Televlwn Nr. 2325 Wahlspruch: War wir begehrt» von der Zukunft Rtmetti Soft Vrol und Arbeit uns gerüstet (tetien, Das; unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere Greis« nicht mehr betteln gehen. ®, Herweg 9er bcheckkonto 38.415 Zentralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. RedaMon: Wien VA, Zentagaffe Nr. 5. Redalitlonrschlub: Zwei Lage vor de« Erscheinen de» Blatte». Sprechstunden sind jeden Tag mit Ausnahme der Somr- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis Va4 Uhr nachmittags. Insertionspreis: .Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 14 Heller. Bci Iahresauftrag Aabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich...............................Kr. 2'88 Gauzjährlich............................... » 6 76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6'—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. tzrschemt jeden 1., 10. und 20. im Monat. Nr. 3 Wien, den 20. Sännet 1913. 21. Snhrg. GeschäftSzahl PT 417/18 89 Im Namen Seiner Majestät des Raisers! DaS I. f. Bezirksgericht Iofefstadt i» Strafsachen Wien als Preßgericht hat über Die Anklage bce tiflnaz S r o t) i (, Lokoinotivheitzer in Salcano bei Görz, als Privatankläger» gegen Franz Sill, am' 16. August 1870 M Münchhof (Böhmen) geboren, nach Ditimitz (Bezirk Kalfcnpu) zuständig, fonfeffimtMoS, verheiraiet, Redakteur des „Eisenbahner" in Wien, wegen »ebertreiung nach Artikel 111 des Gesetze» tivin 15. Oktober 1868, R.-G.-Bl. Nr. 142, in Anwesenheit de» Ignaz Kropii als Prwatanklägers, dessen Verlreter» Dr. Viktor Kienböck, in Abwesenheit deO auf freiem i?ufjc befindlichen Angeklagten Kranz Sill, in Anwcienheit des Verteidigers Tr. Imifttlj lmrt) der heute durchgeführten Kauptverhandlung auf Grund des Dom Vertreter des Vrivatankläger» gestellten Antrages auf Bestrafung und iüerpstichtunq zur Veröffentlichung de« Urteils im „Eifenbabner", „Deutschen Eisenbahner , in der „Österreichisch Ungarischen Eisenbahner-Zeitung" und im „Lokomotivheizer" zu Recht erkannt: Franz Stil ist schuldig, all verantwortlicher Redakteur der tn Wie» herauSgegebencn periodischen Drukkschrift „Der Eisenbahners bei Ausnahme des den Tatbestand des Verliehen! gegen Die Sicherheit der Efycf nach S# 488, 49S St.-». be- gründenden Artikel» mit der Neuttschtift .«vrz auf utuiiumu... ...» v.. Vom Heizerverei» Seite !>, Spalte 3 in Nummer 12 dX.Iahrgsng) der genannten periodischen Druckschrift vom 20. April 1012 jene Aufmerksamkeit vernachlässigt zu haben, bei deren yslichtmiifiigct Anwendung die Ausnahme de» strafbaren Inhalt» der Druckschrift unterblieben wäre, habe hiedurch dir Itetiertrmuig noch Artikel 111 de» Oeirtzc» vom lß. Oktober 1808, R.-G. -Bl. Nr. 142, begangen und wird gemiift der zitierten ISiefrgrestellc zu f?iner Geldstrafe im Betrage von 30 fl.v., im NichiteinbringungSfaU« zu fünf Tagen Arrest sowie gein^ß § 381) @t.»9$..0. zu»» Erst"; der Kosten de.« StrasverjahrenS und Vollzug» verurteilt: deuifewen wird ferner gemäß 8 20 de» Preßgesetze» aufgettage», diese» Erkenntnis ohne Gründe in der ersten nach Rechtskraft und Zustellung deS'elbe» erscheinenden Nummer des „Eisenbahner", ujtb zwar auf der ersten Seite derselben, kostenfrei auszunehmen. — Der Antrag auf Veröffentlichung d.S Urteil» im „Deutschen Eisenbahner", in der „Oesterreichisch-Ungarifchen Eticntahnet-fleltuiig" und im ,Jokoinotivh?izer" wird abßöoieseiu. Wien, am 11. Jänner 1813. Tr. Stolz m. p. . v itöttifl o. p. Faule Ausreden. Die „Reichsvündler" über den 17-Millionen-Antrag. Die Macher des „Reichsbundes" befinden sich jetzt wieder einmal in einer wenig Beneiden3merten Lage. Tie Phrase vom „nationalen Hochgedanken" und von den gemeinsamen Interessen des deutschen Volkes müssen begreiflicherweise unter den Eisenbahnern immer mehr ihre Wirkung einbüßen, wenn diese sehen, wie >der deutsche Nationalverband Verrat auf Verrat an ihren vitalsten wirtschaftlichen Interessen verübt. Aber die Wortführer des „Reichsbundes" sind auch jetzt, wo ihre parlamentarischen Vertreter geradezu als Ouartalsverräter an den Eisenbahnerinteressen entlarvt wurden, nicht verlegen, diesen die Stange zu halten. Zwar hat es die Reichsbundleitung ihren Ortsgruppenobmännern gestattet, vor etlichen Tagen in vorsichtiger Weise ihrer Unzufriedenheit auch mit dem Nationalverband auszudrücken, ober gleichzeitig findet sie es auch für dringend nötig nachzuweisen, daß der Antrag Tomschik nicht ernst gemeint, sondern nur .Unsinn und Demagogie" gewesen sei. Wie dieser „Nachweis" geführt wird, das freilich ist wert, aufgezeigt zu werden, denn es kennzeichnet die Verlegenheit in der fiel) die Herren befinden, besser als jede andere Beweisführung/Zunächst, behaupten sie, war der. Antrag Tomschik ein Unsinn, weil 17 Millionen verlangt wurden, obwohl es sich ititr um ein halbjähriges Budgetprovisorium gehandelt hat, also hätte folgerichtig auch nur die Hälfte des Betrages verlangt werden dürfen. Nun steht natürlich nirgends geschrieben, daß, wenn der. Antrag Tomschik wäre angenommen worden, die 17 Millionen deshalb, weil sie in dem halbjährigen Budgetprovisorinm vorgesehen waren, auch unbedingt hätten nur für das halbe Jahr aufgeweudet ruetden müssen. Es wäre doch wirklich kein Malheur gewesen, wenn die Negierung in dem halbjährigen Provisorium die Mittel zur Bedeckung der Eisenbahnerforderungen für das ganze Jahr erhalten hätte und niemand würde daran ein Unglück gefunden haben. Was also will man mit einer solchen mehr als kindischen Ausrede beweisen? Aber das i»t noch nicht das Dümmste, was die Herren vormbringen haben. In der Pose des überfcCjlcmen Politikers wird im „Deutschen Eisenbahner" mit der Frage an uns ausgerückt: Warum stimmten die Sozialdemokraten lreim Budgetprovijorium für.Uebergang zur Tagesordnung^, trotzdem der Antrag Trmfchik.damit auch fallen muhte? Und warum stimmten sie wieder im Plenum für die Dringlichkeit der dritten Lesung des Budgetprovisoriums, trotzdem otme ihre Stimmen die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zit erreichen war? Wie kindisch-naiv diese Frage ist, wird inan sofort begreifen, wenn man sieht, um was es sich bei diesen „schwerwiegenden Anklagefakten" der Reichsbündler eigentlich handelt. Was zunächst die Frage der Dringlichkeit anbelangt, so handelt es sich um eine einfache pcirlci-mentstechnische Frage, bei der der Vorgang der ist, das; mit 9tücksicht auf Zeitersparnis die Verhandlungen eines Beratungsgegenstandes abgekürzt werden können. Ge-schäftvordnungsmäßig muß nämlich zwischen der ersten und zweiten Lesung eine Frist von vierundzwanzig Stunden liegen. Um zu verhindern, daß die Sitzungen des Parlamentes, die, wie mntt weiß, ohnehin Dauersitzungen waren, nicht übcrslüßigerweise ausgedehnt werden, stimmten die Sozialdemokraten für die Dringlichkeit, wodurch die Lesung so f ovt ohne Einhaltung dir vierundzwanzigstündigen Zwischenpause vor-genommen werden konnte. Aber die Sozialdemokraten stimmten auch für den slowenischen Antrag aus „Ucber-gang .zur Tagesordnung", wodurch das Budget hätte überhaupt fallen müssen. Nachdem die Sozialdemokraten als Oppositionspartei gegen jedes Budget stimmen,: das eben nur das Budget des K l a s s e n-st a a t e s ist, war diese Hultuhg nichts Neues und durchaus selbstverständlich uud bedeutet, wie man weiß, nur, daß die Sozialdemokratie dieser Regierung das schärfste Mißtrauen entgegen bringt. Was aber wäre geschehen, wenn das Budget wirklich von der Tagesordnung hätte verschwinden müssen, wozu allerdings bei der Regieruugs-treue der Mehrheitsparteien keine Aussicht ist? In einem solchen Falle gibt es in jedem konstitutionellen Lande feinen anderen Ausweg für die Regierung, als daß sie gehen und einer anderen Platz machen muß. Es zeigt also nur von einer recht merkwürdigen Auffassung des Konstitutionalismus, wenn die Reichsbündler daraus den Schluß ziehen, daß in einem solchen Falle die Anwendung des § 14 gekommen und sohin auch der Antrag Tomschik hinfällig, geworden wäre. Die Verfassung ausrechtzuerhalten, ist doch Sache des Parlaments, und eilte Regierung, die einfach das Parlament beseitigt, weil ihr dieses die Mittel versagt, und damit das stärkste Mißtrauen ausdrückt, könnte keinen Tag' länger Regierung bleiben, wenn die Herren von dem so stark vertretenen Nationalperband Männer und nicht feige Memmen wären. Die Macher des Reichsbundes zeigen aber auch noch in einer anderen Richtung, wessen Geisteskinder sie sind, und wie sie jeden Sinn für einen verfassungsmäßigen Zustand verloren haben. Der „Deutsche Eisenbahner" weist nämlich auf den Antrag des Na-tionaloerbandes vom 23. Oktober v. I. hin, der verlangte, es seien in dem Finanzgesetz und in dem Staatsvoranschlag für das Jahr 1913, beziehungsweise in das an dessen Stelle tretende Budgetprovisorium jene restlichen Beträge für die Forderungen der Eisenbahner einznstcllen, und schreibt dann: .Die Sozialdemokraten behaupten, dieser Antrag >ei der'ekbe wieder Antrag Tomschik. Das ist schon meiir als Unsinn, das ist Lüge. Tomschik stellle seinen Antrag während der Beraiung eines für ein halbes Jahr ge.ten-den Budgetprovisoriums, während die Nationalver-bändler von der Regierung verlangten, datz sie selb st die Beträge in das Budget für das Jahr 1913 einstelle. Darum war der Beisatz „b e z i e-hungsweise in das cui deren Stelle eventuell tretende Budgetprovisorium" ganz überflüssig, weil noch dem im Vorjahre gefassten Beschlüsse ja das Budg' t-prviforium nach dem tiorgelegten StaatSvoranschlage zu genehmigen ist. Ans dem Worte „Budgelprovisoiiuln" aber leiteten die Sozialdemokraten ihre Behauptung ab, die National-verbändler stellten ganz den gleichen Antrag wie Tomschik." In Wahrheit enthielt der Antrag der National-verbändler allerdings dasselbe wie der Antrag Toin-schik, nur besteht, wie wir schon früher auseinander-fetzten, der Unterschied darin, daß der Nationalverband sich gar nicht die Mühe gab, daß sein Antrag auch im Budgetausfchuß ver- hau d e l t wird, daß es also ein Antrag war, der als teere Auge n an s w i s ch e r e i aufzufaffen i ft. Aber den Schluß zu ziehen, daß es, wie der „Deutsche Eisenbahner" sagt, genügt hätte, wenn bloß .von der Regierung verlangt worden wäre, daß sie die Beträge einstelle. daß also der Antrag ohne den Beisatz ^beziehungsweise in das Budgetprovisorinm" hätte gestellt werden müssen, das beweist nur, wie ernst der „R e i ch s b u tt b" d i e V e r t r e t n n g d e r E i s e n l> ah n e r m ü n s ch e a u f f a ß t. Von der Regierung zu verlange n, daß! f i e etwas tut, ist ja ein billiges Vergnügen. Was aber dieses Verlangen wert ist, zeigen nicht bloß der 38 Millionen-Beschlnst, sondern auch die wiederholten „A u f f o r d e r u n g e n", die in den national* vcrbändlcrifchcn Resolutionen an die Regierung ergangen sind. Daß also bann, wenn die Regierung die notwendigen Mittel selbst nicht entstellt, das Parlament es tun muß, davon scheinen die guten Reichsbnndmacher nichts zu wissen. Gerade deshalb, weil damit gerechnet werden mußte, daß die Regierung wieder nur ein halbjähriges Budgetprovisorinm bekommen werde, mußten die Worte „b ezirhu n g s-weise in das Budgetprovisorinm" in dem Anttag'beigefügt werden, um so durch den Beschluß deZ Halrses die Regierung zu zwingen, den Betrag für die Eisenbahner zu »er* wenden. * Was also soll mit den faulen Ausreden der Reichsbündler bewiesen werden? Bewiesen wird mit diesem Verlegenheitsgestammel höchstens das, daß den Herren jedes Gefühl für die Rechte einer Volksvertretung abhanden gekommen ist und daß sie gar nicht wissen, was eigentlich zu geschehen hat. Dieser platte Unsinn und dds planlose Gcfchwefel beweist aber auch nur, daß der Nationalverband sieb erst recht die elendesten Demagogenstücke erlauben darf. Heute macht der „Reichsbund" seinem Nationalverband den Vorwurf, daß er sich mit der nationalen Eisenbahnerorganisation nicht vorher in Verbindung setzte. Es scheint also, daß den Herren Reichsbundlenkern a n ch das Gefühl mangelt, was i h r e P f l i ch t gewesen wäre. Oder ist es nicht eine grenzenlose P f li ch t v er n a ch I ä f f i g u n g, wenn der Reichsbund -diesen Kontakt nicht selbst gesucht Kat? Wie immer man heute die Frage dreht und werfbet, der Beweis wird immer klarer, daß die Eisenbahner von der nationalen Demagogie verhöhnt und vertaten wurden wie noch nie! Gefühl und Verminst im Kamvfe nm bessere Arbeitsverhältnisse. Ueber die Erfolgsmöglichkeiten der Gewerkschaftsbewegung macht sich immer noch vielfach auch unter unseren Mitgliedern eine gewisse Unkenntnis geltend. DaS ist vor allem der Fall bei Leuten, die erst jung in der Bewegung sind und noch nicht erkannt haben, daß auch dem ureigensten Zweck der Gewerkschaftsbewegung, der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, unter bestimmten Verhältnissen ganz bestimmte Faktoxen ent* gegenstehen, so daß die Bewegung des öfteren gezwungen ist. einen gewissen Stillstand zu überwinden und erst? wieder nach Verschwinden der behindernden Verhältnisse weiter vorwärtsschreiten kann. Es erscheint deshalb notwendig, auf dieses Thema einmal des näheren einzugehen. Wir beobachten im modernen Gewerkschaftslcheu. daß in den meisten Versammlungen, die sich mit einer Lohnbewegung oder einer anderen Frage aus dem Gebiete der Verbesserung der Arbeitsverhältnisse zu befassen haben, die Mehrheit der Versammlung von einet gewissen Kaurpfesstimmung erfüllt ist und unbedenklich in eine Bewegung eintreten möchte. Man läßt sich dabei vom subjektiven Empfinden, vom Gefühl, leiten, das aber.be-! kenntlich ein schlechter Rechenmeister ist imd sehr oft-mit der Vernunft und fast immer mit der kühlen Erwägung' auf dem Kriegsfuß steht. Das Gefühl argumentierti kurzerhand, daß die Zeiten immer teurer werden und] IMF* Der „Eisenbahner" erscheint in einer Anslaqe von 50.000 Mremvlaren. "HW •* i « t deshalb eine Lohnerhöhung dringend geboten erscheint, folglich ist das Eintreten in eine Lohnbewegung nötig, berechtigt und zu beschließen. Die Vernunft rechnet anders. Wohl erkennt auch sie die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung ohnelveitcrs an, sie läßt aber dieser Erkenntnis sofort die Frage folgen: Ist cs möglich, unter den obwaltenden Organisation^-und wirtschaftlichen Verhältnissen eine Lohnbewegung zu wagen und einen günstigen Erfolg zu erringen? Die verschiedenartigen Auffassungen haben schon oftmals in den Versammlungen die Klingen gekreuzt. Zumeist ist cs dabei allerdings der Vernunft gelungen, über das Gefühl obzusiegen. Wo das aber nicht geschah, da trugen die Beteiligten und ihre Organisation den größten Schaden und die bitterste Lehre davon. Ein Zurückgehen der Organisation und unnütze Kraft- und Geldvergeudung waren die Folgen. Deshalb und um solche bittere Schädlichkeiten für die Zukunft möglichst zu vermeiden, seien hier in kurzen Worten die Gründe dargelegt, die für jeden organisierten Berufsarigehörigen maßgebend sein müssen bei der Entscheidung über die wichtige Frage einer Lohnbewegung. Daß zur Führung eines Lohnkampfes eine Gcwerk-schaftsorganisation als Vorbedingung gehört, ist ohne-weiters einleuchtend. Die weitere Frage ist aber die, ob die Organisation stark genug ist, einen Lohnkampf wagen zu können. Jedoch will der von seinem Gefühl geleitete ungestüme Vorwärtsdränger auch schon diese ebenso einfache als notwendige Vorbedingung einer Bewegung nicht gelten lassen. Er argumentiert, daß die einmal in Fluß befindliche Bewegung die noch Fernstehenden mitreißen werde, und wenn auch dies wenig aussichtsreich erscheint, dann wird die Vernunft und das „bessere Herz" des Arbeitgebers ausgespielt. Der Mann müsse doch die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung einsehen und dementsprechend handeln. Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Die Erfahrung lehrt, daß eine Lohnbewegung selten gelingt, wenn die Organisation nicht eine festgefügte ist. Und an das „gute Herz" des Arbeitgebers zu appellieren, erfüllt auch nicht immer seinen Zweck, weil auch dort Erwägungen mitsprcchcn, die stärker sind als die Humanität. Der organisierte Berufsangehörige kann eben nur auf Erfolg rechnen, wenn der Arbeitgeber weiß, daß hinter der gestellten Forderung eine geschlossene OrganisationSmacht steht. Wir kennen nun aber auch Fälle, in denen die Berufsangehörigen geschlossen und einmütig zu ihren Forderungen gestanden sind, jedoch dennoch keinen Erfolg ernten konnten. Das ist schon des öfteren vorgekommen unb_ beweist uns, daß dann die Organisation bei Inszenierung der Bewegung einen anderen Faktor unbeachtet gelassen hat, der genau so wichtig ist wie die geschlossene Organisation. Dieser Faktor heißt Gcschäftskonjunktur. Und in der Nichtbeachtung oder auch nur lässigen Prüfung dieses wichtigen Umstandes finden wir den Schlüssel zu einer langen Reihe von Niederlagen im wirtschaftlichen Kampfe. Die genaue Erforschung der Geschäftskonjunktur ist eines der wichtigsten Erfordernisse jeder Lohnbewegung. Diese Erfahrung, die der von seinen Gefühlen geleitete Draufgänger selten in Rechnung stellt, ist ungleich schwieriger als die Feststellung der Schlagfertigkcit und Zuverlässigkeit der Organisation. Die Organisierten kennen sich untereinander und sie wissen schon im voraus recht gut zu unterscheiden, auf wen bei einem eventuellen Kampfe Verlaß ist oder nicht. Ziemlich zutreffend können sie Voraussagen, wer wohl stehen bleibt und wer den Kampf mitmacht. Das Gcfechtsfeld läßt sich hier also schon im Voraus ziemlich sicher überschauen. Anders liegt es bei der Erforschung des Geschäftsganges. Da ist vor allem notwendig, den Geschäftsgang, und zwar nicht des einzelnen Ortes, sondern möglichst des ganzen Industriezweiges zu erfassen und daraus die Feuilleton. Sie Befreiung der Arbeit. 100 Jahre nach Abschaffung der Negersklaverei. Ein- halbes Jahrhundert ist verflossen seit einem der bedeutsamsten Ereignisse in der Bcfreiungsgeschichte der Arbeit. Am 1. Jänner 1863 hat Abraham Lincoln seine letzte BefreiungSproklamatio» erlassen. Das Ende der Negersklaverei hat die Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, der neben George Washington dem Herzen des amerikanischen Volkes am nächsten steht, verkündet: Eine der größten sozialen Revolutionen, eine der gewaltigsten Schilderungen der Eigentumsverhältnisse, ein Eingriff in Hunderttausende Privatwirtschaften, wie er rücksichtsloser nicht gedacht werden konnte, eine sprunghafte Steigerung der Rechte der gedrücktesten Arbeitcrschichten, eine gewaltige soziale Hebung Hunderttausender bisher völlig rechtloser Individuen, ein Riesenschritt aus der Ungleichheit hinaus. Die Proklamation, die vor 50 Jahren der Präsident der Vereinigten Staaten erließ, bleibt einer der größten Ruhmestitel ihrer Geschichte. Einer der gewaltigsten Bürgerkriege mit Massenverlusten an Menschen, mit den schwersten finanziellen Schädigungen, eine höchste Kraftanstrengung des amerikanischen Volkes machten erst zur Tat. was die Proklamation Lincolns verkündete. Weit über den Kreis der schwarzen Bevölkerung, weit hinaus über den Süden der Vereinigten Staaten, ja über die Grenzen dieser großen Republik hinweg wirkte die Befreiung der Sklaven. Nicht um Lincolns historische Bedeutung zu schmälern, sondern um den Kleinmütigen klarzumachen, daß der Gang der Weltgeschichte oft weit rascher geht, als es die Machthaber der größten Staaten für möglich erachten, soll an die Antrittsrede erinnert werden, mit der Lincoln zum erstenmal Besitz ergriff von der Exekutivgewalt der Bereinigten Staaten. Am 4. März 1861 sagte Lincoln in dem berühmten Aktenstück, mit dem seine Präsidentschaft begann: Die Bewohner der Südstaaten scheinen zu befürchten, daß durch eine republikanische Verwaltung ihr Eigentum, ihr Friede und ihre persönliche Sicherheit gefährdet werden. Möglichkeit der glücklichen Durchführung eines Lohnkampfes zu erforschen. Hiezu stehen verschiedene Quellen offen. Die fortlaufend erscheinenden Situationsberichte der Zeitungen ergeben bei genauer Sichtung ein Bi d der allgemeinen Geschäftslage. Am genauesten soll aber die Vereinsleitung unterrichtet sein. In ihr müssen die Fäden des Gewerbs-und Organisationslcbens zusammenlaufen und sie soll am ehesten ein Urteil über die allgemeine Lage und deren nächste Aussichten fällen können. Nun stößt ja das letztere allerdings oft auf Schwierigkeiten. Viele Mitglieder stehen auf dem ungerechten Standpunkt, daß die Vereinsleitnng oftmals nur aus Gründen des sogenannten „Ruhebedürfnisses" und aus krämerhafter Rücksicht auf die Vereinskasse von einem Kampfe abrät. Nichts verkehrter und schädlicher als das! Gerade die Organisationsleiter haben die Einsicht, daß der oberste Zweck der Gewerkschaftsbewegung die Verbesserung der Lebenslage der Mitglieder ist und daß das Wachstum und Gedeihen der Gewerkschaft von ihren wirtschaftlichen Erfolgen abhängt. Deshalb können sic sich auch nicht von Rücksichten auf die Verbandskasse leiten lassen, zumal deren Inhalt nicht ihr Eigentum und ihnen persönlich zugute kommt, sondern dem Verein gehört und zu dessen Nutzen zweckdienliche Verwendung finden soll. Die Differenzen zwischen Mitgliedern und Gewerkschafts-lcitern beim Abwägen der Erfolgsmöglichkeiten einer Bewegung entstehen hauptsächlich deshalb, weil den Mitgliedern in vielen Fällen der Ueberblick über die Gesamtlage des Gewerbes abgeht, weil sie eben ihrer Arbeit nachgehen müssen und sich naturgemäß wenig darum kümmern können, während die Leitung eine ihrer Hauptaufgaben darin erblickt, die gesamte Geschäftslage zu er-fassen und danach die Tätigkeit der Organisation einzu-richten. Deshalb sollten die Mitglieder ihrer Organisationsleitung stets das rechte Vertrauen entgegenbringen und deren Rat volle Beachtung schenken. Die Organisation wird dadurch vor Schaden und die Mitglieder werden vor herben Enttäuschungen bewahrt. Gemeinsames Arbeiten und gegenseitiges Vertrauen sind bei Lösung der gewerkschaftlichen Aufgaben unbedingt erforderlich. Ist das der Fall und kommt dann noch hinzu, daß die Vereinsmitglieder sich in das Wesen der Gewerkschaftsorganisation immer mehr vertiefen und immer sie mehr erfassen lernen, daß zum wirtschaftlichen Aufstieg der arbeitenden Menschheit die volle Beachtung und das Studium aller wirtschaftlichen Voraussetzungen notwendig ist und unter Außerachtlassung aller Gefühlsmomente bei allen Entscheidungen nur die kühle Vernunft und Erwägung ausschlaggebend sein muß, dann ist nicht nur viel, sondern alles gewonnen und die Organisation wird gedeihen und von Erfolg zu Erfolg schreiten, so daß jeder ehrliche Gewerkschafter daran seine helle Freude haben wird. Bilder bon der 6866*6*. Zweierlei Maß bei der disziplinären Rechtsprechung. Bei der Südbahn werden seit einiger Zeit die Klagen über besondere Härten bei der Ahndung von kleinlichen Vergehen, die sich Bedienstete zuschulden kommen lassen, immer häufiger, und es scheint, daß man die Absicht hat. mit ganz besonderer Strenge das Gewissen der Angestellten für Pflichteifer und dienstliche Aufmerksam, feit wachzuhalten. In der jüngsten Zeit betraf diese Strenge wieder einen Kondnktcurzugsführer, der wegen eines Nevisionsanstandes mit einem strengen Verweis und auf die Dauer von drei Jahren vom Pcrsonenzugs-zugsführer- und Packermeisterdienst abgezogen und nach Matzlcinsdorf versetzt wurde. Das Vergehen, das sich der Zugsführer angeblich zuschulden kommen hat lassen, be-steht nach der wörtlichen Darstellung der Südbahnver- Einen vernünftigen Grund für solche Furcht hat es nie gegeben. Ja der größte Beweis für das Gegenteil hat ihnen jederzeit Vorgelegen, und zwar in fast allen meinen Reden. Ich führe nur ein Beispiel aus einer jener Reden an, wenn ich erkläre, daß ich nicht beabsichtige, weder direkt noch indirekt, in den Staaten, in denen die Einrichtung der Sklaverei besteht, mich damit zu befassen. Meiner Meinung nach habe ich nach dem Gesetz kein Recht dazu und ich bin auch nicht geneigt, es zu tun. In dieser Rede bezog sich der Präsident auf bas Programm, dem er seine Wahl verdankte, das, wie er versicherte, für ihn und für seine Wähler verbindlich war. Dort hieß cs, daß alle Kongreßmitglieder die Aufrechtcrhaltung der gesamten Verfassung beschworen haben, und daß jeder, der zur Arbeit in einem Staat unter dessen Gesetzen gehalten wird und in einen anderen Staat entflicht, infolge eines Gesetzes auf Anspruch der Partei, der diese Arbeit zusteht, ausgeliefert werden muh. Damit war also von Lüicoln die Auslieferung geflohener Sklaven zugesichert. Aber schon am 22. September des nächsten JahvcS mußte Lincoln proklamieren: Am ersten Tage des Jänner im Jahre 1863 werden alle Sklaven, die in einem Staat oder bestimmten Teil eines Staates leben, dessen Bewohner zu der Zeit im Sluf-ruhr gegen die Vereinigten Staaten sind, von der Zeit an und für i m m e r frei sein. Die vollziehende Staatsgewalt der Vereinigten Staaten mit Einschluß der Marine* und Militargewalt wird die Freiheit solcher Personen anerkennen und erhalten und nichts tun, um solche Personen oder eine von ihnen in ihren Bemühungen für ihre tatsächliche Freiheit zu hindern. t Und dann hieß es in der Proklamation weiter: ' Kraft meiner Gewalt befehle und bestimme ich, daß alle als Sklaven in den genannten Staaten und Teilen von Staaten gehaltenen Personen frei sind und es von jetzt an bleiben sollen; und daß die vollziehende Staatsgewalt der Vereinigten Staaten mit Einschluß der Militär- und Marinebehörden die Freiheit dieser Personen anerkennen und erhalten wird. Ich mache den hiedurch für frei erklärten Personen zur Pflicht, sich aller Gewalttätigkeiten zu enthalten, es sei denn in der Notwehr. . , Wartung darin, daß ein am 4. Oktober 1912 zum Schnellzug Nr. 5 in Bruck a. d. M. gekommenes Nevisionsorgan in dem vom Kondukteurzugsführer Franz Eh-m a n n zu bedienenden Zugsteil eine aus Wien kommende Gesellschaft von 14 Personen angetroffen hat, die nur mit Personenzugsfahrscheinen versehen war, und das; außerdem der Genannte zwei Passagiere mit Fahrkarten III. Klasse Bruck-Graz in der I. Klasse untergebracht hat, wiewohl in der III. Klasse noch Plätze frei gewesen sind. Wiewohl Ehmann selbst den Tatbestand wesentlich anders und in harmloserem Lichte dargestellt, als er hier von der Südbahn gegeben wird, so wird man immerhin auch für den Fall, daß man der letztgenannten Darstellung vollen Glauben schenkt, zugeben müssen, daß mau die Strafe, die über Ehmann verhängt wurde, als überaus streng bezeichnen muß, insbesondere wenn man erwägt, daß Ehmann eine Frau und sechs Kinder zu versorgen hat, die durch die wirtschaftlichen Nachteile dieser Maßregel getroffen werden. Das war nun auch der leichtbegreifliche Grund, daß die Gattin Ehmanns den Versuch unternahm, im Wege der Fürsprache bei der Südbahnverwaltung einen Nachlaß der Strafe für ihren Manu zu erwirken. Zu diesem Zwecke begab sich die Frau Ehmanns mit fünf Kindern zur Verkehrsdirektion, wo sich folgende recht charakteristische Szene abspiclte: Frau Ehmann wurde zunächst vom Inspektor B ach in ayer empfangen, und zwar in einer Art, die allen gesitteten Umgangsformen Hohn spricht. Auf die bescheiden vorgebrachte Bitte, um Nachsicht der Strafe für ihren Mann, mußte nämlich die Frau folgende Strafpredigt des Herrn B ach-matz er über sich ergehen lassen: „Was glauben Sie eigentlich? Neunundneunzig-mal schwindelt einer und beim Hundertstenmal erwischt man ihn, und er spielt dann das unschuldige Täubchen. Wenn Sie nur wüßten, was ihre Männer aus der Strecke treiben, und was die Schweine in Triest für Stückchen ausführen in den Hotels mit anderen Weibern h e r u m s ch w ä r m e n, Kinder machen, zu Hause haben sie noch zu wenig h e r u m l a u f e n, sich besaufen bis zur Bewußtlosigkeit, und wenn einer dann dienstunfähig ist, so macht der andere dann stillschweigend für ihn Dienst. Natürlich langt dann ihr Einkomme n nicht, dann wird geschwindelt, geschmuggelt und betrogen, daß es höher nicht geht, und die Gaunerei reicht weit zurück über zwanzig Jahre, auch auf jene, die schon in Pension sind; und es wird immer ärger, und wenn wir dieses uns von den Kerlen noch länger gefallen lassen, so kommen wir ja noch auf den Hund durch diese Gaunereien und Schwindeleien. Der Unfug, den die Personenzugskonduktcure und Oberkondukteure in Triest treiben, ist ja nicht mehr schön; zu Hause sind sie die braven Lämmchen und Täubchen und das dumme Weib glaubt wirklich daran. Wir dürfen diesen Fall nicht straflos laufen lassen, sonst kommen jeden Tag solche Fälle vor." Man wird nach diesem liebreichen Erguß, wo jedes Wort ein Nachttopf, und kein leerer, ist — zugeben, daß Herr Inspektor B a ch m a y e r nicht nur über einen besonders ausgebildeten Sprachschatz verfügt, sondern daß er auch in Vorgänge Einblick haben muß, den man sich in der Negel goch nur durch eigene Wahrnehmung verschaffen kann. Aber es liegt uns fern, etwa Herrn B a ch m a y e r s Moral mit demselben Maße zu messen, wie er es pauschalster bei allen Bediensteten der Südbahn tut. Uns hindert der gute Geschmack daran, die Unterwäsche höherer Südbahnbeamtcr nach Beweismaterial für ihr sittliches Verhalten zu durchsuchen, und wünschen nur, daß auch Herr B a ch m a y e r sich eben dieselbe Auffassung zurechtlegt, daß das Sexualleben der Angestellten nicht durch die Dienstordnung reglementiert Von der Kugel eines Fanatikers getroffen, endete Abraham Lincolns Leben. Mitten in dem gewaltigen Bürgerkrieg. den die Befreiung der Sklaven notwendig gemacht hat. Der feige Meuchelmord am 14. April 1865, der dem Leben Lincolns ein Ziel setzte, konnte an der gewaltigen Auseinandersetzung des Nordens der Vereinigten Staaten mit dem sklavenhaltenden Süden nichts ändern. Ja, cs war ein schweres Unglück für den Süden, daß nicht Lincolns großes staats- männisches Genie die Aussöhnung des Südens anbahnte. Nach blutiger Niederringung des Südens war die Sklavenbefreiung zur Tatsache geworden. Für den Süden begannen nun schwere Zeiten; die Sklavenhalter mußten sich in ganz veränderte Verhältnisse finden, mit freier Arbeit hatten sie vor allem die Baumwollproduktion und die Zuckerrohrpflanzungen aufrechtzuerhalten. Die wirtschaftliche Vernichtung hatten sich die Südstaaten prophezeit, falls der Sieg des Nordens den Sklaven die Freiheit bringen sollte. Und doch sind heute die Südstaaten zu hohem wirtschaftlichen Glanze gelangt. Trotz der gewaltigen industriellen Entwicklung des amerikanischen Nordens fliehen die Ströme des National-rcichtums, immer stärker anschwcllend, auch aus dem Süden der Vereinigten Staaten. Weit in den Schatten gestellt sind die Zeiten der Sklavenhalterperiode. Die düsteren Prophezeiungen haben sich schon in einem Jahrzehnt nach dem Friedensschluss als unbegründet erwiesen. Selbstverständlich hat auch die schwarze Bevölkerung der Vereinigten Staaten mit der Befreiung nicht auch die Tugenden des freien Mannes erwerben können. Jahrhundertelange Sklaverei hat nicht ihre Spuren verwischen lassen. Im Jahre 1620 wurden die ersten schwarzen Sklaven nach Vir-flinien gebracht und 1860 zählte man in dem damaligen Gebiet der Vereinigten Staaten etwa 4% Millionen Farbige. Auf je 1000 Einwohner kamen 140 Neger. Da der Norden ziemlich frei von farbiger Bevölkerung war, so war im Süden der Anteil der schwarzen Bevölkerung sehr groß. Schroffer als wir es uns vorstellen können, war der Gegensatz von Sklavenhaltern und Sklaven. Auch nach der Sklavenbefreiung bleiben Schwarze und Weiße durch eine unüberwindbare Kluft getrennt. Die Negerfeinde halten auch für alle Zukunft den Neger für einen nie zur Kultur zu erziehenden Menschen. Und doch lassen sich trotz überaus ungünstiger Entwicklung^ Bedingungen gewaltige Kulturfortschritte breiter Negermassen in den Vereinigten Staaten seststellen. viWT Sorget dafür, dab der »Eisenbahner" anch vom rettenden Publikum gelesen werdet IBS Nr. o______________________________ Wien, Montag ist. Aber davon abgesehen, ist die Vorgangsweise dieses Herrn mehr als taktlos, der einfach vor einer Frau den Gatten und vor den Kindern den Vater in der Pöbel-Haftesten Weise heruntersetzt, und so zur Hungerstrafe, die die Südbahn über eine Familie verhängte, auch noch die Zwietracht innerhalb der Familie fügt. Denn was mutz die- Frau vom Manne, Und was müssen die Kinder vom Vater denken, wenn über ihn in solch stallknecht-mäßiger Weise geredet wird? So wächst auch der „Fall Ehmann" über den Charakter des Einzelfalles hinaus, denn Inspektor Bachmayer hat es für angebracht gefunden, das gesamte Zugspersonal der Südbahn rundweg, zu beschimpfen und zu beleidigen, und zwar in einer Art, die schon alle gute Erziehung vergessen läßt. Man kann sa, wenn dieser Herr nicht pauschalier seinen gehässigen Unflat verbreiten würde, über das Vergehen Ehmanns verschiedener Meinung sein. Aber auch wenn man sich überzeugt hält, “dass Strafe am Platze, war, so kennen wir doch auch Falls, wo die Südbahnverwaltung weniger rigoros vor-ging und ihr Amt als Sittenrichter vernachlässigte. Und da scheint es uns bei der Strenge, die man heute walten lässt, wenn es sich um untergeordnete Bedienstete und Arbeiter handelt, vielleicht airgebracht, einen Fall als Jllustrationsfaktum der Vergessenheit zu entreißen, der beweist, daß man bei der Südbahn nicht bloß e i n Auge, sondern auch beide zuzudrücken versteht. Im „N euen Wiener I o u r n a I" 9fr. 442 vom Mittwoch den 16. Jänner 1895 kann man nämlich folgendes erbauliche Stücklein eines Südbahnbeamten nachlefen: Cttn Beamter als Dieb. Auf dem Gerichtstisch liegt eine Reihe von Einbruchswerkzeugen. Schlüssel u. s. w., sie sind im Besitze eines Menschen gefunden worden, der als Beamter eine, wenn auch nicht hoch dotierte, aber immerhin sichere Stelle bekleidete. Sein Name weckt eine Erinnerung, er ist der Sohn des bekannten ehemaligen Opernsängers Lay Karl Lay war in einem Bcamtenberein mit 55 fl. Monatsgehalt bedienstet. Lay hat trotz dieses geringen Einkommens allerlei Passionen; unter anderem ist er ein Bergfex, und diese Leidenschaft für die Touristik hat ihm die Ehre gekostet. Um ihr frönen zu können, wurde er zum Dieb. Im Hause, in welchem sich die Bureaus .ve Beamten-Vereines befinden, verübte er, wie die Anklage ausführte, allerlei Diebstähle-, bei dem Oberleutnant Reichel, bei der Privaten Schenkenberg, und endlich nahm er einem Kollegen — Herrn Stefan Krumz — einen Geldbrief mit dem Inhalt von 50 fl.; das letzte Faktum sollte ihm verhängnisvoll werden, da man bezüglich der zwei ersterwähnten Diebstähle auf niemand einen Verdacht werfen konnte. «,,u Tage, an welchem der Geldbrief abhanden kam, verlieh Lay als Letzter das Bureau. Er wollte natürlich von niemand gesehen werden, und als er auf dem oberen Treppenabsatz stanL, hörte er von der Hausmeisterlvo^w'NI Stimmen, und dies beranlaßtc ihn, zurückzubleiben. Dieses wiederholte Treppenauf und Treppenab fiel der Hausbesorgerin und ihrer Tochter natürlich auf. und sie hatten nun ein Augenmerk auf den Passanten. Einen günstigen Moment benützend, lief nun Lay eilig die Stiege hinunter. Er wurde jedoch bemerkt, und als der Diebstayl des Geldbriefes entdeckt wurde, richtete sich der Verdacht sofort gegen Lay, weil die Schreibtischlade nur in der Zeit zwischen V2\ und 1 Uhr mittags erbrochen worden fein kann. Die Hausdurchsuchung bei Lay förderte die fonderbarsten Dinge zutage, welche gestern auf dem Gerichtstisch zur Schau lagen. Die vom Staatsanwaltsubstitriten Dr. Neubauer vertretene Anklage fetzt sich aus überzeugenden Indizien zusammen und das Be-weisversahren stellte nur ziemlicher Sicherheit die Schuld von Lay je st. Der Angeklagte, bereits vot„.,tmft, verantwortete sich sehr gewandt und bestreitet mit Entschiedenheit die ihm zur Last gelegten Fakten. Der Gerichtshof unter Vorsitz des Oberlandesgerichts-rateS Böhm verhängte über Lay, der von Dr. Schärfmesser Viel zu kurz ist die Zeit der Freiheit der Neger im Vergleich mit den langen Perioden ihrer Versklavung und den vorangegangenen unübersehbaren Jahrtausenden einer vom Naturzustand wenig entfernten Kulturlosigkeit, das; man nicht schon über die bisherigen Resultate erstaunt sein sollte. Aerzte, Advokaten, Prediger, Lehrer, Architekten, Naturforscher, Musiker, Dichter, Techniker und Elektriker sind aus dem Kreise der befreiten Sklaven hervorgegangen, freilich kein die Welt bezwingendes Genie. Aber man vergesse doch nicht, das; nicht die gleichen Maßstäbe angelegt werden dürfen an die Angehörigen des höchstbegabten angelsächsischen Stammes und an die,^ deren Großeltern, deren Väter und Mütter zum Teil noch unter der Stlayenpeitfche stöhnen mußten. Millionen Neger arbeiten heute in den Vereinigten Staaten als Matrosen und Bauern, als Hafenarbeiter und Kutscher, als Lastträger und Eisenbahner, als Bergleute wie als ungelernte Industriearbeiter, als Kellner und Dienstboten, aber auch in von Jahr zu Jahr wachsendem Zahl als gelernte Arbeiter. Es gibt Gewerkschaften der schwarzen Arbeiter, es gibt schwarze ; Arbeiter auch in den allgemeinen Gewerkschaften. Nicht an dem Ideal, das sich der weiße Kulturmensch setzt, wird der Beurteiler der Negerbefreiung den heutigen Stand der schwarzen Bevölkerung der* Vereinigten Staaten messen. Der gerechte Beurteiler wird mit den Zuständen vergleichen, den sich die Neger hente in der Volkswirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika errungen haben, er wird — so führt die Wiener „Arbeiter-Zeitung" aus — werten ihren^ Kulturzustand und Entwicklungstendenzen im Vergleich mit dem gewaltigen Unheil, das die Bekämpfet der Negeremanzipation vorausgesagt haben. Wohl wird man erklären müssen, daß die Neger zwar unserem Menschheitsideal noch sehr wenig entsprechen, aber unverhältnismäßig mehr erreicht haben, als die Verteidiger der Sklaverei düster prophezeiten. Der Süden der Bereinigten Staaten ist nicht zur Wüste geworden, die Herrschaft des Königs Baumwolle hat dort nicht aufgehört. Unsicherheit und Verwilderung habe« sich sicher nicht verstärkt. Auf den Baumwollfeldern wirken heute die wunderbarsten Maschinen, die unverhältnismäßig bessere und reinere und weit profitablere Arbeit leisten als die bestbeaufsichtigten Sklaven. Heute ist es jedermann klar, Latz die Aufrechterhaltung der Sklaverei niemals den hohen „Der Eisenbahner." verteidigt wurde, eine achtmonatige schwere Kerkerstrafe. Lay prallte bei der Verkündung des Urteils entsetzt zurück. Auf die Frage, ob er Rechtsmittel ergreife, sagte er mit fester Stimme: „Ich melde gegen dieses Urteil menschlicher Justiz die Nichtigkeitsbeschwerde an." Daß derselbe Herr Karl Lay heute bei der Südbahn es bis zum Revidenten bringen konnte und sein Einbruchsdiebstahl für die Südbahnverwaltung keinen Anlaß bildete, die Laufbahn dieses Beamten zu durchkreuzen, beweist wohl^hinreichend, daß auch menschliche Empfindungen allc_ Schuld vergessen machen können. Und noch mehr: Die Südbahn scheint heute an Herrn Karl Lay offenbar fo besonderen Gefallen zu finden, daß der „Verein der S ü d b a h u b c a m t c n u n d Beamtenan warte r", dem Herr Lay als Vizepräsident vorsteht, noch besonders in den Amtsblättern empfohlen wird, wie wir kürzlich erst nachwiesen. Es kann schon sein, daß der Verein mit seinem Vizepräsidenten eine ganz besondere Anempfehlung durch die Südbahnverwaltung braucht, wenn inan will, daß die Südbahner sich unter der Führung des Herrn Lay begeben sollen, der sich's in den Kopf gesetzt hat, just der rechte Manu zu sein, den Kampf gegen die „r o t e G e w e r k s ch a f t" führen zu können — Im übrigen aber wird man wohl verlangen dürfen, daß bei der Südbahn kleine Dienstvergehen nicht schwerer und nicht moralwidriger ein g e-schätzt werden, als es vordem bei Einbruchsdiebstählen des Herrn Karl Lay geschehen ist. 6o$lal9olitif auf den österreichischen Staatsbahnen. Nach jahrelangem unablässigen Drängen versteht sich endlich das Eiseubahuministerinm dazu, langsam und schrittweise dem allgemeinen Wunsche des Personals nach dem Bau von Provisionshäusern zu entsprechen, ohne daß dadurch dein Wohnungselend unter den Eisenbahnern wesentlich gesteuert worden wäre. Es ist dies begreiflich, wenn inan erwägt, daß 250.000 Leute auf diese Wohltaten harren, aber nur ein winziger Bruchteil in den erbauten Häusern Unterkunft finden kann, too spärlich aber schon diese Maßnahmen sind, werden sie noch vergällt durch die mehr als sonderbare Art, die das EisenbahnministeriUm zeigt, wenn es sich darum handelt, dem beteiligten Personal, in dem Falle also den Mietern, entgegenzukommen. Wird da int Provisionsfondsausschuß nach laugem harten Kampfe dem besagten Ministerium, ein Bau abgerungen, und erklären die berufenen Vertreter und Anwälte, daß im Jahre 1912 im XX. Wiener Gemeinde-bezirk ein großes Haus, angeblich auf den Gründen der Donaureguliernngskommission oder der Unioubaugesell-schast, gebaut werden wird, jedoch mache die Kommune Wien wegen verschiedentlicher technischer Schwierigkeiten Einwendungen, die erst behoben werden müssen. Was ist der Grund? Diese Frage schwirrte von 1911 bis zum Frühjahr 1912 in aller Munde. Mehr als 500 Reflektanten, die sich nach diesem neuen Haus sehnten, fragen so Tag für Tag, ohne daß ein Mitglied des Provisionsausschusses in der Lage gewesen wäre, auch nur mehr als vage Andeu-hingen geben zu können. Als»schon der Ban begannen, konnten erst die Eisenbahner von privater Seite erfahren, daß dies der Platz sei, auf dem die Häusergruppe erstehen wird. * Mittlerweile wurde von den vorgemerkten Reflektanten ein Komitee gewühlt, dem die Aufgabe zukam, dem Eisenbahnministerium die Liste der nach dem Tag der Vormerkung bezeichneten Reflektanten zur Berück- volkswirtschaftlichen Stand, dessen sich der Süden der Vereinigten Staaten jetzt erfreut, ermöglicht hätte. Das starre Festhalten an der Sklaverei, der Widerstand des Südens gegen ein Uebergangsstadium, das zur Freiheit der Sklaven führen sollte, haben den gewaltigen Bürgerkrieg, haben den Bankerott vieler Sklavenbcsitzer her-oeigefüljrt. Sie hatten die Entwicklung nicht begriffen, sie haben die Katastrophe, die revolutionäre Erschütterung ihrer Wirtschaft ertragen müssen, weil sic jedem Zugeständnis abgeneigt waren, jedem Fügen in die Entwicklung Widerstand, zuletzt mit Kriegsschiffen, Torpedos, Minen und Armeen ent-gegenftellten. Es kann aus der Geschichte der Sklavenbefreiung manche bedeutsame Lehre gezogen werden. Freilich, gerade diejenigen, die sich mit aller Schroffheit dem Befreiungskampf des Proletariats entgegensetzen, wollen am wenigsten aus der Geschichte Lehren ziehen. Die Befreiung der Sklaven in den Vereinigten Staaten von Amerika ist eins der bedeutfamsten Ereignisse in der Geschichte des Proletariats. Marx schreibt darüber im „Kapital": In den Vereinigten Staaten von Nordamerika blieb jede selbständige Arbeiterbewegung gelähmt, solange die Sklaverei einen Teil der Republik verunstaltete. Die Arbeit in weißer Haut kann sich nicht dort emanzipieren, wo die in schwarzer Haut gebrandmarkt wird. Wer aus dem Tod der Sklaverei entsproß ein neuverjüngtes Leben. Die erste Frucht des Bürgerkrieges war die Achtstundenagitation. Mit den Siebenmeilenstiefeln der Lokomotive vom Atlantischen zum Stillen Ozean ausschreitend, von Neuengland noch Kalifornien. Der allgemeine Arbeiterkongreß zu Baltimore (1866) erklärt: „Das erste und große Erheischnis der Gegenwart. um die Arbeit diefeö Landes von der kapitalistischen ' Sklaverei zu befreien, ist der Erlaß eines Gesetzes, wodurch acht Stunden den Normalarbeitstag in allen Staaten der Union bilden sollen. Wir sind entschlossen, alle unsere Macht aufzuBietcn, bis dieses glorreiche Resultat erreicht ist..." Eine'wei^ höher stehende Arbeiterklasse als die amerikanischen Neger vor 50 Jahren ringt heute um die Befreiung aus der Lohnsklaverei. Kein halbwegs ernsthafter Beobachter wird an die Befreiung der Arbeiter die düsteren Prophezeiungen knüpfen, mit denen die Gegner der Sklavenbefreinug fo viel Glauben fanden. Die Befreiung aus der Lohnsklaverei eröffnet 20. Jänner 1913 -Seite'3' —........................................... '■■in > ■»' sichtiguug zu empfehlen, ferner darum bittlich zu werden,] daß durch den Einfluß des Ministeriums die Wiener Kommune sich der Straßenpflege annehmc (es existiert' heute nicht einmal noch eine Straße), daß eine als drin-gendes _ Bedürfnis anerkannte Verbindung mit dem rechtseitigen Donauufer hergestellt werde, wozu mehrfache Vorschläge erstattet wurden, und daß schließlich die Art der Vermietung so wie bisher den Vertrauensmännern zwecks gerechter Einteilung obliege. Ritter v. Glanz, der Leiter des Departements V, empfing die Abordnung der Eisenbahner in Gegenwart des Oberbaurates Nepesky am 31. Oktober 1912. Die Komiteemitglieder legten ein wohlbegründetes Memorandum vor und baten zugleich der Dringlichkeit wegen, sich endlich zu erklären, ob die Wohnungen am 1. Februar zu beziehen sein werden oder dazu ein späterer Termin festgesetzt werde. Sie baten auch, die Liste der vorgemerkten Kollegen zu berücksichtigen und dem Komitee die Mithilfe bei der Vermietung nicht zu versagen. Am 7. November. also fünf Tage vor der Kündigungsfrist, kam eine Affiche der Staatsbahndirektion Wien zum Vor« schein, wonach Reflektanten auf Wohnungen bei der Staatsbahndirktion Wien XV, Mariahilferstraßc, am 8. November (Sonntag) und die weiteren Tage zu erscheinen haben, um dort ihre Ansprüche zu stellen. Von nun an beginnt eine Serie von Blamagen der Staatsbahnvkrwaltung, die hier angeuage.lt zu werden verdient. Die Reflektanten suchen sich im Hause im XX. Bezirk eine, vorsichtshalber zwei passende Wohnungen aus und fahren nunmehr, mit den besten Hoffnungen beseelt, in den XV. Bezirk, wo der Administrator der Häuser die Anmeldungen entgegennimint. Dort müssen die meisten Eisenbahner zu ihrer großen Betrübnis, erfahren, daß die Wohnung schon vergeben ist. Den Weg noch einmal zu machen, ist, abgesehen von der damit verbundenen Geldausgabe, auch wegen des vor der Tür stellenden Kündigungstermine^ nicht ratsam, und so entschließt sich denn die große Mehrzahl der dort Wohnung suchenden Menschen, nach dem Plane eine passende.Wohnung zu erringen. Sie geben das Angeld, bekommen ihre Tür- und Blocknummer und gehen jetzt getrost von dannen. Aber es ist einmal so, daß, wenn die Staatsbahnverwaltung außer den: Bereich ihres Aktenstaubes irgend etwas Praktisches durchführen soll, ihre Unfähigkeit aller Welt offenbar wird. Weder die Häuserblockbezeichnung, noch die Türnummer stimmen, so daß es vorkommt, daß Mieter A, der beispielsweise die Wohnung Nr. 80 int Block A gemietet hat, zu seinem Entsetzen diese Wohnung abermals vermietet findet und daß durch eine Verwechslung seine Wohnung im Block B sagen wir Tür 17 hat. Die Szenen, die diese Konfusion hervorricfen, können hier gar nicht geschildert werden. Aber zweifellos ist und bleibt diese Art der Vermietung ein furchtbarer Skandal. Man drückt die Vertrauensmänner schroff. zur Seite, vermietet per Distanz, unbekümmert darum, ob die Mieter darunter leiden oder nicht. Daß bei dieser Sachlage, durch die Ignorierung der bereits seit einem Jahre fertiggestellten Reflektantenliste, viele der Äor-gemerkten in ihrem Anspruch betrogen wurden, nur deshalb, weil die Bahnverwaltung absolut die Vertrauensmänner desavouierte, soll ebenfalls als ein sozialpolitischer Zug der genannten Verwaltung vermerkt werden. Die bisherige Art der Vermietung unter tatkräftiger. Mithilfe der Vertrauensmänner nach deren Listen war geradezu musterhaft zu nennen, während die von den Juristen der Bahuverwaltung inaugurierte ein öffentlicher Skandal wurde und bleiben wird. Nun zu den Häusern selbst. Die Provisionsionds-ausschußinitglieder ersuchten wiederholt das Mini sterinm, die Vermietung vor dem 1. Februar 1913 nicht zuzulassen, weil nach den bisherigen Erfahrungen dieses Forcieren nur zu Unzukömmlichkeiten führen müsse. die Aussicht höchster Kultursteigerung, weitester Aufnahmefähigkeit für alle Kulturgüter. Die Befreiung aus der Lohnsklaverei eröffnet der Menschheit die Aussicht auf unvergleichlich hohe Kultursteigerung. War die Befreiung der Neger selbst Tausenden weitsichtige« Männern als bare Unmöglichkeit erschienen, war sie ihnen gleichbedeutend mit der Vernichtung der ganzen Wirtschaft, die auf der Negerarbeit aufgebaut war, erschien sie ihnen als ein fürchterliches Verhängnis für die Sklaven, so ist doch die Negersklaverei, von einigen zentralafrikanischen Gebieten abgesehen, überall abgeschafft. 1792 hat Dänemark, 1807 England, 1813 Schweden, 1814 Frankreich und Holland, 1815 und 1823 Portugal, 1814 und 1820 Spanien, dann die siidumcrU konischen Staaten, 1831 Brasilien den Handel mit Negern verboten. Mit der Beseitigung der Sklaverei Begannen die Einzel» jtaaten der nordamerikanischen Union von 1777 an, bis am 1. Jänner 1863 Lincolns Proklamation der Negersklaverei auch im Süden der Union das Ende bereitete. 1833 und 1838 haben England und seine Kolonien, 1848 Frankreich, 1858 Portugal, 1863 Holland, Spanien in den Jahren 1870 bis 1866, Brasilien 1871 bis 1888 die Sklaverei aufgehoben. All das, was deshalb befürchtet ward, ist selbst in den Uebergangöstadien in keinem der Wirtschaftsgebiete zur Wahrheit geworden, die die Sklaverei gekannt hatten. Nirgends würde man den Zustand während der Sklavenhalterzeit mit der heutigen Blüte dieser Länder vertauschen. Der Gedenktag von Lincolns Proklamation erfüllt uns mit der sicheren Hoffnung, daß die Befreiung der Arbeiterschaft aus der Lohnsklaverei trotz aller düsteren Prophezeiungen, trotz aller gelehrten Erweisungen, daß Unmögliches und die Menschheit Schädigendes gefordert wird, früher Eintreten wird, als die Kleingläubigen unter uns erwarten. Die Negeremanzipation war eine Voraussetzung und eine wichtige Etappe, in der Geschichte Ber Befreiung der Arbeit. In die Zeit der nordamerikanischen Sklavenbefreiung fallen der Anfang der Arbeiteragitation Lassalles und die Gründung der internationalen Arbeiterassoziation. Nun, 50 Jahre seit Lincolns Proklamation, ist die größte Partei der Welt in allen Ländern, die Sozialdemokratie. Voll von Siegeszuversicht eilt sie in ihrem Ziel, der Vergefellschaftlichung aller Produktionsmittel und damit der vollen Befreiung der. Arbeiterklasse entgegen. Besucht nur Lokale, in welche« der „Eisenbahner" aufliegt l Nichts da. E§ hat niemand der Obrigkeit dreinzureden. Verfügen wird die hohe Behörde und basta! Und jetzt? Am 80. und 31. Dezeinber sowie am 1. Jänner d. I. steht i'itic Wagenburg vor dem Häuserkolloß; Partei um Partei^ ringt sich durch das bodenlose Lehmgebiet dem neuen Heim entgegen. WaS sehen wir! Kein Stiegengelände fcstgemacht, viele Herde ohne Rost und Platte, in einzelnen Trakten kein Wasser, und wo eines ist, noch ungenießbar; in allen Wohnungen stehen glühende Oefen, die die Feuchtigkeit vertreiben sollen, teilweise fehlen die Abortbestandteile, fehlen die Holzverschalungen bei den Küchenfenstern, kurzum, ein unvollständiges, nicht bewohnbares Haus, Mangel an den primitivsten Wohnungsbestandteilen. Nock) einfacher: ein Staatsbahnverwaltungsskandal. Dem Hausbesorger Hoffmann wurde dessen Wohnung nur deshalb belassen, weil er für eine eventuelle Erkrankung seiner Kinder durch die feuchten Mauern die Verantwortung übernahm. Was sagt nun die Staats-bahnverwaltung zu diesem Bericht? Am Schlüsse wollen wir noch hinzufügen, daß cs den Airsschußmitgliedern des Provisionsfonds gelang, für diese Häuser, die in Mitte einer Wüste, isoliert von allen Menschen, stehen, eine Verschleißstelle des Lebensmittelmagazins für Bedienstete der österreichischen Staatsbahnen einzurichten. Nun sollte man doch glauben, daß eine gesunde Administration, daß eine Bahnverwaltung darauf Wert legen sollte, die Mieter solcher Häuser durch zeitgerechte Fertigstellung der zu einem Lebensmittelmagazin notwendigen Ubikationen in die Lage zu versetzen, ihre Lebensmittel nicht ctwa_ durch Luftballone oder ähnliche Hilfsmittel, die in diesen: Rayon notwendig wären, zu erholten, sondern daß diese im Hause selbst zu erhalten seien. Man irrt aber wieder. Die Räumlichkeiten gleichen einem Schutthaufen, ein Tohuwabohu, in dem sich niemand mehr anskennt, nnd es muß von Glück geredet werden, wenn am 1. Februar an dieser Stelle schon flinke Menschenhände Kunden bedienen können. Der stramme Zug, der seit einem Jahre in der Staatsbahnverwaltung markiert wird, der Zng, der aber nur ein mitleidiges Lächeln entlockt, hat es mit sich gebracht, daß Baron Förster, der der Inspirator dieser Verschärfung ist. täglich die Erfahrung machen muß, daß seine Verwaltung — die reformierte, vereinfachte — wo immer sie eingreift, nur Unheil stiftet, sich lächerlich macht und seine Erekutivorgaue, in diesem Falle Ritter v. Glanz und Hans Kolisko, vollständig versagen. In ihrem vom Eisenbahnminister geduldeten und geförderten Hasse gegen alles, was sozialdemokratisch heißt, verrennen sich die Herren, bis sic in der Sackgasse der Lächerlichkeit angelangt, nicht mehr vor noch rückwärts können. Geht doch Herr Kolisko so weit, um Auskunft heischende Ausschußmitglieder des Provisionssonds ohnq Antwort zu lassen und seinen Beamten zu verbieten, mich nur eine Silbe zu sagen; wohlgemerkt, in Angelegenheiten, die in die Jngercnz des genannten Ausschusses fallen. Herr Ritter v. Förster, der Eisenbahnminister und mit ihm seine Teparteinentsvorstände machen sich die toachc sehr bequem. Sie mimen die wohlwollenden Vorgesetzten, erklären bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit, daß ihnen das Wohl der Eisenbahner sehr am Herzen liegt, daß sie bereit sind, alles zu tun, um das Personal nach allen Richtungen zufrieden zu stellen, lassen aber dabei ihre Direktoren, vornehmlich Herrn Hans Kolisko, an den bisher unangetasteten Rechten der Bediensteten geradezu willkürlich hausen, ohne nur einen Finger dagegen zu rühren. Je mehr diese Gernegroße das Personal treten, desto mehr erklären diese Herren im Eisenbahnministerium, nur Wohlwollen und Sorge für das Personal zu haben. Wird diese Komödie noch lange dauern? Wird der Herr Eisenbahnminister endlich Ordnung schaffen oder wäscht er sich dann auch die Hände in Unschuld wie Pilatus? Inland. Die Raubritter und die Ochsen. . _ Die Urenkel derer, die einst durch Bauernlegen reich geworden sind, oder die als Buschklepper hinterm Strauch auf den vorüberziehenden Kaufmann harrten, führen heute einen erbitterten Krieg gegen — die serbischen Ochsen und Schweine. Die großen Grund-Herren, die Hohenblnm, Zichy, Auersperg und wie sie alle heißen, die im ständigen Ausschuß der agrarischen Zentralstelle sitzen, kommen zusammen, um eilte Protestkundgebung gegen die Neuregelung der Handelsverträge mit den Valkanstaaten zu veranstalten. Was sich die Herren da cm politischer Klugheit leisteten, ist wohl das Menschenmöglichste. So sagte zum Beispiel Hohenblum: „Es ist ein Unsinn, die Zoll» und Handelspolitik mit der auswärtigen Politik im Zusammenhang au bringen" und der Fürst Auersperg tat den dunklen Ausspruch: „Die serbische Frage ist für uns vom agrarischen Standpunkt gleichgültig." Natürlich wurden auch Beschlüsse gefaßt, die in Form einer von Hohenblum vorgeschlagenen Resolu-tion einstimmig angenommen wurden. Es wurden folgende Forderungen formuliert: „1. Volle Aufrechter- lioUung der Minimalzölle für Getreide und der vertragsmäßig bestimmten titsljetigcit Zölle für fand» und forstwirtschaftliche und laud- und forstwirtschaftlich-industrielle Erzeugnisse. 2. Entschiedenes Verbot der Einfuhr von lebendem Vieh aus den Balkanstaaten. Der ständige Ausschuß protestiert auch gegen jede Erhöhung des Rumänien, Serbien und Bulgarien vertragsmäßig zugestandenen zollermäßigten Fleischeiufuhr-kontingentes und gegen jede, wenn auch nur teil- oder Zeitweise ltebcrtrngung des von Rumänien nicht aus-genutzten Fleischeinfuhrkontingents an Serbien oder Bulgarien. Daß hiebei die österreichischen und die ungarischen Agrarier Hand in Hand gingen, verdient her. vorgehoben zu werden. Graf Theodor Zichy hat dies ausdrücklich erklärt, und er hatte dabei den lustigen 'Einfall, zu sagen, durch,,das Zusammengehen der öster- reichischen und der ungarischen Agrarier wurde das Volk auf beiden Seiten aufgeklärt werden. Das Volk braucht die Aufklärungen der Herren Grafen und Fürsten wahrlich nicht, es ist über das Treiben diesen ehrenwerten Gesellschaft hinreichend aufgeklärt. Es weiß, daß die Großagrarier samt und sonders die besten Patrioten sind und daß sic nie zögern, dem Staat Kanoneu, Soldaten und Kriegsschiffe — aus den Taschen des Volkes zu bewilligen. Wohin uns ihr Patriotismus geführt hat, haben wir ja gesehen. Trotz des Protestes des Fürsten Auersperg: Wenn es zu einem Krieg gekommen wäre, dann wäre nur die Hetze der Agrarier, die in ihrem Sinne betriebene agrarische Zoll-und Handelspolitik, der seit Goluchowsky betriebene Zollkrieg gegen Serbien die Sckmld gewesen. Im „Oester-reichischen Volkswirt" veröffentlichte Professor Masaryk einen sehr beachtenswerten Artikel, in welchem er über die Wirkungen des Zollkrieges gegen Serbien folgendes schreibt: "Wie die diplomatischen Verhandlungen über den serbischen Adriahafen enden werden, mag dahingestellt sein; dagegen mutz hier betont werden, daß der Zollkrieg, den Graf Goluchowsth und nach ihm Graf Aehrenthal gegen Serbien geführt haben, den Serben den Wert eines eigenen Adria-Hafens so eigentlich suttt Bewußtsein gebracht hat. Vor diesem Kriege waren die Serben gewohnt, ihre Waren, zumal das Vieh, nach Ungarn und Oesterreich zu liefern, und begnügten sich mit den sehr mäßigen PreisSn, die ihnen gewahrt wurden; der Zollkrieg und feine beträchtlichen Opfer erweckte die Serben aus ihrer gewohnheitsmäßigen Behäbigkeit und nötigte sie, Saloniki und von da ans Aegypten und die Westländer auf» zusuchen und überdies ihre Rohprodukte im Inland zu verarbeiten. Der Zollkrieg hat Serbien zwar nicht iudustriealisiert, aber cs sind doch bedeutende Industrien im Lande entstanden oder vervollkommnet worden, Snlaini- und Zuckerfabriken, Glashütten, Bierbrauereien, Textilfabriken u. f. w. Zu beachten ist dabei, daß sich im Süden des Landes Industrien festsetzen, weil billige Wasserkräfte zur Verfügung stehen; dasselbe dürfte von den neuerworbenen Gebieten gelten, wodurch der Drang nach der Adria auch zum größten Teil erklärt wäre. Jedenfalls kann man den Serben nicht unrecht geben, wenn sie GoluchowSkh und Aehrenthal ein Monument setzen wollen, wie in Belgrad spöttisch gesagt Wird." Haben wir also durch unsere agrarische Politik Serbien selber auf den Weg der Industrialisierung gezwungen und dadurch unserer Industrie bedeutenden Schaden gebracht, so soll nach der Meimmg der hochverräterischen Agrarier in Zukunft unsere Industrie auf dem Balkan geradezu lahiugelegt werden. Serbiens Auf* schwuug berechtigt auch Oesterreich Ungarn zu den besten Hoffnungen. Masaryk schreibt darüber: „Es ist nicht viel gesagt, wenn wir die Steigerung der Au§- und Einfuhr Serbiens nach einigen Jahren des Friedens auf 200 Millionen Dinar veranschlagen. Die nxuerworbenen Gebiete werden viele Investitionen erheischen, Eisenbahnen und Straßen werden gebaut werden, Brücken, zahlreiche Gebäude (Schulen!) werden nötig fein, Serbien wird Anleihen machen und fremde Kapitalien heranziehen — die Bedeutung Serbiens für die österreichische Industrie und Finanz muß jedem, der die angeführten Daten flüchtig vergleicht, ganz ersichtlich sein." Wenn wir aber mm die Politik der Feindseligkeiten abermals fortsetzen, so heißt das, Oesterreich vom serbischen Markt geradezu ausschalten und der Konkurrenz Frankreichs, Deutschlands und Englands die Wege offnen. Was das für unsere hochpassive Handelsbilanz, deren Passivität in diesem Jahre von 645-5 Millionen auf 769-6 Millionen gestiegen ist, braucht nicht gesagt zu werden.. ——........... ü- Christlichsoziale Korruption. In einer Anfrage verwies Abgeordneter Doktor Stransky in der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses auf die in der Beratung des Budgetausschusses für den Tabakeinkauf zutage getretenen Resultate. Nach den ihm gewordenen Mitteilungen hätten die ehemaligen Abgeordneten Pater Walcher. und Dr. Stumpf, beide Christ-lichsozialc, seinerzeit eine Aenderung der TabakeinkaufS-modus herbeizuführen versucht, wobei die holländische Firma, bei welcher der Tabak gekauft werden sollte, die Verpflichtung hätte übernehmen wollen, der christlich-sozialen Parteikassc Gelder zur Verfügung zu stellen. Durch Einsichtnahme in die zwischen den Vermittlern und der Amsterdamer Firma geführte Originaikorre-spondenz ergab sich, daß die genannte Firma sich verpflichtet hat, zu christlichso zialen Partei-zwecken jährlich einen Betrag von 100.000 Kronen der christlichsozialen Partei zu bezahlen. Das Interesse um die Aufhellung deS Falles sei um so größer, als die christlichsoziale Partei sich stets als österreichisch-patriotische Partei hinausspielt, aber, wie mm ersichtlich, sich mit ausländischen Geldern soutenieren läßt. Die Verhandlung im Subkomitee hat, wie die „Arbeiter - Zeitung" schreibt, darüber Schauderhaftes ergeben. Wir werden darauf noch zu sprechen kommen. Geburts- und Sterblichkeitsstntistik in Oesterreich. lieber Ehen, Geburten und Sterbefälle in Oesterreich im ersten Dezennium des Jahrhunderts liegen offizielle Daten vor, die ein sehr interessantes Material geben und Sozialpolitiken! besonders wertvoll sein werden. In Kürze gesagt, ergibt sich atch deu Zahlen: Die Zahl der Eheschließungen hat zugenommen,- aber nicht in dem Maße, das der Zunahme der Bevölkeruugsziffer entsprechen würde. Die Zahl der Lebendgeburten hat absolut abgenommen, eine Erscheinung, die auch in den meisten anderen Kulturländern zu beobachten ist und die bekanntlich namentlich in Frankreich zu ernsten Erwägungen geführt hat. Das Minus ist nahezu 25.000 im Jahre 1910. Auch die Zahl der Todesfälle hat abgeuonunen, eilt erfreuliches Zeichen, das durch die Besserung in den hygienischen Verhältnissen bedingt ist. Sehr wesentlich hat die Zahl der Totgeburten nbgeimmntcn. Die Abnahme der Geburten- und Sterbeziffer Oesterreichs hält sich zwischen den entsprechenden höheren Ziffern Ungarns und den niederen Ziffern des Deutschen Reiches. Die Abnahme der Geburtenzahl ist am stärksten in Niederster-reich, Oberösterreich, den Sudetenländern und Galizien, dagegen hat die Geburtenzahl in Görz-Gradiska und Dalmatien zugenonimen. Die Sterblichkeit nahm ausnahmslos ab, besonders in Dalmatien, Niederösterreich und den Sndetenländeru. Die Daten, die weiter unten veröffentlicht werden, sind soeben durch das Bureau der Statistischen Zentralkommission herausgegeben und int 1. Heft des 92. Bandes der Oesterreichischen Statistik enthalten, das unter anderem auch eine Darstellung der Bevölkerungsbewegung Oesterreichs im ersten Dezennium des Jahrhunderts gibt. Gegenstand der natürlichen Bevölkerungsbewegung sind die Eheschließungen, die Geburten und Todesfälle. Im Jahre 1910 hat die Zahl der Eheschließungen 214.970 betragen, während der Durchschnitt des Jahrzehnts mir 212.110 ist. Auf 1000 Einwohner entfallen 7-69 Eheschließungen, im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts aber 7-76. Die Zahl der Eheschließungen hat also nicht im gleichen Maße wie die Bevölkerung zugenonimen. Wge-nommen hat die Zahl der Lebendgeburten, 923.545 im Jahre 1910 oder auf 1000 Einwohner 32-6. Das Minus ist 24.702, nach dem Durchschnitt des Jahrzehnts gerechnet. Noch größer ist aber die Abnahme der Sterve-fälte, die in ganz Oesterreich 602.064 oder auf 1000 Einwohner 21-3 betragen hat, um 35.719 weniger als der Durchschnitt des letzten Jahrzehnts. Der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle betrug 321.499 ober 11-3 auf 1000 Einwohner, um ein Geringes weniger als der Durchschnitt des Jahrzehnts 1901 bis 1910. Weit mehr als die Zahl der Lebendgeburten hat die Zahl der Totgeburten abgenonnnen; sie betrug 23.275 int Jahre 1910, gegenüber 25.230 im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts. Ausland. Von den Eisenbahnern Großbritanniens. Der 4 0. Verbandstag des großen E i s e n b a h n e r v e r b a n d e s wurde im Herbst 1912 in Dublin abgehalten. Rach der Erstattung des Berichtes des Vorsitzenden und Erledigung einiger nebensächlicher Angelegenheiten wurde über das Eittigungs» und Schiedswesen im Eisenbahndienst verhandelt. Die. Ortsgruppe Elay Croß hatte eine Resolution cutge-6reicht, iit der das Bedauern darüber ausgesprochen wird, daß sich der Aktionsausschuß der au dem Streik von 1911 beteiligten Gewerkschaften dazu herbeiließ, das Eini-gtmgs- und Schiedssystem anznnchmen, trotzdem die Gewerkschaften nicht anerkannt wurden und nur die Sektiouseiniguugsausschüsse erhalten blieben, während die Zentralausschüsse abgeschafft wurden. Der Verbands» tag solle sich dafür ausfprechen, daß dieses Einigungs-system, daS den Arbeitern von den Kapitalisten und vom Staat aufgezwungen wurde, fo bald wie möglich abgeschafft werde; der Verbandstag solle sich ferner gegen jedes derartige Einiguitgssystem erklären. Abgeordneter I.. H. Thomas, der nach dem Begründet: des Antrages das Wort ergriff, sagte, daß dieser schlecht unterrichtet sei. DaS Einigungswesen wurde den Arbeitern nicht aufgezwungen, und auch die Abschaffung der ZentraleiniguugSausschüsse ist nicht auf daS Verlangen der Unternehmer zurückzuführen, sondern aus das Verlangen bestimmter Kategorien von Bediensteten, die meinen, ihre Interessen würden besser gewahrt, wenn es nur Einigungsausschüsie für einzelne Kategorien gibt (nämlich die Lokomotivführer und Heizer). Durch die Annahme des Antrages würden die Ärbeitervertreter in den Einigungsausschüssen in eine sehr schwierige Lage versetzt; alles, was bisher unternommen wurde, um die Lage der Arbeiter zu bessern, müßte aufgegeben werden: die Eisenbahngesellschaften und die unabhängigen Vorsitzenden der Einigungsausschüsse hätten dann die beste Ausrede, daß sie trotz allen guten Willens nichts tun können, um die Verhältnisse der Arbeiter zu bessern. Die Delegierten müssen davon abstehen, ihren Vertretern Hindernisse zu bereiten, bevor sich eine richtige Gelegenheit bot, den Nutzen des neuen Einigungsvertrages zu pritv n. Auch Generalsekretär Williams wendete sich gegen den Antrag. Er sagte unter anderem/ er begreife es wohl, wenn manchen Delegierten der Fortschritt, der durch das Einigungssystem erzielt wird, zu. langsam erscheint. Aber man solle doch zurückblicken, um wie viel langsamer der Fortschritt vor etwa 20 Jahren war. Nach langer Debatte wurde der Antrag abgelehnt; dafür itrmitten 19 und dagegen 37 Delegierte. Auf Antrag von Pocock (Batterfca) wurde beschlossen, die Ausdehnung des Gesetzes über Entschädigung von Betriebsunfällen und Berufskrankheiten auf Krampfadern und andere Leiden zu fordern, welche f;ch die Eisenbahner im Dienst zuziehen. Einstimmig gefaßt wurde ein Beschluß gegen die Praxis einiger Eisenbahngesellschaften, VerbandSmit-gliedcr, die im Interesse der Organisation tätig sind, zu maßregeln. Ebenso wurde die Verstaatlichung der Eisenbahnen wieder einstimmig gefordert. Der Verbandstag erhob Vrotest dagegen, daß die Durchsiihrung des neuen Kranken- und Jnvaliden-veri'cherungsgesetzcs privaten Versicherungsgesellschaften und Betriebskassen übertragen wurde, während die Ver-sicheruugsämter den Gewerkschaften, die sich bemühten, als Versicherungskassen anerkannt zu werdrn, große Schwierigkeiten bereiteten. Durch die Ucbertragung der VersichenntaSgefchäste an kapitalistische Vereinigungen ijt eine empfindliche Schädigung der versicherten Arbeiter zu befürchten. Bei der Verhandlung über Unfallverhütung wurden von mehreren Rednern die großen Gefahren aufgedeckt, die im Eisenbahnbetrieb Großbritanniens noch bestehen. Eine Resolution fordert die Beseitigung der Uebelsiände. Eine Resolution betreffend den Achtstundentag wurde einstimmig angenommen. In der Diskussion über diesen Punkt stellte Abgeordneter Thomas fest, daß die Kni/egut selbst vielfach zu wenig Gewicht auf benscht* stuitt tag legen. So unterhandelte er mit einer Unternehmung, an welche die Forderung auf Einführung des Achtstundentages und Erhöhung des Lohnes um 1 Schilling für eine bestimmte Arbeitergruppe gerichtet worden war. Die Unternehmung war bereit, eine der beiden Forderungen zu erfüllen und fragte Thomas, wofür sich die Arbeiter wohl entscheiden werden. Er antwortete. Nr. 3 Wien, Montaa —--------------------------------- :. .«.■ q..i| ,Zweifellos für den Aclitstui'.deniag: aber sein erstaunen 'leat; nicht gering, als die Lohnzulage Dorgezogen wurde. Die Entscheidung des Verbandsvorstandes, an, die indirekt von dein großen Bergarbeiteransstand anfangs 110.12 betroffenen Mitglieder keine Streikunterstützung Zu Zcchlen, wurde vom Verbandstag genehmigt; für die Genehmigung stimmten 28, dagegen 26 Delegierte. Wäre die Entscheidung anders ausgefallen, so hätte ein großer Teil des Vermögens für die Zahlung der fraglichen Unterstützung verwendet werden müssen. Der Antrag, dem Verbaudsvarstand das Bedauern darüber auszusprechen, weil bei den Verhandlungen mit der Regierung und den Unternehmern die irischen Eisenbahner nicht in das nationale Einignngs- und Schieds-fhjtem einbezogen wurden, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Einige Delegierte ans Irland scheinen bereits vergessen zu haben, daß sich die irischen Kollegen selbst gegen eine solche Einbeziehung und die Einengung ihrer „Aktionsfreiheit" wehrten. Aber die Syndikalisten, die besonders in Irland einen starken Anhang haben, lassen nichts unversucht, um die Stellung des Verbandsvor-standes zu untergraben. Eine Resolution fordert die Wiederherstellung des Var dem bekannten Osborne-Urteil bestandenem Rechts, daß die Gewerkschaften Austoendungen.für politische Zwecke, machen und ungehemmt politisch tätig sein sollen. Ein diesbezüglicher Gesetzentwurf liegt dem Parlament vor. Er wird jetzt — anfangs Dezember — im Ausschuß beraten und soll demnächst vor das Plenum kommen. Eine Resolution, die ausspricht, daß sich der Eisen-bahnerverband zu den Grundsätzen des Sozialismus bekennt, wurde mit 40 gegen 8 Stimmen angenommen. Ueber die Verschmelzungsfrage wurde gleichfalls wieder verhandelt; es besteht gute Aussicht, daß die Verschmelzung von drei Verbänden demnächst erfolgt. Die Lokomotivführer und Heizer lehnen den Anschluß an .den allgemeinen Verband ab. ■■■ syi; —s.—r. Eisenbahnrrausstand in Amerika. Rtiif) vergeblichen Vermittlungsversuchen in dem Streite zwischen der Leitung von vierundfünfzig östlichen Eisenbahnlinien und ihrem Lokomotivpersonal, das eine Lohnerhöhung fordert, hat das Heizersyndikat eine Abstimmung angeordnet, ob in den Ausstand getreten werden soll. Fünfünddreißigtausend Personen würden vom Ausstand betroffen werden. Aus dem Gerichtssaal. Reutenerhöhung trotz Besserung der Unfaösfolgcti. Bor dom Schiedsgericht der berufstzenossimschaftlichen Unfallversicherungsanstalt fand dieser Tage der Prozeß des Weichenwächters L e p s i n a aus Rann statt. Lcpsiiia hatte im Jahre 1908 eine» Unfall erlitten, indem er, als er einen Krampenstiel in den Keller ziiriicktragen wollte, ausrutschte und mit dem Bauche auf den ausgestellten Stiel fiel. Seither hatte er, da er sich damals eine innere Verletzung zugezogen hatte, fortwährend Magenschmerzen, tonnte keine festen Speisen vertragen und kam in seinem Ernährungszustand sehr herab. Bis zum April 1912 bezog er von der berufsgenosscnschaftlichen llnfallversichecungsaustalt, unter Annahme einer Einbusse an Erwerbsfähigkeit von einem Drittel, eine Mprozentige Rente, welche ihm an diesem Tage zuö Gänze eingestellt wurde. Gegen den diesbezüglichen Bescheid brachte nun Lepsina durch Dr. Leopold K a tz eine Klage gegen die berufsgenossenschaftliche Unfallversicheruugsaiistalt ein. Bei der Schiedsgerichtsverhandlung erklärten die Sachverständigen, es sei wohl in dem Befinden Lcpsinas eine erhebliche Besser u n g eingetreten, so daß seine Einbuße au Erwerbsfähigkeit höchstens mit einem Viertel zu bemessen sei. In der Verhandlung ergab sich aber, daß bei dem Kläger ein anderes schweres Leiden ausgetreten war, dessen Zusammenhang mit dem Unfall die Sachverständigen freilich negierten und überdies erklärten, über ihre Schätzung der Erwcrbs-einbuße nicht hinausgehen zu können. Das Schiedsgericht verurteilte jedoch die beklagte Anstalt, im Anschluß an die Ausführungen des Klageanwaltes zur Zahlung einer 20prozentigen Rente und zu einer Nachzahlung von 232 Kr. und begründete dies damit, daß in Anbetracht des bei Lepsina ausgetretenen neuen Leidens _ eine Besserung der Ilnfallsfolgen, wenn dieselbe ■ auch medizinisch konstatierbar sei, nicht in Betracht kommen könne, und daß gerade in Anbetracht dieses Leidens die Gesundheit des Klägers bei Reduzierung seiner Rente in erhöhtem Masse gefährdet sei. Streiflichter. Die genasfiihrte» christlichen „Bcrkehrsbündler." In einem Versammlungsbericht aus Bregenz erzählt die „O c st c r-reichisch-ung arische Eisenbahnerzeitung" in ihrer Ausgabe vom 1. Jänner den gläubigen VertehrSbundmit-gliederu: ..B regcnz. Mit besonderer Freude hat es nicht nur die hiesigen Verkehrsbundmitglieder, sondern die gesamten Eisenbahner von Vorarlberg erfüllt, daß unser allver-d i enterReichsratSäbgeordneter Herr Loser anläßlich der Beratungen im Budgetaus-schuh so mannhaft für die Besserstellung des E i s e u b a h n p e r s o n a l s im allgemeinen und speziell für die Bediensteten von V o r-arlber g e i n g e t r e t e n i st." In der Namensliste jener Abgeordneten, die gegen den 17 Millionenantrag Tomschik fl e st i m m t habest, findet man. wie nachzulesen ist, auch Herrn Loser. Sie können wirklich ihre „besonderen Gründe habe n", die Herren Ber- . kehrsbündler. über die Art, wie Herr Loser „m annhaft für die Besserstellung der Eisenbahner ei nge-treten i st." So werden die armen Hascher von der eigenen Organisation gefoppt! Immer neue Schikanen. Die Portiere auf der Wiener Stadtbahn, welche ohnehin schon durch einen strengen Turnus und in demselben mit verschiedenen Schikanen geplagt werden, wurden neuerdings durch eine Anordnung hcimgesucht, bife ihnen einen recht schweren Stand bereitet. Sie dürfen nämlich seit neuerer Zeit keine Gepäckstücks in Aufbewahrung nehmen, eine Maßregel, die eigentlich' die Passagiere härter als die Bediensteten trifft. Aber gerade deshalb leiden die Portiere, denn die Paffagiere, die an die Sozialpolitik und das Wohlwollen der Staatsbahnverwaltung unausgesetzt für Maßnahmen zur Bequemlichkeit des Publikums tätig ist, sind empört über das Verhalten der Portiere, das Aufheben der Gc- „Dere ■ii ■».......— [f. ... päckstücke nicht mehr zu besorgen, und sprechen es allenthalben unumwunden aus, als ob die Portiere, mit dem kleinen Trinkgeld, das sie für die Besorgung erhalten, nicht, mehr zufrieden wären, so daß es auösieht, als ob sie (die Portiere) eine Erpressung an den Passagieren verüben wollten. Wir machen jedoch die Passagiere ausdrücklich darauf auf-merksam, daß die k. k. S t a a t s b a h n v e r w a l t u n g tatsächlich diese Maßnahme zur Durchführung bringt, und daß die Portiere sich dieser Maßregel füge n mii sseit! Mithin können die Portiere nichts dafür, wenn sie den Passagieren in dieser Beziehung nicht mehr gefällig Entgegenkommen dürfen. , Das eine ist sicher: Die Portiere. waren froh, eine Kleinigkeit für die Aufbewahrung der Gepäckstücke zu erhalten, weil sie den Betrag, den sie dafür erhielten, ohnehin für die k. k. Staatsbahnverwaltung wieder verausgaben mußten, mußten sic sich doch beispielsweise, den Spagat, den sie zum Auffädeln der abgenömmenen Karten benötigten, selbst kaufen, da die. f. k. Staatsbähnvcrwaltung zwar derartige wichtige. Dinge mwrdnet, nicht aber das Material dazu zur Verfügung stellt. Nunmehr werden sie solche Auslagen wahrscheinlich aus ihrem kleinen Gehalt, mit welchem sie ohnehin nicht das Auskommen finden, decken müssen. Die Lage der Magazinbediensteten der Rordmestlmhn in Wien. Seit längerer Zeit bemühen sich die Magazinmeister und Magazinaufseher der Nordwestbahn in Wien, die herrschenden unleidlichen Verhältnisse erträglicher zu gestalten. Die gesamten Bediensteten haben sich unserer Organisation ange-schlossen, und wollen vereinigt und geschlossen ihre Lage verbessern. Sie haben bereits im April des verflossenen Jahres in einem ausführlichen Memorandum' der k. 1 Nordwestbahndirektion ihre bescheidenen und berechtigten Wünsche unterbreitet. Die f. f. Nordwestbahndirektion hat aber diesen zumeist leicht erfüllbaren Wünschen nicht Rechnung getragen, und so waren die Bediensteten gezwungen, ihre Angelegenheit zu urgiercn. Am Samstag den ll. Jänner sprach eine gewählte Deputation beim Herrn Ministerialrat Dr. Geutebrück, dem Direktor der k. k. Nordwestbahn, vor und bat neuerlich um die Erfüllung der im Memorandum niedergelegten Wünsche, lieber den Verlauf der Deputation wurde in der am 18. d. M. stattgefundenen, sehr gut besuchten Versammlung der Magazinsbediensteten berichtet. Der Herr Ministerialrat erklärte zu den einzelnen Punkten des Memorandums folgendes: Bezüglich der Bcendigu n g der Arbeitszeit in allen Ma-g a z i n c n um 6 ll h r abends, beziehungsweise der II e b e r st u ndenenlloh n u n g, stehe er auf dem Standpunkt, daß die Bediensteten für die lleberzeitarbeit zu entschädigen seien. Nur habe er gebundene Hände. Es mangelt an entsprechenden Mitteln, die das Eisenbahn- und Finanzministerium nicht bewilligen. Ilebrigens werde er sich.mit dem Stationsvorstand von Wien wegen anderweitiger Regelung dieser Frage neuerlich ins Einvernehmen setzen. In der Frage des Milchdienstes sei er dafür, daß den in Betracht kommenden Bediensteten die Nachtdienstzulage gewährt wird. Schließlich erklärte er sich auch iit dieser Frage, sowie bezüglich der Regelung des Z o l l m a g a z i n s d i c n jt e ö und der Gewährung der dienstfreie n Sou stund F e i e r t a g e bereit, neuerlich Erhebungen zu pflegen und sich insbesonders mit dem Stationsvorstand von Wien entsprechend ins Einvernehmen zu setzen. In der Frage der Er-nennung der Magazinsausseher zu Unterbeamten im Sinne der Einreichungsgrundfätze sei nur der Ausweg möglich, daß sich die in Betracht kommenden Bediensteten in andere Direktionsbezirke versetzen "lassen, wenn dort Posten frei werden sollten. Er selber könne in der Sache nichts tun, ihm seien durch die Normierung die Hände gebunden. Bei den Unter» beamten sei ohnehin eine größere Anzahl vorhanden, die über die Normierung zählen. Das Resultat der Borsprache konnte die Versammlung naturgemäß nicht befriedigen. Die Behandlung der wichtigsten Frage, und zwar der Ernennung, löste in der Versammlung tiefe Erbitterung aus. Das ist auch nur zu begreiflich. In den Einreichungsgrundsähen ist ausdrücklich festgelgt, daß der bei der privaten Nordwestbahn bestandene Usus, wonach die Ma-gazinSaufseher bei Erreichung der Gehaltstufe von 1200 Kr. zu Unterbeamten ernannt werden, im Rahmen der Normierung auch von der Staatsbahnverwaltung eingehalten wird. Die Staatsbahnverwaltung macht sich aber die Sache sehr bequem. Sie erstellt einfach die Normierung derart, daß der Usus nicht eingehalten werden braucht. Daß dieser Vorgang bei den Bediensteten tiefe Erbitterung auslöst, ist begreiflich. Die Staatsbahnverwaltung sollte diesen beschämenden Zustand im eigenen Interesse ändern. Denn auf diese Art muß das Vertrauen des Personals zur Verwaltung untergraben werden. Die Versammlung ersuchte die Organisation, in dieser Frage alles Zweckdienliche zu veranlassen. In den übrigen Fragen lokaler Natur, erklärte die Versammlung, das Ergebnis der vom Herrn Ministerialrat zugesagten Erhebungen einige Zeit abzuwarten. Wir erwarten, daß' die Bediensteten in ihren bescheidenen Hoffnungen nicht neuerlich enttäuscht werden. , Wohnungsfürsorge der L k. österreichischen Staats« bahnen. Um der für die Staatsbcihnbediensteten überaus empfindlichen Wohnungsnot und Wohnungsteiiernng in Czer-nowitz abzuhelfen, bat, wie das „Eisenbahnblatt" mitteilt, das Ciscubahnministerium im Einvernehmen mit dem Finanzministerium die Errichtung von acht Wohngebäuden mit insgesamt 108 Wohnungen in Czernowitz und bei der dortigen Station Volksgarten mit einem Aufwand von »04.000 Kr. beschlossen. Die Vergebung dieses umfangreichen Baues wird in nächster Zeit erfolgen und wird der Bau selbst sofort bei Beginn der nächsten Bausaison in Angriff genommen werden. Ein Erlaß, der an die unrichtige Adresse gerichtet ist. Vor einigen Tagen wurde in der S i m m e r i n g e r Werkstätte eine Kundmachung der Direktion affichiert, in welcher die Bediensteten auf die bestehenden Sicherheitsvorschriftei, aufmerksam gemacht werden, da in letzter Zeit die Unfälle, durch welche Menschen an ihrer Gesundheit Schaden genommen haben, überhandnehmen. Da die St. E. G.-Direktion offenbar nicht weiß, wohin sie derartige Erlässe richten soll, wollen wir ihr durch einige Beispiele zeigen, daß an vorkommenden Unfällen die Arbeiter größtenteils schuldlos sind, sondern daß sie durch die Vorgesetzte Dm»stesstelle förmlich provoziert werden. So werden zum Beispiel die beiden Laufkrane in der Loko-motivmonticrung seit einem Jahr elektrisch betrieben. Die blanken Leitungsdrähte sind »derart niedrig angebracht, daß ein Berühren bei Arbeit«» an, Dampfdome oder dem Rauch« fange der Lokomotiven trotz aller Vorsicht nicht ganz ausgeschlossen ist. Die Arbeiter sehen hier das Eintreffen eines Unglücks mit Gewißheit voraus. Die Vertrauensmänner machten daher den Werkjtattenchef aufmerksam, daß diese Drähte mit einem Schutzgitter unterfangen werden sollen, was dieser auch einsah. Wie verlautet, soll auch der-Leiter der betreffenden Ab- •JU. Zätmer 1913 r@!Be*§ m m.*.,,: ,, ........ ■ I teilung mit der Ausarbeitung eines derartigen SchuhprojekteSs betraut worden sein. >„ Die Erledigung bestand in der Anbringung einiger! Tafeln, ans welchen mitgeteilt wird, daß „bas 58 c lüH t c n | der Drähte lebensgefährlich" sei. Nun, bas wissen | die Arbeiter ohnedies und eben darum verlangen sie ja die An-; bringung der Schutzvorrichtung, aus Uebermut wird wohl nie»’ mand den LcitungSdraht berühren. Wie aber, wenn der Ar-1 beiter beim Anziehen des Domdeckels mit dem Schlüssel ab rutscht, was ja nicht immer vermieden werden kann und dabei ‘ unwillkürlich in die Höhe fährt und mit dem Werkzeug den Draht streift? Dann können ihn die Tafeln von seinem I sicheren Tode nicht bewahren; wohl aber ein schützendes Gitter. Bei der letzten im Dezember v. I. abgehaltenen Arbeiter auSschußsttzung beschwerten sich die Mitglieder dieser Jnstitu tim, über die gänzliche Außerachtlassung der Sicherheitsvor schrifteu in der ©immeringet Werkstätte. Die Wege, die dock frei sein sollen, sind mit allem möglichen Gerümpel verstelli und verlegt, so daß Arbeiter, welche schwere Lasten zu tragen haben, leicht fallen und an Gesundheit und Körper Schade» nehmen können. Wohl soll der Werkstättemchef nach dieser Richtung die Aufsichtsorgane beauftragt haben, die Sachen wegräumem, zu lassen, da es der Herr Hofrat bei der Besichtigung der Werl' statten beanstandet habe, aber geschehen ist natürlich nichts. Äin dem Wege zur Dreherei werden beständig Siederohre ans Bähnwageu gelegt. Neuerer Zeit hat nun ein genialer Erfinder die Entdeckung gemacht, daß es besser sei, die Rohre anstatt dm Länge, der Quere nach über den Wagen zu legen. Dadurch ist der einzige Gehweg zur und von der Dreherei verstellt. Man muß, wenn man zur Dreherei gelangen will, ein förmlichem Gymnastiker fein. Mit Lasten mutz man erst einen Umweg suchen, um an den Bestimmungsort gelangen zu können. Herr Hofrat Burger hat schon einigemale Bedenken bezüglich Feuersgefahr, in der Dreherei geäußert. Durch die künstliche Einengung deö Gehweges wäre bei einem etwaigen Feuer den Arbeitern der Dreherei auch noch der einzige Rettungsweg ab- ■ geschlossen. Es wäre also diese Erfindung schon aus feite v polizeilichen Gründen außer Betrieb zu scheu. Trotzdem dies die Vertrauensmänner begründeten, blieb es beim alten. In der Rohrschmiede erlitten in der kurzen Zeit, seil welcher der moderne Betrieb eingeführt ist, schon zwei Ar beiter Gasvergiftungen, zum Glücke ohne schwere Folgen. Ein Organ der Generalinspektion verlangte zwar, das Vorsorge getroffen werde, damit die Gase guten Abzug finden, bis heute ist natürlich nichts geschehen, sondern man wartet in aller Ge mütsruhe ab, was weiter geschieht. Zum Ueberfluß setzte man noch einen solche» gaserzeugenden Ofen in Betrieb. In dev Kupferschmiede befindet sich die Ausgießerei. Dieser Arbeit» raum ist sehr kein und niedrig; es rönnen daher die sich entwickelnden giftigen Salzsäure-, Salmiak- und Bleidämpfe. nicht genügend rasch emporsteigcn und werden von den darin arbeitenden Personen eingeatmet. Im Interesse der Gesundheit dieser Leute verlangten nun die Vertrauensmänner eine gut funktionierende Ventilation für diesen Raum. N a ch sieben jährigem Bitten und Betteln wurde endlich eine Ventilation angebracht und wenn diese auch nicht ganz dem! Zweck entsprach, so bedeutete es immerhin eine Besserung gegen : früher. Doch das paßte dem jungen Herrn Vorgesetzten, der fcit einem Jahr die Aufsicht über diese Abteilung führt, stich 1 in den Kram. Er nahm daher sofort eine Umstellung der Einrich hingen in diesem Raume vor. Er ließ die Werkbank, die durch zwölf Jahre beim Fenster stand, in einen lichtosen Winkel stellen, dadurch muß der Arbeiter, der mit dem blinkenden Weißmetall arbeitet, beit ganzen Tag das Gaslicht brennen lassen. Die Lichtstrahlen, die auf das weiße Metall fallen, verursachest dem Arbeiter Augetischmerz, was vermieden werden könnte, wenn die Bant dort stünde, wo sie so lange ihren Platz hatte. Wir stellest das ausdrücklich fest, weil der betreffende Arbeiter früher oder später eine Einbuße des Augenlichtes erleiden dürfte. An das Fenster -aber ließ er einen Ofen stellen, damit die Scheiben von dem aufsteigenden Kohlen ; staub ja recht verdunkelt werden. Durch diese Umstellung! brachte es dieser Herr zuwege, daß das Feuer, welches den meisten Spiautcrdamps entwickelt, keinen Aufzugschlauch hat, während das andere Feuer gleich deren zwei hat. So '• darf ein Mensch, der als Vorgesetzter doch in allererster Linie vorbildlich auf die ihm unterstellten Arbeiter wirken sollte, eine Einrichtung, die angeblich viel Geld tostet und zum Schutze der Gesundheit der Arbeiter getroffen würde, ahne viel Umstände unwirksam machen. Für heute soll an diesen wenigen' Beispielen dargetan werden, daß die Arbeiter wohl alles mögliche tun, um die Gefährdung ihrer Gesundheit zu vermeiden. Es ist daher zwecklos, daß solche Erlässe an die Be dieusteten gerichtet werden. Entweder sind solche Erlässe nur Dekoration oder sie müssen an die Wertstättenleitungeu und nicht an die Arbeiter gerichtet sein. Es muß aber auch die Werkstättenleitung verpflichtet werden, daß sie die Sicherheits-Vorschriften berücksichtigt. Es gestützt nicht zu sagen, das und jenes wurde beanstandet, sondern der Herr Werkstättestleiter, muß trachten, daß Zeine Anordnungen auch beachtet werden, [ wenn wirklich er und kein anderer als der Werkstättenleiter ' betrachtet werden soll. Tie Zugsbegleitertasernen in Caslau. Nachts, wenn eine Partie ankommt, muß meist erst der Nachtwächter gesucht werden, damit er die „Häftlinge", genannt ZugSpartie, einläßt und hinter ihnen bas schwere Haustor wieder verschließt. Wenn einem von den dort „Inhaftierten" plötzlich unwohl wird, gibt es kein Hinaus. Was könnte dort geschehen, wenn so wie; seinerzeit in Znaim ein Mann tobsüchtig würde? Für das Torabsperre» ist gesorgt, aber dafür zu sorgen, daß zum Schutze des Eigentums der Bediensteten die Kasernenzimmcr kürest absperrbar sind, ist unnütz. An den Türen sind Schlösser, die aus einem vorsintflutlichen Museum stammen dürften. Schlüssel zu diesen Schlössern dürfte cs nie gegeben haben und so ist das Türschließen eine Unmöglichkeit. Dem Zimmer Nr. 2 gegenüber befinden sich die Aborte, deren Wohlgeruch von den Zugsbegleitern eingeatmet wird. Jeder Sträfling hat sein eigenes Bett; das kaust aber ein Zugsbegleitcr, wie aus nachfolgendem ersichtlich ist, nicht sagen. Dort kommen Partien an, die darauf warten müssen, bis die anderen aufstehen, damit sie sich in das durchwärmte Bett hineinlegen können. Die AufräuMerin steht schon bei der Tür und jagt die eine Partie hinaus, damit sie wenigstens dag Leintuch gerade ziehen kann, bevor sich der nächste hineinlegt. Im Zimmer Nr. 4 schläft vom Zug 5189 ein Ergänzungsmann für Zug 76; der muß turnusmäßig schon tun*2 Uhr die Kaserste. verlassen haben, obwohl er' erst um 3 Uhr 35 Minuten wcgfährt. Während dieser Zeit muß er bei schlechten? Wetter oder Kälte auf dem Bahnhof heruinbummeln und dort den unterstandslosen Per» sonenzugskondukteuren nachhelfen, das Pflaster tretest. Im Zimmer Nr. 2 fehlt seit undenklicher Zeit ein halbes Fenster; im Bett liegt dvrt ein Zugsbegleiter und wird von der Zug tust bestrichen. Diesbezügliche Beschwerden konnten bisher keine Abhilfe schaffen. Im Zimmer Ar. 4 muß man die immer leere KoHleu-kiste vor die Tür stellen, damit die Tür nicht offen steht. Bei Nacht, wenn eine Partie vollständig durchnäßt aukommt oder wenn sich die Leute ihr Essen wärmen wollen, müssen sie erst zum Lokomotivführer um...ein Stückchen Holz betteln gehen, damit sie sich einheizen und ihre Kleider trocknen können. ! Nachstehend bringen wir ein Bild über die Benützung der KasernenUt ihren je sechs Belten: ' . 'SSfifßl ______________ Wien, Montag' —■■Ü— i mm ,m , . ...*.. — _. , . — Im Zimmer Nr. 1: ZugSpartie 4 Mann vom Zug Nr. 88 zu Zug Nr. 7:>, Ankunst 9 01 abends, Abfahrt 12 50 mittag-: ZugSpartie 4 'JJianti vom Zug Nr. U3 zu Zug Nr. 5190, Ankunft 516 nachmittags, Abfahrt 2*52 nachts; 1 'JJianipulant unm Zug Nr. 70 zu Zug Nr. 71, Ankunft 5 06 nachts. Abfahrt 8 35 vormittags; 1 Ergänzungsmann vom Zug Nr. 70 zu Zug Nr. 71. Ankunft 506 nacht-, Abfahrt 8‘35 vormittags: 1 Gr* gänzunaSmann vom Zug Nr. 80 zu Zug Skr. 13, Ankunft 12 36 nachts, Abfahrt 4'17 früh. ' Zimmer Nr. 2: ZugSpartie 4 Mann vom Zug Nr. 71 zu Zug Nr. 64, Ankunft 7 45 früh, Abfahrt 800 abenbS; Zug*-porttc 5 Mann vom Zug Nr. 77 zu Zug Nr. 72. Ankunft 7°47 abend-, Abfahrt 6 42 früh; 1 Manipulant vom Zug Nr. 61 zu Zug Nr. 72, Ankunft 914 abends. Ankunft 6 42 früh. Zimmer Nr. 4: Zugspartie 4 Mann vom Zug Nr. 76 ztt Zug Nr. 95. Ankunft 2-o2 nachmittags, Abfahrt 6 30 abends; ^ugspartie 4 Mann vom Zug Nr. 64 zu Zug Nr. 63, Ankunft 7 43 abends, Abfahrt 12‘47 nachts; ZugSpartie 1 Ältann von'« Zug Nr. 5189 zu Zug Nr. 82, Ankunft l-47 nachts, Abfah'.-t 12*12 mittag»: 1 Ergänzungsmann vom Zug 9tv. 5189 /,u Zug Nr. 76, Ankunft 147, nachts. Abfahrt 3-35 nachmittags. Dieser SrgSnzungSmann mutz laut Vorschrift itnt 2 Vthr nachmittags die Maserne verlassen haben. Zimmer Nr. 6: Zugspartie 5 Mann vom Zug Nr. 72 zu Zug Nr. 81, Ankunft 5°56 früh, Abfahrt 11 26 mittags: ,Hugs-patite 4 Mann vom Zug Nr. 62 zu Zug Nr. 77. Ai/kunft 13*20 mittags, Abfahrt 8 20 abends; Zugspartie 6 Man», vom Zug Nr. 78 zu Zug Nr. 85, Ankunft 8 06 abends, Abfahrt im) früh; 1 Manipulant vom Zug Nr. 62 zu Zug Nr. 9«, Ankunft 12 20 mittag«, Abfahrt 6-30 abends. i Wie auS vorstehendem ersichtlich, wartet immer schon einer auf den anderen, damit er sich in das durchwärmte Lett hineinlegen kann; wenn da ein Zugsbegleiter beißende MHrfützler nachhause bringt istS wohl kein Wunder. Für Be. dienstete und Unterbeamte der k. t. Staatsbahnen, für d i e ist eben das noch gut genug! Warum kann in Nimburg in den Kasernen Ordnung herrschen, warum in Caslau nicht? Aus den Amtsblättern. V ' Zirkular Str. 267. veberftundenentlobnung im Station?- und Fahrdienst. An alle Organe. Das I. f. Eisenbahnministerium hat mit Erlaß vom 11. Dezember 1912, Zahl 43.449/4, unter Hinweis auf die Bestimmungen der §§ 5 und 15 der Arbeitsordnung für das im OtationS» und Fahrdienst beschäftigte Personal folgendes angeordnet: .Die besondere Entlohnung von Ueberstundenleisiungen gebührt nur den in den Gütermagazinen und auf den Gütermanipulationsplätzen und Rampen beschäftigten Arbeitern in den im Sinne des § 5, Vunkt 7 der zitierten Arbeitsordnung von der Vorgesetzten Behörde bestimmten Stationen. Die Ausdehnung der lieber-stundenentlohnung auf andere Arbeiterkategorien des Staiions- und Fahrdienstes ist unstatthaft. Die in den Magazinkanzleien als Startanten ic. beim Schreibgeschäft in Verwendung stehenden Hilfskräfte sind auch bann, wenn sie aus dem Stande 'der- eigens lichen Magazinarbeiter hervorgegangen sind, während ihrer Verwendung beim Sch re i bgesch ä f t in den Kanzleien nicht zu den in den Güter Magazinen und auf denGüter Manipulationsplätzen undRam-pen befchäftigten Arbeitern zu zählen; es wird daher solchen Kanzleihilfskräften der Anspruch auf eine besondere Entlohnung von Ueberstundenleistungen nicht zuzu-erkcnnen fein. Dagegen wird denjenigen Magazinarbeiter», welchen nach den Normen der Arbeitsordnung die Ueberstundenlcistun-«cn besonders zu entlohnen sind, der Anspruch auf diese betoniere Entlohnung der Ueberstundenleistungen in dem Fall nicht aberkannt werden können, wenn sie die Geschäfte der Magazindiencr oder Ladefcheinschreiber besorgen." Wien, am 21. Dezember 1912. (Z. 2814 L 1.) Der k. k. Staatsbahndirektor: K a l i s k o, m. p. In einigen Lagen erscheint: „Ser Faschings - kourier" Ctga« zur Bekämpfung der Dunkelmänner, Schlappschwänze, Heuchler, Dennnzianten und • Demagogen.; Wir bitten die Ortsgruppen und. Vertrauensmänner um Angabe der benötigten Exemplare, damit wir die Auflage bestimmen können. Dev- Verlag. Korrespondenzen. Jämstetten. Der S t a t i o n s pa s cha von Rosenau am Sonntagberg.) Herr Offizial Albin Lax scheint her Ansicht zu fein, datz wir nicht in einem europäischen Kultur» iiaat, sondern im Hintersten Winkel Sibiriens sind, und datz er nicht freie Arbeiter, sondern russische Deportierte unter sich bat. Auch der dort stationierte Magazinmeister Alois Ritzing e r würde sich besser ' zu einem Sklavenauffeher . vinmen als zu einem llnterbeamten der k. k. österreichischen LtaalsbaHnen. Es ist diesen beiden Herren nicht genug, das; vite die Arbeiter mit einer geradezu unmenschlichen Dienst-einteilung malträtieren. Wenn so ein armer, ausgeschundener Arbeiter nach einer 24stündigen Diensttour nur acht Stunden 'iuhczeit hat und dann wieder vier bis sechs Stunden ohne jede weitere Entschädigung fronden mutz, nur einen Saut von iich gibt, so drohen ihm diese beiden Patrone auch fchon mit der Entlassung. Herr Ritzinger, wir wissen nicht wer Ihnen das Recht gibt, den Arbeitern ■zu verbieten, datz sie mit den Zugsbealeitern sprechen, und wie»Sie sehen, datz einer mit rinem Kondukteur spricht, den Mann darüber zur Rede zu iteüen. ES scheint, datz Sie in Anbetracht Ihres Gewissens Ingst davor haben, es könnte so ein verfluchter Sozi einmal -twaL mehr von Ihrem Treiben erfahren. Aber trösten Sie sich. In Rofenau wurde ja doch den Arbeitern Verschwiegenheit unter Eid auferlegt. Wir dummen Kerle begreifen nicht, wie denn ein Vorstand dazukommt, die Arbeiter schwören zu lassen, datz si'c von allem, was in der Station vorgeht, nichts auSreden. Es wäre wirklich hoch an der Zeit, datz sich eine k. L Staatsahndirektion Villach für die Verhältnisse in Rosenau etwas mehr interessieren würde, sonst müßten wir einmal die dortigen Zu» stände mit der neuen Areitsordnung vergleichen und die. sich aus einem solchen Vergleich ergecnditti Differenzen an anderer Stelle zur Sprache bringen. ®cn\2lrbeitern ober rufen wir zu: Hinein in die Organisation, und derlei Herren wird rasch oer Mut sinken, euch weiter so wie bisher zu behandeln. tj&tt Eisenbahner." Hüttelbon. iE ine publizistische Pflich t.) Die christliche „VirkehrSbund-Zeitung" in ihrer Eigenschaft als .Stantpfmrgan gnfjcit die Arbeiter publizierte in ihrer Nummer vom L d. M., datz der Lokomotivführer L i n d n e r in Hiittel-dorf am 15. Dezember 1012 sozialdemokratische „Glühlichter" verkauft hat. und bemerkt hiezu, ob Genannter ein Privilegium besiHt, den Patriotismus in den Eisenbahnerkreisen umzustirlpM. ES ist wohl jedem auf den ersten Blick klar, datz es sich um nichts anderes als um eine ganz gemeine Naderei handelt. Aber nur keine Angst! Den Patriotismus der Eisen-bahucr umzustülpen. haben wir nicht notwendig. Da» besorgen im. reichlichsten Matz die. christlichfozictlen Vertreter. Alle denkenden Eisenbahner wissen, woran sie sind. Ein roter Kolporteur. Linz-Leondiug. Wie das Wächterperfonal der T. I. Staatsbahndirektion Linz von einzelnen Kontrollorganen behandelt wird, soll durch folgende Zeilen aufgedeckt werden. Mittels Amtsblatt wurde den Bahnerhaltungswächtern be-kanntgegeben, daß sie unter Hinweis auf ein einheitliches Vorgehen bei Päsesirung der Züge die Signalmittel untzu« hängen haben, und nicht mehr wie früher mit entfalteter Signalfahne in Habtachtstellung den Zug zu erwarten. Der praktische Wert dieser neuen Vorschrift ist ebenso wie der der alten früheren Vorschrift gleich Null. Der Wächter auf einer Hweigeleisigen Hauptstrecke mit täglich 80 Zügen, der den Block, die Rampen und die Haltestelle zu bedienen hat, wo jährlich 2400 Fahrkarten verlauft werden, ist infolge der vielseitigen Verwendung direkt gezwungen, die erlassenen Vorschriften wider seinen Willen zu übertreten. Auf Posten 12 in Leonding trifft dies vollständig zu. Der dortige Wächter ist derart überbürdet, das', ihm das llcbcrtrcteu der Instruktionen geradezu zur Pflicht gemacht wird. Aon den vielen Kontrollorganen hat bis jetzt noch keiner herausgefunden, datz e5 diesen Menschen einfach unmöglich ist, all die vielen vorgeschriebenen Dienstvorschriften und -Handlungen anstandslos durchzusühren. Wohl wurde seinerzeit in der Personalkommission ssihung durch den Herrn Hofrat diesem Posten ein all-monatlicher diestfreier Tag zugestanden, jedoch in einer späteren Verständigung unter Hinweis auf eine in Aussicht gestellte Erleichterung im komntrczicttcit Dienst und der Ab-nähme der Frequenz auf der Lokalbahn Linz-Ef^rding wieder zurückgezogen. Anstatt eines dienstfreien Tages wurde dem betreffenden Wächter noch ein einen Kilometer langer Schranken zugewiesen. Zu erwähnen wäre noch, datz, als der Block noch allein zu bedienen war, der dort postierte Wächter autzertourlich qualifiziert wurde. Der autzertourliche Posten und der nächste Streckenwächterposten wurde der frequenten Haltestelle zugewiesen. Der autzertourliche Wächter wurde später auf einen Streckenwächterposten aus DiensteSrückjichten versetzt, so datz jetzt nur ein Mann den schwere» und verantwortungsvollen Dienst zu versehen hat. Gruhbnch. Wiederholt sind in Grußbach und Umgebung sehr dunkle Geschichten und Gerücht über den Kanzlisten Breischneider verbreitet worden, die sich in den meisten Fällen auch bewahrheiteten. Die Folge seiner unrühmlichen Handlungen war eine Difziplinaruntersuchung, wo unter anderem auch die strafweise Versetzung BretschneidcrS verfügt wurde. Dock unser Stationövorstand Herr Z i z k a braucht den Kanzlisten Bretschneider und Bret-schneidet mutz einen Vorstand Zizka haben, sonst könnte er sich nicht länger auf der Eisenbahn halten. Was das Personal, die Bediensteten und auch die übrige Bevölkerung Über diese sonderbare Freundschaft dieser beiden Gleichgesinnten denkt und spricht, das lässt unseren Vorstand Zizka kalt. Der Herr Vorstand sagt einfach: „Bretschneider i st mir utt erfefeltch, i ch mutz einen solchen Menschen haben, den ich brauchen kann." Bretschneider wiederum fühlt sich unter den schützenden Fittichen des Herrn Zizka ziemlich sicher und sündigt ruhig weiter. Und doch wäre die strafweise Versetzung B r e t s ch n e i d e r S nicht nur für da« Personal, sondern auch für Bretschneider gut. Das Personal könnte wieder mit ruhigem Gewissen Gesuche und Dokumente in der Kanzlei ageben, ohne Gefahr zu laufen, diese Sachen auf immer zu verlieren. Auch würde die heillose Wirtfchaft mit den Montursbucken ein Ende nehmen. Für Bretschneider wäre es insoweit von Vorteil, datz er, wenn er unter strenge Aufsicht und Kontrolle gestellt wäre, bald seine anrüchigen Manipulationen einstellen mützte. Wir werden ja sehen, wer im Recht ist, Herr Zizka oder das Personal. Westenborf-Wintmu. Einer der ungastlichsten Posten für das Wächterperfonal ist jener in der Betriebsausweiche Windau bei Westendors. Ein jeder Wächter trachtet das-hall), so bald wie.möglich aus dieser gottverlassenen Gegend wegzukommen. So trostlos und eintönig die Gegend, so schikanös und verdrossen ist auch der Leiter dieser Ausweiche, der Stationsmeister Löffler. Von dem Stütionsmeister Löffler ist kein freundliches oder gar aufmunterndcS Wort zu hören; nichts, wie Verdächtigungen und Drohungen mit Pensionierung oder Anzeigen. Vor kurzem mutzte ein Wächter auf Betreiben des Löffler zum Bahnarzt und zum Chefarzt nach Innsbruck, um sich wegen angeblicher Schwerhörigkeit untersuchen zu lassen. Da nun diese ärztliche Untersuchung nicht den gewünschten und erhofften Erfolg hatte, wird der betreffende Bedienstete noch weiter belästigt und schikaniert. Der Stellwerk- und die Stmkenwächter, alle beklagen sich über den Stationsmeister Löffler. Wenn es Herrn Löffler in diesem verlassenen Erdenwinkel, wo der Fuchs dem Hasen nicht einmal .Güte Nacht" wünscht, nicht gefällt, so möge er um Versetzung anfucheit, nicht aber den angehäuften * Grdll an dem Wächterpersonal auslassen. SlrinmUnditn. Anläßlich der Versetzung des SIfiiftentcn Herrn Gottfried Schwäher nach Neumarkt-Kallhan> erlauben sich die Bediensteten und Arbeiter der Station Klein-München, demselben die besten Wünsche nachzusenden. Herr Schwäher war jederzeit ein wohlwollender und herechter Vorgesetzter, und sehen wir denfelben ungern von uns scheiden. Sclzthal. Die k. k. StaatSbahndirektion in Villach hat im Amtsblatt Nr. 61 vom 30. Dezember 1012 folgenden Dienstbefehl erlassen: -Durch das Offenlassen der Rampen sowie das zu späte Schließen und Halb schließen der Zugschranken können Unfälle herbeigefüfrt werden, die im öffentlichen Interesse zu verhindern sind. Um dies zu vermeiden, wird verfügt, datz jeder Wächter, der datz Offenlassen, zu späte Schließen oder Hatb-schließen der Schranken verschuldet, im ersten Falle mit 2 Kr.. im zweiten Falle mit 6 Kr. und im dritten Falle mit 10 Kr. sowie Prämienverlust bestraft wird. Substituten und Strecken-begeher werden mit Abzug eines Taglohnes, im Wiederholungsfall mit Abziehung vom Dienst bestraft. Weitere Verfügungen können auf Grund der Dienstordnung erfolgen. Das Mafchinenperfonal fowic die Zugsexpedienten werden angewiesen, in gegebenen Fällen sofort die Anzeige zu erstatten. Wir sind gewiß die letzten, die einen Wächter für eine Außerachtlassung der Dienstvorschriften in Schutz nehmen, doch müssen wir die Verkehrs- und Dienstverhältnisse auf dieser Strecke untersuchen. * ' Auf der Strecke Selzthal-St. Michael verkehren täglich 40 regelmäßige Züge. Außerdem verkehrten im Jahre 1912 600 Erforderniszuge, davon im Dezember allein 200. Nun kommt es auf dieser Strecke häufig vor, daß durch mangelhafte Funktionierung der Telephon- und Signalapparate sowie durch Nichtavisierung einzelner Züge der Wächter vom Zug einfach überrascht wird. *20. Jänner 1913 Nr. 3 Zudem hat das Wächterperfonal auf dieser verkehrsreichen Strecke immer noch 16 Stunden Dienst und nur 1£ Stunden frei. Wie soll sich ein Mensch, der in der Woche vier Nächte hintereinander Dienst hat und dabei dreimal eine 1800 Meter lange Strecke begehen mutz, auf die Dauer erhalten? Durch den Mangel an Nachtruhe wird der Wächter körperlich weit mehr geschwächt als wie der schwer arbeitende Akkordarbeiter. Obwohl die k. k. StaatSbahndirektion Villach durch Interventionen und Deputationen sowie durch die Per-fonalkommifsionsmitglieder auf den ungemein beschwerlichen Dienst des Wächterpersonals wiederholt aufmerksam gemacht wurde, fo ist bis heute für die Bediensteten nichts geschehen. Nicht Strafandrohungen, nicht Dienstbefehle, sondern ein zu friebcneS und gut auSgeruhtes Perfonal ist die beste Gewahr für die glatte und anstandslosc Abwicklung und Aufrechterhaltung des Dienstes. Mögen die Herren bei der L k. Staats-bahndirektion in Villach die» einstweilen zur Kenntnis nehmen. Graz. (Südbahn.) Durch die Ausscheidung der Linie Spielseld-Radkersbnrg-Luttenberg und Zuweisung der Strecke Gratwein-Peggau-Deutsch-Fcistritz zur Bahnerhaltungssektion Graz-Südbahn wurden vorzeitige Neuwahlen des Lokal-arbeiterausschusseS bei der Bahnerhaltungssektion Graz-Süd-bahn vorgenommen. Diese Wahlen haben in der letzten Dezemberwoche stattgefunden und wurden die von der Organisation vorgeschlagencn Geiwssen gewählt. Das am 28. De -zember 1912 vorgenommene Skrutinium hat ergeben, daß von 203 abgegebenen Stimmen unsere Genossen bereite einstimmig gewählt wurden. Es erhielten: ■Johann Tschopfer in Graz 107 Stimmen, Franz Schreck in Graz 197 stimmen. Anton Gutfcheber in Judendorf 195 Stimmen, AloiS Z i r n q a ft in Leibnitz 196 Stimmen. Johann @ i 6 t n g c r in Graz 103 Stimmen, ,yranz M eierhold in Lebring 189 Stimmen. Mit Schreiben vom 4. Jänner 1918, Nr. 22.089/12. hat das Bctricbsinfpcltorat in Graz angeordnet, daß im Interesse der Einheitlichkeit die neugewählten Ausschüsse ihre Funl-tionen mit 1. Juli 1918 beginnen. ErlicrSdorf - Wllrbknthal. (Ein V c rk c h r sb u n d-Agitator.) Die Lokalstrecke ErberSdorf-Würbenthal wurde t in der letzten Zeit mit einem neuen Oberkondukteur beglückt.' der auf den Namen L u f ch n i hört, einst Sozialdemokrat, jetzt bei den Christlichfozialen. In dieser neuen, für feine Charakter cigenfchaften fehr kennzeichnenden Vereinstätgikeit entwickelt er eine eifrige Agitation für den Verkehrslmnd. Auch unsere Genossen werden von dem weihrauchduftenden Oberkondukteur ' aufgefordert, Mitglieder des Verkehrsbundes zu werden. Be-fonberä bei den Oberbauarbeitern, falls öiefc einmal gezwungen sind, bei der Fahrt den Hüttelwagen zu benützen, versucht der •Oberkonbuktcur ganz vergebend seine Überredungskünste. Die Oberbauarbeiter sind allerdings nur Arbeiter, haben aber melir Grütze im Kopf als dieser Oberkondukteur. Sie wissen, was sie von einer Organisation, wie die des VerkehrsbundeS. zu halten haben. Die Oberbauarbeiter, und das möge sich der gute Mann gesagt fein lassen, bleiben beim Rechtfchutz- und Gewerkschaft.? verein der Eisenbahner. Wenn der Herr Luschni soviel freie Zeit hat. dann möge er unter seinesgleichen agitieren, vielleicht findet er dort die Dummen für den Verkehrsbund. Vrcrait. Im heutigen Zeitalter ist jeder Mensch bestreb), fein Wissen und Können zu bereichern und sich Intelligenz an zueignen. Aber ein Unterschied ist doch in der Erreichung dieser Ziele, und zwar der, datz der eine die Möglichkeit hat, Anstalten zu besuchen, wo Lehrer und Professoren sind, die die Aufgabe haben, dem Menschen die nötige Intelligenz beizubringen, während die anderen durch eigene Kraft und ohne jede Hilfe diese Ziele erreichen müssen. Nun sollte man doch glauben, datz diejenigen. denen die Intelligenz in Anstalten eingeschärft wurde, dieselbe beibehalten und den anderen, welche aus eigener Kreit das erringen müssen, als Vorbild dienen fallen. Jedoch dieser Glaube bewahrheitet sich bei Herrn Inspektor 6ernt), Heiz Hausleiter in Prerau. nicht. Eö ist dies drastisch, datz ein ak-.i demisch gebildeter Mensch, wie Herr Inspektor Cernv. einen Weg der »Intelligenz betritt, den jeder Gebildete eifrig bestrevi ist zu v er lassen. Nun bitte, einen Akt der Intelligenz des Herrn Inspektors Cerny: Ein Lokomotivführer wurde zu ihm bc fohlen wegen eines Mangels in Ausübung feines Dienste.'. Als derselbe zu ihm kam, machte Herr Inspektor Gttnii dein Lokomotivführer folgende Belehrung: „Ja. das glaube ich, die Mafchine in das Heizhaus steilen, und in die Versammlung laufen, und dort mit den Verschiebern sich an einen Tifch fetzen. Glauben Sie. datz das den Stand des Lokomotivführers heben wird. Nein. Man wird Sie gerade fo behandeln wie dieses blaue Pack." Nun fagen wir dem Herrn Heizhausleiter folgendes : Wir blaues Pack halten noch immer die "Würde unferes Standes zu wahren gewußt. Wir blaues Pack mußten die Würde unseres Standes aus eigener Kraft erringen und deshalb ist noch kein einziger hinter der Bubet des Hotel Leitzner gelegen. Vorläufig dieses. Nun ein ernstes Wort an die Lokomotivführer. Wir blaue« Pack werden die Würde eures Stande« wahrlich nickt diskreditieren. Wir sind nicht eure Feinde, welche euch irgend wie schädigen wollen. Eure Feinde, welche euch zu nidst.-sagenden und willenlosen Subjekten machen wollen, sind ganz wo anders zu suchen. Wir sind ebenfalls eifrigst bestrebt, nicht nur unseren, sondern alle Stande auf diese Stufe zu bringen, die das heutige Zeitalter erfordert, urtd wo dies zu erreichen ist, das wisset ihr ganz gut. Deshalb rufen wir euch zu: Hinein in die Organisation, hinein in die Versammlungen, damit wir gemeinsam beraten können, auf welchem Weg die Würde des Personals zu heben ist, und wie wir unsere Existenz verbessern können. Nur dann können wir unseren Stand heben, unsere Lage verbessern, wenn wir Klassengemeinschaft und nicht Klassenhatz pfleg.m. Je enger wir uns in der Organisation zu sammenschlietzen, desto früher wird man uns respektieren und desto früher wird man uns behandeln müssen nicht als Pack, fondern als klassenbcwutzte Eisenbahner. @ckllutttnou. Schon lange ist von der hiesigen Strecke nichts gehört rvordotr und so mag sich mancher gedacht haben, der Bahnmeister Crlva mutz sich gebessert haben. Datz dem aber nicht so ist, wollen wir an einigen kleinen Beispielen er läutern. Vor allem haben seine Untergebenen, welche nicht im christlichsozialen Lager stehen oder tschechisch find, viel unter feinen religiösen Ideen zu leiden. Er erblickt als Hauptaufgabe feines Dienstes die Rettung der Seelen feiner Untergebenen. •Ob dabei der Dienst leidet, darum kümmert sich der Bahnmeister nicht. Seit der Amtstätigkeit dieses Bahnmeister« ist es hier Sitte, datz gut« und intelligente Arbeiter, welche für feine Be kehrungsversuche nicht zu haben sind, so lange sekkiert werden, bis sie selber gehen oder zum Herbst fortgeschickt werden, wo hingegen notorische Säufer und simple Leute in jeder Weise bevorzugt werden, weil diese für die chrrstlichsoziale Eisenbahnerorganisation zu gewinnen waren. Wenn ein neuer Arbeiter eintritt und fragt, ob er über den Winter d ab leiben kann, so bekommt er gewöhnlich von einem Arbeiter die Antwort: .Du mutzt nur trachten, daß du beim Bahnmeister gut mtgesthen bist!" Oder: »Du mutzt halt der christlichen Eisenbahnewrganisation beitreten, wofür der Bahnmeister die Beiträge citchebt, bann kannst du schon da-bleiben." Ueberhaupt hat sich dieser Bahnmeister ein Spitzel- und Denunziantenfbstem eingerichtet. Alle Abende und alle Sonntage kommen feine Getreuen zu ihm, um Bericht zu erstatten, * was auf der Streck« borgest. Deshalb weist er sofort, wenn jemand für den Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafts-»erein agitiert. Da droht er dann sofort mit Anzeigen oder Entlassung. Wenn er aber selber im Dienst an seine Unter-gebencn „Flugschriften", Bonifaziusbläter", „WarnSdorfer Hausblätter" oder „Muttergottesbroschür-m", zum Beispiel: „Maria, die Ursache unserer Freude" u. s. tu. »erteilt und verkauft oder von einem Arbeiter verteilen läßt, da denkt er sich wohl nichts dabei? Wenn er mt Sonntagen in der hiesigen Kirche ganze Stöße „Bonifaziusblätter" verteilt, so ist das seine Sache. Aber im Dienst hat er sich an die Bestimmungen der Dienstordnung zu halten. Wenn er bei Auszahlung der Pachtgelder für die aufgestellten Schnoeschutzwände oder bei Verpachtung von Bahn, grundstücken, bc, Vergebung von Arbeiten oder bei seinen Dienstgängen in Pribathäuscr geht und für die „WarnSdorfer Zeitung" hiebei Abonnenten wirbt, Abonncmentgebühren enthebt, so glauben wir, dast dieses Vorgehen nicht angetan ist, das Ansehen der Bahn besonders zu heben. Die „Roten" kann der Bahnmeister selbstredend nicht gut leiden. Wiederholt hat er sich ausgedrückt: „Die rote Gesellschaft werde ich schon ausrotten." Aber um so besser haben es seine Liebkinder, die „christlichen" und die „tschechischen". Es ist schon einigemal vorgckommen, dast so ein Licbkind einige Tage irgendwo herumgesossen hat und nicht in die Arbeit taut und der Bahnmeister einen solchen Mann ganz einfach für diese Zeit krank gemeldet oder den Urlaub verrechnet hat, wohingegen ein tüchtiger Arbeiter, wenn er einmal zu spät in die Arbeit kommt, gleich den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommt. Wir hoffen, dast diese Zeilen vorläufig genügen. Sollte dies nicht der Fall sein, so mühten wir uns ein nächstesmal mit etwas anderem befassen. Vielleicht mit der Entgleisung der Schottcrwagcn, wo zehn Menschen das Leben auf dem Spiele hatten. Also. Herr Bahnmeister, behandeln Sie in Zukunft Ihre Untergebenen gerecht. Mehr wollen wir nicht. Prerau. (Lokomotivpersonal.) In unserer Station wird das Personal so ausgenützt, dast diese Verhältnisse für die Dauer unerträglich sind. So zum Beispiel haben wie hier die Mannschaft zum Aschenknstcnrcinigen. Diese Leute sind einer so geringen Anzahl, dast dieselben ihren vor-qeschricbenen Arbeiten nicht Nachkommen können. Nun weiter: Um ein horrendes Geld wurde hier eine Kohlenausrüstungsrutsche von Eisenkonstruktion ausgestellt. Mit grostcr Freude begrüßten das die Lokomotivführer und Heizer. Leider war dieses Jubeln verfrüht, denn in kurzer Zeit stellte sich dieses Werk so dar, dag die Ausrüstungen der Lokomotiven, welche früher mit dem Hinauftragcn der Körbe erfolgten, jetzt mit der neuen Kohlenausrüstungsrutsche gleichen Schritt hält. Mit dem leidet natürlich nur das Lokomotivpersonal, welches sich eine Stunde „Äusrüstungözcit" (das ist 7 H. der Führer und 4 H. der Heizer) verrechnen darf, dieselben aber 3, ja sogar 4 und 5 Stunden weiter in ihrem Dienste verbleiben müssen und den »röstten Teil ihrer Ruhezeiten im Heizhausbereich verbringen dürfen. Vor zwei Jahren hat man eine neue Einführung ge-troffen, und zwar daß der Heizer das Holz, welches zum An-breunen der Lokomotive nötig ist, selbst auf die Lokomotive hinauftragcn muß. Unsere Vertrauensmänner intervenierten bei der Nordbahndirektion. Bei dieser Intervention erhielten die Vertrauensmänner das Versprechen, wenn es in anderen Direk» tionsbezirken nicht eingeführt ist, wird cs in Prerau auch abgeschafft werden. Weiter: Jeder Zug, der in die Endstation einfährt, hat zu verschieben; die Einführung liegt darin, Kurswagen von einem Bahnhof nach dem anderen zu überstellen, und zwar von Prerau (Hauptbahnhof) nach Prerau (Vorbahnhof) oder umgekehrt. Oder von Prerau (Hauptbahnhof) nach Prerau (Reitanlage). Diese Arbeit nimmt 1 bis 2 Stunden nt Anspruch, natürlich gibt es auch hier keine Entschädigung. Dasselbe .ist. wenn Lokomotiven an die Züge fahren, selten ein Zug, welcher fertig wäre, bei jedem Zug ist zu verschieben. Wie oft kommt es vor, daß daS Lokomotivpersonal noch etwas an der Lokomotive zu tun hätte; diese Arbeit darf natürlich nicht gemacht werden, und zwar aus dem einfachen Grund: würde der Heizer oder der Führer diese Arbeit noch verrichten, laufen sie Gefahr, angezeigt zu werden. Verlangt jedoch der Führer einen Verschiebpaß, bekommt er denselben nur v e r-spräche n und das mutz ihm genügen. Für alles dies haben wir ein prächtiges Weihnachtsgeschenk erhalten, und zwar „Briketts aus Braunkohlen". Was mit diesen Briketts- für Fahrten durchgemächt werden, können Führer und Heizer am besten bezeugen. Der Verbrauch dieses Materials ist so groß, daß eine der höchstenTcnderladungen nicht einmal auf eine halbe Tour ausreicht. Was die Lokomotiven anbelangt, werden durch diese Feuerung die Siederohre so ruiniert, daß das sogenannte „Rohrrinnen" cintritt, wodurch Fahrzeitüberschrcitungen stattfinden, für welches Führer und Heizer bestraft werden. Das ist das Weihnachtsgeschenk für das lokomotivpersonal. Eines ist jedoch sicher: Jemand hat ein prächtiges Weihnachtsgeschenk bekommen, der die Briketts bestellte. Es wäre höchst an der Zeit, wenn eine tzeizhausleitung sich energisch entsetzen würde, hier Remedur zu schaffen; es sind ja technische Kräfte genügend vorhanden. Zum Beispiel: Der Herr Betriebsleiter und die technischen Beamten könnten mit diesem vorzüglichen Brennstoff Probefahrten unternehmen, wobei sie ganz gewiß praktische Fachkenntnisse sammeln würden, die vet Erhebungen von großem Nutzen sein würden. Pardon, es wurde ja schon ein Probezug mit dieser Brikettfeuerung ul'h zwar mit 49 Wagen und einer Belastung von 909 Tonnen. Resümee dieser Fahrt: „F e u c r g u t. F l a m m e schon. Lundcnburg Rohr rinne it." . Nun fragen wir diese Herren, ist eö ihnen nicht bekannt, dag die Normalbelastung 1130 Tonnen ist und daß Züge bis 70, ja sogar aus 74 Wagen zusammengestellt werden? Probefahrten werden doch stets bis zur Höchstbelastung und größten Wagenauzahl unternommen, aber nicht mit bcigegcbenen Reserven oder Hilfslokomotivcn. Auch ist das Lokomotivpersonal der Meinung, nach solchen Probefahrten eine entsprechende Belehrung von den Herren Vorgesetzten zu bekommen. Einige Probefahrten würden genügen, um die Herren zu überzeugen, daß die Strafen wegen Fahrzcitüberschreitung und scktlcchter Feucrmanipulation ungerechtfertigt waren. Stockerau. (Was Herrn Blümcb noch alles passiert.) Donnerstag den 2. Jänner warteten über 40 Passagiere auf den fahrplanmäßigen Zug Nr. 14, der um 7 Uhr 13 Minuten früh von Stockcrau nach Wien abgehen soll, ES vergehen Minute auf Minute, Viertelstunden, der Zug kommt nicht. Die Passagiere, Beamte, Gewerbetreibende, Reisende 2C., welche bockt zur rechten Zeit eintrcffen sollen oder .Inschlüffe an andere Züge wünschen, find ungeduldig und loben die Oe. N. W. B., insbesondere die Wirtschaft in der Station stockerau. Plötzlich sehen wir einen Lokalzug aus der Station auSfahren, der aber keinen einzigen Passagier von uns mitnahm. Herr Blümel hatte nämlich Verkehrsdienst, da dürfte er, der Tag und Nacht so viel Beschäftigte, im Drange der Geschäfte es übersehen haben, den Türstehern den Auftrag zu geben, die Paffagiere einsteigen zu lassen. So fuhr ein Personenzug von Stockerau wieder einmal zum Gaudium und Aerger der wartenden Passagiere ohne Paffagiere ab. Das geschieht nun zum zweitenmal. Das erstemal versetzte man den Türsteher; was geschieht nun mit Herrn Blümel? Wir Passagiere mußten nun in den verspätet einlangenden vollbesetzten Vcrsonenzug Nr. 16 cinsteigen und kamen mit fast dreibiertel-ftündiger Verspätung in Wien an. Ein Passagier, den unauf- schiebbare Geschäfte drängten, mußte sich ein Automobil mieten. Wir anderen werden in Wien bei der Generalomnibusgcsell-schaft vorstellig, dast sie einen Stellwagenverkehr neben der Oe. N. W. B. entrichten möge. So schnell wie die Oe. N. W. B. wird sic uns auch nach Wien bringen. Daß fast kein Lokalzug in den Frühstundcn gehetzt ist, gehört zu den weiteren Annehmlichkeiten der Station Stockerau. Herrn Blümel sind eben die Passagiere Luft, und iver sich bei ihm beschwert, kann überdies noch Grobheiten ernten. Wir aber meinen, im Dienst hat man Pflichten. Herr Blümel ist Berkehrsbeamter und hier soll er wissen, daß zu einem Pcrsonenzug auch Paffagiere gehören, die man anständig zu behandeln hat. Wir Passagiere bitten die löbliche Direktion, daß endlich in der Station Stockerau Ordnung gemacht wird. Brünn. (L « b e n s m i t t e l m a g a z i n.) Im LebenS-mittclmagazin haben sich Zustände ergeben, die den Mitgliedern berechtigten Anlaß zur Beschwerde geben. In erster Linie beschweren sich die Mitglieder über die mangelhafte Bedienung und über die schlechte Qualität der bezogenen Waren. Besonders an den Tagen nach dem 1. und 15. im Monat ist der Andrang der Käufer ein derartiger, daß es angezeigt wäre, statt zwei Mann wenigstens vier Leute zur Bedienung heranzu-ziehen, damit die Kunden nicht stundenlang warten müssen. Was die Preise und Qualität der Waren anbelangt, so haben die Mitglieder durchaus keine Ursache, sich irgendwie damit zu prahlen. Bei jedem Kaufmann, selbst bei jedem besseren Greis-ler kann man in Brünn dieselbe Quantität und Qualität um denselben Preis bekommen. Dabei hat das Lebensmittelmaga-zin die Begünstigung der Regicfrachtsätze, die weder dem Kaufmann noch dem Greisler gewährt werden können. Die Lagerung und Aufbewahrung der Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände dürfte im Lebensmittelmagazin auch nicht musterhaft genannt werden, da es öfter vorgekommen ist, dast Mehl, Kartoffel, Brot it. s. w. von den Konsumenten als ungenießbar zurückgebracht wurden. Zu Weihnachten wurden vollständig ausgetrocknete Nüsse verkauft. Könnte da nicht eine umsichtige Verwaltung cingrcifen, um den Mitgliedern dieses Wohlfahrtöinstituts den Bezug von vollwertigen Produkten zu sichern? Einzelne dieser Herren erhalten eineNenjahrsremu-meration bis zu 500 Kr.; für diese Summe könnte schon eine bessere Aufsicht herrschen. In der letzten Sitzung der Personalkommission wurden diesbezüglich von unseren Genossen einige Anträge bereits eingebracht und cs wäre nur für die Mitglieder zum Vorteil, wenn die k. k. Direktion der St. E. G. diesen Anträgen Folge geben würde und die Wahl des Lokalüberwachungsausschusscs für das LcbenSmittclmagazin in Brünn ehestens nusschreiben möchte. Damit wäre eine gründliche und rasche Hilfe geschaffen. Innsbruck (S taa tsbnhn). Ein Jahr besteht nun die Ortsgruppe IV des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Vereines und wir können sagen, cs war gute, fruchtbringende Arbeit, die in diesem Jahre geleistet wurde. In zahlreichen Fällen wurde unseren Mitgliedern, denen in irgendeiner Weise Unrecht angetan wurde, zu ihren Rechten verholfcn, mit Rat und Tat ist man denen beigestanden, die bei der Organisation Hilfe suchten. Wer bei der Generalversammlung am 2. Jänner anwesend war, wird aus den Berichten gehört haben, was geleistet wurde, und muß die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die Organisation unter dem Staatöbahnpersonal in Innsbruck heute die einzige Stelle ist, wo der geknechtete Bedienstete sein Recht finden kann, wo ihm Hilfe zuteil wird in den fo verschiedenen Wechselfällen des Eisenbahndienstcs. Die Mitgliederzahl hat das zweite Hundert überschritten; wir sind also stärker geworden und je stärker wir werden, desto kräftiger und wirksamer können wir für die Rechte unserer kämpfenden, Brüder eintreten. Jeder Eisenbahner spürt heute die wirtschaftliche Not und die immer mehr fühlbar werdende Ausnützung im Dienste. Mit allen Mitteln trachtet man die Bediensteten zu willenlosen Sklaven zu machen. Durch Sekka-turen und Strafen will man die faule Bagage, die in ihrer „freien Zeit" nicht einmal die Instruktionen auswendig lernen will und so frech ist, monatlich einmal einen vollständig freien Tag zu verlangen, um auch zuweilen als Mensch sich fühlen zu können, kirre machen. Sie wollen ein System entführen, Ivo man ungeniert auf die niederen Bediensteten losdreschen kann und glauben es teilweise schon erreicht zu haben. Ihr seht, Leidensbrüder, daß wir einer schweren Zeit entgegengehen, weshalb wir euch zurufen: Tuet das einzig Richtige und Beste, war ihr tun könnt: Schließt euch zusammen und organisiert euch und keine Macht wird imstande sein, euch euer Menschentum zu schmälern. Machet einen Blick in die Oeffentlichkeit und ihr werdet sehen, daß alles, was gegenwärtig ist, Kampf ist und dast es in Zukunft noch vielmehr Kampf sein wird. Unsere Feinde, die uns jeden Bissen Brot verteuern und uns Tag und Nacht in das Joch der Arbeit spannen, vereinigen sich zu einer immer drohenderen Macht und wir können deshalb nichts anderes und wirksameres dagegen tun, als uns ebenfalls zusammenzuschließen. Der einzelne ist heute nichts, darum schließen wir uns zusammen zum Kamp, um unser Recht. Fort mit den so schädlichen und unnützen persönlichen Streitigkeiten und mehr Pflege des Solidaritätsgedankens. Durch den fleißigen Besuch der Versammlungen lernen sich die Kollegen gegenseitig kennen und sie werben auch über die Tätigkeit der Organisation besser informiert, lernen somit jenen Lügnern besser entgegentreten, die immer "behaupten, die Organisation tue nichts. Also an die Arbeit, Kollegen! Versammlungsberichte. II. Reichskonferenz der Lokalbahnbedicnstctcn Oesterreichs. Am 5. und 6. Jänner 1913 fand in Salzburg in Glasers Bahnhofhotel die zweite Reichskonfcrenz der Lokalbahnbediensteten Oesterreichs statt. Die Konferenz war vom Allgemeinen Rechtschutz- und Getverk,chaftsverein für Oesterreich einberufen worden. Folgend« Lokalbahnen hatten Delegierte entsendet, beziehungsweise waren dieselben auf der Konferenz vertreten: die Kahlenbergeisenbahn, die Salz- burger Eisenbahn- und T r a m w a y g e s e l l s ch a f t, S a l z k a m m e r g u t - L o k a l b a h n, G a i s b e r g b a h n, Stubaithalbahn, La na — Meranerbahn, Sana-Wirgsjochbahn, Bogen-Kaltererbahn, Lokalbahn Innsbruck — Hall, Friedländer Bezirksbahnen, Achenseebahn und die Brünner Lokaleisenbahngesellschaft in Mährisch-Ostrau. Bon den Straßenbahnen: die Brünner elektrische Straßenbahn, die A b-bazia, Triester und Budweiser Straßenbahn. Als Vertreter der Organisationen waren erschienen: für den Transportarbeiterverband Genosse Weigl, von der Gewerkschaft der Eisenbahner die Genossen Dusel und Adolf Müller, von der sozialdemokratischen Eisenbahnerortsgruppe Salzburg I der k. k. Staatsbahnen Genosse E m m i n g e r, und für die sozialdemokratische Arbeiterschaft des Landes Salzburg Landtagsabgeordneter Genosse P r e u ß l e r. In der Konferenz wurde folgende Tagesordnung verhandelt: l. Die Lage der Lokalbahnbedien,.,.en Oesterreichs und die Organisation. 2. Statutenänderung des Pcnsions-fonds. 3. Eventuelles. 'Als Vorsitzender der Konferenz wurde Genosse Kirchschläger (Salzburg) und zum Schriftführer Genosse Dietrich (Innsbruck) gewählt. Genosse Adolf Müller erstattete zum ersten Punkt der Tagesordnung einen ausführlichen Bericht über die von der Zentrale der Eisenbahnergewerkschaft seit der letzten Reichskonferenz im Jahre 1010 für die Lokalbahnen durch-geführten Aktionen. Am 24. April 1910 fand in Wien die erste Reichskonferenz der Lokalbnhnbedienstcten Oesterreichs statt, die unter anderem beschlossen hat, daß die Zentrale der sozial demokratischen Eisenbahnerorganisation die für die Verbesserung der öage der Lokalbahner nötigen Aktionen durchzuführen hat. Diesem Beschluß hat die Zentrale unserer Organisation vollständig Rechnung getragen. Wir haben seither für sämtliche Lokalbahnen die Forderungen und Wünsche der Bediensteten erhoben und entsprechend den verschiedenen Verhältnissen bei den einzelnen Lokalbahnen die Memorandums überreicht. Eine Reihe von Lokalbahnverwaltungen hat freilick, erst auf energisches Drängen der Organisation und der Vertrauensmänner die überreichten Forderungen erfüllt. Es ist da her gelungen, bei der größeren Anzahl der Lokalbahnen die eingeleiteten Aktionen mit zufriedenstellendem Erfolg durchzu führen. Bei den übrigen Lokalbahnen wurden teilweise Erfolge erzielt. Einige Aktionen befinden sich noch in Durch-führung. Der Redner schilderte ausführlich den Verlauf der einzelnen Aktionen. Die nächste Aufgabe der Lokalbahner ist der Ausbau und die Kräftigung der Organisation. Es sind der Organisation eine Reihe lokaler Beschwerden zur Kenntnis gebracht worden und wurde um die Regelung derselben ersucht. Die Zentrale wird alle notwendigen Schritte einleiten, um diese Wünsche einer entsprechenden Erfüllung zuzuführen. Die Lokalbahnei. müssen aber vor allem anderen dafür sorgen, daß eine kräftige Organisation die nötige Gewähr für das Durchsetzen dieser Wünsche bietet. Hierauf berichtete Genosse Weigl für den Transportarbeiterverband über die für die Straßenbahner durchgcführten Aktionen. Auch dieser Redner konnte über eine Reihe von Erfolgen berichten, die insbesondere für die Brünner und Triester Straßenbahner weitgehender Natur sind. In der hierauf folgenden Debatte wurden die Berichte der Vertreter der Organisation dankend zur Kenntnis genommen. Die Ausführungen der Delegierten waren von der Erkenntnis getragen, daß die Lokalbahner allerorts eine entsprechende Organisation benötigen, wenn sie ihre Lage weiter verbessern wollen. Es wurden mehrere Vorschläge gemacht, wie der Ausbau der Organisation bei den Lokalbahnern erfolgen soll. Die Beendigung der Debatte, sowie die Beschlußfassung zu diesem Punkte erfolgte erst am zweiten Tage der Konferenz. Es wurde beschlossen, das Vertrauensmännersystem bei allen Lokalbahnen entsprechend auszubauen. Zum zweiten Punkt „Statutenänderung" erstattete Genosse D u s e k das Referat. In eingehender Weise behandelte Genosse Dusek die vorgeschlagenen Aenderungen und erörterte die Gesichtspunkte, von welchen bei den einzelnen Punkten ausgegangen wurde und ging dann zur Besprechung der einzelnen Paragraphe über; zum Schluffe machte der Referent Vorschläge, in welcher Weise die Aktion weitergeführt werden soll. In die Spezialdebatte übergehend, wurden von den Konferenzteilnehmern die zu dieser Statutenänderung ein-, gebrachten Abändcrungsanträge eingehend besprochen und die diesbezüglichen Beschlüsse gefaßt. 1 Hiemit war der zweite Punkt der Tagesordnung erschöpft und die Konferenz kehrte nochmals zum Punkt „Organisation" zurück und besprach in eingehender, überaus sachlicher Weise den Ausbau der Organisation und des Vertrauensmännersystems auf den Lokalbahnen. Nachdem bei „Eventuelles" noch verschiedene den Ausbau der Organisation und die Ausgestaltung der Agitation betreffenden Anträge gestellt, besprochen und angenommen wurden, wurde die Konferenz nach dem Schlußwort der Genossen D u 3 c I und Weigl geschlossen. Rcumarkt-Strasiwalchen. Vor kurzem fanden in diesen beiden Orten gut besuchte Versammlungen statt, in welcher die Genossen W a b i t s ch und Hattinger über die Berufs genossenschaftliche klnfallversicherungsanstalt Bericht erstatteten. ' An unsere Vertrauensmänner, Kassiere und Kolporteure DES WMMl-AWMM 1913 Bei Ankauf eines Eisenbahner-Taschenkalenders pro 1913 tritt ab I. Jänner die Versicherung bei einem tödlichen Unfall im Eisenbahndienst dann in Kraft, wenn der Kalender voll bezahlt und hiesür die Polizze eingesandt ist. Dort, wo diese Voraussetzungen nicht zutreffcn, kann der Betrag nicht ausbezahlt werden. Damit niemand zu Schaden kommt, machen wir hiemit ein für allemal alle Mitglieder auf diesen Anspruch aufmerksam und ersuchen um sofortige Bezahlung der ausständigen Beträge. * * * Gleichzeitig machen wir aufmerksam, daß der deutsche Kalender vergriffen ist und ersuchen, die noch in den Ortsgruppen befindlichen, unverkauften Kalender, für die kein Absatz mehr besteht, sofort an uns einzusenden, weil wir noch für eine größere Anzahl Bestellungen haben. Unverkaufte Kalender, die bis zum 1. Februar 1913 nicht cingesendet sind, können nicht mehr an Geldes statt angenommen werden. -i- * * Bei dieser Gelegenheit machen wir weiters aufmerksam, daß unsere Vereinsabzeichen nunmehr auch in tschechischer Sprache angefertigt wurden und ersuchen um baldige Bestellung. HSeite & /2Btett, Atonkac; ------------------i»r«'y~wrnrr -•------------------------ - Aus den Organisationen. , " ’ Lobositz. Bei .bei: am 6. Jänner 1913 stattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Genossen in die lOrtsgruppcnleitung gewählt: Johann Schwab, Obmann; Wilhelm Ariderlitschck, Schriftführer; Josef RöSler, Kassier; Josef De de! und Franz Janetzkh, Bibliothekare; August Frisch, Adolf Tschc I) l, Franz Fieb i n g e r, August M e n z i n g e r, Ausschutzmitglieder; Wenzel oboril und Johann Rosenberger, Revisoren. Zuschriften an die Ortsgruppe sind an Johann Schwab, Lobositz, Jahngasse Nr. 3 8 6, zu richten. Güuscrndorf. Bei der am 11. Jänner 1013 stattge« ■ fundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Karl Galle, Obmann; Karl Rose, Schriftführer; Martin Rose, Kassier; Lambert K r e n n, Andreas S e h-m a n n, Johann G i b i h, Josef Scheit und Jakob H a h n, Ausschuhmitglieder; Wenzel HaaS und August Strclskh, Kontrollore. Ab 1. Jänner 1913 befindet sich das Vereinslokal in Kratochvills Gasthaus, Gänserndorf, Bahnstratze, und findet daselbst jeden Samstag von 7 bis 9 Uhr abends die Einzahlung und Äibliotheksausgabe sowie Mitgliederaufnähine statt. Die Mitglieder werden ersucht, die Bibliothek fleißiger zu benützen. _ Mäyrisch-Ostrau-Odcrfurt. Es ergeht an alle Mitglieder das Ersuchen ,die Mitgliedsbücher respektive Jnterimskarteu behufs Vergleichung mit den Standesblätteru baldmöglichst in der Ortsgruppe (Privatlykal, Ringplatz Nr. 517) abzugeben fowie Charakter und genaue Wohnungsadresfe bekanntzugeben. Weiters wird den geehrten Mitgliedern zur Kenntnis gebracht,, datz die Ausgabe von Bibliotheksbüchern ab 1. Februar l. I. zweimal wöchentlich, und zwar Montag und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr abends (ebenfalls in dem Privat-lokal) stattfindet. Ferner bitten wir die Mitglieder, welche die Bibliothek benützen, mit den Büchern etwas schonender, umzit-.ichen sowie selbe baldmöglichst wieder zurückzuerstatten, damit den Bibliothekaren die Möglichkeit gegeben wird, allen Lesern Rechnung tragen zu können. Bölnnisch-Leipa. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Mitgliedsbücher behufs Abstempelung und Kontrolle bis Ende dieses Monats an die Subkassicrc zu übergeben. Die letzt-'bezahlten Coupons sind beizulege». Sclztlial. Bei der am (i. Immer abgchaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Allsschutz gewählt: Paul Bauer, Obmann, Peter Holub, Stellver-; tretet; Matthias R cgatschneg. Schriftführer, . Matthias Meter, Stellvertreter; Franz Eberl, Kassier, Franz Bich-! er, Stellvertreter; Thomas Anderwald und Johann ,©teiniger, Kontrollore; Johann Gaffenbauer und Franz P o d e s s c r, Bibliothekare. Alle Zuschriften sind an den Genossen Paul Bauer, S e l z t h a l Nr. 3.6, zu richten. Raaden-BrunnerSdorf. B.-i der am 5. Jänner l. I. statt-gefundenen vieneralversammlung in Klösterle lHeinzmanns Gasthaus) wurden folgende Ortsgruppenfunktionäre gewählt: Emanuel S i e g l, Obmann, Brunnersdorf, Wilhelm MatheS, Stellvertreter; Georg Z i m in e r m a n n. Kassier, Anton Z i m in e r t, Stellvertreter; Josef Bart H. Schriftführer, Vinzenz Handschmann, Stellvertreter; Josef © i m a n, Florian Gelinge r, Bibliothekare; als Vertrauensmänner: Lienerl für Kaaden; Josef Gregor für Klösterle und Karl Rößler für 'Purstem; Ad. Sattler, Franz S c c m a n n, Wenzel G laset, Kontrollore; Anton S e ige r t-s ch m i c d, Albin Webe r, Subkassiere. Alle Zuschriften in Vereinsangelcgcnheitcn sind zu richten an Emanuel 'Sie gl, B l o ck s i gn a l d ie n c r i n B tu n n e r öd orf 91 r. 193 bei Kaaden (Böh m e nt. Weiters ersuchen wir die Genossen, die ausgeliehenen Bücher dem Bibliothekar sofort zurückzustellen. Die Monatsveksaimulungen finden für das Jahr 1913 abwechselnd einen jeden Samstag nach dem Ersten int Monat in Klösterle und Pürstcin statt. Auch ersuchen wir die säumigen Genosse», welche mit ihren Monatsbeiträgen im Rückstand sind, diese zu begleichen, da sie sonst ihrer Rechte verlustig werden. Klrinmünchen. Die Zahlstelle hielt am 5. Jänner I. I. die erste Generalversammlung ab. wo folgende Genossen gewählt wurden: Schuster-, Obmann, Kepplinger, Stellvertreter; Heist, Kassier; W asen b e tz, Schriftführer; I a r o s ch und R o s e u a u e r, Revisoren; als Subkassiere wurden Augustin, Wührer und Bernecker bestimmt. Genosse I a k u b e i? aus Liuz hielt einen ausgezeichneten Vortrag über „Die Forderungen der Eisenbahner und das Parlament". Grutzb.ich. Die Ortsgruppe hielt am 6. Immer 1913 ihre diesjährige Generalversammlung ab, wo folgende Genossen in den Ausschuß gewählt wurden: Johann Stuhr. , Ovmaun, Johann S e ch t, Stellvertreter; Josef Brau dl, Schriftführer, Josef Ofner, Stellvertreter; Mar Schleifer, Staffier, Johann B r u tf u e r. Stellvertreter; Johann V r a tt e-s i <\ Bibliotvekar; Karl Wolf und Lambert P o 1 st e r, Revi soren; TI,omaö S ch tu a b, Leopold N u tz b a u m c r, Joses N e u m a u ii und Johann Steiß, Ausschutzmitglieder. Alle Zuschriften sind au Genossen Obmann Johann S t u h r, G r u tz b a ch N r. 3 5 9, zu richten. Tannwald. Die Ortsgruppe hielt ihre diesjährige Generalversammlung am 6. Jänner 1913 in Sitteö Hotel ab und wurden folgende Genossen in den Ausschutz gewählt: Joses I i n bf i S c f,'Obmann, Albert B e I d a, Stellvertreter; Josef K u d e r n a <", Schriftführer, Johann Zachradnicc k, Stellvertreter; Johann Luder, Kassier, Franz Ullrich. Stellvertreter; Josef Pulpa u und (M. Kasd a, Ausschutzmitglieder; Peter Sou re k, Revisor; Emanuel Dostal, Bibliothekar; als Subkassiere: für die Strecke Morchcnstcrtt G. Bclda; für Grünthal Kasda; für Tiefenbach Josef K ovar; für Eisenbrod G. L c d e r. Sämtliche Zuschriften sind ait Genossen Josef I i n d f i-i c f, B raub Nr. 51, P o st T a n n w a l b, zu abreffiercit. Oetzendorf. Am 2. Immer 1913 faitb in Herrn Görgs Gasthaus bic konstituierende Generalversammlung der Zahl» stelle Hetzendorf zur Ortsgruppe statt. Genosse Bau m-garten brachte in Vertretung des Genossen Lawitzka den- Rechenschaftsbericht für das Jahr 1018: Genüsse D ii s c I brachte ein ausführliches Referat über die 80jährige Tätigkeit der Organisation, streifte auch die Wohuungsreform, das Koa-li,ionsrecht, das Strafgesetz und das Unfallgesetz und beglückwünschte auch die Gründung der Ortsgruppe. Genosse H a n s-l' i referierte über die Demagogie der christlichfozialeit unb der dentsck,bürgerlichen Parteien bezüglich der Ablehnung des 17 Millionen-Aittrages des Genossen Tomschik und dankte dem Genossen Lawitzka für seine mühevolle Tätigkeit als Zahlstellenleiter. Genosse Baum garten brachte in kurzen Umrissen die Tätigkeit des Fachvereines Ortsgruppe Hetzen-dorf vom Jahre 1895 bis zur Auflösung und die Weiterführung der Zahlstelle des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines durch Genossen Lawitzka bis zur Gründung der Ortsgruppe vor. In den Ausschuh wurden folgende Genossen gewählt: Franz Hanslik. Obmann, Josef Stau gl, Stellvertreter; Ferdinand L awitzka, Kassier, Johann B a u m g a r t e. 11, Johann Pialek, Stellvertreter; Adalbert Oppcker, Schriftführer, Franz Mauder, Stellvertreter; Rupert Later, Anton K u n z, Kontrollore; Robert Läufer, Johann GriN, Bibliothekare; Josef Brand l und Rudolf .Schnrid, Ausschußmitalieber, Genosse HanSlik dankte für daS Vertrauen als Obmann und schloß nach einem kräftigen Schlußwort die Generalversammlung. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an Genossen Franz Hanslik, XI1/4, Hetzendor ferst ratze 91 r. 98. iu Geldangelegenheiten an Genossen Ferdinand Lawitzka, XI1/4, Rosen Hügel st ratze Nr. 33. Brünn 1. Jene Mitglieder, welche noch Bücher auZ der Bibliothek ausgeliehen haben, werden ersucht, dieselben bis spätestens 3. Februar d. I. zu retournieren. Jene Genossen, die mit den Monatsbeitragen int Rückstand sind, werden auf-gefordert, ebenfalls bis 8. Februar ihre Rückstände zu begleichen^ da sonst nach den Statuten gegen die säumigen Zahler vorgegangen wirb. Aägrrndorf. Die hiesige Ortsgruppe hielt am 6. Immer d. I. die ganzjährige Generalversammlung ab. Nachdem die Berichte des Obmannes, des Kassiers und der Kontrolle mit Befriedigung von der Versammlung zur Kenntnis genommen wurden, erfolgte die Neuwahl der Ortsgruppeuleitung, in welche folgende. Genossen gewäahlt wurden: Alois Burkert, Obmann, August Satte, Stellvertreter; Mar Achatzh, Kassier, Adolf Kloß, Stellvertreter; Max Müller, Schriftführer, Johann Fröhlich, Stellvertreter; Johann Kuben, Alois M ii d, Eugen M achal a, Hermann N i t s ch, Beisitzer; in die Sektion der Zugsbegleiter: Josef Sterba, Johann Thun und Adolf Scholz; in bic Kontrolle: Max S u l l e k, Adolf Hei u, Emanuel Weber und Anton Karoföky. Reichsratsabgeordneter Genosse Toinschik aus Wien hielt einen sehr interessanten Vortrag über „Eisenbahner und Gewerkschaft". Redner zergliederte in ausführlicher Weife den Entwicklungsgang der Organisation von der Gründung bis zum heutigen Tage, erinnerte an die Auflösung int Jahre 1897 unter der Regierung Badeni und Kuttenberg sowie an die Kampfjahre von 1905, 1907 und 1908, die den Eisenbahnern bedeutende materielle unb moralische Erfolge brachten und weit Über das Matz der Kraft der Organisation reichten, trotzdem von vielen Eisenbahnern nicht richtig geschätzt und gewürdigt werden. Sehr eingehend schilderte der Referent die letzte parlamentarische Aktion bezüglich der Verwendung von 38 Millionen Kronen zur Ausbesserung der Bezüge, unterzog das demagogische cisenbahnerscinbliche Verhalten ber bürgerlichen Abgeordneten einer sachlichen Kritik und besprach die schädlichen Wirkungen der Gründung der verschiedenen State» gorienvereine. Die Ausführungen wurden mit größter Aufmerksamkeit und lebhaftem Beifall ausgenommen. Den Mitgliedern diene zur Kenntnis, datz die regelmäßigen Monats-Versammlungen jeden zweiten Dienstag, die Ausschutzsitzungen jeden letzten Dienstag im Monat stattfinden. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an den Obmann Genossen Alois Burker t, BadhauSgasse 2, in Geldangelegenheiten an den Kassier Genossen Max A ch a tz y, Wünschgasse 6, zu adressieren. Verschiedenes. Wiegenlied bed Obdnchloscn. In Berlin weilte dieser Tage der französische Dichter Jean Richepin, der zur Gruppe der sozialistischen Lyriker gehört. Das nachsolgenbe rührenbe „Wiegenlieb des Obbachlosen" in der „Vorsiadt-muudart" mag von der Art des Poeten Zeugnis ab legen: Lulle, lulle Iu! Du Lump, schlaf ein! Im Feld, hu! Fncrt'S Stein und Bein. Heut' bleibt in bet Stabt, Wer's bazu hat! Der Winb pickt! Schnee looft in die Schuhe, Nu schlafe fein! Hat eener Geld in seiner Truhe, Denn $00st er Holz und Köhlen ein. Nu schlafe fein! Du Frosch, gib Ruhe! Ich Hab (een Dach und keenc Nickel — Nu schlafe fein! Das alte Tuch, drein ich dich Wickel', Bis auf die Haut dringt Nässe ein. Nu schlafe fein! Mach, du Karnickel! Dein Bauchchen knurrt? Ich Hab ieen Hä pp ten! Nu schlafe feilt! Für uns sind nich die vollen Töppken, "-‘t Wir schoppen keenc Suppe ein Nu schlafe sein! ' Nischt gibt's für Steppke«! Vielleicht liegt was auf Weg und Acker — Nu schlafe fein! « Ich mach dir ’it Herb und wärm' dich wacker Und wisch' beit! wunbeS Po'chen rein. 92it schlafe sei»! Du kleeuer Racker. Literatur „Heimat Welt." Im Verlag der Wiener Volksbuchhandlung hat soeben der aus der Wiener Arbeiterschaft hervorgegangene Lbriler Älfons Pctzold einen schmalen, aber erlebnisschweren Band Dichtungen „Heimat Welt" (Preis Str. 1 '20) erscheinen lassen, der iu seiner Erfafsung der Natur, ber Welt unb bes. Menschen vom Kulturwillen des Sozialismus erfüllt ist unb stark phantastisch anklingt. Als Probe geben wir ein Gebicht, Das Große, wieber: Eins muß bir immer gegenwätig sein, ob bit nun hämmerst, Manti, auf Stahl unb Stein, ob Fäustel haltend bit zur Tiefe sinkst, ob du des Feuers Helle Kraft bezwingst, ob bit bic Fclbcr segnest mit der Saat und Länder bindest mit dem Kupferdraht,—: Daß irgendwo ein Bruder steht und schafft ein Gleiches mit der gleichen stummen Kraft, daß irgendwo ein Brubcr so wie bu ' strebt sehnsuchtsschwer der ©mutenstunbe zu, in ber, vcrbrübornb eilte ganze Welt, er deine Hand in seiner Rechten hält. Die Balkanfrage steht noch immer im Mittelpunkt des politischen Interesses. Die soeben erschienene 9iummr 4 der '„Bildungsaröcit" veröffentlicht eine sehr übersichtliche Vortragsdisposition über dieses Thema, bei der auch leicht zugängliche Literaturangaben angefügt sind. Außerdem enthält die Nummer ein« ausführliche Vortragsdisposiiion übet das Thema: „Das proletarische K i n d". die besonders jetzt willkommen sein wird, da der letzte Parteitag den Organisationen aufgetragen hat, den Fragen der Kinderfürsorge und der Kindererziehung ihr Augenmerk zu schenken. Sehr wichtig ist die in der „Bildungsarbeit" enthaltene Abhandlung: „Zwölf Kapitel über die Arbeiterbibliothet" die folgende Fragen behandelt: Die Bibliotheksräume und ihre Einrichtung. — Von der Bücheraufstellung. — Das In*. 20. Jänner 1913 Nr. 3 ventar. — Vom Aussehen der Bücher. — Die Entlehnung. — Die Biliothekarc. — Vom Katalog. — Von der Beratung. — Geistige Hilfe. — Die Statistik. — Vom guten Betrieb. — Die Arbeitcrbibliothck ein Klasscnkampf mittel. — Jeder Bibliothekar sollte im Besitz dieser wertvollen Abhandlung sein. Schließlich sei noch auf den für die politischen Vertrauensmänner wichtigen Artikel:. „Politische E r z i e h u n g", unb auf den Bericht über bic Bildungsarbeit in Tirol sowie auf bic reichhaltige Bücherfchan hingew.iefen. Das allen in der Arbeiterbewegung wirkenben Vertrauensmännern unentbehrliche Blatt kostet jährlich nur 2 Kr. (Verwaltung Wien V, Rechte Wieuzeile 97.) Versammlungstmzeigen. In nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: Villach I. Am 2l. Jänner um 8 Uhr abends Generalversammlung im kleinen Kasinosaal (Kaiser JosefSplatz 4), Steinbriick. Am 22. Jänner um 8 Uhr abends Generalversammlung im Hotel Jvänöiß (Vereinslokal). Hiitteldorf. Am 23. Jänner um halb 7 Uhr abends im Gasthaus Kraus, Hackingerstraßc 55, ganzjährige Generalversammlung. St. Valentin. Am 25. Jänner Monatsversammlung (Wahl von. Vertrauensmännern). Reichenburg. Am 25. Jänner um halb 8 Uhr abends im Gasthaus -„Kastanienlaube", Johannesthal 14 Marburg I Am 25. Jänner um 6 Uhr abends Generalversammlung im Vereinslokal, Bergstraße 4. Wolfsberg. Die Monatsversammlungen werden bis auf weiteres jeden ersten Sonntag im Monat um 4 Uhr^ nachmittags im Gasthaus Labi abgehnlten. — Nächste Versammlung am 26. Jänner um halb 4 Uhr. Nen-Aigen. Am 2. Februar um 8 Uhr abenbs im Gasthaus Neumaicr Generalversammlung mit Vortrag. Mit-gliebsbüchxr sinb mitzubringen. Hetzendorf. Am 1. Februar VercinSabenb, mit 3. Februar Eiscnbahnerball. Vriiitn I. Am 2. Februar um 12 Uhr im Gasthaus „zum Rebhuhn", Ablergassc, Besprechung ber Signalmeister Mährens. TöppeleS. Am 2. Februar um halb 9 Uhr vormittags im Gasthaus Schuster Generalversammlung. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. Sporitz. Am 2. Februar nachmittags Generalversammlung tu Stuys Gasthaus in Sporitz. Turnau. Am 8. Februar um 8 Uhr, abends im Gasthaus Pezina in Ohrazeniä. Rculiaus. Am 9. Februar um 9 Uhr vormittags im Gasthaus PraSka in Neuhaus. Teplitz. Am 9. Februar Monatsversantmluitg. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. OSwiecim. Am 9. Februar mit 2 Ubr nachmittags int Hotel Zator Monatsversammlung. Am 18. Februar um 7 Uhr abends Generalversammlung. Brünn I. Am. 9. Februar um 3 Uhr nachmittags i’.’t Vereinslokal „zum Rehbock" ganzjährige 'Generalversammlung. Lobositz. Am 2. Februar um 2 Uhj nachmittags im Gast -haus „Traube", Monatsversammlung mit Vortrag. Mitteilungen der Zentrale. Mitteilungen der ZentralauSschuszsitzunK am l.'>. Jänner ini.3. Bericht über bic Ablehnung des 17 Mlllionen-AntraticS im Parlament und Stellung-nahnie der Eisenbahner hiezu. Beratung und Boschintz-sassung über eine aus diesem Anlaß durchzuführende großzügige Mion, wovon die Ortsgruppen mittels Zirkular verständigt werden. — Bericht und Beratung über den Stand des Tschechisch-separatistischen Tag-blattes in Prag. — Erledigung des vorliegenden Ein laufes. Die am 12., 13. und 18. Dezember 1912 statt* gefundenen Sitzungen des Lerwaltungskomitecs waren ausschließlich der Beratung des letzten Reche n s ch a f t s-berichtet gewidmet. Gleichzeitig wurde über eine Reihe vom Administrator erstatteter Erspar it n g s-vorschläge eingehend debattiert und die entsprechenden Beschlüsse gefatzt. — Außerdem fanden in diesen Sitzungen einige Personalangelegenheiten sowie der dringende Einlauf ihre Et2edigu»g. Verwaltungskoinitcesitzung am 8. Jänner 1913. Aus dein HinterbliebenenunterstützungLfonds werden für 30 Fälle 2250 Kr. bewilligt: aus Vereinsmitteln werden für 76 Fälle 1880 Kr. an Unterstützung bewilligt: 10 Gesuche mußten abgewiesen werden. — Der Rechtsschutz Wird für 67 Fälle bewilligt. — Zur Bezah lung der Expensnoten für 95 Fälle werden Kr. 9435*71 angewiesen. — Beschlußfassung bezüglich Einleitung von Bersainmlungstouren anläßlich der Delegiertenwahlen, in die Berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt. - Gründung neuer Ortsgruppen und Errichtung neuer Zahlstellen. — Erledigung des Einlaufes. Ausweis des Vereines „Msenbahnerheim". An Spenden für das „Eisenbahnerheim" sind bei unS ftuö folgenden Orten in der Zeit Dom 1. bis 20. Jänner 1913 cingelairsen: Herr Peter Rapatz, Wolfsberg Kr. 20"—> Ortsgruppen: Salzburg 2v—, Buchau 10'—> Lobositz 10—> Feldkirch 10 —, ft naben 20—. Sprechsaal. Achtung, Eiscnbnlinbcdicnstete und -Arbeiter der k. k. Staatsbahnen! Demnächst finden im Sinne des § 0 des Statuts die Wahlen der Delegierten für die Berufsgeiwssenschaftliche Un-sallvcrsicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen statt, und zwar für den Bereich der Staatsbahndirektionen der k. k. N o r d b a h n, der k. k. O e st e r r. N o r d w e st b a h n, der i. k. S t a a t s e i s e n b a h n g e s e l l s ch a s t, ferner der Staatsbal,ndirektionen Linz, Innsbruck, Villach, T rie st, Olm ütz, P ra g, Pilsen, Krakau. Le mb crg, «s t a n i s l a u und die k. k. Betriebsleitung Czernowitz statt. Für jede der genannten Staatsbahndirektionen ist je ein Delegierter und je ein Ersatzmann zu wählen. Die Exekutive der Eisenbahner Oesterreichs tritt diesmal an euch, geehrte Kollegen und Genossen, unter dem E i n-d r u ck der von der k. k. Regierung geplanten E »t-r e ch t u n g der Eisenbahner Ce st erreich 6, die in dem, dem Abgeordnetenhaus bereits vorliegenden und im Sozialversicherungsausschutz in Diskussion stehenden Gesetzentwurf betreffend die Sozialversicherung enthalten ist, heran. Autzer der Zusammenlegung der 9t e n 1 c rt soll der Regierung der Vor,rand der Berufs-genossenschaftlichen U n f a l l v c r s i ch e r u n g s a n-st alt ausgeliefert werden. Das Eifenbahnministe-rium soll in Zukunft zwei Drittel, das heißt zwölf Vorstandsmitglieder im Vorstand besitzen und die Bediensteten sollen mit sechs Vorstandsmitgliedern in die Minorität gedrängt werden. Die Eisenbahnerschaft Oesterreichs kann sich eine solche Verletzung erworbener Rechte nicht bieten lassen» und die Wahl der Delegierten in die Berufsgenossenschaftliche Unfallverfichernngsan-stalt fall einen Protest bedeuten gegen die A b s i ch t e n d e r R e g i e r u n g. Wir ersuchen euch, werte Kollegen und Genossen, einmütig für die von den Vertrauensmännern der organisierten Eisenbahner Oesterreichs empfohlenen Kandidaten zu ft imm e it. Lasset euch bei dieser Wahl von eurem Herzen leiten, das euch befiehlt, auf euch selbst, auf eure Frauen und Kinder zu achten und ihre Zukunft im Falle eines Unglücks zu schützen. Lasset euren Verstand sprechen, der euch gewitz sagen wird, datz in dieser Institution, welche so tief in das Familienleben des Eisenbahners ein greift, nicht nationale, nicht ko n f es s i o n e l le oder eigenbrötlerische Momente in Betracht kommen, sondern einzig und allein wirtschaftliche und materielle Gründe maßgebend sind. Von dieser Ueberzengung geleitet, gehet alle zur Wahl! Jeder, dem sein eigenes sowie seiner Familie Wohl am Herzen liegt, gibt einmütig . feine Stimme ab für die von den Vertrauensmännern der organisierten Eisenbahner Oesterreichs empfohlenen Kandidaten. Bleibe keiner der Urne fern! Diese Kandidaten sind die beste Gewähr dafür, dast nicht nur die Absichten der Regierung und ihrer Verbündeten nicht in Erfüllung gehen, datz jeder Anschlag auf die Rechte der Verletzten erfolgreich abgeschlagen wird. Zur Wahl werden nachstehende Kandidaten empfohlen: Für den Direktionsbezirk Linz. Als Delegierten:. Franz Hattinger, Oberkondukteur, Linz an der Donau. Als Ersatzmann: Karl ScII, Lokomotivführer, Linz an der Donau. Für den Direktionsbezirk Innsbruck, Als Delegierten: Fritz Prcih, Lokomotivführer, Feldkirch. Als Ersatzmann: Josef Moritz, Oberkondnktenr, Salzburg. Für den DirektionSbezirk Villach. Als Delegierten: Hans Brandt, Zugsführer, Villach. Als Ersatzmann: Hubert Galle, Oberwerkmann, Änittelfeld. k Für den DirektionSbezirk Triest. Als Delegierten: Andreas Tschofönig, Oberkondnktenr, Triest. Als Ersatzmann: Josef Flaschberger, Stationsaufseher, Görz. Für den DirektionSbezirk Prag. Als Delegierten: Wenzel Havelka, Lokomotivführer, Saun, Als Ersatzmann: Josef Severin, Kondukteur, Prag. Für den Direktionsbezirk Pilsen. Als Delegierten: Georg Pinker, Oberkondukteur. Pilfeiu Als Ersatzmann: Jakob Cizcl, Lokomotivführeranwärter, Pilsen« Für den DirektionSbezirk Olmütz. Als Delegierten: Johann HeSko, Oberkondukteur, Mährisch-Schönberg. Als Ersatzmann: Alois Burkert» Werlmann, tzägerndorf. Für den DirektionSbezirk Krakau. Als Delegierten: Ludwig Bartoniczek, Offiziant, Bahnerhaltnngssektion ^cu-Sandec. • - - - AIS Ersatzmann: Viktor Skamrat, Wagerrrneister, Tarnäw. Für den DirektionSbezirk Lemberg. Als Delegierten: Mieczyslaw Wisuiowski, Lokomotivführer, PrzcmhSI. Als Ersatzmann:-Josef Stimme«, StationSmeister, Lemberg. Für den Direktionsbezirk StaniSlau. Als Delegierten: Adalbert Tornn, Oberkondukteur, Lemberg. Als Ersatzmann: Anton ÜBröBel, Lokomotivführer, Chodorow. Für den DirektionSbezirk Czernowitz. Als Delegierten: Heinrich Oppitz, Lokomotivführer, Czernowitz. A l s E r s a tz m a n n: Wladimir Soroniewiez, Wagenschreiber, Czernowitz. FLr die k. k. Nordbahn. Als Delegierten: Eberhard Heider, Schlosser, Floridsdorf. Als Ersatzmann: Leopold Schott, Kondukteur, Wien. Für die k. k. StaatSeisenbahngesellschaft. Als Delegierten: Josef Pfeffer, Lokomotivführeranwärter, Brünn. AIS Ersatzmann: Georg Paniert, Schlosser, Heizhaus Stadlau. Für die k. k. Nordwestbahn. Als Delegierten: Ludwig Spirgler, Spengler, Wien. Als Ersatzmann: Franz Kozel, Bahnerhaltungsarbeiter, Reichenberg. Das Exekutivkomitee der organisierten Eisenbahner Oe st erreich S. Offene Anfragen. An bas k. k. Eiseiibahnministerium in Wien« In der Station T r i e st, k. k. Staatsbahn, besteht ein sogenanntes Sanitätskorps. Die Mitglieder dieses Sanitätskorps sind zumeist Stationsbedienstete, die außer ihrem Gehalt keine sonstigen Zulagen beziehen. Die Leute müssen Tag und Nacht bereit sein, um im Bedarfsfall sofort in Aktion treten zu können. Die Sanitätskorpsmitglieder müssen außer Dienst wöchentlich einmal .die Sanitätsschule besuchen. Das Nichterscheinen in der Sanitätsfchule wird in jedem Fall mit Geldstrafen geahndet. Bis zum vorigen Jahr wurden die Mitglieder des Sanitätskorps mit einer Zulage (Sanitätszulage) veteilt. Seit einigen Jahren soll die Sanitätszulage angeblich eingestellt worden sein. Die Mitglieder des Sanitätskorps in Triest, k. k. Staatsbahn, erlauben sich die höfliche Anfrage, ob für das Sanitätskorps in Triest, k. k. Staatsbahn ein Kredit zu-geschrieben wurde und zu welchem Zweck dieser bewilligte Kredit eventuell verwendet wurde. Alt das Inspektors der k. k. priv. Südbahngcsellschaft. Das gesamte Verschubpersonal der Station L e o b e r s-dorf bittet um Herausgabe von Fangschuhen (Bremsschuhen) für die Station LeoberSdors, da es durch das Fehlen dieses für den Verschubdienst so wichtigen Behelfes in der Ausübung des Dienstes übermäßig angestrengt wird. Briefkasten der Redaktion. Hallein. In dieser Form nicht verwendbar. — Poliöfn. 1. Das Schulgeld muß gezahlt werden. 2. Dort, wo man am besten und billigsten bedient hriri. — Soziale Verhältnisse. Volksbuchhandlung Brand, Wien VI. Gumpendorserstraße 18. — Judendorf 551. Auch die vor dem 1. Jänner 1900 ange-stellten Wächter haben in der Gehaltstufe von 1000 bis 1100 Kr. eine nur zweijährige Vorrückungsfrist. Sie rücken demnach am 1. Juli 1913 vor. — Fehring I. H, Sie haben keinen Anspruch auf einen Härtenausgleich. — M. F. Sie haben Anspruch auf zwei Härtenausgleiche und rücken demnach am 1. Juli 1913 in die 1200 Kr. und am 1. Juli 1915 in die 1300 Kr. vor, vorausgesetzt natürlich, datz Ihre Angaben richtig sind. — Andreas Weiland, Leibnitz. Jakob R o t h b e r g e r in Wien, Stephansplatz 9, Rudolf M ü I l e r. X, Herzgasse 2. — Drö-sing. Trösten Sie sich. In vielen Stationen wurden die Remunerationen ungleich verteilt. Wir erhalten alljährlich eine Menge derartiger Beschwerden. — L. A. in Milek. Nichts gezogen. rat «eil Inhalt der In-»ernte Übernimmt dl« Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Verantwortung. e • • litt Flr den Inhalt der Innerste Übernimmt die Redaktion und Admlnl-■tratlon keine wie Immer geartet* Var-• • entwortuag. • • *4^ MAGGI Würfel ä 5 h (fertige Rindsuppe) sind die besten! flotlprlma Zwirner DeliKatess-SouerKraut - ©eilte ln ,u »irt« 80 Rite, t>er Kilo 14 " " " i8o : • * ii StuH» fiie"g»ettD* flctuoocn" (famt Echaff>, fomie (e 3n“lpter tourfciu 1 Stifte ÖSetturjflwrfen enthalten», ti " «t, 1 5ti>te Ealzflutten, enthaltend 8 lÄlaö 4 5 euer, au 11 m., IVajtfaftAen mit 5 Stil» Gewürz- ober Saüflucfiii i» SS Kr. bet» ertbet ab Magazin gegen Nachnahme JOSEF DOLEZAL, ZNAIM. filmte feilt ft” konservierte ‘ J>, 8 <9la8 15 «iter, LSLiter,,ullKr.. *0 cm loni fiffildt neue ftcfdiHiTfnt K 9'60 bestere weibedaunenweichegefchlilsene .= -. K 21- fchneeweiße daunenweiche geftfiliff. K 30 - ,K 3« -, K 42- -. auS totem Srttinlctt, g-süllt. 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In welchem Verhältnis steht aber der Nervenverbrauch zur Neubildung gegenüber der Tatsache, dass unsere Nahrung viel zu arm an Lecithin und Nährsalzen (Phosphor etc.) und unsere kulturelle Arbeits- und Lebensart viel zu gross an Nervenaufwaud ist. Wir gebrauchen einen nnturgennisscn Kraft- und Stoflersatz, potenzierte Nervensubstanz, um die Unterernährung wieder gut zu machen. l)io in unserer täglichen Nahrung enthaltenen sehr geringen Mengen Lecithin und Phosphor genügen bei weitem nicht -für den nervösen Kultur-, menschen, um für den erhöhten Lecithin- und Phosphorverbrauch einen hinreichenden Ersatz für d.eso wichtigsten Grnndsubstauzen zu bieten. Die vielen bestehenden Norvcnpräparate enthalten ebenfalls noch viel zu wenig Lecithin und Niihrsalze, um den Bedarf zu decken. Die besten davon haben 8 bis 1‘2 Prozent reines Lecithin und fast keine Niihrsalze. Wir haben ein ganz neues patentiertes Verfahren, ein hochprozentiges Lecithin-Präparat durch aufgeschlossenes Lecithin vollkommen assimilierbar (verdaulich) und somit wirksam zu machen, an das kein wie immer heissendes und wie immer empfohlenes anderes Lecithin-Präparat auch nur im entferntesten heranreicht. Dazu kommt der Gehalt an physiologischen Nährsalzen (Natron, Kalk, Phosphor etc.), die wir mit dem 70prozentigen Lecithin derart glücklich verbunden haben, dass das Produkt, welches wir unter dom gesetzlich geschützten Namen NERVOCYNE n den Hatidol bringen, vom Organismus zu 100 Prozent, also voll und - ganz,' • assimiliert wird, gernden Nerven -wird es Den nach Lecithin und Phosphor hun-dadurch ermöglicht, sich zu sättigen und sich aufs neue gegen den nervenzerrilttenden Kampf Dasein zu wappnen.- Erfolge .reten schon nach wenigen Pillen auf. ums sortiert in waschechtem guten Bettzeug, Waschstoff, Zefler, Blaudruck, Oxford etc. Jeder Best 3 bis ö m lang. Versand per Nachnahme. 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Rechte Wienzeile 97., Ein vierzigjähriger Kalarri geheilt. Ich litt vierzig Jahre ait einem hartnäckigen Luftröhren- un|) Lungenkatarrh, gebrauchte englische Jnhalatious-gläfer, die mir nichts halfen, und eine Masse Arzneien, die ebensoviel bewirkten, und mir einen Magen- und Darmkatarrh zuzogen. Vor kurzem lief; ich mir einen Tancräschen Inhalator kommen unb bald war mein altes Leiden vollständig geheilt, Auch das Asthma, das ich mir infolge des anhaltenden Hüstens zugezagen hatte, ist fast vollständig verschwunden. Ich bin deshalb ganz begeistert von dem Taneröschen Heilverfahren und kann ähnlich Leidenden nur den Rat geben, sich so bald als möglich den vorzüglichen Taneröschen Inhalator anzuschaffen. Ich habe; diese Anerkennung freiwillig (ohne Aufforderung) ausgestellt und mit meinem Namen unterzeichnet. Nachschrift. Ich habe obige Anerkennung am 22. Fe-oruar 1910 geschrieben und mich seitdem durch beständige Anwendung der Tanervschen Einatmungen auch von meinem bösen Asthma befreit. Rastatt, 14. September 1912. H. Buchte r, Realschulvorstand. Cfö liegen zirka 5000 ähnliche Anerkennungen vor, Darunter 2418 notariell beglaubigte. TancrvS Inhalator, der bereitS von vielen Aerzten wegen seiner überraschenden Wirkungen bei Katarrhen der Luftwege in Gebrauch genommen wurde, darf nicht mit Inhalatoren älterer Konstruktion verwechselt werden. Sein Hauptvorzug besteht in einer viel größeren Tiefenwirkung. N/icht nur bei Luftröhren- und Lungenkatarrh leistet Tancres Inhalator so schätzbare Dienste, wie aus dem obigen Zeugnis des Herrn Büchler (Rastatt) hervorgeht, sondern auch alle anderen akuten und chronischen Katarrhe, Mittelohrentzündung u. s. w., werden durch den kleinen Apparat sehr günstig beeinflußt, waS auch dem nachfolgenden Anerkennungsschreiben des Professors Dr. Reüther, Oberlehrer am Königlichen Lehrerseminar,.Auerbach im Vogtland, hervorgeht. Dieser Herr schreibt folgendes: Daß ich heute das achte Exemplar ihres Inhalators bestelle, dürfte für die Brauchbarkeit desselben wohl das beste Zeugnis sein. Indessen muß ich auf Grund der gemachten Erfahrungen noch besonders hervorheben, wie die Anwendung Ihres Apparats nicht' nur hartnäckigen Stockschnupfen und chronische Katarrhe der sonstigen Luftwege (Rachenhöhle, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien) beseitigt hat, sondern daß in einem Fall sogar eine Mittelohrentzündung mit verbundener Schwerhörigkeit und in eurem anderen Fall eine Stirnhöhlenvereiterung zu weichen beginnen. Auch empfiehlt sich die Anwendung Ihres Apparats zur Pflege und Kräftigung der Sprechwerkzeuge für Lehrer. Pastoren, überhaupt für Redner und Sänger. Ich danke Ihnen deshalb zugleich in Vertretung meiner Auftraggeber herzlich für Ihre Erfindung. Der billige Preis ermöglicht jedem Leidenden die Anschaffung. Man gibt schließlich während eines längere Zeit dauernden Katarrhs auch für andere, noch dazu unwirksame Mittel viel Geld aus, und weit mehr büßt man durch ein solches Leiden an Verdienst ein, selbst wenn man dabei seinem Beruf noch nachgehen kann. Die Gefahr, sich durch einen veralteten Katarrh ein dauerndes Brust- oder Halsleiden zuzuziehen, läßt sich überhaupt nicht in Geld abschätzen. Hier erhält man dagegen für eine geringe Summe einen wissenschaftlich erprobten, viele Jahre in der Familie anwendbaren Apparat, den jeder Arzt, der ihn sieht, als das Vollkommenste anerkennen wird, was eS auf dem Gebiete der. Katarrhbekämpfung gibt, und gerade jetzt im Winter, wo man sich, wenn man ihn noch nicht hat, täglich einen Katarrh holen kann, sollte jeder, der zu solchen Erkrankungen neigt, ferner aber auch jeder Familienvater unbedingt sofort kostenfreie Aufklärung verlangen. • Wer bereits an Katarrh leidet, der sollte keinen Tag zögern, denn jeder Tag bedeutet einen Tag länger Qual, Unannehmlichkeiten und Gefahr. Nähere Auskünfte über Tanerös Laboratorium, Wiesbaden Nr. 70, werden kostenlos und ohne Kaufzwang erteilt. Verlangen Sie noch heute Gratlszusenoung der aufkläeenden Broschüre.