^ IS Mittwoch den lS. Zleöruar 1878. XVII. Jahrgang .«arburger Zeitung" ecschetnt jeden Sonntag, Mittwoch und Kreitag. Preise — für Marburg ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr; für Sustellun, _tn< Hau« monatlich 10 tr. — mtt Pollversendung: ganzjährig Z sl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. InsertionSgebühr 8 kr. pr. Zeile. Zur Zeschichti' des Ta,ie8. Die österreichische und die »ln-garische Regierung sind wegen der Orientpolitik interpeUirt worden und soll in dieser Woche noch die Antwort erfolgen. Mit Spannung Ml^gen beide Al'geordnetenhäuser allerdings der Antwort entgegenharren, aber nach derselben »Verden sie ^nicht tliiger sein, al« zuvor." Eine Vertretung, welche erst sragen muß, was die Regierung gethan habe oder zu thun gedenke, muß sich mit jeder Antwort begnügen. Die Ungewibheit der Deutschen Orientpolitik beunruhigt — nicht etwa unsere Halbamtlichen, denn diese quälen sich mit Gedanken nicht — wohl ader Frankreich, welche» die bismarcksrenndliche Haltung Ruß-lai^d» in den Jahren l870 und 1871 noch nicht vergeslen. Mit Handschlag und Umarlnnng ist sicher bekrästigt worden, daß die Kaiser und die Kanzler von Deutschland und von Rußland untrennbar vereinigt bleiben sttr die nächste Zett und die imchsten Ziele gegen Frankreich, gegen Oesterreich-Ungarn. Die Friedensunterhändler der Türkei schleudern de n M i n i st e r I, a n d e r Then, se den begrllndeten Vorwurf ins Gesicht, daß England dle Psorte zmn Widerstand ermuntert, zum Kriege und zur Fortsetzung desselben bis zum Aeußersten verleitet, belogen und betrogen. Der Ottomanen-Haß wird gegen England auflodern, wo es immer sei und wenn es auch keine europäische Tiirkei nleltr gibt: in Asien und ln Egypten wird England diesen Feind stets auf der Seite Rußlands finden. Vernichte Aachrichte». (Freiheitskämpfer W ill i ch. -j-) General Willich, der während der Revolution tn der Pfalz und in ^Iwden mit Hecker, Struve und Karl Vltnd sich hervorgethan und auch am nordamerikanischen Bllndeskriege sich betheiligt, ist in Ohio, 68 Jahre alt, gestorben. (Gesundheitspflege. Notzkrank-heit.) In das Krankenhaus zu Schafshausen wurde kürzlich ein Mädchen ausgenommen, welches von der Notzkrankheit befallen war. Dieses Mädchen war Arbeiterin in einer Roßhaar-Fabrik zu Langwiesen und glaubt man, daß es die fürchterliche Krankheit durch Beschäftigung znit nordamerikanische,n Roßhaar geerbt. (Kirchliche Fragetl. Ein katholischer Priester über das Christenthum) Bei Will)elm Braumüller in Wien ist ein Buch erschienen, welches den Titel sül)rt: „Die Kirche Christi in ihrem Wesen, ihren Eigenschasten und Beziehungen. Eine Apologie des Cl»ristenthums, wie sie ^ein soll. Von Dr. Matthäus Franz Lerch, Gymnasial-Prosessor in Komotau in Böhmen. Der „Czech" — Leibblalt des Kardinals Schwarzenl'erg - macht nun folgende Angaben über die Persönlichkeit des Verfassers: ,.Er ist katholischer Priester, Doktor der Schrift, Lehrer der Jugend und Mitglied des Eister-clenser-StifteS in Osfek." Wenn die Schrift von einem Schreiberlein des „Freilnüthigen" herrühren würde, der „Czech" wäre über sie keineswegs ersttuutt. Ettvas Anderes lvundert ihn. „Was uns/' schreibt dieses Blatt, „verwunderlich erscheint, ist, daß, so weit uns bekannt, die Vorstehung des Klosters bisher eine Untersu-chuug gegen den Versasser nicht eingeleitet hat, datntt derselbe entweder Widerrus leiste oder aus dem Orden und aus der i^irche ausscheide; am aUerverwunderlichsten ist es aber, daß der k. k. Landes.Schulrath, in »velchein doch ein katholischer Priester sitzt, von einem solchen Neligionslehrer bisher nichts zn wissen scheint." Hierauf folgt die erwähnte Betheuerung. daß der „Ezech" kein Denunziant sei, eine Charakteristik des Inhalts des Buches, dann endlich ein Citat. Zur Charakteristik des '^^uches sagt der .,Cjech": „Der Versasser gefällt sich in der Doglnatik der Protestanten, er sagt, Christus der Herr habe in die Kirche keinerlei Priester-schast gesetzt, die Beweise für die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele seien erschlichen, Materialismus, Rationalismus und Pantheismus seien die natürlichen Grundlagen aller Wissenschast; er versichert, daß der Apostel Petrus nieinals in Rom gewesen, und schämt sich nicht zu behaupten, das Christenthltm tauge uicht zur Regelung der öffentlichen — also auch der sozialen Verhältnisse, außer in Sklave»;-staaten." Das Citat lautet in der Rückübersetzung : „Die Kirche ist dieselbe wie zur Zeit der Inquisition; keines der Gesetze gegen die Ketzer ist aufgehoben worden; der Groß-Jnquisitor wartet nur auf sein Opfer; die Folterwerkzeuge sind zwar verrostet, aber die Folterkammern existiren noch. Die Kirche stellt in unsern Zeiten dem Wütherich und Vlutmenschen Arbuez Altäre ans." Dieses Buch wird nach solcher Verketzerung nur uni so mehr wißbegierige Leser finden. iV o l k s s ch u l e.) Der Landes-Schulrath von Nieder-Oesterreich hat die Beziiks-Schulin-spektoren beauftragt, unausgesetzt auf Verbesserung der Unterrichtsmetboden, allseitige Aus-führung des Lehrplanes, Beschaffung der noth-wendigen Lehrinittel und Apparate, Verttreh-rnng der Schülerbil)liotheken. sowie auf Anle-gung von Sonnner-Turnplätzen und Schulgärten zu dringen, wobei es die Bezirksschulräthe an kräftiger Unterstützung nicht fehlen lassen werden. .Niarsjmijer Berichte. Landwirthschaftliche Filiale Marburg. Sitzung vom 9. Februar. Die Einladung zur letzten Sitzung der landwirthschastlichen Flltale Marburg im Saale der BezirkSvertrettlng hatte den gewünschten Erfolg und war die Theilnahme reger, als feit Langem. Der Vorsteher Herr Dr. JuUuS Mulls A e u i r l e t o n. Müht und Kroor. Von H. Hchmied. Fortsetzung.) „Die Polizei hat ste fortwährend über« wacht und genaue Listen geführt", entgegnete Schroffenstein etwas eingeschüchtert. „Um gegen sie einzuschreiten, sehlten die Beweise." „Ueberwachung l Listen!" zürnte der Herzog. „Sind das Eure Besehle alle? Ich »verde mich in Zukunst nicht tnehr auf solchen Papierkram verlassen! Aber dainit ist jetzt nicht geHolsen, geben Sie mir Rath, machen Sie andere Vorschläge, ich will von wetteren: Blutvergießen nichts hi>ren. Apropos, General, ist inein Befehl befolgt? Wer war der Unbesonnene, der zuerst Feuer gebeu lleß ?" „Ich habe denselbel» ausulilteln lassen, Durchlaucht", entgegnete Bauer unterwürfig, „aber ein Einschreiten ist >»lcht »nehr möglich, ev ist vor einer halbett Stunde aus dem Ja» kobsplatze gefallen. Es tvar der Lieutelmnt von verndorf." „Todt also?" lnurmelte der Herzog sür sich hin. „Dann lnag er es orüben verant« Worten." „Und wozu bist Du eiltschlossen, inein Lohn ?" fragte die Herzogin. „Die Zeit drängt!" „Ach weiß ich Venn, was ich soll !" rief der Herzog, unmuthig aufspringend. „Nachgeben kann ich und will ich nicht und doch widert mich Euer Rath an! Daß doch mein Sohn schon hier wäre!" „Seine Hol)heit der Herr Erbprinz", bemerkte Lauer, „würden gewiß mit uns ützer-einstitnlnen." „Meinen Sre?" sragte der Herzog kurz. „Ich zweifle daran und darum wünsche ich, daß er hier wäre, dainit in tneinenr Rath die Milde doch auch eine Stiinme liätte!" „Was Felix Dir sagen köiinte. tnein Sohn", begann die Fürstin init erhöhtem Ernste, „wäre die Meinung eines Jünglinqs, der unerfahren ist in Staatsgeschäften. Könntest Du darauf ein Gewicht legen, dein Worte geiviegter, er« probier Rathgeber gegenüber? Befolge den Rath heilsainer Strenge, denn es ist anch der »neinige l" Der Herzog war, wie es seine Geivohnheit war. tnit starken Schritten aitf und ab gegangen. Jetzt hielt er wie ülierrascht inne. „Wie. auch Sie, tneine Mlitter, rathen mir das?" rief er. „O, wenn ich jetzt nur einen einzigen Blick in die Zukunft thun könlUe!" „Wozu, das? Beherrsche die Gegenwart und r^ie Zukunft ist Dein!" antwortete die Herzogul. Gebell ntir Durchlaucht den Befehl, mit allen Mitteln zum Angriff zu schreiten", bat Bauer, „und ich bürge init meinein Kopfe, daß ich die Ruhe noch vor Sonnenaufgang hergestellt haben iverde!" „Geben Durchlaucht den Befehl l" fügte Schroffenstein hinzu. „Thu', wie sie sagen", tnahnte die Herzo« gin. „Gib den Befehl." Der Herzog stand mit übereinander ge-schlagenen Armen still und sah unschlüffig vor sich hin. Als er eine Bewegung inachte und die Augen erhol>, fiel sein Blick aus Pritttiliva, die von allen unbeachtet in der Tiefe des (Seinaches stand. Tief ergriffen von dem unmeßbaren Ge. Wichte der Entscheidung, die sich vor ihren Augen vorbereitete, hatte sie wie atbemlos gelauscht. Die Hände wie univillkührlich über de: Brust gefaltet, stand sie. ganz Seele und Em» pfindung, hoch aufgerichtet und doch detnüthig, wie ein fürbittender Engel da. Sie durfte nicht wagen, sich in die llnterredung zu mischen, aber in dem Augenblick, wo des Herzogs Blick nung geschritten und ergriff der Präsident der Landwirthschasts^Gesellschaft Freiherr v. Washington wieder das Wort; er sagte: „Dem Centralausschuß ist es nicht unbekannt geblieben, daß Herr Roman Pachner sich um das Gelingen des 1K76 hier abgehaltenen Weinbau-Kongresses, der Weinbau'AuSstellung und des Weinmarktes hervorragende Verdienste erworben und daß er namentlich mitgewirkt, den finanziellen Theil dieses Unternehmens segensreich durchzuführen. Es ist Pflicht der Gesellschast, die Männer auszuzeichnen, welche sich bei solcher Kelegenhut besonders hervorge-than. Die vorjährige Versammlung der Land-wirthschastS-Gesellschast hat darum Herrn Roman Pachner j. einstimmig die silberne Gesellschasts-medaille zuerkannt — nicht als Lohn für seine Opfer und Mühen, sondern als dankbare Anerkennung. Ich habe durch die Ueberreichung dieser Medaille oie Stimmung von viertausend Mitgliedern der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen und danke nochmals für da» gedeihliche Wirken. Herr Pachner nahm die Medaille in Empfang und erwiederte: „Ich spreche der Gesellschaft meinen Dank aus. Durch viese Anerken-nung stthle ich mich hochgeehrt und werde auch in Zukunft trachten, als Mitglied der Gesell« schaft solcher Anerkennung werth zu bleiben." — Die Richtigstellung der Filmlmatrikel er« gab, daß die Mitgliederzahl nur noch vier und sechzig beträgt. Freiherr von Washington bezeichnete es als höchst wttnschenswerth, daß namentlich die Mitglieder der bäuerlichen Bevölkerung beitreten, sich um die Fahne landwirthschaftlichen Fortschrittes schaaren — gerade sie, weil sie die Uebelstände am genauesten kennen, welche Abhilfe verlangen. Alle mögen davon überzeugt sein, dab die Gesellschast bestrebt sein werde, ihnen nach bestem Wissen und Gewissen unter die Arme zu greifen. Nur wenn eine recht leb, hafte Betheiligung auch dieser Kreise stattfindet, könne man sagen: Glück auf. Gesellschaft! ^ Der Filialbeitrag wurde auch filr das Jahr 1878 auf fünfzig Kreuzer festgesetzt. — Zum Filialvorsteher wurde Herr Dr. Jul. Mulle «instmunig wieder gewählt. Der neue Ausschuß tiesteht aus den wiedergewählten Herren: Franz Stampfl, Julius Pfrimer, Joh. Girstmayr, Franz GödU Lämmtliche Herren erklärten sich bereit, die Wahl anzunehmen und sprach Herr Dr. Jul. Mulle: „Ich sühle mich geehrt durch dieses neue Vertrauen. Seien Ste versichert: so viel in meinen Kräften liegt, werde ich bemüht sein, die Interessen der Land-wirthschstst und der Filiale zu wahren. Ich rechne dabei auf Ihre Unterstützung, da es nur durch diese möglich ist, zu einem befriedigenden Resultat zu gelangen." Als Revisoren wurden die Herren David Hartmann und Hans Schmiderer gewählt. Die Herren Joh. Girstmayr und Baron Bruck wurden gewählt, um die Filiale bei der Jahresversammlung der LandwirtAchafts-Gesell-schaft (25. und 26. Februar) zu vertreten. Fortsetzung folgt.) (Impfung. Anerkennutlg von Amtswegen.) Der Landesausschub hat einer beträchtlichen Anzahl von Jlnpfärzten für sehr eifriges und ersprießliches Wirken im Jahre l876 ^volle Anerkennung und Belobung" ausgesprochen und befinden sich darunter folgende Herren: Nikol. Rüpschel in St. Georgen bei Cilli, Fr. Rojö in Hohenegg, Adolf Rosina in H.Geist bei Gol»o.-bitz, Franz Joras in St. Leonhardt, Johann Decrinis in Schleinitz, Rich. Starke! in Pettau, Halm in Drachenburg, M. BreSnik in Rann. A. Unger in Wind -Graz. „Lobende Anerkennung" wurde u. A. nachgenannten Herren Jmpfärzten zu Theil.' Ant. Gradifchnik in Franz, Matinfchek in Oplotnitz, Alois Wostry in St. Marein bei Erlachstein, W. Sternad in Bresno bei Tüffer. Ant. Rohitsch in Luttenberg, Avolf Ferk in Wernfee, Poregger in Klein-Sonntag, Franz Ottler in Over-Radkersburg, Adam Planer in St. Leonhardt, Dr. Johann Schlünder in Wind.-Feistritz, Johann Seifried in Friedau, Friedr. Zuschka in Rohitsch, Th. Barth s. und Th. Barth j. in Mureck. (Für arme Schulkinder.) Eine Saminlung, welche in Windisch-Feistritz von schulfreundlichen Frauen zu Gunsten armer Kinder unternommen worden, hat 67 ft. ergeben. (Weinbauschule bei Marburg. Dieselbe beschließt Donnerstag den 14. Februar ihren 6. Jahrgang mit der Vormittags 9 Uhr beginnenden Schlußprüfung der Zöglinge. Dieselbe ist öffentlich und wird daher der Besuch aller Jener, welche sich sür die Anstalt und die von ihr vertretenen Fächer intereffiren, will-komlnen sein. (Erschlagen.) In St. Sgydi bei Schwarzenstein fand kürzlich unter Zechbrüdern eine Schlägerei statt; eS gab leicht und schwer Verletzte und der Bauernsohn Johann Gorschek blieb tobt aus dem Platze. (Schwurgericht.) Als Hauptgeschworne für die nächste Sitzung wurden ausgelost: die Herren: Ferdinand Staudinger, Professor Ferdinand Schilabl, Paul Kleewein, Dr. Karl Jpavitz, Franz Peukert, Albert Reichmeyer, Auton Rohrbacher, Joses Keritgast, Johann Klauda, Karl Reubauer, Karl Gränitz, Max Baron Rast, Friedrich Habermann, Alois Quandest in Marburg — Johann Flucher, Grundbesitzer in Georgenthal — Jakob Je-schonik, Grundbesitzer in Pireschip — Jakob Bombeck, Gastwirth in Ruppersbach — Johann hielt die Eröffnungsrede. Die heutige Versammlung gewinne dadurch eine besondere Bedeutung, daß der hochverehrte Präsident der Landwirth-schaftS'Gesellschast, Freiherr von Washington ihr die Ehre des Besuches erwiesen. Die Landwirth-schaftS-Gesellschaft sei in der Wahl ihrer Präsidenten immer sehr glücklich gewesen und verdanke sie diesetn Umstände ihr Gedeihen und ihr Ansehen. ' Der Redner erinnerte an den Gründer dieser Gesellschaft, lSrzherzog Johann und an Moriz von Kaiserseld und fuhr dann sort: An die Stelle des letzteren ist der jetzige Präsident getreten, welcher das allgemeine Vertrauen des Laltdes genießt, durch Fachkenntniß und Opferwilligkeit sich auszeichnet. Die Mitglieder mögen treu zu ihm halten und ihn kräftig unterstützen in den Bestrebungen zur Hebung der vaterländischen Landwirthschast. Leider sind die jetzigen Zeitverhältniffe ungünstig; aber je größer die Schwierigkeiten, desto reger muß der Eifer sein, dieselben zu bewältigen. Ihr Vertrauen hat mich zur Stelle des Obmannes berufen. Die Wahlperiode ist nun abgelaufen; ich lege die Stelle zurück und wird heute die Neuwahl stattfinden. Ich danke für Ihr Vertrauen und Ihre thätige Mithilfe, durch welche es möglich gewesen, das grobe Werk der Weinbau-Ausstellung und des Weinmarktes zu Stande zu bringen. Max Freiherr von Washington dankte zunächst dem Herrn Filialvorsteher für die freundlichen Worte und erklärte, daß es seine Pflicht sei, persönlich Umschau zu halten im Lande, persönlich die Wünsche und Beschwerden der Mitglieder kennen zu lernen. Zuerst habe er jener Filiale einen Besuch abzustatten, welche sich Dank dem rastlosen Streben des Filial« Vorstehers als eine der thätigsten im Lande erwiesen. Freiherr von Washington gedachte des Erzherzogs Johann und sprach seine besondere Be-sriedigung darüber aus, hier noch einen Ve« teranen, Herrn Gödl begrüben zu können, welcher bei der Gründung der Landwirthschafts-Ge-sellfchaft Zeuge gewesen, mit welcher außerordentlichen Liebe Erzherzog Johann sich den wirthschaftlichen Jntereffen des Volkes gewidmet. Durch die Gründung der Landwirthschafts-Ge-sellschaft haben die steirischen Landwirthe einen neutralen Boden gewonnen, auf welchem sie ohne Unterschied der Nationalität zusammenwirken können — ein Testament, welches wir hochhalten müssen und hochhalten werden itn sesten Glauben, daß die Gesellschast berufen ist, dem Vaterlande zu nützen. Der Redner schloß mit der Bitte, ihm Vertrauen zn schenken, gleichwie er den Mitgliedern Vertrauen entgegenbringe. — Nnn wurde zur Erledigung der Tagesord- ste tras, bewegte sie das Haupt zu leiser Ver-neigung. Ueberrascht und gespannt blieb des Herzogs Auge auf der gewinnenden Erscheinung hasten. Da flog die Thür auf und Adjutant Schroffenstein stürmte herein. „Verzeihung, Durchlaucht", rief er, „daß ich auf solche Weise eintrete. Die Rebellion hat ihren Gipfel erreicht." „Was ist geschehen?" fragten die Anwesenden wie aus einem Munde. „Hören Sie das Geschrei nicht? Die ganze Stadt ist in Bewegung. Der Erbprittz soll hier sein, er soll sich an die Spitze der Empörer gestellt haben, sie rusen ihn zum Herzog aus." Die Anwesenden schwiegen. Nur der Herzog ries: „Mein Sohn !" utld auf seiner Stirn zog das Zornesungwitter auf, das sich immer unheildrohend entlud. Das Blttt stieg ihln zu Gesicht und überzog fein Antlitz mit dunkler Röthe. „Ist es wahr, was Sie sagen?" ries er mit vor Grimm bebender Stimme. „Leider", erwiderte der Adjutant. „Der Prinz war verkleidet mitten unter dem Volke. Professor Führer, ein eisriger Anhänger von ihm, hat das Volk haranguirt und zutn Absall aufgefordert." „So geben inir Durchlauch den Befehl", ries Bauer wild. „Zaudern wir doch nicht länger." Her Herzog wollte antworten, aber er vermochte es nicht. Jmlner gewaltiger hatte ihm der Zorn das Blut gegen den Kops getrieben, es umnachtete ihm die Augen und benahm ihm die Sprache, er begann zu schwanken uitd sank in des herzuspringeitden Schroffenstein Arme. »Um Gotteswillen, Durchlaucht", ries Bauer, „welch eine Anwandlung! Fort, holt den Leib-medicus herbei!" .Was ist tnit meinem Sohne?" schrie die blinde Herzogin dazwischen. „Antworte mir. mein Sohn, was ist Dir?" „Seine Durchlaucht sind plötzlich unwohl geworden", beruhigte sie Bauer, „es ivird Hof» fentlich vorübergehen. Bringen Sie doch Ihre Durchlaucht hinweg, Fräulein", rief er dann Primitiv« zu. Diese, selbst kaum im Stande, sich aufrecht zu erhalten, geleitete die Herzogin an ihr Lager, auf das diese in Ohninacht hinsank. Inzwischen war Alles, den sogleich herbeigeeilten Leibarzt an der Spitze, utn den Herzog beschäftigt, der regungslos dalag und kein Zeichein des Lebens von sich gab. Vergebens hatte man ihn an Hals und Brust von den Kleidern befreit, vergebens ihn tnit Essenzen und Kräu-tergeisiern begossen, u»rd als der Arzt eine Ader öffnete, flössen nur einige Tropfen. „Ein Schlagfluß !" flüsterte der Arzt achsel-zuckend den ihn Umstehenden zu, die sich wie betäubt ansahen. „Es ist keine Hoffnung da, Seine Durchlaucht wieder zum Leben zu bringen." In dem Augenblick wurde die Thür aus-gerissen und der Prinz eilte herein. ,Wo sind Sie, mein Vater?" rief er. „Ich muß Sie sehen, muß Ihnen sagen —" Da erbliÄe er den Sterbenden und stürzte mit einem herzzereißenden Wehruf zu dessen Füßen nieder, indem er zugleich die herabhängende erkaltende Rechte ergriff und mit Thränen und Küffen überdeckte. »O mein Vater", ries er, „scheiden Sie nicht ohne meine«» letzten Blick von mir!" Es war, als ob die Stimme des Sohnes einen Augenblick die erloschenen Lebensgeister wieder anfache. Die Augen des Herzogs öffneten sich und blieben auf dem vor ihin knieenden Prinzen hasten. Er erkannte ih.r sichtbar. Der lichte Strahl eines Lächelns glitt über die erstarrenden Züge, dann sank er vollends zu» rück und die Schatten des Todes breiteten sich aber ihn. Anderluh, Grundbesitzer in St. Marein bei Erlachstein — Joses Rak, Gasiwirth in Wöllan Felix Schmitt, Gutsbesitzer in Mahrenberg — Augusi von Schenkel, Gutsbesitzer in Lu-kaufzen — Franz Lobenwein, Grundbesitzer in St. Urban bei Pettau — Heinrich Sarnitz, Grundbesitzer in St Leonhardt Dr. Johann Petovar in Friedau — Joses Lipoid und Josts Goritschan, Grundbesitzer in Prabberg — Anton Winkelsett, Gewerksbesitzer in Hohenmanthen — Sylvester Schalk, Kausmani: in Lichtenwald — Rudolf Millemoth, Holzhändler in St. Lorenzen — Max Baron Post, Gutsbesitzer in Ober-Pulsgau — Josef Kniely, Bäcker in Pettau Jakob Orel, Kaufmann in Schönstein — Adolf Kosler, Weinhändler in Pvttau — Alois Weingerl, Gemeindevorsteher in Pöbnitzhofen — Joses Ltarkl, Hausbesitzer in Win-disch-Feistritz — Franz Steppan, Kaufmann in Terschlsche. Ergänzungsgeschworene sind die Herren: Gustav Schmiedl, Kaufmann — Joses Parisitsch, Frieseur — Ernst Rlipschl. Hausbesitzer — Ludwig Herzmann, Fabrikant - Franz Wilcher, Holzhändler — Gustav Gollitsch, Kaus-mann in Cilli — Alois Kaulich, Grundbesitzer in St. Georgen an der Südbahn — Karl Schuscha und Vincenz Janitsch, Grundbesitzer in Sachfenfeld. (Landtags-Wahl.) Die Landtags-Wahl findet in den Landgemeinden am IS März statt; am 16. desselben Monates wählen die Städte, die Marktgemeinden und die Handelskammern und am 18. die Grobgrundbesitzer. Theater (—8.) Samstag den 9. Februar: „Marietta" oder: .Eine Nacht in Neapel." Neue komische Oper von Rudolf Wagner. Welch' hohe Meinung mub der Mann von seinen dichterischen Talenten und seinen musikallschen Kenntniffen haben, der ein solches Machwerk zu seinem Benefiz auszuführen im stave ist, und welche Motive mögen wohl die Direktion und die Regie geleitet haben, dab sie die Hand dazu boten, dem hiesigen Theaterpubllkum eine solche Strafe aufzuerlegen. Selbstuberschätzung der eigenen Kräste, diese Wuthkrankheit, welche immer weiter um sich greift, wird leider so oft die Mutter unverdaulicher Produkte, welche aber um jeden Preis zum Genüsse angeboten werden. In dem gegebenen Falle haben wir ein so tragikomisches Produkt, das in doppelter Beziehung nicht lcbenöfäl)ig ist und dem wir ein bescheidenes Plätzchei» im Bücherschranke wünschen, aus dem es nie n;ehr hervorgeholt werden möge. Dle Handlung ist so abgeschmackt, fade und lose, dab man sie in die Kategorie jener des geschundenen Raubritters setzen kann, und Thränen der Entrüstung mub die drama- Nach einer Weile erhob sich der Prinz etwa» gefaßter. „Laffen Sie Seine Durchlaucht von hier weg nach seinei» Gemächern bringen-, sagte er. „Sie, meine Herren, erwarte ich in einer Stunde zu Bericht und Rechenschast über das hier Vorgegangene. Machen Sie den Tranersall in der Stadt bekannt und gebieten Ruhe, bis ich Zeit gesunden haben werde, meine neuen Pflichten zu üben. Jetzt gehöre ich nur diesem theuren Todten und der Trauer um ihn." Die Leiche wurde von den Versammelten in stiller Ehrerbietung und tiefer Erschütterung weggebracht. Primitiva kniete am Lager der Herzogin. Der Prinz winkte, als man im Wohnzimmer des Herzogs angelangt war, die Be-gleiler in neu ausbrechendem Schmerz hlnweg. Schweigend traten sie ab. „Wer hätte das gedacht, General?" flüsterte Schroffenstein diesem im Heraustreten zu. ^Unser Stern ist gesunken." Stumm bejahte dieser. Alles gieng schweigend auseinander. Der Prinz kniete weinend und allein an der Leiche dessen, der noch kurz zuvor eine Krone getragen und sie nun auf ihu vererbt hatte. tische Muse vom ersten bis zum letzten Federstrich des Autors geweint haben. Die Musik entbehrt jeder Originalität und enthält stellenweise Notenkopien anderer Komponisten, die möglicherweise auch unabsichtlich in das Werk ausgenommen wurden. Die Jnstrumentirung is^ schlauer Weise darauf berechnet, durch die grobe und kleine Trommel, die übrigens in dem Stücke sehr viel benützt werden, und im Vereine mit den Tschinellen den Aktschluß recht effektvoll zu machen und den Zuseher zu packen, doch die Zuseher lieben sich nicht ködern und bewiesen dadurch hinlänglich, daß ihr musikalisches Ver« ständnib nicht sg schwach sei, um nicht musikalische Purzelbäume von gehaltvollen Stellen zu unterscheiden. Mit Ausnahme der im 2. Akte vorkonunenden Walzerarie, die sich übrigens in zu hoher Lage ergeht, sind auch sangliche Nummern nicht nennenswert, außer man wollte das dem Schönheitsgesühl ins Gesicht schlagende und vom Herrn Hammerl (Petro) und Frl. Hans (Dolores) unter aller Kritik gesungene Duett im negativen Sinne bezeichnen. Hätte der Benefiziant ein bekanntes u:»d gutes Tonwerk gewählt, welches er nach eingehendem und gutem Studium zur Aufführung gebracht lzätte, so könnte er des Dankes von Seite des Pub likums ebenso gewch und sicher sein, als er sich jetzt den verdienten Tadel gefallen lassen muß, den sein Schaffen hervorrief und das sich für die Zukunft mit günstigem Erfolge nur auf das Komponiren von Tanzstücken erstrecken dürfte. Der Direktioi» aber möchten wir nach dieser empfindlichen Strafe, die sie den Zusehirn, vielleicht für ihren vormals so lässigen Theaterbesuch, zuerkannte, empfehlen, alle Stucke vor der Aufführung gewiss«?nhast zu prüfen, denn: Qa8eitur, von üd!" Letzte Beuft kürzlich g SuKert htibeu, der Krieg mit O ft-rreich Ungar« f»t unver-metvlicv geworden. Die Papftwah! soll am Dienstag im Vattkau beginnen. Rußland hat dreihuod'rtzwanzig Bataillone .Lokaltruppen" mod»l gemacht und znm Ersatz ders lden die erste Klasse der Landwehr einberufen. Die Besetzung KonstavtinopelS durch die Atusfei» soll unmittelbar bevorstehen. Der Sultan hat der englischen Flott« die Erlauvniß zur Fahrt nach Konstanlino-pel verweigert. Marquis Posa. ^ I»» Friedrich's Hause hatte während der Vorgänge dieser Nacht die größte Unruhe geherrscht. Begreiflicher Weise dachte Niemand daran, sich zur Ruhe zu begeben, denn die Anspannung der Neugierde und Furcht ließ kein Gefühl der Ermüdung aufkommen. Dazu kant noch, dab die Räthin sowohl als Ulrike mit jeder Viertelstunde Friedrich's Heimkehr erwarteten. ^Wenn ich nicht irre", unterbrach Ulrike das Schweigen, „so nimmt das Getöse und das Schieben ab. Vermutlilich ist irgend eine Entscheidung eingetreten, da wird Friedrich wehl bald kommen. Meinen Sie nicht auch?" „Ach, ich meine heute gar nichts mehr!" ries dle Näthln entgegen. „Ich bin ärgerlich, ärgerlich, wie ich es lange nicht gewesen blu. Einmal bin ich's, weil ich in meitien alten Tagen noch solche Dinge erleben mub, und dann wieder, dab Ihr Eintritt in unser Hans dadurch so verdorben wurde! Am meisten aber bin ich ärgerttch über meinen Sohn, daß er sich von solchem Treiben nicht sern hält. Es ahnt mil, dab das noch sein Unglück >ft!" „Sie haben nicht Unrecht, liebe Mutter l" erwiederte Ulrike. „Auch mir wäre eS erwünscht gewesen, wenn »vir den heutigen Abend als den Vom Nüchertisch. „Neue Illustrirte Zeitung" Nr. S0. Illustrationen: Franz Tewele. — Ein Herbsi-bild. Original-Kreidezeichnung von S. Sidora-witz. Ein Winterbild. Auf Holz gezeichnet von A. Obermüllner. — Die Bierprobe. Nach dem Gemälde von Schorn. — Brief vom Kriegsschauplatz. — Aus dem russischen Lager: Die Nachricht vom Abschlüsse des Waffenstillstandes. — Der Gorilla des Berliner Aquariums in verschiedenen Lebensstellungen. Aus der Natur. Verlag von G. Schwetschke in Halle. — Typen aus dem Ballsaal. Original-Zeichnung von G. Jmlauer. — Texte: Die Waise von Belluno. Erzählung von Heinrich Noe. (Schlub.) — Ausgestoßen. Erzählung von L. Lecher. (Fortsetzung.) — Wisn's jüngster Theaterdirektor. Von L. Held. — Römischer Brief. — Der Telegraph im Dienste der Astronomie. Von Dr. I. Holet-schek. — Der orientalische Krieg. Von Schweiger-Lerchenfeld. — Der Gorilla des Berliner Aquariums. — Das goldene Kreuz. Novelle von F. Hell. (Fortsetzung.) — Die Bierprobe. — Kleine Ehronik. — Schach. — Rösselsprung. — Problem. — Silbenräthsel. — Kryptogramme diabolique. — Korrespondenzkasten. — Wochenkalender. Die soeben erschienene Nummer 20 der illustrirten Familienblattes „Die Heimat" enthält: Unersetzlich! Roman von Josef Weilen. (Fortsetzung.) — In mir und um mich. Sonette von E. Eerri. — Junge Herzen. Novelle von Ferd. von Saar. — Illustration: Straße in Hall (Tirol). Originalzeichnung von Aug. Voigt. — Sonderlinge. Originale, Abenteurer. Von Dr. C. v. Wurzbach. I. Ein Kavalier Original. — Tirolisch-Hall. Von Dr. I. Emmer. (Siehe das Bild Seite 317.) — Eymbal und Cymbal-schläger. Von Hugo Klein. Mit Illustration: „Ungarischer Cymbalschläger. Originalzeichnung von Ludwig Flischer. — Aus meinem Eolda-tenleben. Von Gustav Aoung. Vlll. Abschied vom Ober-ErziehungShause. — Aus aller Welt. Zu verkaufen: Wegen Ucbersiedlung, schöne sowie einfache verschiedene Mötiel, eiserne Geschirre, große Wasch-Schaffeln, ein Bienenhaus sammt Korben (nemstcr Konstruktion), eine Zither und ein schönes graueS Wollenkltid. (164 Wo? sagt die Expedition d. Bl. ersten iin Hause meines künstigen Gatten ungestört und im Fainilienkreise hätten zubringen können. Doch bin ich weit eiitfernt, Friedrich darnm zu tadeln. Er ist ein Mann und kann sich t'i'S solcher von den Ereignissen der Zeit nicht (Absondern." „Ach gehen Sie mir damit! Zu meiner Zeit war es des Mani»es höchste Pflicht, den Platz, aus dem er stand, ganz und recht auszufüllen. Um etwas Anderes oder gar ums liebe Ganze brauchte er sich nicht zu kümmern. Es war wie in einer Uhr. Wenn da jedes Rädchen und jedes Häkchen seine Schuldigkeit thut, so geht auch das Werk verlässig fort. Ein solcher Mann war mein Seliger, Friedrich's Vater, Uiid ich kann es Ihnen sagen, dab er üt'erall für einen braven Mann galt. Ich bin auch grob und alt geworden in diesen Grundsätzen und begreife nicht, woher Friedrich den unseligen Hang hat." Ulrike ergriff der Räthin Hand u»id wollte eben etwas Entgegenkommendes erwidern, als die Hansklingel ertönte und bald darauf, von Beppo mit der Leuchte begleitet, Friedrich über den Hofraum schritt. (Kortsetzung folgt.) Hellte Weillprobe. (ISö ZT'Zö! M Kundmachung. Samstag den 16. Februar 1878 Vormittag 10 Uhr findet die II. Sitzung der IV. Session der hiesigen Bezirksvertretung statt. Tagesordnung: 1. BezirfSkosten-Boranschlag pro 1^78. 2. BezirkStosten Rechnung pro 1877. 3. Wahl eines Mitgliedes in den Bezirksschulrath Marburg. 4. Bericht des Bezirksausschusses »Iber den Stand der Ver-Handlungen bezüglich deS FortsetzungSbaueS der St. Jakober BezirkSstraße II. Klasse. 5. Rechtfertigung der vom BezirkSauSschnsse zugesicherten Leiiiung eines Beitrages von 221 fl. 8 kr. aus Be-urkSm'tteln zur Verlängerung deS Leitwerkes am linken Drauufer unterhalb des Täublinger DraudurchsticheS. 6. Antrag des Bezirksausschusses, die Platscher BezirkSstraße in der Strecke vom vulgo Barmetler biS zur Platscher Brücke auf eine Breite von 6 Meter zu verschmälern. 7. Bericht deS Bezirksausschusses über die den Gemeinden Untertötsch, Oberkötsch und Bachern zur Wiederherstel-lung der durch den Woltenbruch vom 15. August v.J. zerstörten Gemeindestraßen aus Landes- und Bezirksmitteln zugesicherten Unterstützungen. g. Bericht deS Bezirksausschusses über seine gesetzliche Ein« flußnahme auf Verbesserung des ZustandeS der Ge« meindestraßen. 9. Antrag deS Bezirksausschusses, sich den behufs rascherer Durchfllhrung der Murregulirung von der Murreguli-rungskommlsfton eingeleiten Schritten anzuschließen. 10. Bericht deS Bezirksausschusses über die vom sieierm. LandeSauSschusse auS dem steierm. Waisenfonde i. I. 1377 an dleSbez. Waisen gewährten Waisenpfründen. 11. Bericht des Bezirksausschusses über die im Herbst 1877 zur möglichsten Hintanhaltung von Weintraubcndieb« stählen getroffenen Maßregeln. 12. Bericht des Bezirksausschusses über die derzeit im Bezirke noch bestehenden Lehrer-Raturalsammlungen. 13. Antrag des Bezirksausschusses, an daS k. t. Justizmi' nisterium eine Petition zn richten, dahin gehend, die nach gegenwärtigem Stande der einschlägigen gesetzli-cheu Bestiinmungen ganz zwecklose Zustellung von Rubriken über bewilligte Realezekutionen an Bezirks-auSschüsse, OrtSschulräthe und KirchenkonkurrenzauS« schösse aufzuheben. 14. Antrag des BezirkSauSschnsse», an das k. k. Kinanz-Ministerium eine Petition zu richten, dahin gehend, den k. k. Steuerbehörden die Vorschreibung eines Gebührenäquivalentes von dem Jagdrechte der G mein-den zu untersagen. 15. Antrag des Bezirksausschusses, sich an den steierm. Landesausschuß um Veranlassung zu wenden, daß Strafbeträge, Armenperzente u. s. w. nicht, wie eS noch vielfältig geschieht, den Pfarrarmeninstituten, sondern den gesetzlich bezugsberechtigten und mit der Pflicht der Armenversorgung belasteten Armenfonden der Gemeinden auSgesolgt werden. IL. Einschreiten der Gemeinden Ranzenberg^und Peßnitz-hofen um Bewilligung zur Auflassung deS von der St. Leonharder Bezirksstraße I. Kl. in der Gemeinde Peßuitzhofen abzweigenden, durch genannte Gemeinden führenden und in der Gemeinde Ranzenberg in die W»en'Tl»ester Reichsstraße einmündenden Fahrweges als Gemeuldestraße. 17. Einschreiten der Gemeinde Zellnitz un der Drau um Bewilligung zum Verkallfe eines, 185 messenden Theiles V0tt der Parzelle Nr. 594/o in Gerstorf. 16. Einschreiten nachbeuannter Temeiiiden um Bewilligung hötjerer Gemeindeumlagen ztir Deckung der Erforder« Nisse pro 1373, als: Kumen 50"/», Bergenthul 48, Nußdorf 40, JohanneSberg 40, Brunndorf 40, Jello-vetz 40. Tresternitz 8ö, Loka 35, Skoggen 32, Zirk-Nitz 30, St. Egyoi 30, Dobreng 80, «retzenbach 30, Zmollnig d0, GamS 30, Rottenberg 30, Keistritz bei Kaal 30, Lobnitz 30, Rotliwein 30, Mariurast S0, Roßbach 30, Ptckerndorf 80, Rantsche 30, Walz 25, Slemen 25, Pöllitschdorf 25-/g. BezirkSauSschllß Marburg am 24. Jänner 1878. Konrad Seid!, Obmann. Zur Aufklärung. Um alle Mihverständnlsie zu vermeiden, erkläre ich hiemit. daß mein Eingesandt über die Miethe deS HauseS Nr. 6 (Draugasse) nicht Herrn Georg, sondern Herrn Josef Stark gilt. Herr Georg Stark hat, nachdem er von sch'verer Krank» heit genesen, mit mir über die Sache gesprochen und bin ich nun vollkommen überzeugt, daß ihn nicht der geringste Vorwurf treffen kann. Marburg, 12. Februar 1878. Mathias Stebich. Ein schöll möblirlts Zimmer u ei« geräumiges Gewölbe sind am Domplatz Nr. 6 sogleich zu vergeben. (167 Eo«ceffto«trte privat Ha«delssch«lt des Ptter Ntfch i« Marbiirg a/A. Um einem mehrfachen Wunsche zu entspre« chen, bringe ich hikmit zur gefälligen Kenntniß, daß ich mit 20. d. M. wieder einen Abendcors fir Erwachselle eröffnen iverde. Der Unterricht umfaßt: Haudelsarithmetik, einfache Suchhaltuug, Handelscorrespondenz und Wechselrecht. (171 Jene Herren, ivelche diesti, CurS zu fre-qukntiren beabsichtigen, wollen mir ihren Entschluß möglichst bald bekannt geben, damit ich die nöthigen Vorbereitungen rechtzeitig treffen kann. Marburg, 10. Arbruar 1878. Peter Refch. Josvsa öiv botrübsoäv riebt voll Äsm Ilink>n, vvloksr am 11. k'olirukzr'/,12 IIKi'«»okts im 62. I^vbvllg^. solijs iv ^ust.»It ll»ok övkvzs. Kita» oinKvsoxnst ullä soljaon Liir Lsföräsrunzs ll»ok auk 6sm Lalillkofs zrslsitst. KM 12. 1873. 169) VIe trauorväo Sattln. II. stsiorm. IZsiedsvkuttakrvvx»» vvä ösorcklxvv?»-^vt»It. lllmiUiwegIl»»». 148 Mein gemischtes Waareugeschäst sammt Tabak in 5t. l.oi'vnxon an der Kärnlnerbahn kommt vom 1. Marz an zu verpachten. ^os. Kästln, ikisi-iKiirDr. Ä« verpachte« oder z« verkaufe« ein grvHes Gewölbe, für ein jedes G,schüft geeignet, wo eine GreiSlerei, Spezerei-, Viktua-neu-, Getreide-, Selcherei- und Holz- ivaarengeschäft betrieben wurde, auf sehr gutem Posten in Eilli, Grazergasse Nr. 87. (ISö Gin Commis der-Sprzerei-, Material-, Färb- und Drougen-waaren-Branche, der deutschen und slovenischen Sprache mächtig, mit guten Referenzen, wünscht eine Stella. ^168 Näheres im Comptoir d. Bl. Dei möblitte Zimmer sind in der Burggasse Nr. S, II. Stock zu ver, miethen.___^öS MSbel litAt» NlItWhllllllt». Jllllstrirte PreiScooraiite gratis. von (lös Bg«az «ro«, Wie«, Stadt, ii^Sckcrstraße Nr. I. fi'lsvl, snapüslilt ?ul' ßiitixvu ^linaliwo 1485) 00n6it0r. W?' srosssr ^usvöckauk V0U Linter-, k'rüdjalir-, Sommer- nnä Kerbst-Vamenkleiäerstotkell, sovile äi-vei'se IlluIiÄNKtüolier, einß^e^ekte I^0NA'3b^^l8, ?l«iäs, liexvuwälitel- unä .Inekenstotkeri. Lvkvvsi'lv 3eiäe, Lavkemire, I^ustres, iloksir, Rips, ?0pljue etc. k'ertiKe (I!outvvtioll in keKevmäntel, backen, Kä6er, Lvklakrövke etc. ete. !2u äiesem vvrtkeilkaften reellen Linksuke laÄea erKelienst ein ?«tut80l>iites Sc MoUiviirt m m »luc Srlllo »u« vi «ZV. üliil'lxli'x. Nl>ilz»li>'8elik8 II»m. Der ckttnvrt NR»r 8 unä ist du«rd Zinfchiß i» Itardurg.