Nr. 115. II. 1909. Folium officiale Dioecesis Lavantinae. Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo. Kirchliches Verordnungs-Blatt für die Lavanter Diözese. Inhalt: 10. Dringender Aufruf zur Sammlung milder Gaben für die von der Erdbebenkatastrophe heimgesuchten Bewohner Süditaliens. 11. Vročo povabilo k nabiranju milih darov za ponesrečence po po- tresu v južni Italiji. — 12. XXIX. Gencralbericht der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze. — 13. Diözesan-Nachrichten. 10 Dringender Aufruf zur Sammlung milder Gaben für die von der Erdbebenkatastrophe heimgefuchten Dewohner Süditaliens. Eine Schreckenskunde trug am 28. Dezember des scheidenden Jahres 1908 der Telegraph ans Süditalien in alle Welt hinaus. Schon wiederholt zuvor und erst vor 3 Jahren, am 8. September 1905, haben heftige Erdbeben in Kalabrien und Sizilien ungeheuere Verheerungen angerichtet/ die jetzige Katastrophe aber scheint alles bisher dagewesene zu überbieten. Was man anfangs nicht recht glauben konnte, bestätigt sich immermehr als traurige Wahrheit. Am frühen Morgen des obgenannten Tages, am Feste der unschuldigen Kinder, verwandelte ein furchtbares Erdbeben in wenigen Sekunden Messina. Katania, Palermo, Reggio und viele andere blühende Städte, anmutige Dörfer und wohlbestellte Weiler in schauerliche Schutthaufen. Und was nicht zusammenstürzte oder in die Tiefe sank, das wurde von gewaltigen Meeresfluten überschwemmt und mitgerissen, die, durch den fürchterlichen unterirdischen Stoß bis zu einer Höhe von beiläufig 50 m emporgeschleudert, verheerend sich übers Land ergossen. — Gegen 200.000 Menschen jeglichen Standes und Alters fanden bei dieser entsetzlichen Katastrophe einen jähen unverseh-enen Tod, unzählige erlitten schwere Verwundungen und Verletzungen, an denen sie ihr Leben lang werden zu leiden haben. Das Elend aller, die noch mit dem Leben davongekommen sind, ist unbeschreiblich. Mittel- und obdachlos, nur mit notdürftigster Kleidung umhüllt, irren sie verzweifelt auf den Trümmern ihrer Heimstätten umher und rufen wehklagend erbarmende Herzen um Hilfe an. Sie suchen Unterkunft und Nahrung in Spitälern und Häusern der öffentlichen Wohltätigkeit, aber diese, samt den herrlichen Gotteshäusern eingestürzt oder halbzerstört, können ihnen keine gastliche Aufnahme bieten. 1 Cfr. Kirchliches Verordnungs-Blatt für die Lavanter Diiizese, 1905, XI. Abs. 87. S. 159 f. — Damals flössen in der Lavanter Diözese an milden Gaben für die vom Erdbeben betroffenen Länder 1375 K ein, ivovon 900 K der Wiener Apostolischen Nunziatnr, 475 K aber direkt den bedürftigsten Bittstellern übersendet und so ihrer Bestimmung zugeführt worden sind. Tief im Herzen hat mich das Schreiben erschüttert, das mir vom hochwürdigsten Herrn Bischöfe Josef M or abito zu Mileto in Kalabrien am Unglückstage selbst ist zugeschickt worden. Unter Tränen erfleht derselbe Unterstützung für die hartbetroffenen, seiner Hirtensorge anvertrauten Schäflein und empfiehlt sich unserem frommen Gebete, falls auch er bei den fortwährend sich wiederholenden Schwankungen deS Erdbodens den Untergang finden sollte.- Und wenn wir die ergreifenden Zeitungsberichte über die fürchterlichen Folgen des katastrophalen Bebens lesen, so entringt sich unwillkürlich unserer Brust ein innigheiß Gebet zum Himmel empor: Von der Geißel des Erdbebens erlöse uns, o Herr! Das wirksamste Mittel zur Abwendung von göttlichen Strafgerichten sind nebst Gebet Werke der christlichen Barmherzigkeit. Spricht doch der Heilige Geist: Glückselig, wer des Armen und Dürftigen gedenkt; am Tage des Unglücks wird ihn der Herr erretten! (Ps. 40, 2). Und an einer anderen Stelle: Alm os enge ben errettet vom Tode nnd tilgt die Sünden, und läßt Erbarmung und. . Leben finden. (Tob. 12,9). Wohl weiß ich, daß meine lieben Diözesanen erst heute, am glorreichen Feste der hl. drei Könige, Herz und Hand 3 Das Schreiben lautet: Mileto Calabria, 28 Dicembre 1908. Nova immensa ruina hoc mane in summam desolationem iecit lias iam desolatissima« Calabriae gentos : novus ingens terracmotus domus, ecclesias, anno 1905 non dirutas, funditus eversit. Ex maxima parte meae Dioecesis gemitus lacrimabilis ad me venit, praecipuo e civitate Palmarum et- ab aliis civitatibus proximioribus, in quibus, praeter victimas, sunt innumerabiles infelices, qui fractis artubus, auxilium implorant. Permultae familiae errant sine tectu ac pane : interim imbres et frigus vitam miseram miserrimam reddunt. Dum per desolatam Dioecesim pervolo, auxilia per caritatem lesu Christi imploro, quibus possim tantas calamitates sublevare : rogate Deum, misericordiae Patrem, ut nostrum tandem misereatur ; et si me ruinis obrutum audieritis, Eius misericordiam pro me implorate. losepli Mora-bit», Episcopus Mileten. mildreich geöffnet haben, um namhafte Gaben für die armen Negcrkinder auf den Opferaltar zu legen. Dach sehe ich mich bemüßigt, neuerlich an ihre stets bewährte Mildtätigkeit zu appellieren und deren werktätige Nächstenliebe in Anspruch zu nehmen. Außergewöhnliche Unglücksfälle heischen auch außergewöhnliche und schnelle Hilfeleistung. Wer wird nicht Erbarmen haben mit den beklagenswerten Familien, die in einem furchtbaren Augenblicke um ihr ganzes Hab und Gut gekommen sind, wer wird nicht Mitleid fühlen mit den taufenden unschuldiger Kinder, die ganz plötzlich ihre lieben Eltern verloren haben und zu hilflosen Waisen geworden sind! Die ganze zivilisierte Welt ist von tiefstem Mitgefühl erfaßt und spendet milde Gaben zur Linderung der großen Not. Unter anderen hat unser herzensgütiger Kaiser den Verunglückten unverzüglich 50.000 Francs zukommen lassen. Und der Heilige Vater Papst Pius X. ist zwar selbst in großen Bedrängnissen, da ihm die Regierung der gestimmten Welt-Kirche ungeheuere Kosten und Auslagen verursacht. Dessenungeachtet spendete Seine Heiligkeit für die unteritalienischen Hilfsbedürftigen eine Million Lire, nahm ans Kalabrien und Sizilien je 500 elternlos gewordene Waisen auf, um deren Unterhalt und Erziehung in römischen Instituten zu sichern, und stellte den Verwundeten das vatikanische St. Martha-Spital zur Verfügung, wo sie ärztliche Hilfe und unentgeltliche Verpflegung finden. Derart hehre und erhabene Beispiele christlicher Mildtätigkeit müssen uns anfeuern und begeistern, daß auch wir uns beeilen, hilfreich und hochherzig beizuspringe» unseren Vroče povabilo k nabiranju milih darov Pretresljivo vest o grozni nesreči, ki je zopet zadela južno Italijo, je prinesel brzojav dne 28. decembra starega leta 1908. Že večkrat poprej in še pred dobrimi tremi leti, dne 8. septembra 1905, je silen potres opustošil jnžnoitalijanško deželo Kalabrijo in otok Sicilijo. 1 Sedanja nesreča pa presega vse prejšnje. Kar spočetka nihče ni mogel prav verjeti, se vedno bolj potrjuje kot žalostna resnica. Vjutro omenjenega dne, na god nedolžnih otročičev, je strahoviti potres v trenutku do tal porušil Mesino, Palermo, Katanijo, Reggio in mnogo drugih cvetočih mest, nebroj vasi in sel. Kar se ni porušilo in pogreznilo, je pa poplavilo morje, čigar valove je podzemeljski sunek vzdignil do 50 metrov visoko tako, 1 Primeri : Kirchliches Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese. 1905. XI. odst. 87. str. 169. nsl. — Takrat je bilo v Lavantinski škofiji za dežele, po potresu poškodovano, nabranih 1375 K. Od te vsote je poslal kn. šk. Ordinariat 900 K apostolski nuncija-turi na Dunaj, 476 K pa je razdelil naravnost med najpotrebnejše prosilce. Brüdern und Schwestern in Christo, die von so entsetzlichem Unglücksschlage getroffen sind. Zweimal gibt, wer schnell gibt. Darum lade ich im Namen des uns aus der Krippe zur Barmherzigkeit mahnenden armen Jesnkindleins und im Namen der demselben reichliche Opfergaben bringenden hl. drei Könige die hochw. Herren Dekane und meine gesamte Diözesangeistlich-keit herzlickidringend ein, für die Bevölkerung der Unglücksgegenden selbst nach Kräften Almosen zu spenden; ferner, am Sonntage den 17. Jänner l. I. die Gläubigen auf Grund gegenwärtigen Aufrufes von der Kanzel herab zu belehren, wie groß das Elend ist, dem einigermaßen abzuhelfen wir als Christen verpflichtet sind; und endlich, am III. Sonntage nach der Erscheinung des Herrn, den 24. Jänner, als am Feste der hl. Familie von Nazareth, in den Kirchen einen Opfergang zugunsten der unglücklichen Familien Süditaliens, namentlich ihrer armen Waisenkinder, zu veranstalten. Das Ergebnis der milden Sammlungen wolle unverzüglich, mindestens bis Ende Jänner, im Wege der Hochtu. Dekanalämter dem F. B. Konsistorium eingesendet werden, welches Sorge tragen wird, daß es zugleich mit meinem Beitrage und mit den Spenden meines Domkapitels und der hochw. Marburger Geistlichkeit an die richtige Adresse gelange — vielleicht direkt in die Hände des Heiligen Vaters, damit Seine Heiligkeit nach eigenem Ermessen das Almosen verteile und den Hilfbedürftigsten znwende. Date et, dabitur vobis — sind Zwillingsgeschwister. Marburg, am Feste der hl. drei Könige, den 6. Jänner 1909. f Michael, Fürstbischof. a ponesrečence po potresu v južni Italiji. da so se kot velikanska povodenj razlili po deželi. — Pod razvalinami in v valovih je našlo do 200.000 ljudi raznih stanov in razne starosti naglo in neprevideno smrt, nešteti pa so težko ranjeni in za celo življenje poškodovani. Revščina vseh, ki so preživeli strašno nezgodo, je nepopisna. Brez strehe in brez zimske obleke, brez potrebnega živeža in brez vsega imetja tavajo obupani po grobišču svojega domovja in kličejo usmiljena srca na pomoč. Iščejo zavetja po bolnišnicah in dobrodelnih hišah, ki pa so z zalimi cerkvami vred porušene ter jih ne morejo sprejemati. Globoko v srcu me je pretreslo pismo, ki so mi ga pisali na dan katastrofe, 28. grudna 1908, milostljivi gospod škof Jožef Mor ahi to iz Mileta v Kalabriji na Laškem. 8 solzami v očeh milo prosijo pomoči za svoje hudo prizadete ovčice in svojo dušo priporočajo v molitev, če bi tudi njih zadela smrt vsled vedno ponavljajočega se potresa. 2 In ko beremo v časnikih prežalostna poročila 2 Besedilo pisma glej str. 13 opomba 2. o strahovit,ili posledicah nedopovedljive nesreče, nam nehote iz srca prihaja vroča molitev : »Šibo potresa reši nas, o Gospod ! Naj izdatnejši pripomoček za odvrnitev zasluženih božjih kazni so poleg molitve dela krščanskega usmiljenja-Saj pravi Sveti Duh : Blagor mu, kdor se spominja ubogega in potrebnega: njega ho Gospod rešil ob hudem dnevu! (Ps. 40, 2). In na drugem mestu : Miloščina reši smrti, ona je, ki izb ri suj e grehe in pomaga najti milost in ži vij en j e. (To h. 12, 9). Vem, da so šele danes, na staročastitljivi praznik sv. treh Kraljev, moji ljubi škofij ani odprli svoje darežljive roke, in so tudi letos, kakor vsako leto, položili bogatih darov na aitar za uboge zamorske sužnje. Vendar sem primoran, vnovič trkati na njih usmiljena srca. Izredna nesreča terja tudi izredno in hitro pomoč. Komu se ne bo usmililo tisoč ubogih družin, ki so prišle ob imetje in dom, kdo ne bo imel sočutja s tisoči in tisoči zapuščenih otročičev, ki so pri nesreči izgubili svoje ljube starše ! Po vsem svetu se nabirajo mili darovi za ponesrečence, in ne brez uspeha. Med drugimi so jim naš dobrotljivi cesar takoj poslali 50.000 kron. Sveti oče papež Pij X. so sicer sami v stiskah zavoljo ogromnih stroškov, katere jim nalaga vladanje vesoljne Cerkve. Vendar pa so žrtvovali v pomoč za poškodovane po potresu 1 milijon lir in so vsprejeli iz Kalabrije in Sicilije po 500 zapuščenih sirot, da jih bodo v Bi mn preživih in izgojili ; ranjen- . ceni pa so odprli vatikanske bolnišnice ter jim preskrbeli zdravniško pomoč in brezplačno postrežbo. Tako vzvišeni vzgledi krščanske blagodušnosti morajo tudi nas vneti, da odpremo roke in srce ter hitro na pomoč priskočimo svojim bratom in sestram v Kristusu, katere je zadela tako silna in velikanska nesreča. Dvakrat dà, kdor hitro dà. Zato Vas, mnogočastiti gospodje dekani, in vse dušne pastirje moje škotije v imenu božjega Deteta, ki nas iz jaslic opominja k usmiljenju, in v imenu sv. treh Kraljev, ki so božjemu Detetu prinesli bogate darove, nujno vabim, da sami po mogočnosti prispevate k milim darovom, da svojim vernikom v nedeljo, 17. januarja, na podlagi pričujočega poziva iz pridižnice opišete gorje in grozo, ki glasno vpije za pomoč, in da napravite 111. nedeljo po razglašenju Gospodovem, dne 24. januarja tega leta, ko bomo ravno praznovali god presvete Družine nazareške, darovanje okoli altarja za ponesrečene družine Laške dežele, zlasti za njih zapuščene sirote, revne otročiče. Nabrane milodare naj mnogočastiti gospodje dekani nemudoma, vsaj do konca januarja tekočega leta, pošljejo knezoškofijskemu konzistoriju, ki bo skrbel, da pridejo z mojim prispevkom in z darovi stolnega kapitelj a in častite duhovščine Mariborske vred v prave roke, morebiti naravnost svetemu očetu, da jih razdelijo po svoji dobri volji in vesti. Date et dabitur vobis! V Mariboru, na praznik sv. treh Kraljev, dne 6. januarja 1909. f Mihael, knezoškof. 12. XXIX. Generalbericht der Merreichifchen Gesellschaft umit Roten Kreme. Aas Bundespräsidium der unter Allerhöchstem Protektorate stehenden Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze in Wien hat soeben den 29. Generalbericht über das Geschäftsjahr 1907 veröffentlicht und selben anher mit dem Ersuchen übermittelt, ihn im Diözesanblatte kurz besprechen zu wollen. Seine Majestät Kaiser Franz Josef 1. trat am 2. Dezember 1907 in das 60. Jahr seiner glorreidjen Regierung. Auch in den Reihen des Roten Kreuzes war man eifrig bemüht, diesen seltenen Anlaß zur Durchführung besonderer Werke der Nächstenliebe zu benützen, soweit dies die leider noch beschränkten Mittel gestatteten. Mit Allerhöchster Entsd)ließnng vom 20. Juni 1907 haben Se. k. und k. Apostolische Majestät die Wahl des Fürsten Alois von Schönburg-Hartenstein zum Bundesprüsi-denten, des General-Oberstabsarztes Dr. Josef Ritter von Uriel zum Ersten und des Leo Freiherrn, jetzt Grafen von Gndenus zum Zweiten Vizepräsidenten der Gesellschaft zu bestätigen geruht. Ferner bestätigte Ihre k. und k. Hoheit die Durchlauchtigste Frau Erzherzogin Marie Valerie die Wahl der Fürstin Franziska von Montenuovo zur Ersten und der Gräfin Marie von Condenhove, geborenen Gräfin von und zn Tranttinannsdorsi-Weinsberg, zur Zweiten Bizepräsidentin der Gesellschaft. Das F. B. Savanter Ordinariat in Marburg Hat den 28. Generalbcricht und das aus demselben hervorgehende Wirken des Roten Kreuzes in Österreich im Diözesanblatte besprochen, wofür die Bundesleitung schriftlick) gedankt hat. Die Gesellschaft gliedert sich dermalen in die Bnndes-leitung in Wien und in 22 Landes-(Franen-)Hilfsvereine, welche als Stammvereine fungieren und denen 437 Zweig-vereiue astiliiert sind. Die Zahl der den Bnndesvereineu augehörenden ordentliche» Mitglieder beträgt 52.577, welche im Sinne der Statuten der Gesellschaft gleichzeitig ordentliche Mitglieder derselben sind. Nebst diesen weisen die verbündeten Vereine noch 4923 unterstützende und 418 Ehrenmitglieder aus, so daß mit Hinzurechnung der 11 Ehrenmitglieder der Gesellschaft die Gesamtzahl der Mitglieder des Österreichischen Roten Kreuzes 57.919 beträgt. Unter den Mitgliedern befinden sich 7091 Gemeinden (Steiermark 984), welche den Vereinen korporativ als moralische Personen beigetreten sind. Die Jnventarwerte der Gesellschaft wurden durch Neuanschaffungen um 82.389 K vermehrt, dagegen durch Abschreibung um 105.650 K vermindert; dieselben betragen somit Ende Februar 1908: 1,580.063 K. Die der Gesellschaft, ihren Stamm- und Zweigvereineu gemachten Spenden repräsentieren pro 1907 einen Wert von mehr als 200.000 K (Steiermark 13.715 K); dagegen betragen die Subventionen, Spenden und Unterstützungen, welche die Gesellschaft, ihre Stamm- und ihre Zweigvereine Hilfsbedürftigen verliehen hat, dann die Mittel die das Rote Kreuz in Österreich für Hilfsaktionen aufwendete, 363.988 K 94 h. Das Bruttoeinkommen der Gesellschaft beträgt im Berichtsjahre 906.448 K, während sich die Gesamtausgaben auf 520.093 K beliefen. Der Vermögensstand der Gesellschaft ist am Schlüsse des Berichtjahres 12,195.608 K. Fast ausnahmslos alle Teile des Roten Kreuzes entwickeln eine rege, dem allgemeinen Wohle zugute kommende Friedenstätigkeit, namentlich durch Hilfeleistungen bei Epidemien, dann durch die Tätigkeit der Landes- und Frauen-Hilfsvereine vom Roten Kreuze in den einzelnen Kronländern selbst. Dieser Vereine Aufgabe ist es auch, das Los der hilfsbedürftigen Invaliden, Militärwitiven und Waisen, dann der hilfsbedürftigen Familien der Mobilisierten nach Zulässigkeit der Mittel zu verbessern; ferners bei außerordentlichen Notständen und Unglücksfällen im Frieden durch Einleitung von speziellen Sammlungen und durch Verwendung der hiezu disponiblen Kräfte eine organisierte Hilfe zu schaffen. Dem Vereine zur Bekämpfung der Tuberkulose in Steiermark, welcher um Überlassung von Baracken ansuchte, wurden von der Gesellschaft für die Gewährung des Ansuchens dieselben Bedingungen gestellt, wie der Heilanstalt Alland, doch hat derselbe davon keinen Gebrauch gemacht. Der Landes- und Franenhilfsverein für Steiermark hat die Friedenstätigkeit hauptsächlich durch Unterstützung seiner Zweigvereine geübt: so wurde der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr in Marburg, welche im Kriegsfälle eine Krauken-Transportkolonne aufzustellen hat und um den Rettungsdienst sehr bemüht ist, vom Stammvereine eine Subvention von 200 K gewährt. Ungleichen beteilte dieser Verein 421 Personen mit jährlich wiederkehrendeu und 153 Personen mit zeitlichen Unterstützungen im Gesamtbeträge von 28.451 K. Im Ganzen sind im Jahre 1907 von den Bundesvereinen 50.434 K, von der Gesellschaft 29.217 K, zusammen somit 79.651 K zu Unterstützungszwecken für Militär-Angehörige verwendet worden. Im Geschäftsjahre 1907/8 ist das Organ der Gesellschaft „Das Rote Kreuz" in 8 Nummern, zusammen 228 Seiten stark erschienen. Der Beitritt von Abonnenten des Blattes läßt noch Alles zu wünschen übrig, obwohl der Abonnementspreis mit nur 2 K jährlich bemessen wurde, um nur ja die Verbreitung des Blattes zu erleichtern. Was endlick die Anerbietungen der freiwillige» Sanitäts-pflege zur Errichtung von Reserve- und Aushilfsspitälern, Rekonvaleszentenhäusern, dann zur Übernahme von Verwundeten und Kranken in bereits bestehende Zivilheilanstalteu betrifft, so erscheint für den Fall einer Mobilisierung die Unterkunft für 500 Offiziere und 13.924 Mann, darunter seitens der Hochwürdigen Geistlichkeit für 70 Offiziere und 1714 Mann gesichert. Anerbietungen zur Übernahme in die Privatpflege sind von der hochw. Geistlichkeit für 256 Offiziere und 1506 Mannschaft erfolgt. Möge sich der Wunsch der Gesellschaft erfüllen und das Interesse der Vereine au der Entfaltung der Friedenstätigkeit zum Heile der Hilfsbedürftigen und zur Ehre der Institution immer weitere Kreise ziehen und dem Roten Kreuze in der Bevölkerung neue Freunde gewinnen! 13. Diözesmi-Unchrichten. Übersetzt wurde Herr Vladimir Cepuder, Kaplan zu Maria Schnee in Wölling, in gleicher Eigenschaft nach Kapellen bei Radkersburg. In den zeitlichen Defizientenstand trat krankheitshalber Herr Johann Horjak, Kaplan in Kapellen bei Radkersburg. Gestorben ist Herr Martin Šket, pens. Pfarrer von St. Ruprecht ob Tüsser, in Pettau am 7. Jänner im 71. Lebensjahre. Unbesetzt ist geblieben der Kaplanspostcn zu Maria Schnee in Wölling. F. B. Lavanter Ordinariat z« Marburg, am 15. Jänner 1909. f <3t Cyrill »S-Bllchdruckcrci, Marburg. Fürstbischof.