Pr^vmcraüvL» -Preilk. Für Laidech <-<»;!ähr'.g . . . 6 ft. — lr. HakSjLhrig . . . 3 , — . Bierrsljahrrg. . . I , so . Menatlich . . — . Sv . Mit der "Post: »an,jährig . . g k. — kr. Halbjährig . . . 4 , sa , Merieltäbrig. . . s , LH . ftür AützellMg >«k Hans vierisl-iLhrtg Lk kr., i7!rN2:I:S S kr. Wnzelsc Rumm-rn S kr. Laibacher Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripts nicht rurückgesendei. LedakIjov 0-!:nbc?qa1c .^Ir. :ü> Ltttditino and Znicriilty/'' Lureaii: / -rngreßpl-r'.'!r kl i.!> u V5»V I. v. ö! Iclnu-ayr L ZalcilioaLxicisr: ,)L: die e-nivaltige PetiiieUe S kr cei ;!r>ein!»Hzir Ein!^„!-u:.>> >. ' ?l dreimal L 7 Ir. ^usertirnkffemre! ftdi-.'vi-l r- r, Bei größeren Inse^^te!, und ölt»-, Einschaltung enllrrechende, Mar-.ti Nr 283. Dienstag, 13. Dezember. — Morgen: Spiridion. 1870. Das deutsche Kaiserreich. Was seit Beginn dieses JahrhunderteS die begeisterten Söhne Deutschlands stets ersehnt, ist nunmehr eingetrcten, Deutschland ist einig, groß und mächtig wie kaum je zuvor, der deutsche Riese ist auferstanden und hat seinem Vaterlande die Stellung angewiesen, welche diesem in Folge seiner Lage, seiner Größe und der geistigen Fähigkeiten seiner Bewohner gebührt. Die Rolle, welche Deutschland in den letzten Jahrhunderten spielte, war eine klägliche und der großen, begabten Nation unwürdige. Während im Westen Europa'« große Monarchien entstanden, deren Einflnß sich weil über die Grenzen Europa's erstreckt, während sich im Nord-osten eine Macht erhob, die seit einem Jahrhundert im fortwährenden Fortschritt die Selbständigkeit aller übrigen zu gefährden scheint, waren im Mittelpunkte dieses Welttheileö wohl alle Elemente, einen mächtigen Staat zu bilden, Vorhände.!, aber zugleich die höchste Zerrissenheit und Ohnmacht. Von dem Ende des 15. Jahrhunderts, d. H. von dem Augenblicke an, wo die französische und spanische Monarchie sich als feste Einheit konstituirt haben, siud die Schicksale Enropa's immer durch den Westen bestimmt worden, und Deutschland, welches seiner geografischen Lage und Größe nach dazu berufen scheint, die bedeutendste Stelle einzunehmen, hat entweder gar keinen oder doch nur dadurch einen Einfluß auf die Schicksale der Welt ausgeübt, daß es sich durch seine westlichen und nördlichen Nachbarn als Mittel, ihre besonderen politischen Zwecke durchzusühren, gebrauchen ließ. Gewiß hat diese machtlose, man könnte sagen unnatürliche Stellung Deutschlands nicht nur auf Deutschland selbst, sondern auf ganz Europa immer eine nachtheilige Wirkung ausgeübt. Manches würde nicht geschehen sein, wenn Deutschland ein mächti- ger Staat und im Stande gewesen wäre, bei den europäischen Händel sein Wort in die Wagschale zu werfen. Es möge nur daran erinnert werden, daß nur die ganz machtlose Stellung Deutschlands es war, wodurch jene Ausdehnung der Macht Frankreichs möglich wurde, durch welche Napoleon I. sast zur Weltherrschaft gelangt ist und beinahe ganz Europa mit Krieg überziehen konnte. Die Ohnmacht und Zerrissenheit Deutschlands war stets eine doppelte Gefahr für Europa, weil einerseits einem fremden Eroberer oder händelsüchtigen Regenten kein Damm entgegengesetzt werden konnte, und andererseits durch die innere Spaltung Deutschlands europäische Händel und Wirren nur begünstigt wurden. Die Einheit und Macht Deutschlands ist daher ein gemeinsames Bedürfniß für ganz Europa. Das deutsche Volk ist nicht eroberungssüchtig, verlangt nicht fremde Nationalitäten zu unterdrük-ken, es liebt den Frieden mehr als jede andere Nation und wird auch, wenn seine Stimme die maßgebende in Europa geworden ist, den Weltfrieden festzuhalten wissen, da es sich jeder Störenfried, mag er vom Westeu oder Nordosteu Europa's kommen, wohl überlegen wird, die Kraft dcs deutschen Riesen herauszufordern. Und daß Deutschland, welches mit Elsaß und Deutsch-Lothringen beiläufig 9800 Quadratmeilen mit mehr als 40 Millionen Einwohnern zählt, nicht blos geistig, sondern auch fisisch eine Macht ist, der kaum jemand zu widerstehen vermag, davon hat sich die Welt in den letzten Monaten sattsam überzeugen können. Deutschland ist einig und wird es auch hoffentlich in Zukunft bleiben. Bürge hiefür sind das lebhaft erwachte deutsche Nationalgesühl und die Form der künftigen Verfassung. Die einzige Form, in welcher die Einheit Deutschlands bei der ganz eigen-thümlichen Stellung und Vergangenheit dieses Lan- des wenigstens für die Gegenwart möglich ist, ist die Form eines Bundesstaates mit gemeinsamer Volksvertretung, wie er eben mit 1. Januar 1871 ins Leben treten soll. Zudem wird die Kaiserwürde erblich sein, wodurch die aus Anlaß der jedesmaligen Wahl hcrbcigcfnhrten Streitigkeiten, welche einen Hauptgrund zum Verfalle des früheren deutschen Reiches gebildet haben, vermieden werden. Das deutsche Kaiscrthum ist fertig, Deutschland ist einig, und es wird nun Sache des deutschen Volkes sein, den Doppelwunsch „einig" und „frei" zur That zu machen. Wenn auch von Wilhelm 1. nicht viel sür d>e -Freiheit zu erwarten ist, welcher zu sehr dem Junkcrlhum und jesuitischem Pietismus huldigt, so dürstt doch sein Nachfolger eine ganz andere Aussicht eröffnen und vor allem bildet der hohe Bildung?.; ad, die Zähigkeit und Ausdauer des deutschen Volkes die sicherste Bürgschaft, daß cs sich nicht nur die Einigkeit, sondern auch die Freiheit zu erringen wissen werde. (L. T.) Vom Kriege. Aus Versailles wird gemeldet: Oberü-lieutenant Verdi wurde am 6. d. als Parlamentär nach Paris geschickt mit der Ordre, dcr Rc« gierung die deutschen Siege an dcr Loire mitzu-theilcn und eine Sommation zu Überbringer,, welche die Kapitulation von Paris binnen drei Tagen verlangte, widrigenfalls das Bombardement beginne. Trochu verweigerte dcn Empfang des Parlamentärs; das Bombardement sollte hierauf beginnen, als neue Waffenstillstands-Vermittlungen mit starker Friedensbürgfchaftsich geltend machten. Moltke hat dann neuerlich durch ein von feinem Adjutanten Grafen Nostiz an die französische Vorpostenkette überbrachteS Schreiben Trochu von der abermaligen Niederlage dcr Loire-Armee in Kenntniß gesetzt und darin anheimgestellt, einen JeuilleLon. Der Kuß PharaMis'. Ein Beitrag zur Naturgeschichte des Weibes. Von Amand v. Lerchenfeld. I. (Schluß.) Wilhelm konnte sich diese Erzählung nicht deuten und antworte nahezu gleichgiltig: Armes, armes Weib! Nicht wahr, so unglücklich bist Du nicht, Javana? Javana sprang auf, und indem ihre fchwa zen Haare in wilder Unordnung über Schulter und Busen herabwalltcn, ergriff mich ein unbeschreiblicher Schauer. Sie war schön, etwas majestätisches lag in dieser junonischen Gestalt, allein ihre wilden Blicke verriethen einen mächtigen inneren Zwiespalt, und das dämonische, abstoßende ihres Charakters behielt bald wieder die Herrschaft über ihr äußeres Wesen. Wilhelm blieb noch einige Minuten auf dem Boden zufammengekauert, dann stand er ebenfalls auf, und wie mir schien, diesmal mit lebhafter Aufregung. Pharaildis lcbt, sie lebt so lange, bis die Sterne am Firmamente erlöschen wcrden! schrie Plötzlich das lcidenschaftliche Weib. Javana! Javana! Was treibt Dir das Blut gegen die Stirne? rief Wilhelm mit ängstlicher Stimme; ich will Dir gut fein, Dich lieben, beruhige Dich, braune Königin, ich bin Dein Falke und durchjage die Welt Dir zu lieb, denn nur Du kannst mich glücklich mache«. Javana wurde etwas ruhiger. Sie schritt auf Wilhelm zu und legte ihre beiden Arme auf seine Schultern, ihm lange stumm in die Augen sehend. Es war eine peinliche Panse. Die Nacht lag dick und schwarz ringsum, ausflackernd fielen die grellen Streiflichter vom entfernten Lagerfeuer herüber, um das die übrigen der Truppe sorglos schliefen; die Bäume rüttelte noch immer dcr frostige Nordost uud tausendfaches, geheimes Leben schien sich in den Gebüschen, auf de» MooSbänken, zwischen den Slein-barren und in den Lüften zu rcgcn. Ich zitterte vor Külte und drückte mich an den dicken Stamm der Föhre. Javana aber sprach folgendes zu Wilhelm: Gehe hinweg mein Falke, Du wirst Weiber finden, die Dich glücklich machen werden. Nicht alle, aber viele sind verdammt, den Fliiä, Pharai'ldi's ihr karges Leben hindurch mit zu schlrppen; wähle Dir jene, denen heiter der Himmel lächelt. So wärest auch Du verdammt? rief Wilhelm zitternd, indem er sich an ihren Hals klammerte. Javana schwieg. Rede Javana! stotterte er, sein Gesicht gegen die wogende Brust des Weibes pressend, rede, ich will Dich besitzen, Du allein vermagst meiner Leidenschaft ein süßes Ziel zu setzen, ich verzichte auf die geschmückten Puppen der Welt, aus die Drahtfiguren unserer schönen Sünderinnen, hier ist warmes. wahics Leben — küff: mich Javana, sonst küsse ich Dich! Das Zigeunerweib sprang weit zurück, so daß ich nicht wenig erschrack und zur Waffe griff. Niemals! rics sie halblaut, denn auch ich liebe Dich. So greise zu! fuhr Wilhelm in einer Art Extase fort. Offizier unter freiem Geleite nach Orleans zu eigener Anschauung zu schicken. Trochu antwortete in einem kurzen Schreiben, daß cs der Absendung eines französischen Osfiziers nicht bedürfe. An der Loire vergeht kein Tag ohne Kampf. Wenn die Deutschen nicht Vordringen, so atlakircn die Franzosen. So war es am 10. Dezember, an welchem Tage der Großherzog von Mecklenburg seinen seit dem 26. November täglich im Feuer gewesenen Trnppen Ruhe gönnen wollte. Allein die Franzosen eigriffen die Offensive und es entspann sich ein langer und heftiger Artilleriekampf, der schließlich mit der Zurückweisung der Franzosen geendet haben soll, Hans Wachenhusen schreibt in seiner Schilderung der letzten Kämpfe gegen die Loire-Armee unter anderem folgendes: Zur Ehre des Generals Aurelles de Paladine will ich annehmen, daß er von der Eigentümlichkeit der von manchen seiner Leute gewählten Munition nichts weiß. Es ist nämlich von den Aerz-ten konstatirt, daß von französischer Seite mit explo-direnden Kugeln geschossen worden. Wahrscheinlich jene Kugeln, welche Herr Pertuiset, der große Löwenjäger, erfand und allen Militär-Kabineten offerirte. Man erinnert sich, daß Rußland einen Augenblick geneigt war, diese völkerrechtswidrige Kugel zu adoptiren, den Gedanken aber fallen ließ. Ich will nicht darüber streiten, ob es humaner ist, einen Menschen mit einer Mitraillense wie ein Sieb zu durchlöcheru, ihn mit einer Kartätsche zu Rostboeus zu machen oder ihn zu explodiren, denn die Humanität wird zu alle dem den Kopf schütteln; ich erwähne nur eben dieser Kugel. Ueber die Thcilnahme des ersten bairiscken Armeekorps in den letzte» Kämpfen bei Orleans berichtet man aus München: Am 7. d. Nachmittags Gefecht bei le-Bardon im Bereiue mit der 17. (Mecklenburg.) Division. Am 8. d. Schlacht bei Eravant und Beaugency. In hartem Kampfe gegen bedeutend überlegene Kräfte schlug das Korps im Vereine mit der 17. und 22. Division die Angriffe des Feindes unter wesentlichem Terraingewinn zurück. Am 9. d. erneuerter feindlicher Angriff und glänzende Zurückweisung desselben im Vereine mit den beiden genannten Divisionen. Am I I. fand das Korps endlich Ruhe, indem cs zur Besatzung in Orleans cinrückte. Der König hat seinen braven Truppen in folgendem Telegramm für ihre Tapferkeit gedankt: „An den General von der Tann in Beaugency. Aus den Telegrammen Sr. königl, Hoheit des Großherzogs von Mecklenburg habe Ich mit hoher Genugthuung von der glänzenden Betheiligung Meines ersten Armeekorps an den jüngsten Siegen über die Loire-Armee Kenntniß erhalten. Den heldenmüthigen Trägern des bairischen Waffenruhms Meine Bewunderung und Meinen königlichen Dank. Ludwig." Die Hafenstadt Dieppe isi von den Truppen Daß ich Dich nicht küsse, ist ciu Beweis meiner Liebe, flüsterte sic mit einem male innig und zärtlich. Wilhelm ward durch den Kampf feiner Empfindungen nahezu kraftlos und er sank ermattet auf die Erhöhung am Rasenplatze nieder, wo Ja-vana anfangs gesessen. Er brütete vor sich hin, die eine Hand iu dcu Haare» vergraben, die andere nachlässig ausgestreckt. Javcma näherte sich, kniete neben ihm und stützte sich auf seine Schulter. Wilhelm begann von neuem zu flehe» uud schlang seine Arme leidenschaftlich um ihren Hals. Er küßte das Weib uud sie küßte ihn zurück, vielleicht mit doppelter Glut, als sie sich vorhin gewehrt. Doch ging diesmal mit ihm eine peinliche Veränderung vor sich. Verwirrt saß er auf der Rasenerhöhung uud hatte gar nicht wahrgenommen, daß Javaua gleich nach den ersten Küssen verschwunden war. Sie durchbrach, ehe ich mich's versah, die Zweige der nächsten Gebüsche uud mein Auge konnte sie in Folge der Dunkelheit unmöglich verfolgen. Nach einigen Minuten sprang Wilhelm aus seiner Verwirrung auf, indem ich leise meine Hand auf feine Schulter legte. Manteuffels, der bereit am 7. Rouen genommen hat, besetzt worden. Das ist eine sehr interessante Tbatsache; die Deutschen haben also das atlantische Meer erreicht! Mit Ausnahme der Seefestungen Havre und Cherbourg ist der ganze Norden von Frankreich im deutschen Besitz und von nun ab wird jede Organisation neuer Streitkräfte in der Picardie und Normandie unmöglich. Nach der Okkupation von Rouen hat General Manteuffel feine Armee in zwei Korps ge-theilt, wovon das eine Evreux besetzte und Cherbourg bedroht, während das andere gegen Havre marschirt. Die „Turiner Zeitung" erfährt aus Autun vom 5. Dezember, daß alle KorpSführcr ihre Dein i f f i o n cinrcichtcn und die des Generals Me-notti Garibaldi und des Oberste» Canzio angenommen wurde. Dcr Berichterstatter erklärt schließlich die Auflösung der italienischen Legion als bevorstehend. Am 9. ist die Bahnstrecke Chaumont-Chatillon von Franktireurs zerstört und die Telegrafenleitung unterbrochen worden. Nach einem in Versailles vorliegenden Dekret aus Tours ist in Frankreich die ganze männliche Bevölkerung von 21 bis 42 Jahren kriegsdienstverpflichtet. Aber auch die Deutschen machen riesige Anstrengungen, gegenwärtig wird die Landwehr dcr Jahrgänge 1853 und 54 ausgehoben und die vier Reservedivisionen sind bereits nach Frankreich abgcschickt. Nach Versailler Briefen kommandirte die AuSfallsaiigriffe am 30. Vinoy, am 2., 3. Ducrot. Letzterer wurde verwundet, nicht Trochu. Wie groß die Proviantnoth in Paris ist, geht daraus hervor, daß die Franzosen nach den Gefechten bei Champigny, ehe sie in die Forts zurückgingen, die besseren Körpertheile ihrer gefallenen Pferde losgetrennt hatten, um sie als Nahrungsmittel zu gebrauchen. Politische Rundschau. Laibach, l3. Dezember. Unter den Delegirten wird, wie die „Presse" erzählt, ein Geschichtchen kolportirt, welches ein pikantes Streiflicht aus die hohen Nachtiagskredite des Kriegsministeriums zu werfen geeignet ist. Vom Kriegsministerium wurde seinerzeit dcr Entwurf einer neuen Armee-Organisution ausgearbeitet und bereits mit der Durchführung derselben der Anfang gemacht. Der Intervention einer hohen Persönlichkeit, welche für französisches Wesen und auch für französische Gefangene eine besondere Vorliebe hegt, gelang es, den Kriegsminister zu veranlassen, seine Organisation fallen zu lassen und fitr eine nach französischem Muster zugeschnittene Armee-Organi- Auf, laß uns fortgehen! rief ich, die Nacht ist weit vorgeschritten. Wilhelm rieb sich die Augen wie ein Schlaftrunkener. Wo ist Javana? srng er erstaunt, sich nach allen Seiten wendend. Sie ist plötzlich verschwunden, antwortete ich kurz, sie wird wahrscheinlich Deiner Leidenschaft satt geworden sein. Wilhelm sah mich mit seinen großen, blauen Augeu wie fragend an. Es war ein merkwürdiger Augenblick, flüsterte er tonlos vor sich hin. Wir suchte», so gut als möglich, de» Waldpfad heimwärts wieder auf. Wilhelm hiug an meinem Arme, ohne ein Wort zu sprechen, und stolperte mehrmals über die knorrigen Wurzeln, die den Pfad überzogen. Es war ciu merkwürdiger Augenblick, dachte ich bei mir, als wir zu Hause an-langten. Als wir den nächsten Tag die einsame Waldstelle besuchten, wo sich die Szene mit Wilhelm zu-gctragen, waren die Zigeuner verschwunden. sation die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen-Allein es kameu die Tage von Wörth, Spichcren, Gravelotte, es kam der Tag von Sedau und die Geschichte hielt Gericht über die französische Heeres-Orgauisaiion. Und eines Tages erhielt der Kriegsminister Ordre, seinen Organisations-Entwurf aus dcr Registratur hervorzusuchen und möglichst bald dnrchzusühren. Wie es heißt, wird dieses Gefchicht-chcu auch Anlaß zu diversen Interpellationen inr Finanzausschuß dcr beiden Delegationen geben. Achtundsechzig czcchische Abgeordnete haben an den Grafen Beust ein Promemoria gerichtet, worin sic die Wünsche ihrer Nation aussprechen , damit diese von dem Lenker der Geschicke Oesterreichs, vom Reichskanzler, zur Geltung gebracht werden. Demnach wollen die Czcchen, daß Deutschland Elsaß und Lothringen nicht annektire,. daß Oesterreich Rußlands Bestrebungen im schwarzen Mccrc unterstütze und die Völker der Balkanhalbinsel in ihreu Losreißungsgclnsten ermuntere. Alles im Namen der „Freiheit" und des „Sclbst-bcsrimmungsrcchkes" dcr Völker! Den Czechen wird in ihrer selbstverschuldeten Jsolirung offenbar etwas unheimlich zu Muthe, sie möchten aus der Sackgasse wieder heraus und suchen auf diese Weise den muthwillig zerifsenen Faden der Unterhandlungen wieder anznknüpseu. Hoffentlich geht die Regierung über diese neueste Kundgebung der Czechen zur Tagesordnung über und läßt in ihnen die Erkeunt-niß erst noch mehr reifen, daß in Oesterreich nicht eine kleine Nation für sich selbständige Politik machen, sondern nur dann ihr Gewicht geltend machen kann, wenn sie sich dcm östcrrcichischcn Gcsammt-Vaterlandc als organisches Glied desselben willig fügt. Die formelle Einladung an die österreichischungarische Regierung zur Theiliiahmc an der Londoner Konferenz über die Pontusfrage ist bereits übergcbcn worden und im auswärtigen Amte wird die Instruktion für den österreichischen Vertreter ausgearbeitet. Dieselbe beruht auf dem vom Grasen Beust ausgestellten und allgemein angenommenen Programme, daß die Konferenz ohne Präjudiz zusammentreten soll. An dcm Gelingen ihrer Aufgabe wird nicht mehr gezweifelt; alle bisher veröffentlichten Actenstücke, welche über die russische Streitfrage ausgetauscht wurden, konstatircn das tiefempfundene Friedensbedürfniß Europa's und die Absicht der Kabinett, über die russische Provokation, nachdem ihr durch eine neue Vereinbarung die Spitze abgebrochen worden, zur Tagesordnung übcr-zugchcn. H ute findet die eiste Sitzung der baierischen Abgeordnetenkammer statt. Die äußerste Rechte agi-tirt mit aller Kraft gegen die Annahme dcr Versailler Verträge. Abgeordneter Kolb hat dem Präsidium der Kammer seinen Austritt gemeldet. Ueber die neuerlich eingeleiteten Waffenstillstand s v e r h an d l u n ge n wird ans Berlin endlich einiges Licht verbreitet. Darnach beschränkt sich der ganze Versuch darauf, daß Gambctta dem britiscden Gesandten Lyons erklärte, Frankreich könne ohne eine regelrecht konsiitnirte Regierung den Londoner Konferenzen schwer beiwohnen, weshalb England einen Waffenstillstand vermitteln möge. Dieser Schritt war jedoch erfolglos, da Gambetta die Ver-pioviantirnng von Paris forderte. Die „Tuncs," welches Blatt bekanntlich in großen Fragen fast immer die Anschauungen dcr englischen Staatsmänner wiedergibt, läßt nicht undeutlich merke», daß man i» London über den Kopf Gambetta's hinweg den Frieden aubahnen werde. Sie wendet sich in folgender Weise gegen den Diktator: „Frankreich schritt ins Feld gleich einem Krieger, dcr sich auf seine Geschicklichkeit in der Fechtkunst verläßt, aber dessen Schwert beim ersten Zusammenstoß bis zum Griffe zerbrach. Wir sind die Letzten, welche dcr französischen Nation „einschüchterude Rathschläge" geben; aber weder einer Nation, noch einem Individuum schreibt die Ehre Selbstvernichtung vor, es müßte denn die Aufopferung eine freiwillige fein-Ein „Pakt mit dem Tode" ist indessen nur von Herrn Gambetta gemacht worden. Dieser Pakt ist durch kmie National-Versammlung gutgeheißen worden. Das Knegs»eschrei bis zum letzten Blutstropfen ist in der That sehr laut, aber wir wissen nicht wie tief gewesen. Ueberall in den Provinzen, besonders in den nördlichen und auch in Paris, besteht eine FriedenSpartei. Es ist sehr zu bedauern, daß sie so maltherzig ist, aber das ist kein Grund, ihr zu drohen und auf ihr herumzutreten. Es bestand, wie man uns sagt, eine solche Partei im Juli, eine große, wenn auch gemäßigte Partei, und der Krieg war damals gänzlich und ausschließlich des Kaisers Schuld. Ist jetzt, wie wir sehen, der Krieg nicht ganz die Schuld Herrn Gambetta'S? Auch Italien reorganisirt seine Wehrversassung. Der neue Wehrgesetzentwurs basirt auf der peifönlichen Dienstpflicht aller Wehrfähigen und Abschaffung der Stellvertretung. Es werden zwei Kategorien von Militärpflichtigen gebildet; die erste hat 12, die zweite 9 Jahre Dienstpflicht, ferner wird das Sistem der Distriktslandwehr eingesührt. Eine ziemlich schlaue Antwort gibt die Pforte auf die russische Manier, sich von Verträgen loözu-sagen. Sie macht nämlich darauf aufmerksam, daß auch die s. g. Kapitulationen, das heißt jene Verträge, durch welche die in der Türkei lebenden Angehörigen anderer Staaten nicht der türkischen, sondern der Gerichtsbarkeit ihrer Gesandtschaften unterstehen, sich mit der Souveränetät der Pforte nicht vertragen, weshalb sie deren Aufhebung fordert. Die Tendenz geht daraus hervor, daß die Begründung, welche ein offiziöses Organ der Pforte bringt, fast wörtlich mit der Motivirung übereinstimmt, durch welche Gortschakow feinen Vertragsbruch beschönigte. Zur Tagesgeschichte. — Se. Majestät hat den Betrag von 2000 fl. zur Vertheilung an wahrhaft bedürftige und würdige Personen in Wien, dann in Ihrem und im Namen des durchlauchtigsten Kronprinzen Rudolf für die Efsektenlotterie zu Gunsten der durch Feuer verunglückten Bewohner der Gemeinde Oberdranbnrg in Kärnten als Gewinnstgegenstände ein vollständiges Tasel-und ein Theeservice von Porzellan gespendet; ferner den durch Feuer verunglückten Insassen von Terres in Tirol eine Unterstützung von 2500 fl., der Vorstehung der Bewahranstalt zu Ebensee in Oberösterreich zur Betheilung armer Kinder mit Weinachtsgeschenken einen Betrag von 150 fl. und der römisch-katholischen Kirchengemeinde Hluboka in Ungarn zur Beendigung der Bauten ihrer Kirche und ihres Schutt,auses eine Beihilfe von 150 fl. — Im Marktflecken Zeditz erschlug ein Mädchen ihren greisen Vater, welcher gegen ein von ihr ange-knüpstes Liebesverhältniß eingenommen war. Der Geliebte der entmenschten Tochter jedoch wollte dieselbe verrathen, deshalb erhenkte sich die Vatermörderin sofort. — In Vorarlberg ist ein Kaplan flüchtig geworden, welcher einer Reihe von unsittlichen Attentaten auf Knaben beschuldigt wird. — Man meldet aus Lemberg, 9. Dezember: In Folge Auftretens der Cholera in Kongreßpolen hat die hiesige Statthalterei die Einfuhr gewisser Artikel nach Galizien, darunter Kleider und Wäsche, verboten. — Ju Breslau hat dieser Tage ein Kon -zert zum Besten hilfsbedürftiger Landwehrfrauen statt-gesunden, bei welchem ein Musikkorps der französischen Kriegsgefangenen milwirkte, die sämnulich in der Festung Glogan internirt sind. Die dortige Kommandantur hat es ihnen freigestellt, ob sie bei dem Konzert milwirken wollten, und da sie hiezu bereit waren so ertheilte die Militärbehörde ihrerseits die Genehmigung. Die einzelnen Pießen wurde» sehr korrekt durchgeführt und jedenfalls hat die Mitwirkung eines französischen Musikkorps sehr viel zu dem außerordentlichen Erfolg des Konzerts beigeiragen. Der reiche und laute Beifall des Publikum schien die Franzosen sehr zu freuen. — Wie das „Berliner Korrespondenzbureau" meldet, beziffert sich mit den 10.000 Gefangenen der Affaire Orleans die Zahl der französischen Kriegsgefangenen in runder Summe auf 400.000 Mann. Rechnet man dazu jene französischen Soldaten, welche gefallen, an ihren Wunden gestorben oder Krankheiten in Lazarethen erlegen sind, so beläuft sich der Verlust der Franzosen auf zirka 600.000 Mann. — Die abenteuerliche Fahrt jener Pariser Luftschiffer, deren Ballon in Norwegen angekommen ist, schildert das in Christiania erscheinende „Aslonbladel" vom 20. November wie folgt: Donnerstag Abends 10 Uhr bestiegen Beide in Paris ihren Ballon, um die Post nach dem südlichen Frankreich zu bringen. Der Wind trieb sie jedoch in eine andere Richtung und mit einer Schnelligkeit, von der sie selbst keine Ahnung halten, bevor sie das Meer unter sich erblickten, legten sic den Weg von Paris Uber die Nordsee nach den Küsten Norwegens in 15 Stunden zurück, wo sie am Lisjeld ihren Anker auswarfen. Sie waren kaum ausgestiegen, als der Ballon, dessen Taue und Anker um ein Felsftück befestigt waren, sich losriß, wieder ausstieg, um, wie sich später zeigte, in der Krödshaade zu landen. Erst nachdem die Paffagiere 10 Stunden in Schnee und Kälte auf den Klippen herumgewandert waren, wo sie einmal beinahe die Beute hungeriger Wölfe geworden wären, entdeckten sie im Schnee eine Schlittenspur und kamen, diese verfolgend, zu einer kleinen zerfallenen Hütte. Hier machten sie Feuer an, welches von den Leuten im Dorfe gesehen wurde, und nach einiger Zeit erschienen diese mit einem Schlitten, auf welchem sie die Fremden nach ihrem Dorfe fuhren. Natürlich konnten sich die Geretteten mit ihren Rettern nicht verständlich mache», und durch den Namen „Christiania" auf einer Streichholzdose erfuhren die Franzosen erst, daß sie in Norwegen seien. — Eine Korrespondenz des „Journal de Bruxelles" aus Tours meldet in Betreff der von der französischen Regierung beabsichtigten Errichtung von Lagern, daß diese Maßregel angesichts des erheblichen Geldmangels, sowie bei den zahlreichen anderen Schwierigkeiten, die sich entgegenstellen, schwerlich zur Ausführung gelangen dürfte. — Mil der Bezeichnung: „Der Stilist — die Regierung" bringt die „France" eine Probe der souveränen Ausdrucksweise Gambetta'S. Dieser antworiet nämlich dem General Cambriels, der um die Entscheidung eines Kriegsgerichtes bat, folgendermaßen: „Mit meiner Einwilligung und meinem ganzen Bedauern, mich zeiiweilig Ihrer Dienste zu berauben, haben Sie die Ruhe genommen, die Sie bedurften, und ich habe immer die Absicht gehabt, Sie zu einem anderen Kommando zu berufen, sobald Sie sich selbst im Stande fühlen würden, den Nothwendigkeiten des Dienstes genügen zu können." Welch' majestätische Sprache! — Im Jahdebusen ist am 3. d. M. ein Wall fisch beim Eintritte der Ebbe im seichten Wasser zurückgeblieben und von der Mannschaft des „König Wilhelm" erlegt worden. Es war ein Thier von 63 Fuß Länge unv 12 Fuß Breite, dessen Thran auf 500 Thaler Werth geschätzt wird. — Die russische Zensur schwärzte sonst die Stellen in ausländischen Blättern, wo etwas Vernünftiges darauf stand, das die Dummheit im heiligen Rußland nicht kennen lernen sollte. Nenestens spart sie aber die Schuhwichse unb solche Stellen werden aus den Zeitungen jetzt mit der Scheere heraus-geschnitten. Wahrscheinlich wird auch viese Noiiz eine russische Scheere in Bewegung schm. Mal- rmö Promnzial-Angelegeuheiteu. Lmal-C-Mm. — (Die Bahn Laibach-Tarvis) wird laut Kundmachung der Direktion der k. k. priv. Kronpriuz-Rudols-Bahn morgen am 14. d. M, für den Personen- und Güterverkehr eröffnet werden. — (S i lvest e r f e i e r.) Der Laibacher Turnverein veranstaltet Heuer wieder eine Silvesterkneipe. Dieselbe wird im Glassalon der Kasinorestauralion staltsinden und sie dürste, den großartigen Vorberei- tungen nach, die Heuer zu diesem Feste getroffen werden, ihren so belieblen Vorgängern gewiß nicht nachstehen. — (Der Prolog znr hiesigen Beethovenfeier,) welchen Dr. Keesbacher verfaßt hatte, fand auch auswärts vielfache ehrende Anerkennung. In Triest und Znaim wurde derselbe sogar, ungeachtet mehrfache andere Arbeiten Vorlagen, bei der in den genannten Städlen im Laufe d. M. zu veranstaltenden Beethovenseier ebenfalls als Festgedicht angenommen. (Theater.) Gestern fand eine Wiederholung von Kreuzers immer mit unvergänglicher Frische und Lieblichkeit wirkende» Oper „Das Nachtlager in Granada" statt. Die Aufführung war (die mehrmaligen, ohrenzerreißenden Leistungen der Hörner und einige andere kleinere Schwankungen im Orchcher ausgenommen) eine sehr zufriedenstellende. Vor allem entzückte Herr Lafontaine die Zuhörer durch seine mächtige und dabei Loch fo simpathische Stimme »ud seinen sichern, geschulten Vortrag; neben ihm wirkten Fr. Fra» ke» berg und Herr Rüdinger in lobenswerthester Weise. Heute wird als letzte Oper in dieser Saison „Stradella" zum Benefize der so beliebten und verdienstvollen Fr. Fraukeuberg gegeben, die damit hoffentlich ein ganz volles Haus erzielen wird, worauf sie den gerechteste» Anspruch hat Uebermorgen findet noch eine Reprise von „Stradella" statt und dann müssen wir mit schwerem Herzen vorläufig von der Oper Abschied nehmen. Alle Freunde derselben mögen sich daher beeilen, heute und überiliorgen noch von der letzten Gelegenheit zu profitiren. Wer weiß, wan» in unserem Theater wieder Opcrnanffüh-rungen stattfinden werden. (Theaterrepertoire.) 14. Dezember: Die Dame mit den Kamelien. —15.: Stradella. — 16.: Nur Mutter. — 17.: Egmont, mit Beethovens Musik. — 18.: Slov. Vorstellung. Ans dem Gerichtssaale. (Schlußverhandlung gegen Alfred Meninger Ritter von Lerchenthal wegen Verbrechens der zweifachenEhe.) Mit der Vernehmung des mittlerweile eingetrossenen Zeugen Paul Horvath, Oberkonduktcur aus Kafchau, wird die Verhandlung eröffnet. Zeuge Halle sich im No. vember 1864 von Miramare aus nach Mexiko einge-schifst und bekleidele dort die Stelle eines Gardewachtmeisters. Auf die betreffenden Fragen des Vorsitzenden gibt Zeuge an, er sei von Meninger im Jahre 1866 ausdrücklich gebeten worden, bei seiner Verheiratung als Zeuge zu suugireu. Diesen Gefallen habe er ihm erwiesen, sei Zeuge der in der Hofkapelle stattgehabten Trauung gewesen und habe der der Zeremonie nachfolgenden Eintragung in die Kirchenbücher beigewohnt. Aus die Zeremonie mit dem Silbergeld weiß sich Zeuge nicht zu erinnern, ebensowenig ob der kirchlichen Trauung eine Zivilehe vorhergegangen sei. Sohin wurde das Beweisverfahren geschloffen und es entwickelle nun die Staatsanwaltschaft in einstün-diger Rede die Gründe, auf welche hin Angeklagter schuldig gesprochen werden muffe, denn es sei unwiderleglich durch Urkunden bewiesen, Meininger habe sich am 22. September 1866 mit Rosario Perez der Zivilehe und am 4. Oktober der kirchlichen Trauung unterzogen. Beweisunterstützend sind die verschiedenen Briefe, welche im Laufe der Verhandlung zur Sprache gebracht wurden, so ein Brief Meningers an Ramor Perez, den Bruder der Rosario Perez, in welchem er ihn um Einwilligung zur Verheiratung mit Perez bittet, dann ein Brief Meningers an feine Frau und als Antwort daraus ein Bries der Perez. Auch habe sich Meninger überall in Mexiko als verheiratet gerirt und habe vo» Sr. Majestät dem Kaiser Max aus Anlaß seiner Verehelichung ein Geschenk von 20 PesoS erhallen. Der vom Oberstlieutenant Leißer dem Angeklagten ausgestellte Ledigschei» beweist nichts, denn dieser, bezieht sich nur auf Meninger in feiner Eigenschaft als osterr.-mexikanischer Freiwilliger. Als Gardist war Meninger ganz getrennt vom Korps. Da der Umstand, daß durch die Handlungsweise des Meninger zwei Frauen und deren Kinder ins Unglück gestürzt worden seien, erschwerend ist, mildernd hingegen da« unbeanstäiidele Vorleben des Angeklagten erscheint, so beantragt die Stacüsanwalischast die Strafe des einjährigen Kerkers, Verlust des Adels und Nichtigerklä-rung der zweilen mit Marie K. geschlossenen Ehe. Vertheidiger Dr. Razlag bestreuet, daß der Beweis in objektiver und subjektiver Richtung gesetz- mäßig erbracht sei; die Information und Zivilehe vor Pradillo erklärt er als ein-: Ausschreibung, welche zu dem Zwecke stattgefunden habe, den Kaiser mit den ihn umgebenden Personen bekannt zu machen. Auch sei der Trauungsschein vom Kaplan Joachim Palazio gar nicht unterschrieben. Ferners fehlen die zu eiuer giltigeu Trauung gehörigen Förmlichkeiten, denn daß ein Aufgebot stattgefunden habe, ist lediglich Bermu-thung. Es sei ganz glaubwürdig, daß Meninger nur um sich in seiner Nothlage zu helfen, den Brief an das Präsidium des „deutschen Hauses" um Unterstützung gerichtet und sich für verheiratet ausgegeben habe. Schließlich bittet der Vertheidiger den Gerichtshof, vor Fällung des Urtheils die betreffenden Dokumente ja genau prüfen zu wollen. Hierauf zog sich der Gerichtshof zur Berathung zurück, nach deren Beendigung der Vorsitzende den geschöpften Spruch verkündete. Das Uriheil lautete: Alfred Meninger Ritter v. Lerchenthal sei des Verbrechens der zweifachen Ehe schuldig und werde demgemäß zur Strafe fünfzehnmonatlichen schweren Kerkers, verschärft mit einem Fasttag jeden Monat und am 22. September mit Absperrung iu dunkler Zelle und Fasttag, dann zum Ersätze der Strafprozeß- und Strafvollzugskosten verurtheilt. Zugleich werde er des Adels verlustig und die zweite Ehe mit Maria K. für null und nichtig erklärt. Gegen dieses Erkenntniß meldet Meninger sogleich die Berufung an. Literarisches. Unlen-er. Es kviumt Ulis soeben eine Äaleuderkvl-lektion aus dem Berlage der Buchhandlung von Moriz Perles in Wien zu, ans die wir unsere Leser bestens aufmerksam machen können. Allen voran steht der reizende Damenal m a n a ch (V. Jahrg.); cs ist Lies ein zierlicher Taschcnnvtizlalender, äußerst geschmackvoll eingebunden, mit eiuem schonen Titelbild in Farbendruck. Das Büchlein selbst enthält nebst Kalendarium und vielen praktischen Beigaben fiir jedeu Tag eine halbe Seite leeren Raum zn Notizen. Der Preis von 1 st. 20 kr. ist im Nerhättuis; zur Ausstattung ein durchaus billiger. — Das zweite Jahrbuch hat trotz seines kurzen Bestandes (II. Jahrgang) nuter den Juristen bereits mit Recht viele Frennde erworben. Der diesjährige Iuristenkalender (Preis 1 fl. 50 kr.) darf sich auch getrost jedem Fachurtheit unterwerfen, da er trotz handlichen Formats einen sehr reichhaltigen Inhalt besitzt Nebst dein unentbehrlichen Notiz- (Termin-) Kalender finden wir dariu an ganz besonoers praktischen nnd hervorragenden Beigaben: Einen Abriß des in Ungarn geltenden Verfahrens in Streitsachen uud eine vollständige Zusammenstellung aller österreichischen Advokaten und Notare. Den Schtliß der Sammlnng bilden ein sehr nett nnd einfach ausgestattetcr B r i e f t a s ch e n k a l e n d e r (II. Jahrg.), sowie der in ganz Deutschland »ud Oesterreich bekannte Bolkskalender von Steffens (31. Jahrg., Preis 90 kr.), der nebst Hvlzschiiittillustrationeii reizende Stahlstiche nnd eine ganze Menge Erzählungen, wie auch eine Geschichte des deutschen Krieges im Jahre 1870 enthält. — An diese Kalender recht sich ans gleichem Berlage das altbekannte Taschenbuch „Thalia" an. Der vorliegende Jahrgang ist wieder reich durcki Stahlstiche »nd Gedichte geziert und enthält Novellen von NemmerSdorf, Dempwolfs, Fautsch rc. Der Preis ist 3 fl. 50 kr. Eingesendet. Keine Krankheit vermag der delikaten lisvalez-eiöi'ö äu zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Bla-sen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaussteige», Ohrenbransen Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeuguiß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafe» PluSkow, der Marquise de Brvhan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die RevaleScivre bei Erwachsenen und Kindern LOmal ihren Preis in Mediziuireu. Zertifikat vom Herrn Tr. Mediziue Jos.s BiSzlah. Szelevcny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Fran, die mehr.re Jahre au Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche nnd Schmerzcii gelitten und alle 'Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Du BarrnS Ilovaleseibrs gänzlich hergestcllt wor- den und kann ick dieses exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Dankgesühl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Biszlay, Arzt. In Blechbüchsen von Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — liöVLlkMisre Ldoenlatös in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen st. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Lassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Wallfischgasse 8 ; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfnmenr und Anton Krisper; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßbnrg Pisztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in L rnz Haselm ayer; in Graz Oberranzmeyer,Grablowitz; in Marburg F. Kolletnig; in Lemberg Rottender; in Klausen bürg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. WiMlMljj. Lai Vary, 13 Dezember. Trüber Tag. Wolkendecke Licht geschloffen. Thauwetter. Wärme: Morgens 6 Uhr 0.6", '.'tackln,ttags 2 Utr -s- 4.0' R. (1869 1.6"; 1868 -s- 2.2"). Barometer 325.97"'. Das Tagesmittet Ler Wärme — 1.2", um 0.6" unter dem Norinate. Angckommcne Fremde. Ai» 13. Dezember. Hladnil', Zirluij. — Aleä, Prceka. — Pollat, Agent, Wien. — Mauzirrui, Besitzer, Triest. - Eiseu-ställer, Handels,!!., Wien. — Maischuer, HandelSreiscnd., BrcSllni Noyou, Neisliidki', Paris. — Horuyassek, Kfm., Wien. — 26citt>na,lii, Kfm., Biituu. — Kunz, »sm., Wien. — Genscher, ^räsivenk, Rudolsswerlh — Brandeis, Kfm., W en — Krause, Ingenieur, Adels-berg. — Perilsch, K»niinan»Sganiu, Triest. verstorbene. ' Den 11. Dezember. Apollonia Knific, Jnwohnerswitwe, alt 82 Jahre, im Zivilspital an Altersschwäche. Den 12. Dezember. Gertraud Gerkinann, Inwohnerin, alt 36 Jahre, im Ziviispital an der Wassersucht. ÄLoerttliifLl" aber die am 15. Dezember 1870 stattsindenoen Lizitaüonen. 1. Feilb., Obcrstar'sche Real., Rakituiz, BG. Äieifniz. — 3. Feilb., Habie'sche Real-, Wraniz, BG. Littai. — 3. Feilb., Trost'sche Real, Pvdbreg, BG. W>ppach. Theater. Heute vorletzte Opernvorstelliing: Alcss.nvro Ltravelln. Oper in 3 Akteu vou Flotmv. Beiiefiee der Opciiifällgeiiu Frau Josefiue F r a u l c ii b c c g Morgen: Die Dame »lil ve» Äainelie». Schauspiel iu 5 Aufzügen. Telegramme. Bordeaux, II. Dezember. Eine Depesche Gambetta's aus Tours vom 10. Dezember besagt: Chanzy's Bemühungen sind bewunderungswürdig und von Erfolg gckiünl; er beschützt die 2oirc-Ltuie, ohne einen Zoll breit zu weichen. Ich gehe nach Bouigeö zur zweilcn Armee. Versailles, 11. Dezemoer. (Offiziell.) Ab' theüuiig.n dcü 9. Ärnieekorps schlugen am 9. Dezember einen Angrisf bei Montltvault ab. Der linke Flügel des Korps wars den Feind ans Cham-bord, 5 Geschütze erbeutend. Las drille Armeekorps verfolgte am 8. Dezember bei Novoy den geworfenen Feind bis über Briare. ist ein eleganter zweispiiimiger, viersitziger Schlitte,! ^W8 Das Nähere beim Hausmeister in der Zuckerraffinerie. (523—3) K88mo-blgvtmM. Die Vornahme der Wahl der Direktionsmitglieder des Kasinovereins für die austretende Anzahl derselben, sowie der beiden RechttNNgsreVl-denten wird am Sonntag den 18. Dezember 1870 Nachmittags 3 Uhr in den Vereinslokalitäten statt-siiiden, wozu die wahlberechtigten beständigen Mitglieder hiermit eingeladen werden. (526 — 1) Laibach, 10. Dezember 1870. Von der Aasrnovereins-Mrektion. Epileptische Krämpfe (Fallsncht) (i«;—i80)j heilt brieflich der Äpezialarzt fiir Epilepsie Doktor tt. KNIk««!» i» Berlin, jetzt: Louifeustraße 45. — Bereits überHuudert geheilt. Herrn Dr. 7.. 2. ?ovv, prakt. Zahnarzt, in Wien, Stadt, Bognergasse 2. 1>ednitr, den 11. Juni 1869. Ihr Ansltierin-Klunäivssser, dessen Empfang mei-^ »er Ordre gemäs; ich bestätige, gebrauche ich seit Jah-I reu mit dem besten Erfolg, indem cs den VVeinstein unil Selileim, cler sieli sn clie 2Zlnie gnsetrt, löst uncl entfernt uncl »uob äen üblen Lerueti nus üem kilunlte gänrlioli beliebt, daher ich es besonders empfch-lenswerth finde. (9—3) Hochachtungsvoll und ergebenst kenigl. Rechtsanwalt und Notar. Z» haben in Laibach bei k'etriöiö L pirker, A. Krisper, loses Ksringer, lob. Krasvliovvitr, Lti. I^slir und f. U. Sobmitt; Kraiubnrg bei 5-Krisper und 8eb. Lcksunig, Apotheker; Bleiburg ! bei Kerbst, Apotheker; Warasdin bei Kalter, Apotheker; R n d o l f Sw e r t h bei l). kirroli, Apotheker, «ud losef kergmsnn ; GurkfcIdbei frleclr. kömoties, Apotheker; Stein bei lalin, Apotheker; ! Wippach bei knton veperis, Apotheker; Görz bei ! frsnr t.srr»r, Ponton,, Apotheker, uud Z. Keller; Wartcuberg bei f. liLiiler. Wiener Börse vom 12. December. 'rperc.Rcnte, öll.Pav. vls. dlo. öst.iLSUb. -^se von 1.854 . . . ^sse von 1860, rose von 1860. Fünft. j?rärmensch. v. 186-t . Hruv O d i. Lteiermarl P-Lk. Ernten, Zlraln u. Küstenland 5 „ Ungarn. . ;u5 „ kkroat.u. Slav.5 „ Siebcnbürg. „ 5 „ -iationalbank . . . Union - Bank . . . Lreditanstalr . st. ö. EScompte-Ges. Lnglo^öfterr. Ban' Oest. Bodencred.-'^. . Oest HhPoth.-Ba::? . steier. E-scomvt.-4)k. Franko - Austria . . Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . Hais. Elisabetb-Bahn. Larl-Ludwig-Bahn Liebend. Eisenbahn . Staatöbahn. . . . »ais. Franz--Iosesüb.. 'fünft.-Dieser E.-B. älföLd-Fium. Bahn . Nation. ö.W. verloSb. Bod.-Creditanst. Allg.öst.Bod.-Credit. to. rn rirr<5. ruckz. . Veld L6.20 «5.Ä0 8Z.- 80 113- 92 - 86.— 78.25 82.L0 75 — 729.-231.-^50 50 b88.-186.— 5'^ IO? . r'1. Hypcch.-L^n! . ^ 6^ 40! 88 85! 93.- 78.75 83. 75.L5 731. 231.25 251 — 890.— 1U6 50 85.- j28n.-»9.— 99.50 2055 2060 181.90 I8S.10 216.50 216.75 212 75 j 243 !64 50 165 50 384.- 385.— >l88.50lL89.— 157 50 158.— 169.L0 169.75 91.29! 91.40 89.—' 90. 107.- >108.— 88.60 89.- Südb.-Ges. zu 500 Fr. I1S.75 113.— dto. Bonö 6 pCt. rS4.- 236 — 'Nordb. (100 fl. CM.) !>L!iu 93.25 Sieb.-B.l2ov fl. ö.W.) «7 rs 87.5V Staatsbahn Pr. Stück Staatsb. Pr. St. 1867 !>!ui-ois