. O großer Tag: Ihn hat die Mutter Zeit Selbst im Triumph auf ihrem Sphärenwagen Zll unserm Erdenrund herabgetragen, Und ihn zum schönsten Fest geweiht. ' Jauchzt.' der Frühling kchret wieder, Und es tönen fern und nah Schöne hohe Osterlieder; / ^'7'-Christus lebt: Hallelujah: - ^" ' '^ Oecolio mische Nachrichten. 1. ^,^, '^.^ 7 ,^, .' ^ (Aus der Wiener Zeitung). Über di« Verbesserung des Verfahrens bey der Wein-berettung ist uns von dein in diesen Blättern schon '"ehrmahlt rühmlich genannten Herrn Ritter v. Heintl ''achstehende Mittheilung gemacht worden: Dl« Gährung muß den Traubenmost in Wein "Nivündeln. Sie wirket dabey zuerst lebhaft, dann un-'t'erklich fort. Die lebhafte Gährung gibt dem Weine ^s Daseyn; die unmertliche muß, wie die Lebenskraft b°y den organischen Wesen, dem Weine das Leben erhalten. Aus dem nähmlichen Moste sehen wir sehr verschiedene Weine entstehen. Dieser Unterschied kommt von der Verschiedenheit der Behandlung her, welche im Allgemeinen noch mancher Verbesserungen fähig ist. Da der Absatz der Weine abgenommen hat, so wirb die Nothwendigkeit immerdringender, nur gut«, geistreiche und haltbare Weine zu erzeugen, um durch ihre Beschaffenheit zu einem'uuzeitigen, noch nachtheillgereli Verkaufe nicht gezwungen zu seyn. ',/ '"' Bey sonst gleichen Umstanden sind dieWe'me'um so edler und haltbarer, je mehr sie Weingeist besitzen. Di« N5ein«ErzeuZer sollen daher ein Hauptaugenmerk dar^ auf richten, bey der lebhaften Gährung den Verlull jener Stoffe, aus denen der Weingeist (Alkohol) gebildet wird / und das Verflüchtigen des Geistes selbst „ach Möglichkeit zu hindern. In Osterreich wird der Most zu weißen Weinen gleich eingekellert und in die Fässer eingefüllet, deren Spundloch, während der heftigen Gährung, durch mehr als 14 Tage ganz offen bleibt. In dieser Zeit hat aus der gahrenden Masse eine starke Verdunstung durch das Spundloch Statt, wodurch die Menge und die Güte deü Weines verlieren. Je kleiner di« Öffnung ist, durch welche der Most ausdünstet, desto geringer der Verlust. Versuche sollten dem Verfasser zeigen, ob und >uie das bisherige Verfahren in dieser Hinsicht, und ;war, dem bey gesunkenen Preise der Weine, ohne bedeutenoe GeldausZaben verbessert werden könne. Dazu hat derselbe sich einer Vorrichtung bedienet, die gar nichts kostere, und darum leicht nachgeahmt werden kann. Die hölzernen Röhren, die in größeren Kel.-lern ohnehin von verschiedener Länge zum Einschlauchen des Mostes vorhanden sind, und die hölzernen Hunds-köpft, welche dabey verwendet werden, um di« Wm- - 62 «. kel und Krümmungen zu bilden, gaben ihm den Ver» fuchs-Apparat. Eine solche Röhre wurde in den, Spund« loche des mit Most wie gewöhnlich gefüllten Fasses dergestalt befestiget, daßsie nicht unter dasFaßholz hinab, reichen konnte. An das obere Ende derselben wurde «in Hundbtopf, mit den, Kopfe aufwärts stehend, ein» geschlagenj darein quer herüber ein zweyter Hundskopf befestiget, der eine zweyte Röhre aufnahm , welche die Linie abwärt« bildet«, und in ein auf dem Fasse ste» hendes, mit kaltem Wasser gefülltes Schaff, und zwar k Zolle unter dem Wasser, vom Boden noch bey 3 Zolle entfernt, endete, und hier mit Querhölzern, die über das Schaffgenagelt wurden, festgehalten wurde, wahrend «inG^belholz die obere Querlinie stützte. Die Linie vom Fasse aufwärts war im Ganzen im äußeren Lichte 2 Schuh, die Querlinie i Schuh, und die Linie ab« wäl'tZ 2 Schuh g Zoll lang. Der Durchmesser der Röhre ist auf einer Seite i i)2, auf der andern Seite bey i ijÜZoll, um in einander gefügt werden zu können. Jede Zusammenfügung geschah mit der Vorsicht, daß dem Dunste der Weg nirgends ganj verlegt war, A„d wurde mit Thon recht gut verstrichen. Den ersten Versuch damit machte der Verfasser im Jahre 1624. Er ließ ein zwölfeimeriges Fuhrfaßin d«n luftig,n Vorteller legen, um dasselbe zu jeder Stund« beobachten zu können, ohne von dem Kellerdunst« ge-hindert zu sey». Es wurde wie gewöhnlich mit frischem Moste gefüllt, und mit Röhren geschlossen. DerErfolg zeigte, daß ohne Gefahr für die Fässer das nähmliche Verfahren im Keller angewendet werden könne. Deß» wegen wurden im Jahre 1822 zwey Lagerfässer, welche in dem Keller des Verfassers zu Nexing neben einan. der liegen, bestimmt, um auch oie verschiedene Güte des Weines zu erproben. Beyde Probefässer sind am »9. September mit Abschöpfmoste aus den Weingärten gefüllt worden. Das eine Faß hält 56 Eimer. Dieses wurde mit hölzernen Röhren geschlossen , und daS Ende ber Röhren in ein, mit ioMaß frischem Brunnenwaf. ser gefülltes Schaff eingeleitet. Das zweyte Faß halt öä EiM'ir, und blieb mit offenem Spundloche, wie all« übrigen Fässer, der Gährung überlassen. Am 22. September brannte im Keller kein Licht mehr. Es war nicht möglich zu dem geschlossenen Fasse zu gelan« H«n, dessen Lustftößt in regelmäßigen Absätzen schon an der äußersten Kellcrthür vernehmbar waren. Man be-sorgte, der Most dürfte zum Theile durch die Röhren davon Zehen. Die heftige Gährung endete am 2. Oc» tober. Kein Most war herausgegangen. Die Röhren winden abgenommen, das Faß, wie die übrigen, mu der rauhen Fülle versehen. Das Wasser im Schaff war lau, trüb, etwas eingesunken, daß nur noch neun Maß herausgemessen wurden. Bey genauer Unters,^ chu,ig des Geruches und Geschmackes schien es geistig zu seyn. Dieß führte auf den Gedanken dasselbe de. stilliren zu lassen, was sogleich in Ausführung gebracht wurde. Man erhielt beym ersten Brande ein großes Seitel brennbaren Geist, und z 1^2 Maß gemeinen Branntwein. Die Landleute lächelten ungläubig, als sie hörren, daß man aus Wasser Branntwem brennen wolle: sie kamen zahlreich dazu, und waren sehr er< staunt, als sie wirtlich starken brennbaren Weingeist daraus hervorkommen sahen. Vor ihren Augen ließ man etwas davon in einem blechernen Löffel anzünden, und gab ihnen den Branntwein zu trinken. Sie thaten stch sehr viel dabey zu gute, daß sie Branntwein aus Was« ser zu trinken erhielten. Der Verfasser glaubt auch der Erste zu seyn, welcher dieß versucht und bewirket hat. Es ist hierdurch nunmehr erwiesen, daß schon während der Gährung, bevor der Most noch in Wein umg«. staltet ist, der sich nach und nach entwickelnde Wein» geist flüchtig werde. Der Wein in dem geschlossenen Fasse schmeckte geistreicher. Um darüber Gewißheit zu erhalten, ließ man 5 Maß davon bestilliren, und er» hielt daraus beym ersten Brande etwas über 3 Seitel 22grädigen brennbaren Geist, bey einer Temperatur von -l-l<»° Reaumur gewogen. Aus dem zweyten Probefasse wurden ebenfalls 5 Maß Wein gebrannt: sie gaben 1^2 Maß 2igrädigen und 1^2 Maß »ögrädigen Branntwein. (Der Beschluß folgt.» II. (Aus der allgemeinen Handlungs-Zeitung). Der Englander Heard macht Talg und Fett hä>« ter und weniger schmelzbar, indem er es mit Salpei tersäure von 1, 5, eigenthümlicher Schwere vermischt, in einem Verhältniß, daS sich „ach der Beschaffenheit — 63 — des Fettes richtet. Ein Gran (nächstens i3 3)4 Gran dez Wiener Apotheker'Gewichts) Salpetersäure reicht bey einem Pfund gutem rohen Talg hin, bey andern, Talg oder Fett mich ma», 2, Hmahl oder noch mehr Salpetersäure nehmen. D^ Talg wird auf gelindem Feuer geschmolzen, die Säure zugesetzt und umgerührt, bis er orangenfarbig wird, worauf man ihn erkalten l^t, und durch starkes Pressen eine öhlichte Flüssigkeit abscheidet/ welche sich mii der Salpetersäure verbunden hat. Der Talg ist gelb, kann aber durch Luft und Licht gebleicht weiden. Lichter daraus, fließen nicht, und brenuen besser, ali gewöhnliche. Man bleicht die Talg-lichter gewöhnlich, indem man sie der Luft und dem 3ha«, jedoch ohne die Sonne darauf wirken zu lassen, aussetzt. Besser kann man sie nach Herrn Lenormand durch Chlor (oxidirte Salzsäure) bleichen, und dieseS wird bereits dazu von einem Punser Fabrikanten an« gewandt. In einer Kiste aus weißem Holz werden die Lichter so aufgehangen, daß keines daS ander« b,rührt. Der Deckel und die Fugen werden mit geleimtem Papier, Leinwand, luftdicht verschlossen, und oann lei» tet man durch eine vorzelänene eder gläserne Röhre das Chlor in die Kiste. Bringt man an der Kiste zwey einander entgegengesetzt« Fensteran, so kann man leicht sehen, ohne den Deckel aufzuheben/ ob die Lichter gebleicht sind. Oft haben die Lichter in 24 Stunden eine blen' dende Weiße erlangt, oft sind über drey Tage erforderlch. III. Um Fleisch und Gartengewächse lange Zeit vor FZulniß zu bewahren, nehm« man einegeringeQuan. tuät Eifenfeilspane, reinige sie sorgfältig von allem Staube, gieße reines, abgekochtes Wasser darauf, lege in dieses Wasser das frische Fleisch oder 5as grüne Gemüse, so, daß es von dem Wasser ganz bedeckt wird. Um den Zutritt der Luft gänzlich zu verhindern, gieße man eine dünne Schicht OHI darüber. Fleisch, welches auf diese Art aufbewahrt worden war/ ward nach Verlaufvon sieben Wochen herausgenommen, nach Farbe und Geruch vollkommen dem eben geschlachteten Oleich befunden, lieferte eine untabelhafte Brühe, und hatte seinen natürlichen Wohlgeschmack. Um das Fleisch aus dem Wasser herauszunehmen, neige man das Ge. faß ein wenig, da dann das Oehl leicht und bis auf tzen letzten Tropfen abfließen wird. '" '' Berichtigung des in Nr. li, i3 und »4 des illyrische n Blattes auf» . genommenen Aufsatzes über „bie Krautrübe, als empfehlungswerches Futter gewä chs." (Aus der Carinthia). , ', Schon in dem zwölften Hefte „der Verhandlungen der k. k. Landwirthschaftsgcsellschaft in Steye» mark," aus welcher dieser mein Aufsatz in dieset Blatt *) aufgenommen wurde, sind durch eine Irrung aus Dr. Hopfens kleiner Schrift („über den Anbau der Ibolsberger Rübe") einige Stellen eingeschaltet worden, welche, mit meinen Erfahrungen nicht übereinstimmen, die Cultur dieser Pflanze mühsamer darstellen und vertünsieln, daß da« durch Mancher irre geleitel, und von dem Anbau die' ser vortrefflichen Futterpflanze abgehalten werden könnte. —Daher halte ich es für nothwendig, folgende Stelle,» zu berichtigen. 2) Bey Erziehung der Pflanzen habe ich der Erdfiöhe wegen nie den Samen eingeweiht, oder in einen Sack in ein Mistbeet gelegt und keimen lassen; eben so wenig habe ich den Zwischenraum der Samenbeete täglich behackt. Meine Samenbeete haben keine andern Zwischen-räume, als eine Pflanze von der andern hat; diese kann man aber, wegen des engen Standes der Pflanzen, unmöglich behacken ; waren auch Wegs oder Räum« zwischen selben, so würde ich noch nicht begreifen, wie das tägliche Behacke» dieser Nebenräume gegen den Erdfloh schützen kann. Daß aber Schnecken den junge» Pflanzen in dem Pfianzenbeete verderblich gewordett waren, das habeich niemahls erfahren, und daher des Dr. Hopfens Mittel mitHohwnder.Röhren/ ober Bretern in den Wegen, mich dafür zu verwahren, keine Veranlassung gehabt. Das sicherste und einfachste Mittel gegen den Erd-floh ist, gesunden Samen r»cht frühzeitig in die beste *) Cari»thia nähmlich, wo dieser Aufsatz früher erschien, und aus welcher wir eb«n diese Berlchtigung entlehnen. — 64 — Garten-E^de (die nicht frisch gedüngt wird) z>l säen, dann die jungen Pstanzen, damic sie gesund bleiben, gegen Frost durch eine Bedeckung zu schützen. b) Bey der Cultur der Pflanzen ist et ganz gegen meine Erfahrung, was Dr. H opfen be« hauptet, daß selbe nicht behäufelt werden dürfen/ weil es der Krautrüben-Pflanze nachtheilig sey. Die Rüben-Pflanzen werden bey mir immer so, wie die Kopfkohlpfianzen behäufelt, weil ich mich bestimmt überzeugte, daß es der Pflanze nicht schadet, und die gehäufelten Rüben größer werden, und es dem Boden wohl bekömmt. — Das Behäufeln geschieht aber mäßiger, als bey den Erdäpfeln, und weil eS öfter geschieht, baß manchePflanze mitErde überschüttet wird: so geht dann in den Reihen Jemand durch, und macht mit der Hand leicht die wenigen überschütteten Pflanzen »on b^r Erde frey. <^) Endlich die Stelle/ wo bey der Erziehung des Samens der Krautrübe gesagt wird, daß es die größte Arbeit mache, die Vögel ab zu-wehren, und, wenn die Samen reifen, »in eigener Wächter mit einer Vogel-flinte unumgänglich nothwendig sey — ist nur Dr. Hopfens Behauptung. — Nach meiner Erfahrung wirb dem Krautrüben-Samen von den Vögeln nachgestellt, wie bey andern derley öhligen Samen, und ich gebrauche keine andere Vorsicht, als daß ich bey dem Neifwerden des Samens besorgt bin, die »eiferen Stangel nach und nach einzubringen , und selbe auf diese Art dem Vogelfraße zu entziehen. Da es für Manchen ein Interesse haben dürfte: so will ich bey dieser Gelegenheit den Ernte-Ertrag »on dem letzten ziemlich nassen Jahre iL23 anfuhr,«/ voraus im Vergleich mit dem, indem trocknen Jahre 1L22 erhaltenen, der um i^3 größere Gewinn an Blättern besonders auffallend ist. Ich erhielt von einemIoch i« Durchschnitt: an Rüben an Blattern i623 — 46a Centner — 896 Centner 1L22 — 436 „ — 296 „ ,823 mehr 24Ctn.Rübenu.ioaCentn. Blatter, zusammen auf emem Joche 856 Centner Rüben und ' Blätter, welche dem Ertrag an Futter, von 7 Joch guter (4n TeiNner gebenden) Wiese,,, gleichzuschalten sind. ' Weim ich meine Krauttübe», nicht in einen Grund ° pflanzte, der mir der letzten Düngung 4 bis 5 Ernten l abgetragen hat, sondern in einen kräftigeren: so würden meine Ernten besonders an Wurzeln noch viel rei-' cher seyn. ' Die Krautrübe, welche für den Herbst und Win- ! ter das köstlichste und gesundesse Futtir liefert, wird > mcht leicht von irgend ei'iem Futter-Mittel an Menge, ^ Güte, und Wohlfeilheit übertroffen werden können. Wiesen a u, den 5. Februar 162^. ' Söllner. Fresco Anekdote.