Poltaln* plaCana * gotoTlnl. Deutsche Zeitung — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — grisilemlnz iith Bersoltasfi i *r*itnta»<> >Utca 5, t*U*ho* Kr.21 (tnternrban) i ve,»9,preis, ffit da- 3«lanb : vierteljährig 40 Din. halbjährig 80 Din. acnq. "trt,n fa b« »«Mtoing p »Uligste, »«»thre, »»tgegeng.nommen f jährig ISO Din. &flt da, «»»land »ntsprecheNd« «rhöhong. «in,elm.mmer »in 1^0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Rummer 72 } Ceije, Sonntag, den 6. September 1931 II 56. Jahrgang Neue Verfassung des Königreiches Jugoslawien Das Manifest S. M. des Königs An mein teures Volk! > * nationalen Einheit und des staatlichen Ganzen ist meine heilige Pflicht und das höchste Ziel meines Herrschertums. Dies war der Antrieb nnd die Hauptaufgabe des Regimes, das ich am 0. Zinner 1929 einführte. Mit meinem Worte, das mir die Liebe zur Heimat auferlegte. klarte ich meinem teuren Volke alle Schwierigkeiten und Gefahren offen auf. in d»e unser nationales Leben und das staatliche Ganze geraten waren. «... ^iese Schwierigkeiten waren so groß. die Gefahren so ernst, daß sie die tiefe Sorge aller Patrioten weiten und die Seele der Nation zerrissen. Alle, das ganze Bolk sah. was die Ursache dieses Uebels war. und war sich der Größe dieses Uebels bewußt; deshalb verstand und nahm es meine Entschlüsse mlt vollem Vertrauen auf. Hohes nationales Bewußsein und gesunde Vernunft sind Tugenden, die unser Bolk immerdar in ernsten Momenten seiner Geschichte zeigte. Mein vertrauen zur Liebe des Volkes und zu seinen moralischen «rasten bot mir die sichere Grundlage für alle Maßnahmen bei der Regelung der Verhältnisse im Staate. ^ 3<^ ?!". glücklich und stolr, daß mein ganzes teures Bolk vom ersten Augenblick an meine Absichten und Mahnahmen verstand und mit einmütiger öffentlicher Guiheis,»»g die Durchführung meiner Entschlüsse kraftvoll unterstützte. Mit dieser großen und umfassenden Hilfe des Volkes wurde in verhältnismäßig kurzer Zeit erreicht, daß große nationale und staatliche Aufgaben zu Gunsten dauernder Grundlagen gesnnden staatlichen Lebens durchgeführt wurden. „ Dem Königreich Zugoslawien. aufgenommen mit warmer nationaler Seele vom ganzen lugoslawischen Bolk. lind die notwendigen Bedingungen für einen starken Aufschwung und für eme große nationale Zukunft gesichert. Ueberzeugt davon, daß es die bisher erreichten Früchte der Arbeit, gesunder Politik, nationalen Bewußtseins und nationaler Grfahrung zulassen, daß zur Schaffung und definitiven O^anisation jeuer Einrichtungen und jener staatlichen Ordnung geschritten werden kann, die am besten den Bedurfnissen des Volkes und den staatlichen Interessen entsprechen werden, habe ich beschlossen, die bisherige Arbeit bei der Durchführung der nationalen und staatlichen Politik auf die breitere Grundlage der direkten Mitarbeit des Volkes zu stellen. . Glauben an Gott und an die glückliche Zukunft des Königreiches Zugoslawien verleihe ich die Verfassung des Königreiches Zugoslawien. Beograd. am 3. September 1931. Alexander m. p. Wortlaut der Verfassung Die „Sluzbene Novine" vom 3. September, 1931 verlautbaren nachfolgende Verfassung, die nach ihrem Artikel 120 mit dem Tage der Verlautbarung in Kraft getreten ist: Wir, Alexander I.. durch Gottes Gnade und den Willen des Volkes König von Zugoslawien schreiben vor und machen kund die Verfassung des Königreiches Jugoslawien, welche lautet: Erste Abteilung Allgemeine Bestimmungen Artikel 1. Das Königreich Jugoslawien ist eine erbliche und konstitutionelle Monarchie. Artikel 2. Das Wappen des Königreiches ist der zwei» töpfige weiße Adler im Felde auf rotem Schild. Auf den beiden Köpfen des zweiköpfigen weißen Adlers steht die Krone des Königreiches. Die Staatsfahne ist das blau-weiße-rote Drei-sarb in wassergerader Lage zum aufgestellten Schaft. Artikel 3. Die Amtssprache des Königreiches ist Serbisch» Kroatisch-Slowenisch. Zweite Abteilung Staatsbürgerliche Rechte und Pflichten Artikel 4. Die Staatsbürgerschaft ist im ganzen König-reiche eine. Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetze gleich. Alle genießen gleichermaßen den Schutz der Behörden. Adel, Titel und irgendwelche Geburts-Vorrechte werden nicht anerkannt. Artikel 5. Die Freiheit der Person wird garantiert. Nie-mand darf zur Verantwortung gezogen, eingesperrt oder irgendwie der Freiheit beraubt werden außer in den Fällen, die das Gesetz bestimmt. Die unge-setzliche Wegnahme der Freiheit ist strafbar. Artikel 6. Niemand darf vor einem unzuständigen Gericht gerichtet werden. Artikel 7. Niemand darf abgeurteilt werden, solange er nicht auf dem zuständigen Gericht verhört oder auf gesetzliche Weise aufgefordert worden ist, sich zu verteidigen. Artikel 8. Die Strafe darf bloß nach dem Gesetz bestimmt und nur für Handlungen durchgeführt werden, be-züglich deren das Gesetz im voraus bestimmt hat, daß sie mit dieser Strafe zu bestrafen sind. Artikel 9. Kein Staatsbürger darf aus dem Staate ver-bannt werden. Er darf im Staate nicht von einem Ort in den anderen verbannt und nicht in irgend-einem Ort interniert werden, außer in den Fällen, die das Gesetz besonders vorsieht. Niemand und in keinem Falle darf jemand aus seiner Heimatsge-meinde vertrieben werden ohne gerichtliches Urteil. Artikel 10. Die Wohnung ist unantastbar. Die Behörde darf keine Untersuchung oder Hausdurchsuchung in der Wohnung eines Staatsbürgers durchführen, außer in den Fällen, die das Gesetz vorgesehen hat, und in der Weise, wie sie das Gesetz vorschreibt. Die ungesetzliche Verletzung dieser Unantastbarkeit ist strafbar. Artikel 11. Die Freiheit der Religion und des Gewissens ist garantiert. Die anerkannten Konfessionen sind gleichberechtigt vor dem Gesetz und können ihren Glauben frei bekennen. Der Genuß der staatsbürger-lichen und politischen Rechte ist vom Glaubensbe-kenntnis nicht abhängig. Niemand kann von seinen staatsbürgerlichen oder militärischen Pflichten und Verbindlichkeiten dadurch befreit werden, daß er sich auf die Vorschriften seiner Religion beruft. Eine Konfession darf nur mit Gesetz anerkannt werden. Die anerkannten Konfessionen regeln ihre inneren Religionsgeschäste selbständig und wirtschaften mit ihren Fonden und ihrem Eigentum in den Grenzen des Gesetzes. Niemand ist gezwungen, sein Glaubensbekenntnis öffentlich zu bekennen. Niemand ist verpflichtet, bei konfessionellen Handlungen, Feier-lichkeiten und Riten mitzutun, außer bei staatlichen Feiertagen und Feierlichkeiten und inwieweit dies das Gesetz für Personen anordnen würde, die den elterlichen, vormundschaftlichen oder militärischen Ge> walten unterworfen sind. Angenommene und aner-kannte Konfessionen können die Verbindungen auch mit ibren konfessionellen Oberhäuptern im Ausland unterhalten, wenn dies die geistlichen Vorschriften der einzelnen Konfessionen erfordern. Die Art. wie diese Verbindungen unterhalten werden, wird das Gesetz ordnen. Inwieweit im Staatsbudget für die einzelnen Konfessionen Mittel vorgesehen sind, müssen sie unter die einzelnen anerkannten Konfesionen im Verhältnis der Zahl ihrer Gläubigen unds der sachlich bewiesenen Notwendigkeiten verteilt werden. Vertreter der Konfession dürfen nicht ihre geist-liche Gewalt in den Bethäusern oder mit Hilfe von Aufschriften konfessionellen Charakters oder sonst zu persönlichen oder zu Parteizwecken anwenden. Ebenso darf nicht zugelassen werden, daß in den Bethäusern oder gelegentlich von konfessionellen Versammlungen und Manifestationen irgendeine politische Agitation betrieben wird. Seite 2 Deutsche Zettung Kummer 72 Artikel 12. Jedermann darf im Rahmen des Gesetzes seine Gedanken mit lebendigem oder geschriebenem Wort, mit Bildern oder mit anderen entsprechenden Mitteln zum Ausdruck bringen. Artikel 13. Die Staatsbürger besitzen das Recht der Ver-einigung, der Versammlung und der Aussprache in den Grenzen des Gesetzes. Vereinigungen dürfen nicht auf konfessionellen, stammlichen oder regionalen Grundlagen zu parteipolitischen Zwecken oder zu Zwecken der körperlichen Erziehung beruhen. Auf Versammlungen darf nicht mit Waffen gegangen werden. Artikel 14. Die Staatsbürger haben das Recht der Bitten. Bitten dürfen einer oder mehrere Staatsbürger unterschreiben, wie auch alle juristischen Personen. Bitten (Gesuche) können allen Behörden ohne Unter-schied vorgelegt werden. Artikel IS. Wissenschaft und Kunst sind ftei. Artikel 16. Außer den Staatsschulen können in den Grenzen des Gesetzes auch private Schulen bestehen. Die Volksschulung ist verpflichtend. In den staatlichen Schulen ist der Unterricht kostenlos. Alle Schulen müssen eine moralische Erziehung geben und das staatsbürgerliche Bewußtsein im Geiste der natio-nalen Einheit und konfessioneller Duldsamkeit ent-wickeln. Alle Bildungsanstalten stehen unter staatlicher Aussicht. Artikel 17. Unantastbar ist das Geheimnis der Briefe, des Telegraphen und des Telephons, außer in Fällen einer Strafuntersuchung, der Mobilisierung oder des Krieges. Alle diejenigen, die das Geheimnis der Briefe, des Telegraphen und des Telephons ver-letzen, werden nach dem Gesetze bestraft. Artikel 18. Jeder Staatsbürger hat das Recht, direkt und ohne jede Genehmigung bei Gericht den Staat oder die Selbstverwaltungsorgane für ein ihm im Dienstverfahren geschehenes Unrecht zu klagen. Für Mi° nister, Richter und Soldaten unter der Fahne gelten besondere Verfügungen. Für den Schaden, die dem Staatsbürger der Staat oder das Selbstverwaltungs-organ durch ungesetzliche oder unrichtige Durch-führung des Dienstes verursachen, verantworten vor dem ordentlichen Gericht der Angestellte als Täter und der Staat bezw. der Selbstverwaltungskörper. Artikel 19. Alle Berufe in allen Zweigen des Staatsdienstes sind nach den gesetzlichen Bedingungen gleich zugänglich für alle Staatsbürger. Artikel 20. Jeder Staatsbürger genießt den Schutz des Staates in fremden Staaten. Jeder Staatsbürger kann aus der Staatsbürgerschaft austreten, wenn er alle Verpflichtungen gegenüber dem Staat erfüllt hat. Die Auslieferung eigener Staatsbürger ist ver-boten. • * Siebente Abteilung Volksvertretung Senat Artikel 50. Der Senat besteht aus Senatoren, die der König ernennt, und aus Senatoren, die gewählt werden. Ein Senator kann nicht jünger als 40 Jahre sein. Die Bestimmungen über die Zahl der ge-wählten Senatoren und über ihre Wahl wird das Gesetz vorschreiben. Der König kann eine gleich große Anzahl von Senatoren ernennen, wie gewählt werden. Niemand kann gleichzeitig Senator und Abge-ordnete? sein. Artikel 51. Das Mandat der gewählten Senatoren dauert sechs Jahre. Alle drei Jahre erneuert sich der Senat durch die Wahl von neuen Mitgliedern um die Hälfte der gewählten Senatoren. Artilel 52. Das Mandat der vom König ernannten Se-natoren dauert sechs Jahre. Das Mandat kann auf Vorschlag des Ministerpräsidenten wegen körperlicher Unfähigkeit oder wenn der Senator vom Gericht wegen einer strafbaren Handlung verurteilt wurde, ausgehoben werden. Ein ernannter Senator darf, wenn er aktiver Staatsbeamter ist, seine Beamten-stelle nicht beibehalten. Artikel 53. Der Senat tritt zugleich mit der Rational» Versammlung (Rarodna skupscina) zusammen und hört mit dieser aufzuarbeiten. Der Senat untersucht die Richtigkeit der Mandate der gewählten Senatoren und fällt über sie Beschluß. Nationalversammlung Artikel 54. Die Rationalversammluug besteht aus Abgeordneten, die das Volk ftei mit dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht wählt. Die Volks-Vertreter werden auf vier Jahre gewählt. Das Mandat eines Abgeordneten hört auch früher auf im Falle, den das Wahlgesetz vorsieht. Die Be-stimmungen über die Zahl und die Wahl der Ab-geordneten werden in einem besonderen Gesetz geregelt. Der Zeuge Bon Dr. Wradalsch, Sevnica Die Sonne brannte schwül. 28" R im Schatten. Der zwei Kilometer vom Glacis entfernte Kaffeehausgarten „zum Glacis" symbolisierte den Schatten durch einen Holunderstrauch und zwei in Kübeln steckende Oleanderbäume; ersterer warf den Schatten auf eine lehmgelb lackierte Eisenblechgartenbank, die beiden letzteren kamen in olge nur sporadisch ange-fetzter Blättchen auf ble stiftdünnen Zweigen als Schattenspender nicht in Betracht. Auf den Schattenfleck des Holunders, der die halbe Bank beherrschte, setzte sich ein schwarzer Herr mit einem Zwicker auf dem Höhepunkt seiner Krummnase. Der Ober erschien. „Befehlen?" Tee. „Mit Sahne, Milch oder Rum?" Einem vorüber gehenden Bekannten oder bekannten Vorübergehenden nickte der schwarz Be-zwickte zu und der Ober bezog den Nicker verständ-nisvoll auf fein drittes Angebot und brachte Tee mit Rum. Der Gast vertiefte sich in eine Zeitung, die er zur Schattenvermehrung, anknüpfend an den Hown-derschatten, seitlich über die Knie hielt. Es war zwei Uhr. Nach einer halben Stunde kam ein Herr mit blauem Kammgarnrock, weißer Weste und hirschle-derner Hose. Er setzte sich auf einen lehmgelb lackierten Stuhl an ein rundes Tischchen. Der Ober erschien. „Befehlen?" „Hm, bei dieser Hitze — Soda mit Himbeer." Er nahm ein Zeitungsblatt und beschattete sich damtt. Der Ober brachte das rot-weiß leuchtende Glas und der Hirschlederne mischte, bis es morgen-rot auftauchte. Nach einer halben Stunde erschien ein dritter Gast in gelbem Nanking, dünn, in der ungefähren Ausdehnung eines Besenstiels, mit dem ganzen Körper wackelnd, ob aus jugendlichem Marasmus senilis oder wegen der hiedurch zerrütteten Nerven, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Wohl aber erfuhr das rote Sodaglas einen Umsturz und der Lederbehoste einen Fußtritt. „Par-don", näselte der Wackler, „das passiert quelquefois, ich wollte eigentlich zum dritten Tisch." „Erlauben Sie mir," fuhr die quecksilberne Lederhose auf, „wie komme ich dazu, von Ihnen angegossen zu werden?" „HabenSie das nicht wahrge«mmenfragt« der Wackler. „Mit Hohn kommen Sie mir nicht auf, Sie wackelnde» Individuum, bezahlen Sie den Schaden." „Was? Ich ein Individuum? Sie Trottel!" Artikel 55. Das Wahlrecht hat jede Person nach Geburt und Naturalisierung, wenn sie das 21. Altersjahr vollendet hat. Aktive Offiziere, wie auch Unter-offiziere und Soldaten unter der Fahne können nicht das Wahlrecht ausüben und dürfen nicht gewählt werden. Mittelst Gesetzes wird die Frage des Frauenwahlrechts gelöst werden. Artikel 56. Zeitweise verlieren das Wahlrecht: 1. Personen, die zu Zuchthaus oder zu Arrest über ein Jahr verurteilt wurden, solange ihnm die staatsbürgerlichen Rechte nicht zurückgegeben werden; 2. Personen, die zum Verlust der Ehrenrechte verurteilt wurden, solange diese Strafe dauert; 3. Personen, die im Konkurs sind-, 4. Personen, die unter Kuratell stehen; 5. Personen, die mit besonderem Urteil das Wahlrecht wegen Wahlübertretungen verloren haben. h Artikel 57. Zum Senator bezw. zum Abgeordneten kann nur jener gewählt werden, der das Wahlrecht besitzt, ohne Rücksicht darauf, ob er in das Wählerverzeichnis eingeschrieben ist. Von jedem Senator bezw. Abge-ordneten werden folgende Bedingungen gefordert: 1. er muß Staatsbürger des Königreiches Jugoslawien nach Geburt oder Naturalisierung sein; 2. der naturalisierte Staatsbürger muß in unserem Königreich wenigstens 10 Jahre vom Tag der Naturalisierung an wohnen. 3. er muß das 40. bezw. 30. Lebensjahr voll-endet haben; 4. er muß die Staatssprache sprechen und schreiben. Der Verlust des Wahlrechts schließt den Verlust des Mandates des Senators bezw. Abgeordneten in sich ein. Ein Senator oder ein Abgeordneter darf nicht gleichzeitig Staatslieferant oder Staatsunter-nehmer sein. Artikel 58. Ein aktiver Staatsbeamter darf nicht als Se-nator oder Abgeordneter kandidieren. Polizei-, Finanz-und Forstdeamie, wie auch die Beamten der Agrar-reform dürfen nicht kandidieren, außer wenn sie ein Jahr vor Ausschreibung der Wahlen aufgehört haben, Beamte zn sein. Minister, aktive und zur Disposition, können kandidieren. Artikel 59. Jeder Senator und jeder Abgeordneter reprä-sentiert das ganze Volk. Jedes Mitglied der Volks-Vertretung legt einen Eid ab, daß er treu dem König sein und über alles die nationale Einheit, die Unabhängigkeit des Staates und die Gänze der staatlichen Obrigkeit schützen, daß er die Verfassung achten und immer das Wohl des Volkes vor Augen haben werde. (Fortsetzung folgt.) Und er wackelte seine Karte aus einem Etui heraus. „Da lesen Sie, Sie Einfaltstocker!" „Herr Baron," schrie ihm der Lederne nach, „Das werden Sie bei Gericht verantworten." Das Bezwickte hatte seinen Schattenverlängerer zur Seite geschoben und musterte die Beiden. . Da eilte der Lederbehojte auf ihn zu, gab ihm die Karte und empörte sich: „Ein Baron — und so ein Lümmel! Sie haben gehört, Sie müssen mir als Zeuge dienen." Der Schwarze las: „Freiherr Adolar Pauvre-court" und sagte: „Sehr erfreut, Ihre werte Bekanntschaft ge- macht zu haben — Baron —--- „Nicht wahr, Sie staunen ebenfalls", fiel ihm der Lederne in die Rede, „nennt sich Baron, so ein Aas," und nahm die Karte zurück, „aber den Ge-fallen, Zeugenschaft abzulegen, tun Sie mir sicher." „Ich bin leider--" „Verstehe. Sie sind leider zu einem solchen Amüsement nicht zu haben. Selbstverständlich - zu Gericht laufen, beeiden müssen, ftozzeln anhören müssen — jedoch hier handett es sich, das werden Sie mir wohl zugeben, um meine befleckte Ehre und dieser Schandfleck kann nur durch Ihre Zeu-genschaft wieder hergestellt werden," dabei klopfte er seinem Gegenüber vertrauensvoll auf die Achsel. Der Bezwickte lachte ein müdes Lächeln. „Sie gefallen mir---" Nummer 72 D»»tfche Zeitung Seite 3 ...und jetzt die vierte Generation! Seit über achtzig Jahren verwenden erfahrene Hausfrauen Hirschseife für die Wäsche. Drei Generationen kennen schon diese reine, ausgieb Seife — und jetzt auch die vierte ration sie kennen schätzen! SCHICHT' k SCrl J 5 HIRSCHSEIFE immer unverändert . .. immer gleich gut NationalttStenkongreß 1931 Von >rv«d «renstain Genf, Ansang September. Die diesjährige internationale Minderheiten» aussprache, ofsiziell als europäischer Nationalitäten-kongreß bezeichnet, geht alljährlich der Plenarver-sammlung des Völkerbundes voraus und ist mithin soedenz geschlossen worden. Er konnte die überaus stattlich« Beteiligung von 35 verschiedenen nationalen Gruppen aus 14 europäischen Staaten ausweisen. Immerhin kann von einem Welt kongreß der Min-derheiten nicht gesprochen werden. Denn dieses Gremium wies noch immer Lücken aus. Wo find die Deutschen aus Italien, die Minderheiten aus der Türkei, die Vertreter der vielen Völkerschaften Ruß-land»? Auch die polnische und die dänische Minder-heit aus Deutschland, die vor 4 Jahren dem Kon-grefe eine Absage erteilten, haben bisher den Weg nach Genf noch nicht zurückgefunden. Nach den drei-tägigen Verhandlungen mutz gesagt werden, daß der Minderheitenkongreß unter einer gewissen falschen Scham leidet. Er hat so seine Prinzipien und man wird sie nicht immer als glücklich bezeichnen können. Da dürfen z. B. Regierungen und verantwortliche politische Leiter nicht angegriffen werden. Aber der Beobachter will sich doch auf diesem Kongreß restlos über die Lage der Minderheiten orientieren und er will auch wissen, wer der Schuldige bei den Reibungen ist. Altes wird durch die Blume gesagt und so wird vieles verwischt. Es herrscht offenbar das Bestreben vor, sich auch hier jenes übertüncht diplo-matifchen Stils zu bedienen, der im Völkerbund üblich geworden ist. Wenn sich ein Redner schärfer auslasten wollte, ertönte die Glocke des Präsidenten. Das geschah sehr oft, aber weniger wäre hier mehr gewesen. Wobei andererseits selbstverständlich zugegeben werden mutz, daß das Minderheitsproblem das allerheikelste in der europäischen Politik ist und man schon ein politischer Jongleur sein muh, um hier nicht auszurutschen. O Ein buntes und gar» außergewöhnliches Gre-mium, dieser Kongreß. Wo findet man denn noch in einem Saal 14 verschiedene Staatsgruppen zu-sammen, die alle eine umgekehrte Nationalität haben! Da sahen wir diesen Doktor Skovos Georgos Zervos, einen Griechen aus dem Dedekanes, der sehr durch die Blume, aber in großer Haltung scharf gegen die Minderheitenpolitik Italiens sprach. Drei Verträge bestünden zur Erhaltung der griechischen Atin-derheitenrechte auf dem Dodokanos und ebenso drei Beiträge, die nicht gehalten würden! Und well die Dodokaneser aus begreiflichen Gründen nicht selbst an diesem Kongreß teilnehmen können, haben sie sich leben den Dr. Zervos aus Athen gewählt. D»ser Mann sah wie ein zum Leben erwecktes Denkmal aus.. Uebrigens ist er griechischer Staats-bürger, also kein Vertreter einer Minoritätsbevölkerung. „Nicht wahr, mit einem solchen Ansinnen zu kommen, ich verstehe, aber in Ehrensachen müssen Partei, in der er eine bedeutende Rolle spielte. — Dr. Avdo Hasan-begovic ist ein Muselman aus Bosnien: er war seinerzeit Abgeordneter, Obergespan von Mostar und dann als Staatsrat Mitglied des obersten Ver-waltungsgerichts. — Die neuen Minister mit Aus-nähme von Andra Stanic, Ivan Pucelj und Dr. Ivan Palecek, die abwesend waren, haben am 2. September um 16 Uhr 39 vor dem Minister-Präsidenten General Hivkovic den Eid abgelegt. Die historische Sitzung des Ministerrates Die Agentur „Avala" berichtet: Die Arbeits-resultate des bisherigen Regimes, vor allem auf dem Felde der Beruhigung der politischen Partei-leidenschaften und der Mäßigung der Konfessions-streitigkeiten, der Regelung der Verwaltung und der Ausgleichung der Gesetze sowie der Gesundung der Wirtschaftsverhältnisse, haben es S. M. dem König ermöglicht, treu seinen demokratischen Traditionen, Gefühlen und Worten, mit denen er wiederholt er-Härt hat. daß das Regime des 6. Jänner 1929 nur Mittel und nicht Ziel ist, dem Staate eine Ver-fassung und dem Volk die politischen Rechte und Freiheiten zu verleihen. Vor diesem Akt wurde am 2. September eine große nationale Regierung ge-bildet, in welche außer den bisherigen Mitgliedern zahlreiche Personen mit großem Ansehen und Namen aus dem ftüheren politischen Leben eintraten. Am Abend des 2. September fand im königlichen Schloß in Dedinje eine Sitzung des Ministerrates unter dem Vorsitz S. M. des Königs statt. An der Sitzung nahmen neben dem Ministerpräsidenten Ge-neral Hvkovic alle Minister teil mit Ausnahme der Minister Dr. Marinkooic, Andro Stanic und Ioan Pucelj, die von Beograd abwesend sind. S. M der König hielt eine Ansprache, in der er der königlichen Regierung für die gewissenhafte und erfolgreiche Arbeit seine Anerkennung aussprach; er verkündete, daß der Augenblick gekommen sei, den er im Manifest vom 6. Jänner vorausgesagt habe, dem Staate und dem Volke eine neue Verfassung zu geben. Hierauf forderte er den Hosminister auf, den Wortlaut der Verfassung vorzulesen, der am nächsten Tage dem Volke verlautbart werden sollte, um so die 'königliche Regierung mit allen Vor-schriften der Verfassung bekannt zu machen. Nach-dem der Hofminister die Verfassung verlesen hatte, sprach S. M. der König den Wunsch aus, daß die neue Verfassung dem Volke alles Glück bringen möge. Dann hielt der Ministerpräsident General Zivkovic an S. M den König eine Dankansprache, in der er betonte, daß die bescheidenen Früchte der Arbeit der königlichen Regierung erreicht wurden mit Hilfe des Allerhöchsten Vertrauens und des musterhaften Beispiels S. M. des Königs. S. M der König zog alle Mitglieder des Minifterrates ur Abendta el zu; darnach sprach er mit jedem Minister be onders. Um 19 Uhr abends oerab-hiedete sich der König liebenswürdig von den Ministern, die dann den Hof verließen. Rücktritt und Wiederernennung der Regierung Am 3. September um 9 Uhr 39 fand in Beograd eine Ministerratsitzung statt, auf welcher Ministerpräsident General Zivkovic berichtete, daß Ihre seine Wasche hält doppelt lange mit LUX! Für alle gute Wäsche nur Lux! So werden Farbe und Gewebe nicht angegriffen» denn alles Reiben ist überflüssig. Und auch die Hände bleiben zart und fein. J LUX RLANGERT DIE LEBENSDAUER IHRER \X'ASCHt LUX WÄSCHT SO BEOUEMl HEISS AUFLOSEN LAUWARM WASCHEN LAUWARM SPÜLEN mit dem Jngeltungsetzen Lage entstanden sei, weshalb er der Verfassung eine neue >alb er S. M. dem König den Rücktritt der alten Regierung vorschlagen werde. Der Ministerpräsident fuhr hierauf nach Dedinje, wo er den Rücktritt der Regierung gab, die vom König angenommen wurde. S. M. der König er-ließ einen Ukas, mit welchem die neue Regierung ernannt wurde. Sie besteht aus den bisherigen und den tagsvorher neu dazu ernannten Ministern; ihre Zahl beträgt 22. Nachfolgend die Ministerliste: Ministerpräsident und Innenminister Armeegeneral Peter Hivkovit; Minister ohne Portefeuille: Ni-kola Uzunovic, Kosta Timotijevic, Andro Stanica, Dr. Ivan Palecek, Ioan Pucelj, Dr.Stanko övrljuga, NikolaPreka, Paul Ma-tica, Dr. Avdo Hasanbegovii; Außenminister Dr. Voja Marinkooic: Bautenminister Dr. AI-bert Krämer: Handelsminister Dr. Kosta Ku-manudi: Minister beim Ministerpräsidium Dr. Milan S r s k i c: Justizminister Dr. Dragotin K o j i c; Unterrichtsminister Boza Maksimovic:Forst-und Bergwerksminister Dr. Stanko öibenik: Verkehrs-miniter Ing. Lazar Radivojeoic; Ackerbau-miniter Mirko Reudorfer: Kriegsminister Dra-gomir Stojanovic: Finanzminister Dr. Djordje Djuric: Sozialminister Dr. Mirko Kostreniic. Ausland Um die deutsch - österreichische Zollunion In den letzten Tagen wurden von französischer Seite von Berlin aus Nachrichten verbreitet, wonach das Gutachten des Haager Gerichtshofes die öfter-reichisch-deulsche Zollunion als mit dem Genfer Protokoll aus dem Jahre 1922 unvereinbar be-funden habe. Wie sich später herausstellte, hat das Haager Gericht sein Gutachten noch gar nicht gefällt bzw. die bezüglichen Verhandlungen vollkommen geheim gehalten. Das Gutachten wird erst am 5. September bekannt gemacht werden. Die französischen Meldungen zielten darauf ab, Oesterreich zum er-klärten Verzicht auf die Zollunion zu bewegen. Anderes wird auch nichts übrigbleiben, hat doch Frankreich den deutsch - österreichischen Plan zum Anlaß genommen, die deutsche Finanzknse zu ent- aber inzwischen weder wirtschaftlich noch politisch stärker geworden, ganz im Gegenteil, daher wird Frankreich auch in dieser Richtung jetzt seine Stel-lung behaupten, nämlich Diktator Europas zu sein. Das Ende der Zollunion Am 3. September gaben die Außenminister von Oesterreich und Deutschland, Dr. Schober und Dr. Eurtius, vor der europäischen Kommission in Genf die Erklärung ab, daß ihre beiden Staaten, da sich die Lage inzwischen in überstürzter Weise vollständig verändert hat und man in der europäischen Sludienkommission vor Plänen allgemeineren Eha-rakters steht, nicht die Absicht haben, das ursprünglich ins Auge gefaßte Objekt der deutsch-österreichischen • ** £> a I U I— ~ — -----1 / ' / i / Zollunion werter zu verfolgen. — So ist ein großer Gedanke, aus dem heraus die Genesung Europas sich hätte entwickeln können, an der bleiernen Ver-stocktyeit der europäischen Machthaber zerschellt. Wie aus Genf berichtet wird, waren mehrere deutsch-österreichische Verzichtsformeln vorgelegt und von den französischen Vertretern als unzureichend verworfen worden. Daraus folgt, daß man es mit einem Schritt zu tun hat. der ausschließlich unter französischen, TW«T\i» TlMttMi» Tslntfsifitiinsl" fnridlt Druck erfolgte. Die „Deutsche Tageszeitung" spricht davon, daß es ein von allen Oesterreichern und Deutschen als Demütigung empfundener Akt von historischer Tragweite gewesen sei, der sich am 3. September nach dem Diktat Frankreichs in Genf abgespielt habe. Genau fünf Jahre nach dem mit so vielen Hoffnungen und Jubel begleiteten Eintritt Deutschlands in der Völkerbund wage man Deutsch- Seite 6 Deutsche Zeltung Nummer 72 land das zu bieten. Wieder habe der Völkerbund gezeigt, daß er fruchtbare Gedanken nicht hegen und pflegen, sondern nur zerstören könne. Verständigung zwischen Vatikan und Faschismus Zwischen dem Vatikan und dem Faschismus ist eine Verständigung zustandegekommen, wonach die katholische Aktion als vollkommen unpolitische kirchliche Angelegenheit gilt, die direkt den Bischöfen unterstellt ist. Das Vatikanblatt „Osferoatore Ro-mano" meint, daß nunmehr die Italiener gleichzeitig Mitglieder der katholischen Aktion wie der fafchisti-schert Partei sein können. 200 Millionen Arbeitslose Nach den letzten Angaben des chinesischen In-nenministeriums sind in China 200 Millionen Menschen arbeitslos, d. i. fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung. Es besteht die Gefahr, daß die Bolschewiken die Unzufriedenheit und Verzweiflung dieser grauenhaften Arbeitslosenmasfe für ihre poli-tischen Zwecke ausnützen werden. Die allgemeine Verarmung und Arbeitslosigkeit breitet sich in China in den weitesten Volksschichten mit katastrophaler Schnelligkeit aus. Aus Stadt und Land Von der privaten deutschen Lehrer-dildungsanstal». Alle Bewerber (Schüler und Schülerinnen) um Ausnahme in die private deutsche Lehrerbildungsanstalt werden aufmerksam gemacht, daß die etwa noch fehlenden Dokumente spätestens bis 10. September l. I. beim Schürn* bisch-Deutschen Kulturbunde eingetroffen sein müsfen. Das Gleiche gilt auch für jene Bewerber, die sich noch für die Lehrerbildungsanstalt entschließen sollten. Nach dem 10. Septemver werden keine Gesuche berücksichtigt. Gleichzeitig werden alle Bewerber, die bis zum 10. September unter Vorlage der v»rge> schrievenen Dokumente angesucht haben, verständigt, sich am 14. und 15. September d. I. der Leitung der Lehrerbildungsanstalt in Vel. Beckerek im Klo-stergebäude wegen ärztlicher Untersuchung vorzustellen. Die Ausnahmsprüfung wird un An-schlüge an die ärztliche Untersuchung am 10. September und in den darauffolgenden Tagen staufinden. Wegen des Unterrichtsbeginnes geht allen ^ehramtszöglingen rechtzeitig endgültige Mitteilung zu. Am 14. Septemver ist gleichzeitig zwischen den Eltern der Zöglinge und den Imernaisleuungen das Uebereinlommen über die Unterbringung in ben Internaten zu treffen. Formulare liegen bei den Internatsleitungen auf. Alle Bewerber werden ersucht, die diesbezüglichen Bestimmungen für die Aufnahme in die Lehrer-bildungsanslallen einzusehen (erschienen im „Deutschen Volksblaue," Mittwoch, den 2. September laai, Seite 2). — Die Bundesleitung des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes. Amtseinführung des ersten Bischof» der Deutsch - evangelischen Landeskirche. Nachdem S. M. der jtöntg am 23. Juli durch Erlag die Wahl des ersten Bischofs der Deutsch-evangelischen Landeskirche Dr. Philipp Pvpp bestätigt und auch der Justizminister die Alayt des welUichen Kirchenpräsioenten Dr. Wilhelm Noth gutgeheißen hat, kann nun die Amtseinführung des Bischofs, bzw. die Vereidigung des weuuchen Präsidenten vorgenommen werden. Die Feier findet — wie dies in der Kirchenverfassung vorgeschrieben ist — im Nahmen des zweiten evangelischen Lan> deskirchentages, der vom 21. bis voraussichtlich 24. September dauern wird, in Zagreb, dem Sitze des Bischofs, statt. Die Amtseinführung des Bischofs erfolgt am 22. September im Rahmen eines tfest-gottesdienstes in der Chnstus-Kirche und wird von oem auch in Jugoslawien gutdekannten Landesbischof von Mecklenvurg- Schalk, der fast nur von schwarzem Kaffee lebte, durch die gewaltige Kraft feines Willens aufrecht. Er war förmlich zu einem Geist ohne Körper ge-worden — imstande, an einem Tage zwei groge Aufführung»», z. iö. vormittags das „Nequiem" von Mozart, abends Wagners „Parsifal". zu leuen und den Taktstock erst um Mitternacht wegzulegen. Merkwürdig war. dag Schalks Genialität mit dem fortschreitenden verfall seines Körpers wuchs. Ge-rade in den letzten Jahren ist er zum bedeutendsten Wagner- und Bruaner-Dirigenten geworden. In früherer Zell geHorte Franz Schall — mll seinem ebenso genialen frühoerstorbenen «rüder Josef — zum engsten Freundeskreise Anton Bruckners und vugo Ajolf». Die herrlichen Eichendorff - Lieder Hugo Wolfs find auch den Brüdern Josef und Franz Schalk gewidmet. Jahrelang war Schall Attreiior der Wiener Stacusoper und Oesterreichs einziger Generalmusikdirektor, die höchste Auszeich. nu»g, die einem Musiker in Oesterreich zuteil werden kann. Zu den schönsten Nuhmesmeln des verewigten Meisters gehört unstreitig seine uneigennützige, künstlerisch einzig dastehende Wirksamkeit ,n der Hofburg-kapeue m Wien, wo er mll den Wiener Sanger-InaDen, dem ^-taatsopernchor und Staatsopernorchester Ausführungen voll höchster Weihe und Schönhell tei-tete und damit eine europäische Hörenswürdigkell schus. Großanig war auch seine Muwirtung an den Salzburger Festspielen, die heuer zum ersten Male ohne Schall stattfanden. Der Heimgang diese» großen deutschen Musikers wird in der ganzen mu-sikauschen ioeli schmerzlichst betrauert und empfunden werden. Abgesagter Interuiertenkongreh. In den slowenischen Zeuungen wurde schon sell einiger Zeit Propaganda für einen in Ljubljana abzuhal-tenden Kongreß der während des Weltkrieges 3n« ternierten gemaqt. Wie nun der Aktionsausschuß des Kongresses milleill, ist seine Abhaltung adge^gi worden, wen keine amUiche Bestätigung zu bekommen war, daß er erlaubt sei. Direkte Waggons werden noch nicht hereingelassen. ±),e zuständige jugoslawische Behörde hui auf die telegraphische Intervention der iveneratdireknon der Schweizer Bundesbahnen als der geschaftsführenden Stelle des internationalen Verkehrsamtes mitgeteilt, daß die direkten Kurswa-gen solange nicht nach Jugoslawien hereingelassen werden tonnen, dis nicht Berichte sowohl über den Erfolg der Untersuchung gegen die Attentäter als auch bezüglich der vollkommenen «Sicherheit für den späteren otretien Reisendenoerkehr mu dem Ausland vorliegen. Automatische Telephonzentrale in Beo-grad. Am 5. September wurde in Beograd die neue automatische Telephonzentrale in Betried gesetzt, die von der Firma Siemens & Halste eingerichtet wurde. Der gesamte Wert des angeschafften Ultate-rials, darunter 10.000 automatische ^.elepHonapparate, betragt 35 Millionen Din. Die bisherigen Tel«, phontstinnen werden nicht entlassen, sondern bei den verschiedenen Postämtern in Beograd und in der Provinz beschäftigt werden. Zeichen der Zeit. Im vergangenen Monat wurden beim Bezirksgericht in Ljubljana 160 Woh. nungskündigungen ausgegeben, nur ärmere Leute treffend, die nicht einmal die niedrigsten Wohnung», mieten zahlen können. Nummer 72 Deutsch» Zeitung Seite 7 Der belgische Universitätsprofessor Moulin, dessen Verhaltuno seinerzeit »n Belgien oroke Aufregung hervorgerufen hatte, ist vom fafchi-nischen außerordentlichen Tribunal in Rom wegen Beteiligung an einer Verschwörung gegen den Fa> schismus zu zwei Iahren Kerkers verurteilt worden. T)er Staatsanwalt hatte fünf Jahre beantragt gehabt. Vom Nordpolunterseeboot „Nautilus" sind schon einige Tage keine Nachrichten mehr ein-getroffen. Man fürchtet, daß den ebenso kühnen wie hartnäckigen Nordpolfahrern ein Unglück zuge-stoßen ist. Das Ueberschwemmungsgebietin China umfaßt, wie durch Flugzeuge festgestellt worden ist, 3600 Quadratmeilen der Provinz Kiangsi. Nach den amtli-chen chinesischen Schätzungen beträgt die Zahl der Toten zwischen 200.000 und 300.000. Magen- und Darmstörungen, Anfälle von Leibweh, Eiockungen im Pfortadersystem, Ausgergcheit. Nervosität. Schwindelgefuhl. allgemeines Unwohlbeftnden werden durch täglich ein Glas natürliches „Franz-Joses"- Bitterwasser gelinde«. Aerzte von ÄLeltruf preisen die vorzüglichen Dienst«, die daö Franz-Iosef-Wasier beionders blutreichen, korpu-lenten Personen, Glchtilern und Hämorrhoidaltranken leisten Das Jranj-Issef-Binerivasser ist in Bpothelen. Drogenet. und spezerechandlungen erhältlich. Celje Feier des Geburtstages 3. kgl. H. des Thronfolgers. Das Stadtmagistrat verlautbart: Am Sonntag, dem 6. d. M, wird der Geburtstag S. kgl. H. des Thronfolgers gefeiert. Die Stadt-gemeinde Celje wird auf ihren Gebäuden Staats-fahnen aushängen. Ich lade auch die Hausbesitzer ein, ihre Häuser mit Staatsfahnen zu schmücken. -Der Stadtvorsteher: Dr. Gorican m. p. Evangelische Gemeinde. Am Sonntag, dem 6. September, findet um '/, 10 Uhr in der Christuskirche anläßlich des Geburtstages S. kgl. H. des Kronprinzen ein Festgottesdienst statt, an dem sich auch die Schuljugend zu beteiligen hat. Der Kindergottesdienst entfällt somit. Todesfall. Am 3. September ist in Rogaska Slatina Frau Klementine Miglitsch geb. Hausenbichl, Witwe nach dem bekannten Baumeister Herrn In-genieur Miglitsch. im Alter von 70 Iahren ver> schieden. Mit ihr ist eine herzensgute Mutter und echte deutsche Frau dahingegangen, der alle, die sie kannten, eine liebevolle Erinnerung bewahren werden. Den angesehenen Familien Miglilsch und Berner unser herzlichstes Beileid! Wohltätigteitstonzert. Da das für Sonn-tag. den 23. August, angekündigt gewesene Pro-menadekonzert im Stadtpark, das die Eisenbahner-kapelle unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Petermann zugunsten des blinden heimischen Ton-dichters Eduard Interberger geben wollte, an diesem Tage wegen schlechten Wetters nicht stattfinden konnte, geben wir bekannt, daß dieses Promenade-konzert am Sonntag, dem 6. September, um 11 Uhr vormittags im Stadtpaik stattfinden wird. Falls das Wetter abermals schlecht sein sollte, findet es am Feiertag Mariä Geburt (8. September) um die gleiche Zeit statt. Bei dieser Gelegenheit kommen auch zwei Kompositionen Herrn Jnterbergers zur Aufführung. Der Eintritt in den Stadtpark be-trägt wie gewöhnlich 3 Din. Ueberzahlungen werden jedoch dankbarst angenommen. Kostenlose Pflege von Kindern. Der Stadtmagiftrat verlautbart: Die kgl. Banalverwaltung des Draubanats hat eine große Zahl von Kindern in Pflege und Erziehung, teils Waisen, teils solche, um di« sich die Angehörigen nicht kümmern. Auch !gelangen an die Banalverwattung immer neue An-uchen um Aufnahme von solchen Kindern; diesen Ansuchen kann aber aus budgetären Gründen nicht entsprochen werden. Hinwiederum kommt es vor, daß Eheleute, die selbst keine Kinder haben, und solche, deren Kinder schon erwachsen find, oder ältere alleinstehende Personen ein kleines Kind in unent-zeitlich« Pflege nehmen möchten. Im Auftrage der kgl. Banalverwaltung werden alle Familien bezw. Personen au, der Stadt Celje, die bereit find, Kinder in Pflege zu nehmen, aufgefordert, sich ehestmöglich während der Amtsstunden bei der Stadworftehung im Zimmer Nr. 8 zu melden, wo sie weitere In-formationen erhalten werden. Es wird bemerkt, daß nur Familien in Bettacht kommen, die in jeder Beziehung empfehlenswert sind und sich in guten materiellen Verhättnissen befinden. Die Banalverwattung könnte vor allem Kinder im Alter von 1 Jahr bis 11 Jahren abgeben Mut». und Motorfahrer müssen ihr« Dokument« bei sich hab««. Es kommt häufig vor, daß verschiedene Chauffeure und Autoeigen-tümer sowie Motorfahrer ihre Dokumente zuhaust vergessen, weshalb sie dann unnotwendige Schere-reien mit den Sicherheitsorganen haben. Die Vor-stehung der Stadtpolizei macht alle in Betracht Kommenden aufmerksam, daß sie auf jeder Fahrt mit ihrem Motorfahrzeug die Fahrlegitimation, das Prüfungszeugnis und das Zeugnis über die Ueber-Prüfung des Fahrzeugs bei sich haben müssen. Vor kurzem passierte es einem Fahrer, daß er für feine Vergeßlichkeit, weil er die Dokumente zuhause ge-lassen hatte, 500 Din Geldstrafe zahlen mußte. Preisfall. An den Wochenmarkttagen hört man oft die armen bauerlichen Verkäuferinnen über den großen Preisfall aller Waren, die sie zu Markte bringen, jammern, für deren Erlös es ihnen nicht möglich ist, den notwendigsten Hausbedarf einzudecken. Man sollte nun glauben können, daß mit dem Preisniedergang der bäuerlichen Produkte auch die Preise der Industrieprodukte in einem halbwegs ausgleichenden Verhältnis stehen müßten. Dies ist jedoch nidjt der Fall. Nehmen wir nur einen Artikel als Beispiel her, der in jedem Haushalt gebraucht wird: Seife. Ihr Rohprodukt, Unschlitt, kostet heute nur noch ein Drittel des Preises von ftüher und trotzdem ist der Seifenpreis nicht eigentlich zurück-gegangen. Es wäre sicherlich am Platze, daß die Behörde auch hier einmal eingreift und ihren Druck ebenso ausübt wie bei Fleischhauern und Bäckern. Die l. ordentliche Hauptversammlung des Stiklubs Celje findet am Samstag, dem 26. September 1931, um '/, 9 Uhr abends im Saale des Gasthofes „Zur grünen Wiese" statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Begrüßung des Obmannes; 2. Verlesung des Protokolls der Grün-dungshaupwersammlung; 3. Bericht des Schriftwarts; 4. Bericht des Kassiers i 5. Bericht des technischen Referenten^ 6. Bericht der Rechnungsprüfer; 7. Wahlen i 8. Allfälliges. Falls zur festgesetzten Stunde der Hauptversammlung ein Viertel der Mitglieder nicht anwesend ist, so findet diese eine halbe Stunde später bei beliebiger Zahl der anwesenden Mitglie-der statt. — Smucarski klub Celje. Zweimal in zwei Tagen abgebrannt. Am Donnerstag um 1 Uhr mittags wurde unsere Frw. Feuerwehr zu einem Brande alarmiert, der in Glinsko, Gemeinde Äofjavas, im Stallgebäude des Besitzers Josef Pahole vlg. Äengust ausgebrochen war. Auf fast unfahrbaren Wegen fuhr der Auto-löschzug zu dem hoch mitten im Wald gelegenen Gehöft empor und es gelang, nach Legen einer 800 Meter langen Schlauchlime mit drei Spritzen das Wohngebäude vor dem wütenden Element zu retten. Dem Brande fielen der Stall und die Most-presse zum Opfer. Um '/,7 Uhr abends am nächsten Tage wurde die Wehr wieder alarmiert, es brannte wieder in Glinsko, und zwar bei dem gleichen Besitzer. Diesmal stand das Wohnhaus in hellen Flammen und brannte nieder. Es konnte bloß die «cheune gerettet werden. Offenbar Handell es hier sich um die Uebeltat eines hartnäckigen Brandstifters. Darauf weist auch der Umstand hin, daß es Heuer in dieser Gegend schon zum sechstenmal gebrannt hat. Mit einer alten Pistole, die er reinigen wollte, passierte dem 43-jährigen Arbeiter Georg Lipnik aus Pregrad, Gemeinde Hum, ein Unglück, indem die im Lauf befindliche Pattone losging und ihm die linke Hand zerfleischte. Im Krankenhaus in Celje mußte ihm die Hand ober dem Gelenk ab-genommen werden. Todesfälle. Im Allg. Krankenhaus in Celje starb am 29. August die 63-jährige Taglöhnenn Helene Kopriva aus Klokocovnik bei Loce. — Am 30. August starb ebenbort der 75-jährige Gemeindearme Anton Puönik aus So. Miklaoz bei ömarie pri Ielsah. — Im Allg. Krankenhaus sind die 34-jährige Magazineursgattin Frau Maria Jäger aus Sv. Jurij ob j. z. und der 61-jährige p«n-sionierte Bergmann Franz Rahle aus Hrastnik gestorben. Stadttino. Am Samstag, 5., und Sonntag, 6. September, der sensationelle Großtonfilm „D y-na mit". In der Hauptrolle der beliebte Conrad Nagel. Ein Gesellfchastsfilm mit Musik. Gesang und deutschem Dialog. Der Fllm beschreibt uns da» Schicksal eines Mädchens, das einen zum Tode ver-urteilten Mörder heiratet, um die Erbschaft antreten zu können! — Montag, 7., Dienstag, 8. (Feiertag), Mittwoch, 9., und Donnerstag. 10. September, Studentenlied au» Heidelberg (Ich liebe, Du liebst, er liebt); bis jetzt die anziehendste Ton-filmoperette. In den Hauptrolle« Will? Forst, Betty Bird, Hans Brausewetter ett. Ufa-Ton- | r.« gibt keinen Sportzweiy tn dem nicht Kran, Ausdauer, Geistess-euewart und Gewand-heit notwendig wäre. Alle diese Eigenschaften «erden durch den Genuss echten Bohnenkaffees refordert. Julio Meint Kaffee-Import gegründet 1862. film! Eine große Sensation! Vorstellungen: Wochentags um '/, 9 Uhr abends. Sonntag und Feiertag um '/»<>, '/, 7 und '/* 9 Uhr abends. Maribor Heinrich Wastian -f. Dienstag um '/, 9 Uhr abends verschied nach langen schweren Leiden im Grazer Landeskrankenhause Herr Hofrat Heinrich Wastian. Erst im 58. Lebensjahre stehend, mußte er sein arbeitsfrohes Leben beschließen. Viele, sehr viele sind es, die ob seiner opferwilligen Tätigkett, sei es vor wie nach dem Weltkriege, wenn auch nur im Geiste, trauernd an seiner Bahre stehen. Heinrich Wastian hat in der Zeit vor dem Kriege nicht nm für unsere Stadt, sondern für das ^anze Unterland viel bedeutet. Seine segensreiche Tätigkeit als Reichs-ratsabgeordneter ist ihm nicht nur im Kreise seiner seinerzeitigen großen Anhängerschaft unvergessen ae-blieben. Um nur eines seiner großen Verdienste, die er sich als Reichsratsabgeordneter um die Stadt Maribor erworben hat, zu erwähnen, sei die Er-bauung der Reichsbrücke genannt. Nur seinem fort-währenden Drängen hat es unsere Heimatstadt heute zu verdanken, daß damals die Staatsregierung in Wien die Errichtung dieses in unserem Staate einzig dastehenden Kullurbaues bewilligte, und was sehr wichtig ist, auch ermöglichte. Am 3. März 1874 in Graz geboren, besuchte er später das Gymnasium in Graz und in Maribor. Den Hochschulstudien oblag er in Graz und in München. Im Jahre 1905 wurde er, gettagen vom Vertrauen der Be-völkerung, als Abgeordneter in den Wiener Reichs-rat entsendet, in welche Zeit die Bewilligung des bereits erwähnten Baues der Reichsbrücke fiel. Seine Tätigkeit als Abgeordneter fand auch die Anerkennung der Städte und Märkte der wetteren Umgebung unserer Stadt. So wähtten ihn außer der Stadt seiner Wahlheimat Maribor auch die Städte und Märkte wie Ptuj, Slov. Bistrica, Onnoz, Sv. Lenart etc. zu ihrem Ehrenbürger. In Aner-kennung seiner verdienstvollen Tätigkeit haben ihn viele Vereine und Korporationen, unter anderen auch der Männergesangverein in Moribor, p ihrem Ehrenmitglied ernannt. Seiner schriftstellerischen Tätigkeit, der er unter dem Pseudonym „Heini von Steier" oblag, verdankte der deutsche Büchermarkt u. a. die Werke „Ungarn» Tausendjährung im deutschen Lichte", „Ein Buch von deutscher Art", „Der Grazer Schloßberg" und andere mehr. Als Journalist war er Mitarbeiter mehrerer Tageszei-hingen, in denen er vielbeachtete Aufsätze verössent-lichte. Sein Leben war von dem Moment an, wo er e» selbst zu meistern begann, von deutscher tzarbett erfüllt gewesen. Alle, die ihn gekannt werden ihm immer ein dankbare» und ndiiche» Andenken bewahren. Den Hintabiicbe» nen unser tiefempfundenes Beileid i 6eta 8 Deutsch« Zeitung Nummer 78 Slevvlverschuh auf ein Auto. Ms am Sonntag abends der dekaante Hotelier Herr Hans Baumann aus PoPane mit seinem Auto, in dem sich der Arzt Dr. Lautner, Herr Johann Jonke und der Sohn des in Oplotnica auf Sommerfrische befindlichen Steueramtsbeamten Ojvaiic befanden — den letzteren überführte Herr Baumann aus Ersuch« des Vaters nach Maribor ins Spital, weil eine Blinddarmentzündung rasche Operation erforderte — durch das Dorf Pobrche bei ~ lot' nitsl fuhr, spürte er mit einemmal einen Schlag auf den Kops, so daß ihm sein Hut herabsiel. Er blieb mit dem Auto stehen, im Glauben, dah jemand einen Stein geworfen habe. Als er sich n..ch seinem Hut bückte, bemerkten die anderen Fahrgqte, daß er am Kops blutete. Da auch der Hut durchlöchert war, stellte sich heraus, dah ihn eine Revolverkugel etroffen haben muhte. Vom Täter war weit und reit nichts zu sehen. Trotz seiner Verwundung setzte Herr Baumann die Fahrt gegen Maribor fort. In Slov. Bistrica lieh er sich vom Arzt Dr. Cernej verbinden und dieser stellte fest, dah nur ein Zen-timeter gefehlt hatte und der Schuh hätte eine lebensgefährliche Verletzung erzeugt. Heb Baumann schrieb 1000 Din Belohnung für denjenigen aus, der den gewissenlosen Verbrecher ausforscht. Unter falschem verdacht. Vor kurzem ist die alte Erohgrundbesitzerin Heric in Gacnik bei Jarenina ermordet und ausgeraubt worden. Als des Raubmordes verdächtig wurden der benachbarte , und seine Fr, sie mit der ^mordeten angeblich auf Kriegsfuß Meier Bachmann au verhastet, well «lebt hatten. Wie sich nun nach den Fingerabdrücken ausstellte, ist d« Mörder ein vor kurzem aus ebenjährigem Kerker entladener Sträfling, der sich nach der Tat nach Oesterreich wandte, wo man ihm schon auf den Spuren ist. Das unschuldig ringe» sperrte Ehepaar Bachmann wurde freigelassen. Grohbrand einer Mühle. Am Montag um V, 6 Uhr früh entstand in der Dampfmühle des Herrn Ehrlich in Kaniza bei Pesnica infolge Eqilosion eines Lastenautos ein Brand, der bald das ganze Gebäude ergriff. Es brannte mit allen Maschinen und Vorräten vollständig nieder; der Schaden beträgt gegen l Million Dm. Berkehrsbeschränkung. Unsere Verkehrspolizei hat vor einiger Zeit den Verkehr in der Vctrinjska ulica insoferne gedrosselt, als sie damals da» Passieren dieser Straße für alle Fahrzeuge, wie Fahr- und Motorräder, Autos und Fuhrwerke seder Art, nur in der Fahrtrichtung gegen den Hauptplatz zulieh. Jedes Befahren dieser Strahe zen den Grajski trg wurde damals strenge ver» Dah dadurch nicht nur der Verkehr gedrosselt wird, sondern auch die dort etablierten Geschäfts-leute durch den auf diese Art künstlich gehemmten hr geschädigt erscheinen, liegt auf der Hand. Der Verkehr in unserer Stadt ist bestimmt nicht gröher als beispielsweise in Graz, wo nach schmälere und womöglich verkehrsreichere Strahenieile sich über keinerlei Verkehrsbeschränkungen zu beklagen haben. Die Murgasse dort allein genügt als Beweis, dah dies vollkommen überflüssig ist. Überhaupt ist man bei uns scheinbar geneigt, bei Verkehrsunfällen immer nur dem Fahrer die Schuld beizulegen. Daran, dah sich die Passanten, ohne nach links oder rechts zu sehen, sehr oft auf eine frequentierte kerung, sich auf verkehrsreichen Strahen bewegen Si können, geradezu kategorisch fordert. Besonders em zarten Geschlecht kann diesbezüglich der Vor> Wurf nicht erspart werden, da das Ueberqueren einer Strahe, bei der Besichtigung von Auslagen, sozusagen gang und gäbe ist, ohne dah die Damen dabei auch auf die die Strahen befahrenden Vehikel irgendwie Rücksicht nehmen würden. Die uchtung der EinmLndungs. läht trotz seine derzeitiger h immer < Reklamationen durch die Tagespresse noch immer auf sich warten. Das ursprüngliche Projekt sah die Asphallierung all dieser Straßen teile vor. Da jedoch die Moneten, die der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen, zur Zeit sehr mager sind, kann natürlich nicht im entferntesten mehr daran gedacht «erd«. Die Z«t. wo die Steuereingänge, wenigstens relativ genommen. noch klaglos einliefen, ist, wie die Dinge nun einmal liegen, auf absehbare Zeit dahin. Wenn man e, nun bezüglich neuzeitlichcr Instandhaltung der dem Fremdenoerlehr dienenden Hauptvakehrswege aus finanziellen Gründen nicht den anderen europäischen Staaten gleichtun kan«, so mühten doch wenigstens die in die Städte einmündenden Teile der Haupt« strahen entsprechend beleuchtet sein. Uns schwebt in diesem Falle das Strahenstück von der Abzweigung der Ptujska cesta bis zum Wasserwerk besonders vor Augen, dah allabendlich in ägyptische Finsternis getaucht ist. Richt allein die dort vorüberkommenden Passanten und Fahrzeuge würden diese Mahnahme lebhast begrüßen, sondern auch die dort dienstthuenden Sicherheitsorgane wären hievon sehr angenehm be-rührt. Das vor dem Wasserwerk liegende Wäldchen ist dem Vernehmen nach der Ausgangspunkt so manches Halunken, der es als Start für seine nächtlichen Unternehmungen benutzt. Apothekennachtdienst. Den Apotheken-Nachtdienst in der kommenden Woche, und zwar vom 6. bis einschliehlich 13. September, versieht die „Adlerapotheke" Mr. Minarik am alten Hauptplatz. Freiwillige Feuerwehr Maribor, Fern-spreche? 2224. Zum Feuerbereitschastsdienst m der kommenden Woche, und zwar vom 6. bis einschlieh-lich 13. September, ist der l. Zug kommandiert. Kommandant: Brandmeister Rudolf Glabutschnigg. Bereitschaft in Reserve: II. Zug. Pwj Ein vergessener Militärfriedhof. In der nächsten Nähe der Station Sv. Lovrenc am Drauselde war während des Weltkrieges ein grohes, in Hunderten von Baracken untergebrachtes Militär-spital, in dem Tausende von Verwundeten in Pfle-ge standen. Viele davon sind dort an den Folgen der Kriegverletzungen gestorben und wurden auf dem ungefähr 400 Schritte vom Bahngeleise So. Lovrenc entfernten, ganz vom Walde umgebenen Militärfriedhofe zur letzten Ruhe beigesetzt. Nun scheint man die Ruhestätte dieser Kriegsopfer — es find einige Hunderte aller Nationen und Konfessio-nen — vollständig vergessen zu haben. Den Be-suckern dieses Friedhofes bietet sich ein Ausblick auf Hunderte von Gräbern dar, die vereinzelt mit Steinkreuzen geschmückt find. Leider find die Grä-ber von Farnkraut und Brombeergesträuch vollstän-dig überwuchert. In der Mitte des Friedhofes ist eine wunderschöne Kapelle mtt Türmchen, an der leider Scheiben zerbrochen sind, so dah der Eintritt des Regens in die Kapelle ermöglicht ist. Wäre es nicht möglich, dah von kompetenter Seite für die Pflege und Erhaltung dieser Stätte Sorge getragen würde? Ljubljana Todesfall. In Ljubljana. Gradiske 10, ist am Donnerstag Frau Gräfin Emmy Auersperg geb. Valenta v. Marchturn, Großmutter des Grafen Herward Auersperg, gestorben. Die Leiche wird nach Schloh Auersperg nach Unterkrain überführt und dort in der Familiengruft bestattet. die renzen Hoöevje Zur Frage der Elektrifizierung hier jetzt sehr aktuell ist, hat der über die G unseres Staates hinaus rühmlich bekannte Fachmann auf elektrischem Gebiet Herr Unioersitätsprofessor Dr. Milan Vidmar (der Schachmeister) ein Gutachten abgegeben, das in der letzten Nummer der „Gott-scheer Zettung" veröffentlich wurde. In diesem Gut-achten finden wir unsere schon seinerzeit geäußerte Meinung, dah das Angebot des Trifailer Kohlen- bergwerks jenem der Banalverwaltung aus allen ramschen Gründen vorzuziehen gewesen wäre, voll-bestätigt. Es ist durchwegs starker Toback, eine gründliche Belehrung, die Herr Universitätsprofessor Dr. Vidmar denen angedeihen läht, die dem An- p aus bot der Banovina zur Annahme' verholfen haben, it einem Wort: eine vernichtende Kritik! W Tafeltrauben beeter Qu&MÜU, ▼tnendM in jeder Monge xu miMigeo Freue« überallhin Weingut Cuscoleca, Slov. Bistrica. Schrifttum Gesammelte Studien Sixdols Unser Zur Literatur, und Gtiftt»geschich>«, jux« Bände. 1990, Berlin, Verlag von Junker & Dünnhaupt. Der Geist, aus dem diese höchstbedeutenden Arbeiten des Göttinger Proffessors hervorgegangen sind, ist der Geist jener modernen Bestrebungen, die Literaturgeschichte und literarische Kritik in die fruchtbaren Gefilde philosophischen Denkens einzu-führen. In Anlehnung und Fortbildung der Ideen Wilhelm Dilcheys sucht Unger die Wissenschaft der Ltteratursorschung dahin auszubauen, dah sie in englter Beziehung mit der Wettanschauung des Dichters und des Kulturkreises angesehen wird. Dichtung ist Weltanschauung, Das Dichtwerk ist aus der einheittichen, organischen Struktur des schöpfen-schen Geistes zu begreifen. Die Romantik ist es, die sowohl Dilcheys „Strukturpsychologie", „Typen-lehre", wie die Auffassung Rudolf Ungers bestimmt bietet jeder einzelne Aufsatz sehr vieles, in vollen, satten Farben stellen sie uns die Itterarischen Fragen, Begriffe. Prinzipien dar. Da» Zusammen-fühlen verschiedener Kulturreize, um ein Kunstwerk zu verstehen, ist Unger in hervorragender Weise eigen. Er ist philosophisch sehr fein gebildet und trägt sein psychologisch vertieftes Wissen in die Ar-beit der LiterarHistorik. Sehr reich an seinen Cha-rakteristiken sowohl einzelner Gedanken wie vieler Probleme (j. B. Die Entwicklung der historischen Objektivität)- „Literaturgeschichte als Problemgeschichte", „Wilhelm Dilchey". Sodann die Bedeu-tung der neueren Kunstwissenschaft (Wölflin, Rohl) für die geistesgeschichtliche Richtung. Diese zwei Bände zeigen uns einen Philosophen, der seine Synthesen und Werturteile an der Literatur erprobt. Was für Schelling die Natur, für Hegel der Geist der Ge-schichte, das ist für Ungers grohe Konzeption die Dichtung. Zu dieser verhält sich unser Geist in steter Wechelwirkung, gebend und empfangend. Die Dar» stellung ist überall sehr vornehm, fein, von künst-lerischem Scharm. Zugleich bietet aber das Buch einen Ueberblick über die grohen Entwicklungslinien, die die moderne Literaturwissenschaft in den drei Jahrzehnten niedergelegt hat: hier zeigt sich Unger nahe verwandt mtt Oskar Walze! und beeinflusst von Karl Ioel. Ungers Buch ist eine Problemge-schichte grohen Stil». — Prof. Dr. L. Roch. Allerlei Hindenburg in Prag—vor 66 Jahre». Auf dem Schlachtfelde in Sterbohol bei Prag littst das Grab des preußischen Generalseldmarschalls Kurt Christoph Graf von Schwerin, oer hier am 6. Mai 1775 mtt der Fahne im Arm den Helden» tod starb. Friedhof und Denkmal werden von einem Invaliden behütet, der den zahlreichen Besuchern von ~ ifkläri aufliegenden Gedenkbuch geht hervor, dah insbesondere nach der Schlacht von Königgrätz zahlreiche preuhische Offiziere das Grab des gefallenen Generals besuchten. So kann man auf Seite 37 des Buches — worauf nah und fern nähere Aufklärungen gibt. Aus dem ifll> - - » — ^..... W. Klein in der „Sudetendeutschen Tageszeitung" hinweist — die folgende Eintragung lesen: ..Benecken-dorff-Hindenburg, Major a. D. im Dienste des Iohanntterordens und sein Sohn Paul von Benecken-dorff-Hindenburg. Secondeleutnant im dritten Garde-regiment zu Fuh in der Campagne 1866 (Trautenau, Königinhof und Königgrätz), den 24. August 1866." — D?r junge Offizier war kein anderer als der spätere Feldmarjchall des Weltkrieges und der heutig« Präsident des Deutschen Reichs. Weiße Zähne: Chlorodont die herrlich erfrischend smd Gchnstleuer: örottj Schau« in Seite. — Druck und ftttr b« SDrvteti ocrontrooctlich: Guido »chidlo i* : Bertutllm&nttHt »SeUja* m teije. U