Laibacher Zeitung. .M ^». Dinstag am 33. Iänuer FO^O. D>e .La backe? lzeitunq" erschei'-t woienllich 2 Mal: D,"staa, Donnerstag und Iamstciq, u»5 koste, sammt dem „Illyrischen Blatte« ,m Comptoir ganzjährig u fi,< Halbjahr,^ /^ si,5o kr.; fi>r c>'eIustcU,>uq i>,s H^iu^, slll>> lahrlich^/.a sr. mel> ^> ,ntrichc,„. Durch die k. k. Post inner Conoerc mic gedrucktes Adr. sse por-ofiei a^^jähriq ,2 fi. halbjähr'c, 6 fl, ^>M — I,'lerl,o»s^l-l!l)'- N" eine-Hpallciizeüe o^er dcnNaum , erselbo,, für emn^Iige (5ii>!chc,ln>»g 3 kr,, f»r ei^ie zweimal,ci' ä kr für e,ne dreimal qe 5 k.-.' CM. Inserate, bi^ 12 Zeilen - fi- f"r 2 Mal. ' ^ ' , Hcr;ogthum Kram. Hai bach, am 22. Jänner. Einem so eben hier eingelaufenen Privatschreiben zu Folge sollen bei Gelegenheit, als König (Z a r l A l b er t eine große Truppen-Revue bei Alessandria hielt, die darunter befindlich gewesenen Bataillone der lombardisch - ve netianifchen Flüchtlinge die Republik Ausgerufen l>a-den, woraus der König diese Rebellen c nrch !2Etun-den mit Kanonen- und Kleingewehrseuer beschie-ßen ließ. Adclsberg, den >8. Iäiiner, In Adrlsberg hat sich ein Verein von Freunden der slowenischen Sprache gebildet, welche unter der Anleitung der hiesigen Geistlichkeit die slovenischc Muttersprache rein und gründlich zu sprechen und zu schreiben sich alle Muhe geben wollen, und um diesen Zweck zu erreichen, wöchentlich drei Mal zur bestimmten Etunde zusammen kommen. Unter diesen sind die meisten Herren Kreis-amtsbcamten, das hiesige Lehrpersonale und auch an.-dere Herren Beamten und Burger dcs KrciZortcs. Zum Leitsaden wählten sich die Herren die sloveni-scke Sprachlehre vom Herrn P oto^nik, wovon sie aus Laibach 20 Stücke von dieser Grammatik sammt 2 Exemplaren von BIa/> in Ne/.ica bestellt haben. ! Es ware sehr zu wünschen , daß auch andere bedeutende Orte Krains diesem schönen Beispiele nachfolgen wollten, denn sür die Hebung der Landcespra-che kann man nicht genug thun. S t e i c r m a r k. Gratz, 17. Jänner Gestern langte vom Mini-stmum die Weisung hierher, daß die sreie deutsche (deutsch-katholische) Gemeinde auszulösen, und dem Prediger Scholl der Aufenthalt hier nicht langer zu gestatten sey. Das Ministerium soll seinen Erlaß aus ein Handbillet des Kaisers Ferdinand vom Jahre 1846 gründen, nach welchem dieser politisch.religiösen Secte die Uebung und Verbreitung ihrer kirchlichen Lehren, mit welchen sie so gerne in das Feld der Politik und des Socialismus überzugreifen beliebt, in Oesterreich prohibirt wurde. Nachdem diese kais. Bestimmung durch kcin spä teres Toleranz - odcr Associationsgesetz derogirt ist, so ruht der Ministcrialcrlaß auf der Basis dcs Rechtes, wenn ihn auch Einige zeitungcmäß betiteln wollen So viel ist gewiß , daß I 0 h a 11 n cs R 0 nge, der Gründer dieser politisch religiösen Secte, als ein Hauptsüh-rer und Anwalt der Neudemocratie genannt wird, daß die sehr ehrenwerthe „Münchner Zeitung" ihn in die Reihen der berüchtigtsten dcmocratischcn Agitatoren : S ch ütts, Fröbcl und Germain Metterni ch stellt, und die baicrische Negierung diesen Apostel un-längst aus München verwies. So sehr wir Verfechter der religiösen Toleranz und freier Association sind, so haben wir uns doch in ersterer Beziehung noch nicht dis zum gänzlichen Indiffrrcntisinus, in letzterer bis zu einer gegen die Negierung feindlichen Koalition zu erschwingen gewußt. Wir wünschen aber andererseits , daß das Ministerium die gewiß rücksichtswürdigen Gründe, die sie zu dem im Eingänge erwähnten Schrille bewogen haben, mit der in con-stitutionellfn Staaten üblichen Offenheit darlege, und hierdurch jenen Wühlern, welche selbes gewiß reactio-nä'rer Tendenzen zeihen werden, das Terrain der all gemeinen Meinung abgewinne. W i e n Seiner Durchlaucht, dem k. k. Herrn Feldmar-schall Fürsten zu Windischgrätz, ist folgendes Schreiben aus Linz zugekommen: Euere Durchlaucht! Freiheit ist der laute Ruf unserer Zeit, und auch uns zieht dieses Panier voraus. Wir wollen, wir werden sie finden, auf dem breiten Wege des Rechtes und Vertrauens offen fortschreitend, nicht in den Höhlen, welche Lüge, Verleumdung lind Selbstsucht benutzen, die Männer unseres Vaterlandes zu tadeln. Euere Durchlaucht sind mit kräftiger Hand dem Untergänge unseres Vaterlandes entgegen getreten. Jeder Besonnene erkannte die Nothwendigkeit entschiedener Schritte, wenn er auch die Opfer beklagt; und so sehen wir durch Euere Durchlaucht nicht unsere Freiheit bedroht, nein, wir begrüßen ihren Schir mcr, der thatträstig und voll Mäßigung ein so schweres Werk beherrscht Möge die Anerkennung, welche die Geschichte unscrcs Vaterlandes einst unbedingt niederschreibt, Eurcr Durchlaucht und unserer tapferen Armee Ersatz bieten sür manchen schweren Verlust und sür manches herbe Wort; denn nicht das Schwert allein, auch die Versöhnungspalme sehen wir in der Hand dcs Siegers. Bürger u. Nationalgarden von Linz, den 23. Nov. 18^8. Baron Grain in ont n>. r»., Ober-Commandant der Nationalgarde der Provinz Ober-Oesterreich. (Folgen die weiteren 121 Unterschristen.) Vincenz v. Emperger, aus Klagcnsurt in Kärnten gebürtig, 32 Jahre alt, katholisch, ledig, Doctor der Rechte, Aspirant zu einer Aduocatur in Gratz und Dcputirter des steirischen Landtages, ist beim Ausbruch des Aufruhrs von Gratz in der Absicht nach Wien gekommen, um an den Bewegungen Theil zu nehmen, hat sohin das Volk auf der Aula und an andern öffentlichen Ortcn in heftigen Reden gegen die k. k. Truppen zum energischen Widerstand und zur Nichtbefolgung der Proclamalioncn Seiner Durchlaucht, des Fürsten Windischgrätz, aufgereizt; ja selbst nach geschlossener Kapitulation durchzog er am 31, October mit entblößtem Säbel die Stadt unter dem Rufe: »Die Ungarn kommen, auf zu den Waffen," verfügte sich mit einem Hausen Gleichgesinnter in's Bürgerspital, forderte ungestüm die Herausgabe der bereits abgelieferten Waffen, und hinderte Andere an der Ablegung derselben. Am 0. November aus der Wohnung der zwei Neichstagsde-putirtcn Fisch Hof und Gold mark flüchtend, bei welchen er in einem Keller (seinem am 31. October Nachmittags während des letzten militärischen Bombardements gewählten Verstecke) willige Aufnahme fand, entrann er der ihn suchenden Patrouille, und im Begriffe, nach Gratz zurückzureisen, ward er an der Linie erkannt und festgenommen. Andreas Schumacher aus Wien , 46 Jahre alt, verheiralhet, katholisch, Schriftsteller, vormals Redacteur des Blattes «die Gegenwart," in früherer Zeit aber bei der k. k. Hoskammer und bei der Dampfschiff-Fahrt-Gesellschaft bedicnsiet, bewirkte in den sturmbewegtcn Octobertragen die Ermächtigung zur ^ Errichtung eines bewaffneten Gesellenvereines, schloß ,ich mit der von ihm angeworbenen Schaar der polnischen Lcgion an, und kämpfte im Augartcn gegen die k. k. Truppen, bei welcher Gelegenheit er an der Hand verwundet ward, worauf er sich zwar am Kampfe weiters unmittelbar nicht betheiligte, dagegen aber im schriftlichen Auftrage des Nfbellenhäuptlinfzs Hank desto eifriger, ja sogar unter Anwendung ter^ rorisirender Mittel die Verfertigung mW Herbeischaf-fung von Schießbaumwolle betrieb. Eduard Freiherr v. Eallot, ebenfalls von Wien gebürtig, 56 Jahre alt, helvetischer Confession, verheirat» t, diente früher in der k, k. Armee, und zwar bei dcr Artillerie, und als Officier bei einem Jägerbataillo,,, nach genommener Entlassung auch rmeder in der k. k. Eavallerie als (Zadet, in späterer Zeit während des türkischen Feldzuges unter den Russen , auch einige Zeit bei Meh em ed Ali, und kehrte nacb fruchtlosen Versuchen, in holländischen und in Don Pedro's Diensten in Portugal unterzukommen, ^ wieder nach Wien zurück, allwo er bei dcr Nordbahn als Geometer eine Anstellung erhielt. Dieser, wie ersichtlich, mit unruhigem, unstetem Gemüthe begabte Mann hatte sich bald nach den Märztagen den politischen Bewegungen, vorerst als Mit-glied der academischen Legion, dann als Nationalgarde angeschlossen, und zur Unterstützung der Arbei. tercravalle Manches beigetragen; auch stand er erweislich bis zum 2 2. October in Dienstesberührungen mit dem Ober. Commandanten M e sse n h a u ser. Er war Mitglied des im Gasthause „;um Englander" eta-blirten democratischen Clubbs, und war wegen seiner bekannten exaltirten Gesinnungen einstimmig zum Abgeordneten und ordentlichen Mitglicde jenes (Zentral-ausschusses ernannt, welcher sich aus der Elite aller hier bestandenen democratischen Vereine zu dem Ende gebildet hatte, um nicht nur die Lostrennung Ungarns zu erleichtern, und die Vereinzelung Oesterreich's zu fördern, sondern auch, um die Vertheidigungsmaßre-geln gegen die Truppen Sr. Majestät zu leiten, und über die Mittel eines kräftigen, bis auf's Acußerste zu treibenden Widerstandes zu berathen. Ludwig Nibarz, von St, Polten gebürtig, 52 Jahre alt, katholisch, ledig, Handlungsagcnt, hat ebenso wie auch Emperger und S ch uma cher, den Versammlungen und Berathungen der democratischen Vereine, und jenes in dem Bestreben nach dem äußersten bewaffneten Widerstand so thätig gewesenen Eentralausschusses beigewohnt, nebstdcm aber auch durch eisrige Herbeischaffung von Waffen und Streitern der Sache des Aufruhrs Vorschub geleistet. Diese Thatsachen sind durch sorgfältig gepflogene Erhebungen vollkommen außer Zweifel gestellt, und der Beweis sowohl durch Zeugen, wie durch der In-quisiten eigenes Geständn.ß hergestellt, weßhalb die, selben, als der Theilnahme am Ausruhr und dem bewaffneten Widerstände gegen die Truppen Sr Majestät gesetzlich überwiesen, in dem mit ihnen abgehaltenen Knegsrechte nach den Bestimmungen der ö§, 68 und 69 des 8. Hauptstückes des Eivil - Strasge-seybuches, und zwar Vincenz E mp erger zu achtzehnjährigem, Andreas Schumacher zu zchniähri.-gem, Eduard Freiherr vonCallot zu siebenjährigem, und Ludwig Ribarz zu vierjährigem schweren Kerker verurtheilt worden sind. 44 Diese Erkenntnisse sind sofort von Sr. Excellenz, dem Herrn Civil- und Militärgouverneur, FML. Freiherr» von Weiden, über erstere drei bestätigt, über Ludwig Ribarz aber wegen seiner mindern Gefährlichkeit von vier- auf zweijährigen schweren Kerker gemildert und heute kundgemacht worden. Wien, am l6. Jänner »849. Von der k. k. Central - Militär - Unlersuchungs - Com mission. Der gähe und unerwarteteTemperaturwechsel bewirkte am l6. Iän. deü obern Eisstoß. Dieser kam so un» erwartet um die Mittagsstunde, daß in unbeschreiblich kurzer Zeit die Vorstädte Noßau, Lichtenthal, Leopoldstadt, Iägerzeile und Weißgärber überschwemmt wurden. Die Anstalten, welche durch ein so plötzliches und um diese Jahreszeit unerwartetes Ereigniß nicht vollkommen vorbereitet waren, mußten erst, während dem das Wasser die Ufer überschritten und die Gassen überftuthet hatte, vorgenommen werden, und wurden mit unendlicher Thätigkeit in's Werk ge-setzt. Die 2 großen Donaubrückcn wurden von der Gewalt der Elemente zerstört. Das Wasser, bei !2 Fuß gestiegen, führte mit den Eistrümmcrn zahlreiches Bau- und Brennholz, so wie auck Schiffe mit sich. Die ungeheuer angesammelten Schnee- und Eis Massen verstopften den Donauabfiuß, so daß um 1 Uhr Mittags das Wasser gewaltig in den erwähnten Vorstädten, so wie auch in den am Canal liegenden Stadttheil eindrang. Gegen 3 Uhr war, mit Ausnahme des Brückenkopfes, die ganze Leopoldstadt von dem reißenden Elemente bedeckt und zahlreiche Kähne durchschnitten die Straßen. In der Nacbt jedoch erfolgte der Abgang des angsschoppten Eiscs, so daß heute Früh der größte Theil der Leopoldstadt wieder gangbar ist. Die „Wiener Zeitung" vom 18. Jänner bench, tet: Wie bereits am 8. Jänner d. I. bekannt gegeben wurde, hatte sich der Eisstoß der Donau von Preßburg aufwärts bis Tulln verlängert; er erreichte am 13 d. M. die Gegend von Hollenburg; die Eisanhäufungen bei Niederwalsee und am Wirbel ver- ^ längcrtcn sich ebenfalls bei dcr sortdauernden Kälte, welche auch den Innfluß mit einer mächtigen Eis- ". ' decke überzog. In der Nacht vom l4. auf den 15. d. M, begann jedoch ein mit Gewitter verbundenes Thauwet-tl'r, und im Verlaufe des 15. Jänner erfolgte in der oberen Stromgegcnd ein schnelles lind bedeuten-des Steigen dcr Nebenflüsse und der Donau, der Stoß in dcr Letzteren setzte sich bei Molk schon in der Früh in Bewegung und riß mehrere Schiffe fort ; Mittags um 12 Uhr zerstörte er an der Brücke bei Stein das Joch Nr. ,2. und begann Nachmittags auch den unterhalb Hollenburg stehenden Stoß zu heben. In Wien hatte die Provinzial VauDircction am 15 d. M. und in der nächstf.'lgcnden Nacht du-erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen, am Mor gen des 16, Jänner begann ein Steigen des Wassers, um 8 Uhr setzte sich der Eißstoß bei Nußdors in Bewegung ui,d nahm seinen Gang sowohl in dem Wiener Donau-Canale, als auch in dem Haupt, Rinnsal und im Kaiserwasser; in dem Lctzteren wurde an der Aeiarialbrücke ein Joch, obwohl ge. ringsügig beschädigt, an der großen Donaubrücke aber das Joch Nr. 25 bei Floridsdorf zerstört, die Eisbewegung an diesen bciden Rinnsalen hörte alsbald auf und auch der Wiener Donau-Canal, in welckem dcr Wasserstand bereits die Ufcrhöhe von 13 Fuß erreicht hatte, war um 10 Uhr im Bereiche der Vorstädte von dem Eise frei Allein die abgeströmten Eismasscn fanden in ihrem Fortgange ein Hinderniß an dem nächst der Ausmündung liegenden Eisstoße der großen Donau, es entstand eine Aufstauung in dem Canale und das mit Eisschollen vermengte Wasser ergoß sich bei einer Hohe von l3 Schuh « Zoll theils in den untern Pra-ler theils über die Simmeringer Heide. Um halb !2 Uhr begann an der großen Donau und im Canale abermals eine Eisbewegung, welche an der großen Donaubrücke bei tinem Wasserstande von 10 Schuh die Joche Nr. 2^4, 5, 6, abriß und von der Eisenbahnbrücke 4 Joche zerstörte; bei Nußoors zeigte sich eine Wasserhöhe von 19 Schuh und im Wiener Donau-Canale erfolgte ebenfalls ein rasches Steigen des Wassers, bis dasselbe im Verlause des Nachmittags die Hone von i7 Schuh «0 Zoll nächst dcr Ferdinandsbrücke erreichte. Dieser ungewöhnlich hohe Wasserstand, welcher jenem am i. März »830 sehr nahe kömmt, fand auch noch Abends Statt, die Eismafsen bedeckten die ganze Breite des Canals, sie füllten die ganze Höhe 0er Fahr- und Gehbrücken mit aufgeschobenen Schollen aus und es war an dieser Eishülle keine Bewegung wahrnehmbar. Im Verlaufe der Nacht trat ein Sinken des Wasserstandcs ein, und derselbe ist hcute Mittags in Nußdorf >0 Schuh 6 Zoll, an der großen Donau-brücke 8 Schul) und im Wiener Donau - Canale IN Schuh 3 Zoll, an dessen Ausmündung II Schuh 10 Zoll, und seine Oberfläche ist auch jetzt noch mit der bewegungslosen Masse dicker Eisschollen bedeckt. In der Gegend zwischen Wien und Preßburg ist der Eisstoß zwar noch nicht abgegangen, doch zei gen sich schon einzelne Bewegungen, das Wasser er-! hob sich bereits über seinen mittleren Stand und läßt, wenn keine ungünstige Witterung oder ein niedriger Wasserstand eintritt, eine baldige Hebung der Eisdecke erwarten. Sowohl bei Floridsdorf, als auch bei Nußdon sind die beiden User der Donau hoch mit Eisschollen bcdcckt, wodurch die Eröffnung einer Plätten-Ueber-fahrt verzögert wird, obschon die dießMigen Einleitungen gttroffen sind , um die dermals gänzlich gehemmte Verbindung mit dem jenseitigen Ufer i» der möglichst kürzesten Zeit wieder herzustellen. Dieses unerwartet und rasch erfolgte Angehen des Eisstoßes, noch mehr aber dessen Stockung un. terhalb Wien hat den niedrig liegenden Vorstädten eine weitausgedehnte Uebcrschwemmung verursacht, welche an vielen Wohngebäuden bis an das erste Stockwerk reicht und vielen Familien große Verluste und Bedrängnisse zugefügt, Dcr .Ocsterreichische Correspondent" vom 17 -Jänner meldet aus Wien vom 14. d. M: Die Dinge in Kremsier scheinen in diesem Augenblick bis auf Weiteres wieder geordnet, auf wie lange, wird wohl die nächste Folge lehren. Dcr Nachhall des auf unserem politischen Horizonte herausgezogenen parla mentarischen Gewitters bricht nur noch aus den Spal ten unserer Tagcspresse zeitweise hervor, etwa wie das Donnerccho eines vorübergezogenen Wetters zu weilen noch aus der Ferne herüberrollt. Betrachten wir die Schlußfolgerungen, wie sie nun m den verschiedenen Organen dcr Presse als l^ompl«« iencl»8 über das Gefchehene gczogen werden, so finden wir selbst von den konservativen Blättern zu wenig den moralischen Sieg dcs Ministeriums hervorgehoben hinter dem dießmal sicherlich das Volk als compacte Majorität gestanden. Um so mehr müssen daher Ge-' nichte, wie die von dem Austritte Stadion's und Back's aus dem Ministerium überraschen, wollte man denselben mehr Glauben schenken, als sie zu verdienen scheinen — Dem Vernehmen nach wurde gestern eines dcr hiesigen fashionablcn Kassehhäuscr militärisch brsctzt und die in demselben befindlichen Gäste zur Sichtung vor die Militärbehörde gebracht. Ob man wohl die Gesuchten gefunden? Wie Sie bereits erfahren haben werden, wurde der übelberüchtigte Redacteur der „Constitution", Hafner, wegen Mangelhaftigkeit dcs Thatbestandes, zu nicht geringer Betrübniß vieler Gutgesinnten, auf freien Fuß ge. setzt. Wie es heißt, fahndet die Stadt-Commandan. tur wieder auf denselben, — Nachrichten aus Pesth und Ofen zu Folge wird die Haltung des kaiserl. Militärs dort ungcmcin gerühmt. Eine Nachwirkung des dortigen Tcrrorismus bis zur Stunde dcr Befreiung durch unsere Helden, ist die in vielen Pesthcr Privatbricfen noch vorherrschende Zurückhaltung über die dortigen Zustände. Mo^ga und Hrabowsky sind gefangen hierher gebracht worden. Allem Anscheine nach werden Ihnen ciese Zeilen später als gewöhnlich zukommen, da der heutige außerordentlich« Schneefall die Communicationsschwicrigkeiten auf der Eisenbahn bedeutend erhöhen wird. Gestern sind fast alle Posten ausgeblieben. Veränderungen bei der k, k. Armee. Se. kaiserliche Hoheit, Constantin Großfürst von Rußland, wurde Inhaber des vacauten In-fanterie-Reg. Nr. 18. Ludwig Freiherr v. Welden, Feldmarschall-öieutenant, Militär- und Civil^Gouverneur in Wien, wurde Inhaber des vacanttn Infanterie Reg. Graf Hohenegg Nr. 20. Franz Gras Gyulai v. M ä r o s - N «ö m e t h und Nad a ska, Flldmarschall Lieutenant., Militär-Commandant im Küstenlande, erhielt die k. k. wirkliche geheime Nathswürde. Emanuel Zitta, General-Major im Ingenieur Corps, wurde aci Iglu« des Festungs Comman-daute» zu Olmütz. Franz Ritter r>. Dierkes, zweiter Oberst von Großiürst Constantin von Rußland Inf. - Neg. Nr. 18, wurde Regiments - Commandant. Franz Graf C ren n e v i l l e - F o l i o t, Oberst, wurde Commandant des vacantcn Grcnadier-Natail-lons Laiml, mit der Eintheilung bei dem Inf..Reg. Erzherzog Leopold Nr. 53. Heinrich Feiherr von der Trenk, Major von Herzog von Parma Iüf.-)1,eg, Nr. 24, wurde Commandant dcs vacanten Grenadier-Bataillons Braun,- Philipp Hipßich, Platz - Major zu Mantua, wurde Festungs Commandant in Pizzighetone. Befördert wurden -. Zum Feldmarschall^ieutcnant der General-Major i Felix Ritter v. Stregen, L^cal - Director der Ingenieur-Academie, in seiner Anstellung. Zu General - Majoren die Obersten: Johann Wolter Edler v. Eckwehr, vom Ingenieur Corps, zum Brigadier in Italien; Johann Hlawaty, vom Ingenieur-Coips, im Corps. Z» Obersten die Obcrstlimtenante: Julius Ber-n a y F a v a n c ou r t, von Großherzog von Baden Inf.'Neg, N». 59- Joseph Ritter Settele v. Blume nburg, von Herzog zu Sachsen - Coburg - Gotha Husaren-Neg Nr. 8, und Friedrich Gebhardt, von Freiherr v. Koudelka Inf. Neg. Nr. 40, im Regimen te. Zu Oberstlicutenanten die Majo>e: Alexander Graf Mensdor ff P ou illy, Flügel-Adjutant bei Seiner Majestät dem Kaiser, in sei,,^- Anstellung; Anton Czech v. Czechenherz, von v. Wocher Inf.-Reg. Nr. 25; Paul Aurnhammer v. Aurn-stein, von Fürst Schwarzenberg Inf.-Reg. Nr. 19, Joseph Enge l- ho fer, von Graf Kinsky Ins,-Ncg. Nr. 47, Gre-iiadier-Bataillons.-Commandant in seiner Anstellung; Joseph Rattay, uon Gr. Khevcnhüller Inf.. Reg. Nr. 35, Grenadier-Bataillons-Commandant in seiner Anstellung; Joseph Podhagski, von Freiherr v. Koudelka Ins. Neg. Nr. 40; Paul Boronkay v. Boronka, von Großfürst Michael von Rußland Inf.-Reg. Nr. 37; Franz Ha am, von Großfürst Constantin Inf.-Reg. Nr. 18; Moriz Fürst Ja blonows k y, von Herzog zu Sachsen-Coburg-Gotha Husaren-Reg. Nr. 8, Alle im Negimente; Ludwig Kaminski v. Burczymucha, von Freiherr v. Krcß Chevauxlegcrs - Neg. Nr. 7, bei Erzherzog Johann Dragoner-Reg. Nr. l; Joseph B u-kowsky v. Stolzen bürg, von Kaiser Franz Joseph I. Chevauxlcgers-Reg. Nr. l, bei Freiherrn v. Kreß Cheoauxlegcrs-Reg. Nr. 7; Mathias Mi. lecz, von Erzherzog Stephan Inf.-Neg. Nr. 58, bei Großherzog Baden ^usanterie-Reg. Nr. 59; Teutwart Schmitson, in Pension zu Frankfurt am Main in der Dienstleistung, in seiner Anstellung. 45 Zu Majoren die Hauptleute lind Rittmeister: Eugen Gras Wrbna und F rcud c n t h a l, von Fürst Reuß Husaren-Reg. Nr. 7 . zum Flügel-Adjutanten bei Seiner Majestät dem K >iser; Adalbert Lendvay, von Fürst Schwarzenberg Inf-'^'cg. Nr. 19; Anton Braun v. Praun, vom vacanten Graf Latour Ins.-Neg. Nr. 28; Carl Neuff, von Freiherr v. Koudelka Ins, Reg. Nr. 40; Franz Bo-xichkovich, von Herzog von Parina I»f. - Reg. Nr. 24; Johann Plöbst, Edler v. Flammen-bürg, von Großfürst Konstantin von Rußland Ins. Neg. Nr. 18; Joseph Voparteny de Eadem, von Herzog zn Sachsen-Coburg-Gotha Husaren - Regiment Nr. 8; Franz Reznar, Edler v. Ried-bürg, von Kaiser Ferdinand Cürassier - Regiment Nr. 4; Carl Graf v. Couden hove, von Gras Auersperg Cürassicr-Neg. Nr. 5; Hieronymus Contc Bentivoglio, von Prinz Eugen v. Savoyen Dragoner-Reg Nr. 5; Joseph v Bedöcs, von Graf Ficquelmont Dragoner. Neg, Nr. 6; Wil^ Helm Freiherr v. Koller, von Kaiser Franz Joseph I. Chevauxleger-Neg. 1; Joseph Gras v. K l e-belsberg, von Erzherzog Ferdinand Maximilian Chevauxleger-Reg, Nr. 3; Rudolph Freiherr v. T h ü n^ gen, von Fürst Schwarzenberg Uhlanen-Reg, Nr. 7, Alle im Negimente; Carl Nrzany, von Gras Wrbna Chevauxleger-Neg. Nr, 6, bei Kaiser Franz Joseph I, Chevaurlcger-Rcg. Nr. 1; ProkopDobr zensk^ v. Dobrzenitz, von Erzhcvzog Carl Che, vauxleger-Neg. Nr. 2, bei Kaiser Franz Joseph I, Dragoner-Neg. Nr. 3; Franz Loy. Platzhauptmann in Mantua, und Alexander Freiherr v. Welden. Platzhauptmann in Salzburg, beide zu Platzmajo-ren allda. In Pensioi^sstand wurden versetzt-. Der General-Major-. Andreas Edler v. Zimmer, mit Feldmarschall-Lieutenants Charakter und Pension. Die Obersten: Johann Baader, Commandant des Garnisons-Artillerie-Districts in der Lombardei und Joseph Zocchi v. Monecci, vom Ingenieur-Corps, mit General-Majors, Charakter und Pension. Die Obcrst Lieutenante: Franz Edler v, Friedrich sberg, von Großherzog Baden Inf.-Neg. Nr, 59, und Johann Kleindienst, Platz-Commandant zu Fiume, mit Obersten-Charakter und Pcnsion. Der Major: Ferdinand Ditz, von Freiherr v-Prohaska Ins.-Reg. Nr. 7. Die Hallptleute: Joseph Montenari v. M on-tebaldo, vom vacanten Graf Hohenegg Inf.-Reg. Nr. 20, mit Majors-Charakter und Pension, und Victor Vieth, vom Kriegsarchive, mit Majors. Charakter »«I lmnni-^ ; Johann Carriere de Tour de Camp. Major in Pension, erhielt nach' träglich den Oberstlieutenants Charakter und Pension; Wenzel Ritter v. Managctta und Lerchena u, Major in Pension, den Oberstlieutenants-Charakter a-v5. Ubald Marquis v. Gravisi, Oberst in Pension, erhielt einen erledigten Elisabeth Theresien-Stif tungs-Platz. Kriegsschauplatz aus Ungarn. 16. Arme e-B u l le ti n. Nach Mittheilungen aus dem Hauptquartiere Ofen vom !5. Jänner, hat Se. Durchlaucht, der Feldmarschall Fürst z" Windischgräy bei der fortschreitenden Besetzung des größten Theils von Ungarn durch die k, k. Truppen, bereits 3 Militär.Di^ stricte zu errichten anbefohlen, So ist das Preßbur,-ger, Neutraer, Trentschiner, Arvacr, Liptauer, Tu-roczer, Sohler, Bacser und Comorner Comitat un ter den Befehl des Hrn. F. M. L. v. Keinpen mit dem Sitze in Preßburg, das Prsther, Weißenburger und Graner Comitat, so wie der Cumaner und Ja. zyger District unter die Befehle des Herrn F. M. L. Grasen Wrbna mit dem Sitze zu Oftn, dann das Baranyer, Tolnaer, Somogyer, Szalader, Ves- primer, Oedenburger, 3iaabcr und Wieftlburger Co-mitat unter die Befehle des Hr». G. M. Baron Burics mit dem Sitze zu Oldenburg gestellt worden. F. M. L. Esorich, der mit 8 Bataillons, 6 Escadrons und 36 Geschützen beauftragt wurde, die im Rückzug begriffene feindliche Colonne unter dem Nebellen - Chef G örg e y in der Richtung von Ipoly-Sagh über Leva zu verfolgen und gegen Schemmtz zu drängen, war bereits den 15, Jänner in dieser Richtung vorgegangen, während die Colonne des G M. Götz gegen Nensohl und Kremnitz vorrückte. Der Insurgenten-Chef Meszaros treibt sich in der Gegend von Erlau herum. Die Brigade des General Majors O t t i n g e r hat schun den l3. d. den fliehenden Feind bis Szol nok verfolgt, diese Stadt besetzt und dort ein Magazin mit 98 000 Metzen Früchten erbeutet. Die Ein-wohner dieser Gegend, so wie jene von Kelskemet sind vom besten Geiste beseelt, und haben die ihnen !o lange vorenthaltenen Manifeste und Proclamatio-nen mit Jubel aufgenommen. Aus allen besetzten öandestheilen gehen fortwährend Deputationen mit Unterwerfungs - Erklärungen "ach Olmütz zu Sr. Majestät, dem Kaiser. Die Colonne unter dem Oberst Horwath hat Nesprim und stuhlweißenburg besetzt; — jene un^ ter dem Oberstlieutenant Grafen Altha n n hat am >5. d. um 2 Uhr Früh cine feindliche Abtheilung von 300 Mann unter M e d n i a n s k y undVihiir-llndor, die sich in dem Bakonyer-Wilde herumtrieb, in dem Kloster Bakony'Bül überfallen, !0 Mann getödtet, mehrere gefangen, die sodann stand-rechtmäßig behandelt und in Papa erschossen wurden. Lieutenant Kotur von den Ogulinern und ein Gemeiner wurden unserer Seits leicht verwundet. Hauptmann Noknitz von demselben Regiment?, welcher den Ucbcrfall commandirtc, hat sich durch seine Tapferkeit eben so sehr ausgezeichnet, als Oberst Lieutenant Graf Althann durch seine Thätigkeit und Umsicht, mit der er seit dem Einrücken unserer Truppen in Ungarn dieses Streifcorps über Oedendurg, Steinamangcr bis Papa führte. Wenn man diese kurze Zusammenstrllung, die durchaus auf amtlichen Berichten beruht, übersieht, und die Resultate, die sie liefert, erwägt, muß man immer noch über die Frechheit, mit der die schlechtesten Gerüchte in der Hauptstadt erfunden, und von da nach allen Richtungen der Monarchie verbreitet wcr-den, erstaunen. So sollte F. M. 3. Gras Schlick gefangen, ein Insurgenten-Heer gcgen Preßburg vorrücken, die Armee des Feldmarschalls bereits umzingelt, auch Feldzeugmcistcr Graf Nugent bis Fürstenfeld zurückgedrängt worden seyn, während er doch zur Stunde unangefochten in Groß-Kanisa verweilt. Daß derlei Gerüchte von böswilligen Buben ausgestreut, ist minder zu wundern, als daß sie von besser gesinnt seyn Wollenden geglaubt werden. Es contrastirt dieß sonderbarer Weise mit den täglich ankommenden Protcstalionen eines zunehmenden besseren Geistes in der Hauptstadt, von dem die Proben indeß bis jetzt durchaus noch mangeln. Wien, am ,7. Januar »849. Der Militär- und Civil - Gouverneur: Welden, Feldmarschall-Lieutenant. Nach Berichten aus Pesth vom >7. d. hatte der Banus von Croatien diese Hauptstadt verlassen und sich zu seinem Armeecorps begeben. Es herrschte fortwährend die größte Ruhe in beiden Schwesterstädten. Aus Debreczm wird unterm «3. Jänner gemeldet, daß der Agitator Kossuth vermuthlich den letzten Act seines traurigen Schauspiels aufzuführen bemüht ist. bekanntlich werden die Reichs-Insignien mit der Krone des heil Stephan von dem gemeinen Volte in Ungarn als heilig verehrt, und bei Kriegszeiten erweckten sie ötter, wie einst die Drifiamme Frankreichs, die höchste Begeisterung Er, der Protestant, hat nun auch zu diesem Mittel gegriffen und die heilige Krone in der Kirche zu Debreczin zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt. Die herbeiströmenden magyarischen Bauern müssen bei diesen Reliquien schwö- ren, das Vaterland zu vertheidigen. Kossuth hält dabei feurige Reden und sucht das arme betrogene Volk zu begeistern. Er soll ferner der protestantischen Bevölkerung die Zusicherung ertheilt haben, im Falle des Sieges die protestantische Religion zur Staats-religion in Ungarn zu erheben. Die Bürger von De-breczin machen aber dabei traurige Gesichter und haben dem Agitator bereits unter der Hand erklärt, daß sie bei Annäherung der kaiserlichen Truvpen zur Besetzung der Stadt keinen Widerstand leisten und eher ihre Waffen abliefern würden. Die Entwaffnung der Einwohner ging sonach vor sich, und mit den eingesammelten Gewehren wurden die arglosen Bauern bewaffnet. Aus Bistritz ist die Nachricht eingetroffen, daß der Insurgen - Anführer Bem, welcher sich nach Galizien durchschlagen und alldort eine Insurrection erwecken wollte, an der Gränze von den kaiserlichen Truppen, vereint mit den braven galizischen Bauern, zurückgedrängt, sich in bedenklicher Lage befindet. Die »Agramer Zeitung« vom l8. Jänner meldet aus Gü ns vom 4. d. M.- (Aus dem Schreiben einer Dame.) »Sie halten Kossuth noch im-mer für einen großen Mann, gleich den Heroen des Alterthums? Von einer Heldenseele ist in diesem Man-„e auch nicht ein Funke vorhanden, von wahrer Geistesgröße nicht eine blasse Ahnung. Was an ihm zu bewundern , daß ist sein außerordentliches Nedner-talcnt; als Staatsmann ist er nichts als Charlatan voll Lug und Trug, als Feldherr (?) ein lächerlicher >Voltro!>: und als Dictator ein Tyrann, wie kein zweiter in der neueren Geschichte eristirt, ein wahres Scheusal seines Vaterlandes, das er ins Verderben gestürzt hat. Wenn man sich für Jemand begeistern kann, so ist es der Banus Iellai-iö, in dem die Natur ein Ideal aller menschlichen Vollkommenheiten, einen zweiten „Ritter ohneFurcht und Tadel« geschaffen zu haben scheint, und dem ich nur vom Herzen wünsche, daß er die große und heilige Sache, der er sich geweiht, mit mehr Glück verfechten möge, als sein berühmtes Vorbild die seinige. Welch' wunderbaren Einfluß dicser herrliche Mann aus seine Truppen üben muß, davon liefert uns gegenwärtig der Umstand den sprechendsten Beweis, daß dieselbe Stadt, wo erst neuerlich, wie Sie wissen, 53 gefan-gene Croaten aus die unmenschlichste Weise ermordet wurden, jetzt von den siegreichen Gränzern besetzt ist und diese daselbst nicht den geringsten Act der Rache an den Vollstreckern jener scheußlichen Blutthat ver. übten. Und diese Menschen schilderte man uns als Barbaren, als Cannibalen, als Ungeheuer!!« M ä h r e n. Kremsier, am 14. Jänner ,849. (Abgedrungene Erklärung.) Seit vielen Monaten schmäht man mich mündlich und schriftlich. Ich habe bisher die Schmähungen keiner öffentlichen Bekämpfung gewür, digt. Ich würde sie auch jetzt nicht bekämpfen, wenn mein Schweigen nicht als Eingesiändniß der Schuld gelten und einen Gegenstand betreffen würde, der dem Menschen am theuersten seyn muß, nämlich den sittlichen Charakter. Man zeiht mich der Unfittlichkeit, der ich mich in Wien schuldig gemacht hätte, man spricht von „Barricaden Schwestern" u. dergl. m. Ich habe zu diesen Verleumdungen so lange ge° schwiegen, weil ich die Ueberzeugung gehegt, daß sie bei der bekannten Verleumdungssucht Niemand glauben werde; ich mußte mich jedoch leider des Gegentheils überzeugen und sah mich hierdurch zu gegenwärtiger Erklärung gezwungen. Jene, welche meinen Verleumdern glauben, bitte ich, meinen in Wien geführten Lebenswandel in mc>. ralischer Beziehung strengstens zu prüfen und nicht böswilligen Menschen mehr Glauben zu schenken, als rechtschaffenen. Die Verleumder fordere ich auf, die unsittlichen Handlungen, welche ich in Wien begangen haben soll, genau zu bezeichnen und zu beweisen. So lange sie dieß nicht werden geleistet haben, bleibt ihnen der -Schandtitel: »Verleumder.« 46 Meine Freunde und Bekannte bitte ich, diese Zeilen nicht etwa als Zeichen des Kleinmuthes zu betrachten. Meine Ueberzeugungen sind durch die vielen Stürme nicht erschüttert worden uud werden liossent-lich immer dieselben bleiben: Daß Wahrheit, Recht und Freiheit die höchsten Güter find, die wir anstreben, derentwillen wir alles Ungemach geduldig und muthig tragen sollen. Dr. Ant. Füster, Lombard. Venetmnijches Königreich. Zuverlässigen Mittheilungen aus Venedig vom 6. und aus Treviso vom 8. Jänner zu Folge, war in ersterer Stadt die Kalte zwar empfindlich gewesen, jedoch von einem gänzlichen cder theilweisen Zufrieren der Lagunen keine Spur wahrgenommen' In Venedig hatte der Terrorismus den höchsten Grad erreicht, so daß Jene, welche dem herrschenden Negierungssysteme nicht unbedingt huldigen, sich nicht getrauen, auf den Straßen sich sehen zu lassen und einander zu grüßen, wenn sie sich zufallig be. gegnen. Uebrigens soll einer der Triumvir selbst letzt--hin ganz unumwunden ausgesprochen haben, die Regierung könne aus diese Weise unmöglich aus die Dauer fortgeführt werden, und es müsse in kurzer Zeit eine Crisis eintreten, welche höchst wahrscheinlich für die Oesterreicher günstig ausfallen muß. Zu der angeführten Zeit war Venedig mit Lebensmittel» reichlich versehen, die auch verhältnißmäßig wohlfeil zu bekommen waren; aber es litt außerordentlich an Mangel des Brenn - Materials. In Verona war an, 4. Jänner in der Buch. drnckevei des Paul Libanti ein fürchterlicher Brand ausgebrochen Die Werkstälte war im 3lei, Stockwerke des Gebäudes und von dort herab ergoß sich ein Strom geschmolzenen Bleies, da alles, was sich vorfand verbrannte und das Feuer eine Unzahl von Lettern verzehrte. Die »Allg. österr. Zeitung« vom >9. Jänner meldet aus Verona vom 7. d. M.: Am 6. d. Abends fand, so wie in mehreren an-dern Orten Italiens, auch in Bozzolo eine Zusammenrottung von vielen hundert Personen Statt, welche damit, daß man die Officiere, wo sie gingen, insultirte und auspsiff, zu einer ernstlichen Thätigkeit führen sollte, um so mehr, als der 6. Jänner für Italien bezeichnend halte seyn sollen; einige ausge-sandte Patrouillen und deren energisches Einschreiten, so wie das sogleiche Absperren aller Kaffeh - und Wirthshäuser und das Auslmandertreiben der Tu-multucmten genügten indessen für diesen Tag. Am 7 wollte eine große Anzahl der Bewohner von St. Martin», welches nur zwei Meilen von Bozzolo entfernt ist, sicl) hier einfindcn und ihren Brüdern in einem neuen Krawall helfen, sich dcr Tedeschi zn entledigen , was aber durch vorher getroffene militärische Maßregeln gänzlich vereitelt wurde, und so ist die Ruhe seither nicht mehr g.stöit worden. Seit einiger Zeit weroen alle Ruhestörer, die größten Theils aus der gebildet seyn sollenden In-gcnd bestehen, als V^bnnden ex nss'. zum Militär abgestellt und in Regimenter eingcthcllt, die writ wcg von Italien dislocirt sind; eine Maßregel, tie selbst von den moderirten Italienern als sehr ersprieß lich erkannt wird. Daß F. M, L, Baron Haynau in Brescia alle (^ommunalbeamten gesanglich einzog bis aus den Podcsia, der entwischt ist, werden Sie schon wissen; die Veranlassung ist die auf geheimem Wege geschehene Anzüge, daß im Communalgebände selbst eine be-dentendr Anzahl Waffen und Munition hinter einer falschen Mauer verborgen sey, was sich che begönne. Das Theater gll» seala, welches vor Kurzem geöffnet wurde, wird fast nur von Ossicie-ren besucht. Bei der ersten Vorstellung sah man Fledermäuse in dkn höhern Regionen des äußern Schauplatzes umherflattern. Wie verlautet, haben die Häupter der lombardischen Emigration vor Kurzen, eine Zusammenkunft in Alessandria gehalten und beschlossen, ^ tont i'l-ix alis ihrer bisherigen Passivität heraus — und sofort thätig wirkend aufzutreten. Wenn wir säumen, hieß cs, werden wir unser Vaterland aus den Händen der Barbaren nur noch als eine! Wüste überkommen; denn daß sie es wieder überkommen werden, daran zweifeln diese Leute nicht: wer aber die österreichische Truppe sich betrachtet, die wohlgcrüstet und kampsesnutthig den prahlerischen Lom-bardcnchess mit ihrem zusammengerafften Gesindcl gegenübersteht, zweifelt hieran gar sehr. Römische Staaten En, Correspondent der „allgemeinen Zcg.« schreibt aus Rom: „Aus achtbarster Quelle vernehme ich, daß die Intervention im Kirchenstaat von einem spanischen Geschwader wird begonnen werden. Die hohe Stellung der Person, welche mir diese Mittheilung macht, laßt mich an ihre volle Wahrheit glauben. In der Nacht vom 6. Jänner sind zwei Schützen-Compagnien an die neapolitanische Gränze abgegangen. Man rüstet sich zum Widerstände gegen die Bewegungen der Truppen König Ferdinands. Königreich Sardinien. Turin, 3. Jänner. Savoyen hat öffentlich er-klärt, daß die italienische Angelegenheit nicht die sei-nigc sey; es habe genug Blut und Geld dasür her-gegeben. Die piemontesische Armee dürste demzufolge kaum mehr auf die Savoyarden rechnen können; bc-sonders hart würde dabei die Artillerie mitgenommen, bei welcher Truppe nicht weniger als 4000 Savoyar-den dienen. Königreich beider S'icUien. Der Minister des Auswärtigen hat den, engli^ schen Gesandten in Neapel eine Note zugeschickt, in welcher der König den Vorschlag der vermittelnden Mächte in Betreff einer Sonderung der neapolitanischen von der sicilianischen Armee entschieden zurückweist. Großbritannien und Irland. London. ^Fürst Metternich in Londons Dieser Nestor der europäischen Diplomatie ist nun seil zelm Monaten vom Schauplätze zurückgetreten und bei den sich täglich steigernden wichtigen Tagsneu!^ keilen ist sein Name längst schon in den Hintergrund gttreten. Die „Revue des deux Mondcs" bringt je doch in ihrrr letzten Nummer einige Betrachtungen über die Art und Weise, wie sich der greise Diplo mat in sein Schicksal findet, die wir unsern Leser! im Auszuge mittheilen. ..Fürst Metternich," sagt, Herr v. A l a u r. der Versasser des Artikels, „spielt jedenfalls die größt Figur in London. In England, wie in Wien, bleib Herr v. Metternich der einflußreichste und am mei sten befragte Staatsmann dcr monarchischen Politik Von seiner Znrückgezogenheit aus leitet er den Hof Oesterreich's, der nichts ohne seine Zustimmung thut, gibt cr dem Ezaar Rathschläge, mit welchem er ill ununterbrochenem Blieswechfel steht, bearbeiteter durch den Herzog von Wellington die Tories und übt selbst auf Lord Palmerston einen großen Einfluß aus, der ihn öfter sieht, als es öffentlich bekannt ist . . Der gewaltige Stoß, den Herr v. M e t tern ich erfahren, hat übrigens seinen geduldigen Optimismus nicht erschüttert. Wenn das Princip falsch ist, meint er, so ist seine Anwendung nothwendig unsinnnig und kraftlos, und bei seinen bekannten Grundsätzen spricht er folg' lich der revolutionären Bewegung alle Lebensfähigkeit ab. Sprickt man ihm vom Fortschritte, so lächelt er ungläubig dazu; der politische Fortschritt, sagt er, bewegt sich in einem Zirkel: je rascher er vor sich geht, desto schneller nähert er sich seinem Ausgangspuncte. Ihm zufolge ist z. B. die Republik dazu bestimmt, denselben Kreis nur in verkleinertem Maßstabe zu durchlaufen; wie ihre ältere Schwester ist für ihn ein !793 ohne dessen Größe, und ob er in der Ferne schon ein I6l4 zu erblicken glaubt, so ist ihm der Buonaparte einer Revolution willkommen, die bereits in Lamartine ihren Mivabcau, in Lcdru-Rollin ihren Danton , in Marrast ihren Pethion und in Prondhon ihren Babeuf abgenutzt hat. Die Frankreich und Europa erschütternde Bewegung ist nach ihm die unvermeidliche und letzte Oscillation dcr Gesellschaft, welche, einen Augenblick durck das coüstitutionelle System aufgehalten, nun die Erfahrung der Revolution bis zu Ende durchmacht, um wieder und dicßmal nun lmskre gute Sache, und all' die K o ssu t h'schen Em-. missäre, die kein Geld, überhaupt kcin Mittel sparen, um Proselyten zu werben, vermögen bei diesen Völkern, die dcn wahren Stand dcr Dinge klar sehen, . nichts. Verleger: Ig«. Al. Klleinmayr. - <^«»>»r» VOIN 18 ^i»>«»«r R84V. Staalft!chu!tvlrscdre!t>. j« b f'^t. ^!n EM.) Lä 7^6 ottto dtlto ^, 2l^2 » >' ^^ Darlehen mit Verlosuig v. I, iU34, für 5oa ft. 765 Ba«k. Ac»,«» or. Gluck R»6o >n C. M. Vetreid-Durchschnitts- Preise in Üaidach am ^0. Jänner 1849. Maltip reise. Ein Wiener Metzcn Wel,^» . 5 fl. ,7'^ kr. — — Kukuruz - — " — » __ — Halbfluchl - — »» — » ^. _ Korn . . - 2 » 20 « ^. _^ Gerste . . . ^- » ^ » — — Hirse . . . 2 » 44 » _ _ Heiden - - 2 ^ Z?^ » __ — Hafer. » - l » ^4 „ K. S. Sattoiiehungen. In Trieft am 2N. Jänner !649: 23. 4 3s. 43. 55. Die nächste Ziehung wird »m 31. Jänner H849 in Trieft gehalten werden. Aemtliche Verlautbarung Z. 122. (1) Nr. 65^3 Von dem k. k. Stadt- und Landreckte in Krain wird dnn Herrn Julius Adolph Fr^i). v, Borsch und Borschod, Inhaber der Herrsä aft Pletterjach in Unterkrain, mittelst gegenwärtigen Edictes erinnert: Es haben wider dens.lben del diesem Gerichte die Herren Nl. Franz und 1> Alois Ruß eine Klage auf Zahlung vcn WW ft C. M. eingebracht und um eine Tagsa^ung, rvclche auf den 1«. April 1649, früh 9 Uhr, vor diesem Gerichte angeordnet wu'de, gebeten. Da der Aufenthaltsort des Beklagten, Hrn. Iul. Ad. Freih. v. Borsch und Vorschob, diesem Gerichte unbekannt, und weil er vielleicht aus den k. k. Crvlanden abwesend ist, so hat man - dessen Vertheidigung und auf seine Gefahr nd Unkosten den hierortigen Herrn Gcrichts- advocacen Dr-. Johann Zwaycr al5 Curator bestellt, mit welchem die angebrachte RechtS fache nach der bestehenden Gerichtsordnung aus. geführt und entschieden werden wird. Der vorbenannte Hr. Beklagte wird dessen zu dem Ende erinnert, damit er allenfalls zu rechter Zeit selbst erscheinen, oder inzwischen dcm bestimmten Vertreter, Hrn. Oi-. Zwaycr, Rechtsbehelfe an die Hand zu geben, oder auch sich selbst einen andern Sachwalter zu bestellen und diesem Gerichte namhaft zu machen, und über« Haupt im rechtlichen ordnungsmäßigen Wege einzuschreiten wissen möge, insbesondere, da cr sich die aus seiner Verabiäumung entstehenden Folgen selbst beizumessen haben wird. Laibach am 9. Jänner 1849. Z' !23. (1) Nr. 6524. Won dem k. k. Stadt- und Landrechte in Kram wlrd dem Herrn Julius Adolph Freih, v. Borsch und Borschod, Inhaber der Herrschaft Pletterjach in Unterkrain, mittelst gegenwärtigen Edictes erinnert: Es haben wider den-ftlven bei diesem Gerichte die Herren Dr. Franz und Dr-. Alois Ruß eine Klage auf Zahlung von 6NNN si C. M. eingebracht und um eine Tagsatzung, welche auf den I«. April 1849, früh 9 Uhr, vor diesem Gerichte angeordnet wurde, gebeten. Da der Aufenthaltsort des Beklagten Hrn. Iul. Ad. Freih. v. Borsch und Borschod diesem Gerichte unbekannt, und weil er vielleicht aus den k. k. Erblanden abwesend ist, so hat man zu dessen Vertheidigung und auf seine Gefahr und Unkosten den hierortigen Hrn Gerichts-advocaten I)s. Johann Zwaycr als Curator be-steUt, mit welchem die angebrachte Rechtssache «ach der bestehenden Gerichtsoidnung ausgeführt und entschieden wrrben wird. Der vorbenannte Hr. Geklagte wird dessen zu dem Ende erinnert, damit er allenfalls zu (Z. Laib. Zlg. Nr. 10 v. 23. Jänner Iö49.) rechter Zeit selbst erscheinen, oder inzwischen dem bestimmten Vertreter, Hrn. Dr. Zwayer, Rechtsbehelfe an die Hand zu geben, oder auch sich selbst eincn andern Sachwalter zu bestellen und diesem Gerichte namhaft zu machen, und überhaupt im rechtlichen ordnungsmäßigen Wege einzuschreiten wissen möge, insbesondere, da er sich die aus seiner Vcrabsäumung entstehenden Folgen selbst beizumessen haben wird. Laivach am 9. Jänner 1849. Z. 124. (l) Nr. 6612. Von dem k. k. Stadt- und Landrechte in Krain wird dem Hrn. Julius Adolf Freih. v. Borsch und Borschod, Inhaber der Herrschaft Plctterjach in Unterkrain, mittelst gegenwärtigen Vdictcs n innert: Es haben wider denselben bei diesem Gerichte die HH. K i'. Franz und 1>. Alois Nuß eine Klage auf Zahlung von 60M) si. eingebracht, und um eme Tag'atzung, welche auf den 16. April 1849, früh 9 Uhr, vor diesem berichte angeordnet wurde, gebeten. Da dcr Aufenthaltsort des Beklagten, Hrn. Iul, Adolf Freih. v. Borschund Borschod diesem berichte unbekannt, und weil er vielleicht aus den k k. Erblanden abwescnd ist, so hat mau zu dessen Vertheidigung, und auf stine Gefahr und Unkosten den hierortigen Hrn. Gerichts-Advocate« l^-, Ioh. Zwayer als Curator bestellt, mit welchem die angebrachte Rechtssache noch der bestehenden Oenchts-Oi dnlmq ausgeführt und entschieden werden wird. D.'r voi benannte Herr Geklagte wird dessen zu dem Ende ennnerr, damit er allenfalls zu rechter Zeit selbst erscheinen, oder inzwischen dcm bestimmten Vertreter, Hrn. l),'. Zwaycr, Rech:sdche!fc an die Hcnld zugeben, oder auch sich selbst einm andern Sachwalter bestellen und diesc:u Ge.ichle namhaft zumachen, und überhaupt im rechtlichen ordnungsmäßigen Wege einzuschreiten wissen möge, insbesondere, da er sich die aus seiner Verabsäumung entstehenden Folgen selbst deizumcsscn haben wird. — Laibach am 9. Jänner IK49 Z. 125. (?) Nr. 5ftl». Von dem k. k. St.idt- und 3,,in5lechte in Krain wird dem Hrn. Juli- s Adolph Freiherrn u. Borsch und Borschod, Inhaber der Herrschaft Pletterzach in Untelkrai», mittelst geqeii-wartigen Edictts erinnert: Es haben wider denselben bei diesem Gerichte die Herren !>. Fra^ und Dr. Alois Ruß eine Klage auf Zahlung von 4UW st. eingebracht, und um eine Digsat-zung, welche auf den 16. April 1849 früh 9 Uhr vor diesem Gerichte angeordnet wurde, gebeten. Da der Aufenthaltsort des Beklagten Hrn. Iul. Adolph Bar. v. Borsch und Borschod diesem Gerichte unbekannt, und weil er vielleickl aus den k. k. Erblanden abwesend ist, so hat man zu dessen Vertheidigung, und auf seinc Gefahr und Unkosten den hierultipel, Hrn. s5>e-richts'Advocacen 1)l-< Johann Zwayer als Curator bestellt, mit welchem die angebrachte Rechtssache nach der bestehenden Gerichtsordnung ausgeführt und entschieden werden wird. Der vorbenannte Hr. Geklagte wird dessen zu dem Ende erinnert, damit er allenfalls zu rechter Zeit selbst erscheinen, oder inzwischen dem bestimmten Vertreter, Hrn. Dl. Zwayer, Rec^lK behelfe an die Hand zu geben, oder auch sicb selbst einen andern Sachwalter zu bestellen lind diescm Gerichte namhaft zu machen, und üd.r-Haupt im rechtlichen ordnum-lsmaß^n Wege ein. zuschneiten wisssn mö>, insbesondere, da er sich die au? seiner -Aerabsäumunq entstehenden Folgen selbst beizunnssen haben tvird. Laibach am 9. Jänner 18^9.______ Z. 131. (I) Nr. 3KU. Von dem k k. Stadt- und Landrechte in Krain wird bekannt glinacht: Es sey über Al,su-chen des Herrn Johann Dcbeutz zu Stein, als Bevollmächtigten der erklärten Erben, zur Erforschung der Schuldenlast nach dem am 6. October 1847 zu Pö'tsch verstorbenen Pfarrer> H,nn Georg Epruk, die Tagsatzung aus den l9. Kebr l. I., Vormittags um 9 Uhr, vor diesem k. k-Stadt- und Landrechte bestimmt worden, bei welcher alle Jene, welche an diesen Verlaß aus was immer ^füc einem Rechtsgrunde Anspruch zu stellen vermeinen, solchen so gewiß anmelden Und rechtsgeltend darthun sollen, wiorigens sie die Folgen deS §. 814 b. G. B. sich selbst zuzuschreiben haben werden. Laibach den^.13. Jänner 1849. M Vermischte Verluutbarungen. Z. 134. (!) Einladung an die r. 'i'. Mitglieder des Casmo-Vereines zu Laibach. In Folge Verwendung des hiesigen löbl, Stadt» magistrates wird nach dem Direetions-Beschlusse vom 19. l. M. der Reinertrag der Abendunterhal» tung am 5. Februar 1849 zur theilweisen Rückerstattung jenes Darlehens, welches der Stadtmagistrat, zur Ermöglichung der unentgeltlichen Bethci-lung der hiesigen nothdürftigsten Stadtarmen im Laufe dieses Winters mit Brennholz, aufgenommen hat, verwendet werden. Die Casino - Direction ladet sonach die ?. "l. Mitglieder des Vereins zum zahlreichen Erscheinen ein, und von dem bewahrten Wohlthäligkeitssinne überzeugt, fügt sie die Bitte bei, dieselbe, um einen ergiebigen Ertrag zu erzielen, durch Zusendung von Gratisgewinnsten zu unterstützen, welche der Casino - Cnstos in Empfang zu nehmen bereit seyn wird. ^on der Casino-Direction, Laibach am 19. Jänner l849. Z7 75."'(3) "" M n z E i g e. In der l. f. Stadt Krainburg ist die Georg Rossa'sche Mädchen-Aussteuer-Stiftung siir eine arme Bürge»ö-Tochter, die sich im vorigen Jahre verehelicht hat, mit 39 fl. 37» kr. in Erledigung gekommen, zu welcher jedoch des Stifters Anor-wandte vor andern hier gedornen Bürgers-Tö'chtern das Borrecht haben. Bewerberinnen um diese Stiftung haben ihre mit den Armuth- und Sittenzeugnissen, Tauf-und Traunngsscheinen instruirten Gesuche bis Ende dieses Monates bei der hiesigen Vorstehung benannter Stiftung einzureichen Stadtpfarrhof Krainburg 10, Jänner 1849. 3. 135. (i) "" " ^ Anjeigs. Während des gegenwärtig eintretenden Mgigen Marktes sind im Hause Nr. 29 auf der Polana ersten Stock mehrere Heiligen-Bilder in Oehl gemalt, mit Goldrahmen, gegen monatliche Ratenzahlungen zu bekommen- Laibach am 21. Jänner i84<). Z7ll5. (l) Im Coloretto'schen Kaffehhaust sind die „Wiener Zeitung" sammt Rbendbeilage und die „Augsburger Allg. Zeitung" stündlich zu vergeben, oder zur gänzlichen Verfügung zu überlassen. Z.^83. (3^) ^ Anzeige. Ein Mädchen, der italienischen und französischen Sprache vollkommen kundig, wünscht m diesen beiden Sprachen Unterricht um em VMges Honorar zu ertheilen. Näheres erfährt man ,n der Kunst- und Musikalien-Handlung des H mn Georg Ler ch e r. ^8 Z. 69. (3) ^Mi^^^M M ^>< an die der K.K.Landwirthschast-Gesellschaft in Kram zu der am 24. Jänner d. I. Vormittags um 9 Uhr im Hiesigen Mnöischm Danblags^^aals Statt findenden allgemeinen Versammkmg. der in Verhandlung kommenden Gegenstande: 1 Eröffnungsrede. 2. Administrationsbericht. 3. Bericht über die öconomischen Ergebnisse am gesellschaftlichen Versuchshofe< 4. Die Errichtung der GcMchß er seine Vereinslocalität im alten V i< lani'schen Hause im echm Stocke (Sl. )ai.V'bsplatz) «lössnel habe, und oaß 5as liesezlmmer taglich von 9 bis i2 Uhr Vulmiltags und von 3 Uhr Nachmittag bis ,0 Uhr Abends often stehe; 2. Zei!schl^,'en, welche gegenwärtig in dem 3ese° zimmer aufliegen und staluienmäßig auch den Hm Mi!ali?dem aus» ^aud 5c»chickc werden, sind folgende: Slovenec, 5. Vedež, 6. Slovenske novfne Celjske, 7. JVoviny Lipy slovanske, 8. Pražske noviny, 9. J\a-rodny noviny unC> bie Beilage Sotek, lO.Morawske noviny, 11. Srbske novine unb Podunauka^ 12.Wcela, 13. Uorv, slav. dalm. Novine, 14. Slavenski Jug-, IS.Kwety, 16.Tyoo(li)ikCjescyiiski, l 7.K\vdiaplodi3' 18. Obecjii list, I 9. Zora dalinatinska, 20. Cica Srec-kov list, 21. Danica ilirska, 22. Zora galicka, 23. Sy-dennik, 24. Katolicki list Zagrebski, 25, &{)eo!o-- @ tv i ^ f e i t 26. ©Uoifc&e ßentralbfdtter, 27. 6üof[a! oifdpe 3eifung, 28. 2Jgramer Sfitung mit üuna, 29. De^ ©erljt, 30. 8 a ib. d ei tun q rah bem 3th;r. zölatt, 31. aBiencr 3 < i I u n g" unb Äbenbbldtter, 32. 81 o y b fa m nit t-rm JK p i d; S --tag Sb lafte. 2)[e Jg)etr«n 2}?i.'Qlic&(r »vollea si:« TOCjjen UeberEötnmung bct3eif|^n(ten an ben SSeremS* Ausfluß tpenbsn. I. Ble Herrn Müglleder, welche sür das letzte Quartal des verflossenen Jahres ihren Beitrag noch mcht abgeführt haben, werden etsucht, dieses ehemöglichst zu thun. Den blsheiigen, so wie den neu ein» lretenden Mitgliedern wird gleichzeitig bekannt gege« den, daß zur (^lleichierung der Anzahlungen dieselben auch in monatlichen 5ta ten angenommen wer. oen, daher z. B. ein auswäriigcs Mitglied fürs erste Jahr sammt Einschleibgevlihr monatlich nur 20 kr. abzuführen hat, in den folgenden Jahren monatlich nur .o kr. Die Milglleder in loco Lcubach zahlen, außer der Einschreibgebühr beim Eintrltte, monatlich 20 oder 3l) kr,, und einbezü'glich der Einschreibgebühr monat« lich 30 oder 40 kr., je nachdem sie einzeln oder mit Fa« milie dem Vereine bekreten. Zum Beginne der Druck, legung des so allgemein gewünschten und so sehnlich erwarteten flouenischen Wörterbuches, welche bogenweise erfolgen wird, und anderer Druckschriften sind bedeutende materielle Kräfte nothwendig, daher bei dieser Gelegenheit an alle Vaterlandsfreunde die eineuerte freundliche Einladung ergeht, durch zahlreiche Seicritte die palnotljchen Bemühungen eines Vereines zu unterstützen, der zu jeder Zeit feine Tendenzen im wahren Interesse fürs Vaterland und Oesterreich offen an den Tag gelegt hat und diesen stets lreu halten wird. Vom Ausschusse des siovenischen Vereines in Laibach den L. Jänner !949. Z. 127. (y Nuchhändler in Laibach, ist ganz neu zu haben: Entwurf einer provisorischen Vorschrift über das Verfahren in Criminalfällen, mit Münde lichkeit, Oeffentlichkeit und Schwurgerichten, nebst Bemerkungen zu dem Entwürfe über die Gerichts-Organisation. Geheftet 20 kr. Z. 126. Ferner ist daselbst zu haben: im Narrenhause zu Dömitz. Sonderbare Prophezeihungen eines Wahnsinnigen auf die Zeit von I81tt bis I87N, welche zum Theile schon eingetroffen sind. Herausgegeben >5 S G. v. Hllvenslebe«. Preis 30 kr. Z. 114. (!) Wohnung zu vernnethen. In der Altenmarkt-Gasse Nr. 166 wird künftigen Georgi der 3te Stock, bestehend aus 3 geräumigen Zimmern, Küche, Vorsaal, nebst Holzlcge zur honetten Bewohnung vcrgtben — Nähere Auskunft ist hinter der Mauer Nr. 25U, im Vcvkaufsgewölbe, oder auch Nr. 1U6 im 1. Stock zu erfahren. Z. li'l. (2) Anmeldung. In dem Hause Nr.i 24, am Froschplatze zu Laibach, ist zu Georgi 1849 eine Wohnung zu ebener Erde, bestehend in 2 Zimmern, nebst i Cabinet, sammt Küche, i Speiskammer und Holzlege, dann in i qroßm Keller, welche'zu einem Wirthshause, Ba'cker-gewerbe oder zu einem Kaufmanns-geschafte umsomehr am besten geeignet wäre, weil selbe nahe am Laibachflusse liegt und auch das Transport-sammelhaus nahe ist. Das Nähere erfahrt man beim Hauseigenthümer auf dem St. Ja-coböplätze, Hs.-Rr. 14i, im i. Stocke.