Wahlspruch r Was wir begehren von der Zukunft Fernenr Daß Drot und Arbeit uns gerüstet stehen, Datz unsere Kinder in der Schule lernen, iwf Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen G. Herwegh m Televlwn Nr. 2325. Jee Scheckkonto 38.418! Uenbahner Zentralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. Redaktion: «len V/i, gentageffe M. 5. 9$cbohllonsfd)lu|: Zwei Tage vor dem Erscheinen bcs Blattes. Sprechstunden slnd jeden Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis l/24 Uhr nachmittags. Insertionspreis: Die zweimal gespaltene Nonpareillczeile oder deren Raum 40 Heller. Bei Iahresauftrag Rabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich...............................Kr. 2 83 Ganzjährlich............................... „ 5-76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6'—. Für das übrige Slusland ganzjährlich 9 Franken. Erscheint jeden 1.. 10. und 20. im Monat. Sät. 15. Soeben erschien: "Ae Feinde der Eisenbahner. Men. den 20. Mai 1911. 19. Solta. äs Gesammelte Dokumente und Beweisstücke. Von Franz Litt. In gedrängter Kürze bietet die kleine Schrift reichliches Material für den Kampf mit unseren Gegnern und ist so zur Massenver-vreitnng für die Wahlagitation bestimmt. Preis per Einzelexemplar ti Heller. Bestellungen den Verlag Wiener Volksbuchhandlung 3g. Brand, VI, Gnmpendorfer strafte 18. Der Achte deutsche Mseubahnertag. ^ Vor ein paar Tagen hielt der „Reichsbund deutscher Eisenbahner" in Wien seinen sogenannten Achten deutschen Eisenbahnertag. Man könnte den 'paradeanszng der neuesten Schützlinge der Börsen-presse ftiilschlveigend übergehen, wenn nicht einige Momentbilder aus den „Verhandlungen" in geradezu plastischer Deutlichkeit den plumpen Schwindel neuerdings auszeigen würden, die in dem Arrangement der sogenannten nationalen Eisenbahnerbewegnug liegt. Zunächst verdient Wohl die Tatsache einiges Interesse, daß der K l a s s c n >st a n d p n n k t, der einst mit so viel Wärme vom ersten Vorsitzenden des ^eichsbundes verfochten wurde, mit keinem Wort erwähnt wurde, und daß man sich stillschweigend in den Widersprüchen, die seither die Taktik der dentsch-Natwnalen „Arbeiterführnng" offenbarte, zurechtfand, ^-aß Herr Ertl die Politik der Deutschbürgerlichen vor Jahresfrist noch in Grund und Boden verdammte Und als einzigen Weg sich von der Führung jener sreizumachen, „die Bienerth und seine Amtsgeirossen "eber haben als die eigenen arbeitenden Volks-öenossen" — die Verselbständigung der uationaleu Arbeiterbewegung empfahl, heute den Weg zu dcn-lelben Deutschbürgerlichen als verlorener Sohn, der "ouße tut, wieder zurücksaud — das alles ist jedoch jMcht bloß für den zuschauenden Beobachter interessant, wndern sollte begreiflicherweise auch die Mitglieder es Neichsbundes ein wenig zum Nachdenken an-Egen. Wo nun freilich keiner vo.i den Leuten, die da r ” die Vertrauensmänner der nationalen Eisen-Wner zusanrmenkoinmen, von „des Gedankens n,ciffc. angekränkelt" ist und die Kritiklosigkeit in Mnpssinüiger Wurstigkeit verläuft, da durften die Lacher dieses deutschnationalen Eisenbahnertages l^on noch eilte stärkere Belastungsprobe auf die „Jn-"ugenz" ihrer Zuhörer unternehmen. Und so ging Herr Jung aus Jglau her und empfahl den "deutschen Eisenbahnern" als Forderungen an das c U e Volkshaus unter anderem: to . »Gesetzliche Regelung der Bertragsverhältnisse;> deform des Staatsbahnwesens; schärfste Ver-. a hr u u g g e g e u jede Verschlechterung i. U n f a l l v e r s i ch e r u n g s w e s e n; fofor-* 0 e Maßnahmen gegen die Teuerung, s]Acn Kartellwesen und Wohnungswucher; weiter die *)cr Gebäudesteuer, Wertzuwachssteuer; tat-^«stige Wohnnngssürsorge; Abschaffung der unge- i I ä u m § st i f t u n g für Kinder von Staatsbahnbedien steten veranstaltete Ausstellung von Amateurarbeiten, die im Neubau des Oesterreichischen Museums für Shmft und Industrie untergebracht ist, erfreute sich einer zahlreichen Beschickung und die ausgestellten Arbeiten können sich wirklich sehen lassen. Viele der Arbeiten erreichen in ihrer Ausführung die besten kunstgewerblichen Arbeiten des einschlägigen Faches und so es sich um Produkte der bildenden Künste handelt, trifft man vielfach mehr künstlerische Fertigkeit an, als man sie bei den Angehörigen des nüchternen Eisenbahnerberufes hätte vermuten können. Es ist wohl keine Ausstellung nur von Amateurarbeiten allein, auch das Eisenbahnmuseuin stellte in einer Abteilung Minzen- und Notcmsmnmlmtgcn aus, und man wird auch bei jenen Arbeiten von Amateurarbeiten nicht sprechen können, die in Bahndiensten stehende .Kunsthandwerker nnd in Künsten ausgebildete Angehörige von Eisenbahnern zu Schöpfern haben. Wenn aber beabsichtigt war, zu zeigen, daß bei den Eisenbahnern viel ungenützte manuelle Geschicklichkeit, ein großer Drang znm Schaffen und viel Kunstsinn vorhanden ist, ist dieser Zweck erreicht. Die Ausstellung zeigt ferner an einer Unzahl aus-' gestellter Modelle, die allein eine kleine Ausstellung des Eisenbahnwesens abgeben würden, den regen Anteil, den ! der Erfindungsgeist der Eisenbahner an den Verbesserungen in der Ausgestaltung unseres wichtigsten Verkehrsmittels der Eisenbahn nimmt. . „Das steht nicht droben!" der Kontrollor. ^Freili steht's droben!" der Much. „Haben Sie dem Mann gesagt, daß er die Notleine ziehen soll?" herrschte der Kontrollor den Berliner an. „Diese Zumutung verbitt' ich mir!" ries der Berliner empört. „Ich verlange das Beschwerdebuch! Unerhört!" „Der Hearr hat mi schon abg'wehrt!" versicherte der; Much. „Aber es hat ihm nix g'nutzt!" ,,'nen Stoß vor'n Bauch Hab' ich bekommen dafür!" berichtete der Berliner zornig. „Sie werden arretiert werden!" herrschte der ZugS» führer den Much an. „Oha!" machte der Much. „I steig' iah aus, und Oes müaßt's mi außi lassen! Der Herr, der am Brenner aus» g'stiegen iS, hat mir's ganz genau erklärt, daß i grab' z' ziach'n brauch', wenn i in Pflersch ans steigen will!" „Wer war der Herr?" erkundigte sich der Kontrollor. „A recht a feiner, kommoder *) Hearr!" erklärte der Much, ' , ,,Ein Spaßvogel!" sagte der Berliner grimmig. „Namen?" „Weeß ick nich!" „I woaß es aa nit!" sagte der Much und drängte sich plötzlich ganz unvermutet durch den Korridor. Er hatte bemerkt, daß die Waggontür nun offen stand, Im Nu war er draußen. _ • Kondukteur, ZugSführer und Kontrollor stürzten ihm aufgeregt nach und hielten ihn mit Gewalt zurück. Der Bahnwärter in Pflersch kannte den Much zufällig. Nach einem eiligen Hin und Wider, währenddessen der Kontrollor verzweifelt konstatierte, daß man schon über zehn Minuten Verspätung habe, wurde der Much gegen Angabe seines NamenS und Wohnortes entlassen. Der Zug setzte sich wieder in Bewegung, nicht ohne daß dem Much von seiten des begleitenden Bahnpersonals noch ein paar kräftige Flüche nachflogen. | Das kränkte den Brosler Much jedoch nicht int geringsten. Er lüpfte fein Hüatl und winkte dem Zug freundlich grinsend nach. Als er, während der Zug gerade ins Rollen kam, den Berliner an seinem Coupefenster erblickte, der ihn finster anstarrte, da schrie der Much mitten in daö Schnauben der Solo« motitie und das Raffeln der Wagen hinein, so laut er konnte, gegen beit Berliner: „Nix für unguat, Hearr I" Die Geschichte hatte noch ein kleines Nachspiel am Ster-zinger Bezirksgericht, wohin ber Brosler Much über Anzeige bei' Bahnverwaltung vorgeladen wurde. Die Verhandlung endete jedoch mit seiner Freisprechung, da ihm fein Beweis erbracht werden konnte, daß er sich irgendwie des Strafbaren seines Vorgehens bewußt gewesen wäre* Den eigentlich Schuldigen hat man natürlich, nicht erwischt. ------------ r :j-' "f' f ' ' , *) umgänglich. '-i-v- *- . t * * \ vjBQT Besucht nur Lokale, in welchen der „Eisenbahner" aufliegt! "NU Die Ausstellung führt unsere Gedanken hinaus zu Hern in ländlicher Einsamkeit seinen Dienst versehenden ^Eisenbahner, dem gesellschaftliche Freuden nahezu ver-ssagt sind. Der Betätigungstrieb lätzt ihn Naturwissen-ifchaft treiben, Küfer und Schmetterlinge sammeln und Präparieren. Sammlungen von Insekten und Schmetterlingen, darunter farbenprächtige Exemplare, ausgestopfte Vögel und Jagdtrophüen, sogar eine Gemse, sind Pie Ausstellungsobjekte auf zoologischem 'Gebiete. | Gewerbliche Geschicklichkeit und das Streben, Wohnzimmer und Küche zu schmücken und mit nützlichen Dingen auszustatten, lassen den Eisenbahner die mannigfaltigsten Dinge schaffen. Was davon die Ausstellung zusammentug und, nur nach k. k. Staatsbahndirektionsbezirken getrennt, den Augen darbietet, gibt ein buntes Bild. Kerbschnitt, Brandmalerei und Laubsägearbeiten, Schnitzereien, weibliche Handarbeiten, Glasarbeiten und solche in Stein und getriebenem und gegossenem Metall, eingelegte Holz- und Beinarbeiten, Aquarien, die verschiedensten Gegenstände, vom kleinen Zierstück bis zum Möbelstücke, Luster, Ampeln, Kassetten, Rahmen, Vogelbauer, Servierbretter, Puppenzimmer und andere Spie-lerie, Tintenzeuge, Pfeifenköpfe, Leuchter, kurz alles, was sich Kunstsinn und Geschicklichkeit zum Objekt nehmen kann. Viele der Arbeiten stehen den besten Erzeugnissen des Kunsthandwerkes in nichts noch. Einzelne herauszu- , greifen und näher zu beschreiben und einzelne Namen der fleißigen Künstler zu nennen, hieße den vielen anderen, das gleiche Anrecht auf Beachtung Besitzenden, unrecht tun. Die Photographie ist mit zahlreichen guten Aufnahmen vertreten. Zumeist sind dies Porträts, aber man sieht auch einige photographische Diapositive in auto-chromen Farben und einige Mikrophotogranune zu Projektionszwecken, deren Ausführung hohe photographische Geschicklichkeit erfordert. Vorwiegend von kuustbeflisse-nen Familienmitgliedern der Staatsbahnbedreusteten, aber auch von einigen Eisenbahnbediensteten selbst, zumeist von Beamten, sind Objekte für eine kleine Kunstausstellung geliefert. Oelbilder, darunter Kopien großer Meister, Pastelle, Radierungen, Aquarelle, Kreide- und Federzeichnungen, kleine Plastiken, Plaketten, Email-und Porzellanmalerei, künstlerisch ausgeführte Diplome. Die meisten dieser Arbeiten können darauf Anspruch erheben, ernst genommen zu werden. Man hat zwar in einzelnen Fällen auch Arbeiten malerischer Autodidakten ausgestellt, wie man auch sonst mit primitiven Mitteln verfertigte Gegenstände, die gleichwohl von hohem Fleiß und Geschick zeigen, ausstellte. Diese Amatenrarbeiten tun dem Gesamteindruck der Ausstellung keineswegs Abbruch. Das ernste Streben, Schönes zu schaffen, ist bei ihnen unverkennbar. Auch das Fachliche kommt bei dieser Ausstellung aus seine Rechnung. Die technischen Bediensteten, zumeist die Werkstättsnarbeiter, Lokomotivführer, Werk- und Maschinenmeister, die Bahnmeister und Signalmeister, dann auch stick_ andere Bahnbedienstete, lieferten das Material für eine ganze Ausstellung des Eisenbahn-wesens.Fast durchwegs sind diese Arbeiten mit einer bewunderungswürdigen Präzision gearbeitet. Betriebsfähige Lokomotimodelle, dann solche aus Papier oder Holz, dann Modelle von Lokomobilen und Dynamomaschinen, Modelle von Wagen und Geleisstücken, Kohleukraue, Stationsanlagen, Signaleinrichtungen und Sicherheits-üorkehrungen, Wagenverschlüsse, Registrierapparate, Schienenbruchsichcrungen und Bremsvorrichtungen und vieles andere. Auch Beiträge zur Lösung des Problems der von außen zu bedienenden Kuppelung zeigt die Ausstellung.. Wagenmodelle, mit von Ausstellern erfundenen Kuppelungen versehen, bei denen sich in einzelnen Fällen die Ankuppelung automatisch vollzieht, während die Ab-fuppelurtg außerhalb der Wägen vorgenommen werden kann. Diese Kuppelungen 'können zum Teil neben den gegenwärtigen anmontiert werden. Auch Erfinder anderer Tinge präsentieren sich auf dieser Ausstellung. So hat der eine eine eiserne Kasse mit. selbstersundenem Verschluß ausgestellt. Auf einige der ausgeführten Erfindungen sind Patente genommen, die der Ausnützung harren. , Es ist nicht leicht, eine vollständige Darstellung dieser vielseitigen Ausstellung zu geben. Musikinstrumente bauende Eisenbahner haben sich mit Violinen, Lauten, Harmonikas und sogar mit einem Harmonium eingestellt. Andere haben Reliefs, sogar einen Reliefglobus ausgestellt. Mau sieht selbstgebaute Phono-graphe, einen aus Papier gefertigten griechischen Tempel, Schiffsmodelle, das Modell einer Flugmaschine, der Bienenzucht dienende Gegenstände und so manches andere. Alles, was den Eisenbahner in seinen knappen Mußestunden beschäftigt, kommt auf der Ausstellung zum Ausdruck. Es ist eine Unsumme von Fleiß, Geduld und Kunstsinn, die diese kleinen Kunstwerke schaffen ließ, und es sind vorwiegend Eisenbahner, Wohl einige aus den höheren Regionen, bei denen die Kunstliebe nicht so überrascht, aber auch Wächter und Verschieber und andere niedere Bedienstete, die diese Dinge schufen. Wie tief muß der Schaffensdrang im Menschen verwurzelt sein, wenn diesen ein schwerer Dienst, Existenzsorgen nnd die Nüchternheit des Berufes nicht auszurotten vermögen. Am Zarmtsftege. Aus den Kreisen des Lokomotivpersonals schreibt inan uns7 Es ist eine sehr zweifellose Erscheinung, daß in allen Fällen, wo Turnusse gemacht werben, zwei Momente in den Vordergrund treten und sozusagen das Leitmotiv beider Teile in diesem ungleichen Kampf bilden, und zwar einerseits die Sucht womöglichst größter Ausnützung der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte, anderseits daß die Delegierten des Personals bemüht sind, für sich und ihre Kollegen womöglich nach menschlichem Ermessen und Empfinden entsprechende Dienst» und Ruhezeiten zu sichern. Wir sagen ungleichen Kampf, und dies mit Recht. Denn während die Personen, welche das Interesse des Staatshaushaltes zu bewahren vor« schützen, tatsächlich aber der Sucht nach Tantiemen ob» obliegen, alle erdenklichen Mittel in Anwendung bringen, ist es den Vertretern des Personals verwehrt, mit denselben Mitteln zu operieren. Sie müssen obendrein noch die durch die Gestaltung der Turnusse herbeigeführten finanziellen Mißerfolge in den Bereich ihrer Grenzen ziehen. Kaum gelangen die Turnusse zur Kenntnis der Vertrauensmänner, so geht' ans Beraten; einzeln untereinander und in Versammlungen werden die kommenden Dienstesleistungen besprochen. In den seltensten Füllen können natürlich jene von der Heizhausleitung aufgestellten Turnusse vom Personal akzeptiert werden, weil sie ja schon bei ihrer ursprünglichen Zusammenstellung derart gepreßt sind — und dies mit Rücksicht auf die Tantiemen — daß eine Aenderung hinsichtlich einzelner Dienst- und Ruhepausen in Bezug auf praktische Ausnützung des rollenden Materials kaum mehr, ja oft gar nicht, und dann nur auf Kosten des beteiligten Personals möglich wird. Anders verhält sich die Sache dort, wo, wie zum Beispiel in Stadlau, eigens zwei Oberbeamte auf das Heizhaus losgelassen wurden, um auf Grund ihrer reichen Erfahrungen (?) im Lokomotivfahrdienste — eingedenk der Tantiemen — dem Personal Turnusse auf-zuoktroyieren, welche hinsichtlich der Vorschriften E. M. E. Nr. 15.956 ex 1906 geradezu ein Hohn sind. Dort behandelten die beiden angeblich akademisch gebildeten Herren Häuf und Kortschak die Delegierten des Personals ausgesucht — paschamäßig. Die von den Vertretern des Personals wohlerwogenen und in manchen Fällen sehr scharfe Touren beinhaltenden Turnusvorlagen, welche teilweise die Zustimmung der Heizhausleitung fanden, wurden von den Herren H. und K. unter Gebärden des Unwillens und mit der Bemerkung: „Turnusse machen wir", weggeworfen, die Delegierten einfach brüskiert. Desungeachtet faselten die Herren H. und K. überdies von der Macht, einzelne Dienst- und Ruhzeitcn auf Grund einer Instruktion noch mehr zusammenschrauben zu können. Gut, uns kann es recht sein, aber wir bitten recht sehr, Dienst- und Ruhezeiten nur nach Paragraphen der Instruktion XXXVIII/Z zu bemessen. Diese Bestimmungen besagen klipp und klar, wie unter normalen Verkehrsvcrhältnissen der Dienst auf der Güterzugslokomotive zu leisten ist und überdies Rücksicht auf die Nachtruhe nehmen, welche bei Erstellung der Turnusse durch diese Herren — speziell beim Ablöseturnus — vollkommen ignoriert wurden. Die Touren im 38er Turnus können auf die Dauer unmöglich geleistet werden und bedürfen unbedingt einer Abänderung. Die Heizervertrauensmänner, die so schwer arbeitenden Menschen, welche durch ihre Ausdauer und Bescheidenheit bei kärglichem Verdienst es zuwege brachten, daß in diesem Heizhause Touren wie 265 D. B. bis 290, 265 bis 278 Vorkommen konnten, wurden bei der Turnuskommission einfach übergangen. Eine originelle Zusammensetzung erfährt unter anderen auch der Ablöseturnus auf der Brünner Linie; derselbe dauerte sieben Tage und müssen in selbem zwei volle Nächte auswärts, eine halbe Nacht durch die um 8 Uhr 45 Minuten erfolgte Ankunft des Zuges 278 im Domizil, die nächste sofort wieder auswärts — sämtliche im Dienste — geleistet werden. Einen dienstfreien Tag gibt's überhaupt in keinem Turnusse. Ferner sind, Herr H. und K., infolge Ihrer famosen Zusam- menstellung in einem Turnus Partien, welche keinen freien Sonntag haben; die Verfügung der Negiefahrt von Mißlitz nach Stadlau (97 Kilometer) nach einer vollbrachten Dieustnacht im Hüttelwagen mit einer 50 Kilometer-Stundengeschwindigkeit des Zuges 264 ist Eisenbahnfachmännern würdig. Es wurde zwar bei jenen Zügen nach Ankunft derselben, welche über IG Stunden dauern, das Aus- rüsten von Ablösepartien besorgt, Vieh- und Lokalzugspartien, welche oft eine bis zwanzigstündige Dienstleistung Nachweisen können, sowie die Züge 278 und 282 müssen selbst auSrüsten. Der 12/24stündige Stationsverschubdienst wurde von den Herren gnädigst bewilligt, eingeführt wird er aber erst dann, wenn der Herr Heizhausvorstand Leute hat. Wann wird das sein? Wir wünschen bald! Im großen ganzen waren die Herren H. und K. bemüht, durch ihre Anwesenheit ihre Unentbehrlichkeit merklicher in die Erscheinung treten zu lassen. Für die Bediensteten soll dies eine Lehre sein. Warum denn gerade den Stadlauer Lastzugsdienst derart gestalten, daß dem Lokomotivpersoual Lust und Liebe denselben zu leisten gänzlich benommen wird? Die Bediensteten gehorchen nur mehr dem Zwange der Verhältnisse, die drückender sich kaum mehr gestalten können. Kollegen! Es ist zur Genüge erwiesen, daß durch Petitionieren unsere Lage keineswegs eine Besserung erfährt; es ist daher höchst notwendig, eine andere Taktik einzuschlagen und durch festes Zusammenschließen unseren Wünschen Geltung zu verschaffen. Aber auch jene Kollegen, die stets nur ihre eigenen Wege gehen, mögen bedenken, daß ihr Verhalten nicht nur unkollegial ist, sondern auch dazu führt, solche Zustände zu festigen, wie sie leider in Stadlau üblich sind. Inland. Die „Deutsche Arbeiterpartei" für den Rothschild-kandidaten. Herr Dr. Stephan Licht ist der Kandidat des Witkowitzer Werkes, das Rothschild und Gutmann gehört. Das Werk verfügt über 32.000 Arbeiter — 21.000 im Eisenwerk und 11.000 im Kohlenbergbau — und der Bruchteil dieser Arbeiter, der im Ostrauer Wahlbezirk wahlberechtigt ist, ist schon im Jahre 1907 von den Werkmeistern zur Wahl des Herrn Licht geführt worden. Mit ein wenig Schnaps und einigen Drohungen waren die polnischen Arbeiter unschwer zur Wahl des deutschfortschrittlichen Herrn Licht zu bewegen. Herr Dr. Licht ist aber nicht nur der Kandidat des Großkapitals, er ist auch selbst an großen kapitalistischen Unternehmungen beteiligt. Er ist Mitglied des Verwaltungsrates folgender Aktiengesellschaften: 1. Des „Kohlenindustrievereines", dem der Franz Josefs-Stollen und die Lotte-Marien-Grube in Nord-westböhmen, die St. Antons- und Agnes-Gruben in Falkenau, der Ludwigs-Schacht bei Rakonitz, ferner Kohlengruben in Ajka (Ungarn) und Jvanec (Kroatien) gehören. 2. Der Aktiengesellschaft „Monte Nomina", die Braunkohlenwerke in Dalmatien besitzt. Es gibt im österreichischen Abgeordnetenhaus wenig Abgeordnete, die mit den großkapitalistischen,Interessen so eng verknüpft sind, wie Dr. Licht. Die „Deutsche Arbeiterpartei" hat nun am 7. Mai beschlossen, auf die geplante Kandidatur des Troppauer Professors Dr. Franz im Ostrauer Wahlbezirk zu verzichten und schon im ersten Wahlgang für Dr. Licht zu stimmen! Die „Deutsche Arbeiterpartei" Arm in Arm mit Rothschilds Werksdirektion für den Verwaltungsrat des „Kohlenindustrievereines"! Wer jetzt noch nicht versteht, von wem, mit wessen Geld und zu welchem Zweck diese y, „Arbeiterpartei" gegründet worden ist, dem ist nicht zu helfen I Eine Lüge über Dr. Renner. Nun haben die deutsch-radikalen Herren gar entdeckt, daß auch ein Sozialdemokrat die „Protektion" des Ministeriums Bienerth genossen hat und ihr die Erhöhung seines Einkommens verdankt, und zwar soll das Genosse Dr. Renner sein. Sie erzählen über ihn — ausnahmslos in allen ihren Blättern, a^is denen die interessante Geschichte auch in christlichsoziale Zeitungen übergegangen ist — Doktor Renner sei „plötzlich, obwohl noch lange nicht an der Reihe, Bibliotheksdirektor geworden", diesen Titel könne er sich unmöglich verdient haben, und sie fragen mit scheinheiligem Augenaufschlag: „Wofür und von wem also ist er in so auffälliger Weise protegiert worden?" Sie möchten eben aus Renner einen K r o y machen. Nun ist die Geschichte von der Protektion, die der Sozialdemokrat genoß, gewiß sehr rührend, nur wahr ist sie nicht. Früher hatten nämlich die Beamten der Neichsrats-bibliothek Titeln, die sonst Beamte der Administrationsbibliotheken führen; man hat nun die Ti tel dieser Beamten, die Hochschulbildung haben, in solche umgewandelt, die andere Beamte mit Hochschulbildung haben; diese T i t e l ä n d e r u n g, mit der keinerlei Avancement und Erhöhung der Bezüge verbunden war, ist ohne jedes Zutun des Dr. Renner geschehen und sie gült natürlich für alle Beamten der Reichsratsbibliothek. Von Protektion zu reden, kann also nur ein deutschradikaler Lügner zuwege bringen. Durch die Wahl zum Abgeordneten hat allerdings Dr. Renner eine Aenderung seiner Bezüge erfahren. Sie besteht aber darin, daß er die Nebenbezüge von 1600 Kr. ei n g.e büßt hat. So schauen die Ergebnisse der deutschradikalen und christlichsozialen Korruptionsriecherei aus. Wahlaufruf des Arbeitgcbcr-Wahlkomitecs. Das Arbeitgeber-Wahlkomitee, das seinen Sitz in Wien im VI. Bezirk hat, veröffentlicht einen Wahlaufruf an Gewerbetreibende, Industrielle und Handeltreibende in Oesterreich, die aufgefordert werden, bei den bevorstehenden Wahlen dafür zu sorgen, daß ihre Interessen gewahrt werden. In dem Wahlaufruf heißt es: Es ist uns ferne gelegen, irgend einen Wähler beeinflussen oder haranguieren zu wollen, daß er seiner nationalen Pflicht, seiner religiösen Ueberzeugung, seiner rein politischen Richtung Gewalt antue. Es bleibe jeder ein treuer, energischer, opferwilliger Sohn seiner Nation. Er bekunde dies auch bei dem bevorstehenden Wahlakt. Dieser Standpunkt sei nicht bloß anerkannt, er sei herborge* hoben und wir Arbeitgeber wollen diesen Standpunkt' festhalten für und für. Es gibt keine Arbeitgeber, es soll und darf keine geben, die sich zur fortschrittlichen Kulturentwicklung in Gegensatz bringen. Technische Fortschritte sind gebunden an den Fortschritt der allgemeinen Bildung und schon aus diesem Grund sind die Arbeitgeber im wahren Sinne des Wortes Männer des Fortschritts. Es wird sodann darauf hingewiescn, daß die internationale Sozialdemokratie mit eiserner Konsequenz das Ziel verfolgt, das individuelle Eigentum auszuschalten, die bürgerliche Gesellschaft in eine große Genossenschaft um» zuwandeln. In verständliches Deutsch übersetzt, beißt das, das produzierende Bürgertum soll als Besitzer individuellen Eigentums zu existieren aufhören, es soll Besitz und Eigentum an die große Zuklinftsgeuossenschaft abgegeben werden. Deshalb müßte die Parole sein: Schutz dem Eigentum! Schutz dem Besitz! Heraus rp i t einem S t r e i k g e s e tz! Die verbindliche Llnerkennung dieses Grundsatzes werde man von den Kandidaten aller Nationen und aller Parteien verlangen müssen. 43.705 Reklamationen gegen die Wählerliste. Vorbehaltlich einer genaueren Nachzählung sind während der Reklamationsfrist gegen sämtliche Wiener Wählerlisten 43.705 Reklamation,)!! beim Wiener Magistrat eingelangt. Dies bedeutet bei einer Gesamtwählerzahl von in den Wählerlisten eingetragenen 380.122 Wählern einen Prozentsatz von 11-49 Prozent. Im Jahre 1907 waren bei einer Gesamtzahl von 361.901 ursprünglich in den Listen eingetragenen Wählern 38.415 Reklamationen eingebracht worden, was einem Prozentsatz von 10-61 Prozent entspricht. Die dcutschnntionnlc „Arbeiterbewegung ttttb ihre Gönner. Soeben ist der Jahresbericht des Deutschnationalen Gehilfenvcreincs für Reichenberg und Umgebung erschienen. Dieser Verein hat angeblich den Zweck, „den deutschgesinnten Arbeitern in jeder Lage seine Hilfe angedeihen zu lassen, mag es in Arbeitslosigkeit, Krankheit, Sterbe-, Not- und sonstigen Unglücksfällen _. . . ." Wie dieser Verein dem „deutschgesinnten Arbeiter in jeder Lage seine Hilfe angedeihen läßt", zeigt am besten das dem Jahresbericht beigeschlossene Mitgliederver-zeichuis. Darin figurieren als Ehrenmitglieder Freiherr Theodor v. Liebieg, Burschovski und andere mehr, als stiftende Mitglieder die Herren Alfred und Willy Ginz-k e y, Salomo n, Stiepel, Karl v. Z i m m e r-m a n n, Karl A u b i n, August Hermiughaus, Heinrich F. W o n d r a k und andere der nordböhmischen Textilfabri-kanten mehr. Die deutschuationalen Arbeiter befinden sich also in einer Gesellschaft, in der sie ihren untertänigen Gefühlen vollkommen freien Laus lassen können. Die Bekanntschaft mit so hohen Herren trägt auch manchmal etwas, wie aus dem Rechenschaft^ bericht Aervorgeht. Ein Hirtenbrief an Wiens Arbeiterschaft. Der Kar-dinal-Fürstcrzbischof von Wien, Dr. Gruscha, hat mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen an die Arbeiter- Waft Wiens einer. Hirtenbrief gerichtet, in dem er sie auffordert, sich bei den Wahlen um die katholische Kirche 3u scharen und die Wahlfonds zu unterstützen. Der Erzbischof führt aus: Die Zustände, tuic sie heute die Arbeiterschaft beklagen mutz, sind nicht von der katholischen Kirche verschuldet, sondern haben zur Ursache l?nc un christlichen Lehr m e in u u g e n, die sich unter dem be st eh enden Titel Humanität eingeschlichen habe n. So sehr Mit auch den industriellen Fortschritt bewundern, so wollen wir uns bpch durch diesen nicht blenden lassen, sondern mit vereinten Kräften an der Wiederherstellung der engen Verbindung zwischen Arbeiterschaft und Kirche arbeiten. — Na, also.... Der Wahlaufruf der deutschvölkischen Arbeiter ist ein köstliches Machwerk. Die Lebensmittelverteuerung chird darin nicht als eine Folge der agrarischen Zollvoli-tik, sondern als die Folgeerscheinung des Produkten-ivuchers hingestellt. Der Produktenwucher ist eben kein Wähler, der kann angegriffen werden, wohingegen der Agrarier alS deutscher Volksgenosse Wähler ist und geschont werden muß. Die Mehrheit des Abgeordnetenhauses, die aus Negierungspolitikern besteht, heißt es, hat die Lebensmittelverteuerung und die Steuerbelastung nicht bekämpft, daß aber unter der Mehrheit der Negierungspolitiker die Wolf, Pacher, Roller, Ansorge, Kasper und sonstige deutsche Voksgenossen sitzen, davon ist kein Wort zu lesen, man rechnet eben aus ihre Stimmen. Gegen die Institution der stehenden Heere, gegen den Militarismus enthält der Ausruf ebenfalls keine Silbe. Keine Silbe der Kritik ist gegen die Parteien zu lesen, die durch ihre Vertreter in den Delegationen für die Militärforderungen in der Höhe von 500 Millionen Kronen stimmten, dafür greift man aber die Sozialdemokraten an, weil sie es versäumt haben, die Volksnot-ivendigkeiten den Militärforderungen voranzustellen. In dem Aufruf ist wohl ein indirekter Angriff gegen den Klerikalismus und den Großfeudalismus, welch beide Mächte man als mit der Sozialdemokratie verbündet darstellt, enthalten, aber kein Wort gegen das industrielle Kapital oder das Kapital an und für sich, so daß jeder Geistesblinde daraufkommen muß, daß man es sich mit den Jndustriebaronen nicht verderben will. So zeigt sich die Mündigkeit und Nackensteifheit der Deutschen Arbeiterpartei. Man fordert wohl die Abschaffung des Herrenhauses und die -endgültige Beseitigung des „absoluten" § 14, aber das Ministerium Bienerth wird nicht mit einer Silbe erwähnt. Es geht eben nicht, dieses Ministerium, das von dem deutschen Nationalverband gestützt wird, anzugreifen; es geht nicht, auch nur ein Wort gegen die schwarze Internationale, gegen die Christlichsozialen zu schreiben, weil sie mit den Deutschfreiheit-tichen zu den Majoritätsparteien gehören und weil man auf ihre Stimmen bei den Wahien rechnet. Dagegen Richtet sich der Tenor des Aufrufes gegen die verdammten Roten, die die Bauern verführen, das Volk verdummen und verelenden. Kurz, wer eine vergnügte Viertelstunde haben und das ^ eigentliche Wesen der deutschen Arbeiterpartei studieren will, der lese diesen Wahlaufruf. Ausland. Organisationserfolge der englischen Eisenbahner. Der 39. Jahresbericht der wichtigsten englischen Eisen» oahnerorganisation, der „Amalgamated Societh of Rail-Map Servants", weist für das Jahr 1910 sehr günstige Resultate ans. Ganz besonders schöne Erfolge hatte diese Mächtige Organisation hinsichtlich der Mitglieder» Werbung zu verzeichnen, da sie im verflossenen Jahr einen Mitglieder,sickvachs von 1582 hatte, somit der Mitlieder-Uand mit-Ende des Jahres 1910 auf 75.153 stieg. Der Mianzielle Erfolg war scheinbar weniger günstig, da die Annahmen gegen 1909 um 2191 Pfund Sterling il Pfund — 24 Kr.) zurückblieben; sie beliefen sich im ^ahre 1910 auf rund 91.572 Pfund Sterling (2,195.728 Kronen). Die Eintrittsgebühren betrugen 619 Pfund Uerling (+ 141 gegen 1909), die Beiträge 66.693 ■sinutb Sterling (— 371 Pfund Sterling), die Kapitals* wteressen aber nur 10.366 Pfund (— 1975); es ist näm-"M die Jnteressenzuschreibung zum Teil unterblieben, Woraus auch die Einnahmeverminderung resultierte. Die .»^gaben fielen von rund 88.457 Pfund Sterling in 909 auf 79.664 Pfund in 1910, der Vermögensstand er« fnchte die enorme Höhe von 441.181 Pfund Sterling |eü,o00.000 Kr.). Daß diese Eisenbahnerorganisation, n vorteilhafter Unterscheidung von den meisten übrigen ■Wischen Organisationen, eine Kampforganisation gewinnt werden kann, ergibt sich aus den bedeutenden Ultimen, die für Maßregelungsunterstützungen anfge-."endet wurden. Gleichzeitig ist aber auch das Unter« smtzungswesen der Organisation ganz gut ausgebaut. r-2 einem Zeitabschnitt von 30 Jahren beliefen sich näm« oie Ausgaben der Organisation für Maßregelungs« ■iterstützungen auf 140.000 Pfund Sterling, für Arbeits-I,)enunterstützung auf 111.000 Pfund Sterling, für die lc!i ^Versicherung auf 114.000, für Rechtsschutz auf Pfund Sterling und für die Witwen- und Wat«. ^Unterstützung auf 159.000 Pfund Sterling. Gegen« ftn Jsfi° befinden sich fast 2000 Waisen am Unterstützungs-bev r k'c jährlich rund 10.000 Pfund Sterling Kosten Qychrfachen. Das Unterstützungswesen umfaßt folgende Ki^Oe: 1. Arbeitslosenunterstützung: Mitglieder erster tjaue erhalten 15 Schilling per Woche, Mitglieder ms, Klasse 12 Schilling; bei ungerechtfertigter Ent-gcklUng steigt diese Unterstützung auf 24 Schilling für Qr-nUebei* I. Klasse und auf 15 Schilling für Mit« “ eber n. Klasse. 2. Rechtsschutz: Dieser wird in ne,eu Fällen sür Mitglieder I. und II. Klasse Mit Jut, wenn sich ein Zusammenhang der Streitigkeit Beschäftigung ergibt. 3. Unfall- und AlterSver-i>Ur rUn-®: Mitglieder I. Klaffe erhalten bei dauernder im,?.einen Unfall hervorgernfencr Erwerbsunfähigkeit Alt! puwnatigcr Mitgliedschaft 20 Pfund Sterling. Als ga ^Unterstützung werden nach erreichtem Alter von ®tew- en und nach 20jühriger Mitgliedschaft 20 Pfund tchQff n9 gewährt. Bei längerer als 20jähriger Mitglied« tx? gefolgt bei der Altersunterstützung für jedes toci« ^nhr der Mitgliedschaft ein Zuschlag von einem Pfund, jedoch nur bis zum Höchstausmaß von 30 Pfund Sterling. 4. Ablebensunterstützung: Diese beläuft sich für Mitglieder I. Klasse auf 5 Pfund Sterling. 5. Waisenunterstützung: Waisen von Mitgliedern I. Klasse erhalten je nach der Dauer der Mitgliedschaft 3 bis 5 Schilling per Woche so lange, bis das jüngste Kind 14 Jahre alt ist. (Die unter 3, 4 und 5 angeführten Uuterstützungszweige gelten nur für Mitglieder I. Klasse, Mitglieder II. Klasse können jedoch dem Kranken» und Wohltätigkeitsfonds bcitrelen.) 6. Maßrege-lungsunterstützung: Wird ein Mitglied I. Klasse wegen irgendeiner von der Leitung gutgeheißenen Aktion aus dem Dienste entlassen, so erhält dasselbe eine Unterstützung von 50 Pfund Sterling oder 15 Schilling wöchentlich; ein Mitglied II. Klasse erhält 25 Pfund cider 10 Schilling wöchentlich. Die Einschreibegebühr ist fiit die Mitglieder beider Klassen die gleiche und beträgt 1 Schilling (Kr. 1-20). Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich für Mitglieder I. Klasse auf 5 Pence (50 H.) und für Mitglieder II. Klasse auf 3 Pence (30 H.) wöchentlich. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß das wöchentlich erscheinende Organ der Organisation, die „Railway Review", in der letzten Nummer fürs erste Quartal 1911 eine abermalige Mitgliederzunahme um 3000 berichtet; es ist sonach für das laufende Jahr ein bedeutender Aufschwung der Organisation gewiß. B. Eisenbnhiikatastrophe in Nordamerika. In der Nähe von Denver im Staate Colorado entgleiste ein mit. 95 Kilometer Stundengeschwindigkeit fahrender Eilzng. Mehrere Wagen stürzten den Bahndamm herab, wobei zwei Personenwagen vollständig zertrümmert wurden. Es sollen 25 Personen getötet sein, man glaubt aber, daß unter den in Brand geratenen Trümmern noch mehr verunglückte Passagiere liegen. Aus dem Gerichtssaal. Ein NeujahrSunfall in Nimburg. Am 1. Jänner 1911 fuhr in Nimburg der von der Lokalstation Nimburg in die Hauptstation einfahrende Lokalzug in die auf dem Geleise 3 stehende Garnitur des nach Jungbunzlau abgehenden Zuges. Diese Garnitur wird gewöhnlich nach 8 Uhr, nach Ankunft des Lokalzugcs, verschoben. Am betreffenden Tage hat jedoch der mit,der Verschiebung betraute Verschieber Wenzel Odchäzel diese Garnitur verschieben lassen, ohne die Ankunft des Lokalzuges abgewartet zu haben. Als Odchäzel daraus aufmerksam gemacht wurde, daß der Lokalzug noch nicht eingctroffen ist, lief er dem bereits einfahrenden Zug entgegen und gab Haltesignale. Dieselben wurden jedoch nicht befolgt und die beiden Züge stießen zusammen, wobei einige Personen leicht verletzt wurden. Wegen dieses Unfalles wurde die Anklage gegen Wenzel Odchäzel lind gegen den Lokomotivführer Joses Richter wegen Ucbertretung nach § 482 St.-G.-B. beim Bezirksgericht Nimburg erhoben. Wenzel Odchäzel^ gab zu seiner Entlastung an, daß der Lokalzug damals verspätet war und er von der Verspätung nicht verständigt worden ist. Er war der Meinung, das; der Lokalzug bereits eingefahren sei und abgestellt wurde und daß daher das Geleise für die Jungbunzlauer Garnitur frei sei. In dieser Ueberzeugung war er noch dadurch bestärkt, daß auf dem Platze kein Beamter war. Der Angeklagte Richter verteidigte sich damit, daß er mit der Maschine am Ende des Zuges war und daher keine freie Aussicht hatte; als er die von dem Bahnpersonal gegebenen Haltesignale bemerkt hat, habe er alle Anstalten zum Stehcnbleiben getroffen. Mehrere Zeugen bestätigten die Angaben der Angeklagten und insbesondere den Umstand, daß der Lokalzug damals um 8 bis 10 Minuten verspätet war und daß Odchäzel voraussetzen konnte, daß der Lokalzug bereits in der Station sich befand, daß es bereits früher einigemal vor-gekommen ist, daß die Jungbunzlauer Garnitur noch vor Ankunft des Lokalzuges auf ihren Posten verschoben wurde. Der verhandelnde Richter, Bezirksrichter Neu mann, fällte nach durchgeführtem Verfahren ein frcisprechendes Urteil. Die Verteidigung des Crstangeklagten Odchäzel führte über Auftrag des Rechtsschutzvereines Dr. Meißner aus Prag. Der Eiscnbahuunfall der Hnrcmsbamc». Aus Villach wird berichtet: In der Nacht vom 11. Februar 1911 fuhr ein Salonwagen, in welchem sich der Schah von Persien Mohammed Ali mit einem Teil seines Harems, fünf Haremsdamen und der entsprechenden Anzahl von Eunuchen, befand, von Wien über Villach nach Meran. In Villach mußte der Salonwagen vom Staatsbahnzug gegen Pontafel ab- und an den Südbahnzug gegen _ Franzensfeste angekuppelt werden. Dabei beging ein Bahnbedicnstcter die Unvorsichtigkeit, den Salonwagen abzustoßcn, statt ihn auf den Zug znzuführen. Infolge des heftigen Anpralles ivurden die Gepäcksstücke aus den Netzen geschleudert und fielen ziemlich unsanft auf die Köpfe der Haremödamcn und Eunuchen. Fünf Insassen des Waggons, Riza Eschar Agli, Aga Abdorella-Khan, Kanter Tadie, Tarlam Kurban und Zerihnah Tadiah, wurden leicht verletzt. Der Lokomotivführer Josef Kenda wurde vor dem Bezirksgerichts Villach angeklagt, weil er ein Haltsignal der Verschieber nicht rechtzeitig beachtet hatte. Außer ihm waren die beiden Verschieber Jakob Karner und Jakob _ Eichenigg wegen der unkorrekten Durchführung der Verschiebung angcklagt. Der Richter Dr. Jakobi verurteilte den Lokomotivführer zu vier Tagen Arrest, sprach aber die beiden Verschieber frei. Der Verteidiger Dr. Tausky aus Wien berief gegen die Verurteilung, der staatsanwaltfchaft-liche Funktionär gegen den Freispruch der beiden Mitangeklagten. ' Tödlicher Unfall bei Bozen. An der kleinen Personenhaltestelle Leifers bei Bozen herrscht zuweilen ein lebhafter Personenverkehr. Dies ist namentlich an Sonntagen morgens und abends der Fall, wo zahlreiche Wallfahrer, die den Gnadcnort Maria - Weißenstein besuchen, das Dorf Lcifers passieren. So erwarteten auch am Sonntag den 30. Oktober 1910 viele Wallfahrer und Ausflügler den Zug Nr. 30, der um 6 Uhr 14 Minuten - von Süden in Leiscrs eintrifft und nach einen! kurzen Aufenthalt von einer Minute nach Bozen fortsetzt. Zur Deckung der Haltestelle und zur Sicherheit der Passagiere, die beim Cinsteigen das Geleise überschreiten müssen, befindet sich 700 Meter nördlich der Haltestelle ein Distanzsignal, welches vom Stationsgebäude aus bedient wird und an dem fraglichen Tage, als der Zug Nr. 30 von Branzoll avisiert wurde, aus „Halt" gestellt wurde. Als nun dieser Zug in die Station etnsuhr, fuhr plötzlich vom Norden her eine Lokomotive in raschem Tempo durch die Haltestelle, über 100 Personen, welche sich zum Einstcigen anschickten, stoben entsetzt auseinander und als die Maschine in der Dunkelheit verschwand, sah man auf dem Geleise den entseelten Körper eines Mannes liegen, der später als der Malergehilfe Johann Unterhofer aus Bozen agnosziert wurde. Die sofortigen Erhebungen ergaben, daß das Distanzsignal auf „Halt" stand und infolge des Mißverständnisses eineS StationsarbcitcrS an jenem Abend nicht beleuchtet war. Trotzdem wurde der Lokomotivführer Franz Kraft-, welcher die durchfahrende Maschine gelenkt hatte, am nächsten Tage verhaftet und nach kurzer Haft in Untersuchung gezogen, weil er laut Instruktion bei dem unbeleuchtetenDistanzsignal so lange hätte halten sollen, bis er die Ueberzeugung gewann, daß die Durchfahrt durch die Haltestelle frei sei. Franz Kraft behauptete während der Untersuchung, daß baS_ Distanzsignal auf „Frei" geständen sei und weißes Licht gezeigt habe. Nach Ueberfahren des Distanzsignals, so gab er weiter an, habe ihm ein Wächter mit seiner weißen Laterne ein Vorwärtssignal gegeben und überdies sei der südlich der Haltestelle befindliche Ranmabschlußscmaphor auf „Frei" gestanden. Da jedoch sämtliche Zeugen angaben, daß das Distanzsignal auf „Halt" gestanden sei, wurde gegen Franz Kraft die Anklage erhoben, über welche am 5. Mai 1911 vor dem Kreisgericht Bozen unter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Ritter von Ferrari die Hauptverhandlung stattfand. Franz Straft, verteidigt von Dr. Leopold Katz auS Wien, änderte nunmehr seine Verantwortung. Er gab an, daß er wochenlang nach dem Unfall überzeugt gewesen sei, daß daS Distanzsignal auf „Frei" gestanden sei, müsse jedoch unter dem Eindruck der Zeugenaussagen zugeben, daß es auf „Halt" stand. Er habe offenbar in der Dunkelheit und bei dem damals herrschenden Nebel das Distanzsianal überfahren, zumal er ja ein Licht gesucht habe, und sei durch daS Vorwärtssignal des Wächters wahrscheinlich zur Meinung gelangt, daß das Distanzsignal auf „Frei" stehe. Auch bei der Verhandlung bestätigten sämtliche Zeugen, daß das Distanzsignal auf „Halt" gestanden war. Der Streckenwächter Josef Dubais gab als Zeuge an, daß er infolge der trüben Witterung nicht ausnehmcn konnte, ob der Semaphor die Haltestellung zeigte. Er habe dem einsahrenden Zuge „Vorwärts" gegeben, weil der Raumabschluß-semaphor auf „Frei" stand. Der Stationsmeister Koppel st ädter gab als Zeuge an, daß der verunglückte Malergehilfe schon beim Kartenlösen dadurch ausgefallen sei, daß er recht angeheitert war, so daß seine Verunglückung zum Teil auch seiner eigenen Unachtsamkeit zuzuschreiben sei. Die Sachverständigen Oberinspektor Schicke und Inspektor v. Wachenhusen, beide von der Staatsbahndirektion Innsbruck, gaben ein Gutachten ab, in welchem sic die nunmehrige Verantwortung des Angeklagten als glaubwürdig erklärten und angaben, daß er infolge des Vorwärtssignals des Strcckenwächters trotz des Haltesignals des Semaphors in die Station habe einfahren dürfen. Der Staatsanwalt bemühte sich, durch Befragen der Sachverständigen schließlich festzustellen, ob der Angeklagte Kraft nicht zur besonderen Vorsicht deshalb alle Veranlassung hatte, weil er wußte, daß um die kritische Zeit ein großer Passagicrverkehr in der Haltestelle herrsche. Allein die Sachverständigen erklärten, daß Straft, da er einmal die Ueberzeugung von der freien Durchfahrt hatte, sich durch Rücksichten auf den Passagicrverkehr nicht mehr leiten lassen mußte. Infolge dieses dem Angeklagten günstigen Gutachten? erklärte der Staatsanwalt, die Anklage zurückzuziehen, weshalb Franz Kraft von der erhobenen Anklage freige» sprachen wurde. Beleidigung eines Untersuchungsrichters. Wir haben seinerzeit berichtet, daß der Lokomotivführer Franz Krajö aus Anlaß seiner infolge des Unfalls vom 30. Oktober v. I. erfolgten Verhaftung ein Schreiben an das Zentralkomitee des Lokomotivführervereines gerichtet hat, in welchem er sich darüber beklagte, daß der Untersuchungsrichter Dr. Stöcker aus seine Frage die Verhaftung mit den Worten begründete: „Wir wissen schon, daß Sie Ihre Zeugen draußen haben, wir kennen die Lokomotivführer schon, von nun an lasse ich jeden verhaften, wenn etwas geschieht!" Wegen des Inhalts dieses Schreibens erhob Doktor Stöcker gegen Franz Kraft die Ehrenbclcidigungsklage, weshalb dieser vom Bezirksgericht Bozen am 5. April d. I. zu einer lltägigen Arrcststrafe verurteilt wurde. Die Verurteilung wurde damit begründet, daß der bei der Unterredung zwischen dem Untersuchungsrichter und Kraft! anwesende Rechtspraktikant Hofer als Zeuge die Aeußerung des Untersuchungsrichters in Abrede gestellt und angegeben hatte, daß Dr. Stöcker, ohne den Stand der Lokomotivführer herab, zusetzen, lediglich gesagt habe, cs sei schon öfters vorgekommen, daß man sich mit den Zeugen besprochen habe, das Gericht sei in dieser Beziehung gewitzigt. Die Verurteilung gründete sich insbesondere auch darauf, das; das Schreiben des Kraft als „verbreitete Schrift" im Sinne des Strafgesetzes zu betrachten sei. _ . Zufolge der gegen dieses Urteil ergriffenen Berufung fand am 5. Mai d. I. die Verhandlung vor dem Kreisgericht in Bozen statt, bei welcher der Verteidiger Dr. Leopold K atz aus Wien in eingehender Weise auüführte, daß hier von einer verbreiteten Schrift nicht die Rede sein könne und daß die Wiedergabe der Aeußerung des Untersuchungsrichters nicht den Tatbestand einer Beleidigung bilden könne. Der Untersuchungsrichter Dr. Stöcker betonte in längerer- Ausführung, daß er die vom Angeklagten behauptete Aeußerung nicht gemacht und sich bemüht habe, durch Verwendung eines Feiertages, an welchem er die Zeugen einvernahm, die Hast des Lokomotivführers Kraft möglichst abzukürzen. Er betonte auch, daß durch die Beleidigung sein Fortkommen gefährdet worden sei. Demgegenüber betonte Herr Dr. Stotz, daß Herr Dr. Stöcker ja seit der letzten Verhandlung zum Bezirksrichter befördert worden sei, was nicht gerade für seine Auffassung spreche, daß durch jene Beleidigung sein Fortkommen gefährdet worden sei. Nach langer Beratung verkündete der Vorsitzende Ober-landesgcrichtsrat v. Ferrari das Urteil, wonach der Berufung insoferne Folge gegeben wurde, als in dem inkriminierten Schreiben nicht der Vorwurf des Mißbrauche? der Amtsgewalt, sondern nur der einer unehrenhaften Handlung gelegen sei, doch sah der Gerichtshof sich nicht veranlaßt, die erftrichterliche Strafe zu mildern, da die Bleidigung als eine sehr schwere zu betrachten sei. Dieses sonderbare Urteil dürfte noch Gegenstand weiterer Erörterungen bilden. Streiflichter. Ei» Scparatzug für Hvfpferde. Wie das „Prävo Lidu* berichtet, ist am 28. April folgender Dienstbesehl ergangene D i e n st b e f e h l Z. 152. In der Nacht vom 1. zum 2. Mai wird von Brünn nach Wien (Staatsbahnhof) ein Sonderzug von Pferden des Hofes nach dem beigefügten Fahrplan mit Anschluß von Klad-rub abfahren. Mit diesem Zug werden 25 Stück Hofpferdein sechs Stallwagen und ein Hofbeamter im Wagen B (II. Klasse) fahren. Das Heizhaus in Wien wird für diese»-Zug nach Brünn eine Maschine Serie 23 und 35 liefern. Den Dienstvorstäuden wird aufgetragen, alles Nötige für einen sicheren Transport dieses Sonderzuges zu veranlassen. Der Empfang dieses Dienstbefehlcs ist telegraphisch dem Vsrkehrschef nach Wien zu melden. Welche Sorgfalt wird da angewcndet, daß den Pferde«] nur ja nichts geschieht! Bei derselben Bahn ist bet Wilden» ^chwerk ein Eisenbahnunglück gewesen, wobei sechs Bedienstete um das Leben kamen, und dieses Unglück ist nur dadurch .entstanden, weil man einen Bremser weggenommen hatte, um einige Heller zu ersparen! Es ist Besser, ein Hofpferd zu sein als ein Eisenbahnbedienstster. Wenigstens kümmert sich der Staat um die Pferde mehr als um die Menschen. Eine „Jnspektionsrels»." hat angeblich der Eisenbahn» minister Glombinski nach Deutschböhmen unternommen und am Donnerstag war er auch in Aussig. Die „Söohemio" ^Berichtet nun über die Aussiger Vorgänge folgendes: Auf seiner Fahrt van Prag nach Vodenbach machte Eisenbahnminister Glombinski in der Station Aussig der St. E. G. halt. Zu seinem Empfang hatten sich cingcfunden die Herren Statthaltereirat Lendecke, Bürgermeister Doktor Ohnsorg, die Stadträte Titlbach und Niederndorfer, Präsident Karl Wolfrum, Generaldirektor v. Enderes und Stationsvorstand Dittrich von der A. T. E. und die Beamten der St. E. G. Stadtrat Direktor Titlbach nahm die Gelegenheit wahr, unter Anerkennung der Stattgebung zweier Wünsche der Aussiger: Aufhebung der Brückenmaut und Errichtung eines Auszuggeleises im Stadtteil Schönpriesen, auf zwei weitere Wünsche bei Stadt Aussig aufmerksam zu machen, und zwar hinsichtlich iei Uebergangsverhältnisse in Schönpriesen und des Heizhauses in Aussig Abhilfe zu schaffen. Der Minister nahm die Wünsche zur Kenntnis, besichtigte die Wartesale und begab sich dann auf den Bahnhofsplatz, um das Bahnhofsgebäude zu besichtigen, wobei er seitens der Vertreter der Stadt ersucht wurde, dafür Sorge tragen zu wollen, daß das Bahnhofsgebäude eine transparente, elektrisch Beleuchtete Uhr erhalt«,. Nach etwa halbstündigem Aufenthalt setzte der Minister seine Fahrt nach Bodenbach fort. Der Herr Minister lies; also eine Ansprache und Vorstellungen Über sich ergehen und doch fuhr er nach einer halben Stunde wieder fort. Da kann man sich wohl eine Vorstellung machen, was solche „Inspektionen" wert sind. Tie Lohnreglllierung für die Arbeiter Bit der StaatS-cisenbahngesellschiift und Oestemcichifchen Nordwcstliahn. Unserer Organisation ist es nach langen Bemühungen endlich ne-lungert, eine Lohnregulierung der Arbeiter bei diesen beiden Dahnen durchzusetzen. lieber den Effekt dieser Loljnrcgulimtni? können wir natürlich erst dann Berichten, Bis wir über die Durchführung das nötige Material beisammen Baben. Denn wir wollen diesmal nicht noch dem Zirkular, welches die Direktionen über die Lohnregulierungen herausgegeben haben, urteilen, sondern nach der Durchführung der Lohnregulierung. Wir ersuchen daher die Genossen dieser beiden Bahnen, unS so bald als möglich die Berichte über die Durchführung der Lohnregulierung einzufenden, worauf wir dann sofort das ganze Material im „Eisenbahner" Besprechen werden. Von der Kaschnu-Oderberger Bahn. Schon seit längerer Zeit werden auf der Kaschan-OderBcrger Bahn Bei den von der österreichischen Strecke nach Zsolna oder Ruttka verkehrenden Zügen die von der AusgangSstation BeigcgcBencn Stunden-Pässe in CSacza (Grenzstation zwischen Oesterreich und Ungarn) abgeschlossen und abgegeben und für die Weiterfahrt neue angelegt, der Wageitbclastungsauswcis wird doppelt geführt (kopiert), das Orignal Bleibt mit dem Stundenpatz in Csaeza und das Duplikat wird weitergeführt. Derselbe Vorgang findet Bei den in entgegengesetzter Richtung verkehrenden Zügen statt, e3 werden nämlich den Zügen für die Wcitersahrt in Csaeza neue StUndenpäsfe BeigegeBen und die Wagen-BelastnngSausweise ab CSacza doppelt geführt (kopiert). Es ist im Interesse der Verkehrssicherheit gelegen, den Beim VcrkchrLdienst beteiligten Organen den Dienst möglichst zu vereinfachen und denfelBen in die VerkehrZdispositionen, insoweit sie für jeden einzelnen von Interesse sind, klare Einsicht zu gcBeit, damit nicht etwa infolge von DienfteSüber-Biirdung oder Mißverständnissen Unglücke hcrBcigcfüljrt werden. Die auf der Kaschau-Oderberger Bahn herrschenden Verkehrsverhältnisse sind durchaus nicht geeignet, das in die Anstalt diesbezüglich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen; daS Wechseln und Kopieren der ZugSdokumentc ist eine überflüssige Mehrarbeit, die vermieden werden sollte, da dadurch der Geist des Zugsführers und dessen Aufmerksamkeit von einer oft viel wichtigeren Obliegenheit abgelenkt wird, von deren Erfüllung die Verkehrssicherheit nBhängig ist. Eine weit größere.Gefahr besteht für den ZiigSverkehr darin, das; das österreichische Personal die ungarische Strecke zu Befahren gezwungen wirb, wo die schriftlichen Verkehrs-dispositionen dem den Zug führenden Personal in der ungu-rischen Sprache, welcher die deutschen ZugSBegleiter weder mündlich noch schriftlich mächtig sind, zur Kenntnis gebracht werden, daher sehr leicht infolge der mangelnden Sprach-kenntnie Mißverständnisse ober Jrrtüntcr entstehen unb Bahnunfälle verursacht werben formen. Nun erfährt man, baß seinerzeit von der österreichischen Generalinspektion der Kaschau-OderBerger Bahn die Weisung zugegangen ist, das in Oesterreich bomizilierenbe Personal mir auf ber österreichischen und jenes in Ungant wohnende nur auf ber ungarischen Strecke (also Bis und von Csacza) zu verwenden, welche Maßnahmen auch in bcr für den Zugsverkehr eine Gefahr Bilbeitbert Verwendung des deutschen Personal?- auf ungarischem GcBict ihre Begründung finden, aber von bcr Kaschau-Oderberger Bahn nicht Beachtet werden. Ein weiterer Nachteil erwächst für das deutsche Zug-BcßteitungSpcrsoiial durch das Befahren der ungarischen Strecke daraus, das; die Leute im Falle einer nuS Anlaß eines Bahnunfalles erfolgenden gerichtlichen Anklage der ungarischen Justiz auSgcliefcrt sind und Gefahr laufen, ungerecht ober zu hart verurteilt zu werden, weil dort immer noch die Gepflogenheit vorherrscht, die bei einem Bahnunfall Beteiligten niederen Bediensteten als Sündenböcke hinzustcllen, anstatt den wahrhaft Schuldigen zu ermitteln, was allerdings nur durch Beiziehung juristischer Vertreter zu den Gerichtsverhandlungen, die sich das Studium bcr Instruktionen zur Pflicht gemacht haBen, möglich ist, welches Rechtsmittel bic österreichischen Eisenbahner sich butch ihre Organisation schon lange errungen HaBen. Eine vor mehreren Jahren auf bcr Kafchau-Obcrbcrgcr Bahn von der k. k. Generalmspektion vorgenommene Inspizierung hatte unter anderem auch zur Folge, daß bei den ManipulationsgütcrjZÜgcn außer dem Zugsführer noch ein Manipulant im Dienstwagen mitfahren mnß, welchem die Manipulation mit den Frachtgütern und Dokumenten obliegt. Doch der alte auf Ersparnisse abziclendc Usus Beginnt wieder einzureißen, indem von den Manipulationszügen Nr. 67/157 und 164/04 die Manipulanten weggenommen wurden und wahrscheinlich sukzessive auch von den anderen Zügen ein gezogen werden, so daß der Zugsführer wieder mit diesen Arbeiten Belastet wird, bcr doch genug andere wichtigere Pflichten hat. i Nach den vorstehend geschilderten ■ Umständen zu ^schließen, wäre im Jntcrcffc der Verkehrssicherheit eine aBcr-malige Inspizierung seitens der k. k. Gcneralinspcktion drin-ten2> nötift, Zwei christlichsoziale Nedekiinstler. Die christlichsoziale EisenBahnerorganisation, der „Verkehrsbund", hat einen riesigen Mitgliederzuwachs in OBeröstrrreich zu verzeichnen. Das muß man wenigstens glauBen, wenn man die Fachzeitung des Vcr-kehrBundes und die katholischmachende Arbeiter-Zeitung liest oder gar in eine Eisenbahnerversammlung geht, wo die christlichsozialen „Führer" Alois Breuer und Hummer sprechen. Das sind zwei Redner, die einfach großartig wirken. Wenn Herr Breuer, eine durch Blick und feierliche Gebärden unnachahmliche Gestalt, das Podium betritt, bann weiß jeder, daß etwas Besonderes kommt. Den Kopf hoch erhoben, würdevoll die Versammlung überblickend, öffnet nach einem leisen Beben der schwungvollen Nasenflügel der berühmten Redner den Mund und mit einer Stimme, um die ihm jeder Hahn neidig ist, läßt er dann seine Rede los. Bald ernst wie ein heulender Derwisch, bald heiter wie eine 90jährige Jungfrau, führt er nun den Eisenbahnern vor Augen, wie wichtig der Verkehrsbund ist. Die Sozialdemokraten bilden den meisten Stoff in seiner Rebe. Wenn er von ihnen eine befonbere Schlechtigkeit bloßlegt, dann üBerfchlägt sich feine Stimme und die wenigen Roten, die nicht von der Kraft feiner Argumente getötet sind, ertrinken in den Redewellen. Besonders rührend schildert Breuer die Zeit, wo er angeBlich selbst noch rot war und wie er sich jetzt Bei den Schwarzen so wohl fühle. Wir fragen, welcher Eisenbahner konnte dieser Sirenenstimme widerstehen? Keiner I Aber eins tut dem Breuer weh: wenn er daran denkt, was sich Caruso, der Berühmte Sänger, verdient mit seinen Stimmbändern und wie schlecht der Verkehrsbund ihm sein Talent lohnte. Wenn Herr Breuer seine Stimme in die Tiefe und Höhe, in die Länge und Breite gedehnt und fein Kehlkopf bereits Hühneraugen hat, dann kommt Herr Hummer ait die Reihe. Alles wird ruhig und zittert, besonders die Roten, denn die Stimme von Jericho ist nichts gegen das Organ des Herrn Hummer. Mit Pathos beginnt er: „Meine gechrtesten Herren, meine geeintesten Kollegen 1 Die Sozi wollen uns die Religion aus dem Herzen reißen, meine Geehrtesten. Die Roten, meine Geehrtesten, haben noch gar nichts gemacht, meine Geehrtesten. Nur ich, meine Geehrtesten, arbeite für euch. Die Sozi, meine Geehrtesten, haben mich schon oft gerichtlich abstrafen lassen, aber kühn schaue ich einer nächsten Verurteilung entgegen. Die Wahrheit muß gesagt werden, meine Geehrtesten, und wenn ich noch so oft verurteilt werde." Glaubst du, lieber Leser, daß die Eisenbahner solchen Rede-künstlern widerstehen könnten? Das ist einfach unmöglich! Wenn du aber meinst, daß damit die Regiekünste dieser beiden Helden zu Ende sind, dann irrst du dich gewaltig. Sollte der Fall eintreten, daß Eisenbahner auch nach solchen Reden noch nicht gesonnen sind, Mitglieder des Verkehröbundes zu werden, dann tritt Herr Breuer mit anderen Künsten in Aktion. Er kommandiert: „Fest schauen, nur auf mich, nur fest!" Seine Hände beschreiben geheimnisvolle Kreise, der Blick wird starr, eisige Ruhe tritt ein. Matt fühlt unwillkürlich, daß geheimnisvolle Geisteskräfte ihre Wunder wirken. „Bitte, nur fest denken: ich will und muß Mitglied des Verkehrsbundes werden." Und siehe da, kaum läßt der Bann die Versammelten los, da zeigt sich schon die Wirkung. Alles schreit nach Beitrittserklärungen, und so wächst der Verkehrsbund an Mitgliedern. Nun kommen rasch noch einige Couplets und Dialekt« bichtungen, zum Beispiel „Der Sauuursch als Moralprediger", „Der dumme Schneider oder der Lois als Simandl", schließlich einige Liter Mariazellertrapsen als Lieblingsgetränk für Herrn Hummer und dann gcht's eilig zum Bahnhof. Leider sind diese Versammlungen meistens nur von einigen Eisenbahnern besucht und die anderen Teilnehmer, der Herr Pfarrer, ber Kaplan, der Mesner u. s. w. können für den Verkehrsbund nur als Ehrenmitglieder gekrebst werden. Am schönsten nimmt sich aber bann der Bericht über eine solche Versammlung im 83er« lehrSbundorgctn aus. Waren wirklich 20 Teilnehmer Beisammen, dann werden 200 dazu geschrieben, waren es weniger, dann heißt's Massenbesuch. Die Raten werden jedesmal vernichtet und im Triumph wird eine ganze Woche davon gesprochen im Kreise der intimen Freunderln. Aber sonderbar, so oft der Blödsinn auf Reisen ist mit seinem Kumpan, ebenso oft erwachen die Roten wieder von den Toten und vermehren sich so sehr, daß es höchst notwendig für den Verkehrsbund sein wird, eine eigene Schule zu errichten, in welcher gleich einige Dutzend solcher Stumpfsinnredekünstler herangebildet werden, damit die große Arbeit, das Töten der Sozialdemokraten endgültig durchgeführt werden kann. Einstweilen unsere beste Gratulation zu diesen Beiden Helden. Von der Lokalbahn Wien-Baden. Am 6. d. M, fand im Lokal bcr Ortsgruppe in JnzerLdorf eine Versammlung statt, Bei der den Versammelten initgeteilt wurde, daß Genosse T o m s ch i k neuerlich in seinem WahlBezirk kandidiere und bei der es jedem Bediensteten zur Pflicht gemacht wurde, für Genossen T o nt s ch i k zu agitieren und zu stimmen. Es wurde auch der Meinung Ausdruck verliehen, man möge betreffs der Lohnforderung den Ausgang der Wahl abwarten, um dann durch Mithilfe unserer Abgeordneten Verbesserungen leichter durchsetzen zu können, als es schon gegenwärtig auf einen ernsten Kampf entkommen zu lassen, bei welchem jeder Fehlgriff im Mafchinenhans oder die Weigerung, beim Staatsbahn zug eine ungebührliche Zahl von Tonnen zu nehmen, zu Maßregelungen Benützt würde. Am 10. d. M. wurde der Ob> mann der Ortsgruppe JnzerLdorf Genosse Schräfl zur Bc> triebSleitung vorgeladcn, um betreffs feiner Ausführungen in dieser Versammlung protokollarisch ciuvcrnotnmcn zu werden, man hatte ihn denunziert und seine Aeußerungcit entstellt der Betriebsleitung hinterbracht. Die Direktion der Wiener Lokalbahn soll sich schämen, mit derartigen Mitteln zu kämpfen, das Personal ausfpitzeln zu lassen und sich von Leuten Zu> trägerdienste leisten zu lassen, die nicht einmal bei der Wahr heit bleiben können. Den Lumpen, die sich zu Denunziationen hergeben, werden die verdienten Fußtritte nicht erspart blei ben. In der Schikanicrung des Genossen Schräfl will sich der Offizial Franz, ein gewesener Hilfsarbeiter, besonders hervortun. Während Genosse Schräfl als Motorführer Dienst machte, belästigte ihn Offizial Iran z, dein Genoffe Schräfl nicht die Tür zum Aufspringen während der Fahrt aufgemacht hatte, unausgesetzt mit Vorwürfen. Genosse Schräfl reagierte nicht auf diese, verlangte aber in der Station Traiskirchen vom diensthabenden Beamten die ©nt sernung des Offizials F r a n z von bcr Plattform, ba er ein Unglück befürchtete, wenn feine Aufmerksamkeit ständig von der Bedienung des Motors und der Beobachtung der Strecke ab' gelenkt wird. Nun will inan Genossen Schräfl, der den Streit nicht provoziert hatte, aus diesem Anlaß mit einer Ordnungsstrafe belegen, Offizial Franz aber, der in dieser ganz ungerechtfertigten Weise gehandelt hat, dürste leer aus * gehen. Zu erwähnen ist ferner, daß bcr Stationsbeamte Strohschneider in Jnzcrsdors gleich Gendarmerie braucht, wenn sich die Bediensteten im Perfoiialzimmcr besprechen. Wir werden weiter den Vorgängen auf ber Wien-Badener Lokal» bahn unsere Aufmerksamkeit schenke» und auch einem Doktor Bauer noch Raison beibringen. Sine Deputation der Südbahnportiere. In Durch« :ührung des KonferenzbeschlusseS vom 18. Februar sprach am 29. April unter Führung bcs Genossen Weigl eine aus den Genossen O-Smetz, Wafchertccfer und Martt bestehende Deputation beim Generaldirektor der Südbahn Herrn Sektionschef a. D. Dr. August Ritter v. Wccbcr vor. Genosse Weigl schilderte in ausführlicher Weise die Verhältnisse der Portiere und hob insbesondere die Schikanen, denen die Portiere seitens einzelner Verkehrsargane bei Durchführung des Garderobedienstes ausgesetzt sind, hervor, und bat den Herrn Generaldirektor speziell in diesem Punkte dringend Abhilfe zu schaffen und auch den betreffenden Verkehrsorganen nahe« legen zu wollen, daß diese nicht gleich bei vorkommenden Versehen oder bei sehr oft unvermeidlichen'Anständen eine schwindelhafte oder betrügerische Absicht erblicken dürfen, weil dadurch die Portiere ganz unbegründet in ihrer Ehre verletzt werden. Weiters stellte Genosse Weigl an den Herrn Generaldirektor das Ersuchen, derselbe möge sein Augenmerk den Dienstturnussen der Portiere zuwenden und eine gerechte Regelung derselben vornehmen sowie in allen größeren Stationen den 12/24stündigen Dienst einführen. Bei dieser Gelegenheit verwies Genosse Wetgl ebenfalls auf die vielen ungerechten Strafen, welch* die Portiere zu erdulden haben und bemerkte, daß e§ gewiß nicht in den Intentionen des Herrn Generaldirektors gelegen fein kann, das; diese Be- diensteten, denen es infolge der überlangen Dienstzeit unmöglich ist, ihren. Dienst ganz anstandslos zu verrichten, bestraft werden. Ferner ersuchte Genosse Weigl um Durchführung der bereits schon bcr einigen Jahren gestellten und mehrmals urgierten Forderung, wonach die Portiere nach zwei in der Gehaltsstufe von 1200 Kr. zugebrachten Dienstjahren zu Unterbeamten zu ernennen und in das Unter-beamtenschema einzureihen sind, und betonte, daß die Ansicht der Verwaltung — wem es nicht regnet, so tröpfelt es — eilte vollständig unrichtige sei und es auch gar nicht an- gelst, daß eine Verwaltung mit diesem Umstand rechnet, um so mehr, weil schon lange nicht mehr von einem „regnen oder tröpfeln" die Rebe fein kann, da ja auch das reisende Publikum, durch die Verhältnisse gezwungen, seine Freigebigkeit auf das geringste Maß beschränkt. Die Deputationsmitglieder bekräftigten die Ausführungen des Genossen Weigl durch Anführung von Beispielen und ersuchten ebenfalls um dringende Durchführung der borgebrach.en Wünsche. Der Herr Generaldirektor erwiderte, daß cs ihm nicht leicht möglich fei, die Portiere zu Unter&eamtcn zu ernennen, weil es auch noch andere Bedienstete gi&t, welche ben gleichen Wunsch haben und er auch bann diesen Bediensteten entsprechen müßte. Was bcr Wunsch nach Abschaffung, eventuell Pauschalierung bcr Garderobe Betrifft, sei es ihm nicht möglich, sofort ein bestimmtes Versprechen geben zu können, da der Erfüllung dieses Wunsches große Schwierigkeiten entgegenstehen. Er könne daher nur versprechen, sich mit dieser Frage eingehend zu beschäftigen. Bezüglich der Einführung des 12/24stündigen Dienstes müsse er erklären, daß diese nur in jenen großen Stationen, in welchen während des Nachtdienstes nur geringe Zwischenpausen vor» Händen sind, eingeführt werden konnte. Diesen Wunsch werde er ebenfalls im Auge behalten und womöglich berücksichtigen. Indern der Herr Generaldirektor nochmals erklärte, bei bestem Willen nicht in der Lage zu sein, eine bestimmte Zusage in Bezug auf die Durchführung der Wünsche geben zu können, nahmen die Deputationsmitglieder das Versprechen zur Kenntnis, dankten für das freundliche Entgegenkommen und sprachen die Erwartung aus, daß wenigstens das gegebene Versprechen baldmöglichst eingelöst werde. Eine leichtfertige Berdiichiigung der ZugSbegleiter leistete sich ber Stationsvorstanb von Schwarzenau. Lt ridjtctc nämlid) an bic 0tctctt3bcif)nbitc!tion SÖtcn folQCiu i Dienstschreiben: An bic k. k. Staatsbahnbircktion Wien! Von bcr hiesigen Station ist in bcr Nacht vom 17. zum 18. März 1911 von den im Freien liegenden eisernen Unter-lagSkcilctt eilt Stück abhanden gekommen. Nachdem beim Verschub de» Zuges Nr. 04 am 17. Mar) ein Wagen wegen Nichtwcgnahme des Unterlagskeiles ent-alcist ist, so liegt bie Vermutung nahe, baß ber betrefrenbe beim Verschub bcs Zuges Nr. 64 Beteiligte Zugbegleiter biesen UnterlagSkeil sich angeeignet und dann irgendwo weggeworsen hat, um auf diese Weise den NachwetS seines Verschuldens unmöglich zu machen. , .. Ich ersuche tun Ab,a>retBung von einem Stuck eisernen Unterlagskeiles ans dem hiesigen Jiwentarstand. Der Vorstand: Ficht I. AIfo tun den Abgang cineS Unterlagskeiles, welcher vielleicht schon sehr lange zurückdatiert, zu bemänteln, muß, weil Beim Zug Nr. 64 eine Entgleisung ctiicS Wagen» beim Verschieben stattfand, der Zugsbeglcitcr der Dieb sein, um den Nachweis seines Verschuldens zu verwachen. So einfach ist die Sache nicht, Herr Vorstand. Denn wenn der Unter» lagskeil an der Entgleisung schuld war, so läßt sich daS gans sicher und Bestimmt noch lange nachher auf der Schiene Nachweisen. Die Spuren fitib so graviemtb, das; ein Leugnen gar nichts nützt. Unb das weiß jeder Zugsbegleiter. Aber das muß auch ein Stationsvorstand wissen. Darum ist auch die »lote, bic an bic Staatsbahnbircktion gerichtet würbe, nur pure Verleumdung, die wieder einmal dartut, wie leichtsinnig manche Vorgesetzte mit der Ehre des Personals umspringe». Wächterelend auf der PyhrnBahn. Die Streifenwädjtct bcr Bahnerhaltungssektion Kirchdorf haben einen Dienit" turnuS von 18 Stunden Dienst und 12 Stunden Ruhezen-unb eine zugewiesene Strecke, die 2000 Bis 2300 Meter bi trägt, welche innerhalb des 18stündigett Dienstes brci m a begangen unb wobei mit größter Sorgfalt bcr Unter« u» OBerBau untersucht werben muß. Kaum war bcr Monat April zu Ende, hieß c» schon vo. feiten bcr Herren Bahnmeister, baß ein jeder Wächter 4uu Meter der Strecke vom GraS z» reinigen hat. Daß cs Bei derartigen Befehlen von feiten einiger Herren ohne GeschtnE nicht üBgciatt war, zeigt eben deren Charakter, denn sic finde' stets eine Freude daran, wenn sic bet jeder Gelegenheit Wächter und Arbeiter schikanieren können. Es wird sich vielleicht Bei bieser Schilderung so manche^ Leser denken: DaS kann doch nicht möglich sein, baß der' artiges Vorkommen kann, ba kann sich ja boch jeber beschwere^ Ja, wo atibcrS vielleicht, aBcr Bei bcr iöahncrljaltuMr sektion Kirchborf nicht. Da ist all bics fruchtlos, benn wenn C1 Wächter ober ArBciter zum Herrn Sektionsvorstanb mit et«®' Bitte ober Beschwerbe kommt, so erhält er meist bic lakoml^ Antwort: ,,J a, d a kann unb läßt sich nichts mach®' 6a8 ist Sache des BahNINeisters." Nr. 15 „Dev Ersenlmhtter." Seite 7 Es ist daher selbstverständlich, das; durch eine solche Abrgangsweise seitens des Herrn Sektionsvorstandes die Herren Bahnmeister erst recht die Arbeiter und Wächter schikanieren, was schon so manchen Arbeiter um seine ganze Existenz gebracht hat. Nachdem wir leider nirgends Gehör und Gerechtigkeit p^öen, sind wir gezwungen, öffentlich mit der Bitte an' die löbliche k. k. Staatsbahndirektion Linz heranzutreten, mit der Suvcrsichtlichcn Hoffnung, daß diese llcbelstündc einer baldigen und gerechten Untersuchung zugesührt werden. Wen» ein Oberinspektor der k. k. Staatsbahnen reist. Eine ebenso kurzweilige, als auch lehrreiche Geschichte bringt unser Bruderblatt „N. I. D." aus Budweis. Unlängst stieg in der Station Budweis ein Mann in den um 1 Uhr 17 Minuten nachmittags in der Richtung gegen Krumau vcrkchrcnren Per-Wnenzug. Als er vom Zugsbcgleiter aufgefordert wurde, seine riahrlegitimation vorzuweiscn, fertigte er denselben in einer barschen Weise ab. Da der Reisende seine Fahrlegitimation vorzuweisen entschieden verweigerte, war der Kondukteur geswungen, den feinen Herrn der Instruktion gemäß dem diensttuenden Vorstand der Station Krems-Miiö zu übergeben, damit er interveniere. Der genannte Vorstand unterzog sich dieser unangenehmen Aufgabe in einer sehr taktvollen und höflichen Weise und bat den Reisenden, eine gültige Fahrlegitimation vorzuweiscn. Doch er wurde sehr schlecht empfangen. Man meinte, einen Vranntweinbrudcr vor sich zu haben, den» ohne Rücksicht auf das Mitreisende Publikum hat er sowohl den Stationschef als auch den Zugsbcgleiter aus dem Coupo hinausgeschmissen; doch alles dies genügte diesem gebildeten Herrn nicht, er lief noch dem Vorstand zu dem Dienstwagen nach und brüllte wie ein gereizter Stier vor dem Personal den Beamten an: „Halten Sie die Goschen, Sie sind bei mir eine große Null!" Dieser Mann, der nicht nur die Ursache eines öffentlichen Skandals war, sondern auch sich der Ucbcrtrctung des 8 312 St.-G. schuldig gemacht hatte, war niemand anderer als der den Eisenbahnern Oesterreichs so gut und unrühmlich bekannte Herr Theodor Brzzda, derzeit Oberinspektor bei der k. k. Staatsbahn dircktion in Pilsen. Wenn Oesterreich wirklich ein Rechtsstaat ist, in dem der Wahlspruch Franzi.: „Justitia regnorum fundamentum" Geltung hat, dann muß die k. k. Staatsanwaltschaft sich der im öffentlichen Dienste stehenden zwei Beamten annchmen und gegen den rohen Oberinspektor die Strafanzeige erstatten. Es steht zu erwarten, daß das k. k. Eiscnbahnmini-sterium, als oberster Hüter der Bestimmungen der Dienstordnung, von seinem Rechte Gebrauch macht und diesen Mann dort hinschickt, wo er längst schon hingchört — in den wohlverdienten Ruhestand. _d— Aus den Amtsblättern. Ein Erlas) der Sübbahn betreffs beS MatcrialvcrknufeS. Nachstehend veröffentlichen wir auszugsweise daS ain tz®- April 1911 hcrausgegcbcne Zirkular der Südbahn, das den Verkauf von Schwellen und anderer Materialien regelt: lß0- Nr. 0081/E. An alle Betriebs!nspcktoratc und öst er-reichischen Bahncrhaltungsscktionen. Materinlvcrkänfe. Die BahncrhaltuiigSscktioncn werden ermächtigt, über s o.Schwellen ohne vorherige Einholung einer Genehmigung her Baudirektion unter Einhaltung der nachstehenden Be-lttmmungen im eigenen Wirkungskreise zu verfügen. ist das Personal der Bahnerhaltung, welches im Dienste steht, dann aber auch das übrige Personal v’-jr* Abteilung, soweit Ansuchen vorliegen und der Vorrat teilen 3” nn Artikel 33 festgestelltcn Ausmaß zu bc- , . .Mit Rücksicht auf die rauhen klimatischen Verhältnisse uns die schwierige Beschaffung von anderem Brennmaterial rönnen den Wächtern und Bahnrichtern in den Strecken der Bahnerhaltungssektioncu Gloggnitz und Mürzzuschlag (Sem-..«nmgeb.et), St. Peter (Karstgebiet), Innsbruck, Brixen tun Bereich des Brenners, bis 100 Stück, jenen im Bereich «er Strecken Klagenfurt-Franzensfeste und Sterzing-»a^nSfeste, dann in der Strecke Prngerhof-Pcttau bis ?u, strick anstatt 00 Stück unbrauchbare Schwellen für Be-beizungSzwecke ausgefolgt werden. _ Verbleibt ein weiterer, verfügbarer Vorrat, so sind «uc^t die Diener und Unterbcamten, dann die älteren Ar-Vetter und schließlich die Beamten des Exekutivdienstes der «nvercn Dicnstabteilungen, also auch die Beansten der Be-criebsinspektorate und die Bahnärzte, im Rahmen des be-Mmmten HöchstauSmatzes zu beteilen. Bei einem eventuellen meiteren Reste können auch Ansuchen von Pensionisten, und Swar in erster Linie von Pensionisten des Dienerstandcs berücksichtigt werden. >. Ansuchen fremder Parteien um unbrauchbare Schwellen und stets der Baudircktion zur Genehmigung vorzulegen und werden von dieser nur dann berücksichtigt, wenn alle die früher bczcichnetcn, im dienstlichen Verhältnis zur Vahu-stehenden oder gestandenen Personen befriedigt sind, s ser denn, daß besondere Verhältnisse eine außergewöhnliche Berücksichtigung des Gesuchstcllers erheischen, worauf bei ^.vrlage des Ansuchens in dessen Befürwortung ausdrücklich r. n Werden solche Ansuchen genehmigt, so hat der Gesuch. Feuer außer den vereinbarten Preisen auch noch die allfülligen ahntransportgebühren für die gekauften Schwellen oder Hvlzabfülle vom Lagerplatz ab zu bezahlen. , Moderschwcllcn sind im Sinne des Erlasses Z.10.8S8/E 25. November 1910 ehestens im eigenen Wirkungskreis vu möglichst günstigen Preisen zu veräußern, t r Die Einholung der Unterschriften der den Bahner-Mttungssektionen unterstehenden eigenen Bediensteten, welche , "brauchbare Schwellen oder Holzabfällc bezogen haben, ist nvedingt notwendig, weil diese Unterschriften zugleich d-Ie r vklarüng deö Einverstündnisses zur Vornahme des Gehalts», beziehungsweise Lohnabzuges darstellen, im Kohlenlösche aus Deponien kann bis zu einer vollen Wagenladung (10 Tonnen) ohne Genehmigung des Betriebs-'Bpektorats abgegeben werden. . Ebenso können andere, für Wohnzwecke nicht mehr Eignete alte Materialien, wie Gebäudebestandteile (Fenster, »eueen, Ofen, Gewände und dergleichen). Bruch- und bear-Utete Steine u. s. w. bis zu einem Wert von 50 Kr. ohne Einholung einer Genehmigung an Interessenten unter der ^,?Vaussetzung veräußert werden, daß für den Verkauf jener s Materialien, welche auch die Materialmagazine verwerten, ‘nndestens die Magazinspreise, für andere Materialien die Drt und Stelle erreichbaren höchsten Preise erzielt werden. .. Bis zum gleichen Betrag können auch aus Betriebs-'“Fchten gefällte Baumstämme oder daraus erzeugtes Holz J1 -Interessenten mit der Einschränkung verkauft werden, daß ,en Bediensteten und Pensionisten der Gesellschaft das Vor-fsrecht zusteht, wobei jedoch im letzteren Falle mindestens e rlällungskosten hcreingebracht werden müssen. Sluch alte und neue Oberbaumaterialien können bis vvm gleichen Betrage ohne Einholung einer besonderen Ge-brp;tn°un8 3U den für fremde Parteien festgesetzten Einhcits-"- Mett verkauft werden. Hinsichtlich der Verkäufe von Pauschschienen bleiben die bisherigen Bestimmungen aufrecht. Verkäufe von Ober-bauniatcrialien zu Regiepreisen an die eigenen Bediensteten der Bahnanstalt bedürfen der Genehmigung der Baudircktion. Wien, am 25. April 1911. Die Baudirektion: Holzer m. p. Korrespondenzen. Marburg, Sübbahnwerkstntte. Seit geraumer Zeit gärt cs unter der Arbeiterschaft der Südbahnwerkstätte ganz bedenklich, nachdem es sich die hiesige Werkstättenlcitung zum Prinzip gemacht hat, die Arbeiterschaft, beziehungsweise deren Vertrauensmänner in allen Angelegenheiten zu brüskieren. Das Vertrauensmännersystcm ist zwar eingeführt, seitens der Dircktion auch anerkannt, jedoch der Herr Walenta versteht es, die ganze ihm unbequeme Einrichtung illusorisch zu machen. Von ihm unbequemen Vertrauensmännern wuroe überhaupt keine Intervention zugelassen. Vertrauensmänner existeren ganz einfach für den Chef nicht. Dies schlug dem Faß endlich einmal den Boden aus. Die Lammsgeduld der Vertrauensmänner war zu Ende, als am vergangenen Freitag anläßlich einer Intervention abermals ein dem Chef nicht zu Gesicht stehender Vertrauensmann seitens des Chefs barsch abgewicsen wurde. Die Vertrauensmänner ließen sich diese Behandlung nicht mehr länger gefallen und erklärten, unter solchen Umständen jedwede Verhandlung mit dem Chef Walen ta abzulehnen. In einer am Montag den 1. Mai um 6 Uhr abends im „Kreuzhof" stattgefundcnen Versammlung, die von über 1600 Arbeitern der Werkstätte, des Heizhauses sowie auch einer Reihe von Unterbcamten und Beamten besucht war, unter Anwesenheit des Genossen Weigl aus Wien als Vertreter der Organisation erstatteten die Vertrauensmänner ihren Bericht und erklärten, ihre Mandate zurückzu-legen. Der erstattete Bericht ließ einen tiefen Einblick in die bestehenden Verhältnisse zu. Der Ruf, der Herrn W a l e n t a schon lange vorausging, war kein guter. In dieser Versammlung konnte man aber erfahren, daß er in Wirklichkeit noch schlechter ist, als man glauben mochte. Herr W a I e n t a ging in seinem unbändigen Haß gegen alles, was sich nicht vor ihm beugen will, so weit, daß er sich der Mithilfe des Bahnarztes bedienen wollte, ihm unliebsame Arbeiter, die mehr als ein Jahrzehnt im Dienste der Südbahn gestanden sind, auf das Pflaster zu werfen. Da ihm jedes menschliche Gefühl gegen einen Arbeiter und dessen Familie fehlt, scheut Herr W a-l c n t« selbst vor der Vernichtung von Arbeiterexistenzei! nicht zurück, um seinen unbändigen Haß gegen die Arbeiter und deren Organisation Genugtuung zu verschaffen. Die Versammlung nahm den Bericht der Vertrauensmänner mit Ausnahme der Mandatsniederlegung zur Kenntnis und nahm einststimmig folgende Resolution an: „Die heute den 1. Mai im „Kreuzhof" tagende, von mehr als 1000 Arbeitern besuchte Versammlung der Werkstätte Marburg sowie auch vom Heizhaus ist nach Anhörung des Vertrauensmännerberichtes zu der Ueberzeugung gelangt, daß die in der Werkftätte herrschenden Verhältnisse nicht länger haltbar sind, und sehen sich daher veranlaßt, nn den Maschinendirekor Herrn Prosit) das höfliche, aber auch dringende Ersuchen zu stellen, sich persönlich von der Handlungsweise des Herrn Wcrkstättenchefs W a l e n t a zu überzeugen. Zu diesem Zwecke sollen die Vertrauensmänner persönlich vom Herrn Maschinendirektor und in Gegenwart des Herrn Wcrkstättenchefs einvernommn werden. Weiter beschließt die Versammlung, die Mandatsnicderlegung der Vertrauensmänner nicht zur Kenntnis zu nehmen, sondern das Resultat obenerwähnter Einvernahme abzuwarten. Die Zentrale des Allgemeine» Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines wird ersucht, diese Resolution der Maschinendirektion zur Kenntnis zu bringen und für deren dringendste Behandlung einzutreten." — Jetzt hat also der Herr Maschinendirektor das Wort. Jglan. Am 23. April fielen beim Verschieben einige Stücke Regiekohle von einem Wagen herunter und blieben im Geleise liegen. Ein Verschieber ließ sich von der Gelegenheit verlocken, faßte die herabgefallene Kohle in zwei kleine Säcke und trug sie vom Bahnhof weg. Am Weg überkam ihn Reue über seinen Fehltritt, doch fürchtete er ficy, die Kohle zurückzntragcn. Er entschloß sieh, die Kohle einem eben aus dem Gasthaus heimgehenden Arbeiter als Geschenk anzubieten. Wie wertlos die Kohle war, ist daraus zu ersehen, daß der Arbeiter erklärte, selbe nur dann anzunchme», wenn sie ihm bis ins Haus getragen wird. Der Verschieber trug die Säcke in Begleitung eines zweiten hiuzugekommenen Verschiebers ins Haus des Arbeiters. Auf Patrouille befindliche Gendarmen kamen hierzu und veranlaßten, daß die .Kohle der Bahn zurückgestellt wird. Der Verschieber L. erstattete selbst dem diensthabenden Beamten die Meldung über de» Vorfall, worauf beide Verschieber L. und U. vom Dienste suspendiert wurden. Als die beiden cinsahen, in welches Unglück sic sich und ihre Familien stiirzten, wandten sie sich an die Ortsgruppe Iglau des „Reichs-bundeS deutscher Eisenbahner", an den Obmann Ingenieur Jung, doch, o weiche Täuschung! Der Reichsbund ist nicht dazu da, um seinen Mitgliedern einen Rat oder eine Hilfe zu ge« währen, selbst da nicht, wenn cs sich um die Rettung der Existenz oder um die unschuldigen Familien handelt! Mit schwerem Herzen über die erlebte Täuschung mußten sie sich entschließen — da sie bereits die Vorladungen zu Gericht wegen § 400 des Strafgesetzes erhielten — zu den so oft beschimpften „Sozi", zu ihren Gegnern um Rat und Hilfe bitten gehen. Mit Rücksicht, daß durch eine eventuelle gerichtliche Verurteilung nicht nur die beiden Bediensteten, sondern auch deren Frauen und Kinder brotlos und ins Unglück gestürzt werden, wurden ihnen von den „bösen Roten" in ihrer Not u n e n t g e l t l i ch Rat erteilt. Auch wurde ihnen zur Vertretung bei Gericht ein Verteidiger anempfohlen, dem es gelang, für beide Verschieber sowie für den Arbeiter, der mitangeklagt war, einen Freispruch zu erzielen. Die Mitglieder des Reichsbundes müssen sich monatlich 1 Kr. ab ziehen lassen, um mit diesem Geld die Liebe und Verbrüderung mit den nationalen Tschechen zu erkaufen. Für die Bediensteten und Arbeiter ist der Reichsbund nur zum hetzen gegen die Roten da, doch wenn die Not eintritt, versagt der Reichsbund und die bösen Sozi sollen helfen. Hoffentlich wird dieser Fall dazu beitragen, Herrn Jung und seinen Knappen die richtige Antwort zu geben. Auch in der zweiten Verhandlung am selben Tage hat der „rote" Verteidiger cs durchgesetzt, daß eine ganze Verschub-partie, die wegen einer Entgleisung einer Postambulanz nn-geklagt war, freigesprochen wurde. Auch diese Partie bestand nur aus Reichsbündlern und einem „tiratr" von der „Jednota". Gablonz. Der Herr Bahnmeister Schiller wird ausgefordert, sich im dienstlichen Verkehr mit seinen Arbeitern einer besseren Umgangssprache zu bedienen, da Titeln wie „Urochsen" und dergleichen von sehr wenig Bildung zeigen. Die Arbeiter haben das Recht, von den Vorgesetzten eine anständige Behandlung zu fordern. OSwiecim. (E in e i n g e g a n g e n e r Verlcum-d c r.) Herr Gustav Seidl, Lokomotivführeranwärter in Dzieoitz, ist ein grimmiger Hasser der Organisation und ein Stamperl Sliwowitz ist ihm lieber als jede Zeitung; dies seine eigenen Worte vor Gericht, bei dem er infolge einer Klage des Genossen Theodor H e r l i n g e r am 0. d> M, erscheinen mußte. Trotz heftigstem Leugnen wurde er überführt, gegen H. ohne jeden Anlaß die Worte gebraucht zu haben: „Die Os-wieciiner Eisenbahner schwören auf H. und dieser versäuft die Vereinsgelder!" Nur der Bitte de» Herr» Dr. Haas hatte er es zu danke», daß er mit einer milden Strafe davonkam: 24 Stunden Arrest oder 10 Kr. und die gesamten Prozehkosten. Mögen es sich diese Herren gesagt sein lassen, daß wir jeden rücksichtslos gerichtlich belangen werden und daß wir imstande sind, unsere Mitglieder gegen jeden zu schützen und Denunziationen wegen Kolportage au die Direktion uns kalt lassen. Tirschnitz. (B u s ch t i e h r a d e r Eisenbahn.) Wir haben uns in Är. 10 unseres Fachblattes mit den hiesigen Vcr-kehrsbundleutcn befaßt und über den Fall des seinerzeit verunglückten Weinmann geschrieben. Obwohl unsere damaligen Angaben vollständig auf Wahrheit beruhen, versuchten die Verkehrsbündler durch eine Notiz in der „Oesterreichisch-Uu-garischen Eisenbahner-Zeitung" uns der Lüge zu beschuldigen und schrieben über den Unfall Weinmann wie folgt: „Was den Fall Weinmann betrisst, so sei hier wahrheitsgetreu gesagt: Witwe Weinmann kam fiinf Jahre nach dem Tobe ihres Mannes zur Ortsgruppe wegen einer Reute, da Weinmann vor 12 Jahren einen Unfall erlitten hatte, wovon aber kein Mitglied etwas wußte. Daß ihrem Wunsche da nicht Folge gegeben werden konnte, lvird doch brr Hirnverbrannteste zugeben müssen, weil nach dem bestehenden UnsaUversicheruugsgesetz die Witwe innerhalb eines Jahres nach dem Tode ihres Mannes ihre Rechte bei der Anstalt geltend machen müßte, in diesem Falle war daher eine Verjährung eingetreten. Der Tod muß doch mit dem Unfall im Zusammenhänge stehen, was aber heute nicht mehr konstatiert werden kann." Liebe Verkehrstante, das ist doch ein bißchen starker Tabak, kein Mitglied wußte etwas von d e m Unfall W e i u-m a n n ? Weinmann war doch nach dem Unfalle lange Zeit im Krankenstand. Sein Unfall war bei der berufsgenossen, schaftlichen Unfallversicherungsanstalt »»gezeigt und hatte Weinmanii die Bestätigung feiner Unfallsanzeige. Sämtliches Stationspersonal wusste von oem Unfall. Nach der Aussage der Witwe iuar der Bahnarzt der Ansicht, daß Weinmann nn den Folgen des Unfalles starb. Die Witwe Weinmann ging nach dem Tode — w o h l g e m e r k t, n a ch dem Tode — ihres Mannes zu den Herrn Verkehrsbündlern in Tirschnitz und stellte wiederholt an diese Leute die Frage, ivas sie jetzt nach dem Tode ihres Mannes alles tun solle. Unter anderem frag sie wiederholt, ob sie die angcbotene Abfertigung annchmen soll oder nicht. Unter den Häuptlingen der Tirschnitzcr Christlichsozialen befand sich auch der Bruder des verstorbenen Weimnnnn. Sollte dieser Manu von dem Unfall und dem Tode seines Bruders auch nichts gewußt haben? Um diesbezügliche Antwort bitten die rechtdenkendeu Roten in Tirschnitz. Siitzcnbrunn. Endlich hat sich das hohe k. k. Eisenbahn-ministerium wieder einmal der Wächter erinnert und diese mit oem Ministerialerlaß vom 28. März 1911, D.-Z. 04670/19 eac 1910 betreffs ordnungsmäßige Bedienung der Zng-fchranken (Amtsblatt Nr. 20, Alt. Nr, 43079/V, Zirkular Nr, 113) belehrt. Aus Raumersparnisrücksichten wollen wir auö obigem Erlaß nur folgende Punkte näher beleuchten: Punkt 1. Die Erhebungen über die in letzter Zeit sich häufenden Klagen und Beschwerden über ungerechtfertigtes langes Geschlossenhalten der Schlagbäume der Zngschrankeu bei Niveauübersetzunge» haben in vielen Fällen die Beroch- \ tigung dieser Klagen ergebe», weil konstatiert wurde, daß das Oeffnen oer Schlagbäume nicht rechtzeitig und auch das Schließen derselben viel zu früh erfolgte und an den in der Nähe der Stationen befindlichen Riveauübersetzungcn die vor-geschriebenen Unterbrechungen bei den Verschiebungen nicht eingehalten werden. Punkt 7. Gemachten Wahrnehmungen zufolge lvird aber auch der Unwille des vor geschlossenen Wegschranken angehaltenen Publikums oft dadurch erregt, daß sich die Organe, welche die Bedienung der Wegschranken zu besorgen haben, mit dem Publikum in unliebsame Auseinandersetzungen einlassen, welche oft in einen rüden Ton ausarten, anstatt daß diese Organe trachten würden, in taktvoller Weise beruhigend einzuwirken, wodurch wohl manche dieser Beschwerden vermieden würde., Punkt 8. Infolge Offenlassens oder zu späten oder unvollständigen SchließenS von Wegübersetzungsschranken zur Zeit des Zugsverkehres haben sich in der letzten Zeit die bedauerlichste» Unglücksfällc gehäuft. Dienstwidrigkeiten dieser Art sind auf das strengste zu ahnden, und zwar jeder Bahn-, Weichen-, Block- oder Ablösewächter, welcher sich des erwähnten Dienstvergehens schuldig macht, für den ersten Fall mit 2 Kr.» für den zweiten Fall mit 0 Kr. und für den dritten Fall mit 10 Kr. Gehalts-, beziehungsweise Lohnabzug zu bestrafen. Die Bestrafung für weitere Fülle dieses Dienstvergehens hat in Gemäßheit der einschlägigen Bestimmungen des § 95 der neuen Dienstordnung zu erfolgen. Es ist eine alte Tatsache, daß über das Anhalten bei Zugschranken stets Beschwerde geführt wird. Jeder Wächter» der einen Schranken zu bedienen hat, kann solche Beschwerden jeden Tag des öfteren anhören, und gerade dann, wenn der Wächter seine ihm anvertrauten Schranken vorschriftsmäßig bedient, da manche Fuhrleute noch, wen» sich auch schon ein Zug auf 0 bis 7 Hektometer nähert, noch immer die lieber» setzung passieren möchten. Sehr lehrreich in dem Erlaß ist Ar-tikel 1 und Artikel 8. Auf der einen Seite wird inan durch zu frühem, auf der anderen Seite wieder wegen zu spätem Schließen der Schranken mit Strafen bedacht. In diesen zwei Punkten kommt der Spruch, Wasch mir den Pelz und mach ihn nicht naß" voll und ganz zum Ausdruck. Dieser ganze Erlaß lväre zur Plalatierung in den Wirtshäusern geeignet, wodurch sich die Beschwerde» gewiß um das doppelte vermehren würden. Weiters heißt es im Artikel 7, daß sich jene Organe, welche einen Schranken zu bedienen haben mit dem Publikum in unliebsame Auseinandersetzungen einlassen. Hierüber sei erwähnt, daß ein solches Organ, im Falle eö das Publikum auf seine Diestvorschriften aufmerksam macht, gleich mit allen möglichen Kosenamen, wie „Gau net, Einbrecher, b ö h-mi scher Lakl" u. dgl. bedacht und des öfteren auch tätlich bedroht wird. Macht nun aber »in Wächter seiner Vorgesetzten Dienstbehörde hierüber die Anzeige, so ist es wirklich schade um das Papier und die Tinte. Denn lue [che Dienstbehörde würde wegen eines beschimpften oder geschlagenen Wächters eine Privatperson vor Gericht zitieren. Wo sich so ein armer Teufel in einem solchem Falle sein Recht zu suchen hat, darüber schweigt das hohe k. k. Eisenbahnministerium, dafür aber wird ihm mit Strafen von 2 bis 10 Kr. gedroht. Möge dieser humane Erlaß für die Wächter ein Ansporn zum Anschluß an die Organisation sein, um mit vereinten Kräften die gerade bei dieser Kategorie noch bestehenden Uebelständ« auszumerzcn. ! Amstetten. In dieser Station befindet sich ein seit vorigem Jahr zum Assistenten ernannter Vcrtehrsbeamter, welcher trotz seiner absolvierten Studien nicht in der Lage ist, in anständiger, eines Mannes würdiger Weise mit dem, Personal zu verkehren. Zur Behebung dieses Bildungsmangels empfehlen wir ihm, das Buch Knigges „Umgang mit Menschen" aufmerksam zu lesen. \ Sollte jedoch die Wirkung genannten Buches bei ihnv ausbleiben, so werden wir nicht ermangeln, sein Benehmen! Deutlich und^detailliert im geeignete Zeitpunkt zu bespreche».! —. - ....................... Weipert. Vot kurzem wurde die Buschtehrader Bahn vom Chef der Gencralmspektion unter Begleitung einiger Organe der Generaldireltion der Buschtehrader Eisenbahn einer Besichtigung unterzogen. Aus diesem Anlaß wurde, da die Revision höchstwahrtcheinlich zeitlich genug angemeldct war, eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet, um der Station Weipert ein angenehmes Aussehen zu geben. Da wurde gereinigt und geputzt, die Wächter erhielten neue Signalfahnen und mein lieber Leser höre und staune, der Klassenputzer bekam ein ' neues Rehleder zum Feusterputzen, was hier in Weipert schon etwas zu bedeuten hat, wo es hier Usus ist, daß derartige Gegenstände trotz mehrmaligem Bitten nicht zur Ausfolgung kommen. Diese ins Detail hergestellte Ordnung und Reinlichkeit fiel dem Herrn Generalinspeltor auf, und er meinte, das; alles so rein ist, weil bekannt war, das; wir kommen. Der Herr Vorstand versicherte, daß es hier immer so rein ist. Was aber der Herr Generalinspektor gesagt hätte, wenn die Revision unverhofft stattgefunden hätte? Wenn er zum Beispiel die Aborte angetroffen hätte, in dem Zustand, wie sic immer sind, was auf diesen Umstand znrück-zuführen ist, daß in der 12.000 Einwohner zählenden Stadt Weipert nicht ein einziger öffentlicher Anstandsort ist. Ein weiterer Umstand sind die von der Firma Hartwig u. Vogel ausgestellten Automaten, da die die Gegenstände enthaltenen Papierhüllen wegen Mangel eines Papierkorbes in dem Vestibüle weggeworfen werden, wozu ciu spezieller Bediensteter erforderlich wäre, der nichts anderes zu tun hätte, als diese Sachen wegzurüumen, denn wenn der Herr Vorstand die Papierchen liegen sicht, so ist der Tcusel los und der die Reinigung besorgende Bedienstete, beziehungsweise dessen Frau, mutz ein Donnerwetter über sich ergehen lassen. Unsere Anschauung geht dahin, datz, wenn man die Aufstellung von Automaten, die hier in Weipert als Grenzstation viel benützt werden, bewilligt, auch für die Aufstellung von Papierkörben sorgen soll. Da den Profit die Firma und deren Vertreter, Herr Magazinsmcister Rößl, ein Liebling des Vorstandes und fanatischer Reichsbünoler, haben, ist es nur ein billiges Verlangen, wenn der Wunsch geäußert wird, daß Bedienstete wegen derartiger Vorkommnisse nicht schikaniert werden. Gelegentlich dieser Revision konnte man wieder die Be-handlungsweise der Bediensteten von seiten des Herrn Vorstandes beobachten. Als die Herren ein im Stationsgebäude befindliches Kafernlokal des Lokomotivpersonals besichtigen wollten und dasselbe verschlossen antrafen, weil der Schlüssel vorschriftsgemäß am Schlüsselbrett in der Kanzlei war, wäre es Pflicht des Vorstandes gewesen, die Schlüssel mitzunehmen oder den Auftrag zur Offenhaltung zu geben. So kam der Herr Vorstand wutentbrannt über den betreffenden Bedien-. steten her und sagte vor zahlreichem Publikum zu demselben: „Sie miserables M i st v i e h, wo haben sie den Schlüssel zu dieser Kaserne!" Das Urteil über eine derartige Vorgangsweise überlassen wir der Oessentlichkeit. Amstettcn. Der neue Rangierbahnhof in Amstetten ist so unpraktisch angelegt, datz der Dienst gegen früher bedeutend erschwert wurde. Sämtliche Güterzüge von Linz, welche am Rangier-Lahnhof cinfahren, traversieren alle Ein- und Ausfahrtsgeleise. Wenn bei der Ein- oder Ausfahrt einmal eine Entgleisung vorkommt, so kann kein Zug mehr ein- oder aus-fahren. So oft ein Zug von Linz oder Klein-Reifling am Rangierbahnhof einfahrt, mutz die Verschiebung unterbrochen werden, was bei den modernen Rangierbahnhösen uud ein solcher soll ja doch Amstetten sein, nicht mehr Vorkommen soll. Die Zugsführer der Züge aus Linz und Klein-Reifling müssen mit den Zugsdokumenten am untersten Ende des Rannierbahnhofes gegen Blindenmarkt sich zur Uebergabe begeben, wo die Platzinspektion in einer Baracke untergebracht ist. Bis die Uebergabe beendet und der Zugsführer in die Kaserne kommt, ist eine halbe Stunde vorbei, die dem Zugs-sührer aber als Ruhezeit gerechnet wird. Das Ausfahrtsignal gegen Sinz ist so unpraktisch situiert, daß man die Stellung des Signals selbst aus kurze Entfernung nicht sicht, wenn längst des Bahnsteiges 3 sich Wagen befinden. Daß die Diensthabenden den Befehl zur Abfahrt beim Zug zu erteilen haben, und das auf „Frei" stellende Ausfahrtsignal nicht genügt, hat seit jeher bestanden, und wurde durch die k. k. Staatsbahndirektion Linz, mit Amtsblatt Nr. 13, Kurrende Str. 83 vom 24. März 1011, neuerlich in Erinnerung gebracht, den Zugsführern wird mit strengen Strafen gedroht, wenn sie ohne mündlichen Befehl des Diensthabenden oder nur auf Grund des auf „Frei" stehenden Ausfahrtsignals, das Signal „Abfahrt" geben. D«e vom Rangierbahnhof ausfahrenden Züge nach Linz uud Klein-Reifling werden von der Platzinspektion in der Personenhalle expediert. Zur Erteilung des Abfahrtbefehles muß der Diensthabende ein Stück Weges am Rangierbahnhof hinuntergehen, eventuell auch über oder unter Wagengruppen klettern. Wir sehen ja vollkommen ein, daß das für die Diensthabenden kein Vergnügen ist. Anstatt aber hinznarbeiten, daß da irgendwie Abhilfe getroffen wirb (vielleicht, daß der Rescrve-diensihabende auch nur 12 Stunden Dienst hätte, und sich beide Diensthabende in der Expedition der Züge am Rangier-bahnhof teilen würden), wirb von den Zugsführern verlangt, datz sie ohne Abfahrtbefehl, meist auch ohne btc Stellung bes Ausfahrtsignals zu sehen, auf eigenes Risiko unb gut Glück abfahren sollen. Wenn aber bei einer solchen Ausfahrt etwas geschieht, was sehr leicht möglich ist, da alle Geleise traversiert werden und der Zugsführer nie wissen kann, was vor ihm vorgeht, so ist hundert gegen eins zu wetten, daß der Diensthabende der erste sein wird, der sich ausredet, ich habe dem Zugsführer keinen Befehl zur Abfahrt gegeben | Jetzt lätzt man die Züge zur Abfahrtzeit vielfach vis-4-vis der Platzinspektion vorziehen, damit der Diensthabende nur bei der Kanzleitür Herausrufen braucht. Wir haben nichts dagegen, wenn den Befehl zum Vorziehen das Verschubpersonal und nicht der Zugsführer bekommt, aber es kann sich aus dem Grund nicht halten, weil der Zug sich schon oft zum Vorziehen in Bewegung setzte, wo die Zugsbegleiier noch mit dem Kuppeln der Wagen beschäftigt waren und sich nur mit Lebensgefahr aus der Wagengruppe retten konnten. Statt hier gesunde Verhältnisse zu schaffen — die Herren sind doch alle im Reichsbuud — wird zu solchen Palliatibmitteln gegriffen. Auf die weisen Ansprüche des Herrn Adjunkten und Ortsgruppenlcitcrs des „Reichsbundes" in Amstetten, welcher sagte: „23 out der Zug b i s in der Früh stehen bleibt je., so geht er nicht zur Expedition am Rangierbahnhof," wollen wir heute nicht näher entgehen. Aber bas eine muß gesagt werben: Einen Zugsführer, welcher auf diese Dienstwidrigkeiten nicht eingeht, schikanieren zu wollen unb ihm burch andere Kollegen höhnische Grüße zu senden, ist bubenhaft. Aber zur Mitnahme von unfrankierten Reichsbund-briefen als Dienstkorrespondenz bei Güterzügen an alle Stationen bis inklusive Kleinmünchen sind diese Zugsführer gut genug. Innsbruck. (St. Bureaukratius und die Süd« b a hn.) Es wirb kaum einen Heiligen geben, über ben eine so umfangreiche Legenbe verbreitet ist, wie St. Bureaukratius, und immer wieder kamt man bemerken, wie er sein Untiefen treibt, •' Mit 1. Mai d. I. hat die Südbahn nebst anderen Neuerungen auch ein Frequenzbuch F 245 herauSgegeben, in welches von seiten der Revisionskondukteure jeder Personenwagen nach Serie, Nummer, Eigentumsbahn und vorhandenen Sitzplätzen einzutragen ist. Welchen Wert dieses Buch hat, wissen bie einzelnen Vorgesehen ebensowenig als die damit Betcilten, sonst wäre cs nicht möglich, datz der Gebrauch desselben ein so verschiedener ist, da cs die Direktion wohlweislich unterlassen hat, näherte Weisungen zu erteilen. Während zum Beispiel das BetriebS-iuspcktorat Innsbruck nur btc Höchstfrequenz verlangt, müssen die Zugsbegleiter der Kärntner Schnellzüge von jeder Anhaltestation die Frequenz eines jeden Wagens Nachweisen. „Staatsbahnsystem" sagen sie, vergessen aber, datz die k. k. Staatsbahn diese Drucksorte, weil vollkommen überflüssig, gleich nach der Einführung wieder verworfen hat. Sehen wir uns einmal so einen Südbahnkondukteur in Marschabjustientng näher an. In einer Tasche zur Hälfte hervorstehenb ein Monstrum von Nachzahlungsheft, in der anderen Tarif und Frequenzbuch, an einer Schnur um den Hals ein mechanisches Kunstwerk, die Markierzange vulgo Polizeimann, und in der Hand ben Coupeschlüssel. Den oben angeführten Tarif müssen sich bie Kondukteure selbst kaufen oder selbst anfertigen; da hat ein Kondukteur vor einigen Jahren einen solchen Tarif ausgearbeitet und der Direktion vorgelegt, mit dem Bemerken, gegen eine kleine Entschädigung eine entsprechende Anzahl anfertigen zu lassen. Er wurde abgewiesen, wohl deswegen, weil cs sehr praktisch war oder weil man nicht zugeben will, datz auch von einem Diener etwas Brauchbares ersonnen werden kann, oder endlich weil man das Geld für das ganz unnütze Frequenzbuch benötigte. Ein weiterer Fehler sind auch die sogenannten umgestalteten Dienstwagen. Anstatt mit dem gegebenen Raum ökonomisch umzugehen und diese platzvcrstellendc Bremsstiege herauszuwerfeu und dafür ein paar Seitenfenster anzubringen, drängt man die beiden Sitze so nahe zusammen, daß sich der Zugsführer erst aus allen Ecken und Winkeln herauswinden mutz, um einen Blick auf die Signale werfen zu können. Ober glaubt man, baß der Zugsführer durch die geschwärzten Ober* lichtenfenster durchschauen kann? Dann erst die schriftlichen Arbeiten. Man möchte glauben, datz man im Zeitalter des Fortschrittes und der Technik endlich daranginge, den Dienst zu modernisieren; aber was geschieht? Sieht ein gutbezahlter, goldbetreßter Herr irgendwo eine Neuerung, so wird sie so schlecht als möglich uachgeahint, während das Alte, llcßerbrauchte dennoch bleibt. Und die Folge: Der ganze Dienst ist ein Zettelsystem, das immens viel Arbeit macht und nur den einen Zweck hat, mit Jahresschlutz recht viel Makulaturpapier abzugeben. Redet man diesbezüglich mit einem Vorgesetzten, so horcht jeder schön zu, aber keiner erachtet sich für kompetent, Abhilfe zu treffen. Warum mutz wohl jeder Buchstabe und jede Ziffer fünf» bis sechsmal geschrieben werden? Der Zugsführer ist daher nur mehr eine automatische, lebendige Schreibmaschine, der der Sicherheit kaum die geringste Aufmerksamkeit schenken kann. Also verlangen wir einen Packmeister! Nach jahrelangem Bitten fährt dann einmal ein Direk-kionSorgan mit, aber immer an Tagen, wo erfahrungsgemäß sehr wenig Arbeit ist, noch dazu ist derselbe schon auf der ganzen Linie avisiert, so datz jeder Stationsvorstand in der Lage ist, Güter auf Kosten der Parteien zurückzuhalten, Verschubmani-pulationen nicht vornehmen zu lassen, kurz, den Dienst in der eigenen Station vor den Augen des Kronenjägers so einfach als möglich abwickeln zu können. Warum reist so ein Herr nicht auch inkognito? Und erst das sogenannte Ergänzungsheft für die Tiroler Linie? Auf jeder Seite ist der Zugsführer ein paarmal genannt oder mit irgend einer Verantwortung in Verbindung gebracht und zwischen jeder Zeile findet man das „Wohlwollen für das Zugbegleitungspersonal". Warum gibt es wohl keinen Herkules mehr, der imstande wäre, diesen Augiasstall mit einem eisernen Besen gründlich zu kehren. Amstetten. Ein allzu lieber Familienvater scheint Herr Inspektor M r a f e k nicht zu fein, denn sonst würden nicht gar so krasse Fälle feiner Herzlosigkeit, seinen Bediensteten gegenüber zutage treten. Ein jeder Bedienstete' weiß, daß ihn die k. k. Staatsbahn nicht dafür bezahlt, datz er eventuell das Hausmädchen seiner Familie macht, sondern deshalb, datz er feine Arbeitskraft beut Eisenbahndienst widme. Es kommen aber oft Fälle vor, wo schon die Menschlichkeit allein es verlangt, datz der Eisenbahner seine Pflicht wo anders auszuüben hat, als im Dienst. So starb beispielsweise einem Kondukteur seine Frau. Der Arzt machte den Mann darauf aufmerksam, daß höchstwahrscheinlich im Laufe des Nachmittags die Auflösung erfolgen werde. Kein Mann, der seine Frau lieb hat, wird von ihrem Sterbebett weichen, und auch jener Kondukteur ging zum Herrn Inspektor und bat um Urlaub Der hochherzige Mann aber meinte, datz der Dienst allem anderen borge h c. Der Kondukteur mutzte feinen Dienst antreten, seine Frau starb. Bevor er feine Endstation erreichte, brachte ihm ein Telegramm die Kunde, datz seine Frau verschieden ist. In einem anderen Falle hatte die Frau eines Kondukteurs entbunden. Die Frau erkrankte. Der Arzt ordnete an, die kranke Frau nicht allein zu lassen; da aber unsere Staats-bahnangestellten leider nicht über so hohe Gehälter verfügen, um sich Bedienerinnen halten zu können, entschlotz sich der Kondukteur, drei Tage vor seinem Erholungsurlaub vom Herrn Inspektor zu erbittert. Doch da kam er schön an. Als Schwindler und Betrüger beschimpft, der die Bahn betrügt und seinen Dienst vernachlässigt, mutzte er die Kanzlei des lieben Herrn Inspektors verlassen. Es wären noch viele solche Fälle anzuführen, aber einen, der den Herrn besonders kennzeichnet, wollen wir noch erwähnen. Eine Witwe, deren Sohn in Pola im Marinearsenal gestorben war, bekam von der Marineverwaltung ein Telegramm, welches sie zur Leiche berief. Nun ist von der k. k. Staatsbahndirektion ein Erlaß herausgegeben, daß in dringenden wie Todesfällen u. s. w. auch die Station berechtigt ist, bte Freikarte auszufolgen. Ein Werkstättenarbeiter nahm sich ber verlassenen Frau an unb erbot sich, ihr bie Freikarte zu besorgen. Der Herr Inspektor war nicht anwefettb, der Werkstättenarbeiter wußte aber, daß die Beamten nicht gern etwas unternehmen, um sich den Zorn ihres gestrengen Herrn Vorgesetzten nicht heraus-zubeschwören. Für die Frau blieb keine Zeit mehr zum Warten so entschloß sich der Werkstättenarbeiter einfach, eine fromme Notlüge zu gebrauchen, und erzählte dem Kanzlisten, welcher ihm btc Karte cmsfertigte, bah ber Souschef barunt wisse und seine Einwilligung dazu gegeben babe. Die Karte wurde noch rechtzeitig ausgefertigt. Der Zug, der die bedauernswerte Frau zur Stätte führen sollte, fuhr in die Halle ein und sie bestieg ihn mit ihren beiden Töchtern. Aber bas Unheil schreitet schnell. Noch rechtzeitig genug erschien der gestrenge Hausvater unserer Station und erfuhr von der Freikarte. Die Frau mußte,aus dem Zuge heraus, die Karte wurde ihr abgeuommen und sie wurde gezwungen, für sich unb die beiden Töchter von ihrem kargen Witwengehalt die Fahrt (eilte Tour über 17 Kr.) zu bezahlen. Der Kanzlist, welcher gänzlich unschuldig an d^r Ge- schichte war, wurde aus der Kanzlei herauSgenommen und in das Magazin zur Rodel gestellt. Daß eine solche Handlungsweise die Bediensteten empört, wird jeder rechtlich Denkende begreifen. Pettau. (Leichenbegängnis.) Am Mittwoch den 10. Mai wurde hier in Pettau Genosse Balthasar Stöckli lt o e r, Lokomotivheizer auS Spittal an der Drau, zu Grabe getragen. Genosse Stöcklinger war zur Waffenübuug einbe-rufen worden, welche er in Pettau beim Pionierbataillon Nr. 15 mitmachen mutzte; wie aus verläßlicher Quelle zu entnehmen ist, meldete sich Genosse Stöcklinger am 4. Mai marod, wurde jedoch vom Rcgimcntsarzt Dr. Melchior als „diensttauglich" erkannt. Am 5. Mai vom Zivilarzt Dr. Gregore), welcher den unterdessen auf Urlaub gegangenen Regiments» arzt vertrat, untersucht, wurde Stöcklinger am 6. Mai ins Marodeuhaus transportiert, wo er am 8. Mai, 4 Uhr früh, verschied. Wie sehr Genosse Stöcklinger beliebt war, beweist die Teilnahme an seinem Begräbnisse. Eine Kompagnie Soldaten vor, eine als Leidtragende mit vielen Reservisten sowie dem Major und einigen Offizieren folgten dem traurigen Zuge. Genosse Stöcklinger hinterlätzt eine Frau unb zwei unversorgte Kinder. Van der Ortsgruppe Pettau war Obmann Genosse I l l e s ch i q, vom politischen Parteiausschutz Genosse EisiN-, ger anwesend. Ehre seinem Angedenken! Wien II. (Ein Gegner der Maifeier.) Herr kaiserlicher Rat Czerny, Bahnamtsvorstand in Wien II, fand es für notwendig, die dienstfreien Lampisten am 1. Mai für nachmittags 3 Uhr in bie Schule kommandieren zu lassen. Die Lampisten haben in Wien II noch immer einen Dienst von 24 Stuubeu mit barnuffolgcnbcn 24 Stunden frei, und hätte daher Herr Kaiserlicher Rat Czerny im Lause des ganzen Monats wohl noch einen Tag zu dieser Kommandierung finden können. Man muß daher mit Bestimmtheit annehmcit, das; er die Lampisten nur deswegen in die Schule kommandierte, datz sic nicht in den Prater gehen können. Wenn schon bteS nicht der Fall fein sollte, so ist eine Schulkommandicrung an einem Ersten an und für sich nicht am Platz, da sich doch die Bediensteten vormittags den Gehalt holen müssen und nachmittags in der Schule, nach 24s!ündiger Dienstzeit und wie oben erwähnt, vormittags keine Ruhezeit haben, gewiß keine Lust haben, etwas zu lernen, um so weniger, wenn sie wissen, das andere in den Prater gehen. Natürlich hat sich Kaiserlicher Rat Czerny eine Gruppe von Bediensteten ausgesucht, von welcher er weiß, daß es mit der Organisation sehr schlecht aussieht. Denn eine organisierte Gruppe würde sich für eine solche Kommandierung an einem solchen Tag schön bedankt haben, aber derselben nicht nachgefontmen sein. Wenn ganze Fabriken stillstehcn, wenn fast ganze k. k. Eisenbahnwerkstätten von Arbeitern leer sind, so sollte es auch einem k. k. Bahnamtsvorstand nicht entfallen, dienstfreie Bedienstete zu verhindern, an dieser Feier teilzunehmen. Aber da eben Herrn Kaiserlichen Rat Czerny alles entfallt, was den SScbienstcten unangenehm, alles was Schikane ist, so ist ihm auch bies eingefallen. Wir können auch baher der Meinung fein, das; ihm einfällt, ein drittesmat anzufuchen, daß er tveiterbienen darf, trotzdem er schon lange seine anrechenbaren 35 Jahre hat. Ist Herr Kaiserlicher Rat Czerny vielleicht der Meinung, datz die Bediensteten von Wien II so erfreut sind, wenn sie hören, da tzer angesucht hat, um weiterbienen zu dürfen? Wir vergönnen ihm schon seinen Ruhestand! Denn seine HcrUmschnüffclci in allen Ecken und Enden geht schon einerseits ins ganz Lächerliche, anderseits in Schikane über. Die Rcutigungssraucn, welche durchwegs schon alte Frauen sind, werden vom Kaiserlichen Rat Czerny und dem an Größenwahn leidenden Hausaufseher in einer Weise verfolgt und schikaniert, datz sie weinend ihr Leid klagen. Denn der Hausaufseher I e r e m i e w i c u glaubt, auch jemand zu sein, und schikaniert deshalb die Reinigungsfrauen bis aufs äußerste. Wir werden ja über diesen Herrn baldigst Gelegenheit • haben zu sprechen, und kann er sich dann wieder zur Irreführung für fein taktvolles Vorgehen Unterschriften sammeln und Herrn Kaiserlichen Rat Czerny vorzeigen. Die Bediensteten von Wien II können sich aber bis heute noch nicht erklären, warum Herr Kaiserlicher Rat Czerny von einem größeren Bahnamt (Wien I), wo er ebenfalls Vorstand war, zu einem kleineren (Wien II) versetzt wurde. Ist das nicht eine Degradierung? Den Lampisten von Wien II wollen wir aX>cr raten, sich Mann für Mann zu organisieren, dann werden sie auch, wenn sie frei sind, am 1. Mai in ben Prater gehen dürfen und werden auch den ihnen schon lange nicht mehr gcbühre.ndcn 24stündigen Dienst wegbringen. Floridsdorf. (DieMaifeierderEisenbahner.) War das eine Ueberraschung, als es hieß: „Heuer werden die Arbeiter der Nordbahn und Nordwestbahu auch mitfeiern.'' Viele mochten es nicht glauben, denn in den zwanzig Jahren Maifeier war es nicht gelungen, die Arbeitsruhe auf den Bahnen zu erzielen. Aber: „Säulen bersten." Und so kam es, daß Heuer auch die Tausenden Eisenbahner schon am frühen Morgen des 1. Mai zur großm Armee stießen, mit Jubel empfangen. Bei der Nordwestbahn spielte sich die Sache glatt ab. Man war mit der Betriebsleitung übereingekommen, daß der Maitag durch Arbeitsruhe geheiligt werde. Die Nordbahnarbeiter vereinbarten unter sich, zu feiern. Und so trafen sie denn am Morgen in voller Zahl ein, aber anstatt zur Arbeit, gingen sie zur Direktion, um dort zu zeigen, daß sie nicht geneigt sind, länger auf die Zugeständnisse des Eisenbahnministeriums zu warten: Das war ein großartiger Plan, der wohl nicht verfehlen wird, Eindruck zu machen. Ein kolossaler Zug taillierte sich um 8 Uhr morgens beim Arbeiter-Heim unb in der Zahl von 1000 Männern setzte er sich unter Vorantragung zweier Standarten in Bewegung. Jtt_ der Dresdnerstraße 1 (Pfaffenhuber? Gasthaus) schlossen sich weitere 600 Nordbahner, welche im II. Bezirk wohnen, an und zogen mit. In der Nordbahnstratze erschienen plötzlich 50 bis 60 Wachleute mit drei Polizeioffizieren — offenbar avisiert, um den Weg zur Direktion zu verlegen — und verlangten die Aenderung der Raute. Inzwischen kam nach ein Dutzend Reiter herangesprengt — wohl nicht wissend, was sie eigentlich machen sollten. Dem Polizeileiter wurde gesagt, daß man nicht*- anderes beabsichtige, als am Direktionsgebäude vorüberzuziehen, daß also kein Grund zur Aufregung vorhanden sei. Also begleitete die Wache den Riesenzug bis zum Praterstern uud gab damit der Demonstration der Eisenbahner um ihr gutes Recht eine um so imponierenden’ Bedeutung. Reichcnberg. In den Frachtenmagazinen der Station Reichenberg wird das Personal nach seiner politischen An-Ischauung eingeschätzt und behandelt. In der Frachtenabgabe, wo ein gewisser Herr A ck c r m a n it mit seinem Adlatus N c nt e tz maltet, ist es tatsächlich so. Die beim ReichLbtutb organisierten Magazinsarbeiter können sich so ziemlich alles erlauben, können betrunken sein oder sich verschiedene Dienstwidrigkeiten zuschulden kommen lassen. Herrn Ackermann wird das nicht genieren. Wenn jedoch einer von den Sozialdemokraten sich von der fortwährenden Arbeit einen kurzen Moment auSjchnauft oder sich durch einen Trunk den Staub hinunterspült, so wird er sofort durch den Berichterstatter N c in e tz denunziert. Besser wäre es freilich, wenn sich N e nt e tz voll und ganz seinem Lieblingssport, dem Tauben-füttern, zuwenden würde. Das Füttern von Tauben in einem Frachtenmagazin ist eine sehr humane und dabei sehr billige Unterhaltung. Da gibt es offene oder unfreiwillig aufgesprungene Säcke, deren Inhalt im Magazin teilweise Verstreut werden kann. Den Verstreuten Inhalt soll man womöglich wieder in den Sack oder Behälter zurückgeben, doch, nicht wahr, Herr Nemeh, das kann man nicht immer so mir nichts dir nichts durchführen? Ucberdies erleiden die Parteien dadurch keinen Schaden, denn wenn auch einige Kilogramm Von dem Inhalt fehlen, so müssen den Abgang ja doch die Akkordarbeiter bezahlen. Für heute genügt wohl diese Andeutung; sollte cs jedoch notwendig werden, dann müßten wir schon deutlicher sprechen. Klostergrab. Die k. k. Staatsbahndirektion Prag hat mit -.Amtsblatt" Nr. 18 Vom 22. April folgendes angeordnet: „Die m der Tabelle 14, Durchschnittsgewicht der eigenen Wagen des Anhanges zur Fahrordnung, angegebenen Eigengewichte der Güterwagen entsprechen dem wirklichen Eigengewicht dieser Wagen insbesonders jener der letzt Verstaatlichten Bahnen nicht, und ergeben sich hieraus zwischen der ermittelten und der tatsächlichen Zugsbelastung Differenzen, welche nicht unberücksichtigt bleiben können. Nachdem nunmehr im Sinne des Von der Versammlung des Vereines Deutscher Eisenbahnber-ivaltungcn in Budapest am 6. September 1910 gefaßten Beschlusses bei mehr als 79 Prozent des Gesamtstandes der Güterwagen der k. k. Oesterreichischen Staatsbahnen das Eigengewicht derselben bereits an den Seitenwänden angebracht ist, und diese Anschriften die Gcwichtsermittlung des Zuges durch Ablesen des Eigengewichtes bei der Zugaufnahme ohne besonderen Zeitaufwand ermöglichen, findet das Eisenbahnministerium hiermit zur Vermeidung der obbezeichneten Differenzen zu verfügen, daß von nun an bei Berechnung der Bruttolast der Züge das Eigengewicht der Wagen vom Wagen selbst, eventuell vom Langbaum abzulesen ist. Die eingangs berechnete Tabelle 14 des Anhanges wird demnach zu diesem Zwecke nicht mehr zu verwenden sein und ist diese nur mehr zur allgemeinen Orientierung aufrecht zu erhalten. Absatz 3 der Tabelle 5 des Anhanges VII A erhält nunmehr folgenden Wortlaut: 3. Zur Berechnung der Bruttolast ist das Gewicht der Wagen von den Wagen selbst abzulesen und im ganzen und Zehnteltonnen auszudrücken. Die so ermittelten Gewichte sind noch vor der Abfahrt in den Wagenausweis cinzutragen. Bon dieser Verfügung ist das interessierte Personal nachweislich zu verständigen. Die diesbezüglichen Tabellen des Anhanges VII A sind sinngemäß richtigzustellen. Prag, am 8. April 1911. y Z. 404 (V). Marc k." Anstatt, das; man Verfügungen treffen würde, um den verantwortungsvollen Zugführerdicnst in jeder Weise zu vereinfachen, sucht man durch fortwährende Aufbürdung neuer Arbeiten denselben auf das äußerste zu erschweren. Für die Sicherheit des Zuges während der Fahrt wird in keiner Weise vorgesorgt, denn der Zugführer muß während der Fahrt schriftlichen Arbeiten verrichten. Bei besonderen Vorfällen toirb jedoch auf die Instruktion hingcwiesen, daß es den Zugführer nicht seine Pflicht sei, während der Fahrt schriftliche Arbeiten zu verrichten. Wie ist es unter solchen Umständen möglich, bei den kurzen Aufenthalten, fertig zu werden? Es lst noch nicht so lange her, als die Verteilung der Bruttotonnen-Kilometer den Zugführern aufgehalst wurden, um den Ver-whrsbeamten von dieser Arbeit zu befreien. Auch wurde aus Ersparungsrücksichten getrachtet, den Wagenschreiberdienst (Evidenzführung der Wagens zu vereinfachen. Diese neue Einführung hat wohl allen die Krone aufgesetzt. Es wird m diesem frslaß hingcwiesen, daß die nach den Anhang angegebenen Eigengewichte der Güterwagen, Differenzen der Zugbelastung ergeben, welche nicht unberücksichtigt bleiben können. Es haben ach viele Zugführer die Mühe gegeben und nach beiden Methoden das Tarageivicht ermittelt, welches Hei 50 bis 60 Wagen Ins 6, höchstens 8 bis 10 Tonnen DZfercnz ergab. Man nehme das Durchschnittsgewicht der Güterwagen statt 6 mit E5-5 Tonnen an, und das Gleichgewicht ist hergestellt. ,r Man bedenke, wie anstrengend jetzt eine Zugaufnahme ist, wo das Eigentunismerkmal, die genaue Serie des Wagens und die Bezcttelung über die Aufgabe- und Bestimmungsstation aufzunehmen ist. Obzwar bei den k. k. Staatsbahnen das Eigengewicht der Wagen bereits an den Seitenwänden angebracht ist, so ist bei den verstaatlichten Privatbahnen, der K. F. N. B., St. E. G.. S. N. V. 93., 93. N. 93., das Eigengewicht jeder Bahn wo anders angebracht. Dckr Aufschreiber muß das Taragewicht bei jedem Wagen suchen, welches sich bei Nacht um so schwieriger gestaltet, lind wie soll vs im Winter werden, insbesondere in Gebirgsstrecken, wo durch Reif oder Schneegestöber der Wagen überhaupt nicht erkenntlich ist? Jedenfalls werden die Zugführer mit Besen aus-gcrüstet werden. Triest. (K. k. Staatsbahn.) In Triest (k. k. Staatsbahn) befindet sich ein Protektionskind, welches auf den Namen Alois D o l e n c hört und seines Zeichens Kondukteur ist. Dieser Mensch erfreut sich von seiten des Herrn ftzerkehrskontrollors, eines gewissen Herrn Breimann, einer besonderen Protektion, denn er vertritt jedesmal, wenn D o-lc»c in die angenehme Lage versetzt wird, einen Familienzuwachs zu bekommen, jbic Patenstelle. Kein Wunder, wenn fwser Mensch machen kann, was andere nicht dürfen, insbesondere auch eine lebhafte Agitation für die „Jugoslovenska ■^veza" entfaltet. Außer Herrn B r e i m a n n verwenden sich uueh die Herren Dr. M a n d i ö und biibar bei der Direktion sur ihren Schützling. Sobald dem Do lene das Wasser in dvn Mund läuft, laufen auch M a n d i ö und R i b a r, um I c n c vor dem Ersäufen zu retten. Im Jahre 1908 wurde ~ o I c n c nach Sdbenico in Verwendung als Zugsführer verletzt und da er mit seinen Taten in Dalmatien nicht reust Ociicn konnte, versetzte sich derselbe eigenmächtig zurück nach svv'est, wofür er von Herrn Hofrat GaIambos mit einer außerordentlichen Unterstützung nebst Uebersiedlungsgebührcn dfdacht wurde, selbstredend durch die Intervention des gewesenen Herrn Abgeordneten Ri bar. Böse Leute wollen .mifen, daß Dolenc diese Unterstützung samt der lieber-Iwdlungsgebühr verloren Hütte — wo? Im Jahre 1909 wurde Diolene in seiner Eigenschaft 'S Personalkondukteur wegen unanständigen Benehmens Mgenüber einer Frau vom Personenndienst abgezogen Ufcistrih-Woehcinersee), wo es, damals auch zur gerichtlichen ?8C kam. In kurzer Zeit war er wieder als Personenkon-Ukteur eingekeilt. Mit oder ohne Protektion? Im Jahre 1909 Jffentierte sich Dolcnc vom Dienst, blieb fünf bis sieben ßstoc aus, verließ sein Domizil Triest, ging zu seinem ^chUugerbater nach Herpelje, wo er vom Bahnbetriebsamt -Y ,cft erst ausgeforscht werden mußte. Ob D o l c n c für diese mit einer Unterstützung bedacht wurde, ist uns nicht be-fco'rn*- 2'n Jahre 1910 hat DoIene in Gvrz (f. k. Staats-rjywis in betrunkenem Zustand derart skandalicrt, daß der ., wnsihabende gezwungen war, einen Sicherheitswachmann holen und den Do lene von der Kanzlei zu entfernen. . YNe Kopfbedeckung ging D o l c n c nach Görz (Südbahn) und Llw von dort nach Triest. Der ganze Skandal wurde mit dem l6Ö*i üvr Barmherzigkeit zugcdcckt und vertuscht. Am ^»ä'üpril 1911 bei Zug 15 war Diolene abermals besoffen, h . zwar in einem derartigen Zustand, daß ihn der Dienstlern iC ’n äic Kanzlet kommen ließ und dort durch Zeugen tu,er .Unzurechnungsfähigkeit konstatieren ließ, leider mußte leb Cluer seiner besten Kumpane, Kondukteur K o r o s ch i tz, zürn, daß D o l e n c total besoffen war. Sein Aussehen war die eines Negers und hätte er in diesem Zustand dem Bar-num u. Baley alle Ehre gemacht. Vom 9. auf den 10. April bei Zug 20 in der Strecke Triest-Auzze benahm sich Kondukteur D o l e n e gegenüber einer Frauensperson derart frech und gemein und wollte von seinem Vorhaben nicht ablassen. Erst dann, als ihm die Frau gedroht hatte, daß sie die automatische Bremse in Tätigkeit sehen werde, ließ er seine Zudringlichkeit fallen. Die Richtigkeit dieser Angabe bestätigt der Stationsleiter von Auzzn. Am 16. April hat Dolenc einen Reisenden bei Zug 15 für einen 33-4jährigen Knaben um eine ganz widerrechtliche Nachzahlung gefordert. Da der Reisende nicht zahlen wollte, drohte D o l c n c mit der AuSwaggonie-rung. Als der Reisende angeblich Kr. 5-40 zahlen wollte, meinte Dolenc: „Damit Sie nicht so viel zahlen brauchen, werden wir teile n." Dolenc gab sich mit Kr. 2-40 zufrieden, worüber er keinen Beleg ausgestellt hatte. Die Sache ist bereits in Behandlung; für diese Taten wird man ihm gewiß eine außertourliche Vorrückung zukommen lassen. Ainstetten. (Todesfall.) Am Dienstag den 16. Mai 1911 wurde unter zahlreicher Beteiligung der organisierten Arbeiter und der gewerkschaftlich organisierten Eisenbahner Genosse Huber in Ainstetten zu Grabe getragen. Genosse Huber erlitt als Oberkondukteur im Bahndienst vor längerer Zeit einen Unfall, von dem er sich nicht mehr erholen konnte und er wurde deshalb zum Kanzleidienst überstellt. Erst vor einigen Tagen verstarb seine Gattin, welcher er sehr rasch folgte. Geachtet von jedermann, war Huber einer jener Genossen, die jederzeit bereit sind, für die gute Sache ihrer Kollegen einzutreten. Huber war Mitbegründer des Arbeiter-Konsumvereines in Amstetten und Funktionär der politischen sowie der gewrkschaftlichn Organisation früher in Vordernberg. Wie beliebt der Verstorbene war, zeigten die schönen Kranzspenden sowie die überaus große Beteiligung an dem Leichenbegängnis. Am Grabe sangen die Arbeitersänger, worauf Genosse Spieß die Verdienste des Verstorbenen um die Partei in einem Nachruf würdigte. Genosse A ck e r l sprach im Namen der Lokalorganisation Amstettens. Den Schluß der Leichenfeier bildete ein Trauerchoral von der Eisenbahner-kapelle Amstetten. Die Genossen werden dem braven Kämpfer allerorts ein gutes Angedenken bewahren. Mürzzuschlag. ZugLrevisor ist die höchste Stelle, die normalmäßig ein Zugsbegleiter erreichen kann. Nachdem der Zugsrevisor hauptsächlich mit dem reisenden Publikum zu tun hat, soll er bei voller Kenntnis einschlägiger Vorschriften auch einen gewissen Schliff haben und sowohl mit den Reisenden als auch mit den Zugsbegleitern das seiner Stellung entsprechende Benehmen als auch den ruhigen, stets ernsten, aber freundlichen Ton zu treffen verstehen. Deshalb sah man bisher auch bei Ernennung der Zugsrevisoren sehr aus den Grad der Bildung und man ernannte nur Oberkondukteure mit guten Umgangsformen. Eine Ausnahme hierin bildet ein in Mürzzuschlag stationierter Zugsrevisor namens Roth. Nicht der Kenntnis der Instruktionen, nicht seiner Tüchtigkeit als Fachmann und auch nicht seinen nichts weniger als feinen Umgangsformen, sondern lediglich seiner hohen Protektion hat der Mann seine Zugsrevisorstelle zu danken. Traurig, aber wahr. Sowohl das Zugbegleitungspersonal als auch die Reisenden werden von dem Mann ohne jeden Grund schikaniös behandelt. Es fällt dem feinen Mann zu schwer, daß er, ins Coupe tretend, wie es andere anständige Revisoren pflichtgemäß und anstandshalber tun, zu grüßen. Mit einem Ungestüm, als sei er tausend Raubmördern auf der Ferse, reißt er die Tür auf und ein herrisches „Fahrkarten" ist alles, was er herausbringt. Ein „Bitte" oder „Danke" — was doch schon der primitivste Anstand erfordert — wäre zu viel. Dabei hat der feine Herr nur die eine gute Seite, daß er in den Passagieren, ob I., II. oder III. Klasse, keinen Unterschied macht. Mit den Zugsbegleitern springt der saubere Zugsrevisor herum, als wären sie seine Lakaien. Er verlangt von diesen, daß sie, zum Beispiel beim Leobener Schnellzug, die kleinen Nachzahlung enausfertigen, die größeren aber zurückstellen, ihm diese melden und sie ihm zur Ausfertigung reservieren, dies, trotzdem die Instruktion vorschreibt, daß jede Nachzahlung sofort zu machen ist. Dabei wird er aber oft so ordinär und grob mit den Kondukteuren, nicht selten auch mit den Passagieren, das; die Südbahnverwaltung darob wohl schon genügend Beschwerden erhalten haben dürfte. Und doch — er ist und er bleibt Zugsrevisor dank der hohen Protektion. Aber auch Herr Roth könnte einmal an einen Unrechten gelangen. Deshalb erfolgt diese Mahnung hier nicht zuletzt in seinem Interesse. Will man Zugsrevisor sein, dann muß man sich auch zu benehmen wissen, kann man es nicht, so soll man es lernen. Dies dem Herrn zur Mahnung. Den ZugLbegleitern sei aber hiermit gesagt, daß sie sich auch diesem Herrn gegenüber nicht von den Vorschriften der Instruktionen ablenken lassen sollen. Die Vorschriften der Instruktionen gehen über den Revisor Roth, auch er hat sie zu befolgen. Dies mußte er sowieso schon von einigen älteren erfahrenen Kondukteuren erfahren haben, die jüngeren und weniger couragierten Kondukteure werden aber eben auch gut tun, gegenüber Herrn Roth mehr Selbstgefühl, mehr Selbstachtung auszubringen, und erteilte Aufträge des Roth, sobald sie gegen die Instruktion verstoßen, sowie seinen rüden Ton gebührend zurückzuweisen. Judendorf. Seit voriges Jahr haben wir die neue Diensteinteilung für den Streckenbegeherdienst, wodurch selten ein Wächter bei seinem Posten den Dienst machen kann. Nur in wenigeren Fällen hat der Wächter bei seiner Wohnung Dienst; nämlich nur dort, wo der Frauendienst eingeführt ist. 9 Früher, als noch jeder Wächter allein auf seinem Posten den Dienst machen mußte, hatten die Frauen der Wächter aus eigenem Antrieb die Diensthütten umsonst gereinigt. Durch die neue Diensteinteilung kann dies nicht mehr durchgeführt werden; wie kämen die Wächterfrauen dazu, limfbnft die Hütten zu reinigen, wenn zu Hause von Fremden Dienst gemacht wird? Dadurch kommt es ,daß die Diensthütten schon über ein Jahr nicht ein einzigesmal gereinigt wurden. Man kann sich nun vorstellen, wie unrein diese Hütten sind, es ekelt jeden, hineinzutreten, es wimmelt vor Ungeziefer, wodurch auch die Wohnung jedes Bediensteten nicht verschont bleibt, indem jeder mit den Kleidern einiges Ungeziefer mitbringt. / Schon im vorigen Jahr wurden die Wächterfrauen befragt, ob sie für die bei den Wohnungen befindlichen Dienst-Hütten die Reinigung übernehmen und wie viel sie dafür verlangen; 4 Kr. wurde per Monat für viermaliges Bodenreiben und Fensterputzer: verlangt, wahrscheinlich war dies der Baudirektion zu viel. Die Direktion glaubt, die Wächterfrauen werden es schon wieder umsonst machen, wenn die Männer das Ungeziefer nach Hause bringen. Oder glaubt die Direktion dies den Wächtern selbst zu überlassen? Was nützen Wandanschläge undMinisterialerlässe zurVer-hütung der Tuberkulose und Choleraepidemie, wenn die Bahnverwaltung selbst die sanitätspolizeilichen Vorschriften nicht einhält und direkt wahre Brutstätten für verschiedene Bazillen fördert. Die Wächter ersuchen die Baudirektion um baldigste regelrechte Reinigung, widrigenfalls dieselben gezwungen werden, andere Wege einzulenken. Leset die „Aröeiter-Zeitung"! Versarnrnlungsberichte. Wien-Heiligeustadt. Am 3. Mai sprach in einer gut besuchten Versammlung Genosse DuSek über die wirtschaftliche Lage der Eisenbahner. Pettan. Am 5. Mai sprachen in einer Versammlung die Genossen Beck und Decker über die berussgenossenschastliche Unfallversicherungsanstalt. Wolföberg.Am 22. April sand im Hotel Schelander eine sehr gut besuchte freie Eisenbahnerversammlung statt, zu welcher Genosse S o m i t s ch aus Wien erschienen war und in einer schwungvoll gehaltenen Rebe, welche oft durch den Beifall der Versammelten unterbrochen wurde, „Die Eisenbahner und das Parlament" eingehend besprach. Vor Beginn und nach Schluß der Rede trug der Wvlssbergcr ArbeiterrGesangverein einen Freiheitschvr vor. Ried im Juukrcis. Bei der am 30. April in Ried ab-gehaltcnen öffentlichen Eisenbahnervcrsammlung referierte Genosse Vogl über die wirtschaftliche Lage der österreichischen Eisenbahner. Amstetten. Am 30. April referierte hier in einer gut besuchten Versammlung Genosse S v in m e r s e l d über die Tätigkeit unserer Zentralpersonalkommissivnsmitglieder. Aus den Organisationen. Jglan. Die Monatsversammlungen finden jeden erster Montag des MmmtS, abends '/.ß Uhr, die Ausschußsitzungen jeden zweiten AtoNtag des Monats, abends 7 Uhr statt. Di» Bibliotheksausgabe findet jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 8 bist1' 10 Uhr vormittags und von 6 bis 8 Uhr abends im Lokalsekretariat beim Genossen H o r.o w i tz, statt. DasLokalsekretariatderinter nationalen K r e i s g e w e r k s ch a f t für 518 c ft m ähre n befindet sich: Scheibengasse Nr. 1, 1. Stock. Dortselbst wird in allen Angelegenheiten unentgelt-l i ch Rat und Auskunft erteilt. Sprechstunden: Jeden Dienstag, Donnerstag und Samst-ag von 8 bis 10 Uhr vormittags und von 6 bis 8 Uhr abends. An Sonn- und Feiertagen von 9 bis 1t Uhr vormittags. St. Veit an der Glan. Bei der Generalversammlung wurden die Genossen Kvnigsberger und Pirker ebenfalls in die Ortsgruppenleitung gewählt. Aischvfdhvfr». (Achtung, Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe.) Aus Versehen befinden sich drei Coupons in Händen des Kassiers O b e r s ch n e i d e r, die er infolge einer Irrung nicht verrechnen kann. Um dies zu regeln, werden diejenigen Mitglieder, die die QuittuNgScoupns Block Nr. 12.934, Blatt 32; Block Nr. 10.545, Blatt 72 und Block Nr. 6289, Blatt 83 besitzen, ersucht, ihre Mitgliedsbücher und Coupons zur Richtigstellung an den Kassier Johann Oberschneider, Portier, abzusühreu. D i e O r t S g r u p p e n l e i t u n g. Neulengbach. Bei der am 7. Mai abgehaltenen Generalversammlung wurden gewählt: Anton Lust, Obmann, Franz G r o i s e n b e r g e r, Stellvertreter; Franz Salmutter. Kassier; Subkassiers für Neulengbach-Eichgraben: Johann K ö l-b i n g er; Kirchstetten-Reulengbach: Anton At i r t h; Karl Rais, Schriftführer, Konrad Rößler, Stellvertreter; Alois Dun kl, Anton R o h l e i t n e r und Franz Kittel, Kontrollore; FraUz Feyringer, Franz und Alois Wagner, Karl B e r a n e k, Andrü D a r o, Karl Binder h ose r, Ferdinand Selber-h e r r, Joses H ö l b l i n g e r und Andreas Dikovsky, Ausschüsse. Alle Zuschriften sind an den Obmann Anton Lust in Ebersberg Nr. 16, in Geldangelegenheiten an den Kassier Franz S a l rn u t t e r, Ebersberg Nr. 52, zu senden. Schärding. Bei der am 23. April 1911 stattgestmdenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewühlt: Johann P i r in a y e r, Obmann, Ferdinand Rauscher, Stellvertreter: Alois W i e s n e r, Schriftführer, Andreas W a l l n e r, Stellvertreter; Ferdinand Perstinger. Kassier, Joses S t o k m e i e r, Stellvertreter; Josej Großbointner, Anton M e i e r h o s e r, Anton G r i ch b ä u m und Ferdinand Schissmann als Ausschußmitglieder; Johann Weg er und Joses Langsüßer als Revisoren. Es sind alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten an I o h a n n P i r m a y e r, Signal» s ch l o s s e r, B a h n h v s S ch ä r d i n g, zu richten. Die Monats« Versammlungen finden jeden ersten Sonntag int 'Monat in Herrn Sollet metierS Gasthaus, 7 Uhr abends statt. Die Mitglieder werden aufgesordert, die Versammlungen recht zahlreich zu besuchen. Wörgl 1. Bei der am 13. Mai stattgehabten Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Jakob Cal-l i a r i, Obmann, Engelbert ViS neid er, und Flvrl E chwe i g e r, Stellvertreter; Jvsel Schmied, Kassier, Johann R u d i g und Joses Ai o s i n g e r, Sublassiere; Michael Haslwanter, Schriftführer, Ernst Heinz und Otto H a r t in a n n. Stellvertreter; August Wucherer, Bibliothekar, Johann Krall er und August Wo sehn er, Stellvertreter; Johann Walter und Fr. T e s ch a n e r, Revisoren. Alle Zuschriften sind an den Obmann Jakob Ca lliari, Bah n h os straf; e Sir. 2 6 zu richten. Die Bibliothek befindet sich bei Genossen W u ch e r e r, Sp i t ta l g a ss e Nr. 7, und können dortselbst jeden Tag von 6 bis 8 Uhr abends Bücher abgeholt und zurückgestellt werden. Breitenstein. Anschließend an die Jahresversammlung der hiesigen Zahlstelle sand am 30. April in Herrn Johann H a n l s Gasthaus, zur Ehrung unseres wackeren Genoffen Heinrich Kutschern, der aus eine mehr als 40jährige Dienstzeit als Oberbauarbeiter der Südbahn zurückblicken kann, eine Jubilüuiüs-feier statt, in der unser Jubilar vom Vertreter der Zentrale Genossen S o m i t s ch mit herzlichen Worten begrüßt und beglückwünscht wurde. Auch von seiten der Kollegen der in den Bereich unserer Zahlstelle fallenden Bahumeisterstrecken wurde er mit der größten Herzlichkeit begrüßt und gefeiert und ihm eine bescheidene Ehrengabe zur bleibenden Erinnerung durch Genossen Pfeffer überreicht; auch die Bruderorganisationen. Berg» arbeiter sowie Foistarbeiter waren vertreten, um dem Jubilar die Grüße ihrer Organisationen zu übermitteln. Ein Festgedicht, vorgetragen von Genossen Pfeffer, war dem Jubilar gewidmet, der in bewegten Worten seinen Kollegen und Genossen dankte. Nun wechselten heitere Gesang- und Zilhervorträge mit humoristischen und komischen Vorträgen, die diese würdige Feier ungemein verschönern halfen. Daß unser wackerer Genosse Kutschern die Achtung und Zuneigung seiner Vorgesetzten sowie Kollegen besitzt, zeigte die zahlreiche Beteiligung an der Feier sowie die herrschende frohe Stimmung. Fachtechmsches. Zur Sicherung des Eisenbahnbetriebes. Der kürzlich ausgegebene Bericht der Ergebnisse des Betriebes der vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen im Rechnungsjahre 1909 berichtet auch über die Bestrebungen der Eisenbahn-Verwaltung zur Verminderung der Gefahren des Eisenbahnbetriebes. Dabei werden, wie das „Eisenbahnblatt" meldet/ über Versuche mit Vorrichtungen zur Verhütung des lieber-fahren? der Haltesignale nähere Mitteilungen gemacht. Bei den in den Eisenbahndirektionsbezirken Hannover, Hallo, Danzig und Breslau angestellten Versuchen mit dem van Braamschen Zugsicherungsapparat ist festgestellt worden, daß die Wirkung der Einrichtung bis jetzt sehr unsicher ist. In Hannover mußten die Versuche nach 14tägigem Probebetrieb eingestellt werden, weil die Streckenanschläge derart beschädigt' rmd verbogen waren, daß sie nicht im Geleise belaßen werdet? Konnten. In dieser kurzen Zeit sind aber kiele Versager beobachtet worden. In Danzig versagte die Einrichtung unter anderem an einer Lokomotive in zwölf Tagen neunmal. In Halle sind bei 50 Schnell- und Personenzügen, die im Monat Dktober mit der Einrichtung befördert wurden, bei elf Zügen Wersszer gemeldet worden, und zwar bei einem Zuge ein Ver-[iagcr, bei sechs Zügen zwei, bei einem Zuge drei, bei zwei ftßügen fünf und bei einem Zuge acht Versager. Bei einer vor inrrzem vorgenommenen Probefahrt kamen aus der Strecke von Mterbog bis Bitterfeld bei 18 mit solchen Einrichtungen !versehenen Signalen sechs Versager vor. Nach diesen Ergeb-iniffen erscheint dieser Apparat zur Verwendung im Eisen-Lahnbetrieb noch nicht geeignet. Zu der Frage, ob eine selbsttätige Auslösung der Bremse durch Einrichtungen auf der Strecke, von der bei den Versuchen abgesehen war, zweckmähig ist, liegt eine bemerkenswerte Aeuherung der Vertreter des „Verbandes königlich preußischer und großherzoglich hessischer Lokomotivführer" vor. Diese erklärten bei einer Beratung über Verbesserung der Signaleinrichtungen, daß sie in einer solchen selbsttätigen Bremsung des Zuges ein Mittel zur Erhöhung der Betriebssicherheit nicht erblicken könnten. Sie Befürchten davon vielmehr Gefährdungen des Zuges und nehmen auch keinen Anstand, die Besorgnis auszusprechen, daß eine solche Einrichtung einen Lokomotivführer bei großer Ermüdung oder schwierigen Verhältnissen veranlassen könnte, int Vertrauen auf die Wirksamkeit der selbsttätigen Zugbremse die Aufmerksamkeit, die er sonst der Beobachtung der Strecke zuwenden würde, zu vermindern. Hieraus könnten aber schwere Be-triebsgesahren entstehen. In den Direktionsbezirken Hannover, Stettin und Breslau sind Versuche mit einem elektrischen Eignalmelder von Siemens it. Halske gemacht worden, der ur Ankündigung eines Vorsignals auf dUc Lokomotive ein lörbares und sichtbares Zeichen gibt. Auch hierbei traten verschiedene Mängel auf. In letzter Zeit sind nach Einführung mehrfacher Verbesserungen die Ergebnisse der Versuche mit fciefer Einrichtung erheblich günstiger gewesen. Ob ein Erfolg Bon ihr zu erwarten fein wird, wird aber im wesentlichen euch noch davon abhängen, wie sie sich bei starkem Schnee verhalten wird, worüber bis jetzt ausreichende Erfahrungen noch nicht vorliegen. Die Eisenbahnen Australiens hatten zu Ende März 1910 eine Länge von 2717 Meilen; mit Ausnahme von 29 Meilen befinden sich davon sämtliche im Besitz der Regierung. Me öefamtfonftmtftionSkoften betrugen bis zum erwähnten Datum ^ 28,613.476 Pfund Sterling, die Durchschnittskosten per Meile 10.494 Pfund Sterling. Die Kosten für noch nicht erüfsnetc Linien beliefen sich auf 1,807.755 Pfund Sterling. Während des Berichtsjahres wurden 11,141.142 Passagiere und 6,490.018 Tonnen Waren befördert. Die Einnahmen betrugen 3,249.790 Pfund Sterling, die Ausgaben 2,169.474 Pfund Sterling, so daß sich ein Nettogewinn von 1,080.316 Psuud Sterling ergab. B. Literatur. Geschichte der Revolutionen. Von Dr. A. Conrad y. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Wöchentlich ein Heft zum Preis von 20 Pf. Der erste Band, enthaltend Heft 1 bis 25, liegt jetzt komplett vor und kostet in Leinen gebunden 7 Mk., in Halbfranz, 8 Mk. Dessenungeachtet nehmen nach wie vor alle Buchhandlungen, Spediteure uud Kolporteure Bestellungen auf die Heftausgabe entgegen. Desgleichen liefern alle Expeditionen sowie auch der oben angegebene Verlag Probehefte gratis und franko. Dr. K. ftflocvitfe, Vögel fremder Länder (1911, Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde). 1 Mk., geb. In ein Gebiet voll Sangeskunst und Eigenart führt uns der bekannte Vogelkenuer in feinem von warmer Liebe zur Vogelwelt durchströmten Büchlein ein. So kann nur jemand 'ilaudern, der die exotische Vogelwelt nach eigener Anschauung »nnt,1- der die Wildnis unter großen Mühen mit offenen Augen durchquert hat. Da ist der Pelikan, der Flamingo, der Sekretär, der Sckneidervogel, der Nashornvogel, die verschiedenen Webervögel, der Kolibri, der Pfcfferfreffer, die Schamcidrossel, der Rosenstar, die Papageien und viele andere Arten, die nach ihren Lebensgewohnheiten treffend geschildert werden. Besonders eingehend ist der Nesterbau, der bei vielen fremden Vögeln ja so eigenartige Wege eingeschlagen hat, besprochen. Die Mitteilungen über die Nester des Kolibri, des SalanganeS, des Weber- und des KrageitvogelS sind außerordentlich interessant. Jeder Naturfreund, der sich einmal wieder iu ein Gebiet schönster Natur» freude vertiefen will, wird dieses Bändchen nur mit tiefer Befriedigung ans der Hand legen. k. Emgesendet. Haribcrg. Der Bahnmmtrer Anton Holzer in Nohr-bach-Vorau wird hiermit ausgefordert, feine Behauptung: „ich hätte den Bahnmeister in grober Weise beschimpft" zurückzunehmen oder richtigznstellen, widrigenfalls ich Holzer so lange alS Verleumder bezeichnen müßte, bis er feine Behauptungen gerichtlich bewiesen hat. Johann Gräber, Partieführer. Mitteilungen der Zentrale. Zeutralausschu^sitzung, aemeinsnin mit den gewählten Vorstandsmitgliedern der berufsaenosfenfchastlichen Unfallversicherungsanstalt, am 11. Mai 1811. Stellungnahme der Organisation zur bevorstehenden Neuwahl des Obmannes der berufsgenossenschastlichen Unfallversicherungsanstalt. — Beratung über weitere, die Vorstandsmitglieder sowie die Angestellten der berufsgenossenschaftlichen Unfallverfichernngsanstalt betreffende Fragen. — Beantwortung verschiedener Anfragen. Mitteilungen des Rechtsbureaus. Warnung. ES ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, das; Mitglieder des ^Allgemeinen Nechtsschutz- und Gcwerk-fchaftsvereines" in der Dienstag-Sprechstunde mit der Angabe erschienen find, daß sie in übereilter Weise zur Unkerfertigung von Nalenbriefen für Bilder- oder Bücherlieferungen, von Verfichernngsantrügen und dergleichen von Agenten veranlasst wurden. In sulchen Füllen ist, wenn einmal eine Unterschrift abgegeben wurde, die iHüct-Sängigmachung des Geschäftes schwer, ja fast unmöglich durchzusetzen. Wir warnen daher die Mitglieder vor übereilter Unterfertig»« g von Agenten f o r m u l a r i e n. Wenn ein Mitglied die Absicht hat, ein derartiges Geschäft abzusthliehen, "fo möge es das ihm vom Agenten vorgelegte Schriftstück zurückbehalten, den Agenten für später bestellen und inzwischen in unserer Drenstag-Sprechstunde (von 7 bis 8 Uhr abends, V. Zenta-Lttsse 6, 1. Stock, Tür 17) diesbezüglich Rat ein holen. Für das RechtSbureau: $«sc[ m. p. Sprechsaal. Achtung, Eisenbahner von Teplitz und Umgebung ! Einladung zu der am Montag den 22. Mai 1911, 8 Uhr abends, tut Restaurant „goldener Humpen", Meißnerstraße in Teplitz, statt-findenden freien Eisenbahnerversammlung. Tagesordnung: Die Auslösung des Reichsrats und die Eisenbahner. Referent: Personalkotnmissionsmitglied Genosse Josef Schiller aus Aussig. Pflicht eines jeden dienstfreien Eisenbahners ist es, zu erscheinen. Laut Beschluß der Monatsversammlung vom 7. Mai entfällt wegen der Pfingstfeiertage und wegen der zu Ende dieses Monats stattfindenden freien Eisenbahnerversammlung, die auf den 4. Juni fallende Monatsversammlung. Den Ausschußmitgliedern diene zur Kenntnisnahme, daß Sie, wenn Ansschuß-sitzungen notwendig, verständigt werden. Da im Interesse der Mitglieder Borträge abgehalten werden, so ist es auch ihre Pflicht, die Versammlungen besser zu besuchen. Offene Anfragen. Au die k. k. Staatsbahndirektion in Wien! Durch die Verwendung des Wächters Herrn Binderhofer als Instruktor muß das gesamte Wächterpersonal dienstlich darunter leiden, da Herr Binderhofer durch nahezu drei Jahre seinem Dienst als Wächter entzogen ist. Die Wächter in Heiligenstadt bitten deshalb eine k. k. Staatsbahndirektion, den Posten des derzeitigen Instruktors Herrn Binderhofer baldigst mit einem Wächter zu besetzen. An die k. k. Staatsbahndirektion Wien! Im Sinne der Sicherheitsvorschristen fühlen wir uns verpflichtet, obige Direktion auf den Verkehrsbeamten Adjunkten Petzold, welcher gegenwärtig in Wien O. W. Dienst macht, aufmerksam zu machen. Die Nerven des betreffenden Herrn scheinen schon sehr stark zerrüttet zu sein, was durch sein Benehmen gegenüber dem Personal int allgemeinen, beim Schreiben aber, welches einem ununterbrochenen Zittern gleicht, besonders beobachtet werden kann. Der Hinweis auf die Sicherheitsvorschristen ist deshalb begründet, weil er durch seine Nervosität bereits einmal in Penzing durch eine Lokomotive gestreift, beziehungsweise verletzt wurde uud ähnliche Fälle auch in Zukunft leicht cintreten können. Das; ein derartig leidender Mensch zur Ausübung des verantwortungsvollen Berkehrsdienstes nicht geeignet ist, dünkt uns als selbstverständlich. Sache des zuständigen Bahnarztes wird eö sein, den Gesundheitszustand des obgenamiten Herrn zu prüfen und diesbezügliche Porschläge betreffs Zuweisung eines anderen Dienstes oder eventueller Unterbringung in einer Nervenheilanstalt zu erstatten. An die k. k. Direktion für die Linien der Staatseisenbahngesellschaft. Ist es einer löblichen Direktion bekannt, daß das Zugbegleitungspersonal die für daS IV. Quartal 1910 und I. Quartal 1911 entfallenden Prämien von den eingehobenen Nachzahlungs-geldern bei den Personenzügen bis jetzt noch nicht erhalten hat ? Die Gefertigten bitten um deren Anweisung. Das Zugbegleitungspersonal der II. Sektion. Au dieZentralwagendirigieruug der k. k. Staatsbahnen! Die GüterzugSführer der k. k. Staatsbahnen stellen an die Zentralivagendirigierung die Anfrage, wie sich dieselbe die Ausfertigung der Wngenausweise verstellt, wenn die Giiterzugsführer alle in letzter Zeit von ihr sowie von den einzelnen FilialwageU-dirigieruugen herausgegebenen Dienstbefehle und sonstigen Direktiven befolgen sollen, beziehungsweise ob es möglich ist, mit der gegenwärtigen Trucksorte Vert. Form, Mb. den in endloser Zahl ergangenen Aufträgen zu entsprechen. In die 12 Millimeter breite Rubrik „Eigentumsbahn" ist zum Beispiel einzusetzen: S.N.T. V. B,, Oe. N. W. B., K. F. N. B,, Gy. S. E. V., A. Cs. E. V., Magdeburg, Kattowitz, Königsberg, Hannover u. f. ro. In die 14 Millimeter breite Rubrik „Gattung der Ladung" ist zum Beispiel: Mineralwasser, Maschinenteile, Dampfkessel, Schmiedekohle tt. s. w., es genügt laut Dienst-befehl 354/1 der Filialwagendirigiernng Wien vom 9. April 1911 nicht mehr die Angabe Holz, sondern cs muß spezifiziert werden, und zwar Schleifholz, Bundholz, Langholz, Spreifelholz, Schwarten-holz 2C. In die 4 Millimeter breite Rubrik „Serie" ist zum Beispiel eittzusetzeu: Gge, Jko, Jkg oder Jhng. In die je 16 Millimeter breiten Rubriken .Verladestation" und „Bestimmungsstation" ist zum Beispiel etnzusetzen: Marosvasarhely, Nagukilinda, Kiökunselegtihaza, Oroshaza,BekescSaba, RomanShorn, Schwanen-stadt, Straßwalchen it. f. w. In die 12 Millimeter breite Rubrik „einrangiert" hinter „Wagen Nr." ist diejenige Station einzufctzen, in welcher ein fremder Wagen auf die eigene Bahn übergegangen ist, zum Bei-spiel: Mahleinsdorf, Leobersdorf, Oswiecim, Szezakowa, Pod-woloezyska, Nowofielitza, Oderberg u. f. w. Wenn wir davon abfehen, daß die gegenwärtige Drucksorte wegen Mangel an Platz in keiner Weise entspricht und die Ausfertigung der Wagenausweise nicht bei einem Schreibtisch sitzend Sn a .* i n W «««• CS".... 1^ V. _ I (Vt . —. - ««««X TT. _ ! ^entralroaßenbtrtgicnma v selbe bei 10 Grad Kälte die Aufnahme und Berechnung eines aus 50 Wagen bestehenden Zuges in einer Zeit von 40 bis 50 Minuten vorftellt. Die Güterzugsführer leisten ohnehin schon fast an die Unmöglichkeit grenzende Arbeit, ernten dafür aber anstatt Anerkennung nur Schikanierungen und Strafdrohungen durch eine endlos scheinende Serie von Dienstbefehlen und wird ihnen dadurch ihr ohnehin in keiner Weise beneidenswerter Dienst geradezu verekelt. Taß man den Güterzngsführern keine Schreibntappe und keine Papiertlamrnern zur Aufnahme des Zuges ausfolgt, daß das Kanzleipauschale von 24 H. per Monat nicht einmal den vierten Teil der faktischen Auslagen deckt, daß die Vorbereitungszeit von einer Stunde viel zu gering bemessen ist und dieselbe auch in den Domizilstationen als Fahrtdauer im Dienste zu rechnen wäre, darum kümmert sich weder die Zeutralwagen-dirigientng noch irgend eine Filialwagettdirigierung, aber mit einer unzulänglichen Trucksorte unmögliche Leistungen zu verlangen, darin sind sie einig. Indem wir eine baldige Aenderung der kritisierten Drucksorte sowie Abschaffung der anderen angeführten Uebelftände erwarten, schließen wir für heute, werden uns jedoch im Bedarfsfälle wieder melden. Die betroffenen Güterzugsführer. Freie Eisenbahnerversarninlungen. Wien XIX, Am Donnerstag den 1. Juni l. I., abends 7,8 Uhr, findet im Brauhaus-Restaurationssaale .zur goldenen Rose" in Nußdorf, Wien XII, Nußdorferplatz eine öffentlich« Eisenbahnerversammlung statt. Tagesordnung: Die Wohnungsmisere und die Eisenbahner. Referent: Genosse Spieß. Auslösung des Reichsrates und die Neuwahlen. Referent: Landtagsabgeordneter August S i g l. Das Parlament und die Eisenbahner. Referent: Genosse Franz Josef ©»Sek. Me im XIX. Bezirk wohnenden Eisenbahner werden ersucht, zu dieser Versammlung bestimmt zu erscheinen sowie nach ihren Kräften für einen guten Besuch Sorge zu tragen. Troppau. Eisen bahn er wählerverfammlung am Donnerstag (Feiertag) den 2 5. Mai 1911, um 2 Uhr nachmittags, in der Prvmenade-Restaurarion. Tagesordnung; Die bevorstehenden ReichsratLwahlen und die Eisenbahner. Referent: Genosfe Adolf Müller aus Wien. Allgemeiner Nechtsschutz- und Gerverkschaftsverein für Oesterreich. Ortsgruppe proknih. Die Ortsgruppe Proßnitz veranstaltete am 12. Mai 1911 im „Arbeiterheim" eine außergewöhnliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Ersatzwahl eines SuMassiers für die Nordbahn. 2. Ersatzwahl eines Revisors. Nach der vorgenommenen Wahl, bei welcher Genosse .. .um Schluss! ,, .. . . , ..... _ Zweck der Organisation. Acht neue Mitglieder traten derselben bei. Zahlstelle Äisens-Pifelr. Die Generalversammlung stndet am 25 Mai um 3 Uhr nachmittag» im Gasthaus des Herrn Bla» schek (Bahnhof) statt. Sämtliche dienstfreien Kollegen, insbesondere aber die Wächter der Bahnerhaltungssektion Ung.°Hradifch werden ausgefordert, bestimmt und zahlreich zu erscheinen, da wichtige Angelegenheiten zu besprechen sind. Zal/lsteUe ©üirtng. Die Mitglieder der Zahlstelle werden ersucht, bei den Einzahlungen der Mitgliedsbeiträge stets dai Mitgliedsbuch mitzubringen. Zahlstelle JUtffer. Am 21. Mai 1911 um 2 Uhr nachmittags stndet im Gasthaus „zur grünen Au", eine Wächler-versammlung statt; anschließend an dieselbe findet im selben Lokal eine Mitgliederversammlung der organisierten Eisenbahner obiger Zahlstelle statt. Gleichzeitig diene den Genossen zur Kenntnis, daß die Monatsversammlungen während der Sommermonate an jedem ersten Sonntag int Monat, fällt derselbe an einen Ersten, so am nächstfolgenden Sonn- oder Feiertag um 6 Uhr abends ftattstnden. Zahlstelle Ghodiru. Am 1. Juni 1911 um 8 Uhr abends findet im Gasthaus Zimmer (Zechenhaus) die Generalversammlung statt. Vollzähliges Erscheine» notwendig. Zahlstelle Narschuitz. Die nächste Monatsversammlung findet am 27. Mai 1911 im Gasthaus des Herrn Franz Kolbe statt. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Uudig. Pfingstsonntag den 4. Juni nachmittags findet im Vereinslokal Gasthaus „zum Morgenstern" in Rndig die ganzjährige Generalversammlung und die Wahl der Funktionäre statt, und werden die Mitglieder ersucht, zahlreich zu erscheinen. Jene Mitglieder, welche mit ihren Monatsbei-trägen im Rückstände find oder Bibliotheksbücher ausgeliehen haben oder Verpflichtungen der Ortsgruppe gegenüber haben, werden ersucht, vor der Generalversammlung alles in Ordnung zu bringen. Ortsgruppe Koxeu I. Am 20. Mai 1911 um 8 Uhr findet im hiesigen Gewerkschaftshause eine öffentliche freie Eifen-bahnerverfanimlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des PersonalkommisfivriSmitglicdcS Genossen Wilhelm Ocheibein über die lbtztstättgefundenen Sitzungen. Gruppe: Zugsbegleiter. ; 2. Anträge, Anfragen und Beschwerden sämtlicher Unter- beamten, Diener uud Arbeiter der Südbahn. 3. Eventuelles. > ■ ■ Alle dienstfreien Kollegen' Werden dringend ersticht, zahlreich zu erscheinen. Ortsgruppe Purkersdorf. Ten Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß don nun ab die Genosse» von Rekawinkel regelmäßig jeden 2. im Monat in Schmotz' Gasthaus in Reka-wintel ihre Bereinsabende a (chatten werden; fällt jedoch der 2. an einen Sonn- oder Feiertag, jo findet der Bereinsabend am darauffolgenden Tage statt. Ortsgruppe Kanx. Die nächste Monatsversammlung findet den 4. Juui um 2 Uhr nachmittags im Vereinslokal' statt. Die dienstfreien Mitglieder werden ersucht, bestimmt und zahlreich zu erscheinen und die Frauen mitzubringen. Ortsgruppe Liinfhauv, Den geehrten Mitgliedern der Ortsgruppe XV diene zur Kenntnis, daß die Abhaltung der Bereinsversammlungen bis auf weiteres nur von Fall zu Fall stattfindet. Die Zahlstelle Ktauding hält am 25. d. M. im Saale des Restaurant „zur Nordbahn" eine Versammlung ab, wozu alle Geuosfen eingeladen und um vollzähliges Erscheinen ersucht werden. Tagesordnung: Die Lage der Eisenbahner und die kommenden ReichsratLwahlen. Referenten: König (Mährifch-Oftrau-Oderfurt) und Reichsratskandidat Nitfchm a n « (Zauchtcl). Anfang 3 Uhr nachmittags. ■ss 'ss^jsssi i Beim ^ e | BotinenVaftee, diese s* r „nnt, da dem «aal ti*e W»c"’"c0gem enteoaenj^l Nr. 15 »»Der Eisenbahner." teeite 11 Ortsgruppe Miikrvih. Am Donnerstag den 25. Mai 1011 findet tm Vereinslokal eine öffentliche BereinSoersammlung der Ortsgruppe mit daran anschlletzender Wählerversammlung statt, in welcher Wenosse Josef KrauS aus Falkenau über >ie bevor st e h e n i>'e n Ä e i ch S r a t S w a h l e n und die bürgerlichen Parteie n", sprechen wird. An alle Genossen ergehi die Aufiorderung, für den Besuch der beiden Versammlungen zu agitieren. Ortsgruppe Turn au. Den 5. Juni um 4 Uhr nachmittags findet im'äiemnälotnl in.Ohrazenitz eine Versammlung statt, wo ein Delegierter zur Generalversammlung bestimmt werden soll. Vollzähliges Erscheinen aller dienstfreiere Kollegen Notwendig. Ortsgruppe prerau I. Hiermit werden die Mitglieder m Kenntnis gesetzt, datz an Stelle des erkrankten Genossen K o m a r e k die Zeitungen Genosse Richard P r o s f e r austragt, welcher auch berechtigt ist, Mitglicdsbeitrcige entgegenzunehmen. Tie Genossen werden ersucht, sich zahlreicher an den Mitgliederversammlungen zu beteiligen. Ortsgruppe Kühmisch-Leipir. Sonntag den 28. Mai findet im Gasthaus zur „Stadt Karlsbad" eine freie Eisenbahner-Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Tätigkeit der Personal-komrnissioncn der A. T. E. und k. k. V. i)t. V. 2. Die Auslösung des Parlaments und die Eisenbahner. Referenten: Genosse S ch i l l e r (Aussigs, Genosse Knöchel (Seipn). In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird das Personale der beiden genannten Bahnen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Beginn der Versammlung präzise ‘/2 3 Uhr nachmittags. Inhalt der Rnmmor 14 vom 1 ä tt c r n : Anderthalbsache Be- rechnung der Dienstzeit der im Lokomotivheizerdienst ständig borwendeten Hilssbedixnsteten. Nichtderückstchtigung anonymer Anzeigen. Korrespondenzen: Nurschau. Szezakoiva. Krems. Graz, Südbahn. Linz. Komotau. St. Valentin. Stadlau. Jügerndors. Feldsberg. Hüller ' ~ euer. c w -»—...... —,----------isteitt. Hütleldors. Stadlau. Jägern- oors. tlomotau. Bozen 1. Weisiirchlip. Steyr. SÖlcilmvg. Lnnden-vnrg. Hadersdorf. St. Pölten. Brünn, jtrollendors. Pölfing. Brunn. Ü5 e r f a m nt I xt ti fi e b c r i d} t c: Lundenbnrg. Ober» Hollabrunn. Landstraße. St. Valentin. ForidSdors. Böhmisch-Leipa. Aus den Organisationen: Wotkersdors. Triest-Freihafen. Teschen. Steyr. Kömginhof, Auperschin. Hohenstadt. Bozen II. Bruck a. d. iDhir II. Probnitz. Verschiedenes: Die Quelle aller Werte. Literatur: ,'Jlenc Zeit*, itmift und Proletariat. Mitteilungen der Zentrale. ZeiUralauöschus;-st»ung. Berwallungskomiteesitzung. Sprech > aat: An alle Ortsgruppen, Zahlstellen und itolportenre 1 An die Kollegen Sigimlmeister der f. k. DircktionS-bczirke Trieft und Villach der k. k. Staatsbahnen sowie der k. k. Südbahn! Achtung, Mtglicdcr von Bodeübach und Umgebung ! Offene Anfragen: An die Generalinspektion der österreichischen Eisenbahnen. An das Eisenbahnministerium. An die Direktion der St. E. G. An die Staatsbahndireklion Olmütz. . Proßnitz. Schreckenstein. Tetschen. Wels. Kritzendors. Lnndenburg. Hanns-borf. Hvlzleithen. Ltom'otau. Briefkasten der Redaktion. An alle Einsender und Mitarbeiter. Angesichts der 3oT)Ilost:n Uebelslnndc, welcht trotz d r langjährigen Agitation Und Aufklärung heute immer noch auf den österreichischen Eisenbahnen herrschen, ist es nicht zu verwundern, wenn an ®?e Redaktion unseres Blattes täglich eine Menge von Beichten und Beschwerden einlaufen. (Im Jahre 1910 3000 Einladungen.) Die Verarbeitung des eingelnufenen Materials ^'fordert in vielen Fällen ungewöhnlich viel Arbeit und — Geduld. Es kommen von unseren Einsendern oft ellenlange Reichte über nichtssagende kleinliche Vorkommnisse, worin j° toenig Tatsachliches enthalten ist, daß es auf ein paar Sätze zusaminengestrichen werden mutz. Selbstredend sind 'e Einsender über die Kürzung ihrer Arbeiten sehr erbittert 'Md schimpfen entweder in den Versammlungen über die faule "‘cdaition oder senden uns ein gepfeffertes Schreiben, daß selbst gesrässigsten Papierkorb davor graust. Ebenso verhält es ’lch mit den Berichten über Monatsversammlungen und der-9lc'chen. Vier- und fünfseitige Versammlungsberichte sind Durchaus keine Seltenheit. Die Einsender solcher kilometer-i5nßen Versammlungsberichte sollten doch bedenken, datz der Scferent für seine Zuhörer und nicht für die Leitung gesprochen h a t. Selbstredend wird über Aktio-von allgemeiner Bedeutung und Wichtigkeit jederzeit aus-Mhrlich berichtet werden. Auch müssen wir ganz entschieden ^suchen, persönliche Angelegenheiten ebenso zu ”etmciden wie private Vorkommnisse. Die verschiedenen f.^fönlichcrt Tratschereien sollen von unserem Fachblatt voll» Mndig fcrngehalten werben. Die privaten und familiären 'Mgeicgenhcitcn, selbst die unserer Gegner, gehen uns nichts da der Wunsch oder Auftrag nach Veröffentlichung einer s,ibaten Angelegenheit oft einer gewöhnlichen Denunziation ähnlich sieht. Die Polemiken mit den gegneri-L°3 c n Blättern, die von einigen Einsendern im reichsten ./,'^Matz gepflegt werden, müssen ebenfalls eine Einschränkung fahren, da in besonders wichtigen Füllen die Redaktion selbst utwortet. Bekanntlich haben unsere gegnerischen Blätter keine Ila ' über unser Schweigen in derartigen Fällen zu be- sticht in dcr Vielschreiberei liegt der gesunde Kern, sondern in der Wahrheit, Sachlichkeit und in der Kürze. Wir haben das ehrliche Bestreben/ unser Fachblatt nicht auf die Stufe eines ordinären Schimpf- nnd Tratschblattes heruntersinken zu lassen, und in diesem Bestreben sollen uns die Einsender dadurch unterstützen, datz sie uns jederzeit sachliche und wahrheitsgetreue Berichte einsenden. Nicht oft genug haben wir gebeten, das Papier nur auf einer Seite und nicht zu eng und nur mit Tinte zn beschreiben. Durch das Schreiben auf einer Seite wird dem Redakteur sowie den Schriftsetzern in der Druckerei sehr viel geholfen. Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, datz sie unsere freundliche Aufforderung beachten und fleitzig mithelfen, unser Fachblatt, den „Eisenbahner", auf jene Höhe zu bringen und zu erhalten, auf welche das Zentralorgan des österreichischen Eiscnbahnpcrsonals berechtigten Anspruch hat. Bvdenbach. Ja! Die anderthalbfache Anrechnung der Dienstzeit für Zugsbegleiter ist laut Erlaß vom 12. November 1908, Z. 55.622/E.M., rückwirkend auf >. Jänner 1908 ein-geführt. Der „Eisenbahnerkalender" ist (Seite 191, vierte Zeile von oben) richtigzustellen. — Triest. Der Bericht über die Kasernen in Aßling muß vollständig umgearbeitet werden. — 9(uffcc. Danksagungen werden nur als Inserate ausgenommen. Wir verlangen keine öffentlichen Danksagungen. — F. j„ Krcms-Grein. Anonymes können wir nicht verwerten. Sind Sie organisiert und wo? — Pilsen. Anonymes wandert in den Papierkorb. Für dort Inhalt dor Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wlo Immer geartete Ver-o o antwortung. o Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o antwortung. o o MAGul mnnsupn Würfel WM® «W5 Kollegen! Eisenbahner! Die beste Verzinsung eurer Ersparnisse erzielt ihr bei eurem eigenen Geldinstitut „Fliurji-ad“, Wien, OV., Kleine Neugasse 0. l)as Eisenbahner-Versichernngs-, Spar- tjnd Vorschussinstitut via/ ÄiA Ächtung t übernimmt Spareinlagen auf Einiagebüche! in jeder Höhe und verzinst dieselben mit EF* ® 2E ® um Ist vom Tage der Einlago Dis zum Tage der Behebung. . Kollegeu; Bisenbahner! Durch Anlage eurer Ersparnisse r>^ iugradu erreicht ihr ausser der guten Verzinsung den idealen Zweck gegenseitiger Hilfe: die eingelegten Gelder werden für Darlehen an bedürftige Eisenbahner verwendet. Vertrauensmänner werden gesusht. -M) No.1i habe ich von beut Konkurs der Magensurter UlciDevnrma ca.2( 0^ Posten Herren, u.ftnabetuiorrcroben für Die lfVtflf (eoiiou, ietümoberti und Icinftw Qualität iii allen (Shöftm zu folgenden Prcisen Uilliq ab;ngel'en: Hcrren-Modeanzitne von 12 bis Art K» . 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