I^^W^xi e relnzgte Laibacher Zeitung. ^Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. Dienstag den 3i^ October i8i5. ^> e st e r relch i sch e Staaten. VMach, ^en 23. Oktober. -^om 20. halb 12 Uhr Nachts bis 22. Morgens bald io Uhr hatten wir, wegen einer zugesiosseneu Unpäßlichkeit, das Glück I. M. unsere vielgeliebte Kaiserinn in unsern Mauern zu besitzen. Höckstdic selben nahmen das Absteigquartier in dem hiesigen Postbaus. V«r und zwanzig Handlungsdiener nebst ^ rettenden PoMor.s in Uniform mit Fackeln waren eme balbe Stunde weit eut,eacn sterit-ten, um den Einzug zn verschönend w khcr unter Lautung aller ^'s cken , undAbfeu?nmq ioi Möller, dann prächtiger Belichtung Statt hatte. Deutschland. Aus Wolfenbüttel vom 25. September wird gemeldet: Der Kamm-rberr v.Bülow, welcher dem Prinzreqcntcn das Testament des verewigten Herpqs überreicht hat, ist zu «nraunichwela wieoer augekommen. Das An-denken an selbigen wird unter uns in vielfacher Gestalt gefeyc.t; seine goldene Schaumünze tst der Hals clw'.nck der brauen seine elserne ^uste sie5t in den Empsanqzimmern, und l'eem souverän^ Fürsten zu Nassau, das demselben vom Kaiser v. Oesterreich verliehene Großkreuz des At. Stephans-Ordens zu Maynz persönlich uberretcht. (G. Z.) , B a i e r n. Nürnberg, vom 14. Oktober. Gestern nach i Uhr Mittags traf unter Kanonen-do,m hat hier zu Lande, schreibtdas Journal de France aus Toulouse, ein seltsames Schicksal. Der Pöbel hat sich desselben bemächtigt und es in die Zahl seiner ärgsten Schimpfwörter aufgenommen. Es gibt keine Zankerey in irgend einem Gassenwinlel, wo nicht die eine Parthey imAugenblicke dcs hitzigsten Streites die andere mit diesem schrecklichen Worte zu Boden zu donnern meint. Den 22. September Abends zwischen 6 und und 7 Uhr führte einige bewaffnete Mannschaft zu Tonlose einen Verbrecher in das dortige Stadtgcfangniß. Der Pöbel ströhmte dahinter her, und das Geschrey: Nieder mit den Föderirten! Nieder mit den Raubern! in's Gefängniß mit dem Spitzbuben von Föderirten! zeigte, daß man den Verhafteten allgemein für eiuen der Föderirten hielt; allein man irrte sich. Der unglückliche, her seine Begleitung immer zahlreicher werden und den Irrthum immer mehr zunehmen sah, wendete sich voll Unwillen um und rief heftig: „Bey Gott! laßt mich in Russe! ich bin kein Föderirter! fragt diese Herren, ich bin ein Dieb." Diesv Worte beruhigten den erbitterten Haufen, der sich zerstreute. (W. Z.) Paris vom 3. October. Außer dem von preussischer Seite durch M den Staats kanzle r, Fürsten vonHaroenberg, in der Konferenz der verbündeten Minister geschehenen Vorschlage, daß die dem ehemaligen deutschen Nnche entrissenen Provinzen, Elsaß und Lothringen wieder zu Deutschland zurückkehren sollten, hat auch der Kronprinz von Würtemberg wegen dieses Gegenstandes die dringendsten Vorstellungen gemacht, und mit Gründen, die ibm besonders naheliegen, klarlich dargethan, daß ohne diese Vereinigung, namentlich des Elsaßes, mit Deu-tsch-land, an eine wahrhafte Sichcrstellung der Staaten, die er künftig beherrschen wird, nicht zu denken sey, sondern das a/mze südliche Deutschland, Baden und Würtembcrg zuerst, jedem feindlichen Einfall der Franzosen blos gegeben bleibe. Wie bey diesen vereinten Be-mubungen, denen alle deutsche Fürsten nno Staatsmänner mehr oder weniger beytraten, dennoch die gerechte Hoffnung unsers Vaterland unerfüllt bleiben konnte, ist nur aus dem standhaften Widerstreben anderer großen Machte erklärlich, deren politisches (System nicht zugeben wollte, daß Frankreich an Umfange und Macht verlöre. Dle Artillerieregimenter, die sich jenseits der Loire befinden, sind von se bst auseinander gegaugen, ohne ihre AuflüsnnZ, unb was noch ansserordentlicher ist, ohne die Bezahlung ihres Soldes zu erwarten. Ueber 6a» Kanonen mit ihren Munitionen wurden so stehen gelassen, und man weiß nicht, welchem Umstände man diesen verabredeten Einfall zu«-schreiben soll. (K. Z.) Am 7. October hatte di« Eröffnung dec beiden Kammern Statt. Die Versammlung legte den Eid der Treue ab, nachdem die königlichen Prinzen und die Prinzen vom Ge-blüte solchen vorher abgestattet halten. (G. Z.) Cs sollen hereits in kurzer Zeit mebr als fünfhundert Personen Passe nach Nordamerika verlangt haben. — (Was wollen sie dort? bemerkt hierbei ein deutsches Blatt. Schon Regnaut de St. Jean - d'Angeley hat sich ay den Küsten Amerika's angesiedelt; die amerikanischen Staaten sind gespannt uud unwillig auf England. Sollte nicht wohl irgend ein, auf weit hinaus berechnetes Plänchen hier zum Grunde liegen? Man tadle uni nicht, und beschuldige uns keiner Frühseherei nnd unzcitigen Aengstlichkeit.) '(S. Z.) Die Anzahl der gegenwärtig in Frankreich venndlichen Brittischen Truppen belauft sich, die Artillerie uud die Ingenieure ausgenommen , auf ^6,000 Mann; nemlich 7000 Mann schwere und leichte Cavallcric, ^000 Mann Fußgarde und 35,000 Mann Infanterie. . Nach Londoner Blattern sollen uns 16,000 Bazional - Engländer in Frankreich zurückbleiben. Die übrigen zur englischen Armee gehörigen Truppen werden aus Hanooeranern, Holländern, Braunschweigern und andern bestehen, und im Ganzen 60,000 Mann ausmachen. Fürst Blücher wird sein Hauptquartier nach Compicgne verlegen, wohin auch die zu Versailles und Umgegend gelegenen preussischen Truppen ihre Richtung nabmcn. (W. Z.) Alle Nachrichten, welche wir aus Dijon erbalten, stimmen darin überein, daß die große Ncvuc dc^kaiserl. Ocsterreicnischen Armee bey dieser Stadt und die von »br ausgeführten militärischen Evolutionen das prachtvollste und imposanteste Schauspiel dieser Art gewesen sind. Das 5!ager war zwischen Cou-ternon und St. Apollinaire für 120 bis 130000 Mann abgesteckt, ^e. Maj. der Kaiser aller Neussen, und der Held von Salamanca, Vit-toria und Waterloo, welche dieser Revue beywohnten, konnten sich nickt cntbrechen, ihre Bewunderung übcr die vortreffliche Haltung der kais. Oesterreichischen Truppen, und die ungemeine Präcision, Schnelligkeit und Ordnung, womit sie die schwierigsten Manövers ausführten, laut an den Tag zu legen. Wie man sagt sollen keine Preussischen Truppen weder in Paris uoch in dessen Gegend in Kanwnmrung bleiben; sie sollten sämmtlich bis zum 21. Oktober Paris verlassen, und nur Euglandcr unter dem Befehle des Herzogs v. Wellington, daselbst zurückbleiben. Die russischen Truppen halten blos in rothrmgen, die Stadt Nancy, Luueville, Marburg und die Umgegenden besetzt. ^ . (W. Z.) Spanten. Man schreibt aus Valladolid vom 29. Sept. : dermahl seyen auch die Folgen des Aufruhrs von Marquesito (Porlicr) völlig erstickt. Der Hof sey darüber vollkommen heruhtgt, und habe solche Maßregeln getrof« ftn, wodurch alle Uebelgesinnte strenge im Zaume gehalten werden. Der Herr General Graf Odonnel hat sein Hauptquartier nach Vittoria verlegt. (W. Z.) Nack der Gazette de France ist der Gene?« ralPorlier mit vielen Offizieren am 26. Sept. « nach Corunna abgeführt worden, woderGe- V ucral - Capitain ein Krieasgerickt zu ibrer > Verurthcilung niedergesetzt hat. Einige Ver- > zweiauna,en von Portiers Unternehmen sollen > sich bis tn die Distrikte Orense und Tny i« H West-Galizien ausgedehnt baben. Zu Madrid ward durch ein vom Minister Martinez unterzeichnetes königl. Edikt vom 27. Sept. Jedem, der ein Eremplar von Portiers „ver-rätbcrischer und schandlicher Proklamazion in Handen haben könnte, anbefohlen, dasselbe binnen 24 Stunden bey Todesstrafe einzuliefern. (W. Z.> Großbritannien. Boston in Nordamerika. Der Krieg zwischen unfern Staaten und den Indianern scheint unvermeidlich zu seyn. Wir wünschen denselben sehr, indem unsere Bevölkerung dadurch vergrößert, und unsere Wohlfahrt, so wie unser Reichthum sich vermehren muß. Von der von den Engl. Truppen in Spanien gemachten Beute geborte dem Herzog von Wellington der achte Theil mit 100,000 Pf. (3)tcrl., zum Vortheil der Armee hat er nur 50,000 ' davon angenommen. Der pMnische Offizier Histowsky, der so sehnlich wünschte, Bonaparte nach Helena zu begleiten, ist ibm nun aus dem Eormoran dahin uachgesegclt. (W. Z.) N i e d e r l a n^d e. Unter den ausgezeichneten Personen, die ursprünglich Belgier, und jetzt in dieDieu-sie unsers Königs übergegangen sind, befindet sich der Herr Baron/v. Felz, ehemahliger Oesterreichischer Gesandter in Holland, der jetzt hier zum Staatsratb ernannt ist, und die beyden Oesterreicbifchen Generale, Fürst August von Ahremberg, vormahls bekannt unter dem Nahmen des Grafen de la Marck, und der Graf Karl von Grünnc, welcher als ausscrordentlicher Gesandter und bcvollmäch tigterMinister des Oesierreicbischen Hofes bey dem Dänischen Hofe zu K'openha-gen residin hatte. (W. Z.) M i s z e l l e. Man spricht immer von auslandischen Künstlern, und scheint darüber die innlan-dischen nicht zu bemerken. Erst neulich machten wir in unserm Zeitungsblatt Nro. 83, (so aus einem andern Blatt genommen wurde) von den künstlichen Beine, welches für "^rams von Nnglcs^', U'. England vcr-^fcrtiget wurde, Meldung.' Einen Beweis, Wk.Haß es in den glücklichen östcrr. Staaten, Wsbcnsalls an solchen Künstlern nicht fehlet, »welche die Auswärtigen, wo nicht übertröf-WLen, doch selben wenigstens nicht nachstehen, MZibt uns der Hr. Franz Freyherr von Zim-W-nnz durch die Erstattung des öffentl. Danks, Mdem k. k. akademischen undbürgerNchenBild-Mbauer, Hr. Iobanu Vogel in Wien, welcher M die ihm von andern V?eisicrn verfertigten Mtünsilichen Füsse rcpanrt, nnd diese Füsse, W'welche aNe vorber 6 bis 7 Pfund wogen, um M-Inchr als die Halste erleichtet, so daß keiner W derselben ^etzt mehr als- 2 is-, wiegt. Auch > hat er ihm einen nennen Holzfuß verfertigt, W dessen ganze Schwere nur 72 Loth beträgt. Wund dessen völlige Brauchbarkeit ebenfalls er-W wiesen ist. (W. Z.) M Ein junger kiocnziat, der am 3o. August Mbey dem kön. Gerichtshöfe zu Paris den Advokaten-Eid ablegen sollte, und sich aufVe-sragung um seinen Nahmen, Peter Brutus nannte (ein Nahmen aus der Revoluüons Zeit) wurde angewiesen, sich vor dem Schwur erst taufen zu lassen. (G. Z.) Ein junger Basler fand vor einigen Tagen anfeine sonderbare Weise seinen Tod. Er befand sich auf der Jagd, und schlief vor Ermüdung an einem abgelegenen Orte ein. Wahrend er schlief, spielten seine Hunde mildem Memen »'einer Flinte. Diese ging los, und traf ihren Herrn so, daß er nach 3 Tagen iiarb. (G. Z.) F. M. Blücher das dortige Bürgerrecht ertheilt, es soll ihm in einer zierlichen Büchse Von irländischem Eickenholze überreicht werden. — Zu London stablen /; junge Kaminfeger eine Geldkiste mit 1600 Guiucen in Gold. Sie werden aber einige Meilen von London mit ihrem Raube erwischt. (B. v. T.) Der Northumberland mit Bouaparte nid zur Vornabem lerselden der erste Termin aus den y Oksober^der zweyte auf den 9 Novemb., und der dritte «»i den y Dezember l. I. mit dem Anhange bestimmt worden, daß, wenn gedachte Realität weder bcy !em ersten noch zweyten Termin? um den Schätzungswetth oder darüber an Mann ger bracht wu'-de, selbe