Ur. 32 Wien, den 1 o. Wovember 1909. c % 17. Zayvg. r Des (Destevteicbfscbcn Eisenbahn ^personales., Redaktion: Wien, i/j, Zrntagnsse ft r. 5. SRcbaftictivfdjlafi bit* Tag» vor fcsm Erschein«» i>r» <3lat!e!. SpLschstnn-en fitib jrden Eas mit Ausnahme der Gonit« und gtietlact bon 10 Uhr uonnittoß» tig -/.« Uhr nachmittaüS. JufeetionsPreiS: Die avuclmni gespaltene Nonpareillezeile oder beten Raum <0 Hcvor. Sji SaHceSBuflrag üiftLalt. Äbornreine»rts»B«!4>mgm»§ett: Halbjährig..................................Str. 2'83 Ganzjährig ................................. „ b 76 Lstr ins Deutsche Reich ganzjährig Mk. G.~. Für baS übrige Ausland ganzjährig 9 Franksn. UekepHon Wr. 2322. LvscheinL zeden )y. «nd 20* im Msrrat. wrhNpru»! Das wir begehren von der Zukunst Fernen: Daß Brot und Arbeit rniS gerüstet stehen. Dm unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere (Steile nicht mehr betteln geben. ü>. Aerwegh. o n der chreite, a v a n- Der ccrftaatlidife Abgeordnete. SReue Enthüllungen zur Kroy-Affäre. Die Bilder, die jetzt das Kaleidoskop der deutsch-nationalen Korruption mit plastischer Schärfe zeigt, sind noch nicht alle. Denn wenn das Unheil im Zuge rst, dann kommt e i n Unglück selten allein. Während der verstaatliche Herr Abgeordnete fluchtartig und wohl mehr der Not gehorchend als dem eigenen Triebe, seine kompromittierte Persönlichkeit aus dem „Reichs« Bund* fortschaffte und sich weiterhin bemüht, den ganzen Schmutzwäschekübel auf ein Nebengeleise zu schieben, plaudern die übrigen entzweiten nationalen Stiicer aus, was sie noch aus Herrn Kroys ruhmreicher Vergangenheit wissen. i So erzählt das „Alldeutsche T a g b l a t 1", Herr Krön sei bereits zur Zeit, als er noch als Adjunkt der A. T. E. ein verborgenes Dasein führte, zu oem damaligen deutschnationalen Abgeordneten Alwm Hanich gekommen und verlangte, daß dieser zu seinen Gunsten bei der Direkt' Aussig-TeplitzerEisenbahn ein. und, falls Kroy nicht demnach ft eiere, dieser androhe, die Alldeutsche Vereinigung werde einen Dringlich» feitSantrag auf — Verstaatlichung der Aussig-Te pr itzrrEisenbak neinbringen. Abgeordneter Hanich lehnte jedoch diese forrum* Sierende Zumutung ab, wodurch er sich natürlich ie Feindschaft dieses nunmehr glücklich verstaatlichten radikalen (?) Abgeordneten zmog. Nach der Darstellung des erwähnten deutsch-nationalen Blattes könnte also Herr Kroq auch mit dem Revolver ganz gut umgehen. Denn das Ansinnen, ein Abgeordneter möge 6ei einer Privatbahn zugunsten eines Avancements intervenieren, und, falls diese die geforderte Vorrückung ablehne, ihr mit einem Verstaatlichungsantrag im Parlament drohen, ist doch wahrlich nichts anderes als die Anwendung eines schäbigen Pressionsmittels, das mit den Praktiken 'eines modernen Re-volverjournalisten vom Kaliber der Herren B r u H n und Dahsel noch ruhig konkurrieren kann. Der Märtyrerkranz, den sich Herr Kroy in seinem famosen Rechtfertigungsgestammel als ein „von den Privatbahn-gewailigen gemaßregelter Beamter" aufs Haupt fetzt, wirkt also eher wie der Myrthenkranz einer alten Kokotte, der niemand die Jungfernschaft mehr glaubt, wenn gewisse Herren die unterhaltenen Beziehungen ausplaudern. Herr Krön wollte nach den Behauptungen des »Alldeutschen Dagblatt" vorwärts kommen um jeden Preis. Das ist ihm freilich erst auf dem Umwege eines Reichsratsmandates gelungen, nachdem die Wähler von Brüx-Oberleutensdorf die Leiter mochten, an der der famose Herr Adjunkt zum Regierungsgnadenhimmel emporstieg. Die kindischen Leute unter den Radikalnationalen, deren rudimentärer Moralbegriff in diesem tiefen Fall eines ihrer Vertreter nichts Kompromittierendes erblickt, tun jetzt freilich so, als ob nur parteipolitische Gehässigkeit oem in den k. k. Staatsbetrieb übernommenen Herr nAbge-ordneten seinen Posten neidet und so die „harmlose* Affäre tendenziös fruktifiziert. Denn ebenso wie Tschechen und Juden vom Staate fette Posten bekommen, so meint die „Ostdeuts ch e R it it £> f ch n u", könne auch einmal ein Deutscher im Staatsdienste feine Karriere machen. Daß das Blatt, das sich den Hinterteil mit den gutbezahlten Ankündigungen be3 Zuckerkartells spicken läßt, auch im Vorderteil das Gefühl für Reinlichkeit verloren hat, ist nicht über- raschend. Da es aber auch unter den Anhängern der Dentschradikalen noch Leute geben dürfte, die ohne Unterstützung der Zuckerbarone leben müssen, dürfte die sonderbare Logik, daß der Michel korrupt sein darf, weil es auch der Vaclav ist, selbst im eigenen Parteilager nicht gerade überzeugend wirken. Mit solchen fadenscheinigen Argumenten wird also Herr Kroy die öffentliche Moral nicht umstimmen können. Und auch der „Reichsbund", der sich mit der bloßen recht verlegenen Mitteilung, Herr Kroy sei aus dem „Reichsbund" ausgetreten, um die für ihn recht peinliche Affäre herumdrücken möchte, kommt nicht fo unschuldig davon. Wer denn sonst hat die deutschen Eisenbahner zum Mauermachen benützt, hinter der Herr Kroy so ungestört mit der Regierung in die Laube gehen konnte? Waren es denn nicht die paar hundert durch nationale Schlagworte irregeleiteten Eisenbahner, auf deren Schultern Herr Kroy emporgetragen wurde und ohne die er heute nach ein armseliger Privatbahnbeamter wäre? Seit der passiven Resistenz der österreichischen Eisenbahner waren es doch die Reichsbundleute, die in Wort und Schrift nicht mehr genug sittliche Entrüstung aufbringen konnten, weil „die Sozialdemokraten die Eisenbahner verkauft und verraten haben", nur weil diese nicht blindlings die Eisenbahner vor die Schußlinie ihrer Feinde trieben. .Heute freilich spürt der „Reichsbund', daß man im Hanse des Gehenkten nicht vom Strick reden soll, und hat Herrn Kroy sanft zur Seite geschoben. Der freilich sitzt weiterhin im Klub seiner parlamentarischen Freunde, die, „dies Kind, kein Engel ist so rein", den Bund der Harmlosen mimen und so tun, als wüßten sie nichts _ davon, daß das Bild andere Leute zum brechen reizt. So hat sich also das Schicksal erfüllt, daß die Deutschnationalen im Deutschen Reiche und die bei uns gemeinsam das Unglück haben, eine Säule um die andere bersten zu sehen: Nach Schack kam Bruhn und D ah sei und nach diesen Kroy. Auch im politischen Leben waltet mitunter das geheimnisvolle Gesetz der Serie. * . * Ein beutschnationales Blatt über Herrn Kroy. Das Organ der alldeutschen Schönerergruppe „Alldeutsches Tagblatt" widmet unter dem Titel .Theater- und Futterkrippenradikalismus' der Kroy-Angelegenheit einen Leitaufsatz, in dem es anschließend an die Besprechung über das bekannte Nachspiel im Parlament sagt: „Der Parteigenosse des Abgeordneten Kroy, Herr Abgeordneter S t r a „ 8 k y Edler v. G r e i s e n s e l s. setzte sich für Kroy etn, indem eine Berichtigung verlas, die jener an die „Oesterreichische Eisenbahnbeamten-Zeitung' sendete. Diese Berichtigung ändert aber nichts an der Tatsache, daß Abgeordneter Kroy nvch vor zwei Jahren Adjunkt war und heute Oberrevident der Nordwestbahn ist - aus Wunsch de« Eisen, bah "Ministeriums, wie eS ausdrücklich in dem Akte heißt und daß er knavp vor der Uebernahme der Nordwestbahi^ in den Staatsbetrieb die Uebersetznng von einer Prioatbahn zu der vom Staat in Betrieb genommenen Bahn erreichte. Bei Beurteilung dieser Tatsache kommt in Betracht, daß entweder Abgeordneter Kroy selbst oder seine Parteigenossen die Uebernahme des Abgeordneten Kroy durch die Nordwestbahn beim Eisenbahn* Ministerium betrieben haben müssen, sonst hätte dieses nicht den entsprechenden Wunsch geäußert und der bekannte Jude Herr 0- Taussig hätte nicht Gelegenheit gehabt, sich im Akte zu äußern, daß das Eisenbahnministerium wümcht, den deutschradikalen Antisemiten Kroy im Dienste der Nordwestbahn zu sehen. Der Wunsch des Eisenbahnministeriums wäre vielleicht begreiflich gewesen, wenn Abgeordneter Kroy ein hervorragender Fachmann im Eisenbahnwesen wäre. Aber davon ist keine Rede und so bleibt nichts übrig als die Tatsache, daß der Wunsch des Eisenbahnministeriums in i t dem W u n s ch e eines deutschradikalen Abgeordneten und seiner F r e u n d e ü b e r e i n st i m m t. Denn diese billigen die ganze Angelegenheit, wie aus der Haltung der Abgeordneten Doktor v. Mühlw erth und Stransky u. Greif enfelS hervorgeht, sie billigen es, daß ein deutschradikaler Abgeordneter über Wunsch eines Ministeriums von einer Unternehmung angestellt wurde, die vom Staat betrieben wird. ES ist für die Beurteilung des Falles nicht nebensächlicher Natur, daß gerade während der letzten Zeit in den Sudetenländern auf die Vertschechung bei den Etaatsbahnen verwiesen wurde. Das Eisenbahnministerium duldet und fördert diese Vertschechung, gleichzeitig setzt eS sich aber auch dafür ein, daß der Wunsch eineS Abgeordneten, der sich in radikaler Weise gegen die VertschechungspoUtik des Eisenbahn-Ministeriums am lehnen sollte, erfüllt werde, ein Wunsch, der nicht den Interessen der Wähler oder der Allgemeinheit, sondern den persönlichen Interessen des Abgeordneten entspricht. Solche Abgeordnete fiiiumi nicht als unabhängige Volksvertreter betrachtet werden, weil sie der Siegiernug gegenüber aus Gründen persönlicher Dankbarkeit nicht unabhängig sein können, von solchen Abgeordneten kann weder eine deutsche, am allerwenigsten aber eine deutjchmdiMe Politik erwartet werden, sie sind einfach N e g i e r u n g S m ä n n e r und verhüllen diese ihre Eigenschaft durch radikale Phrasendrescherei: wir nennen das Theater-und Futterkrippe ii radikalis mu s.' Auch im bürgerlichen Lager gibt es also Leute, denen die Anstellung eines nationalen Abgeordneten durch den Juden sl) Taussig und eine !. f. Regierung nicht recht zimmerrein vorkommt. Und die Wähler von Brür-OberleutensdorsS Klaffenpolitik. »Sucht nur die Menschen zu verwirren, sie zu befriedigen ist schwer/ Auch dieses geflügelte Dichterwort hat vielleicht nirgends so sehr seine praktische Nutzanwendung gefunden als dort, wo die Bourgeoisie, durch die Tatsachen gedrängt, sich mit den sozialen Erscheinungen unserer Zeit beschäftigen mutzte. Lange Zeit war die moderne Arbeiterbewegung mit allen ihren Lebensäutzerungen eine Sache, die vorerst von den bürgerlichen Parteien vornehm ignoriert wurde und die so in der öffentlichen Meinung, so weit diese von der dem Kapitalismus dienstfertigen Presse repräsentiert wird, keinerlei Resonanzboden fand. In dieser Stellungnahme, die der berühmten Vogel Strautzpolitik gleichkommt, ist freilich eine wesentliche Wandlung eingetreten, als die Arbeiterschaft als eine mündig gewordene Klasse ihre mit zunehmender Macht ausstrebenden Organisationen geschaffen und durch ein zeitweiliges kräftiges Zurwehrsetzen dem Unternehmertum zu zeigen vermochte, daß ein neuer sozialer Faktor erstanden ist, der nicht weiterhin stillschweigend übergangen werden kann. Die Bourgeoisie war damit notgedrungen vor ein Problem gestellt worden, zu dem sie aus Gründen politischer Klugheit irgend eine Stellung entnehmen mußte, wenn sie nicht dauernd auf allen Einfluß aus die breiten Volksschichten verzichten wollte. Ein solcher Verzicht aber würde eine zunehmende Schwächung der eigenen Position, ohne jeden Versuch sie auszuhalren, bedeutet haben. Die Bourgeoisie ist aber, wie sehr zuwellen auch sonst die Interessen der Großbourgeoisie von denen des bürgerlichen.Mittelstandes verschieden sein müssen, seine Klasse mit bestimmten einheitltijen Wünschen und Bedürfnissen. Sie teilt im kapitalistischen Staate die Herrschaft mit dem Adel und der Klerisei politisch und hat auch wirtschaftlich mit den zwei genannten Standen das Gemeinsame, daß sie N u g n i e h e r i n s r e m d e r A r b e i t S-kraft ist. Wo immer also der eigentliche vierte Stand, die werktätige Arbeiterklasse, sich zur Verteidigung ihrer vitalsten Lebensinteressen zusammenschließt, dorr wird sie immer im entscheidenden Moment ans den Widerstand jener Stände und Gruppe» stoßen, die eben als e i n-heitliche Klasse den kapitalistischen Staat beherrschen und regieren. Aber das, was sich in Wahrheit aus den Tatsachen unseres Wirtschaftslebens ergibt, konnte und durste nicht offen eingestanden werden, sobald die Bourgeoisie daranging, A r b e i t e r p o l i t i k zu betreiben. Mit der allen, einstmals offen zur Schau getragenen Arbeiterfeindlichkeit, die in jedem Streike voraussetzungslos eine Auflehnung und Revolte gegen obrigkeitliche Gewalten erblickte, ging es daher auf Sie Dauer nicht und man mutzte sich bemühen, eine Hülle zu finden, in der mau s ch e i n e n konnte, was man in Wahrheit nicht ist und nicht sein kann. Aus dieser inneren Zwiespältigkeit heraus entstanden also t>ie_ sogenannten b ü r g e v l i ch e n '„Arbeiterorganisationen“, in denen aus der Not eine Tugend wurde, wenn man die Peitsche mit dem Butterbrot vertauschte. Mit salbungsvollen Worten und wunderbar sozialpolitisch angehauchten Programmen ist dieser Versuch bekanntlich zuerst im Deutschen Reiche vom katholischen Zentrum unternommen worden, der seither, wo das liberale Bürgertum Oesterreichs den Weg vom kirchlichen Abfall zur Greisenschwäche des frommen Betbruders zurückgefunden hat, auch bei uns recht kräftig fortgesetzt worden ist. In Deutschland selbst konnte diese Bewegung nicht gedeihen, ohne bajj sich alsbald innerhalb derselben selbst der in der wirtschaftlichen Struktur der bürgerlichen Gesellschaft begründete K l a s s e n g e g e n s a £ mit aller Schärfe fühlbar gemacht hätte. Denn während sich die führenden Persönlichkeiten der kirchlichen Hierarchie sowohl auf katholischer wie auf protestantischer Seite mit emsigem Fleche bemühten, die christliche Arbeiterbewegung vom Klassenge fühle frei, als einen zur christlich-klerikalen Bewegung gehörenden Teile überhaupt zu erhalten, waren die rein wirtschaftlichen Interessen stärker alS alle noch s» wunderbar ausgetüstelte bürgerliche Ideologie. Die besungene Harmonie bekam mit einem Worte eineu bedenklichen Ritz, wenn eS sich, wozu sich immer mehr Gelegenheit bot — darum handelte, Realpolitik zu betreiben und den Arbeiterfragen in be$ praktische» Wirklichkeit näher zu treten. Seit der berühmten Enzyklika deS Papstes Leo MI. über die Arbeiterfrage, worin der Klassenkampf ausdrücklich verworfen und der Streik als eine Auflehnung gegen die göttlichen Herrenrechte der Besitzenden stigmatisiert wird, ist dieser Gegensatz im christlichsozialen Lager immer fühlbarer geworden, so daß w'.r andj vor einigen Wochen bereits an dieser Stelle an dem in Zürich stattgesundenen christlichen Gewerkschaftskongreß zu zeigen vermochten, wie sich einzelne hervorragende christliche Gewerkschaftsführer mit ziemlicher Schärfe gegen die Bevormundung wandten, die von Kirchensürsten und christlichen Parteiführern über die christliche Gewerkschaftsbewegung geübt wird. Diese Kundgebung, die vor einem Jahre in Zürich erfolgt ist, hat erst jetzt wieder ein kräftiges Echo in Holland geweckt, das man den vielen anderen lehrreichen Beispielen zuzählen mich. Gegen die Worte, die am christlichen Gewerkschaftskongreß für ‘feie volle Unabhängigkeit der Gewerkschaften gesprochen wurden, richtet sich nämlich ein Pastorale, das die holländischen Bischöfe im Juli 1909 erließen, worin sie es als ihren ^ernstlichen und auLdrücklichen Wunsch" bezeichnen, »daß die ihnen unterstellten Katholiken sich vereinigen und vereinigt bleiben in katholischen Organisationen"', und zwar sollen in diesen Organisationen „die katholischen Prinzipien zu ihrem vollen Rechte kommen*. Die allgemeinen Statuten der katholischen Berussverbände sollen der Bestätigung deS Bischofs bedüifen, der auch den .geistlichen Beirat* zu ernennen hat. Dieser „geistliche Beirat* hat darüber zu wachen, daß keine Beschlüsse gefaßt werden, die mit der Religion uud der Moral im Widerspruch st e h e n, s ü r die religiösen und sittlichen Interessen der Vereinigungen und ihrer Mitglieder sorgen und den Frieden sowohl zwischen den Mitgliedern untereinander als auch mit anderen Vereinigungen und Ständen zu fördern/ Aber dieselben Beispiele, die wir da mit der christlichsozialen Arbeiterbewegung erlebten, mußten sich natur-notwendig vermehren, als es dem nationalen Chauvinismus einfiel, die moderne Massenbewegung der Arbeiter auf seine Mühlen leiten zu wollen. Denn so wenig sich die wirlschaftiichen Interessengegensätze durch irgend ein christliches Prinzip aus der Welt schaffen liehen, jo wenig lassen sich reale Tatsachen durch nationale Schlagworte ve-meistcrri. Auch hier verjagt die Theorie von der nationalen Gemeinbürgschast jämmerlich, wenn es sich darum handelt, den Arbeiterfragen mit Ernst und Sachlichkeit näherzutreten, statt sie mit der Phrase von den »gemeinsamen Hochzielen* des deutschen oder tschechischen Volkes abzutun. Vor ein paar Tagen erst veröffentlichte das Ge-werischastsorgan der deutschnationalen Eisenbahner Oester- reichs ein Schreiben des Abgeordneten Dr. Stransky, worin dieser feinen nationalen Geivcrkschaftsbnidern mitteilt, »daß er jedwede Intervention für diese Gewerkschaft a b l e h n e, solange nicht das bedauerliche Vorkommnis der letzten Zeit hinreichend erklärt sei*. Und dieses »bedauerliche Vorkommnis* besteht in nichts weiter, als daß das genannte nationale Gewerkschaftsblatt einen Artikel veröffentlicht hatte, in welchem der Gedanke einer s e l b st ä n d i g e n von den Bürgerlichen unabhängigen nationalenArbeiter-organisation erwogen wurde! Es wäre schade, wenn man sich nicht auch dieses Dokument der inneren Unwahrheit der sogenannten bürgerlichen Gewerkschaftsbewegung sorgfältig aufbewahren wollte. Herr Dr. Stransky hat als Gegner der modernen Arbeiterbewegung sich ein großes Verdienst um die K l a s s e n k a m p f i d e e erworben, wenn er freimütig ausspricht, daß das Bürgertum sich eine Organisation der Arbeiter nicht gefallen lassen könne, die sich dessen Führung und Kontrolle entzieht. Wo immer eben die Bourgeoisie, ob sie sich christlich oder freiheitlich nennt, Arbeiterpolitik betreiben möchte, ist sie unbewußt von den schönen Gedanken beseelt, den Goethe in die Worte gekleidet hat: ,68 wird ein Hand gesucht. Der rpet'tr ticii noch beißt, Zcrbi och'ne Gläser frißt Und dann Dukaten sch.../ Die Bourgeoisie möchte den GewerkschastSgedanken verdünnen und verwässern und ihr den Stempel reiner zünstlerischen Gebilde ausdrücken, unter deren Schutz sie sich selbst begeben könnte. Weil aber aus keinem Gebiet als aus dem der reinen Wirlschastssragen, in denen sich gerade alle gewerkschaftliche Tätigkeit erschöpft, der Klassencharakter der modernen Gesellschaft so prägnant ausgedrückt wird, deshalb muß auch hier in der traxis scheitern, was sich zuweilen wunderbar in der Heorie verhüllen und verkleistern läßt. Jeder Schritt, der hier praktisch vollzogen wird, zeigt, daß das Bürgertum keine Klassenpolitik zu betreiben ver-m a o, ohne selbst an dem eigenen Untergang zu arbeiten. Und iv eil praktische Gewerkschaftspolitik Klassen Politik ist, deshalb gleicht auch jeder Versuch der Bourgeoisie gerade auf diesem Gebiete dem Bemühen Münchhausens, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen I Die Strafjustiz bei der Südbahn. So wie in gar manchen Belangen feit den letzten Lohnkämpfen bei den Eisenbahnen im allgemeinen und bei der Südbahn im besonderen wieder daS alte System der Willkür Platz gegriffen hat, so hat sich auch hinsichtlich der Strafjustiz im exekutiven Verkehrsdienst wieder ein starker Rücksall in die Kosakenmanier bei gewissen, zum Spionieren, Schikanieren und Strafen ausersehenen Organen bemerkbar gemacht. Wir zweifeln ja nicht daran, daß gewisse Kontrollorgane ihr ganzes Heil für die Zukunft ihrer Karriere einerseits im Denunzieren, andererseits in einer Strafjustiz gegenüber dem untergeordneten Personal erblicken, die ganz darnach angetan ist, die herrschenden Verhältnisse bis zu den für alle Teile unerquicklichsten Ereignissen zuzuspitzen. Wir leugnen ja ganz und gar nicht, daß die Dienstesdisziplin und die gefahrvolle Betriebsführung von Eisenbahnen eS notwendig erscheinen läßt, mit einer gewissen Strenge die Einhaltung der Instruktionen zu überwachen — was aber nicht zur notwendigen Aufrechterhaltung eincti geregelten Bahnverkehrs gehört, daS ist eine jedem Menschlichkeitsgesühl, jeder Gerechtigkeit und jedem Anstand hohnsprechende Strasmanier und ein Denunziationswesen — wie wir es allenfalls in den sibirischen Strafkolonien unter den verkommensten Kosakenlümmeln zu finden vermöchten. Nun müssen wir aber solchen Zuständen gegenüber, wie sie beispielsweise gegenwärtig auch unter anderem in* Bereiche des Betricbsinspektorats Innsbruck zutage treten, mit allem Ernst uns dagegen verwahren, daß es hinsichtlich der Strafjustiz in diesem Fahrwasser Hier so weiter geht. Den Allerweltsstrebern, deren Namen wir für diesmal noch nicht nennen wollen, mich das Handwerk seitens besonnener Generaldirektionsorgane ehestens gelegt werden, wenn man höhereiwrts es vorzieht, das Personal nicht gewaltsam vor die letzten Konsequenzen zu stellen und wenn man sehr böse Folgen vernünftigerweise vermeiden will. Wie eben erwähnt, mehren sich besonders im Amtsbereich der Station Innsbruck in erschreckender Progression bi« Geldstrafenmißbräuche. Sollte denn wirklich baS Personal auf einmal so entsetzlich nachlässig in seinen Dienstobliegenheiten geworden sein, daß man sich gezwungen sieht, den armen auöae-schundenen und ausgeiiützten Leuten noch in die Tasche nach den armseligen paar Hellern zu greisen, die ohnedies kaum zu einer anständigen Familienernährung hinreichend Schämt sich beim so ein Msenbahnkosakenhänptling und flrupellosrr Streber gar nicht, seine Hand nach dem kargen Verdienst eines armen Bahnsklaven auszustrecken?! Nun sehen wir uns aber einmal einige dieser »«trasukase* näher an. Wir entnehmen daraus zunächst zweierlei: erstens Geldstrafen müffen fein um jeden Preis; zweitens Vernunft und Logik braucht nicht viel dabei fein, denn man braucht die Strafe ja bloß diktieren, abgezogen werden die paar Kronen dem armen Teufel pünktlich und nach »oben* hin Hat man sich wieder einmal in der ganzen Glorie eines .Kontrollorganes* gezeigt. Um aus dem Bereich des Innsbrucker 'Strafivahn-witzes ein Beispiel zunächst zu ermähnen, sei des Unfalles in der Station Schelleberg-Goffenfaß gedacht und der ein halbes Jahr darauf folgende Strafakt tu seinem Wortlaut imcbergegeben. Hier die Stimme des »hohen Gerichtes", die Logik und Wissenschaft jener, die in der Strafjustiz ihr edles und würdiges Lebensziel erblicken: »14.642/V IX. Am 16. Dezember v. I. ist beim Güterzug 83 in Kilometer 1239 der Strecke Schellebettz-Gosfenfaß eine Zug*» trmnung eingetreten und ist sodann der rückwärtige ZugSieil an den vorderen Zugsteil mit derartiger Vehemenz angepraltt, daß 28 Fahrbetriebsmittel entgleisten, den Oberbau beschädigten, ferner zwei ZugSdegleiter getötet und vier Kondukteure uni) ein Lokomotivführer verlebt wurden. Nach dem Ergebnis der Erhebung erscheint an diesem Vorfall der Oberkondukteur Zugführer 8 schnldiragend, weil er, obwohl er vermutete, das, eine Zugstrennung eingetreten sei, dnS von ihm wahrgenommene Signal „Zug gerissen0 nicht furtgtpflanzt hat. Kondukteur E. Stöcker, weil er, obwohl er seiner Angabe nach die Zugstrennung zirka 1000 Meter vor der llnjall--ttetle bemerkt hatte, kein Signal »Zug gerissen* gegeben hat. Wir finden utt» bestimmt, die Genannten wegen dieser nachlässigen $ienfte»au«übung, und zwar den Zugführer Oberkondukteur lt mit «inem Gehaltsabzug von ti «r. und itondukteur <$. Stöcker mit einem solchen von 4 Kr. zu 6esire|en, wovon dieselben nachweisbar zu verständigen sind. Die Strasbezüge find in der nächsten BehalrSliste vor» schriftSmübig zu buchen. B. I. 82.101/1909. 12. Mai 1906. Der Perkehrsdirektor: Nepler m. p. Es liegt unendlich viel Psychologie in diesem Direktionserlasse und dieseS stilistische und bureaukratische Meisterwerk ließe sich von verschiedenen Seiten recht intensiv beleuchten. Wir wollen uns aber damit nicht allzulange befassen und nur die ins Auge springenden Momente dieses Erlasses, das hierbei am meisten Empörende, kennzeichnen. Das wichtigste ist also zunächst nach diesem Schulbeispiel wahnwitziger Strafmandate und daher zuerst erwähnt, baß 2 8 Fahrbetriebsmittel, sowie der Oberbau erheblich beschädigt wurden. Dann erst kommt SfeuilTeton. Friedrich Schiller. (Zur hundertfünfzigjährigen Geburtsseier.) Wenn polternde Studenten und bürgerliche Biedermeier am Tage der hunderlsünszigslen Gedächtnisfeier des großen deutschen Dichters in allen Tönen des LobeS und UeberfchwangeS sich ergehen, wird wohl so mancher schlichte Arbeiter, dem eS nicht gegönnt war in die Diesen der Schillrrschcn Werke einzubringen, verwundert fragen: Ja, war denn Schiller ein Freier, der auch sür das Volk feine Leier schlug, ober gehörte der Dichter zur Welt unserer Feinde, der herrschenden Klasse- Folgende Zeilen sollen Miseren Arbeitern diese Frage, so gut die» im Rahmen einet kleinen Abhandlung möglich, beantworten. Johann Ehristos Friedrich Schiller wurde am 10. November 1789 zu Marbach in Württemberg geboren. Er erblickte alö Kind armer Leute da« Sicht der Welt und der Mangel war sein steter Begleiter. Sein Vater war oti Wundarzt tätig und brachte ei nach einigen Feldzügen zum Haupt man». Seine Laufbahn beschloß er alS Gärtner des Herzogs von Württemberg. Sr erreichte ein hohes Alter und obwohl ihm de» Leben« Notdurft nicht gestattete, sich große geistige Güter anzueignen, lernte er die Bedeutung feine« Sohne« wohl begreifen und dankte in einem Aussätze dem Schicksal, daß es dem Sohne die Geiste«-stärke zugelegt habe, die er au» Mangel an Unterricht nicht erreichen tonnte. Schiller« Mutier war eine einfache gerade Natur. Schon der Jugeudunterrichr war infolge der ärmlichen Verhältnisse von verschiedenen Zufällen abhängig. Bin Pfarrer unterrichtete den aufgeweckten Knaben im sechsten Jahre in der griechische» und im siebenten Jahre in bet lateinischen Sprache. In Ludwigsburg sah der neunjährige Schiller zum erstenmal ein Theater. Der Eindruck war so mächtig, daß er sich fortan mit dramatischen Spielereien befaßte. Die guten Zeugnisse seiner Lehrer machten den damaligen «gierenden Herzog auf den Knaben aufmerksam, der eine Er- ziehungsanstalt für die Sohne seiner Ossiziere errichtete, eine militärische Pslanzschnle, aus welcher die nachherige ttarlSschule in Stuttgart hervorging. Schiller, ber burch btc Mutter zur Frömmigkeit erzogen war, wollte mit Einwilligung seiner Eltern Geistlicher werden. Da man jedoch bettt Herzog das Anerbieten nicht ab-schlagen konnte, ohne in Ungabe zu verfallen, entfchieb man sich für baS juristische Fach und Schiller trat im Jahre 1773 in die herzogliche Zwangsanstalt, ausgerüstet mit einigen Kleidungsstücken, einem Paar Stiefel, 43 Kreuzern und 15 lateinischen Büchern, ein. Daß die herzogliche Karlsschule eine ZwangSanstalt war, erficht man an der Entwicklung Schillers selbst. Dieser weichmutige Knabe wurde unter dem unerhörten Druck herzoglicher Disziplin und Schrullenhaftigkeit zu einem Tyrannenhaff er. Sein ganzes geniales Wesen bäumte sich gegen die militärischen Regeln aus und als zwanzigjähriger Jüngling schuf er in den »Räubern* ein Werk von unerhörter Kühnheit und zerriß damit das Band höfischer Gnade, das ihn an die Karlsschule feffelte. Seine Mitschüler, betten er das Werk vorlaö, wurden zu glühendster Begeisterung hingerissen und eS mag ein dramatischer Auftritt gewesen fein, als Schiller und seine begeisterten Hdrer in der «Vorlesung durch ben Herzog überrascht wurden. Am 13. Jänner 1782 gingen die „Räuber" aus dir Mannheimer Bühne das erstemal in Szene. Ein Augenzeuge erzählt, daß der Eindruck ein geradezu überwältigender war. „Das Theater glich einem Jrrenhanfe. Rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zu» schauerranm. Fremde fielen einander schluchzend in die Arme. Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Tür. Eö war eine allgemeine Auflösung, wie im EhaoS, aus dessen Nebeln ctite neue Schöpfung hervorbricht." Was Lessing und Goethe nicht gelungen war, dem zwanzigjährigen Schiller gelang eS auf den ersten Wurf, er hatte bern bcutschen Volte bas neue Theater gegeben und zwang eS in seine Arena. Was versuchten höfische Direktoren, feine Werke von den bcutschen Bühnen fernzuhalten oder zu verstümmeln; zwar brach bic Meute der Spießer, Moralisten und Zeitungs- kritiker gegen den Dichter los, daß der junge Stürmer zum Geächteten wurde und flüchten mußte, aber das Publikum hatte mehr Verständnis für seine Größe und hielt fest an ihm. Sein treuer Freund Streicher leitete feine Flucht und führte ihn nach Mannheim in sichere Obhut, bis er durch Fürsprache einflußreicher Männer wieder eine sichere Stätte fand. Auf der Flucht vollendete Schiller fein zweites retiolu» tionäres Drama „FieSko", das man mit Recht als das Drama der republikanischen Tugend und ber monarchischen Ehrsucht bezeichnet. Der Geist RonsseauS war lebendig in diesem gewaltigen Genie, das eine Sprache führte, die alle« in feinen Bann zu zwingen wußte. Diese Sprache verließ ihn auch nicht in seinem nun folgenden Drama „Kabale und Liebe", einer Tragödie bcs Zusammenbruches, in welcher et die Niedrigkeit in den Höhen der Gesellschaft brandmarkte. Schiller stand politisch den großen revolutionären Ereignissen seiner Zeit fern, ja er hat sich zu wiederholten-malen recht verständnislos über dieselben ausgesprochen. In seiner materiellen Abhängigkeit, die ihn später wieder in die Arme der Hofgunst trieb, und in der Atmosphäre des Zopfe» und der deutschen Kleinstaaterei entstanden unbewußt die Gesänge an die alte verfallende Welt. Doch der geniale Seherblick, der seinem eigensten Wesen entsprang, brachte ihn immer wieder auf die Höhen der Weltfreiheit, von denen er alle Niedrigkeit der Herrschsucht und des SklavensinneS beleuchtete. In seinem „Don Carlos" sieht der große Verkünder deS Humanismus wieder auf, wenn auch mit abgetönterem Tyrannenhasse., Zwischen dieser Zeit und weiteren größeren Schöpfungen entstehen seine herrlichen Lieder und Balladen, seine Sinnsprüche, in denen er sich mit Goethe als dem großen Heiden bekennt, der aus Religion an keine der bestehenden Konfessionen glaubt. Schiller konnte sich jedoch niemals ungestört seinem großen Schaffen für die Unsterblichkeit hingeben. Er mußte einen großen Teil seiner kostbaren Lebenszeit der Sorge ums Dasein hingeben, mußte sich Brot suchen! Im Mai 1789 wurde er Professor der Geschichte in Jena. Als ein Katarrhfieber seine Gesundheit untergräbt und er nach Karlsbad zur Kur gehen muß, ist er auf eine Gnadengabe des Der .»Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 45.000 Exemplaren. Kr. 82 Vette S bas für die Gesellschaft ja ganz nebensächliche Begebnis zur Sprache, daß zwei Zugsbegleiter getötet und mer Be-russgenosscn schwer verletzt wurden! I Das wäre uns ja schon nicht mehr neu. Ist es doch sattsam bekannt, daß bei den Bahnverwaltungen das „tote" Material in jeder Hinsicht vor dem .lebenden" den Bor* rang genießt. Was ist auch weiter dabei, wenn ein armer Mensch zum Krüppel wird, er bekommt ja dank der ehrenhaften Gebarung einer gewissen „B. U. A." eine bekannt glänzende Unsallsrente (oder auch nicht) und wenn schon nichts anderes, so doch eine Gnadengabe von monatlich 20 Kr. und dazu die Erlaubnis, das Fehlende zum Lebensunterhalte für sich und seine Familie zu — erbetteln. Interessant ist aber besonders bei diesem Fall, daß Man erst sechs Monate später in Wien herausbekommen hat, wer die angeblich Schuldtragenden sind, und daß Man gerade jene bestraft, die olmedies durch mehr oder minder schwere Verletzungen und Nervenchoks bestraft genug sind. Sehen wir uns diesen Fall jedoch, von der meritorischen Seite an und hüten wir, was die Best r a f-t e n wahrheitsgetreu angeben. Zunächst liegt — wie dies schon so üblich —eine Unrichtig keit des Pr o t o k o l l e s vor; eine Kleinigkeit für Kontrollorgane! Man gibt an, Oberkondukteur K. habe das Signal »Zug gerissen" gesehen; wahr ist dagegen, daß jenes Signal an der Krümmung beim Aster-Tunnel gegeben wurde und vom Zugsführer daher nicht nur nicht gesehen wurde — sondern nicht gesehen werden konnte! Wir aber wollen bei diesem Anlasse einer p. t. Verwaltung die wahren Urheber solcher Unfälle verraten und beantragen gleichfalls strengste Bestrafung der Schuld-tragenden; es ist dies niemand anderer — als die Verwaltung selbst II! Ein jeder Bahnverwaltung zur Schande gereichendes Be-triebsmalerial, wie elende Schraubenkuppeln, nicht lauf-fähige Fahrbetriebsmittel, zu nieder bemessenes Brems-ausmaß. 24stündige Dienstzeit bei gewissenloser Ausbeutung der Zugsbegleiter, Sparwut am Personal, zu !stoße Geschwindigkeit und vernachlässigter Oberbau — das ind Sünden der Gesellschaft, die man durch solche brutale und wahnwitzige sowie obendrein künstlich fabrizierte Schuldsprüche auf den Rücken des ausgebcuteten Personales überwälzen möchte! Pfui, Herr Verkehrsdirektor l — Warum hat man denn die.Schuldtragenden" nach der Meinung der Direktion nicht unter Anklage gestellt? Wir wissen, warum — weil man sich vor zu viel »schmutziger Wäsche" fürchtete, die bei einer solchen Angelegenheit gewaschen würde, und weil jene sehr schlecht dabei gefahren wären, die hoch oben sitzen und deren gefüllte Taschen vielleicht Ausschluß geben könnten, warum so elendes Material auf ebenso den elenden Schienen der Südbahn rollt. Diesem Beispiele für Strafjustiz auf der Südbähn werden wir wegen Raummangel erst in nächster Nummer noch einige folgen lassen und entsprechend beleuchtet dadurch der Oeffentlichkeit zeigen, wie es mit den Betriebsunfällen der Südbahn und deren Ursachen aussieht und welcher hierbei der schuldtragende, zu bestrafende Teil ist. Klagen über die Nordbahn. Obwohl seit der Verstaatlichung der Nordbahn das Personal dieser Anstalt an unangenehme Ueberraschungen schon gewöhnt ist, wurde es abermals in eine nur allzu berechtigte Aufregung versetzt. Bekanntlich sollten drei Momente dank den Bemü-ungen einer zielbewussten Organisation sowie der sozial-emokratischen Fraktion für die Einreihung des Nordbahnpersonals maßgebend sein: 1. Der freie Entschluß der Bediensteten zum lieber-tritt in den StaarsbahnstaNis. 2. Die Garantie, daß kein Bediensteter geschädigt Herzogs von Holstein-Augustenburg.angewiesen. Inzwischen macht er sich mit dem großen Philosophen Kant vertraut und aus dem Studium seiner Werke die Meinung, daß die Kunst zunächst die Welt der Schönheit errichten muß, bevor die Menschheit auch politisch frei werden kann. Die Geister Griechenlands werden in seinen Werken wieder lebendig, versunkene Schätze hellenischer Heroenzeit tauchen in der deutschen Literatur auf, versunkene Schönheits-träume aus dem Kindesalter der menschlichen Kultur erwachen wieder. Ergreifend wirkt seine Klage um die Heidengötter jener fernen Zeit, die von den Einflüssen kalter nordischer Kultur verdrängt wurden. Schöne Welt, wo bist du? Kehre wieder, Holdes Blütenalter der Statur! Ach, nur in dem Feenland der Lieder Lebt noch deine fabelhafte Spur. Ausgestorben trauert das Gefilde, Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick; Ach, von jenem lebenswarmen Bilde Blieb der Schatten nur zurück. Alle jene Blüten sind gefallen Von des Nordens schauerlichem Weh'n; Einen zu bereichern unter allen. Mußte diese Götterwelt vergeh'n. In seine Heimat zurückgekehrt, gründet er im Verlag Cotta die „Horen", welche dem Zwecke des Schönheitsideals dienen sollten. Dieser Gründung war jedoch in der Welt der Rechner und Philister nur ein kurzes Dasein bc-schieden. Die dauernde Verbindung mit Goethe und mit großen Frauen, insbesondere der Charlotte v. Kalb, beeinflußten seine Werke auf bas günstigste und erhöhten seine schöpferische Kraft. Als der Dichter im Jahre 1799 von Jena nach Weimar übersiedelt, um seinen Freunden näher zu sein, muß er sich mit einem Bittgesuch an Herzog Karl wenden, der ihm ‘200 Schaler Zulage und „etwas Holz in natura" gugestand. Der Herzog, der niemals mit Schiller in ein so freundschaftliches Verhältnis trat wie zu Goethe, verlieh ihm 1802 'den Adel. werden dürfe sowie daß alle Rechte der Kaiser Ferdinands-Nordbahn gewahrt werden müssen. 3. Die Verpflichtung der k. k. Staatsbahnverwaltung, die Ueberführungsgebühren für die Bediensteten zu leisten. Bei der Durchführung der Einreichungsbestimmungen ist wohl der erste Punkt notgedrungen eingehalten worden, beim zweiten Punkte ergaben sich zahlreiche Differenzen zwischen der Staatsbahnverwaltung und den Bediensteten. Nachdem es der Personalkommission trotz zweijähriger unermüdlicher Tätigkeit nicht gelungen ist, die Behebung der durch falsche Interpretation verursachten Schädigungen zu erwirken, haben die Vertrauensmänner im Einvernehmen mit der Organisation die Staarsbahnverwaltung nochmals aufzufordern, die Bestimmungen der Einreichungsgrund-sätze einzuhalten und die erfolgten Benachteiligungen einzelner Bediensteten gutzumachen. Für den Fall des Nicht-entgegenkommend der Staatsbahnverwaltung haben die Vertrauensmänner die Verantwortung für eine ruhige und geregelte Abwicklung des Verkehrs abgelehnt. Das Personal bekam neuerdings zu spüren, daß die maßgebenden Faktoren der Staatsbahnverwaltung den merkwürdigen Ehrgeiz haben, die Zeiten der berüchtigten Aera Jeitteles-Kuttig wieder einzuführen. Bei Auszahlung der Novembergagen wurden nämlich Dienstverleihungs-ebühren des angereihten Personals, welche im Sinne er eingangs eingeführten Grundsätze vom Staate zu tragen wären, in-Abzug gebracht. Hierbei wollte jedenfalls die Nordbahndirektion fürchterlich schlau Vorgehen: damit der Schmerz geteilt und daher leichter zu ertragen sein werde, wurden die Abzüge nur bei einem Teile der Bediensteten durchgefübrt, während man sich die Abzüge für die übrigen Bediensteten für einen späteren Zeitpunkt oor-behielt. Diese Verfügungen sind aber auf eine irrige Interpretation des gegenseitigen Uebereinkommens mit' den Vertretern des Personals zurückzuführen. Dem übernommenen Personal wurde zugesichert, daß die Gebühren für die durch die Einreihung in das Schema der Staatsbahnen bewirkten Gehaltserhöhungen vom Staate zu tragen seien. Nun wurden die Bediensteten je nach der Dauer der in der letzten Gehaltstufe zugebrachtene Wartezeit entweder mit dem Range vom 1. Jänner 1907, 1. Juli 1907 oder 1. Jänner 1908 übernommen. Die Personalkommission steht aus dem richtigen Standpunkt, daß in allen drei Fällen die Gebühr vom Staate entrichtet werden muß, da ja sonst die Behandlung der einzelnen Bediensteten eine ungleiche wäre. Trotzdem die Nordbahndirektion diese Ansicht bis vor kurzer Zeit auch anerkannt hat, entschied das Eisenbahn-Ministerium, daß die Dienstverleihungsgebühren nur für die mit dem Range vom 1. Jänner 1907 übernommenen Bediensteten vom Staate bezahlt werden sollten, während den anderen Bediensteten die Gebühren zur Zahlung vorgeschrieben, beziehungsweise vom Gehalt abgezogen wurden. • Sie von der gewerkschaftlichen Organisation und der Personalkommission unternommenen Schritte führten zu dem Resultat, daß die Abzüge vom Gehalt bis zur endgültigen Entscheidung dieser Frage sofort sistiert wurden. Die Nordbahndirektion verpflichtete sich, die in Abzug gebrachten Beträge innerhalb eines Zeitraumes von acht Tagen zurückzuerstatten. 1 , m Die Vertrauensmänner nahmen diese Verfügung, die einen schönen Erfolg für die organisierten Eisenbahner bedeutet, zur Kenntnis. Sie erklärten jedoch, sowohl beim Nordbannoirekror als auch beim Eisenbahnminister, auf ihrem Standpunkt, daß die fraglichen Gebühren vom Staate zu entrichten seien, unbedingt verharren zu müssen und daß sie daher eine Erledigung in diesem Sinne erwarten. Dem Minister wurde weiter noch nahegelegt, die in einem Memorandum zusammengefaßten Beschwerden betreffs Durchführung der Einreihungsgrundsätze einer schleunigen Erledigung zuführen zu lassen — ein Verlangen, das gewiß nicht unbescheiden genannt werden kann, wenn man be- Wie jedoch aus seinen Briefen an Humboldt hervorgeht, hat sich Schiller bei dieser „Standeserhöhung" nie besonders wohl gefühlt, denn der Adel seiner Gesinnung und seiner ungeheuren geistigen Höhe konnte durch keinen Gnadenbrief eines Mächtigen erhöht werden. Schiller hat im Jahre 1790 Charlotte v. Lengefeld, ein einfaches schönes Menschenkind, zu seiner Lebensgefährtin erkoren und lebte mit dieser im innigsten Verhältnis. Wie fruchtbar der Aufenthalt Schillers in Weimar wurde, geht aus folgendem hervor: 1799 wurde die großartige Wallenstein - Trilogie vollendet. 1800 folgte „Maria Stuart", ein Jahr darauf die „Jungfrau von Orleans". 1801 die „Braut von Messina" und 1805 bas jugendfrische Freiheitswerk „Wilhelm Tell". Am 9. Mai 1805 schloß Schiller, beweint von den Seinen und Freunden, für immer seine treuen blauen Augen. Nur wenige waren es, die dem Unsterblichen im Leben gerecht wurden, seine Größe zu erfaßen und seine Bedeutung für die Menschheit zu würdigen wußten. Vielleicht verstanden ihn die Dunkelmänner und bankerotten Moralisten und Zeitungsraunzer, die ihn beschimpften und als Rebellen verfluchten, besser als das freisinnige Bürgertum unserer Tage. Die chauvinistische akademische Jugend feiert ihn als Dichter des Vaterlandes — er war der Bürger der Menschheit. Die Liberalen feiern in ihm den Verfechter der freisinnigen Halbheit, die er im „FieSko" der Verachtung überliefert. • Sogar die Ultramontanen feiern ihn als einen Konservativen, sie wissen aber wenigstens, daß er bedenklich ist, denn sie fälschen seine Werke. Sie alle mögen jedoch bei ihren Festlichkeiten für Schiller nicht vergessen, daß Friedrich Schiller von der Revolution zum Ehrenbürger Frankreichs erhoben wurde. Das Dekret, welches seine Ernennung enthielt, war von Danton unterschrieben, der allerdings bereits geköpft war, bevor dem Dichter das Schriftstück eingehändigt werden konnte. Mit den „Räubern" ist Schiller unter die entsetzten Philister gefahren und mit „Wilhelm Tell", in welchem der Dichter das - denkt, daß seit der Einreihung bereits zwei Jahre vev gangen sind. Die Nordbahner werden erkennen, daß es die Gruppt . der Unterbenmten und Diener in der Personalkommission i an Bemühungen nicht hat fehlen lassen, um die Jnter-, essen der Bediensteten in vollem Maße zu wahren. Es wird i erwartet, daß auch die bisher der Organisation fernstehenden . Norbluchner diese Tätigkeit der organisierten Personal- - kommissionsinitglieder arierkennen und durch ihren Beitritt : zur internationalen Organisation zum Ausdruck bringen i werden, um eventuell folgende Anschläge auf die Redjtf l des Personals mit Erfolg abwenden zu können. Die familienangehärigen-: behandlung durch die Bahnärzte bei der Südbahn ist bis jetzt noch immer nicht durchgeführt, wiewohl wir in unserer letzten diesbezüglichen Mitteilung die Hoffnung aus-sprachen, daß diese Angelegenheit noch im Lause des heurigen Sommers burckjgefünrt werden wird. Die Krankenkassenmitglieder denken und der Herr Chefarzt Dr. R o s-manit lenkt. Herr Dr. R o s m a n i t, der große Bediensteten-freund mit dem wohlwollenden Herzen hat bis jetzt zur Lösung dieser Frage nicht das geringste beigetragen. Seme Aufgabe ist es, die neue Ratjonseinteilung sertiazustellen, zu welchem Zweck das Krankenkassenbureau durch Hinausgabe von Zählkarten den genauen Stand der verheirateten und ledigen Mitglieder sowie die Anzahl der Frauen und Kinder ermittelte. Noch vor Beginn ocS Sommers wurde das ganze Material dem Herrn Chefarzt übergeben und bis jetzt hat dieser Herr die neue RanonScinteitung der Bahnärzte noch immer nicht durchaesüyrt, wiewohl er im Monat Februar erklärt hat, daß sich niemand anderer für ihn den Kopf zerbrechen soll, er werde, wenn das gesammelte Material vorliegen wird, die RayonSeinteihmg rn acht Tagen treffen. Seit diesem mit Bestimmtheit und Zuversicht vorgebrachten Ausspruch sind schon mehr als acht Monate oergatmen und noch immer rührt sich nichts. Der offene und ehrliche Wille des gesamten Ausschusses, diese im Interesse des Personals notwendige Restnm endlich einmal durchzuführen, kann sich nicht betätigen, weil der Herr Chefarzt nicht will, seine Pflicht ganz einfach nicht erfüllt. Die Bediensteten werden für jede Lappalie von ihrer Vorgesetzten Dienststelle zur Verantwortung gezogen, nur der Herr Chefarzt scheint bei der Südbahn keinen Vorgesetzten mehr zu haben, denn sonst müßte ihm doch schon einmal der Standpunkt klar gemacht worden fein. Seine Tätigkeit besteht darin, die von den Bediensteten an die gesellschaftlichen Humanitätsinstitute gerichteten Ansuchen, wo der Herr Chefarzt etwas dreinzureden hat, diese geltend gemachten Ansprüche einfach zu negieren ober als nicht bestehend zu bezeichnen. Die geleistete Arbeit des Herrn Chefarztes für die Südbahn besteht in der Abweisung der von den Bediensteten geltend gemachten Ansprüche. EtivaS Positives für das Personal hat dieser Herr während seiner Amtstätigkeit überhaupt noch nicht geleistet. Der Chef des Sanitätsdienstes schert sich einen blauen Teufel um die sanitären Verhältnisse auf der Südbahu, denn sonst müßte er seinen beim Herrn Generaldirektor bestehenden Einfluß geltend machen, daß solch sanitätswidrige Zustände sobald als möglich abgestellt werden. Herr Chefarzt, wir erlauben uns hier zu fragen, ob es nicht sanitütswidrig ist, daß Betten eines Zimmers tu der'Station Gloggnitz für das Zugsbegleitungspersonal innerhalb 24 Stunden dreimal belegt werden, ob dies nicht Schwert als ein brauchbares Mittel gegen die Tyrannenmacht bezeichnet, wenn kein anderes Mittel mehr verfangen will, hat er sich von ihnen verabschiedet. Seine Werke sind Gemeingut geworden auf der ganzen Erde, jedoch nicht unter denen, die sich mit Vorliebe jene Stelle ans der „Glocke" heraussuchen, welche gegen die französische Revolution gerichtet sein soll, sondern in den Massen der Völker, welche die Traditionen der Revolution Hochhalten. Die Arbeiterklasse, die an der Arbeit ist, die große Kulturfrage der sozialen Gerechtigkeit zu losen, wird auch die versunkenen Schätze der deutschen klassischen Literatur heben und zum Gemeingut der strebenden Menschheit machen. . " . Schiller und seine Kritiker. Ein Mitglied der Gesellschaft Jesu schrieb, daß Schiller in der Vorführung der verkommenen Ränbergestalten alles gute Gefühl und die Sitten der Menschheit geschändet habe. Der Schriftsteller Moritz veröffentlichte in der „Rassischen Zeitung" einen Schmähartikol gegen Schiller und bezeich-nete „Kabale und Liebe" als ein Produkt unserer Zeiten Schande. Alles werde unter den Händen Schillers zu Schaum und Blase. Schiller wurde auch als staatsgefährlich denunziert, indem er für den „eingebildeten Helden Karl Moor" die Bewunderung des Pöbels, gegen die Polizei aber Mißachtung hervorrufe. Er habe die Moral, die Politik und den Gehorsam gegen die Gesetze untergraben. Eine Leipziger Zeitung beschuldigte ihn der Aufreizung zum Diebstahl, zu Mord und Mordbrennern. (Leipziger Magazin für Philosophie und schöne Literatur. 1785.) Schiller antwortete den Philistern und Pfaffen auf ihre Beschimpfungen: „Wenn von allen den unzähligen Klageschriften gegen „Die Räuber" eine einzige mich trifft, so ist c3 diese, daß ich zwei Jahre vorher mir anmaßte. Menschen zu schildern, ehe mir noch einer vegegnete. „Die Räuber" kosteten mir Familie und Vaterland." ESUF"* Sorget dafür, datz der .»Eisenbahner" auch vom reisender; Publikum gelesen werde! Seite 4 «§vetteren Verhandlungen zum Ziele zu gelangen suchte, einen diplomatischen Erfolg errang, der die Sachlage zu unseren Gunsten änderte. Unter Hinweis otts da« in seinen Händen befindliche, aber noch nicht offiziell überreichte Ultimatum und die entschlossene Haltung der Bahn« ärzte konme Dr. Reinprecht den Herrn Hnfrat veranlassen, uns eine schriftliche Zujicherung zu geben, bajj unsere Angelegenheit von ihm fcU'ft in die Hand genommen und bi» Ende Juli d. I. definitiv erledigt sein wird. Die in Gegenwart de» Dr. Sein» precht '.lifuerjcfchriebene Zusage lautet: „toien, 30. Mai 1909. S-hr geehrter Herr Doktor! -luf Ihr- q:>. Anfrage teile ich Ihnen mit, daß ich — nunmehr etwas von sonstiger Arbeit entlastet — die Frage bet Stabilisierung und Rationierung der Bahnärzte selbst in die Hand nehmen werde, und hoffe die Slttgelegercheit in der Zulisitzung de« ÄerwaltnngSrateS zur deflnttivt.it Beschlußfassung zu bringen. Die 2(:ige!fgcnheit wird alfo bis Ende Juli definitiv erledigt sein. Ihr hochachtungsvoll ergebener Eger m. p. Wir Halten eS nun für unsere AnstandSpflicht, dem Herrn Hofmt auch Gelegenheit zu geben, fein abermals gegebenes Verspreche», welche« er zwar im Jahre 1908 nicht gehalten hat, bis Ende Juli zu erfüllen uud bis dahin die Waffen ruhen zu lassen. Dann werden mir die Kollegen zu Jnspekloratsversammlimgen entladen, in denselben ie in letzter Zeit mit dem erhöhten Anfangsgehalt neu tabilisierten Bediensteten vorgesehenen verlängerten Vorrückungsfristen anbclangt, steht die Sache so, daß diese verlängerten Vorrückungsfristen für jene Werk-tättenbediensteten, die seit 1. Jänner 1909 in den neuen Anfangsgehaltsstufen von 900 oder 1000 Kr. stabilisiert wurden oder stabilisiert werden, keine Anwendung inden dürfen, nachdem die Werkstättenarbeiter bekanntlich nicht nach dem im Schema vorgesehenen An-angsgehalt, sondern auf Grund ihres im Taglohnverhältnis zuletzt bezogenen Jahresarbeitsverdienstcs 'Gehalt, Quartiergeld und Wert der Dienstkleider zu-ammengerechnet) stabilisiert werden. Das Eisenbahn-ninisterium hat bereits auf die wiederholten diesbezüglichen Interventionen des Abgeordneten Genossen T o m s ch i k verfügt, . daß für die genannten Wcrk-'tättenbediensteten die im Schema vorgesehenen und nicht jene in' der Einreihungstabelle der neuen Automatik enthaltenen Vorrückungsfristen Anwendung zu 'inden haben. Ebenso wird die zugestandene Kürzung >er Vorrückungsfrist in der Gehaltsstufe von 1000 Kr. von drei auf. zwei Jahre für alle Bediensteten, die bis zum 1. Jänner 1909 definitiv angcstellt wurden und die bis zu diesem Zeitpunkt die Gehaltsstufe von 1000 Kr. nicht erreicht haben, zur Durchführung gelangen, nachdem esn diesbezüglicher Erlaß bereits im Amtsblatt -res Eisenbahnministeriums vom 14. Oktober 1909 enthalten ist. Hinsichtlich der Frage der Anrechnung der Montur bei der Stabilisierung hat die Konferenz eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Eine glückliche Lösung dieser brennenden Frage könne darin gefunden werden, wenn die Differenzbeträge, nicht wie bisher, erst immt bei der Stabilisierung aufgerundet werden, wenn Oer Betrag 50 Kr. übersteigt, sondern schon dann, wenn derselbe 20 Kr. beträgt. Die zugestandene Lohnregu-ierung wird nach einer Erklärung des Eisenbahnmini-teriums nach den diesbezüglichen von den Direktions-irbeiterausschüssen gestellten und vom Eisenbahnmini-terium genehmigten Anträge, in der nächsten Zeit zur Auszahlung gelangen, nachdem die Anweisungen zur Auszahlung bereits an die Direktionen ergangen seien. Dazu sei noch erwähnt, daß in mehreren Direktionsbezirken eine Lohnautomatik im zugestandencn Sinne noch nicht erstellt wurde und es daher Aufgabe der Konferenz sei, diesbezüglich Klarheit zu schaffen. Ein nennenswertes Zugeständnis bildet auch die errungene Verkürzung der Arbeitszeit in den Werkstätten. Durch die Tätigkeit der Organisation ist es auch gelungen, die Stabilisierung der Werkstättenarbeiter in einem bedeutend erhöhtercn Ausmaß als bisher durchzusetzen, nachdem die Normierung der Posten eine wesentliche Vermehrung erfahren hat. Alles in allem ist eine Reihe von Verbesserungen durchgesetzt worden und es ist daher eine dreiste und mit Absicht verbreitete Lüge der Gegner unserer Organisation, wenn behauptet wird, die Organisation hat für die Werkstättenarbeiter nichts getan. Nicht unerwähnt sollen die zutreffenden, Ausführungen des Genossen S o m i t s ch, betreffend die erfolgte Gleichstellung der Anfangsgehälter für die Werfmänner und Werkgehilsen, sein. Die Gegner unserer Organisation arbeiten fieberhaft daran, den Werkmännern einzureden, daß sie deshalb, weil der Anfangsgehalt der Werkgehilfen ebenfalls auf 900 Kr. erhöht wurde, durch unsere Organisation schwer geschädigt wurden. Wir haben schon im Jahre 1905 verlangt, daß die Werkmänner in die Gruppe I der Diener eingcreiht werden. Diese Forderung ist auch im Zentralausschuß der Personalkommission energisch vertreten worden. Im Resolutionsantrag Dr. Ellenbogen bei den vorjährigen Verhandlungen im Budgetausschntz ist sie ebenfalls enthalten und auch bei den im Oktober v. I. stattgefun-denen Verhandlungen wurde energisch dafür eingetreten. Leider war aber diese Sache momentan nicht durchzusetzen und wir konnten doch nicht verlangen, daß, nach-dem die Forderung nach Einreihung der Werkmänner in die Gruppe I der Diener mit dem erhöhten Anfangsgehalt von 1000 Kr. nicht erfüllt wurde, daß dafür den Werkgehilfen der bereits zugestandene erhöhte Anfangsgehalt von 900 Kr. auf 800 Kr. reduziert wird. Eine solche Vertretung der Interessen des Personals könnte allem Anschein nach den Gegnern unserer Organisation zugetraut werden, nachdem diese Leute heute erklären, sie sind schwer geschädigt worden, weil die Werkgehilfen den erhöhten Anfangsgehalt von 900 Kr. erhielten. Wir werden selbstverständlich auch fernerhin alles daran setzen, daß die Automatik im Sinne der diesbezüglichen bereits im Zentralausschuß der Personalkommission ein« gebrachten Anträge eine weitere Perbesserung erfährt. Dies gilt auch betreffs der Verbesserung der Lage des im Taglohn stehenden Werkstättenpersonals. Es kann nicht Aufgabe der Konferenz sein, eine Reihe von neuen Forderungen aufzustellen, die auf lange Zeit hinaus keine Aussicht haben, erfüllt zu werden. Vor allem anderen mutz jetzt getrachtet werden, daß die Forderungen, die bereits als Anträge im Arbeiterausschuß und in der Personalkommission cingebracht wurden und bis jetzt unerfüllt blieben, im Sinne der im Vorjahre abgegebenen Erklärung des Eisenbahnministeriums in der nächsten Zeit einer angemessenen Erfüllung zuge-sührt werden. — Betreffend die Regelung der Lohn-und Arbeitsverhältnijse der verstaatlichen Privatbahnen verwies Genosse S o m i t s ch auf die Beschlüsse der diesbezüglichen Konferenzen, die im „Eisenbahner" bereits zum Abdruck gelangt sind. Redner bespricht noch die Verhältnisse auf der Südbahn, wobei er insbesondere auf die bestehenden Lohntarife und die aus denselben durch die falsche Interpretation der Vorstände entspringenden Streitigkeiten verweist. Nach langer Debatte, an welcher sich die Delegierten zahlreich beteiligten, werden beim,zweiten Punkt der Tagesordnung nachstehende Anträge, die von einer aus 16 Delegierten aller Bahnen bestehenden Antragprüfungskommission überprüft wurden, einem zehn glicdrigen Komitee zur Redaktion zugelviesen. Beim dritten Punkt der Tagesordnung gelangte „ach einem eingehenden Referat des Genossen S o-m i t s ch und des Abgeordneten Genossen T o m s ch i k nachstehende Resolution zur einstimmigen Annahme: I. Wie die Stabilisierung erfolge« soll 1. Alle Arbeiter sollten nach einem zweijährigen Provi-örium stabilisiert werden. 2. Alle Professioniste» sind als lWerkmänner mit dein 300fachen ihres zuletzt bezogenen Lohnes, mindestens aber mit 1000 Kr. Ansangsgehalt zu stabilisieren. Alle übrigen Arbeiter sind als Werkgehilfen anzu- 'tellen. 3. Als UebergangSstadium sollen die normierten Posten derart vermehrt werden, daß alle Prosessionisten mit über fünf Dienstjahren und alle anderen Arbeiter mit über zehn Dienst« jahren sofort, sodann jedes Jahr ein entsprechender Teil der noch übrigen stabilisiert werde», so daß in drei Jahren die Stabilisierung aller Arbeiter mit 2>/,jührigem Provisorium fortlaufend erfolgen kann. 4. Bei der Berechnung des Gehalte» und des Quartier-geldeS ist bei jenen Arbeitern, welche mit dem 300fachen des zuletzt bezogenen Lohnes stabilisiert werden, die Uniform nicht e»i-zürcchnen, und ist jeder Arbeiter in die dem 300fachen des zuletzt bezogenen Lohnes nächst höhere GehaltS- beziehungsweise Quartiergeldstufe einzureihen. Für die Werkstücken- und Heizhauöarbeiter der verstaatlichten Bahnen wird an dem Grundsätze festgehalten, daß auch diese stabilisiert werden. Durch die Stabilisierung darf niemandem ein Schaden an seinem Verdienste erstehen. Als Grundlage zur Stabilisierung dieser Arbeiter hat das 300fochc dcS aus dem Gesamtverdicnste der letzten drei Jahre und der in. denselben faktisch geleisteten Arbeitstage resultierenden Tagesverdienstes zu gelten. II. Verbesserung der Vorrückungen. 1. Zweijährige VörrückungSsristen für alle Prosessionisten beziehungsweise Werkmänner bis zur Gehaltstufe von 1400 Kr. und für alle Werkgehilfen bis zur Gchaltstuse von 1400 Sit. 2. Mit dem Gehalt von 1200 Kr. sollen alle Wcrkmnnnei zu Oberwerkmännern ernannt werden, um die Erreichung eines EndgchalteS von 1800 fit. zu ermöglichen. 3. Jeder Oberwerkmann soll in der Gehallstufe von 1400 fir. nach abgelegter fachlicher Prüfung zum Unterbeamten der Gruppe C avancieren. 4. Qualifizierte Hilfsarbeiter (MafchinenhilfSarbeiter, Pro» fessionistenhclser) und HilsSarbeiterpartieführer sollen in der Gehaltstufe von 1200 Kr. in die Gruppe II der Diener cingereiht werden. 6. Ein Ausschluß, respektive eine Zurücksetzung von dieser Vorrückung soll nur auf Grund^ciueS DiSziplinarkommissionS» sprucheS erfolgen können. III. Aufhebung von Stabilificrungöschäde». 1. Für alle bei der Stabilisierung Geschädigten sollen AusgleichSavaneements in der Art gewährt werden, daß die VörrückungSsristen jedes Geschädigten insolange um ein Jahr gekürzt werden, bis er in jener Gehaltsstufe «»gelangt ist, in welcher er bei ordnungsmäßiger Stabilisierung sein ivürde. IV. Sonstige die Stabilisierten betreffende Anträge. 1. Die Bediensteten sollen in der Reihenfolge der Dienstaltersliste mit Verlautbarung im AmtSblatte ein halbe» Jahr vor dem Stattsindcn ihrer Prüfung in Kenntnis gesetzt werden. 2. Den Definitiven sind die Fahrzeiten bei Exponierungen als Arbeitszeit anzurcchnen. ^^ 3. In die Disziplinarkommission soll die Hälfte der Mitglieder durch das Personal gewählt werden. 4. Das Werkstättenpersonal soll in den Personalkommissionen durch je zwei Mitglieder vertreten sein. 5. Gewährung eines kurzen Pelzrockes auS schwarzem Tuch nebst ihrem Tuchpaletot. 6. Die Schäden bei den Stabilisierungen sollen im Fachblatte eingehend behandelt werden. V. Anträge, die Lohnarbeiter betreffend. 1. Einführung von genau spezifizierten und ausführlichen Lohntarifen und Lohnautomalik. 2. Gleichstellung der Arbeiter in den Signalwerkstätten, Gasanstalten und Elektrizitätswerken mit den Arbeitern in den Hauptwerkstätten. 3. Bei Voraussetzung der fachlichen Befähigung hat immer der dienstälteste Arbeiter Partieführer zu werden und gleichzeitig in die höhere Lohnsüise vorzurücken. „ 4. Die Ueberstundenarbeit ist mit 60 Prozent, Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit mit 100 Prozent Lohnzuschlag zu entlohnen. 5. Als Uebersttmden gelten jene in der Zeit von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends über die Normalarbeitszeit geleisteten Stunden; als Nachtstunden die Zeit von 8 Uhr abends bi» 6 Uhr früh. 6. Prosessionisten, welche zum Fahrdienste zugezogen werden, sollen ihren Professionistenlohn auch bei diesem Dienste weiterbeziehen. 7. Bei der Prüfung von Beschwerden über ungerechtfertigte Qualifizierungen sollen die Vertrauensmänner der betreffenden Werkstätte, beziehungsweise des betreffenden Heizhauses zugezogen werden. 8. Gewährung von Erholungsurlauben an alle Subcites im Ausmaße wie beim definitiven Personal. 9. Bcteilung aller Arbeiter mit je zwei blauen ArbeitS- m 10. Einführung von Fahrlegitimationen an alle Arbeiter nach einjähriger Dienstzeit. 11. Erweiterung deS BezugSrechteS von Freikarten. 12. Die beim Militär zugebrachte Zeit (ausgenommen die freiwillige Dienstleistung) soll in die Dienstzeit eingerechnet werden. 13. Für die Bei der Waffenübung zugebrachte Zeit soll der Fortbezug des vollen TaglohneS gewährt werden. 14. Bet den Arbeitern full wie bei dem definitiven Personal die Bestrafung in bestimmten Fällen erst nach stattgehabtem Disziplinarverfahren erfolgen. 16. Gänzliche Abschaffung der Tantiemen. YI. Anträge betreffend die HeizhanSarbeiter. 1. Aufhebung des Konto 16 und Gleichstellung der Heizhaus- mit den Werkstättenarbeitern. 2. Schaffung eines Rangstatus für die Reserveheizer. 3. Die ständig als Heizer fahrenden Putzer, welche die fieffelwärterprüfung abgelegt haben, sollen nach zweijähriger Wartefrist stabilisiert werben. 4. Zulassung der Putzer und Kohlenarbetter zum Fahrdienst nach Dienstalter. 6. AuSsolgung eines Pelze» und einer Kappe an alle Heizer, außer den jetzt zustehenden Monturstücken. 6. Anstellung der Perschieber in den Heizhäusern nach zweijährigem Provlstum. 7. Abschaffung des Akkorde» und Entlohnung der lieber-stunden- und SonntagSarbeit mit 60 Prozent, der Nachtarbeit mit 100 Prozent Lohnzuschlag. 8. Einführung de» 12/24 - Dienstes für die Turnu»-arbeiter. y. Akkord- und TurnuSarbeiter, die nicht in Partien eingeteilt sind, sollen eine tägliche Arbeitszeit von neun Stunden, im Monat zivei freie Tage — einen davon an einem Sonntag — erhallen. 10. Unter grundsätzlicher Festhaltung an dem 12 21-Stundendienst soll zur Erreichung desselben als Ucbergang»-stadium der 12/12-, 12/21-Stundendienst, Berte1 ungSweise 40 Prozent Dienst- und 60 Prozent Ruhezeit für die Tur. usarbeitez eingeführt werden. 11. Gcw«orung eines Schutzpauschale» für alle Werk« Mten- und Heizbausarbeiter, welche im Freien arbeiten, und on Arbeiter, welche mit ätzenden Flüssigkeiten, beziehungsweise Stoffen beschäftigt sind. 12. Ausfolgung von Arbeitskleidcrn an alle HeizhauS-«rbeiter und einer Wetterschutzkleidung für Kohlenarbeiter. 13. Gewährung eines freien Tages in jeder zweiten Woche für alle in Reservepartien beschäftigten Arbeiter, ohne Einrechnung in den Urlaub. 14. Schaffung von Waschräumen, respektive Badehäusern und auch Untcrkunftsräumen zum Einnehmen der Mahlzeiten und Trocknen der Kleider. 15. Endgültige Feststellung, ob die Professionisten und die dazugehörigen Hilfsarbeiter in den Heizhäusern zum Werkstättenoder Exekutivdienst gehören. VII, Sonstige Anträge. 1. Einbeziehung der Aviseure in den für den Bezug der Nachtdienstzulage nominierten Kategorien. 2. Gewährung derselben Arbeitszeit für die Arbeiter in den Materialdepots wie in den Werkstätten. 3. Gleichstellung der Vorheizer mit den Lokomotivheizern. 4. Den Kesselschmieden ist die Dienstzeit so anzurechnen, daß ihnen für jedes Dienstjahr 17s Jahre gerechnet wird. 6. Herabsetzung der Zeit zur Erreichung der vollen Provision von 35 auf 30 Jahre. Die Durchführung dieses Antrages ist dadurch, daß er von den gewählten Mitgliedern des Pro-visionsaussondsschusses eingebracht worden ist, bereits in die Wege geleitet. VIII. Anträge, die Arbeiter bei der Südbahn betreffend. 1. Alle Turnusarbeiter sollen mit Rücksicht aus ihre schwere Arbeit in die Gruppe A des Lohntarifs eingereiht werden. 2. An Samstagen soll der Arbeitsschluß in den Haupt-werkstälten und den Werkstätten in den Heizhäusern wie bei den t. t Staatsbahnen durch geführt werden. 3. Gewährung von Urlauben an alle Arbeiter im Mindest» ausmaß wie bei der Staatseisenbahn. Der von den Delegierten der Südbahn gestellte Antrag wegen Einführung des Provisionsfonds, ist, nachdem die Südbahn die Einsührung desselben bereits verlautbart hat, gegenstandslos geworden. IX. Organisation. Nach eingehender und lebhafter Debatte wirb ein Antrag |um Ausbau des Vertrauensmännersystems angenommen. Die näheren Erklärungen über die Durchführung dieses Antrages, respektive zum Ausbau des Vertrauensmännersystems werden de« Ortsgruppen nächstens zugesendet werden. X. Anträge beim Punkt: Eventuelles. 1. Mit Rücksicht auf die große Anzahl der gestellten und »um großen Teil angenommenen Anträge wird der Antrag, wonach ein Komitee, bestehend aus zwei Mitgliedern jeder Bah», gewählt werden soll, welches die Redigierung der Anträge vorzunehmen hat, angenommen und das Komitee gewählt. 2. Die redigierten Anträge sind zu vervielfältigen und den betreffenden Ortsgruppen zuzusendcn. 3. Die angenommenen Anträge sind den betreffenden Institutionen, beziehungsweise deren gewählten Vertretern zu übermitteln. D II. In allen Werkstätten ist dahinzuwirken, daß der 1, Mai als Feiertag der Arbeiter gefeiert wird. Zur Einreihung der llord-bahnbedienfieten. In der letzten Nummer des „Eisenbahner" brachten wir eine Zusammenstellung der Beschwerden, welche sich bei der Durchführung der Grundsätze für die Einreihung der Unterbeamten und Diener der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in den Status der k. k. Staatsbahnen ergeben haben und seitens der Personalkommission in Form eines Memorandums an die k. k. Nordbahndirektion geleitet wurden. Nachdem die Nordbahndirektion zu diesen Beschwerden das Gutachten abgegeben und samt dem Memorandum an das Eisenbahnministerium gekettet hat, sprach die Exekutive der Personalkommission im Eisenbahnministerium vor, um einesteils die bereits veröffentlichte Gegenäußcrung auf das Gutachten der k. k. Nordbahndirektion vorzulegen, andererseits aber, um eventuell nachträglich entstehende Zweifel aufzuklären, beziehungsweise nochmaligen unrichtigen Auslegungen der einschlägigen Bestimmungen wirksam entgegentreten zu können. Die Deputation wurde vom Referenten in Personalangelegenheiten, Herrn Sektionsrat Böß, empfangen, welcher sich die bequeme Nolle eines ahnungslosen Engels zurechtlegen wollte, indem er sich den Anschein gab, als sei ihm die Eingabe der Personalkommission, welche schon über eine Woche im Eisenbahnministerium vorlag, unbekannt. Mit zuvorkommenden Worten erklärte er sich bereit, in unverbindlicher Weise einen Vortrag ent-gegenzunehmen, doch unsere Genossen durchblickten die auf eine neuerliche Verschleppung hinzielende Manöver und verstanden es prächtig, den Herrn Sektionsrat aus seiner Reserve herauszulocken und ihn zu der Erklärung zu veranlassen, daß die Eingabe der Personalkommission im Eisenbahnministerium bereits Gegenstand des Studiums gebildet habe. In der darauffolgenden Debatte führten unsere Genossen derart überzeugende Argumente ins Treffen, daß sich der Herr Sektionsrat wiederholt gezwungen fühlte, trotz der anfangs entgegengebrachten Zweifel die Anschauungen der Personalkomission als gerecht anzuerkennen und eine Erledigung im Sinne des Memorandums in Aussicht zu stellen. Bei dieser Debatte konnte man wieder einmal ersehen, daß bei den kompetenten Dienststellen des Eisenbahnministeriums oft eine staunenswerte Unkenntnis über die tatsächlichen Verhältnisse auf den Linien der k. k. Staatsbahnen vorherrscht, und führen wir diesbezüglich nur ein Beispiel an. Bekanntlich führen die Nordbahner die Beschwerde wegen Entziehung der Kassenzulage und der Kalkulationszulagcn bei eventuellen Versetzungen, beziehungsweise Neueinteilungen zum Kassen- oder Kalkulationsdienste und erhielten nun zur Antwort: „Die betroffenen Bedien st eten Hätten sich eben nicht versetzen lassen solle n." Als ob eine Versetzung nur vom freien Willen und nicht vom eisernen Muß und Dienstesrücksichten abhängig wäret Die Genossen Personalkommissionsmitglieder gaben diesbezüglich die nötige Aufklärung und erklärten auch auf euren Einwurf des Herrn Sektionsrates, es werden ohnehin auch in das Schema der k. k. Staatsbahnen Kassen- und Kalkulationszulagen eingeführt, daß die Nordbahner die bedeutend niedriger bemessenen Zulagen der Staatsbahnen niemals als Ersatz für dieselben Funktionsgebühren der Kaiser Ferdinands-Nordbahn anerkennen werden. Die Genossen Personalkommissionsmitglicder machten den Herrn Sektionsrat auf die steigende Erregung unter den Nordbahnern aufmerksam und gaben der Erwartung Ausdruck, daß das k. k. Eisenbahnministerium nun doch endlich die alte Schuld an die eingereihten Bediensteten abstatten und das Memorandum einer schleunigen Erledigung zuführen wird, worauf der Herr Sektionsrat eine baldmöglichste Beantwortung im Wege der k. k. Nordbahndirektion zusagte. Inland. Die zusammengeheiratete Eisenbahn. Die .Arbeiter-Zeitung" schreibt: Hört man in Oesterreich von einer auffälligen Beamtenkarriere, so wird ivohl niemand fragen, was für besondere Leistungen sie bewirkt haben; wohl aber wird jeder die Frage erheben: mit wem ist der Karrieremann verwandt? . . . Herr Kroy hat sich zu feiner Entlastung auf den Fall T r n k a berufen und freilich ist die Ernennung dieses jungen Beamten zum Hofrat und Direktor der Staatseisenbahngesellschaft höchst ausfällig. Auffällig? — sicher nicht, wenn man vernimmt, daß Herr T r n k a der Schwiegersohn des Dr. K e r z l, des Leibarztes des Kaisers, ist.' Vor nicht langer Zeit wurde bei den Staatsbahnen statt als unbesoldeter Volontär sogleich als Oberbeamter ein gewisser Dr. Jolly, seines Zeichens Millionär, ausgenommen. Warum schenken ihm die pafsiven Staatsbahnen 5000 Kr. jährlich? Ganz einfach, der Herr Jolly ist ein Schwager des Sekretärs des Erzherzogs Franz Ferdinand! Die »Eisenbahnbeamtenzeitung" erzählt von einem ähnlichen „Fall". Ein Herr Max P n w l l ck, ein früherer Oberlieutnant, ist im Eisenbahnministerium als Offizial ausgenommen worden, obwohl er beim Eisenbahnfach nie gewesen ist, also logischerweife nur als Aspirant oder Volontär ausgenommen werden dürfte. Mit wem mag der verwandt sein? Gewcrkschaf lichc Kulturarbeit. Die Mitgliederzahl der Union der Textilarbeiter Oesterreichs stieg von 6225 im Jahre 1901 auf 45.888 im Jahre 1908. Daß noch mehr Textilarbeiter organisiert sein könnten, ist außer Zweifel. Aber selbst diese Anzahl hat Außerordentliches geleistet und ein Gefühl tiefer Beschämung mutz jeden Nichtorganisierten Arbeiter beschleichen, wenn er die folgenden Ziffern liest und die Leistungen betrachtet, die ohne feine Mithilfe vollbracht wurden und die noch größer sein könnten, wenn er sich nicht abseits gestellt hätte. Die Union der Textilarbeiter leistete im letzten Jahre allein an Kr. 1 8 1.9 4 8-4 9 an verschiedenen Unterstützungen. In den Jahren 1901 bis 1908 wurden an Arbeitslosenunterstützung Kr. 274.846-92, an Reiseunterstützung Kr. 89.603-77, an außerordentliche Unterstützung Kr. 102.541 07, an Hinterbliebenenunterstützung seit 1906 13,540 Kr., an 'Eütbindungsgeldern seit 1907 17.520 Kr. zusammen Kr. 448.051-71 ausbezahlt. Damit ist aber das Matz dessen, was die Union ihren Mitgliedern bieten konnte, lange nicht erschöpft. Wichtiger noch als alles das sind die Verbesserungen auf dem Gebiete der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, die sie imstande war durch eigene Kraft Tausenden Arbeitern und Arbeiterinnen zu erobern. So fanden in den Jahren 1906 bis 1908 in ganz Oesterreich 472 Lohnbewegungen statt, von denen nur 55 ohne Erfolg verliefen. Die erkämpften Lohnerhöhungen, an denen 10 3.8 20ArbeiterundArbeiterinnen partizipieren, belaufen sich in diesen drei Jahren auf die staatliche Summe von 4 Millionen 873 Tausend und 950 Kronen. Doch nicht nur Lohnerhöhungen wußte die Organisation zu erkämpfen, sondern auch die Arbeitszeit wurde für 6 0.118 Arbeiter und Arbeiterinnen in demselben Zeiträume um 9 Millionen 8 7 3 T a u s e n d 6 8 7 j ü b r l i ch e r A r b ei t s-stunden verkürzt. Aber alle diese Erfolge konnten nur erzielt werden in den Orten, wo die Arbeiterschaft in ihrer überwiegenden Mehrheit fest und treu zur Organisation hält. Erfolge können nur im Kampfe geholt werden und im treuen Zusammenstehen aller Ausgebeuteten. Der Arbeiterschaft läßt der Kapitalismus keine andere Wahl. Entweder, sie organisiert sich, widersetzt sich mit Hilfe ihrer Organisation dem immer größer werdenden Elend, oder aber sie sinkt immer tiefer und tiefer, bis ihr alle Kraft des Widerstandes schwindet und sie verurteilt ist, im Sumpfe des sozialen Elends zu ersticken. , Die Jnvestitionsausgaben für die Staatsbahnen. Im Budget für das Jahr 1910 nehmen die Ausgaben für die Eisenbahnen diesmal einen hervorragenden Platz ein. Für die bauliche Ausgestaltung von Werkstätten werden 201 Millionen Kronen beansprucht. Die fortgesetzte Vermehrung der Fahrbetriebsmittel sowie in der Steigerung des Verkehrs begründete Erhöhung der Fahrparkabnützung bedingen eine fortschreitende Erhöhung der Intensität des Werkstättenbetriebes, eine Intensität, für welche die jetzt vorhandenen Werkstättenanlagen vielfach nicht ausreichen. Demgemäß ist für das kommende Jahr die Fortsetzung der schon begonnenen Herstellung einer Betriebswerkstätte in Floridsdorf, sowie die Durchführung von Erweiterungsbauten in verschiedenen Werkstätten, so insbesondere in St. Pölten, Linz. Saun, Lemberg, Stryj und Simmering in Aussicht genommen. Das Erfordernis für die Ergänzungsbauten am Unterbau der kurrenten Strecke beträgt 3-13 Millionen Kronen. Eine dem Betrage nach sehr hohe, Post betrifft die Er-ganzungsbauten am Oberbau: 13-86 Millionen Kronen. Die fortgesetzte Steigerung der Zugsbelastung und' der Fahrgeschwindigkeit erfordern die Auswechslung der altartigen, den gesteigerten Verkehrsbedürfnissen nicht mehr genügenden Oberbausysteme sowie den Ersatz der Weichen älterer Konstruktion durch Einlegung neuer Weichen. In diesem Sinne wird für den gesamten Bereich der Staatsbahnverwaltung die Durchführung vollständiger Glcis-rekonstruktionen tut Umfange von mehr als 500 Kilo- o to iii üliail i MM«''. □ metern beabsichtigt. Für die Ausführung von Wohn- und Kaserngebäuden sowie Wächterhäusern sind 0-84 Millionen Kronen, für Anlagen zur Sicherung des Zugsverkehrs, für Schwachstromeinrichtungen sind 1-07 Millionen Kronen, für bauliche Herstellungen geringeren Umsanges im selbständigen Wirkungskreis der Direktionen 1-3 Millionen Kronen, für elektrische Anlagen, Starkstromeinrichtungen, ebenso wie für maschinelle Einrichtungen je 0 3 Millionen Kronen, für Vorarbeiten und Projektverfassung 0-55 Millionen Kronen, endlich für unvorhergesehene Bauherstellung, deren Notwendigkeit sich erst im Laufe des Budgetjahres herausstellt, wie auch zur Bedeckung etwaiger unvorhergesehener Mehrausgaben bei schon eingeleiteten Bauten 1-97 Millionen Kronen. Weiters sind für die Beschaffung von F a h r b e-triebsmittet« 40 Millionen Kronen gewidmet. Hiervon sollen 21-4 Millionen Kronen in planmäßiger Fortsetzung der schon vor mehreren Jahren in dieser Richtung eingeleiteten Aktion für die Beschaffung von 190 Lokomotiven nebst zugehörigen Tendern verwendet werden. Im Nahmen dieser vor allem als Vermehrung des Lotomoliv-parkes gedachten Beschaffung wird gegebenen Falles auch der Bedarf an Ersatzmafchineil für die im Jahre 1910 etwa zu kassierenden Lokomotiven zu decken fein. Zum Zweck einer weiteren Vermehrung, beziehungsweise einer angemessenen Erneuerung des Wagenparks der Staats-bahnen wird weiters für das Jahr 1910 die Anschaffung von 387 Personenwagen, 190 Dienstwagen und 1255 Güterwagen vorgesehen. Hiervon sollen ungefähr 150 Personenwagen, 55 Dienstwagen und 895 Güterwagen, zusammen beiläufig 1100 Wagen im Werte von rund 8-85 Millionen Kronen, als Ersatz für die im Jahre 1910 zu kassierende Wagen beschafft werden. Das Gesamterfordernis beträgt 17'7 Millionen Kronen. Schließlich sei noch des Erfordernisses für die Ausrüstung von Fahrbetriebsmitteln der Schnell- und Personenzüge mit der automatischen Vakuumschnellbremse (0 9 Millionen Kronen) erwähnt. Im eigenen Netze gefangen. In dem bekannten, von den Herren Abgeordneten Weidenhofcr, Dr. Michel und Kroy seinerzeit Angebrachten Eisenbahner-gcsetzentwurf wird unter anderem im § 122, lit. 6 eine Strafe von 200 bis 2000 Kr. oder Arrest von zehn Tagen bis zu sechs Monaten für den angedroht, »der irgendwie Protektion ausübt, sich um dieselbe bewirbt oder sie an nimmt". Herr Kroy kann also seinem Schicksal dankbar sein, daß sein Gesetzentwurf noch nicht Gesetz ist. Da süße er schon im eigenen Netze gefangen. Schwere Niederlage der Christlichsoziale». Ein großer Wahlsieg wurde von unseren Genossen bei den Delegiertenwahlen der Staatsbahnen für oie beruss-genossenschastliche Unfallverstcherinigsanstalt der österreichischen Eisenbahnen errungen. Trotz der heftigsten Agitation und der gewohnten Wahlpraktiken der Chrtstlichsozi'alen und der Deutschnationalen erhielten die Genossen Ferdinand M o j er als Delegierter und Eduard Li n d n e r als Ersatzmann 10.254 Stimmen. Der unter den Eisenbahnern bekannte Christlichsoziale H. Teifer erhielt 2249 und der Deutschnationale Fischer 1715 Stimmen. Diese Herren könnten jetzt zur Einsicht kommen, daß bei den Eisenbahnern für sie nichts zu holen ist. Ruslaud. Der groste Kampf in Schweden. Der Vollziehungsausschuß des sozialdemokratischen Parteivorstandes hat Ende der verflossenen Woche einen Aufruf an das arbeitende Volk Schwedens veröffentlicht, in dem zu allgemeinem Volksprotest gegen die rücksichtslose Gewaltherrschaft der Kapitalistenklasse aufgesordert wird. Die Scharfmacher wollen den ansgesperrten Arbeitern das Koalitioilsrecht rauben und denen, die die Arbeit ausgenommen, verbieten, ihre kämpfenden Ärbeitsgeuossen, selbst wenn es sich um die eigenen Eltern oder Kinder handelt, zu unterstützen. Die, die sich nicht fügen, werben gewaltsam aus den Wohnungen getrieben, eine bei der Beginnenden Winterkälte doppelt brutale Maßregel. Gegen diese Tyrannei und offenbare Verhöhnung einfachster Bürger- und Menschenrechte soll im ganzen Lande unter Füh ung der Arbeiterkommunen durch große Volksversammlungen und Demonstrationen aufs schärfste protestiert werden. Derartige Demonstrationsversammlungen haben bereits am Sonntag in Stockholm, Göteborg, Eskilstuna und einer Reihe anderer Orte stattgefunden. Massenbesuch und einstimmige Protestresolutionen zeugten dafür, wie entschieden und scharf das arbeitende Volk das verderbliche und brutale Treiben des Unternehmertums verurteilt. Ein Jndustrieverband der Trausportarbeit.r. In den Verbänden der deutschen Transportarbeiter, Hafenarbeiter und Seeleute ist die Frage der Vereinigung zu einer Einheitsorganisation sämtlicher Transportarbeiter Deutschlands seit einigen Jahren erwogen worden und die Verbandstage der drei Verbände haben sich im Prinzip für die Verschmelzung ausgesprochen. Die zu überwindenden Schwierigkeiten sind naturgemäß nicht geringfügig. Die Verschiedenheit der Organisationseinrichtungen iv:e der Arbeitsverhältnisse der einzelnen Gruppen der Transportarbeiter zu Wasser und zu Land sind allein schwerwiegend enug. Aus diesen Verhältnissen entstanden Differenzen, ie im vorigen Jahr zum Abbruch der Verhandlungen über die Verschmelzungsfrage führten. Am 19. Oktober hat nun eine Konferenz der Vorstände der drei Verbände stattgesunden. Das Ergebnis dieser Konferenz war folgende einstimmig angenommene Vergleichserklärung: „Die Vorstände der Zentralverbände der Hafenarbeiter, Seeleute und Transportarbeiter erklärten: 1. Die Mehrheit der Konferenz der Kartellvorstünde vom 25. März 1908 hielt sich gemäß den Grundsätzen, die der damalige Kartcllvertrag formulierte, für berechtigt, zur Erledigung aktueller Grenzstreitigkeilen die Beschlüsse zu fassen, die seit dem 25. März 1909 den Gegenstand des prinzipiellen Streites zwischen den ehemaligen Kartellverbände» bildeten. 2. Die Minderheit der Konferenz vom 25. März ging von der Auslassung aus, daß die Konserenzmehrhoit ihre Kompetenz überschritten habe, weshalb sie es ablehnte, die Konsequenzen aus diesen Mehrheitsbeschlüssen zu tragen. 3. Die Konferenz erkennt an, daß die Konsercnzmehrheit vom 25. März 1908 die umstrittenen Beschlüsse in legaler Weis», von den besten Absichten geleitet und nur ly»« Ueberzeugunp kolgend, faßte. Sie erkennt ferner an, daß die Konserenzminder->Mt glaubte, ausschließlich in Wahrung ihrer berechtigten Interessen zu handeln, als sie die Anerkennung jener Beschlüsse ablehnte. 4. Nach Feststellung dieser Tatsachen glaubt die heutige Konferenz der drei Vorstände, der weiteren Förderung des im Prinzip bereits beschlossenen Zusammenschlusses dienlich zu sein, toenn sie die Fra;e, ob die Mehrheit oder Minderheit vom "5. März im Recht/ war, unentschieden läßt und die prinzipiellen neben den taktischen Differenzen mit dieser Erklärung als beendet betrachtet. . 6. Von einer Wiederauflebung des bis zum I. Februar 1909 gültigen allgemeinen Kartellvertrages wird Abstand genommen, jedoch sollen die in jenem Kartellvertrage ausgesprochenen Grundsätze über die Taktik und das organisatorische Zusammenwirken der drei Verbände bis zum definitiven Zusammenschluß Transportarbeiter, Hafenarbeiter und Seeleute als allgemein gültige Richtschnur dienen. Der zwischen den Hafenarbeitern und Seeleuten abgeschlossene Kartellv^rtrag bleibt bis dahin bestehen. 6. Die Wiederaufnahme der endgültigen Zusammenschlußverhandlungen erfolgt am Montag, 13. Dezember. Als Unterlage >ur diese Zusammenschlußverhandlungen dienen die Konferenzbeschlüsse vom 7. und 8. September 1906. . Zn diesen Zusammmenjchlußucrhandlungen entsenden die drei Verbände je sieben Vertreter, wovon je vier Vertreter aus den Vorständen und die weiteren drei Vertreter aus den Kreisen der Mitglieder der drei Verbände zu bestimmen sind. Diese Vergleichserklärung ebnet erfreulicherweise wieder den Weg zu erneuten Verhandlungen über den Zusammenschluß, die bereits am 13. Dezember ausgenommen werden sollen. Es steht zu erwarten, datz diese Verhandlungen das lang ersehnte Ergebnis zeitigen werden. Bus dem Gerichtssaal. Ein ««geklagter Wächter. Am 17. März wurde kurz vor der Station Spittal-Millstätten e-n mit Holz beladener Wagen vom Personenzug überfahren, wobei der Kutscher schwer verletzt und der Wagen vollständig zertrümmert wurde. Der Kutscher ist nach zwei Tagen an den Verletzungen gestorben. Aus Grund dieses Unfalls hatte sich der Weichenwächter Blasius Herzog am 25. Oktober d. I. beim Landesgericht in°Klagensurt zu verantworten. Der von Dr. Walter aus Klagensnrt verteidigte Angeklagte verantwortete sich dahin, daß er die Schranken rechtzeitig geschlossen hal'e, doch war es ihm nicht möglich, sich von der vollständigen Schließung zu überzeugen, da wegen einer starken Krümmung und allzu großer Entfernung jede Aussicht aus den Schranken unmöglich ist. Ueberdies darf er laut Instruktion feinen Posten beim Einsahrtswcchsel nicht verlassen. Als Sachverständiger wurde Herr B l a m e r, Revident der k. k. Staatsbah»dir>.ktivn in Villach, beigezogen sowie nicht weniger als 16 Zeugen cinuernommen. Der Staatsanwalt beantragt die Bestrafung des angeklagteu Wächters, weil Herzog es unterlassen habe, sich von der vollständigen Schließung der Schranken zu überzeugen. Der Verteidiger Dr. Walter vertrat den Standpunkt, daß an einer derart frequentierten Uebersetzung ein Wächter zu postieren sei. Allerdings sei bei der Ungliicksstelle ein Wächterhaus, doch dieser Wächterposten wurde aufgelassen und das Wächter-häuScheu dient gegenwärtig als Wohnung für einen Kanzleidiener. Ein Zeichen, daß die Verwaltung der Südbahn die Bewachung dieser Uebersetzung für höchst notwendig befunden haben müsse. Weiters führte der Verteidiger Dr. W a l t e r an, daß der Angeklagte feiner Pflicht vollständig nachgekommen sei, indem er den Schranken zeitgemäß geschlossen habe. Daß er sich separat noch von der Schließung überzeugen sollte, sei geradezu unmöglich, da er erstens du ich versperrte Aussicht daran gehindert sei und er seinen Posten unter keinen Umstanden verlassen darf. Wollte er sich von der Verschließung der Schranken überzeugen, io müßte er notgedrungen seinen anvertrauten Posten verlassen, und mittlerweile könnte während der Einfahrt oder Ausfahrt der Züge etwas passieren, wofür er abermals verantwortlich gemacht würde. Nach der ausgezeichneten Rede des Verteidigers Dr. Walter zogen sich die Richter zur Beratung zurück und sprachen hieraus unseren Genossen Blasius Herzog frei. Witwen- und Waisenrente. Am 21. November 1908 starb der Lokoinotivsühreramvärter der Staatübahnen Karl L e h-m a n n im Krankenhaus zu Innsbruck an den Folgen einer Operation, welcher er sich unterzog, um von seinem hartnäckigen Krampsaderleiden befreit zu werden. Der Tod trat infolge Blutvergiftung ein. Lehmann hinterließ eine Witwe und drei Mädchen im Alt>r von 1 bis 6 Jahren. Die Witwe Kreszentia Lehmann in Feldkirch erhob nun durch ihren Anwalt Dr. Leopold Katz gegen die berufsgenossen» schädliche Unsallvei sicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen beim Schiedsgericht in Wien eine Klage auf Zahlung Kner Witwenrente, indem sie behauptete, daß der Tod ihres Sotten die Folge eines am 31. Jänner 1908 in der Station Feldkirch erlittenen Verkehrsunsalls sei. An jenem Tage war nämlich Lehmann von der Maschine des Zuges 488 beim Heruntersteigen ausgeglitten und schlug sich mit dem rechten Knie am Fußtritt der Lokomotive an. Er verrichtete noch kurze Zeit seinen Dienst und meldete sich nach zwei Tagen krank, konnte jedoch nach 14 Tagen wieder seinen Dienst ontreten und kühlte sich erst Ende Oktober 1908 wieder dienstunfähig, da ihm die an seinem Beine bestehenden Krampfadern besondere Beschwerden bereiteten, die schließlich zu der mit so traurigem Resultat vollzogenen Operation führten. Bei der am 20. Oktober 1909 stattgehabten Verhandlung wendete die beklagte Anstalt ein, daß der Tod Lehmanns nicht die Folge jenes Unfalls, sondern lediglich seines Ikrampfader-leidens war, wofür die Unfallverficherungsanstalt nicht zu haften habe. Aus der requirierten Krankengeschichte der Universitätsklinik Innsbruck wurde sestgeslellt, daß Lehmann tatsächlich schon seit seiner Jugend an hochgradigen Krampfadern an beiden Beinen litt. Der behandelnde Arzt Dr. B a t l i n e r gab als Zeuge an, daß Lehmann nach dem Unfall bedeutende Schmerzen am rechten Knie empfand und daß er dort eine Entzündung der Krampfader erlitt. Trotzdem er schon zwölf Tage nach dem Unfall bis Ende Oktober seinen Dienst sortfetzte, habe er sich doch im Sommer mehrmals wegen Schmerzen an der verletzten Stelle an den Arzt gewendet. Die vernommenen Sachverständigen Dozent Dr. Erben und Ritter v. Skejskal erklärten, oaß ein Zusammenhang zwischen dem Tode und dem Unfall zweifelhaft Jet. Insbesondere hob Dr. v. Stejskal hervor, daß für die schließliche Operation doch nur das Krampsaderleiden als solches, nicht so sehr die durch den Unfall herbeigeführte Entzündung bestimmend gewesen sei. Der Klageanwalt Dr. Kak führte aus, daß ans den Berichten über die Vorkrankheiten heworgehe, daß Lehmann vor seinem Unfall seit dem Jahre 1901 14mal im Krankenstand geführt wurde, jedoch niemals infolge seinesKramps-aderleidens. Hieraus gehe hervor, daß dieses Leiden bis zum Unfall nicht so heftig gewesen jciit könne, daß Lehmann dadurch an der Verrichtung seines schwierigen Dienstes gehindert worden wäre. Erst nach dem Unfall habe er unter den Krampfadern derart gelitten, daß er durch eine Operation Abhilfe erlangen wollte. Der hierdurch herbeigesührte Tod sei demnach die Folge einer durch den Unfall herbeigesührten hochgradigen Verschlimmerung seines Leidens. Der Vertreter der beklagten Anstalt beantragte dagegen die Abweisung der Klage. Nach langer Beratung fällte das Schiedsgericht unter Vor- sitz deS SandeSgeticfitsraieS Dr. Richter das Urteil, wonach festgestellt wurde, daß der Tod des Karl Lehmann eine Folge des geschilderten Unfalls sei. Infolge dieses Urteils werden nunmehr der Witwe und den drei unmündigen Kindern die gesetzlichen Witwen- und Waisenrenten zukommen, welche zusammen jährlich zirka 1870 Kr. zu betragen haben werden. Streiflichter. Randglossen zur Kroy-Affäre. Herr Ertl, der Vorsitzende des „Reichsbundes", hatte unlängst die große Güte, uns im „Deutschen Eisenbahner' eine Reihe von Zitaten zur gefälligen Nutzanwendung zur Verfügung zu stellen. Da wir als höfliche Menschen nicht gerne lange in einer Schuld bleiben, sind wir so frei, uns jetzt, wo man im „Reichsbund' allenfalls einige Zitate zur zeitgemäßen Würdigung von K r o y s Fehltritten brauchen wird, zu revanchieren. So zum Beispiel dürfte Herr Kroy, als er noch im engen Raum eines Bureaus der A. T. E. satz, sich in stillen Stunden mit Schillers »Jüngling am Bache* gedacht haben: „Ach, ich kann es nicht erreichen, Und das Herz bleibt ungestillt!" Und so ging er hin und handelte nach der Mahnung, die Schiller im „Wilhelm Tell' ausspricht: „Der kluge Mann baut vor.' Denn schließlich hat ja auch schon C. 91. Tiedge verkündet: „Der Mensch ist selbst sein Gott Und sein Beruf ist: handeln." Und so wandte er sich erst an seinen Parteigenossen H a n i ch, damit er ein Avancement für ihn bei der A. T. E. erwirke, und später an Herrn Derschatta, denn: „Der Mensch bedarf des Mensche» sehr, Zn feinem großen Ziele," wie wir uns gleichfalls mit Schiller in »Die Welt-weisen klassisch auszudrücken pflegen. Eine ideale Denkart hat Schiller allerdings ausgedrückt, lvenn er in „Jphygenie in Aulis' sagt: „Die alte Denkart tauscht kein Ehrenmann Auf einen höheren Posten/ allein: „Die einzige Ausbeute, die wir aus dem Kampf deS Lebens Wegtragen, ist die Einsicht in daS Nichts Und herzliche Verachtung alles dessen, Was uns erhaben scheint und wünschenswert,' wie es weiterhin in der „Jungfrau von Orleans' heißt. Man kann ein armer subalterner Beamter sein und braucht deshalb nicht zu verzagen, denn wie Wieland im »Oberon" sagt: „Ein einziger Augenblick kann alles umgestalten/ nur muß man befolgen, was Goethe seinem »Faust' sagen läßt: „Doch der den Augenblick ergreift, Das ist der rechte Mann." Und hat einer einmal die Erkenntnis, daß man als ein Adjunkt der A. T. E. Ursache hat, von jenem Gefühl durchdrungen zu svin, das Goethe so ausgedrückt hat: „Es möchte kein Hund so länger leben!" dann kommt die Erkenntnis schon von selbst, wo man weiter mit Schiller sagt: „Es kommen Falle vor im Menschenleben, Wo’s Weisheit ist, nicht allzu weise sein.' Und dann greift man eben rasch nach der angebotenen Oberrevidentenstelle und spricht mit „Wallenstein': »Du hast's erreicht, Octavio!' So, da hätten wir also einen Lebenslauf in Zitaten und Reimlein. Zum Schluß nur noch ein paar Verse von dem gefürchteten Satiriker der Vierzigerjahre Adolf G latzbrenn e r, die sich vielleicht bei Neichsbundfestlichkeiten besonders gut zum Vortrag eignen dürften. Zum Beispiel: „Die Raupe auf dem Baume faß Und von der Krön' die Blätter fraß. Sie war im bunten Kleide, Als wie von Samt und Seide. Ein Hochgestellter ging vorbei. Der sah das Tier und rief: ,Ei, eil Wie hast du's unternommen Und bist so hoch gekommen Und als die Raupe blieb nicht stumm, Da ward er rot, und drehte um. Die Raupe hat gesprochen: Mein Freund, ich bin gekrochen." Die alten Hosenlräträ rücken ans! Für die Interessenvertretung deS arbeitenden Volkes hat sich soeben eine neue mutig kämpfende Schar von Männern zusammengetan, unter deren ehernem Massentritt das Staatsgebäude erzittern wird. Der christliche »Verkehrsbund" der Eisenbahner, die Wiener Hausmeister, die 11 Veteranen, die k. k. Amtsdiener und die Herr-fchaftsdiener haben nämlich zusammen einen Verband nichtpolitischer Vereine gegründet und am vorigen Sonntag eine »Massenversammlung" im Rathaus abgehalten. Es mutz ein erhebendes Bild von imposantem Eindruck gewesen sein, die alten SechSund-fechziget in Kraut gedünsteten — will sagen im Dienst ergrauten Krieger mit den »Verkehrsbündlern* in edlem Grimm entflammt zu sehen. Die alten Herren, die als gute Soldaten, brave Bürger und nicht minder vorschriftsmäßige Bureaukraten ihr Leben hübsch ordentlich nach einem Formular geordnet haben, werde» doch nicht etwa den Staat Umstürzen wollen? Mit hoher obrigkeitlicher Genehmigung natürlich. Die Arbeit der Christlichsozialen. Die Vertrauensmänner unserer Ortsgruppe Wien-Nordbahn wurden von einer Anzahl der MagaKinsarbeiter ersucht, eine § 2-Versammlung ein* zuberufen und die Magazinsarbeiter, die in ihrer Mehrzahl im christlichsozialen Verkehrsbund organisiert sind, einzuladen, damit sie die Ziele und die Tätigkeit der sozialdemokratischen Eisen-bahuerorganisation kennen lernen. Unsere Genossen sind diesem Ersuchen um so freudiger entgegengekommen, als sich dadurch die Möglichkeit ergab, einer Gruppe von Arbeitern, die fast zur Gänze in dein Banne der Klerikalen Pflanzmacher steht, näher zu treten und sie mit den Aufgaben einer wirklichen gewerkschaftlichen Karnpfesorganifation bekannt zu machen. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, beleuchtete auch der von der Zentrale entsendete Referent Genosse Dusek in der am 25. September l. I. in der Jaroschauer Bierhalle im 1. k. Prater tagenden Versammlung die Tätigkeit unserer Organisation seit ihrer Gründung bis auf die letzten Tage und besprach die Kämpfe, die dieselbe zu führen hatte, sowie ihre Erfolge. In dieser l1/, Stunden dauernden Rede zeigte der Referent den Unterschied zwischen der Tätigkeit der sozialdemokratischen und der christlichsozialen Organisation. Nach Genossen Dusek ergriff der Obmann der christlichsozialen Ortsgruppe Wien-Nordbahn, Herr Oberoffizial Ludi-k o v s k y, das Wort, um den Anwesenden mitzuteilen, was er seit 21/, Jahren alles für die Magazinsarbeiter der Nordbahn getan hat und daß seine intensive Tätigkeit den großen Erfolg zeitigte, daß ein in dieser langen Zeit verfaßtes, die Wünsche der MagazmsarbeiterenthaltendesMemorandnm dem Herrn BanhanS überreicht wurde und daß dieser die Deputation sehr freundlich empfing. Eine Erledigung, meinte Herr Ludikovsky, ist bis heute nicht erfloffen, nachdem aber jetzt die ArbeiterauSschiisfe einberufen werden, so bat der Herr Obmann Ludikovsky die Sozialdemokraten flehentlichst, sich der armen verlassenen Magazins» arbeiter, die er durch 2*/s Jahre so „erfolgreich" vertreten hat. anzunehmen; ja der Herr ging in seiner Großmut so weit, daß er unserer Organisation die Waffenbrüderschaft des Verkehrs» bundes anbot. Die Genoffen S o m i t s ch und D u 5 e I gaben dem Herrn die gebührende Antwort und verbalen sich sehr energisch, unsere Organisation, deren Schild rein und makellos ist, in Gemeinschaft mit einer solchen Gesellschaft, die im Verkehrsbund vereinigt ist, zu bringen. Die Antwort wirkte so gründlich, daß Herr Ludikovsky, noch lauge vor dein Schlüsse die Versammlung (noch während der Rede des Genossen Düsek), putterrot im Gesicht, verließ. Diese gründliche Abfuhr schmerzte Herrn Ludikovsky derartig, daß er in dem „Fachblatt für Ablagerung deS Unrates jeglicher Art', Rr. 20 vom 15. Oktober eine Notiz unter der Spitzmarke: „Die Roten wollen einheimsen, was andere erarbeitet haben", von sich gab, welche von, in einem christlichsozialen.Fachblatt' selbstverständlichen, Verdrehungen, Lügen und Verleumdungen strotzte. Daß Herr Ludi» kovöki die Ausführungen des Genossen D usek nicht begriff, ist uns trotz feiner „Intelligenz" und „Bildung" verständlich, daß feine Ignoranz aber so weit geht, daß er die vom Referenten uorgelefenen Beschlüsse des Arbeiterausschusses des Direktionsbezirkes Wien, in welchen die Minimal- und Maximallöhne für die Arbeiterschaft dieses StaatSbahnbezirkeS fixiert werden, jo mißdeuten konnte, ist selbst für einen Obmann einer christlich- davon Kenntnis hat, welchen Lohn der VerkehrSbnnd den Magazinsarbeitern bereits durch gesetzt hat, ist einfach lächerlich. Denn gerade weil Genosse DuLek und auch die übrigen Genossen der Nordbahn nicht geschlafen haben, so wissen sie, daß der „Verkehrs-bund'wedersür die Bedien steten noch sürdie Arbeiterüberhauptetwasdurchgesetzthat. Von einem LohnkanipsderMagazinsarbeiterweiß weder Genosse Dn»ek noch die übrigen Genossen der Nordbahn etwas, außer der Herr Ludikovsky versteht unter Lohnkampf das Antichambrieren und das Putzen der Türklinken bei den diversen Referenten in der Direktion; dann freilich haben die Magazinsarbeiter der Nordbahn in Wien unter Anführung ihres tapferen Obmannes, deS Herrn OberossizialS Ludikovsky durch 2'/* Jahre wacker gekämpft; es ist wahrlich edel von ihm, daß er keine ,schwarzen Lohnkampfstcuern' von seinen Anhängern einsordert. Ente unvergängliche Tat wäre eS aber, wenn Herr Ludikovsky in feinem Edelmute noch weiterginge und den armen Arbeitern die Beiträge, die sie dem „Verkehrsbund' leisten samt den „SterbesondShellern' zurückerstatten würde, denn die „Sinnen* zahlen tatsächlich u m-so n st. Nun, daß der Herr Oberoffizial als waschechter Christlich, sozialer seine Notiz nicht schließen konnte, ohne sich eine kleine Gemeinheit zu leisten, ist bei der Charakteranlage dieser Sorte von Menschen erklärlich. Das; sich Dusek mit dem Herrn „Bundes-sekretär und Dichter" Tschulik beschäftigte und seine dichterischen Talente in gebührender Weife pries, ist ,a doch kein Unglück und auch fein Verbrechen; daß er sich auch mit der ersprießlichenund vorn Gericht anerkannten Tätigkeit des Herrn Teiser beschäftigte, diente nur zur Charakterisierung der christlichen Vertreter und Vertrauensmänner: daß aber Genosse Dusek die Geschmacklosigkeit begangen hätte, dnS Andenken eines Toten — und wenn er auch ein Gegner war — in irgend welcher Weise an-zutasten, ist einfach eine vom Herrn Ludikovsky er. fonneneLügeundVerlenmdungI Ja, Genosse D u 5_c t hat von Beberis gesprochen, von jenem Beberis, der für den „Verkehrsbund' so viel geopfert und bei dessen Ableben der „Verkehrsbund' nicht einmal so viel Platz in sunem Blatte gefunden, um eine kurze Notiz zu veröffentlichen. Die Undankbarkeit der christlichen Herren, für die sich BeberiS prostituiert hatte und die nicht einmal Zeit hatten, um an feinem Begräbnis teilzunehmen, war es, die Du Sek charakterisierte. Und, Herr Ludikovsky, das ist eine Feigheil, bewußt eineSachezuverdrehenund uinzulügen. Warum habenSie den Redner nicht gleich in derVcr-kammlung zur Rede gestellt? Sie haben ja Zeit und Möglichkeit dazu gehabt. Sie sind davon geschlichen und fallen nun den Gegner aus dem Hinterhalte an, wie jene hyp crreligiösen B ewohner der Abruzzen, die, bevor sie einem Opfer den Dolch in die Brust stoßen, vor dem Madonnenbild den Segen für ihre Unternehmung erflehen. Vcrkehrsvcrhältnissc i» Kojctei«. Die Station Koj stein liegt auf der Strecke Prerau-Brünn und ist als DispositionL-ftation für die Strecke Kojetein-Bielitz sowie als AuSgangssiatioii der Lokalbahn Kojetein-Tobitschan von einer ziemlichen Bedeutung. In dieser Station verkehren in der Richtung Prerau-Brünn 2 Schnellzüge, 10 Personenzüge, 10 reguläre Güterzüge und 2 bis 3 Erjorderniszüge; in der Richtung Nvirteni-Bielitz — in diesem Falle ist itojetein die AuSzangs-, beziehungsweise Endstation — verkehren 14 Personenzüge, 1 reguläre Gütcrzüge und je nach Bedarf biS 2 ErforderniSzüge, an Sonn- und Feiertagen noch 2 Personenzüge mehr. In der Lokalstrecke Kojetein-Tobitschau verkehren täglich 10 regelmäßig gemischte Züge: in der Winterperiode verkehren 6 Rüben- und je nach Bedarf 4 bis 6 Er-forderniszüge mehr. Regelmäßig verkehren daher in der ©intio« Kojetein 50 Züge innerhalb 24 Stunden, au Sonn- und Feiertagen 62, Ersorderniszüge 8 bis 11 und nebstdem im Winter noch 6 Rübenzüge. Wenn man nur einen ganz minimalen Durchschnitt der Wagenbewegung berechnet, so ergibt sich (nach dem WagenansiveiS) im Sommer 700 bis 800, im Winter 1100 bis 1300 Wagen. Man sieht aus dieser Darstellung, daß das Verschubspersonal nicht gerade auf Rosen gebeitet ist und tüchtig zugreifetr muß, um überhaupt fertig zu werden. Trotzdem will aber die t k. Rordbahndirektion in wohl-bekannter Sparsamkeit diese Disposition und Ausgangs-, beziehungsweise Endstation, ans welcher auch Schnellzüge verkehren, nicht als eine große Berkehrtzstation anerkennen und der geben, weil nach Ansicht der k. k. Direktion, bezie des Herrn VerkehrskontrollorL Zahradnik, die auf der Hauptstrecke liegt und die Wazenfreqnenz (>00 Wagen täglich nicht überschreitet. Wir wollen die fachmännischen Fähigkeiten des Herrn Verkehrskontrollors gewiß nicht unterschätzen, aber bei der Feststellung des Wagenverkehrs in der Station Kojetein hat er sich entschieden und gewaltig geirrt. Der Verfchubsdienst wird von 3 VerschnbSparticn, h 2 VerschubLaufsehern, 1 Oberverschieber und 4 Verschiebern bewältigt, die fich in eine Süd- und eint Nordpartie teilen; bei der elfteren ist ein VerschubSaufseher, bei der letzteren ein Ober-vcrschieber der Leiter, dem je zwei Vechhieber zufleteilt; uu$ un Winter während der Kampagne ist ein Verschieber als Verstärkung bewilligt. Dem Verschubsaufseher oder dem Oberverschieber obliegt die Beaussichtigung und Leitung der Verschubs-manipulation, die Ueberwachung der Ein- und Ausfahrten, Wechselreuifion, Manipulation bei den Personenzügen (Umstellen des Signal-, Dienst- und des Postwagens), die Untersuchung der aus der Zuckerfabrik kommenden und gehenden Wagen (Wagen-reoisionsdienst), die Feststellung der Wagenmängel und das Schreiben der Wagengebrechenmeldungen und die Bezettelung der Wagen mit denselben. Der im Winter zur Aushilfe beigegebene Verschieber hat außer der Beteiligung an der Berschubsmanipulation und der damit verbundenen Arbeiten noch zu besorgen: Maschinen begleiten, Kanal und Heizhaus reinigen und ausputzen, Batterieelemente reinigen und füllen, Maschinenurndrehen, Wassergeben; bei den Bielitzer Zügen Leine spannen und Signale umstecken (im Sommer müssen die Verschieber diese Arbeit besorgen), ferner muß die Lokalbahn bedient und nach Prerau als Reserve gefahren werden. Ein wahrer Tausendsassa, dieser AuShelfer, der für den Sommer von einem Heizliausarbeiter für gewisse Arbeiten ersetzr wird, während für die anderen hier aufgezählten Verrichtungen die übrigenVerfchieber einspringen müssen.Daß unter solchen Umständen der Aushilfsverschieber sich an der Verschubs-manipnlation nicht beteiligen kann, liegt aus der Hand und die locnigen Verschieber müssen die nicht zu unterschätzenbe Mehrarbeit selbst verrichten. Wenn noch zu alledem bekannt ivird, daß die Station .Kojetein vergrößert, die Geleiseanlage bedeutend verlängert und vermehrt wird, so wird ein jeder Fachmann begreifen, daß es schier eine unmöglich zu leistende Arbeit ist, die man den Verschiebern zumntet. Dazu gesellt sich ein Uebelstand, der gewöhnlich dazu beiträgt, daß Menschenleben hingemordet oder zu Krüppeln geschlagen werden; die Station Kojetein ist schlecht und ungenügend beleuchtet. Es muß ein wahres Wunder genannt werden, daß in dieser im Bau befindlichen, aufgewühlten Station noch kein Menschenleben zugrundegegangen ist. Und dazu ist die ganz beim Bahnhof stehende Zuckerfabrik und die Stadt elektrisch beleuchtet! Durch diesen — ohne Uebertreibung sei eS gesagt — fürchterlichen Dienst gezwungen, hat das Verschubspersonal bereits im Monat September 1908 ein diese Umstände schilderndes Memorandum bei der k. k. Nordbahndirektion hinterlegt und uni die Einführung des 12ftündigen Dienstes mit einer 24stündigen Ruhepause, wie es schon in anderen großen Stationen bereits eingeführt ist, versucht. Bis jetzt ist noch keine Antwort da. Die Herren der Verkehrsabteilung studieren jetzt schon durch bereit 13 Monate krampfhaft die Frage, ob nicht durch die Vermehrung der Verfchubspartie auf sechs Mann das Eisenbahnärar, zumindest aber die k. k. Nordbahndirektion zugrunde gehen oder Konkurs ansagen müssen. Es wäre wahrlich höchst an der Zeit, daß der Direktor der k. k. Nordbahn sich seine Ratgeber bei der Direktion etwas näher nnschaut; wir sind dessen sicher, da würde so manchcrvondennochübrigenJeitteleS-Husaren über die Klinge springen. _ Das Personal ist durch diese Rücksichtslosigkeit empört. Diese Empörung kam in der am 17. Oktober in Kojetein statt-gefundenen Versammlung, an der Genosse Duäet als Vertreter der Zentrale teilnahm, zum Durchbruch; in dieser Versammlung wurde auch eine Deputation gewählt, welche die Antwort aus die Bitten des Verschubspersonals urgieren soll. Wir hoffen, daß diesen berechtigten Wünschen des Verschubspersonals Rechnung getragen wird, bevor noch einige zugrunde gegangene oder zu Krüppeln geschlagene Menschen die Wahrheit der sowohl im Memorandum als auch in dieser Notiz geschilderten Tatsachen bestätigen. —a—. Ans der Bahnerhaltuugssektivn Melk. Während allerorts über das Sparfystem bei den österreichischen Bahnen Klagen laut werden, haben die Arbeiter der Bahnerhaltungssektion Mclt in der Bahnmeisterstrecke Loosdors doppelt Darunter zu leiden. So wurden den Arbeitern in dieser Strecke die Lohnzulagen bei Neulagen, die ein bis zwei Zehntel betrugen und immer anstandslos gezahlt wurden, durch den Bahnmeister N e u m a n n entzogen. Der Herr Bahnmeister muß an den Arbeitern sparen, damit eine schöne Remuneration herausschaut. Zweitens sind die Arbeiter dieser Strecke zum Sparen gezwungen, damit sie sich durch einen Liter Feuerwasser die so notwendige Ruhe von dem Partiesührer Gravogl erkaufen können. Wehe demjenigen Arbeiter, der sich von dieser unfreiwilligen Zahlung enthalten möchte, der hätte überhaupt die gröbsten Schikanen und Verleumdungen von seiten Gravogls zu er. warten. Der Herr Bahnmeister N e u m a n n weih wohl von dieser Lumperei, doch dürfte er aus gewissen Gründen sich nicht trauen, gegen Gravogl die dienstliche Anzeige bei der Bahnerhaltungs-sektion einzubringen. Er sagt einfach zu den Arbeitern: .Der etwas zahlt, ist selbst strafbar" und schüchtert damit die um ihr schwer verdientes Geld gebrachten Leute ein. Wenn der Herr Bahnmeister die Dienstpragmatik genauer durchlesen würde, so könnte er finden, daß sich die Sache doch anders verhält. Dieser Schweinerei muß rin Ende gemacht werden. Denn dieses System ist bereits so weit eingerissen, daß die Arbeiter sozusagen gezwungen sind, dem Gravogl einen Liter zu zahlen, wenn man Ruhe haben will. Wenn ernsthaft Ordnung gemacht wird, dann werden solche Husarenstückchen und peinliche Austritte, wie solche sich am 13. Oktober d. I. abgespielt haben, endgültig verschwinden. Für diesmal genug. Sollte sich jedoch die Notwendigkeit ergeben, nochmal« mit unserem Hilferuf in die Ceffentlichkeit zu dringen, dann werden wir die Gurgel« Wäscherei und das andere — alles — unbarmherzig ausdecken. Die Wahrheitsliebe unserer Verkchrsbündler. Man schreibt uns: In der „Verkehrsbund-Zeitung" vom 15. Oktober 1900 war unter der Spitzmarke „Unsere roten Fechtbrüder“ ein Artikel erschienen, welcher die niedere Denkungsart unserer christlichen Eisenbahner wieder einmal zur Genüge beleuchtet. ES wird darin gegen Genossen Samminger die Beschuldigung erhoben, er habe sich den Zugsiührerposten in Bad Hall dadurch erschlichen, daß er vorn behandelnden Spitalarzt ein Zeugnis verlangte, daß fein Vorgänger auf diesem Zugsführerposten nicht mehr genesen werde. Mit diesem Zeugnis sei Samminger zur Direktion gegangen und habe sich dort den Posten erschlichen. Glaubt dem wirklich ein halbwegs vernünftig denkender Mensch, daß ein Arzt einem derartigen Ansinnen Nachkommen und ein derartiges Zeugnis einer Privatperson ausstelleit wirb? Samminger war ja nicht der einzige, der sich um diesen Posten beworben hat, sondern es war eine ganze Reihe von Bewerbern aller Parteischattierungen bei der Direktion vor-gemerkt. . Daß gerade Samminger diesen Posten erhielt, wird ihm jeder rechtlich denkende Mensch gönnen, weil er ihm auch gebührt hat, nachdem er bei der ersten. PostenauLschreibung übergangen wurde. Schon bei der Ausschreibung hätte ihm ein Posten gebührt, weil schon acht jüngere Kollegen wie Samminger Oberkondukteure sind, welche keine 3'/,jährige Reservezugsführerdienst' zeit hinter sich haben, wie etj UeberoieS hat Samminger um einen Zugsführerposten auf der Hauptlinie lompetiert, wurde aber bei der Besetzung übergangen. Ueber nachträgliche Ansprache wurde Samminger als der berücksichtigungSwürdigste Anwärter infolge seiner langen Reservezugssührerdienstzeit anerkannt, mit dem Versprechen, welches ja schon lange kein Geheimnis war, den ersten Posten, der frei wird, ohne Ausschreibung zu Bekommen. Die ganze Schreibweise unserer christlichen Auchkollegen ist nur aus die Denkfaulheit ihrer eigenen Mitglieder gemünzt und steht mit den christlichen Grundsätzen arg in Widerspruch. Würde man einen dieser Neider fragen, um waS sie einem beneiden, könnten sie sicher keine Antwort geben. Das hat man noch nie gehört, daß ein Zugsfükirer auf einer Lokalbahn, wo er Zugsführer, Kondukteur, Verschieber, Wächter und Lampist in einer Person ist, um seine Arbeiten Beneidet wurde, sonst würden derartige Posten mehr Begehrt werden. Warum wurde gegen die Besetzung des ZugSführerpostenS in Grein nicht Protest erhoBen, welcher auch nicht ausgeschrieBen wurde ? Warum nicht wegen dem Zugsführerposten in Haag a. H., welcher zwar ausgeschrieBen wurde, Bei der Besetzung aber zwei ältere Bewerber um diesen Posten übergangen wurden und ein Rangjüngerer, freilich ein strammer Verkchrsbündler, diesen Posten erhalten hat? Wir kennen diese Neider und ihre Charaktereigenschaften ganz genau; offen aufzutreten sind sie nach jesuitischer Art zu feige, so schießen sie aus dem sicheren Versteck der Redaktions-stube ihre vergifteten Pfeile auf die Ehre ihrer Mitmenschen ab, mit dem echtchristlichen Grundsatz: Verleumde, was du verleumden kannst, etwas bleibt doch hängen! Wir erklären die Verfasser des Verkehrsbundartikels info-lange als gemeine Lügner und ehrabfchneiderische Verleumder, bis sie nicht ihre Namen nennen, um im Gerichtssaal zum Wahrheitsbeweis gezwungen werden zu können. Vom Lokomotivpersonal der k. k. Slaatsbahudircktio» i« Linz. Alljährlich zu Beginn der kälteren Jahreszeit wird am Kohlenplah anstatt besseres ein schlechtes Heizmaterial an die Maschinen abgegeben. Laut Zirkular muß jede Lastzugslokomotive 60 Prozent Trannthaler Kohle abfassen, dieses Quantum wurde jetzt aus 21.00 Kilogramm beschränkt. Lampersdorser Förderkohle darf jeder Führer fassen so viel er will, weil dieser Schund überhaupt nicht brennt. Bessere Kohlensorten wie. Brüser Braunkohle gelangen säst gar nicht mehr zur Ausgabe. Diejenigen Herren Vorgesetzten, welche derartige Anordnungen herausgeben, sollten doch versuchsweise einmal probieren, einen Gütereil- oder Güterzug anstandslos bei der Bergfahrt zu führen. Das gesamte Lokomotivpersonal wurde diese,, Herren nur dankbar sein. Neben den Klagen über schlechtes Heizmaterial steht die höchst wichtige Frage der Belastung. Mit fluten Kohlen einer sehr guten Maschine und gutbelastetem Zug ist es ja mitunter möglich, die Maximallast zu nehmen. Doch bei schlechtbelasteten Zügen mit 60 Wagen und ungünstiger Witterung ist dies meist unmöglich. Dies sollten jene Herren, welche alle Uebelslände dem Lokomotivpersonal auswälzen, in erster Linie berücksichtigen. Wir wären sehr neugierig, was die fachmännisch gebildeten Herren von der Generalinspekkimt sagen würden, wenn sie nur eine Tour mit dem Zug 65 oder 69 in der Strecke Amstetten-Linz fahren würden und dazu eine Maschine Serie 47, 48 oder 56 beigestellt erhielten. Oder gar mit den Zügen 165, 765, 865, 169, 268, 68, 61 und 65. Doch möchten wir schon freundlichst bitten, bei Probefahrten sich jener Maschinen zu bedienen, mit denen die meisten Anstände Vorkommen, und nicht immer der Lokomotive 5628, die einen Zylinder, Rauchfang und speziell für derartige Probefahrten stets im tadellosen Zustand gehalten wird. Dann wird bei Probefahrten die beste Kohle beigegeben und dadurch den inspizierenden Organen die Augen ausgewischt. Wir wundern uns nur. daß bei der heutigen schlechten Kohle (verwitterte Brüxer Kohle, schlechte Gottfcheer und Lampers-dorfer Förderkohle und zwei Tonnen Trannthaler Kohle) noch keine Kesselerplosion stattgefunden hat. Das hohe k. k. Eisenbahnministerium wird ersucht, Probefahrten über die Einhaltung von Fahrzeiten und Belastung vorzunehmen und gleichzeitig durch Fachmänner den wirklichen Heizwert der Trannthaler und Lampersdorser Förderkohle konstatieren zu lassen. __________ Korrespondenzen. Falkenau an der Egcr. In das Nest unserer Reichsbundverkehrsbeamten hat eine Bombe eingeschlagen. Ein — Schmierfink? - oder waren es gar zwei? — haben da ein Liedchen von der Durchführung des Verkehrsdienstes in Falkenau gepfiffen und dabeißdie Ursache von dem am 7. Oktober stattge-fundenen Zugszusammenstoß verraten. Das war ein Schrecken für unsere germanischen Leiter des Verkehrsdienstes. Ja, sehen Sie, Herr Adjunkt H a d w i g, Sie sind halt noch ein wenig jung. Sie wußten halt noch nicht, daß Schmierfinken auch pfeifen können. Ja, ja, diese Schmierfinken, besonders die von Falkenau, die können oft gar schön pfeifen, viel schöner als die Gimpel, um deren Zucht Sie so besorgt sind. Und dam, sind diese Schmierfinken nicht so dumm wie die anderen Vögel, die passen aus alles auf, lernen noch leichter als die Gimpel. Das dümmste an diesen Schmierfinkenliedern ist doch — nicht wahr, Herr Ha dwi g -• daß ein solcher Kerl von einem Finken nach jedem Ersten im Monat seine paar Kreuzer bei der Kasse in Falkenau abholen darf, doch nicht für sein Pfeifen, nein, wissen Sie, Herr Adjunkt. Dem ist einmal in Falkenau eine Lokomotive auf die Zehen getreten, und da hat dieser Schmierfink ein Geschrei gemacht, daß sogar der lange Franz von der Generaldirektion in Prag fürchterlich erschrocken ist. Falls eS Ihnen jedoch nicht paßt, daß man derartigen Finken den Zutritt zum Bahnhof oder zur Kaffe nicht schon lange verboten hat, so veranlassen Sie einfach, daß man diesem Finken sein Geld per Post sendet. Ob Sie dabei etwas profitieren, ist jedoch fraglich. Wenn ein solcher Schmierfink vernichtet wäre, würden halt andere trotzdem wieder pfeifen, daß beispielsweise die Kontrollwächter in Falkenau trotz des Zu- Sammenstoßes immer noch am längsten in dem Dienstzimmer per Verkehrsbeamten beim Telephon stehen und die Station unbewacht lassen müssen. Und wenn Sie hundertmal Nachweise» wollten, der Schmierfink hätte gelogen, das ändert an der Tatsache nichts, daß der Schmiersink die Wahrheit gepfiffen. Also, Herr HadwigI Beschäftigen Sie sich ruhig weiter mit ihren Gimpeln und lassen Sie den Schmierfinken in Ruhe, sonst, wenn der tatsächlich einmal über die diversen Zustände in Falkenau pfeifen würde, könnte dies für einzelne Herren sehr unangenehm werde». Sch.-Fink. Luudeuburg (Deutschnationale Gemeinheit e n.) In einer der letzten Folge des „Deutschen Eisenbahner" will ein Querkopf aus dem „Reichsbunde" den in der Frachten-kanzlei in Lundenburg als „rote Meute" von ihm benannten Beamten und Bediensteten etwas unterschieben, was feine Kameraden selbst betreiben. WaS die ganz gemeine Verleumdung anbelangt, daß die „roten H »,n d e" nur sausen statt arbeiten, so ist es allgemein bekannt, daß die „K a ni e r a d e n“ in puncto „Sausen" Großartiges leisten, sie haben doch in ihrer Mitte den Kameraden Possak, welcher mit noch einigen anderen .Kameraden" in der Station Zellerndors der Schandfleck des gesamten Zugbegleitungsperfonales geworden ist, es zählt auch der würdige Herr Donner zu den Kameraden und solche Leute werden von den Roten allerdings angerempelt, schon wegen des unangenehmen Alkoholgeruchs. Auch schreibt der ausschließlich mit Kohl gefütterte nationale Esel, daß die begünstigten Parteien kein Wagenstandgeld bezahlen, und hat dieser Mensch seine vollständige Unkenntnis im kommerziellen Dienst dokumentiert, sonst müßte er wissen, daß das Wagenstandgeld nur vom ErpeditSleiter ganz allein allein aufgerechnet wird, und in dieser Beziehung geht besonders der Herr Knie [ehr genau vor. Wir raten dem Herrn Expeditsleiter, er möge sich bei diesem Dummkopf bedanken, denn der den Roten vermeinte Hieb sitzt auf ihm und wenn er den Urheber finden will, fo braucht er gar nicht weit zu gehen, nur einen Griff um sich und er hat sich schon die Hand mit nationalem Kot beschmutzt. Weiters weiß der Berufsverleumder natürlich nichts davon, daß verschiedene Parteien seitens der Betriebsdirektion bevollmächtigt sind, Güter auch ohne vorherige Auslosung des Frachtbriefes zu behebe», daher das Recht haben, das diensthabende Magazinsorgan um etwas zu fragen. Eine ganz gemeine Lüge ist es, daß der Holzhändler K ü n st l e r, in den Verrechnungsdokumenten herumgeschnüffelt hat, er hat diesbezüglich auch eine Bestätigung des diensthabenden Magazinsorgans, daß dies eine gemeine Lüge ist, wie überhaupt die nationale Kampfesweise Lug und Trug ist. In feiner Dummheit glaubt der deutsche Spornritter, daß bei zuvorkommender Vorgangsweise seitens der Bahnorgane den Parteien gegenüber, ohne Verletzung der Dienstordnung, immer eine Bestechung steckt. In dem Artikel haben die Deutschen nett böhmischen Namen auch bestätigt, daß ihnen der Sängerbund „Freiheit" sehr im Magen liegt, sie bezeichnen die vom „roten Sängerbund" im ersten Halbjahr seines Bestehens unternommene Sängerfahrt als „Sauffahrt", weil sie trotz des zehnjährigen Bestandes und zwanzig-maliger Tätigkeit Einstellung ihres Freß- und SaufvereiiuS nicht imstande waren, Sängerfahrten zu unternehmen. Für die nächste Zeit mag es ihnen besser gehen, denn sie haben in dem Herrn Karl Mann einen Gönner gesunden, der sich zeitweise eine Ehre daraus macht, iveim er ihre durstigen Kehlen und hungrigen Mägen anfüllen und einzelne mit Krawatten und Kleidungsstücken beschenken kann. Sie wagen von „Sauffahrten" zu sprechen und wir fragen, was war ihre Fahrt nach NikolSbnrg an, Sonntag den 10. Oktober, war das nicht eine regelrechte „Sauf fahrt", haben sich nicht die bekannten Kostender an den Herrn M aitn angehängt, in der Hoffnung, daß er die Spendierhosen anhat. Wenn wir etwas unternehmen, so verfolgen wir edle Zwecke dabei und gehen unsere geraden Wege, wie hat aber die deutsche Gesellschaft an dem. Sonntag bei der > Rückfahrt von Nikolsburg ansgefehen? Hat man in NikolSbnrg den Personenwagen mit Bewilligung der Direktion dem Lastzüge Nr. 691) bei' . gegeben, oder ist es deshalb geschehen, damit die Reisenden bei dem nachkommenden Personenzuge die versoffenen Gesichter nicht sehen sollen? Wenn sich die „Roten'' erlauben würden, derartige Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften zu machen, wie es die Deutschen am 10. Oktober getan hoben, daß sie sogar Zivilpersonen im Klassenwagen bei einem Lastzüge beförderten, welcher in Voitelsbrnnn und Feldsberg zu verschieben hat, dann würden die Schuldigen unnachsichtlich zur Verantwortung gezogen werden und wie würde man mit einem Beamten verfahren, wenn er, um feine volltrunkenen „Kameraden" nach Hanfe zu befördern, im Stundenpaß die Begründung der Beigabe des Personenwagens zu einem Lastzüge unleserlich vermerkt, damit die Kontrolle in Wien nicht dahinterkommt. Nun, Kameraden, cs ist noch nicht aller Tage Abend,, ihr werdet ganz gewiß im eigenen Kot ersticken. Schon ist jeder anständige Wirt froh, wenn ihr sein Gasthaus meidet, und darum ist es besser, wenn ihr eure Proben m Bahnhofräunilichkejten und Waschküchen abhält und eure Tätigkeit als Schmarotzer bei Hochzeiten, Taufen, Namenstagen und anderen Gclegvnheitcn entwickelt; übrigens ist jetzt für euch eine sehr günstige Zeit, es beginnen die „Sautänz e" in'Privathäusern und da habt ihr ein reiches Feld zur Betätigung der deutsche,» Sache. Wicner-Nenstadt. Der Herr Stationschef in Wiener-Neu-stadt (Südbahn) hat die üble Gewohnheit, Zurechtweisungen des Personals auf dem Perron vor den Passagieren vorzunehmen. Dabei macht sich die überlaute Sprachweise des Herrn StationL-vorstandes höchst unangenehm bemerkbar. Gewiß soll derjenige, der eine Rüge verdient, gewissenhaft damit beteilt werden, doch bitten wir in jener Form, wie selbe durch die Instruktion festgesetzt wird. Uebrigens wäre es für unseren Herrn Vorstand, als auch dem gesamten Personale, vorteilhafter, wenn er den verschiedenen Schmarotzern und Ohrenblä>ern ganz energisch die Türe weifen möchte, oder sich zumindest in jedem Falle von der Wahrheit dieser Denunziationen überzeugen würde. Waidhofen a. d. Bbbs. Schon dreimal wurden Deputationen zur Erbauung von Perfonathäufern zum f. f. Eifen-bnhnministerium entsendet. Der Erfolg war, daß im Laufe des, Jahres ein amtliches Organ zur Erhebung der Wohnungsnot' nach Waidhofe» kam, das jedoch feine Erkundigungen bei den Dienstoorständ-n und jenen Leuten einzog, die unter der hier herrschenden Wohnungsnot keineswegs zu leiden haben. Der Bericht des Erhebungsorganes dürfte auch deshalb im befriedigenden Sinne für feine Vorgesetzte Dienstesstelle ausgefallen fein. Hätte sich der untersuchende Beamte an den Vorstand der Bahneryal-tnngssektion, Herrn Je 11 inet gewendet, so hätte er zumindest eine wahrheitsgetreue Schilderung der bestehenden Woh.nmgs-mifere der Bediensteten erhalten, da Herr Jellinck in feiner Eigenschaft als Gemeinderat auch aus diesem Gebiet feljv gut orientiert war. Ja, Wohnungen gibt eS in Waidhosen a. d. 'Jobs, doch nicht für die Bahnbedienstelen. Wohnungen eigens hergerichtet nur für ©ommeipartcieu, Wohnungen geräumig und licht, doch der MictzinS beträgt 1000 bis 1200 Kr., dann finden wir Wohnungen, die nur an solche Parteien vermietet werden, die keine Kinder haben. Will der Eisenbahner eine entsprechende Wohnung ausfindig machen, so muß er wochenlang herumsuchen und wenn er eine passende gesunden hat, dann kann er versichert sein, daß er gewiß um 10 bi? 12 Prozent teurer zahlen muß, als der vorherige Mieter. Zu diesem Luxus ist aber daS für Waidhofen berechnete Quärtiergeld viel zu niedrig und deshalb ist die Erbauung von Pprfonalhiiufern höchst notwendig. Wölkersdorf. (K. k. Staatsbahn.) Für Herrn Vorstand Erbt wäre es schon höchste Zeit, wenn er den blauen Bogen erhalten würde. Denn diese Schikanen und Setkaturen des Personals Übersteigen schon alle Grenzen. Dieser Herr ist nicht mehr für den Verkehrsdienst. Die Nervosität ist eine derartige, daß man nicht weiß, ist es im Oberstüberl nicht richtig oder liegt im Wein die Wahrheit. Seit Monaten bleibt fein Arbeiter mehr in dieser Station. Vom frühen Morgen bis spät abends fleißia Dienst machen und rackern, keinen freien Tag, dafür mehr Sekkatur. Die Wächter find schon seit Juni nicht frei gewesen und warum ? Der Vorstand sagt: »Ich bin auch nicht frei." Er nimmt sich nicht einmal feinen Erholungsurlaub, um zu zeigen, daß e8 ohne Urlaub und freie Tage auch geht. Es geht kein Oberbauarbeiter mehr auf Substitution nach Wöllersdorf, früher verlangen sie ihr Arbeitsbuch. Da aber unter solchen Verhältnissen immer Zerwürfnisse mit diesem nernosen Herrn sind, so münzt er alles auf das Personal und schreit: „Kein Mensch hat Respekt; ich als Vorstand bin der Niemand. Die Zugsbegleiter machen mir meine Arbeiter abwendig" u. f. w. Daß aber feine Leute täglich zwei- bis dreimal vor ihm in der Kanzlei mitteten müssen und dort feinen Schikanen und Setkaturen preisgegeben sind, will Herr Vorstand nicht einsehen l Nicht an dem Personal liegt es, sondern an dem Vorstand. Auch mit der Pietät dieses Herrn sieht es sehr schlecht aus. Zu dem Leichenbegängnis des Herrn Vorstand in Ober-Piestmg durfte niemand gehen. Herr Er dt sagt: „Mit m r gehr auch niemand, wenn ich einmal stirb." (Es ist schon möglich.) Also weg mit den nervösen Launen, Herr E r d t. Die Station Wollersdorf ist doch keine VerpflegSflationS Billach. Ein Prachtexemplar von einem Kollegen und Vorgesetzten verspricht der angehende Beamte Eoliiger in der Station Paternion-Feistritz zu werden. Seine Schlamperei und Unfähigkeiten bei der Ausübung dienstlicher Obliegenheiten sind unter dem Personal allgemein bekannt, doch versteht es dieses Bürschchen, durch Katzbuckeln und Denunzieren feinen Vorgesetzten sowie dessen Gemahlin für sich zn gewinnen. Infolge der Protektion und Nachsicht des Stationschefs ist Herrn (£ o u c g e r der Dienst Nebensache. Hauptsache ist Kriechen und Denunzieren. Ganz besonders scharf hat es dieses Herrchen aus die Wächter der Haltestelle Markt Paterniorr abgesehen, wahrscheinlich dürstet er nach Rache, da er dort schon zu wiederholten Malen wegen seines bübischen Benehmens eine derbe Zurechtweisung einstecken mußte. Bei feiner Neigung zu verschiedenen Dummheiten und ausgesprochener Abneigung gegen allzu stren'ge Dienstobliegenheiten füllte der jjßann doch etwas dankbarer sein, denn sonst könnten die vermaledeiten Wächter denselben einmal in seiner Klemme sitzen lassen. , , Es könnte sehr leicht Vorkommen, daß Sie wieder einmal m einem erbärmlichen Zustand in unserer Station landen mußten, um vor den Passagieren auf der Bank mit herunter« gongendem Kopfe ein Schnarchkonzert zum besten zu geben. . ^r Wächter könnte Sie dann, statt in den Zug, ganz wo anders 8'nbeiürdern, wo Sie in angenehmer Gesellschaft bald zur Besinnung kommen würden. , Also, Herr Schrankeninspektor, wenn Sie wollen, daß der Streckenbegeher Sie auch noch in Zukunft ausivecken soll und dag mir auch ferner Züge, die aus Ihrer Station ohne abgehen, passieren lassen, dann empfehlen wir Ihnen dringend baldigste Besserung, denn zu Ihrem sonderbaren Eifer ium Bahndiensl gehören jedenfalls sehr gutmütige Bedienstete. ö PurkerSdorf. Der Bauionmusfär Ingenieur Blitz der «ahnerhaituiigssektivn hält es für eine Frechheit, wenn die Bediensteten von ihm eine anständige Behandlung fordern. So wurde ein Arbeiter mit 2 fir. bestraft, weil er sich am 6. Dl» »ober gegen die allzu große .Intelligenz' bcS Herrn Blitz verwahren mutzte. Dieses System der Geldstrafen sollte denn doch bald abgeändert werden. Wenn schon durchaus gestraft sein soll oder muß, so doch in anderer Form. Gerade in unserem Falle wurde der betreffende Arbeiter grundlos bestraft und, was Haupt» Mstich in» Gewicht fällt, vollständig Unschuldige, die Familie des Arbeiters, haben die Folgen der Strafe zu dulden. 2 Kr. spielen ”e* der heutigen Teuerung im Haushalt de» armen Bahnarbeiters eine bedeutende Rolle. Um den Ausfall an Lohn herein« Subringen, mutz irgendwo gehungert werden. Durch die vollständig grundlose Bestrafung mutz der Arbeiter mit seiner Familie ,ewige Lage darben, um den Abgang von 2 Kr Überwinden zu können. Darum weg mit diesem Hungtrstrassnsteml LLicner-RkUstadt. Der Assistent Herr R o t h k a v p l wird aufgesordert, im dienstlichen Berkehr mit den Bediensteten sich besseret Umgangsformen zu bedienen und seine Straftaußdrücte stir sich zu behalten. Ossiach. Bon dort wird un» geschrieben: In bedauer-ncher Weise nimmt der Teufel Alkohol in unserer Gegend über-Hand und auch die Bahnarbeiter werden von diesem Ucbtl mitgenommen. Welche Folgen bas mit sich bringt, zeigt un» die Rauferei bes Bahnrichters Päcko mit dem Dberbauarbeiter'Hofer, die beide im. volllrunkenen Zustand sich herumdaigten. Die Folge dieser Balgerei war die Entlassung des Arbeiters Hofer, während der Bahnrichter frei ausging. Wären in dem ange-gegebenen Falle sämtliche Arbeiter, die Zeugen dieser widerlichen Szene gewesen, befragt morden, so müßten beide, der Bahnrichter wie der Arbeiter, schuldig befunden werden. Durch eine strenge und unparteiische Untersuchung wäre herausgekommen, vatz der Bahnrichter durch den Konsum ganz ansehnlicher Mengen von Alkohol die Trunksucht unter den Arbeitern nur für-bette. Es wäre wünschenswert, wenn sich die BahnerhaltungS-seknvn die Mühe nehmen würde, dieser Sache nochmals nachzugehen, es wäre dies nur im Interesse aller Arbeiter, wenn endlich einmal die vielen schmutzigen Tatsachen an den Tag kommen würden. Leoben. Wir haben hier einen Bahnmeister (Schmidt), der trotz seiner deutschnational«,, Gesinnung die paar deutschen Arbeiter, die noch bei der Bahnerhaltungssektion Leoben übrig geblieben sind, hmauSzuekein trachtet. Wie hoch das Deutschtum dieses .ehrenfesten' Teutonen eiuzuschätzen ist, beweist folgender Fall. Ein Arbeiter, dem zufolge seiner langen Dienstzeit ein höherer Lohn gebührt, bittet Herrn Schmidt um den höheren Tagloh». Sofort erinnert • sich der Bahnmeister feine» Deutschtums und sagt: »Wem der Lohn zu wenig ist, der soll fich’ß anders machen, ich bekomme Kroaten genug." Ueberhaupt werden die Kroaten von Herrn S ch in i d t in jeder Beziehung bevorzugt. So können die Kroaten sich ungeniert in der Balmmeister-kanzlei herumtreiben und sich die nötigen Freisahrtscheine zur Fahrt in die kroatische Heimat selbst aussertiaen. Ja es wurde zu wiederholtemnalen bemerkt, daß die kroatischen Arbeiter, wenn selbe aus der Heimat oftmals schwer bepackt zutiiifkommen, sonderbarerweise immer mit Bvrliebe die Wohnung des Herrn Bahnmeisters oufstechen. Damit das Hcrumschleichen der kroatischen Arbeiter um die Wohnung des Bahnmeisters nicht etwa falsch gedeutet und ebenso unrichtig ausgeligt werde, so konstatieren wir, daß uns Mcht bekannt ist, datz Herr Schmidt von den Strumen (beschenke annimmt, da du, Ternsche» nur durch Kroaten —pardon Deutsche geholfen werden kann. So sagt wenigstens unser Bahnmeister. Und datz es wirklich so ist, betaust die deutsche Arbeiterin, die im Haushalt des Herrn Bahnmeisters mithelfen »nutz. Diese Frau, die beim Oberbau beschäftigt ist, mutz täglich b>s 7 Uhr ohne jede Entschädigung im Haushalt de» Bahnmeisters arbeiten. Sonntag», wenn die anderen Arbeiter frei haben, mutz die von der Bahiwerwaltung bezahlte grau der Frau Bahnmeistern, in der Hauswirtschaft mithelsen und erhält für den ganzen Sonntag den halben Taglohn (80 H.) großmütig verrechnet. Natürlich zahlt den halben Tag nicht der Bahnmeister QUS seiner Tasche, sondern die» geht auf Unkosten der Batm« berwaltung. Beschwert sich diese Frau, so droht man ihr einfach mit ber Entlassung ober man schlägt sie nach ehrenfester, treudeutscher «itte, wie es tatsächlich am 2. September vorgekommen ist. Einer Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden. Für henke genug. Wir verlangen, gestützt auf unser gutes "ifcht, eine gerechte und unparteiische Behandlung, denn sonst Mutzten mir nachstesuial deutlicher sprechen. Die deutschen Kroaten. Tirfchnitz bei Egcr. Abermal» mutzte ein junges, hoffnungsvolles Menschenleben den Betrieböverhältnissen der E. ib. zum Opfer fallen. Am 21. Oktober wurde hier der Baschitber Bitter beim Ucbcrfchreiten eine» Geleises von einer ouichmhrenden Lokomotive ersaßt und zermalmt. Pitter, der erst seit kurzer Zeit verheiratet ist, wurde ein Opfer der iioparwnt der B. E. B. Gerade an einem Platze, der am meisten gefährdet ist, befindet sich keine Lampe. Es sind dort das Heizhaus, die Kohlenverladestelle, das Pumpenhaus, wo immer Per» Ichten beschäftigt sind, aber der Bahnvcrwaltung fällt eS nicht 'in, an dieser gefährlichen Stell, eine Lampe aufzustellen. Die» mnn man recht deutlich auch aus den Stationen Ehodan, Neu satt i, Datznitz.iZieditz und Königsberg sehen. Beispielsweise in Datzmtz, wo an eines, Abend 100 bis 120 «vhlemvagen aus den Schächten ausgewogen werden und rangiert «erden müssen, ist bis jetzt noch lerne Lampe ausgestellt Die ganze Beleuchtung bilden die Handlaternen des Personals. In den übrigen oben erwähnten Stationen wird abends bis spät in me Stacht hinein und früh ab 8 bis 4 Uhr ebenfalls ohne jede Beleuchtung verschoben, da können sich die Bediensteten die Köpfe rinrennen oder überfahre» werden, das geniert die Bahnver-.mtuitg der reichen B. E. B. nicht. Hauptsache ist: sparen und recht viel Reingewinn erzielen, das Personal kann zufehen, wie o” bei diesem Betriebssystem feine Knochen in Sicherheit bringt, oum Dank dajür sollen sich die Bediensteten über Betreiben einzelner Beamten im deutschnationalen Reichsbund organisieren, einer Organisation, deren berufenste Führer die dickste» yteunbe der Unternehmer sowie der Minister und Exminffter imo, die sich von Erminister DerschattaS Gnaden vom Adjunkten regeln ^Eorsiellvenreter einer Bahngesellschaft hinausmatz- a, Musste ». Wir haben in Nummer 26 unsere» Fachblattev nieb erg «schrieben ^ derschubpersonal» in der Station Kufstein Wie wir erfahren, versuchte der StationSches über diesen Notschrei auf eine ouginelle Weise Abhilfe zu schaffen, indem er »«ordnete, datz die Berschnblokomoiive jeden Tag um 1 Uhr nachts in das Heizhaus zu fahren habe und das Berschubperfonal bi» 5 Uhr früh ruhen solle. Mit dieser Unterbrechung des Dienstes von 4 Stunden will er die 1 6 ft ii n d i g e Dien ft zeit b e» gründen! Diese Maßregel deS streng christlich gesinnten Stationschefs ist nichts als eitler Flirt. Sie ist undurchführbar, da die Verkehrsverhältnisse ihre Realisierung nicht gestatten. Nach 1 Ulir nachts geht eben Zug 121 von Kufstein ab, der logischerweise vorerst abgefertigt werden mutz. Um 4 Uhr früh kommt Z„g Nr. 8 an und Zug Nr. 25 geht wieder vor 5 Uhr morgen» von Kufstein ab. Es ist klar, datz, würde dasVerschub-personal bei diesen Zügen fehlen, sich bald große Kalamitäten ergäben. was aus folgendem hervvrgeht: Schmid (seinerzeit in Marburg ein anständiger Vorgesetzter und jetzt ein christlich-konservativ gemischter Zuträger de» Stationschess) gab um 2 Uhr nachts den Befehl, die Reserveloko-motive ins Heizhaus zu stellen und den Vorschub cinzustellen. Der Berschubmeister machte Schmid aufmerksam, datz der Verschub noch nicht fertig sei; doch da8 änderte an der Sache nicht» I Der Verschub mutzte eingestellt werden. Die Folge davon war. datz am Morgen sich zwei Parteien (Perlmoser und Kraft« be- e^werten, da sie ihre Wagen nicht rechtzeitig zum Verladen und uSladen bekommen konnten und daher mit der Arbeit aufgehalten wurden. Das gab Anlaß, daß der personalfeindliche StationSches aufgeregt wurde und sagte: Ich werde euch Verschub. meister versetzen! Auch der anwesende Verkehrskontrollor B e-hagel war dem StationSches sehr behilflich und drohte ebenfalls mit Versetzung, wenn nicht bester gearbetet werde. Bemerkt sei noch, daß der Herr StationSches dem Ver-schubpersonal bei jeder geringfügigen Beschwerde mit Entlastung oder Versetzung droht und es mit allerlei wenig menschlichen Titulaturen bedenkt. Hoffentlich tragen diese Zeiten zur Abhilfe bei. DaS, was das Kussteiuer Verschnbpersonal begehrt, ist wahrhaft gering, und es ist nicht einzusehen, warum dort nicht die Arbeitszeit der Stationen Innsbruck, Franzensfeste und Bozen, also die zwölf« ständige Dienst- und 24stündige Ruhezeit eingesührt werden kann. , Tctscheu. (OesterreichischeNordwestbah ,,.) Als wir in Nummer 1 des „Eisenbahner" vom 1. Jänner d. I. die haltlosen Zustande deS hiesigen Heizhauses sowie das verwerfliche Treiben des Maschinenmeisters P orsto rs er ausführlich schilderten, war e» als wenn man Feuer in ein Wespennest geworfen hätte; ganz Polen war auf. Der deutsche .Eisenbahner" bezeichnet» un» als eine rote Verleumdergesellschaft. Porstorf er erhielt damals faktisch eine 1 in Sitten vom NeichSbund ausgestellt. Daß diese Klassifizierung eine ungerechte war, wolle» wir an dieser Stelle näher erörtern. Porst orfer fühlte sich — ob von der Direktion ausgefordert, das wissen wir nicht — gezwungen, unseren Redakteur Genossen Sill wegen des oben erwähnten Artikels zu klagen, was sogar eine Hausdurchsuchung in der Redaktion zur Folge hatte. Wahrscheinlich wollte man dadurch des Einsenders habhaft werden um ihn der verdienten Strafe zuzuführen. Man vermutete denselben im Heizhaus und wurde auch aus die unserer Organisation Angehöreiiden da» größte Augenmerk gerichtet. Per st orfer konnte gar nicht den Augenblick erwarten, wo unser Redakteur an Händen und Füßen gefesselt in den Kerker1 wandern würde. Er wartete gar keine Gerichtöverhand-lvng ab und brüstete sich mit zwei mittels Maschinenschrift verfaßten Schreiben, worin sich unser Redakteur entbot, in unserem Fachblatt sowie im .Deutschen Eisenbahner' öffentlich Abbitte zu leisten, die Kosten sowie 100 Str. in die Reich,bundkasse zu zagten,. Porst orfer aber war damit nicht einverstanden, er fori'erte Bestrafung. Daß ein derartiges Ansinnen von seiten unsere» Redakteur» Genossen Sill nicht gestellt wurde, ist selbstverständlich. Nach mehr als zehnmonatlicher Dauer fand endlich am 19. Oktober die Gerichtsverhandlung in Wien stäkt, wo Genosse Lill nach erbrachtem BeweiSversahren sreigesprochen, Porstors er zur Tragung sämtlicher Prozeßkoste» verurteilt wurde. Run sistd wir abermals in der Lage, die Ehrenhaftigkeit des Maschinen»,ei' ers Porstorfer anzuzweiseln, wenn wir die jüngsten Ereignisse in Betracht ziehen. Der Kaufmann 21 ä b e I e r in Terschen gezwungen war seine Forderung von Kr. 591-74 von Porst orfer gerichtlich einzu» treiben. Er wurde vom Bezirksgericht Teischen verurteilt, binnen 14 Tagen die Schulden zu berappen. Dagegen ergriff er den Rekurs, wurde aber bei der daraus stattgefundenen Verhandlung vom KreiSgericht in Scitineritz abermals verurteilt. Es blieb ihm nicht» übrig, als einen Vorschuß zu nehmen und zu zahlen. Folgender Fall charakterisiert so recht die Bildung und deutsche Gesittung deS Porstorser. Sitzen da eine» schönen Abends mehrere Geiste in einer deutschnationalen Bierstube in Tetschen, um sich nach einem heißen Tage mit einigen Krügeln Bier zu stärken und zu politisieren. Darunter auch Bruder Porst orfer mit seinem besten Freunde und S kretär St „ irs ch, seines Zeichens Lokomoliv-sührer und radebrechender Deutschnationaler. Knirsch ist dem Por sto rser so ans Herz gewachsen, daß letzterer einmal in derselben Bierstube bei einem Wortwechsel ausrief: Wer mir den Knirsch beleidigt, beleidigt mich. Obwohl Knirsch seinerzeit in Melaik dem „Sokolverein" und der „Jednota“ angehörte, wird er doch durch den Reichsbündler Porstors er in alle deutschen Unterhaltungen als Deutscher eingesührt, ein neuerlicher Beweis, daß es dem Reichsbund nicht um die Nation bange ist, et sich vielmehr die Bekämpfung der Sozialdemokraten zu« Ausgabe gestellt hat. Nun zur Sache. Die beide» waren am genannten Tage bereits in bester Bierlanne und da kann man sich schon etwas erlauben. In der Gesellschaft befand sich auch ein junger anständiger Bildhauer und Neseroeossizierstellvenreter, welcher den beiden wahrscheinlich nicht deutiä, genug war. Sk n i r s ch belästigte ihn auf alle erdenkliche Weise, worauf sich derselbe an einen ändern Tisch setzte. Knirsch ihm nach und schüttete ihm ein Gin» Bier ins Gesicht und über die Kleider. Der Bildhauer verwahrte- sich dagegen und verbat sich derartiges, woraus Knirsch schrie: Tas Gewand kann ich Ihnen noch hundertmal bezahlen. Da mischte sich Porstors er in den Streit und sagte: Knirsch, mach' keine Geschichten mit diese», Buben, worauf chm der Bildhauer diese Beleidigung zurückschleuderte. Por st orfer aber als echter Germane haute ihm daraus ein paar Ohrfeigen herunter. Da» Fazit war abermals eine Klage gegen diesen Rohling. Nun fragen wir die Direktion, was sie endlich zu tun gedenkt, um Herrn Porstorser zur Remedur zu bringen. Wir sind, begierig ob Porstorser abermals klagen wird. Wenn er in einem Jahre drei Prozesse verliert, kommt es schließlich aus den vierten auch nicht mehr an. Wer» bezahlt, ist Nebensache. Penzing. Ein russisches Urteil fällte vor kurzem in Vertretung des Herrn Inspektors von Penzing Herr Oberoffizial Popp. Die Ursache hierzu war folgende: Ein an Dienstjahren alter Verschieber vorgenannter Station, welcher zur Substitution für Oberverschieber verwendet wird, fühlte sich durch das fortwährende Substituieren für Verschieber von einer Partie zur anderen zurückgesetzt, indem überall und immer die Gepflogenheit herrscht, daß an Dienstjahren junge Verschieber den Substitutionsdienst verrichten. Derselbe stellte deshalb an den Plai-mcistcr die Frage, ob denn keine jüngeren Verschieber zu dieser Dienstleistung vorhanden sind, worauf letzterer erklärte: .Sie brauchen es nicht zu tun, ich werde Sie a » z e i n e waS auch prompt geschah. Die Folge davon war, daß der betreffende Verschieber von feiten deS Herrn Lberoffizials z-, einer Geldstrafe von 2 Str. verurteilte, wobei letzteren bedeutet wurde, daß, wenn er in dieser Angelegenheit den Herrn Oberofsizial nochmals belästige. er eine Strafe von 6 Str. zu gewärtigen habe. Nun fragen wir Verschieber: sind denn wir in Rußland? Manchen Vorgesetzten wäre das russische Straffyftern sehr erwünscht, damit aber die „goldenen" Zellen nicht mehr wieder« kehren, darüber werden wir wachen. Wir verlangen in Hinkunft von unseren Vorgeseyt n nach Anhörung unserer Verteidigung gerecht beurteilt zu werden, und lasten uns diese Strafmethode und das verrammeln unserer Rechtswege auf keinen Fall länger gefallen. Wir raten dem Platzmeister Winkler, mit seinen grundlosen Anzeigen und Beflcgelung des Personals gurüifztchaltcn, ansonsten wir uns gezwungen sehen, Tatsachen zu veröffentlichen, deren Folgen ihn in die gebührenden Schranken weisen werden Pfaffenhofen (Tirol). Nr. 28.553, 1904, Zirkular 196. Betreffs dienstfreie Tage der Bahnwächterl An alle Dien ft ft eilen! Bezüglich der den Wächtern zu gewährenden dienstfreien Tagen werden den Herren Dienstvorständen die Bestimmungen deS Zirkulars Nr. 37, P. 5, Band IV der Sammlung der für den Amtsbereich der k. k. österreichischen Staatsbahnen gültigen, bis Ende 1898 hinausgegebenen Zirkularverordiinngen und 'Nor* malerläffe in Erinnerung gebracht. Hierzu ivird bemerkt, daß Wächtern, denen nach einer lgstündigen Dienstzeit eine ltiftünbige Ruhepause zukommt, gemäß den Bestimmungen des zitierten Zirkulars kein dienstfreier Tag gebührt. Ein vom Dienstvorsland gewährter dienstfreier Tag ist daher alS Urlaub zu betrachten. Innsbruck, 20. Oktober 1904. Drahtschmlbt m. p. Dieser UkaS wurde so ziemlich überall seiner Sdjlußbcftim-mnng wegen ad acta gelegt. Nun scheint man denselben gegen unbequeme Wächter wieder auszugrabei, und im ungünstigsten Sinne zu deuten. Alkoholiker erhalten unbegrenzten Urlaub und freie Tage. Organisierten Wächtern werden die dienstfreien Tage alS Urlaub im Sinne dieser obzitierten Bestimmungen angesehen und vom normierten Erholungsurlaub gestrichen. Diese Streichung ist einer brutalen Willkürakt und im Zirkular überhaupt nicht erwähnt. Diese Paschawirtschaft soll durch die Veröffentlichung tiefer gehängt werden. Vielleicht besinnen sich die Herren in der Tinten« bürg „gleiches Recht für alle" zu stipulieren. Eisenerz. Vor kurzer Zeit war im .Arbeiterwille' da» unhöfliche Benehmen des Herrn Bahnmeisters N n g e l f ch m i e d gegenüber seinen Untergebenen besprochen, lieber diese Notiz war Herr Nagelschmied sehr aufgeregt und äußerte sich, daß, wem, er den Einsender herausbekommt, dem würde er schon helfen. Wir wollen dem Herrn Bahnmeister verraten, daß er de», Einsender absolut weder schaden „och nützen könnte, da sich derselbe außer dem Streife jener befindet, über welche der gestrenge Herr Nagelschmied nach Willkür verfügen kann. Doch wollen wir dem Herrn Bahnmeister den Rat geben, seine Untcigebenen als Menschen zu betrachten und zu behandeln, dann bleibt ihm der Aerger über solche Artikel erspart und wir werden dann keine Ursache mehr haben, über sein brutales Vorgehen zu schreiben. Wien. (Staatseisenbahngesellschast. Vom F r a ch t e n b a h n h o f.) DaS definitiv als auch das provisorisch eingestellte Personal hoffte immer, daß mit der Verstaatlichung der Staatseisenbahngesellschast die Übermäßig lange Arbeitszeit verschwinden und eine bessere Behandlung e,«treten wird. Im Frachtenmagazin wird bereits tagtäglich noch 16 bis 17 Stunden gearbeitet und dafür Hungerlöhne von Skr. 2-40 bis 2 60 gezahlt. Nur einige ältere Bedienstete erhalten Kr. 2 60 bis 2 80 per Tag. Insbesondere in den Magazinen II und III dauert die Ac lieft bi» halb 10 Uhr und noch später. Die Sadescheinschreiber sitzen stundenlang nach Magcziusschlntz in ihrem Stummer! um die Ladescheine auszutragen und müssen von dem geringe» Lohn noch das übliche Sperrgeld ans der eigenen Tasche zahlen. Doch aus solche Kleinigkeiten kommt es unserem Herrn Magazinschef, ber den Titel eines Inspektors hat, nicht an, wenn die Leute nur fest schuften. Als kürzlich einige Mann beim Herrn Inspektor P a b st wegen Verkürzung der Arbeitszeit bittlich wurden und auf die Gefahren der überlangen Arbeitszeit ausmerksam machten, so tröstete der Herr die Leute mit folgenden Worten: .Wenigstens kommt ihr früher von der Eisenbahn weg.* Wenn das Personal mit einer gerechte» Bitte sich an den Vorgesetzten wendet und deshalb noch verhöhnt wird, so kann man ruhig an sibirische Zustände erinnern. Der neue Direktor Herr Hoi rat Trnka hat l/er am Fruchtenbahnhos reichlich Gelegenheit, seine Fürsorge um das Personal beweisen zu können und wir hoffen, daß er diese unzeitgemäßen llebelftände baldigst verschwinden lassen ivird. iUudig. (K. k. StcatSbchn.) Für gewöhnlich heißt c» in Geschichten, eS war einmal. Unsere Geschichte beginnt mit i Es ist ein Herr Staiionsvorsiand Alois Bestak in Kriegern, der sich durch feinen besonderen Charakter auszeichnet, wovon wir hier einiges erzählen wollen. Herr Bestak, ganz durchdrungen von feinem hohen Amte alS Statioiisoorstcnd, glaubt diese seine Würde nicht besser zu vertreten, als wenn er so viel als möglich seinen Untergebenen gegenüber den Herrn zeigt. Da bassiert es ihm in der Hitze des Gefechtes mitunter, daß er zum Beispiel den Staiionsdcener Josef Stefan für den diensthabenden Beamten und den Beamten für den Diener hält. Ein Beispiel zeigt folgendes : ... Am 29. Juni war In Kriegern ein Sängersest, zu welchem die Sänger von Zuckutanil als Gäste kamen; am 28. Juni abends */t9 Uhr kamen die Sänger an. Als cS so nach 8 Uhr war, marschierte der Gesangverein von Kriegern mit Musik, begleitet von einer großen 'Menge Zuschauern aus den Perron des Bahnhofes, um die Gäste mit Gesang und Musik zu empfangen. Derartiges ist laut Vorschrift bloß gestattet, wenn vorher die Bewilligung vom Stativnsvorstand eingeholt wurde, “st diese Bewilligung gegeben und hat ein anderer Beamte licuft, so hat Herr Vorstand diesen zu verständigen, damit durch Unkenntnis der Sachlage der diensthabende Beamte in vorschriftsmäßiger Ausübung seines Dienstes den Andrang der Leute nicht untersagt Leider war in diesem Falle der diensthabende Beamte von der Bewilligung nicht unterrichtet; schon wollte der Beamte das Heranürangen der Leute und den Lärm beanständen. Bemerkt ivird, daß Herr Vorstand nicht zuhause war, als der Statiotisbicucr schnell sagte, datz Herr Vorstand den Auszug erlaubte. Der Diener war von Herr» Vorstand verständigt, der diensthabende Beamte nicht; bas war eben eine Verwechslung der Dienststellungen von Herrn StationSvvrstand. WaS hätten aber die Leute gesagt, wenn der Diensthabende den Auszug untersagt hatte? Der Austritt zwischen dem Beamten und ben Leuten wäre tun so unangenehmer gewesen, da die nationale Spannung hier sehr groß ist und der Beamte ein Tscheche; wer hätte dafür die Verantwortung getragen? Ein weiteres Stückchen erzählt von der Bildung deS Herrn titak folgendes: Am 2. Mai 1903 wurden die Passagiere am Perron in Kriegern in nächster Nähe der Staiionskanzlei durch die überlaute Stimme des Vorstandes zum Horchen gelockt. Da vernahm man die zarteste« Kosenamen, die Titel „lja-c h o lek“, „Hau8knech t", kamen sehr geläufig aus dem Munde des Herrn Vorstandes und des gegenüber einem Beamten. Was mußten sich die Leute über das Vergehen bes Beamte« denken, daß er tu solcher Weise von feimyn Vorgesetzte« heruniergeputzt wurde ? Wo bleibt da die Autorität des Beamten gegenüber dem Publikum? Gewiß wird das Publikum gege-lehenjalls den Anordnungen dieses Beamten „ur Spott entgegensetzen. Liber das kümmert Herrn Vorstand wenig. Wenn nur vor ihm sich alles beugt. Dem letzte« Diener in der Station gegenüber ist Herr BeSrak nicht berechtigt, solche Titel zu geben, um so weniger einem Beamten. ES was guter Wille deS letzteren, daß er nicht über bas unstatthafte Benehmen des Vorstandes bei der k. k. Staatsbahndirektion Beschwerde führte. Herr Bestak ist auch stets bestrebt, datz der Dienst seiner Untergebenen mit oft mehr Genauigkeit gemacht ivird, alS eS die wohllöbliche k. k. StaatsbahudircUum selbst verlangt und da Sette 10 »—> H@e» Etss«vay«r»." iß Herr BeZtak beständig auf der Jagd, wo er einen erwischen könnte; cs macht ihm ein besonderes Vergnügen, atv deren Unannehmlichkeiten zu bereiten. Herr Vorstand braucht die Vorschriften nicht zu beachten, wenn zum Beispiel der Schlevp-gug am Industriegleise oon Kriegern in die Glasfabrik führt. Der Zug soll vorschriftsmäßig vor dem Wechsel eine Minute halten. Herr Be^tak ist häufig aus der Maschine, aber derselbe hält trotzdem nicht vor dem Wechsel und es passiert dann, daß derSverrbaum durchgebrochen wird. Sonderbar; das Mchlanhalten des Zuges wird von Herrn Vorstand nicht beanständet und den Sperrbaum sieht er auch nicht, aber so viel als möglich für die Bestrafung anderer zu sorgen, das kann er vorzüglich. Je mehr Personen in Mitleidenschaft gezogen werden können, desto mehr Vergnügen macht eS ihm; umgangen wird höchstens, der am meisten zuträgt und seiner Frau ein Dienstmädchen abgibt. Deshalb war der Weichenwächter Joses Steininger so beliebt bei Herrn Vorstand, weil er alle möglichen Arbeiten bei der Frau Vorstand besorgte; ans Dankbarkeit durften drei Weichenwächter von Kriegern zum Begräbnis nach Schciboglück fahren; Herr und Frau B e s t a k fuhren ebenfalls. Da wurde jedoch so borgegangen, dasj der Weichenwächter Jiliöef, welcher am Begräbnistag frei haben sollte und gerne gefahren wäre, nicht fahren durfte, weil Herr Vorstand diesen nicht gut gesinnt ist, da ja von I i r i & e t [cm Vorteil für ihn kommt. I i r i i c C wurde, statt frei zu haben, zum Dienst verurteilt und der, welcher Dienst haben sollte, bekam frei. Da traf sich am selben Abend das Malljeur der Zugentgleisung in Kriegern. In der Blockhütte, wo die Entgleisung am Wechsel geschah, hatte ein Substitut Dienst. Wäre Herr Vorstand gerecht vorgegangen und hätte Jiriick zum Begräbnis fahren lassen, so hätte das Malheur verhütet werden können, da in der Blockhütte, wo eS geschah, ein geschulter Weichenwächter Dienst gehabt hätte. Es ist daher in allererster Linie die Parteilichkeit des Vorstandes Schuld an dieser Entgleisung. Hartberg. Von feiten der Bahnerhaltungssektion Fürstenfeld wurde für die Oberbauarbeiter der Strecke Fehring-Fürstenfeld und der Strecke Hartberg-Friedberg ein Arbeitsturnus herausgegeben, der bestimmt, daß die im Jahre 1908 aufgenommenen Arbeiter monatlich bloß zwölf Tage, die vorn Jahre 1907 monatlich 15 Tage und die im Jahre 1906 aufgenommenen monatlich 21 Tage arbeiten dürfen. Die vor dem Jahre 1906 aufgenommenen Arbeiter können normal fortarbeiten. Diese Bestimmungen gelten für die Herbst- und Wintermonate. Jetzt, nachdem die Leute den ganzen Sommer hindurch auf der Bahn gearbeitet haben, kommt man Mit einem derartigen Erlaß heraus, um die Leute indirekt zu zwingen, aus dem Bahndienst auSzutrcten. Denn wie und von was soll der Arbeiter mit seiner Familie leben, wenn er nur 12 ooer 15 Tage im Monat arbeiten darf? Notabene selbst jene Arbeiter noch in den kümmerlichsten Verhältnissen leben, die das zweifelhafte Glück genießen, daß ganze Jahr hindurch normal arbeiten zu können. Welcher Unternehmer wird jetzt die Leute aufnehmen? Ein jeder wird sagen: Gehet nur dorthin, wo ihr im Sommer gearbeitet habt! Doch untersuchen wir, ob ein derartiger Vorgang unbedingt notwendig ist, um die Oberbauarbeiter auf dieser Strecke schonungslos dem Elend preiLzugeben. Würde diese Strecke nur ein cinzigeömal gründlich untersucht werden, so würde man finden, daß eher zu wenig Arbeiter angestellt sind, um die verschiedenen groben Fehler zu beheben. Von einer Reduzierung der Arbeitstage wäre keine Rede mehr. Auf so manchen Strecken in der BahnerhaltungS-fektion Fürstenfeld sind die Schwellen ganz morsch, da sie statt im Schotter im Kot eingebettet wurden. Die Schienennägel können oft mit den Fingern herausgezogen werden und die Züge schaukeln an einigen Stellen, als ob das Geleise Über ein regelrechtes Kartoffelfeld führen mochte. Knapp vor dem Wechsel in der Station Dechantskirchen ist der Bahnkörper in einer Länge von 100 Metern durch eine Erdrutschung um 150 Zentimeter vertieft. Wenn ein längerer Zug diese schadhafte Stelle passiert, so besteht die Gefahr, daß er eines schönen Tages über den Bahndamm kollert. Ein schwerer Zug kann von de: genannten Seite aar nicht auf das Magaginsgeleife fahren, weil er wegen der (Steigerung nicht zurückschieben kann. Und wie in Dechantskirchen, so gibt es auf der Strecke Hartberg-Friedberg noch mehrere solche schadhafte Stellen, die eine dringende Aus-besserung sehr notwendig haben. Uns wundert nur, daß webet der Herr Inspektor noch der Herr Streckenchef diese schadhaften Stellen nicht gesehen haben. Oder was ist es mit der um 20 Zentimeter zu niederen Verladerampe in der Station Dechantskirchen? Die Oberbauarbeiter der genannten Strecke brauchen Arbeit und Brot für den Winter und wenden sich zu diesem Zwecke an das k. k. Ersenbahnministerium mit der Dringenden nahenden Winter Arbeit zn schaffen. Was soll aus uns Bitte, diesen Hungererlab zurückzuziehen und auch für den und unteren Familien werden, wenn wir zum langsamen Hungertod verurteilt werden? Saoz. (Zwei verhütete Karambole.) In der Strecke Pilsen-Dux verkehrte am 16. Oktober ein Erforderniszug Nr. 1113, II. Teil. Die Neservemaschine mit einigen angehängten Wagen ficht vom Geleise 14 auf die Strecke hinaus, um zu verschieben. Der Blocksignaldiener bemerkte dies noch rechtzeitig und gab sofort das Haltsignal. Doch war bereits die Weiche Nr. 4 durchschnitten und der Train wollte bis zur Weiche Nr. 1. Der Lokomotivführer der Reservemaschine schob sofort zurück und kaum daß die Grenze frei war, brauste schon der Erforderniszug durch den Einschnitt herein. Dieser verhütete Zufammcnstofj sollte als Warnung dienen, daß auch für die Station die Instruktionen gelten, wo es heißt, daß vor Einfahrt des Personenzuges das Verschieben zehn Minuten früher eingestellt werden muß. Der zweite Fall spielte sich am selben Tage ab. Zitg Nr. 1173 hat feine regelmäßige Einfahrt ans Geleise 3. Am 16. Oktober halte Zug Nr. 1173 eine dreistündige Ver spätung und wurde deshalb auf Gelcife 9 eingelassen. Doch auf Geleise 9 standen acht beladene Wagen, die vom Zuge 1190 a als Heberlait zurückgeblieben waren. Auch in diesem Falle wurde durch die Aufmerksamkeit eines Bediensteten ein größeres Unglück verhütet. Zu bemerken wäre, daß sich weder der Stationsaufseher noch der Platzmeister in der Station Eaaz Überzeugte, ob das Geleise ö frei sei, ebenso wurde der Lokomotivführer des Zuges Nr. 1173 in der Station Schaba-glück nicht von der geänderten Einfahrt verständigt. tilngenfurt. (Ein Skandal.) Der Stationschef Herr A g i c z in der Station St. Lorenzen bei Marburg hat die Gepflogenheit, bei der Auszahlung des Monatslohnes die Bediensteten einzeln in sein Bureau zu rufen, um dort den Heuten das Gero einzuhändigen. Wehe demjenigen, der sich etwa einfallen ließe, ohne Namensaufruf ta der Kanzlei zu Erscheinen, selbst bann, wenn er absichtlich vergessen wurde. Ein endloses Donnerwetter, gespickt mit allen erdenklichen Schimpfwörtern, würde den Missetäter empfangen und Bestrafung oder Entlassung konnte das Ende vom Liede sein. So war cs am 2. und 8. v, M. Herr 2t g reg zahlte wieder nach seiner bekannten Weise die Gelder aus und wurde Diesmal der Stationsarbeiter Praenig vergessen. Um sich keine Grobheiten zu boten oder gar bei dem strengen Herrn Vorstand in Ungnade zu verfallen, verblieb er Stationsarbeiter in zuwartender Stellung in der Hoffnung, daß er vielleicht des anderen Tages gerufen werde. Geduldig wartete der Arbeiter Tag für Tag auf feinen verdienten Lohn, und die Neugierde der Bediensteten sowie des Lurchfahrenden Zugspersonals steigerte sich immer mehr. Auf eindringliches Zureden der anderen Bediensteten ließ sich nun der Arbeiter P r a c n i g herbei, nach 14iägigem Zuwarten den Herrn Stationschef um Auszahlung seines Lohnes zu bitten. Was nun die meisten befürchtet hatten, trat ein. Mit einer Flut von Schimpfworten empfangen, wurde er kurz abgewiesen mit der Behauptung, datz er seinen Lohn bereits erhalten habe und gleichzeitig erfolgte die Kündigung. Selbst die von der B«hnerhaltungssektion gemietete Wohnung wurde dem Arbeiter gekündigt, obwohl die Frau des P r a c n i g jeden Tag der Niederkunft entgegensieht. Diese Angelegenheit dürfte wohl noch ein gerichtliches Nachspiel mit sich bringen, denn einmal muß hier ein entscheidendes Wort gesprochen werden. . Auffallend ist es, daß die Vorgesetzte Behörde des Herrn Stationsvorstandes noch niemals auf diesen Herrn aufmerksam wurde. Bekannt ist Herr A g r L z doch schon hinreichend genügend. Am besten wäre es wohl für Herrn A g r c 3, wenn derselbe irgendwo als Verschieber angestellt würde, da er zu diesem Dienst zweifellos eine besondere Eignung besitzt. Oberleutensdorf. (Eine Antwort.) Am 1. Oktober haben die Herren vom Reichsbund deutscher Eisenbahner auf unsere Feststellungen Über die skandalösen Korruptionsfälle in der Station Wiesa der Staatsbahn geantwortet. Sie taten es gewiß nur der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, um so mehr, als auf unsere Anklagen auch die Staatsbahndirektion in Prag aus der Rolle des passiven Zuschauers heraustreten mußte. Sie ließ am 24. September durch den Revidenten W u t s ch e k und den Oberrevidenten P r ö I a ein Protokoll über das gegen Groß mann und Konsorten seinerzeit Borgebrachte aufnehmen. An den gesandten Personen merkt man das Bestreben der Prager StaatSbahndirek-tion, es möge sich nicht allzuviel von den Skandalen m dem Protokoll widerspiegeln, denn von Herrn Wutschek sagt man, daß seine Finger auch im Deutschen Volksrat sichtbar sind. Einen Tag hatten die Herren mit der Protokollaufnahme zu tun; es hätte länger gedauert, hätten sie alles Material verwertet, manches fiel aber unter den Tisch. Herr Großmann stritt den ganzen Tag gegen das wider ihn Vorgebrachte und in der „Freiheit" wiederholt Festgenagelte, bis ihm das Leugnen schließlich nichts mehr half. Und er hatte gute HelferI Einige tfchechifchnationale Burival - Brüder konnten sich absolut an nichts erinnern, trotzdem sie dem Herrn Großmann zugeteilt waren. Wie „nett" ausgesagt wurde, beweist die Aeußerung eines dieser Herren: „Ja, w e n n's kritisch wird, sagen wir es au ch." Wie dankbar aber Großmann seinen tschechischen Helfern ist, beweist eine Bemerkung im Wagenschreibzimmer in Wiesa, als ihm ein tschechischer Kondukteur zugeteilt worden war: „I ch brauche keine Böhmaken in der Partie; ich will einen Deutschen habe n." — Man wirft unS Denunziation vor und will wissen, wer Anzeigen erstattete. Die Herren Großmann und Konsorten gestatten vielleicht, daß wir das mit uns selbst ausmachen; wir halten das einfach für ein sehr notwendiges Ausmisten eines Korruptionsherdes, der alles zu verpesten drohte. Aber die Herren sollten doch lieber nicht vom Denunzieren reden. Wer denunzierte im Frühjahr 1908 den Kondukteur G. bei der Staaisbahndirek-tion in Prag, daß er beim Paul-Schachte in W i e s a ein Stück altes, wertloses Holz mit nach Hause nahm? Ein nationaler Lehrer tat es im Aufträge eines nationalen bartlosen Reichsbündlers. Und solche Fülle gibt es die schwere Menge: den Fall K. noch und andere. Sollte da nicht auch der Anzeiger in dem vorliegenden Falle in den Reihen der Nationalen selbst zu suchen fein, da diese edle Partei doch Denunzianten systematisch züchtet? Wenn wir denunzieren wollten, da hätten wir immerhin noch ganz anderes Material. Wenn Deutschnationale bei Kohlenschächten die elektrischen Lampen herausschrauben und kleinere oder zerbrochene dafür einschrauben, so ist da» mehr als eine Privatsache. Wenn sie dann zu Hause statt 16er die gestohlenen 82er Lampen brennen, beschummeln sie obendrein die Stadt um den elektrischen Strom. Andere dieser nationalen Herren stehlen wieder Zylinder für Lampen und Kohlen am Bahnhof. — Wenn aber die Nationalen partout etwas von „freier Liebe" wissen wollen, können wir ia auch mitreden. Zum Beispiel fahren deutschnationale Ehemänner mit dem Zug 1052 nach Teplitz und holen sich in der Stadt zwei Freudenmädchen, nachdem sie vorher alle Teplitzer Bordells durchgestöbert haben. Diese Mädchen werden dann in die Kaserne mitgenommen, wo dann eine spatzenähnliche „freie Liebe" anhebt. — Die Nazis haben auch in Komotau Material gegen uns gesucht. Wir wollen ihrem bezwickerten Komotauer Berichterstatter raten, sich um seine von ihm in die Welt gesetzten Kinder zu kümmern, ehe er sich an andere Leute macht. Wir könnten ja noch auf andere Fälle Hinweisen: auf den verurteilten Schweinigel HaufchUb, der in Sporitz Lehrer war und jetzt das Pilsener Zuchthaus studiert. Oder auf einen Oberleutensdorfer Steuerbeamten, der im Jahre 1908 plötzlich versetzt wurde, weil er beim Schießhcms sehr „lieb" gegen 10 bis 14jährige Mädchen war. Schließlich auf einen Oberleutensdorfer Fuhrwerksbesitzer, der die „freie Liebe" liebt. Also: hübsch brav sein, ihr Herren Deutsch radikalel Unsere Antwort auf die „Antwort" der nationalen Herren ist hiermit gegeben. Wir erstreben die Beseitigung der mehrfach erwähnten unerhörten Korruption. Frißt sie weiter um sich, folgt eine Besprechung von Vorfällen am 2. De> zember 1908, am 4. Dezember 1908 anläßlich der „Galafeier' und in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 1909. Znaim. Am 19. Oktober d. I. kam die Partie deS Zuges 152 (ab Znaim 11 Uhr 10 Minuten vormittags) statt um 7 llhr 16 Minuten um 8 Uhr 39 Minuten abends nach Wien und sollte turnusmäßig Zug 103 (ab Wien 2 Uhr nachts, an Znaim 10 Uhr 5 Minuten vormittags) retourführen. Da an und für fich schon die Ruhezeit zwischen den beiden Zügen in Wien sebr beschränkt ist, wenn Zug 152 recht nach Wien kommt, so lehnte die Partie die Verantwortung für Zug 103 ab, Für das Znaimer Personal disponiert die Station Zn,irn. Um eine Pression aus das dienstübermüdete, die Verantwortung ablehnende Personal auszuüben, sowie auch seine Macht fühlen zu lassen, wurde vom Diensthabenden in Znaim bestimmt: Partie deS Zuges 152 führt Zug 29 am 20. Oktober 1909 ab Wien 1 Uhr 50 Minuten nachmittags, Zug 124 führt Zug 109. Zug 44 führt Zug 103. Mit Zug 4 war eine Partie um Zug 101 gefahren. Mit Zug 6 kam eine Partie um Zug 111. Ursprünglich war Partie vom Zug la2 sogar für Zug 151 zu führen bestimmt. Der Manipulant von 3ug 162 mußte zur Strafe (weil er auch nicht mit Zug 103 ahren wollte) mit Zug 151 als Bremser fahren. Also wurde die Partie entweder durch Bosheit oder Unfähigkeit der Kommandierung um 61/, Stunden Ruhezeit in der Tornizilstation gebracht und zweitens hatten dieselben die Auslagen für das Mittagessen, da die Frauen zu Hause mit dem Essen vergeblich warteten In Fällen, wo Zug 152 verspätet in Wien anlangte, führte die Partie stets Zug 111 oder fährt mit Zug 7 nach Hause. Diesmal mutzte eine Ausnahme gemacht werden. Grund hierzu war keiner vorhanden. Zug 152 hätte Zug 109,111,101, Zug 124 hätte Zug 101, Regiepartio von Zug 4 Hütte Zug 103 führen tonnen. Mit Zug 6 war eine Partie um Zug 111 gekommen. DaS wäre die ganze Shmft der Kommandierung gewesen und hätte dies jeder ältere Zugsbegleiter zustande gebracht, ohne erst Matura studiert zu haben. Doch in puncto Personalkoinmandie-rung nimmt Znaim den ersten Rang ein und wurden schon viele Böcke geschossen. Es wurden zum Beispiel oft Leute avisiert, die gar nicht zu Hause waren. Nachdem der Zugsführer des Zuges 152 nach Hause gekommen, hatte er mit den Herren einen erregten Wortwechsel über diese famose Kommandierung. Charakteristisch sind die Worte des Herrn Vorgesetzten, indem derselbe mchub zu sprechen: „Wenn Sie Ihre Ruhezeit haben, so müssen Sie fahren, zu was Sie kommandiert werden. Sie wollen nur recht viel fahren, damit Sie bie-JBtitlionen in die Tasche stecken können." „Gemach, werter Herr, auf Ihre erste Aeußerung hin brauchten wir bann Überhaupt keinen Suntus.' Und diese ewigen Kilometergelder, die dem Zugpersonal bei jeder Gelegenheit vorgehalten werden und welche gewiß sauer verdient und größtenteils aus der Strecke ausgebraucht werden, sind nicht so hoch, daß damit ein Prasserleben geführt werden kann. Die Bahnverwaltung schenkt keinem etwas. Ebenso gut tonnen mir aus die Nachtdienstzulage Hinweisen, die sich so mancher Beamte am Diwan verdient und die auch nur das exekutive Personal für dieselben erkämpft hat. Zum Schluffe möchten wir den Herren A. und P. empfehlen, eine etwas höflichere Umgangssorm dem Personal gegenüber anzunehmen. Von unS verlangt man Höflichkeit, folglich verlangen wir sie auch, denn wir fühlen unS als Menschen. Denn daß die Siominanbicrung der Zugsbegleiter in der Station Znaim einer Reform bedarf, beweist uns die Reserve, wo die armen Teufel von Anshilsskondukteuren oft in der unsinnigsten Weise zu den einzelnen Zügen bestimmt werden. Bei den Aushilsskonduktenren, die in der Reserve fahren, wird nicht die geringste Rücksicht genommen, ob und welche Dienstleistung der Bedienstete hinter sich hat, ob der Mann ausgeruht ist oder nicht, er wird einfach kommandiert. Da heißt es oft mit Eilzugs-gefchwindigkeit schlafen unb essen, um schnell wieder zum nächsten Zug zu kommen. In ben meisten Fällen sinb diese Leute ermüdet, da man denselben die so notwendige Zeit zur vollliän-digen Erholung nicht gewährt. Die Folge baoon, daß der Mann infolge körperlicher Erschöpfung auf feiner Bremse einschläft. Und was das für die Sicherheit des Verkehrs und der Personen bedeutet, kann nur derjenige beurteilen, der die Gefahren des ZugS-diensies kennt. Wie oft wird so ein Refervekondukteur um sein karges Essen betrogen, wenn er sich zu jedem Zug in der Station melden muß, bis ihm schließlich Die wenigen mitgenommenen Lebensmittel in der Tasche verdorben sind. Wenn so mancher der Herren Beamten nur ein bißchen Gefühl für Menschlichkeit mit-sprechen ließe, so würde sich das dienstliche Verhältnis dieser tcisen61arlm Doppeütbnt., Drilling» Stheibenbümc., Kevol ver usw. ges- bequem fcath aiten Meisternde., Celli, Mandolinen, Qi tarren coqr-n geringe una Sihal)pioitan.ttur rltecte, Auto- Btativ-u. HanBletmcvas neueste Typen zu d!!> Preisen gegen bequem. prime Fab malen usw. gegen ger ne bequeme usw. taatsratea v 3 Kr. an. I}1. Katalog überSaiteninstru mente graLu.lr. Pootk.genögt von * Kr. an. Itlustr Grammophon - Katalog yrat.u.fr. Poatk.gcr.ügt. Bia! & Freund Wien Vl.ttO Fachmann. Leitung. II! Waflen-Katalog grat.u. trei. Poslltario genügt Anacre Gläser m.beeter Paris. Opt.zu all. Preis. Ill.QlSacrkat3t|.gr.u.fr. Bial & Freund Wien VI/50 een v Kr. an. Illustr Karcenv-Katalog grat.u trei. Poitkarte genügt Bial ö Freund 1 Bial & Freund Bial L Freund Wien Vi/so Wien VI/5C Wien VI/50 Bliidenz. Am 2. November 1H03 fand hier eine freie Bereinsversanimlung statt, in welcher bit ffletioffen Brügge Iler und I d 1 über „Die neue Automatik und die Zugeständnisse beS *• (. Eifcnbatjnminifterium»“ referierten. Die beiden Redner ernteten für iljre Ausführungen lebhaften Beifall und wurde eine auf bie Tagesordnung bezugnehmende Resolution ein» stimmig angenommen. Penzing. Die Ortsgruppe hielt am 28. Oktober 1909 eine Versammlung ab, wo bie (Senosfen Sommerfeld und H«rtl den Bericht über die ipetfmiaitommiffion brachten. Bus den Organisslivnen. Krima-Reudorf. Bei der am 24. Cttofctr 1909 stattg»- {imbemii konstituierenden SersouimtiinQ der Ortsgruppe wurden foigenbe ©enofsen getoätjlt: Hermann Klinget, Obmann, Adalbert Holtjch°k. Stellvertreter; Adolf Barth, Kassler, Franz Schlosse' Stellvertreter; Franz Fa si l, (Schriftführer, Ludwig V I a ch. Stellvertreter; Franz Brusa, Emil L ö st-nitzer, Revisoren; Hermann John I, Zvsef Jlreell, Karl fthil und Josef Pfeifer, Ausschüsse; Albert PranSky, Bibliothekar. .Hiybiihel. (Todesfall.) Am 1. November 1909 starb unfer ©fiioffc Franz SI n d r i ch, Oberbauarbeitet und Mitglied des ArbeiterlokalanrschlisseS für den DirektionLbezirk Innsbruck. Der Verstorbene war ein wackerer Kämpfer für unsere Sache. Ehre seinem Andenken. Eitvratnr. (tzelcgeiihcitskauf. Durch die Wiener *$»lt #= buchhandlung Ignaz Brand n. Komp. sind, fotnn ge die Vorräte reichen, folgende Bücher zu sehr heradgeser-ten Preisen zu beziehen: Carpenter, Wen» die Menschen reif zur Liebe werden. Eine Reihe von Aussätzen über das Be» hSltiüs der buben Geschlechter. 322 Seiten. Äehestet statt Str. 3 60 nur Kr. V20. — Das goldene Wiener Herz. Vvu Max Winter. Redakteur der .Arbeiter-Zeitung". 95 Seiten. Statt Kr. 1-20 nur 40 H. — Im unterirdischen Wien. Bon ä)!n$: Winter. 78 Seiten. Statt Kr. V20 nur 40 H. — I m dunkelsten Wien. Von Mut Winter. 152 Seiten. Statt Sr. V20 nur 50 H. — Ich suche meine Mutter. Von Max Winter. Jimendgcschichte eine» Findelkindes. Diesem nach-erzühlt. 110 Seiten. Preis ihr. m Wir empfehlen unseren Lesern, diese preiswerten Bücher möglichst umgehend bei der Parteibuchhanblung, Wien, 6. Bezirk, IBumpeneorferstrafie 18, zu bestellen. Eingeserwct. (Kür tii|t Mutti! übernimmt bit 8itotti»n feine WmnttoorlungJ Dankiagung. lieber Initiative des ffienossen Seteibein haben die Oifen* bahnerorganifationen (Allgemeiner Rechtsschutz- und SewerkschaftS-Dmiti) in Tirol der Witwe des BahmvüchterS Heinrich M u t i* nellt nanchaste UnterstützungSbcträge gespendet; wir werden ersucht, nachstehender Danksagung Staum zu geben: Tie gesertigre Abele Mutin elli, Vattin des verstorbenen 6ifcnMjiibcbttiiftcten Heinrich 9)1 u t i n e 11 i, fühlt sich verpflichtet, den unten angeführten Ortsgruppen des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerlschastsvereineö für Oesterreich, bei dem er Mitglied war, für bie große materielle uub moralische Unter-ftüBung, bie sie wahrend der Zeit der Rot und bei ihmutiei'4, wie sie eben da» Schicksal den Proletaritrsamilicn bringt, wärmsten« zu danken. Adele MntineSi, Rooereto. Spenden liefen ein von nachstehenden Ortsgruppen: Innsbruck, Ortsgruppe I, Sr. 20'—, Landeck IO1—, Lienz IV-, Stuf» stein 10- , Würgl 13—, Franzensfeste 141Ä), Bozen 69-82, Ro-vercto Kr. 10 —. Mt rilmrgen der Zentrale. BcrwaltungLksmiteesttzung am 27. Oktober 1909. Es liegen 116 U'.iterstügungsnnsuchen vor; für 94 Fülle werde» Unterstützungen im Gesamtbeträge von 2300 Kr. bewilligt; 15 Fälle cibgcwiescn; 7 Fälle an die Ortsgruppen rückgeleitet. — Der Rechtsschutz wird für 88 Fülle 6t« willrgt. — Zur Begleichung von 45 üxpensnoten tvird ein Betrag von Kr. 346340 angewiesen. — Erledigung der vorliegenden Zuschriften. — Berichte über den bisherigen Absatz des deutschen und des polnischen Eisenbahnerkalenders. Beschlußfassung über die Herausgabe der am 1. Dezember 1909 erscheinenden Nummer des »Eisenbahner' oIS Agitationsnummer. Sprrchsaal. An die Ortsgruppen und Zahlstelle« im Diret-tivusdezirke Linz! Die Ortsgruppe Linz beruft für Sonntag den 81. November, präzis 9 Uhr vormittags, eine Konferenz sämtlicher Ortsgruppen und fahlst eilen de« Linzer Dir ekt ionsverbande» imÄasthauS „zum wildenSHanu", Linz, Goethestrabe; ein zufolge der äußern wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht, daß jede Ortsgruppe und Zahlstelle zumindest durch einen Delegierten vertreten ist. Die Ortsgruppenleitung Linz. An die Genoffen der Anssig-Teplitzer Eisenbahn. Wir suchen den ehemaligen Lokomotivführer der A. T. 8. Herrn Franz Haderer zuletzt in Turn bei Teplitz wohn» hast. Wer den Aufenthalt oder die genaue Adresse des Betreffenden weife, wird freundlichst gebeten, diese an die Redaktion deS .Eisenbahner', Wien, V., Zentagasse 6, bekannt» »ugeben. Die Redaktion. Hffene gUtfragett. t An die Generalknspektion der österreichische» Eisenbahnen! Durch die Zulassung von Zivilpersonen zum Station de» FrachtenbahnhoseS in Bruck a. b. M. nmrd die Sicherheit der Personen, als auch des Verkehr« im höchsten Grade gefährdet. Da weder ein Verbot noch eine Warnungstafel irgendwo angebracht ist, so tummeln sich gewöhnlich Nichteisenbahner in und um den Frachtenbahnhos herum, so bah die dvrtselbst ongesteQten Bediensteten Geiahr lausen, wenn jemand von diesen Unberufenen ein Unglück zustoßen sollte, das Personal zur Verantwortung gezogen und bestraft werde. Im Interesse für die strikte Einhaltung der Sicherhei«Vorschriften für da# Bqhnpeilonal wird die k. k. Generalinspektion Der österreichische« Eisenbahnen gebeten, diesen Unfug ehestens abzustellen. An die k. k. Bahnerhaltungssektiv» Spittal« Millstättersee! Die Wächter, Partiefiihrer und BahnerhaltungSarbeiter der genannten Strecke ersuchen höflichst. Me t k. Bahnerhaltungssektion mije die Herren Bahn»«ist« anroeüe*. defc diese Me ImbltUttK den unterstehenden Bediensteten zur Einsicht übergeben. Ferner wäre e$ angezeigt, wenn für den Bahnwnchler bei ber Haltestelle Böck-ftein eine ordentliche Dicnflhfittc ausgestellt würbe. An die t. f. Stanlsbahndnektiot, in Villach! In der k. k. Babnerhaltnngssektion Klagensnrt werben viel-sach Klagen laut, das; den Wächtern »nb Oberbnimrbritem her sährlich? Urlaub sowie bie dienstfreien STsge biirch Richtbeistellung non Substituten entzogen werben. Will sich ein gesMbigter Wächter biesbeziiglich bei ber k. k. Direktion beschweren, so wirb derselbe von Herrn Inspektor Lernet mit 1 bis b Kr. Bestraft. Um Abhilfe wirb gebeten. An das k. k. Eisenbnhntninisterinm! Tie Strcrfemaächtcr ber Smitrnbahn erhalten noch immer keine se wichtige Monatsschrift, nach Jahrgängen gebunden, in bie Bi liochek der Ortsgruppe ein verleibt wird, werden diejenigen Genossen, welche noch im Besitze obiger Hefte sind, ersucht, dieselben so bald als möglich dem Leiter der Ortsgruppe zu iV ergeben. lehlftelle Furth im Walde. Am 14. November 1909, um V»Ö Uhr aberws, hält bie Zahlstelle im VereinSlokal „zum Postgarten“ eine Eisenbahnerversammlung mit wichtiger Tagesordnung ab, zu welcher ein Referent aus Prag kommen wird. ZaljlrtichcS E>scheine» notwendig. Ferner werden bie Mitglieber aufgeforbert, die MoitatSbeiträge an den Zahlstellenleiter Genossen KrurnphanSl regelmäßig abzuführen. Grtsstruppr Kaaifelden. Die diesjährige Generalversammlung findet Sonntag den 21. November, um 2 Uhr nachmittags, in DengL Gasthaus statt. Referent aus Wien. Poll« zül)liger Besuch notwenbtg. Örtegruppe Krunn II. Laut Beschluß der NuSschutz-fitzung finden die Mouatsocrfammlungen von nun an jeden 4. im Mona t, um9 Uhr vormittags (Zeile Nt. 15) statt, wo gleichzeitig Einzahlungen entgegengenommen und Bücher auS der Bibliothek entliehen werden. Äutzergeivöhnliche Versammlungen werden separat bekanntgegeben. Ortsgruppe Ht.Ualenttn. EL wurde die Wahrnehmung gemacht, daß die Bib,iothekSord»ung vielfach nicht beachtet und Bücher oft monatelang mcht zurückgestellt werden. Zum Zivecke einer gründltckjcn Revision werben die Mitglieder freundlichst er- iucht, alle entliehenen Bücher ehestens abzugeben. Ferner werden ene Mitglieder, die sich mit ihren Beiträgen im Rückstand be-inden, aufgeforbert, nachzuzahlen, ansonsten dieselben all ausgetreten behandelt werden. Ortsgruppe litt?. EamStag den 13. November, um */i7 Uhr abends, findet im Salon des Herrn Wipplinaer, Wiener ReichSstratze, eine öffentliche SUeveinSverfainmlung mit wichtiger Tagesordnung statt. Vollzähliges Erscheinen notroenbig. Ortsgruppe tzotzrtsdorf. Es biene ben geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, da6 das Vereinslotal ab l. November in Herrn Karl Brunners Gasthaus verlegt wurde, und wird zugleich die dringende Aufforderung an jeden organisierten Genossen ge-richtet, nur in diesem Gasthaus zu verkehren. Ferner werden die Mitglieder erfucht, bis 1. Dezember die Mitgliedsbücher famt SolidarltätSkarten an ben Kassier und die Bibliotheksbücher an den Bibliothekar behufS Abstempelung und Kontrolle abzugeben. Zugleich diene zur Kenntnis, daß Montag den 15. November, 3 Uhr nachmittags, in Karl Brunner« Gasthaus, HötzelS-borf, eine Volksversammlung mit der Tagesordnung: Die Teuerung, da »arbeitende Volk und das Parlament ftattfiiidet, itt welcher ein Abgeordneter referieren wird. Die geehrten Genossen werden,aufgeforbert, für einen Massen-besuch »u agitieren! A«histeUe Trieben. Den werten Genoffen der Zahlstelle Trieben biene hiermit zur Kenntnis, daß laut AusschutzsitzungS-beschluh vom 31. Oktober 1909 jeden ersten Sonntag im Monat in Herrn ZeihmannS Gasthaus in Trieben ein DiskussionStag abgehalten wird, wozu die Genoffen zu reget Anteilnahme ausgefordert werden. Für Rtonat November unterbleibt dieser Diskussionstag und wird dafür am Sontag den 14. November in obigem Gasthaus eine § 2-Verfammlung abgehalten, in welcher Genosse Schweiger einen Vortrag über „unsere Woihltätig-leitSinftitute* bringen wird. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Freie Eisenbahnerversammlungen. Stetirling'Pyhrnbahn. Sonntag den 14. November d. I. um 1 Uhr nachmittags findet in der Babnreftauration eine Versammlung statt, in welcher Genosse Weiser aus «*nz ütiee die Lohnaufbesserung referieren wird. Enns. Die Eisenbahner vvn Enns lind Umgebung werden zu der am 21. November d. I. in Försters Gastbans in EmtS, um 3 llhr nachmittags ftnttfinbenben ©ifent'Cihiieruersammlima freundlichst eingelnben. Zu dieser wichtigen Veisammlung wird ein Referent ans Linz kommen und ist c» erwünscht, wenn sich die Kollegen mit ihren Frauen zahlreich einsindcn. g>anuii(itnßoauönun6. Für die im Streik gestandenen ObcrbmmrMtct der Strecke Sankt Michele Avio sind uns noch weitere Streikunterstützungen »«gekommen. Vorn Genossen Joses Schwab, Wien Oe. N. W. B. Kr. 5-—, Von den Eisenbahnern aus Vordmtbcrg SO’—, Summe Kr. 35'—, wonach bis zum heutigen Tage Kr. ISIH’31 bei unS tingelaufen sind. tövujitalli'ji der ilivhaltliuiu Zur Bcachtnug. Die Berichte Uber die ftnitgefuitbrnett Ncichskon-fevcitjeii der MaguziuSdiener, Ladescheins,hreiber, Wagen-f.tirciber, Portiere und L unpistcn konnte» wegen Raummangel in dieser Nummer nicht mehr ausgenommen werden und ersche> e» dieselben daher in der nächsten Nummer unseres BlatteS. Für den Inhalt dor In-sorato öbornlnrnt die Reduktion und Administration kolne wie Immer goartote Ver-o • antwortung. o Für den Inhalt der In-toruto Übernimmt die Redaktion und Administration keine wlo Immer ceartete Ver* i o o nntwortung. c o Unterbeaitttett-Mantel, fast ttvit, Flottenrock» Gilet, ttett, Qrof?r, schlanke Figur, bi" zu verkaufe«. Bernkopf, Baden, Palfftmasse 30. 6180 STBenisch Beste böhmische Bezugsquelle gillige gett|e3ern! 1 kg ßraur, gute, nclchlllleiic K « < ii 2 4U tivimii helbiveiiie KÜKI; luciiic K * lurlfie, flniimiü« K MO: 1 li-i tiochkelnc, frtliirclveii c. geichlil-fciif K ti **,h y ; 1 ktiTiumcU' yta.-irf), aae K 6' K 7 —: lur fu-, je, ui K 10'—: olKrtcinlt« B>»itilnmn K lj*-. iltci gtUnnljmc Von 5 k; fvaiili). au« bid|i,ü fl in raten. Kanon, »natu ■ 6“ XätjG Dexien oder «flu Vr»nti, o, | Tuchent. lauem hng, HO cm Oreit, mitsau,t S ttopfmk«». ir!>eS ou cm tirn.i. ■'* rui Breit, artülll mit neuen, „vau n, fetir lou itiamn, ,la tnljen Beitlcder» K 16 -, Halbdauncn Küü-; Daune» Kilf—; tliij.ln« Tuchente» K 10'-, K 12 -, K 14 -, K IS' -; fiuDitiiten K 8 -, K 860, K 4 -. Tucheiite». 18t) om Iüuq, ho cm breit, K ,1'io, K 17'80, Kar—, Holii* fiffiti. !K) cm tan,i,| 70 cm breit, K 4'flo, K 6 V0, K5T0; Ulltci'tilchcntc», Rluberbeltcn, lUbcrjilae, Dcikcn und Matratze» zn dillmii n Pre>sen. Stcvfaii'.1 liefen d)nol)nie non K 12’— an ft.mto. uiv, di;fil) ohvr 'Uin «uimi i froitfo ne,'lallet. Rfir Widitpeflenhe« aieK it ur «n#iil. tllcht Preisliste gratis uti» krauko. S.BenißcU in Beeoliehltziur. 158, Wommnolt' , 'TS .11» f i int i!toffeii, welche sich im äedaufe der Sai« Ion angehiilst haben, gebe ich. solange bet Bvrrat reicht. An lief getabgeleAten Preise» ne. Lassen Sie fich biescu öclcgtiv heitStaus iiliiit entgeiicn unb verlangen Sie mittelst Korre-IVOiiCciijtartc foiirnlusc Bcmusie tung. Tuch-Versandhaus FRANS SOHullDT jägerndorf 76 (Oest-Schles.) Danksaguirg. ®it Befettigte spricht hiermit aus diesem Wege allen Leidtragenden dir In so gtoBet Anzahl an dem LeliheiibegiingniS meine» teuren (Üntten Rram Holzer teil nahmen, sowie für bi» viele» Ihanjspenbcn den ijery iichsten Dank etil. Maria Hol;er. Danksagung. Kflt die zahlreiche Beteiligung an dem Cclcheiiuegäitfliilüe weinte un, betgeStlmen (Sattln Josesine sowie für die vielen Kranzspenden seiten» bei Frauen und Kollegen sage ich meinen Innigsten Sant. (Stuft Zöhrer fionbuftdit'SuRSfübitt bet Ebdbahn. Rasiertnssser prima ausgesuchte und auSprobierte Ware, dar Stück 7 fitonctv versendet Josef Prikorny. Amstelteu, Baliubosstraste 24 c. _ ^ Umsonst.________________ Hautlcute. Papkthändkr, Kramer, Kantineure, Craflkanttn — welcfte viel 6elü verdienen wollen — verlangen unsere neueste Illustrierte Preisliste grati» und fronte übet Eins Million Uklbnacbtt- und neuiabrs-Postharten zu Tabrlk«»Klitn. Lu-Luspapierf.ibrik Ebt$v, Zeiftl S Cu. Ulli«, II. Pratmtrassc 66. loo Sificf von lir. l’.w» eniroärie. > — FLEISCH! FLEIaCH! 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Danksagung Der Gefertigte erlaubt sich auf diesem Wege der Zentrale und der geehrten Ortsgruppenleitung Leoben dcS Mgemeinen Rechtsschutz- und GewerkschastsvereineS für Oesterreich und samt« Hch«# Genossen, Genossinnen, Kollegen, Freunden und Bekannten von Stoben und Donawitz für die namhafte finanzielle Unterstützung sowie für die unzähligen Beweise brüderlicher Solidarität, Oie mir anläßlich meines 35jährigen Dienst!ubiläumr in überraschender und großartiger Weise zuteil wurden, de« herzlichsten und innigsten Dank auszusprechen. Leoben, am 6. November 1909. ______________Franz Heuberger. Wan nemitOaslheS u n g? Glänzende Zeugnisse. Wann« mH Ga-heieuitp von K 80»— an, Wanne mit Schwitxeinriohtung. Schaukel* und Wieyenbäder eto. Garantie: Anstandslose Zurücknahme. Wannen, System Krauss, haben keine gelöteten Nähte, sondern sind gerchwelsst und im Vollbad Im ganzen verzinkt. Gelötete Wannen bedeutend billiger, oo Broschüre gratis, oo Versand franko. 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