^' TO. Donnerstag am 3. Febrnar R853. Die „«aibacher Zeitung" erscheint, mit Abnahme der Sonn- mw Feiertage, täglich, und kostet m,mnt den Veilagen im Eom^,,- ... -a > .. . Krenzb.nd im Emnutoir ganzjährig 12 ff., b« l b,« s, r.g « ff, M, ^ Z„stell«ng in'« H.n.« ss ch > » l b ä/, ^ .?' k"^ s ^ ^ ^' b . l b ,ä l, r,,g 5 ff, 3N fr. mi! frei ganzj.il.rig, nnter Kreuzend nnd gedruckter Adresse 1« st halbjährig 7 ,), 3.» f, - In serät°n«g eb," ?,-,,'" -!s ^'entrichten. Mit der V°st »,orto-„mlige <5insch«lt»ng 8 lr„ st.r z«ei,nal,«e 4 fr mr dre.,».l,<,e , kr, E, W, Innate bis ,2 Zeile,, fossen 1 ff i,r 8 V^> ^ / "'-^'" "'"' °'" ^"' N«„n> 5erse!be„, fnr ein-3n diesen Gebühr.» ist „ach den. „prouis°r,schen G^he vom 6, No«e,„ber ^850 ff,r I„s.rtio»sstm„P,l" n.ch U, kr ür ei,e jedesm.»„,!u,gc ^>n,chalt,ing hinzn zn rechnen. Mmtsicher Theil. ^e. k. k. apostol. Majestät habe» am 28. d. M. aus den Händen des nunmehrigen kaiserl. französischen außerordentliche!, Gesandten und bevollmächtigten Ministers de la Cour dessen neue Beglaubiguugsschrei> den entgegenzunehmen geruht. Heute wird ausgegeben und versendet: das LandeS-Negierungsblatt fur daS Herzogthum Krai». Erster Theil. IV. Stück, V. Jahrgang 1883. Dasselbe enthält imter Nr. 17. Kaiserliches Patent vom 20. November 1862, wodurch für Oesterreich uuter und ob der Enus, Salzburg, Steiermark, Käruteu und-Krain, Görz und Gradiska, Istrien, die Stadt Triest mit ihrem Gebiete, Tirol mit Vorarlberg, Böhmen, Mähren, Ober- und Nieder-Schlesseu, Galizie» und Lodo-merie» mit Auschwitz und Zator, Krakau und Bukowina eine neue Vorschrift über den Wirkungskreis und die Zuständigkeit der Gerichte in burger-lichen NechtSangelegenheiteu (Civil-Jurisdictions-Norm) erlasse,, ui<» bestimmt wird, daß die Wirksamkeit derselben in jedem dieser Kronländer zugleich mit der Wirksamkeit der daselbst neu zu organisiren-den Bezirksämter und der übrige» Gerichtsbehörden zu beginnen habe. L. Nr. 18—19. Inhaltsanzeige der unter den Nummern 239 und 261 des allgemeinen Neichsgesey- und Regierungsblattes vom Jahre 1832 enthaltenen Gesetze. Laibach, am 3. Februar 1863. Vom k. k. Nedactionsbureau des Landes-Negieruugs-blattes für Kraiu. Am 29. Jänner 1833 wurde iu der k. k.Hof- und Staatsdruckerei iu Wien das V. Stück des Neichsgesetz-blattes ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter Nr. 11. Den Erlaß des Ministers für Handel, Gewerbe und öffentliche Vanten vom 10. Jänner 1883, womit die Errichtung einer Direction für Eisenbahn-bailteil !M lomb.-veuet. Königreiche und die Anf-hebuug der Ober-Vaudirecliou i» Verona bekannt gemacht wird. Nr. 12. Den Erlaß des Handelsministeriums vom 21. Jänner 1833, womit die durch a. H. Entschließung vom 24. October und 26. December 18«2 genehmigte Organisation des Postdienstes im lomb.-venet. Königreiche knndgemacht wird. Nr. 13. Die Verordnung des Justizministeriums vom 22. Jänner 1833, wodurch in Folge a. H. Entschließung vom 16- Augnst 1882 bestimmt wird, unter welchen VorauSsetMigeu rechtskräftige Urtheile der königlichen sardinischen Gerichtsbehörden in Civil-Nechtssache» und andere gerichtliche Requisitionen derselben in dem österreichischen Staate vollzogen werden sollen. Nr. 14. Die Verordnung des Justizministeriums »om 24. Jänner 1833, womit mehrere erläuternde Bestimmungen über die GerichtS-Zuständigkeit hmsicht-lich verschiedener Verfügungen während und nach geschlossener Voruntersuchung über Verbrechen und Vergehen in Ungarn, Croacie», Slavonien, der serbischen Woiwodschaft und dem Temeser Banale erlasse» werden. Mit diesem Stücke wird auch die Berichtigung des Datums des im laufenden Jahrgange unter Nr. 1 im I. Stücke aufgenommene» Eilasses des General-Nechnnngs-Directoriums ausgegeben. Wie», am 28. Jänner 1833. Vom k. k. Nedactionsbureau des NeichsgesetMttes. Nichtamtlicher TheiZ. Die politisch-gerichtliche Qrganisa tion in Nugarn. II. In Betreff der Organisation der Comitatsbe-hörden einhalten die a, h. genehmiglen Bestimmungen folgendes Wesentliche: Die Comitatsbehörde ist für das ihr zugewiesene Verwaltungsgebiet die politisch-administrative Oberbehörde uüd überhaupt für die der Statthalterei zugewiesenen Geschäftszweige zwischeu derselbe» und den der Comitatsbehorde untergeordneten Aemter und anderen Organen die leitende, überwachende uud vollziehende Mittelsbehörde, so weit nicht besondere Anordnungen eine andere Bestimmung enthalten. Unter den Comitatobehördeu stehen die Stuhlrichterämter, die politischen Aemter jener Städte, welche keinem Stnhlrichteramte unter-! stehen, und nicht unmittelbar der politischeu Landesbehörde untergeordnet sind, und überhaupt alle öffentlichen Aemter und Orgaue im Bereiche dee ComitateS, in-soferu dieselben nicht einer besonderen militärischen, gerichtlichen oder administrativen Oberbchörde unterstehen. Der Vorsteher der Comitatsbehörde führt deu Titel Comitatsvorstaud, und es kommt ihm der Charakter eines Statthaltereirathes zu. Für die Angelegenheiten der directen Besteuerung werden den Comitats-behörden eigene Beamte mit dem Titel von Stener--inspectrren uud Uuterinsoectoren in unmittelbarer Unterordnung unter den Lomilatsvorstand beigegeben; eben so werden ihm zur Besorgung und Hilfeleistung in de» Gegenständen des öffentlichen Bandieusteö technische Beamte (Vaubeamte) zugewieftu, die iu dienstlicher Beziehung der Comitatsbehörde und in diöcipli-narischer dem Vomitatsoorstande nntergeordnet sind. Die Ernennung des ComitatSvorstandeS »nd der stellvertretenden Commissare dcoselben ist Sr. Maj. dem Kaiser vorbehalten. Die Ernennung der übrigen Lom-m,„are erfolgt über Terna.orschlag deS Vorstehers der betreffende» Statthaltereiabtheilung durch den Mi-mster des Innern. Die Manipulanousbeamteu des Comuates werden vom Vorstch« der Statthaltere,-abthe,lnng ernannt, bei deu Comitatösecreläre» muß jedoch die Bestätigung des Statthalters eingeholt werden. Die Anstellung ron Dienern nnd Diurm-stcn steht dem Comitatsvorstande zu. Die Scener-inspector«!, werden durch das Finanzministerium, die technische» Beamten üb« den oom Statthalter ein-znbegleitenden Vorschlag deS Vorstehers der bezügliche» Statthaltereiadtheilnng durch das Haudelsmiui-steiium ernannt. Die Wirksamkeit der ComitatSbe-hörden ist theils eine überwachende, theils eine aus-übeude uud administrative. Die Einflußnahme der Comitatsbehörde anf die Justiz ist darauf beschränkt, bei der ihr obliegende» Unterjuchung und Ueberwa- chung der stuhlrichterliche» Geschäftsgebarung auch auf den Zustand der Grundbuchöftihrung, des Waisenwesens, insbesondere der Vermögensgebarung, der Ver-lassenschaftsabhandlnnge», so wie auf deu Zustand der Arreste sorgfällig Bedacht zu nehmen. In Betreff der hauptsächlich ihren Wirkungskreis ausfüllenden politischen Verwaltung verfügt »nd entscheidet die Comitats-bchdrde nach Beschaffenheit des Gegenstandes in erster oder zweiter Instanz. Ihr liegt vor Allem °b, für die Ruhe, Sicherheit und öffentliche Ordnung im Comitate zu wache», u»d alle dießfälligen Wahrnehmungen von einiger Bedeutung »»verweilt dem Vor; steher der betreffenden Statthaltereiabtheilnng mitzu» theilen. Insbesondere liegt der Comitatsbehörde die Oberleitung der Conscription und Necrntirnng im Comitate, so wie die Mitwirkung und Anordnung ii, Angelegenheiten der Vorspannoleistung, der Verpfle« gnng nnd Einquartierung des Heeres ob. Subar-rendirnngsangelegcnheiten werden r>on der Comitatsbehörde oder in ihrem Auftrage von de» unterstehenden politischen Behörden vorgenommen; sie ertheilt ferner die Vanconsense zur Herstellung von Brücke», Straßen, Canalen, zu Vewässernngö- oder Unterwässerungsaulagen , Flußregulirungen, Uferschuhbaute», Anlegung der Mühlen, Fabriken, welche mit Wasserkraft arbeiten u. dgl. Der Zustand der öffentlichen Straßen, Brücken und Wege im Comitale bildet einen besonderen Gegenstand der pstichtmäßigen Obsorge der Comilatsbehörde. Sie hat ftr»er darüber zu wachen, daß die innere Einrichtung der Gemeinde», sowohl jener, die unmittelbar, als jener, welche mittelbar durch die Stuhlrichterämter ihr unterstehen, so wie die Verhältnisse der Gemeinde» unter sich den Gesetzen gemäß geordnet werde» , und übt den entsprechende» Einfluß auf deren Angelegenheiten. In Gewerbe- uud Handelssachen gehört zum Wirkungskreise der Comilatsbehorde die Ertheiluug der Befugnisse zu Kaffehhänsern, Glashütten, Pottaschesie« dereien, Kalk-, Gyps- und Ziegelbrennereien, Torfstichunternehmungen und Wochenmärkten; ferner die Erlheilnng von Hanstrpässen. Außerdem steht ihr in erster Instanz zu, die Bewilligung von mildthätigen Sammlungen, die Entscheidung über Grundzerstücke. lnngen und Abtrennungen, insofern behördliche Ve-willignng dazn vonnöthen ist, die Bannlegnng eineS Waldes, die Lösnng mancher, iu Elpropriationsfällen sich ergebenden Zweifel und Streitigkeiten, die Er-theilnng von Anfgelwtsdispensen nach Maßgabe der Bestimmungen des allgemeinen bürgerliche» Gcseft-bnches, die Erteilung deS Consenses bei Ehen der Israelite» i» gesetzlich bestimmten Fällen, endlich die Ertheilung von Waffenpässe» nnd Jagdkarten. ^" den Angelegenheiten der d.recten Bestenerung bat d.e Comitatobehörde th.ls einen überwachen en th,l >,.,,.„ ^übenden Einfluß zu nehmen. Endlich hat oie Comitatsbehorde "°ch für die gehörige Knndma« chuna nnd für die allseitige und genane Vollziehung der Gesche, Verordnnngen »nd Verfügungen der Behörden zu sorgen, und zu diesem Behufe erforderlichen Falls auch die gesetzlich zustehenden Zwangsmittel in Anwendung zu bringe». Sie bewilligt daher den untern politischen Aemter» die etwa be« nöthigte Militärassistenz, und wendet sich dießfalls, so wie wenn sie znr Ausführung ihrer eigenen Anordnungen solcher Assistenz bedürfen sollte, an die betreffenden Militärcommanden. 108 V e ft e r r e i ch. Triest, 31. Jänner. Neueste Nachrichten aus der Levante mittelst des Lloyddamvfers „Asia." Die neueste Post aus Coustaittinopel bringt den großherrlichen Ferman, mit welchem, wie bereits in frühere» Berichten erwähnt, den Generalgouverneu-ren der Provinzen eine unumschränktere Macht ein. geräumt wird, um auf diese Weise die Verwaltung mehr zu centralist«!!. Die Generalgonverueure werden fur alle Vorgänge i» den ihnen untergeordneten Provinzen verantwortlich gemacht, und vo» ihnen allein hängt von »u» an die Ernennung oder Nbsey»ug sämmtlicher Beamten von den Civilgouverueurs (Mou-hassils) und den Untergouverneurs (Kaimakams) abwärts ab. — Von den neuesten Ernennungen ist beso»-derö jene des Ergroßveziers Ali Pascha zum Generalgouverneur von Smyrna (statt Kiamil Pascha's) hervorzuheben, — eine Wahl, zn der dieser Provinz au«? vollem Herzen Glück zu wünschen ist, da sie, »ach dem Ansprüche des „Journal de Constantinople" leinen besser» Gouuerueur jemals gehabt und haben wird. — Abd-el-Kader ist am 16. mit seinem Gefolge am Bord des „Labrador" nach Gemlek abgegangen, wo er auf Veranlassung des Herrn Lavalette die nöthigen Equipagen zur Weiterreise nach Vrussa vorfand. — Afiz Bey ist von seiner, wegen der Angelegenheit des h. Grabee, nach Jerusalem übernommene» Mission, in Constantinopel wieder eingetroffen. — Der berüchtigte Ianni Kattargis befindet sich »och auf der Insel Tynos, wo er mit zwei anderen Diebs-geuossen auf einem griechischen Schiffe eingetroffen ist, und seine volle Freiheit genießt, ohne von den Behörden im Geringste» angefochte» worden zu sein. Auf der Insel Tynos weilt auch ein anderer Näu-berhauptmann, Melemenlis, der den Karavanen in Kleinasten viel zu schaffe» gemacht hatte. (Tr. Z,) Der Herr F, M. L- Graf von Leiuinge», welcher in ei»er außerordentlichen Mission sich »acl> Con-Nantinopel begeben hat, ist derselbe, dessen diplomatische Dienstleistung als Bundescommissär im Norden Deutschlands im Jahre 18^0 bereits volle Anerkennung gefunden hatte. Der Graf soll nach der Hauptstadt der Türkei umfassende Vollmachten mitgenommen haben. Sicherem Vernehmen nach enthält die Note, welche von Seite der k. k, Regierung nach Constantinopel abgesendet wurde, Vorschläge zur Ausgleichung der montenegrinischen Differenzen, Eine gleichlautende Note soll vou St. Petersburg nach Con-staittiuovel abgegangen sein, und es ist gegründete Ursache vorhanden, zu glauben, daß die Pforte in die Vermitclu»gsrorschläge eingehen werde. Dem Vetter Les Fürsten vo» Montenegro dagegen ist hier bedeutet wordeu. daß Oesterreich zwar fest entschlossen sei, die strengste Neutralität zn beobachten, daß aber die kais. Behörden an der dalmatinischen Gränze angewiesen seien, den Montenegrinern den Eintritt in das kaiserliche Gebiet nicht z» verwehre» , falls sie als Flüchtlinge und unbewaffuet darum ansuchen sollten. * Wien, 29. Jänner. Unbedingt einer der wichtigsten Productionszwcige Oesterreichs ist die Seide, und es ist allbekannt, daß das lombardisch^venetiani-sche Königreich dc» größeren Theil seines hervorragenden Wohlstandes der Erzeugung und Pflege dieses Artikels zu verdanke» hat. Die Eeidenindustrie gehört dort recht eigentlich zur Hauserzeugung; entweder windet der Landmaun die Cocoue selbst ab, oder er verkanft sie an reisende Agenten, welche sie sodann in den Spinnereien fabriksmäßig abhaspeln lassen. Ungeachtet iu der Regel Nohproducte und Ur-producte sich weniger zum Transporte auf weite Entfernungen eignen, weil sie meist vo» großem Gewichte und bedeutendem Umfange sind, dagegen im Preise »»verhältnißmüßig nieder zn stehen pflegen, so gilt doch dieß keinesfalls von der Rohseide, deren Preise sehr auziehe.id erscheinen, und deren geringes Gewicht die Transportabilität in die entferntesten Weltgegeu-deil erleichtert. Es kann zwar nicht behauptet werden. daß die italienische Seioenvroduction sek mehrere» Jahren stagnirend geblieben sei; dess<« unzeachtet ist ein bedenklicher Concurrent für italienische Seide aufgeraucht, und dieser ist China. Der Absah dieser Gat- tung, namentlich auf englischen Märkten, nimmt täglich mehr zu. Mehrfache Ursachen haben dazu beigetrage». Die wichtigste derselbe» ist die eben so rapide als unveikenübare Progression des brinsch-chine-fischen Handelsverkehrs. Die Stellung Englands zu Chi»a hilft ihn vermitteln, und die große Vorliebe der Chineser für britische Industrieerzeugnisse kauu ungestört ihre volle Eutwickeluug und Befriedigung finden. Es ist bekannt, daß jeder Importhandel, wen» mir irgend thunlich, eiuen proporcionelleu Elponha»-del i»'s Lebe» ruft, und so kam es, daß die englischen Ware» mit jährlich steigende» Quantitäten von Thee und Seide bezahlt werden. Der Vergleich der Seideneinfuhreu in England seit den letzte» Id Jahren stellt sich ungünstig für die italienische Einfuhr, welche um mehr als dritthalb Millionen Pfund abgenommen hat, während dieses Quantum fast ausschließlich aus China bezogen worden ist. In der Qualität steht die chinesische Seide der italienischen nicht mehr besonders nach, uud was die Hauptsache ist, es zeigt sich eiue fortschreitende Verbesserung die-seS Artikels, wodurch sein Werth auf dem Weltmärkte sich stetig erhöht. Früher war hauptsächlich Loudo» der Siß der englische» Seidenfabrikation; jetzt ist Liverpool an Londons Stelle getreten, und das enorme Ausfuhrgeschäft, welches in dieser Hafenstadt nach Indien und China betrieben wird, hat die Liverpooler Speculation ohne Zweifel veranlaßt, auf die Gegenseitigkeit des Verkehrs Bedacht zu nehme», uud ihre Aufmerksamkeit auf die chinesische Seide i» verstärktem Maße gelenkt. Es läßt sich »achweisen, daß die Importation derselben in England desto mehr zugenommen hat, je größeren Anfschwuug die Seideu-fabricacion in Liverpool uud Manchester nahm, je mehr London i» dieser Beziehung zurücktrat, und i» demselben Verhältnisse hat die Einfuhr aus Italien sich verringert. Es ergibt sich aus diesem Beispiele einmal wieder, mit welchem Glücke und Vortheile England die Kräfte, welche es in alle» Theilen der Erde aufsaugt, gegen die Concurrenz der continenta-le» Industrien geltend zu machen versteht. Der Verbrauch der chinesische» Seide dürfte sich aber bald nicht allein auf England beschränken, sonder» anch auf das Gebiet deS deutschen Zollvereines ausdehnen, dessen Handelöbeziehnnge» mit China ebenfalls iu der Entfaltung begriffe» si»d, um so mehr, als für England die Veranlassnug nahe liegt, mit chinesischer Seide ein vortheilhaftes Speditionsgeschäft uach den Märkten des europäische» ContinenteS zn versuche». Unter diese» Umständen wird dcr in Aussicht stehende Zoll- nnd Haudelöoettrag Oesterreichs mit dem deutsche» Zollvereine vo» sehr günstiger Nuckwirkung, anf die italienische Seideuproduttio» begleitet sein, indem nicht bloß die Ausfuhr der Rohseide nach Deutschland mannigfach erleichtert werde» dürfte, sondern, was die Hauptsache ist. in Folg« ^r sich mehreren Handelsberührungen auch ei» stärkerer Verbrauch dieses Artikels auf deutsche» Märkien sich »atnrgemäß ergeben wird. Ueberdieß aber wäre zu wünschen, daß i» der österreichische» Seidenspinneiei und Seide»haspelu»g alle thuuliche» Verbesserungen vorge»ommen, und namentlich die Hilfsmittel einer vervollkommneten Mechanik zu Hilfe gezogen werden, um eiue Concinreuz zu bestehen, die, wen» ihr nicht entgegengewirkt wird, im Laufe eines weiteren Dece»niums eine» sehr bedenklichen Umfang erreichen möchte. * Mehrere Fälle, i» welchen in den Verkaufs-gewölbe» der befugteu Puluerverschleißer größere als ! die gesetzlich zugestandene» Pulvervorräthe vorgefuu-de» wurden, habe» das Ministerium des Innern veranlaßt, die Nepubliciruug der in dieser Beziehung bestehende» Vorschriften anzuordnen. Hiernach haben Handelsleute, welche mit Pulver, Pech, Salniter, Schwefel, Terpentin-Oel oder ähnlichen Ware» handeln, bei dere» Verwahrung gegen Licht alle mögliche Behutsamkeit auzuweudeu, uud sollen in ihren Hau-delsgewolben von Pulver nie über 4 Pfund habe», und diese« in blecherneu Gefäße» wohl verwahren, das Uebrige aber außer der Stadt oder dem Markte i» einem sicheren Orte niederlegen. Die Uebertreter haben die Bestrafung nach den KZ. 33ö, 336 und 446 des Strafgesehbuches zu gewärtige». Hierbei versteht es sich von selbst, daß diese Gewerbsleute für Gebreche» in der Beaufsichtigung ihrer Dienstpersonen verantwortlich si»d. Wien, 31. Jänner. Dem Vernehmen nach sind in der Organisirung der k, k. Marine einige Veränderungen bevorstehend. Es sollen zwei Abtheilungen gebildet werden, die eine für deu adriatischen die andere für de» levaittinischen Dienst, Für jede Abthei' lung soll ein besonderes Schiffc-commaudo errichtet werde», wovo» eines Se- kais. Hol). Erzh. Ferdinand Mar überuehme» würde. — Die politischen uud gerichtliche,'. Organisiruugs' Commission«» siud bereits für aUeKro»länder erua»nt, und werden ihre Thätigkeit gleichzeitig beginnen. Die sämmtlichen Mitglieder derselbe» siud in besonderem Auftrage Sr. Majestät des Kaisers verantwortlich gemacht worden, daß die Verhandlungen znr Vollziehung der Orgauisatio» mit Grüüdlichkeit gepflegt uud unbeschadet derselben auf das Thätigste beschle»' »iget werde». — Die k. k. küstenläudische Etatthalterei hat unterm 28. Jänner ei»e Verordnung erlassen, durch welche vom 1. April angefangen Kälber und anderes Stechvieh, mit gebundenen Füßen auf Wägen liegend, nicht mehr tra»sportirt werde» dürfen, da die Erfah« rung zeigte, das; Thiere, welche auf die erwähnte grau» same Weise verführt werden, ein minder gesundes Fleisch liefer». — Die Redaction des „Illnstrirten Familie"' buches," herausgegeben vom österr. Lloyd, mach? bekannt, daß die Novelle vo» F. Kürnberger ,,3)a« große und kleine Loos," welcher von den Preisrichter« Halm, Seidl uud Vauerufeld am 3l), October der erste Preis (30 Ducale» ercl. Ho»orar) zuerkannt wurde, im 2. Hefte des „Familienbuches" (Eude Iä»ner) erscheinen wird. Die mit dem zweiten Preis (2N Dn« caten crcl. Honorar) betheilte Novelle „AuS den Bergen" von K. Gnun-cnn wird im 3,, und die voü Fran Julie Bnrow „Ein Pfarrhaus zu Nathangen" im 4. Hefte abgedruckt werden. Letzterer mis gezeichnete» Arbeit der geistreiche» Verfasserin kv»nte be-kauutlich »»r einiger Formfehler wege», die jetzt ge' hoben sind, der erste Preis nicht zuerkannt werde», dagege» hat die Direction der liter, art, Abtheilung des österr. Lloyd iu Trieft, dieser Novelle einen frei' willigen Preis von 16. u»d jeder beide» andern N°° velle»: „Ein Lebe»sstnck" von Ed. Höfer, und „D'« Blmden" von P. Heyse, je 10 D„cate» (ercl. Honorar) zugetheilt. „Ei» Lebensstück" ist im 1. Hefte bereits erschiene» u»d „Die Bliudeu" werden im 8. oder 6. Heft zur Veröffentlichung gelangen. — Nach der neue» Organisation wurde für d« Oberpostbchörde» u»d die Postämter im lombardi!^" uenetiamsche» Königliche folgender Beamten-Perso^ ^ stand festgesetzt: 1 Oberpostdirector, 10 PcssverwaU"» ! 2 Directions-Adjnntte», 1 Eecretär, 1 O«v>'0"' Casfier, 21 Controllore, 87 Officiate, 38 AccessiM, ^ 34 Eleven und 1^ uubesoldete Aspiranten. ^- Das k. k. Handelsministerium hat den k. k> Postämtern jene ausläudischen periodische» Zeitschr'^ ? te» bekauut gegebe», welche» der Postüebit durch H>"' weglassnng aus den Preistarifen entzogen worden i!" uud bezüglich welcher eine ausdrückliche Verbotsvcl' ^ lautbaruüg bisher nicht stattgefunden hat. Diese si»b' ^ „Die Volköbötin" sMüuchen), »limner»!» nnlsw" ,ß (Brüssel), die „Cdlnische Zeitung" (Cölu), die „DeutM AUgemeiue Zeitung" (Leipzig), „Deutsche NeichSz"' tung" (Braunschweig), „MephistophelcS" (Hamburg „Weser Zeitung" (Bremen) , „Alpeubote liberaler (Chur), „Züricher Neue Zeitung« (Zürich), «>l M^ üimünln« (Turin) uud der „Niederrheinische Courie^ (Straßburg), Auf diese Iouruale dürfe» auch fer>'"'' hi» weder Präuumerationen angenommen, „och t>c^ Beförderung durch die k. k. Posten zngelasseu wer^"' — Wie aus Bosnien geschriebe» wird, tv<^ die Christe» i» Bosnien und der Herzegowina "^ einem schon im vorige» Jahre gefaßte» BestiM'^ »uu eine eigene Deputation nach Rom senden, ' den Schutz des Kirchenoberhauptes gegen die >W>" zunehmende Bedrückung der Türke» zu e> stehen. — Im ueuen Arsenale vor der BelvedeurW" ' welche nunmehr beinahe vollständig ausgebaut ' ' wird die innere Ausschmückung ehestens beg"'»? ' Itt» Dabei findet eine große Zahl uon Künstlern längere Beschäftigung, indem besonders der große Waffensaal mit vielem Kuustaufwande hergestellt werde» wird, Prag, 29. Jänner. Se. Majestät der Kaiser Ferdinand haben 1000 fl. und Ihre Majestät die Kaiserin Maria Anna 300 fl. C- M. zur Unterstützung der Friedländer Abbrändler zu widmen geruht. Agram, ^Jänner. Wir lesen in der „Agramer Zeitung" Folgendes: „Wir sind nunmehr in der Lage, über den jüngsten Vorfall am Cordon mit der Türkei, welcher bald zu einem ernstlichen Einschreiten von un-serer Seite Anlaß gegeben hätte, aus aulhentischer Quelle Nachstehendes zu berichten: Am 3. entdeckten drei Grünzer aus dem Dorfe Sunzniza des Slniner Gränzregiments, daß ihnen mehreres Vieh von der Weide gestohlen worden sei. Indem sie die Spur bis auf dei, Oguliner Cordon verfolgten, nahmen sie wahr, daß ihr Vieh über den Korannaflnß in das türkische Gebiet abgetrieben wurde, uud daher nach dem nahe gelegenen türkischen Orte Stnrlic gebracht worden sein muffe. Sie begaben sich sohin zu dem Commandanten des Oguliner Cordons mit der Bitte um die Erlaubniß, ihr gestohlenes Vieh in Sturlic selbst aufsuchen zu dürfen, uud als ihnen dieser Commandant hierfür einen schriftlichen «paß ausstellte, verfügten sie sich in den genannten türkischen Ort, wo sie beim Hause des Türken Mujo Disdarevic »ebst mehreren anderen Türken des Ortes Sturlic Einen, Namens Uso Use in antrafen, welcher als ein dem Mudir ron Casin untergeordneter Sichecheitsbeamte eben dort anwesend war. Dieser Ledere fragte die Grünzer, was sie in Sturlic suchten, worauf sie ihn von der Absicht, ihr gestohlenes Vieh wieder zurück zu erlangen, in Kenntniß setzteu und ihm zur Legitimation ihres Uebertrittes nach Bosnien deu vom Oguliner Cordouscomman-danlen ausgestellten Paß vorwiesen. Der Türke Uso Use in zerriß nicht allein dieseu Paß, sondern erfrechte sich auch, beleidigende Aeußc-rungeu gegen Se. Majestät den Kaiser uud gegen Se. Elcelleuz den Van auszustoßeu, worauf er diese Gränzer in Gegenwart der andern versammelten Tür° ken mehrerer ihrer Effecten und geringen Barschaft beraubte, ihnen sodann fortzugehen befahl und ihnen noch einen Pistolenschuß nachschickte, der aber Niemanden traf. Als Se. Ercellenz der Bau über diesen Vorfall die Meldung erhielt, befahl er, die beschädigten drei Gränzer hierüber gerichtlich und eidlich veruehmen zu lassen, und, nachdem sich hiebei die Wahrheit ihrer Aussagen bestätiget hatte, wurde der Kaimakam von Bihac. zu dessen Gerichtsbarkeit der Ort Sturlic geHort, hievon verständigt und zugleich ernstlich angegangen, für diese eben so völkerrechtswidrige als beleidigende Handlung dadurch Genugthuung zu leisten, daß der Türke Uso Usein binnen drei Mal 24 Stuu-deu auf dem Raste« nach Zavalje gestellt werde, um dort vor dem dahin abgeordneten Cordonsobercommandanten, Hrn. FML. Graf Deym, dann den versammelten Offiziere» und Gränzern Abbitte zu leisten, und daß das den 3 Gränzen, gestMene Vieh und die ihnen abgenommenen Effecte» entweder i» natui'-, zurückgestellt oder der beschworne Werth in Barem hiefür erlegt werde. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihe» und im Falle sie verweigert würden. die gebührende Satisfaction für einen solchen Frevel selbst nehmen zu können, wnrden gleichzeitig die erforderlichen militärischen Dispositionen von Sr. Ercellenz dem Van getroffen. Mittlerweile wn.de der Kaimakam von Bihac auch durch seme O^.,e „.. 5,^ Kennt».,; geletzt, weßhalb e, dt„ Türke» Usein s°! gleich nach Vihac gesanglich emz.che» „,,h „^ ^ er, ungeachtet die hierüber vernommene» Türken aus Sturlic die Wahrheit des Vorfalls bestätigte», »och nichts eingestehen wollte, mit Stockstreichen auf die Fußsohle» bestrafe» und i» Ketten lege» ließ. Am 22, d. erschien der Secretär des Bihacer Kaimakam, am 23. aber der Letztere selbst zu Zava-lje, um unter deu bei deu Türken üblichen Freund-schaftsuersicheruugen den Hrn. FML. Grafen Deym zu bewegen, von den gestellten Forderungen der Ge» nugthuung abzustehen; da derselbe aber hiervon nicht abgehen zu dürfen erklärte, und wahrnahm, daß man fest entschlösse» sei, sich diese Genugthuung selbst zu verschaffen, wurde der Türke Uso Useiu einige Stun« den vor Ablauf des gegebene» TerminS durch de» Secretär des Kaimakam zur Abbitte nach Zavalje gestellt, und weil das den Gränzern gestohlene und geraubte Gut uicht vorhanden war, der angesprochene Werth hiefür in Silberzwanziger» bar erlegt. Die verlangte Genugthuung wurde somit geleistet, und wir können nur wünschen, daß die Türken aus der Energie und Festigkeit, welche unsererseits bei diesem Vorfalle bewiesen wurde, die Belehrung schöpfen mögen, wie Oesterreich imMfühle sei»er Macht uud seines gucen Rechts derlei völkerrechtswidrige Handlungen und Tractatsverleßunge» anch iu der Folge nicht duldeu würde." Aus Montenegro, 30. Jänner, schreibt man der „Tr. Z." : An der Erhaltung Grahovo's ist sehr viel gelegen, uud weun die Montenegeiner und Gra> hovoianer auch oft i» Streitigkeite» leben, so einigen sie sich, „wo es gegen die Türken geht," desto fester, und im Nothfälle leistet die gesammte Wehrkraft der Nahia KatuuSka hilfreiche Hand. So werdcu sich auch die District« von Drobnjak, Zupa und Vagnani zuverlässig Vereinigen, den Feind zurückzuweise», wiei deu», wen» der Feldzug einigermaßen für die Montenegriner günstig ausfüllt, alle christlich-slavischen District« retcuugolos für die Pforte verloren sind, die nicht wenig auf's Spiel gesetzt hat. — Omer Pascha soll im Uebrige» gesonnen sei», vo» seinem Plane nicht so leicht abzustehen, und es dürfte dieser Feld-zug leicht bis zum Frühjahre dauern. F) Im Frühjahre, wo die Gebirgöwälder sich mit neue», Laube schmücken, wird die Schwierigkeit deS Eindringens i» die Fclsen »och größer werden. Fürst Daniel entwickelt eine außerordentliche Thätigkeit. Georg Pe-trovic's Mission in Wie» ,st sehr wichtiger Art, auch hat er stets nur im äußerste» Nothfälle Reiseu unlernommeu. In Wien trug sich ein Slave als Iu-geuienr und Artillerieoffizier au. Ä» hiureicheuder Munition soll übrigens in Montenegro steter Mangel sein. * Neueste mit der Post eingelaufene Nachrichten aus Montenegro, 24. Jänner. Der tapfere Woiwode vo» Grahooo vertheidigte sich bis 19. i» seinem Hanse. DaS Wetter soll i» jener Gegend fürchterlich gewesen sein, der Negeu fiel i» Strömen herab, und dauerte mehrere Tage. In der Czerminska Nahia ist NichtS Erhebliches vorgefallen. Der Fürst Danilo hat mittelst eiueS Briefes den Bewohnern dieser Nahia sein lebhaftes Vedaueru ausgesprochen für die Verluste, welche sie durch den Brand vo» Klisichi n»d Karughe erlitte» haben. Er ermuntert sie zugleich zur Vertheidigung, indem er ihnen den alten Ruf und das tapfere Benehmen bei Zabljak in Erinnerung bringt. Am 16. d. habe» die Bielopaolechianer ei» Treffen mit den Türke» gehabt; Letztere wurde» zurückgeschlagen, und haben nebst mehrere» Pferden uud Muuitiou 160 Mau» verloren. Auf dem Rückzüge haben die Tiukeu das armselige Dörfchen Martiuochi in Brand gesteckt. Die bei Niksich aufgestellten türkischen Truppen si»d in Montenegro vorgerückt uud haben daS mon-tenegriinsche Kloster Ostrog verbrannt. Der Fn,st begab sich hierauf sogleich mit 4000 Montenegriner» ihnen entgegen. Die weiteren Nachrichte» werde» noch gewärtiges. 28. Jänner. Am 18. d. M. um 9 Uhr Abends wurde das Haus des Wojwoden von Grahovo vo» de» Türke» mit Sturm geuomme». Der größte Theil der Hänser vo» Grahovo ist durch das von den Türken zu verschiedenen Male» angelegte Feuer zerstört worden. Dervis Pascha und der gefangene Iakow haben Schreiben an die Grahovianer gerichtet, worin dieselbe» aufgefordert werden, z» ihre» Häuser» zurückzu-kehre». Fünfzehn G.ahovianer habe» sich, nachdem >hnen ron österreichischen Behörden die Waffen abgenommen worden sind, i» Czivoscic zu ihre» Anverwandte» geflüchtet. Omer Pascha, mit 20.000 Mann. befindet sich gegenwartig in der Näh« vo» Spnß. Die türkische,, Truppen in Albanien belaufen sich im Ganzen aus 30.000 Maun, wovon 12.000 Mann regulärer Miliz. Nähere Nachrichten a»S Mostal bestätigen die Vermuthung, daß der am 5. d. M. daselbst stattgehabte Brand der Läden der christlichen Kaufleute von den türkischen Soldaten angelegt worden war. Ebenso gewiniit die A»gabe immer mehr an Wahrscheinlich« keit, daß die Läden, erst nachdem sie von den Sol-date» ausgeplündert waren, in Brand gesteckt worden sind. Der daraus entstaudene Schade» ist jedoch bedeutender als früher gemeldet worden war; er erreicht die Summe von 400.000 ss. CM- Deutschland. Koburg, 20. Jänner. In Folge der'Bemü» hungen der demokratischen Partei ist in Koburg eine Spannung zwischl» den Civilisten und dem Militär eingetreten, welche sich bereit« in ernstlichen Raufereien Luft gemacht hat. DaS Bataillonscommando hat sich deßhalb vera»laßt geschen, de» Soldaten de» Besuch gewisser öffe»tlicher Orte zu untersage» und id»e» zu befehle», nur i» hinlänglicher Anzahl in be-stimmten Localen sich zu zeige», Abends aber die Ca» ferne nicht zu verlasse». ', Wein, r. 22. Jänner. Am 20. d. M. hat der am hiesige» großherzoglichen Hofe beglaubigte fran« zöfische Gesandte, Baron von Talleyrand-Perigord» Sr. königlichen Hoheit dem Großherzoge sein neues , Creditiv überreicht und ist darauf zur großherzoglichen Tafel gezogen worde». V ä n em a rk Kopenhagen, 23. Jänner. Die Ernennung des geh. Co»ferenzrathes Tillisch zum CabinetSsecretär Sr. Majestät deS Königs an die Stelle des kürzlich verstorbenen Kammerherrn Lunding wird von Seite der Eiderdänen als ein Sieg über die Gesammtstaats-partei betrachtet. Durch die Heranziehung dieser Persönlichkeit in die unmittelbare Nabe Sr. Majestät gewinnen die seit längerer Zeit coursirenden Gerüchte über bevorstehende Veränderungen im Ministerrathe an Consistenz. F r a n k r e i ch. Paris, 26. Jänner. Eine der ersten Arbeiten des Senats »ach seine», Zusammentritte am 14. k. M. wird die Festsepuug des Wicthums der Kaiserin sein. Der „Consttt»tion»el" meldet, daß sämmtliche von alle» Puncten Frankreichs einla»fe»den Depeschen den Enthusiasmus uud die Sympathie der Bevölkerung in Bezug auf die Vermählung des Kaisers constaliren. Einer neuern Nachricht znfolge ist Fräulein von Montijo 24 Jahre alt und iu Grauada geboren. Die außerordentlichen Vorbereitungen werdeu für die bevorstehende Feier getroffen. Auf den Vorschlag des Seiue-Präfecte» hat die Muuicipalcommissio» von Paris demselben 600,000 Fr. zum Ankauf eines Diamanten-Colliers als Hochzeitsgeschenk für die künftige Kaiserin im Namen der Stadt Paris u»d 300.000 Fr. z» verschiedenen wohlthätigen Zwecken zur Verfügung gestellt. Die Kirche Notre-Dame wird mit einer auserlesenen Pracht geschmückt. Das Gerücht von einer bevorstehenden Reduction der Armee erhält sich; man will dieselbe sogar mit der Differ von 70.000 Mann angeben; gleichzeitig ver» lautet von der Wiederherstellung der kaiserl. Garde, welche lO.UOl) Man» Infanterie und 3600 Pferde stark sei» winde. Grl'kl'riwmnen und Irl.'nd London, 26. Iä»uer. Viöc°u»t C sehen, folgt hier die eigens zu diesem Behufe ver-faßte Ansicht des Landes und der drei vormaligen Kreise. Der Laibacher Adelsberger Neustadtlcr Kreis Das ganze Uand hat EultUraattUNst Flächenmaß Parzellen Flächenmaß Parzellen Flächenmaß Parzellen Flächenmaß Parzcllcn ^_____________ oder ^._____________ odcr __________^^___ odcr ________________ odcr ^ Grund- Grund- > Grund- Grunb- Iochc ^Klft. stücke Joche m.sslft. stücke Joche üMft. stücke Joche UMst, Me Aecker..... 76,927 ! 795 136.651 35.280 493 150,813 117,639 745 330.193 229.847 433 617.65? Ackerland Gülten ...... 194 ! 745 219 1.18? 753 3,002 — — ^ 1.381 1498 3.25l überhaupt Accker mit Weinreben ... ^ — — 2.649 858 9.108 _ — ^ 2,649 85» 9,1^ Trifchäcker..... 34 138 Z7 - — __ 2.841 1029 3.735 2.87S li«7 3772 Zusammen 77.156 78 l3L,937 39.117 504 162.923 120,481 174 .-«3.U28 236.754 756 «33.788 Wicscn . . . 68.69«! 786 87,307 81.822, 6»2 1!!6.2,7 73.233 392 199.942 223,752 j 210 423,466 Wiesland Wicftn mit Ol'stbäumen . . . 4,74411,0 15,66l !,N12<»2 463 "'"4 1256 23,630 9,800 368 39,754 dto dto Holznutzcn . . . 5,098 378 2,352 8.54» ,500 3.<59 3/.221 i 1509 34,009 ZN.86I 187 40.120 Zusammen 78.539 674 105.320 90,454 134 140,439 115.419^1557 257,581 284,413! 765 503.340 _________________________________________________^________„_^_____________!__________________________!______________^. Weiden......77.57« , 1469 81,355 101.137 132^ 41.526 93.09? i 1456 127.048 271.606 1053 249,929 y«5i5?l«nl, Wciden mit Obstbäumm . . . 1,088 643 4,,90 ^. ^ ^. 83 ! 138! 454 1,1?2 424 4,64^ lUHllvll»!,» ^ dto Holznutzen . . . 5.721 217 2.327 16,40?. 1st!, 3,09« «6.433 1097 25.061 88.557 ! 150! 30.47!» Alpen......39.306 597 320 3.643 ! 990 97 — — — 42.949 > <58? 417 l___________________________ !______________________________________________________________________________________^_________ Zusammen 123.486 ! 1326 88.192 121.184 ^ 907 44.714 159.615 734 152.563 404.256 ' 1367 285.469 --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------— j ! Gärten über 400 si Klftr 76 ! 297 110 49! 523 1.038 344 744 691 »1111564 1.839 Gartenland . ' 208! 164 3.420 960 1262 12.118 602 1243 8,82, 1.771,1070 24.3«6 <____________________________________________________________________________l------------------------------------------------__!______________________ Zusammen 284 461 3.53« ,,452 185 13.156 947 387 9.5« 9 2.683 ! 1033 26.205 ____^^^»»^——^»^»»^».^——^—^.____________________-___________________________!_______ ^ Weinland Weingärten..... __ ^_ __ <.?« 1082 4,471 15.020 1085 66.558 16.768 567 71.029 Hochwälder.....233.315 158 63.915 148,727 ^ 934 10,476 263.631 662 58.356 645.674 l 154 132,74? Waldland Niederwälder.....19.879 607 6.500 11.240 11467 1.719 26.509 1086 24.242 57,629 < ,561 32,4lN Auen...... 141 1002 287 — ^ — — __ __ — 141 1W2 287 Zusanmicn 253,336 ^ 167 70.702 159.968^ 801 12,195 290.141 14s 82,598 703.445 1!,« 165.495 Sümpfe oder Tee« mit Schilf . . . ^- ~- ^ 852 447 308 — -^ ^ 852 447 3»3 Gebäudcfläch« ...... ^^5 1065 35.026 807 28!) 21.062 2.253 1439 56.959 4.786 1193 113.047 _____ _____ _______!______ . Summe des vroduetiven Bodens 534.528 571 439.707 415,383 ! 1149 399.268 703.879 724 959.706 1,653.991 ! 844 1,798.681 W„„ . j 11.699 ! ,;M.', 17.283 > i 34.987 Nrvroductiv Gcw(issc/ '''.'. 52.908 366 1,582 7.867! 780 ^.l!34 17.233 343 1.276 78,0081489 4,492 Ganz öde Stel!.» ! . . . ! ^"^ ! 2.4Ü0 ^ 3.912 j ! 10.83« Total-Summe 587.346 937 457.454 423.451 329 409 367 721.112 1067 982.177 1,732.000 733 1,848.998 Laibach am 10. Jänner 1853. - Mautner. Vaterlandische Geschichtsforschung. Wir machen aufmerksam auf eine sehr wichtige geschichtliche Abhandlung, welche nächstens in unse> rer Gelehitenwelt — großes und in ihren Forlsez-zungen überraschendes Aufsehen erregen wird. Del rühml,chst derannte slovtimche Dichter und Archco-loge Herr Davorin Terssenjak, Neligionspro-fessor am Gymnasio zu M^durg, übergibt so eben der Oeffentllchkeit in slovemscher Sprache cinen der gediegensten Aufsatze, in welchem er aus einer qroßen Zahl in Unterstnermark :c. gefundener Romersteine den auf ihnen vorhandenen indoslavischcn mythologischen Figuren, vor allen aber «uz der getreuen und natürlichen Auslegung der dabei vorkommenden Eigennamen klar nachweiset, daß die Slaven feit der ältesten Zeit, wenigstens seit 600 v. (ihr., «o» dem adliatischc» Meere bis zu den Karpathen unter verschievene,, Einzelnamen, als: Ambidraver, Sera-piller, Screter, Warner, Iopodcn, Liburncr :c., in dem spätern Panonicn und Norikum seßhaft gewe-se», und dadurch die bisherige Ansicht der Historiker widerlegt sei, selbe waren erst vom 5ten bis in das 7te Jahrhundert n. (5hr. »ach Norikum und Pa.-no»ien gekommen. Terstenjak weiset letztere Einwanderungen genau nach . als Refluctuation der nach der germanischen 3<ö,, kerwanderung von der Ostsee und Weichsel — wo> hin sie aus de» Ulsitze» verdrängt gewesen, in die alte Heim,ith wiederkehrende» Slavenvölker. W>/ haben diese geistreiche Abhandlung in 0er Handschlü'l gelesen und wagen die Behauptung, daß sie dc« Angriffen der strengsten Kritik kräftig widerstehe" dürfte. Das 8»«s!» Incjmii,!»!' harnischt den !Uerfas' ser gegen feindliche Oinwürfe. Sobald diesen >"' leressanten Aufsatz die «lj,'>«!!i« vollständig ycbram hoben wird, werden wir uns beeilen, selben den de»l' schen Lesern in getreuer Uebersetzung vorzulegen. Dr. Rudolph Puff- Druck und Verlag voi, I. v. Kleinmayr und F. Na»»berg in Laibach. Verantwortliche Herausgeber und Redacteure: I. v. Kleimuayr und F. NambelS. ,