präuumtkatiou» - Prnlr: Für Laibach Vao,jährig . . . s st. — tr. Halbjährig . . . S , — » Bierleljahrig. . . 1 „ 5V » Monatlich . - — » SV , Mit der Post: Bauzjährig . . g st. — kr. Halbjährig . . . 4 , 50 , vierteljährig. . . 2 » rs , Für Zustellung in» Haus viertel, lährig S5 tr., monatlich s Ir. «iu»el»e Nummern b tr. Laibacher blatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Lctaktion «ahnholgafie Nr. l»!i Lrredition »nd Zulkralra Lurra«: »Sllgretzplatz Nr 81 -°n I. v. «leinu^ayr L F.B Zllscrtiousprnsr FLr die einspaltige Petitz »ei zweimaliger ILinIchaltuti dreimal L 7 kr. ^nsertionSstemvel iede-mal 30 kr. Sei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt Nr. 193. Freitag, 26. August. — Morgen: Josef Kal. 1870. Die schwarze Reaktion In dcn czechischen Dcklarantcnkrcisen bereitet sich ein Umschwung vor. Bekanntlich weilten vor einigen Tagen Ricger und Palacki in Wien, um wit dem Ministerpräsidenten über den Ausgleich zu ^nseriren; es scheint da zu Abmachungen gekommen zu sein, denn sämmtlichc Deklaranten sind nach Prag einberufen worden, um die letzten Rcgierungs-Prvpositionen und die neuesten Vertragspunkte mit dem konservativen Adel zu vernehmen. Wie verlautet, soll die Beschickung des Reichsraths unter Vorbehalt zu erwarten sein. Auch die Polen werden im Reichsrath erscheinen, denn der Führer der Föderalistenpartei, Smolka, hat selbst den Antrag gestellt, eine Resolution zu fassen, wonach der Landtag, obwohl er mit der staatlichen Organisation Oesterreichs nicht einverstanden sein kann, mit Rücksicht auf die durch die äußeren Vorgänge bedrohte Sicherheit des Staates und auf die Nothwendig-keit der von der gemeinsamen Delegation zur Behauptung, eventuell zur Verteidigung der gesamm- Machtstellung zu bewilligenden Mittel zu diesem Zwecke und mit diesem Vorbehalte den Reichs-.-ath beschickt. Während so der Widerstand der staatsrechtlichen Opposition aus höheren politischen Rücksichten aus einige Zeit eingestellt und den Zeitereignissen Rechnung getragen wird, schicken die Klerikalen 6ch an, die frühere Stelle der Deklaranten zu über-u>..Men und in der unvernünftigsten Weise von der Welt Opposition zu machen. Sie haben keine positiven Punkte, auf die sie sich hierbei stützen, sie opponiren eben gegen alles, was liberal ist. Es ist das die schwarze Reaktion im vollsten Sinne des Wortes. Drei Landtage besonders sind es, wo dieser klerikale Cancan getanzt wird, die Landtage von Tirol, Oberösterreich und Vorarlberg. Der letztere war in der vorigen Session noch entschieden libe->ll; jetzt hat, Dank der Agitation der Geistlichkeit, eine klerikale Majorität darin Platz genommen, die nichts eiliger zu thun hat, als Sturm gegen die konfessionellen und Schulgesetze zu lausen. Im tiroler Landtage zählt das Häuflein der Liberalen nur 15 Stimmen, Pater Gi enter hat hingegen einen Anhang von 28—30 Abgeordneten, die ihm blindlings folgen. Bei Abnahme des Handgelöbnisses verweigerte die Schaar dieser „treuen Tiroler" *>ie Angelobung und wollte dieselbe nur unter der Bedingung leisten, daß die Beobachtung der Gesetze Nicht mit ihrem Glauben und Gewissen, sowie mit den Tirol nach dem Oktoberdiplom zustehenden Rechten im Widerspruch sei. Im Landtage von Oberösterreich leitet Herr Weiß von Starkenfels die klerikale Opposition und hat bereits den ersten Koup ausgeführt. Als bei der unter heftigen Debatten vorgenommenen Wahl-Verifikation die Wahl von fünf Klerikalen, darunter a»ch die Doppelwahl des LegationSrathes Weiß für ungiltig erklärt wurde, verließen alle Abgeordneten der sogenannten „Volkspartei" dcn Sitzungssaal, und wie verlautet, geht ein Beschluß dieser Partei dahin, sich als „Deklaranten" vom Landtage fern zu halten. Auch im bukowinaer Landtage entfernte sich die Partei der Nichtrumänen aus der Sitzung, weil ein vom Landesausfchusse nicht beanständeter Wahlakt dennoch dem Vcrifikationsausschusse zugewiesen worden war; der Konflikt ist hier ein nationaler, während er in den oben genannten Landtagen einen ganz ändern Charakter trägt. Was wird nun die Regierung im Hinblick aus diese Vorgänge thun? Wird sie mit besonderen Maßnahmen Vorgehen, oder wird sie unter allen Umständen trachten, den Reichsrath zusammen zu bringen? Die „Tr. Ztg.", der wir vorstehendes entnehmen, glaubt das letztere; ob die Öberösterreichischen Ultramontanen sich als Deklaranten geberden oder nicht, ob die Partei Greuter die Angelobung leistet oder nicht, die Haupisache ist, daß der Reichsrath beschickt wird. Ist der einmal beisammen und ist die Delegation gewählt, dann wird man schon Mittel und Wege finden, der schwarzen Reaktion Schranken zu ziehen._____________________________________________ Vom Kriege. Unser gestriges Telegramm bringt endlich wieder von der dritten deutschen Armee unter dem preußischen Kronprinzen, der schon fast ganz verschollen war, eine bestimmte Nachricht aus Bar le Duc, wo sich also offenbar das Hauptquartier befindet. Sie ist mit wahren Gewaltmärschen im unaufhaltsamen Vorwärtsdriugen begriffen; die Spitzen der Truppen sind bereits über das von den Franzosen geräumte Chalons hinaus. Vor Paris, das zu befestigen und zu verproviantiren ungeheuere Anstrengungen gemacht werden, wird also die Entscheidung fallen. Alle französischen Truppen, die noch vorhanden oder neu gebildet worden, sind nunmehr dort zusammen-gezogen, um den drohenden gewaltigen Stoß zurück-zuschlagen. Aber auch die deutsche Heeresleitung bietet alles auf, um mit mächtigen Kräften diesen letzten entscheidenden Schlag vollführen zu können. Mindestens 150.000 Mann sind in den letzten paar Tagen über dcn Rhein nachgeschoben worden. Sie werden die Badenser bei Straßburg ablösen, wahrscheinlich auch die Baiern bei Bietsch und dergestalt wieder indirekt die Armee des Kronprinzen verstärken. Vielleicht liegt es aber auch in der Ab sicht der deutschen obersten Heeresleitung, nachdem ihr zur Stunde bereits 150 vierte Bataillone zur Verfügung stehen, der I. Armee (Steinmetz) allein die Bewachung Bazaine'S zu überlassen und den Prinzen Friedrich Karl im Vereine mit dem Kronprinzen gegen Paris Vorgehen zu lassen. Ja das „N. Wr. Tgbl." erhält über die deutschen Rüstungen Telegramme, denen zufolge alle rheinischen Festungen, Köln, Mainz, Saarlouis vollständig desarmirt und das Geschütz nach Metz befördert werde. Das schwerste Geschütz soll, wie behauptet wird, zur Belagerung von Paris verwendet werden. Die Gesammtstärke des Trnppennachschubes, welcher seit dem 14. August nach Frankreich befördert worden ist, wird von derselben Quelle auf mehr als 300.000 Mann beziffert. Der größte Theil nahm dcn Weg übcr Köln. Kriegsminister von Roon soll sich anheischig gemacht haben, bis zum 1. Oktober längstens ein Heer von einer Viertelmillion kriegsbereit zu machen. FranzösischerseitS wird natürlich die noch gebotene Frist nach besten Kräften außgenützt, nur verfügt man nicht über das massenhafte Material, das den Deutschen zur Verfügung steht. Die Regimenter, die Trochu und Palikao organisiren, werden aus junger Mannschaft bestehen, während die deutschen Landwehrregimenter zum guten Theil aus jenen Kerntruppen bestehen, die Düppel stürmten und die unsere Armee bei Königgrätz überwanden. Dazu ist noch auf die Unbotmäßigkeit der Mobilgarde (zumal der Pariser), die so weit geht, daß man ernsthaft davon spricht, sie nach Algier zu schicken, Rücksicht zu nehmen. Ferner auf dcn Mangel von Waffen, ein ganz unleugbares Faktum. Frankreich hat keine Gewehre und es braucht mindestens eine halbe Million. Marschall Leboeus hat das Kommando über das stärkste französische Armeekorps, das frühere Bazaine'schc, später Decaen'sche erhalten. General Decaen ist nämlich am 16. schwer verwundet worden, was die französischen Bulletins hübsch verschwiegen haben. Das Wochenbulletin der Abendausgabe des „Journal offiziel" konstatirt die stillschweigende Uebercinstimmung zwischen dem Kaiser, der Regierung, den Kammern und dem ganzen Lande, um dcn Fremdling zu verjagen. Wenn er unter die Mauern von Paris kommt, wird er die Nation zu allen Opfern bereit finden. Die Ostdepartements haben allein gelitten; das ganze Land erhebt sich, um die der Invasion unterliegenden Gebiete zu retten und unseren Truppen zu helfen, durch eklatante Siege Revanche zu nehmen. Auf die preußische Jnvasiion antwortet Frankreich mit der Bewaffnung der ganzen Nation. Bezüglich der neutralen Mächte unterhalten dieselben mit uns die freundschaftlichsten Beziehungen, wobei sie es begreifen, daß unter dcn gegenwärtigen Umständen von FricdenSunterhand-lungen nicht einmal die Rede sein könne. Was die Meldung betrifft, Bazaine sei noch nachträglich entschlüpft, so hat sich dieses mit aller Bestimmtheit aufgetauchte Gerücht nicht bestätigt. Metz ist von 300.000 Prcußcn umzingelt. Das Korps von Bazaine, welches Metz besetzt hält, zählt 92.000 Mann aller Waffen. Es heißt, daß Metz, schlecht vcrproviantirt wie es ist, sich nicht länger als 5 Tage halten kann. Die „Prov. Corr." verheißt für die nächsten Tage den Beginn der förmlichen Belagerung von Metz. Der Kronprinz werde den Feind bald vor Parisaufsuchen und den Krieg in herzlicher Waffenbrüderschaft mit den Süddeutschen beenden. Die „N. A. Z." sagt, Deutschland habe allein das Recht, einen Frieden zu machen, wie er sein muß, damit wir nicht zum vierten male in einem Jahrhundert genöthigt werden, unsere Fahnen in Paris zu entfalten. Das Bombardement von Straßburg dauert ununterbrochen fort. Durch glühende Kanonenkugeln entstand ein großer Brand. In die Zitadelle ist bereits Bresche geschossen. Der Münster wurde leider beschädigt. Uebcr den Heldenmuth der deutschen Truppen schreibt ein Korrespondent der „Tgpst." aus Hannover: Die Erzählungen der Verwundeten über die Wildheit der Gefechte übersteigen alle Begriffe; einer erzählte mir, sein Nebenmann, den er mit Namen nannte, sei, durch die Brust geschossen, zusammengesunken; doch nach einiger Zeit richtete sich der Schwerverwundete wieder auf und verschoß noch seine sämmtlichen Patronen, bis er umfiel. Die 39er und 40er, durch das Gefecht vom 6. August auf ein Drittel reduzirt, sollten in Reserve gestellt werden, aber dagegen protestirten die Braven, und so kamen aus den Depots von Düsseldorf die nöthigen Ersatzmannschasten, um die Bataillone wieder einigermaßen feldtüchtig zu machen, und am 16. sind sie wieder mit im heißen Gefechte gewesen. Die Offiziere verzweifeln bei diesen Mordverhältnifsen selbst noch nach Paris zu kommen und suchen ihr und ihrer Leute Leben nur möglichst theuer und im steten, ruhmreichen Avanzieren zu verkaufen. Es ist deshalb auch nichts Ungewöhnliches, daß Sekonde-Lieutenants, Bize-Feldwebel die Anführer von halben Bataillonen sind. Aber das alles erhöht nur noch den Muth der Truppen, selbst die Verwundeten sind kaum zurückzuhalten, sie wollen wieder zur Fahne. Gewichen ist, und das ist unser Stolz, in diesem schlimmen Kriege noch kein Bataillon, und wenn es auch zu Grunde geht. So haben die 57er per Bataillon etwa 300 Mann aus dem Gefechte gebracht von 1002 Mann etatsmäßigen Kombattanten. Die besiegten Franzosen behaupten jetzt fälschlicher Weise, wir hätten die Uebermacht gehabt. Aber dies war n ur bei Wörth der Fall, sonst nirge nds. Das „Dresdner Journal" veröffentlicht die erste Verlustliste der Sachsen aus der Schlacht vom 18. August. 17 Offiziere sind todt, 74 schwer verwundet. Von der Mannschaft sind zirka 150 bis 200 Mann todt. Ueber die Verluste der Deutschen liegen weitere Angaben vor. Die Hessen-Darmstädter (zum 9. Armeekorps gehörig und höchstens 13.000 Mann stark) haben 1792 Mann verloren! Davon 21 Offiziere und 169 Soldaten todt. Ueber das völkerrechtswidrige Vorgehen der Franzosen, am 19. August, berichtet der „Staatsanzeiger": Oberstlieutenant Verdy wurde als Parlamentär mit Briefen eines höheren französischen Arztes nach Metz gesendet, um das Schicksal verwundeter Franzosen durch Heranziehen französischer Aerzte zu erleichtern. Trotz der Trom-peter-Signale und dem Schwenken einer weißen Fahne schossen französische Patrouillen auf den Parlamentär. Als endlich eine Sektion ausschwärmte und feuerte, kehrte der Parlamentär zurück, wobei der Trompeter verwundet wurde. So war die Mission, die zum besten der französischen Soldaten dienen sollte, vereitelt. Von den französischen Journalen wird der Vorgang entschieden in Abrede gestellt. Gegenüber den Meldungen von einer angeblichen Verletzung der belgischen Neutralität durch Grenzüberschreitung Seitens preußischer Truppen wird offiziell erklärt, die Regierung habe keine derartigen Nachrichten empfangen. Die Schlacht vom 18. August. Durch den Brief des Königs von Preußen sind die ersten detaillirten Mittheilungen über die Schlacht bei Rezonville zu unS gelangt.'MMM.^. Die Stellung der deutschen Korps vor und nach der Schlacht läßt erkennen, daß dcr Plan derselben darin bestand, die Südfront der französischen Strcit-kräfte in einem stundenlangen Gefechte festzuhalten, bis das 12., Garde- und 9. Korps Zeit gefunden hatten, den Vorbeimarsch an der feindlichen Front, die Rechts-Abschwenknng und die Ueberflüglung des Bazaine'schen rechten Flügels auszusühren. Diese ganze Bewegung war gegen Mittag so weit vorgeschritten, daß das Eingreifen des 10. Korps bei St. Marcel und der Angriff des 9. auf Verneville erfolgen konnten. Der starke Druck des 12. (säch- sischen) Korps auf den französischen rechten Flügel nöthigte den Feind zum Zurückgehen; am Nachmittage war die französische Position zu beiden Seiten des Dorfes Verneville bereits in unseren Händen, während südlich das 7. und 8. Korps Gravelotte genommen hatten. Gegen Abend erfolgte dann der letzte Stoß mit dem 2. Korps über Gravelotte hinaus und wahrscheinlich gleichzeitig mit einem Vorgehen unsererseits auf der ganzen Linie, was den Feind zum Aufgeben auch seiner letzten Position im Felde und zur völligen Rückwärts-Konzeutratiou in die Festung zwang. Daß das Hauptquartier Sr. Majestät in Rezonville, dürfte am besten beweisen, wie weil unser Armee-KorpS noch vor dieses Dorf vorgeschoben, wie nahe sie den Werken von Metz sein müssen. Das Terrain von Gravelotte üver Verneville und Amanvilliers bis St. Privat ist trefflich zur Verteidigung geeignet; Wälder und leichte Anhöhen erschwerten den ersten Angriff, welcher in der Wegnahme der günstig zu behauptenden Ortschaften erst die Stellung des Feindes erschüttern mußte, bevor dieselbe völlig zu nehmen war. Politische Rundschau. Laibach, 26. August. Endlich hat es die Regierung angezeigt gefunden, zu gestehen, daß sie die „Bereit schast-haltung der österreichischen Wehrkraft" angeordnet habe; — sie erklärt aber zugleich, daß diese Maßregel rein defensiver Natur sei. Das Geheimthun mit dieser Bereitschaft zur Devensive hat die Bevölkerung sehr alarmirt. vor welcher sich ja die Ausführung nicht verbergen läßt. Offenes Spiel ist deshalb immer vernünftiger als das Verbergenwollen von Maßnahmen, die offen zu Tage liegen. Aus Prag werden Wahlsiege dcr Czechen gemeldet. Vor dem deutschen Kasino exekutirten Abends um 8 Uhr Volksmassen eine Katzenmusik. Zwei Kompagnien Infanterie stellten die Ruhe her. Aus den Landtagen wird gemeldet: In Ezernowitz fanden die ReichSrathöwahlen statt. Es wurde unter ändern Minister Petrino gewählt. Der Adreßentwurf sagt: Die Bukowina finde die Bürgschaft ihrer Existenz nur als ein untrennbarer Theil des Staatsganzen. Sie liefert durch ungesäumte Wahl der Reichsraths-Abgeordueten den Beweis für das unerläßliche Zusammenwirken mit allen Völkern. Die kaiserliche Botschaft berechtigte zu der beruhigenden Zuversicht, daß die Meinungsverschiedenheiten versöhnt und allen auf die Wohl-fahrt des Reiches und der Länder gerichteten Wünschen die vollste Rücksicht auf dem Boden der Verfassung zu Theil werden wird. In dcr Gleichberechtigung und der weiteren Autonomie werden die Länder ihre Eigenthümlichkeiten und Interessen gewahrt sehen. Die Adresse wurde einstimmig angenommen. In Graz wurde der Antrag Hermanns, eine Adresse an den Kaiser zu richten, mit großer Majorität abgelehnt. In Folge dessen wollen die Nationalen den Landtag verlassen, wogegen sich jedoch ihre Verbündeten, die Klerikalen, sträuben. — In Linz sind die klerikalen Abgeordneten, inkl. Bischof Rudigier, in der Landtagssitzung vom 24. d. nicht erschienen, was bei der eigenen Partei Mißstimmung erregt, da ihr die Vertretung im Reichsrathe und Landesausschuß entzogen wird. Die vom gesetzgebenden Körper niedergesetzte Kommission zur Prüfung der Anträge aus Verstärkung des Pariser Vertheidigungs-Auöschusses durch Volksvertreter hat alle diese Anträge verworfen. Die alte Majorität hält somit noch immer das Heft in Händen.__________________________________ Zur Tagesgeschichte. — Oberö ste rre i chi f ch-Ru d ig ier'fches Eherecht. Bekanntlich finden in Oberösterreich die konfessionellen Gesetze durch Bischof Rudigier und seine willenlosen Werkzeuge eine höchst sonderbare Auslegung und praktische Anwendung. Als neue Beleuchtung wird der Linzer „Tagespost" soeben folgender Fall gemeldet: Vor Kurzem wurde in der evangelischen Kirche zu Linz ein Paar aus der Umgebung getraut, wovon der Bräutigam protestantisch, die Brant katholisch war. Da es dieselben unterließen, zur besseren Verknüpfung sich auch in der katholischen Kirche trauen zu lassen, so ließ der Pfarrer in St. Peter bei Linz der jung vermalten Frau durch ihre Mutter kategorisch zu wissen machen, daß die in der evangelischen Kirche geschloffene Ehe ganz und gar ungiltig ist, daß ungeachtet dieser Eheschließung die beiden Brautleute nur „so zusammengestanden" sind, daß, wenn sich dieselben nicht nachträglich auch in dcr katholischen Kirche trauen lassen, die Ungiltigkeit ihrer Ehe in den Kirchen zu St. Peter, Kleinmünchen und Ebelsberg von der Kanzel herab verkündet wird, und daß endlich, weil die Ehe ungiltig ist, auch der Vater der jungen Frau nicht verpflichtet ist, derselben ein Heiratsgut zu verabfolgen rc. — Die Totalsummen der Geldspenden, welche das Hilfskomitee des deutschen Vereines in Wien bis 22. d. M. zur Unterstützung verwundeter deutscher Krieger erhielt, beträgt 10.147 fl. 64 kr. Oe. W., 458 Thaler und 1 Silbergulden. — Eine heitere Gesellschaft in Hirschberg (Schlesien) hat dem schnell berühmt gewordenen Dichter des klassischen Verses: „Was kraucht da in dem Busch herum, ich glaub' es ist Napolium", nämlich dem Füsilier Kutschke vom 40. Regiment, per Postanweisung fünf Thaler als Ehrenhonorar zugesendet. — Die Hamburger freiwilligen Krankenträger sind am 16. d. in 2 Kompagnien, unter Führung des Prof. Magnursen (Maler), ausgerückt auf den Kriegsschauplatz in Frankreich. Es gehören dazu Advokaten, Lehrer, Kaufleute und intelligente Handwerker. So wird durch den unseligen Krieg die nützliche bürgerliche Thätigkeit jeder Art lahmgelegt. — Wie unwissend die Franzosen hinsichtlich der Beschaffenheit der deutschen Küsten sind, hat sich i» komischer Weise bei Swinemünde gezeigt. Das französische Geschwader kreuzte am 18. vor diesem Hafen und sandte eine Korvette mit der Blokadeerkläruug ab, als ein norddeutscher Schooner einlausen wollte. Er mußte beilegen und die Franzosen hätten volles Recht gehabt, ihn als gute Prise zu erklären, denn der Freipaß, den der Kapitän vorwies, lautete nur auf Wolgast. Der Kapitän machte indeß den Franzosen weiß, Wolgast sei eine Binnenstadt hinter Swinemünde, und so ließ man ihn ruhig ziehen. Lokal- uud Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Vierte Sitzung des krainische« Landtages am 26. August.) Abgeordneter Dr. Kluu leistet das Angelöbuiß. Die Petitionen des Pfarrers Köstl um Bewilligung eines weiteren Beitrages für die Mcirienstatue, ferner des Dienstpersonales des Zwangsarbeitshaufes um Erhöhung der Löhnungen, und des dramatischen Vereines um Erhöhung der Subvention aus dem Theatersonde werden dem Petitionsausschusse zugewiesm. Zur Verifizirung des von der Regierung eingebrachten Textes des Wasserrechtsgesetzes werben Dr. Razlag, Svetec und Pfarrer Pintar gewählt. Im Nachtrage zu diesem Gesetze verliest Dr. Wurzbach eine Zuschrift des Landesprä-sideuten, worin der Wunsch des Ackerbauministers ausgesprochen wird, in das Gesetz auch den Text des bezüglichen Reichsgesetzes aufzunehmen und einen Paragraf abzuändern. Die Präliminarien des Glavar'schen und Waisensondes werden dem Finanzausschüsse zugewiesen. Der Berichterstatter des Finanzausschusses, Dr. Bleiweis, trägt das geprüfte Präliminare des Kran-kenhansfondes und seiner Snbfonde vor und es wird dasselbe ohne Debatte genehmigt. Sodann liest Abgeordneter Deschmann den Bericht über das Präliminare des Theatersondes, dessen Ausgaben 5119 fl. gegenüber den Einnahmen mit 2050 fl. einen aus dem Landessonde zu deckenden Abgang ergeben. Die Hauplrubrik der Ausgaben beträgt 1600 fl. für das flovenische Theater, für das deutsche sind 600 fl. eingestellt. Dr. Kalteneger stellt deo Antrag, daß die Vorlage an den Finanzausschuß nochmals gewiesen werde, um mit Bezug auf die Petition des dramatischen Vereines eine bestimmte Summe zu dessen Unterstützung einzustellen. Dr. Costa hingegen beantragt, daß es dem Landesansschusse überlassen bleiben möge, mit Rücksicht auf die eingestellte Summe don 1600 fl. die Subvention für den dramatischen Verein zu bestimmen. Kromer stellt an den Landes-ausschuß die Anfrage, wie denn die Verwendung der im vorigen Jahre für flovenifche Dramatik bewilligten 1600 fl. stattgesunden habe. Ohne die Art der Verwendung einer so bedeutenden Summe zu kennen, wäre es ihm unmöglich, für selbe zu votiren. Landeshauptmann Wurzbach gibt nur im allgemeinen Aufschlüsse, meint jedoch, es sei eine arge Zumuthnng an den Lan-desausschuß und den bezüglichen Referenten, über das Detail der Verwendung Rechenschaft zu geben, es möge jeder Abgeordnete selbst die bezüglichen Rechnungen, die beim landesausschusse erliegen, einsehen. Kromer replizirt, es sei eine noch ärgere Zumuthung an einen Abgeordneten, für Summen stimmen müssen, deren Verwendung man gar nicht kennt. (Bravo rechts.) Dr. Costa meint, der Referent des Landesans-Ichufses habe die slovenischen Theatervorstellungen selbst Pflicht, und habe daselbst gewiß die Ueberzeugung gewonnen, daß die bewilligte Summe gut verwendet worden sei. Als Berichterstatter erklärt schließlich Desch-mann: Die im Vorjahre bewilligte Summe beträgt 1600 fl., von diesen seien 1100 fl. als Prämien sür slovenische Dramen bestimmt, wofür der KonkurSter--niin mit Ende Dezember abläuft. Den Rest von ^00 fl. habe der dramatische Verein erhalten. Berichterstatter habe wohl das slovenische Theater Pflicht, von der Verwendung jedoch der 500 fl. für °ie slovenische Theaterschule habe er keine Kenntniß, es sei vom Vereine selbst keine Einladung an den Landesausschuß erfolgt, um von den Leistungen dieser Schule sich selbst Ueberzeugung zu verschaffen, und unaufgefordert dies zu thun, wäre gleichsam die Aus-^ung einer Polizei gewesen. Wohl habe der LandeS-"uHchuß vor kurzem einen Bericht des dramatischen Ver« ""eg Mer die Leistungen der dramatischen Schule erhalten, und es ein Auszug daraus im Rechenschaftsberichte des ""desausschusfes enthaltender morgen zur Vertheilung gelangen werde. Defchmann befürwortet den An- Kalteneggers und wünscht die bestimmtesten Weisungen für den Landesausschuß, wie er die Summe Von 1600 fl. zu verwenden habe, indem sonst maßlose Ansprüche von solchen, die sich hiezu berechtiget glauben, an ihn gestellt würden. Uebrigens könne Dr. ^osta's Antrag gar nicht zur Abstimmung kommen, w°em schon zu Anfang der Sitzung beschlossen wurde, Petition des dramatischen Vereines dem Finanzausschuß zuzuweisen. Hierauf gelangt der Vertagungsantrag Dr. Kalteneggers zur Abstimmung und wird Verworfen. Es wird nun die Spezialdebatte über die Be-Migung von 1600 fl. für das slovenische Theater öffnet. ^ Abg. Kromer erklärt sich durch die Aufschlüsse Landeshauptmanns und des Berichterstatters durchaus nicht zufriedengestellt. Der Theaterfond sei passiv, ln dem heurigen Voranschlage des Landessondes werden Ar Deckung des Defizits 18 Perzent, also um zwei Perzent mehr als im Vorjahre an Landesumlagen betragt, obgleich die Einnahmen des Landesfonds durch die j "/dessen der erhaltenen Entschädigungssumme für den "^Merirten Provinzialfond mindestens 20.000 fl betragen, als im Vorjahre. Wenn man so fort-""Nhschaftet, werden wir im nächsten Jahre 20 Per-oent Umlage haben. Man müsse den Blutpfennig er Steuerträger schonen! Ins Blaue könne man solche ummen nicht votiren, auch wolle er für einen ge-yeinixli Dispositionsfond des Landcsausschuffcs nicht I lninien. (Lebhafte Zustimmung der rechten Seite.) . Berichterstatter Deschmann erwähnt, daß er Finanzausschüsse blos 600 fl. für den slovenischen ^uiatischen Verein beantragt habe, da gar kein Grund eine größere Summe zu bewilligen als im orjahre; über die Verwendung der weiteren 1000 fl. seien keine bestimmten Anträge gestellt worden. Er könne daher als Abgeordneter für die Summe- von 1600 fl. nicht stimmen. - Hierauf folgt die Abstimmung über die Summe von 1600 fl. für das slovenische Theater mittelst Aufstehen. Die liberale Partei bleibt sitzen, auch einige ländliche Abgeordnete erheben sich nicht. Wurzbach meint, der Antrag sei angenommen, Kromer bestreitet dies. Es wird zur namentlichen Abstimmung geschritten, 20 stimmen dafür, darunter auch solche, die früher sitzen geblieben sind; Dechant Tom an enthält sich der Abstimmung, 12 stimmen mit Nein, Landeshauptmann Wurzbach motivirt seine Abstimmung (nein) mit Ersparungsrücksichten. Hierauf wird die Spezialdebatte über die Subvention von 600 fl. für das deutsche Theater eröffnet. Dr. Bleiweis spricht seine Verwunderung darüber aus, wie Dr. Klun bei dem slovenischen Theater mit „Nein" stimmen konnte, da er doch im Jahre 1848 Komödiant war, und in einem slovenischen Lustspiele auf dem Laibacher Theater unter lebhaftem Applaus aufgetreten ist. (Rufe rechts: Keine Persönlichkeiten! Galerie: Dobro.) Wenn übrigens Kromer stets von Ersparungen spricht, so möge er jetzt gegen die Verwendung von 600 fl. ebenfalls protestiren. (Dobro.) Für das deutsche Theater habe man jederzeit bereitwillig bedeutende Summen votirt: rlä ra^'o-10m (jerwLnillö ^loriam. Dr. Klun protestirt gegen die Ausartung der Debatte in Persönlichkeiten, übrigens sei er noch jetzt stolz darauf, auf dem Theater in Laibach im Jahre 1848 zu einem wohlthätigen Zweck gespielt und mittelst der slovenischen Sprache den von Dr. Bleiweis zugestandenen Beifall des Publikums sich errungen zu haben; auch jetzt liebe er noch seine Muttersprache (Bravo rechts), er sei der nämliche Krainer, der er im Jahre 1848 gewesen, das gleiche jedoch könne er von den Herren auf jener Seite des Hauses nicht behaupten, deren Programm damals ganz anders gelautet habe, als heutzutage. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Kromer: Er sei auch beim deutschen Theater für die größte Oekonomie. Was nützlich verwendet wird, sei gut verwendet. Es gibt nun keine Landeshauptstadt in Oesterreich, die nicht ein Theater besäße. Von den 600 fl. wisse man wohl, wozu sie bewilliget würden, von der Art der Verwendung der 1600 fl. jedoch weiß man nichts. Dr. Kaltenegger bemerkt, daß das Erträge niß der Theaterfondslogen in den Präliminarien nicht eingestellt sei, daher er für die 600 fl. nicht stimmen könne. Dr. Supp an frägt den Landeshauptmann, ob wirklich die 600 fl. dem jetzigen Thealerunternehmer kontraktlich schon zugesichert seien, falls dies der Fall sei, werde er dafür stimmen. Landeshauptmann bejaht das und bemerkt, daß nur dadurch der Bestand des Theaters ermöglicht wurde. Uebrigens eröffne die Theatersaison den Laibacher Bürgern manches Verdienst, das meist aus der Tasche der Vermöglichen fließt. Defchmann (als Berichterstatter.) Ohne die dem jetzigen Thealerunternehmer zugesicherten 600 fl. hätte man kein Theater gehabt. Jene Summe ist keineswegs für das deutsche Theater, sie ist eine Entschädigung für den Entgang dreier Abende in jedem Monate, darunter zweier Sonntagsabende, an denen der flov. dramatische Verein spielt; also auch diese Summe ist eigentlich dem flov. Theater gewidmet. Das sogenannte deutsche Theater verursacht den Steuerträgern keine Lasten indem es vorzugsweise aus dem Erträgnisse der Theaterfondslogen dotirt ist. Wenn nun kein Theater zu Stande kommt, so ist auch das Erträgniß der Logen gleich Null. Uebrigens snbventionirt man nicht ein spezifisch deutsches Theater, sondern ein solches Theater, wie es unter den gegebenen Verhältnissen und bei den Anforderungen des gebildeten Publikums in Laibach derzeit nur möglich ist. Also nicht g,ä wa-M6w ükrwiuiiLg Aloi'iain werde das Theater erhalten, indem das Theaterkomitee im Falle des Nichtzustandekommens des deutschen Theaters die Absicht hatte, zeitweise eine italienische Operngesellschaft zu enga-giren, daher man ihm dann den Vorwurf hätte machen können, es handele sä w^orsm Italic ZIvriLw. Außerdem hätte ja der slovenische dramatische Verein selbst das Theater übernehmen können, man hätte es ihm, falls er die gehörige Garantie geboten hätte, gewiß mit Vergnügen überlassen, und das Theaterkomitee wäre nicht bemlissiget gewesen, Beiträge zur Subvention des Theaters bei den Theaterfreunden zu sammeln. Bei der hierauf erfolgten Abstimmung werden die 600 fl. für das deutsche Theater einstimmig angenommen. Zu Beginn der Sitzung fand auch die Agnos-zirnng der Wahl des Landespräsidenten Conrad ohne Debatte statt. Schluß der Sitzung 12'/, Uhr. Nächste Sitzung morgen Samstag um 11 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen unter ändern auch das Dr. Bleiweis'sche Sprachenzwangsgesetz, die Gründung der slovenischen Universität, die Abänderungen der Landtagswahlordnung, die Präliminarien des Landessondes und des Zwangsarbeitshauses. — (Kleine Züge aus dem Landtage.) Als Herr Defchmann in der zweiten Landtagssitzung den Antrag auf Zurückweisung des Oberlaibacher Wahlaktes an den Ausschuß stellte, antwortete der Berichterstatter Dr. Costa dem verständnißinnig ihm zulächelnden einzigen Landtagsfeudalen Grafen Barbo mit jener Pantomime, welche unter dem Namen des „Feigenzeigens" ziemlich bekannt ist. Nachdem bereits die „Triester Zeitung" diese interessante Thatsache verzeichnte, stellte an dieselbe eine von Triest an uns gelangte Korrespondenzkarte die nicht unpassende Anfrage, ob Dr. Costa, nachdem er sich als Meister volksthüm-licher Pantomimik erwiesen, nicht auch nächstens zur Abwechslung sich geneigt zeigen möchte, seine „herrliche Zunge" zu zeigen? U. A. W. G. — Auch Pfarrer Tavca r darf als Mimiker auf Beachtung Anspruch machen. Bei der Abstimmung über die Gehaltserhöhung des Musealkustos, wobei mit Sitzenbleiben für, mit Aufstehen gegen die Bewilligung gestimmt wurde, blieb der neben Pfarrer Tavcar sitzende Dechant Torna n sitzen, ob aus natürlicher Bequemlichkeitsliebe oder aus Neigung für den Mufealknstos, bleibe dahingestellt, da warf der bereits aufgestandene Pfarrer Taucar, als der Präsident bereits zu zählen anfing, dem indolenten Amtsbruder einen furchtbaren Blick zu, den er mit einer deutlichen Armbewegung unterstützte, was auch den gewünschten Erfolg hatte. — (Theaternachricht.) Herr Direktor Lafontaine trifft die umfassendsten Vorbereitungen, die nächste Theater-Saison zu einer recht angenehmen zu gestalten, unser Musentempel wird „in Stand gesetzt," nothwendige Vorarbeiten zur Jnszenirung neuer Opern, wie „Prophet," „Romeo und Julie" rc., werden bereits jetzt vorgenommen. Ein Blick auf die Photogra-fien der engagirten Mitglieder verspricht auch in dieser Beziehung des Interessantesten zur Genüge. Mit 1. k. M. beginnen schon die Abonnementsvormerkungen. — (Unglück s sall.) Der Gemeindevorsteher von Hotederschitz, Bezirk Loitsch, Mathias Gabrouscheg, ging am 14. d. AbendS von einer Gasterei in guter Laune aus seine gewöhnliche Schlafstelle ober dem Viehstalle ins Heu schlafen, wurde jedoch am ändern Morgen unterhalb des Futterloches, das zufällig die Nacht offen geblieben war, mit dem Gesichte auf dem Boden liegend todt ausgefunden. Er war während der in Folge des Sturzes durch eine Stirnverletzung eingetretenen Betäubung im Gesträu erstickt. — (Elementarschäden.) Der Bezirk Gnrk-seld wurde letzter Zeit wiederholt von Hagelschäden und in Folge der starken Regen s üsse eingetretener Ueber-schwemmung heimgesucht, so daß die Bezirkshauptmannschaft um Nachlaß der Stenern für eine Reihe von Ortschaften eingeschritten ist, weil die Ernte an Feld-srüchten sowohl als die Weinfechsung stellenweise zur Hälfte vernichtet wurden. So verwüstete z. B. am 15. ein Hagelwetter die Ortschaften Ober- und Untersaven-stein, Pußa, Hubainca und Bründel; am 18. ebenfalls der Hagel die Ortschasten Golek, Dule, Osredek, Treälauc, Stadtberg, Zadovinek, Zainars und Creteö; endlich trat in Folge der andauernden Regengüsse am 21. d. M. der Gurkfluß aus und überschwemmte die Necker und Wiesen von Merschetschendorf, Samesko, Hrova^kibrod, Ei^tibreg und äucjamlaka, so daß deren Besitzer keine Ernte zu hoffen haben. — (Die heute hier eingetroffenen Nachrichten aus Prag) über den vollkommenen Sieg der böhmischen Feudalen in der Gruppe des Großgrundbesitzes habeu den fantastischen Hoffnungen unserer Nationalen neue Nahrung gegeben, was auch auf die Abfassung der Adresse des krainischen Landtages von wesentlichem Einflüsse sein dürfte. Eingesendet. Seitdem Seine Heiligkeit der Papst durch den Gebrauch der delikaten Ii6V3,l68oiöi'6 «Iu glücklich wieder hergestellt und viele Aerzte und Hospitäler die Wirkung derselben anerkannt, wird niemand mehr die Heilkraft dieser köstlichen Heilnahrung bezweifeln und führen wir die folgenden Krankheiten an, die sie ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aufsteigen, Ohrenbransen, Uebelkeit nnv Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Bröhan, — Nahrhafter als Fleisch, erspart die L6Vttl68oi6ie bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Zertif. Nr. 73 416. Fasen in Steiermark, Post Pirkfeld, 19. Dez. 1869. Mit Vergnügen nnd pflichtgemäß bestätige ist die giiu stige Wirkung der Revaleseiöro. Dieses vortreffliche Mittel har mich von entsetzlichen Athembeschwerden, beschwerlichem Husten, Blähhals und Magenkrämpfen, woran ich lange gelitten, befreit. Vinzenz Steiner, Pens. Pfarrer. In Blechbüchsen von ^ Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — liövrüöseiöre Odoeol^ö in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfumeur; iu Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensnrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer,Grablowitz; in Marburg F.Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klause n-burg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Angekommene Fremde. Am 26. August. Berktc, Handel«m , Sissek.— Miczuda, Beamte, Wien. — Pogacuig, Podnard, - Nott, k. k. Major, Triest. — Mihailovic, Agram. — Ritter v. Hübl, k. k. General, Graz. — Nessel, k. k. Oberlicutcnant, Graz, — Geiger, Handels»!, Krainburg. — Einhalter, Triefail. — Denlsch, Kfm., Pest. — Müller, Handelsreis., Wie». — Wilher, Privat, Sl. Peter. — Edelbauer, Obcrbnrg TVil«-!!,. Fischer, Wien. — Tahaner, Kfm, Siffek. — Lebsenz, Getrcidehäiidlcr, Sisfck. — Naglic, Kfm., Lack. Verstorbene. Den 25. August. Jakob Lenarcic, D.-N.-O.-Pfründner, alt 78 Jahre, iu der Gradischavorstadt Nr. 44 an Erschöpfung der Kräfte.__________________________________ Witterung. Laibach, 26. August. Nachts starke Gliffe. Vorm. theilweife gelichtet. Wärme: Morgens 6 Uhr 10.0°, Nachmittags 2 Uhr -s- 15.2" (1869 -s-17.20; 1868 -j- 16.0°). Barometer stationär 322.96'". Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 13.0", um 1.8° nnter dem Normale. Gestriger Niederfchlag 3 24'". Geventtasel über die am 2 7. August 1870 statlfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Gerkmaun'fche Real., lÄodic, BG. Stein. — 3. Feilb., Nik'sche Real., Stockendorf, BG. Tschernemdl. — 2. Feilb., Janc'sche Real., Piavce, BG. Naffenfuß — 1. Feilb., Tekovc'fche Real., Zola, 1500 fl., BG. Laas. — 3. Feilb., Sterbeuc'sche Real., Denlfchau, BG. Tscheruembl. — 1. Feilb., Tekavc'sche Real., Großosolnik, 1817 fl., BG. Großlaschitz. — 3. Feilb., Bahar'sche Real., BG. Laibach. — 2. Feilb., Marolt'sche Real., Homec BG. Stein. — 2 Feilb., Stre-zek'che Real., BG. Laibach. — 3. Feilb., Brodnik'sche Real., Großosolnik, BG. Großlaschitz Telegramme. (O r i g.-Te le g r. des „Laib ach er Tag bl." Paris, Stt. Äugust. ^Offiziell: Preußische Kavallerie besetzte Doulevaut, Streis-patrouillen erschiene» bei Brienne (südlich von Bar-le-duc, zwischen der Marne und Aube). Toul vertheidi«,t sich heroisch, zwei Bataillone Mobilqarde machten einen Ausfall und brachten dem Feinde schwere Verluste bei. Das Bombardement machte nur LZ Mann kampfunfähig. Die Bevölkerung (Umge gend von Stenay) leistet dem Feinde Widerstand. Prag, 25. August. Bei den LandtagSwahlcn des fideikvmiiiifsarianschcu Großgrundbesitzes siegten die Feudalen; auch das Wahlrcsnltat des nicht fidei-kommissarischen Großgrundbesitzes scheint den Feudalen günstig. Berlin, 25. August. Aus einem heutigen offiziellen Telegramm von Bar-lc-Duc mit der Unterschrift Podbielöki wird gefolgert, daß das königliche Hauptquartier sich der vormarschüenden Armee des Kronprinzen angeschlossen hat. Paris, 25. August. „Figaro" meldet: Die Preußen wurden zwischen Berdun und Chalons geschlagen; die Bevölkerung unter Leitung von Genieoffizieren behindert den feindlichen Bormarsch. Karlsruhe, 25. August. Vierundzwanzigstün-dige Beschießung Straßburgs. FestungStheile abgebrannt, in Kehl gleichfalls zahlreiche Häuserbrände. Brüssel, 25. August In der Kammer erklärte der Minister des Aenßern: Da Frankreich den Ver-wundetentranöport durch Belgien als Neutralitäts-Verletzung erklärte, versagte Belgien die deutscherseits hierwegen angesuchtc Autorisation. Erste regelmäfjifte Kenei'sI-Vei-ssmmIung der Krainischen Industrie - Ge sellschüft ail, 2tt. L87« Abends 5 Uhr, im Direktious Bureau der Gesellschaft. Ke«vn8täi»l6 «ter Veiluiiulliinx: ») Bericht über die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres, b) Prüfung der Jahresrechnnng. Verwendung des Geschäfts-Erträgnisses. ,1) Antrag des Verwaltuugsrathes bezüglich der im Portefeuille besiudlichen Aktien der Gesellschaft. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht auszu-iibeu beabsichtigen, werden im Sinne des Z 10 der Statuten ersucht, ihre Aktien bis 10. September bei der Gesell-schaftskasse zu deponiren und die Legitimations-Karten daselbst zu beheben. (331—1) Der Obmann des Berwaltungsrathes. Im Sparkasse-Gebäude, zweiten Stocke, > ist eine 86KÜN6 WvtlNUNg, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Speisekammer, Keller, Holzlege und Dachkammer, zu Michaeli zu vermiethen. Näheres erfährt man beim Hausmeister. Epileptische Krämpfe (Fallsttcht) (16-136) > Keilt brieflich der Speziiilarjt für Epilepsie Doktor in Äcrlin, jetzt: Louifenslrabe 45. — Bereits über Hundert geheilt. Ilsbsrsickts-Harten des deutsch-frlmMschen Kriegsschauplatzes. Borrathig und durch I«,,. v. »«»>. n « 8 Buchhandlung iu Laibach zu be- ziehen : GroHe UebersichtS-Karte, von Handtke, 4 Blatt, 2 fl. 20 kr. Der deutsch-frauzös. Kriegsschauplatz, von Müller, 30 kr. Spezial-Karte von Mittel - Europa, von Raab, aufgezogen 5 fl. 30 kr. Uebcrsichts-Karte von Deutschland, von Groß, 2 fl. 70 kr. Flemiuing's Karte vom deutsch - französ. Kriegsschauplatz, neue Ausgabe, kolor., 70kr. Reymann'S topografische Spezialkarte vom Kriegsschauplatz, 7 Blätter 10 fl. DE" Einzelne Sektionen das Blatt zu 70 kr. "WE Handtke, Karte der -Ost- und Nordsee, nebst den hauptfächlichsten Hafeuplätzeu, 70 kr. Hermann, neueste Cisenbahnkarte, von Mittel-Europa, 50 kr. Spezial - Karte der westdeutschen Grenzländer, von A. Meyer, kolor., 1 fl. Der deutsch - französische Krieg, chronologische Hleliersicht der Aktenstücke etc., politische und strategische Berichte über die Isührung des Krieges. Mt "Uortraits, Übersichtskarten, Schlachtenbildern, etc. Erscheint nach den Ereignissen in Lieferungen zum Preis L 18 kr. Abonnement aus alle erscheinenden Erste öffentliche höhere HaitdelslelMtistalt i» Wien. >*> «88^ :rs. ZE" Die absolvirteu Hörer genießen die Begünstigung des einjährigen Frciwilligendienstcs in der k. k. Armee, ohne sich der Freiwilligeuprüsung unterziehen zu mtts-^ seu. Einschreibungen finden vom 26. September an statt. Der Unterricht beginnt Anfangs Oktober. Am 2. Oktober beginnt ein Borbereitnngskursus für den praktischen Eisenbahn- und Telegrasendienst. Jahresberichte durch die Direktion und jede Buchhandlung. (316—4) __________________________»I Direktor. Wiener Börse vom 25. August. Ltsstskoscko. «Selb Ware Hperc. österr. Wäbr. . — dto. Rente, öst.Pav. 65.70 55.90 dto. dto. öst.inSilb. ^ 65.— 65.L0 'ose von 1854 . . /9.— 79.50 Lole von 18»!0, ganze 9».50 »0.75 !!oke von 1860, Fünft., 9S.2S 99.50 Urämiensch. v. 1SS4 . 112.75 1IS.2Z Steiermark ;uSvCt.j — iiärnten, Kra»n n. Küstenland 5 „ —.—^ —.— angarn . . zuö „ 75.75 76.25 Sroat. u. Slav.5 „ ^ 70.—^ so.— Siebenbürg. » 5 „ i 78.50 74.— Lottoa. Kationalbank . . . 635.— 687-"' Lredit-Nstall . . .-»48.50,49.- 1!. v. EScompte-Ges. 8L0.— 836. Lnglo-österr. Lank . srs.50 S24 — Oest. Bodencred.»A. . — O-ft Hvpoth.-Bank . 75.— Kteier. EScompt.-Bk. —.— Kais. F-rd.-Nordb. . 1980 Südbahn-Sefellsch. . 195.-Sais. Elisabeth-Bahn, so?.— Larl-Lubwig-Bahn L37.50 Siebend. Eisenbahn . I6».5V Lais. Fran,-3osefSb.. r»l.— Aünft.-Barcscr E.-B. «lsüld-Fium. Bahn . ist.— I?tÄvkidrtsk». Kation. S.W. verloSb. 9t.— illlg. Bob.-Lrebitanst. 87.— Lllg.öst.Bod.-Credit. 105.— dto. in sao.rückz. .1 87.— Geld Ware Oest. Hypoth.-Banl^ , ?r1orttLts-0dIt8'. Südb.-Gel. zuLvoffr. iis.50 114.— dto. BonS8vCt. —.— — Nordb. (100 sl. LM.) 9i.5u SS.— Sieb.-B.Mofl.ö.W.) 86.— 81.— RndoIs«b.(Sg»fl.ö.W.) 90.— 90.50 ikranz-Jos.^Ottsl.S.) S1.L5 91.75 I-oso. Credit loo fl. ö. W. . I5r.— I5S 50 Don.-Dampssch.-Ges. ,u I0ü st. CM. . ^ 85.—! 90.— Tricster 100 st. CM. .110.— ILO.— dto. 5»sl. ö.W. Osener . 40 fl. ö.W.j 26__ »0.- 1985 195.5« 207.5« 238.— ISS — 181.50 151.50 88.— 105.50 88.- Salm . . 40 Palffy . . 4« „ C!lary . „ 40 „ St. GenoiS„ 40 „ Windischgrätz L0 ^ Waldstem . 80 „ Keglevich . 10 Rudolfsstift. 10 ö.W. 1VooL»vL(3Mou.) AugSb. 100 fl. südd.W. Krankf.ioofl. ^ London 10 Pf. Sterl. Paris 100 Francs . AÜQLS». Kais. Müuz-Ducaten. LO-FrancSstück. . . BereinSthaler . . . Silber . . . . 34.- 85.— 32.— 13.- 105.— 105.50 125.75 49.30 5.97 10.04 1.86 123.50 30.— 37.- 30.— 36.— 15.- 105.50 106.- 125.S.^ 49.?^ 5.9S 10.0S 1.87 124.^ Telegrafischer Wechselkurs vom 26. August. 5perz. Rente österr. Papier 55.50. — 5perz. Rente Ssterr. Silber 64.60. — 1860er Staatsanlehen 91.- . ^ Bankaktien 685. — Kreditaktien 246.75. — London 125.75. — Silber 124.—. — K. k. Münz-Dukaten 5.95. — Na-poleonsd'or 10.03'/,o Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottouiar Namberg. Druck von Jgu. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach.