Bezugspreise Zur cVsterreich-Ungarn ganzjährig K 4' — halbjährig K 2- — Zür Amerika: ganzjährig D. I 25 Zur das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werdennichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück« gesendet. GMscheer Dole Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Werwaktung des Hottscheer Boten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schristteituug des Hottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Wr. 21. Oottschee, am 4. Wovemöer 1909. Jahrgang VI. Die Gesetzentwürfe des krainifchen Landtages über die Abänderung der Gemeindeordnung und Ge-meindewahtordnung) über die Schulaufsicht und über die Landesbank. In der vorigen Nummer unseres Blattes konnten wir in dem Bericht über die Landtagsverhandlungen die Novelle, betreffend die Abänderung der Gemeindeordnung und Gemeindewahlordnung und die Gesetzentwürfe über die Schulaufsicht und über die zu gründende Landesbank, Raummangels wegen nur kurz berühren. Da diese Gesetzentwürfe auch für unsere engere Heimat von Bedeutung sind, wollen wir sie heute etwas näher erörtern, bezw. das Wichtigste aus den Landtagsverhandlungen hierüber zur Kenntnis bringen. Nach dem Entwürfe einer Novelle zur Gemeiudeorduung und Hemeindewahkordnung, behandelt in der Sitzung am 12. Oktober (Berichterstatter Abg. Jarc), sollen künftighin sämtliche Gemeindeinsassen das Wahlrecht für den Gemeindeausschuß erhalten, nämlich sowohl die Steuerzahler als auch diejenigen, die keine Steuer entrichten. Im ersten Wahlkörper wählen zwei Fünftel der Steuerzahler, im zweiten Wahlkörper drei Fünftel, im dritten Wahlkörper wählen alle zusammen, sowohl die Steuerzahler als auch die Nicht-Steuerzahler; erstere sollen also ein doppeltes Wahlrecht bekommen. Beamte, Lehrer usw., die nicht mehr als 30 K Personaleinkommensteuer zahlen, werden im dritten Wahlkörper zu wählen haben, weil sie keine Gemeindeumlagen zahlen. Die Ehrenbürger, die bisher im ersten Wahlkörper wahl- berechtigt waren, sollen nunmehr im dritten Wahlkörper ihr Wahlrecht ausüben. Die Virilisten sollen ihr Virilstimmenrecht verlieren. Abg. Freiherr von Schwege! als erster Kontraredner kehrte sich in längerer Rede zunächst gegen die Gruppierung der Wähler nicht nach der Steuerleistung, sondern nach der Kopfzahl, deren Nachteile er erörterte, und bekämpfte die Streichung der Rechte der heute bestehenden Virilisten und Ehrenbürger. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen beschäftigte sich Redner mit dem zweiten und dritten Punkte des Berichtes des Verfassungsausschusies, wornach der Landesausschuß beauftragt wird, dem Beschlüsse des Landtages die allerhöchste Sanktion zu erwirken, weiters aber auch beauftragt wird, ehestens, jedenfalls aber in der laufenden legislativen Periode dem Landesausschusse einen neuerlichen Entwurf einer Gemeindeordnung und Gemeindewahlordnung vorzulegen, wie sie die heutigen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse erheischen. Keine Regierung werde sich finden, unter solchen Umständen den Gesetzentwurf zur allerhöchsten Sanktion vorzulegen. Der Gesetzentwurf sollte sorgfältig auszuarbeiten sein, worauf man mit den maßgebendsten Faktoren in Fühlung treten müßte; auf diesem Wege nur könnte man zu einem guten, von allen Seiten erwünschten Gesetze kommen. Redner beantragte zum Schluffe die Rückleitung des Gesetzentwurfes an den Landesausschuß, der zugleich beauftragt werden soll, ihn ehetunlichst, jedenfalls aber in der laufenden legislativen Periode nach den Erfordernissen der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse abzuändern und sohin wieder dem Landtage vorzulegen. Nachdem hierauf die Abgeordneten Dr. Triller, Gangl und Dr. Vilfan gegen die Vorlage gesprochen hatten, bemängelte Abgeordneter Dr. Eger den Gesetzentwurf, der tief in das Selbstver- Aus der Amnzofenzeit. Was sich dazumal in Walgern zutrug. Das Sterbebuch der Pfarre Mitterdorf hat unterm 17. Oktober 1908 folgenden Todfall verzeichnet: Anton Weiß aus Obermösel, 34 Jahre alt, in der Schlacht bei Gottschee gefallen. Letztere Worte sind durchgestrichen und statt dessen beigesetzt: „In dem Aufstande wider die Franzosen in der Gegend bei Kerndorf geschossen." Unterm 18. Oktober stnv gleich drei Todfälle eingetragen. „Johann Erker aus Windischdorf Nr. 12, 28 Jahre alt, ist bei dem Aufstande tot geschossen worden. Matthias D ulzer aus Malgern Nr. 19,48 Jahre alt, und Georg Eisenzopf aus Malgern Nr. 28, 24 Jahre alt, sind bei dem Landsturm totgeschossen worden." Hören wir nun, wie der Auszügler Georg P erz in Malgern Nr. 18, er steht heute im 88. Lebensjahre, die Ereignisse schildert, welche sich zur Zeit der Franzosenherrschaft in Malgern zutrugen, und wie sie ihm von seinen Eltern, die alles miterlebt hatten, oft vorerzählt wurden. Matthias Dulzer und Georg Eisenzopf aus Malgern, so erzählt Perz, hätten zwar am Kampfe gegen die Franzosen teilgenommen, doch seien sie nicht im Kampfe gefallen, sondern gefangen genommen und als Spione erschossen worden. Im Vereine mit Josef Fink und Johann Kren aus Oberloschin hatten sie sich nämlich der Aufgabe unterzogen, gedruckte und geschriebene Aufforderungen zum Landsturm in die Dörfer auszutragen. Auf der Brücke in Gottschee wurden die beiden von französischen Soldaten angehalten und untersucht. Die bei ihnen gefundenen Briefe genügten den Franzosen, ihnen ohne weiteres Verhör das Todesurteil zu sprechen. Vor der Kirche in Gottschee wurden sie erschossen und auf dem städtischen Friedhofe begraben. Die Härte und Grausamkeit, mit welcher besonders der französische General Zucht im Lande verfuhr, brachte es mit sich, daß auch vereinzelt getroffene Franzosen von den Bauern da und dort niedergemacht wurden. Wegen einer solchen Tat wäre einmal bald ganz Malgern in Brand gesteckt worden. Eine aus Kroaten bestehende Truppe hatte nämlich in Neustadt! vernommen, daß zwei französische Soldaten gegen Gottschee unterwegs seien. Auf Seitenwegen kamen nun die Kroaten eiligst bis vor Malgern bis zu den sogenannten „Jukelsch-Äckern". Aus Malgern hatte sich ihnen nur ein einziger Mann beigesellt. Die beiden Franzosen wurden überfallen, niedergemacht und an einer abseits gelegenen Stelle begraben; die Stelle soll noch heute er- kenntlich sein. Mit dem den Erschlagenen abgenommenen Gelde suchten die Kroaten nächsten Morgen das Weite. Auf die Kunde von der Tat kam eine Abteilung Franzosen nach Malgern einmarschiert, um Rache zu nehmen. Der damalige hochangesehene Oberrichter Johann Röthel ging den Franzosen entgegen und beteuerte ehrenwörtlich, daß die Ortschaft kein Verschulden träfe. Da einerseits die Leichen nicht gefunden, anderseits auch die Soldaten reichlich bewirtet wurden — Röthel soll ihnen Wein in Wasserschaffen gebracht und die Weiber des Ortes sollen allen Eiervorrat geopfert haben —, zogen die Franzosen wieder ab, ohne die angedrohte Rache zu nehmen. Das die Erinnerungen des Vaters Perz. Nächstesmal kommen die Oberloschiner mit ihren Erinnerungen aus der Franzosenzeit an die Reihe. Der Gesetzentwurf enthält über die Zusammensetzung des Ortsschulrates folgende Bestimmungen: §2. Der Ortsschulrat besteht aus Vertretern der Kirche, der Schule und der Ortsgemeinden und aus dem Ortsschulaufseher, bezw. den Ortsschulaufsehern. § 3. Der stimmberechtigte Vertreter der Kirche im Ortsschulrat ist der katholische Pfarrer, oder, wo ein solcher bestellt ist, der Pfarrverweser, in dessen Seelsorgegebiet die Schule liegt. Derselbe tritt, wenn sein Pfarrsprengel mehrere Schulgemeinden umfaßt, in den Ortsschulrat jeder Schulgemeinde als Mitglied ein. Fällt eine Schulgemeinde in mehrere Pfarrsprengel, so entscheidet das zuständige Ordinariat darüber, welcher von den Seelsorgern dieser Gebiete in den Ortsschulrat einzutreten hat. Es nehmen jedoch auch die anderen selbständigen Seelsorger an den ihre Schulen betreffenden Verhandlungen mit beratender Stimme teil. § 4. So oft es sich um den Religionsunterricht oder religiöse Übungen handelt, ist der betreffende Religionslehrer, sofern er nicht schon Mitglied des Ortsfchulrates ist, dessen Sitzungen mit beratender Stimme beizuziehen. In Schulgemeinden, in denen der Religionsunterricht von mehreren Religionslehrern erteilt wird, hat der an Jahren älteste derselben an der Sitzung teilzunehmen. § 5. Der Vertreter der Schule im Ortsschulrate ist der Leiter der Schule, der an den Verhandlungen des Ortsschulrates als stimmberechtigtes Mitglied teilnimmt. Besteht in derselben Schulgemeinde neben einer Volksschule auch eine Bürgerschule, so tritt auch der Leiter derselben als stimmberechtigtes Mitglied in den Ortsschulrat ein. Bestehen in der Schulgemeinde mehrere Volks- bezw. Bürgerschulen, so bestimmt der Bezirksschulrat denjenigen Volksschul-, bezw. Bürgerschulleiter, welcher in den Ortsschulrat als stimmberechtigtes Mitglied einzutreten hat. Doch nehmen auch die Leiter der anderen Schulen an den ihre eigene Anstalt betreffenden Verhandlungen des Ortsschulrates mit beratender Stimme teil. § 6. Die Vertreter der Gemeinde im Ortsschulrate werden von der Gemeindevertretung und, wenn derselben Schule mehrere Ortsgemeinden ganz oder zum Teile angehören, von einer Versammlung der beteiligten Gemeindevertretungen über Aufforderung des Vorsitzenden des Bezirksschulrates gewählt. Die Zahl der hiebet auf die einzelnen derselben Schule angehörenden Ortsgemeinden, bezw. Teile derselben entfallenden Vertreter wird von dem Bezirksschulräte unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl bestimmt. Als Vertreter einer Ortsgemeinde können nur Mitglieder derselben (§ 6 der Gemeindeordnung) gewählt werden. Die Zahl dieser Vertreter beträgt mindestens drei, höchstens fünf, nebst ebensoviel Ersatzmännern, und wird vom Bezirksschulräte bestimmt. Es muß jedoch jede der ganz oder zum Teile eingeschulten Ortsgemeinderp einen Vertreter haben. Zu diesem Zwecke ist die Zahl der Gemeindevertreter im Ortsschulrate nötigenfalls auf die Zahl der eingeschulten Gemeinden zu erhöhen. An der Debatte beteiligten sich, bezw. stellten Abänderungsanträge, die Abgeordneten Dr. Eger (wiederholt), Dr. Krek (wiederholt), Gangl (wiederholt), Jarc, Jaklič und Dr. Pegan. Die genannten Redner beschäftigten sich hauptsächlich mit der Institution der Ortsschulaufseher sowie im Anschlüsse daran mit der Frage, ob die Schule als eine politische Angelegenheit aufzufassen sei oder nicht. Alle Abänderungsanträge wurden abgelehnt bis auf die Bestimmung, daß in den Ortsschulrat auch der Gemeindevorsteher des Schulortes als Mitglied eintritt. Diese Bestimmung wurde über Antrag des Abg. Jarc fallen gelassen. Die Paragraphen 21 bis 36 enthalten die Bestimmungen über den Bezirksschulrat (an der Debatte hierüber beteiligten sich die Abgeordneten Dr. Eger, Gangl, Jarc und Dr. Krek); der Bezirksschulrat hat nach der angenommenen Fassung zu bestehen: 1.) Aus dem jeweiligen Leiter der politischen Bezirksbehörde als Vorsitzenden; sein Stellvertreter ist jener politische Beamte, welcher ihn in der Amtsleitung in der politischen Bezirksbehörde vertritt; 2.) aus je einem Geistlichen jener Glaubensgenossenschaften, deren Seelenzahl im Bezirke mehr als 2000 beträgt. Die Ernennung kommt der zuständigen konfessionellen Oberbehörde zu; 3.) aus zwei Fachmännern im Lehramte und deren Ersatzmännern, welche von waltungsrecht der Gemeinden einschneide und gegen das Reichsgemeindegesetz verstoße. Redner beschwerte sich bei diesem Anlasse auch über das Vorgehen des Landesausschusses anläßlich der Gemeindewahlen in Suchen und über die Verschleppung des Kollaudierungsprotokolls über die Wasserleitung in Mosel. Dem Gesetze werde die allerhöchste Sanktion jedenfalls versagt bleiben. Abg. Dr. Šušteršič bemerkte, daß es Gemeinden gebe, in denen einem einzigen Gemeindeangehörigen die ausschließliche Einflußnahme auf die Verwaltung zukomme; in anderen Gemeinden wieder entschieden oft solche, die keine Gemeindesteuer entrichten (Beamte, Lehrer usw.), die Rechte der Ehrenbürger bildeten ein trauriges Kapitel bei den Gemeindewahlen. Die Ehrenbürger sollten nicht in den Parteikampf gezerrt werden, weil sie lediglich auf Grund ihrer Verdienste um die ganze Gemeinde zu solchen ernannt worden seien. Der Effekt der Novelle liege in der Verteilung der politischen Kraft; er sei vom Willen des Volkes abhängig, das andere Männer in den Gemeindevertretungen fordere. In der Spezialdebatte wurde zunächst die Landeswahlordnung (Artikel III) in Verhandlung gezogen und nach dem Berichte des Verfassungsausschusses angenommen, jedoch unter Berücksichtigung einiger beantragter Änderungen (so u. a. betreffend das Wahlrecht für definitive Lehrerinnen). Sohin gelangten auch die Landesordnung (Artikel I und II) und die weiteren Artikel unter Ablehnung der Abänderungsanträge zur Annahme, desgleichen eine Entschließung des Abg. Bartol, worin die Zentralregierung aufgefordert wird, im Reichsrat ehestens einen Gesetzentwurf einzubringen, daß den Gemeinden für die Besorgung der Geschäfte im übertragenen Wirkungskreise eine Entschädigung gewährt werde. Der Gesetzentwurf wurde hierauf in seiner Gänze angenommen, und zwar 26 gegen 20 Stimmen. In der Sitzung am 13. Oktober leitete Abg. Lavrenčič namens des Schulausschusses die Generaldebatte über den Entwurf eines neuen Schutanfstchtsgefetzes ein. Nachdem die Abgeordneten Gangl und Dr. Triller gegen und Abg. Ravnikar für das Gesetz gesprochen hatten, ergriff Abgeordneter Dr. Eger das Wort und stellte gegenüber dem oft gehörten Vorwurfe der Germanisierung slowenischer Kinder in Kram durch den Deutschen Schulverein fest, daß die Schüler in Rodine, Laase (Reuter) und Rečice von 30, bezw. 70 und 60 ausschließlich deutschen Schulkindern besucht werden, und erörterte sohin Fragen von prinzipieller Bedeutung. Er verlangte die nationale Teilung der Ortsschulräte, wie sie sich bereits in Böhmen und Mähren bestens bewährt habe. Schließlich kehrte sich Abg. Dr. Eger gegen die Bestimmung, daß die Vertreter der Lehrerschaft auf Grund eines Ternovorschlages des Landesausschusses vom Ministerium für Kultus und Unterricht ernannt werden sollten. Abg. Dr. Šušteršič betonte, die Haupttendenz des Gesetzentwurfes gehe dahin, den einzelnen Gemeinden eine größere Einflußnahme auf die Schulverwaltung zu ermöglichen. der ler, ter wo net ere ide A ien Es ien me öse cht :a= - ie= >at 5. Ie, :es >er en en >e- :r- eb en s- ier “9 im le- it- en it- h- s- g) et, e- m m n- der Lehrerversammtuug der definitiv angestellten Lehrerschaft des Bezirkes durch Stimmzettel gleichzeitig gewählt werden; 4.) ans Vertretern der Gemeinden, die den Schulbezirk bilden. Ihre Anzahl wird derart festgesetzt, daß auf jeden Gerichtsbezirk eines Schulbezirkes ein Vertreter nebst einem Ersatzmann entfällt; 5.) aus drei Vertretern des Landesausschusses und deren Ersatzmännern. Die vom Landesausschusse in den Bezirksschulrat entsendeten Mitglieder sind in Bezug auf Wählbarkeit und Mandatsverlust nach denselben Gesichtspunkten zu beurteilen, wie die unter 4. erwähnten Vertreter; 6.) aus den Bezirksschulinspektoren. Treten in den Bezirksschulrat mehrere Bezirksschulinspektoren ein, so hat das Stimmrecht nur derjenige, in dessen Wirkungskreis der Beratungsgegenstand fällt, über andere Verhandlungsgegenstände aber nur derjenige, den der Vorsitzende dazu bestimmt. — Hierauf gelangten die §§ 37 bis 49 (Landesschulrat) zur Verhandlung. An der Diskussion beteiligten sich die Abg. Gongt, Dr. Triller, Jarc und Dr. Eger. Der Paragraph, betreffend die Zusammensetzung des Landesschulrates, wurde in der vom Ausschüsse beantragten Fassung unverändert angenommen und lautet: § 38. Der Landesschulrat besteht: 1.) Aus dem Landeschef oder dem von ihm bestimmten Stellvertreter als Vorsitzenden; 2.) aus vier Vertretern des Landes, welche der Landesausschuß bestimmt; 3.) aus einem Referenten für die administrativen und ökonomischen Schulangelegenheiten; 4.) aus den Landesschulinspek-toren; 5.) aus zwei katholischen Geistlichen; 6.) aus zwei Mitgliedern des Lehrstandes, deren ejner dem Stande der Mittelschullehrer, der andere aus dem der Übungs-, Volks- und Bürgerschul-, lehrerangehört; 7.) aus einem Abgeordneten der Gemeindevertretung von Laibach. § 39. Die im § 38 dieses Gesetzes unter ZZ. 3, 4, 5 und 6 erwähnten Mitglieder des Landesschulrates werden vom Kaiser auf Antrag des Ministers für Kultus und Unterricht ernannt; und zwar die im § 38 unter 5 angeführten Mitglieder auf Grund der vom fürstbischöflichen Ordinariate, die unter 6 angeführten Mitglieder auf Grund der vom Landesausschusse zu erstattenden Ternovorschläge. Der Minister für Kultus und Unterricht hat sich ferner in Bezug aus die Ernennung des administrativen Referenten mit dem Minister des Innern ins Einvernehmen zu setzen. Sämtliche Abänderungsanträge, bezw. Resolutionen wurden abgelehnt, worauf das Gesetz in allen drei Lesungen zur Annahme gelangte. Wie man sieht, unterscheidet sich der neue Gesetzentwurf von dem gegenwärtig in Geltung stehenden Schulaufsichtsgesetze in mehreren Punkten ganz wesentlich. Wenn das neue Gesetz die kaiserliche Genehmigung erhalten haben wird, werden wir diese Unterschiede seinerzeit eingehend besprechen. Heute sei nur auf den Umstand hingewiesen, daß die Zusammensetzung des Bezirksschulrates in Gottschee nach dem neuen Gesetzentwürfe für die Deutschen des Schulbezirkes noch ungünstiger sein wird als bisher, indem von den (neuen) drei Vertretern der Gemeinden und den drei (bisher zwei) Vertretern des Landesausschusses voraussichtlich vier der slowenischen Nationalität angehören werden. Es wäre besser gewesen, den Bezirksschulrat in Gottschee in zwei Sektionen zu teilen. (Schluß folgt.) Zum 400jährigrn Jubiläum der Pfarre Mosel. Ein geschichtlicher Rückblick von Pfarrer Josef Erker. (Fortsetzung.) Zahlreiche Neuherstellungen brachte das Jahr 1876 unter Pfarrer Torkar. Es wurden der St. Petrusaltar und die beiden Nischenaltärchen renoviert, der Rosenkranzaltar neu errichtet, das Bild der Mutter Gottes von Maria Zell um 1150 Gulden, die Kirchenbänke um 480 Gulden angeschafft. Diese Neuherstellungen und Reparaturen geschahen in gelungener Weise durch den Laibacher Bildhauer Leopold Götz l. Die Beichtstühle sind aus dem Jahre 1862. Eine Zierde der Pfarrkirche sind die von der rühmlichst bekannten Tiroler Glasmalerei- und Mosaik-Anstalt Neuhauser, Dr. Jehleund Komp. in Innsbruck in Glasmalerei ausgeführten und im Jahre 1905 mit einem Kostenaufwands von 760 K eingesetzten drei Fenster. Das eine mit dem Brustbilde des Hl. Josef ist gewidmet von Josef Jonke, Kaufmann und Gastwirt in Mosel Nr. 11, das andere mit dem Herzen Jesu ist eine Spende von Josef Kollmann, Kaufmann in Baden bei Wien, die Anschaffung des dritten mit dem Brustbilde des hl. Paulus wurde ermöglicht durch freiwillige Beiträge der Pfarrinsassen. Am 15. August 1901 schlug der Blitz in den Kirchturm ein, zündete zwar nicht, beschädigte aber denselben so sehr, daß das Turmdach in den Jahren 1903 und 1904 einer gründlichen Reparatur unterzogen werden mußte, bei welcher Gelegenheit der alte, in Zwiebeldachform gehaltene Turm eine gerade aufstrebende Form mit Eisenblecheindeckung erhielt. Diese Rekonstruktionsarbeiten vollführte zur allgemeinen Zufriedenheit die bekannte Turmdeckerfirma Anton Belec in St. Veit bei Laibach. Gleichzeitig wurde ein ganz neuer Kirchendachstuhl aufgesetzt und mit Strangfalzziegeln bester Gattung eingedeckt. Die Pläne besorgte der k. k. Ingenieur Jaromir H a nusch. Im Turme hängen drei Glocken. Die kleinste wurde im Jahre 1769 unter Pfarrer Ramut ha angeschafft und stammt aus der Glockengießerei des Zacharias Reid in Laibach. Auf derselben sind abgebildet der hl. Florian, die heiligen drei Könige, Maria mit dem Jesuskinde und Christus am Kreuze. Sie trägt die Aufschrift: A peste, fame et bello libera nos Domine. Von Pest, Hunger und Krieg erlöse uns o Herr! Die mittlere unter Pfarrer Kreuzmeyer angeschaffte und von Johann Jakob Samassa in Laibach im Jahre 1801 gegossene Glocke zeigt die Bilder der unbefleckten Gottesmutter, des hl. Rochus und des hl. Sebastian. Um zwei Jahre älter ist die große Glocke; sie stammt aus dem Jahre 1799 und hat, wie Pfarrer Tschinkl berichtet, am 17. August genannten Jahres zum erstenmal geläutet. Dieselbe zieren drei Bilder: der hl. Leonhard (Kirchenpatron), der HI. Petrus und Christus am Kreuze. Sie wiegt im Metalle 1564 Pfund, d. i. 875 kg, und kostete in damaligem Gelbe 1245 Gulden. Lange Zeit war die Pfarrkirche ohne Orgel. Pfarrer Michael Wolf soll die erste Orgel um das Jahr 1840 angeschafft haben und war der erste Organist ein schlichter Bauer, ein gewisser Jakob La ckner aus Obermösel Nr. 7. Die jetzige Turmuhr ist ein Werk des Johann Pogatschnig aus Podnart in Oberkrain aus dem Jahre 1872. Unter Pfarrer Andrejak im Jahre 1887 erhielt die Pfarrkirche zum Gebrauche in der kalten Winterszeit einen zerlegbaren Bretterboden, eine neue große Kirchenfahne im Jahre 1893, zwei kleinere Kirchenfahnen im darauffolgenden Jahre und ein schönes Missionskreuz im Jahre 1895. Um die Pfarrkirche herum lag vormals der Pfarrfriedhof, auf dem alle verstorbenen Pfarrinsassen, auch jene von der Kulpagegend, seit dem Bestände der Pfarre ihre letzte Ruhestätte fanden. Dabei blieb es bis zum Ende des 18. Jahrhundertes, als die Skriller wegen der großen Entfernung von der Pfarrkirche sich einen eigenen Friedhof bei ihrer Filialkirche in Unterskrill anlegten, bevor noch eine Expositur alldort errichtet wurde. Die übrigen Filialen begruben ihre Toten auch weiterhin noch auf dem gemeinsamen Pfarrfriedhofe zum Hl. Leonhard bis ins Jahr 1887. In diesem Jahre wurde diese alte, ehrwürdige Begräbnisstätte, wo die abgeschiedenen Mösler Pfarrinsassen seit 400 Jahren der allgemeinen Auferstehung entgegenschlummern, aufgelassen, und entstanden die neuen Ortsfriedhöfe in Obermösel, Niedermösel, Otterbach, Reintal und Verdreng. Für die Errichtung eines einzigen, für die ganze Pfarre mit Ausnahme der Expositur Skrill gemeinsamen, außerhalb des Pfarrortes gelegenen Friedhofes haben sich der damalige Pfarrer Franz An-drejak und der k. k. Bezirkshauptmann von Gottschee Hoeevar leider ohne Erfolg bemüht. Um die Anlage eines neuen Friedhofes in der Nähe des Pfarrortes zu ermöglichen, schenkte der Stocklieferant Thomas Stalzer von Obermösel Nr. 37 einen Acker mit dem Vor- behalte eines freien Begräbnisplatzes für sich und seine Familie. So kam der Pfarrort Obermösel zu einem neuen Friedhofe, der am 10. Mai 1888 vom Pfarrer Andrejak eingeweiht und am nämlichen Tage mit der Leiche des im Alter von 67 Jahren verstorbenen Michael Weiß aus Obermösel Nr. 50 belegt wurde. Wegen des beschränkten Raumes mußte dieser Friedhof schon im Jahre 1906 erweitert werden. Am 6. Mai genannten Jahres, am letzten Tage der Volksmission, gab der heimische Pfarrer Josef Erker diesem erweiterten Raume die kirchliche Weihe, worauf der hochwürdige Missionsleiter P. Rektor Franz W ei mann das Friedhofkreuz zu einem mit Ablässen versehenen Missionskreuze benedizierte. _____________________ (Fortsetzung folgt.) Das wirtschaftliche Programm des Verständigungsaus fchujsts. (Fortsetzung.) Verschiedene Wünsche. Meliorationen: Gottschee und das Gottscheer Tal. Entwässerung der sumpfigen Rinseniedernngen? Unterlag wünscht für die Weingartenbesttzer der Gemeinde behufs Neuanlage der durch die Reblaus verseuchten Weingärten Staats- und Landesunterstützungen, bezw. unverzinsliche Darlehen und unentgeltliche Abgabe veredelter Weinreben zur Wiederbepflanzung der vernichteten und ausgelassenen Weingärten an der Kulpalehne. (Gesuch bereits überreicht.) Allgemeines: Allgemein in sämtlichen Gemeinden wird die Melioriernng der Hutweiden und die Intervention der in Krain zu schaffenden Wiesenmeister hiebei gewünscht. Ebenso wäre die Aufforstung in den Gemeinden auf das wirksamste zu fördern. Zu diesem Behuse würde sich vielleicht die Anstellung staatlicher Wald- und Forstheger oder anderer Hilss-organe empfehlen, die unter der Oberaufsicht des Bezirksförsters bei den Aufforstungen direkt helfend und anleitend zu intervenieren hätten. (Gesuch überreicht.) Bauliche Herstellungen. Mitterdorf. Errichtung einer Verladestelle (Frachtenstation). Die Gemeinde Unterlag wünscht eine Unterstützung der kleinen aus vier Häusern bestehenden Ortschaft Unterwildbach zur Herstellung und Instandhaltung einer Brücke über den Wildbach. Einer solchen Unterstützung wäre auch die Ortschaft Mooswald zur Herstellung der sehr baufällig gewordenen hölzernen Brücke dortselbst sehr bedürftig. Marktwesen. Die Ortschaft Hohenegg hat um die Bewilligung von zwei Viehmärkten angesucht und wünscht eine Unterstützung und Betreibung ihres Gesuches. Die Gemeinde Unterlag bittet um einen Jahrmarkt in der Ortschaft Unterlag. Wildbachverbauung und Straßensicherung. Auf Ansuchen des Bezirksstraßenausschusses Gottschee fand sich das k. k. Ackerbaumiuisterium veranlaßt, durch den Leiter der Wildbach-verbauungsabteiluug in Villach, Herrn Oberforstrat Ferdinand Wenedikter, betreffs der Wildbäche im Kulpatale, die die dortige Landesstraße an gewissen Punkten unterwaschen und abschwemmen, Erhebungen pflegen zu lassen. Ein diesbezügliches Projekt ist bereits ausgearbeitet, u. zw. mit einem Kostenvoranschlage von 36.000 K. Hievon würde der Staat 70%, das Land 20% und der Konkurrenzbezirk 10% zu tragen haben. In dieses Projekt ist auch die Sicherung der von Alben nach Obergras führenden Bezirks-straße mit inbegriffen. (Vom Ackerbauministerium ist mittlerweile bereits eine Subvention von rund 24.000 K in Aussicht gestellt worden.) — (Schluß folgt.) 1 Ein Gesuch ist beim l. k. Ackerbauministerium bereits überreicht worden. Eine günstige Erledigung desselben hat die vorherige Gründung einer Wassergenossenschaft zur Voraussetzung. Aus Stabt und Land. Gottschee. (Von der Evidenzhaltung des Grundsteuerkatasters.) Se. Exzellenz der Finanzminister hat den Evi-denzhaltungs-Obergeometer zweiter Klasse Wilhelm Fürer Ritter von Haimendorf in Gottschee zum Evidenzhaltungs-Obergeometer erster Klasse ernannt. — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat, nachdem der prov. Lehrer Herr Josef Rom auf feine Stelle verzichtet hat, den absolvierten Lehramtskandidaten Herrn Franz Langer zum prov. Lehrer an der Knabenvolksschule in Gottschee und den absolvierten Lehramtskandidaten Herrn Johann Goblirsch, nachdem die prov. Lehrerin Fräulein Valerie Kasch auf ihre Stelle verzichtet hat, zum prov. Lehrer und Leiter der einklassigen Volksschule in Reichenau ernannt. — (Gymnasium.) In den Staatsvoranschlag für das Jahr 1910 sind als Subvention für den Bau (Zubau) des hiesigen Gymnasiums 15.000 K und als außerordentliche Dotation für die Anschaffung von Lehrmitteln für diese in der Ausgestaltung begriffene Lehranstalt 6000 K eingestellt. — (Melioration der Hutweiden.) Für das Gedeihen der Viehzucht in unseren Gegenden sind die Hutweiden von größter Wichtigkeit. Aber in welchem Zustande befinden sich nicht meist diese Hutweiden! Bedürfen sie nicht dringend der Verbesserung? Für . solche Meliorationen sind nun auch vom Lande Subventionen zu erreichen. So wurde in der vorigen Session des für die Melioration der Nareiner Hutweiden zu den mit 11.104 K 80 h veranschlagten Kosten ein Landesbeitrag von 25 % und für die Melioration der Senofetfcher Hutweiden (mit K 11.217'60 veranschlagt) ebenfalls ein Laudesbeitrag von 25% im Höchstausmaße von K 2806'40 bewilligt. — Auch in Gottschee sollte man sich diesbezüglich rühren. ; — (Militärisches.) Herr Oberstleutnant Viktor Tscherne ist zum Kommandanten des Feld-Kanonenregiments Nr. 20 in Te-mesvar ernannt worden. — (November-Avancement.) Seine Majestät der Kaiser hat u. a. ernannt: den Geniedirektor in Pola Major Alex. Zhuber v. Okrog (im Geniestabe) zum Oberstleutnant; den Oberleutnant Franz Gstettenhof er IR 36 zum Hauptmann; den Leutnant Otto Edlen v. Rom IR 18 zum Oberleutnant bei IR 99; die Leutnants Richard Hönigmann IR 20 und Richard Berderber IR 10 (ük.) Mil.-Fecht- und Turnlehrerkurs zu Oberleutnants. Ferner in der Landwehr: den Leutnant Joses Krombholz 8 zum Oberleutnant; die Fähnriche Hubert Trug er 32 und Franz Ravnikar 27 zu Leutnants; im Status der Landwehr-Evidenzbeamten den Landwehr-Evidenzoffizial Franz Ach atz zum Landwehr-Evidenz-Oberoffizial. — (Neue Stempeimarken.) Vom 1. Jänner 1910 an werden geänderte Stempelmarken in Verschleiß gesetzt. Die gegenwärtig im Verschleiße befindlichen Stempelmarken der Emission 1898 werden mit 31. März 1910 gänzlich außer Verschleiß gesetzt. — (Stipendienausschreibung.) Mit dem Einreichungstermin bis zum 25. November 1909 sind u. a. folgende, mit dem ersten Semester des Schuljahres 1909/1910 freigewordene Studentenstiftungen ausgeschrieben: die auf feine Studienabteilung beschränkte Georg Joses Perzsche Studentenstiftung jährlicher 93 K. Zum Genüsse sind berufen: 1. Studierende aus des Stifters Verwandtschaft; 2. Studierende aus dem „Herzogtnme Gottschee". Das Präsentationsrecht steht dem jeweiligen Pfarrer in Gottschee zu. — Der erste, neunte und zehnte Platz jährlicher je 100 K der ersten, der erste und der zweite Platz jährlicher je 200 K der zweiten, sowie der zweite, sechste, siebente und achte Platz jährlicher je 400 K der dritten Johann Stampflschen Studentenstiftung. Zu dieser Stiftung sind deutsche Gottscheer Landeskinder, d. i. solche Studierende berufen, die dem Gottscheer Boden nach dem ganzen Umfange des ehemaligen Herzogtums Gottschee angehören. Das Präsentationsrecht steht der Vertretung der Stadtgemeinde Gottschee zu. stif am mä we der des dre , Lai we) bi! ein: gen kon schl Lar mir tun Tal wo! auf Bau voll f°9‘ die eine zwe in i übe: wer Lin! Zieh Prc ein dem trefj eins) des! Geii bere Kra übei steh! mit For Got scher hat trosi meif Geb ufw Flö, wiri dorf solle eign Bar teilt bari rtge wäo zu. — Der erste Platz der Lorenz Ratsch krischen Studentenstiftung jährlicher 153 K. Zum Genüsse sind berufen Studierende id» aus der Verwandtschaft des Stifters, wobei Abkömmlinge aus der m,- männlichen Linie, die den Namen Ratschkp tragen, vor denen der tter weiblichen Linie der Vorzug gebührt. Das Präsentationsrecht steht -ter dem Pfarrer in Fara bei Kostel zu. — (Landwirtschaftliche Kurse.) Vom krainischen San-D- desausschusse werden im Laufe dieses Winters verschiedene ein- bis dreitägige landwirtschaftliche Kurse in verschiedenen Teilen des its- Landes abgehalten werden. Jene Korporationen und Gemeinden, en= | welche die Abhaltung solcher Kurse wünschen, mögen sich spätestens ten bis 20. November an den Landesausschuß wenden. Für später eilt einlangende Gesuche kann im Laufe dieses Winters keine Rücksicht Md genommen werden, da eine eigens dazu eingesetzte Begutachtungs- kommission gegen Ende November bereits ihre diesbezüglichen Berns , Misse fassen wird. ^ll — (Die große Wasserleitung von Schigmaritz.) Im die Landtage ist bekanntlich Klage geführt worden, daß das Ackerbau» eis- Ministerium für die auf drei Millionen veranschlagten Wasserlei- tungen von Schigmaritz über Soderschitz und Reifnitz ins Goltscheer seil Tal und von Rob nach Dürrenkrain keine Subvention bewilligen ;ter wolle. Nun heißt es aber, es sei diese ungünstige Erledigung nur ese auf eine bureaukratische Entgleisung zurückzuführen und das Ackerer bauministerium sei tatsächlich bereit, diese wichtigen Projekte im P vollen Umfange zu unterstützen. Der krainische Landesausschuß wird io- , sogar um eine erhöhte Staatsbeihilfe ansuchen. in- j — (Einnahmen aus der Jagd.) In Österreich betragen io- die Einnahmen aus der Jagd rund 60 Millionen Kronen, wovon gt) eine Million auf Krain entfallen. >on — (Das Bahnprojekt Rann-Rudolfswert.) Zu den es- zwei Schienensträngen, die von Wien nach Triest führen, wird sich in naher Zeit noch ein dritter gesellen, nämlich die Bahnlinie Wien ne über den Wechsel durch Oststeiermark hinunter nach Rann, Rudolfs- ke- wert, Triest und Pola und hoffentlich auch nach Fiume. Diese Linie hat sowohl in wirtschaftlicher als auch in strategischer Befer Ziehung hohe Bedeutung. In Rann besteht zur Förderung des ier Projektes ein eigenes Komitee und kürzlich hat sich auch in Krain int ein solcher Ausschuß gebildet, der 32 Mitglieder zählt. Es gehören int demselben sämtliche Reichsrats- und Landtagsabgeordnete der be- die treffenden Bezirke in Steiermark und Krain, die Bürgermeister und ier einflußreiche Interessenten an. Vorsitzender ist für Krain der Lanks. deshauptmann v. Luklje, für Steiermark Abg. Dr. Jankovič. Die am Gemeinde Gurkfeld hat für das Bahnbauprojekt Rann-Rudolfswert iv- bereits 5000 K gezeichnet. Die Bestrebungen gewisser Kreise in ten Krain gehen nun weiter dahin, daß die Bahn von Rudolfswert az- über Gurkfeld und Oblak nach Triest geführt werden solle. Wie steht es aber dann mit dem Anschluß der Dalmatiner Bahnen und an mit der Verbindung nach Fiume? Da wäre doch ohne Zweifel die m- Fortsetzung der Wechselbahnlinie von Rudolfswert über Altlag, on Gottschee, Stalzern, Brod, Morawiza am vorteilhaftesten, tzt. — (Die Trifailer Gesellschaft) hat beschlossen, in Gott- ;s- | schee statt des Grubenbaues wieder den Tagbau einzuführen, und em : hat mit einer bekannten Baggerunternehmung Vereinbarungen getu- troffen, den Abraum mittelst Maschinen zu bewerkstelligen. Die be- meisten der von der alten Ranzingerschen Glashütte noch übrigen K. Gebäude, Direktion, Konsum, Bäckerei, Fleischerei, Burschenzimmer er- usw. werden abgebrochen, weil sie sich gerade über dem mächtigsten as Flötz befinden und den Abbau hindern. Das neue Direktionsgebäude — wird sich in größerer Nähe der Stadt rechts von der Schalken- en, dorfer Straße erheben; die übrigen Geschäfts- und Wohnhäuser en, sollen nach Maßgabe des vorhandenen verfügbaren Raumes an geje eigneten Orten aufgestellt werden. Die Maurerarbeiten hat Herr Zu Baumeister Wilhelm Treo aus Laibach übernommen und sie bereits che teilweise vollendet. Der Grund dieser förmlichen Umwälzung ist \en darin zu suchen, daß die Förderung der Kohle mittelst des bishe- as rigen Grubenbaues zu große Kosten verursachte und schon die Er- ;ee wägung nahelegte,, den Betrieb ganz einzustellen, bis Herr Bergrat Vinzenz Ranzinger den Vorschlag machte, zum Tagbau überzugehen, der der Beschaffenheit des Terrains am angemessensten sei und die gewisse Aussicht biete, die Gestehungskosten der Kohle zu verbilligen. — (Die Bahnverbindung nach Dalmatien.) Unter Hinweis auf den Umstand, daß sich die slowenischen Parteiblätter über die zu wählende Trasse der Weißkrainer Bahn „in den Haaren liegen" und der Kampf um die Traffenwahl im Landtage fortgesetzt werden soll, wird in der Nummer der „Grazer Tagespost" vom 23. Oktober d. I. in einem „Die Bahnverbindung nach Dalmatien" betitelten und mit dem Namen (Decknamen) „Box" Unterzeichneten Aufsatze für den Anschluß der Dalmatiner Bahn von Laibach über Gottschee statt über Rndolfswert Stimmung gemacht. Von Laibach seien über Rudolfswert, Karlstadt nach Ogulin 192 Kilometer, über Gottschee, Brod, Morawiza nach Ogulin hingegen nur 147 Kilometer; ferner seien von Laibach über Rudolfswert, Karlstadt nach Fiume 322 Kilometer, hingegen von Laibach über Gottschee, Brod, Morawiza nach Fiume nur 195 Kilometer. Aus der Gegenüberstellung der Entfernungen (es werden hiebei noch andere Strecken in Betracht gezogen) folge, daß für Mittelsteiermark, Laibach, Ober- und Unterkrain der Anschluß über Gottschee Vorteile bezüglich des Anschlusses nach Dalmatien und zumeist auch nach den Seehäfen ergebe. Von Ungarn ließe sich eine Abänderung der Abmachung bezüglich des Anschlusses (Gottschee statt Rudolfswert) vielleicht nicht unschwer erreichen. Eine Schwierigkeit liege allerdings darin, daß zwischen Gottschee und der Kulpa (hinter Stalzern) ein 600 Meter hohes Plateau zu überschienen wäre, während von Rudolfswert nach Tschernembl-Möttling nur die Höhe von 470 Meter am Gorianz zu überschreiten wäre, die durch einen kurzen Scheiteltunnel bei Semitsch noch bedeutend gemildert werden könne. Schließlich wird die Hoffnung ausgesprochen, daß diese Eisenbahnangelegenheit nicht wie so viele ihrer Vorgänger durch Kirchturmpolitik verzerrt werde und daß Besprechungen in Organen aller Parteien zu ihrer weiteren Klärung beitragen würden. — Wir befinden uns in unserer Monarchie gegenwärtig bekanntlich im Stadium der sogenannten Entwirrungen. Auch mit Ungarn sind neue Abmachungen über diese und jene Frage im Zuge. Vielleicht könnte bei dieser Gelegenheit auch die Anschlußfrage der Dalmatiner Bahnen vom Rudolfswerter Geleise weg auf das Goltscheer Geleise geschoben werden, wenn sich nämlich darum einflußreiche Kreise wirksam annehmen. Eine solche „Entwirrung" dieser Frage würde in Gottschee gewiß mit großer Freude begrüßt werden. —■ (Transversalbahn.) Die im krainischen Landtage angeregte Transversalbahn soll von Sava bei Gurkfeld ihren Ausgang nehmen und über Gutenfeld nach Oblak und von da weiter zum Meere geführt werden. Der im Landtage diesbezüglich gestellte und angenommene Antrag des Abg. Jaklic lautet: 1.) Der Landesausschuß wird beauftragt, sich im Wege der Landesregierung an das k. k. Eisenbahnministerium mit einer wohlmotivierten Eingabe zu wenden, worin auf die große Bedeutung dieser Transversalbahn in wirtschaftlicher Hinsicht hingewiesen und das Ministerium ersucht wird, alle Vorkehrungen für den Bau der Eisenbahn zu treffen. 2.) Der Landesausschuß wird beauftragt, eine gleiche Eingabe auch an das k. k. Kriegsministerium zu richten und darin auf die große strategische Bedeutung dieser Bahn hinzuweisen, die im östlichen Teile der Monarchie einen raschen Zugang zu unserem einzigen Kriegshafen und zur westlichen Reichsgrenze ermöglichen würde. (Ein feuersicheres Strohdach.) Das Strohdach gewährt so viele Vorzüge, daß es lebhaft zu bedauern ist, daß seine besondere Feuergefährlichkeit eine weitere Anwendung dieses Materials für Dachdeckungen bisher nicht befürworten ließ. Vom Standpunkte der Denkmalpflege kommt namentlich die anheimelnde, malerische Wirkung des Strohdaches für den Bau selbst und das Landschaftsbild in Betracht; ferner ist auch der praktische Nutzen des Strohdaches, welches das Haus im Sommer kühl, im Winter warm hält und gut ventilierend, weil sehr porös, ist, von erheblichem Belange. Es ist daher mit Befriedigung zu begrüßen, daß durch eine in Norddeutschland gemachte Erfindung — Imprägnierung (sog. Gerentzdach) — dem Strohdache seine Feuergefährlichkeit benommen werden kann, während ihm alle seine Vorzüge erhalten bleiben sollen. Im Deutschen Reiche angestellte Proben haben das günstigste Resultat ergeben. Die Zentralkommission beantragt, daß ähnliche Proben auch im Jnlande gemacht werden, und behält sich vor, bei günstigem Resultate vor allem Anträge auf Umänderung der Bauordnungen zu stellen, die Herabsetzung der Sicherungsprämien für imprägnierte Strohdächer anzuregen und sodann für die tunlichste Beibehaltung der Strohdächer einzutreten. (Mitteilungen der k. k. Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale.) (Die Arbeiterjugend.) Zeitschrift der christlichen Jugendorganisation Österreichs. Erscheint jeden ersten und dritten Freitag im Monat. Abonnementspreis ganzjährig K 2 40. Man bestellt bei der Verwaltung, Wien, V1I/1 Kaiserstraße 8. Dieses neue Organ für die christliche Arbeiterjugend-Bewegung will nicht nur erzieherisch auf die Jugend einwirken, sondern auch allen Ständen ihre Pflichten gegenüber der Jugend in Erinnerung rufen. Das Blatt verdient ausgiebige Förderung seitens jedes Jugendfreundes. Witterdorf. (Trauungen.) Am 24. Oktober sind in Wien Johann Heber und Maria Lackner, aus Kerndorf Nr. 17 gebürtig ; am 25. Oktober in Mitterdorf Franz Jonke aus Seele Nr. 71 und Meinet Maußer aus Obrern Nr. 22 getraut worden. — (Tot aufgefunden.) Am 28. Oktober wurde die 73jäh-rige Häuslerin Maria Macher aus Rain Nr. 13 im Walde tot aufgefunden. Sie war um Klaubholz gegangen und bei der Arbeit ist sie vom Schlage gerührt worden. — (Aus Amerika.) In New Iork ist die 31jährige ledige Josefa Rankel, Tochter des Müllers Franz Ranket ans Rain, gestorben und am 30. Oktober zu Grabe getragen worden. Landsleute und Fremde beteiligten sich zahlreich am Seelenamte in der St. Josefkirche und am Begräbnisse. R. I. P. — (Die armen Billiche.) In taufenden von Stücken wird ihre Haut jetzt zu Markte getragen. Der Besitzer Anton Jaklitsch aus Mitterdorf hat allein schon 7600 Felle, der Lederhändler Braune in Gottschee deren 8000 angekauft. Jaklitsch wird sie zu Kappen, Handschuhe u. dergl. verarbeiten lassen. — (Jagdverteilung.) Vergangene Woche wurden die 1601 Kronen an die Besitzer verteilt. — (Die Zigeuner und die Schule.) Nach einem Erlasse des Bezirksschulrates Gottschee soll von jetzt ab darauf gesehen werden, daß auch die Zigeunerkinder zum Besuche der Schule verhalten werden. — (Kunstdünger.) Herr Georg Petsche in Mitterdorf hat einen' Waggon Kunstdünger durch den „Landwirtschaftlichen Verband" in Laibach bestellt. Wer noch Bedarf hat, möge sich daher im Laufe der nächsten Woche bei ihm anmelden. Walgern. (Straße Malgern - Strug.) Nachdem wir schon seit 40 Jahren auf das endliche Zustandekommen des Baues einer ordentlichen Straße von Malgern nach Ebental sehnsüchtig warten, waren wir nicht wenig erfreut, als wir vor ein paar Monaten hörten, daß die Pläne der Straße Malgern-Ebental samt Kostenvoranschlag fertig vorliegen. Es schien also doch, daß es endlich einmal nach so und so vielen Versprechungen, Kommissionierungen usw. mit dem Straßenbau ernst werden würde. Aber nun nimmt die Sache ganz unerwartet wieder eine neue Wendung. Die Gemeinde Strug hat an den Landtag eine Petition gerichtet in dem Sinne, daß die Trasse der Straße geändert werden und dieselbe über Tiefental und Knckendorf nach Strug gebaut werden solle, auch wegen der größeren Nähe der Bahnstation (Gutenfeld). In einem slowenischen Wochenblatte wurde jüngst auch behauptet, daß die Tiefentaler und Kuckeudorfer von einer Straße nach Ebental zu wenig Nutzen hätten. Wir können versichern, daß die Gemeinden Malgern und Ebental mit dem heuer vom Landesbauamte fertiggestellten Straßenbauprojekte Malgern-Ebental ganz zufrieden sind. Man fürchtet, daß durch weitere Komplikationen der Bau leider nur noch weiter hinausgeschoben und sein Zustandekommen nur erschwert wird. Da die Petition der Gemeinde Strug dem Landesansschusse zur Berichterstattung in der nächsten Session zugewiesen wurde, geht ohnehin wieder Zeit verloren. Zweifellos würde durch eine Straße nach Strug der Verkehr von Gottschee abgezogen und in der Richtung gegen Gutenfeld hingelenkt werden. Die Gemeinden Malgern und Ebental gravitieren aber doch lieber nach Gottschee. Freilich geht in den slowenischen Nachbargemeinden jetzt das Streben dahin, daß Gutenfeld so eine Art kleines Verkehrszentrum werde; soll ja doch auch die geplante Transversalbahn über Gutenfeld gebaut werden. Höermösek. (Zur Notiz „Ein zweites Fiasko".) Der Berichterstatter des „Gottscheer Boten" informierte sich genau über die am 30. September in Mosel stattgefundene Parteileitungssitzung der neugegründeten liberalen deutschen Bauernpartei für Gottschee, weswegen sein Bericht auch der Wahrheit entspricht. Die „Nachrichten", welche das Wort, christlich bereits gestrichen haben, suchen mit Unwahrheiten die Öffentlichkeit irrezuführen und glauben zu machen, daß Vertreter von 18 Gemeinden an der Sitzung teilnahmen. Herr Gemeindevorsteher Siegmund aus Mitterdorf hat in seinem von uns gelesenen Rundschreiben neben den Ausschußmitgliedern auch die Lehrer und Gastwirte zu der Sitzung eingeladen mit dem ganz besonderen Bemerken, daß ein Donnerstag Nachmittag eigens deshalb ausersehen wurde, damit ja alle (also nicht bloß die Ausschußmitglieder) kommen können. Demgemäß erwartete man mindestens 50 auswärtige Teilnehmer. Es kamen aber nur vier Gemeindevorsteher, zwei andere Männer und zwei Studenten. Die übrigen waren Einheimische, so daß die Zahl aller Anwesenden 18 bis 20 betrug. Eine so geringfügige Beteiligung müssen sogar die Freisinnigen als ein Fiasko betrachten. Um 2 Uhr sollte die Sitzung beginnen, aber die Geladenen wollten nicht kommen, und so wurde erst um 4 Uhr die Parteileitungssitzung fast ohne Mitglieder eröffnet, die Vorarbeiten zur Verlesung gebracht und Wahlen vorgenommen, selbst von solchen Personen, die zu dieser Partei gar nicht beitreten wollen. Die „Nachrichten" berichten aber in so breitspuriger Weise, als ob in ganz Österreich noch keine so glänzende Sitzung statt-gesunden hätte. Die Namen der Teilnehmer aber getrauen sie nicht anzuführen, da ihre Anzahl eine beschämend geringe gewesen war. — (Hausverkauf.) Herr Rudolf Eisenzops hat am 19. Oktober sein Haus samt schönem Kunstgarten, wie es keinen zweiten in Gottschee gibt, dem pensionierten Gendarmerie-Titularwachtmeister Herrn Josef Schemitfch aus Oberfliegendorf Nr. 9 um 6000 K verkauft und übersiedelt Anfang November wieder nach Wien, wo er früher durch viele Jahre als Kunstgärtner tätig war. Der neue Besitzer, Herr Schemitfch, war durch 17 Jahre in Niederösterreich, besonders im sogenannten Waldesviertel als Gendarm bedienstet, hielt sich als Pensionist in den letzten drei Jahren in Temes-Kubin in Ungarn bei seinem Onkel, Kaufmann und Hausbesitzer daselbst, auf und kehrt nun wieder in seine Heimat zurück. Möge es ihm und feiner Familie nur gut ergehen dahier. Htteröach. (Gestorben) ist am 29. Oktober Georg Stefandel von Nr. 8 im Alter von 83 Jahren. Mooswald. (Vermahlung.) Herr Matthias Jaklitsch, k. k. Gendarmerie-Wachtmeister bei der Adjntantnr des k. k. Landesgendarmeriekommandos in Zara, gebürtig ans Mooswald Nr. 9, vermählte sich am 20. Oktober mit Fräulein Josefa König aus Mooswald Nr. 20. Aus diesem Anlasse spendete der Bräutigam 10 Kronen für eine neue Monstranze in der Stadtpfarrkirche. Die Braut hatte zur Zeit ihres Aufenthaltes in Amerika schon früher Geld für den nämlichen Zweck gesammelt. Vergelt's Gott und viel Gluck I Woroöitz. (Verkehrsstörung.) Die Brücke Über den Riegerbach nach Morobitz ist seit einigen Tagen dem Verkehre abgesperrt, nachdem sie, zwar schon etwas beschädigt, die Halterbuben mutwilliger- oder gedungenerweise fast gänzlich zerrissen hatten. Schon lange wird über die vorzunehmende Ausbesserung und Bestreitung der erforderlichen Auslagen viel hin und her geredet und geschrieben, doch alles umsonst. Seit Menschengedenken besteht der Brauch, daß die Morobitzer zur Brücke die eine Hälfte der Meister- sse cht che ng nb cht aß ich :n. die ier es- t", in- en, err ns die ie- llb -ß- ns se- jen 20 et- nfl :de •et, en, ien ife, gt- cht ir. Dk- ten ter K wo :ue ch, et, iin 4t, hm bei ch, es- 9, ns NN Die her iel schaft, das ist Arbeit, die Rieger die andere Hälfte und dazu noch das nötige Bauholz zu leisten haben. Für diesmal wollten die Morobitzer sogar ein Drittel aller Auslagen auf sich nehmen, stießen jedoch auf Widerspruch vonseite einiger Rieger, für welche die Brücke wohl ein größeres Interesse hat, als für manche Morobitzer. Früher oder später muß doch eine gründliche Reparatur an der Brücke vorgenommen werden, warum denn erst warten, bis etwa auch hier ein Unglück geschieht? Göttenitz. (Erster Sch nee fall.) Am 26. Oktober wagte sich der winterliche Gast, ohne vorher, wie in früheren Jahren, durch einige Tage auf den Bergspitzen der „Steinwand" sich anzukündigen, gleich in das Tal herunter, denn am Morgen des 26. Oktober waren die Dächer der Ortschaft und das Tal mit Schnee bedeckt. Der Schnee verschwand jedoch im Laufe des Tages wieder. Waierke. (Zur Bahnfrage.) Nach dem vor nahezu zwei Jahren beschlossenen Gesetze sollte die Weißkrainer Bahn im Oktober 1910 fertiggestellt werden. Die Einhaltung dieses Termines ist nun schon ganz unmöglich geworden, weil überhaupt noch kein Spatenstich geschehen ist, sondern bloß Trassenvermessungen. Es liegen deren nun schon vier vor, aber kein Mensch weiß, wann die Bahn gebaut wird, wo sie gehen wird und ob sie überhaupt auS-geführt werden wird. Das Geld hat man bekanntlich beim serbischen Rüstungsrummel verbraucht, wodurch der betreffende Kredit von 18,400.000 K allerdings noch nicht verfallen ist. Auch hört man nichts, ob die Ungarn etwas dazu tun, daß der Anschluß an die dalmatinischen Bahnen erreicht werden kann. Den Ungarn scheint die Sache ziemlich schnuppe zu sein. Fürst Auersperg hat sich in dankenswerter Weise dafür bemüht, daß auch die Gottscheer Weingartenbesitzer von der künftigen Bahn was haben. Wenn es schon nicht möglich sein sollte, daß die Bahn den Bogen über Straßenberg nach Tschernembl macht, so sollte sie doch wenigstens das Rodiner Gebiet berühren. Nun heißt es aber seit neuestem, daß Rudolfswert als Ausgangspunkt vielleicht überhaupt fallen gelassen und statt dessen Gottschee gewählt werden wird. Dann scheint auch die Frage der Herstellung einer dritten Bahnlinie von Wien über Oststeiermark zur Adria mit hineinzuspielen. Wir sind gespannt darauf, was für eine Lösung die Bahnfrage endlich in Wirklichkeit erfahren wird. Stockendorf. (Hymen.) Johann Sterbenz, des Johannes und der Maria Sterbenz Sohn aus Mittenwald, hat am 17. Oktober in der Allerheiligenkirche in Brooklyn die 20 Jahre alte Juliana Petschauer aus Hohenegg Nr. 29 geheiratet. Weg. (Vom „Oberschwarzen".) Es fällt uns schwer, auf das Geschimpfe der „Nachrichten" zu antworten. Erstens, weil der Bericht, wie er wiedergegeben wurde, nicht aus Rieg stammt, dann aber auch, weil wir das Anflegeln den „Nachrichten" als Privileg zugestehen. Hierin sind sie ja Meister. Besonders die Notiz über die Südmark scheint den „Nachrichten" sowie den Herren, die an ihrer Quelle sitzen, sehr nahe zu gehen. Die Schüssel, aus der sie bisher gegessen haben, ist mager geworden, die Mittel bescheiden. Wenn es überall so geht, wie bei uns, daß die Mitgliederzahl von 80 auf 5 sinkt, dann geben wir den Herren recht. Vom faden- scheinigen Deutschtum der „Klerikalen" ersuchen wir nicht so laut zu sprechen- Wenn wir euch mit einem Kienspan ins Gesicht leuchten, könntet ihr euch in punkto Deutschtum als Falschmünzer entpuppen. — (Von der k. k. Post- und Telegraphendirektion) ist der Gemeinde Rieg auf ihr Ansuchen eröffnet worden, daß das Post- und Telegraphenärar bereit ist, in Rieg eine Telegraphenstation zu errichten, wenn sich anderseits die Gemeinde verpflichtet, die Telegraphenstangen und die Hälfte der Kosten des Leitungsdrahtes oder den Betrag von ungefähr 1200 K zu leisten. Nachdem nicht nur die Gemeinde Rieg, sondern alle Nachbargemeinden an der Errichtung einer Telegraphenstation interessiert sind, hoffen wir, daß mit vereinten Kräften dieses wichtige Verkehrsmittel uns ermöglicht wird. Mitdokfsrvert. (Kellerwirtschaftskurs.) Um eS den Interessenten zu ermöglichen, sich in der rationellen Kellerwirtschaft theoretisch und praktisch ausbilden zu können, veranstaltet der k. k. Weinbauinspektor B. Skalicky im Laufe der bevorstehenden Wintermonate bei der staatlichen Musterkellerei in Rudolfswert einen oder auch mehrere dreitägige Kellerwirtschaftskurse mit deutscher Unterrichtssprache. Diesbezügliche Anmeldungen sind spätestens bis 25. November I. I. an das k. k. Weinbauinspektorat in Rudolfswert zu richten. Da die Zahl der Teilnehmer an jedem Kurse beschränkt ist, wolle man sich mit der Anmeldung beeilen. Spätestens eine Woche zuvor werden die Teilnehmer von dem Tage des Kurs-anfangeS durch Einladungen verständigt. Genossenschaftswesen. Gottschee. (Monats aus weis.) Im Monate Oktober: Einnahmen K 2975'40; Ausgaben K 3234 43; Geldumsatz K 6209"83; eingezahlte Spareinlagen K 2940; behobene K 140V25; rückgezahlte Darlehen K 30; laufende Rechnung mit dem Verbände: ab gesandt K 1800. — (Sektionschef Dr. Ertl.) Der in Genossenschaftskreisen bestbekannte Ministerialrat im Ackerbauministerium und Referent für das Genossenschaftswesen Dr. Moritz Ertl hat kürzlich Titel und Charakter eines Sektionschefs erhalten. Dr. Ertl ist bekanntlich ein Hauptförderer deS österreichischen Genossenschaftswesens, insbesondere der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Auch den Gottscheer Raiffeisenkassen hat Sektionschef Dr. Ertl sein Wohlwollen bewiesen. Witterdorf. (Genossenschaftswesen.) Im Oktober wurden an Spareinlagen K 2197, insgesamt K 2201'73 vereinnahmt; behoben wurden K 620; an Darlehen wurden K 100 gegeben. Mitglieder sind 66. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Aleindruckzeile oder deren Raum Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Lin-schaltung zu erlegen. — (Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Zirmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. >ett ib- len en. Se- nd der er- Gottscheer Raiffeisenkassen. Zinsfuß für Spareinlagen 474%. „ „ Hypothekardarlehen 5 %. „ „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5 72/%. « Barverkauf. * In Unterlag ist ein großes Bauernhaus mit Wirtschaftsgebäuden und 42 Joch Grund feil. — Nähere Auskünfte erteilt Alois Ruppe, Unterlag Nr. 4. . Seite 170. Gottscheer Bote — Nr. 21. Jahrgang VI. Uerein der Deutschen a. Gottschee = tu Wien. ■ Zitz: I., Rauhensteingajse ttr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereinslokate „Zum roten Igel", I., Arörechtspkatz Mr. 2. Ein verläßlicher Bursche wird als Verkäufer und zugleich Schankbursche in Laibach aufgenommen. Nähere Auskunft erteilt die Administration dieses Blattes. Mit „Keil-Lack" streiche ich seit Jahren Den Fußboden — denn das heißt sparen; Und für Parketten reicht 'ne Büchse Alljährlich von Keil's Bodenwichse. Waschtisch und Türen streich ich nur Mit weißer Keilischer Glasur. 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Gestützt auf seine Erfahrung und Reisen sowie auf seine Kenntnisse der amerikanischen Gesetze ist derselbe in der Lage, jedermann die bestmöglichste Auskunft zu erteilen. Matthias König, Schiffskarten-Agent im Gasthofe des Herrn Franz Verderber in Gottschee. Verantwortlicher Schriftleiter Josef Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Eppich. — Buchdruckern Joses Pavücek m Gottschee.