(W llyrtlch esH lattW Samstag den 10. Juni 1837. Über die Wirkungskraft des Rohitscher ^ Sauerbrunnens, ^,er Rohitscher Sauerbrunnen, in Italien unter dem Namen ^yua 6i kuliit5ck, oder auch^ua lli (^illi bekannt, ist ungemejn reich an kohlensaurem Gase., kohlensauren Salzen und Eisen, die sich durch innige Mischung und feste Verbindung ihrer Bestandtheile auszeichnen, und daher ganz eigenthümlich wirken. Die überwiegende Menge freier Kohlensäure, welche in diesem Säuerlinge enthalten ist, modisicirt die Wirkung der darin befindlichen Salze und des Eisens, iürrigil't mit Hülfe der Salze die tonisirende und adstringirendc Kraft des letzteren, mäßigt mit Hülfe des Eisens die auflösende und abführende Wirkung der Salze, und wird bei der belebenden und gelinde vcitzenden Wirkung der Kohlensäure selbst von sthr schwachen Magen sehr gut vertragen. Der Nohitscher Säuerling, entweder in der Form dcj Trinkens oder Badens gebraucht, wirkt daher belebend, stärkend, auflösend und eröffnend, hauptsächlich auf dcn Darmkanal und die Urinwcrkzeugc, schafft durch Vermehrung derDarm- undUrinexcretion die Unreinigkeiten weg, tilgt die vorhandene Säure, regelt die Leberfunction und verbessert die Galle, belebt und stärkt den Darmkanal, befördert die Verdauung und vermehrt den Appetit, wirkt dadurch und durch Erhöhung der Lebensthätigkeit wohlthätig auf den Assimilationsprozcsi, verbessert die Mischung des Blutes, erhebt die organische Masse auf eine Höhcrc Stufe von Plastik, e^citirt und stärkt das Muskel- und Nervensystem , besänftigt die excedircnde Rcitzbarkcit des letzteren, wirkt sanft reihend und zusammenziehend auf alle Schleimhäute, ist somit schlaffen, leukophleg-malischen, torpiden und bleichsüchtigen Individuen vorzugsweise zusagend, und in Krankheiten, die auf Mangel an Energie im Leben des Blutes, oder krankhafter Verstimmung, Trägheit und Schwäche aller der vegetativen Sphä're dienenden Organe beruhen, angezeigt, als: Itcns. In Krankheiten dcs Unterleibes, die sich auf,atonische.Schwäche gründen, wie Schwäche des Magens, Säure der ersten Wege, Flatulenz, Sodbrennen, Cholikcn/ chrom'schcs Erbrechen, Hartleibig-kcit, Anschoppungen und Verhärtungen in der Leber, Milz, Gckrösorüsön, fehlerhafte GallcnabsönderunZ, Gelbsucht, Stockungen und Blutanhäuftmgcn im Pfortadersysteme, regelwidrige Hämorchoiden, weiche durch die Brunnencur meistens fließend werden./ 4Md materielle Hypochondrie. 2tens. In Krankheiten, deren Ursache in wahrer allgemeiner Schwäche liegt,-wie in der Neconvalescenz nach schweren Krankheiten, bei der Bleichsucht, nervöser Hypochondrie, Hysterie und derlei Krämpfei. 3tcns. In chronischen Hals- und Brusikatarrhen und derlei Verschlcimungen, die entweder torpidcr Art sind, oder in Stockungen im Lcbcr- und Pfostadersysteme ihren Grund haben. Htens. Bei allgemeinen Kachcxien, wie, beginnender Wassersucht mit Lcber- und Milzleidcn nach langwierigen WcchselficbcrN, Dyskrasis, nach dem Gebrauche des Quecksilbers, atonischcr Gicht mit Untcr-leibsbeschwcrdcn, Scrophcln, und Wurmkrankhci't, besonders gegen den Bandwurm praktisch erprobt. 90 - ' ' 5tens. In Krankheiten der Geschlechtsorgane, deren Grund in wahrer Schwäche oder Stockungen liegr, wie bei daherkommender Unfruchtbarkeit, zu sparsamer oder unterdrückter Menstruation, Bleichsucht/ passiven Blut- und Schleimflüssen, und zu großer Laxität mit ihren 15<>lgen. 6tews. In Krankheiten dcrUrinwerkzeuge, welche «ufövtlicher.Erschlaffung-oder auf Stockungen beruhen, »vie Blennorrhöen, Blasmkatarr.he, Blasenhömor-rhoiden, Schwerbarnen )c. Wennmandiewohlthätr'geWirkungderRohitscher Heilquelle, welche hauptsächlich auf die Organe des Unterleibes gerichtet ist, gehörig würdigt und bedenkt, daß der größte Theil der Krankheiten, die den mensch.-lichen Organismus anfeinden, seinen Grundsitz in der Bauchhöhle hat, weßwcgen schon die Alten sie als die Quelle der Krankheiten (I?on5 maloruin) bezeichneten, ^nnd dagegen jährlich im Frühjahre Larirgetränke oder blutverbessernde Kräutersäfte prophylaktisch verordn«.-ten, so ist sie zurVorbauungscur, theils um die Erzeugung verschiedener Krankheiten zu verhindern, theils >«m das Wiederkehren vieler Übel hintanzuhalten, von «Nschätzbarem Werthe. Denn in gehöriger Form und Gabe gebraucht, reinigt sie den Aarmkanal, ohn« ^Beschwerden zu verursachen und ohne zu schwächen, wirkt vielmehr stärkend auf denselben, verbessert die -Ab- und Aussonderungen der ersten Wege, verhüthet dadurch die Erzeugung von Stockungen und Anschoppungen, und gewährt daher ein wirksames prophylaktisches Mittel, welches für Personen, die ein mehy sitzendes Leben führen, ihren Geist durch anhaltende Kopfarbeiten anstrengen, oder zu Anschoppungen und «Stockungen disponiren und Wohlleben, vorzugsweise «Ngezeigt ist. Aus Anlaß, daß im Jahre 2836 bei der in der 'österreichischen Monarchie beinahe allgemein herrschen« iden Cholera-Constitmion der Gebrauch des Nohitscher ^Sauerbrunnens hie und da ärztlich widerrathen worden ist, berichte ich die Thatsache, daß sämmtliche Cur-gäste, welche aus Wien, Agram, Laibach und Tri:st, wo die Cholera herrschte, kamen, und die Brunncncur gebrauchten, von der Cholera hierortsverschont blieben, wie sich denn auch kein wirklicher Cholera-Fall im Curorte gezeigt hat, obschon die wahre Cholera nur eine kleine Meile entfernt bösartig grassirte, und im Orte Saucrbrunn ein gastrischer KrankheitS-Genius herrschte, vermög welchem viele Curgäste in gastrische Zustände, die durch die ausleerende Heilmethode bald Hlücklich geheilt wurden, verfielen. Diese Thatsache spricht wenigstens dafür, daß bei einer herrschenden Cholera.- Constitution der Gebrauch des Nohltscher Wassers für die Cholera-Krankheit keineswegs empfang' licher macht. Schließlich muß ich hinzufügen, daß bei dem Gebrauche der ^Nohitscher Heilquelle die rationelle Anwendung, sowohl in Rücksicht der Gabe als der Form und der Zeit, vereintinit entsprechender Diät, wesentliche Vortheile gewährt, ja, oft die glückliche Genesung ganz entscheidet; so müssen z. B. jene Individuen, welche schwache Brust haben, oder das Rohitscher Wasser gegen Brustleiden gebrauchen, dieses entweder lauwarm, oder noch besser, jedes Glas mit etwas heißer. Milch trinken. Wahrhaft Kranke sollen daher die Cur mit diese« Mineralwasser immer unter der Leitung eines Arztes vornehmen. Sauerbrunn nächst Rohitsch am 1. Mai 1837. Dr. Sock, Inspector und Brunnenarzt. Vie Menschenfresser in Dnvien. Der District von Chittagong, welcher zu dem östlichen Theil der Provinz Bengalen gehört, wurde ausgewählt, um dort Elephanten für die Compagnie zu zähmen und aufzuziehen. Der Aufseher schickt Leute, die mit der Elephantenjagd vertraut sind, in die benachbarten blauen Berge in der Richtung von Oude. Die Jagd auf wilde Elephanten in diesen G«» genden hat uns mit einem Kannibalengeschlecht b> kannt gemacht, das sich kaum von den Affen in den Wäldern unterscheidet. Wären nicht die Nachrichten über das Volk so authentisch, daß sich gar kein Zweifel dagegen erheben läßt, so hätte der Leser ein Recht, nicht an die Existenz einer Horde von Wilden zu glauben, die kaum den Menschennahmcn verdienen. Die Kukis — so heißt dieß thiensche Volk — haben, nach den von Major Gairdner gcge.-bcnen Nachrichten, vorstehende Bäuche, sind untersetzt, haben starke Züge und musculöse Glieder. Sie haben ihren eigenthümlichen Dialect, und bauen ihre Dörfer auf den Bäumen des Waldes; sie scheinen keinen bestinu.» tcn Wohnort zu haben, sondern wandern in Heerden von ciner Wildnis; in die andere. Finden sie einen für sie tauglichen Platz, so macht sich die ganze Schaar sogleich an die Arbeit, sammelt Bambusrohre und Baumzweige, die in einander geflochten und dann in dem Buschwerk hoher Bäume aufgestellt werden. Auf dieser Grundlage werden nun Hütten von rohem Grase angelegt. Sobald diese fertig sind, und j 91 - Familie ihre Wohnung hat, werden Weiber und Kinder in diese luftigen Hütten gebracht, und die Männer reißen alle Zweige ab, die man vom Boden aus erreichen kann; sodann machen sie sich eine rohe Leiter aus Bambusstäben, und ziehen diese, wenn sie hinaufgestiegen sind, nach sich, theils um Fremde, theils um ihre vierfüßigcn Genoffen des Waldes abzuhalten. So von den Ästen geschaukelt und vom Winde gewiegt, leben sie mehr wie wilde Thiere, als wie Menschen. Leute, welche viel in Indien gelebt haben, wird der bloße Umstand, dasi ein ganzer Stamm Einge-borner seinen dauernden Wohnsitz auf den Bäumen aufschlägt, nicht eben sehr in Erstaunen setzen, da die Wächter, welche Mangowälder und andere werthvolle Baumpflanzungen zu bewachen haben, oft eine Art Nest auf einen Baum machen, das gerade groß genug ist , sie gegen das schlimme Wetter zu schützen. .Die Kukis zeichnen sicy voe andern Eingebornen dadurch aus, daß sie fortwährend auf Bäumen hausen, indeß haben sie auch sonst glücklicherweise nichts, selbst mit den entartesten Stämmen gemein. Sie rühmen sich offen ihrer Menschenfresserei, und zeigen mit dem größten Ausdruck von Vergnügen die Knochen und andere Überreste der Unglücklichen, die ihnen in die Hände fielen und von ihnen verzehrr wurden. -So erpicht sind sie auf Menschenfleisch, daß der Aufseher die Elephantenjäger stehts mit Musketen bewaffnet und in Abtheilungen von je zehn Personen aussenden muß. Einen derselben erwischten sie, während er nicht auf seiner Hut war, und verschlangen ihn, fast ehe noch das Blut in seinen Adern kalt geworden war. Versuche wurden gemacht, diese Leute zu bezwingen und zu civilisircn; einer ihrer Vornehmen wurde gewonnen, und von Major Gairdner bei dem Elephantendepot angestellt, aber er konnte seine alten Gelüste nicht aufgeben, wurde bald über , tinem Morde ertappt, verurtheilt und Hingerichret. Als sein Schicksal unter seinen früheren Genossen rucht-bar wurde, geriethen sie in heftigen Zorn, und bemühten sich lange Zeit hernach, glücklicherweise vergebens , sich des Aufsehers zu bemächtigen, der in seinen Geschäften häufig durch die von ihnen bewohn-ttn Striche gehen mußte. Diese Menschen leben, seltsam genug, nicht über 150 (englische) Meilen von Calcutta, der Hauptstadt von Brittisch-Indien und doch ist ihre Existenz kaum jemand Andern als den Behörden bekannt, da sehr wenig Nachrichten aus den Wäldern und Dschongeln des wilden Strichs von Bengalen ihren Weg in die Zeitungen von Cal-c«tta finden. Die Existenz von Kannibalen in In- dien ist einerst seit neuerer Zeit ausgemitteltes Fat-tum , denn viele waren der Meinung, die Stämme seyen ausgestorben; es ist aber jetzt außer allem.Zwei-fel, daß die Kukis, welche die blauen Berge v«m Chittagong unsicher machen, und die Goands, welche in den Waldbergen von Nagpur hausen, Menschen-fieich essen. Doch verzehren die letzteren solches nur manchmal und in Gemäßheit einer religiösen Sitte, während die Kukis häusig in dem scheußlichen Male schwelgen. Das Oeueste unv Interessanteste in» Gebiete ver Kunst unv DnvuNrie. vpr Niinver« unv Lolkerkunve. Ganz Rußland enthält.2000 Städte, 15W befestigte Orte und 300,000 Dörfer. Der russische Kaiserstaat umfaßt jetzt nahe an 1 V2 Mill. jüdische Einwohner, wovon allein 34,000 in.Warschau sind. Technologische Ootiz. Aus dem Erzgebirge enthält die Leipziger Zei-tung folgende Mittheilung: Wie in neuerer Zöit Metalle immer häufiger in Anwendung gekommen sind, Gegenstände daraus zu fertigen, wozu man sich sonst der Steine, des Holzes oder anderer vegetabilischer Stoffe bediente, so gilt dieß besonders von' Metallen in Drahtform. Es ist bekannt, ^das; man aus Eisendraht Brücken bauet, und Bleydrahe kommt als bestes Material zum Anbinden der Bäume immer mehr in Anwendung. Durch den 'königlichen hannoverischen Oberbergrath Albert, zu Klaus-thal am Harze, ist neuerlich die Erfindung gemacht worden, die starkem Bcrgseile aus Eisendraht zu fertigen, und diese Gebrauchsart empfielr sich ungcmcin. Wenn zum Beispiel ein Bergseil aus Hanf von ße-nüsser Länge und Stärke 450 Thaler kostet, so täße sich ein Eisendrahtseil von glclchcr Tragkraft für etwa. 200 Thaler, ja vielmehr für L50 Tbaler herstellen. Der Vortheil ist aber aus dem Grunde noch höher anzuschlagen, dasi ein Drahtseil länger hält, als ein Hanfseil, und daß die Gefahr des Zerreisiens kleiner wird, als bei Hanf- und Kcttenseilen. Bei .den neuen Seilen macht sich nur nöthig, daß die Biegungen nach größeren Durchmessern erfolgen,, und deßhalb Seilscheiben und Seilkörbe eine ctwas veränderte Con--struction erfahren müssen. In Freyberg ist beretts seit 4/5 Jahren ein solches Seil auf der Grube »Vergnügte Anweisung« im Gange, und es zeigt sich so vortheilhast, daß man als gewiß annehmen kann.,