Kam wer 10. pett»«. Hu S. üin 1899 m erscheint jeHn Sonntag. Drei» Wt Pettou nnt Zustellung inSHaa»! Vierttljahrig fl. 1.80, halbjShri, fl. 2.«4«uuMrtfl fl. 4.80, im» Paßversendung im Intan»«! «ietteljthrig fi. t.tO. halbjtkrta fl SSO. ganzjährig fl. S.SO. — ftajriw Nmnmen, 10 kr. Schrtstleitee: «llhet» Frisch. — ?er»a»taa» aak «. Masse, Haa»t»jatz Kr. 6. ^haadschriften^erden^»cht^ura^«ßM^lntandigungen^illi«fi^ «ugtsaudi werden. Ich irtt' »# «er, t» alt St»*, da, »» fbc Watsch« Ilirt aOcht ich'« schreite. Da» trfk Mittel. Deatsch «a tUikea Iß: Deatsch »a fetal SibyLinilcher Spruch B. Rob. & a w t£Unj^ Pränumeratians-Einladung. Du RKo»«e«e»t kam «tt jede« Mntit Kez»»»e» »erbe« uut mrd «»ch «ße» ««»«Niche Sy«tzl»«z k 45 Kr. i» fette«, k 50 Kr. ««twärts «it p«ß»er s»t««g, Mfnimn. fl&Uidijeitif er kwlc« »ir «««. flKr P. (t Leser «sere» ilcttts »> zefllize Ei»se»tv>z ki e«t-(Unk« AK«»«e»e»tKetr»ze» ttßichk z» ersiche». Die Verwaltung. Spalten und Watte». Betrachtet man die Gestaltung der Dinge bei den Alpen« und Aüstenslaven im Msammea» hange mit den Geichehnissen in den Sudeten län» dern und in den rhätischen Gebirgen, so gelaugt «an zur Anschauung, wie beute — außer Ober-Österreich und de« Läadchen «Salzburg und Vorarlberg — ganz O st e r r t i ch von notiunak« Mapfen erfMH und wie überall deutsche Sprache, deutsche Bildung und deutsche» BolkSthum leider i« Zurückweichen ist. da» Slaventhum flretft den Arm au» nach einem Lande wie Aärnte», da» in grauer Borzeit einem karolingischen Kaiser den Beinamen gegeben. Trieft, da» «ir in den geo» graphischen Handbüchern unserer Jugeiidtage noch al» den süddeutschen Handelsplatz bezeichnet lasen, ist jetzt eine italienische Oase in slavischer Wüste. Alte deutsche Grenzmarken, Kulturstätten, die vor Jahrhunderten deutsche Stadtrechte einpfiengeu. Landgebiete. die sich einst der Churwürde rühmten, sind zu Tummelplätzen de» Pa„slavi««u» geworben. Da» Reich hat so den historischen Boden unter seinen Füße» verloren. . . Wa» sich die österreichische Regierung denkt, uud ob ste sich etwa» denkt, ist schwer zu er« gründen uud leicht zu vermnthen. Aber wa» die Theaterplauderei. Wie oft ist schon die Frage ausgeworsen worden, ob denn da», wa» mau so unsere .moderne" Dramatik nennt, mit ihren .unerquicklichen" Stoffen, ihren Figuren an» dem .niederen" und .niedrigsten" Bolke, ihrer .roh und abstoßend-wahren Darstellung, ihren .unbefriedigenden" Schlaffen, wo ste sich nicht .kriegen", kurz mit all dem, wa» unsere biederen Theaterphilister so absonderlich anmiithet. das« sie, sind sie gutartig, sich mit dem Selbstbekenntnisse .Da» versteh' ich nicht" helfen oder, bösartiger, darüber weidlich schimpfen — ob den» oll da« noch.Poesie", die hehre, göttliche Poesie sei! Je nun, mu>» mau sagen, wie die« Ding kür alle Zeiten und Welten zu definieren sei. haben die gelehrte» Häupter noch nicht berau«-gebracht, wiewohl e« einige unter ihnen, besonder» l'^opfie, schon getroffen zu haben meinten; auch w«rd mau'» mit dem Haupte schwerlich finden, eher mit dem Herzen, denn man muß e» em-pfinden. E« ergeht der Poesie wie der Musik: dem eine» Ohre ist Geräusch, wa« dem andern höchster Ausdruck tiefsten Fühlen«! Und wie erst slavische,? Führer ihr sag«», da» weiß man. Sie sagen ihr. unter den heutige» Machtverhältniffen in Mitteleuropa müffe »ine österreichische Re-aierung zur Sicherung tch Zukunft diese« Reiche« sich vor allem zwei Aufgaben setzen, eine gegen Mitternacht und eine gram Im Norden: Dch Schaffung eine« sla-vischen StaalSgeinlde», W al« Sperrveste die ausheimischen deutsche» Hauptmassen in der Tiefebene vo« deu nnheimisch^t Dentschen im Dona»» thale für ewige Zeiten ttpiRf. Im Süden: Die Sprengung der Bon«rkr »nd die Aushebung der dün«n Postenkette^^ durch welche da« deutsche Element mit dar tzdriatischen Safte die Verbluduitg aufrecht zu echotten sucht. Weon der ganze Norden den Tscheche», der ganze Süden den Alpenslcwen überant«ortet sei. dann laste auf der schmalen deutschn» Mitte ein zweifacher Drnck. welcher deren dauernde politische Ohnmacht gewährleiste. Da serner b*fe Mitte dirch kirchliche und sociale Partei uqg sich selbst schwäche und da e» zudem glücken Werde, durch den radi» calen Luftzug, der in der> beutiae» Millionen, sttdten weht, i« ValkSbe^llötsci» die alte dentsche Tradition avchznlöschea. so lasse sich mit slavischer Hilfe unsch» säumen. Wenn die gegenwärtige Entwicklung nur noch einige Zeit andauert, so werden im weit-au« größeren Theile der österreichischen Länder-maffen die slavische» Stämme in de» vollen und alleinigen Machtbksitz eingesetzt sein. Tann wer-den sie aber nicht elnen Tag länger mit H a l b-heilen sich befassen und sie werden nicht ein einziges jener deiitschen Requisite der StaatS-einheit nicht dulden, die sie heule, widerwillig genug, sich »och gefallen lassen, weil sie zu deren offener und vollständiger Verweigerung sich noch nicht start ge»ng sühlen. Die österreichische Re-gierung wird dann vor der schwerste» Aufgabe stehe», welche sie seit dem 17. Jahrhundert zu bewältigen hatte. Sie wird die Probe ablege» müsse», ob sie da« Sluveiithum noch zwingen kann, ans dem ihm ausgelieferten Boden dem Reiche dasjenige zuzugestehen, dessen eS nicht zu entbehren verwag. Sie wird, um einen Zwang zu bewirken, sich um eine große Gegenkraft in, Staate nm-sehen müssen. Sie wird eine einzige finde»; da« Deutschthum. »nd sie wird diese« al« Hilfe in der Noth verwende» wolle». DieS geminderte österreichische Deutschthuni wird aber dann politisch nicht mehr die Verbreitung habe», zu? Wiederaufnahme seine» alten länder-verbindenden uud staatSerhaltendcn Berufe«. Z» spät kommt dann die Reue, zu spät die Anklage gegen eine — »it venia verbo — .ElaatSkunst", welche die Behelfe zur zusammenfassende» Führung dem Sprach« »nd Eulturbesitze einer bestimmten Gattung von Staatsbürgern entnehmen konnte und welche diese selbe Gattung von Staatsbürger», auf deren geistige AuSdruckSmittel und Habe sie angewiesen war.f o r t u n d f ort zu schniä lern trachtete an geographischem Macht-b e r e i ch e, a n ö ff e n t l i ch e n W i r k u » gS-kreisen, an M e n s ch e n z a h l » n d a » politischer S p a » » kraft. Dieser ungeheuere innere Widerspruch einer solche» StaatSknnst kann künftig viel Größerem da« Dasei» kostc». als blos einem Ministerium, da» sich in solchen Bahne» bewegt. Denn wer wollte sich darüber täuschen, das» eine verspälet versuchte Umkehr gerade a»s die tiessten Folge» dieses verwüstenden politischen Systems keinen Einfluß mehr üben wird? Wa» während der Herrschast desselben an überall im Reiche zerstreuten Minderheiten getödtet ist, lässt sich dann Räch Ibsen'S .Nora" VossenS .Mohr de» un"! AuS der Wirklichkeit der modernen genwart an den Hof des geschichtlich wahrhaft nicht romantischen, aber so gedichteten Peter deS Großen, Zaren aller Reußen. Dort Kamps um die Emancipation de» Weibe«, jene innere, die mit der Aneignung vou Männerberufen nicht« zu thun hat: da« Weib trennt sich vom Manne, um jene Emancipation an sich zu vollbringt». Hier die Erfüllung der unmoderne» These, wenn mau vo» einer solchen überhaupt sprechen darf, das« «in Mohr denn doch eigentlich auch ein Mensch sei und, wenn seine schwarze Brust eine besonder« weiße Seele berge, nicht unwürdig der Liebe und Hand einer Bojarentochter. Und überhaupt ein Mohr! Hastet ihm nicht schon an sich exotischer Reiz an? De« hochgesinnte», tapsern Othello romantischem Zauber erlag die milde De«demo»a; warum nicht die stolze Natascha dem überaus edle» Ibrahim, besonders wenn der Zar e» will und sie listig zusammen aus ei«e Insel verbalint? Und aus der Insel gibt e« Sturm. Noth eine« Schisses und Rettung! Die beiden Liebende» entdecken ihr •£>erz und — doch verplaudern schadet der Illusion, die dtr Dichter so nothwendig braucht. Während in der „Rora" alle« dem eiucn nicht mehr zum Lebe» erwecke»! ES liegt in der Macht eine« Staate», solche im eulturgeschichtlichen Walte» bet Jahrhunderte in weiten Gebiete» uudanfwichtigePnnktevertheilte Minderheiten zu erhalte», e« entlieh! sich aber in unsere» moderne« Zeiten seiner Macht, solche Minderheiten, nachdem sie vernichtet sind, wieder zu schasse» und keinesfalls besitzt unser Staat und unser deutscher S t a m « die Macht, seine einmal unterbrochene uud in ihren Ergebnissen zerstörte Geschichte wieder von vorne anzufangen. E« mus» sich dann herausstellen, das« die Frage, ob O st erreich fernerhin ein Staat sei» soll, sich m it de n , nneren Deutsche» überhaupt nicht mehr löse» lässt. Diese große Frage aber tritt bereit« in de» Gesichtskreis der Gegenwart. Sie schwebt allen Parteien vor, und alle sehen — freilich mit sehr verschiedenartigen Empfindungen — den Tag herankomme», wo die Regierung Österreich« nicht mehr vorivärt« will und uicht mehr zurück kann. Die jetzige Regierung, staatSmänttisch hoch wie immer, meint natürlich: .Nun dann werden wir eben auf Grund de« jj 14 stehen bleiben.- — So einfach erledigen sich derlei Fragen nicht. Eine treibende politische Kraft kennt kein Verweile», sobald die Gegenkraft gebrochen ist »nid über schwächliche Stillstandsversucht bläSt dann der Hauch der Geschichte hinweg, als handle e« sich um Flocken. Rundschau. # 14. Zur Information unserer Leser drucken wir den in letzter Zeit so populär gewordenen 8 14 de» Grundgesetzes über die Reich«vertrktung vom 2t. December 1867, R -G. Blatt Rr. 141, sei»«» volle» Wortlaute nach ab: „8 14. Wenn sich die dringende Nothwendigkeit solcher Anordnungen, zu welcher Verfassung«-mäßig die Zustimmung des Reich«ratheS erforderlich ist, z» einer Zeit herausstellt, wo dieser nicht v e r s a ni m e st ist. so könne» dieselben uuter Verantwortung deS Gesammtministerium« durch eine kaiserliche Verordnung erlassen werden, insofern? solche keine Abänderung de« Staat«grnndgcsetze« bezwecken, keine dauernde Belastung deS Staats-schätze« und keine Veräußerung de« Staattgnte« betreffen. Solche Verordnungen tiabe» provisorische Gesetzeskraft, »veiin sie von sämmtliche» Minister» unterzeichnet sind »nd mit ausdrücklicher Beziehung auf die Bestimmung de« StaaKgrundgesetzeS kundgemacht werden. Die Gesetzeskraft dieser Verordnung erlischt, Zwecke dient, nicht« überflüssig ist und wir daher dauernd in Spannung erhalten werden, rückt die Handlung in VossenS Drama langsam vor, fraglich unterbrochen von Scenen humoristischer Figuren, der wärmer» Theilnahme für die Helden gleichsam Ruhepuukte bietend. In langen, wort- und bilderreichen Monologen breite» die Personen ihr Innere» vor uns au«; Sprache uud Dictio» sind gehoben, die Gedanken schaukeln aus de» Rhytymenwelle» wohllautender Oninare. Wie ander« ist dagegen der knappe, schlichte Dialog von Ibsen, den Schein zufälliger Alltags-rede suchend und doch genau berechnet uud voll Beziehungen! VossenS Dictio» verräth an vielen Stelleu deutlich die nicht übel gelungene Nach-ahmuug Shakespeare«. Der strengen Eoiistqiitnz in Eharakter und Führung der Handlung bei Ibsen stkht bei Vos« ei» »m Motivierung we-niger besorgte«, phantasievolle« Spiel mit Per-sonen und Vorgänge» gegenüber. Spiel! Diese« Wort bezeichnet so recht den Eindruck, den da« Schauspiel macht, ivenn man vom blutigen Ernste des Ibsen,chen Dramas kommt. Wirklichkeit, in den Glanz der Poesie ge-taucht. Edelsinn und Großmuth in rauher Hülle, ein jovialer, gutmüthiger Despot, grundehrliche Biedermänner und -frauen au« dem Volke, wenn die Regierung unterlassen hat. dirftfbtn dem nächsten, nach deren Kundmachung zusammentretenden Reichtrathe nud zwar zuvörderst den, Hause der Abgeordneten binnen vier Wochen nach diesem Zusammentritte zur Giiuhmigiiiig vorzulegen, oder wenn dieselben die Genehmigung eine« derbeidenHSuse» de«Reich«-rathe» nicht erhalte». Da« Gesamintministerium ist dafür verant-wortlich, das« solche verordn» ngen. sobald sie ihre provisorische Gesetzeskraft verloren haben, sofort außer Wirksamkeit gesetzt werde»." Wer diese» Paragraph unbeeinflußt von jeder anderen Meinung al« der, ihn auszulegen, lie«t, wird zugeben müsse», das« er nicht ange. wendet werde» kann, wen» die Regierung da» Parlament just in dem Augenblicke, in dem e« gearbeitet hat. zu dem Zwecke auSeinauderjagt, um ohne dasselbe zu regieren. Ebenso wird jeder Unbefangene zugeben müssen, dass t Mund de« § 14 erlassene Verordnung die Gesetzeskraft verliert, wen» da« Parlament auseinandergejagt wurde, ohne den vor seinem Zusamnientrete» erlassen«» Verordnungen die Genehmigung z» ertheilen. di. ?. Die Maßregelung vo» Letzrpersone« in Wien. Gleich anderen Blättern spricht sich nun auch die ,N. Fr. Pr" mit scharfen Worten gegen die M a ß r e g e l u n g von solchen Lehr-Personen aus. welche der ch r i st l i ch-s o c i-nlcn Partei nicht genehm sind und sich weigern, ihr bedingungslos Gefolgschaft zu leisten. Die Lehrer zu bedrücken, wen» sie eine Überzeugung äußer», welche mit jeuer der augenblicklichen Machthaber nicht übereinstinimt, da« fei mehr al« ei» Verbreche», e« sei ein großer Fehler. Unter-drücke man in dem Lehrer die Überzeugung, so lliiterdrücke ma» in ihn, de» Jdeali«m»«, der Jdealitmu« sei aber die Grundlage einer gedeih-lichen Berufsthätigkeit de« Lehrer«. Wa« er leiste, könne man überhaupt »ichl mit Geld und Gut vollständig belohnen. .Lohnen kann man cs ihm", Sjreibt da« Blatt „nur. durch eine besondere erehriing. dnrch Gesühle redlichster Dankbarkeit, durch eine» Kranz auf seinen Sarg, wen» die schlichte Größe seine» Leben» zu Ende ist. In einer Welt, die in Materialismus verj»»keu ist. steht der Lehrer da als der letzte Idealist. Nicht reich, nicht mächtig, nicht berühmt will er werden, sondern »ur kleine Kinder lehren, i» der Sch»l. slnbe, die bald von Denen vergessen wird, welche in ihr die unvergänglichsten Wohlthaten empfangen haben. Man sollte glauben, das« Jeder ein In-teresse daran habe» müßte, diese Idealität i» den Lehrern z» erhalten. Ist es doch etwas Zarte«, Unersetzliche«, was ihnen die Kralt gibt, die ——1 -- eine Liebe, der selbst ein Mohr nicht zu schwarz ist — schrnachlendeS. nach einer besseren Well lechzendes Herz. lvaS willst du noch mehr? Und sei dies« Welt auch iu der Mongolei oder in Rußland an der Newa zur Z«it de» großen Peter, sie erquickt doch! — Die beide» Dichter an einander dem Werte nach zu lnessen. liege un» fern. Jeder verlangt für sich beurtheilt zu werden. Aber die beiden in Parallele gesetzten Dramen, durch de» Zufall der Aufführung an unserer Bühne einander nahe-gerückt, bieten un« gute Gelegenheit. Jbsen'sche Sonderart mit romantischer Eigenart zu vergleiche». Mögen diese flüchtigen Zeilen dazu dienen, das Verständnis hiefür anzubahnen, das die Aufführung vollenden soll; möge» alle, die jüngst der Borstellung von Ibsen'S .Nora" bei-gewohnt habe», e» nicht versäumen, auch da« andere, an sich und besonders durch den Gegensatz zu Ibsen interessante Werk eines namhafte» Dichters, den .Mohren deS Zaren" vo» Richard Voß, kennen zn lernen. Und gerade solchen, die von dem Jbsen'sche» Schauspiele mit weniger Be-friedigung geschieden sind, sei e« empfohlen, da e« ihrem Geschmacke sicherlich gerecht werden wird. R. schwerste und fruchtbarste bürgerlich« Arbeit zu verrichten. Diese« Unantastbar« ist der Gla »be an ihre erzieherische Sendung, die sie nur ver-richten könne», wenn i» ihrem Wesen kein Bruch ist." ' - Gemeinderathssitzung. 8. Mürz. Über Antrag de» Fabrittbesitzers und Gemeinderathe« Herrn Jakob Matzuu wurde iu d«r heutigen Sitzung u. a einstimmig folgender Beschluß gefaßt: .Der Gemeindelath der lf. Kammerstadt Pettau stellt sich vollkommen auf die Seite der stmischen üfhrrrfchaft, welche in durchaus berech-tigter Weile Gleichstrllnng m den Bezügen mit den NaaUbeamten der 11. bezw. 8. Nangcl^fse auf Gnu>d deS vom Leobener vereine ansgestell-ten GehaUsschema« fordert. In Anerkennung der wichttgen Aufgaben, welch« der BolkSschullehrstand in ethischer, intrklectueller und nationaler Hinsicht mit zu lösen hat» erklärt e» der Gemeinderath al« der Büro« deß, Staate« und dc« Lande« an-gemessen, das« den Holfsichullehrern jene mate» rielle Stellung zutheil werde, wie sie dem Stande an sich und dem Ansehe» ix« Lande« Steiennark gebührt," j„ .Der hohe Landtag wich darum ersucht, atff die Petition, allensall« mit.Entsprechender Er-höhu»g der Lande«u«lagen. einzagehei'.- 1 Wegen Kürze der Zeit und Raummangel« halber solat der weitere verhanl»üp>g«bericht in nächster Kummer. - Pettaner Wochenbericht. (vertlduag.) Der hiesige k. k. Ge^chisad-junct Herr Dr. Rudolf Tschech hat sq am letzten Montag in Windischfeistritz mit Fnn^ein Jeanette Edle von Better. Geiikralkiochler an» Graz, verlobt. die Gemahlin de» kürzlich iu den Ruhestand gtf treteneu Oymnastalprofessor« Dr. Unterhn bet' von langem Siechthnm erlöst, Die Leiche wurde im Galawagen nach St. Veit Aberführt nnd dort im Familiengrab? beigesetzt. R. i. p. (Rasch tritt irr t«> im Menschen •«.) Am 28. Februar wurde Advocat Dr. Jak. P l v l. al« er in der hiesigen slovenischen Bvrschußcafse den Cassastaud prüfte, vom Schlage getroffen und erlag bald darauf dem Anfalle. Dr. Ploi war seinerzeit Mitglied de» Gemeinderathe«. Ort«schulausscher der städtische» Schule und laug, jähriges Mitglied de« Bez!rk«schulrathc«. Im übrige» war er von Geburt und Gesinnung Slovene. Allgemeine Theilnahme erregte der rasch hintereinauder solgende Hingang zweier er-wachsener Söhne und einer Tochter Dr, Ploi'«. — Am Morgen de« t. März wurde die 22Mrige Köchin A. S ch m i t d t todt aiisqefunden. Die be» hördliche Untersuchung ergab al« Todesursache ein im Halse steckengeblirbene« Stück Fleisch, da« wahrscheinlich während eine« ihrer Kranipfanfälle Erstickung herbeigeführt hatte, (Vernu „vtolsches Heim". }|rttii.) Heute abend« 8 Uhr findet ein Familieiiabend statt. Programm: t. vorträgt eine« Brazer Herrn. 2. Tombola. 3. Tanz. Um zahlreiche« Erscheinen, wird von der Berein«lei»ung gebeten. (Suluchte, über die hiesige Wasseraasa»-läge.) Die Ereditanstalt hat den Professor an der technischen Hochschule, Hosrath Schwackhöser. noch Pettau entsendet. um ein Gutachten über die hiesige Strache'jch« Ga«anlagc zu erhalte». Diese« Gutachten ist außerordentlich besriedigend au«gefallen und die Creditanstalt dürste betreff« Finanjirung der Strache'schen Erfindung demnächst zu einem Entschlüsse gelangen. (Feierliche Eröffnung unsere, Wisserg«»-«rrlue und Schlachthauses sammt Kühlanlage.) Der herzlichen Einladung, einen Ehrentag unserer Stadt gemeinde durch ihre Anwesenheit verschönern zu helseu. ist erfreulicher Weise eine stattliche Reihe liebwerter Festgenossen nachgekommen. Nach — 3 — Begrüßung auf dem Bahnhofe gieiig e» in tx» bereit gkstelltkn Wagen zu unseren Neubauten, welche natürlich Festschmuck angelegt halten. Manchem unserer Mitbürger, welche bisher anö Rücksicht, ein« Störung der emsig Schaffenden z» vermeiden, ihre begreifliche Reugierde bc zwangen hatten, fanden bei der nun stattfinden-den Besichtigung de« volleudkten Werke« Gelegen-heit. all da« zu bestaunen, wa« Thatkraft, Um-ficht und hervorragende Technik in so kurzer Zeit geleistet haben. Die Führung in de» Räumlich, keiten und die Erklärung du im vollen Betriebe befindlichen WerkSobjecte der Gasanstalt über-nahmen selbstverständlich die Schöpser der Anlage, Herr Bürgermeister Ornig. die Herren Fa» driksbesitzer Dr. S t r a ch e uud Kurz und die Herren Ingenieure T r t b b i n und Ehar-trousse. Die eingehende Beschreibung der An-lagen in der vorigen Nummer diese« Blatte« enthebt un«, auf die Vnzelnheite» nochmal« einzugehen. aber da» darf »ich« verschwiegen werde», das« jeder, der ein Gefühl für s«i»e Bater- oder Heimatstadt Pettau hat. beim Anblicke dieser zwei neuen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt eine« Hochgefühle« darüber sich nicht erwehre», de« stillen Danke« gegen die Schöpfer und För-derer de« schmucken Werke« sich nicht enthalten konnte. (Relterbtleuchluug der Firma Canrad JUtfi t Ästzne) Au» dem Tageslichte eine breite Treppe abwärt«, ein Thorflügel öffnet sich leicht und geräuschlos und un« umgibt die blendende Helle de« neuen Gaslichte«. Freundliche» Grün an den Wände», eine lange linnenbedeckte Tafel und Slaiike Steirerinnen mit verheißenden Etiketten m auf nöthige» un« zum Besinnen, ob wir nach dtsterer Thalfahrt nicht an Artu« Tasel-runde gerathen. In traulichem Qkinurmel und in st feierlicher Bewunderung stehen sie, die ecken alle, die sich an dem schönen Lichte unter den schlveren wuchtige:? Kellerwölbungen freuen, ak> »isch für da, Zahr 1838,9.) 1332 Hast», 562 Fasanen. 859 Rebhühner, 44 Wachteln, 15 Waldschnepfen. 14 MooSschnepseu, 52 Stock-«nten. 21 Krücktnttn, 15 Tauben. 1 Fuchs. 61 Hund«. 77 Kotzen. 21 Jltiffk, 139 Wicsrl. 45 Jgtl. 143 Eichhörnchen. 38 Habichte und Geier, 80 Falke», 44 Eulen, 210 Elster», 244 Krähen und 103 Nußhäher. (Ltoesiceiorfttliaug.) Ditnstag den 7, März wird zum Benefice de« Fräuleiu« Anna H o f h e r r Burkhardt'« ..'« Katheil" gkgebtn; diese« VolkSstück au« dem W>e»erl«be» gieng au« der Feder de« früheren Burgtheaterdirector« Dr. Max Burkhardt hervor und hat bisher a» alle» Bühnen eine überaus beifällige Aufnahme ge-funden Ein Wiener Blatt äußert sich unter • anderem folgendermaßen: .Max Burkhardt'«, de» frühere« Burgtheaterdirertor«, VolkSstück „'« Katherl" hat gestern die freundlichste Auf-nähme am Raimundth«ater gefunden Das Haus war ausverkauft, den» mau »oar offenbar ge-spannt, den vielumstritttnen Man» auch persönlich kennen zn lern«,». Und man sah ihn sogar sehr oft. indem da« Publikum immer und immer wieder den glücklichen Autor vor die Rampe rief. Diese Novität dürfte sicherlich ein Sasse-magnet ersten Range« »verden u. s. w." Und so ist e« auch wirklich gekommen; denn .'« Ka theil" machte die Reise über alle Bühneu Oesterreich« und Deutschland« mit groß«« Erfolge, Wir dürfe« deshalb auch hier mit Spannung ber Aufführung entgegensehen, umsomehr, da die Besetzung der Hauptrolle» eine entsprechende ist. — Auch würde» wir der Beneficiautin, »velche «in sehr verwendbare« Mitglied unsere« Bühnenpersonal?« ist und die Gunst de« hiesige» Publicum« besitzt, ein recht volles Hau« wünschen; denn die Kunst geht bekanntlich nach Brot. (Chealermichrichl.) Direktor G ä r t n e r hat sich endlich entschlossen, mehrfach mündlich und schriftlich geäußerten Wünschen tiitgegenkommeud, die mit so großem Beifalle aufgenommene Novität .Im weißen Rössel" zu wiederholen. Hoffentlich findet sich ein zahlreiche« Publicum bei dieser Wiederholung ein, indem sonst unsere so strebsame Direktion eine» große», Schaden er-leiden würde, da die Aufführung«kosteu diese« Stuckes bekanntlich sehr hohe find. — In Vor-bereitung befinden sich die beiden Schauspiele .P r e c i o f a" uud .Da « Erbe". über letztere» Sensatiou»stück werde» wir noch Näher«» be-richten. Qi wL wohl zu wünschen, das« sich die wenigen Theatervorstellung«!, welche noch stattfinden, ,...<« guten Besuche« erfreuen würden. (der Mahr des ?arr».) Diese« effectvolle Stück von Richard Los», lvelcheS im Feuilleton der heutigen Nummer eine ausführliche Be-sprechung erfährt, hat sich Fräulein B e l l a u zu ihrem Äen.fice, da« in nächster Zeit statt-fiudet, gewählt. Der Ehrenabend unsere« Liebling«! Wa» dersellx bedeutet, ist wohl Alleu klar; e» gilt, unsere ausgezeichnete Naive, rvelche sich der Sympathie» unseres Thectterpublicum» schon die zweite Saison nntcr Direktor Gärtner in so hohem Maße erfreut, zu ehren. — Dass dieser braver» Schauspielerin ein bi« anf das letzte Plätzchen besetzte« Hauü o» diesem Abende sicher ist, bedarf wohl keiner »veitercn Erwähnung, denn schon jetzt ist bereit« der größte Theil der Plätze sür diese Borstelluna vorgemerkt. Und so möge sich denn unsere Bella» neben den vielen künstlerischen Erfolgen, welche sie sich bei »n« errungt» hat. auch einmal einen materiellen Er-folg holen, welchen wir ihr von ganzem Herzen wünschen. (Ver alle de»tsche tlame »«serer Stadt.) Eine wertvolle Studie über die fteirische» La-ide«. färben von Franz I l w o f in der „Tagespost" führt eine Stelle au« Wolfram von Ejcheubach« Parcival an. in der unsere Stadt uud Umge-dung mit folgenden Berfen erwähnt wird: .gum Si o i a • fuhr ich selbst zuhand Bon E i I l, kam ich hing,ritten, Drei Wochen hatt' ich dort gestritten, Da schien tf mir griwg grttxin Zunächst r,n Sioha« ritt ich dann In die weit» Stadt Ä a n d e i n. Tiese Stadt liegt dort genau. Wo die 0»reia n in die Dra«, Ei« goldreich Wasser, rinnt. Roha« ist Rohitfch. Gandein. die große Stadt, ist Petla». denn die G r e i a n ist unsere G r a j e n a. l^euerberritschast der freiwiitigeu /t«erwehr.) Für die laufende Woche hält der II. Zug und die II. Rotte Feuerbereitschaft. — Zug«-führer B e l 1 a n. Rottsührer Maitzen und 8 Mann. Feuern,eldungen sind aus der Eentral-stotion in der Sicherheit«wachstubc im Rathhaufe zu mache». (/reivillise Feuerwehr pettau.) Heute Sonntag den 5. März. Nachmittag 2 Uhr. findet tttafftrMmk tat Dr««. cm. Wittmmg Wasser. Cemper. CaWu» IS/S. i 54 Trüb 43 l»./2. 54 Nebel 4.0 20./2. 54 Morgennebel. Frost 36 21./2. 54 H M 43 22/2. 66 Heitcr 30 23,2. 65 Schnee 30 24./2. 54 I 30 Kit dem nun fortlaufend erscheinenden Wauir-st»nda- und Temperuturberichit glauben wir einem Wuwcho manche* Nalursreuade* oder Fischer* entgegen au kommen. Die Mestunfen werden im Auftrage der Reichsanatalt für Meteorologie vom tiauth-ctiaier Herrn Schweyda vorgenommen. iu ordentliche Hauptvcrfainmlitug in Herrn Petowar'S Sasträumen statt. Zu derselben werden diemit olle P. T. unterstützenden Mitglieder ge-,iemend eingeladen. (Vereinsavstitsaag.) Der .Freiwillige Feuer-wehr-Berein" in Steinvors bei Pettau Hai sich frei-willig aufgelöst. (3»ei fali*t C»»Br»clU»e».) Bor kurzem t'iitft in der X Straße in Marburg zwei Arbeiter mit einem im Inneren de« Baue« befindlichen QkrQftr, da» durchfchlug. durch drei Stockwerk« in den Keller marschiert .und keiner sprach mehr ein W o r t", wie der Bericht in clas« sticher Naivetät hiezu bemerkte, Ei» Gegenstück bildete einer Drahtmeldung zufolge «in Mädchen in Wien, dem die alte, ewig neue Geschichte passierte, das» der Herzallerliebste ihr schnöd« den Rücke» kehrte. Selbstverständlich mui» einem da» Herz über so etwa» entzwei brechen und so naschte sie statt Rock/>Drop» so an 50 MorAiumpulverche» und ähnliche Eonfituren in Menge. 9ü» auch jetzt da» Herzlei» de« Fräulein Ulrich nicht brach, wollte sie sich mit einem Kiichenschlägel da» Schädeldach einschlagen, wa« infolge ina»gelnder Übung im Gebrauche von Küchenwerkzeugeu auch nicht gelang. Die Lame ist nun im Spital, befindet sich .den Umständen «»gemessen" nnd wird über knrz oder lang die süße Gewohnheit des Dasein» fortsetzen können. .Wenn nur da» Herz in Liebe schlägt tt Theater. „Nora" oder ein .P u p p e u h e i m" von Ibsen. Nordisch' Frische liegt über dem Stück, trotz aller Tragik »in gewisser Glanz, der au» der Seele de« Dichter» stammt: Ibsen steht auf der Höhe feiner geistigen Entwicklung. er hat sich d»rchgeruage» zur Freiheit, Freilich — e» ist die Areiheit de» Krage»», «ich» de» Antworten»; um Fragen zu stellen, hat Ibsen selbst gesagt, bin ich da — nicht um sie zu löse». Aber eben dieser Standpunkt gibt dem Dichter die Unbe» saaaeuheit de» sorscheiidln Experimentator« Al» Aufgabe de» Naturforscher» hat der Physiker Gustav Kirchhofs die möglichst vollständige Be-schreibung der Vorgänge bezeichnet. alle .Er-klärung ist schon subjectiv. Beschreiben will Ibsen den typischen Verlaus, reinlich darstellen; von herrischen Erklärungen hat er sich frei gemacht. Da» Problen de» Drama» ist die rechte Ehe, Ihr rühmt euch gute Ehemänner zu sein, sogt der Dichter, ihr preiset die Ehen, wie sie unter euch sind, al« die unerschütterliche Grundlage der Ordnung. Aber sehen wir »n« eine Ehe genau a», pröien wir da» .glatte übertünchte Äußere", um GötheS Korle zu gebrauche». Hier habt ihr eine typische .glückliche Ehe". Ei» re-spcctabler SescWtSniann »nd feine reizende Fran leben im heitersten Einvernehmen. gesunde Kinder, brave Hausfreunde, gesichert erscheinend« Ber-Hältnisse. — alle« so blank und zierlich wie in einem Puppenstübchen. Und nun. wie stimmt e» mit der Rechnung? Eine große Prüfung soll an die glücklichen Gatten herantreten, eine Existenz-frage. Wa» zeigt sich? Die Frau, von dem Gatten wie vo» den Freunden bisher al» liebenswürdige» Spielzeug behandelt, Hot keine Borst,llung von realen Verhältnissen; .halb Kinderspiel, halb Gott im Herzen" wagt sie sür ihren Gemahl, was sür die bürgerliche Gesellschaft, wa» für den Staat ein Verbrechen ist: Eine Fälschung. Der Gatte, bei aller oberflächlichen Liebe ein Egoist, bei aller oberflächlichen Ehrenhaftigkeit «in zweifelhafter Biedermann, fündigt durch Mangel an Liebe nnd Leidenschaft, wie sie dnrch deren Überfluß. Ihr hochgespannte», kindlich reine» Herz erhoffte „da« Wunderbare", die völlige Einig-keit, im Feuer der G«sahr zu reinem Gold geläutert. Er ober, statt zu ihr zu sprechen: .Du hast ge-fehlt, aber au» Liebe für mich, ich will Deine Sünde auf mich nehmen", er denkt nur daran, wa» die Welt sagen wird, ob leine Stellung nicht erschüttert ist . . . Da» Experiment hat gezeigt, das» diese .glückliche Ehe" ans Sand gebaut war. aus Sche>n und Sptel. statt auf Ernst »nd Treue. Die Ehe ist au», da« Glück ist zu Ende. Nora geht und sucht in der Welt, wa« ste zu Sause nicht gefunden: Spielraum für ihre Kräfte, Erfüllung ihre» innere» Berufe» zu opfer-willigem Dienst der Liebe. Da« Stück ist auch technijch ein Meisterwerk und jene Scene, in der Nora, da» Herz von Angst und Hoffnnng über-voll, die Tarantella tanzt, ist allein eine ge-nüaende Antwort auf die thörichte Behauptung. Ibsen sei zu sehr Realist, um auch Dichter zu sein, E» liegt kennzeichnender Geschmack in der Wahl eine« so ernsten Drama» zu einem Vene-fice, andrerseits war e» nicht ungefährlich, ein solche« einem Publicum vorzuführen, da» vor-wiegend der heitern Muse zugewandt ist. Das» die Kraftprobe gelang, ist nn ehrende« Zeiche» für die Mitwirkenden, von denen die Träger der Hauptrolle» Frl. B e l l a u sRora), Fran L o d t-mann (Fr. Linder). Herr K a m m et u f (Helmer,) Bornstädt (Günther) nnd W u g- (> a n i g (Doctor Rank) in Anerkennung genannt eien. Der Be»eficiant, Herr K a m m a u f, der Liebling unserer Frauen, darf mit Freuden der verdienten Anerkennungen, eine« au»v«rkausten Hause» und mehrerer Ehrenspenden, gedenken. Damit soll aber nicht gesagt sein, das« Herr K a m m a u f an sich einen besonder» glücklichen Tag gehabt hätte, denn Zeichen von Gedächtnis-schwäche an den Tag zu lege», ist entschieden ein bedauerlicher Unsall, der sich wohl nur mit der begreiflichen Ausregung entschuldigen läs«t. Die Temperatur im Hause war übrigen» nicht Mo» nach meinem subjektiven, sondern nach all-gemeinem Empfinden wirklich kühl. In der .N ä h e r i n" lernten wir al» Gaslin die Soubrette (da» Wort ist da» wälsch ver-dorbene: .Die Saubere") vom Maburger Stadt-theater. Fräulei» Ivsephine Hartig, kennen; gleich bei ihrer Eingangsscene erhielt sie schon einen Strauß und später noch einen; wahrscheinlich von Leuten, die daS Fräulein nnd ihre Leistungen schon iu Marburg k e a u en z u lernen Gelegenheit hatten. Nun. das Mädchen hat kntschieden Blut in den Adern und war in dieser Rolle eine gelungene Naturburschin. Aber auch mit dem Stimmzeug ist das Fräulein ganz ausreichend begabt. Einige supersittliche Damen thaten empört darüber, das« die Näherin ein ganz klein bischen die Säume lüftete. Da» ist in Pensionate» allerding» verboten, soll aber dennoch vorkommen. Übrigen» sagt eu> guter Lateiner: „Quod licet Jovi, non licet bovi," da« heißt, wa« Jungfer Näherin thun darf, mus» die gnädigeFrau unterlassen. — Recht brave Leistungen mare» da» Ehepaar Sombilr (Frau L o d t m a » n und Herr B o r n st ä d t.) Frau Rosa (Fränlein B e l l a u) und Stefan Hoch (Herr Iah n). Die tiefsinnige Eharactcrfigur Iano» (Fritz L o d t-mann) fall auch nicht unbemerkt bleiben. — E» wurde viel gelacht, hübsch« Musik »nd Gesang waren auch dabei: Da» scheucht die Müdigkeit und würzt den Abend. So soll'» denn gnt sein, W. F. Verstorbene in der Stadtpfarre Pettau i.i 26 getnwr »i« 5. *Hr| 1890. Februar 26.: Johann Kroiu, Bedieuerinjkind. 10 Monate alt, Wasserkopf. Februar 26.: Kolli us Wilhelm, Fleiackergehilfe, 47 Jahre alt, Morbus Brightii. Februar 28.: Rihi« Joaef, gewesener Gastgeber, 69 Jahre alt, Wassersucht, Februar 28.: Dr. Jakob Ploi, Hof und Gerichls-advocat, 69 Jahre alt. Gehirnschlagfluss. Mir* 1.: Wedlin Theresia,Monatsdienerin, 62 Jahre alt, Carcinoma ventriculi. März 1.: Krainz Katharina, Taglfihnerm, bb Jahr« alt, Haemorrhagia »erebri. Mirz 1.: schmit Agnes, Köchin, 28 Jahre alt, Stickfluss infolge eines fremden Körpers im Kehlkopfe. (GerichtArstlich obducicrt) März 8.: Kuharitach Alois, Handlungslelirjunge, 18. Jahre al», Schusswunde. März 4,: Haller Katharina, Inwohaerstochter. 30 Jahre alt, Auszehrung. Der Laudachsee. 88t Met« tkr »«« Meer». Ich grüßte dich im hohen Traunsteinthalt, Du Netner See, von Bergen rund umschlossen? Ein Silbcrtropsen scheinst du. hingegosien Bon Götterhand in »ine grüne Schale, Al» leise flüsternd in dem Abendstrahle Die Wellen deine» Bächlei«» vor mir flössen. Da hatt' ich. still entzückt, ein Bild genossen. Da» mir gezeigt Arcadien» Ideale. Und al« der Wundergöttin Sang erklungen. Der deine Echo rief mit Orgelstimmen. Verhallend, wie der Aol«harfe Beben — Da hatte mich der stillt Wunsch durchdrungen: .Wenn einst de» Leben» Sterne mir verglimme», E» möge so mein letzter Tag verschwebenl" _Legkdii« kadislao». Wilhelm's Pflaster. Diese» ««»schließlich in der Apotheke de« frtüf Wilhelm in Ueankirche» (Riederösterreich) erzeugte Plaster wird in allen Fällen mit Vortheil verwendet, in welchen überhaupt ein Pflaster gebraucht werden soll. Besonder« nützlich erweist e« sich bei alten, nicht entzündlichen Leiden, *. B. bei Hühnerauge», krichdorue». erfmenr»Slieter» und veraltete» Geschwüre», indem e« »ach vorausgegangener Reinigung der betreffenden Stellen, auf Tastet oder Leder gestrichen, aufgelegt wird Preis per Schachtel 40 kr., 1 viitzrud 4 st, 5 v»tze»d ptr vaheni 3 ß 50 kr. Weniger al» 2 Schachteln werden nicht ver-sendet und koste» bei Franco Zusendung 1 fl. v. W IFranzWilhelm^abfW Wvon Franz Wilhelm, Apotheker in Reunkirchen. W W Riederösterreich, ist durch all« Apotheken zum Preise M » von 8. K. fl, 1.— per Pocket zu beziehen, W W Wer de» Thee »risse« mit, weil er z B an M > Gicht, Rhe»»ati«»»« oder sonst einem matfttr« K Hütet leidet, soll von den adit gelheilten Pacht« K W durch acht Tage täglich eine« mit einem Liter W W Wasser aus einen halben Liter einkochen, de» ab-M Waekochten Thee durchseihe» und zur Hülste frühW W bei »achterem Magen und zur Sälste abend« vor W W dem Schlafengehen lauwann trinken — Bei hart- Hj W näckigem Leiden soll der Thee beharrlich getrunken M W werden, bi« da« Leiden behoben ist (wa« oft nicht W Wmit eine« ganze» Packe» erreicht wird) — gstW W da« riessteckend« Leid«» beseitigt, so hat man dannW W blo« zeitweilig, z. B bei Beginn der vier Jahre«- M Wzeilen, ein ganze« Packet zu verbrauchen, wodurch W W etwa vorhandene prankheitsstoffe mit dem UrinW Wand sonst durch die Unterlrib«organ« »««geschieden W W werden und mau vor weiteren Leiden befreit bleibt, K W — Wahrend dieser Thee-Cur ist eine strenge Diät W Wz« empskdlen und find Speise« nnd Ketränke, dieW Mden Magen beschweren, zu meiden: kette, salzige. W, W säuerliche. stark gewürzte Speise», sowie »enußW Wvon Bier und «ein sind nicht zu empfehlen, BorW W Verkühlung und Nässe soll man sich während der W A_Hut IdWten._■ Alle Maschinen stlr LANDWIRTHSCHAFT UND WEINNBAU zu ermftssigten Preisen: Futterschneidemaschinen Trleurs (Getreidcreinigungs-Maschiaen) Dörr-Apparate für Obst und Gemüse "Wein- und Obstpressen, Heupressen Dreschmaschinen für Hand- und Kraft-betrieb Peronospora-Apparate verschiedener Systeme BescV^efl 1' n^ Apparate (Neuheiten!) sowie Alle wie immer Namen habenden landwirtschaftlichen ind Weinbaumaschinen liefert in bester Ausführung IQ* HELLER, WIEN, II|2, Praterstrasse 49. »M- Vor Ankauf von Nachahmungen wird bestens gewarnt. Wiederverkauf er und Vertreter ge nicht! — Cataloge gratis! Dank und Anempfehlung. d«m au bei Der Rndasgefertigte sagt auf diesem Wege Herrn Gemeindeante Fr. Plangger in Mühlai Innsbruck seinen innigsten Dank für seine grsl&dliche Heilung von Fallsucht, welch« genanntem Ante in kdnester Zeit gelungen ist. Allen an Epilepsie Leidenden kann ich die Behandlung des Herrn Dr. Plangger nicht genug anempfehlen Ringelhorn in Panaen. Rattentod (/dir I««ifch, velitzfch) ist da« best« Mittel, um Ratt«» und Mäuse schnell und sicher zu vertilgkn. Unschädlich für Menschen und Hau^hikr«. Zu hab?» in Packelkn K SO und 00 fr. bei Apotheker Ha»» Jtllüir. -I ■ » ITTT— Stampiglien ant Kautschuk oder Metall liefert in jeder Ausführung billigst die Buchdruckerei W. Blanke iu Pettau. DAS ALBUM. Bilder aus Bühne und Leben. Retdi illustriert! interessanter Inhalt 1 Frais pro Lieferung 36 kr. Jede Lieferung ist für sich abgeschlossen und einzeln kauflich. 12 Hefte bilden einen Band. Vorräth, in der Buchh. W. Blanke, Pettau. Zahl 1182. Kundmachung. Die f. (. mährische Statthalter«! in Briinn hat infolge Kundmachung vom 12. Februar 1899, Zahl 6488, da» mit d«m Erlass« vom 24. De» cember 1898, Zahl 40838, brkannt gegeben« Verbot der Einfuhr von Schweinkit ou» d«» politischkn Brzirk«» Leoben, Marburg. Pettau und Rann nach Mähren aufgehoben. Stadia«! Pktlaa, am 23. Februar 1899. Der Bürgermeister i A. Ornig m. p. DAS WASSERGAS, seine Herstellung: und Verwendbarkeit von Dr. HUGO STRACHE. n. Auflage. Vorräth, in der Buchhandl. W. Blanke, Pettau. A. F. Hickl, Pettau erlaubt sich zur herannahenden Frfihjahrs-Salson auf sein grosses Lager in eleganten Herran-ModestofVan, fertiger Wiener Herren- und Knaben-Kleidung zu billigsten Preisen aufmerksam zu machen. Neue Ansichtskarten von Pettau auf Metallpapier sind soeben eing-et rossen. W. Blanke, Buchdl., Pettau. WOHNUNG im Harienliofe, bestehend aus 4 Zimmern sammt Zubehör, ist sogleich zu vermiethen. Anzufragen bei Josef ORNIG- Schachenhofer's neueste Composition Schnaderhüpf In für Ciavier, Zilher oder Orchester, ist vorräthäig bei W. 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Jene männlichen Angehörigen der Stell»ngSpflichiige:>. von deren ärztlicher Untersuchung die Beurtheilung ihrer Erwerbsunfähigkeit behus« Entscheidung einer allensall« eingebrachten Reklamation de» Stellung«-psslchtlgen abhängt, sind ebenfalls zum persönlichen Erscheinen vor der SlellungScommissivn verpflichtet. (§ 57, Abs. 2 der Wehr-Vorschriften, I Theil) Enthoben vom persönliche» Erscheinen vor tcr Stellungscommission sind jene mäuolichen Reclamante», welche a) das 70. Lebensjahr zurückgelegt haben, wenn der Bürgermeister ihre Erwerbsunfähigkeit als no-torisch bestätigt; b) deren offenfundige ErwerbSunsähigfeit nachgewiesen wird; c) tvelche bereits vo» einer Stellungs- oder UberprüfungS-Com-Mission als „für immer erwerbsunfähig" ersannt wurden. Bon de» Reclamanten sind die vorgeschriebenen Nad)weise für die Berechtigung eines Begünstigung« AnjprucheS nach den ßß 25 biS 29 und KH 3l bi« 34 W. B. l. Ti)eil rechtzeitig beizubringen. (Unter diese Paragraphc find s»bsummirt: a) die offenkundig Untaugliche» 8 25. Abs. 4 W G : b) die Candidaten de« geistlichen EtandeS. 8 31 äü.«®.; c) Lehrer, Unterlehrer nnd LehramtSzöglinae, § 37 W.-G.; d) die Besitzer ererbter Landwirtschaften, § 33 3S.-G; e) jene Assentierten, deren Familienverhältniss« di« Befreiung vom regelmäßigen Präsenz-bimste im Frieden bedingen. § 34 W. G StellungSpflichtige, welche die Begünstigung nach den §§ 31 bis 34 W -G. anstreben und auch jene, welche auf die Zuerkennung deS ein-jährig-freiwilligen Dienstes Anspruch habe», könntn sür den Fall einer Abweisung ihrer Ansuchen nm eine der in diesen Paragraphen erwähnte» Begünstigungen bei der Hauptstellnng die Begünstigung de« einjährigen PräsenzdiensteS geltend mache». Schließlich wird bemerkt, dass dle Blakeantnis dieser Annd-machung und des Gesetzes überhaupt die Mchtbesdachtung der EtellungSpflicht und der au« dem Wehrgesetze entspringenden Pflichten nicht entschuldigt. Sladtamt pkttan, am 26. Februar 1899. In- Bürgermeister. I Ornig m. p. — 8 — Kneipp-Malz- Beliebteste# KafTeegetränk in Hunderttausenden ven Familie«. Bewährt eelt Jahren ale vorzüglichster Zusatt zum Bohnenkaffee. Aerztlich empfohlen fttr Kinder, Bleichsüchtige, bei allen Nervet-, Herz* und Magenleiden ale einzig gesunder Ersatz für Bohnenkaffee. Zu bestehen durch jede Buahandlung ist die preisgekrönte in SO. Auflage erschienene Sehrist des Med.-Rath Dr. Malier aber du I (Q/fciu*n- un*/ &**«<*/• S otel Beivedere, Wien nftchet Süd-Staats-Aspangbahn. Arsenal III. Bürtel 27. Kiiwihw 7.1mm«r von 1 fl. aufwltrt* and vollständig möblirte Wohnungen jede Grösse und jede Zeit. H6tel-Omnibus. — Pferdekotzen, dick und warm. 130 Tentimeter breit. ISO Tentimeter laug, mit schSnen Bordüren per Stück, fl. 1.70, gegen Nachnahme, bei der «otzenfabrik in Wie« XTT,, Bischofgaffe 5. PAUL RICHTER, Ollvanfll-Blanzwlotise, Vaselin-Ledersalbe, "WU Waffenfett-Erzeugung. i, Blimieugasse Nr. 6. Preisliste gratis und firanoo. 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Nein, ich kann'S nicht glauben, warum das Ast aber?" .Meiner Gesundheit halbe»; die, wie Sie sehen, sehr ange-tiffen ist!' .Da» wäre sehr vernünftig; aber s» plötzlich —" .Die richtigen Entschlüsse kommen alle plötzlich. Ich habe Sie krbitten lassen, damit Sie mir einen Rat erteilen sollen." .Zur Verfügung! — In wiefern?" »Ich möchte nicht gern allein reisen; bei meiner schwankenden Wundheit kann mir die« oder jene» passieren, ich bin zwar kein mimentaler Schwächling, aber ich denke mir. daß e» sich schlecht iibt. ohne bog der letzte Ländedruck einem Freunde gelte!" -Ach wa», sterbe«! Niemand stirbt mehr! Werden Sie nicht »ivvchonderl Nehmen Sie einen Reisebegleiter." .Da» möchte ich auch, aber wo einen solchen finden, wie ich n mir wünsche?" »Welche Anforderungen stellen Sie denn?" »Er muß vor allen Dingen mein Freund sein; dann dermaßen iildet, daß diese Reise für mich auch einen wissenschaftlichen uheu hat, und endlich zög' ich einen Mediziner, der über meine ewndheit wacht, einem jeden andern vor!" .bm! öml — Wenn ich nicht so alt und weniger beschäftigt m, da» wäre eine Versuchung, der ich nicht widerstehe» könnte. Kiffen Sie, Waldburg, daß ich bisher nur Menschen, nur Indi-duen kenne, die Menschheit aber nur au« Büchern!" .So kommen Sie mit! Welche prächtige Gelegenheit sür Sie. t verschiedenen SerechtigkeftSpflegen der unkultivierten Völker-Men zu studieren!" .freilich! Aber eS geht nicht." .Aarum nicht?" .Au» tausend und einem Grunde, von denen ich nur den einen nnm will. Ich kann ja nicht fort, nach der Konfiskation meiner Mchüre kommt der Prozeß, und da muß ich doch dabei sein, wenn m mich verurteilt." .Warum denn? Lassen Sie fich in Abwesenheit verurteilen." .Ich danke schön, mich ohne Verteidigung abschlachten zu lassen!" .Öören Sie, Doktor; ich habe zwar leider nie Gelegenheit ge-b». Ihnen einen Dienst zu erweisen, aber sagen Sie mir, glauben *. daß ich eS thun würde, gethan hätte, wenn Sie es bedürften?" .sicherlich!" , .Nun denn! Ich fordere einen außerordentlichen Dienst v»n J&fK, der höher steht, als alles. Lassen Sie sich immerhin wneilen; ich werde dahin wirken, daß Sie nur eine Geldstrafe 'ommen, und so hoch dieselbe auch immerhin sein mag, ich werde tragen." .boho. Waldburg, was ist mit Ihnen seit gestern früh vor- langen?" ."ragen Sie mich nicht, Doktor, ich kann Ihnen nicht ant-'"cn; aber eins bin ich verpflichtet, Ihnen zu sagen. Ihr wissen- schaftlicher Scharfsinn hat stch glänzend bewährt. Nein, Legeman» ist nicht im entferntesten schuldig an dem Morde meines Freundes, und Sie haben recht geraten: Der Staatsanwalt wußte es, als er jenes .Schuldig" sprach, das Sie analisiert haben. Aber Ihre Andeutungen. daß Sternseld vielleicht selbst die Sand beim Morde im Spiele hatte, ist grundfalsch. Das weiß ich, darauf gebe ich Ihnen mein Wort!" »So? — Aber ein StaatSanwalt, der das .Unschuldig" weiß, und das .Schuldig" ausspricht, ist — * »Ist ein Verbrecher, ich gebe eS zu, aber hier waltet für ihn der mildernde Umstand ob, daß dieser vegemann freiwillig die Rolle übernommen, die er gespielt." »Er hat ja aber geleugnet." »Freilich, das war nötig, um ein milderes Urteil zu erziele». Und endlich, lieber Kern, wenn Sie eine Ahnung hätten, was Sternfeld seit zehn Jahren gelitten, was er bis an sein Lebens-ende noch leiden wird, würden Sie der erste sein, der riefe: Genug, das Verbrechen, fo schwer e» auch immerhin sein mag. ist gut ge-sühnt! — Alle» das. was ich Ihnen soeben gesagt, ist ans mein Ehrenwort buchstablich wahr. Wa« werden Sie thun?" »Salten Sie mich für eine Späne. daß Sie noch fragen! Ich werde mich natürlich in Abwesenheit verurteilen lassen, damit das Ding totgeschwiegen wt de. und jedesmal, wenn ich den Staats-anwalt sehe, werde ich den Hut vor ihm abziehen; denn ich kenne den Manu b«ss»~; al« Sie sich vorstellen, medizinisch meine ich; er hat eine zu große Leber, und die Art Mensche» leiden entsetz, lich, wenn eine Rene sie quält. Ich bin überzeugt, daß. wenn er mrchten könnte, entlarvt zu werden, er sich ei«e Kugel durch de» Kopf jagen würde." »Er wäre in diesem Augenblicke wahrscheinlich schon tot. wenn Gotte» Fügung mich nicht auf seinen Weg gesandt hätte. Ich danke Ihnen, lieber Doktor, sür da» Versprechen, das Sir mir gegeben, diese Sache totzuschweigen, zumal da e» Ihnen sehr schiver sollen wird, Ihre» Freunden gegenüber, die sich nach Ihrer letzten Broschüre sicherlich auseinen interessanten Skandal vorbereitet haben." .Da haben Sie ganz recht; das wird eine schwere Stellung für mich werden — hm! — Fast unerträglich! Hm! — Wenn ich dem nur au» dem Wege gehen könnte! — Wissen Sie was, Waldburg ? Da» beste Ist. Sie nehmen mich auf Reisen mit!" Ich drückte ihm'freudig die Hand, dahin wollte ich ihn eigent-lich nur bringen. Drei Tage später verließen wir die Residenz. Ich halte ei» paar Zeilen an die Baronin geschrieben, in denen ich von ihr für immer Abschied nahm und sie bat. auf ihren Bruder zu wirken, damit die Strafe de» Doktor Kern, der mich be>leitete, nur eine Geldstrafe sei. und hatte ihr meine Empfehlungen für die ganze Familie ausgetragen. Wir waren etwa» zu früh auf de» Bahnhof gekommen und gingen plaudernd in der Wartehalle auf und ab, als mit einem Male meine Schultern berührt wurden und wiederum, wie ein Gespenst, Segemann vor mir stand. »Reisen Sie heute, Herr Waldburg?" fragte er, indem ich mit ihm auf die Seite trat. »In wenigen Minuten! bat man euch für mich etwa» auf-getragen?" fragte ich zitternd. »Da« Fräulein läßt Ihnen Lebewohl sage» und schickt Ihnen diese«." Er gab mir ein Nein?« Paket, welches ich mit fieberhafter Hast öffnete; es enthielt eine Locke, eine trockene Immvrtellenblnine, und auf einem Papier die Worte: .Nie — und doch ewig Dein!" Das Weh, das mir die Brust durchtobte, mußte selbst aus den verwildertsten aller Menschen Eindruck gemacht haben, denn er sah Ansicht Bitt 38(fingen. («It Zt((.) mich mit ritten» Ausdruck des tiefsten Mitleids an: plötzlich jedoch zeichnete sich wieder jene« wilde, sarkastische Lachen um seinen Mund. „Das kommt davon, wenn man ehrlich ist!" sagte er mit seiner widrigen Branntweinstimme; „hätte ich Ihr Portemonnaie gestohlen , dann hätten Sie sich beide nicht gesehen, dann gäbe eS heute zwei glückliche Menschen mehr — Sie und da» Fräulein!" .Schweigt! Ihr versteht mich nicht! Ich bin glücklicher als ei» König!" .Gute» Avvetit zu solch einem Glück!" „Hört, Hegemon», ich wein alles; begreift mich recht, wenn ich .alles" sage; ich weift, daß Ihr fiir ihn, nm ihm Eure Dankbar-keit dafür zu beweisen, daß er einmal Eure Unschuld zu Tage ge-fördert, Tuch sreiwillig zehn Jahre —" .Da täusche» Sie sich bedeutend," unterbrach er mich; .da-mal» that er nur seine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, nnd dasttr hätte ich mich bei Gott nicht zehn Jahre einsperre» lassen; aber die Baronin, nicht die jetzige, die ihre» Liebhabern nächtliche Rendezvous ans der Heide giebt und nicht aufpaßt, daß ihr Mann ihr Schritt ans Tritt, das Gewehr im Arm, folgt — die frühere Baronin, Fräulein Irenes Mutter, das war kein Weib, Herr — das war ei» Engel; die, während ich meine Jugend vertobte, meine Mutter, die gute Frau z» Tode pflegte! Sehe» Sie, für FranleiirJrene bin ich ins Zuchthaus ge-gangen, damit sie nicht die Tochter eines Mörders hiebe »nd einmal ei-nen ehrlichen Mann bekam-me, aber nicht für die andern; nein, so dumm bin ich denn doch nicht!" Ich drückte seine beiden Hände. „So werdet Ihr über sie wachen nnd sie be-schützen, nicht wahr?" sagte ich. .Ich bi» ihr Schoßhund, ich thue alles, was sie will, aber ich habe ver-tenselt svitze Zähne und wehe dem, der ihrllebleSwill. Doch wolle» Sie mir denn gar keine Antwort für sie geben?" fragte Hegenian». „Ich vertraue Euch ganz, Hegemann; seht diesen Ring, sagt ihr, ich hätte ihn von der Hand meiner toten Mutter gezogen, er sei mir über alles teuer, nnd Ihr wißt, ans Reisen da kann so manches passieren: sagt ihr, sie möchte doch so gut sein »nd mir diesen Ring so lange aushebe», bis ich wiederkomme!" Er »ahm de» Ring »nd schüttelte bedenklich den Kops. .ES kommt mir vor. als wollten Sie nie wiederkommen, Herr Wald-bnrg!" ninrmelte er. „Wir stehen alle in Gottes Hand!" erwiderte ich. ihm noch-mal? die Hand drückend und mich kern zuwendend, der auf uns zukam und mir bedeutete, daß es Zeit wäre, einzusteigen. Wir entfernten uns. „Eine schöne Bekanntschaft haben Sie da." meinte der Doktor. .Wer ist denn der Kerl?" „Hegemann!" sagte ich. „Wo — wie! De» muß ich sehen!" rief er, indem erde» Kopf zum Wageiifenster hinanssti eckte. aber gleich darauf enttäuscht hineinzog, denn jener hatte schon den Perron verlassen. Gin greller Pfiff. Der Zug snhr ab: ich hatte mit meiner ganze,, Bergnngenheit gebrochen, mein Vaterland — nnd — sie — verlasse»! Alle», was ich liebte, lag hinter mir: ich hatte »nr meine tödliche Verzweiflung mit aus den Weg der Zukunft genommen. + • Ich hatte es für nnnötig gehalten, von dem Znstand meiner Seele »ach dem Vorgänge, der mich für immer vo» Irene trennte, 38 dem Leser zu sprechen. Diejenigen, welche es nicht zn fühlen mögen, was in mir vorging, werden auch die beste Analyse > zn begreifen fähig sein. Ich hatte mit dem Leben abgeschlossen; ich hatte einen Sitfc, unter die Rechnung gemacht. Ich lebte fort, eben weil ich |> weil der Mechanismus ans eine mir unbegreifliche Weife tont« »och zusammenhielt, »ach so viele» enlsetzlichen Erschüttern? m noch nicht znsammengebrochen war. Das, wa» man mit dem Namen Seele bezeichnet, jener Fintfc; Gottesfener. welcher den Menschen der Gottheit nahe zn bringn vermag, der „Fühler" unseres Leides, war in mir erloschen. Das Bewnßtsein meine» Leid'S war mir selbst abhanden (if. kommen, und an die Stelle des düsteren, tobenden Schmerzes, Nr, nachdem er ein Brand gewesen, znr Kohle wird und nach und:i ;t verglimmt, war eine Schmerzeiisapathic getreten, die ewig born.:, mit der man zn Grabe getragen wird »nd mit dem man am jüng ste» Tage wieder aussteht. Ich sprach nie von Irene, und ich brauchte nicht an sie « denken, da sie ja immer bei mir war; wie eine Doppelgängern sah ich sie mir znr Seite sitzen; in ihre» Augen brütete beneid Kummer, wie in de» meine», nnd mein Gedanke glaubte das (.'»o der ihre» zn hören, wenn der Bers unseres großen und Unglück lichenDichi.r-mir ins dächtniS kam! .Verfehltere be, verfehl.s Leben." Wir dnräi reisten, neu, wir dnrchj,:^ ten die Bill Kern mit i Weise wiedererzählte, ansznrütteln. führte mir die interessanten « Persönlichkeiten zu. denen wir begegnete», that in einem Wo > alles, was »ur möglich war. »m mein erschlafft« Herz zn leben, meinen stch nach und »ach immer mehr lähmende» Geist . i znfenern, nicht» half. Ich blieb derselbe, ruhig, schmerzlos, verlor Und so vergingen Wochen, Monate, Jahre. Die Zeit, wett i man eine so große Heilkraft briznmeffe» pflegt, blieb bei mir gä , lich wirkungslos. Nach beinahe drei Jahren, nachdem wir Dent> land verlassen, war mein Seelenznstand immer noch derselbe am Tage, wo wir abreisten. Ich lebte mit Irene. 0, ich begreife es gar wohl, daß : ? Leser mich nicht verstehen wird. Wic soll der im sichern Bin» > lande nnter pra»ge»de», schattigen Bäumen Lustwandelnde > 1 einen Begriff vo» der versengenden Glut machen könne», wel eine Windstille ans hohem Meere hervorbringt? Ich lebte mit Irene: beim Erwachen de» Morgens bot ich den guten Morgen: ich fühlte ihren Arm bei der Promenade un dem meinen: ich legte meine Lippen des Abends ans ihre Sti Stnndenlang unterhielt ich mich mit ihr über alle »nr möglir «Gegenstände nnd hörte oft beseligt lächelnd ihre schelmisch.gr reiche» Antworten. Bon Zeit zn Zeit käme» mir leider lichte Augenblicke, in b< mein plötzlich hellsehender Geist meine gaine Lage erkannte. D> ergriff ich KernS Hände und schrie verzweiflnngSvoll: „Doktor, retten Sie mich ans dem IrrenhauseI" Doch einige Min» > 39 tpiiter sah ich sie, wie sie sich zu mir aus» «via setzte, ich fühlte ihre Hand auf meiner glühenden Stirn. ich hörte ihre liebliche ^«überstimme mir zulispeln: „Sei ruhig, Edgar, ich bin ja bei Tir!" Tann lächelte ich. ward ruhig »nd — ber Taktor legte verzweifelt be» Kops in bie Hände,---------- Eine» Morgens, wir waren in Spanien, in der Provinz Al-ineria, ritte» wir d»rch das trockene Bett eines Flusses, wie es deren dort so viele giebt »nd bie alle be» Name» Rambla trage». Wir hatte» »ns vorge»o«>ttiett. oder vielmehr der Toktor Kern hatte den Plan gemacht, da ich »lich um nichts bekümmerte, nach dem Städtchen Huercal Overa Atl gelangen, um dort die Silber-Bergwerke i» Augeuschei» zn nehme», welche seit mehreren Jahren ln-slch gelegen hatten mib bereu Ausbeutung seit einiger (Zeit vo» frrmbeit Ingenienren in bie Hand genomme« war. Nachdeni man sich eine halbe Ewigkeit nicht damit beschäftigt, glaubte man nun mit ei> iient Male einen »«ver »egbaren Quell des Reich-tnms zu besitzen, unb in der ganzen Provinz war von nichts anderem die Webe, als von ben ernste» und auch sehr glückliche» Erfolgen dieses Unternehmens. ES hatte bes NachtS heftig geregnet, unb bie Luft war fast kühl uud wohlthuend. Kräftig trab« ten unsere Maultiere da-hin. und der uns folgende Führer derselbe» hatte alle mögliche Mühe, un» nachzukommen. .TummeSBieh!" schalt er einmal nach dem andern, .kennen diesen Weg doch nun schon seit brei Iahren, mache» ihn alle Woche mehrere Male, »nd lausen sich jedesmal in der Rarnbla dermaßen miibe, baß, wenn es bann bei ber britten Brücke a»° sängt bergauf zu gehe», es ihue» a» Kräften fehlt. — Halten Sie an. Caballeros, ich bitte, bie Tiere dürfe» nicht warm nnd erschöpft am Abhänge an-kommen." .Haben wir viel zu stei» slen?" fragte Kern. .Ueber zwei Stunden, Sennor!" .Undwie ist der Weg?" .Abscheulich, ober noch besser, es ist gar kein Weg; bie Tiere müssen sich den Platz suchen, wo sie mit Sicherheit hintrete» kön-neu. unsereins kann sie nicht leiten!" Kern sing an. ans die Regierung zu schimpfen, aus bas Land nnd die Leute, bie ein Silberbergweik hätte» unb nicht vor allem ander» daran dächte», sich Straßen dahin baue» zn lassen. Ich gab wenig acht ans das, was er iaile; mir war an diesem Morgen ausnahmsweise wehmütig zu Mute. Irene iah an diesem Morgen blässer als gewöhnlich aus. Sie war ermüdet, erschöpft; e« schien mir, als wenn sie mich bäte, nicht weiterzureise», ans .zurichtn, als wenn sie Angst hätte, bie Zieise fortzusetzen. Irti be 'änitigte sie. ich hörte deutlich, wie sie mir sagte: „Wie Wott will!" Tan» erwachte ich mit einein Male ans meinen, Traum.' mit offene» A«ge»; die »chanervolle Wirklichkeit meines Geistes zustaiides trat mir grell wie nie vor Augen. .Toktor," rief ich. verzweifelt die Hände ringend, .ich bin wahnsinnig — ich iiilile es — ich habe soeben ihre Stimme ge- i IjJrt — ganz deutlich — führen Sie mich ins Irrenhaus, ehe ich irgend ein Unglück anrichte!" ffiite schwierige Stelle. ?»„ .Ruhe, Itreuub, Ruhe!" jagte er, meine Hand ergreifend; .ich habe feit gestern ernstlich daran gedacht, wie Ihnen zu helfen sei; sehen Sie, alles lügt in diesem Leben: man muß mis niemanden mit Bestimmtheit rechne». Ich hatte ei» so felsensesteS Vertraue» auf die Zeit, die sich die große Helseri» nennen läßt, gesetzt, nm Ihnen wohlzuthun. Es ist aber auch eine Schwindlerin, die sich nur Reklame mache» läßt. Wir müsse» das Klima wechseln, Teuerster. Tiese orientalische So»«e langt Ihnen gar nichts. Wenn Sie wollen, schiffen wir uns »ach E»glanb und von da nach Norwegen ein." »Mir ist alles gleich!" .Nun wohl! Tiefes Silberbergwerk ist »nfere letzte Station in -pauie»: eine lange Seereise wird Ihnen wohlthu«: was Sie von Irrenhäusern sprechen, ist. »khnieu Sie es mir nicht übel, schnöber Blöbsinn. Sie sinb ebensowenig wahnsinnig wie ich; bas heißt jedoch, jeder von u«S K in-der» des neunzehnten Jahrhunderts besivt eine gewisse Dosis Wahnsinn. Es ist heutzutage fast ganz unmöglich, zu bestimme«, wo ber Wahnsinn aufängt u»b wo die Vernunft auf-hört. Bei mir, Doktor Keru zum Beispiel! Wen» ich mir herausnehme» würde, auf öffentliche», Katheder Ihre Krankheit, oder bas, was Sie fo nenne», Freunb Waibburg, zn aualtisieren, darüber einen Bortrag nach mei-nein Gewisse» zu halte», so könnte ich es niemanden verdenken, ber, nach dem ich geendet, sagen würde: „Eigentlich ge-hört der Doktor Kern ebensogut i»ö Irrenhaus, wie sein Patient — viel-leicht sogar muß er früher hinein, bei», er hat eine« viel gefährlichere« Wahn-sin» — hat man je ein gleiches Gemisch vo» Mysticismus unb Logik gehört?" Der Kopf schmerzte mir vo» de» viele» Worte» bes Freundes; doch ohne ans «leine stumme Bitte, mich allein denken zu las-sen. zn hören, snhr er unaufhörlich iu seiner be kannten Weise kort, mei neu Seelenzustaiid z» er läutern, auf die Wisse» schafl zn schimpfe», die nicht bas geringste Mittel besäße, ans bas seelisch, Gefühl zu wirken unb tv sich beshalb so beanein ge macht hätte, bie Seele Hugo Tle, sie Sie sprechen hört, Sie sieht, sich mit Ihnen unter hält, daß sie in einem Worte »ach Ihrer Meinung ebenso reis für das Irrenhaus ist, wie Sie!" .Doktor „sehen Sie, ich setze meinen Kops zum Pfande, daß dem so ist! -ie haben sich beide dreimal im Leben gesehen; beim erste» Male lieble» 3ie sich, beim zweiten Male sagten Sie es ihr, beim drillen sie es Ihnen! Das ist beinahe drei Jahre her, und alle großartigen, mächtigen Eindrücke dieser Welt, Woties Wunder werk, sind an Ihnen spurlos vorübergegangen, wie ei» Hmich ans einem Spiegel. Nichts hat Macht über Sie — nichts; das Bild, da» 61« dreimal gesehen, hat stch dermaben tiel in Ihre Seele ein« genistet, da^nichts eS daraus verwischen kann. Wolle» Sie nun eine solche Liebe, wie die Ihre, mit jenen ander» sogen. Liebschaften ver-gleiche«, a» denen unsere blasierten Bettern und Basen laborieren, die später oder früher Ihrer hochgevriesenen Vernunft alle »ur er-denklichen Opfer bringen? Nein. Teuerster; je mehr ich Ihre Liebe beobachte und Ihren Zustand, je mehr denke ich an jene von allen unsern Weisen belächelte Legende, die alt wie die Welt ist. deren der Talmud gläubig erwähnt und Plato mit einer gewissen Scheu, dah e» Schwesterseele» gebe, die ehemals eine gewesen uud die auf Erden getrennt umherirren, stch suchen, leiden, sich immer bis zum letzten Atemzüge des Körpers suchen — »nd stets unglücklich sind, bi« ste sich gefunden haben, und dann in Ihren Zustand geraten, wenn die Welt und die Verhältnisse ste voneinander trennen. Und deshalb, wenn man dieser Legende mit einem Doktortitel in der Tasche Glauben schenken darf, deshalb muß Ihre Irene denselben Seelenleiden unterworfen sein wie Sie. Ich sage Ihnen alle» die« auf einem einsamen Bergpfad Andalusiens. Waldburg, und zu noch größerer Vorsorge spreche ich deutsch mit Ihnen; ich werde e« nie in einem eivilisierten Lande zu sagen wagen; e« ist nicht gerade angenehm, als schwachsinnig behandelt zu werden und —' .Achtung! Nehmen Sie sich in acht. Herr," hörte ich plötzlich hinter mir rufen; doch noch ehe der letzte Ton »erhallt war, fühlte ich. wie mein Maultier da« Gleichgewicht verl»r; Ich zog den Zügel straff, aber wahrscheinlich den falschen, denn da« Tier stolverte, fiel, ich sah mich am Rande eines Abgrundes, ich stieß einen Schrei au», ich fühlte, wie IreneS Arme mich umschlangen, ein heftiger Schmerz, noch ein Schrei, und ich verlor die Besinnung folgt) Die (Alpenrose. Woch auf dem Berg Im braun«« Moose, §? Von SU umglänzt unb halt verschneit, Blüh« still empor die AIp»»ros»: St» süß Gedicht b«J Einsamkeit. Der laxen Frühllng»lüft« FSchkl« Älißt ihre jungen »Iflttet nicht; Sie steht wie ein verloren Lächrln I« starren F»ls»»a«g»stcht, Die kalten >l«lsch»rwa»d» steigen Antürmrnd mächtig Stück für Stück, Und unbemerkt im «to'gcn Schweigen Wachst sie, wie ei» verschwieg«» »lück O selig der, de« wihlgeborg»«, Im ost durch frostete» »«müt. Hoch über allen L«b«»»Iorg»n So «ine süße Blume blüht! Otobot Löwe fl»sicht von 2ickinq»n. In einer an landschaftliche»'Schlnh»it«n reichen »egend lieg, recht» am Rhein die badische v«,,irt»ai»t,stadt Sücklng»«. «h«. mal» «ine der vier »»rderSslerreichlschen «albstütt» mit nah«,» 4lXX) »in. wol,«»r». Säckingea erlch«int schon im Jahr« MB all Hianctio gelegentlich eine« Sefechte« der ÄBmer mit den Alemanne». Die jetzige Stadt verdankt ihr- »utstthung der «iederlassung de» h«ilig«. Frldoli«. welcher i» dieser «egend da« »hriftentum verkündete »nd im Jahre 61« «in Sottelhau» gtfl». bete. Seh»n««»rt ist die dopvellürmige Stis,»kirchr. ganz gemalt, mit dem kostbare» Reliqui»»schr»t« de» heiligen Fridoli». vo» historische» «eba»de» ist nur Schloß Schflnou mit Turm am Rhein zu erwähn»». I» welchem Viktor von Scheffe' wohnte und dem er in seinem Minnegefaig ein unvergängliche» Denkmal setzte. In nächster «»he liegt i» tiefer «ald»i»saIik»it der Tackingen. Se«, welchen Scheffel ebe»sall» in de« Krei« seiner Dichtungen gezogen hat, und welcher b»«hi,lb auch Scheffelsee ge»annt wird Sacking»» besitzt ei» Mt»»ral- und Sooibad unb hat auch «i»e bebeutenbe Industrie. ffine schwierige Stell«. Der Oboebliser Kar»er Ist ganz der Krau Mustko ergeben, »nd well er nur Ihr voll und ganj sela Herz geschenkt hat. so konnte er sich nicht entschließ»», seine Lieb« ei»em anbere» «eidlichen Wesen »» schenke» In seiner J»»gg»I»ll»».«ansard«n.«»h»ung. bei seine» Musik. Instrumenten und Roten, da fühlt «e sich am wohlst»»; und wie die Lerche am frühen Morgen dem Schdpser in d«n Lüste» mit einem frischen Liede dankt, so begrüßt auch der MuNku« ltarner — allerding» »Ich« zur besondere» Freude seiner »och schlummernd«« Rachbarn — da» H«U« Tag»«gestir« mit einigen Lause» -nd Driol«» auf seiner Oboe, wie viele Wohnungen hat der arme Musik»« d«»halb scho» v«rlaste» müssen, und wie viel Verdruß hckt ihm diese Liebe zur «ustk schon «Ingetrag»«. Heule Ist »ar«er gar er»ft und feierlich gestimmt, de»« in wenigen läge« wirkt er i» einem Shmpho»i».»o«z»rte mit, wobei die vbo« «inig« schwi«rige Passage» ,u bringen hat. Tag für lag wird pr«. bl«rt »nd stubiert, damit >««» schwierige Stelle mit besonderer itünstlerfchaft z»m vortrag« gelang«. Die ga»z« Rachbarschaft f«»fzt u»ter d«m Studium de« Musiker» unb sehn« be» Tag de» Konzerte» herbei, denn sie giebt stch ber Hoffnung hi». baß dann wieber .Ruhe in Troja» Hallen" einkehren wirb Warnung. Vater: .Emmi, wa» machst Du da?"'— Tochter- .Mei» frfliitigam kommt heute, unb ba will ich etwa» kochen!» — Vater: »Emmi — girii acht! Du wirst »uch so la»ge herumkoch«». bi» di»v»rlobung zurückgeht!» Btubealenbrief. Lieber Vater! Ich freue mich, daß ich vo» meineni Entschluß, umzusatteln »«d Afrtkar»tsend»r »u «erden, abgekommen bi», Denn denke einmal, ich Hütte dort notwendig hundert Mark gebraucht, wie gegen. «Artig hier, so hüttest Du ««ach einer Bekanntmachung der Postverwallung» die Posta»«eisu»g mit fünfzig Pf»u»igen frankieren müsse«. Wenn Du mir die hundert Mark aber fetzt umgeh«»d schickst, kommst Du mit zwanzig Pfe». nigen davon Mit bestem Gruß Dein Sohn. tki>» daukdare Seele. Bummler (der vo« elnem Sendarmen aufge-griffen wird): .Also doch mal wieder «iner. der ei»em unter die Arm, greift!» Schlagfertig. Die Marquise von Eol»li» bat ei«st den gewaltige« Pollzel-rnl«ister Fo»ch< um eine Audienz, Fouch», welcher sich vorgenommen hatte, ihr« Bitt«, welcher Art st» auch sei, abzuschlagen, empfing sie stehend, mit dem Arm an den Kami« gelehnt, und bot ihr keinen Sitz an. — ,Bürg«r«d«rmann leicht a»w»»b»» ka««. »in» Abwaschung mit gleichen »enge« Milch «nb Wasser sollt» regrlrnaßlg all» zw»l bl» drei Wochen stattstnbr«: «ach Verlauf von drei bl» vier Monate», alfo alljährlich etwa breimal, hat ei» Abreib»» mit »iner schwachen Ldsung von Bienenwach« I» Terpentin.Sviritu» stattzustube» i bilwellen wird auch Leinäl hierzu »er-wendet. Die Teppich« und Läufer bleibe« b«I diese« Verfahren immer rein »nd glauzenb. K«rbelriib«»»Psiänzchtu bleiben im Wint«r unbedeckt «nd werden im Frühjahre so verdünnt, daß ste in 6 »entimeter Abstand steh«». Reinhalte« unb Locker» d«( Boben» ist vo» jetzt ob bi« zur »rnte die einzige Arbeit. «uslosuug. »er graue Mrbei sink», Die aolb'ne.Loim« steige«; Ar »leg ist nah', sie ring» «ewaltiaer. und beuget MI» Heldenkrasi ben düstern yelnd. Ter onmoltlhrSnen nieveriuein«. «» ringe» Lich« unb Nach», Da» «Ute mit dem ifujtn, Ta« Rech« mit dllnber Mach» Im ganzen «eich ber «esen. »och Mu«! »,nst ende« stch der «tieo. llnb Sicht «nd «ich» behalt ben «iea. _ iRblbelc.) L»go«riph. Mi» T lieb» e» der gügerbmann, Unb »rissf« mit » bor, »fter» -». ?!u» setze rasch ei« It dafür. Tann schmeck« e» Immer die unb mir. gntiu« galk. «uslbsunq folgt i» -Schlier Kammer ü (Sesstng). SitokenrStsel. Wer alle« alle« traut, vem kann man wenig trauen! Man «adelt den, ber leine iiiaien BAat. (iloctlx.) RoltJ »ri» ber Tod ben Menschen an. <«chiller > IWWWW 7) Lebe» beiß, trflumenl («chiller). H) «IIr» Ist verloren, nur bl« «hrr nich«! ISeanz l> «t'.em leben biesee «iiate ist ber «eilie nach ei» «S-rl zn entnedmen unb «.«eben bann bie so erhaltene» wSrtee »in Citat au» «eume» «potrhphen, ». Rotensel» «ufUsung folg« l« nllchster «ummer. »r,»» vrr ^vo ocn lureaslyen an. (SchsUer.l Nürchle« bie «anbei« de« Schwer«',. tV ihr-, ber Scheide .»«reit«, («chiller., Kou, der vkensch »en Mu« ha». ba«u finve« ee bie Mittel, («auvach.1 tat also war be« Wobei« »er»! («oethe.) «tu« Mcwie uutlicliaiirn. «fffliiiuotllltb«- «et>at»ion nun (Itnsl Pl-i|,er. aedrmti und !>.rau«a«a«de» »vn «reiner ft «leiffei in «tuttaart. " "