^tr 5<>. Samstag, 1. März 1890. 1tt9. Jahrgang. MiMK. ">Md^tt ^"'6 - Mlt Po st Versendung: acinzjilhl»« fl, lü, hlllbjHhiiss si, 7'50, Im «omptoir: I Dis «Ualbachsr gtituna» erschein« täglich mit «usnahmr der Vonn» und Feiertage, Die Ndmlnlftlatilln llti!!<> <> l ' ^lbj»hl!„ fl, 5'5U. FNi die Ziistcllliül, <»« Haus nanzjähri«, sl, 1, - Instrtionsyebür: Fiir V liefiüb!-! sich L°ngrel«plllh ». die Medartion Uahnl,°!sslllsr l!4, Sprechstunde:, der Nebaclim, läßlich uun ^ ^»ftrats l>i« zu 4 Zcilc» ^l> l>,. nrüsirrc per Zeile N lr, i bc! üflcrc» Wiedrrholunge» per Zeile Ä lr. ^? 1U di« tü Uhr vormittag«, — Unfrankierte Vrirsr werde» nicht aügenommen und Vianulcriple „icht zurullgesiellt. Amtlicher Hheil, All. ^ k- ""b k. Apostolische Majestät haben mit ^Wchstcr Entschließung vom 15. Februar d. I. dem Job?'" ""^ Pfarrer in Trembowila. Ehrcndomherrn ^s?u Kaliniewicz das Ritterkreuz des Franz-' ''"rdens allergnädigst zu verleihen geruht. äei . "kr Finanzminister hat den Rschnungsreoidenteu L^ " ^echnunqsdeftartcment der Fmanzdirection in ^s^ Jakob Zabukouec zum Rechnungsrathe und Eilande dieses Rechnungsdepartements ernannt. Nichtamtlicher Weil. Verhandlungen des Reichsrathes. -- Wien, 27. Februar. Hau«» ^lhklcht von dem Ableben des Abgeordneten ^lick s ^ im Abgeordnetenhause einen tiefen Ein-sili^ ^"°^erufen. welcher auch die deutsche Opvo-M,„,"usdruck lieh. Iu ergreifenden Worten gab im ^ "um der Präsident Dr. Smolka den Gefühlen Ulch V^ Ausdruck. Er rühmte die hohe Begabung Versi^!. ""ll' die fortschrittliche Oeistesrichtung deK welche "^"' ^'"^ ^"ene Arbeitslust und Arbeitskraft, btlbät, ? "^ ""^ der hervorragendsten Redner häufig lalter s'!' "^ Ehrenhaftigkeit^ fin malelloser Cha-welch°z ^/^n ihm die allgemeine Achtung des Landes, gleiten.'^' '" ^" Reichsrath entsendete. «Wir be° trm mit ü""^'' ^"^ ber Präsident fort, «seinen Hin» Zehrte i^" befühle aufrichtiger Trauer, welches Sie. Sie sjH H^en, auch dadurch zu erkennen geben, dass b"n ^?' °^^ l)lkzu eingeladen worden zu sein, bereits ballst .^'bm erhoben haben.» Ueber Beschluss des Protu,s>n ^ b'ese Kundgebung dem stenographischrn "">"e emverleibi werden. Taaff ?? beantwortete Minister.Präsident Graf Wr ,, x Interpellationen der Abgeordneten For» ^zirtz? ^nossen. belreff<>nd die Gründung einer casse. ^/^"^ unter dem Namen «Siidsteirische Spar. ^baeo^n, " S'Ve '» Cilli, wie folgt: Die Herren ^ihlina >"" ^^ 3°rrgger und Genossen haben in der 1890 an 1°^" Abgeordnetenhauses vom 3 Februar ein« ^ , !"lch als Leiter des Ministeriums des Innern ^che St^ ?^°"' betreffend die durch die steiermär. e'"er N^ , /"" ertheilte Bewilligung zur Gründung ^irisck,^ 'prasse ""ter dem Namen: «Süd-Und an ^""sse> mit dem Sitze in 2illi, gerichtet W^l derm SchluN. ^. Fragen gestellt i «1) Welche Gründe bestimmten die k. k. Regierung, trotz der ob» waltenden großen Bedenken die Gründung einer zweiten Sparcasse, und mit Rücksicht auf die Posijilnica eines dritten öffentlichen Geld-Institutes in Lilli zu be. willigen? 2.) Wie rechtfertigt die k k. Regierung die durch die t. l. Statthalterei in Graz vollzogene Ver» letzung der autonomen Rechte des Landrs und die dadurch herbeigeführte Unsicherheit über den Bestand einer Haftungspflicht der Bezirke, und wie rechtfertigt sie dir behördlich? Genehmigung einer Stalutenbestimmung, welche die Irreführung über den Umfang der Haftpflicht ermöglicht?» In Beantwortung dieser Interpellation beehre ich mich dem hohen Hause bekanntzugeben, dass die Be> willigung zur Errichtung der südsteirischen Sparcasse in Cilli von der Statthalterei in Graz mit dem T» lasse vom 10. Juli 1889 im eigenen Wirkungskreise ertheilt worden ist. da der vorgelegte Statutenentwurf sich iunerhalb des Sparcassenregulatios vom 2. September 1844 und des vom Ministerium des Innern herausgegebenen Musterstatutes für Gemeinde- uud Bezirkssparcasseu bewegte uud für diesen Fall die Landeistellen ermächtigt sind, die Genehmigung zur Errichtung von Gemeinde- und Vezirkssparcassen im Namen des Ministeriums des Innern auszusprechen. Gegen diese Entscheidung der Statthaltrrei ist von keiner Seite eine Einwenduung oder Beschwerde erhoben worden, und war sonach für das Ministerium des Innern bisher kein Nnlass gegeben, sich mit dieser An» gelrgenheit zu beschäftigen. Nachdem der Statthalter in Graz bereits in der Sitzung des steiermärtischen Landtages vom 30, October 1889 anlässlich der Verhandlung über die an den steiermärkischen Landes« Ausschuss gerichtete Interpellation des Landtagsabge-ordneten Dr. Neckcrmann die Gelegenheit ergriffen hat, die Gesetzmäßigkeit d^s in der in Rede stehenden Angelegenheit beobachteten Vorganges nachzuweisen, so beschränke ich mich nur auf folgende Bemerkungen: Das« durch die Errichtung der südsteierischen Spar. casfe mit dem Sitze in Eilli einem thatsächlichen Bedürfnisse entsprochen wurde, erscheiut schon gegenwärtig durch das bisherige Geschäftsresultat dieses Institute« außer Frage gestellt, da die Bilanz desselben pro 31. December 1869 ungeachtet des kaum einhalbjähri-grn Fungieren« dieser Anstalt einen Einlagenstanb von 279,620'fl. 45'/, kr. (Hört! Hört!) und einen Dar. lcheusstand von 147.125 fl. ausweist. Es ist ferner hervorzuheben, dass der genannten Sparcafse ungeachtet ihrer Errichtung durch die betreffenden Bezirke unter der Haftung derselben nicht der Charakter einer «Be« zirksanstalt' im Sinne der §ß 49 und 50 des Bezirks-vertretungs-Gesehes für Steiermark vom 14. Juni 1866 zukommt, sondern dieselbe nach ihren Statuten als ein auf Grund des Sparcassen-Regulativs vom 2. Septem. ber 1844 errichtetes selbständiges Institut anzusehen ist, welches als solches weder der Aussicht der an ihrer Gründung betheiligten Vezirlsoertrelurigen noch des Landesausschusfes untersteht. Diese Aufsicht steht gemäß § 33, Punkt 11 der Statuten der südsteierischen Spar-casse dem Verwaltung« » Ausschüsse als selbständigem Verwaltungsorgane der Sparcasse zu und ist ferner bezüglich der geseh- und statutenmäßigen Geschäftsgebarung gemäß ß 45 der Statuten im Grunde des § 2? des Sparcasse» Regulativs vom 2. September 1844 der Staatsverwaltung, beziehungsweise dem von derselben bestellten landesfürstllchen Commissär vorbehalten. Es treffen daher die Voraussetzungen nicht zu, auf welchen die Einwendungen gegen die statutarische Festsetzung des Sitzes der Anstalt in einem außerhalb der gründenden Bezirke gelegenen Orte basieren. Die Statthalter« war berechtigt, bei Genehmigung der Statuten der Sparcasse auch rücksichtlich der statutarischen Bestimmung über den Sitz der Anstalt nach eigenem Ermessen zu entscheiden, und kann in dieser Entscheidung eine Verletzung der autonomen Rechte der Landesvertretung nicht erblickt werden. In der Interpellation wird schließlich der Anschauung Ausdruck gegeben, dass die Bestimmung des ß 2 der Sparcassestatuten über die Haftung der gründenden Bezirke für die Verpflichtungen ber Anstalt die Irreführung über den Umfang der Haftpflicht ermöglicht. Ich vermag dieser Anschauung nicht beizupflichten, da nach der ausdrücklichen Bestimmung des citierten tz 2 die genannten Bezirke die Haftung fül diese Anstalt im allgemeinen, somit für alle Verpflichtungen derselben übernehmen und mit dieser Bestimmung die weitere Bestimmung des § 2 über die sofortige rechtsförmliche Bestellung einer befonderen Garantie bis zur Höhe von 10.000 fl. nicht nur nicht im Widersprüche steht, sondern die eventuelle Geltendmachung der allgemeinen Haftung im erhöhten Maße sichert und erleichtert. (Beifall.) Bei Uebergana zur Tagesordnung wurde zunächst die Vorlage, betreffend den Ankauf von Gütern und Wäldern in Galizien aus den Erträgnissen der ärari« schen Propinalions Berechtigungen, in Berathung gezogen. Dr. Ruß sprach sich aus budgetären Gründen gegen die Vorlage aus und beantragte namens der Linken den Uebergang zur Tagesordnung. Abgeordneter Dr. KrönaWetter erklärte sich für den Uebergang Jemlleton. H. Neue Gedichte. Hun. d^p k 5". unlängst einen Freund den Ausspruch ^dllctim, . ^^ Literatur könnte in der Massen-Uenlla. ae^- ^ ""e Zeit einhalten, es sei vorläufig Ü,'ht Mi 8?H"'^^en. Dannt unser Freuud jedoch ^^ehenz ^"l!°kn und nicht eims gewiss groben ??>. dien- l c hewn deutschen Geiste geziehen Mehlig ^ '?'"" zur Erklärung, dass damit aus-lene rein nn '^nannte Belletristik und namentlich Markt sich eignenden goldig. ^? selbst ^- Macher gemeint warm. unter deren "l'ler ,ns^ 'Eldest coustruierleu Büchertische t^r In d Ä?^"0"chm drohen, ssrobte S^H b"' Maße. als das alte. so vielseitig ^"zt., sick 3. ""' «6s ist nicht alles Gold, was Utfluten aw .^ ?"^ "' dem Anstürme solcher Ge-?, be wuHz , ^"hrwort erhärtet hat, in demselben ^llllten «D« "^sl unsere Scheu, wenn die alt. ?!?° GeschO» ^'' "ls Verleger verkleidet, uus der-0.5 Da l? ,'"^"-' ' ' ' Nun aber ein anderer M nicht aF" l°se, noch gar nicht gebundene, also !^'l vor mi. z?^"""e Blätter in leserlicher Rein-tt"e a.a„, "' t"e gleichfalls Gedichte enthalten und lvi. ^ nack? ^ ll"kt die« Zeichen auf mich ein! lval>/"s wieder" -^ diese Verse gelesen, da fühlen " dichter l "»ma! freudigst erregt, ein echter, Iprlcht aus ihneu zu uns mit Herz und Geist, voll vom Drang zum Schaffen und — dies will ich ganz besonders'brtont wissen — frei von der heute so üppig wuchernden Phrase. Es ist der Wiener Schriftsteller Böck.Onadenau, dessen literarische Bekannt« schaft wir schon in seinem «Gutenberg-Buch», einer Verherrlichung der Buchdruckerkunst, in den Herbst-bluten, in Lausers «Allgemeiner Kunstchronit» u. s. w. gemacht haben, der sich nun mit der angedeuteten Sammlung von Gedichten uns als ganzer Poet im schönsten und edelsten Sinne des Wortes vorstellt, als Sänger, dem mehr als eine Sangart geläufig, der ebenso unseren Geist zu beschäftigen als unser Gemüth zu rühren, zu erheben Gabe und Macht hat. Das Ideal des dichterischen Schaffens, das er. wie die nachstehenden probeweiseu Mittheilungen aus dem Füllhorn seiner Dichtungen beweisen mögen, so glücklich erstrebt, er apostrophiert es selbst so schön in seinem Gedichte: Vichterische^ Schaffen. In drr Seele, unentsalict, Nuht ri„ reicher Blumenflor. Neun dir hrilM Stunde waltet, Steigt die Vlülr drauö empor. Dass dlin ssnlnerfl'llltl'l, Garten Nnr die Blüte nic gebricht! Dem Gedicht, das wir erwarten, Fehle der G e d a n t c nicht. Dass dem Gedichte der Gedanke nicht fehle, dies Postulat zeugt für die Geistestiefe unseres Dlchters uno die eigene Erfüllung dieser Forderung, er leistet ye selbst in ciuem Thema wie das folgende: Mit blauem Aug ein Knabe Und blondgelocktem Haar, Im Herzen reiche Gabe, Im Sinne schlicht und wahr. Er spricht, wie ihm ums herz ist, Und spricht« in Lust und Leid: Tieftraurig. wenn ei Schmerz ift, Im Glück voll Fröhlichreit. Lr spricht nicht rein in Reimen Und hält das Maß nicht streng, Die Strophen überschäumen, Weil meist die Form zu eng. Veracht' ena.heizia.es Denlen l Wenn nur baS Voll dich liest: Lin Herz läjöt sich nicht kränlen, Das rechter Meinung ist! Und ber dies Lob ersonnen, Der Hai sich längst erlorn, Nls deutschen Sanges Bronnen.-Des Knaben Wunderhorn! Und diesem «Bronnen deutschen Sanges» weiht er die kurze und doch so erschöpfende Erklärung m: Du Quelle alles Schönen, Du Seele voll Gemüth, Du Glück und Leid in Tonen, Im Herzen tief «blüht! Wie lausch dem Ton ich gerne, Klingt er so voll heraus. Viel tausend schöne Steine. Die machen den Himmel aut. Laibacher Zeitung Nr.50.______________________________________390_____________________________ 1. März 1890. zur Tagesordnung. Die ohnedies schon großen Vegün, stigungen der galizischen Propinationsberechtigten sollten nicht noch dadurch vermehrt werden, dass man ihnen jene Güter, die sie selbst nicht brauchen können, um theures Geld abkaufe. Redner kritisierte in scharfer Weise das Vorgehen bei den Einkommensteuer-Fassio-nen in Oalizien. von denen öffentlich bekannt sei, dass sie unrichtig seien. (Beifall links.) Abg. Dr. Ruto rost i erinnerte an die frühere unglückliche Finanzwirtschaft der Regierung in Galizien; es sei nur gerecht, wenn jetzt 'mit der nöthigen Schonung vorgegangen werde. Der Staat habe seine kolossalen Staatsgüter in Galizien verschleudert, und er habe daher die Pflicht, das, was ei früher gefehlt, jetzt wenigstens wieder theilweise durch den Ankauf von Waldgütern gut zu machen. (Veifall rechts.) Nckerbauminister Graf Falkenhayn hob her» vor. dass es gerecht sei, wenn der Staat speciell in Galizien wieder Güterankäufe vornehme Der Minister habe bereits im verflossenen Sommer Schätzungen von Gütern vornehmen lassen; hierbei habe aber keinerlei Lonnivenz platzgegriffen, sondern es seien die Güter von der Statthaltern nominiert worden, und der Minister könne versichern, dass kein Gut eines Großgrund-besitzers darunter sei. Der Minister empfehle daher das Eingehen auf die Gesetzvorlage. (Beifall.) Abg. Dr. Groß befürwortete den Uebergang zur Tagesordnung. Galizien möge sich nicht auf Kosten des Staates erholen, sondern durch eine rationelle Bewirtschaftung seines Grundes und Bodens. Die Abg. Graf Pin in ski und Ritter v. Abrahamovicz polemisierten gegen Dr. Kronawetter, welcher replicierte. Bei der Abstim» mung wurde der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung mit 121 gegen 100 Stimmen abgelehnt und in die Specialberathung der Vorlage eingegangen. An derselben nahmen theil die Abg. Graf Deym. Dr. Ruß, Dr. Bareuther und Ackerbauminister Graf Fallenhayn. und wurde tz 1 gemäß des Antrages der Ausschuss« Majorität angenommen, ebenso § 2, Titel und Eingang des Gesetzes. Abg. Dr. Schaup berichtete über das Gesetz' betreffend einige Aenderungen in den Biersteuerbestim-mungen. Das Haus gieng sofort in die Specialdebatte ein. Zu § 1 sprach der Regierungsvertreter Sections« chef v. Baumgartner und machte darauf aufmerk« sam, dass das Gesetz, wenn der von der Regierung vorgeschlagene § 1, worin eine Bestimmung über die Messgefäße enthalten sei und dessen Weglassung der Ausschuss empfehle, nicht wieder aufgenommen werde, kaum einen günstigen Erfolg haben könne. Die Abg. Dr. Meng er und Dr. Mauthner erklärten sich für die Weglassung des § 1 der Regierungsvorlage, denn die Bestimmung über das Messgefäß gehöre nicht ins Gesetz, und die betreffende Enquete habe sich auch dagegen ausgesprochen. Abg. Dr. Mauthner be« merkte, dass es hoch an der Zeit sei, die ledige Angelegenheit der Biersteuer'Restitution einmal zu Erde zu führen. Die Anschaffung neuer Messgefäße würde den Brauereien neue große Kosten verursachen. Wenn die Regierung nicht geneiqt wäre, auf Grund der Vorlage des Ausschusses mit Ungarn zu verhandeln, so würden die Brauer sich lieber für das Gesetz bedanken und auf die Restitution verzichten. § 1 (nach der Nusschussvor« läge) wurde hierauf angenommen (ohne Bestimmung über das Messgefäß), ebenso ohne Debatte das ganze Gesetz. Die Abg. Eichhorn und Genossen interpolierten den Finanzminister wegen der Befundscheine für Nlko» holometer. Die Abg. Pradl und Genossen interpellierten den Landesvertheidigungs Minister, ob er geneigt sei, beim Kriegsministerium auf eine Erleichterung der Bedingungen hinzuwirken, unter denen die Gewerbetreibenden an den militär-ärarischen Lieferungen theil nehmen können. — Nächste Sitzung morgen. Politische Uebersicht. (Sitzung desHerren Hauses.) Das Herren« haus hat vorgestern das (Ash, betreffend die grund-bücherliche Einverleibung auf Grund von Privat Urkun» d-n in geringfügigen Grunddnchssachen, angenommen. Die Majorität der Commission hatte die Ablehnung dieser, eine Milderung des Legalisierungszwanges bezweckenden Vorlage beantragt; im Plenum jedoch ent» schied sich die Mehrheit für das Gesetz, das im Sinne eines vom Fürsten Windischgrätz gestellten Antrages abgeändert wurde. Das Haus erledigte noch das vom Abgeordnetenhaus?, beieits angenommene Gesetz, betreffend die Conversion drr fünfprocentigen Prioritäten der Kaiserin-Elisabethbahn. Die Verhandlung über das Gesetz, betreffend die Regelung der äußeren Rechtsver» Hältnisse der israelitischen Cultusgemeinden, wurde wegen vorgerückter Stunde auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung, die heute stattfindet, gestellt. (Kärnten.) Dem vom Kärntner Landtage beschlossenen Gesetzentwurf wegen Erhöhung der Gebür für die Aufnahme in den Gemeindeverband von Klagenfurt wurde aus formellen Gründen die kaiserliche Genehmigung nicht ertheilt. (Nrbeiterwohnunge n.) Der Steuerausschuss hat ein Gesetz ausgearbeitet, betreffend die Begünstigung von Neubauten für Arbeiterwohnungen. Da2 Gesetz befreit jene Wohnungen von der Hauszins« und Ge« bäudesteuer. welche zu dem Zw?cke erbaut werden, um ausschließlich von Arbeitern bewohnt zu werden, um denselben gesunde und billige Wohnungen zu bieten. Und zwar. wenn solche 1. von Gemeinden, gemeinnützigen Vereinen, Anstalten für Arbeiter; 2. von aus Arbeitern gebildeten Genossenschaften für ihre Mitglieder; 3. von Arbeitgebern für ihre Arbeitnehmer er» richtet werden. Die Steuerfreiheit erstreckt sich auf 24 Jahre. Der Flächenraum einer einzelnen Wohnung darf nicht weniger als 40, die verbaute Fläche des ganzen Gebäudes nicht mehr als 250 Quadratmeter betragen. Der jährliche Mietzins für ein Quadrat' meter Wohnungsraum darf höchstens betragen: 1.) in Wien und Umgebung 1 fl. 75 kr.; 2.) in Orten mit mehr als 10.000 Einwohnern 1 fl. 15 kr.; 3.) in allen anderen Orten 80 kr. (Der Reichsrathsabgeordnete Haus-ner) ist vorgestern nachts in Lemberg gestorben. Der« selbe gehörte seit dem Jahre 1878 als Vertreter des Stadtwahlbezirkes Sambor-Drohobycz dem Abgeord-netenhailse an. nachdem er schon einige Jahre früher von der Brodyer Handelskammer in den galizischen Landtag entsendet war. Die Tagesblätter, auch die der gegnerischen Parteien, widmen dem Verstorbenen ehrenvolle Nachrufe, in denen die glänzende Rednergabe, der loyale Charakter und das hervorragende Fachwissen des Verstorbenen hervorgehoben werden. (Im Ausschüsse für das Anarchisten-gesetz) erklärte gestern Graf Taaffe, die Regierung behalte sich angesichts des ruhigeren Charakters der socialistischen Bewegung die lheilweise Aufhebung der Nusnahmsoerfügungen vor, setze jedoch das Zustandekommen des Anarchistengesehes voraus. Die gänzliche Aufhebung sei derzeit unmöalich. da die fortdauert socialistische Bewegung immerhin die Gefahr des Am' schreitens der anarchistischen Richtung befürchten lässt (Der kroatische Landtag) hielt oorgeste'" eine kurze Sitzung. Die Landesregierung unterbreitete den Gesetzentwurf über das Verfahren in BesitzMlM fällen. Der Budget Ausschuss legte den Bericht A über das Ansuchen der Regierung um nachträglM Bewilligung eines Credites von 30.828 fl. 6 kr. !"> den Bau der Coconniöcc in Esseqg und eines solch"' von 48,000 fl. für den Bau des Landlsmusterkelle" in Agram. Die nächste Sitzung findet am 5. M' statt. ' .. (Admiral Sterneck) begab sich in BM' tung der technischen Organe der Marinesection «M Wiener»Neustadl, um eine neue, vom Ingenieur KY^ erfundene Doppelrotationsmaschine der dortigen «M schinenfablik zu besichtigen. (Zur bulgarischen Frage.) Nachdem'" der Angelegenheit des verhafteten Panica eine ^ Mischung von auswärtiger Seite constatiert worden l>< ließ Stambulov in Besprechungen mit verschiede^ Personen die Möglichkeit durchblicken, dass Aul^ bei den Mächten einen Schritt unternehmen werd', u die Anerkennung des Prinzen zu erzielen, um " l diese Weise dem gegenwärtigen Zustande ein Ende z setzen, da sich als evident herausgestellt hat, dass, I lange die gegenwärtigen Verhältnisse fortdauern, ^ Thür und Thor geöffnet sei, um Verwirrungen '" Lande anzuzetteln. Man hofft, dass die Mächte. «M die Erhaltung des Friedens und die ConsolidierlW der Balkan-Halbinsel wünschen, die dringende 3^ wendigkeit zur Anerkennung des gegenwärtigen O standes in Bulgarien einsehen werden. ,., (DieWahlen in den deutschen RelO« tag.) Die «Hamburger Nachrichten» schreiben: A Austritt des Fürsten Bismarck aus dem preuß''^ Staatsministerium ist vorläufig vertagt, und Ml,^ Rücksicht auf den Ausfall der Wahlen. Bei den «" am 20. Februar wurden in ganz Deutschland " 7 Millionen Stimmen abgegeben, darunter etwas u 2-5 Millionen für das Cartel!, nicht ganz 4'b ^ lionen für die Gegenparteien, darunter über 13 ^ lionen für die Socialdemokraten. Letztere gewannen" eine halbe Million Stimmen, die Cartellparteien ° loren fast eine Million Stimmen gegenüber den ley Wahlen im Jahre 1887. A (Frankreich.) Nach dem vorgestrigen fralH, schen Ministerralh empfieng Spuller den deutsche" ^ schafter Münster und theilte ihm in Beantwortung Verbaleinladung zu der von der deutschen ^a.^ ,<, angeregten Confercnz in der Arbeiterfrage mündllch dass die französische Regierung die Einladung im
erung mit dem MtroP^
Der Sänger aber. dem es vor allem gilt, dass dem wohlumgrünten Dichtergarten reiche G^dantensaat nicht fchle. er weilt, zu stimmungsvoller Anregung in der Toi'heroen Musenhaine wandelnd und lauschend, am liebsten im Bannkreise jenes unoeraleichlich hochstehenden einen Meisters, der der Menschen ganze Freude und ganzes Leid mit aller Glut der Leidenschaft in Töne gebracht und dabei im höchsten Stu» mcsbrausen seiner einzig vollendeten Instrumentalmusik den von ihm empfangenden Menschen immer gleich reiche Gabe für Herz und Geist spendet.
Bock. dessen unbegrenzt dankbare Liebe und Ver> ehrung für Beethoven bekanntlich in einer zukunfts» reichen That, in der von ihm durchgeführten Begründung einer bereits recht sehenswerten Beethoven-Sammlung* in Heiliqenstadt bei Wien als Vorläufer eines großqedachten Beethoven-Museums verkörpert erscheint, hat sich auch in einem kurzen, aber vollgelungenen Gedichte dem im Liede Vielgefeierten genaht:
Meetboven.
Mit des Jahrhunderts Morgenglühn Ergossen sich olympische Gewalten, Die immer neue Wunder sprühn Und neue leuchtende Gestalten. Was uns der Geist geoffenbart' Und die Natur als reiche Lieder: Voll Harmonie sank es gepaart
* Eröffnet am 60. Sterbetage Veethovcns am 26. März 1887 und von unserer philharmonischen Gesellschaft durch ein ansehnliches Erträgnis eines eigenen Veethoven-Concertes mit» g«ft,d«»> Anmerkung des Verfassers.
Als schöner Himmel zu uns nieder.
Und wie der Sturm, der milde ssrühlingöhauch
gi?ht durch des Raumes ewige Weiten:
So tönet deine Schöpfung auch
Fort durch die Welt in alle Zeiten!
Doch blicken wir aus dem Reiche der Kunst, in das uns unser Dichter mit Liebesinnigkeit und Ver. ständnistiefe geleitet, zurück in das Reich der Natur, die er gleich sinnig erfasst und nach echter und rechter Dichterart zu Symbol und Gleichnis von seiner Muse emporziehen lässt.
Treffliche Ausdrücke seiner Art der Naturbetrach. lunq. gleich treffende Wiedergabe durch die poetische Reflexion sind die Gedichte:
Zlrühling.
Der erste warme Sonnentag. Sieh, wie die Wasser rinnen! Durch die Natur ein Sehnen geht Nach herrlichem Beginnen.
Die Vlumen träumen Sonncnglanz, Und durch der Acste Gewirr Zieht ahnungsvoll ein Frühlingstraum — Und ich, ich träum von i h r.
Sie ist mir die Sonne, sie ist mir der Lenz, Die Blume voll Glanz und Duft l Bei ihr, wenn rings auch Winter ist, Weht ewige Frühlingsluft!
Aerbst.
Zwei Thujen ragen ins herbstliche Grau, Davor ein Hügel aus Erde. Darunter liegt meine süße Frau: Eine Vlüte des ewigen Werde.
In meine junge Srele hatt' Sich ein Meer von Glück ergossen. Des Lebens Himmel ist grau und matt, Seine Sterne sie sind erloschen.
Der Tag ist trübe und rauh und kalt, Dem Herbsttag fchlct die Sonne. Dem Leben fehlt die Allgewalt Beglückender Liebeswonnc.
Noch einmal trage mich, Phantasie, Fort von der unendlichen Klage Und lass mich in himmlischer Poesie Erblicken die Frühlingstage!
Dann lehr ich zurück zu meiner Frau Auf deinem goldenen Flügel Und lege bei düsterm, herbstliche!» Grau Mein sterbende« Haupt auf den Hügel-
(Weihe Pfmgsttolt). Sei mir gegrüßt, Lichte Blume des Gartens, Die du aus dunklem Grün, Wonnig und w?ich, Sendest dein Licht mir entgegen! Gleich dem schwellenden Busen Reizender Jungfrauen Quillt deine Knospe. Wie Lchwancna/fieder sträubt sich stoli Dein vollerblühter Kelch, Durchsprüht vom farbigen Glanz Zsrstreuter Thauperlen. Symbol der üppigsten Fülle, Augenweide, du Holde! Heilige Rhythmen streut Mir dein Licht in die Seele,
^atbacher Zeitung Nr. 50. 391 1. März 1890.
^lchael wegen dessen eigenmächtigen Vorgehens in "rchllchkn Dingen.
. (Aus dem Sudan.) General Wolseley wurde, w'e man m,3 Alexandrien meldet, schleunigst nach ^auo dirigiert, da ein neues Mahdistenheer gegen Mten vordringt.
Tagesneuigleiten.
Se. Majestät der Kaiser haben dem österreichi->Mn Eisenbahn. Unterstilhllngzfonds anlässlich dcs am ^ Februar zu dessen Gunsten veranstalteten Eisenbahn-Halle« 300 fl. zu spenden geruht. Ihre Majestät die Kaiserin spendete zum gleichen Zwecke den Betrag von 50 Gulden.
^. ^ (Die Macht der Einbildungskrast.) «"e stark die Einbildungskraft zuweilen ist, zeigt fol-»ender eigenartige, der «Deutschen Medicinal»Zeitung» «Utgetheille Fall. Dr. S. wurde in der Nacht zu einem
fahrigen Herrn berufen, der infolge von Verschlucken ^'NeS künstlichen Gebisses dem Ersticken nahe war. ^. fand den Patienten in großer Erregung, das Gesicht
yanotisch, die Augen hervorstehend und gerölhet, die Ä ^" Pulsschläge sehr erhöht und die Respiration sn^^' Untersuchung der Speiseröhre von außen Md sich linkerseits am Halse, etwas über dcm Schlüssel»
"ne, eine etwas härtere hervorstehende Stelle. Da die «lyenmoth sich beständig steigerte und gefahrvoller wurde, «nyrend die Einführung einer Fangsonde lein Resultat ^'erschloss sich S. zum Aufschneiden der Speiseröhre, lches vom Patienten energisch verlangt wurde. Ium Mn Erstaunen fanden sich auch nach Eröffnung der ?p«seröhre leine Fremdkörper in letzterer. Als der Pa> er?k ck) von der Chloroform.Narlose erholt hatte und fübtt ^^ "^" "^6 in der Speiseröhre gefunden, ' ylte er plötzlich heftige Schmerzen im Magen, die ' t'll zunahmen. Zum allgemeinen Erstaunen fand ^°n endlich am folgendtn Tage das künstliche Oebiss vyr""!" ^" ^°pha des Patienten. Sobald es ihm », ^leigt wurde, schwanden die Schmerzen in der Magen-Ue « ""^ ^" ^"^ent erholte sich schnell, nachdem die
prratlonzwunde in drei Wochen ohne Beschwerden ge« '"« war.
garo '^ (^ltk Funde.) In der Umgebung von Gar» guna "" ^^'schen wurden anlässlich einer Minenspren-licllels«""^" ""kN! riesigen Felsblocke verdeckt gewesene o^n '""ige Werkzeuge aus Bronze in gut erhaltenem ^Mnde aufgefunden. Die Gegenstände dürften, nach der viert ^ fließen, keltischen Ursprunges sein und dem Nun« ^ ^"^" Jahrhunderte vor unserer geitrech-Etilck °"^"n. Per Fund — im ganzen fünfzehn Oh>/.'^ wurde von der Vezirlshauptmannschaft in
i dem dortigen LandeSmuseum übergeben. Hj., "".(Verhaftun g wegen Spionage.) Aus Lin m"^ ""^ "'"""' Gestrigen telegraphisch gemeldet: ^gram !. "' angeblich Ingenieur Eon tin aus hastet ^ Spionage verdächtig, wurde heute hier ver-stücke's? ""ben bei ihm compromittierende Schrift-Gsck '!"' ^°"^" sp"cht geläufig deutsch und sran-lein <»" ^"" "n höherer ilalienifcher Olficier zu Tell« /r"" "^"" ^rsion zufolge soll der Verhaftete "n ^roce heißen.
Wict^ .^'" Weinstock als Leibrente.) Königin von k, ^" England hat der Prinzessin Fride rile b°n 3 ?"°""' Gemahlin des Barons Pmoel'Rammingen, leben« ä^!"^" »tebenstock im Hampton-Eourt-Pa ast zur bare «1? ?n" Nutznießung überwiesen. Dieser wunder-teress««, s, Weinslock, ein Hamburger, ist eine der in» Tr wlir? '^ ^^"swürdigteiten des genannten Palastes. 17«!) gepflanzt, hat eine Länge von
neunzig Fuß und trägt im Durchschnitte 1500 Bündel Trauben. Im Jahre 1874 gab er deren sogar 1750. Da jedes Bündel dieser köstlichen schwarzen Trauben nach dem Urtheile von Kennern einen Wert von min-bestens einer Guinee hat, so ist mit dem königlichen Ge-schenke ein recht artiges Einkommen verknüpft. Der Wein« stock gilt als der größte der Welt.
— (Der neueste Pariser Scandal.) Aus Paris Wird telegraphisch berichtet: Großen Scandal ver» ursacht die Affaire George Hugo's, eines Enkels des Dichters Victor Hugo, der einer Halbweltdame, Dubois, alias Marquise Vriges, zuliebe Wechsel im Betrage von 240.000 Francs unterschrieb, welche der Damenconfectionär Pasquier, Gläubiger der Dubois, einklagte. Bei dem Ex« minister Lockroy, Stiefvater und Vormund des jungen Hugo, wurden Pfändungen vorgenommen, worauf über Lockroy's Strafanzeige Pasquier und dessen Complice Auboin verhaftet wurden. In Pasquiers Kleiderrechnungen für die Dubois, welche Hugo bezahlte, figuriert eine Zibeline-Toiletle um 30.000 Franc«.
— (Eduard Strauß in Amerika) Cinem in den letzten Tagen perfect gewordenen Vertrage zufolge begibt sich Hofballmusik» Director Eduard Strauß mit seiner ganzen Kapelle am I.Mai nach Newyork, um dort vom 14. Mai ab in einem neuerrichteten Etablissement durch 3 V« Monate täglich zu concertieren.
— (Den llollegen erschossen.) Durch unvorsichtiges Hantieren mit einem geladenen Revolver er-schoss in Kuttenberg der Schüler der sechsten Classe des Realgymnasiums, Br ousel, seinen llollegen Hruby. Vrousel hatte den letzteren besucht, sah den Revolver an der Wand und nahm ihn herab, wobei der Schuss los« gieng. Die Kugel durchbohrte die Brust und Lunge Hrubr/s, welcher bald darauf verschied. Vrousel verschwand aus der Stadt. Man befürchtet, dass er sich aus Ver-zweiflung ein Leid angethan hat.
— (Englische Briefmarken.) Eine neue englische Briefmarke im Werte von zehn Pence ist erschienen. Sie ist in zwei Farben gedruckt, carmoisinroth und violett, trägt den Kopf der Königin im Jubiläums' ornat und zu beiden Seiten desselben die großen Ziffern der Wertbezeichnung.
— (Verhaftung eines Pefraudanten.) Aus Liverpool erhalten Wiener Blätter folgende Mittheilung: Per Amtsdiener der ersten Pressburger Sparcasse, Fer» binand Vodnar, welcher unter Mitnahme eines großen, der Sparcasse gehörenden Betrages flüchtig geworben ist, wurde in Liverpool am 22. v. M. auf Einschreiten des k. und k. General - Consuls Ritter von Tengervar verhaftet, und ist dessen Auslieferung bereits bewilligt worden.
— (Diebstahl in einem Iuwelierladen.) Aus Brunn wird telegraphiert: An den Juwelieren Brüder Klein in der Ferdinandsgasse wurde ein frecher Diebstahl verübt. Der Dieb bohrte unterhalb des Guck« lochs der Holzverschalung die Gewölbethür an, zertrüm» merle die Spiegelglasscheibe und entwendete Pretiosen von bedeutendem Werte.
— (Die amerikanische Weltaus st el' lung) von 1892 zur Feier der vor hundert Jahren erfolgten Entdeckung Amerika's durch Columbus wird laut Beschluss des Repräsentantenhauses zu Washington in Chicago abgehalten. Per Beschluss bedarf noch der Bestätigung durch den Senat.
— (Ein fingierter Eisenbahnraub.) Die gestern gemeldete angebliche Beraubung eines Eisen-bahnzuges zwischen Ficarazelli und Palermo, wobei nach Angabe des Schaffners aus dem Gepäckswaggon 12.000 Francs gestohlen worden sein sollen, war nur fingiert; der Schaffner ist bereits verhastet.
— (Im Eifer.) Hausherr: «Bevor Sie einziehen, muss ich Ihnen bemerken, dass ich es liebe, wenn die Miete pünktlich bezahlt wird!» — Student: «Ist auch mein Princip: Entweder pünktlich — ober gar nicht!»
Local- und Provinzial-Nachnchten.
— (Aus dem k. k. Lanbesschulrathe.) Ueber die jüngste Sitzung des k. k. Landesschulrathes für Krain erhalten wir folgenden Bericht: Nach Eröffnung der Sitzung durch de>' Herrn Vorsitzenden trug der Schrift« führer die im currenten W^ge erledigten Geschäfts» stücke vor; diese wurden zur Kenntnis genommen und sodann zur Erledigung der Tagesordnung geschritten. Das Ansuchen des Gymnasiallehrkörpers in Laibach, den Aschermitlwoch freizugeben, wurde abschlägig beschieden. Der definitive Lehrer in Döbernil, Herr Johann Rih-terjic, wurde zum definitiven Oberlehrer an der Volksschule in Mitterdorf, der definitive zweite Lehrer an der Volksschule in Gurkfelo, Herr Vartholomäus Ravnihar, zum definitiven Oberlehrer an der Volksschule in Litlai, der definitive Lehrer an der Volksschule in Reifen, Herr Franz Rus, zum definitiven Oberlehrer in Veldes, ferner die definitive Lehrerin an der Volksschule in Wippach, Fräulein Isabella Edle von Fö-dransberg, zur definitiven Lehrerin für die dritte Lehrstelle in Oberloitfch, der provisorische Lehrer an der Volksschule in Möttnil, Hecr Ulrich Konjar, zum definitiven Lehrer daselbst, der provisorische Lehrer für die dritte Lehrstelle an der Volksschule in Franzborf, Herr Franz Kozjal, zum definitive» Lehrer für diese Lehrstelle und endlich der provisorische Lehrer an der Voltsschule in Kolovrat, Herr Franz Rojina, zum definitiven Lehrer daselbst ernannt. Von der definitiven Besetzung der vierten Lehrstelle an der Volksschule in Ratschach, der dritten Lehrstelle in Gutenselb und der Lehrstelle an der Volksschule in Marialhal wurde derzeit abgesehen, und wurden die bezüglichen Bezirlsschulräthe zur Provisorischen Besetzung dieser Lehrstellen ermächtigt. Der Lehrer und provisorische Leiter der Volksschule in Grohdolina, Herr Florian Rozman, wurde aus Dienstesrücksichten an die zweite Lehrstelle in Gurlfeld überseht. Beschlossen wurde ferner die strafweise Versetzung eines Oberlehrers an einen andern Dienstposten und ebenso die Erlheilung eines Verweises an einen zweiten Oberlehrer sowie dessen Uebersetzung aus Dienstes-rücksichten.
— (Philharmonische Gesellschaft.) Am 15. März veranstaltet die philharmonische Gesellschaft zum Besten ihres Fondes ein außerordentliches Concert, welches des allgemeinsten Interesses unseres lunst-sinnigen Publicums von vorneherein sicher ist.