Theft 9 September 1908 XI. Zahrg $2 v « tr. O ZD e s c5 to t 6 der Löhne des heiligsten Herzenst Jesu. ---- Grstan deK .Marien-VereinS für Afrika. = Der Heilige Sata Papst Plur X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal und hostet jährlich mit Voftzusendung 2 K=2 Mh.= 3 ffranhen. znv I rri _ .. > ____ znv /fr, .. v » . I ^*>. r _ . . _ errr.. „ r Ein asn.er 3abrgtmfl, gebunden, frostet ftc. 2.30. Inhalt: Ein Besuch in unserer Station am Weißen Nil......................................193 Die Gefahr des Halbmonds (Fortsetzung) 201 Weniges aus alter Zeit . . . . ° . . 203 Aus dein Missionsleben: Die erste Schule in Attigo........................... . 206 Die Beicht der Wilden ...... 207 Erbauliches von Neophyten .... 209 Verschiedenes: Die Sahara. Aus Herders Konversationslexikon.......................210 Rundschau in den Missionen..............214 Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften . 215 Gebet...................................216 Memento.................................216 Gebetserhörungen und -Empfehlungen . . 216 Abbildungen: Das „Sandmeer" der Sahara. — Das „Tor der Wüste" bei El Kantara. — Ein Brunnen in der Oase. — Tempel von Abu Simbel. — Säulenhalle von Philä. Wriefkccsten 6er WeöcrkLion. Nach Att. Brief erhalten; der Bilder halber, die erst gemacht werden müssen, erscheint Artikel später. — El. in H. Adresse hoffentlich richtig geändert. Wünsche viel Glück zum neuen Unternehmen. — Nach Unter-Sabill. Mit Mut nur offen heraus", Sie können jetzt und später für die Mission tätig sein. Jetzt durch Gewinnung neuer Abonnenten^ und später . . . wie Gott will. — £ mit. A- in St. Sie erhalten ja ohnedies nur zwei Exemplare. Gewiß kann es much zur Herz Jesn-Andacht gerechnet werden, für die Verbreitung des „Stern der Neger" tätig zu sein. — J. Sch. in KI). Was ist denn? ? ? — An mehrere, vie Aufnahme der Zöglinge ins Xaverianum und sonstiger Studenten in das Noviziat erfolgt am besten vor Schulanfang: Laienbrüder als Handwerker, Lauern usw. können jederzeit eintreten. — An t). ID. Brief und Karte erhalten. Antwort ist nicht erfolgt, weil auf Ferien, und Adresse unbestimmt, wohin. Redaktionsschluß 20. August. Kcrberr-Werzeichnis vorn 10. IuLr bis 15. August 1908. -----------In Kronen.------------ Opferstock: Adnck M. W. 2; Ambach M. I. 10; Aubing Sk. I. 9.56; Augsburg C. Z. 1.37; Beuron A. Sch. 2.34; Brixen R. Dr. Fr. 20; Graz R. P. 3; Hadres A. R. 2; Innsbruck I. Sch. 10; Iserlohn R. F. B. 11.60; Klosterneuburg A. P. 2; K. S. (Geld erhalten) Mk. 50; Lana F. O. 12; Latzfons I. W. 20; Milland N. N. 200; Mühlbach E. Sch. 1; Odrau V. R. 10; Pfarrkirchen W. d. (£; 8.52; aus dem Pustertal N. N. 100; Salzburg I. Sp. 6; Schleißheim W. d. E. 14; Schnals N. N. 20; Stroheim K. A. 4; Wien J. Pl. 1; M. H. 24; Ob.-Oesterr. v. mehreren 660. Zur Persolvierung von heiligen Steffen sandten ein: Eschenem I. R. 12; Grins M. St. 3; Heiligkreuz a. W. M. Sch. 8.20; Hofing M. L. 177.72 ; Koppitz Pfr. Kl. 133.96; Königswinter I. R. 7; Lembeck G. M. 11.75; Las- berg N. N. 16; Melk Sch. M. 6; Niederaudorf A. H. 14; Pustertal N. N. 164; Reichhub B. St. 40; aus Schnals 16; Sternberg Ehrttu Sch. 6; Bandans A. Sch. 1.50; Weistrach A. G. 7; Winklern A. R. 5. Für die Missionen: Hofing M. L. 20;. d. d. Linzer Quartalschrift 100; Nassiedel P. I. A. 12; aus N. N. 50; Vaud ans Gr. Sch. 1 Weistrach A. G. 8. Für Btsgr. Geyer: Klosterneuburg A. C. 2; Sonderhausen F. R. 58.76. Zur Taufe von Heidenkindcrn: Bregenz P. St. 21 (Antonius); Heiligkreuz a. W. I. R. 20 (Alois); Sternberg Ehrw. Sch. 20 (Antonius). * * * „O Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben!" Abonnernents-Gvrreuerungen. Vom 15. Juni bis 15. August haben folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 6 10 340 596 635 638 648 727 783 1021 1066 1112 1425 1632 2451 2456 2851 3032 3145 3599 3622 4145 4203 5129 5193 5435 5446 5640 5643 6449 6478 6490 6593 6998 7001 7034 7058. Mr Bbonnenten aus allen Stubentenhreisen wirb eine außerorbentlidbe Preisermäßigung gewährt. Der „Stern der Neger" /Dissionstätigkeit der „Sobne des heiligsten Derzens Aesu" und sucht Verständnis und werktätige Liebe des /IDissionswerkes in TKslort und Sdbrift zu fördern. — Das Arbeitsfeld dieser /Missionare ist der Sudan (Zentralafdba), „HQUe scbön sind öle üFiiße derer, öle Öen Mieden, öle trobe JSotscbatt des Ibelies verbünden!" (IRöm. 10, 15.) 7T>/>v erscheint monatlich und wird Ä/Cr OCl IHCyCr VOM /Missionsbaus /Ibilland bei Kriren (Südtirol) herausgegeben. Abonnement ganzjährig mit jpostversenOung 2 K = 2 /lbk. = 3 fr. Für die Mlobltäter werden wödbentlicb zwei heilige /Messen gelesen. Der Heilige Vater Papst piur X. Hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung der hochwürdigfien Gberhirten von vrixen, Brünn, Leitmeritz, Linz, Glmütz, Marburg, Trient, Trieft und Wien. Tbeft 9.___________September 1908. Xi. Zabrg. Bin Besuch in unseren Stationen am Meißen Nil. Jßericbt des boebwst. Derrn Jßiscbofs tlbsgr. jt'aver ©eger an unsern boebwst. P. ©eneral. Hochwürdigster P. General! Am weißen Nil, am Feste der Heiligen Dreifaltigkeit 1908. Ich bin nun von meiner Reise, die ich in unsere Stationen von Lnl und Attigo machte, zurückgekehrt. Vom Bord des „Redemptor" aus übersende ich Ihnen dieses mein Schreiben, um Ihnen meine Eindrücke zu schildern, die ich in den genannten Stationen empfangen habe. Am 27. Mai kam ich in Lnl an. Ich kann Ihnen kaum den herrlichen Empfang beschreiben, der mir von den guten Patres zuteil wurde. Das läßt sich leicht denken; sie sind dort ständig allein unter den armen Wilden und da bedeutet für sie ein Besuch schon immer ein großes Ereignis. Am Tage nach meiner Ankunft, als am Feste Christi Himmelfahrt, las ich die heilige Messe in der Kapelle der Mission; während derselben ward mir das Glück zuteil, mehreren unserer Schwarzen die heilige Kommunion reichen zu dürfen; unter ihnen befand sich auch der Neu-getaufte Nyaknei, der sich an jenem Morgen zum erstenmal dem Tische des Herrn nahte. Der Tag der ersten heiligen Kommunion ist zwar für einen jeden Katholiken ein ewig unvergeßlicher Tag, aber für unseren Nyaknei war er dies noch in ganz besonderer Weise: er ist die erste Blume der Station Lnl, der erste Schilluk, den der göttliche Heiland durch seine Gegenwart heiligen wollte. Ich rechne es mir wirklich zu einer besonderen Ehre an, daß ich diesem braven jungen Manne die erste heilige Kommunion habe reichen dürfen. Während meines Aufenthaltes zu Lnl und auf der Reise, die er gemeinsam mit uns nach Attigo machte, hatte ich hinreichend Gelegenheit, denselben aus der Nähe kennen zu lernen, und ich gestehe offen, daß es auf mich stets den Eindruck machte, als wäre er ein ganz bevorzugtes Kind der göttlichen Gnade. Da er mehrere Jahre hindurch in den Wahrheiten unserer heiligen Religion unterrichtet wurde, eignete er sich eine gründliche Kenntnis derselben an und weiß daher auf jede Frage treffend Antwort zu geben. Man erkennt in ihm aber auch, abgesehen vom Wirken des Heiligen Geistes, das Werk seines Lehrers, des hochw. P. Maggio, der ihn mit wahrhaft väterlicher Liebe unterrichtete und der es gar wohl verstand, die guten Eigenschaften seines Schülers zu verwerten. Nyaknei kennt nicht nur den Wortlaut unserer heiligen Glaubenswahrheiten, sondern hat auch deren Geist tief in sich aufgenommen. Durch sein ruhiges und eingezogenes Benehmen, durch sein dankbares Gemüt gegen die Mission für die ihm zuteil gewordenen Wohltaten sowie ganz besonders durch seine Anhänglichkeit an die Unfrigyt hat er mich wirklich erbaut. Gebe Gott, daß alle künftigen Katholiken des großen Schilluk-stammes ihm in seinen guten Eigenschaften nachfolgen mögen. * * * Um sich einen richtigen Begriff von den Mühen, die man in einer Missionsstation durchzumachen hat, bilden zu können, ist es notwendig, daß man längere Zeit daselbst verweile. Ich sonnte mich zwar nicht allzu lang in den einzelnen Niederlassungen aufhalten, dennoch aber war mein Aufenthalt lang genug, um einzusehen und zur Ueberzeugung zu gelangen, daß die Patres sowohl wie auch die Schwestern in großmütiger Weise ihre Lebenskräfte für ihre Pflegebefohlenen daransetzen. Bei einem Spaziergang in die Umgebung von Lul konnten wir die Wahrnehmung machen, daß die wenigen, der Station im Silben und Norden benachbarten Dörfer der Eingeborenen nur klein sind, während Dörfer von ziemlich großer Ausdehnung von uns ungefähr eine Stunde entfernt in einem großen Halbkreis liegen; zwischen unserer Station und diesen Dörfern befindet sich eine Bodeneinsenkung,, die sich zur Zeit der jährlichen Regen regelmäßig mit Wasser füllt, das oft eine Höhe von einem Meter und darüber erreicht. Andere Dörfer sind noch weiter entfernt. Dieser Umstand, daß andere Distrikte der Schillnk dichter bevölkert sind, hätte vielleicht den Eindruck hervorrufen können, daß sich die Station Lul fast isoliert und ganz vereinsamt vorkommen müsse. Nun das erstere ist allerdings in gewisser Beziehung der Fall, aber sie ist ganz und gar nicht vereinsamt, d. h. wenig belebt. Man ist wirklich ganz überrascht beim Anblick der großen Menge Volkes, die sich täglich bei der Mission einfindet. Es sind Männer und Frauen, Jünglinge und Greise, die sich da einfinden, um den Patres einen kleinen Besuch zu machen und sich mit ihnen zu.unterhalten. Ihre Ansdauer ist wirklich staunenswert; stundenlang sitzen sie auf dem Erdboden und warten geduldig. Von allen Seiten hört man den Namen bald des einen, bald des anderen der Patres rufen, den die guten Leute eben nötig haben. Am meisten wird nach dem Abundid gefragt: mit diesem Namen wird im ganzen Lande der Schilluk der hochwürdige P. Superior, P. Banholzer, bezeichnet. An seiner Tür herrscht während des ganzen Tages ein beständiges Kommen und Gehen; die Personen wechseln und löst einer den anderen ab, er aber bleibt immer dort für alle. Zu ihm kommen sie, um sich Rat zu holen in ihren Geschäften, Worte des Trostes und der Aufmunterung in ihren Mühsalen; an ihn wenden sie sich in all ihren Anliegen und sie sind überzeugt, stets ein Herz zu finden, das ihre Klagen und Wünsche anhört und sie anf-richtig liebt. Und der Abundid liebt aber auch seine lieben Schilluk und opfert sich für sie mit stets gleich bleibender Geduld und Liebe. Er nimmt alle auf und hört sie alle mit dem gleichen Wohlwollen an und alle entfernen sich von ihm gestärkt, getröstet und erfüllt von Liebe und Achtung für die Mission. Der moralische Fortschritt dieses Volkes konnte unter solchen Umständen nicht ausbleiben; wie viele gute und religiöse Gedanken und Ideen nahmen sie mit sich nach Hause von einem solchen Besuche! Wer ein solch gedulderforderndes und so wohlberechnendes Vorgehen erwägt, der wird sich dann nicht wundern, wenn er so viele Wahrheiten unserer Religion ganz unmerklich in Fleisch und Blut des Volkes übergegangen sieht, ohne daß dasselbe dieses merkte. Durch den so häufigen Umgang mit den Eingeborenen ward natürlich der hochwürdige?. Banholzer gar bald mit der Sprache und den Sitten des Landes vertraut, so daß er mit einem gewissen Ansehen in allen ihren gegenseitigen Streitigkeiten als Schiedsrichter auftreten kann. Sein Einfluß ist bereits so groß, daß man sich auch von entlegeneren Dörfern mit schon etwas verwickelteren Streitfällen bei ihm einfindet. Nichts von nur irgendwelcher Bedeutung ereignet sich im Lande der Schilluk, das man ihn nicht zuvor wissen ließe. Der Gouverneur, den ich zu Kodok besuchte und nachher auch zu Attigo traf, sagte mir daselbst, daß er tags zuvor zu Fanikang am Lollo einige eingeborene Rebellen entdeckt und zwei davon habe töten lassen. Drei Tage hernach kam er mit seinem Schiffe nach Lul, wo P. Banholzer, der doch drei Tage vom Ort der Tat entfernt ist, ihm versichern konnte, daß der eine zwar getötetworden sei, der andere aber nur eine Verwundung am Arme davongetragen habe. Daraus läßt es sich leicht einsehen, wenn die Regierung selbst in ihrem Verkehr mit den Schilluk ein großes Gewicht darauf legt, daß dieselben dem P. Superior in Lul gehorsam seien. * * * Das bisher Geschilderte bot für mich wenig Neues: nur war ich sehr erfreut, die Wirklichkeit des Geschilderten selbst konstatieren zu können. Mich drängte es noch, persönlich die Erfolge in Augenschein zu nehmen, die wir in den Stationen bezüglich der Ausbreitung der Religion erlangt hatten und ob die bisherigen Erfolge zur Hoffnung auf ein weiteres günstiges Arbeiten berechtigen. Aber auch hiebei hatte ich genug Grund zur vollkommensten Befriedigung. Ein Katechumene, Nykang, von königlichem Geblüte, hält standhaft fest an seinen guten Grundsätzen und an den Wahrheiten, die er erlernt hat; ans meine Fragen aus dem Katechismus antwortete er sicher und korrekt-, desgleichen ein anderer junger Mann, namens Agiak, ein Kamerad Nykangs. Sodann jene Jünglinge, die häufig auf der Station verkehren, und solche, die zeitweilig regelmäßigen Unterricht vom hochw. P. Maggio erhielten, erinnern sich noch ganz gut des einmal Gelernten, obschon sie, sei es infolge der Landarbeiten oder sei es aus anderen Gründen, ihren Unterricht mußten unvollendet lassen. Das, was die Patres mit den Knaben und Männern tun, tun die Schwestern mit den Frauen und Kindern. Wirklich bewundernswert ist ihre Selbstaufopferung und ihre Geduld. Leider aber ließ es das materielle Unvermögen des Volkes auch bei ihnen noch nicht zu, daß die Frucht in einem halbwegs annehmbaren Verhältnisse stehe zu den bereits ausgestandenen Mühen; doch der Same ist einmal ausgestreut und es kann nicht fehlen, früher oder später wird er Früchte zeitigen. In letzter Zeit schien es, als ob zu den gewöhnlichen Schwierigkeiten noch außerordentliche sich hinzugesellt Hütten von seiten des Teufels. Während die Schwestern im verflossenen Jahre bei ihren Krankenbesuchen stets willkommene Gäste waren und hiebei gut Gelegenheit hatten, zahlreiche kleine sterbende Kinder zu taufen, begannen sie auf einmal, auf Schwierigkeiten zu stoßen, wie u CJ5 Cl> ss $-4 g G CD or Das „Landmeer" der Sahara. Im Vordergründe erblicken wir das „Schiff ber 2Büfte", das einhöckerige Dromedar, bis jetzt das einzige Transportmittel durch dieses Sandmeer. Zwar haben sich auch schon Automobile durch dieses Gebiet gewagt - beim Nahen eines solchen zerstieben die Kamele in alle Winde-doch haben sie sich des Mangels an Straßen halber nicht bewährt. Im Hintergründe dehnt sich das ungeheure Sandmeer aus, aus dem die Felsen wie dunkle Inseln emporragen. Im Flitter ihres Flimmergehaltes glänzen die wellenförmigen Hügel. Das „Tor der Wüste“ bei M 'lkrantara. 3m südlichen Marokko treffen wir bis tief in die Sahara hinein ganze Städte. Dieselben sind in der Nähe von Oasen angelegt. Line solche liegt vor uns. Dattelpalmen bieten oft die einzige Nahrung. Die Häuser der Stadt im Hintergründe sind nach orientalischer Art gebaut, oft nur Lehmhütten; die Mehrzahl der Einwohner sind fanatische Mohammedaner. Heft 9. Stern der Neger. 197 sie früher nie solche zu verzeichnen hatten. Sie waren tatsächlich nicht mehr gerne gesehen und bei ihrem Erscheinen verbargen die Mütter heimlich ihre kranken Kleinen. Man ist der Ansicht, daß irgend ein böswilliger Zauberer, ein Diener des Teufels, verschiedene Verdächtigungen ausgestreut habe. Und was Wunder, wenn der Teufel sich zu rühren ansängt! Im Gegenteil, man müßte sich vielmehr wundern, wenn er so ruhig zusähe, während die Patres, die Brüder und die Schwestern mit vereinten Kräften den Angriff auf seine Jahrhunderte lange Herrschaft wagen. Dieses Lebendigwerden des Feindes scheint mir sogar einen herrlichen Beleg dafür zu bieten, daß die Erfolge, die wir erreichen, derart sind, um ihm den Boden unter den Füßen unsicher zu machen. Aber es wird ihm nichts nützen; Christus muß siegen, Christus muß herrschen auch unter den Schilluk und sein Feind wird zu Boden geschmettert werden. * * * Wie nach einem Ungeteilter die Sonne viel klarer leuchtet, so versprechen unsere Mühen und Arbeiten jetzt herrlichere Erfolge denn je zuvor. Um die Leute in die Nähe der Station zu bringen und um zu verhindern, daß der Nutzen, der durch die religiösen Unterweisungen gestiftet wird, infolge des Verkehrs mit den anderen verloren gehe, errichtete man eine kleine Kolonie von Eingeborenen. Die Sache war jedoch nicht gar so leicht. Es handelte sich darum, Leute zu finden, die sich herbeilassen würden, im Schatten der Mission zu wohnen. Denn das Sich-Niederlassen in der Kolonie bedeutete ebensoviel, als sich losmachen vom Schillukvolke und Diener der Fremden zu werden. So z. B. gab mir Nykang, der erste Katechumene, auf meine Frage, ob er ein Schilluk sei, die Antwort: „Nein, ich bin ein Christ!" Man ersieht daraus die Vorstellung dieses Volkes, die es sich vom Christlichwerden macht. Allgemein herrscht die Ansicht, daß, sobald sie Christen werden und sich dem weißen Manne nähern, sie nicht mehr Schilluk sein könnten. Um die Bedeutung dieses sonderbaren Vorurteils in seiner ganzen Tragweite zu begreifen, würde es nötig sein, sich in ihre Lage zu versetzen. Die Schilluk sghen in ihrem Lande fremde ausländische Regierungen einander ablösen: sie sahen zahlreiche Fremdlinge ankommen, wie sich dieselben unter ihnen niederließen, als ob sie ewig daselbst wohnen würden; statt dessen aber verschwanden dieselben eines schönen Tages wieder. Daher, sagen sie, wenn diese Weißen, welche jetzt gekommen sind und eine Mission gegründet haben, nach einiger Zeit vielleicht das nämliche tun werden, was würde dann mit jenen geschehen, die sich ihnen angeschlossen haben? Sie blieben sicherlich verlassen und aufs tiefste beschämt und ganz verachtet von ihren Stammesangehörigen. Diese Furcht ist bei dem trotzigen und stolzen Charakter der Schilluk ein fast unübersteig-bares Hindernis. Und hierin besteht nach meinem Dafürhalten für sie die größte Schwierigkeit: wäre diese beseitigt, so würde bereits eine große Anzahl Schilluk uns anhängig sein. Es ist ein ganz und gar vergebliches Mühen, sie überzeugen zu wollen, daß ihre Furcht lediglich dumme Einbildung sei; es bleibt nichts übrig, als zu warten, bis mit der Zeit diese Furcht von selbst schwinden wird. Man kann daher leicht begreifen, daß unter solchen Umständen ein Sich-Anschließen an die Mission eine gute Dosis Courage erfordert und daß das Anlegen einer Kolonie unter den Schilluk schon ein gewagtes Unternehmen bedeutet. Doch dem Himmel sei gedankt; denn trotz all der Schwierigkeiten ist die Kolonie von Lul doch sozusagen schon ein vollendetes Werk. In nächster Nähe der Station, rings herum um einen geräumigen Hof, erhebt sich nunmehr eine stattliche Anzahl von Hütten, die ausschließlich von Eingeborenen bewohnt werden. Mit Ausnahme der Stallungen für das Vieh, welche durch ihre rechtwinkelige Bauart und ihr Zinkdach die Hand des Europäers verraten, zeigt alles übrige das Eigentümliche und den Geschmack der Schilluk. In den Hütten herrscht die traditionelle Nettigkeit und die diesem Volke so eigene Sauberkeit. Krüge, angefüllt mit Getreide, teilweise auch mit Merissa, stehen in guter Ordnung an den Seiten, Stricke, ans Pflanzenfasern gewunden, Dienen zum Aufhängen der wenigen Kleidungsstücke von Leinwand oder Fellen, während andere nützliche Gegenstände an dem kegelförmigen Dach angebracht sind. Längs den Wänden ans Lehm werden die Betten aufgestellt, das heißt einfache gegerbte Kuhhäute, welche man am Abend auf dem Erdboden ausbreitet. Mitten unter diesem Hausgerät sieht man Gegenstände der Andacht, wie Skapuliere, Medaillen usw. Außerdem befinden sich daselbst noch andere Hütten, so z. B. ein Schlafsaal für die Jugend, das heißt nach den Begriffen der Schilluk eine eigens zu diesem Zwecke errichtete Hütte, in deren Mitte man mittelst an der Sonne getrockneten Holzes die Nacht hindurch ein gutes Feuer unterhält: rings um das lustig flackernde Feuer strecken sich die Jünglinge aus zum Schlafe. Den weitaus größten Genuß empfand ich beim Besuche dieser kleinen Ansiedelung. Kaum war ich in den Hof derselben getreten, so nahten sich mir sofort alle Anwesenden. Kein Schatten von irgend welchem Mißtrauen. Alle eilten sogleich herbei, um uns zu begrüßen. Die Frauen reinigten in aller Eile den Hof, breiteten daselbst Felle ans, damit wir uns setzen könnten. Da sich ein Ungewitter, begleitet von Sturm und Regen, erhoben hatte, zogen sie die Strohdecken schleunigst beiseite, welche wie Türen den Eingang der Hütten bedeckten, und luden uns ein einzutreten. Nachdem wir ihrer Einladung Folge geleistet hatten, erwarteten wir die Ankunft des Familienhäuptlings, der hinausgegangen war aufs Feld, um zu säen. Nachdem er zurückgekehrt war und mit den anderen auf dem Boden Platz genommen hatte — wir waren im ganzen 22 Personen — ersuchte ich den Pater Superior, der mich begleitete, den Ansiedlern mitzuteilen, daß ich gekommen wäre, um ihnen meine Freude zu bezeugen, die ich darüber empfände, sie bei der Mission zu sehen, und daß ich ihnen ein Geschenk brächte. Alle erhielten sodann ein Kleid von Leinwand und einige Perlen, die Väter der einzelnen Familien außerdem noch einige Soldi. Das Haupt der gesamten anwesenden Schillnk dankte im Namen aller und versicherte uns, daß er auch immer bei uns bleiben wolle. Die Familien der Kolonie, unter denen natürlich keine Vielweiberei mehr herrscht, bebauen ihre eigenen Felder und, wenn Kinder vorhanden sind, arbeiten sie in der Mission für 2Vs Piaster im Tag, während der gewöhnliche Lohn des Landes nur 2 Piaster beträgt. Viele andere Familien ersuchen uns um Aufnahme in die Ansiedlung; aber man ist vorsichtig und strenge bei derselben und ebenso bei der Auswahl. Wenn cs sich wirklich darum handelt, eine junge Christengemeinde heranzubilden, so ist unbedingt notwendig, jegliches diesem Zwecke schädliche Element davon fernzuhalten. Der Eintritt und die Aufnahme in die Kolonie muß vor allem als eine Begünstigung angesehen werden, die der Obere jenen Familien zu gewähren sich vorbehält, welche sie am ehesten verdienen. Auf diese Weise wird die Einrichtung den ihr eigentümlichen Charakter und ihr wahres Gepräge unverletzt bewahren. Die Errichtung dieser Kolonie ist ohne Zweifel von größter Wichtigkeit. Sobald die Regenzeit vorüber sein wird, muß an den Aufbau neuer Hütten zur Erweiterung der Ansiedlung gedacht werden und ich bin sicher, daß man bald große und handgreifliche Vorteile davon erzielen wird. Schon gegenwärtig konnte man die ersten Früchte reifen sehen. Die Kinder beiderlei Geschlechtes der Kolonie werden regelmäßig in der Mission unterrichtet, sie sind lebhaft und aufgeweckt wie jene Europas. Sie bringen fast den ganzen Tag bei den Patres und den Schwestern zu. Ich schrieb mir das Vaterunser in der Schilluksprache auf und hatte meine Freude daran, ihnen Wort für Wort handeln ohne weiters so, wie man will. Bisher sind es noch wenige, doch mit dem Wachsen der Kolonie wird auch deren Zahl wachsen und unsere heilige Religion, welche wir in diese jungen Herzen pflanzen, wird zu einem Baum heranwachsen, unter dessen Schatten die künftige Kirche von Lul gedeihen wird. Ein Brunnen in der Gaje. Die Inseln der Wüste sind blühende Oasen, das heißersehnte Ziel der Karawanen, die im Schatten der Palmen Halt machen. Am Brunnen der Oase werden die Kamele für die oft tagelange Reise getränkt. Nicht jede Oase ist im Besitz oberirdisch fließenden Wassers. Bei vielen Oasen muß das lebenspendende Naß aus geringerer oder bedeutenderer Tiefe emporgehoben werden. Die primitivsten Pumpvorrichtungen, aus Palmenstrunken zusammengesetzt (wie obiges), fördern es zu Tage. die erste und zweite Bitte desselben vorzusagen und es von ihnen solange wiederholen zu lassen, bis es jeder aus ihnen und dann alle zusammen hersagen konnten. Dies warmem schönster Zeitvertreib während meiner Anwesenheit in Lül. Diese Kinder sind ge-fügsam wie weiches Wachs; das, was man ihnen einprägt, bleibt auch haften. Sie Diese so kultivierten Keime werden keineswegs, wie es früher in heidnischen Dörfern der Fall war, durch die verpestete Luft des väterlichen Hauses erstickt werden, denn in der Kolonie weht schon ein christlicher Geist. Bei der heiligen Messe am Morgen und beim Rosenkranz am Abend sieht man in unserer Kapelle jene Kolonisten, welche von der Arbeit frei sind. Am Sonntag aber, an dem jede Arbeit ruht, kommen auf den Schall der Glocke alle, groß und klein, über BO, zur Kirche und wohnen dem Gottesdienst bei. Sie können bereits einige Lieder singen und sind im Begriff, noch neue zu lernen. Bciin Anblick des tätigen Eifers der Unsrigcn, die gegenwärtig frei sind von mate- riellen Arbeiten und sich einzig auf seelsorgliche Arbeiten verlegen, um so mehr, da bereits die ersten Früchte dieses Weinberges gereift sind, reiste ich ganz getröstet von hier ab und hatte nur das Gebet des Propheten auf den Lippen: „Gott Israels, behüte diese Herde!" Doch neue Tröstungen erwarten mich in der Station Attigo. (Foitsrtzung folgt.) (TL Die Gefahr des Dalbmonds. Bine Studie des bocbw. P. ipaut /Iberern! F. 8. C. III. Das Mesen der ©efabr. Wir haben also auf der einen Seite ungefähr 200,000.000 Muselmänner von kriegerischer und fanatischer Naturanlage, welche gegen die Europäer von grimmigem Haß erfüllt sind, sei es, weil diese „Ungläubige" sind, oder sei es ganz besonders deswegen, weil dieselben viele ihrer Länder besetzt halten, und nun wünschen sie den Augenblick herbei, der es ihnen ermöglicht, die Verhaßten daraus zu vertreiben; auf der andern Seite haben wir das Zentrum einer kräftigen Organisation, welche ihre Aeste nach allen Seiten ausbreitet und eifrigst bestrebt ist, den Gedanken an eine allgemeine Erhebung der gesamten muselmännischen Welt zu verbreiten, eine Organisation, die ihren Einfluß wirklich in erstaunlicher Weise zur Geltung bringt. Sobald daher diese Vorbereitungsarbeit abgeschlossen sein wird, kann der Aufruhr jederzeit losbrechen. Vielleicht vergehen bis dahin noch 20 Jahre, aber wer kann wissen, welcher Umstand die ganze.Sache beschleunigt? Es kann der Fall sein, daß der weltbewegende Krach erst nach 50 Jahren erfolgt, er kann aber auch morgen schon stattfinden. Auf alle Fülle besteht also eine Gefahr von seiten des Islams: man kann sich vielleicht täuschen in der Größe und Tragweite derselben, aber diese selbst besteht einmal, wenn man nicht die Tatsachen, von denen wir sprachen, kurzweg in Abrede stellen will. Nun aber, welcher Art ist die Gefahr? Für s erste ist sie, so weit sie uns Missionäre angeht, eine große Gefährdung des Christentums. Durch so viele Jahrhunderte konnten die Missionäre in die heidnischen Länder und vereinzelt aud) ■ in muselmännisches Gebiet Eingang finden. Infolge ihres klugen, liebevollen und anspruchslosen Wesens waren sie den Großen nicht nur kein Dorn im Auge, sondern wurden von diesen sogar beschützt ob ihrer guten Eigenschaften und so errang das Christentum bisweilen unerwartete Erfolge. Allerdings hatten sie Ungerechtigkeiten, Bedrückungen und Verfolgungen zu -ertragen, ' aber sie ertrugen dieselben gemeinschaftlich und mit Ergebung. Obwohl sie heutzutage, da sie mit der Regierung Hand in Hand arbeiten, unzweifelhaft viele und große Vorteile in den von Europäern regierten Ländern erlangen, so hat dies Verhältnis doch wieder gewisse Schattenseiten, da die Glaubensboten von den Eingeborenen als Seudlinge der Regierung betrachtet werden. Infolgedessen würde an dem Tage, an dem man sich gegen die Europäer erheben möchte, der Aufstand auch die Mission ins Unglück hineinziehen. Aber auch wir selbst sähen uns bedroht, die wir jetzt mehr denn je alles aufbieten, um mit jedermann in Frieden zu leben, namentlich mit den Muselmännern. Solcherart sind die Mitteilungen, die uns aus dem Innern zukommen, und somit wird auch bei uns das Interesse an unseren Arbeiten geweckt. Bei Reisen ans dem „Redemptor" war ich oft gezwungen, mit Muselmännern, die uns als Schiffsleute dienten, ganze Monate hindurch in strengstem Kontakt zu bleiben. Ich las die heilige Blesse in einer Kabine, während sie in der nämlichen Kabine gleichzeitig auf dem Fußboden nach ihrer Art beteten. Wir lernten uns gegenseitig kennen, wir achteten sie und sie uns, ja, ich kann sogar behaupten, wir gewannen uns gegenseitig lieb. So viel ist wahr, daß sie es schon seit einer Reihe von Jahren vorziehen, bei uns zu bleiben und Dienste §u leisten, als daß sie andere Dienstherren aufsuchten, selbst wenn diese sie besser bezahlen würden. Auch unter der gebildeten Bevölkerung von Khartum, wie bei den Offizieren und Beamten, genießen wir katholische Missionäre eine gewisse Achtung, ja, ich möchte fast sagen, einen gewissen Vorzug vor den andern. Im Koran, in dem doch so viel Schlechtes gegen die Christen enthalten ist, findet sich dennoch ein kleiner Vers, der günstig genug für die Priester und Mönche spricht. Wer weiß, ob sie sich nicht desselben uns gegenüber erinnern? So gehen die Dinge immer noch ihren gewöhnlichen Lauf und dies wird um so länger der Fall sein, als sich der Muselmann fest ans Naturgesetz anschließt. Aber an einem Tage allgemeiner Empörung und Erregung wird zweifelsohne der Fanatismus in einem Momente sich gegen alle erheben und auch wir werden dann nicht verschont werden. Wir machen uns keine trügerischen Hoffnungen für die Zukunft, wenn eine Empörung sich erheben würde. Das erste, was die Muselmänner täten, wäre, jegliche Spur des Christentums zu vertilgen. Die Stationen, Schulen, Kapellen, Apotheken usw., alles würde im Nu verschwinden. Geschah doch das nämliche auch beim Mahdi-Aufstand. Ich weiß ganz gut, daß viele Politiker, jedoch nicht alle, wenig oder gar nicht darauf reflektieren. Was geht uns die Religion an? sagen sie. Ja, vielleicht werden sie gar kein Bedenken tragen, im Augenblicke der Gefahr uns als die ersten den Wogen preiszugeben als eben so viele Jonas, während sie glauben, damit die Gefahr selbst beschwichtigen zu können. Der Sieg dieser Bewegung würde notwendigerweise zur Folge haben, ja, hierin würde sogar der ganze Sieg gipfeln, daß sämtliche Europäer aus den Kolonien vertrieben würden, aus jenen Kolonien, die so viele Menschenopfer und Geldsummen erforderten und in deren Besitz ein nicht geringer Teil ihres Reichtums und ihrer Macht besteht. Die Gefahr ist sogar von sehr böser Natur. Denn es kann, im Falle, daß dieses ganze Unternehmen gelingt, ganz und gar kein Zweifel bestehen, daß der erste Schritt nach erfolgtem Siege ein großer Versuch sein würde von seiten des Islams, Europa zu unterdrücken, sei es, weil dasselbe stets für den Mohammedanismus eine Gefahr bleiben würde, sei es aus Rachedurst oder auch aus Haß gegen die „Ungläubigen". Es handelt sich um eine Gefahr, die nicht nur der Religion droht, sondern auch Europa, ja der ganzen Zivilisation. Vielleicht mag man sagen, daß ich ein wenig zu weit gehe in meinen Konsequenzen. Aber in bürgerlichen wie in Politischen Verhältnissen haben die Pläne, sobald sie zur Reife gelangen, verhängnisvolle Wirkungen. Es treten oft Ursachen auf, deren Folgen man nicht umgehen kann. Wer hätte es sich z. B. träumen lassen, daß ein paar Ideen und Grundsätze, die von seiten einiger Philosophen des 18. Jahrhunderts im Volke verbreitet wurden, die große französische Revolution heraufbeschwören und in ihren weiteren Folgen Aufruhr und Empörung in ganz Europa verursachen würden? Wer hätte je gedacht, daß die Grundsätze eines Proudhon, eines Marx nsw., die so überspannt und phantastisch erscheinen, den Sozialismus derart festigen sollten, so daß derselbe jetzt eine Gefahr für alle geregelten bürgerlichen Verhältnisse bedeutet? Und nun, die Idee von einem Pan-Jslamismus ist fertig; sie sindet begeisterte Aufnahme bei den Muselmännern und wer ist imstande, dem weiteren Umsichgreifen dieser Idee hemmend in den Weg zu treten? Sie schließt in sich die Folgen, die ich vorhin angeführt habe; warum dürften sie sich also nicht bewahrheiten? (Fortsetzung folgt.) Weniges aus alter Zeit. Don Jßr. Georg Schweiger F. 8. C. i eint man so ein Ivenig den Erzählungen (|rye) älterer Leute lauscht, o wie oft kann man da nicht die Worte „einst" nnb „jetzt" vernehmen. Und doch liegt zwischen denselben höchstens nur ein Zeitraum von 60 bis 70 Jahren und nur in den seltensten Fällen eine Zeit von 80 bis 90 Jahren. Gewiß ist eine solche Reihe von Jahren bereits eine stattliche Länge; aber was sind 90 Jahre im Vergleiche zu den stummen Zeugen verflossener Jahrtausende? — In solche und ähnliche Gedanken versunken, saßen wir Brüder auf einem ehemaligen Steinbruche der alten Ägypter. In einer Stunde hatten wir die Hügelkette, von der aus man einen herrlichen Blick auf Assuan genießt, überschritten und nun konnten wir sagen, wir befinden uns in der Wüste. Vor uns lag eine unabsehbare, von Sanddünen wellenförmig durchzogene Ebene ausgebreitet, hinter der in weiter, weiter Ferne eine Reihe von Bergspitzen sichtbar wurde, die man wegen der großen Entfernung nur unklar voneinander zu unterscheiden vermochte. Die Ebene ist von unterirdischen Wasseradern durchzogen und wird infolgedessen Wadi genannt — ein für die Eingeborenen beliebtes Ziel bei ihren Zügen durch die Wüste — und erstreckt sich von Assuan bis nach Wadi-Halfa. Betrachten wir uns nun ein wenig genauer diese Stätte uralter Tätigkeit; eine in einen Felsblock eingehauene Hieroglyphen-Jnschrift verrät uns die Namen der Dynastie, unter der an dieser Stelle gearbeitet wurde. Hier in diesen Steinbrüchen sollen einstmals die Israeliten während ihrer Bedrückung von seiten der Pharaonen geschwitzt haben. Allerorts erblickt man angefangene, ja mitunter sogar vollendete Arbeiten. Hier steht ein tadellos vollendeter Kubus, dort erblickt man einen nahezu vollständig hergestellten Obelisk usw. Am schönsten und interessantesten jedoch sind drei Badewannen, deren jede einzelne wohl für ein Familienbad hinreichend Raum böte. Jede dieser Wannen hat eine Länge von 5"5 Meter, eine Breite von 3'7 Meter und eine Tiefe von 1'5 Meter; somit einen Rauminhalt von 30-525 Kubikmeter, was doch schon mehr als hinreichend ist für eine Person. Zur Verzierung ist oben ein einfacher Gesimsrahmen angebracht mit 45 Zentimeter Breite und 25 Zentimeter Höhe, während zu beiden Seiten zwei Kreise und unterhalb dieser, mehr gegen die Mitte hin, ein Vorsprung zu sehen ist. Alle diese Dinge lassen darauf schließen, daß sie für Reliefs oder Ornamente bestimmt waren. Alle drei Wannen sind an der Außenseite bereits vollständig glatt gemeißelt, die Innenseite jedoch ist noch unvollendet. Hier tritt an uns ganz unwillkürlich die Frage heran, mit welchem Werkzeuge man eigerlllich gearbeitet habe in diesen Steinbrüchen. Englischen Gußstahl bezogen die Pharaonen wohl kaum schon. Ausgrabungen haben nun den Nachweis geliefert, daß Holz-und Kupfermeißel das einzige Handwerkszeug bildeten; nur ist es bis heute noch ein Rätsel, nach welcher Art und Weise diese Meißel gehärtet wurden, um Granit damit bearbeiten zu können. Nicht minder interessant wäre es ferner zu wissen, wie der Transport der großen Steinkolosse vom Orte der Arbeit bis zum Nil voustatten ging. Es gäbe dabei gewiß auch für die heutige Technik noch manches Lernenswerte. Kräne und Dampfmaschinen hatten sie gewiß keine, denn man müßte doch noch irgend welche Spur von einem durchlöcherten Daurpfkessel finden usw. Aber nicht nur Steinbrüche bildeten das Arbeitsfeld für die ärmere Bevölkerungsschicht der alten Ägypter, sondern auch in den Gold-uNd Kupferminen fanden zahlreiche Menschen ihren täglichen Lebensunterhalt. Verfolgt man die vor unseren Füßen sich hinziehende Wasserader, so stößt man nach mehrtägiger Wanderung auf eine neue, die von Magi am Nil bis zum Roten Meere hinüberreicht. Geht man dieser zweiten Wasserader nach, so gelangt inan nach kurzem Marsche zur Goldgrube Hema und nach Verlauf einer weiteren Stunde zur Goldmine Unguarat. Diese Goldmine zählte zu denen, die einstens am ausgiebigsten gewesen waren; zahlreiche Ruinen von ehemaligen Arbeiterwohnungen und kleinen Schmelzöfen aus gebranntem Lehm sind die einzigen noch vorhandenen Zeugen einstigen Gewerbefleißes. Für die Ägypter war Ungnarat jedoch keine Goldgrube, sondern nur ein Goldfeld, denn sie gruben nicht besonders tief und von einer Tiefe, wie sie unter den Engländern besteht, war bei ihnen schon gar keine Rede. Infolgedessen war auch der Ertrag kein so reichlicher, wie dies unter den Engländern der Fall ist. Förderten doch dieselben aus einer Tiefe von 400 englischen Fuß einen Goldklumpen zutage, der einen Wert von gut 20.000 Kronen repräsentierte! Heute jedoch ist auch diese Goldgrube geschlossen, da die Transportkosten für den viertägigen Weg den erzielten Goldgewinn übersteigen. Auf dem gleichen Wege gelangen wir, wenn wir ihn noch weiter verfolgen, zu einem sehr reichhaltigen Kupferbergwerk, von dem man mit voller Bestimmtheit sagen kann, daß von dorther die Ägypter ihren Bedarf an diesem roten Metalle bezogen. Man hat auch heutzutage die Arbeiten wieder aufzunehmen versucht, mußte dieselben aber aufgeben infolge des stark phosphorhaltigen Trinkwassers, das das einzige Getränk im weiten Umkreis bildet. Wie mußte wohl vorzeiten den ägyptischen Sklaven zu Mute gewesen sein, die bei den Arbeiten in diesem Bergwerke lediglich auf solches Wasser angeiviesen waren? Am anderen Nilufer, gegenüber diesem Kupferbergwerk, befindet sich eine andere Goldmine, die einst reichhaltiges Edelmetall barg, jetzt aber ganz und gar tot ist. Wenn man alles das so liest und hört, so steigen einem unwillkürlich die Erinnerungen an die Kindermärchen vom Zauberschloß mit den großen, ungeheuren Schützen auf, die, wer möchte es leugnen, vielleicht auch in der weiten, öden Wüste von der Mutter Natur hinterlegt worden sind. Warten wir nur noch kurze Zeit, bis das Dampfroß auch die Wüste durchquert haben wird. Gewiß wird dann manches noch zutage gefördert werden, was heute nur noch wie ein frommes Märchen klingt. In nächster Nähe des Nil ist der Steinbruch, der den Bedarf an Quadern deckt, die für die Vergrößerung des Nildammes beansprucht werden. In dem Steinbruche sind nahezu 1500 Italiener beschäftigt. Wenige am flachen Ufer liegende Häuser bilden den Anlegeplatz für die Dampfer und die Endstation für die Eisenbahn, Schellal. In großem Maßstabe werden jetzt die Ausgrabungen, namentlich was Gräber betrifft, betrieben. Nicht aufs Geratewohl forscht man nach deren Vorhandensein, nein, sondern erst nach genauen Messungen inacht man sich an die Arbeit. Einige offene Schächte zeigen noch die unterirdischen Gänge, die mitunter die Länge von 1 Kilometer erreichen und die von einem Grabe zum anderen sichren. Ein Professor aus Amerika, Herr Reisn er, leitet diese Ausgrabungen. Besonders schöne Grab- stätten traf man an auf der Insel H ettl, die noch sehr gut erhalten sind und einen tiefen Einblick in bis jetzt sozusagen noch ganz unbekannte Dynastien gewähren. Erwähnenswert sind vor allem die aus Granit gearbeiteten Särge, deren kostbarster nach Berlin gesendet werden soll. Das heutige Schellal scheint einstmals ein Lieblingsanfenthalt der Pharaonen gewesen zu sein. Auch großartige Wasserbauten, das heißt Stauwerke, dürften sich daselbst befunden haben, um einen gleichmäßigen Wasserstand dqs Nil zu erzielen; denn sonst wären die ehemals so prächtigen Tempel, wie wir sie sogar heute noch so gut erhalten finden, auf der Insel Phylä sehr häufig unter Wasser gesetzt worden, was sich doch wohl nicht leicht annehmen läßt. Einen ganz anderen Anblick als den soeben genossenen gewährt uns das andere Nil-nfer. Hier erblicken wir Neu-Karol mit seinen Villen, Bureaus, gut gepflegten Gartenanlagen usw., gewiß eine sehr erwünschte Abwechslung zu dem alten Grau des Wüstensandes. Obwohl erst alles noch im Werden begriffen ist, so hat es doch bereits soviel Anpreisendes, daß sich unser Bruder Linhart gar nicht mehr davon trennen wollte. Aber die untergehende Sonne drängte zur Heimkehr. Die Straße von Schellal (Karol) bis Assuan bot außer den Festungen auf den Hügeln, die zur Mahdizeit erbaut wurden, noch einige kleinere oder größere Hieroglyphen, die bereits Nummern wie 444 v. Chr. aufweisen. Bei unseren Arbeiten am Nil haben wir ständig solche Altertümer vor Augen, die wir aber wegen des ewigen Einerlei gar nicht mehr beachten. ŠD Qi Aus dem Missionsleben. Die erste Schule in Httigo. Aus Attigo schreibt uns einer unserer Missionäre unter dem 10. April 1908: Nach Beendigung des Hausbaues in dieser Station dachten wir daran, eine Schule für die Kleinen zu bauen, die den ganzen Tag bei uns zubringen ohne andern Zweck, als uns Gelegenheit zu geben, Geduld zu üben und die Zeit zu rauben. Gedacht, getan! Man errichtet eine provisorische Schule für die Schilluk, eine ganz neue Schöpfung, an die bis jetzt noch keiner dieser Wilden gedacht hat. Es fehlen aber Bücher, Papier, Tafeln, Federn, Bleistifte, kurz alles Nötige, um diese kleinen Tunichtgute zu beschäftigen; deren Zahl war anfangs gering, nach und nach aber nahm sie zu. Man sucht das Fehlende auf die bestmögliche Weise zu ersetzen. Es werden einfach einige Bretter, die zum Fußboden Bestimmt waren, hergenommen und zu einer Wandtafel zusammengefügt. Darauf male ich die Buchstaben des Alphabets und die Zahlen. Nun setze ich mich . . . aber wohin? Natürlich als Professor auf das Katheder. Eine leere Kiste, die noch nach dem früheren Inhalte roch, wird zu dieser Würde erhoben und ich bin stolz, eine solche zu besitzen. Von diesem Lehrstuhle aus zeige ich meinen neuen Schülern die großmächtigen Buchstaben, die aus der Tafel stehen, und beginne A, B, C . . . Es sind dies die ersten Grundprinzipien, die in diese kleinen Köpfe eindringen sollen. Es ist leichter, sich einzubilden als zu beschreiben die Grimassen, die Ausrufe, aber auch das Mißtrauen meiner wilden Zuhörer- schaft angesichts dieser Neuheit, die sie nie gesehen und bi-her sich nie eingebildet haben. Warum nennt man jene geraden Linien A und die andern krummen Linien B, C . . . ? Wer hat denn ihnen diesen Namen gegeben? Und dann, wozu denn diese Figuren? Und die Fragen nehmen kein Ende. Die Hauptsache ist nun, ihnen den Namen eines jeden Buchstabens einzupauken. Um ihrem Gedächtnis und ihrer Phantasie zu Hilfe zu kommen, nehme ich meine Zuflucht zu verschiedenen Bildern, wie Tieren, Bäumen, Lanzen, Bogen, Pfeilen usw., und so gelingt es ihnen, den einen Buchstaben vom andern zu unterscheiden. Ohne Zweifel wird ans diese Weise die Geduld des Lehrers sehr auf die Probe gestellt. Einige der Knirpse geben nach zwei oder dreimaliger Wiederholung eine treffende Antwort und machen jetzt erstaunliche Fortschritte: andere hingegen zeigen ihren ganzen Wildeninstinkt, der durch keine Regel gefesselt werden kann. Man klopft und klopft wieder, doch alles umsonst: sie bejahen und verneinen mit zynischer Gleichgültigkeit dieselbe Sache, so daß mein Mut sinken möchte. Was muß in diesem Falle der Lehrer tun, um wenigstens nicht ganz die Geduld zu verlieren? Um ihren Geist aufzufrischen, singe ich ihnen ein Licdlein ans vergangenen Zeiten vor und dann beginnt die Tortur von neuem. Diese wenigen kritischen Momente abgerechnet, können wir uns im allgemeinen nicht beklagen. Da ich eben von Musik gesprochen, so muß ich erwähnen, daß diese Neger dieselbe sehrstlieben und allestnehr oder weniger Fähigkeit haben, diese zu erlernen. Einige Lieder haben sie bereiis erlernt sab ijmgen dieselben beim Gottesdienst. Die Aussprache der Zi'chlaute bereitet ihnen Schwierigkeiten, da solche in ihrer Sprache nicht bestehen. Die Schule ist für uns keine Quelle der Einnahmen, wohl aber der Ausgaben. Es wäre in der Tat unmöglich, diese Söhne der Freiheit allein durch die Wissenschaft, von berste keinen blauen Dunsthaben und deshalb auch keinen Wunsch danach hegen, anzuziehen. Der Hauptbc-weggrund ist und bleibt immer das Interesse. Um den Zweck doch zu erreichen, scheuen wir keine Opfer. Für jene, die beharrlich dem Unterrichte beiwohnen und am meisten Fortschritte machen, die Buchstaben des Alphabets unterscheiden und dieselben auch schreiben können, haben wir als Prämie ein lao bestimmt, welches das einzige Kleid ist, das diese Wilden nach Art der alten römischen Toga tragen. Obgleich die Schilluk keine Kleider lieben, so sind doch unsere Schüler stolz darauf, ihr weißes lao zu tragen, das sie von allen andern unterscheidet. So wird der Wetteifer genährt, der gewiß nur gute Wirkungen zeitigen kann. Möge Gott der Herr helfen, die Gebräuche und Sitten dieser Wilden umzubilden, damit sie bald für edlere Eindrücke fähig werden. ür Die Belebt der Milden. Einer der opfervollsten Berufe ist ohne Zweifel der eines Missionärs im eisigen Norden. Es gehört der ganze Seelencifcr, die ganze Gottes- und Nächstenliebe eines großen, apostolischen Herzens dazu, um all den Schwierigkeiten Trotz zu bieten, die sich in diesen unwirtlichen Gegenden der Missionsarbeit entgegenstellen, und um frohen Mut zu bewahren bei all den Drangsalen des rauhen Klimas, bei der Armut und Wildheit der Bewohner, der Abgeschlossenheit von der gebildeten Welt und dem Mangel an allen Annehmlich-Mleit des Lebens. Bricht dann gar noch eine Hungersnot oder eine ansteckende Krankheit aus, so brirncht der Missionär fast übermenschliche Kraft, wMR er ans seinem Posten treu ausharren soll. Das erfuhr auch ein Missionär im Apostolischen Vikariat Saskatchewan in Britisch-Rordamerika, Herr Bvnnald 0. M. J. Er befand sich ganz allein, d. h. ohne Gehilfen, auf einer abgelegenen Station, von wo aus er von Zeit zu Zeit mehrere andere Indianer-dörfer zn besuchen hatte. Da trat mitten int strengsten Winter eine Seuche auf, und zwar mit einer bis dahin unerhörten Heftigkeit. Viele Christen und Heiden wurden von ihr hingerafft und bald war im ganzen Dorfe kaum eine Hütte mehr, wo nicht der eine oder der andere krank gelegen wäre. Der Missionär hätte sich nun verdreifachen müssen, um allen Anforderungen der Seelsorge genügen zu können. Tag und Nacht war er arts den Füßen, um die Kranken aufzusuchen und zu trösten, den Sterbenden beizustehcn und die Toten zu bestatten. Sein Herz blutete bei dem Anblick des Elendes, dem er fast machtlos gegenüberstand. ■— Trotzdem war er nicht ohne großen Trost: der wahrhaft erbauliche Tod mancher seiner Neuchristen zeigte ihm, daß seine bisherige Arbeit nicht vergeblich gewesen war und daß das Christentum in den Herzen dieser Naturkinder bereits tiefe Wurzeln geschlagen hatte. Eines Tages, als er eben mit Arbeit überhäuft war, kam aus einem etwa 100 Kilometer entfernten Dorf ein Bote, der ihn dringend um Hilfe bat. Auch zu ihnen sei die Seuche gedrungen; die stärksten Jäger seien ihr bereits erlegen (die Indianer beschäftigen sich fast ausschließlich mit der Jagd) und sie hätten keinen Priester, der ihnen „Gott gebe". Er solle also schleunigst kommen und ihnen wenigstens die Gesimdheit für die Seele bringen. Was war zu tun? Der Missionär konnte Beim besten Willen nicht sofort loswerden. Denn kaum hatte sich die Kunde von der Ankunft eines fremden Boten und von der bevorstehenden Abreise des Paters im Dorfe verbreitet, als sein Haus förmlich belagert wurde. Alles, was noch halbwegs gesund war, kam herbei und nun gab es ein Gejammer und ein Weinen, daß es zum Erbarmen war. „Wenn du uns verläßt, Vater," versicherten die armen Leute, „so wirst du bei deiner Rückkehr nur mehr Tote finden." Der Missionär vertröstete also den Boten auf später und blieb. Sobald aber die Wut der Krankheit nachließ, hielt es ihn nicht länger. Obschon die Kälte des Winters noch nicht gebrochen war, bepackte er seinen Hundeschlitten mit Arzneien und Lebensmitteln und dann ging's in rasender Eile über die Schneefelder und Eisspalten dahin, um zu retten, was noch zu retten war. Doch welch ein trauriger Anblick bot sich ihm dar, als er ans Ziel seiner Fahrt kam! Ich traf, so erzählt er selbst, elf Leichen, die erstarrt und infolge der Kälte von 40° R. ganz gefroren auf ihren Matten lagen. Als ich mich ihnen näherte, um zu beten, sah ich zu meiner Verwunderung, daß jede Leiche ein zusammengefaltetes Blatt aus Birkenrinde, dem Schreibpapier in diesem Nordland, in der Hand hielt. Einen Augenblick schoß ein schrecklicher Verdacht durch meine Seele. Ach, dachte ich aufs tiefste bewegt, welch trauriger Aberglaube! Ich nahm das Blatt, welches oben die Worte trug: „Bloß unser Vater darf die folgenden Zeilen lesen." Es war ihre Beicht. Die Armen hatten, als sie sich dem Tode nahe fühlten und ihre Sünden nicht beichten konnten, dieselben dem Papier anvertraut. Wie hatten sie dies getan? Hatten sie selbst mit sterbensmüder Hand diese Buchstaben gekritzelt oder einen Vertrauensmann dafür gebraucht? Ich weiß es nicht. Sämtliche Blätter schlossen mit einer fast gleichlautenden Bestimmung: „Ich bitte dich, mein Vater, einmal die heilige Messe für meine Seelenruhe zu lesen. Ich lasse dir zum Entgelt für diesem Dienst. . . ein Biberfell .. ., ein Marderfell . . ., meine schöne Axt zurück." Als ich dieses letzte Zeugnis des Glaubens und diese naiven Testamentsbcstimmnngcn las, da entrang sich ein Schmcrzensseufzer meiner Brust und Tränen stiegen mir in die Augen. O diese lieben, großen Kinder! Sie hatten von mir gehört, daß beim Mangel eines Priesters die vollkommene Reue, verbunden mit dem Verlangen, das Sakrament der Buße zu empfangen, die Nachlassung der Sünden bewirke, und sie wollten vor Gott, ihrem Gewissen und ihrem Vater es schriftlich bekennen, daß sie in dieser Gesinnung gestorben seien. Diese armen Wilden hatten erfaßt — besser als der grübelnde Verstand eines ungläubigen Gelehrten es zu fassen vermöchte — was sie an der Religion hatten, und gewiß hat der Heiland durch das Blut seines heiligsten Herzens alle Makel der Sünde aus ihren Seelen getilgt, während sie dieselben in so rührender Offenheit bekannten. An ihrer Glaubensfestigkeit können sich die Katholiken ein Muster nehmen, denen man aus alle mögliche Weise die Anhänglichkeit an den heiligen Glauben und die heilige Kirche verleiden und deren Schätze, namentlich die heilige Beichte, rauben will. Oder haben sie etwa weniger Grund zu unentwegter Treue als die schlichten Kinder des Nordens? Man will ihnen die Reichtümer ver katholischen Kirche nehmen; aber was will man ihnen dafür geben? Staub für Gold, Kieselsteine für Diamanten, die Erde für den Himmel, ja noch weniger als das. Am besten hat es einmal ein Indianer ausgedrückt, wie unvorteilhaft dieser Tausch wäre. Wie kürzlich ein Missionär in den „Katholischen Missionen" berichtete, sagte nämlich ein protestantischer Prediger zu ihm: „Dein Priester liebt dich nicht: er gibt dir weder Tabak noch Kleider; komm' darum lieber zu uns!" Der rote Mann öffnete sein Hemd vorn auf der Brust und erwiderte: „Kannst tut in meinem Herzen hier lesen?" — „Nein!" lautete die Antwort des erstaunten Predigers. — „Nun wohl," entgegnete der Wilde, „hier in meinem Herzen sind die Geschenke, die der Schwarzrock (der katholische Priester) mir gibt. Wenn ich beichte, wäscht er meine Seele mit dem Blute Jesu Christi; wenn ich kommuniziere, legt er Jesus in mein Herz hinein. Dein Tabak geht in Rauch auf; deine Kleider nützen sich ab; aber die Geschenke des Schwarzrocks bleiben und ich nehme sie mit in den Himmel des lieben Gottes." („Kreuz und Charitas.") ★ Lrbaulicbes von Meopdyten. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Neger nur sehr schwer sich von ihren früheren Gewohnheiten und Anschauungen losmachen; haben sie dieselben aber einmal abgelegt, so ist sozusagen beinahe nichts mehr imstande, sie zu einem Aufgeben der neuen Gewohnheit und Gesinnung zu bewegen. Ein Pater berichtet uns aus der Mission unter anderem auch folgende Anekdote: Ein Weißer, einer von der Sorte unserer Alltagsmenschen, näherte sich einem neugetauften jungen Manne und stellte an diesen in ziemlich dreister Weise die Frage: „Bist du ein Christ?" — „Ja!" — „Aber kannst du mir sagen, was für eine Religion das ist?" — „Ah, ich sehe, daß du den lieben Gott nicht kennst." — „Und das Ding, das dir da am Halse herabhängt, ist es vielleicht ein Amulett, ein Hokuspokus?" — „Keineswegs; dies ist kein Hokuspokus; es ist mein Kruzifix." — „Wohin gehst du, um Unterricht und Belehrung zu erhalten?" — „Zur Kirche!" — „Was macht man denn daselbst? Dian beugt das Haupt nach unten, so . . . nicht wahr? Man übt muselmännische Höflichkeitsbezengungen, und dann ..." — „Nein, ganz und gar nicht; in unserer Kirche lernt man nichts dergleichen." — „Bist du verheiratet?" — „Ja!" — „Wieviel Frauen hast du?" — „Eine." — „Wie? Nur eine? Der Pater hindert dich vielleicht, zwei Frauen zu haben? Ist es nicht besser und angenehmer, zwei Frauen zu haben, wie wir dies zu tun pflegen?" — „Dies mag besser sein für euch, aber nicht für mich; ich will nur eine einzige haben." — „Ah, jetzt verstehe ich's; du tust dies deines geringen Vermögens wegen, nicht wahr?" — „Durchaus nicht, sondern deswegen verzichte ich auf eine zweite Frau, weil ich ein Christ bin." — „Du, hör' mal! Wenn du das Kreuz da wegwirfft, werde ich dir Geld geben, damit du dir noch eine zweite Frau nehmen kannst." — „Nie und nimmer werde ich dies tun. Du behalt' dein Geld für dich und ich behalte mein Kreuz." Dieser wackere junge Mann hatte vor kurzem die heilige Taufe empfangen. Aber nicht nur unter solchen, welche durch das Wasser der Wiedergeburt in den Schoß der Kirche aufgenommen wurden, sondern auch unter den einfachen Katechumenen befinden sich bereits derartige mutige Seelen, welche zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. So sagte unter anderem ein Sklave zu seinem Besitzer: „Du wirst mich vielleicht töten, aber die Medaille lassen werde ich nicht." Es kam jedoch nicht soweit, da es ihm gelang, zu entfliehen und sich so zu befreien. Jetzt befindet er sich in unserer Mission und ist da für alle ein leuchtendes Beispiel des Eifers. Dies Benehmen charakterisiert so recht gewisse Europäer; aus demselben können die Leser ersehen, welche Moral dieselben den Wilden beibringen wollen. IW W IDersdbiebened. W H] — Bus allen Gebieten der Missen* scbaft gibt Herders Konversationslexikon in allgemein verständlicher Form Aufschluß. Wir lassen hier eine weitere Probe ans diesem vorzüglichsten Nachschlagebuch folgen. Da unsere Mission an die ungeheure Wüste Sahara grenzt und einen Teil derselben umfaßt, so wählen wir dieses Wort, umsomehr, da wir dem verehrten Leser einige Bilder aus dieser Gegend bieten können. * * * Die Zahara ist ein durchschnittlich 500 m hohes, mannigfach gestaltetes Hochland mit vorwiegend welligen Ebenen, stellenweise steil abfallenden Plateaus, tiefen, im Norden zum Teil unter das Meer reichenden Einsenkungen (Stieg bei Siwa, 75 m), vereinzelten Hügeln, Höhenzügen, Gebirgen und Berggrnppen. Von Wüstentypen erscheinen besonders die Fels-(meift mit dünnem Flugsand bedeckt) und Sandwüste, deren im Westen, Osten und Norden weitausgedehnte Dünengebiete („Erg", Mehrzahl „Stieg") fast ’/, der Sahara bedecken, sowie die Kies- oder Steinwüste (mit den Felswüsten etwa 45°/0 der Gesamtfläche), diese entweder als Serir (flach gewölbte, mit runden Kieseln bedeckte und meist nicht ganz pflanzen-itnb wasserlose Ebene) oder als Hammada (ebene oder wellige, mit scharfkantigen Steinen übersäte und im allgemeinen wasserlose, daher unbewohnbare Hochfläche): sehr selten sind Lehmwüsten, zahlreich dagegen salzhaltige, sandige Stellen („Sbach", Einzahl „Sebcha"). Orographisch und wirtschaftlich hebt sich die höhere und bewohntere Mitte ab vom niedrigeren und mit Ausnahme des Niltals oberen Westen und Osten. In der Westsahara erstreckt sich von der Tuatsenke bis zum süd-manretanischen Sahel (teils sandiges, teils steiniges, brunnenreiches Plateau) eine kaum 300 m hohe Zone, die von einigen sehr spärlich bewachsenen, durch Felsgruppen unterbrochenen Steinwüsten (mit Oasen), hauptsäch- lich aber von ungeheuren, dünenerfüllten Sandflächen eingenommen wird. Diese sind großenteils vegetationslos und äußerst arm an Oasen (Erg esch Schach, el Dschvf), jedoch mancherorts (der westliche Erg Jgidi usw.) durch Wasserstellen und Weideplätze ausgezeichnet. Kiesig-sandige oder felsig (bei Tenduf) wellige Hochflächen, hinwieder von kleinen Berggruppen und Einzelbergen überragt, bilden im Westen gegen das Meer hin vasenförmige Einzelöden, zum Teil (im Nordwesten) mehr Steppen als Wüsten. Im Norden der sehr wechselvollen Mittelsahara setzt sich die niedrige Zone des Westens durch die algerische Sahara über Wargla bis zu den südalgerischen und tunesischen Schott fort: diese liegen in einer in der Westhälfte depressionsartigen (Schott Melghir, 31 m unter dem Meeresspiegel), im Osten über dem Meeresspiegel (Schott el Dscherid 16, nach andern 20 m) und durch eine 22 km breite Landenge vom Meer getrennten Einsenkung (daher höchstens teilweise in einen Meeresarm zu verwandeln). Den Norden bezeichnen dünenreiche Sandstrecken, die im Großen östlichen Erg (bis 100, einschließlich Keru bis 300 m Hohen Dünen) von riesigen, 10 bis 30 km breiten Einsenkungen, auch von Bergketten und Ebenen durchzogen werden, sowie ebene oder bergige (Tademait) Steinplateaus mit Flugsand und kleinen Dünen oder mit kleinen Einsenkungen und vielen Zeugen, zum Teil sogar echte Hammadas (Hammada el Homra, die 350 bis 500 m hohe, kretazeische Hammada Tinghert usw.). Im gebirgigen, zentralen Teil begrenzt das vegetationsreiche Hoggarbergland(Jllaman angeblich bis 2700m) nach Nordwesten das devonische Muidir-Ahnet-plateau, nach Nordosten das zerrissene, alt-kristallinische Anahefgebirge (bis 1500 m). Dieses ist durch Gebirge (Ahorren, 1800 m hoch; Adrar mit mehreren alten Vulkanen: Telut usw.) und Ebenen mit Einzelbergen (Tossat, 1650 m) vom langgestreckten, meist devonischen Tassili Asdscher (bis 1700 m) getrennt, das im Norden in Sand- und Stein- tüüften übergeht, nach Süden um 200 m steil abfüllt und sich im Südosten im ödenTümmo-gebirge fortsetzt. Dieses wieder verschmilzt im Südosten mit dem zerrissenen, teilweise paläozoischen Tibestiberglaud (Vulkan Tusidde, 2700 m) und bildet die Ostgrenze jener öden Kiesebene („Tiniri" oder „Tanesruft"), die das Hoggargebirge von dem wilden, bis 1700 m hohen, zum Teil Wasser- und vegetationsreichen Bergland von Air und dem 800 m hohen, steppenartigen (südlich) Adrar scheidet. Die Ostsahara wird bis zum Niltal von der iiberwiegend kretazeischen Libyschen Wüste eingenommen, einem meist kiesig-sandigen, an merkwürdigen Felsbildungen (Zeugen usw.) reichen Hochland, auf dem Sandwüsten (bis 300 m hohe Dünen) mit den hier bezeichnenden Serirs und vielen salzigen Strecken abwechseln; im Norden wird durch eine Kette meist depressionsartiger Oasen (Audschila 41 m über, Siwa 25 m unter dem Meeresspiegel) das steile, zum Teil weidenreiche, im Westen bis 770 m, im Osten 100 bis 150 m hohe, kyrenäisch - marmarische Plateau abgetrennt; in dem durch Einzelrücken (bis 450 m hohen) gegliederten Ostteil, der durch das Niltal von der arabischen und nubischen Wüste geschieden wird, bilden einige Oasen tiefe Bruch- oder Erosionskessel (Charge 68 m über dem Meeresspiegel, el Fajum 41 m unter dem Meeresspiegel). Die Sahara ist geologisch vorwiegend altes Land: das aus Gneis, Granit und kristallinischen schiefern bestehende Grundgebirge, das nanientlich in den Gebirgen von Hoggar, Asben und Tibesti, zwischen Tassili und Agades, Mnidir und Adrar und östlich vom Nil zutage tritt, wird weithin (besonders West- und Mittelsahara) von devonischen (schwarze Sandsteine usw.) und filmischen Schichten überlagert und begleitet. Reste eines großen Kreidemeers, auf das zuerst Lapperent hinwies, finden sich an der Westküste und nanientlich im Norden (algerische Sahara, Tripolis) und Nordosten, Eocän südlich von Air, in der Westsahara und besonders im Nordosten der Libyschen Wüste (Nummuliten-kalk), Oligocän in Aegypten, Jungtertiär in der kyrenäischen und algerischen Sahara (zum Teil Süßwasserbildungen) usw. Einen großen Teil (besonders im Westen, in der Mitte, in der algerischen und tunesischen Sahara) be- decken quartäre Ablagerungen, vorwiegend Sand (mit Dünen), Schutt, Schotter und vulkanische Auswürflinge (Großer Erg, Tassili usw.), meist von Wasser und Wind herbei-geführteZerstörungsprodukte, zumTeil(algerisch-tnnesische Sahara) auch (diluvischc) Süßwasserbildungen. Alluvium ist selten (Tonwüsten); der rezente Boden besteht vorherrschend aus äolischem Felsboden, Gebirgsschutt und Flugsand. Tertiäre Eruptivgesteine (besonders Basalt), die nicht selten Berge, darunter den höchsten der Sahara, den Tussidde, und Krater aufbauen, finden sich in Air (Lavaströme usw.), im Tibestigebirge (hier auch kochende Schwefelquelle), in den Schwarzen Bergen und nordwestlichen Randgebieten von Tripolis, im Tassili Adscher (im Egere, Ausbrüche 1906), in Aegypten usw. Die Oberflächengestalt wurde jedoch hauptsächlich durch (vorwiegend tertiäre) Graben- (unteres Niltal) oder Kessel-brüche (Fajum), einseitige (Senke der Schott usw.) und andere Verwerfungen beeinflußt; Längsbrüchen verdankt sicher mancher große Wadi wenigstens teilweise seine Entstehung (Wadi 'l-Araba, Natron usw.). An der weiteren Umbildung der Landschaftsformen arbeiten die Verwitterung, begünstigt durch die starke Insolation und rasche Abkühlung, und vor allem der Wind, welcher Sand- und Schuttmassen umlagern (Dünenbildung, Staubstürme), Bodenvertiefungen oder Gesteinsnischen ausblasen und die Felsen in oft wunderliche Gebilde (besonders Zeugen) verwandeln kann. Von nutzbaren Mineralien finden sich hauptsächlich Salz (bei Taudeni, Bitma usw.), ferner Natron und Salpeter. Das Klima ist eines der heißesten auf Erden; jährliche Wärme durchschnittlich 30° (zu el Golea im kältesten und heißesten Monat 24,3, 11,7 und 36,7 °), absolutes Extrem 56 °, wobei der Boden auf 60—800 erhitzt wird; besonders bezeichnend der scharfe Gegensatz zwischen Tag- und Nachttemperatur (bis 45 "), namentlich im Winter, wo diese oft auf —3, stellenweise sogar unter —10 ° sinkt. Die Luft ist ozonreich, sehr klar und durchsichtig (häufig Luftspiegelungen) und sehr rein, daher gesund; aber in vielen Oasen im Sommer bösartige Fieber. Die häufigen Winde können sich zum gefürchteten Sturm (Chamssin usw.) entwickeln, auch kleine Windhosen sind nicht selten. Die Niederschläge, die meist unregelmäßig und in leichten Sprüh-, öfters auch in kurzen Platzregen fallen und in manchen Jahren in einigen Gegenden ganz ausbleiben, sind sehr gering (algerische Sahara durchschnittlich 310, Adrar 150—300, Kairo 34 mm), können aber auch durch starken Tan oder Nebel ersetzt werden; Schnee- und Hagelfälle namentlich ans den hohen Gebirgen. Nur wenige größere Strecken sind ganz wasserlos; doch liegen die zahlreichen, an der Vegetation kenntlichen Wasserstellen oft Tagereisen voneinander entfernt. tun dies manchmal nach Regengüssen kurze Zeit hindurch, halten es mitunter auch in tiefen Wasserlöchern zurück oder fließen als unterirdische Wasseradern. Zahlreich sind warme Quellen, Salzseen und Salzsümpfe, die sich beim Austrocknen mit einer Salzkruste überziehen. Völlig vegetationslos sind verhältnismäßig wenige Strecken, vielmehr enthält die Sahara außer den vielen, allein kulturfähigen eigenen Oasen (200 — 500.000km2) noch ausgedehnte, durch Quellen, Regen- oder Grundwasser her- Eempcl von Abu Simbel. Bevor man Wadi Haifa erreicht, sieht man am rechten Nilufer eine ungeheure Felswand, aus welcher Ramses II., der größte aller ägyptischen Herrscher, vor 32 Fahrhunderten den Tempel von Abu Zimbel aushauen ließ. Am (Eingänge zu dem großen Tempel, der in der Mitte des Bildes sichtbar ist, stehen vier über 20 Meter hohe Kolossalstatuen Ramses' II., die aus dem Felsen selbst gehauen sind. Trotz ihrer riesigen Proportionen sind die Bildwerke sehr schön und der Ausdruck lebenswahr. Das Wasser tritt nur selten als Quelle zutage, meist bleibt es unter der Oberfläche (oft nur 1/2—1 m tief), so daß es erst aufgedeckt und gereinigt oder durch Brunnen er-bohrt werden muß. Dauerflüsse fehlen, doch füllen sich bei starken Regengüssen die Bergbäche von Air, Hoggar, Tibesti und vom Tassili vorübergehend mit Wasser; auch die großen, tiefeingeschnittenen Trockentäler oder Wadi (am größten Wadi Messaud, Jgharghar, Tamanghasset usw.), die einst (sehr wahrscheinlich im Diluvium) dauernd Wasser führten, vorgerufene, in trocknen Jahren mancherorts verschwindende Pflanzenstrecken (etwa 17a Millionen km'7- Die weithin gleichmäßige, an Arten (über 800) und Individuen arme, sehr häufig dornige Wüstenflora (Bäume selten oder strauchförmig) besteht namentlich ans Kräutern, verschiedenen Salzpflanzen, Akazien und Tamarisken usw. In den Oasen gedeihen besonders Dattelpalmen (Datteln sind die Hauptfrucht der Bewohner), Olbäume, Südfrüchte, Pfeffer, Tomaten, Melonen, Kürbisse usw. Die gleichfalls (außer im Niltal) einförmige Tierwelt im Westen und Osten ■(ausser Tibesti) ist überaus ärmlich und weist Fenek, Schakale, Löwen (am Südrand), Hasen, Antilopen, die Wüstenspringmaus, Klippschliefer, Schlangen, Skorpione usw. auf, weniger 'Vögel (Geier, Wüstengimpel, Wüstenhühner und so weiter, auch Strauße); Kamele, Esel, kaum 2,4 Millionen Einwohner, meist Hamiten, zum Teil verhältnismäßig rein erhalten (eigentliche Berber im Norden, Tuareg usw.), zum Teil stark mit Arabern, besonders aber mitNegern, vermischt (Mauren im Westen, Tibbu usw.), dazu viele Neger und Juden, größtenteils Nomaden. Die Oasendörfer liegen wegen der Bodenfeuchtigkeit gewöhnlich auf Einzelhügeln Säulenhalle von iPbilä. 3n einiger (Entfernung gegen Silben von Assnan, nicht weit vom obern Teil bes ersten Nilkataraktes, liegt -die Insel Philä, im Mittelpunkt bes Raumes, ber bas ungeheure Wasserbecken (Nilstaue) von Assuan ibilbet. Obiges Bilb zeigt bie zum Teil gut erhaltenen Säulenhallen, bie bem Alter nach bis zur Römerzeit ■hinaufreichen. In ben Zeiten, wo bas Becken ganz gefüllt ist, verschwinben bie ganze Insel unb ein großer Teil bes Tempels mit ber prächtigen Säulenhalle. Ziegen, Schafe, Rinder, Hühner und Tauben, um Südrand auch Pferde, sind Haustiere. Die Sahara war nach Gautier schon in ■der jüngeren Steinzeit, als sie wahrscheinlich noch reichlicher bewässert war (an mehreren Stellen oft riesige versteinerte Bäume) von ■einer starken, sogar Ackerbau treibenden Bevölkerung bewohnt, was aus Felsinschriften, Grabstätten, Malsteinen, Steingeräten usw. 'hervorgeht. Jetzt sind viele Oasen verlassen (Tandem, Tenduf, Areg usw.), es verblieben oder am Oasenrand, häufig burgartig gebaut (Ksor). Der Handel beschäftigt sich jetzt hauptsächlich mit dem Austausch von Lebensmitteln (Datteln, Getreide) und Salz zwischen den Oasen- und den Randgebieten und befördert aus dem Sudan (fünf Karawanenstraßen) Straußenfedern, Elfenbein und Gummi, Erdnüsse usw.; er hat bedeutend abgenommen, dürfte sich aber nach Unterwerfung der Wüsten-ränber (noch frei Tibesti und Borkn, einige Maurenstämme usw.) und besonders durch die Saharabahn (le Transsaharien), die ursprünglich von Saida nach Timbuktu führen sollte, neuerdings (1906) aber von Biskra über Wargla und Wadi Jgharghar zum Tsadsee geplant ist, wieder heben. Politisch gehört der Hauptteil zur französischen (5 7 Millionen km, 12 Millionen Einwohner), Tripolis zur türkischen, Rio de Oro zur spanischen, der Rest zur britischen Einflußsphäre. Kirchlich zum Apostolischen Vikariat Sudan und zur Apostolischen Präfektur Ghardaja. Seit den großen Reisen von Nachtigal, Rohlfs und Lenz war die Saharaforschung größtenteils in Händen der Franzosen, die ihre Einflußsphäre durch Verträge mit England (1890, 1898 und 1899), Spanien (1900) und Marokko (1895 und 1901) festlegten und hauptsächlich von Algerien an der Pazifizierung der Sahara arbeiteten; sie hatten anfangs wegen der Verschlagenheit der Tuareg wenig Erfolge (1881 wurde die Expedition Flatters aufgerieben) und erst in neuester Zeit, hauptsächlich seit Errichtung von Meharisten-koinpanien (Eingeborene auf schnellen Reit- kamelen ; mehari, Einzahl inahri) brachten sie ihren Einfluß bis ans wenige Gebiete zur Geltung. Den zahlreichen Forschungsreisen Foureaus in der algerischen Sahara folgte eine Durchquerung der Sahara (1898 bis 1900 mit Lamy) und die Besetzung von Tidi-kelt (1899) und Tuat (1900), die Reise be§-Engländers Dodson nach Mnrsuk (1902), bie~ militärische Expedition von Gottenest, Guillo-Lohan (beide 1902) und Besset (1903) nach der Mittelsahara, der Zug Laperrines und Villattes (1904), die in Timiauni mit dem von Timbuktu kommenden Theveniaut zusammentrafen, die Durchquerung Gautiers (zum Teil mit Gudeau) von 1905, die Besetzung von Taudeni, Dschanet (Dschannet) und Bilma (1906) und endlich der Zug des Schweizers H. Bischer (seit 1906) nach Kufra und dem Tibestigebirge.----------- Herders Konversations-Lexikon ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. — Eiu überall willkommenes Festgeschenk. Reich illustriert durch Textabbildungen, Tafeln und-Karten. Acht Bände gebunden. — Preis Mk. 100 — Kr. 120. — Auch auf Teilzahlungen. TRunbfcbau in den Missionen. Europa. England. Seit dem Jahre 1899 sind in England 446 Geistliche, 417 Parlamentsmitglieder und 205 Militärs, 162 Schriftsteller, 129 Rechtsgelehrte, 60 Aerzte, 39 Marineoffiziere, 39 Baronets und 27 Peers zur katholischen Kirche zurückgekehrt. 158 davon traten in Orden ein, 209 wurden Weltgeistliche. Im ganzen Britischen Reiche beträgt die Zahl der Katholiken 12,053.0u0, wovon auf Großbritannien 2,118.000, auf Irland 3,380.000 kommen. Britisch-Asien zählt 2,055.000, Afrika 53.000, Amerika 2,810.000 und Australien 1,092.090, Dazu kommen noch Gibraltar und Malta mit 215.000. Amerika. Ecuador. Dieses Land ahmt nach dem Martertode des rühmlichst bekannten Garzia Morena in kirchenpolitischer Hinsicht das französische Beispiel nach. Trennung von Kirche und Staat wurde praktisch durchgeführt, eine Reihe von Kirchen- und Klostergütern wurde eingezogen, dem Klerus und den Kathedral-kirchen wurde der früher geleistete Zuschuß aus ehemaligen kirchlichen Einkünften nicht mehr gewährt und das unter Leo XIII. von neuem bestätigte Konkordat durch die Regierung aufgehoben. Durch Pius X. erhielten vier zum Teil lange verwaiste Diözesen tüchtige, unabhängige Bischöfe. Ecuador besitzt 7 Bistümer, 5 davon haben ihre Oberhirten, während für zwei Diözesen noch keine Ernennung erfolgt ist. Ihre Verwaltung ist äußerst schwierig, besonders in Portoviejo, welches seit der Verbannung und dem Tode des tatkräftigen Herrn Bischofs Schuhmacher fast gar keine Priester mehr hat. Wenn auch jetzt die Lage der katholischen Kirche in Ecuador noch immer eine gedrückte und gefährdete ist, so ist doch schon eine günstigere Wendung eingetreten. Vereinigte Stödten. Der kleinste Staat der Union, Rhode Island, zählt 243.936 Katholiken, diesen gegenüber stehen die protestantischen Sekten mit 236.146 Mitgliedern. — Mehrere angesehene Prediger der metho-distischen (Episkopal-) Sekte haben ihren Ueber« tritt zur katholischen Kirche angemeldet. Asien. SÜd-SchöNtUNg. Erfreuliche Fortschritte sind in dieser Mission zu verzeichnen. Während um Ostern 1893 nur 1350 Getaufte und 2700 Katechumenen gezählt wurden, ist die Mission seitdem ans 14 463 Christen und 21.258 Katechumenen angewachsen. Es arbeiten daselbst die Stehler Missionäre, sie be- sitzen dort ein Priesterseminar, eine Kate-chistinnenschule und ein Missionsspital unter Leitung der Stehler Missionsschwestern, ferner eine Missionsdruckerei sowie eine Katechume-natsanstalt, die schon vielen Hunderten bekehrter Chinesen Segen gebracht hat. Afrika. Kongoftööt. Im Gebiete des Apostolischen Vikariates gibt es rund 12.000 katholische Neger und 2000 Katechumenen. Die Zahl der protestantischen Neger beträgt ungefähr 10.000. Es arbeiten dortselbst 40 Seelsorgepriester mit 250 Katechisten und 25 Schwestern. Es bestehen 19 Kirchen, außerdem noch mehrere Kapellen in den verschiedenen Stationen, 12 Waisenhäuser und Spitäler in den 12 Hauptstationen. Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften. Glaverkalenher für das Jahr des 1bernt 1909. 2. Jahrgang. Herausgegeben von der Sankt Petrus Claver-Sodalität für die afrikanischen Missionen. Ausgabe für Oesterreich-Ungarn, Deutschland und die Schweiz. >00 Seiten. Groß-Oktav. Preis mit Post 70 Heller. Bezugsadressen: St. Petrns-Claver- Sodalität, Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 12. Der schwärzeste unter den schwarzen Kalendern dürste wohl der Claver-Kalender sein, der eben zum zweiten Male seine Reise in die Welt antritt und an den Türen edler Menschenfreunde und opferwilliger Missionsförderer anklopft. Ergreifende Erzählungen aus dem Leben der Neger und rührende Schilderungen des Opferlebens der Missionäre nehmen unser Herz gefangen. Für frischen Humor sorgt die unermüdliche Generalleiterin der Claver-Sodalität in den „Kaleidoskopbildern", von denen besonders der „Besuch beim Pfarrer Hansjakob" die weitesten Kreise interessieren wird. Kunstfreunde und österreichische Patrioten werden ihre Freude haben an dem von Kunstbegeisterung und warmer Vaterlandsliebe diktierten Aufsatze Alexander Halkas: „Der Kunstsinn im Hause Habsburg". Der mannigfaltige Inhalt und reiche Bildcrschmuck machen den Claver-Kalender sehr empfehlenswert. 1kinVerbunO-tDt>sionskalen0er für 1909. 1 ■ Jahrgang. Herausgegeben von der St. Petrus Claver-Sodalität für die afrikanischen Missionen. Ausgabe für Oesterreich-Ungarn, Deutschland und die Schweiz Salzburg. Druck und Verlag der St. Petrus Claver-Sodalität. 64 Seiten. Preis 40 Heller; mit Post J5 Heller; Bezugsadresse: St. Petrus Claver-Sodalität, Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 12. Die so rührige St. Petrus Claver-Sodalität hat nicht nur einen Kinderbund .zugunsten der afrikanischen Missionen ins Leben gerufen, sondern bereits auch einen eigenen Kalender herausgegeben, der speziell für die Mitglieder dieses Kinderbundes und dann überhaupt für Kinder berechnet ist. Außer dem Kalendarium, schönen Sprüchen, Rätseln bietet er auch verschiedene lehrreiche Erzählungen, als deren vorzüglichste wir wohl die „Geschichte der kleinen Maria, die gar so gerne berühmt werden wollte", bezeichnen müssen. Diese Erzählung, ganz für das Kinderherz geschrieben, liefert, weil dem Leben entnommen, auch einen interessanten Beitrag für die Psychologie des Kindes. — Die Ausstattung ist nett und gefällig, der Preis sehr gering und so wünschen wir nur, daß dieser Kalender die beabsichtigte Massenverbreitung finden möge. * * * Soeben erschien: Die katholische "IbeiOemmsfion her Gegenwart im Zusammenhang mit ihrer großen Vergangenheit, dargestellt von Friedrich Schwager S. V. D. Bisher erschienen drei Lieferungen: I. Teil: Das heimatliche Missionswesen. Dieser Teil behandelt das heimatliche Missionswesen der Vorzeit, die Kongregation der Propaganda, den Verfall des Missionswesens im 18., seinen Aufschwung im >9. Jahrhundert und die Missionsorganisationen in den einzelnen katholischen Ländern. 74 Seiten Preis 70 Heller (60 Pfennig). II. Teil: Die Mission int afrikanischen Weltteil. Dieser zweite Teil behandelt Westafrika, besonders Togo, Kamerun; Südafrika, die ostafrikanischen Inseln, ausführlich Ostafrika, darunter auch Zentralafrika oder Sudan. Es folgen die Binnenländer Ostafrikas, endlich Nordafrika. 146 Seiten. Broschiert Kr. 1.20 (Mk. 1). III. Teil: Die Orientmission. Nach einer geschichtlichen Einleitung werden die folgenden Länder behandelt: Südosteuropa, Westkleinasien, Nordostafrika, Palästina, Syrien, Armenien und Mesopotamien, Persien und Arabien. 94 Seiten. Broschiert 95 Heller (80 Pfennig). Als nachfolgende Lieferung ist vorgesehen: IV. Teil: Vorderindien und Britisch-Hinterindien. Eine Besprechung obiger Werke über die katholische Heidenmission der Gegenwart behalten wir uns für die nächste Nummer vor. — „THocb sind die Hage der IRosen“, im zarten Kolorit geschriebene Verherrlichung der Rosen, von der bestbekannten Schriftstellerin Anna Esser, bringt die Juli-Nummer des zum Liebling der katholischen Frauenwelt gewordenen, reichillustrierten„Elisa-bethblatts" (jährlich 12 Hefte nur Kr. 2.24, Preß-verein, Linz). Bon dem weiteren spannenden Inhalte Ui u. a. erwähnt: Die echte Freude des Wohltuns von Therese Rak. Gesammelte Erfahrungen für Mädchen und junge Frauen von Luise Herbert. Die feinsinnige japanische Erzählung „Der Spiegel" von K. Göschlberger. „Nur nervös", aus dem Leben gegriffene Erzählung (Fortsetzung). Das Prachtvollbild von Dora: „Magdalena, die Büßerin". Ein. wahres und rührend geschriebenes Geschichtlein: „Das Fußsche? titele". Antonie Tippners ergreifendes Gedicht: „In der Arena". Die mit fünf Bildern geschmückte, äußerst spannend verfaßte Reisebeschreibung „Auf den Wegen der Heiligen Familie" von dem trefflichen Reiseschriftsteller Hochw. Johannes Winkler. „Frauen, die Millionen verdienen". Die Rubriken: Zeitschau; Aus der Welt der Frauen; Soziale Frage; Kleidung und Wäsche; Küche und Keller; Gute Ratschläge usw. Das Heft ist mit 13 schönen Bildern geschmückt. Diese echt katholische Frauenzeitschrift, welche noch immer bezogen werden kann, sollte auf dem Tische jeder christlichen Hausfrau anfliegen. Gebet. O Herr Jesus Christus, alleiniger Erlöser des ganzen Menschengeschlechtes, der du bereits herrschest von einem Meere zum andern und vom Müsse, bis zu den Grenzen des Erdkreises: öffne erbarmungsvoll dein heiligstes Herz auch den unglücklichsten Seelen von Zentral-Afrika, welche noch in der Finsternis und im Todesschatten sitzen, auf daß durch die Fürbitte der gütigen Jungfrau Maria, deiner unbefleckten Mutter, und ihres glorreichen Gemahls, des heiligen Josef, die Negervölker ihre Götzen verlassen, vor dir sich niederwerfen und deiner Kirche zugesellt werden. Der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 500 Tage Ablatz; vollkommener Ablatz einmal im Monate. Dein Memento der hochw. Missionäre und dem Gebete aller Leser werden die folgenden Verstorbenen empfohlen: Frau A. Leitmayer (München); Hochw. Herr Dr. Sebastian Haidacher (Salzburg); Hochw. Herr Adolf Schmnckcnschlägcr (Linz). „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" Gcbctserhörungcn und -Empfehlungen liefen ein aus: Graz — Haag — Innsbruck — Melk — St. Magdalena — Sternberg — Vand ans — Wien. Dem heiligsten Herzen Jesu, der lieben Muttergottes, dem hl. Josef, dem hl. Antonius und den armen Seelen sei ewiger Dank gesagt: für Hilfe in Krankheit — für günstige Erledigung eines Hausverkaufes — in einem wichtigen Anliegen. Man bittet ums Gebet: in einem großen Anliegen einer Kongregation — für eine schwerkranke Mutter, die von drei Aerzten aufgegeben wurde — in einem besonderen Anliegen — um günstigen Hausverkauf —- in besonderem Anliegen einer Ordensgemeinde — für drei schwer-. geprüfte Familien — für einen geisteskranken Vater — für mehrere Kranke und Priester und mehrere, andere zeitliche und geistliche Anliegen — einige besonders wichtige Anliegen. —• Im Falle der Erhörung haben mehrere Veröffentlichung versprochen. iDerantwortUtiber Sdbdftlelter IRefctor P. Dr. /D. tRatfdner F. 8. C. — S)reBverein8=3Bucbt>rucfcerei Lriren. Büdtirol. snMsstOnßfVeunfce, abonniert und verbreitet den „Stern der Weger". Der „Stern der Neger" erscheint jährlich Zwölfmal. preis pro Jahrgang für Oesterreich-Ungarn Kr. 2.-, für Deutschland Mk. 2.-, für die übrigen Länder des Weltpostvereins Frk. 3. — . Missionshans in Milland bei Br ixen in Tirol. In jedem Hanse, wo gute Musik gepflegt wird, sollte auch eine Daus-Grgel iug” Herrlicher, orgelähnlicher Ton. Prächtige Ausstattung. Ein Schmuck für jedes Zimmer. Billigste Preise, von Mk. 78 an. Illustrierte Kataloge gratis. Alois Maier, Hulda, Hoflieferant. Gegründet 1846. — Illustrierte Prospekte auch über den neuen Spielapparat „Harmonista", mit dem jedermann ohne Notcnkcnntnisse sofort vierstimmig Harmonium spielen kann. orders fmburg im Breisgau Berlin, Karlsruhe, München, Straßburg, Wien, St fouls, mo. Kormerfations= Lexikon Dritte Buflage. Bd)t Bänbe. Reich llluftr. Hlarfc 100.— Kr 120.— Teilzahlungen Durch alle Buchhandlungen zu beziehen Zn Zwecken der MMons-Vropaganda sehr geeignet! Aie Ausgabe kt fraiei mMisfiiuslunbe. Von einem ehemaligen afrikanischen Missionär. ===== preis 10 h, 10 ptg. = = Zu beziehen in Oesterreich von der St. Petrus Claver-Sodalität, Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse 12, und deren Filiale: In Deutschland: München, Türkenstraße 15/11. $fir Knaben, welche Ordens- unbMtijfionsprtefter werden wollen. In unserem MvMMM in Killrmi» -«MM werden brave und talentierte Knaben aufgenommen und zu Missionspriestern herangebildet. ======= vedmgiingen der Aufnahme sind: -=-•-• = 1. Selbständige Neigung und sonstige Zeichen des Berufes zum Ordensund Missionspriesterstand. 2. Gelehriger, lebhafter, offener Charakter, energischer, standhafter, opferfreudiger Wille: sittliche Unverdorbenheit. 3. Gesundes Urteil'und gutes Talent, das befähigt, leicht und ohne Anstand die ganzen Gymnasialstndien durchzumachen. 4. Gute Gesundheit und kräftiger Ban, frei von körperlichen Fehlern. 5,. Alter von ungefähr zwölf Jahren. Für die erste Klasse wird ein Alter nicht unter zehn und nicht über zwölf Jahre erfordert. (). Pensionsbeitrag nach Ueber einkommen mit den Eltern oder deren Stellvertretern. Weitere Aufschlüsse werden bereitwilligst vom 06em des Missionshauses erteilt. Man wende sich vertrauensvoll an die Adresse: P. Obere des Missionshauses in Milland bei Brixen, Tirol. s 8 1 I i % § m % w n i I lg Sb m s* 1 Ä I M M-t O D K % *L - M M i|XS= Das Mein kör beben. empfehlen mir: Drama in drei Akten von Alexander Halka. Verlag der St. Petrus Elaver-Sodalität, Salzburg. Preis 50 Heller — 45 Pfennige. Zu beziehen von der St. Petrus Elaver-Sodalität, Salzburg, Dreifaltigkeitsgaffe 12, und durch deren Filialen: München, Türkenstrafze 15. — Breslau, Hirfchstrafze 33. IRatboliscben Deretnsbübnen gegenüber ist die Buff üb rung frei. „Die Liebe ist erfinderisch": mitten unter den vielen Arbeiten und Sorgen hat die General-Leiterin der St. Petrus Elaver-Sodalität, Frau Gräfin M. Th. Ledochowska (denn diese ist es, die sich unter dem Namen Alexander Halka verbirgt), noch Zeit gefunden, auch durch ein sehr gelungenes Drama Propaganda zu machen für jenes Werk, das sie sich als Lebensaufgabe gestellt hat, nämlich für die afrikanischen Missionen. Gewiss, das Theaterstück, auf welches mit hiemit aufmerksam machen wollen, ist ein Propaganda- ober, wenn man will, Tendenzstück; es will das Interesse wecken für die Missionierung des schwarzen Erdteils, es will Aufschlüsse geben über das Werk der Sodalität und Winke für die Berufswahl eines Mädchens, das einen besonderen Ing der Gnade, für Heidenmissionen tätig zu sein, in sich fühlt. Aber man fürchte nicht, dass diese Aufschlüsse erfolgen durch langweilige Monologe und theoretische Erörterungen, es geschieht vielmehr — und darin zeigt sich eben die Meisterhand - durch Vorführung eines Stückes, dessen Szenen vom Anfang bis zum Ende fesselnd und spannend wirken. — Für Instituts- und Vereinsbühnen sowie zur Privatlektüre ist das Stück sehr zu empfehlen. Salzburg. Msgr. Dr. Ignaz Rieder, k. k. Theol.-Professor. Iftt V2 Seite 20 K - 1/4 Seite 12 K - 1/8 Seite 7 K - II nfeltUviiyivl|e ♦ IIS Seite 4 K — bei HUUeöerboIungen bober IRabatt.