Hevm Jg«az Staudinger, Lederer. Ein Monat . 40 kr. Vierteljährig 1 fl. 20 ^ Halbjährig 2 „ 40 „ Ganzjährig 4 „ L0 „ Mit ^ P»ft»trst»d>»g. Ein Movat . 50 kr. Drerteljährig 1 „ 50 „ Halbjährig. S „ — „ Ganzjährig. « „ — „ jvv««erStchs de« S. B««i Die viermal gespal-tene Druckzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 5, bei zweimaliger mit ö. bei dreimaliger mit 10 Kreuzern berechnet. Erscheint jeden Sonntag und Donnerstag in je Einem halben Bogen > (die Beilagen ungerechnet). RS««. Gilli. 2. Juni. In der aestrigen Sitzung des hiesigen Gemeindeausschuhes referirte Herr Staatsamvalt Dr. Muley als Berichterstatter des zur Revision der Armenrathsstatuten vor geraumer Zeit zusammengesetzten Comit^'s über die Arbeiten des Letzteren. Das Comit^ beantragte die Abänderung der ß. 10 und 11. der obgenann-ten StMten in dem Sinne der gegenseitigen Kontrolle der Armenrathsmitglicder, wie dies von Dr. Mörtl angeregt »vorden war, welcher Wtrag auch zum Beschluße erhoben wurde. Darauf kam die Krage der Neuconstituirung des Armen-raths an die Tagesordnung, da mehrere Mitglieder derselbm in Folge der Mörtl'schen Motive, die sie als ein ihnen gebrachtes Mißtrauensvotum auffassen zu müssen glaubten, ihre Entlassung einreichten und die statutenmässig vorgeschriebenen 2 Monate, durch welche sie noch im Amte zu bleiben hatte«, am 13. d. M. zu Ende gehen. Die Partei des Armenraths machte bei dieser Ge-legenheit einen abermahlwen Anlauf, um vom Gem^ndeausschuste Art ÄndemnttätSbill für ihr Verhalten im Gegensatz zu der gegen dieselbe ftüher geübte Kritik zu erwii^en ; man sprach von Jnvectiven, die widerrufen, von angethanen Beleidigungen, die gut zu machen wären ; schließlich wurden aber die Motive des Herrn Dr. Muley angenommen, welche in der genugthuenden Erklärung der Versammlung bestand, „es sei ihres Er« achtens bei der damaligen Debatte zwar mit Heftigkeit vorgegangen, ein directer Anwurf jedoch aegen den Armenrath nicht bemerkt worden," welche Motive allgemein angenommen wurden. Eben so wurde auch beschlossen, die abgedankten Herren Armenräthe, darunter auch den Herrn Stadtpsarr-vicar und beziehungsweise den hochwürdigen Herrn Abt zu ersuchen, im Amte zu verbleiben. Herr Dr. Koöevar beharrte jedoch auf der Erklärung seines Rücktrittes, da er sich ohne den definitiv ausgetretenen Herrn Wo kann von dem neuzu-schaffenden Armenrath kein Heil verspreche; Herr Dr. Neckermann dagegen ließ sich bewegen, zu bleiben. Anstatt der Herr» Dr. Koöevar und Wokaun wurden die Herren Laßnig und Ho-stonßky aus dem AuMuße gewählt, während die Neuwahl der vom Ärmenrathe selbst zu wählenden Mitglieder einer vom Herrn Bürgermeister einzuberufenden Plenarversammlung des Armenvereines überlassen bleibt. Darauf referirte Herr Dr. Neckermann als Berichterstatter des<^undebesteuerungscomit^'s über die Beschlüsse desselben. Die Commune Eilli hatte nämlich vor geraumer Zeit den lobens-werthen Beschluß gefaßt, die Hunde zu besteuern und m der Ausarbeitung eines SteuergesetzeS das erwähnte Comit^ niedergesetzt. Dies in seiner Majorität hundefeindliche, dafür aber um so mehr menschen- und gemeindefreundliche i^omite erklärt nun den Hunden den finanziellen Krieg, indem es jedes dieser vierfllßigen Subjecte ohne Unterschied des Alters, Standes und Geschlechtes mit einer Auflage von 2 fl. belegt; Ausnahmen werden keine geduldet, selbst nicht bei den Fleischer-Hunden, da sonst „diese bissigsten und ungeschul-testen aller Hunde, welche ihren Herren fast gar nichts kosten",''' zu sehr überhand nelMen würden und es durchaus nicht schaden wird, wenn einer oder der andere Herr Fleischhauer seinen Hundestand herabsetzt; doch gab es bei diesem Puncte eine Spaltung des Comitv's in einen Majoritäts- * Zur größeren Verdeutlichung der Anführungszeichen bemerke ich, daß nicht der Referent, sondern das Co-mite dies spricht. Der Referent. und Minoritätsantrag, welcher letztere für die Jagdhunde die Steuerfreiheit beantragte. Das ziemlich detaillirte Elaborat des Comitö's, welches den Steuerpatenten von Graz und Klagenfurt nachgemacht ist, wird in der nächsttn Sitzung in Berathung kommen. Darauf referirte das zur Prüfung des^Wo-kaun'schen Rechnungen niedergesetzte Comitö. Da einzelne Puncte derselben als noch nicht allseitig geprüft erkannt wurden, konnte diese Angelegen-heit nicht zu Ende geführt werden und ging in die Hände des Comits's zur nochmaligen, aber für diesmal endgiltigen Erledigung zurück. Zum Schluße der Sitzung ereignete sich noch ein eigenthümlicher Zlvischensall. Es gelangte nämlich eine Zuschrift der hiesigen k. k. Gymna-sialdirection an den Gemeindeansschuß zur Vorlesung, in lvelcher um Bewilligung von 100 fl. zur Anschaffung eines plWsiologischen Mikroskopes für das physikaWe und Naturaliencabine^ des Gymnasiums angesucht wird. Der phl)sikalische Unterricht, ohne alle materielle Subvention von Oben, ist nämlich bezüglich der Lehrmittel auf diesen Weg angewiesen. Bei der Erörterung dieses Gesuches trat nun ein eminenter Sparsam-keitssinn des Gemeindeausschusses an den Tag, dem gemäß die Anschaffung des oberlvähnten Instrumentes zwar belvilligt wurde, aber nicht für das Cabinet des Gymnasiums, sondern für das liiesige - Bürgerspital, welches dasselbe dem Gymnasium zu entlehnen hätte. Bei dieser Gelegenheit wurde zugleich auf die allernaivste Weise die Frage gestellt, ob die dem Direktor im Gymnasialgebäude eingeräumte Wohnung nicht zum Zwecke der Subvention des physikalischen Eabinets fruchtbringend gemacht werden könnte, zu welchem Zwecke auch ein eigenes Comit^ niedergesetzt wurde. Ein Verbrechen aus verschmähter Liebe (Schlußverhandlung wider Blas B. wegen Verbrechens der Brandlegung, abgeführt am 10. Mai 1862 vor dem k. k. Kreisgerichte Cilli.) (Fortsetzung.) Die Zeugen Matthäus Katzian und Josef Lettonia erzählen gleichfalls, daß daS Feuer nur für ein in böser Abficht angelegtes gehalten werden müße. Lettonia sagt, daß der Angeklagte ihm eines Sonntags vor zwei Jahren einen slo-venisch geschriebenen Brief gebracht und übergeben, aber kein Wort gesprochen und sich gleich entfernt habe. Die Juliana Koschutta sei damals beim Bauer Osseujak bedienstet und er - Zeuge - zu jener Zeit Gemeindevorsteher gewesen. Im Briefe hieß es: Er - Lettonia - solle sorgen, die Juliana vom Ossenjak »veg zu bringen, sonst würde dieser, das Aanze Dorf und auch der Gemeindevorstand unglücklich werden. - Der Bauer Ossenjak hiedurch besorgt, habe die Juliana Koschutta in der That sogleich aus seinem Hause entfernt. Die hierauf vernommenen Zeugen LukaS Krischovetz, Alois Kosenburger und Franz Saga- din sagen übereinstimmend aus. daß sie 8 Tage vor dem Brande im Wirthshause des Urban N. zu Skorba mit dem Angeklagten zusammengetroffen seien und das Gespräch nach Anderem auf die Juliana Koschutta gekommen sei. Der Angeklagte erzählte, daß Juliana früher seine Geliebtt gewesen sei, ihn aber jetzt nicht mehr haben wolle. Diesen Worten ließ er dann die Drohung folgen: aber sie muß mich wollen, sonst werde ich sie erschießen oder umbringen und wenn ich dieß nicht thue, lverde ich es bewirken, daß derjenige, welcher ihr Unterstand gibt, um sein Obdach kommen wir!). Ueber die Beschwichtiqungen der drei Männer, daß er doch nichts schlechtes thun und bedenken solle, daß sie auch in der Nähe wohnen, habe Blas B. entgegnet: was ich gesagt babe. geschieht. Die Hausleute des Angeklagten. Peter. Lorenz und Katharina Jerenko geben an, daß der Angeklagte in der Brandnacht um 4 Uhr nach Hause kam, an der Hausthüre klopfte, sich nach erhalte-nem Einlaße sogleich im Zimmer niederlegte, kein Wort sprach und keinen Rausch zeigte. Zur Arühstückzeit sei der Fleischer Blas Megliöer ge-kommen, habe vom Brande und auch von dem Gerüchte gesprochen, welches den Blas B. als den Brandleger beschuldige. Beim Frühstücke, an welchem Blas B. Theil nahm, erwähnte Lorenz Jerenko gegen denselben, daß ihn die Leute als den Brandleger verdächtigen, erhielt aber hierauf keine Antwort. Als jedoch dann der Fleischer Megliöer die Bemerkung machte, daß derstnige welcher dieses Unglück anrichtete, das Auge Gottes nicht schauen werde, war Blas B. ! sichtlich erschreckt, wurde ganz blaß, legte seinen ! Löffel bei Seite und lvollte nichts mehr essen, j Peter Jerenko erzählt ferner, daß der Angeklagte ! ihm öfter von seiner Geliebten Juliana erwähnt ' und auch mitgetheilt habe, daß er sie gerne haben I möchte, allein sie »volle ihn nicht. Einige Zeit ^vor dem Brande habe er wieder hievon gesprochen >und dabei die Worte fallen gelassen: er werde etwas thun, was nicht gut sein werde. Zeuge Zakob Kampel sagt aus. daß er in der Nacht, als es in Gelldorf brannte, ungefähr um 3 Uhr von Windischdorf nach Haidin gegan-gen sei und eben von der Strasse aus in die -iö. Von der Save, Ende Mai. Sie forderten mich auf, über die Thätigkeit der Ge-meindevertretungen unseres Bezirkes Ihrem Blatte Nachrichten zukommen zu lassen. Vorderhand kann ich Ihrem Wunsche nicht nachkommen. Unser Communalwesen liegt nämlich sehr im Argen. Die constitutionellen Vertreter der Landgemeinden lieben Sitzungen bei einem Glase Wein und lassen unseren lieben Herrgott für das Communal-wohl sorgen. Wenig Steuern zahlen und dabei die zwar bescheidenen Bedürfnisse, unter welchen der Wein die Hauptrolle spielt, gedeckt zu wissen, ist unserer Bauern politisches Glaubensbetenntnip. Um das Uebrige kümmern sie sich blutwenig; daher deren Indolenz für alles Gemeinnützige, deS-halb auch die Unmöglichkeit, Ihnen über die au-tonomen Landgemeinden an der Save Auferbau-iiches zu melden. Wundern Sie sich jedoch nicht darüber. Hat ja selbst das altberülMte P et tau einen Gemeindeausschuß, der mit seinen Beschlüssen Versteckens spielt, der sich unjzemein genirt, uns Landgemeinden mit gutem Beispiele voranzugehen und durch Veröffentlichung seiner wichtigeren Beschlußfassungen zu zeigen, daß er das Wesen der freien Gemeinde und die Bedeutung der Oeffent-lichkeit verstehe. Da so weise Herrn, wie es die Gemeinderäthe von Pettau jedenfalls sind, sich in Schweigen hüllen, wenn sie der Oeffent-lichteit ein Zugeständniß machen sollen, so darf es Sie nicht Wunder nehmen, wenn es über die Ge-meinden an der Save auch nichts zu referiren gibt. Vielleicht wird es in Einem halben Jahrhundert besser werden; dann werden Sie auch Communal-berichte „von der Save" in Ihrem Blatte veröffentlichen können. -sr. Zauttdrunn bei Noliitsch, 31. Mai. Der herrliche Frühling lockt von nah und fern sowol)l Leidende als Naturfreunde zu uns. Die erste Fremdenliste ist bereits erschienen und zählt bis heute 160 Enrgäste; die zweite Liste erscheint morgen. Die Musikkapelle ist heute hier angekommen und spielt täglich von 6 bis 9 Uhr Morgens und von 6 bis Abends. Wir gewärtigen, daß der hierorts wohlbekannre Kapellmeister Albert Hohl uns mit seiner gut einge-schnlten Kapelle wie in den letzten Jahren manchen musikalischen Genuß bereiten wird. Die Anlagen unseres Curortes strotzen im herrlichsten Gegend, wo es brannte, hinsah, als der Angeklagte aus der Richtung; von Gelldorf auf der Strasse daher kam. Dieser habe nun erzählt^ daß er sich Abends angetrunken, dann nach St. Johann vergangen habe uud jetzt über Gelldorf zurückkomme. Die Frage, wo es brenne, ob am Ende der Ortschaft, habe ihm der Angeklagte damit beantwortet, daß das Feuer beiläufig in der Mitte der Ortschaft sei. Zeuge sei sodann eine Strecke mit dem Angeklagten auf der Strasse weiter gegangen, bis sich dieser plötzlich über die Felder abseits unter der Vorgabe entfernte, daß er nun nach Hause gehe. Die Beschädigten bestätigen über Anfrage des Vorsitzeilden, daß die Brandstellen wirklich ungefähr in der Mitte von Gelldorf liegen. Gregor Paveu bezeugt, daß er mit dem Angeklagten am 2-^. Dezember 1861 beim Zigeu-nerwirth in H^iidin, später auch beim Zapp in Skorba und der Angeklagte, als sie sich aus dem letztgenannten Witthshause gegen Mitternacht entfernten, etwas betrunken gewesen sei. Wohin sich der Angeklagte nach ihrer Trennung begab, weiß Zeuge nicht zu sagen. Er ettählt weiter, daß er am 23. Dezember 1861 Vormittags in den Rosoglioverschlelß des de in Pettau gekommen und daselbst wieder den Angeklagten gettof-fen habe. Das Gespräch habe alsbald auf den Brand in Gelldorf geführt und hiebei habe der Angeklagte selbst envähnt, daß die Leute ihn als Grün und ein farbenprächtiger Blumenflor schmückt dieselben. Die Wege werde« bei strengster Auf-ficht in so gutem Stande erhaltm, daß nach je-dem wenn auch noch so heftigem Regen der zarteste Damenfuß auf denselben zu promeniren sich nicht scheuen darf. AlleS läßt eine starke Saison hoffen. Windischgraz, 2. Juni. Mehrere Herrn und Damen, auch Sänger wollen von hier eine Lustfahrt auf der Drau unternehmen, um dem Marburger Sängerfeste zu Pfingsten beizu-wohnen. Das vom Herrn Ingenieur Lindner arrangirte Schiff geht Samstag den 7. Juni Nachmittags gegen 2 Uhr von Unterdraubura ab und dürfte gegen 6 Uhr Abends in Marburg landen. -- R. V. TarviS, Ende Mai. Erlauben Sie, daß ich Ihrem auch in Kärnten gelesenen Blatte Einiges über den Empfang des Regimentes Pro-haska in dessen Heimat mittheile. Bon der Grenze Kärntens an glich der Marsch desselben einem wahren Triumphzug. In dem Grenzorte Pontafel war ein schöner Triumphbogen errichtet und von da an weiter wurden wir in jeder Ort-fchast mit Pöllerschüssen und Hochrufen empfaN' gen. Ueberall kamen uns Deputirte der Gemeinden im Festgewande entgegen und es kämpften förmlich die lieben Kärntner um die Einqnartiernng. Wein und Bier wurde uns auf Wägen entgegen-geführt. Kaum auf der Station angelangt, wnr-den wir mit Einladungen bestürmt und es wäre kaum möglich, mit doppelten Reservefüssen auf all' den uns zu Ehren gegebenen Bällen die liebenswürdigen Landsmänninnen beim Tanzen zu ermüden. Der Empfang in unserem Baterlande ließ in der That nichts ^u wünschen übrig. Am 2. Juni rücken wir in Klagenfurt ein. Marburg, 5. Juni. K.- (Sitzuug des Marburger Gemeinde aus schußes am 3. Juni). Der in einer frü-Heren Sitzung erwähnte Auftrag von Seite des k. k. Bezirksamtes wegen Entrichtung einer Geld-summe für die Schneeschauflung in der inne- den Brandleger verdächtigen, deshalb werde er auch zu Gericht gehen und die Untersuchung verlangen. Der Angeklagte habe ihm - dem Zeugen - sogar seine Pfeife zum Kaufe mit dem Bemerken angeboten, daß man im Arreste ohne- hin nicht rauchen dürfe. (Schluß folgt.) ----- Heitere S?i,zen a«S der Bureauwelt II. Der AmtStag. (Schluß.) Nach der Abfertigung dieses naiven Beschwer-deführers kömmt die Tour an vorgeladene Par-teien und zwar an zwei ländliche Damen, deren Eine der Anderen öffentlich ihre intim« Freundschaft zum starken Geschlecht vorgeworfen hat^ Natürlich hat sich die Geklagte hiebei eines gewissen populären Ausdruckes bedient, welchen der Leser ohnedem errath. Selbstverständlich ent-wickelt sich bei dieser Gelegenheit ein mörderisches Zungengefecht begleitet von äußerst lebhaften Ge-stieulationen und der Verhandlungsleiter hat Mühe und Noth, die erbitterten Gegnerinnen in Schranken zu halten; wenigstens spricht sich ihre Lust, einander die Augen auszukratzen, ziemlich deutlich aus und der Fluß der Debatte ist so weit gedie-Heu, daß Beide eingesperrt werden sollen, fall» kein Klagerücttntt oder Ausgleich vor Schöpfui^ des Erkenntnisses erfolgt. Die bemgliche ErSff-nung verfehlt denn endlich ihre Wirkmtg nicht ren Stadt an daS h. Aerar wird erneuert vor-gedacht, welchem Auftrage man nach längerer DebaWe, da vom Rechtsstandpunete nichts dagegen einWWenden ist, durch Bezahlung nachzukommen beMießt. In der Maisitzung wurde auf Antrag deS Bürgermeisters beschloßen, daß zur Gründung einer Siechenanstalt daS als GerichtShaus verwen-dete der Gemeinde gehörige Gebäude dem Aerar aekündet werde. Äitch Mhehener Anzeiae der Kündigung erfolgte von Seite des Oberlandes-gerichtSprastdiumS eine Rückantwort, daß man diese Kündigung nicht annehmen könne, indem die Gemeinde im Jahre 1849 einen intabu-lirten Bertrag darüber abgeschlossen, daß selbe für ein Collegialgericht die nöthigen Localitäten unentgeltlich beiftellen wolle, weshalb im Jahre 1854 auch einer Kündigung von Seite der Gemeinde nicht habe Folge geleistet werden können. Auch erwartete man von Seite der Ge-meinderepräsentanz, daß sie aus Patriotismus von dem Nerlangen abstehen werde. Dr. Domin-kuö spricht hierauf dafür, daß man das Recht der Gemeinde gegenüber der Auffassung des Ober-landeSgerichtS zwar durch einen Protest wal)ren solle, daß man aber den Pattiotismus durch eine Verlänaeruna der Kündigungsfrist etwa bis zur Organisirung des Gerichtswesens bethäti-aen solle. Ausschuß Marko bemerkte hierauf, die Gtadt habe immer ihren Patriotismus gezeigt, sie müsse aber auch aus Humanität für ihre Armen soraen. Ueber das Vorhandensein des Rechtes der Kündigung könne kein Zweifel obwalten, eS sei der Zeitranm von anderthalb Jahren lange genug und man solle an das Justizministerium recurriren. Er formulirte hierauf diese Au-sichten zu einem Antrage, den er jedoch zurückzog, nachdem ein neuer Vorschlag des Dr. DominkuS angenommen wurde, der dahin ging, daß man mit dem h. Aerar eine Vereinbarung betreffs deS Zeitpunktes der Räumuna treffen möae; wenn dasselbe auf eine solche nicht eingehe, so solle man auf dem Rechtswege sogleiche Räumung verlangen. Die Herren Kral, Mejatsch und Tomasi wer-den hierauf auf ihr Ansuchen in den Gemeinde-verband aufgenommen. Da der in der letzten Sitzung zum Biertelmeister der Kärntnervorstadt erwählte Herr Alois Felber die Wahl nicht annahm, so wurde Herr Josef Löschnigg für dieses Ehrenamt gewählt. uud die an ihrer Ehre so tief gekränkte Klägerin erklärt zum nicht geringen Erftaunen des Erkennt-nißrichterS, daß sie von der Klaye abstehen will, wenn die Geklagte (ich erzähle hier ein genau der Wirklichkeit entnommenes Factum) eine - Maß Wein zahlt!!! Während sich der Beamte im Stillen denkt, daß es noch immer an AmtStagen Dinge gibt, wovon sich ein Bezirksaetnar vorher nichts träumen ließ, erscheint ein Wegeinräumer wegen An-weiftng seiner Jahreslöhnung aus der Bezirks-casse, ein Gemeindevorsteher meldet sich puvoto Eineassirung deS Jagdpachtschillings und ein 21-jähriger Bursche bittet unter Zustimmung der an-wesenden Vormundschaft um die Großjährigkeits-erklärung. Jetzt klagt der Reitlipoldl den Lam-peltoni, weil ihm dieser beim Kälberhandel mit seinen massiven Fingern eine ausgiebige Physiognomieerschütterung vulgo Ohrfeige applicirt hat, weshalb er sein geschwollenes Antlltz mit einem Tuche verhüllt. Da „Liebesgeschichten und HeirathSsachen" überhaupt eine große Rolle im bezirksämtlichen Lebm spiele», ist r» nicht zu verwundern, ivem gleich >>an>ach der Papa eine» „natürlichen" Kindes, dn eine «»den Dame, als die Mama desselben ehelicht« wÄ. in Gegenwart Beider eine» gerichtliche« ..Battrschasts-Bergleich" anstrebt. Es ist leider I^tsache, daß ein solcher Papa über probeweises Besragm, ob er nicht die Mama Der Antrag deS Herm Bindlechner, man möge durch Aufstellung eineS Spritzwa-gens dem großen Staube und den daraus ent-stehenden schädlichen Folgen in der Grazervorstadt begegnen, gibt Veranlassung KU einer lebhaften Debatte über die Nothwendigkeit einer derartigen Einrichtung sowohl in der Stadt, als in den Bor-städten. Zuletzt werden drei Anträge zur Abstim-knung gebracht, der des Ausschusses Joh. Äirst' mayr, die Gemeinde möge 200 fl. aus ihr^ Vermögen geben und die übrigen Geldersorderniße durch Subscription bei den Gewölbbesitzern der Grazer Vorstadt beischaffen und sodann mit Je-mandem wegen des Bespritzens ein bestimmtes Uebereinkommen treffen. In einem zweiten An-trag glaubte Dr. Dominkuö diese Angelegenheit als Dringlichkeitssache hinstellen zu müssen, indem er schon früher die Idee einer fteiwilligen Bespannung von Seite der Equipagenbesitzer aus-gesprochen und seine Equipage zur Verfügung zu stellen sich bereit erklärt hatte. Schließlich formu-lirte der Bürgermeister seine Ansicht dal)in, man möge den Kostenpunkt zunächst mit Jemandem besprechen und in der nächsten Sitzung über das Ergebniß der getroffenen Vereinbarung Bericht erstatten. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Der Bürgermeister frägt hierauf an, ob er das im Borjal)re erlassene Eireulare betreffs der Ausbesserung der Trottoire, Bespritzen der Gassen zc. ze., welches nur zum geringsten Theile befolgt wurde, einfach erneuern oder ob er eindringliche, speeielle Ermahnungen dcu Säumigen zu-gehen lassen solle. Es wurde der letztere Antrag mit der Erweiterung angenommen, auch jene Hausbesitzer, welche noch keine Trottoirs vor ihren Häusern haben, zur Herstellung derselben aufzufordern. Ueber Aufforderung des h. Landesansschus-ses, die Gemeindevertreter Marburg s mögen sich äußern, ob sie im künftigen Jahre die Gemeinde' zuschlage wieder in einer größeren als der nor-malen Höhe stellen werden (was nur mit Be-willigung des Landtages geschehen kann), liest der Bürgermeister ein summarisches Verzeichniß der hevrigen bisherigen Ausgaben und Einnahmen vor und bringt das Präliminare für das Jahr 1863 zu Besprechung, aus welchem sich ergibt, diß man auch für das nächste Jahr um die Bewilligung der Auflage von 25 Procent auf die directen Steuern und von 15 statt der Braut ehelichen wolle, weil der Vergleich schwer zu bewirken scheine, lakonisch vor Beiden jur Antwort gab: „Ja, i heirat's meint'swegen scho', mir is's alles oans, ob i dö (die Mutter des Kindes) oder dö da (hier wies er auf seine Braut) Heirat, wann nur 's G frett amal auf-hört, oaß mer woaß, wiar «er dran is!" - Mit eben so rührendem Gesühlsüberfluß erklärten beide Fräuleins, daß jede bereit sei, ihn zu heirathen, aber auch eben jo gerne zu Gunsten dtt Neben« buhlerin zurücktrete. Die KindeSmutter meinte zuletzt, daß daS „Ort" (Auwese») de«^ Baters zu sehr verschuldet und es daher doch fast besser sei, wenn die Andere, die selbst etwas Vermögen habe, ihn zum Manne bekäme! - Ein anderer gleich Aemüthlicher Ehebelvilligungswerber sagte dem Re serenten ganz trocken ins Gesicht, daß er, weil die Zustündigkeitsgemeinde gegen den be^irksämt-lichen Eonsens den Reeurs ergriffen und sonach den Abschluß der Ehe verzögert hatte, daß er wegen seiner Zureise aus weiter Entfernung und sonstigen Vorbereitungen schon über 30 fl. AuS-lagen habe und diese nicht gerne umsonst auf-amendet wissen wolle, sonst ließe er „die ganze Eichicht' lieber gleich stehen!" - Welcher Stoff fir Jdyllendichter! - Es geht doch nichts über solche poetische Gemüther und ihre heißen LiebeS-Süthen, die nach Hymens Rosenbanden sich sehnen! - - Jetzt ersthEim ein Bauer, der vor 8 taßm Procent auf die Verzehrungssteuer ansuchen müsse. Auf das Ersuchen mehrerer Grundbesitzer beantragt der Bürgermeister auch für Heuer das Aufstellen von Flurwächtern in der Umgebung von Marburg und zwar sollen lvie im vorigen Jahre die Kosten durch Subscription bei den Grundeiaenthümern hereingebracht werden; -fallen die Beträge reichlich aus, so sollen vier solche Wächter aufgestellt werden. Dem Herrn Anton Aufrecht, welchem von der h. Statthalterei die Bewilligung zur Er-richtung einer Privatschule für Unterricht in den Normal' und Realschulgegenständen in Marburg ertheilt wurde, wird die von ihm zur Erweiterung seiner Lehrbefugniß getvünschte Begutachtung zuerkannt, daß auch der Unterricht in den Gegenständen der Handelsschule ein Bedürfniß für die Stadt sei. Die vom Gemeindeausschusse beantragte Lendordnung wurde mit geringen Modisicationen als von der h. Statthalterei genehmigt zur Keuntniß genommen. - Die noch auf der Tagesordnung befindliche Kanalisirungsfrage und der Ausschuß-antrag über Einführung der Hundesteuer werden wegen Mangels an Zeit für die nächste Sitzniig aufgeschoben. ?i!.- Sonntag den 1. Juni fand eine zweite Berathung behufs der Eonstituiruna des hiesigen Theaterverwaltungscomitö's statt. Nachdem Herr Johann Kartin die auf ihn gefallene Wahl aligelehnt, »rilrde Herr Michael Marko i^'. das Co-mitö gewählt. Da die übrigen Conlit^mitglieder ihr Mandat angenommen, wurde im Sinne der Grundverfassung zur Wahl eines Direetors, eines Subdireetors, zweier Seeretäre und eines Cassiers geschritten. Bei dieser wurde vorerst Herr And. Tappeiner zmn Direetor gewählt, welcher jedoch mit Berufung auf seine mannigfachen Obliegenheiten im Dienste der Gemeindeintcressen auf dieses Ehrenamt verzichtete. Hierauf wurde Herr Alois Edler von Kriehuber mit 10 Stimmen zum Direetor, Herr Alois Edler von Feyrer mit 7 Stimmen zum Subdirector, Herr Fried. l.^evrer mit 13 und Herr And. Nagy mit 12 Stimmen ul Seeretären nnd Herr Josef Albensberg zum Cassier gewählt. Diese Wahl anzunehmen und den betreffenden Anfgaben stch zu unterziel)cn erklärten sich die Gewählten bereit. Schließlich wnrde vom Mitgliede Herrn Roman Pachner auf die wegen Ehrenbeleidnng zu 3 Tagen Arrest verur-theilt worden ist und heute feine Strafe antreten soll. Er nähert sich mit einem pfiffigen Gesicht und flllstert halblaut: Jetzt war' i da - aber es ist grad 's Anbauen, that's es net, lvanns mei' Alte statt meiner einsperreten? Dö brauch' i net so nothi' daham!" - Als erquik-kender Lichtpunet in diesem Verhandlungslabyrinthe erscheint mitunter wohl auch das Äviso, daß buchhalterisch adjustilte Reisepartieularien an-gekommen und zu beheben seien; dann geht der Referent ftischgestärkt wieder aä ueta. Ein Waldbesitzer beschwett sich, daß „dem Zipfellenzl ftine Roß' in'n jungen Bamschlag eini-kemmen sein nnd a Menge Greanspeis g'fressen haben" - ein alter Ausnehmer lamentirt, daß ihm von der „Ausnahm'" im lepten Jahre die 8 Maß Schmalz noch nicht verabfolgt seien - ein Dienstherr klagt, daß die „verleihkafte Dirn' bei einem Andern in Dearnst.(Dienst) eing'standen is" -ein Knecht wieder verklagt seinen Herrn, weil er den Lohn oder die „Anfbessernng" nicht bekom-men hat, was er „auf der Stell' „beneiden" Gatt: beeiden) und „d' Finger in d' Höh' recka" oder „schwö'n" kann!" - Der Tippeljackl klagt dm Haltersranzl wegen Ehrenbeleidignng, weil ihn dieser gestern im Wirthshans einen venia „Esel" aeheißen hat. Ein altes Weib ist so naiv, sich in der Kanzlei zu er-W d' Oar (Eier) kosten?" - Nothwendiakeit eines Theater-Intendanten mit der Aufgabe, die artistischen Leistungen der Thea-terdirection, sowie die ökonomischen Interessen des Theaters zn überwachen, hingewiesen und dieselbe von sämmtlichen Mitgliedern anerkannt. Zum Theaterintendanten wurde hierauf stimmeneinhellig Herr Alois Edler von Feyrer erwählt. kd. Am 31. Mai Nachmittags hat sich in einem Gasthause in der Grazer Vorstadt ein Mann, welcher längere Zeit fieberkrank war, im Delirium mit einem Messer derart in die Ripxen gestochen, daß die Spihc deS Messert abbrach nnd der Ungliickliche sogleich in daS hiesige Krankenhaus zur Heilung, welche bisher noch in Krage gestellt ist, liberbracht werden mußte. Am 1. Juni Nachmittags wltrde daS 4 Monat alte Kind deS GrundbesiM Kranz Zelzer in Awetten-dorf, welches unvorsichtiger Weise zu Hause ohne Aufsicht gelassen wurde, von einem Schwein auf eiue grauenhafte Welse zernagt. ErheiternSeö. Eine Fafchingserinnernng aus A..f..s von I. Kgw. „Obs'd hergehst" pflegen die ^^eute in A..f..s zu sagen, wenn sie etwas mit besonderem Nach-druck betonen wollen. Diefe inhaltsfchweren Worte wurden in A..f..s vor anderthalb Jahren zuerst von einer reisenden SängergeseUschaft ausgesprochen, eigentlich dem Pnblienm von A..f..s ans dem Herzen gesungen; sie schlngen wie ein zündender Blitz in die Gemüther der Aienschen und bilden seitdem die üblichen Schlagworte des Tages. „Ods'd hergehst" spricht der zärtliche Gatte, !ve:ui er Sonntags seine Ehehälfte in s Grilne führt; „Obs'd hergehst" donnert der Schnlmeister, lvenn er zürnend nach dem Schöpfe seiner Schüler greift; Alt und Jung trägt diese Worte auf der Zunge, es lispelt sie die erröthende Jungfrau, es lallt sie der weinende Säugling. - „Obs'd hergehst" sprach nun im Fasching Henrigen Jahres der Besitzer des ersten Gasthauses von A..f..s eines schönen Tages ruhig für sich hin und öffnete die Flügelthüren seines geräumigen Tanzsa-lons. Es galten diese Worte dem tanzlustigen Pnblienm von A..f..s und die Eröffnung des Salons hatte die Abhaltung eines Balles zum Zwecke, dessen Erträgnifi zur Anschaffnng von neuen nnd Herstellung voll alten Kirchenillstril-mellten bestimmt war. Eine zahlreiche Gesellschaft folgte der lockenden Eillladung. Die schwarzgekleideten Herren des Balleomites „schwamlllen ein Wegeinränlner zeigt an, daß da eine Brücke mld dort ein Kanal dem Eiilsturze nahe seien. -der Gensd'arlnerie-Posteneommandant zeigt ein in der Nacht stattgehabtes Schadenfeuer an, - der Leitenfranzl bittet nnl eine dre^^ mann Baube-willigilng fllr eilien kleinen Zuban, - der Hof-banernpoldl wünscht eine Schottergrnbenvergütnng und der Schneiderhans die baldige^ Ablialtung der Baneommission wegen seines Hausbau's, -mcl)re Wiesen- ulld ein Mühlenbesitzer zallken sich wegen des Vesperwassers von Georgi bis '^ar-tln'imä. Ein Gemeindevorstand zeigt Verzelzrungs-steuerrückstände an, ein anderer verweigert ein Zuständigkeitseertisieat; - der Stenerreferent wird nebstbei von Leuten heimgesucht, die über zu große oder angeblich irrige Erwerb-, Einkommen-, Hausclassen- nnd Hauszinssrener jammern und Auskünfte verlangen oder Ansuchen zu Protokoll geben. Man mische dies Alles mit mimdlichen Aeerlltirungs., Schub-, Waffenpaß- und sonstigen Paß. dann Heimathschein-Angelegenheiten ze. ?c. ungerechnet das weite Feld der in den Bereich der Eiviljustiz fallenden Proeeßtagsatzungen. Ver-laßabk>andlungen und strafgerichtlichen Verhand-lungen mit zahllosen Einvernehmungen n. d^l. -und man hat beiläufig ein Bild von der Mund-lichkeit eines Bezirks-Amstages. darob in Wonne" und ihre Gesichter leuchteten wie „Maiensonne". Man hörte mitunter die traulichen Worte: „Obs'd eini gehst." Der Er. folg des Balles war ein glänzender, die Unter-Haltung eine ausgezeichnete und das Erträgniß ein brillantes. WeS war zufrieden. Es handelte sich sonach nur noch um die Realisirung des Gesellschaftszweckes, nämlich um die Anschaffung der neuen und Herstellung der alten Kircheninstru-mente. Dazu wurden von den Musiktünstlern des Ortes die umfassendsten Vorbereitungen ge-troffen, es wurden Musikalien bestellt, Instrumente angeschafft und für die Einrichtung eines Orchesters auf das Beste gesorgt, als die Kirchenverwaltung eines schönen Tages mit den Worten: „Öbs'd hergibst" den Bemühungen des Eomit^s entgegen trat. Die eingegangenen Gelder sollten nämlich nicht zur Anschaffung von Instrumenten für gesellschaftliche, sondern ausschließlich für kirch. liche Zwecke verwendet oder mit anderen Worten: die angeschafften Instrumente sollen außer der Kirche nicht aebraucht werden und die Kirchenver-waltung weroe besorgt sein, dieselben mit den eingegangenen Gelder selbst anzuschaffen. Hierüber kam es zwischen denjenigen, welche die Instrumente für sich in Anspruch nahmen und denjeni-gen, die berufen lvaren, auf den Instrumenten zu spielen, zu sehr unmusikalischen Erklärungen, welche zur Folge hatten, daß man seitdem die lang gewohnten musikalischen Klänge nicht nur am Chore, sondern auch in gesellschaftlichen Kreisen vermißt und daß mit einem Worte die Grün-bedingung jeder Musik, nämlich Harmonie, fehlt. Durch diese Wendung der Dinge dürfte sich in A..f..s nun auch für jene Gattung Publicum, die berufen ist, bei ähnlichen UnternelMUngen beizusteuern, bald ein Schlagwort bilden und eS wird vielleicht nicht auffallen, wenn BallarrangeurS bei Einladungen hie und da die Worte hören sollten: „Obs'd außi gehst". Anregungen* Zu den wenigen Zierden unserer Drau« stadt gehört die Gartenanlage vor dem Theater, die von dem hiesigen Fabrikanten Hrn. C.Gerdes sehr geschmackvoll arrangitt wurde. Bei den musi-kalischen Unterhaltungen, welche der Pachter des Theater Cafe s Heuer veranlage, besetzt die Gassen-jugend mit ihrer gewohnten Rücksichtslosigkeit die erhöhten Blumenbeete und wirthschastet da in einer so wenig auferbaulichen Weise, daß das Gedeihen dieser schönen Anlage dadurch sehr in Frage gestellt wird. Es wäre nun wünschenS-Werth, daß diesem Unfug in geeigneter Weise -etwa durch Aufstellung eines Polizeiwachmannes, oder eines anderen Individuums, oas die musikalische Gassenjugend im Zaume hält, - Fall für Fall entgegengetreten werde. * Die Verantwortung für Aufsähe dieser Rubrik übernimmt der Einsender. (Eingesendet.) Programm der Festlichkeiten am 8. und 9. Juni auS Anlaß der Sängerfahrt deS Grazer Männergesang-Vereines nach Marburg. Sonntag den 8. Juni: 1. Ankunft der Sänger mit dem Arühzuge um Ul)ri - Begrüßung durch Lied und Wort; » sodann Ein« zug unter Begleitung der hiefigen Turner durch die Grazer Vorstadt, Burgplatz, Post- und Herrengajfe zum Rathhaus. 2. Bertheilung der Ouartierbillets daselbst und Beziehung der Quartiere. 8. 'kUdIv ä'dvt« bei Herrn Macher um 1 Uhr. 4. Concert zum Besten des StadtarmenfondeS. Anfang halb 7 Uhr Abends. (Sperrfitze » 60 kr., EinttittSkarten für Parterre und Logen, dann numerirte Ecke auf der Gal-lerie » 40 kr. und Eintrittskarten auf die Gallerie » 20 kr. find in der Buchhandlnng des Herrn Fried. Leyrer und Abends an der Casse zu haben.) Montag den 9. Juni. 1. Sängerruf um 6 Uhr Morgens. 2. Ausflug auf den Kalvarienberg, Versammlung der Gänger um halb 3 Uhr in Macher'S Restauration. 5. Um 10 Uhr gemeinsames Frühstück der Sänger am Maierhof der Krau HauSner. 4. ä'doto bei Herrn Macher um 1 Uhr. 6. Großes Volksfest auf der Aelberinsel unter Mitwir- kung der Kapelle deS löbl. k. k. RgtS. Traf KinSky und der städtischen Mufikkapelle, mit Praterbelizstignng u. s. w. (Zur Bequemlichkeit deS Publicum» werden die Karten zu« Keste in der Stadt bei Herrn I. Quandest und im Vereins-locale (Erhart'scheS HauS) pr. Person » 25 kr. bis Sonntag Mittags »md am Montag Vormittags bei Hrn. E. Janschitz ausgegeben. Taffaeroffnung auf der Insel 1 Uhr. Preis der Karte daselbst 30 kr. pr. Person. Kinder nnter 10 I. zahlen 10 kr. » Die einmal gelösten Karten gelten bei schlechter Witterung für daS nächste Kest am Sonittag.) Im Aalle schlechter Witterung bleibt das Pro-gramm für Sonntag den 8. Juni unverändert. Montag den 9. Juni: 1. Gabelfrühstück der Sänger um 10 Ul)r Vormittags in Macher'S Restauration. 2. ladls ä'dots um 1 Nhr bei Macher. 3. Concert im Theater, Anfang 6 Uhr. 6793. (89 Freie Realitäten-Licitation. Vom f. k. Bezirksgerichte Marburg wird hicmit bekannt gemacht! Es sci über das freiwillige Ansuchen des Herrn Mathias Löschnigg, RealitätcnbeiHcr zu Marburg,' die öffentliche Versteigerung seiner eigen-tliümlichen zu Marburg in der Steuergemeinde St. Magdalena nächst der Eisenbahnbrülke gelmeuen, im dießgerichtlichen Grundbuche sub Urb. Nr. 1 ad Spitelsgilt zu Windeuau vorkommeude behauste Realität, in nachbe-nannten Abtheiluiigen, nämlich - 1. Ein Antheil pr. 5 Joch ö0 Quad. Klafter sammt dem Hause Conse. Sir. 30, im Ausrufspreise pr. 6000 fl. öst. W. 2. Ein Antheil pr. 908 Quad. Klafter sammt einem gemauerten Wohn- hause im Ausrusspreise pr. 2700 fl. 3. Sieben Antheile a pr. 299 Quad. Klafter im Ausrufspreife pr. 300 fl. 4. Ein Antheil pr. 331 Quad. Klafter pr. 300 fl. 5. Ein Antheil pr. 1 Joch 438 Quad. Klafter pr. 600 fl. K. Ein Antheil pr. 1 Joch 205 Quad. Klafter pr. KVV fl. 7. Ein Antheil pr. 1 Zoch 761 Quad. Klafter pr. 900 fl. 8. Ein Antheil pr. 1 Joch 1049 Quad. Klft. im Ausrufspreise pr. 1000 fl. bewilligt und hiezu die JeilbiethungstagsaKung auf den 17. Iuni 18«2 Vorniittags 10 Uhr, am Orte der Realität in der St. Magdalena Vorstadt Haus-Nr. 30, mit dem Beisätze angeordnet worden, daß die obge-nannten Realitäten, unter dem Ausrufspreis nicht hintangegeben werden. Jeder Lieitant hat, bevor er einen Anboth macht, Iv-/^ des AnS-rufspreises im Baren, oder in steirifchen Sparkassabücheln als Vadium zu Händen des Verkänfers zu erlegen, die übrigen Lieitationsbedingnisse, dann der Grundbnchsextraet können in der diebgerichtlichen Registratur eingesehen werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 1. Zuni 1862^_ Xaekriekt. Wegen der Borbereitungen zum Feste am Pfingstmontag kann der Zutritt auf die Drauinsel (sogenannte Felberinsel) von heute an bis zum Beginne des Festes dem Publikum nicht gestattet werden. Marburg am 5. Juni 1862. Kg V»s Ein Tchrjunge findet sogleich Aufnahme bei Uhrmacher in Marburg. gc> KllndmaihMg. Mit Bewilligung der h. k. k. Statthalterei werdm in den Gemeinden St. Margaretha und Prepola am Draufelde eine Stunde von der Eisen-bahnstation Kranichsfeld, vier Jahr- und Viehmärkte und zwar: jährlich am 9. )u«i und 20. Mi zu St. Mariaretheil, dann li-^Aprü und I.Ioguk zu Prepsla abgehalten. Sollte an diesen Tagen ein sonn- oder Aeiettag sein, so wird der Markt am nächsten Tage stattfinden. Gemeindevorstehung St. Margarethen und Prepola am 3. Zuni 1662. L'Ur äie Ideiwadme an äem I^eivke»deAäuKni88v äer ^rosswutter weiver ^rau 8preettv iek divmit aüe» k'reundev nnä ivelede ^erseldea 6ie lotete Lkre erwiesen, in weiuem, weiver k'rsu uuä Veriv»»äteu Zsaweii äen Dank aus. «leQ 2. «suni 1362. 8 7) Ic. UiUtär- Druck, Verlag und verantn?ortlilj>e Redaktion von U. Janschitz in