Nro. 28. LWllGtt M^FM IUM!^. Dienstag den 6. Heum. 179^« Inländische Nachrichten. Wien den ,. Hmm. Man versiert so gan^ unvermuthet, dle er,ten Hä pt r der R^oluzwn in den Niederlande« h^ten ganz ande^Gennnungen benommen, und durch Dnglnaldow- wiedcrfahren sollte. Das dlebfalllge E)chr «us'dem P°Ii;wh»«se ««"assen "^ «^ nur Gr°ßmg<° s'tz« «°H,'l.""_ Ew vielleicht noch lange sitzm ble'b««. ^m« chm. d°° in der Welt mcht br.llxre» ""'S^Hrtt^ P»«uff«n V>ire'in d«m D'lft Sch°nwa!d< seyn, welches eine Stunde von der mutn Festung Silberberg liegt. Vom Kriegs-H plane der Preussen laßt sich noch wenigtsM errathen, weil dort alles eine geheimniß- l volle Miene hat. Das ganze scheint eme « Mine zu seyn, die in den Niederlanden H angezündet wird, und in Schlesien los« kracht. Daß man noch immer, unter diesen gewaltigen Rüstungen an einer all. gemeinen Aussehnung arbeite, beweißt der Kongreß-zuReichenbach, - nicht B^eolau- , > nohin bereits Gr. Herzberg abgegangen ;n ___ Die Oesterreicher haben, seit Ma-, ria Theresia, Joseph, und Leopold den Iepter führen,, ein Gebürge von Grösse ^ erstiegen, die um so furchtbarer ist, je« mehr mnere Kraft der äußeren tntspricht. Zwanzig Millionen starker, von Religion, und Vaterlandsliebe befiammter, meii^ treuer, und zum Theil auch geistiger Men-i schen: was können diese ausrichten, wenn der sanfte Geist eines Leopolds sie durch- weht! wenn Heshen wle^oubon un^ö« bürg an der Spitze ihrer Heere stehen, und wenn Patrioten und Genie's, wie Kauniz das S^aatsruder leiten! Leopold umschlingt mit den zarten Banden der Liebe immer mehr die Herzen seiner Un, terthanen. Es verdient in Marmor gehauen, und zwischen Himmel und Erde aufgestellt zu werden, daß er bey der Niederlage der Belgischen Truppe« weinte, und den Wienerzcittlngsschreibern verboth, die Siege über die Niederlander bekannt!! zu machen. Mögen es andere melden,^ sagte der eugelgute Monarch- Meine Siege kosten Unterthanen. — gute Unter-, thauen, die weit wenig!r strafbar sind, als die Elenden, die sie aufgereizet haben. Zugleich befahl er seinen Kriegern in den, Niederlanden mit seinen verirren Kindern,j säuberlich zu verfahren; sie sind doch meine Kinder, und lch ihr Vater, schrieb^ er an Feldherrn Bender. Die armen Belgier, die bisher unter der Geisel ihrer geizigen, und herrschsüchtigm Treuer schmachteten, müssen also die Oesierrttcher, als ihre Erlöser ansehen und mit Entzücken den so sanft sich neigenden Zepter Leopolds küssen. — Zwischen Koburg und dem Grosve ier, dessen Machtauf 200,000 Mann. geschätzt wird, muß nächstens eine Hauptschlacht vorfallen / da letzterer , ein. kriegerischer Kopf, in schwarzen Fluchen, gegen Widdin :eucht, um von da aus, als dem Zentralpunkte seines Würkungs-kreises / rechts und links vorwärts und nickwaets handeln zu, können. Von dieser Schlacht, wmn sie geschlagen wird,^ hangen die Bedingnisse des nahen Friedens mit der Pforte ab. — Loudon ist schleunig nach Mahren abgegangen, weis er vernahm, daß die blauen Schaaren, gar bedenkliche Bemgungly an der Gren-^ le machell. Welchen Glan; auch bee große Mann über das Weib seines Hebens verbreite, beweißt die- Achtung, womit die Königinn von Ungarn der Gemahlinn Loudons begegnet. Jüngst küßten ihr alle Frauen der Grossen die Hand; auch Loudons Gemahlin kam, und die Königinn zog die Hand zurück und umarmte —> Hektors Andromache. — Ich kann mir kein unaussprechlichers Gefühl denken , als den Augenblick , als Thusnelda nach Win-felds Schlacht ihren Hcrrmann wieder sah und tief in der Seele denken durfte: Er ist mein! Belgrad öen 22. Vrachm. Hier wirb an der Verbesserung der alten, und der Justandbringung der neu angelegten Ver-theidigungswerker eifrig fortgefahren. Die dermal hier liegende Garnison ist bey dem Umstände, da kein zahlreicher Feind in der Nahe stcht, der nunmehr schon bestehenden ungeheuern Wcrker ganz hinreichend. Dcnu.cin kleiner feindlicher ^rupp darf sich eitMl Angriff nicht einmal träumen lassen, ein mächtiger ab»r, woher? in was Zeit ? mit welchen Hindernissen 7 Hätte man inzwischen nicht Zeit genug aus andern miuder gefährlichen Gegenden ^ Belgrad hinlänglich ^u unterstütz« n? S? !weit sich auch die bedeutenden Krügsope-!rauonen von Belgrad entfernt haben, so liegen doch in Semlin seit 21 < Brachm. idas vierte Bataillon von Erzherzog Fer-ldinand, das gan^e Glaabsin-anterieregi-zmenk, eine Kompagnie von der Landes-i defensionsdivision / 2. Flügel von Gräve» !Hussaren nebst dem Staabe derselben: l. !Fuhrwesensd Vision sammt Bespannungen, !mld die klcine Artilleriereserve sammt Handlangern und Kanon?». Auch siud kür-lich 'von der grossen Artillerierefcrve mit Ein< Ibegrif aller dabey befindlichen Chargen Z43» deutsche Kanoniers und Handlattgersi Von detl Grenzregimentern sammt den dazu gehörigen Kanonen und Bespannungen von Peterwardein in Semlin eingetroffen. Auf jeden Fall gewiß ein ausgiebiger Nachschub für Belgrad. Gegen den 18. V. M-'sind mehrere,Schiffe mit Laveten, und andern Artilleriegeräthschaftpn, dann einer Menge Fouragiersensen gegen Orso-Va abgefahren. Von Krankheiten in der Semliner Gegend kann man hier wcnig, vder gar nichts sagen. — Privatbriefe von der Koburgischen Armee vom 14. V. M. melden, daß seit den n. v. M. > Verschiedene kleine Akuoncn mit den Tür- > ken zu unserm Vortheile sich ereignet, und! die Fre>)partist'N von der Avantgarde ?i-! nige beträchtliche Vlktualientransporte nebst«! einer Menge Schlachtvieh erbeutet Habens Kundchafter haben einberichtet, daß die große Armee der Türken bey Rudschuck tlni/te Verstärkung an Truppen erhalten, Weswegen der Hr. F. M. Psins v. Ko-l>urg. alle Mittcl anwende« sie ins offene Feld zu ldlkcn, um ft'.d? alsogleich an-greiffen ;u können. Vielleicht auch war eben dieser Absicht wegen am ^. v. M. ben Abgang der Briefe die Belagerung von Giorgievo noch nicht wieder fortgesetzt Worden. Schabaz den 26. Rrachm. Auf ei-ne hier eingetroffene sichere Nachricht, daß ein Trupp von beyläufig sOOQ. Tür ken Mine mache, den '.wischen Belgrad lind Schaba; gelegenen vortheilhaften Posten Valievo an ufallen, und zu besetzen, daher ist alsogleich eine Division vom slw, Vonischen Peterwürdeiner Regiment, dann^ ein in d:r Gegend betj Mitroviz gelegener! Flügel Gravenscher HussarkN, und zwar den , <. . Vrachm. dem Michaljevichschen Freykorps nach Valievo zur Unterstützung W abgeschickt worden. Man kakn daher bal> auch. aus der Schabazer Gegend einige Kriegsbegebenheiten erwarten. Neugradiska den 39. Brachm. Aus kürkisch Brood, Kobaß und dasiger Gegend haben sich 320. Türken bey der Festung Derventa versammelt, wahrscheinlich um bey dermaligem kleinen Waffer eine Unternehnung ausuführen. Allein der Muth sinkt ihnen gleich wieder , wenn ihnen voni diesseitigen Ufer Kartatschen und Stuckkugeln entgegen fliehen / so oft sie sich an der Save nur blicken lassen. Am 7. Brachm. vor Tages Anbruch glückte es ihnen doch 3. Mann, den Vortrab einer siarkern Patrouille von Fuselieren, und Scharfschützen, welche von Duboschaz an der Save abwärts streiften, aus einem Schift zu erschiessen, und selbigen die Gewehre wegzunehmen. Aber kurz vorher sollen im Brooderregi« mentsbmrk unsre Grenzer 16. Türken, die an unser Ufer kamen, das Schlf abgejagt , und die' in die Waldung versprengten Türken eingebracht haben. Das große Militarspital in Zermk soll eingehen, oder vielmehr ganz "nach Ruma in Lir->micn übersezr werden. Der kommandiren« de Hr. General Gr. v. Mitrovsky hat den Kordon der Save aufwärts visitlrt, und ist den 13. in Neugradiska angekommen. Trieft den 1. Heum. Die Republik Vemdig scheint doch noch einigen Antheil am gegenwärtigen Krieg nehmen m wyllcn. Sie rüstet sich ungemein, und selbst in der unbedeutenden Insel Aroa 'sind nebst einer grossen mehrere kleine ^Galeeren erbauet worden. Man erwartet daselbst mit Sehnsucht die ttnigl. Sche-beckc Erzherzog Frcmz, welche schon seit 3. Wochen in du Set kreuF. Die 2. könig?. Triestiner Kutter, unb 4. zu Fi-ume gestandene Kanonierlanzen sind gegen Albanien abgesegelt. Ausländische Nachrichten. Deutschland. Verlin den ,9. Vrachm. In Mim glaubt man jetzt fest, es werde zum Schlagen kommen, und zwar wollen die Qe-sierreicher diesmal den Krieg gegen Preußen angreifend fuhren, fich ins freye Feld lagern, und sich nicht , wie 1778. hinter berghohe Verschan'.ungen verstecken. Hiln, gegen schütteln die Berliner den Kopf, und behaupten : Wir werden nicht schlagen. Selbst in Braunschweig ist man des Friedens so gewiß, daß man den Herzog wieder daselbst erwartet. Man meldet nichts von des Königs Oheim, Prinz' Heinrich, dem Sieger bey Freiberg. Dadurch werden die öffentlichen Nachrichten bestattiget, daß dieser Prinz nicht mit^ dem Hofsysteme zusammenklinge. — Das! preußische Heer ist in fünf Korps d'Ar-mee getheilet, davon drey in Schlesien stehen, das vierte unter Kommando des! G. L. Gr. Henkel, in Ostpreußen, das ^fünfte, unter dem Generel Usedom in MWestpreußen sich befindet. Der König, der^ regierende Herzog v. Vraunschweig, Ge-^ neral Möllendorf, und der Herzog Fri-drich v. Vraunschweig, kommandiren in^ Schlesien. Das Hauptquartier ist gegen^ wartig zu Schönwalde bestellt, wo sich der König mit den Generasen aufhalt. ^ Der von dem Könige von Preußen «ls Kurfürsien von Brandenburg, zu der bevorstehenden Kaiserwahl., zum ersten Botschafter ernannte Fürst Sacken / ist den 2O. Brachm. nach Frankfurt abgereiset. Die zur El^u-ion nach Lüttich bestimmten Reichsttuppen halten sich noch ruhig, und ziehen taglich neue Verstärkung an sich. Die Insurgenten haben nichts zu unternehmen gewagt, vielmehr haben sie sich vom 15. Brachm. angcfan-gen, aus Hasselt, Bilsen / und Mnnster-bissen nach dem Lande von Franchimont , zurückgezogen. Rußland. Petersburg den 6. Vrochm. Die Schwedische Flotte hat alles mögliche gethan , um die Vereinigung der Rußischen 'Flotten von Kronstadt und Reval zu verhindern. Sie ist zu diesem Ende der er-stern, welche der Vizeadmiral Kruse kom-mandirt, und 17. Liwenschiffe stark ist, entgegen gesegelt. Dlese aber hat nicht aus sich warten lassen, sondern hat Nn 3. d. M. die Schwedische Flotte angegriffen. Dcn Tag daranf haben sich bei/ de Flotten abermal heftig beschossen. In beyden Gefechttn ist die Rußische Flotte Meister vom Schlachtfeld? geblieben, und haben hierauf die Schwedische Flotte verfolgt. Unterdessen ist der Admiral Tschi-tschagow aus Reval ausgelaufen, und man hat Nachricht von ihm erhalten, daß . er schon über Hogland gekommen sey< Es ist also wahrscheinlich , daß die Schweden zwischen zwey Feuer gesetzt sind Der König von Schweden ist mit der SHee-renftotte den Semiten zu Hülfe gekommen , aber der Vizeadmiral Kruse hat ihn abgehalten, und genöthigt, sich zurückzuziehen. Wird alle Di«ns. und Freytage nachmittag um 4- Uhr auf dem Platze N". 185. in der^on Kleiumayerschen Buchhandlung ausgegeben.