ttuwmtr 36.___Petta», den 7. Se»t«»ber 1S02. _XIII. Ishrga»g. PettauerZeitung. Erscheint irdenSonmag. Preis für Pettau mit Zustellung in« Hau«: Monatlich AI h, vtertetjShrig K 2.40, haldjävrig K 4.90, gaii'jihng K 9.—. mit UoftoerfenDung in Inland«: Monatlich 85 h vierteljährig K 2 60, haldShrig K d.—. ganzjihrig K 9.40. — Einzelne Rummern 20 ji. Handschristen werden nicht zurückgestellt. Ankündigungen billigst berechnet. — PeitrSg« find erwünscht »nd wollen längstens bi» Freitag jeder Woche eingesaudi werden. Die Vorgänge in Agram. E» herricht Ruhe! Jedoch nicht durch dir Einsicht, daß man sich vom blinde» Hafte hatte verleiten lassen, wurde dieselbe. hergestellt, auch nicht dos befriedigte Gefühl der lang unterdrückte» Rache hat den blutigen Scenen ein End« bereuet, sondern Furcht ist'S, die den Agramer Vorgängen Einhalt getan hat! Da« Ericheinen des Scharfrichter», das Ber-mehren der Bajonette konnte erst den kroatischen Pöbel »ich ieine Führer einschüchtern, um wenigsten« '* d»m>BHeme »ach Ruhe zu geben. In den Gemüter» loWrtes weiter und diese innere Glut wird von der kroatische,' Presse systematisch geichürrt. Die kroatische Presse tritt agitatorisch für das Aushungern der serbischen Kaufleute ein und verbreitet zur Tarnachachtung ein Boykottierungsshstem Unter diesen Umständen darf et nicht überraschen , weil es in der Unzulänglichkeit der menschliche» Natur liegt, daß sich eine große Anzahl serbischer Kaufleute in Agram öffentlich von der Sache ihre« Volke« losgesagt, daß sich selbe gegen die eigene Presse verwahrt und um die Gnade der Kroaten gebettelt hat. Wenn wir den Verianf der ganzen Revolte betrachten, so sehen wir, daß sie schon lauge vor« bereitet war und daß es eigentlich des Artikels des serbischen „Srbobran" gar nicht bedürfte, um die verborge» glimmende Glut zur lichter-lohen Flamme zu entfachen! Hiefür spricht die Tatsache, daß ja erwähnter Artikel längst früher geschrieben war. daß er erst durch die kroatische Presse aufgebauscht werden mußte. Und ist weiter» die Revolte gerade zufällig an dem 30 jährigen Erinnerungstage eine» kro-alischen Geistesheroe» aus,gebrochen? Ein dentsches Blatt berichtet über den ganzen Borgang und schließt feinen Bericht: .Da aber das Militär zu schwach war, um alle wich-tigcn Punkte besetze» zu könuen, so wurde in den Straße» der Stadt von den Kroaten noch lange €inc mystische Geschichte. Man hotte bei diesem Liebesmahl viel von verstorbenen Regimentskameraden gesprochen. Dank den guten Weinen und dem reichlichen Diner befand man sich in jenem Stadium, in welchem man für die seltsamsten und phantastischsten Ge-schehnisse und Erzählungen besonders empfänglich ist. „Und d'Jramond?" fragte gegen Schluß der Kapitän Chavoye. „Was ist eigentlich aus d'Jra-mond geworden. Er ist tot?" „Ach, d'Jramond!" entgegnete Major Fabert ernst, fast traurig. „Wissen sie meine Herren, ich bin nicht naiver, nicht leichtgläubiger als Sie alle hier am Tisch, aber sobald ich an diese Geschichte denke, empfinde ich jene Beklemmung, wie man sie gegenüber unerklärlichen Rätseln lind Problemen der Natur zu fühlen pflegt." »Erzählen sie! Erzählen sie! rief man durch« einander. „Nun, meine Herren, die Geschichte mag etwa fünf Jahre alt sein. Wir standen damals in Sankt Gennai», der wundervollsten aller Garnisonen. Am Bormittag der militärische Dienst mit seineu demoliert, geplündert und gestohlen. Am nächsten Tage sah es in Agram so au», als ob in der Stadt ein unmenschlichrr wütender Feind gehaust hätte! Ta» ist slavische Kultur, wie sie sogar „unter sich" geübt wird!" Ja. sürwahr, nicht die zügellose unmensch-liche Entartung de» RationalgesühleS ist es, die de» gebildeten Kroate», wofern die Macht der Erziehung in ihm die wilden Rationalinstinkte bändigte, mit Beschämung ersüllen muß, daS ist vielmehr »a« charakteristisch« Zeichen der kroati« sche» Nation, welche» immer wieder und wieder seine Betätigung ersährt. das Plündern, Rauben und Stehle»! Trefflich ruft wieder ein deutsches Blatt au«: „Ja. der alte Jfolaui, dem Schiller mit der Eingebung de» Genies so typische Züge verliehen hat, lebt immer noch!" Und doch ha« die kroatische Presse den Mut, die Behauptung auszustellen, daß eS die Aufgabe der Kroate» sei, die Serben aufzuklären, sie hat die Unverfrorenheit, die Totschläger, Plünderer. Diebe zu verteidigen. Richt allzu bescheiden erhebt sich daS kroatische Blatt ,.HrraUka" zur stolzen Behauptung: „Was wäre auS Serbien geworden, wen» Gott nicht aus den Balkan die Kroaten gepflanzt hätte, dieses Element der '-sielttu, der Einigung »nd der Freiheit?" DaS Organ der klerikalen Kroaten fabelt dann von der Emanzipation und Krystalifation deS Balkans unter dem Flügelfchlage der kroati-schen Idee! Aber nicht nur der gtilhendeTranin von dieser Krhstalisatiov, von dieser Bereinigung de» Slaven» tumS auf dem Balkan, hat durch die Vorgänge in Agram eine unerwartete Abkühlung erlitten, nein, diese Borgänge sind ein beredter Fingerzeig aus jede wahnwitzige» Träumereien der Bereinigung aller Slaven, auf den — PanslaviSmuS. Wenn sich schon zwei beuachbaite slavische Bölker wegen geringen Anlässen derartig in den Haaren liegen, wen, das »m« dieser Parade». FelddienstÜbungen u. f. w.Zdann die amü-sanlen Frühstückt an der Ofsnierstafel. die kleinen Techtelmechtel auf der Terrasse; und später, am Abend. — Pari«. Mit seinem altaristokratiichen Rainen, feinem immense» Berniögeu und seinen vornehmen, ele-ganten Manieren spielte d'Jramond natürlich eine .Hanplrolle bei unseren tollen Festen: immer der letzte beim Souper und dennoch der erste am näch-sten Morgen im Dienst. Das alles änderte sich wie dnrck Zanberwort. als die Herzogin d'Jramond plötzlich am Herzschlag starb. Bon dem Augenblick an, da der Kapitän keine Mutter mehr hatte, keine „Mama", wie er sie voll kindlicher, im Munde diese» große», schnurrbärtige» Jungen sonderbar anmutender Zärtlichkeit nannte, von jenem Tag» an, da er nicht mehr wie früher von Zeit zu Zeit in dem kleinen Hotel der Rue St. Dominigne ausruhen, beichten, neue Kräfte sammeln kouute, — von diesem Tage an ivar er nicht mehr er selbst. Er stellte seine Ausflüge nach Pari» ein »nd verbrachte, abgesehen vom Dienst, seine ganzen Tage in dem kleinen Pavillon der Völker, die in seiner Mitte lebenden uu» schuldigen Angehörigen de» ziveiten, verbrüderten slavischen Stammes plündert, bestiehlt. wie würde cS dann wohl in einem Reiche aller Slave» a»»-sehen? Welche Verfassung, welche Regierung könnte dasselbe halien? Die Vorgänge in Agram haben den Deutsch.» nur genützt. sie habe» ihnen gezeigt, welche Gegner auch ihnen gegenüber stehen. Der Deutsche hat eingesehen, was er von, Slaven zu erwarten hat, dem er al» eine ganz sreinde Nation entgegensteht, vom Slaven, der im nati« onalen Hasse nicht einmal vor dein Morde und Raube seiner eigenen Stammesbrüder zurück« schreckt! Aus aller Welt. In dem Schinn tzprvzesfe. der aus gewisse» Prinzenabenteuern während der KrönungSwoche in London herstammt und demnächst daS dortige Schwurgericht beschästige» wird, ist eine bemerkenswerte Wendung eingetreten. Wie „Magyar Hirlap" ans London ersährt, hat Prinz Franz Josef von Braganza, wen» man der Nachricht glauben dars, dieser Tage einen Selbstmvrdver-such verüvi Der Prinz nahm eine größere Do-sis Morphium zu sich. Es gelang jedoch, da« Leben des Prinzen zu retten. Derzeit befindet sich der Prinz wohl schon außer Gefahr. Das Blatt berichtet sodann über den Erpressung»»»-such, welchem der Prinz zum Opfer gefallen ist. Mehrere Gauner hatten einen scheußlichen Plan ausg-heckl, um den Prinzen in eine Falle zu locke», um ihn baun leichter „rupfen" zu können. Zwei Mädchen einer Verbrecherbande hatte» den Prinzen in ihre Wohnung gelockt. Der Prinz unterhielt sich eine Zeit lang mit den Frauen, bis er plötzlich in einen tiefen Schlaf siel. Die Ursache desselben war ei» Betäubungsmittel, das die Mädchen dem Weine des Prinzen beigemengt hat-ten. Nun verließen sie den schlafenden Prinzen und Rue du Bouligrin. wo -r stundenlang vor dem vom Cabanel meisterhast gemalten Bilde seiner Mutter saß, in die Betrachtung der teuere» Toten versunken, die ihni mit ihrem sanftem Lächeln, ihren Klanen Augen in alle Winkel deS Zimmers zn folgen schien .... Vergeben» bemüte ich mich, den Kapitän der Einsamkeit zu entreiß,!!, seine trüben Gcdanken zu verscheuchen. „Nein, siehst Du", erklärte er utir, .da» ist nichts mehr für mich; ich bitt mit einem Schlage alt geworden. Solange man »och eine Mutter hat, kann man sich für jung halte»; das zwecklose, tolle Lebe», das man führt, ist nichts weiter al« ein Traum ohne diese regelmäß'gen Ruhepausen, die man sich unter dem mütterlichen Dache gönnt, um Atem zu schöpfen, sich auf sich selbst zu besinnen. Und der Mensch ist bitler zu beklagen, der nicht solch ein gemütliche» Winkel-chen hat. in welchem er auSrnhen. sich erholen kann, »m. neugestärkt und feiner selbst sicherer, wieder in die geräuschvolle Welt hinauszutreten." Er wurde immer schweigsamer, unzugänglicher, in sich gekehrter. An einem Winterinorgen, al« schickt,n den 15*jä()iig«i* James Ehandler, einen wegen Unzucht öfter Dorbeftraflen Burschen. in« Zimmer, welcher sofort laut zu schreie» begann. Die« war da» verabredete Zeichen. Die Epießge-seilen Handlirs, der Bookmaker William Guerrg und der ZeitungSverkäuser Harlas Schermann, welche vor der Türe aus der Lauer standen, schlugen Lärm, welcher den Wohnungseigentümer Burbedge herbeilockte. Dieser holte einen Polizisten, welcher die Türe dr» Zimmer» gewaltsain öffnete und so den Prinzcn „ertappt.." Am 24 Juli gelangte die Angelegenheit zum drittenmal vor de» Southwarker Richter, welcher den Fall dem Schwurgericht, abtrat. Da» Bewußtsein, daß diese» Abenteuer nunmehr angesichts der großen ösfe»tlichk,it verhandelt wird, trieb de» Prinzen zur Verzweiflung und war da» unmittelbare Motiv seines Selbstmordversuche», welcher in den Londoner Kreise» daS größte Mitgefühl für den Prinzen ivachgeriifen hat." — So berichtet wenigsten» „Magyar Hirlap," der jedenfalls die Verantwortung für die glimpfliche Darstellung des Falles Braganza trügt. — Der Reichsrat soll für den 6. oder 7. Of-tober einberufen werden. Ein Telegramm au» Port Kastrie» (Santa Lucia) berichtet: Seit dem 15. August haben sortwährcnd Eruptionen deS Mont Pelse statt-gefunden. Eine sehr starke Eruption erfolgte am 28. August Nachts. TaS Gelöst wurde i» weiter Entfernung gehört. Der Berq spie ungestüm Feu.r. Die aus hoher See befindlichen Schiffe waren mit Asche bedeckt. In der Nach« vom 30. August sonden drei AuSbrüche statt. Es war unmöglich, sich St. Pitre von der Seeseite her zu nähern. Die Bewohner von Le Carbet slüch-teten, von Schrecke» ergriff,n, in da« Innere der Insel. Der Gouverneur gab Befehl, alle ver-fügbaren Boote zu verwenden, um die Bewohner der Küste nach Fort de France zu bringen. Die Einwohner von Fort de France wurden durch eine Flutwelle zur Flucht nach dem Innern ge» trieben. Der von der Flutwelle angerichtete Schaden war jedoch nicht bedeutend. Um Milter-nacht d der Nähe von Los Teque» geschlagen, welche» sich nunmehr in der Gewalt der Ausstäudijche» d,findet. Die englisch« R schuldigte er sich, .aber mir ist soeben etwa« ganz aussergeivöhnliches pafsiit." „Was denn?" „Dn kennst doch den Abbv Wincent, den ersten Vikar von Sl. Germain? Stelle Dir vor, dieser Abbv Vincent kommt heute srüh in Beglei-tung eines Chorknaben, der da» heilige Sakra-ment trägt, zu mir. Natürlich bin ich sehr erstaunt:" „Da muß ein Mißverständnis fein, Herr Abbv," sag, ich. „Ohne Zweifel haben si, sich in der Adresse geirrt." . „Nein, »ei», durchaus nicht. Mau hat mir die genaue Adresse deS Kapitäns d'Jramond gegeben." .Dann hat man sich eine» sehr schlechten Spaß mit Ihnen erlaubt, und »veiin ich den Urheber zufällig kennen sollte . . . !" „Herr Kapitän, ich schwöre Ihnen, die Dame, welche mich zu Ihnen geschickt hat, machte einen überaus achtbaren, glaubwürdigen und vertrauen-erweckenden Eindruck." „Eine Dame?" „Jawohl eine Dame, welche ich aus dem Kirchplatz traf . . . Halt! Da» ist sie ja!" Und der Abb£ Vincent wies au? Mama» Porträt, da» dort an der Wand hängt. Ich muß Dir gestehen, ich konnte mich einer gewissen Herzdekl'inmuug nicht erwehren. „Sind sie auch ganz sicher, daß Sie gerade diese Dame getroffen haben?" „Ganz sicher. Herr Kapitän ... O, ich würde sie unter Tausenden wiederkamen! Sie bestand mit einer so sanftem, traurige» Miene auf ihrem Willen. Sie bat mich: „Gehe» sie schnell! Es ist die höchst« Zeit!" Ja. ja. kein Zweifei, es ist die Dame de» Bildes!" „Diese« Bild, Herr Abb6 ... ist daS Bild meiner Mutter, oer Herzogin d'Jramond . . ., die vor kaum zwe» Monate» gestorben ist." Der Priester erbleichte ein »venig und sagt? dann zögernd: „Mein liebt« Kind, die Wege der Vorsehung sind oft dunkel und unerforfchlich . . . Nehmen Heinrich M a u r«11 e r, hat sich am 28 .ßv. M mit Fräulein Auguste P e t r o w i t s ch. Bindermeiiterstochter auS Bednja. vermählt. Die Trauung fand in der hiesige» Stadt-Pfarrkirche um 5 Uhr Früh statt. Dieselbe nahm der Ehormeister Hochw. Herr P o d v i n « k y vor. Als Trauzeugen fungierten: Für den Bräu-tigam Herr Johann Kasper, Oberbuchhalter der städtische» Sparkassa, sür die Braut Herr Karl Kasper. Adjunkt desselben Institute«. (E»a>gtlische prediglstalion. $rttau.) Die ordentliche Gemeindeversammlung findet am 8. Septkmb^r Vormittag 10 Uhr im Lehr-zimmer l des Musikvereine» statt, wozu alle Ge-meindemitglieder zu erscheinen eingeladtn werde». Um 1! Uhr öffentlicher, jedermann zugänglicher Gottesdienst im MusikvereinSfaale. (Ernte des Todcs j Am 2. d. M. starb in unserer Stadt Frau Maria W e s i a g. Hakner-mtisttSwitwt iin 73. Lebensjahre. Die Verstorbene war wegen ihres zuvorkommenden freundlichen Eha-rakter» bei allen Bekannten sehr beliebt, wa» auch die überaus prächtige», zahlreichen Kranzspenden be-wiesen haben. Das Leichenbegängnis, an welchen sich eine große Zahl von Leidtragenden, Freunden und Bekannten der Verblichenen beteiligte, fand am 4. d. M. statt. Hiebei, sowie am offenen Grabe spielte ein Posaunen Quartett ergreifende Trauerchöre. Möge der Verstorbenen die Erde leicht sei»! (Kaiser Jttu) Joses Sqmnalium in Ottkai.) Die Äeuausnahme der Schüler in di« l. Klasse findet am 16. d. M. von 9—11 Uhr vormittags statt, woraus die Ausnahmsprüfung folgt. Die Aufnahme der übrigen Schüler geschieht am 17. d. M. von 9—11 Uhr vormittags; an diesem Tage sind auch die Wiederholungsprüfungen. Am 18. d. M. wird daS Schuljahr mit dem heil. Geist-amte um 8 Uhr Früh eröffnet, am IS. d. M. beginnt der regelmäßige Unterricht. Näheres auf dem schwarzen Brette. (JUv)trk.) Heute Sonntag findet im hiesigen Deutichen Verein»hans« ei» Konzert der Musik-kapelle des Musikvereines statt. Bei günstiger Witterung wird dasselbe im Garten de» ge-»annien Vereinshau,es, bei ungünstiger im große» Saale abgehalten werden. (Lngliicklicher Star) vom Fihrrade.) Dien»tag stürzte der hiesige Obergeometer Herr Richard I, » k o ans der Straße in Turnifch derartig unglücklich vom Rade, daß er sich hiebei einen Hiftknochenbruch zugezogen hat. Der Herr Obergeonreter ist ein vorzüglicher Radfahrer und ereignete sich der bedauerliche Unglücksfall nur infolge de« schlechten, stark verfahrenen Seiten-Wege» der Straße. Wie wir erfahren haben, nimmt die Heilung de» Bruche» ihren regel-mäßigen Verlau. doch wird der besonder» in der jetzigen Zeit vielbeichästigte Beamte wohl aus länger? Zeit seiner Amtstätigkeit entzogen bleiben. Sie da» heilige Abendmahl. Es ist immer eine gute Sache, in Friede» mit fei»,in Gölte zu leben . . . Und dann... wer weiß? ... der Frau Herzogin dort oben wird das ohne Zweifel an-genehm sein." Kurz, ich wußte nicht» mehr zu erwidern. Gerührter al» je in meinem Lebe» beichtete ich und empsieng da» heilige Abendmahl. Vielleicht hat der gute Mann eine Hallucination gehabt, vitlleicht hat er sich durch eine Ähnlichkeit täuschen lafie»? Wie dem aoch sei. ich habe gebeichtet und kommuniziert — und »un schnell in den Dienst!" Ich erinnere mich noch ganz genan. daß es an jenem Morgen rrcht kalt war. D'Jramond ritt einen prächtigen Fuchs, den er wenige Tage vorher bei der Auktion de» Lord Darlington'schen Marstall» gekanst hatte. Wir ritten im scharsen Trab, um da» bereits unterwegs befindliche Regiment einzuholen. Der gesrorene Erdboden dröhnte metallisch unter den Husen unserer Pferde. Ich versuchte mit meinem Freunde zu scherzen, ihn zu zerstreuen, aber er kam wieder und wieder (ARfnafcmc i« die Jtafikschnlr.) Die Direktion be« Pettaurr Musikvtttin«« bringt vor-läufig zur Anzeigt, daß die Aufnahme in die Musikschule am 29 d. M Vormittag 10 Uhr erfolgt. (Ger«a>lt»»rrb«»t |ettau.) Der Serma-nenverdand Pettau unternimmt Feiertag den 8. September 1902 unter Führung feine« Ob-manne«HerrnSparkasse-Oderbuchhalter« I. Kai-per «ine Germanensahrt nach Frieda», wofelbst im Bereine mit den Bürgern der Stadt Frie« dau im Hotel „Bauer" ein Festabend abgehal-ten wird. Berband»mitglied Herr Vikar Ludwig Mahnerl hat in liebeiitisiudigei Weis« den fest-vortrag übernommen. Der Friedauer Männer-gesangverein, sowie ein Orchester de« Pettauer Mufitvereiues »oerd«» diesen Abend durch Vor-träge verherrlich«». Sämmtliche deutschen Be-wohner der Stadt Petto» und Umgebung sind zur Teilnahme an dieser Fahrt herzlich eingela-den und iit der Zutritt jelxm Gaste zu diesem Festabendohne Entgeltgestaltet.Abfahrt von Pettau Feiertag den 8. September 1902 mit dem Eil-zuge um 3 Uhr Nachmittag. Heimkunft mit dem Nachteilzuge um halb 2 Uhr. Gestern abend« fand «in Promenadekonzert im hiesigen Stadtparke statt, welche» fehl gut besucht war, und sehr animiert verlief. Der Wirt de« hiesigen Deutschen Verein«-hause« sorgte hiebei für den Hnnger und den Durst. Eine großartige «onfetlifchlacht wurde gewor-fen. wobei e« an lustigen Scenen nicht mangelte. E« war ein Volksfest im Kleinen und soll dessen Reinertrag zum Ban« «ine« Musikpavillon» ver-w«nd«t werde». (Kaufmännische Fortbildungsschule des Handrlsgreminws in pettau.) Die Anmeldinig der i» die 3 Klassen der Schule eintretenden Schiller findet am 15. d M. halb 8 Uhr abend« im Klassenzimmer 5 der städt. Knabenschule statt. Die Wiederholungsprüfung«» nehmen am 16. d. M. 5 Uhr abend» ihren Anfang. Der Schulbeginn erfolgt am 16. d. M um 5 Uhr abend«. (Knnirkoniuma).) Infolge der im Bezirk« Pttta» häufig vorkommenden Wutsälle »nd einer in Haidin durch die Sektion eine» Hundekadaocr« ämtlich festgestellte» Wut, wnrde am 2. d. M die Hundekontumaz über die Hund« der Stadt Pettau bi« auf weitere« verfügt. Die P. T. Hundebcsitzcr werden aufmerksam gemacht, ihr« Hunde mit sicheren Maulkörben zu versehen oder dieselbe» an der Lein« zu fuhren, da gegen Zuwiderhandelnd« streng nach dein Gesetze vor-Zangen w«rd«n wird. (Vrr hiesige VirHmarKi) am 3. d, M. war sehr gut besuch!. Derselbe war mit 791 S:ück Ri»dern, 344 Stück Schweinen und 68 Stück Pserde» beschickt. Der Handel gestaltete sich trotz der etwas augezogtiien Pr«>se recht flott. Der nächste Schweinemarkt fiud-t am 10.^ der zweite Vieh- und Schweinemarkt dies«« Monate« am 17. statt. (Avsstag »ach Zarovrh.j Ter Zweig-verein Pettau de« Versande« Alpenländischer HandelSangesiellter veranstaltete am 15. v. M. einen Ausflug »och Jurovetz bei Pettau. um da-selbst ei» kleine« Soinmerseft zu v«ra»stalt«u. Während dir Musik uud du« BereinSoktet ihr reichhaltige« Programm iu vorzüglicher Weise abwickelten, bot sich den Besuchern durch de» zahlreich in Anspruch genommenen GlückShase», Bestichießeu und andere» Belustigungen, reichhal» tige Unterhaltung, welch« in d«n bi« in di« vorge-schritt«»« Nachtstunv« gehuld^gten Tanz ihren Höhepunkt erreichte. Den zahlreich erschienenen Freund«» und Gönnern unseres Vereine«, di« sich durch di« Ungunst der Witterung nicht be-einfliißen ließen, un« durch ihr« Teiliiahnie ihre Wohlgewogenheit zu bezeuge», sagen wir hiefür den beste» Dank; desgleichen danke» wir für di« in zahlreich«« Maße zugeflossenen Spenden und Beiträge, welche die so reichliche Ausgestaltung de« GlückShaseu« ermöglichten, wie auch allen je-neu, die sich in anderer Weise für da« vorzügliche Gelingen des Festes verdient gemacht habe». (Ein Sodkllfttick.) Am 31. v. M wurden aus den von Moichganze» einfahrende» Schnellzug in der Nähe der Schmiede des Herrn I u g Steine geworfen. Hiebei wurde ein« Fensterscheibe zertrümmert, ohne daß die Insassen de« Co»p6« verletzt worde» wären. Der Täter konnte bisher nicht eruiert werde». (Ein „braver" Sesrllc.) Beim hiesige» Schuhmachermeister Michael R o j k o, Bürger-gaffe, stand der Schuhmachergeielie Alois K r i v c in Arbeit. Der gute Krivc hatte nun keine sonderliche Zuneigung zur Arbeit. Da cr völlig überzeugt war, daß ein „braver" ©«seile hie nnd da auch noch DienStag blau mache» muß, so ist er feiner Überzeugung auch pünktlich nachgekommen. Zum Blaumachen gehört vor allein Geld ! Kein«, ein trfiie« krainerilcheS Gemüt, wußt« sich daSfelb« schnell zu verschaffen. Uni auch dem Meister die Arbeit zu erspare», packte er dessen Werkzeug zusammen, „versilberte" e« und machte das Silber „flüßig". Hiefür hat ihn der städtische Sicherheit«-Wachmann I a k o p i n ans die Anempfehlung de« Meister« ein sicheres Logis beim hiesigen Bezirk«-gerichte verschafft. Krivc ist übrigen« kein Neuling in derartigem „Geldverschaffe»" . denn seinen frühere» Meister hat er auf gleiche Weise „beglückt". (Eiue )u billigt Kuh.) Am 3. d. M. wollte» Franz A r t l i n i t s ch und Ivan P u t j ch k o, beide au« Vinica i» Kroatien ans dem hiesige» Viehmarkte eine Kuh. welche mindestens 100 K wert ist. um nur 40 K veräußern. Den Käufer» kam der Preis doch zu gering vor. Sie meldeten die« den beim Viehrnarkte auweienden Gendarmen. Diese verlangten Einsicht in den Viehpaß. welchen die beide» Verkäufer «ach längerem auf den Besuch des Abb6 Vincent zurück. Endlich erreichten wir da« Regiment, mel-dete» uns beim Oberstlieutuant und träte» bei unsere» Eskadronen «in. In virji-m Augenblick stürmt« ein Rekrut, dessen Tier durchging, im tollsten Galopp gerade auf un« lo». Der arme Kerl hatte die Gewalt über fein Pferd vollständig verloren und klammerte sich in Todesangst an den Sattelknopf. Der Stoß war schrecklich. Mein gut zuge-ritteue« Tier geriet al« alter Praktiku«. welcher an derlei Üdrl.aschun^-n gewöhnt ist. keine» Augenblick in'« Wanken. Aber d'Zramond'« Fuchs fcheute, stieg kerzengerade empor und siel dann hintenüber, seinen Reiter unter sich begrabend. Im nächsten Augenblick sah ich eine uiisörin-liche. zuckende Masse, dann ein Pferd, welche« nach verzweifelten Anstrengungen zitternd wieder auf den Beinen stand, und am Boden meinen unglückliche» Freund, bewußtlos» den Schädkl vo» einem furchtbaren Hnffchlag zertrümmert. Ein bedauernswerter Zufall wollte e«, daß «in Arzt nicht gleich zur Stelle war. Man mußt« den Verletze» auf dem Wage» des Marketenders nach St. Germai» transportieren. Als man ihm endlich ärztliche Hilfe angedeihe» lasse» konnte» war es schon zu spät: um 5 Uhr abend« starb «r, ohne »och ein Wort gesprochen, oh»« da« Bewußtsein wieder erlangt zu habe». Ich aber, der ich die Geschichte vom Abb6 Viuzent kannte, bestand daraus, daß in der Todesanzeige bejon-der« vermerkt würd«: mit dein heilige» Sakrament versehen ... Nicht wahr, meine Herrn . . . wenn »tan abergläubisch wäre . . ." Es trat Stillschweige» «in. Dann rief der dicke Oberst Pouraille halb lachend, halb ärgerlich: „Am liebsten möcht« ich Si« für dies« G«-Ip«ustergkschichte drei Tage einsperre»! «oll ich Ihnen meine Ansicht darüber sagen? Der Abb« Vincent hat sich «inen Ulk mache.» wollen . . . wen» wir nicht annehme», daß d'Jramond einen kleinen Schwips gehabt hat. Basta! . . . Und »»». meine Herren, in den Salon zum Kaffee! Abee den Rest de« Abends bitte ich u»> Gotteswillen nur noch von Weibern und Pferde» zu spreche» — sonst träume ich de« Nacht« schlecht!" Zöger« vorwiesen. Natürlich war der Viehpaß alt und falsch, da« heißt, er war allerdings auf eine Kuh ausgestellt, die aber als „besonderes Merk-mal" die' Bezeichnung „ohne Hörner" trug. Die zum Verkaufe angebotene Kuh erfreute sich jedoch der schönste» Hörner, und wollte übrigen« auch gar uicht die weiße Farbe habe», da sie mit ihrer rotbraunen ganz zufrieden zu sein schien. Der Gendarmerie kam der ganze Fall denn doch etwa« zu romantisch vor. und so wurde die Kuh in Pflege gegeben, die beiden Verkäufer jedoch trotz lebhafte» Widersprüche« dem k. k. Bezirktgerichte eingeliefert. Hier warten die beiden »u», bi« entweder ihre rotbraune Kuh weiß wird und die Hörner ablegt, oder bi« der richtige Eigentümer der zu billige» Kuh ermittelt wird. („Wie mag lie hinein aekommen sein?") Nämlich die Uhr i» den Stieflttte». So rief der Ha»dwerk«b»riche Gottfried Egla uer, als^er ber der Durchsuchung seiner Perso» auch die Schuhe ausziehe» «uußte und sich in einem derselben eiue silberne Taschenuhr vorsand Die Frage wurde sosort beantwortet. Am 2. d M. arbeitete nämlich der pensionierte Eisenbahiiwächter in Amtmann«-dorf Martin Hiti aus d«m Feld«, wobei er wegen der großen Hitze seine Weste neben sich in das Gra« legte. Während er angestrengt arbeitete, bemerkte er gar nicht, daß sein abgelegte« Kleidungsstück plötzlich verschwunden war. In der F«rne Iah «t eint» Handwtrksburscht» verschwinde». Er schöpste sofort Verdacht und meldete den Vorfall der hiesigen Sicherheitswache. Dem Wachmann Mar inzgelang e«, d«n Eglauer, auf welche» di« Perfonsbe-Ichreibung auffallend paßte, ausfindig zu machen und fo ist e» klar, wie die Uhr welche in der Weste war, in den Stifletten gekommen ist. (JUeflctljtlJttt.) I» der Nacht vom 2. auf den 3. September gerieten in Pichldorf Bauern-bursche« in Streit, welcher auch in Tätlichkeiten ausartete. Hiebei überfiele« der 21 Jahre alte Aloi« V o d a. der 20 Jahre alte Martin Z t-l e n i k und der säum 16 jährige Johann V«r-s i ö den Winzerssohn Anton Weißbücher, weil sie denselben angeblich für eine« anderen hielten. Da sie ihm nicht ander« Meister werden konnte«, griffe« sie zn de« Messern und Weißbacher erhielt hiebei mehrere Stiche in den Unterleib, so daß ihm der Bauch buchstäblich aufgeschlitzt wurde. Paffanten und Dorsbewohner liefen rasch herbei, worauf die Messerhelden schleunigst die Flucht ergriffen. Ter herbeigeholte Arzt, Herr Dr. Vela S t u ch e tz. leistete dem Verwundeten Die erste Hilfe, worauf er in da» hiesige allgemeine Krankenhaus überbracht werden konnte. (Die siebe ist frtigitbig.) Diese unumstößliche Behauptung hat auch die WrnzerStochter Schalamuu »> Tramberg bei St. Veit betätigt. Ihr ..Schatz", ei» Winzer«,'»!):' von et*«dort, hatte, wie da« bei jugendliche« L>«bhaber» am Land« und iu d«r Stadt öfter vorkon»»«n ioll, wieder einmal kein Geld. DaS Schicksal wollte e«, daß auch die Schalamuu bereits ihr Gerstel, das sie von Graz gebracht, allwo sie bedieustet war, ausgegeben hatte. Uud der schätz mußte nach Pettau und mußte Geld haben! So hat sie ihn, dem, eiue schöne, goldene Brosch«- qege-be», welche er in Pettau verlausen und sich für de» E>lös eine« guten Tag utachttt sollte. Ter Winzerwh» kam uuu zum hiesigen Juwelier Herrn I. Gspa111. um den Wert der Liebes« gäbe zu erfahre». Dem Juwelier kam der Bursche verdächtig vor uud er verständigt« die Si-chtrheit!wache. Festgenommen, gestand der Bursche sofort, daß «r di« Brosche von seiner Liebsten er-halte» habe »nd daß er nicht luiff«, wie dieselbe bei ihre» ärmliche» Familienvrrhältmsfk» zu einem verhältnismäßig so teueren Gegenstande gekommen sei. Bo» dem Borsalle wurde die hie» sige k. k. Gendarmerie verständig«, welche die sreigiebige, verliebte WinzcrStochter sosort aussuchte. Diese sagte nun auS. Wft sie die Brosche nebst anderen „Kleinigkeiten" von ihrer Dienstherrii, i» Äraz au« „Versehen" mitgenommen habe. Die Schalamuu wurde deshalb dem k. f. Be« zirkSgerichte eingeliefert. (sin „gesegneter" Wachmann.) Ein vazie-render Bäckergeselle trank sich am 8. d. M an- Kblich aus Verzweiflung, weil er keine Arbeit kommen könne, einen SchuappSrausch an. Hieraus suchte er sich am Ornig-Kai ein aller-ding» durchaus nicht lauschiges Plätzchen auf einer sonnigen Bank aus. um von de« Tage« Last und Mühe» auszuruhen. Ter Sicherheit«-Wachmann Franz störte in jedoch ihn der Rahe, «wiche übrigen« fest gewesen sein muß. denn der Kumpan hörte gar nicht, daß er von vielen lustig lachenden jungen Passanten umzingelt war. Aufgerüttelt, blickte er erstaunt in die sonnige Welt und konstatierte zuerst mit vielen Beteue-rungeu. daß er eigentlich ein grundehrlicher Mensch sei. Der Wachmann geleitete ih« bis zur Drau« brücke und forderte ihn auf. die Stadt zu verlassen. „Ja. ich gehe", sprach der Geselle, .jedoch nicht früher, bevor ich Sie gesegnet habe!" Hierauf machte er ein regelrechte« SegeiiSzticfjf« über de» Wachmann und benahm sich hiebei derartig, daß ihm die Arretierung angekündigt nxrden mußte. (Frurrbrrritschist.) Bom 6. September bi« 13. September 2. Rotte du« 1. Zuge«. Zug«, führer La ur e n t s ch i t s ch. Roitführer Pirich. Feueranmeldungeu sind in der SicherheitSwachstube zu erstatten. (II. Vrrbanislag des Verbandes der la»t-wirtschaftlichen Ee>»sse»schaslt» in ätrirraark.) Derselbe findet Donnerstag den 18. September 1802 um halb 11 Uhr vormittag« im Landhaus? in Graz mit nachsolgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung de« BerbandStage» durch den Bor-sitzenden; 2. Verlesung des Protokolle« der Grün-dungsver,ammlung und de« 1. BerbandStage« am 8. Oktober 19V0; 3. Tätigkeitsbericht de« Berbaiidsvorstandes über daS erste Geschäftsjahr; 4, Borlage der JahreSrechnungen und der BermögenSaufflellung für 1901 und Bericht de« AussichtSrates; 5. Entscheidung über die Verzin-suug der Geschäftsanteile und die Verwendung des Reingewinne«; 6. Bestimmung der Höhe der Jahresbeiträge der Mitglieder; 7. Antrag deS Vorstände« betreffend Kauf einer Realität zur Anlage eine« genossenschastlichen Lagerhauses; 8. Anträge deS Vorstände« betreffend Änderung der Satzungen; 9. SatzungSmäßige Neuwahlen in den Ausschuß uud den AufsichtSrat; 10. Anlräge und Anfrage» der Mitglieder. Jede« Mitglied (Genossenschaft oder Verein) hat ohne Rücksicht aus die Anzahl seiner Geschäftsanteile nur eine Stimme am BerbandStage. Die dem Verbände angeschlossenen Genossenschasten und Vereine übt» ihr Stimmrtcht durch eine» mittelst schriftlicher Anzeige dem BerbandSauSschusse namhaft ge-machten Vertreter au«, welcher Mitglied der be-treffenden Genossenschaft oder de« betreffenden Vereine» sein muß. Die Mitglieder de« Verbau-de« dürse» ihr Stimmrecht nicht an andere Mit-glieder des Verbände« übertragen. Die Vtrtrt-tung mehrerer Genosstnschasten oder Vereine durch einen Abgeordneten ist nicht zulässig. Die dem Berbande angeschlossenen Genossenschaften und Vereine können zum BerbandStage außer ihren stimmberechtigten Vertretern auch noch andere Personen auS dem Stande ihrer Mitglie-der entsenden, welche au den Beratungen de« BerbandStageS ohne Stiminrechl teilnehmen dürfen. DaK deutsche Mädchenhetm in Nettau. Nur noch weiiige Tage und in der Stadt Petlau wird eine Anstalt eröffnet »verden. welche zum Bedürfnis für jene Eliern geworden ist, die ihren Töchtern eine gründliche und gediegene und nicht von einseitigen Gesichtspunkten an« geleiiete Erziehung angedeihen lassen wollen. Un-mittelbar neben dem Sladlparke, in der Nähe der Drau, weit hinaus sichtbar, erhebt sich ein stattlicher, zweistöckiger Ban mit den Aufschriften: „Mädchen-AolkS- und Bürgerschule" und „Deutsche« Mädchenhnm, Fortbildung«- und Hau«l>altung«schule." Über eiue breite Rampe tritt man in einen geräumigen Hausflur, dtffeu Marmoiwände eben jetzt mit Gedenkworten in Goldbnchstaben geziert werden. Hohe, breite Gänge und Stiegen vermitteln den Zugang in die Schnlzimmer im Erdenschöße, im l. Stocke, und in die Räumlichkeiten de« Mädchenheime« im 2. Stockwerke. Die Belichtung der Räume ist eine geradezu großartige, wo« man schon daran» schließen kann, daß eine Gruppe von Fenstern 2.90 Meter breit nnd dementsprechend hoch ist. Da» Gebäude entspricht nicht nur allen Ansor» derungen der Schulgesetze und der Hygiene, sondern e« findet sich auch — sagen wir — ein reizender Komfort, der so ziemlich allen ähnlichen Anstalten fehlt. Die Mädchen werden nicht da« Gefühl haben, al« seien sie in alten Kloster mauern eingesperrt. Die großen, lichten nnd luftigen Räume, die gesunde Lage, die herrliche Aussicht aus da« Pettaurr Feld und den Kranz der Hügel und Berge, die Spielsäle, der riesig auSgcdedntc AnstaltSgarte» — da« Alle« in Verbindung mit einer liebevollen und zielbewußten Leitung kann auf die dem Mädchenheime anver-trauten Zöglinge mir den besten Einfluß üben. Wenn nun das Gesagte allem schon imstande wäre, dem deutschen Mädchenheim iu Pettau den Borzug vor so vielen anderen ähnlichen An-stalten zu sichern, so fallen auch noch viele andere Momente in die Wagschaie. Bor allem der vom LandeSschulrate genehmigte Lehrplan. dem jusolge die Mädche.i nicht nur in allen Wissen-schasten theoretisch n»terrichtet. sondern auch zu künstigen Hausfrauen praktisch herangebildet werden. Auf der einen Seite: außer anderen selbstverständlichen Gegenständen: Französisch, HauShaNnugS-Buchsührung. Pädagogik. Kranken-pflege. Singen. Turnen. Schwimmen und Tanzen. Geographie und Geschichte. Naturkunde. Englisch und Italienisch. Stenographie, Musik, und zwar Klavier, Violine und Gesang, Ztichnen nnd Malen. Aus der anderen Seite (damit der Zögling nicht al« ein gebildete« Fräulein, sonst aber für da« Leben furchtbar unpraktisch die Anstalt ver-läßt) alle praktischen «nd feineren Handarbeiten. Wäschezuschneide». Maschinnähen. Kunststickerei, Behandlung der Wäsche. Glanzbügeln. Kochen. Backen. Einmachen, Servieren und HauSgarten. pflege. Endlich müffen wir auch noch die überraschend billigen Preise erwähnen. Ein Kostplatz, da« ist vollständige Wohnung und Verpflegung mit Wäsche. Unterricht in den Fächern der Volk«, und Bürger-schule. Benützung der Klaviere und Nähmaschinen. Konversationsstunden, monatlich SO X. Für den FortbildungSnnterricht sind monatlich 15 K 311 entrichten, während die Honorare für die ivenigen Gegenstände, die wahlfrei sind, zwischen 2 K und 6 K monatlich sich bewegen. Es ist demnach auch kein Wuuder, daß die Anmeldungen sehr zahlreich einlauN. so daß die für das erste Jahr in Aussicht genommene Zahl der Zöglinge bald voll sein. Wahrscheinlich wird der Schulbeginn bi« 1. Oktobtr hinau«gtschobe» werden, so daß also auch der AufnahmStermin etwas verlängert werden dürfte. Prospekte versendet sofort auf Verlangen der VerwallungSauSschuß de« Deutschen Mädchen-heim« in Pettau. Die Straßeufahrordnxuz im Stücke pettau. Ja. sie existiert, doch auch nur ans dein Papiere, denn niemand scheint sich um ditstlbe zu kümmern. Aus den Straßen in der Umgebung kaun man Pserdelenker sehen, die nicht einmal da» zehnte Jahr erreicht haben. Da» Gefährte wird gewöhnlich »»beaufsichtigt stehe» gelassen 'ind überhaupt wird aus den Straßen darauf lo» gtfahrtn. wie e« eben den lieben eingespannten Tieren selbst beliebt. Ist ein älterer Pserdelenker auf dem Wagen, so kann man überzeugt kein, daß er. wenigsten» bei den gewöhnlichen länd-lichen Fuhrwerken schläft oder sternhagel be- trunken ist. Die Mitte der Straße scheint für die ländlichen Fuhrw»rke. überhaupt nicht zu existieren ! So wird denn lustig recht« oder link» gefahren uud e« wird auf der Straße hiedurch eine neue Straße erzeugt. Selbstverständlich kann deshalb da« durch Regengüsse in den Straßen-Pfützen angesammelte Wafler nicht ablausen. Diese Ubelstände sind hauptsächlich auf der Straße in Turnisch und Rann bemerkbar. Deshalb haben wir binnen einem Monate auch gerade hier zwei Radfahrerunglücksfällc zu verzeichnen, wobei be-dauerlicher Weise jeder der Gestürzten einen schweren Knochenbruch erlitten hat. Bon einem recht« Vorsahve». links Ausweichen ist keine Rede! Die Drittel, welche über die Axweite nicht hinausragen sollten, ragen, da sie gewöhnlich da« Fabrikat eine» Freckünstler« sind, ost gleich einen halben Meter über die Fuhrweite de« WagenS. Sechs bi» zehn schwer beladene Heuwagen schwanken knapp hinter einander auf der Straße, wobei die Knechte, um sich lkichter unterhalten zu können, alle bei einem Wagen gehen und doch ist in der papierenen Slraßenfahrordnung da« Intervall für derartig belastete Fuhrwerke genau vorgeschrieben. Wen» ein Fuhrmann an seinem Gefährte etwa» zu richten hat, so bleibt er unbe-kümmert für alle anderen, einfach stehen, anstatt zur Seite zu weichen und überläßt den nachfolgenden oder ihm entgegen kommenden Fuhrwerken die freie Wahl, entiveder selbst auch stehen zu bleibe» oder i» den Straßengraben zu geraten. Ja und doch habe» wir eine politische Behörde! Wie. tut denn diese nicht» ? Nein, weit gefehlt, sie straft jede» empfindlich, der ihr wtgtn eine« solchen Delikte« namhaft gemacht wird. Und wa« hat diese Strafe für Folgen? Gar keine! Der Gestrafte zahlt oder „fitzt" seine Unachtsamkeit ab, ist darob erbittert, schimpft recht weidlich über da« Gesetz und dessen Funktionäre mid fährt und handelt da« nächstemal gerade so. wie früher, höchsten«, daß er ein ruenig aufpaßt, daß man ihn nicht mehr erwischt. Wie, wäre hier nicht eine Belehrung vielmehr am Platze? Kann nicht so dringenden Übelständen durch entsprechende Belehrungen seitens der politischen Behörde ab-geholfen werden? Daß aber Belehrungen mehr als Strafen helfen werden, dessen sin) wir über-zeugt, denn wohl die meisten handeln der Siraßenordnung zuwider und verfallen in obige Fahrlässigkeiten, weil sie nicht wissen, daß es ander» sein könnte, ander« sein müßte! So wird e« nicht vorkommen, wie e« sich vor Kurzem er-eignete, daß ein Bauer ouSries: „Mau hat mich abgestraft, und ich weiß nicht warum! Ich bin doch so gefahren, wie wir'« von alterSher ge-wöhnt sind!" humoristische Wochenschau. (QKr Pech«», l« Pett,».) »Der Menschheit ^»nzer Z«mm»e ftfr mich «nl* Ich bin traurig, den» man hat mich n»r wegen Vorurteilen nicht zum slovtmschku Feste eingeladen! Und obendrauf wird e« noch im Hose des MinorilenklosterS abgehalten! In düsterer Stimmung gehe ich in da« Minoritenkirchlein. „dort knie' ich mich nieder und" — will beten. Aber nein, e» geht nicht! Wie kann ich auch beten? Meine Seele ist zerknirscht, ich will mich bessern! Da draußen im Minorstenhose wird getrunken, gesungen, gelebt und geliebt! Uud schmachtend tönende LiebeSlieder dringen an mein Ohr und all' meine Entschlüsse zum Besseren sind psutsch! Daß sie aber gerade in einem kirchlichen Gebäude ihr Sängerfes« abhalten müssen! Ja selbst die ver-goldeten Engeln schütteln ihre hölzernen Locken, ich sichle, wie da» Gretcheu im Faust, den „Gottseibeiun«" hinter mir sitzen, er zwickt mich und ich stürme wieder hinau« in da» Leben, in da« sonntäglich geputzte Pettau. Da» war heute mein erste« Pech I Um dasselbe wegzuschiveinmen, gehe ich in da» nächstbeste Gasthaus und sage: „Ich will trinken!" Unglückleligermaßen habe ich nicht das Deutsche BerkiliShanS.sondern die Citalnica erwischt! Hergott, wie modern dieselbe eingerichtet ist? Io-gar der .HiiiaiiSbefSrderungS-Apparat'' entspricht den verwbhnteflen Anforderungen der Neuzeit. Er wird nicht mit Elektrizität. auch nicht mit Dampfkraft betrieben und trotzdem fnnktivniert er geradezu vorzüglich! Ich war gleich draußen! Da« war mein zweite« Pech! Hierauf begegnete ich den Herr» Dr. Bruinen. Da« war mein dritte« Pech! Am Florianiplatze angckvmnie». sah ich. daß all' da« schöne ^ra« weg ist. Auch der heil, loriani scheint tpute so mürrisch dreinzuschauen 1 ie sollte er auch nicht? Man war doch aus de» gelungenen Einfall gekommen da« Gra« mitteilst Schwefelsäure zu entfernen. Heute schlief nurein einziqer.Sommerfrischler- {einen .Kümmel" an den Stufe» der Statue au», denn am Floriani-Platze stinkt die Schwefelsäure ganz unbändig? Auch ich will schnell fort, da kommt mir rvt-glühend im Gesicht der Pfarrer von Leskowetz entqegen: .Denken Sie sich." rief er. .die Lehrer-ver'ammlung von letzthin hat beschlossen, daß in Petto» nicht« mehr getrunken werden darf, der Doktor von Graz erlaubt nur Milch »nd Wasser I" Ich erschrak und stürmte weiter. Da« ist entschiede» ei» Pech! Ich scheine doch vom gestrigen Prome-»adekonzert einen Kater zu habcn! So beicl,ließe ich denn i» da» hiesig« Badehau« bad<» zu gehen. Dort angekommen, lasse ich mich mit der Veronika in ei» Gespräch ei». Ich fragte sie. wa» denn eigentlich im Bodehanse so herumklappere. Sie sagte ganz unschuldig: .Der Storch!" — Ein Storch? — Hiutmcl. diese« Pech, mich denn gerade ein Siorch im Badhauie flappern ? Schleunigst machte ich mich aui die Strümpfe, den» ich fürchte als J»„>!geselle von allen Tieren diese« Mistviel» am allermeisten? Schon wieder ein Pech! Doch 'oll ich Euch all' mein P.ch aus die Nase binde»? Nein just nichtl 3» jede« kommen bei den vtrfchiedenen Ar« Mtrn Verwundungen hänftg vor und ist t* in solchen Füllen angezeigt, dieselben vor Entzündungen und Verun» reinigungen zn schützen. Zu diesem Zwecke ist H ratsam solche Miitel wühlen, welche auf die Wunde kühlend und schmerzlindernd und also die Znheilung derselben besör-beend wlr?ei>. Die rühmlichst bekannte und beinahe . de Hautapoiheke eingereihte Präger Hautsalbe au» de» >po-thete de« v. F r a g n e r. k. k. k>oslieseraaten in Pra^ ist eben ein solche« Mittel, welche« die genannte« Eigen-schalten besitzt und auch in den hiesigen Apotheke« erhült-lich ist. — Siehe Inserat. Seiden-Blouse«. 2-35 und hvher — 4 Mei — sowie .^enneberg^Seide" in ichwae,. weiß und farbig von ßO »reuz. bi« ft. l-i.65 p. Äet Än Jedermann srannko verzollt in« Ha»«. Muster umgeh end.Doppelte« vriesporio »ach der Schweiz. G. Henneberg, Seiden-Fabr. (ansl. k. 0. k. Hol) Zürich. II Zur Obstverwertung. Zur Weingewinnung. O bgt-Mo8t-rj„Bnsln_ Trauben-Weim-r s 6 S S 6 0 mit kontinuirlich wirkendem DoppaMnickwert und Druckkraftregulierung „Herklilee", garantiert Mchatt L((atan|sfilhlgkeH, bis a 20 Procent grösser alt bei andere« Pressen. . ^Hydraulische Pressen fDr besonders hohen Druck und grosse Leistungen Obst- «Trauben MtJHLEN Trauben-Rebler (Abbeer-Maschinen) Kompl. Mosterei-Anlagen stabil u. fahrbar, Sett-PreMM, Beerenmühlen rar Bereitung voa FraoMsüften. 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I» namenlosem Schmerze über de» Verlust, welchen wir durch das Hinscheide» unserer inuigstgeliebtcn teuren Mutter, der Frau Maria lvesiag erlitten. spreche» wir für die vielen Beweise rührender Anteil« nähme, die »ns in so großer Zahl zugekommen, wie auch für die schöne» Kranzspenden unsere» besten Dank aut. Insbesondere drängt ei un«, den herzlichste» Dank dem Posaune» Quartette für die tiefergrei sende» Tmuerchöre, so-wie für die zahlreiche Beteiligung an dem Leichenbegängnisse auszudrücken. Die tWtraier*! fiiiicrblUbeies. T7*er©lurte Hausfrau! Lassen Sie sich nicht irre führen l In keinem Hause soll eine Nähmaschine fehlen. Niemand versäume im eigenen Interesse, bei Bedarf einer guten und dennoch sehr billigen Nahmaschine sich vertrauensvoll an uns zu wenden. Wir empfehlen Jedermann die weltberühmten erstklassigen Bielefelder Nähmaschinen Dürkopp & Co. . die einzig in ihrer Art dastehen. 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Versicherungskapital Ende 1901........K. 752,833,539 Neue Anträge im Jahre 1901 ........... 59,545,204 Sicherheitsfonds Ende 1901........... 307,448.426 Hewittreserve der Versicherten Ende 1901 . .. 21,36(5,293 tiewinnhetheilignng mit Besinn der Versicherung and jährlicher Bezng der Dividende schon bei Zahlung der dritten, vierten Jahres-priimie n. s. f. — Dividende im Versicherungsyahre 1903/4 an die nach Plan B Versicherten aus 1880: 63'/.'/». 1891: 60'/,«/,. 1882: 57'/«'/» 1883: K5<>/„ 1884: 521/«*/# u. s. f. der vollen Jahres-Prämie, an die nach Plan A Versicherten 22*, der vollen Dividenden-.Iahrespritmie. Die tiewinnreserve der Versicherten dient lediglich zur Verteilung von Dividenden. Keine Xachschnssverpflichtnng. Uiver« fallbarkeit und Unanfechtbarkeit im weitesten Sinne. Invaliditäts-versicberung zu niedrigen Prämien unter den günstigen Bedingungen. Prospekte und jede weitere Auskunft kostenfrei durch: Herrn Johann Kasper, Sparcasse-Oberbuchhalter in Pettau. 000000000000 Millionen Oamen bantttno „P«*oUn". Fruan SI« Buren Ant, ob F«*olln" nicht (Ua lull Oo«n*tJll> du 7lM—km(Jtb—U*ii4rp*r tm*i i OMZAtz» mU *#r fthmmtk- I iMH, lofaJM lUlUk— ' VteUtrMooo, » ujuclif ■llotk.t M-liH) li««or, MllllllttU M 4aa kommfoadato Kriftljunflsmittel Ms I knnllmit »rlit|«lli<-I fcooo hatm. [ lormMMiM» ha Fora na CUti-Soutost boaoadora fb Blalohattobttc« Intltsh ompfabloa. IihMm rifl la kibw Mm— 4oa jkpp.tlt aa. ErbUtllok ta Apotkakaa o. 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Bloo«.Sra..Ukr«n .«kftem •lUMUlf* il( hM*, da» bachm-k«n>, prachtM« aasgrtait« unb m» •cm aaairtaaWa««, aaaaiakaallch, MMUir aaftektai »-« »ii ataer »-->< 14 Uj»t »alk«« ilram aa» fcjlfcaM kakW k.« W.aj.k» ^ " ka* ®#Lk«a*(i ra. vooo ekaa(»l4«ri»aaMa-U*i aa« 1« K trrt— aak i «k» M«r'8ai«l ptm. Ao44U(aa!«. attenu i____________ H»'i«a unk D»»«a iaach o«[l(rtlta) k , k aak I.— K. aMtcsaxatriak« Uk> Mrk otnitlll pr*tf|(*•**«*, kt*«t ■in»! Snfaaki ,«>>a Rc^aatau okn »Wk«rt|< •«tbnahakln«; Bc|t«IaaM Hak iu rMta aa kil Oiw-T>hhW >1 Brief« aa« k«t •a»ct| Mbaa M k. Meinridi Mauretter Hausmann Jlugaste BKaulFettelF^' geb. Pefrowitsch Vermählte. Pettau, am 28. August 1902. Für Bruch-Leidende1 X. k ilnlliikn Bruchband Hm ftfer, akaa ■•talltkaUal KM pMamaMMbMi Dw*. — D. «. O. Da* «iailg«, wlrtllok atkkt a*krt aa« illok «iKüaiiii «raakkaa«, »k kaa » k »G » Triiw »ar aralahw M Ta| aak «aaM («aa «aa ««rla|«ta VakMam Iktrafkä vackaa kaaa, M (Ul «ar «raoMalkka«* l««kf ■«l*tll|aai antkobaa tat. Oa* faaaaaitlaaka «raokkaa« tat «aa alatl«», »k kaa aMaaa Zaraak la Man Fatla aafaklbu kartki. Daa »akamaUa ka Bratkkaa« M »«aUUb^ a»6r laicht, aaranHMkk aa« ata npvatarlM«tlHM(. Daaaatlx aahaala«t at->»» K»rp*t«aaekairaafeaH aa aa« wir« Nr LataM» , lakal- aa« aa««ra «rtak« «»-Hasart. Daa aaaaiaatlaaka Sndibu« tak TOM Prof. Otutanbaa» a» Wiasa* k. k. Allfim. Kraakaakaaaa aa« »aa Ttataa kar»arra«aa«aa Aai akaa ata »»•*-kslaaaa aa« nraekaaUprackaa«" waraa aapfoklaa. Harr Or. Iu «alM, aawrU. Bacaadanra< L Olaaaa «aa Wlaaar k. K. Allraaaataaai Kraakaakaaaaa, ackralkt! -Daa ataarlifa Bnckbaa« M alanralck^ Tallkoamaa awackaatapraobaa« aa« kaaa kai Ta« aa« Maafel | oooow!» Fr«la«i IM«| i. t«.—, lanllwl«! L n,^ UU stonfe oiill mohr aMa kk «aa ataMhdk pkalktti MW fearikar LMta-Varata aapbklaaaa NtkUpit ==-mTIi JNiflU Wtafir aahadkafta atrttnpai. ■tlaoiitu«a«r,m^h fkaaaa, Haakaakaaa K « 7». Ueberraschend WaM aad aafkrt kaaa IKiraaan oka» |ria Aaatraaicnaf Jada» MuaikaUlOk aas 4* Jrompete klaaaa. No*»nk«nntma»e aa« Uferar nkafcl arbr-darllck. Tob wnadar-aail. Aaaatattaac kaeh- DENSOL (faaatalkk (aaakfttat) ■aokt |a«aa L«««r akaalat tut» «Iskt, aakaartaut baltkar aa« Mtfa laa (aaakiaaWI« ÄSf ££ da« bl« Symptionle Trotopata tat irirkkak tat «aVaa kA!IC Uaaa Satbatariarrian oad _ _ atalaa LMara tat» ™ ■ 8 Doppel -Vanillen . mh S^Dowk^ VanUlan T4iTireM-Cro«pm «a* fftmm Hlnamnum. W? MMMataka Blbta »Uare kn aualch-Nchaa Mn kant «iaataftngia atzn« Na. L7"Ä^"..aÄ.' ^TsÄ" für Hang 'l (tri«^eA-w«rdn in vntliistvWr Wale« lofbrt «Meerdkiilt udeilca fveehmcldif «ad an« befTetiii kAlltkr. D*i Leier k*an, äm du Oel eoferl von d«m»elben anfffiora wird, unalttelber eech dem Cinrelbee bllt2blenk gafuLft werden. Uo4>alb«brUek fUr Pferdi-Qeioblrrep Wagenverdeoke m. alles Laderieeg. Zu batn>u In runrhem k I f.—, (Gcjfcn Elnaendang tot K 1*0 fTanee). 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Blanke In Petta» "s Wm%k mmmm •▼•¥»¥»T»f5f!f!fSfJf5T!TrfrfS¥rfSf?fJT!¥Sf!f!15f5f!fS¥5T5f!f!f!f!W!1 — hl y Sein Herzblatt. Wubctlc liuii I. P i n ], <»Ioch«ruck tNitotcn.) S ist bitterkalt draußen. Nur ei» schwacher Strahl der sinken-de» Sonne stielst das jnlige Mädchen, das in einem der düsteren, hohe» Hänser, deren die alte Stadt Bonlogne so viele hat, am Fenster lehnt, al« suche es sich an der kalten Wintersonne, welche die dicken, blonden flechten in glänzendes Gold wandelt, ein wenig zu erwärme». Sie strickt emsig an einer grobwollenen Socke. Die schlanken Kinger sind blaurot vor Kälte. DaS Zimmer ist ungeheizt, uud nur mit dem Allernötigsten ausgestattet, entbehrt eS jeglicher Behaglichkeit. DaS junge Mädchen am Fenster mag ungefähr zwanzig Jahre zähle». Sie trägt ei» grauwollenes Kleid, weches eine schlanke Gestalt eng »mschließt. DaS junge Gesicht zeigt ein edle» Oval, Farben wie Milch nnd Blut, pnrpnrrote Lippe» »nd ein paar eigentümlich graue Auge», die, wen» sie die langen, dunkle» Wini-per» hebt, in wunderbarer Schönheit erglänzen. Schritte nahen, die Thür öffnet sich. Eine Matrone von schwer-sälliger Gestalt und lebhaft blitzenden Auge« steckt de» Kops herein. .Mademoiselle!" .Was giebt'S?" entgegnet diese, ohne anszusehen. Die Alte kommt zögernd näher. „Mademoiselle, wir haben nichts siir Monsieur znm Mittagessen. Ich könnte wohl beim Nachbar »och ei»mal borgen, aber —" »Ist nicht nötig." fällt Mademoiselle ihr in» Wort, «ich habe »och ei» paar Franks, die genügen für heute." .Und morgen?" „Morgen? Ei» kalter Schauer durchzittert die schlanke Gestalt vor dem Wort. Ihr trauriger Blick sällt auf da» bekümmerte Gesicht der ehrlichen Alte». .Mach' Dir darum keine Sorgen, Jeanne. Gott hat bisher j geholfen, er wird auch weiter helfen. Wir werden schon noch Mittel »nd Wege fi»de», uui durchzukouittieu." .Wir!" Ei» bitteres Lächeln »mspielt der Die-nenn welke Lippen. .Als ob Moniienr stch »»> das gerittgste sorgte, solange es ihm selbst an nichts fehlt. Es rnht doch alle» einzig nnd allein auf Mademoi-selles jungen Schultern!" ,Dn vergißt, dnft meiu Vater krank ist. Jeanne," sucht das junge Mädchen de» Abwesende» z» verteidige». .Nimm, hier!" .Himmel! Sie sind ja eiskalt!" ruft die Alte, und die zarten Finger des Mädchens zwischen ihre derben, schwieligen Hände nehmend, reibt sie dieiel» be», bis ste wann werden. .Mademoiselle," mitleidig schaut sie bei den Wor-ten in die schönen Züge ihrer jungen Herrin, .noch wissen Sie nicht alles. Der Apotheker will Mon-sienrs Arznei nicht mehr geben, ehe die alte» Zchnlde» bezahlt sind. Ist kein neues Bild fertig, das wir verkaufen können?" ,Dn weißt, Jeanne, da« mein Bater seit Wochen keinen Pinsel angrrührt hat," lautet die trübe Antwort. „ttann er nicht rasch eins malen?" lieg jene indes nicht ab. .Wen» das so schnell ginge!" lächelt Ma» — das ist des jungen Mädchens Name, — trotz ihrer Kümmernis. .Ueberdies suhlt der Bater sich znm Arbeiten »och zn schwach." .<}» schwach!" Berächtlich kränseln sich Jeannes Lippen. .Wen» er hungern müßte, würde er wohl schon Kraft znr Arbeit finden!" Ein leises Rot färbt bei diesen Worten Ma»s Stirn, doch sie erwidert nichts, und Unverständliches vor sich hin mnrmelnd, ver- <^el». Rat Präs. ». Killikcr. <»!>, läßt die Alte das Zimmer. Das jnnge Mädchen bleibt noch eine Weile regungslos, in trübe» Sinnen verloren am Fettster stehen; endlich hebt ein schwerer Seufzer ihre Brust; sie rafft sich aus uud begiebt sich nach dem gegknüberliegcudeu Zimmer, dem ,-alon', wie Monsieur, Maus Bater, es zu nennen pflegt. Auch dieser Raum ist nur dürstig ausgestattet, doch das hell-lodernde, erwärmende Feuer, das in dem kleine» Ösen prasielt, giebt dem Ganzen eine gewisie Behaglichkeit. Ans dem Sosa, lang hingestrtckt, rnht Mr. Ferrand mit ge-schlosienen Augen, die eine Hand unter dem Kops, dessen Zuge »och deutliche Spure» ehistiger Schönheit trage», die teils durch Kranheit, teils durch ein zügelloses Lebeu fast geschwunden ist. Da» brauugelockte Haar, der dichte Schnnrrbart, sind — obwohl Mr. Ferrand noch keine fünfzig Jahre zählt, mit Grau untermifcht. Bei Mahs Eintritt hebt er langsam dir schweren Lider, als verursache es ihm Mühe. „Weshalb störst Du mich? Es kaun doch noch nicht Essenszeit sein?" fragt er unwirsch. Sie schüttelt de» Kovs. „Rein, Bater, ich habe jedoch mit Dir zn rede»." .Was giebt's?" .Ich habe de» legte» Sous heute weggegeben . . . ." .Den letzten SouS?" fällt er ihr heftig in» Wort. .Was hast Dn den» mit all dein Gelde gemacht, das Laurent mir erst kürz-lich für Dein Bild bezahlte, — für die kleine Aanarelle, die, nebenbei bemerkt, keine zwanzig Franks wert ist?" „Du vergißt. Bater, daß volle drei Monate darüber hingegangen sind »nd daß Dn mehr als die Hälfte des Geldes zn Deiner pariser Reise verbrauchtest." .Du thust wahrhaftig, als hätte ich die Reife zn meinem Bergungen gemacht! Woher sollte ich denn anders Stoff zn neuen Bildern sammeln, wie etwas wirklich Wertvolles schassen! Da» Leben in diesem elende» Reste bringt mich »immer ans gute Ideen!" Unwillkürlich schweife» der Tochter Blicke über die vielen halb-fertigen Bilder hin, welche ringsum gegen die Wände lehne». .Damit ist »n» leider nicht geholfen," ent gegnet ste ruhig. Aber das reizt ihn einzig auf. „Fehlt es a» Geld, so müssen wir weiter borgen!" ruft er heftig. Dunkle Röte steigt der Arme» i» die Ztir». .Weiter borge»? Wer »oll das th»n?" versetzt ste mit bebende» Lippen. .Wer? Run, Lanrent! Er ist reich »nd borgt nn» gern, — wäre es a»ch u»r nm Deiner schönen Augen willen!" .Bater, ich bitte Dich, sage da» nicht wieder!" faltet May die Hände. „Lieber alle» andere, al» nn» diesem Manne verpflichten!" Finster furcht sich seine -tirn. .Was hast Dn gegen ihn? Er ist ein Ehrenmann nnd reich, immen» reich!" spricht er fast zischend. Des Mädchen» Lippen nmznckl e» weh. „Ich habe eiue andere Idee," entgegnet sie stockend. .D» sagtest wiederholt. Bittorio» Bild sei so schön gcmalt. Wenn ich da» zn meinem alten Freunde in der R»e d'Artoi» trüge nnd ihn bäte, es siir nn» zn verkaufen?" Unsagbar traurigen Ansdrnck» iKtteit ihre Augen sich ans da» Porträt an der ihr aegenüberliegeude» Wand. Die Züge eines Kinde» fchanen au» dem verblichenen, alte» Goldrahmen ans sie herab, — die offenbare Schöpfung einer Kiiuftlerhaud. Wie selir ähnelt da» Modell dem Bilde! Nur hat Man» Geiicht da» >tti»d liche verloren uud ihre Angen fchanen nicht mrhr fröhlich darein, wie in jeuer, ach, so ferne» glückseligen Uinderzeit! 142 4- »Bittorios Bild?' rüttelt des BaterS Frage sie aus. „BittvrioS Bild wolltest » fümitrst Du versaufen? ,lch hätte Dir mehr Gefüllt zugetraut. als das, Du ouri) mir eine Minute einen solche» Gedanken fasse» könntest! Hast Tu den» gar fein .Herz für alte Erinnerungen?' .Dn weißt. das Gegenteil, Pater!' haucht sie utit bkbe»de» Lippe», und hastig wendet sie sich ab. »in die Thräne» zu verberge», die ihr bei dem »»„erachte» Borionrf a» de» Wimpern hänge». „Aber lieber gebe ich mein Teuerstes fort, als Laureut zu Taut verpflichtet zu fein. Das Bild ist meiu Eigentum, gewissermaßen Bittorios Permächtni»: was es »>ich kostet, niich davon zu trenne», das kaiin ich Dir nicht sagen!' Die Worte sind dem leichtlebigen Manne schon unangenehm. „Meinetwegen, thue damit, was Du willst!' antwortet er achsel. znckend nnd läßt sich lässig in seine begneine Lage zurücksinken. Mah schreitet ans die Stelle zu, wo das Porträt sich befindet: mit Gesühlen, die jeder Beschreibung spotten, nimmt sie da» Bild von der Wand. „Wünschest Dn »och etwas. Bater?' wendet sie sich dann klanglosen Tones zn di ein, bevor sie da» Zimmer verläßt. „Bringe im Borübergehen von Merlier eine Wasche jenes Weines mit, der mir neulich so gut bekam,' war seine Antwort. ahh nnhül bar verläßt May den Salon: sie begiebt sich mit dem Bilde in ihr Zimmer, stützt es ans das Fenstersims und steht, in die Betrachtung desselben verloren, lauge davor, bis Ihrä-»en ihr de» Blick verschleiern. Sie soll kein Herz für alte Erinnerungen habe»? Führt nicht ei» jeder ^iiiselstreich die-ses Bildes sie lebhast i» jene Zeit zurück, iu der sie dem jnn-gen italienische» Künstler daz» Modell gesessen hat ? Das Interesse an ihr ließ ihn Frennd-schast mit den» Bater schließe». Wie genau erinnert sie sich sei-»es Heims in Rom, des großen, Halbverfallenen Palastes. Wie deutlich schwebt ihr »och der Künstler selbst vor, — sei» i»te-ressanter Kops mit der gelblich braliile» Gesichtsfarbe nnd dein iveltmüden Znge tun die schmalen, meist sest geschlossenen Lippe», die für sie, — sein Lieb-liiig, wie er sie immer z» nennen pflegte, — doch stets ein Lächeln hatte». Andere sahe» mir den genialen Künstler oder den Geiioise» toller Freuden in ihm. Ihr. dem Kinde, war er in dem einsamen, srendlosen Da-sein einzig der treue freund, der liebste GesäHrte. Fiililte sie sich bei weit«, Ausflügen erichöpst, so wäre» seine starke» Arme stets bereit, sie heimzutragen: »immer ward er es müde, ihr von seiner Heimat und seiner Jugendzeit in den schonen Thäler» Toskanas z» erzählen: dabei wurden seine Züge weich »»d seine Stimme klang — ach so traurig! „So, im» komm' itnd sie es Dir an, Liebling,' hatte er, als die Dämmerung sich herabsenkte, den Pinsel beiseit legend, an jenem letzte» Abend gesagt, „nun ist das Bild iertig! Noch heilte wird es gerahmt, aber nicht verkauft. Es bleibt mein Eigentum!' Sie kam herbei: er legte die Hand unter ihr Min», richtete das liebe Kiiidergesicht i» die Höhe »»d verglich das lebende Modell mit seinem Bilde. „Der Ausdruck dieser märchenhafte» Annen ist mir doch noch nicht ganz gelungen," sprach er halb zn sich sebst. „Wer im Ent-rätseln ihrer geheimnisvolle» Tiefen wohl einst seine R»he verliert?" Wie ei» Soiiiieiiblick gleitet es über Malis Gesicht, als sie sich erinnett, wie sie sich bei diese» Worten an ihn schmiegte, bevor er sie mit einem Abschiedskiii! von sich gelassen halte. Lebliast sieht sie ihn im Geiste vor sich wie er sich mir einem iind:'iinierbareii Aixdrnck zn ihr niederbeugt, nni den reinsten Knß, de.i sie seit ihrer Mutter letztem Levewohl einmalige», ans ihre i::ie::t:i>ei!]teii Miudeiltpprii zn drücken. i' JJ ? m .iT . »» 'm* r» .m\s Y V V V VI r. Der Gnmpniiilc in Venedig »er dem (Einsturz. (Mit leyt > Sie sah ihn niemals wieder. Als ihr Bater mit dem erste» Morgengranen von einem wüste» Gelage, zu dem Bittorio ver-vergebens erwartet wurde, heimkehrte, sa»d er den junge» Künstler ans der Schwelle seines eigenen Hanse« erstochen, durch Meuchler-Hand an« diesem Lebe» befördert! Bor wenige» Stnnden »och hätte die eigene Mutter i» dem verdüsterte» Weltmann den kunstbegeisterten Jüngling nicht wiedererkannt, den sie vor Iahren von sich gelassen; die alles ans-gleichende Hand des Todes hatte einen Abglanz von jenem Lächeln kindlicher Unschuld ans die kalten, bleichen Züge zurückgerufen. Bald nach diesem Ereignis verließ Mr. Ferrand mit seiner Tochter Rom. Das Bild, das sie siir eine große Summe hätte» verkaufe» können, nahmen sie mit sich. MahS heiligste Religue. Mein Wunder darum, daß jetzt, da ihr Blick zum letztenmal auf dem BermächtuiS des geliebreu Tote» ruht, sich ihre Augen mit Thränen füllen, Thränen, die nicht einzig und allein dem Schmerz der Trennung vo» diesem Kleinod ihre« Dasein« gelten, sondern i» die sich ei» gnt Teil Weh um ihr eigenes, einsame« Dasein mischt, da« so gänzlich leer ist des Einen, das doch da« Höchste auf Erden, des Eiue», — der Liebe! 2. Der letzte Sonnenstrahl ist längst geschwilnden: gleich einem düsteren, graue» Schleier ha', die Dämmerung sich anf die g^chäs-tige Stadt herabgesenkt. Schnellen Schritte» eilt Mah. Jeanne mit dem Bilde an ihrer Seite, dem Marktplave zn. Hier nnd dort blinken einzelne Lampen durch de« anisteigenden Nebel; in den erleuchteten La« den herrscht »och rege« Leben. Während die Dienerin nen-gierig den Kopf bald nach links, bald nach recht« wendet, schrei-tet Mah, ganz in ihre Gedanke» vertieft, dahin. Am Ende der Hauptstraße biegt sie iu eine schmale, enge Gasieein. Noch wenige Schritte, und sie ist an ihrem Ziele an-gelangt. Es ist ein kleiner, uu« ansehnlicher Antiqnitätenladen. voll von altem Glas nnd Por-zellan. alte» Spitzen, alte» Bit* der», alten Waffen nnd Rüst-n»ge» jediveder Art. Der Besitzer ist ein kleiner, weißköpsiger Ma»» mit ein paar dnnkle», lebhaft blitzende» Au-ge» i» dem runzlige» Gesicht Iu dem abgetragene» Rock mit dem verblichene« Sammet-kragen ficht er an«, al« gehöre er ebenso, wie alle« um ihn her, der Vergangenheit an. Er ist bet Maps Eintritt nicht allein. Eine kräftige Männer-gestalt iu graiiem Reisemantel lehnt gege» de» Ladentisch nnd betrachtet prnsend verschiedenes altes Porzellan. Einen Moment streift des Fremden Auge mit prüfendem Blick das junge Mädchen. „3ch habe Zeit, bediene» Sie «ur erst diese junge Dame.' wendet er sich mit »nverkeunbar englischem Aeeeiit zn dem Berkäuier. „Ich bringe schon wieder ei» Bild. Monsieur Liivet,' hebt sie gevreßte» Tones an. „Glaube» Sie, eine» Känser dasiir zu siude»?' Der Aiitiauar nimmt das Bild iu feine Hände und es in Armeslänge von sich hallend, betrachtet er es mehrere Minute» lang mit prüfendem Blick .Das ist ja ei» Kunstwerk!' ruft er endlich. „Wie herrlich getroffen! Hat da» aueli Ihr Bater gemalt?' „Nein, es ist das Werk eines jungen Italieners," antwortet sie hastig. „Vielleicht ist Ihnen sei» Name nicht srentd. Er hieß Bittorio Leona. Glaube» Sie, eine» Käufer dafür zu finde»?" wiederholte sie mit vibrierender Stimme. „Sicher, Mademoiselle: aber nicht hier. Hier in Bonlogne ist keiner, der eS zn schätzen weiß. Ich werde es b.i der ersten Gelegen-h.'it nach Paris schicken." 143 .Wie bald kann da» fein? Offen grünnden," fit sagte da» >»!t gedämvfter Stininir, .ich bin in momentaner Vcvlciiciifieit »nd arii' f» zn einem geringeren Preise fort, lueii» ich c» mir bald, ja fufurt füiiiite Der-kaufen!" .Ichwill e» mir ein-mal über-lege», Ma-demviselle." versetzt der Händler nachsinnend. .Komnien öle morgen wieder." DerFrem-de. anfchei-nend ganz in die Betrachtung einer wertvollen Base vertieft, ist ins Halb dunkel zu-rilckgetre-ten, von wo au» er »11» unbemerkt Mal,» edle Züge uud Wort von MW (Vc|. Medizinal rat Prof. Dr. Karl (Verstarb! f. »Mit lert.) ihre schlanke Gestalt mnfter» kann, wahrend ihm kein der halblaut geführten Uuterhaltuug eingeht. DaS milde Licht der von der Decke herabhangende», antike» Bronzelampe fällt voll auf ihr leicht erregte» Gesicht »nd verleiht dem dichte» blonde» Haar eine» goldene» Schimmer. Ihre märcheii-haft graue» Augen üben einen eigeittiiinliche» Zauber auf ihn an». .Wie grausam, sie fortzuschicken! Warum kauft er ihr das Bild nicht einfach ab. wenn es doch ein Kunstwerk ist!" grollt er iu feinem Inner». VII» Mali sich zum Gehen wendet, öffnet er ihr galant die Thiir. Eine» blitzartigen Moment trifft ihn, während sie ihni dankt, ihr Blick: in der nächsten Minute hat sie den Lade» verlasien. Der Fremde wendet sich dem Bilde zu, betrachtet dasselbe aufmerksam uud fragt alsdann: »Ist die junge Dame Französin?" „Rein, sie ist eine Landsmännin von Ihnen uud bietet mir öfter Bilder von ihrem Baier zum Verkauf au." antwortete der A»tia«ar. .Haben Sie Hoffnung, dieses Bild bald zu verkaufe»?' forscht der Fremde weiter. .Schwerlich!" achfelzuckt der Händler. .Jetzt im Winter ist das eine mMche Sache. Während der Saison bietet sich eher Gelegenheit. Da»» komme» viele Fremde durch Boulogue, die bei mir kaufe»." .Ich verstehe niich schlecht auf Kmistfache»," wirft der Fremde hi». .Was ist das Bild wohl wert?" Monsieur Llivet bedenkt sich eine kleine Weile. „Iu Paris," meint er alsdann, .hoffe ich. tau-send Franken dafür zu bekommt». Bittorio Leona starb jung, doch feine Werke sind bekannt nnd werden mit der ,'ieit er» ihren Wert gewinne». Sehe» Sie, hier i» der Ecke steht fein Name." .Taufend Franken? Das waren vierzig Pfuud «ach unserm Gelde!" erwidert der Fremde, indem er seine Brufttasche hervorzieht. .So stimmt's ja wohl?" fährt er fort, eine Auzahl Banknvte» ans de» Tisch zählend. „Ich möchte auch die kleine Porzellaiivasr habe». Schicke» Sie mir beide» in das Hotel Ehristol nach Nummer .% au Geoffroh Baue. Das Geld erhält die junge Dame doch morgen?" .Gewif,. Monsieur." Wie blitze» des Händlers Augen, während er neugierig dem sich Entfernenden nachschaut. „Wer mag er wohl fein? Ei» Künstler? Wohl sannt! ZeiuerRede »ach ist er nicht einmal ein Kenner. Er wird zu jenen reichen Engländern gehören, die froh sind, ihr Geld »Iiterzubrittgc». Nun, an dem Bilde hat er einen besseren Kauf gemacht, als er wohl glaubt!" So denkt Monsieur Llivet uud ahnt nicht, das; der junge Mann nur ein Leutnant von Ihrer Majestät Infanterie ist, für den der Kaufpreis des Bildes eine Extravaganz erste» Ranges bedeutet. — .Ihr Bild ist verkauft. Mademoiselle." begrünt andere.! Tag) der Händler Mali, indem er ihr ein Paket Banknoten reicht. Mit vor froher Erregung zitternde» Fingern nimmt sie da» Geld in Empfang, das ihre Erwartungen weit übersteigt. Mit einem Seufzer der Erleichterung denkt sie daran, daß wenigstens für einige Zeit dadurch Maugel und Not daheim ei» Ende haben. Plötzlich stutzt sie. Seltsam, da» »ach dem. was Monsieur Olivet ihr gestern sagte, da» Bild so schnell einen Käufer gefunden haben soll. Wie, wenn der gnte ?llte voll Mitleid über ihre Lage e» auf eigene Gefahr übernommen hätte? Alle Freude schwindet ans ihrem schonen Gesicht unter dem bedrückende» Gedanke». .Monsieur," spricht sie beklommen, .wollen Sie mir sagen, wer eS sauste V" .Gewiß," versetzt er, betroffen über ihren plötzliche» Ernst, „der Fremde, welcher gester» abend, als Ste mir das Bild brachte», zugegen war." Leichtere» Herzen«, denn feit lange, lenkt Mali ihre Schritte heiuiwäris, in Gedanke» mit ihrem itubekaiiute» Wohlthäter beschäftigt. der währenddesien ans der Rückfahrt »ach England ist. .hab' da doch einen recht »»überlegten streich gemacht!" reflek-tiert er, die feiner Eigarre entströmenden Ranchwölkchen verfolgend. .Wie kam ich eigentlich dazu? Der seltsam flehende Blick ihrer wunderbaren Auge» hat eS mir angethan! Lb der Alte wohl ehrlich ist »nd ihr das ganze Geld auszahlt? Möchte ihr frohes Geiicht sehe». wen» sie es i» Empfang nimmt! Komme ich je wieder »ach Bonlogne, muß ich mehr von ihr erfahren!" Und voll Entzücke» versenkt seine Seele sich in die Erinnerung au den bittende» Blick ihrer märchenhaften Angen . . . Wird er sie jemals wiedersehe»? lind wie? 3. Ein heiker Iunimorgeu wölkt sich über Bonlogne. Der kleine Marktplatz in der Hauptstraße liegt int volle« Sannen-schein. Selbst die a» Stand und Hitze gewöhnten Marktsranen wünsche» die Stunde herbei, in der sie auf ihre» Esel» wieder i» ihre im Grüne» liegende» Landwohnungeu zurückkehre» könne». Mah, mit einem zierlichen Korb am Arm, tritt aus dem Haufe; mit Wohlbehagen atmet sie die Heine, aber balsamische Luft ein. Iu ihrer Kindheit jahrelang an italienisches Klima gewöhnt, fühlt sie sich mit Eintritt des Sommers wie neubrlebt. Wie reizend sieht sie heule ans in dem bescheidenen rosa Waschkleid und dem breitrandigen Strohhnt! Manches fröhliche „Guten Tag, Fräulein" tönt ihr entgegen, während sie zwischen den beiden Reihe» lebhaft schwatzender Berkäitferiniteu dahinschreitet; über manches der derbe», wettergebräimte» Gesichter gleitet bei ihrem Anblick ein heitere» Lächeln. Sie kennt viele der Frauen mit Namen, sie versteht ihre Sprache »nd plaudert oft mit dieser oder jener, voll Interesse für dir Freuden und Sorgen der Leute. Heute aber verweilt sie »irgend»; sie ist i» Eile: sie hat dem Bater versprochen, ihm Modell zn sitzen. Am Schlich ihrer Einkänfe tritt sie zu Madame Lebrun, einer 1er lkainpanile i» Venedi« «ach der ttntitfiroylic. (Blick nach der Pia^cna Vinfs Tonatiinliif!, recht» die $ibli«tiict, jtitl tut. Palast.) itiMeT(i«t)i(fr. Uist nach dem Tode seine, Bater» konnte er seiner '.ifeigung folgen und Ralurwissenschaften und Medizin studieren. 1H42 promovierte er in Heidelberg. 1840 wurde er außerordeullicher Professor der Physiologie und vergleichenden «naiv-niie in Zürich, und wenige Jahre spater war er bereit« ordentlicher Professor der Physiologie und vergleichen, den Anatomie in Zürich, bald darauf kam er al» ordent-llchee Professor an die Uni, versilät Wiirzbnrg, >00 er seit dem sichre l»ti0 vergleichende Anatomie, Mikroskopie und Sntwickiniig»-geeichte lehrte. Professor v. »SUiker ist 8si Jahre alt. 8'im Einsturz des («!»■ ckenturms von San Waren in Venedig. Da« bekannte, am w«it,st,n sichtbare Wahr-zeichen der altb«rühml,u Laguiienstadt, der vampa-niie, der Glockknturm der Markn»kirchr, ist am 14. Juli eingestürzt, und hat unter seinen Trümm»r« die Herr» liche Logetia, di« alte, an seinem Fuß sich anlehueude ehemalige Hauptwach, der venetianischen Rat»sSIdn,r, völlig begrabe«. So schmrrz-lich die Botschaft ist, kommt sie doch siir den Reisenden, der selber Venedig kennen gelernt hat, nicht so über, rasch,nb. Ihm ist bekannt, das, schon seit Jahren große Risse an dem Togenpalast und einigen der umliegenden Bauwerke, die samtlich aus einem Pfahlrost stehen, aufgetreten sind, die leider eine ernste Gefahr für den Fortbestand der weit-berühmten, unvergleichlich schSnen Arch!tektutgb,rr«ste von der Herrlichkeit de« mittelalterlichen Venedig» bedeute«. Allerding» haben sich die Sachverständigen über den Zeitpunkt de« drohenden Unheil», wie sich jetzt gezeigt, stark getauscht! man hatte siir die nächsten Jahrzehnte noch nicht» Srnste« befürchtet. Leider bat nn« die traurige Thatsache de« Siiistiirze» de« llampanil, ei« andere» gelehrt, und hossentlich trügt die »atastrophe wenigsten« dazu bei. daß «nn. mehr schleunigst mit olle» erdenklichen modernen technischen Hilf»niitt,ln uud ohne Scheu vor den «osten versucht wird, die ges»hrdeten herrlichen Baudenk. Miller Venedig« zn reiten, wenn da» überhaupt noch menschlicher Kunst mög-lich sein sollte. 1er auf dem Marku»platz zwischen der berühmten «irche dieles Heiligen nnd dem A»nig«palast al« freistehende» Bauwerk errichtet gewesene Glockrntiirm datiert in seine« Ansänge« au« der frühesten Zeit der Lagunen-stadt her. Echo» 888 wurde sei« Bau I» der erste« Gestalt begonnen. Die erwiihiite, 1511 erbaute Logetia, ursprünglich zum Bersammlung»ort der Robil! bestimmt, dann die Hauptioache de« Prokurator«, ist ein Werk be« Florentiner Architekten Jaeopo Tat«, genannt Sansovino. Während di» dicht daueben liegende Markn»ktrche mit ihrem unvergleichlich schvuen Portal glücklicherweise ganz ohne seden Schaden davongekommen ist. ist der benachbarte Palazi» reale dagegen erheblich betroffen worden. »i« ist ein Teil de« Giebel« de« König«, valasle« mit seiner feinen Fassade zertrümmert, und die in dem Jnneiirauui befindlichen «unstgegtnstände. darunter einige Gemäld, von Tintorelto, Schia-voni n. a. sind vernichtet worden. Ueber die Ursache de« Unglück« sind die Meinungen verschiede». Während einige Fachmänner dem Zusammenbrach eine» Teile« de« Psahlrost« unter dem Turm die Schuld geben, nieine» andere, daß da« kurz vora»«gegangen» Erdbeben in Saloniki die Ualaslrophe herbeigeführt, zum mindesten aber ihr vorzeitige« Sintreten bewirkt hätte. ljari Gerhardt f. Am 21. Juli ist aus seiner Besitzung zu Gambnig im badische» «reise Mo«bach der preußische Geheime Medizinalrat Professor !>«•- ftarl Gerhardt gestorben, der eine Autorität erste» Range« aus dem Feldc der phpfi kaiischen Tiagnostik. ebenso wie anf dem Gebiet der Lungen- «nd Uehi-kopfkrankkieitrn war. Narl Adolf Lhristian Jakob Gerhardt, am t». Mai 18.'I3 zn Sveier al» der Sohn de» dortigen Lycealdirekior« gebore», studierte wäh-rend der Jahre 1850 bi« 1856 in Uürzbnrg. wo Köllikei, Pirchow. Seanzoni, Bamberger «nd Rienecker sein, Lehrer waren. Räch seiner 1 H5«> ersolgie» Promotion begann er sei», akademische Lanfbuhu al« poliklinischer Assistent bei Rienecker: IKfi* und 18»!) fungierte ,r al» Assistent von Griesinger in Tübingen, wo er sich auch al» Privatdozent habilitierte, «m schon 1860 nach Würzbmg zurückzukehren. Im Jahre I8iil folgte er einem Ruf al« anß,r-01 deutlicher Professor der klinische» Medizin nach Jena, wo ,r bereit» IHGi' i»m vrdenlliche« Prol'essor ausrückte! er führte dort gleichzeitig die Tircktion ter medizinische« »linik. In Jena versakile er sein weltbekannte» .Lehrbuch der ÄuNnltalion «nd Perkussion", da« wohl in der Bibliothek keine» Arzte» s'hlt und bi« lüOli in sech» Auslagen erschieueu Ist. Im Jahr 1872 wurde er al« ordentlicher Pr»ies!or «ach Wiirzbuig berufen, wo er einer der gesuch iesien Lehrer in der medizinischen Faknllät war. Gerhardt Halle sich al» einer der ersten in Teutschland mit der L,hre von den Urankhellen be« Sehlkops« l-efchäsiigt, l'iir die dnrch die Itrsindnng de« Uehlkopsspiegei» der Grund gelegt war. Tie Vinderkrankheil«» blieben zelllebeit« sür ihn ein devorjugle« Thema! seine reichen itrsahrnnge« aus diesem Gebiet hat er in seinem „Lehrbuch der »iuderkraukheiten" niedergelegt. AI« der hervorragende tlliniker und Patholog Friedrich Theodor von Frerich« am 14. März 1885 der Berliner Hochschul, durch d,n Tod pllivlich ,«trist,» würd,, da war e« Gerhardt, der in erster Reihe al« der betnsenste Aachsolger de» Tahingeschiedene» in Frag, kam. itr folgte dem Rnse und übernahm außer der Professur an der Berliner Universität da» Tirektorat der zweiten «xdizinisch,» «lharile-Klinik. Wissenschaftlich. Mann: „Glauben Sie an den Magn,ti«mu«?" — Rachbar: „0 ja, wen» ich abend« so dasitz, «nd mbchle gehen, läßt'« mich doch nicht vont Tische weg," Der zweimal verdrehte Handediuck. Sin »»«er Händedruck ist in Ame-rika aiisgetaucht, da« ist für di, Gig,rl eiize Thatsache von nicht z» unter-schätzender Bedeutung. Wenn sich zwei moderne Amerikaner begegne», so drücken sie sich zuerst wi« ehemal« die Hände, um sie einige Sekunden in einander ruhe» z» lassen. Tan« schütteln ste sich di« Fiug,r mit größter Heftigkeit, «m ihrer Freud, über die Begegnung einen steigenden A«»druck zu geben. Zwischen dem Drücken uud dem Schütteln muß eine wahrnehmbare Pause ein-treten, wenn der neue Gruß richtig »«»gesührt werben soll. Man nennt da» den „iloublo twinicii ii*n) fehlt et»«». Dame: „Sie lassen sich neiierding« so selten bei un« s,h,n. Un» fehlt «ttoa». wen» Si» nicht bei nn» gewesen sind." — Gast: .Immer noch besser, meine Gnädige, al» wenn Ihnen etwa« sehken würd,, nachdrm ich b,i Ihnen g,w,s«n bin.' Aus einem Dienftzengni». .Die Inhaberin di,sr« Dienstbuche« hat sich während Ihrer Dienstzeit immer treu «nd ehrlich, leider aber auch sehr zer-brrchlich erwiesen." August Schwabbier, Oekonom. 1 Tr ffi Hochttaiiimrosen sollten immer nur einmal nnb zwar «»»glichst in oder direkt »«ter der ltrone aug,bunden werde», w,il si, sonst, sobald sich b,i Sinrm oder Regen da« obere Band lost, an der Stelle, wo si« )»in zweiten Male aiig,bu»d,u sind, s«Hr leicht abbrechen 2»rgt für schnelle» Absammeln des Fallobstes »nter den Lbstbannic». Hierin liegt ein Hauptmiitri gegen die Beschädigungen »nd großen Verlust,, welche der Apfelwickler und der Psianmeuwicklrr durch da« Madigw,rden und frül»e Abfallen der Aepfel. Birne» und Pflaume» veranlassen. Ta« Absammeln de« Fallobste« sollte womiiglich täglich erfolgen. Bei Unterlassen dieser Maßregel gehen die Larven al«b»ld au» den befallenen Friich!,» zur Ueberwinternng in den ilrdboden, wo man ihrer »ich! mehr habhaft werden kann und von wo an» sie im nächsten Jahre Hervorkam«,n iiiid ihr Z»rsttriing«werk wieder beginnen. Verwertung de« gesammelten Fallobste«: besonder« der Aepfel, zum Mosten, oder, in Stücke geschnitten »nd an der Luft getrocknet, zur Gel«eb,rti!u«g; ber Pflaumen und Zwetschge« zum Branntweinbr«un,ii, in Fässer g,stos„n. Ein Bienettschwarm. der sich schlecht angelcgt hat. läßt sich leicht ein-sangen, wenn man in seine Rähe eine Bruttasei dringt. Bienen «nd itdnigin saminein sich ohne weitere« ans derselben. LogogripH. Hoinonniii. Sei'« mit dem U steni au» Mitleid, Ctni alle» Vunti bin ich «enannt, Ter n»> dein II hebt ftiüifiakrlt: «lk»»iann, Wrnn andrc Teutung ich erliaite, Mit I- >»« ein innere« tr,1.111. Taun paust' ich rittst im deutsche»'Walde. Duliu« Falck Juli«« »>itltf. Zweisiibige vharade. Mein ikesie« ist do» giuckiiilisle auf Orten, Ter .lieutw itlun, dem Welt «11» '{»tnuft Inibl; Und dennoch sträubst du oft dich et zu werden. Un» tift mit Wertn — nur loei»llch iirti licüvi t)C Xu wirst zu leicht steiiiufchei neu (Hefätileii, Tie nn dem tfi» der ulugpeit schnell veitiihlen. Mein ,>|weitc« ist ein Ting, da» ohne Lebe». Toch viel ixdentet bei der eillen Weil. (t4 schallI. itu>(ii nicht Tuaenden ciIicIkii. lyu« nicht erkämpft der tnde»mnt',te Held! Ast e« »oll «iiaiizc», ioiid die Welt dich leide«. Toch ist «« ärmiich, mied dich jeder meide». Mein Hineile« ll«t mein (trfte« oft t'eiroaen. Wie täglich r» die Meiste» uorti deirüat; »am aiäuzend e» mit seinem verr» m ioflrn. So ward aae oll mein irrste« nnrti desirgl. Mein Wn»K« pranget stolz am Za,i der ifiitc — i'och sah e« autli schon nuin tie stille .sähe«. S. Auslösung w \ ti K I. 1» A I. >1 A K ' II El E II E 4 K "! K E T II II «I II » K T «1 1. li A K 1 J| 0 \V A II N T 0 () A X 4* «iHtlüiiiiia io'al »n ittichfier «.immer. Auslösungen au» voriger Kummer: 7t* VoA»gri»ti«: tneiile. Lalle. Ratte. Matte. — Ter itdarade. Pafi. Au, P.ilfn':e». ........ veiantwortliche RedaMim dim Irnst Pfeiffer, aedrackt und ^raotaeoeix" den lilieiuer & Pfc>It«e in Stuttgart.