poštnina plaLans v gotovini. Nr. 23. Erlcheint jeden 1., 10. und 20. 9. (24.) Jahrgang. Organ der Gottscheer Deutschen. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 30 Din, halbjährig 15 — Din. D.-Oefterreick>: ganzjährig 6 Schill., halbjährig 3 Schill. Amerika: 2 Dollar. — Einzelne Nummern 1— Dinar Mittwoch, den 10. August 1927. Briefe ohne Unterschrift weroen n>.Ht berücksichtigt. — Zuschriften werben nicht zurüchzeftellt. — Beruhte find an die Schrisliettung zu senden. — Anzelgen-Ausnayme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje Die Armenhaus- und Spitalsfrage. In nächster Nähe der Stadt Gottschee hat man unlängst einen Mann durch vier Tage liegen gesehen, dem mitleidige Herzen ab und zu Nah¬ rung brachten. Der Mann, seinerzeit Lohndiener im Hotel zur Stadt Triest, war gänzlich entkräf¬ tet, verwahrlost und voller Ungeziefer. Gendarmen haben ihn schließlich aufgehoben und in die Zu¬ ständigkeitsgemeinde im Waldner Gebiet abge¬ schafft. Einige Tage zuvor trug sich auf der Straße gegen Obrem Ähnliches zu. Eine in der Gemeindeverpflegung stehende 81jährige Frau war vor Entbehrung und Schwäche zusammengesunken und mußte in einem Kinderwagerl ins Haus ge- bracht werden, wo sie gegen jederzeitige Kündi¬ gung einstweilen Unterstand gefunden hat. In Zwischlern haust in einer verfallenen Hütte seit längerem ein Mann, der sich nur an zwei Stöcken fortschleppen kann. Zum Wiederholtenmalen hat der Arme schon um seine Abgabe an ein Armenhaus gebeten. Das sind einige von jenen zahlreichen Fällen, die nach einer Reform der Armen- und Siechenverpflegung bei uns dringend rufen. Wie diese Frage bald zufriedenstellend gelöst werden könnte und sollte, sei hier vorgeschlagen. In der Stadt Gottschee besteht ein Spital, das gegenwärtig als Gendarmeriekaserne von Jahr zu Jahr verpachtet wird. Diese Tatsache beweist, daß das Gebäude als Spital für nicht nötig oder nicht zweckmäßig gehalten wird. Nun ge¬ hört das Haus samt Grund der Sanitätsdistrikts- verlretung Gottschee und Rieg, es ist mit Ein¬ richtung versehen und besitzt 25 voll ausgestattete Betten. Was liegt da wohl näher, als daß die Gottscheer Gemeinden dieses Haus als Bezirks- armenhaus bestimmen und zu diesem Zwecke die rechtzeitige Kündigung des Pachtvertrages ver- anlassen. DL das Marienheim in nächster Nähe ist, könnten leicht Barmherzige Schwestern von dort die Pflege und Verköstigung im Hause über¬ nehmen, was von großem Vorteile wäre. An dem notwendigen Entgegenkommen seitens der Sa¬ nitätsvertretung sowie der Bezirkshauptmannschaft und der Unterstützung durch die Gebietsversamm¬ lung ist wohl kaum zu zweifeln. Nur müßten diesbezüglich die Gemeinden einheitlich auftreten und bald zur Frage Stellung nehmen. Man versäume es daher nicht, an die Lösung dieser dringenden Angelegenheit zu schreiten. Josef Eppich Gebietsabgeordneter. Unser Unterrichtsminister über die Minderheiten. Unterrichtsminifter Dr. Periö hat kürzlich auf eine Anfrage eines Berichterstatters des Deutschen Bolksblattes, was an der Nachricht Wahres sei, daß an der Lehrerbildungsanstalt in Werschetz eine deutsche und rumänische, an jener in Sombor eine magyarische Abteilung errichtet werden soll, geant¬ wortet: er habe vor seiner Abreise nach Bukarest eine diesbezügliche Verordnung unterschrieben, die er für notwendig halte, damit die nationalen Minderheiten ihre eigenen Lehrer bekommen. Ich bemerkte, sagte der Minister, daß der Lehrkräfte der nationalen Minderheiten immer weniger wer¬ den und keine neuen dazu treten. Die Deutschen, Magyaren und Rumänen geben ihre Kinder nicht in die serbischen Lehrerbildungsanstalten und daher habe ich diese Frage auf diese Weise geregelt. In drei bis vier Jahren werden wir dann Lehrer für die Schulen der nationalen Minderheiten aus ihrem eigenen Volke haben. Der Berichterstatter fragte dann den Minister, was seine Meinung darüber sei, daß bei den Kindern der nationalen Minderheiten eine Kom¬ mission nach dem Namen feststelle, ob sie in die Schulen der nationalen Minderheiten oder in die Staatsschulen gegeben werden sollen. Unterrichtsminister Dr. Periä war über diese Angelegenheit ganz erstaunt und erklärte, er werde sich mit dieser Frage sofort beschäftigen, wie er nach Belgrad zurückkehre. Jedes Kind, sagte der Minister, gehört in die Schule jener Nationalität, als deren Ange- höriger es sich fühlt, das deutsche Kind in die deutsche Schule, das magyarische in die magya- rische, das rumänische in die rumänische. Ich werde in der kürzesten Zeit diese Frage auch in diesem Sinne regeln. Ich hätte dies schon lange getan, war aber nur wenige Zeit in Belgrad, da ich zumeist außerhalb der Hauptstadt zu tun hatte. Daß doch endlich einmal solche Worte auch in die Tat umgesetzt würden! Aus Stadt und Land. KoLevje. (Sterbefälle in der Stadt- pfarre.) Gestorben ist am 11. Juli die verwit¬ wete Maria Morre aus Hornberg 8 in Alter von 75 Jahren; am 18. Juli Maschinenwärter Franz Senica, 72 Jahre alt. — (So mm er fest und Schauturnen.) Der Gottscheer Sportverein veranstaltet Sonntag den 21. August unter Mitwirkung des Gottscheer Gesangvereines sein diesjähriges Sommerfest mit nachstehendem Programm: Um halb 10 Uhr Marsch mit der Musik durch die Stadt zur Turnhalle. Von halb 12 Uhr bis halb 1 Uhr Frühschoppen¬ konzert im Garten des Gasthofes Harde. Um halb 2 Uhr Abmarsch vom Gasthof Harde mit Musik zum Festplatz (Gasthausgarten des Herrn Peter Lackner, „Bruungruber"). Um 2 Uhr Be¬ ginn des Schauturnens. Beim Schauturnen treten sämtliche Riegen des Sportvereines auf. Den Abschluß der turnerischen Vorführungen bilden all-- gemeine Freiübungen. Nach dem Turnen be¬ ginnt das Sommersest mit den verschiedensten Volksbelustigungen, wie Topfschlagen, Sackhüpfen, Wettlaufen, Gugelhupfessen, Damenschönheilskon¬ kurrenz usw. — Die Musik besorgt die Drau- diviston. Eintritt: Für Erwachsene 5 Din, für Kinder 2 Din. Es wird schon heute darauf auf¬ merksam gemacht, daß die Eintrittskarten unbedingt sichtbar getragen werden müssen. Wer die Ein¬ laßkarte verliert und von den Ordnern angehal¬ ten wird, muß eine neue kaufen. Diese Vorkehrung mußte wegen der Kontrolle getroffen werden. — (Liebwerter Besuch.) Schon längst ist unsere deutsche Sprachinsel den Reichsdeutschen kein unbekanntes Fleckchen Erde mehr und wird daher auch von denselben infolge der sich dar¬ bietenden Naturschönheiten und des kürzeren Reise¬ weges zur Adria besonders in den letzten Jahren gerne aufgesucht. Mit unseren Volksgenossen im Reiche verbindet uns aber auch die Sorge der Unterbringung unserer Hausierer und Maroni- Krater im Deutschen Reiche. Einer der ersten Bahnbrecher auf diesem Gebiete war Herr Stu¬ dienrat Eck aus Auerbach im Vogtlande, der uns durch seine diesbezüglichen aufopferungsvollen Be¬ mühungen schon lange kein Fremder mehr war.. Um unser Ländchen, unsere Sitten und Gebräuche kennen zu lernen, ließ es sich der Herr Studien¬ rat an der Spitze lebensfroher und wanderungs¬ lustiger Auerbacher sowie lieblicher und anmutiger Auerbacherinnen und an der Seite seiner lieben Frau Gemahlin nicht nehmen, uns mit seinem Besuche zu beehren. Bald war zwischen den Gästen und den Gottscheern der Herzenskontakt hergestellt und an den gemeinsam verbrachten Tagen und Abenden konnte man bei Liedersang und Becher¬ klang die Wahrnehmung machen, daß das Ver¬ hältnis ein so inniges war, als ob man schon Jahr und Tag beisammen wäre. Nur zu rasch verflogen die schönen Tage und als es hieß von unseren Gästen Abschied nehmen, kam es uns erst recht zum Bewußtsein, wie innig sich die Herzen aneinandergeschlossen hatten und wie schwer das Abschiednehmen wurde. Unter den Klängen des Liedes „Muß i denn zum Städtele hinaus" rollte der Zug aus der Station und nach langem Tücher- schwenken entführte uns derselbe unsere Auerbacher endgiltig. Herr Studienrat Eck hat vor seiner Ab- Sc-le Z-jnm' — Nr 23 Zon mag aen ri. Hug>i;i i-n Zommettezl uncl Scvamurnen ae§ Sottscdeer Spsttvereines im Lasigarien aes kerrn?eler Lackner » Musik Her KrautUvirion * ^slksbeiusiigungen reise Herrn Dr. Arko einen größeren Betrag für kulturelle Zwecke ausgehändigt, wofür ihm an dieser Stelle der herzlichste Dank ausgesprochen sei. Allen, die wir mit den Auerbacher Gästen zusammenzukommen Gelegenheit hatten, werden die gemeinsam verbrachter Tage in angenehmer Erinnerung bleiben, wobei wir zugleich der Hoff¬ nung Ausdruck verleihen, daß es im nächsten Jahre ein fröhliches Wiedersehen gibt zur Auf¬ frischung des Vuglberbam. — (Neubesetzung.) Die schon monatelang verwaiste Pfarre Unterwarmberg hat im Herrn Johann DeLman einen neuen Pfarrer bekommen. — (Ruhrerkrankungen.) In Katzendorf ist unter den Kindern die Ruhr aufgetreten und hat bereits zwei Opfer gefordert. — (Eheschließungen.) Am k8. Juli wurde in der Franziskanerkirche in Ljubljana der Professor am Gotlscheer Gymnasium Johann Sivec mit Frl. 2arka Štolfa; am 26. Juli Friedrich Ja¬ komini aus Gotlschee mit Frl. Adolfine Etel ge¬ traut. — (Lutherischevangelisch geworden) ist in Villach der P watbeamte Hans Truger. — (Geldbriefe ins Ausland) dürfen nach der neuesten Verordnung Beträge bis 3000 Dinar enthalten. — (Fabriksbau.) Am 25. Juli hat man mit dem Bau der Fabrik begonnen, die die tsche¬ chische Firma Matausch hier aufsühren läßt. In ihr werden Baumwollfabrikate erzeugt werden. — (Das Wohnungsgesetz.) Das Mini¬ sterium für Sozialpolitik teilt im Wege der Presse mit: In der letzten Zeit haben verschiedene Blätter die Nachricht gebracht, daß im Ministerium für Sozialpolitik eine Abänderung des jetzigen Woh- nungsgesctzes vorbereitet wird. Alle diese Nach¬ richten entsprechen nicht der Tatsache. Für die Erbringung von Gesetzen, bezw. für die Abände- rung der bestehenden ist lediglich die National¬ versammlung zuständig. Da diese erst auf Grund der Wahlen am 1r. September zusammentreten wird, so wird sich das Ministerium erst dann mit dieser Frage befassen, wenn das zu ihrer Lösung berufene Parlament zusammengetreten sein wird. — (Merke.) Über Nacht mit „Frauenlob" eingeweichte Wäsche läßt sich mit Schichtseise be¬ sonders leicht fertig waschen. — (Die Parlamentswahl und der Gotlscheer Bezirk.) Auf der vor kurzem einberufenen Vertrauensmännerversammlung der Gottscheer Bauernpartei wurde einstimmig be¬ schlossen, die Kandidatur des bisherigen Abge¬ ordneten geistl. Rates äkulj zu unterstützen. — (W a h l o rt e u n d W a h l k o m m i s säre.) Die Parlamentswahl Sonntag den 11. Sep¬ tember leitet in Altlag Notar Dr. Grobelnik aus Ribnica; in Göttenitz Finanzkonzipist Muha aus Novomesto; in Grafiinden Advokaturskan¬ didat Dr. Rom aus Gottschee; in Gottschee Ge¬ richtsvorsteher Jerman und Advokat Dr. Rajh aus Gottschee; in Mösel Notar Dr. Maurer aus Gottschee; in Nesseltal Richter Dokler aus Gott- schee; in Lienfeld Finanzbeamter Bayer aus Ljub¬ ljana ; in Malgern Finanzbeamter Dr. MateliL aus Ljubljana; in Mrauen Advotaiurskandidat Dr. Siegmund in Gotlschee; in Morobitz Richter Kobe aus Novomesto; in Suchen Gerichtsbeamter Meräol aus Novomesto; in Milterdorf Richter Lo8 aus Ribnica; in Rieg Richter äavelj aus Gottschee; in Zwischlern Notariatskandidat MejaL aus VelikelaLöe. — (Die Fürsorge des Landtages.) Die Gebietsversammlung hat vor kurzem das Zagrazer Elektrizitätswerk käuflich übernommen und wird dasselbe zum Wohle von ganz Dürren- krain weiter ausbauen. Ebenso hat der Landtag dem Elektrizitätswerke in Zire in Oberkrain die Mittel zum Wiederaufbau leihweise vorgestreckt. Das Gottscheer Gebiet und Weißkrain darf er¬ warten, daß auch da durch Benützung der Kulpa- wasserkräfte der Bevölkerung Unterstützung seitens des Landtages zuteil wird. — (Eine einseitige Mißbilligung) stellt der Flugzettel dar, in dem Regierungsrat Loger die zunehmende Behebung von Einlagen bei der städtischen Sparkasse verurteilt. In diesem Zettel wird die Sache so dargestellt, als ob das Mißtrauen gegen die städtische Sparkasse etwas Gekünsteltes und von unverantwortlichen Ele¬ menten ins Volk' Getragenes sei. Das stimmt ganz und gar nicht. Das Mißtrauen ist einmal da und nicht erst seit gestern und gründet sich auf Tatsachen, die schon oft genug auseinander¬ gelegt worden sind. Soll deshalb das Institut keine weitere Einbuße erleiden, muß unbedingt alles das bei der Sparkasse aus dem Wege ge¬ räumt werden, woran die Einleger bisher be¬ rechtigten Anstoß genommen haben. Nur auf diese Weise kann das Vertrauen wiederkehren. — (Der italienisch-ungarische Ver¬ trag betreffend Fiume unterzeichnet.) Wie gemeldet wird, unterschrieben im Palazzo Chigi Ministerpräsident Mussolini und der Staats¬ sekretär des ungarischen Handelsministeriums Ba¬ ron Wimmersberg ein Abkommen, das zwischen beiden Regierungen bezüglich der Erleichterungen getroffen wurde, die dem ungarischen Handel in Fiume gewährt werden sollen. Durch dieses Ab¬ kommen werden die Vereinbarungen ergänzt, die zwischen Grafen Bethlen und Mussolini bereits im April getroffen wurden. Durch das neue Ab¬ kommen wird die Errichtung einer ungarischen Zollexpositur in Fiume vorgesehen. — (Regen in letzter Stunde.) Die Wassernot war schon allenthalben sehr groß, die Feldfrüchte lechzten förmlich nach Regen, die Wiesen schienen vielfach schon ausgebrannt, da brachte der Regen am letzten Dienstag und stel¬ lenweise auch am Freitag Rettung aus der ärgsten Not. Wenn bald noch etwas nachkommt, wird sich das Ackerfeld noch erholen können. — (Die heurige Weizenernte) wird vom internationalen landwirtschaftlichen Institut in Rom für Europa um 30 Millionen Meter¬ zentner höher, für Amerika um 16 Millionen Meterzentner geringer eingeschätzt. — (Gesuche um Ausnahme in die He b- ammenschule) in Ljubljana können noch bis 15. August bei der Leitung der Schule einge¬ reicht werden. Ausgenommen werden 30 Bewer¬ berinnen, von denen die Hälfte auf Staatskosten, die anderen aus eigenem den Kurs mitmachen. Die Bewerberinnen dürfen nicht unter 21 Jahren und nicht über 35 Jahre alt sein und müssen neben Taufschein, sowie Sitten- und ärztlichem Jayrgang X. Zeugnis auch die Bestätigung über die jugosla¬ wische Staatsbürgerschaft und Absolvierung einer vierklassigen Volksschule vorlegen. Der Kurs dauert achtzehn Monate. ' — (Straßenbezirksobmann.) Bei der Obmannswahl am 31. Juli 1927 wurde Herr Jakob PovZe aus Mitterdorf wieder als Obmann des hiesigen Straßenbezirkes gewählt. Zu dessen Stellvertreter Herr Franz Zdraviä in Dolgavas und als Kassamitsperrer Herr Johann Zur! in Gottschee. Die Wahl ging diesmal glatt von statten und im besten Einvernehmen zwischen den Vertretern der Gottscheer und denjenigen der Kulpagemeiuden. Es wäre nur zu wünschen, daß diesem Ausschüsse wenigstens ein Teil der¬ jenigen Aufgaben gelingen würde, welche in un¬ serem Bezirke schon recht brennend geworden sind. Dies wäre unter anderem der Straßenbau für Neubacher und Altbacher und die gründliche Wiederherstellung der Straße von der Reifnitzer Grenze bis zur Lienfelder Brücke. — (Bahnbaubeginn) Von den für Slo¬ wenien beschlossenen neuen drei Bahnbauten ist die Strecke Rohitsch-Krapina und Lichtenwald-Jo. hannistal bereits ausgeschrieben worden. Für die dritte Strecke Gottschee-Susak werden jetzt die Vorarbeiten durchgeführt. Aller Voraussicvt nach wird auch mit dieser Strecke im Frühjahr be¬ gonnen werden. — (Die Herbstausstellung) in Ljub¬ ljana vom 17. bis 26. September wird alle Zweige der Landwirtschaft umfassen und darum viel Se¬ henswertes bieten. — (Himbeerenrekordernte.) Heuer kommen die Himbeerensammler wieder einmal auf ihre Rechnung. Das schöne Wetter brachte eine große Himbeerenernte, was für viele arme Familien Verdienst bringt. Ganz besonders ein¬ träglich gestaltet sich dieses Geschäftchen im Walde der Gottscheer Vermögensverwaltung, wo riesige Ausflockungen seit Kriegsende große Flächen dieses einst prächtigen Waldes in Himbeerschläge verwandelt haben. In diesem Reviere wimmelt es derart von Himbeerklaubern, daß die Jäger Heuer auf ihr Blattvergnügen verzichteten, um nicht Menschenleben zu gefährden. — (Die Merkantil b ank) wird, wie man allgemein spricht, von der ZadruLna gospodarska banka in Ljubljana liquidiert. Ob und welche unliebsamen Folgen die endgültige Liquidierung für die Beteiligten mit sich ziehen wird, läßt sich heute noch nicht feststellen. — (Kanada in günstigerem Lichte) schildert uns ein Gottscheer aus Regina sask. Wir veröffentlichen gern folgenden interessanten Be¬ richt: Die Leute schreiben, daß es ihnen schlecht geht und sie keine Arbeit haben. Ich kenne einige hier, die schon einige Monate lang ohne Arbeit sind und trotzdem nicht auf die Farm gehen wollen und nur sagen, daß die Farmer nichts zahlen. Allerdings zahlen die Farmer den Anfängern nur 340 bis 400 Dollar fürs Jahr. Rechnet man davon ungefähr 60 bis 80 Dollar für Kleider und für Tabak, so bleiben dem Arbeiter immer noch, wenn er spart, mindestens 260 Dollar und das ist doch ganz schön für den Anfang. Ich möchte wohl gerne die Leute fragen, ob sie im Gottscheerland dieses Geld nur annähernd ver¬ dienen können. Dabei gibt es hier noch ein gutes Essen. Natürlich heißt es auch arbeiten von früh bis spät, beim Anbau und bei der Ernte. Sonst ist es nicht so gefährlich und auch nicht schlechter als im Gottscheerland. Leute aber, denen jeder Handgriff zu viel ist, die nur über Kanada und ihre Farmer schimpfen können, auf solche Leute halten die Farmer nichts und sind froh, ihrer wieder los zu werden. Hier in Kanada, wie auch zu Hause in der Heimat, heißt es arbeiten, wenn man vorwärts kommen will. Von nichts wird nichts. Leute, die das Arbeiten nicht gewohnt Jayraano Xa. Gi.tsch-rr Z^!:rr.g — Nr. 23. S-».:? 3. sind, weiden überall unzufrieden sein, wo sie auch hinkommen mögen. Von mir kann ich nur sagen, daß es mir ganz ausgezeichnet geht. Habe auch auf der Farm gearbeitet,, bis sich was Besseres gefunden hat. Ich danke unserem Herrgott und wünsche, daß es mir immer so gehen möchte." Stara cerkev. (DieMitterdorferFeu- erwehr) hat vorletzten Sonnlag zum Obmann den Besitzer Friedrich Povse, zum I. Komman¬ danten Matthias Kresse, Ort, zum II. Josef Tschin» kel, Mitterdorf, zum Schriftführer Franz Stine, Wmdischdorf, zum Kassier Franz Perz, Ort, zum Spritzenobmann Briefträger Johann Tschinkel, zum Steigerobmann Josef Greisch, Rain, zum Fähnrich Matthias Schober gewählt. Dem wei¬ teren Ausschüsse gehören Andreas Pogorelz, Josef Tschinkel, Franz Sturm, Franz KovaL, Johann Schneider und Joses Erker an. — (Der Baobarbrunnen und sein Nützen.) Die heurige lange Dürre hat uns wieder einmal zu Gemüte geführt, welche Wohl¬ tat diese unversiegbare Quelle ist und wie endlich einmal daran geschritten werden sollte, daß sie ent¬ sprechend eingefaßt und gegen jede Verunreinigung geschützt wird. Kein B-sitzer wird sich weigern, zu den Herstellungskosten beizutragen. — (Trauung.) In Brooklyn wurde am 11. Juni Heinrich Maurin mit Maria Sturm aus Wmdischdorf getraut. — (Eine Nacht mit Schrecken.) Heute den 10. August um halb 2 Uhr nachts erscholl plötzlich der Ruf „Feuer" in Mitterdorf, als auch schon die Flammen turmhoch aus der Scheune des Besitzers Josef Kren 15 hinausschlugen und weithin alles beleuchteten. Die heimischen Spritzen waren sofort zur Stelle, es erschienen auch die Gottscheer und Schalkendorfer, aber man mußte sich darauf beschränken, den Brand zu lokalisieren und die Scheuer mit den in ihr befindlichen Futter- und Getreidevorrälen, den Wagen und Maschinen ihrem Schicksale zu überlassen. Die Scheuer brannte auch vollständig nieder, denn es mangelte an Wasser. Die Stallungen halten auch schon Feuer gefangen und nur dem Umstande, daß Herr Milan KajfeL aus Gvttschee noch rechtzeitig ein Schaff Wasser zur Stelle brachte, verhütete weiteres Un¬ glück. Wie der Brand entstanden ist, das ist noch nicht aufgeklärt. Den hilfsbereiten Wehren ge¬ bührt aller Dank. Livold. (Feuerwehr.) Bei der Haupt¬ versammlung der Lienfelder freiwilligen Feuerwehr am 20. Juli wurde unter anderem auch nachstehen¬ des beschlossen: Bei einem Brande außerhalb der Gemeinde zahlt der Verein für die Bespannung der Spritze für ein Paar Pferde pro Kilometer 10 Din und für eine Wartestunde ebenfalls 10 Din. Eine technische Übung wird demnächst in der Ort¬ schaft abgehalten, sobald die neuen Leitern fertig gestellt sind. Wrbovec. (Der Tiefentaler Wall¬ fahrtstag) zu Mariä Schnee am 5. August war außerordentlich gut besucht und zwar nicht nur von der Ebentaler, sondern auch von der Gottscheer, Mitterdorfer, Altlager und Hinacher Pfarre. Bei dieser Gelegenheit fand auch die Weihe einer neuen Herz Jesustatue statt. KoLevska reka. (Sommerfrischler in Ri eg.) Auf mehrwöchentlichen Besuch sind hier Professor Rothäuser samt Frau aus Prag und Dr. Wilhelm v. Fürer samt Frau aus Wien ein- gelroffen. Moljane. (Pöllandler Nachrichten.) Bei der Gemeindeausschußsitzung am 17. Juli wurde ein scharfer Protest gegen Dr. Sajovic, Bürgermeister der Stadt Gvttschee, abgegeben, da er die Gottscheer so schmählich beleidigt hat. Im Tscheemoschnitzer Tale ist kein einziger Fall von Blutschande bekannt. Auch die Mädchen, 30 an der Zahl, protestierten scharf dagegen. Diese Proteste wurden an den Großgespan in Ljub- ljana abgeschickt. — Am 21. Juli kam aus Cle¬ veland Herr Johann Wuchte mit seiner Familie auf Besuch nach Krapfl rn, am gleichen Tage auch sein Bruder Herr Franz Wuchte, Bahnober¬ inspektor in Wien, samt seinem 17 jährigen Sohn, am 30. Juli aus Dänemark Stella Kristensen geb. Jesche mit ihrem Gatten und einem anderen Herrn. Sämtliche oben Genannten waren über den Besuch der Sleinwander Grotte sehr zufrieden. Klara raga. (Besuch.) Herr Josef Kraker, ein geborener Laubpichler, schon viele Jahre in München ansässig, kam zu seinen Angehörigen auf längeren Besuch. — (B e tri e b s e i n st e Ilung.) Wegen Was¬ sermangels wurde der Betrieb der Hornwalder Säge am 22. Juli eingestellt und sind die Ar¬ beiter nach ihrer Heimat Kroatien abgereist. Gotenica. (Todesfall.) Am 25. Juli starb Helena Parthe, von Nr. 47, geborene Ostermanu, im Alter von 40 Jahren, eine Mutter von sieben Kindern, von denen das jüngste kaum zwei Jahre alt ist. Die Genannte war eine gute Mutter und besorgte Hausfrau, auch eine allgemein be¬ liebte Person. Ihre Geburtsgemeinde war Tie- fenbach. Sie ruhe in Frieden! — (Frecher Einbruch.) Am 28. Juli nachts, von 2 bis 3 Uhr früh fand ein frecher Einbruch beim Gastwirte und Postablage-Jnhaber Franz Michitsch Nr. 25 statt. Der Einbrecher benützte den Umstand, daß der Gastwirt mit seiner Familie im Hinteren Zimmer schlief, drang durch das Fenster in das Gastzimmer ein, durch¬ stöberte dort wie auch im Extrazimmer alle Läden und Kasten, einen derselben erbrach er, erbeutete gegen 680 Din Bargeld, mehrere Kleidungsstücke, zwei Schachteln Zigaretten und anderes. Der Dieb oder die Diebe, man vermutet, daß zwei Strolche an der Arbeit gewesen seien, begaben sich darauf noch in das Nebenzimmer des Schlafgemachs, wo sie aber von der Gastwirtin bemerkt und durch ihr Schreien verscheucht wurden. — Weil nun am vorhergehenden Tage ein junger Mann im selben Gasthause eingekehrt war, gegessen und getrunken und sich durch mehrere Stunden dort aufgehalten hatte, vermutet man, daß der Ein- brecher mit diesem identisch sei. Die Gendarmerie vermutet überdies, daß der Einbrecher am 28. Juli in Göttenitz identisch sei mit jenem, der acht Tage vorher beim Postamte in Orteneck das gleiche Gaunerspiel aufgeführt hatte. Hauswirte, Vorsicht! LermoZnjice. (E h e s chl i eß u n g en.) Am 14. Juli wurde der Sohn der Gastwirtin Joses Pet- schauer, Tschermoschnitz 18, der im Mai aus Amerika auf Besuch' kam, mit der Besitzerstochter Justina Schusterschitz aus Reuter getraut; am 17. Juli der Besitzer Andreas Pausche aus Unter- blaschowitz 1 mit der Besitzerstochter Josefa Kump aus Oberblaschowitz 1. Viel Glück! — (Hagel.) In der Semitscher Gegend war Heuer wegen des seit Anfang Juni herrschenden hochsommerlichen Wetters die Traubenentwicklung sehr gut und die Traubenreife bei früheren Sor¬ ten bereits kennbar. Es war in Menge und Güte eine sehr gute Ernte zu erhoffen. Nach dreiwö¬ chentlicher Dürre kam am 18. Juli nachts über die ganze Semitscher Gegend ein heftiger Sturm und Hagel mit nußgroßen Schlossen und darauf ein eine halbe Stunde andauernder Wolkenbruch. Die Erde war hernach mit Laub und fisolen¬ groß'" Weinbeeren förmlich übersät. Das Zen¬ trum des Hagels nahm die Richtung Geschäfts. Haus I. Stefan, wo kaum noch 10°/o zu ernten sein wird. Im „Alten Berg" gegen Suchor sind 5O°/o, gegen Winkel 20°/o vernichtet. Dieses Jahr war die Mühe in den Weingärten umsonst und die Ausgaben werden nicht gedeckt werden. Es wird daher erwartet, daß die maßgebenden Hinragenlkand am 31. Inttzi927 5,067.380-60 Ain »vernimm Einlagen auf Küchel und in! laufender Rechnung ru denen kedingungen. Gewährt Darlehen gegen Sicherstellung durch Mehrei oder siVpothek dillig und schnell. Säuerliche Kredite r°/°, Mehrelkredite io°/o, Kontokorrent ir°/». Spa- - unl! varledenskasse, ..7L» Ä«i Hekdverkchr Kis 31. AuN 1927 45,420.959 58 Jin , kulanre k ontskorrentbedingungen für Kaufleute. kostenloses Durchführung der Intävulation undZ Stempel freiheitlfür^die > Schuldscheine. - j Kassastunden von halv o dis >r Uhr an allen Mrktageii Seite 4. Gottscheer Zeituug — Nr. 23. Jahrgang XI. k-«- «mi . garlbau; Leopsiaine rum ZcbSnsmilbell Telepdon zcdönaugasre 41. Im eigenen Hause. : Drei Minuten vom Jakomimplatz. : Vorzügliche Weine. : Rei- ninghauser Bier.: Heimische Speisen.: Herr- licver Sitzgmlen. : Reine, möbl. Zimmer. Faktoren, Gemeindevorsteher und Abgeordnete, bezüglich Steuernachlaß die nötigen Schritte ein- leiten. — (Verlegung der Gemeindewahl.) Die Gemeindewahl findet wegen der Parlaments¬ wahlen erst am 2. Oktober statt. Vorgelegt wurden bereits vier Kandidatenlisten: erste Gemeindewirt- schaflspartei, Listenlräger I. Matzelle, zwei'e Liste des Josef Telian, dritte Stalldorfer und vierte Sozialisten. Höher geht's wohl nimmer! — (Personalnachricht.) Von Črnomelj nach Novomesto wurde versetzt der Bezirkshaupt¬ mann Landesregierungsrat I. Kakl. Der Kom¬ missär J-. Krajöek wurde von Novomesto nach Kamnik versetzt. Mröovec. (Ein prächtiges Bauwerk) ist die neue Scheune des Tiefentaler Gastwirtes Josef Hönigmann, die er an Stelle der im Vor¬ jahre abgebrannten aufbauen ließ. Der schmucke Bau, 21 m lang und 10 m breit, ruht auf Ze- mentpfeilern, gibt Raum für eine große Tenne und einen doppelten Heuboden. Das Dach hat einen mit gebogenem Holz gezierten 4 m breiten Vorsprung an der Vorderseite. Der Unterbau ist aus Eiche, das übrige aus Fichtenholz, das Dach m't Ziegeln gedeckt. Die Bauleute waren Zimmer¬ leute aus der Töplitzer Gemeinde. Die Scheune, die einen Wert von 200.000 X repräsentiert, dürfte den Anspruch erheben, die schönste zu sein im Gottscheerlande. Spodnji Mozelj. (Ein Leid) hat sich am 4. August die 21jährige Besitzerstochter Paula Köstner aus Niedermösel Nr. 12 vulgo Luksch- Jursch angetan und ist am 6. August unter Teil¬ nahme einer großen Menge trauernden Volkes begraben worden. Die Mädchen des Dorfes gaben ihr in weißen Kleidern das Ehrengeleite. Die Kameradinnen aus Mösel sangen beim Trauerhause das Abschiedslied: „Gottes Rat und Scheiden" und am Grabe das Trostlied: „Weinet nicht — Ruhe sanft". Herr Oberlehrer Högler hielt einen rührenden Nachruf. Paula Köstner war ein anerkannt tugendhaftes und sittsames, fleißiges und allgemein beliebtes Mädchen. Ihr melancholisches Gemüt und das Kopsweh, an welchem sie in letzterer Zeit stark litt, sind wohl die Ursache ihrer Sinneeverwirrung und ihres Scheidens ohne Abschied aus diesem Leben. Die Eltern Köstner sind in großer Trauer über das unglückliche Scheiden ihres bravsten Kindes. Mit ihnen trauern die Geschwister und Verwandten und die ganze Pfarrgemeinde. Der liebe Gott gebe den Hinterlassenen Trost und der Abgeschie¬ denen die ewige Ruhe! Hraz. (Die Abnehmer der Gottscheer Zeitung in Steiermark) werden hiemit vom Vereine „Gottscheerland" in Graz nochmals drin- gendst ersucht, die Gebühr für das erste Halbjahr 1927 mittels des ihnen in den nächsten Tagen zugehenden Erlagscheines in der Höhe des darauf angeführten Betrages umgehend einzusenden, um mit der Verwaltung verrechnen zu können und überflüssige Auslagen für Gebühreneinforderungen endlich zu ersparen. Aus diesem Grunde ist es auch sehr wünschenswert, mit diesem Erlagscheine auch schon die Gebühr für das zweite Halbjahr 1927 — also den um 3 S vermehrten Betrag — einzusenden. Brooklyn. (Todesfall.) Wiederum hat der unerbittliche Tod bei einer Gottscheer Familie Emkehr gehalten und die Frau Maria Maurin, geb. Lackner, Gattin des Bauschreiners Josef Mau¬ rin aus Unterdeutschau und ehemalige Lehrerin in Unterwald, zu seiner Beute gemacht. Die Ge- nannte verschied am 28. Juni nach langem schwe¬ ren Leiden im Aller von 28 Jahren und wurde am 1. Juli aus dem St. Johns-Friedhofe beige¬ setzt. Daß sich die Verblichene unter ihren Ver¬ wandten und Landsleuten einer allgemeinen Be- liebtheit erfreute, bewies schon die rege Teilnahme an ihrem Leichenbegängnisse; ferner war ihr Sarg mit einer sehr großen Anzahl von Kränzen und Blumensträußen geschmückt. Möge sie in Frieden ruhen und ihr die fremde Erde leicht sein. Herausgeber u. Eigentümer: Josef Eppich, Stara cerkev Schriitleiter: Carl Erker, Kočevje. Buchdruckerei Joses Pavlicek in Kočevje. Näh- Maschinen » Vriginal-Aakkenräcker zwei Qualitätsmarken von Weltruf offeriert zu günstigen Preisen und Zahlungsbedingungen Kranz Hfchinkel, KoLevjd. Danksagung. §ür das zahlreiche