Mbllcher Zeitung. Nr. 224. Pränu meiationsplci«: I»I Lomptoir ganzj. st. il, bNbi. si. 5.5N. pür die.^uftcllunn in» Haus baN'i. 5u lr. Mit bei Post „anzi. ft, 15, halbj. ft. ?.5«. Mittwoch, 30. Scptember Inlertt onsgcbühi t>io lN Zeilen: imal e» lr., »m.ßutr., 3m. 1 fi.z sonst pl.^elle im. «lr., l!m.8»l.< 3m. id lr. u.s. w. Inlcrtioni!steu!pel ledebl». 3U l». 1868. Mit 1. October bcgilmt cin neues Abonnement anf die ,Faibacher Zeitung." Der P rä ü nmcrati ons-Prcis beträgt für die Zeit von, !. October bis Ende December Mltt: Im Comptoir offen....... 2 fl. 70 kr. Im Comptoir nntcr Convert . . . . ?! „ — „ Für Laibach ins Hans zngcstcllt . . . 3 „ — „ Mit Post nntcr Schleifen..... 3 „ 75 „ Anltlichcr Theil. «5c. t. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung vom 14. September d. I. die Acrusuug dcS außerordentlichen Professors der Archäologie an der Universität z» Halle Dr. Alexander Conzc "ls ordentlichen Professor der classischen Archäologie an die Hochschule Wien allergnädigst zu gcnchmigcu geruht. Hasner >". >». Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Eutschlicßuug vom 21. September d. I. den außerordentlichen Professor des Maschinenbaues am k. k. polytechnischen Institute in Wien Rudolf Grim us Ritter v. Grimburg zum ordentlichen Professor sei' »es Faches au diesem Institute allcrguädigst zu ernennen Muht. Hafner >». i». Se. f. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung r>om 20. September d. I. dcu ^icc^Erzpriester und Pfarrer in Iuancc Stephan Vn-^ouic zum Ncgenö des adeligen Convictcs in Agram "llcrgnädigst zn ernennen geruht. Se. k. t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßnng vom 26. September d. I. den ^cisitzcr erster Classe, znglcich Staatsanwalt bei der ^omitatsgcrichtstafcl in Agram AartholomänS Stc-^aneic znm provisorischen Präses der Comitatsgerichts-tusrl in Pozcga allcrgnädigst zu crucuncn gcrnht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-llöchster Entschließung vom 20. September d. I. den "tadtlichtcr der königlichen Frcistadt Neusatz Adolf To-"lctovic zuiu Beisitzer bei der Banaltafel allcrgnädigst ^' ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Urbcr iic Lage Valyicng !^t ..Warrens' Wochenschrift" in ihrer politischen Uebersicht: H) Die beabsichtigte uud jetzt aufgegebene Reise des ^""lN'chcn nach Galizicn ist zu eiucm politischen Er-^"'M geworden. Den ersten Anlaß zu derselben gab ;, ^f GoluchowSki, der bei der Krönnng der Majestäten ^,^lt sich an Ihrc Majestät die Kaiserin mit der s^''.c wendete, auch die Huldigungen der Oalizicr per-Kn's ^'tgcgcnnchmcn zn wollen. Die Besuche des nirl'l - >u dcu eigenen Bändern bildcn selbstverständlich . "1t cincn Gegenstand Nlillistcricllcr Verathnng uud die . '3 beabsichtigte Ncisc der Majcstätcu wurde nur cin-^ zur Kenntniß der Miuistcr gebracht. Der galizischc Ga, ^^ ^"^ dieselbe ganz allein vereitelt uud ihm wird bi'n^'"" ^'^ Vcrautwortung hicsür ausschließlich anfzn-dic«?'',^^n. Der Gründe gibt es so viele, nm die ".ttisscn Länder nicht in ein halbes Dntzend Reiche töm, '' b"b wir nus die Mühe füglich ersparen dcss ', Uc anzuführen. Aber es gibt eincn gan; bcson-Mcn '""^ lim Galizien nicht die Soudcrstclluug zu ^'andc l. '^ ^ Ncwnnscht hat. Dcnu würde sie diesem ?Il,^,., ""'lligt, so wäre das erste Ergebniß hiervon der '»ei, d?V""' ^chdc zwischen den bcidcn Hauptstäm-schwani' ^""^'^ schun darum unheilbar nnd verderben-Uiuor , ' '""^ ^l- Einfluß der kaiserlichen Rcgicrnug dai,,^ ""^chtig gemacht worden, um den Slrcit zn Monate /-" ^"'^ ^"lnc, welche vielleicht nicht drei ^lllick,,., l -''^ '""ten lassen würde, wäre die Zusam-i"ng eines russischen Heeres an der galizischen Grenze. In der Lanotagsdebattc haben die leitenden Rcducr schon hervorgehoben, daß sie nur in zweiter Reihe Galizicr, daß sie in erster Reih? Polen sind. Polen aber sein zu wollen in deS Wortes verwegenster Bedeutung ohne andere Kraft, als diejenige, welche in den Luugcu rnht, ist verderblich gegenüber einer wachsamen Macht, die über mchr als eine Million Ba-jonnctc verfügt. Entweder mnß nun dic gcsanuutc Macht Oesterreichs sich bereit machen, anch „polnisch" zn sein, und den Plänen solcher Personen, wie Fürst Adam Safticha und Herr Smolta sind, Nachdruck zu geben, oder sie muß gewillt sciu, ihucn die Macht nicht zu göuucn, unsere answärtige Politik nach ihrem Belieben zu lcnkcu. Dcu Galizicrn nachgeben und sie „Polen" werden lassen, hieße - man hüte sich, diese Angelegenheit als eine vou geringerer Tragweite zu betrachten — ihnen die Maat geben, nnS in cincn Kricg zu vcr-wickclu, der, wenn cr glücklich ausfiele, uuS eben deu Verlust von Galizieu cintra»,cn würde, der, wenn cr unglücklich endete, die Existenz des Reiches in Frage stellen tonnte. Das ist eben die besondere Lage Gali-zienö, daß ciue Sonderstellung dieses Landes es nicht nnr uuabhäugig von uus, sondern uns abhängig von ihm machen würde. Tausendmal besser wäre es, dieses Königreich ganz und gar preiszugeben uud es sich selbst zu überlassen, als jenen lockeren Perband aufrechtzuerhalten, den man nns zugestehen möchte, und der uns ins Verderben ziehen könnte. So lange Galizien nicht „Polen" geworden, solange der Kaiser von Oesterreich Herr jenes Landes ist, su lange müssen auch wir für die äußere Politik jenes Landes einstehen können, uud wir töuucu das nicht, wenn wir dessen innere Politik ihm selbst überlassen. Wcnu die Galizicr uns nnr die Alternative stellen, ob sic unsere Vormünder, oder wir die ihrcu sein sollen, so wollen wir die ihren sciu. Eiucs habeu die Heißsporne des galizischcn Landtags bewiesen, daß sie keine Staatsmänner sind, daß sie nur zum Troß ganz gewöhnlicher Agitatoren gehören. Wir wnnderu uns nicht darüber, wcnu sie unscrc Verfassung als eine ganz sccuudärc Angelegenheit ansehen, wir halten es nicht der Mühe wcrlh, ihnen darüber Vorwürfe zu mache», daß fic sich uur als Gäste nnd nicht als Bürger in Oesterreich betrachten, aber wir verzeihen ihncn nicht, daß sie lunlhwillig mit ihrer eigenen Eri stcuz spielcn. daß sic sich lüwcrläßlichcn, heftigen, leiden^ fchaftlichcn Führern unterordnen, nnd daß sie uns zu-muthcn, solcheu Pcrsoueu nicht nnr Gewalt über sich, sondern anch über uns zn gcbcn. Mau hat es dem Reichskanzler vou mancher Teile zum Vorwürfe machen wolku, daß er sich um Fragen, wic dic galizische, tlliuuierc, dkß cr nicht rnhig bei Seite stchm bleibe, uud sie sich löscu lasse, wic es andere wollen. Das 'st wahrlich ciu unvcrstäudigcr Vorwurf. Die Hauptfragen, welche sich im Inmrn uns gegenüberstellc», sind auch lni^lmhmoloö äußcrc Frage». Wiedernm stehen aber viclc dcr lctzlcrcn in unlösbarem Zusammenhange mit iuncrcu Vormaligen. Man kann Räthe habe», die nicht über ihr Departement hinaus' scheu wollen. Aber cin Fachminister, der sich nnr nm sein Fach kümmcrn will, b.arcift scinc Stellun« nicht. Das cisleithanischc Ministeiilim kann leine,, Minister des Acußcrn haben, abcr ls darf nie aufgeben, den regsten Vcrkchr init dem Reichskanzler zu nuterlialttn. Das geschieht auch. Zwischen drrReichskanzlei und dcm Ministerium hcrrscht cine luustcih.iftc Einigkeit uud eiu ficicr nnd vcrlrancusvollcr Vcltchr. Vergebene mühc» sich die Fcii'dc dcö Staalcs, h!ir dcu Same», dcr Zwietracht zn säcn nnd ciue Eifersucht acgcu cincu Ltaatömann zu erwecken, d.sscn gerader u:,d loyaler Chmnclcr ciuc Schutzwchr MM jcde Intrigue b,ldct. Die galizische Frage wird das Miuisttrium befcstiaen. Dort tanu sich nicmand gcgcu Ocstcrrcich lvendc,,, als ccr für Rußlaud aibelten will, Dariu ruht die Kiaft dcr österreichischen Herrschaft. DaS Sclbstbcwnhlsein, welches sic g> bcu muß, läßt auch j''dc drakonische Maß-rcgcl überflüssig c>schciucn. Wcnn vom gnlizisch^n Land-ta«c au dns galizischc Volk appelliit wird, so entscheidet das letzlcic „eg.n dc» Landtag. Die bisherigen Lcitcr in jcncm iiöuiutcichc müssca nochmals zur Umlchc gc-nillhut wcrüen. Kchrcn sic nicht nm, so müssen sie in UüMlicht vcrsinlcu. Elhclit aber ein Einzelner sciucn Aim g',cu lic Gesamlnlhcil, Uueibitilichkeit gegen die AuflchlUlng des Eiuzclucü wcidcu cs dahin bringen, daß Galizien dic ciglbeüst^ P'vvmz des Reiches wird. Mau löulttc den lctzieu ^-oldalcu auch aus ihr hinaus-marschircn lafscn uud uicmmld würde diese Maßregel so tief zn beklagen haben, als die Verblendeten und Undankbaren, welche es wage», sich gegen die Interessen dieses Reiches zu wcudcu. Arainischer Lanllag. 18. Sitzung. Laibach, 29. September. Der Landeshauptmann v. Wurzbach eröffnet die Sitzuug um M'/°2 Uhr. Auwcseud als Rcgicrungsvertretcr der f. k. Landes-Präsident Conrad von EybcSfeld und der Regie-ruugsralh Roth. Nachdem das Protokoll durch dcu Schriftführer Prcuz vcrlcfcu und genehmigt worden, theilt der Vorsitzende den Einlauf mit. Darunter befindet sich eine Petition der Bczirtswuudärzte in Krain um Vorsorge für ihre Erhaltung uud dauernde Bestellung nnd Ueber> nuhmc dnrch die antcnome Landcsvcrwaltnng, — welche dcm Verfassungsausschusfc zugewiesen wird. Es wird zur TagcSordnnng geschritten: 1. Dr. Costa rcfcrirt über die Abänderung der LaudtagSwahlordnuug. Die bezüglichen Gesetzentwürfe lauten: Gesetz, giltig für das Herzogthnm Krain, wodurch Beslimmun' gen für die Fälle getroffen werden, wcnu cin Landtags- abgeordneter ;u cincr Strafe verurthcilt wird oder in strafgcrichtlichcr Untersuchung sich befindet. 8 1. Wird gegen einen Landtagsabgcorducten wegen einer strafbaren Handlung rechtskräftig cin Strafcrtcnntnlß gefällt, welches nach dcm Gefetzc den Verlust dcS Wahl» rechtes uud dcr Wählbarkeit zum Laudtagc uach sich zieht, so verliert derselbe hiedurch auch die Mitgliedschaft im Laudtagc. Während dcr strafl,erichtlichcu Untersuchung kann cr die Function eines Landtagsmitglicdes nicht aus« üben, wenn nicht dcr Landtag i„ Gcmäßheil des Gesetzes vom Z. October ^8<;i. R. G. Bl. Nr. W, verlangt, daß dic Untersuchung anfgefchobcu uud dcr allenfalls vcrhäugte Verhaft aufgehoben werde. § 2. Diefes Gefetz tritt mit dem Gesetze, betreffend die Abänderung des tz 18 der Landtagswahlordnung für das Herzogthum Krain, zugleich in Wirkiamteit. Die 88 10 und 11 derLandtagswahlordnung vom 20. Februar 186! haben iu »hier gegenwärtigen F^s» sung außer Wirksamkeit zu treten, und küuftig zu lautcu: § l0. Die Abgeordneten der Wählcrclasfe des großen Grnudbcsitzcs sind durch directe Wahl der großjährigen, dcm östcrrcichischeu Staalöuerl'andc au^chöliacn Besitzer jcncr Gruudcoinplczc, dic zu einem landschaftlichen oder grundbüchlichcn Ganzen vereint sind, »ud dcren IahreS-schuldigtcit an l. f. Realstcuern l^mit Ausschluß dcS itlicaszuschlageS) wcuigstens Einhundert Gulden be» trägt, zu wählen. Uuler mehreren Mitücsitzern eines znr Wahl lie« rechllgclidcn Grundbesitzes lann uur derjenige aus ihnen wählen, welchen sic hiezn ermächtigen. Der Besitz zweier bücherlich geschlossener Grundbesitze, dcrcu I^hresschuldigtcit an I. f. Rcalncncrn (mit Ausnahme des Kricgszuschlagcs) znsammcugcuonuncn wcuiq-stüns Einliundert Gnlden bctiä^t, berechtiget ebenfalls zur Wahl. Dicfcs Gcs^tz tritt erst bei dcu nächsten allgemeinen Landlagswahlen ln Anwcudnug. § 3. Für die Wahl der Abgeordneten der Städte nnd Märkte bilden: ll. die Landcshanptstadt Laibach cincn Wahlbezirk; d. die Stadt Idria cincn Wahlbezirk; o. Adclsbcrg, Obcrlaibach, Laas. Planiua, Seno« setsch nnd Zirkniz zusammen cincn Wahlbezirk; ä. 5lraindurg, Lack, Ncumarkll, Radmauusdorf, Stciu, Eisucru und Kropp zusammen cincn Wahlbezirk; 0. Rudolfswcrth, Wcij,-clburg, Tschcrucmbl, Mottling, Landstraß, Onrkfcld, Scisenbcrg zusammen einen "^ l.^Gottschcc , Rcifuiz nnd Soderschiv zusammen einen iftZahlbczirl. 1642 8 5. Von dcn im § 3 angeführten sechs Wahlbezirken haben die unter :l nnd <1 angcsühltcn Wahlbezirke je zwei nnd jeder der übrigen vier Wahlbezirke je cincn Abgeordneten zn wählen. Alle Wahlberechtigten jedes Wahlbezirkes bilden cincn Wahlkürpcr. Für die Wahl der Abgeordneten der Landgemcin« den bilden die politischen Bezirke: ll. Laibach, !». Stein, <'. itrail,bnrg. «.l. Radmanus-dorf, <>. Adelöbcrg, l, Loilsch, ^ Rndolfswcrth, !i. Gurk-feld, i. Littaj, k. Gottschce, !. Tschcrncmbl jeder fnr sich einen Wahlbezirk. In jedem für die Wahl der Abgeordneten der Landgemeinden gebildeten Wahlbezirke ist der Sitz des politischen Bezirksamtes der Wahlort. Von dem im H 7 augeführten Wahlbezirken hat jeder der nntcr u, >,-, c, ^ nnd Ii angeführten Wahl-bezirke zwei, jeder der übrigen sechs Wahlbezirke je einen Abgeordneten zn wählen. Die Wahllnänncr aller in einem Wahlbezirke (mit Ausnahme der nach H3 zur Wahl von Abgeordneten berechtigte Städte und Märkte) bilden cmeil Wahlkörpcr. Dieses Gesetz tritt erst bei dcn nächsten attgcmci nen Landtagswahlen in Anwendung. s 12. Für jene zur Wahl berechtigten Outer, in deren Besitz eine Gemeinde, Corporation oder Gesellschaft sich befindet, ist das Wahlrecht durch jene Person auszuüben , welche nach den bestehenden gesetzlichen Normen berufen ist, die Gemeinde, Corporation oder Gesellschaft nach außen zu vertreten. s '3. Die Abgeordneten der im t; 3 aufgeführten Städte und Märkte sind durch directc Wahl aller jener, nach dem besonocrn Gcmcindcstatntc oder dem Gcmcludcgesctze uom 17. Februar 1866 zur Wahl der Gemeinde-Vertretung der cincn Wahlbezirk bildenden Städte nnd Märkte berechtigten und nach ^ 18 der Vandtags-Wahl-ordnnng nicht anSgeschlosscncn Gcmeindcglicdcr zn wählen, welche die ersten zwei Drittheilc aller nach der Höhe ihrer IahreSfchnldigkcit an directcn Steuern gereihten Gemcindcwählcr ausmachen, oder zwar in's letzte Drittel fallen, aber wcnigncns 5 ft. an dirccten Steuern entrichten; diesen sind die Ehrenbürger oder Ehrcnmit glicdcr und jene Gemcindemitglicder anzureihen, welche nach der Gcmcindcwahlordnnng des Bandes ^ 1, Punkt 3 ohne Rücksicht auf die Steuerzahlung wahlbcrcchtigct sind. Die Wahlmäuncr jeder Gemeinde sind durch jene nach dem Gemeindcgesctzc uom 17. Februar 1866 zur Wahl der Gemeinde-Vertretung berechtigten nud nach § 18 der Landtagswahlordnung vom Wahlrechte nicht auögefchlofscncn Ocmcindemitglicdcr zu wählen, welche die ersten zwei Dritthcilc aller nach der Höhe ihrer IahreSschuldigkcit an dircctcn Steuern gereihten Gc-mcindewählcr ausmachen, oder zwar in's letzte Drittel fallen, aber wenigstens fünf Gulden an dircctcr Stcncr entrichten ; diesen sind die Ehrenbürger oder Ehrenmitglieder und jene Gcmcindeglicdcr anzureihen, welche nach der Gcmciudewahlordnnng des Landcö tz 1 Pnnlt 2 ohne Rücksicht anf Steuerzahlung wahlbercchtigct sind. 8 ia. Jeder Wähler kann sein Wahlrecht nnr in einem Wahlbezirke und in der Regel nur persönlich ansübcn. Jedoch wird die Bestimmung des H 4 lil. i der Gemeindcwahlorduung für das Hcrzogihum Kram auch für die Landtagswahlen aufrecht erhalten. Ferner können ausnahmsweise Wahlberechtigte der Wählerclassc des großen Grnndbesitzcs ihr Stimmrccht durch einen Bevollmächtigten ansübeu; derselbe muß in dieser Wählcrclassc wahlbcrcchtiget sein, und er darf nur einen Wahlberechtigten vertreten. Wer in der Wählcrclassc dcS großen Grundbesitzes wahlbcrechtigct ist, darf in keinem Wahlbezirke der beiden andern Wählerclassen, nnd wer in einem Wahlbezirke der im tz 2 genannten Städte nnd Märkte wahlberechtigt! ist, in keiner Landgemeinde wühlen. Ist ein Wahlberechtigter der Wählcrclassen der Städte und Märkte und der Landgcmeidcn Mitglied mehrerer Gemeinden, so übt er das Wahlrecht blos in der Gemeinde seines ordentlichen Wohnsitzes. 8 1. Der tz 18 dcr Landtagöwahlordnnng für Kram w,rd auycr Wirksamkeit gesetzt. Die Ausschließung von dem Wahlrechte nnd der Wählbarkeit zum Landtage ist in Hinkunft auch in An-sehung der «olgen früherer strafgerichtlicher Erkenntnisse nicht mehr nach diesen, Paragraphen, sondern nach dcn folgenden Bestimmnngen zu beurtheilen. 8 2, Von der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit zum Randlage sind diejenigen Personen ausgeschlossen, welche wegen eines Verbrechens oder wegen der Uebertrctnng deS Dicbstahls, der Veruntreuung, der Theilnahme hieran oder des Betruges (§8 460, 401, 403. 464 St. G.) zu einer Strafe ucrlirthcilt worden sind. Diese Folge der Vcrurthcilung hat bei dcn im § 6 unter Z. l - 10 des Gesetzes uom 15. November l>!67 R. G. Bl. Nr. 13! nufgcführtcn Verbrechen mit Ende der Strafe, bei anderen Verbrechen mit dem Ablaufe vou zchu Jahren, wenn der Schuldige zn einer wenigstens fünfjährigen Strafe vernrtheilt wurde, uud außerdem mit dem Ablaufe vou füus Jahre», bei der oben angeführten Ucbertretimg aber mit dem Ablanfc von drci Jahren nach dcm Ende der Strafe aufzuhören. s ^. Personen, über deren Vermögen der Eoncnrs eröffnet oder das Ausglcichsucrfahrcu cingclcilct worden ist, sind während der Dauer der Concurs- oder Ausgleichs-Verhandlung als Landtagsabgeordnetc nicht wählbar (i> 17 lil. c. der LandtagSwahlordnung.) 8 ^. Das gegenwärtige Gesetz tritt mit dcm Tage der Kundmachung in Wirksamkeit. Die Wahl dcr Wahlmänuer hat am bestimmten Wahltage zur festgesetzten Stnnde, und zw„r für jede Ortsgcmcmde abgesondert am Sitze des Gemeindeamtes, ohne Rücksicht anf die Zahl dcr erschienenen Wähler zu geschehcu, und sind dabei die Bestimmungen dcr nach folgenden 58 >i'», 40, 41 dann-13 bis einschließlich 4? in analoge Anwendung zu bringen. Jeder Wähler hat so viclc Namen zu nennen, als Wahllnänncr zu wählen sind. Zur Giltigtcit der Wahl der Wahlmäuncr ist die absolut Mehrheit dcr Stimmcudcu nothwendig. Wird dicsc bci dcr ersten Abstimmung nicht erzielt, so ist nach dcn Acstimmnugcn dcr Htz 48, 4i» und 50 weiter vorzugehen. § 37. Die dcn Wühlern nnd beziehungsweise Wnhlmän-ncrn erfolgten Lcgitimalionstarlcn berechtigen zum Ein-trittc in das bestimmte Wahllocalc und haben als Aufforderung zu gelten, sich ohne jede weitere Vorladung an dcm daranf bezeichneten Tage und zu dcr festgesetzten Stnndc zur Vornahme dcr Wahl ciuzufindcn. Der Mangel der Lcgitimatioüütarte allein hindert jedoch weder am Eiutrittc in das Wahllokale, noch au dcr Ausübung des Wahlrechtes, sobald der Name des Wahlberechtigten in dcr Wahlliste der Wähler eingetragen nnd die Identität seiner Person von dcr Wahlcommission anerkannt ist. Ans dcr Motivirnng des Berichtes entnehmen wir, daß 1. die beiden Rcgicrnngsvorlagen u) betreffend die Abändcrnng des tz 18 der Landcs-Wahlordnuug unverändert nnd d) über den Verlnst dcr Landtagsmitglicd-schaft mit Einschaltung des Wortes.- „rechtskräftig" vor dem Worte: „Strafcrteuutuiß" - und mit dein Bci-satzc, daß beide Rcgicrnngövorlagcn als Gesetze gleichzeitig in Kraft zu trctcn haben, damit auch dcr Verlust dcr Landlagömilglicdschaft nach dcn milderen Bestimmungen des 8 18 beurtheilt werde — angenommen wurden, 2. zum tz 12 ein Mitglied des VcrfassungsanS-schnsscö dcn Antrag stellte, die Gemeinden, Eorporntio-ncn oder Gesellschaften seien nicht durch ihren Vorstand, sondern durch cincn eigens gewählten Abgeordneten zu vertreten, waö vcrworfcu wurde, ciiieolheils, weil der Vorstand dieselben in noch wichtigeren Angelegenheiten zn vertreten habe uud weil audcrcrscils die Nachwcisnng dieser Bevollmächtigung zn vielen Schwierigkeiten unterworfen wäre. 3. die §'§ 13, 15), 16 einstimmig angenommen wurden, so auch tz >l7. 4. Zu tz32 wurde von einem Ansschnßmitgliede die schriftliche geheime Abstimmung vorgeschlagen, jedoch verworfen, weil nach dcm gegenwärtigen Bildungszn-stände, wornach viclc Wähler nicht lesen noch schreiben können, Inlrigncn und Täuschungen ermöglicht würden. Das öffentliche und Vcrfassnngslcbcn fordern aber männliche Charaktere, die ungeachtet aller Beeinflussung ihrer Ueberzeugung getreu bleiben. 5. Die Frage des Princips der Interessenvertretung hat der Anöschuß uicht vor sein Forum gezogen, er hat daher in die bisherige Grnppc der Städte nnd Märkte nur jene Märkte einbezogcn, welche durch Gewerbe nnd Handwerk mit dcn schon bisher in dicser Grnppc wahlberechtigten gleiche Interessen haben. Ucbcr die Einbeziehung dcr Märkte: Planiua, Scnosctsch, Eis-ncrn, Kropp nnd Sciscnbcrg war mail ciuvcrstaudcu. Nur bezüglich dcs Marktes Zirlni z wendete ein Mitglied dcs Ansschusscs ciu, daß derselbe nicht genug gc^ wcrblichcS Leben aufzuweiscn habe. Die Majorität entschied dagegen, weil Zirtniz mehr Gewerbesteuer Zahlende hat, als Obcrlaibach und Laas, die iu dicser Gruppe wählen. Gegen die Einziehung uon Sodcrschilsch nnd Rcifniz in dcn Wahlbezirk Goltschec haben 2 Ausschußmitglieder Verwahrung eingclcgt uud auch die Stadt Gottschcc potitionirt, weil durch dicsc Einbeziehung die Slovcncn gegenüber dcm dcnlschcn Gottschcc ein Ucbcrgcwicht erhalten würden, und so dic dentsche Natiouolität im Landtage nicht mehr vertreten sein würde. Diesem stellte die Ansschnßmajorität entgegen, daß der Landtag nicht einzelne Voltsslämmc, sondern das ganze Land vertrete und daß dcr Wahlbezirk Gottschec-Ncifniz mit einem Abgeordneten auf 2100 Einwohner und 140 Wähler im Verhältnisse zu dem Rndolfs-wcrlhcr, dcr 8000 Einwohner und 800 Wähler zählt, lind auch nur cincn Abgeordneten wählt, zn klein wäre. 0. Dic Zusammcnlcguug dcr Städte Krainbnrg, Laibach, Ncumarlll, Raomannsdorf, Stein nnd dcr Märkte Eiönrrn nnd Kroftp iu ciuen Wahlbezirk mit dcm Wahlorle Krainburg nnd dcr Wahl zweier Abgeordnete crlanutcn dcr Ausschuß für nothwendig wcgcu dcr zu wcitcu Eutfernnng dcr Steiner uon Ncumarltl, während.Krainbnrg den Mitlclpnntt dcr gedachten Städte nnd Märkte bildet nnd ihrc Iutcrcsscn zicnilich gleich' cnlig sind. Dabei wnrdc auf dcn mit allen gegen eine stimme diesbezüglich gefaßten Landtagsdcschluß vom 21. December 1866 Bezug genommen. Dagegen stimmten 2 Ausschußmitglieder uud auch Radm a u nö dorf und Ncnma rktl hatten dagcgcn pctitiouirt. Dcr Antrag eines Ausschußmitgliedes,' daß die Wahlen nach Maßgabe dcs Gcsctzcs uom 2<». Juni l. I. über dirccte Rcichsrathswahlcn in jedem einzelnen Orte stattzufinden haben, wurde, obwohl dic Nützlichkeit dieser Bestimmung aucrkaunt wnrdc, verworfen, weil die Majorität dcr Meinung war, diese Neuerung weide, als dcm ganzen Systcm dcr Wahlordimng widersprechend, die a. h. Sano tion nicht cihaltcn, andererseits aber die Vcrusuug auf obiges Gesetz für dcu Landtag keine Wirtnug habe. Auch wnrdc die mögliche Stimmzersplittcrung eingewendet. 7. Die S§ 5, 7, 8 m,d !< wnrdcn ciüstimmig an-^nommcn. 8. Bezüge!) dcs Gr o ßgru u d b c s itzes stellte ein Ausschußmitglied dcn Antrag aus lmverändcrtc M< lass>n,g dcr bishcrigln Bcstimmnn^cn, weil dcr Großgrundbesitz hinsichtlich dcr Grundenllastung bcsolidrre Iülcrcsscn zu wahren habe; allein dcr Ausschuß stimmte iu dcr Majorität dagegen, wcil die Grnndelillaslnüll, ivcnn anch »och nicht vollständig abgcll'ickell, dl'ch gesetzlich ci.tschicdeu sci, uüd dahcr uicht mehr in dt'u legiö-latorischcu Wirknu^skreis dcs Landtages füllt, außerdem nber nicht abzusehen sei warum der nicht land» täflichc Grundbesitz aus dieser Grnppc ausgeschlossen sein soll. Nach statistischen Nachwcisungcn zahlen die iu dcr Landtlifll e>na.c> ' rcn Idealen umzuformen fuchcn und uuserc Mitwirtl»'' vcrwcigcru, wcnn dicscS nicht gelingt? Redner glaubt uicht, daß ciuc solche Politik a»i d" Zeit sei. Wäre Smolka vor dcm 2. März 186? '" scincm jetzigen Antrage aufgetreten, hättc er dcnscu, damals mit dcr gleichcu Ausdauer vertheidigt wie 1^' so hätte cr die Völkerwanderung in dcn Rcichsrath a^. halten lönncn; cs hätte sich vielleicht in Oesterreich Födcralismns anstatt des Dualismus herausgebildet. 1643 Den Nagel auf den Kopf treffen, heißt den richtigen Moment wählen. Scit damals hat sich alles geändert. Die Ungarn haben sich die Selbständigkeit erkämpft, die Czcchen eine halsbrecherische Politil gewühlt. Es besteht in Oesterreich eine neue Ordnnng; um dieselbe umzuändern. braucht man Zeit und Macht. Wir haben aber weder Zeit für eine wcitaussehcndc Politik, noch Macht in unserer Eigenschaft als Ocstcrreichcr, in cmcr österreichischen Action. Daher müssen wir auf gesetzlichem Wege vorgehen, nur das verlangen, was gerecht und für uns wie für Oesterreich nothwendig ist, und unsere Autonomie wird bem österreichischen Staat eine neue Kraft zubringen. Daher bin ich auch sowohl mit der Adresse, als auch Ulit der Resolution, welche auf dem § N) der Landes-ordnuug bcrnht, einverstanden. Ich sehe in denselben eine Fahne für unscrc Delegation, welcher treu zu bleiben diese moralisch verpflichtet fein wird. Wenn wir aber anch nicht darauf bestehen müssen, Dcstcrrcich auf nnscrc Art glücklich zu machen, so braunen wir doch die Wahrheit nicht zu verhehlen. Ich schätze die Verdienste dl,s Grafcn Goluchowski hoch und weiß nnch die bitteren, aber großen Wahrheiten zu würdigen, die er uns gesagt hat; allein er sagte uus selbst uicht, daß wir illegal vorgehen, soudern bcstritt nur die augenblickliche Opuortuuität uud tadelte unsere flüchtige Arbeit. Was das erstere betrifft, so müssen wir eben in dein Momente, wo der Mouarch das Land besucht, um dessen Zustände kennen zn lernen, die volle Wahrheit sagen. Was das letztere betrifft, so ist eine vollkommene Arbeit scltcn zn finden und einzelne Corrcctu-U'n schadcn oft mehr als sie nützen. Ich glanbc gerade, baß wir die Vorlagen <» l'loo beschließen sollten, um für so mauchc andere wichtige Arbeit Zeit zu gewinnen. (Beifall.) Popicl findet es unrichtig, daß man alle Schuld an der jctzigcn Lage anf den Beschluß vom 2. März v. I. schieben wolle. Wären wir damals nicht in den Neichsrath gegangen, so war der Erfolg anch ein zweifelhafter. Wir hatten in Oesterreich scit 1848 sechs octroyirtc Verfassungen, vielleicht hätte man nns die siebente octroyirt und einen Statthalter nebst 500 böhmischen Beamten auS Wien geschickt. Warum rathcu uus dicsclbeu Abgeordneten, jetzt nach Wien zn gehen, welche damals dagegen sprachen? Vielleicht meinten sie es nicht aufrichtig; sie wollteu sich auszeichnen, sicher, daß sie doch in der Minorität leiben würden. lMurrcu; der Landmarschall ruft den Ordner zur Sache.) Zur Mandatönicdcrlcgung möchte 'ch nnr jene Delegate« anffordcrn, welche ihre Mandate nicht gchvrig vollzogen haben. (Eine Stimme: Ich bitte sie zu nennen.) Den Herren aber, welche vom 2. März unmcr wie von einer Wuudc sprechen, möchte ich zupfen: H!<'lNc-<>, l<> l>»,>ul» ! (Heiterkeit.) Sauguszko meint, daß sich nnscrc Lage dnrch °>e neue Gestaltung der Dinge nicht verschlimmert, son» bern gebessert habe. Man solle nicht vergessen, daß mit ^'"führnng der neuen Verfassung der § 1!i der Fcbruar-?erfassung gefallen sei, welcher uns den AclagcrnngSzu-Nllnd brachte. Es sind uus manche Zugcständuissc gedacht worden; freilich gebührt uus mehr. Dieses Mehr Gerden wir aber eher in Güte erreichen, als wenn wir, "c Schwachen, das Ministerium und den Ncichsrath 5" tcrrorisircu versuchen. <^ . Graf Adam Potocki ist der Ansicht, daß die ^'cihcitsidce ihre Höhcrc Entwicklung iu der Freiheit ^' historisch-politischcu Individualitäten finde. Diese >loee, verschieden benannt, ist es, welche uuscrcr Action ^ Gruude licgt. Wir müssen aber nicht nothwendig Mcich allcö anstreben, was uus anf Grundlage dieser ^°ec früher oder später zufallen muß. Wir haben wc-^ scslc. ualürlichc Grcuzcu, wie die Uugaru, uoch ciue '"e Schichten der Gefcllschaft umfassende Solidarität. ^ die Eichen; daher fehlt uus die physische Macht. . lr dürfen sonach nur dasjcuigc verlangen, was offen-^^Ittccht und billig ist, was man alich dem Schwa-« ," uicht verweigern kann. Solche Pnnktc sind: 1. ein "touomcs Schulwcscu, 2. Autonomie in der Vcrwal-^s- und Gcrichtsorgauisation, 3. ein Minister oder 3lüs '^"' "^ Vertreter im Rathe der Krone, 4. dic ^ lchciduug einer Quote aus dem Ertrage der Steuern Deckung der Bedürfnisse des Landes. „ ^icsc Puuklc sind cs uuch, welche zu uliscrcr fer-^ ^" unlionlilcn Eutwicllung lnuntbchrlich erscheinen. ^ jungen wir mehr, so schwachen wir die Bcdcutsamtcit stle 9l wünsche ab, wenn es gleich lichtig ist. daß uu- ^llsplüchc dereinst wcilcr grhen werdln. D. Nozlowsti ergeht sich iu Vorwürfen gcgcn die ^l nation. Bom Landmarschall znr Uutcrlassnng per. '^n Zwcckcs aufgefordert, bricht er kurz ab. ^'dlil "^" fiudct es wuudcllich, daß gcradc die 3ledli!. !^^" bcn Commissionsantrag ih" b^lümpsl, dic l'chcn m ^" ^olnmissionsanlrag abcr, sci»c- cigcnt-der em ' ""' '^" "'cist todtgcschwicgen hoben. Nnr die ^'^' ^oczkuwöki habc ilm unterstützt. Wczyk h^ibc lamps. ^'"" ^"'" polnischcn Standpunkte ans bc> ^cr s,«!,s b'k^lbc mit einer Ehe vcrglichcr,. Sie sei Wic^/ ^',^"s mic isracliiischc Eh>', wclchc jcdcrzeit fisch ^',. s^/ wc'dcn kann. Man verlangt ein spcci-'Ncinc 5>> ^ Programm; ein solches ist eben daS N)ir, die ."' '°^^ ^^ Poltnlhnm darin liege", doß wir auf allen Schlachtfeldern Europa's und Amerika's für die Freiheit getämpft haben, uns nicht darum bekümmern, was au der Moldau und Weltawa vergeht? Nach mciucu eigenen Erfahrungen aus meiner Thätigkeit im constiluirendcu Aueschnssc von 1848 wünscht auch die Mehrzahl der übrigen Völker in Oesterreich die Föderation. Wenn daher der Abgcord» netc dcr Sladt Lcmdcrg (Graf Golnchowsti) glaubt, daß die Mührcr dcm Anschlüsse an Bohmcn nicht geneigt seien, so kann dics höchstens vou den Dcutschcu daselbst gelten. Weun die Bulowiua sich nicht mit Ga lizicu verbiudcn will, so mciue ich, sie uicht zu zwm-gen um so wcnigcr, da dieses Land gerade mir, ulö gewesenem Präsidenten dcs Rcichsr^lhcs zn Krcmsier, scinc proviucialc Selbständigkeit zu daukcu hat, nachdem es vorher durch 60 Jahre mit Galizien uerbnn^ den war. Uebel Haupt lu stehe ich nicht gerade auf den vou mir vorgeschlagenen vier Grupvcu; meinetwegen mache mau daraus fnuf, sechs, oder wic viel man will, weun uur das Princip dcr Föderation ancltannl wird, gcgcn welches auch die Ungarn nichts habcn können, weil dec von ihnen inauMirtc Dualismus uichts un» dercS ist als eine Föderation vou nur zwei Lünderu oder Wandergruppen. Daß übrigcus dieses Princip mil dcm monarchiichcn Princip gnt vereinbar sei, lehrt uns daS Beispiel von Schweden uud Norwegen. «Schluß folgt) Oesterreich. Wien, 28. September. Die „Wieucr-Avendpost'' schreibt: Die Verschiebung dcr plojeclirtcn Ncisc Sr. Majestät des Kaisers nach Galizieu hat eine Reihe von Gerüchten hervorgerufen, die in den öffentlichen Bläl« lern lebhaft erörtert werden. Es ist nus unmöglich, anf die Flut dieser einander großcntheils widersprechenden Angaben dcs nähern einzugeycu, zu dcrcu Eharattcri. stlt es gcnügcu mag, auzuführen, wic belsfticlowcise ein hiesiges Blatt den Miuislcrrath fast permaucnt Sitzungen hallen und Bcschlüsje über die „galizischc Frage" fasscu laßt, währcud thatsächlich seit dem letzten Dienstag, den 22. l. M., un welchein Tage die laufenden Geschäfte erledigt wurdcu, eine Ministerrath» sitzung weder stattfand, noch stattfinden konnte, da bc« lunlulich ein Theil dcr Herren Minister gar nicht in Wien verweilte. Auch glauben wir, daß die Motive des Atlcr» höchsten Entschlusses so offen daliegen, daß es ziemlich überflüssig ist, etwas zu ihrer Erläuterung hiuzuzufügcu. Wir beichränlcn uns daher darauf, ausdrücklich uur zwei jcucr Gerüchte iu daS Ncich der Erfindungen zu verweisen. Das eine dclfelben knüpft sich an die Mcldnna. eincS ungarischen Blattes, daß die Hallnng einer fremden Macht von Elnflnß anf die Eulschlleßnng Sr. Majcslät des Kaisers gewesen sei. Eine del artige Elnflnß nähme hat — wic wir anf das bestimmteste u> rsichcrn tonnen — weder direct, noch indirect irgendwie stalic,cfnne.cn und ebenso ist die Mittheilung, daß die Verschiebung der Allerhöchsten Neisc mit Berichten Sr. la,serl. Hoheit des oinch» l.mchtigstcn Herrn Erzherzogs Albrecht m inncrcm Zusam° mculMgc stehe, vollständig nnd schlechthin unbegründet.— Vor Beginn dcs hentc um eilf Uhr slatlgcfuudcucu Miuistcrralhcs uahm Sc. Durchlaucht Fürst AucrS-pcrg von den bei ihm crschicucim, Mimslcru Abschied. Dcr Fürst, dessen Haltuug uud Äiiencu Spuren dcs tiefen Leidens zcigtcu, war fchr ergriffen und an einer Stcllc sciucr Ausprachc erstickten bciuahc Thrüucu seiuc Worte, Se. Durchlaucht bezeichnete dlc Zeit, währcud welcher er dem Miuislcrrathe vorstand, als eine ihm uuvcrgcßlichc. Er versprach, dcr Richtung nnd Anf-gabe, welche das Ministerium vertrete, anch sür die Zukunft scinc treue Uutcrslützung uud forderte die Mmi-stcr, deren Patriotismus uud geistige kraft er betonte, auf, fortan ihre Dicustc dem Monarchen und Vatcr-lande in fester Einigkeit zu widmen. Sc. Excellenz dcr Ministerpräsidcnlcnstcllverlrcter Graf Taaffc gab im Namen seiner sämmtlichcu Eollcgen den Gefühlen dcö Bedauerns und dcr Dankbarkeit bei dcm Scheiden ihres bisherigen Präsidenten Ausdruck. Der scheidende Präsident sei cS gcwcscu, dessen Name, Patriotismus und politische Gcsiunuug ciu liberales Ministerium cr-möglichtcu uud dcr dicscm letzteren die Devise: ..Einer für alle lind alle sür einen" als leitendes uud hoch zu haltcudcs Vcrmächtuiß hinterlasse. Diesen Worten fügte dcr Eultus-nnd UntcrrichtSmiuistcr Ritter v. Hafner als Mitglied dcö .NcrrcnhauscS uud ocs böhmischen Vaudlagcs noch die Bictc l)iuzu, Se. Durchlaucht möge als Mitglied dieser beiden Körperschaften dcm Mmistcrium scinc gewichtige Unterstützung anch fernerhin zu Theil werden lassen. Trivst, 28. September, l Amerikanische Schiffe abgesegelt.) Die Fregatte „Franklin" mit Admiral Farragnt an Bord und dcr Dampfer „Frolic" haben gestern unsere Rhcdc verlassen, nachdem sie mit den t. k. Kriegsschiffen, Fregatte „Donau" und Eorvcttc „Friedrich" (beide bekanntlich für die ostasiatische Expedition bestimmt), welche gleichzeitig hier eintrafen, Salntfchüfsc gewechselt. Wir hoffen, daß die wackeren amerikanischen Seeleute die Tage, welche sie iu unserer Mitte verlebt, in frcuudlichcm Audcnkcn behalten, und in der Aufnahme, wclchc sie hicr fanden, einen Beweis dcr hoheu Achtuug erblickt habcu werden, den dcr Kern unserer Bevölkerung — nach dem treffenden Ausspruchc dcs Herrn FML. Möring — allen zollt, die sich durch eifrige Pflichterfüllung zum besten ihres Vaterlandes auszeichne». Uusland. Vukarest, 19. September. sTr. Ztg.) (Die KricgSv or bereitn ugen) nehmen hicr ihren un-uutcrbrochcneu Fortgang. Man begnügt sich nicht mit der Organisation und Vermehrung der Armee und der anßcrordeutlichcn Mcngc von Waffen, die fortwährend angeschafft werden, sondern will außerdem durch eine Subscription, wclchc „Romauul" angeregt, noch 50 bis l)0.000 Gewehre oder vielmehr die Mittel zum Ankaufe derselben aufbringen. Der Patriotismus der Rnmänen zeigte sich bisher zwar noch niemals in besonders glän-zenocm Lichte, sobald cS sich nm Gcldopfer handelte, indessen stehen an dcr Spitze des Eomit^s, welches die Waffensübscription leitet, Männer, die einflußreich gc> nng scheinen, damit eiu paar hnndcrttanscnd Ducatcn aufgebracht werden. Eine vorgestern Abends im „grünen Baum" abgchalteuc Vcrsammluug erwählte in das e^ wähnte Eomitl' den Metropoliten, den reichen Geld-Wechsler Ealcndcrlu, den cheinaligcu Uutcrrichtsminister Bolintcnianu uud dcu der Rcgicruug ergebenen Gregor Eantacnzcno, anßcrdcm 12 Bukarcstcr Kaufleute. Bei dieser Vcrsammluug wurde ersichtliel,, daß die Regierung sich dcr Priester, des Fanatismns und des Fremden^ Hasses in den uutcru Volksclasscn zn bedienen gedenkt, nm dieselben sür einen Krieg zu begeistern. Wenn der „Nomanul" übrigens zur Förderung der Waffensubscrip-tio» sich des Natioualhasscs gegen Ungarn bedient und die Bevölkerung auf jede Weise aufzureizen sucht, so ist dies uur ein Mittel zum Zweck. Fürst Karl uud scinc Miuistcr zählcu mit großer Sicherheit anf den Ausbruch eines großen Krieges uud hoffen mit Hilfe Rußlands die Unabhängigkeit Rumäniens von dcr Pforte, fo wie Siebenbürgen und die Bukowiua zu erhalten. Auch sott Nußlaud die Cessiou Bessarabicns als Preis der rumä-nisch-preußischcu BuudeSgcnosscnschaft zugesagt haben, um ein weites ausgedehntes Reich für den Sproß dcS HauseS Hohenzollern zu schaffen. Mffesneuigkeiten. — (Entbebu ng.) Der Professor der Theologie an der Wiener Uniuersitttt, P. P.lleglinctti aus bem Domini» canet-Orden, hatte aus Gewissenüglünden sich geweigert, den von allen Elaatsbediensletrn geforderten Eid auf die ElaalSgrunvsslsche abzulegen. Nachdem die Sache monatelang in der Schwebe war, ist die Enthebung des genann« ten Hcrrn Professors mittelst laiserlichen Decretes dieser Tage erfolgt. — (Die neuen S cb u l d t i t e l der unificii« ten Staatsschuld.) Im Finanzministerium hofft man, oie Schilll'titel der unifieirten Staatsschuld noch bis ^um nächsten November fertig z» bringen. Die dabei zu über» windenden Schwierigkeit«"., sino zwar sehr bedeutend gewe^ sen, allein nachdem die Hollander foltwllhrend auf die neuen Titles dnngrn, so muhte man die grohaltiqslrn An» slrengungen machen, um noch rechtzeitig zum November-Coupon mit den fertigen Stücken auf den Mailt lommcn zu lönnen. — (Unqlüclsfall beim Eiscnbahnbau.) 3lm vorigen Äirustag ist auf der Vaustelle des 112 Fuh hohen Bahndammes zunächst Wasserzcll bei Cickslädt in einer Höbe von circa 50 Fuh auf dem über das Toal führen« den Grusle ein Wagen des Materialzlia/s entgleist und nach theilwlis.r Zerstörung des GenNles mit 7 beladenen NoUlvagcn sammt Mamischast gegen 30 Fus, in dic Tiefe grsllllzt. Von den 16—18 Minn, welche in die Tiefe slü'ztcn, sind einige mit leichten Veiwundungen dlnchg^tom» men: 13 Mann aber mußten scbwrr verwundet in das Spital sscbracht werden, von denen sich 5 — 6 in Hoffnung«-loscm Zustande befinden. — (Von der V r e n n er b ahn.) Ueber die tel> graphisch gemeldete Vetriebsüülung auf der Vrennerdabn berichtet der „Tiioler Aole" unlelm 21. September: Vor« gcslcln gegen Mitternacht wurcc durch Auftritt der Wilb-wässer die Äahn zwischen den Wüchtelhüusern Nr. 71 uno 72 hei (5alliano auf 40 Klafter in einer Höhe von 6 bis 6 Scbnd uerschütlet, daö Pflaster der Noßbachbrücke weggerissen u»d der Bahndamm flarl belchävigl: ferner wurde die Vahn zwi'chc» den Wächterhüusern Nr. 76 und 77 dmch Abruljchung verschüttet und cin Vlückengewülbe einge' drückt. Auch die Post>ttaße ist dort unscchshar. Weaen Ulbetscklvlmmling der nächstgelegenen O'tsä asten sind Ar-deiler schwer auszutreih.n. D,e Vahn.Unle.bcechung dürfte zwei Tage andauern; der Zugsveltedr wurde volläufig auf die Stricken Kufstttn-Trient und Noveredo-Verona beschränlt. Zug 3, welcher aus Veiona beute Fiüh in Innöh.ucl eiw lnff.>n sollte, lonnle nur CaUiano erreichen, der gestern Abends von Innsbruck abgegangene Zug Nr. 4 gelangte nur H,F Maltarlllo. — S.it g.stern ist anch die obel.ltalie-nische Vahn bei Pistoja unterb>ochen. — (Crplosion auf Malta.) Im Fort St. An« gclo bei Lavalelte auf des Insel Malta ist cin Magazin, in welchem die alten Bomben mit neuen Kapseln verleben werden. Eine derselben fiel am 15. d. aus den HHnoen eines Handlangers, zerplatzte und entzündete zw<> «'" der Näh.» stehende'Pulverfässer. Hierdurch wurden 1l Personen getödtct und mehrere schwer verwundet. Das Hach 1644 flog in die Lust, und das Gcbüude wUldc zelslölt: längs dem Meer wurden abgcrisfene Köpfe, Fi'che und Halde Körper gefunden. Locales. — (Statistit der Gefüllsüber tr etu ngen.) Das Finanzminislerium hat mehrere auf den Stand u»d Fortgang der Untersuchungen über Gcfallö'Ulbllritungen im Jahre I860 bezügliche Auöwcise ueröffentlichet, denen wirNachslehendcs entnehmen : Vlc Tadak-Crnsununlrll belaiu.len ungarischen und stoisch.'!! Vevöltetung bcgang',!!. Alu zunächst für lie Staatsangehörigen lästig slschcii',l die Verzchrungssteuer und tomnlen diesbezügliche SlrosMe am häufigsten in ten Landein der ungarischen Krone, Steiermarl, Böhme»' und Niedeiöslerreich (hier dürfte Wien das Haupttonlingcut liiseii') wegen lee Wiin> und Fllifch-Implistii- vor U>,ler den in Böhmen zur Ilmlihandlung gclangtcn Straffüllen sind es nbelwiegcnd Vcl-lürzungen des Stempels, in Galizicn und der Bulowina des Zoll- uüd Saljgifälle^-. wo.5 durch tie Nähe der russischen Grenzen elllärlick erscheint. Es ergibt sich ferner, daß während in dcn im 3!cichslathc vertrelineu 5tönigl(ichcn und Ländern die Zahl aller Sliasfälle übelhaupl 8400 b'lrug, dieselbe sich in den Landein der ungaufchen Krone mil 14.201. also nahezu das dopp.lle, herauöslcllt. — (Aus der evangelischen Schule.) Nachdem »'«»mehr Kinder jeden N'ligionebellnnlnissls in die lvangslische Schule aufgenommen weide» lönncn, so führen wir uls linen elfreulicheu Beweis sill die tüchtigen Leistungen derselben die Thalfrche an, dab bei einer gestern abgelegten Prüjung zweier Schüler, der eine nach dem Vm Vesuck der 2. Classe die zur Aufnahme in die Realschule erfol-deilichen Kenntnisse auswiesen. Der letzte der erwähnten Schüler überspringt somit, ohne durch Prioatunleriicht sich weiter ausgebildet zu habln, zwei Jahrgänge. — (Dr. Nazlag) wird, wie das „Gr. Vollöbl." Mlldel, als Caildidat für den Leubacker Landtag anstiete». Aus dnl Landtagen. Pest, 2l^. September. (Sitzung des Unterhauses. Trcfort dcaiitragt, dcr Gcsctzcutwulf ülicr die BoltSschulcu werde ciucr aus 25 Äi tglicdcrn lic-steheudcu Commission zur Umarbeitung überwiesen, in welcher allc Confcfsioucu ucrlrctcu fein sollen und welche unter Mitwirkung dcö Cultuöuiiuistcrö Fachmänner der verschiedenen ^'oufcssioucu cinuernelnnc. Der Antrag wird für übermorgen auf die Tagesordnung gesetzt. Das Ausglcichöi. September Smolla protcstirt gegen dic erschwerte Anbringung scincö Antrages wegen ÄufschubcS der Ncichsrathswahlcn. Der Ncgicruugs-commissar küudigt uutcr Beifall die Ucbergabe des uoch übrigen Stipcndicnfonds au den ttaudcöausschuß au. Sodann Debatte über dcn Gesetzentwurf betreffs der Schullchrcrscminaricn. Der Ncgicruugscommissnr cm^ pfirhlt die Vertagung, bis der NcichSrath über die Grundzüge der Boltsschulorganisation beschlossen habe. Linz, 2«. September. Die Wahl des Dr. Schaup aus dem Großgrundbesitze wird als giltig erklärt. Der Landesausschuß wird beauftragt, in der nächsten Session ein Gesetz über das itirchenpatroüat uud die Kostcubc-strcituug fur die Herstellung »nd Erhaltung katholifchcr itircheugcbäudc uorzulcgeu. Sodann beginnt die Verhandlung über daS Vanocsprüliminare für 1809. ^ inz, 28. September. (Abcnositzung.) Die Be-rathling des PräliminarS für das Jahr 1809 wird fortgesetzt. Die Diäten dc. answärtigcn Abgeordneten werdcu uou 4 bis li fl. erhöht. Für außerordentliche Auslagen und für das BultSschulwcscu wcrdcil über Antrag des Dr, Groß 25.000 fl. bewilligt. Salzburg, 28. September. Der Fiuauzaus-schuß berichtet über die Prüfnug des Rechnungsabschlusses des ^andcsdomcstical nnd des ^andschaflSpensionssonds pro 18l)7. Der PerfassungsauSschuß beantragt die Ab-ändcruug der ^andgcmcindcwahlordnuug in dcn 88 ^, 8 uud l,1 bezüglich der Grimoe der sluSfchlicßung uom Wahlrechte und der Wählbarkeit und es wird der vor gelegte Entwurf angeuomme». Der Gesetzcutwurf, bc^ treffend die Freiheit des Verkehres mit Grn»d nnd Äoden, wird in der uulicräudcrten Fasfung der Ncgicrnngsvor-lagc bei nalucntlicher Abstimmung mit 18 gegen 4 Stimmen angeuommcu. IuuSbruct, 28. September. Es wurde bc^ schlosscu, die Dienstbotcnordnnng l>om Jahre 1857 einer Revision zu unterziehen und dabei anch die Arbeitstage für die ^andwirthschaft zu rcgulircu. Graz, 28. September. Die flovcuischcn Abgeordneten melden eine Interpellation an wegen eines feitcnS der BczirtShauptmauuschaft in ^uttcubcrg an ciueu Lehrer der Hauptschule ergaugeucu Verbotes, die sloucnischc Sprache beim Unterrichte anzuwenden. Dos rcmdirtc Statut der technischen Hochschule wird gcuchmigt. Das Statut für Graz uud die Acndcruugcu deS Slaluls für Marburg wcrdeu angenommen. A grain, 28. September. Heule wurden die ^aud-tagSsitzuligcu vertagt. Graf ^anlouie hat sein Mandat niedergelegt. Die Adresse wird Sr. Majestät dem Kaiser durch eine Dcputatiou überreicht, lcr wahrscheinliche Wicdcrzusammcutritt des Landtages erfolgt Ende October. Zar a, 25. September. In der heiligen Eitzung dcS Vanotagcö wlirdc die Dautatrcsse a» Se. Nca> jestäl dcn Kaiser für dic Sanction der Stautoglmid' gcsctze voin 21, December 1807, wodurch Dalmatien der definitive Verbund mit dcu iui Reichoiathe uellre» telicu zlöuigrcichcn und ^äudcru zugcsichclt wiid, mit 22 gegcu 10 Stimmen angenommen. Neueste Psji. Wien, 29. September. (Tr. Ztg.) Die Morgen-blatter melden: Die Demission des Statthalters von Galizicn Grafen Goluchowsli wurde vom Kaiser angenommen. Der Miuistcrralh beschloß den galizischcu ^audlag uicht aufzulösen. Räch einem Telegramm der „N. Fr. Pr." wird gegen dcn Viuzer Bischof wegen Verbrechens der Ruhestörung dnrch seinen Hirtenbrief eine gerichtliche Untersuchuug eingeleitet. Prag, 28. September. Am Zizka-Äergc und auf dcu bcuachbarteu Fcldcru fanden große Mcnschenansamm-lungcn, meist aus Gesellcu, ^ehrjuiigcu uud Taglühncrn bestehend, statt. Dieselben warcu uicht orgauisirt uud hatten keine Führer. Die Infanterie schritt ein und die Mcugc räumte dcu Platz auf die erste Aufforderung. Rur wcuige Vcrhaftuugcu wegeu cxcesfiven Bcuchmeus wurdcu vorgcuouimcn. Alchrcrc Polizciwachorgauc wnr-den infultirt. Vor der ^Iccuthor-ztascruc fauo ebenfalls ein Scandal statt. Desgleichen versammelte sich vor der Wcuzcls-Statue cinc Voltsmcugc uud saug daselbst Vicdcr ab. Die durch daö 3loßthor iu die Stadt ziehen-dcn Voltshanscu wurden durch die Eommunalpolizci verhindert, sich zu vcrcmigcu. Uu, 10 Uhr Abends herrschte überall Ruhe. Klagen fürt, 28. September. Daö Schulgesetz wird iu der Epccialdcbattc bis § 5) augcuommcu. Der AbändcruugSautrag dcö Ausschusses, dcu Vertretern der Kirche und der Schule im OrtSschulrathc uur eine berathende Stimme einzuräumen, wurde nach Ablehnung zweier Gegenanträge angenommen. Pariö, 28. September. DaS Journal „Clairon", welches iu Sevilla erscheint, veröffentlicht am 20stcn d. M. eine Proclamation von General Prim. Es heißt darin.- Die Sluudc der Revolution hat geschlagen. Die Schlechtigkeit dcr Regierung machte verspätete Concessionen uumöglich; man möge dem Voltsnrthcile nicht vorgreife». Die Proclamation empfiehlt allgemeines Stinuu-rccht. DaS Manifest dcr Revolutionsjnnta iu Scvilla proclaiuirt allgemeines Stimmrccht, Prcßfrcihcit, Unter-richtsfrcihcit, EultuSfrcihcit, Handelsfreiheit, eine liberale Tarifrcform, die Aufhebung dcr Todesstrafe, Uu-ucrlctzlichkcit des HauSrcchtcs, dcS Briefgeheimnisses; ferner Aufhebung jcucr VcrfassungSartikel, welche übcr die EtaalSrcligion, die Dynastic uud Throufolgcorduunss Acstimmuugcu enthalten. Die Proelamation kündigt ciuc neue Organisatiuu dcr Ntariuc uud Armcc, gleiche Vcr» lheiluug dcr Vastcu, Verminderung dcr Steuer für 5!c-bcnSmillcl und dic EortcSwahl durch allgemeines Stimmrccht an. Dcr Schluß dcö Manifestes lalltet: Es lebc die Freiheit! Nieder mit der Dynastle! Es lebe dic ua." tioualc Souvcräuctät! Die Proclamatiou, welche in Eadix am 19. September crlasscu wuide, ist uutcrzcich' uct von Scrrano, Prim, Dlilcc, Bcdoya, Topcte uud andcreu. Sie kündigt dcr Rcgieruug dcu Gehorsam auf, und erklärt, daß die Waffen nicht früher niedergelegt werden sollen, bis der Ratioualwillc ausgeführt sein wird. Telsssraphische Weclisclcvurse vom 29, Scplcnibcr. f.pcl».-. ^i^üHique« 50.45). — >',prrc. Melalli^licc mil Mai nnd ^'ovembcl-Ziüscl, 57.^0. —bperc.Nl^to-.ia! Aul^n: 61.00. - l^.iWer Siaatellil'!!!c,' 8>r Militärgrenze 66.896, croalische Militärgrenze 150.721, Dalmalicn 650.000, da6 Küslenlaud 356.000 und Tilcl 210.000 (^imei Weinc. — Vergleichsweise sci bemerkt, daß Frant» reich mit 2 Millionen Hectaren-Weinland jährlich über 7<1 Millionen Eimer Wein erzeugt. Angekommene Fremde. Am 27. Scptcmlicr. Ttadt ÄNicn. Die Herren: ^eliaü, jlaufm., Uun Trieft. ^ Tüiianrr, itanfm, und Kohn, uu» Wi^ii. — Langer, Gnisbe-sihcr; uuu Pogcinil.', — Pintliach, uon gtntccc. — Dclciia. Bosi!>,cr, vun Scsana. — Santuer, i.'rhl,cr, von Gottschee. ' 2)l(Ulli!uuitz, uoii ^lissinfticcolo Glef.lnt. Die Hern»: ^itcmel?, Aank-Beauitcr, nnd Mrasccl, Priu^lier, uou Wicu. Stern, jtanflii., uo» Agram. ^ Mures, uon Fiuine. — Aarlic, uon Vacc. — Iahn, Apulhe-ln-, von Slnn. — jlomrthar, itülschliermeistcr, oon PeüMl-^- Tuin'lio, von Trieft — Dic Frauen: Aaroiiiu Mac^)l'e»>c», lion ^i^nz. Doliiicr, Direclorogattin, uon Hof. Htaiser von 4>esterreic!,. Frau Mall»), ^edcrer^gallin, "<,"> ^icumarlll. ^Noleornslililsche NeosiMtllll^'ll in Lailiach. ^ u Z ,n '3 ^ .3 « Vl " ^ ^-»,s «> ll. Mg. ^'».!I 4-11» wlüdslill heiler 2l». 2 „ N. 326.U5 ^-17,5, W. mäßig hawhritcv ^ 0.0„ 10 „ Ab. ^20.1-. 111... W.s. schwach slcrneuhell ^ Sternenhelle, Nacht, Herrlicher Morgrn. Klare Lnft. schw^ chcr Weslwind. Abcndroth. Milde Wilicnma. anhaltend. Da« Tagcomiltcl der Wärme j- 13 2", um 2.3" lilier dein !>)iormale' Bcruulwortlichcr iltedaclenr: Igna; «. K l ?, u n, a l, r. Dörftnbericht. Wien, 28, September Fondö uud Aclien ruarcu im allgemeincii maller, Deuiscu uud Valutcu clwaö steifer, Geld minder flllssig. Geschäft sehr limilirl. Veffentliche Hchuld. ^. de« Staates (filr 100 fl) Geld Waare Iu ü. W. zn 5pLl. filr 100 fl 5^.90 54.10 delta u. I, i«l;,; .... 57.K5 5?.75 dcllo riichahlliar (z) . . . <?.^o s>7 W detto.....„4;,. 5075. 5>1'25 Mit Verlos, v. 1.1«89 , , , ,65— 1 uu.-. „ „ „ „ 1854 . . . 78.- 78.^5 „ „ „ „ I860 zu 500 st. .^I.w 81.« 0 „ „„„ I860 „100,. l'1.80 Ü2.2N „ „ „ 1864 „100,. 01.30 U1 ^0 Com0'3ielilmsch, zu 42 I.. uudt. 23,— U4.— Domaiuen 5perc in Silber 106.25 106.50 U. der Kronländer (fiir 100 st.) Gr.-^utl.-Odli8. NicdeMmcich . ,;" 57« 86.40 86,80 Olirrösteilkich . „ 5 ,, 88.— 8^.- Salzburg .... ,, 5 „ «7. - ««.— Geld Waare Böhmen .... zu 5°/„ l>2.— !»2.50 Mährni .... „ 5 „ 89.5l> !<().— Schlesien , . . . „5 ,. 88.50 8!)-— Stciermarl . . . „ 5 „ 86,50 87.50 Uligaru.....„ 5 „ 72,25 72.75 Teinescr-Banal . . „5 „ 71.50 72.-- Ernatieu uud Slavonien „ 5 „ 73.— 74.— Oalizim .... „ 5 ,. 200 fi. ,!6er,.V.2W „ ,. 146 50 147 — Sllo.St.-,l.:ven.u.z.-l.E.200fl. 0. W. oder 500 Fv. . . '. , «<,.__ 184 29 Geld Waare Gal.Kllll-Llid.-V. z.200sl.EM. 207.— 207.50 Böhm. Wcllbahii zn ^00 si. . 151.75 152.— Oest.Dott.-Dampfsch,-Grs. «^ 517.— 51:».— Oesterreich. Lloyd in Trieft Z I 224.- 2^6.— Wieu,Dampfm,-A(,-tg, . . . 360.— 370.— Pester Kcttrnbrilclr, .... —.— 43<< — Anglo - Austria- Vanl zn 200 fl 157.25 157.75 i'l'mlierg C;ernl,n,i::cr Aclieu . 183.25 183.75 Versichcr.-Gesellschaft Donau . 252 - 254.— Pfandbriefe (fitr 100 fl.) National- t haut auf > verloöbar zu 5'/.. <<7 80 l'8.— (f. M. j <)l'ationald.aufü.W.vrrlosb.5„ 93 25 i)3.50 ling.Auo.-Crcd.-Aust.5n 5'/, „ ;mpssch.-G.z.U>0fl.CM. W.-- 91.- Sladtgem. Ofen „ 40 „ 0. W. 30.50 31.— Estcrhazr, zu 40 fl. «M. 150.— 155.— Salnl ., 40 „ „ . :j7._. 38.— Geld Waa" Palffy zu 40 st. CM. 28.- ii»^ Clary ,. 40 „ ,. . 3150 li2.^ St. Grnoii, ,. 40 „ „ . -.— lj"^ Windischgväh „ 20 „ ,. . 20.- 21-^ Waldstein « 20 „ „ . 20 50 21-"" Kcglrvich „ 10 „ „ . 14.5« 1^ Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 13.50 I't" Wechsel (3 M°n.) Augsburg sllr 100 st, süoo. W. l<6.25 9'^ Franlfnrt n.M. 100 st. dclto ft<>.50 ^'H Hamburg, für 100 Mark Banlo 85 10 ^'^, London filr 10 Pf. Sterling . 11610 U^g Paris fiir 100 Frants . . . 46.— ^ ^our^ der (Heldsovten Geld W°°" K. Müuz-Ducat