^tr. U 2. Mittwoch, 18. Mai 1887. 106. Jahrgang. Mb acher Zeitnng. «,„,?",Nltrati°nöprelö: Mit Postveisenbung: ganzjährig fl, 16, halbjährig, sl. ?,L0. Im «omptoir: °hn,, sl, n, haibjahiig sl. k,LO, ssül die Zustellung ins Hauö ganzjährln fl, i. — InsertlonSaebiir: Für ^ >"»c Inseralc bis ,u 4 feilen 2» lr., größere per ^eile « lr,; bei ollercn Wiederholungen Pi. Zeile » lr. Die „Laibacher Zeitung/' erscheint täglich mit NuSnahuie der Sonn- und Feiertage. Die Ubmlniftratlo» befindet sich Bahuhofgasse l5, die Redaction Wiencrftraße 15, — Unfrankierte Vrieft werben nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgestellt. ^^ Des h. Feiertages wegen erscheint die nächste ^Nummer am Freitag den M Mai. Amtlicher Theil. w ^e. k. und k. Apostolische Majestät habe» mit ^Mister Entschließung vom 10. Mai d. I. in Au-^^illg hervorragender Leistliugeu auf dem Gebiete ^^undbllchöaulegung den Landesgerichtsräthen Weuzel i^ph Dörfler'iu Leoben und Johann Prutschet in G. ' ^llnll dem Vezirksrichter Emil Neumann i^chau das Ritterkreuz des Frauz-Ioseph-Ordeus, ^, kr dem Vorsteher der Lemberger Stadttafel Viuceuz ^"luwski das goldene Verdienstkreuz mit der c,^' endlich den Grundbuchsführern Franz Hor-^^ka iu Friedek uud Karl Weucelidcs in le,^^ ^ goldene Verdienstkreuz allerguädiqst zn ver-^" geruht. ^ ' ' Hz Der Fiuauzminister hat den Steuer - Inspector ^ ?ld Nieder zum Steuer-Oberinspector für den '"1 der Finanzdirection in Klagenfurt ernannt. ^.^"l 14. Mai 1887 wurde in der l. l. Hof- und Staats-^etzbi bas Stück XVIII der slowenischen Ausgabe des Reichs-u^^ltes ausgegeben und versendet. Nichtamtlicher Hheil. Die bosnifche Occupation. tM^ublich meldet sich auch ein wahrhaft officiöses ^Ws Organ zur Discussion über die Vorgeschichte hh. bischen Occupation. Das «Iourual de Sanct ^^bolirg» erhebt sich iu die denkbar höchsten Re-th? der Halbamtlichkeit — weit über die Blätter-^ u i!'"- 'Nordd. allg. Ztg.» nnd des «Pester Lloyd» Üil^'!?. sieht mit diplomatisch recht fein redigierter ttiH,Mität auf den mit Enthüllungen und Iiwectiven ^'^gefütterten Streit der russischen und deutschen ^N ^rab. Es ist nicht mehr der nervöse, convul« bez P Aufzuckende Geist Iomini's der in den Zeilen ^ez>>5 burger Blattes rumort, sondern der Geist !o ij.^erlegenen Diplomaten, der den Humor beinahe ^W ' ^le den Frieden und das Einvernehmen der Gerade von dort, nämlich von Petersburg aus, I wo noch mancher classische Zeuge für die diplomatischeu ! Actionen aus der Zeit von 1875 bis 187« lebt und officiell thätig ist, erklärt man heute, nicht alles zu wissen, was znr Vorgeschichte der bosnischen Occnpa-tion gehört. Die Petersburger Diplomatie will gar nicht für so informiert gelten, als die «Nordd. allg. Ztg.» von ihr behauptet; sie will sich gar nicht erinnern, was die Sumarolov und Obrucev, die Igna-tiev uud Olivalou iu Wieu gemacht haben und wie denn eigentlich diese uuselige bosnische Occupation auf dem Berliner Congress zustande kam. Natürlich weiß man all das in Petersburg viel besser als iu deu Redactionen der «Nordd. allg. Ztg.» uud des «Pester Lloyd»; aber man will offenbar nicht von diesen Dingen reden — und man thut sehr gut darau. Das «Journal de St. Pe'tersbonrg» ist, weun auch aus diametral entgegengesetzten Granden, mit uus derselben Meinung, dass dieser Zeitungskamftf mit Dichtung uud Wahrheit, mit halbeu Enthüllungen uud gauzeu In-discretionen ein vergeblicher und unnützer sti. Bosnien ist und bleibt mm eiumal österreichischer Besitz, und was die Geschichteschänderei Panrusfen allbelangt, so wollen diese Herren keine Belehrung oder Bekehrung im deutschfreundlichen Sinue — wozu also der Streit über Dinge, die sich nicht mehr ändern lassen, nnd die heute jeder ausehen mag, wie es ihm gerade passt? Die volle Wahrheit über jene Zeiten ist ohnehin nicht mehr zu erfahren; theils liegt sie vergraben in den Staatsarchiven, theils ist sie an der absichtlichen odei wirklichen Vergesslichkeit der Diplomaten verflüchtigt; denn wer könnte behaupten, dass Giers nnd Audrassy, Salisbury uud Bismarck der bosnischen Occupation heute mit denselben Gcdanlen uud Instiucteu, mit denselben Stimmungen und Absichteu gegeuübcrstehen, wie vor zehn Jahren? Die bestinformierten Diplomaten uud Redacteure sind ja doch auch mir Menschen, und niemand darf ihnen verübeln, wenn sie nachträglich längst vergangenen Ereignissen Ideen und Absichten zugrunde legen, die heute ganz plausibel erscheinen, an die aber vor zehn Jahren im fortwährenden und nicht vorher« zusehenden Wechsel der Ereignisse kein Mensch gedacht haben kann. Daher kommt es anch, dass selbst maßgebende Aeußerungen, wie jene in der «Nordd. allg. Ztg.» und im «Pester Lloyd» dem minder Informierten als widerspruchsvoll erscheinen nnd dass selbst das «Iour-nal de St. Mcröbonrg' auf Gruud dieses Scheines das Wagnis uuternimmt, den todten Hasen zu spielen. Wir haben immer behauptet, dass zwischen den Enthüllungen der inspirierten Organe in Berlin und Budapest nur eiu scheinbarer Widerspruch besteht und dass daher beide Blätter im Wesen der Sache recht haben. Wir sind auch heute derselben Meinung nnd wollen dies beispielsweise nur au zwei Momenten erweisen, die so vielfach in der europäischen Presse als unvereinbare Widersprüche bczeichuet worden sind. Das eine betrifft die Initiative znr Einbernfung des Berliner Congresses und das andere die Idee der Occupatiou selbst. Iu Berlin wurde behauptet, dass der Congress von Russland gewünscht wnrdc, wogegen der «Pester Lloyd» documenrarisch nachwies, dass Graf Andrassy zuerst den bezüglichen Antrag gestellt habe. Aus der Zusammeustellung dieser beiden Thatsachen ergibt sich also, dass Fürst Gorcakov angesichts der drohenden Stellnng Englands und Oesterreich-Ungarns im Frühjahre 1878 den ehrlichen Makler in Berlin alif intimste Art wegen Einberufung des Congresses angegangen habe, ohne dass Graf Andrassy etwas davon wnsste. Russlaud befand sich damals in einer Zwangslage, da Gorcakov wohl die Nothwendigkeit einer Abänderung des Friedens von Stefano einsah, dagegen aber dem Petersburger Cabinet nicht zn-gemuthet werden konnte, dass es das Ignatiev'sche Monstrum binnen wenigen Wochen aus eigener Initiative einer radicalen Aenderung unterziehe. Und was die bosnische Occupation betrifft, so ist es gewiss ganz richtig, dass Russland Bosnien, die Hercegovina und noch viel mehr schon im Jahre 1876 Preisgegeben hat. Aber daraus, dass Graf Andrassy nach dem Frieden von San Stefano und auf dem Berliner Congress die Occupation Bosniens acceptiert hat, folgt noch nicht, dafs er von allem Anfange an die Orientpolitik uuserer Mouarchie auf die Occupation gestellt habe. Es gereicht dem staatsmännischen Talent und der diplomatischen Finesse des Grafen An< drasfy zur größten Ehre, dafs er trotz der Mifsionen Sumarokovs und Obrucevs auf die russischen Theilungspläne betreffs der Balkan-Halbinsel nicht ein« gieng; wenn er jedoch trotzdem im Jahre 1878 zur Occupatio» Bosuiens schritt, so waren eben die Verhältnisse stärker als seine menschliche Voraussicht, als Feuilleton. "Us den Memoiren eines Wickelkindes. Der erste Tag. ^,^ch fühlte mich durchaus nicht wie neugeboren, l'ü^ geboren wurde. Im Gegentheil, ich war in ''lu^ larmoyauteu Stimmuug, als ob ich schon einige !^ ""hre auf dieser laugweiligen Erde darüber M^acht hätte: ob es denn der Mühe wert sei, über-H?Il iu leden. Kaum hatte ich nämlich das Licht der > „^blickt, so machte ich schon die Bekanntschaft M .^'genehmen alten Dame, die mich in ein heißes "the?le u"b dort ein wenig kochen ließ. Dieser ,^k H "npfaug «lachte mir wenig Freude, deuu die V z^i "" behaudelte mich gar zu intim und ich gab ^ lief,^^"' b°s2 ich derartige Zudringlichkeiten ^?» Ess^ Nemcrkungeu riefen allerdings nur gerin» At. lect hervor uud da der Gescheitere stets nach^ A der V^a. ich schließlich und ließ die Liebkosun-H NllK ^m Dame über mich ergeheu. Was konnte s'M y.Mn? Sie war stärker, als meine Wenigkeit. ^U?5 ^ ^ ^, Mädcheu.» sagte die alte Dame Ms.'wobei sie ihre drei letzten Zähne zeigte. Mein ^dii^ in der Nähe stand, warf mir einen un< Ni/An Blick zu, während meine Mntter - ich 'hrite Mem schiwn, großen Bette — glückselig zu- ^ e? ^"kte der unfreundliche Blick meines Vaters, 6? bcssf, ?'^ unverdient traf, nnd ich sagte einfach ''diH"den: «Meine verehrten Eltern! Glanben alten Dame nicht; ich bin kein Mädchen, sondern umgekehrt, ich habe die Ehre, ein Kuabe zu sein.» Die Anwesenden verstanden meinen Schmcrzens-schrei nicht, uud je mehr ich schrie, desto unverständlicher schien ich leider zu werdeu. Meiu Papa, in seinem Vorurtheil bestärkt, ließ sich zu den harteu Worten verleiten: «Es schreit — das kauu nur weiblichen Geschlechtes sein.» Meine Rehabilitation kam aber später. Nachdem ich zur Genüge durchgekocht war, nahm mich die Cannibaliu aus dem heißeu Wasser, trocknete mich ab uud lispelte daun beschämt: «Pardon, ich habe mich geirrt, es ist doch ein Knabe.» Meine Mutter lächelte jetzt wehmüthig, mein Vater glückselig, und ich schrie vor Freuden rinigemale auf, was meinem Vater zn der Prophezeiung Anlass gab: «Er wird ein Sänger. . . seine Stimme ist kräftig ... das Opcnchans zahlt seinen Mitgliedern enorme Gagen!» Ohne diese Vorhersagung auch nur zu beachten, wickelte man mich in ein Kissen, die alte Dame brachte zahlreiche Bänder uud Schnüre in Anwendung, und mir war es, als ob ich in einem Corset stecken würde. Einigemale rief ich ihr zu: «Leseu Sie Kuiga/s Um-gang mit Meuscheu,> aber sie ließ sich nicht irre machen. Sie gab mir einige Löffel Thee, >md ich musste dieses wässerige Getränk schlürfeu, obgleich mau vergessen hatte. Rnm in dasselbe zu gebeü. Uud ich liebe eiuige Tropfen Rum. Die alte Dame legte mich dann ill die Arme einer robusten Frau und verließ mit einem höflichen Grilße uud der freundlichen Versicherung, dass ich nicht nur meinem Vater, souderu auch meiner Mutter «aus dem Gesichte geschnitten sei», das Haus, Mein Vater nahm mich hierauf aus den Armen der großen Frau und sprach zu mir: «Sei gegrüßt, mein Sohn. Ich bin stolz auf dich, denn ich sehe schon jetzt, dass du eiu geistvoller Mensch werden wirst ...» «O, ich bitte, mein Herr . ..,» unterbrach ich ihn höflich. «Du wirst wachsen und gedeihen,» fuhr er fort. «Du wirst ein Volksredner werden, wie Lassalle nnd Gambetta, denn ich hege nnr diesen einen Wunsch...» «Ich bedaure sehr, schon am ersten Tag mit Ihnen nicht übereinstimmen zu können,» rief ich sehr erregt, «ich will kein Lassalle sein, und selbst der classischen schöuen Helena zuliebe, lasse ich mich nicht erschießen. Das LebenW wohl unangenehm, aber wenn man mir schon ein Lebenslicht angezündet hat, so soll man es nicht gleich wieder ausblaseu...» «Wie der Junge heult!» meinte zornig mein Vater, der allem Anscheine nach von der tiefsinnigen Philosophie, welche ich znm besten gab, kein Viort verstand .. . «Nach diesem Geschrei zu urtheilen, könnte der Junge vielleicht doch ein — Mädchen sein.» Diese Beleidigung kränkte mich. Ich gab meine Indignation zu erkennen, wie mancher Theaterbesucher: ich schlief nämlich ein. Als ich wieder erwachte, hörte ich Papa uud Mama darüber disputieren, welchen Namen ich erhalten soll. «Richard», meinte mein Vater. «Richard ist kein übler Name, Richard Löwenherz, Richard Wagner und so weiter. Große Männer heißeil mit Vorliebe Richard.» — «Um Himmelswillen!» rief meine Mutter, «nur nicht Richard? Ich müsste immer an Richard III. denken nnd könnte keine Nacht schlafen.» — «Lass uus den Jungen Hans nennen. Dieser Name ist jetzt modern. Hans' Hopfen, Hans Makart, Hans nud Grethe...» — «Nein, nein,» entgegnete meine Mutter. «Haus kommt von Johann, und das ist ein Bedienteuname.» — «Was hältst du von Fritz?» — «Der Name ist zu alltäglich.» — «Vognmil ist auch Laibacher Zeitung Nr. 112 _______________________ 946 _________________ 18. Mai M^ seine diplomatische Absicht. Wäre scholl 1876 die Besitzergreifung von Bosnien ein Postulat der Politik des Wiener Cabinets gewesen — wie nachträglich so vielfach behauptet wird — dann hätte es schon 1877 znr Annexion, nicht aber erst 1878 zur Occupation Bosniens kommen müssen. Wir wären in der Lage, noch manchen interessanten Widerspruch aufzulösen, der sich im Verlaufe der Discussion über die Vorgeschichte der bosnischen Occupation als auffallend oder räthselhaft ergeben hat. Aber wir denken, dass es schon sehr au der Zeit sei, diese historisch ziemlich unproductive und politisch durchaus vergebliche Polemik alls sich beruhen zu lassen. Es ist gewiss sehr erfreulich, wenn heilte das «Journal de St. P<Üersboulg» der gleichen Ueberzeugung noch die Hoffnuug anschließt, dass «die Cabinete mit Festigkeit den Weg verfolgen werden, welchen ihueu das allgemeine Bedürfnis des Einvernehmens und Friedens anempfiehlt.» Wir wollen nicht nntersuchen, ob diese Friedens° sehnsucht nicht auch theilweise in abwehrender Ansicht an die Berliner Adresse gerichtet ist, begrüßen aber die Aeußerung des inspirierten Petersburger Blattes um-somehr, als dieselbe mit der gesummten politischen Sachlage in Europa in vollem Einklänge steht uud zugleich den Beweis liefert, dass an der Neva die vorsichtige und staatsmännische Haltung des Ministers Giers über die Abenteuerpolitik der Katkov'schen Partei den Sieg, und hoffentlich einen dauernden Sieg, davongetragen hat. Journal-Revue. Man schreibt der «Norddeutschen allgemeinen Zeitung» aus Wien: «Dem Herrenhause ist es zu danken, dass die leidenschaftlichen Erörterungen der Prazäk'schen Sprachenverordnung endlich zum Abschlüsse gebracht sind und dass ein Gegenstand von der Tagesordnung der öffentlichen Discussion verschwindet, der sie nnr allzu lebhaft beschäftigt hat. Die Verordnung soll im Sinne des Princips der Gleichberechtigung der Nationalitäten einem praktischen Bedürfnisse entgegen« lommen; im Partei-Interesse wurde der Verordnung eine politische Tendenz beigelegt, die ihr nicht inne^ wohnt. Infolge des Antrages des Herrn von Schmerling, der eine Verurtheilung der Prazäk'schen Sprachenverordnung in sich schloss, war das Herrenhans gezwungen, Stellung zu dieser Angelegenheit zu nehmen. Abgesehen von jeder Parteistellung, stimmte das Herreuhaus nach seiner Ueberzeliguug, indem es sowohl den Antrag Schmerling als auch den Antrag der Ausschuss-Majorität ablehnte. Es wurde also nicht nur der Fortbestand der Prazäk'schen Sprachenverordnuug gutgeheißen, sondern es wurde auch jeder einschränkende Zusatz vermieden, der als Tadel für das Vorgehen der Negierung gedeutet werden könnte. Im Ausschusse hatte die Mittelpartei das Uebergewicht, während im Hause selber die Rechte über eine hinlänglich starke Majorität verfügt. Den Anschauungen der Rechten konnte nur der Antrag des Grafen Fallen-hayn genügen, der jeden Eingriff in die Executive ver» ineidet und die vollständigste Uebereinstimmung zwifchcn dem Herrenhause und der Regierung zum Ausdruck bringt. So wertvoll es für die Regierung ist, dass der Antrag Falkeuhayu die Majorität erzielte, so ist doch auf dcu Verlauf der Debatte vielleicht noch größeres Gewicht zn legen, als auf die Abstimmung, Dr. Unger, der mit der Meisterschaft seiner Beredsamkeit und dem Reichthum seines juristischen Wissens für den Antrag Schmerling iu die Schranken trat, vermochte nicht den Beweis herzustellen, dass durch die Prazät'sche Sprachenverordmmg irgend ein bestehendes Gesetz verletzt worden sei. Dr. Unger berief sich nur auf das Gewohnheitsrecht, und wir brauchen nicht zu bemerken, dass es sich hier um ein Gewohnheitsrecht des Staates uud nicht der Bevölkerung handelt. Herr von Schmerling selber hatte seinem Antrag diesmal eine mildere Form gegeben. Das Gesetzwidrige der Prazäl'schen Verordnung lässt sich eben juristisch uicht begründen. Was min das Gewohnheitsrecht betrifft, so ist das iil Oesterreich angesichts der Verschiedenheit der Länder und der Eigenthümlichkeiten der Nationalitäten ein schwieriges Capitel, dessen Text durch mauniqfache Lesarten die Interpretationen erschwert. Graf Taaffe hat wiederholt, und gerade anlässlich der Prazäk'schen Verordnnng, Gelegenheit zu der Erklärung gefunden, dass er nicht das Hervorbrechen des Gewohnheitsrechtes der Völker in einem für den Staat schädlichen Sinne dulden werde. Auch in der Sitzung des Herrenhauses am Samstag betonte der Ministerpräsident, dass die Regieruug ihrer Stellung uud ihrer hohen Aufgabe unwert wäre, wenn sie nicht die österreichische Staatsidee mit aller Kraft vertheidigen würde. Die Regierung hielt auch daran fest, dass die deutsche Sprache die Sprache des inneren Dienstes bleiben muffe. Bei dem Verkehr mit der Bevölkerung dürfen allerdings die obersten Zwecke der Rechtspflege nicht ignoriert werden, wie dies Minister Freiherr v. Prazäk eingehend erörterte. Herr von Schmerling betonte in seiner Schluss-rede, dass er seinen Antrag als Mitglied des Herreuhauses, beziehungsweise als Repräsentant ciuer Partei, uicht aber als Präsident des obersten Gerichtshofes eingebracht habe und dass sein Beruf im Herrcnhause von seiner dienstlichen Stellung streng getrennt werden müsse. Es ist das wichtig zu constatiereu, weil die Partcijournale stets den «Lord-Oberrichter» in das Gefecht einführten. Man wollte die öffentliche Meinung verwirren, indem man die höchste richterliche Autorität in den Vordergrund treten lässt. Nebenbei mag die Bemerkung einstießen, dass der Präsident des Verwal-tungs-Gcrichtshofes Graf Velcredi und der Vicepräsident des Reichsgerichtes Dr. Habietinek ein feineres Taktgefühl dadurch au deu Tag legten, dass sie der Sitzung des Herreuhauses überhaupt fernblieben. Die Doppelsitzung des Herrenhauses hat jedenfalls viel beigetragen, um die öffentliche Meinung aufzuklären und zu beruhigen. Das verräth sich namentlich in der Unzufriedenheit, mit welcher die Blätter der Oppo» sition das Refultat der Abstimmuug beurtheilen. Politische Uebersicht. (Der Ausgleich.) Das ungarische Abgeordnetenhaus hat vorgestern das Quotengesetz angenommen, welches nunmehr noch vom Herrenhause und vom unaariscben Oberhause zu erledigen ist. Heute tritt o Herrenhaus zusammen, um das Quoteugesetz in " rathung zu ziehen. »^ (Verhandlungen des Reichsrath «^ In der vorgestrigen Abendsitzung des AbgeM'dM" Hanfes wurde die Budgetdebatte fortgesetzt. Abg. ^ boda besprach die Uebelstände bei der SteuermW^ lung. Abg. Äusserer kam auf die nationale Frage zw> und will in den Ministern Prazctt und Dlmaje>^ erbitterte Feinde des deutscheu Volteö erblicken. ^' geordneter Kreuzig klagte über das Vorgehe» " Steueradministratoren, ebenso Abgeordneter Ktt>»' wetter. Mehrere Titel wurden ohne wesentliche DeM" erledigt. (Se. Majestät der Kaiser an t" Grafen Taaffe.) Se. Majestät der Kaiser rich^ ein eigeuhäudiges Schreiben an deu Grafen Taufst,' welchem er in besonders huldvolleu Worten seine "' nigste Theilnahme au dem schmerzlichen Verluste, l^ cheu Graf Taaffe durch den Tod seines Töchterche"' erlitten hat, aussprach. Sämmtliche Erzherzoge u» Erzherzoginnen drückten auf das wärmste ihr ^ ,^. aus. Vou allen Ministern und den Präsidien be>o, Häuser des Reichsrathes liefen Theilnahmsbezeig""' gen ein. (Küstenländisch-dalmatinischerSP^ cassentag.) In Trieft wird demnächst ein SM cassentag stattfinden, zu welchem die Sparcassen Trieft, Görz, Ragusa und Zara Delegierte entse^ werden. (Kroatien.) Die gegenwärtige Reise des Ä^ durch Slavonien gestaltet sich zu einer großen "! tiaucnskundgebung für den Banus sowie dessen M>, ruugssystem. Die Ovationen in allen Städten tM durchaus den Charakter herzlicher Sympathien. .^ (Zur Ministerkrisis in Serbien.) ^, in der Presse verbreitet gewesenen Versionen über o Ursachen der letzten, nunmehr durch das Verbleibe"' Amte sämmtlicher Mitglieder des Cabinets Garasa" gelösten serbischen Ministerkrise waren durchaus " richtig. Letztere war nur durch Meinungsverschied^ heiten einzelner Mitglieder des Cabinets über uH geordnete Fragen veranlasst worden. Ganz unnch ^ ist es. dass König Milan während der Dauer der K"! irgend eine Persönlichkeit mit der Bildung eines '^ Cabinets beauftragt habe. ^ « (Frankreich und Deutschland.) AA hofft in Berlin, dass die französische Kammer in ^ diguug der Gefährlichkeit des Experimentes am Probemobilisieruug von zwei Armeccorps verzl^ . werde. Die «Post» findet es gefährlich, dass nun ^ das Westcorps mobilisiert werden soll, nachdem ^ Ostcorps ohnehin beinahe auf dem Kriegsfuß ist. «Kreuzzeitung» droht mit Gegenmaßregeln. ^^ (Vulgarie n.) Mehrere Depeschen alls ^, richten sich gegen Meldungen, welche sich bemüht hat " die Zustände in Bulgarien als sehr schlimm d^ stellen. Gewiss sind die Verhältnisse zu beiden S"> des Balkans weitaus besser, als sie von russischer ^ französischer Seite geschildert werden; aber nichts^!, weniger ist es sicher — weil aus der Sachlage ^ ^. gemäß entspringend — dass die uolkswirtsch^l Frage die Achilles'Fcrse des heutigen Regimes il^ nicht übel.» — «Aber gar nicht stilvoll.» — «Und Romeo?» — «Passt nicht zu uuserer altdeutschen Zimmereinrichtung.» — «Wie wäre es, wenn wir ihn Moses taufen ließen?» fragte mein Vater wieder. «Der Name ist heutzutage selten und klingt nicht schlecht.» Meine Mutter überlegte den ernsten Fall. Ich aber rief: «Erlauben Sie, mein Herr. das geht denn doch über den Spaß. Vielleicht neuneu Sie mich gar uoch Aaron?» — «Auch Abraham,» meinte mein Vater, ohne meine Einwendungen zu refpectieren, «auch Abraham ist nicht ohne. Das ist ein guter, alter, allgemein bekannter Name.» — «Geehrter Herr Vater,» schrie ich, «wollen Sie denn wie der selige Abraham Ihren einzigen Sohn opfern? Vergessen Sie, dass ich ein neugeborenes Kind und kein alter Israelit bin?» — «Schweig!» rief mein Vater zornig. Ich ließ mich aber nicht einschüchtern, sondern wurde nur noch heftiger. Ohne mich im geriugsten zu genieren, rief ich: «Mein Herr, wenn Sie mich zum Selbstmörder machen wollen, dann geben Sie mir nur getrost alle diese Namen. Nennen Sie mich nur Moses und Aaron, Abraham und Isak, aber an jenem Tage, an welchem die Mitwelt erfährt, dass ich diese alttcstamentarischen Namen trage, erdrossele ich mich mit den Bändern meiuer Windel.» Mein Vater that, als ob er mich nicht verstehen würde. Er wies auf mich uud sagte zu meiuer Mutter: «Das Wimmeru hat der kleine Kerl vou dir; — er soll dcuu auch Ieremias heißen.» — «Herr, Sie sind ein Aarbar!» schrie ich und fiel in Ohnmacht. Es währte lange, bis ich die Augen wieder aufschlug. Mein Vater stand vor mir uud rief heiter: «Wie geht es, lieber kleiuer Sohn. . . mein Lafsalle. mein Gam-betta . . . mein Ieremias . .. mein Ieremieserl.... — «Herr, sprechen Sie diesen Namen nicht mehr aus», schrie ich mit fürchterlicher Stimme. Er aber lächelte nur und ließ die alte Dame mit deu drei Zähnen wieder vortrete», die ich bisher mit Vergnügen vermisst hatte. Man sollte nicht glauben, dass eine Frau, die bloß drei Zähne besitzt, bissig sein kann, und doch ist dem so. Die alte Dame löste Bänder und Schnüre, lüftete mein Kiffen, hob meine Beine in die Höhe und machte mit mir einige Kunststücke, wie man dieselben häufig von Akrobaten auf Jahrmärkten sieht. «O, wenn ich Simsons Kräfte gehabt hätte, ich wäre mit diesem unangenehmen Weibe ebenso unbarmherzig verfahren. Aber ich war schwach und kämpfte wie die Frauen: ich schrie uud weinte. Die Alte schüttete deu Inhalt einer Puderschachtel über meinen Körper alls, und nun ahnte ich auch, was die alte Frau dachte. «Meine Gnädige,» sagte ich sehr ernst zu ihr, «Sie beleidigen mich durch ihre Zumuthuugeu; ich bill wohl« erzogen, und ich weiß, wie man sich in vornehmen Windeln zu beuehmen hat. . .» Diese Betheuerungen waren aber erfolglos. Die alte Dame fetzte ihr grausames Spiel fort. Jetzt riss mir die Geduld. «Weib!» rief ich, «was bedeutet diese beleidigende Bestäubung? Halt eiu, wenn dir dein Leben lieb ist. ..» Sie hört nicht auf mich, und mit dem ganzen Aufgebot meiner jungen Lunge fchrie ich: «Madame, Sie sind eine — Madame!» — «Wickeln Sie ihn wieder ein, Frau Mayer,» sagte jetzt Papa, uud wider-strebeud gehorchte die alte Dame. Hierauf nahm sie mich in die Arme, betrachtete mich genall und rief ihr L6t6i'uln 06N8K0: «Der ganze Papa!» Doch es sollte noch ärger kommen. Die robuste Frau, vou welcher ich schou vorhiu sprach, riss mich au sich uud drückte einen Kuss auf ineiue Lippen. «Wie schlecht doch die Weiber sind!» wollte ich ausrufen, aber ich war nicht mehr imstande zu schreien; -"" ^. hatte mir den Mund gestopft, man hatte mich ^s ^ belt... Wie erbärmlich ist doch die Welt! ^, Miiluten hielt mich diese Frau au ihre Brust g^l » und ich gestehe es erröthend, — das schmeckte h, süß. Ich dachte in diesen Augenblicken an das gelobtes ^ in welchem Milch und Honig fließt . . . Daün veM ^ sie sich (lvie der Nebel die Berge) und legte «M die Wiege. . ^t, Ruhe und Frieden überkamen meine 2^n'^'' und ich wäre vielleicht mit einem Lächeln auf den ^ peu eingeschlummert, wenu Papa mir nicht " ^^ti letzten Augenblicke des ersten Tages verbittert^, Er bengte sich über die Wiege und murmelte: * ^'si wohl. mein Ieremias!» Ich wollte aufschreien, die Stimme versagte bereits den Dienst. „ >t»l So verlief der erste Tag meines Lebens. U ^ gibt es noch Leute, die sich wundern, wenn ma" ^ mist wird. ____________ Julian We'" Zas OlNckskwo». ^. Aus den« Dänischen des I. E. Poestion von «. ^"' (Schluss.) t sich «Die Kraft, welche eingefetzt wurde, erzeug ^, also eine Zeitlang selbst wieder — wemgste"^^ es so aus; - ich musste au mein pn-pel""" , M denken, das ja Monate uud Tage lang gleng^W, mitteu im Sicgesfieber hatte ich allerdings ^!,,st v^ dass. weun die Maschine doch einmal ihren ?)" ^,y sagen sollte, ich bei all meinem Reichthum cm, ^. ^' freudlos wie auf eiuer ödeu Klippe im ^ MlcB stehen würde. Zufälligerweise fiel mir "acy ^,^ vieler Jahre die aus Dänemark mitgebracy" ^i' graphic wieder in die Hände. Es war l^,,,^!" genug, dass man einmal ein solches Stiick ^ -^Ü^acher Zeitung Nr. 112___________________947__________________________ I y. Mj ^8?. H^ ^lur Arbeiterbewegung in Belgien.) >n U ^ telegraphisch gemeldet, ist in Belgien wieder ^ ^beiterstreik ansgebrochcn. Truppen und Gendar ^^ Atzten mehrere streikende Ortschaften bei Mons. ^. -proclamation des Gouverneurs in den Kohlen-^ ^ von Henneqau stellt eine strenge Bestrafung ,^u"hrer in Aussicht, welche die Arbeiter mit Ge-^, ^lln Streik zwingen, und verspricht eine energische Mention der Bchörden zur Anfrechthaltung der Ruhe s?-u Umständen. ^ !^ie transkaspische Eisenbahn) wird Ochsten Herbste bis Samarkand geleitet sein. Die ^itt?? ^^ Strecke soll unter ganz besonderen ^Mchkeiten erfolgen, nnd anch ausländische Männer >^Mnschaft sollen zu derselben eingeladen werden. Tagesneuigleiten. .«, Se. Majestät der Kaiser haben, wie die ^v"lNer Zeitung» meldet, der griechisch-orientalische» ^> gemeinde Dreznica für die Restaurierung der "Uen Pfarrkirche ^00 fl. zu spenden geruht.' ^ .7" (Staatsgewerbeschule in Trieft.) Der Re! ^"^' Cultus und Unterricht hat auf Grund ^Wter Ermächtigung den Professor au der Staats-h^beschule in Wien, Architekten Karl Hesly, zum tz^lor her mit Beginn des Schuljahres 1887/88 zur >,^"ung gelangenden Staatsgewerbeschule iu Trieft er- ^lt ^7 (Unfall des Fürsten Carlos Auers-^./) Aus Prag sind Depeschen eingelaufen, uach Aiils ^^ Carlos AuerSperg auf einem feiner ^/ ^urch eineu unglücklichen Sturz sich den Arm ge- !^.^ (Zwei Menschen vom Blitze ge-d^et,) Aus Pöltschach wird der Grazer «Morgen-^. ^getheilt: Am 7. d. M. schlug der Blitz in das ^"Mis des Grundbesitzers Michael Mesaric in >.^^rh, Oerichtsbezirk Windisch-Feistritz, uud äscherte ^ gänzlich ein. Hiebei wurden der im Zimmer des ^nnteu Wohnhauses befindliche Knecht Anton Stet z^e Magd Maria Aese Worte züudeten in der Mutter und in i^hll, hatten wir ja genug; weshalb nicht in ^"/sterben, wenn sich cine Wirksamkeit darbot, ^. ^f eine schöne Weise die Kräfte in Beschlag >s<^ "brig waren? Und Karl fuhr fort. auf die ?' d l Ant zu blasen; er äußerte die zügelloseste ^iih^, "ersorgung Skandinaviens mit Maschinen 3" z> . "'' u"d' malte die Herrlichkeit, nach dem i>^ auK^"' wo die Sonne aufgeht, mit demfelben ^ese>, V "'it dem er als junger Mensch das Glück b '^p ^' welches winke, wo die Sonne untergeht. ^ hich """ kommt Karls eigentlicher Geniestreich, "!e ^ wehr als halb zum Glauben an ihn be- ^ lie^ Fabrikant hielt einen Augenblick inne und ^ in?2 einige Ringe aus blauem Cigarren- !t!>.iW», Höhe steigen. Ein merkwürdig milder M t? Ausdrnck legte sich über sein ernstes '''gen ^^ er mir gerade entgegenkehrte. In den NUgen war gewissermaßen das Vorgefühl von etwas Ueberwältigendem. Glücklichem zn lesen, das bei der Wiedererzählnng sich wieder erneuern werde, wie bekannt es auch früher war. Wahrend der Paufe schweifte mein Blick in der Richtung längs des Hauses hin. Wo die Veranda aufhörte, sah ich eine jüngere Dame in lichter Sommerkleidung und mit einem Gesichte, das nicht gerade aristokratisch fein war. aber ein ganz ungewöhnliches Gepräge von Lebensfreude und Herzensgüte hatte. Ihre dunkelblauen Augen riefen mir in Erinnerung, was der Fabrikant von Eiby's kleiner Tochter gesagt hatte: sie strahlten in dem frischen Gesichte gerade so, wie ein paar Kornblumen! Die Dame hatte eben dem Mädchen, mit welchem sie sprach, einen Bescheid gegeben. Als das Mädchen sich entfern!e, trat sie leife näher. Sie hatte die letzten Worte des Fabrikanten gehört. Als sie sah, dass ich im Begriffe war zu grüßen, hob sie mit lieblicher Schelmerei das Parafol in die Höhe und horchte still uud mit strahlendem Lächeln zu. «Wir kamen,» fuhr der Fabrikant, ohne sie zu bemerken, fort, «über Hamburg und wollten natürlich geraden Weges über Fünen nach Kopenhagen gehen. Da wollte Karl plötzlich mit Teufelsgewalt und Macht in Odense aussteigen, um die Stadt zu besichtigen. Sich ihm in diesem Verlangen fügen, hieß die Nachgiebigkeit zu weit treiben, fand ich. Ich widersetzte mich daher ans das hartnäckigste; aber die Mutter stimmte ihm natürlich zn. So gab ich denn, wie gewöhnlich, nach. Du guter Gott! ich darf nicht daran denken, was aus mir geworden wäre, wenn ich bei diefer Gelegenheit nicht hätte nachgeben muffen.» Die Dame heftete ihre klareu, glückliche« Allgen auf mich mit einem flehenden Blick, welcher mich bat, ihn um Gotteswillen nicht zu unterbrechen. Der Fabrikant fuhr fott: «Wir besichtigten also die Stadt, die sich von allen dänischen Städten selbst am besten gefällt, aber wohl kaum einem von uns anderen. Wir waren in der Kirche zu Sanct Knut, die eben restanriert wurde. Dann wollte Karl durchaus hinaus nach den ,Buchen nnferer Lieben Frau'.* Das sind unserer Sprache lieblichste Worte, wenigstens sind sie es in meinen Ohren. Denn ich werde Ihnen sagen: in den Mlchen unserer Lieben Frau^--------» «In den ,Buchen unserer Lieben Frau> fiel die junge Dame ein, indem sie auf ihn zueilte und den Arm um feinen Hals legte, «traf er ein armes, eltern-lofes Mädchen, welches bereits als Kind zu ihm emporgesehen hatte, weil es wusste, dass er das beste und treueste Herz auf Erdeu sei, uud welches viele Jahre hindurch Tag für Tag gewartet und gehofft hatte, dass Gott einmal ihre Wege wieder mit den seinigen sich würde kreuzen lassen.» Sie küsste zärtlich seinen großen Mund. «Und Karl ist es, dem wir es zu verdanken haben!» sagte der Fabrikant, indem er ihre handschuhlose Hand mit seinen beiden großen, braunen Händen umschloss. Sein Blick war voll zärtlicher, beschützender Er-gebeuheit; aber die Reflexion, in welche er plötzlich verfiel, war äußerst prosaisch. «Ich habe den Herrn gebeten, zum Diner hier zu bleiben. — Du hast doch wohl — — ?» «Selbst wenn ich Besuche mache, sorge ich nicht immer dafür, dass du rechtzeitig speisen kannst, du schlimmer Mann?» sagte die junge Frau, indem sie Uebertleid und Hut ablegte. «Ich fagte eben Elise, dass angerichtet werden soll.» Lnilmcher Zeitung Nr. 112 946 18. Vtai M. — (Merelli - Soiröe.) Illusionist Professor Merelli gibt Sonntag, den 22. Mai, im landschaftlichen Nedoutensaale eine Vorstellung, wobei auch das vielbesprochene Kunststück: Das Perschwinden einer jungen Dame in einem Stuhle ohne Bühnen-Versenkung zur Ausübuug gelangt. Das Programm besagt hierüber Folgendes: «Nachdem der Vorhang nach den vorhcrgegan^ genen Nummern gefallen und wieder emporgestiegeu ist, tritt Herr Prof. Merelli auf uud lenkt die Aufmerksamkeit auf einen ganz gewöhnlichen Stuhl und ein Podium, worunter man hindurchsehen kann. Jetzt, aus einer Seitenthüre tretend, erscheint eine in duftiges Weiß gehüllte junge Dame, welche von Director Merelli bis dicht an die Rampe geführt wird, woselbst sie sich verneigt. Der Zauber kaun beginnen. Der Cavalier bringt die junge Dame zum Platz, wir sehen sie lächelnd das Köpfchen senken und breitet ein seidenes Tuch über die zierlich sitzende Gestalt. Damit wir uns ganz genau überzeugen, dass die Dame immer noch vorhanden, hebt er die Hülle unten noch einmal empor. Jetzt ergreift der Escamoteur die seidene Hülle, zieht sie mit einem Ruck in die Höhe, und der noch allein dastehende Stuhl ist leer. Ehe sich noch das Publicum von seinem Staunen erholt hat, erscheint lächelnd dieselbe Dame wieder in Weiß auf der anderen Seite der Bühne unter einem vorher leer gezeigten, ringsherum fest verschlossenen Ballon. Auch wird die indische Schlangenbeschwörer«« Mlle. Lina Bosco in ihren sensationellen Neuheiten auftreten. — (Aus Krön au) wird berichtet: Die ehemals dem Herrn Theodor Neuß gehörigen Besitzungen in Weißenfels hat bei der diefertage stattgehabten executiven Feilbietung Herr Wilhelm Göppinger aus München um den Betrag von 83 048 Gulden erstanden. — (Lehrer-Conferenz.) Die diesjährige Lehrer-Conferenz für die Stadt Laibach findet Donnerstag den 16. Juni statt. — (Anerkennung.) Der krainisnhe Landesaus-schuss hat an Herrn Johann Perdan, Handelsmann und Generalrepräsentant der k. k. Versicherungsanstalt «Riumone adriatica di Sicurta» für Kram, ein Schreiben gerichtet, in welchem er die coulante Geschäftsbehandlung des den« krainischen Theaterfonde durch den Brand des Landestheaters am 17. Februar erwachsenen Schadens constatiert und für die schleimige Auszahlung des ermittelten und commisfionell festgestellten Schadens im Betrage von 60 000 st. 99 kr., sowie auch für die von der «Riumone» für Rettungs- und Abtragungsarbeiten liquidierte Summe per 600 st. feine Anerkennung ausspricht. — (Besitzwechsel.) Das Haus der steirischen Escompte-Gesellschaft (ehemaliges Aichholzer'sches Haus) am Rathhausplatz hat der hiesige Handelsmann Herr Heinrich Kenda käuflich erworben. — (Die Fürstin Pignatelli,) die jüngst — freilich mit wenig Erfolg — auch in Laibach eine Gesangssoiree gab, ist nun wieder einmal in Wien Kellnerin geworden: Da kann das noinou omon sich in voller Wahrheit zeigen. Unter dem Namen Innoccnz XII. bestieg Antonio Pignatelli 1691 den päpstlichen Thron. Pigna-telli ist die Mehrzahl von pignatoiio — Töpfchen: deren drei befinden sich in seinem Wappen. Zur Feier der Inthronisation ließ er eine Medaille schlagen, welche drei umgestürzte Töpfe zeigt, aus denen Geldstücke fallen; die In diesem Augenblicke kamen die Mutter und der gristetzkranke Sohn zurück von ihi em Spaziergange. «Es müsste sich etwas machen lassen mit einem Badehotel hier an der Strandpromenade,» sagte er mit phantastischem Aufludern. «Ich werde doch einmal einen Ueberschlag machen lassen —» «Weshalb willst du nun das, Karl?» sagte der ältere Bruder gutmüthig. «Bist du nicht reich genug?» «Das ist wahr!» antwortete der Geisteskranke mit beifälligem Lächeln. Plötzlich verfiel er neuerdings auf den Gedanken-gang, dass ich gekommen fei, um deu Bruder zu bewegen, Geld an das eine oder das andere Unternehmen zu seyen, uud nahm mich geheimmsvoll beifeite: «Will er mit dem Gelde nicht herausrücken, so kommcu Sie nur zu mir!» flüsterte er beschützend. «Ich bin es ja, der---------» «Führst du nicht Emilie zu Tische, Karl?» sagte der Fabrikant, «dann gehe ich voraus. — Sie nehmen vielleicht die Mutter?» fuhr er, zu mir gewendet, fort. «Meine schöne Schwägerin!» sagte der Geisteskranke uud bot mit ausgesuchtem Austand der jungen Frau deu Arm. Es war unleugbar ein hübsches Paar, wie sie so durch die Thür schritte,,, welche der ältere Bruder geduldig für sie ofsen hielt. Die Mutter fieng mnueu Blick auf. «Nicht wahr,» sagte sie. «er ist schön und fein? Iohanu ist ein braver, tüchtiger Mensch; aber Karl ist das Glück und das Licht für die Familie, er ist der---------Ja, Sie verstehen es vielleicht uicht; aber---------» «Doch, Mutter,» sagte der Fabrikant mit seinem ernsten Lächeln von der Thür aus, «ich glaube schon, dass er es versteht!» Umschrift lautete: Nidi! pro ms (nichts für mich). So wird jetzt die Kellnerin, indem sie den Gästen die Töpfchen vorfetzt und Bezahlung empfängt, vielleicht, wenn das Trinkgeld ausbleibt, iu Frageform ausdrücken: «Xiliii pro wo?» — (Die weiße Steiermark.) Aus Ober-steiermark wird vom 14. d. Mts. berichtet: Der heutige Morgen brachte eine traurige Bescherung, indem nach einem kurzen Regen seit heute 4 Uhr früh alles mit Schnee bedeckt ist; die im fchönsten Blütenflor prangenden Obst- und Zierbäume senkten sich mit ihren Aesten und schwachen Stämmchen zu Boden oder brachen unter der Last des schweren, in großen, wässerigen Flocken fallenden Schnees. Die Temperatur beträgt -j- 1 Grad Röaumur. Aunst und Aitsvatur. — («Unsere Nahrungsmittel».) Die Beurtheilung und Nährwertbedcutung der wichtigsten Nahrungsmittel. Von Dr. Karl Rcitlechuer, k, l. Professor. Wien 1887. Verlag uon Georg Paul Faesy. I., Goldschmiedgasse 11. Preis 60 lr. Durch eine naturgemäße Ernährung wird nicht aNein die Gesundheit el> halten und befestigt, sondern es werden auch die Leistungen des Gehirnes gefordert. In jeder Beziehung also ist es dem Con-sumentcn von Interesse wie von Nothwendigkeit, sich über den Nährwert der Nahrungsmittel, die Qualität uud über die mannigfaltigen Fälschungen derselben zu unterrichten. Diesen Zweck erfüllt das vorlicacude Büchlein, dessen Verfasser sich zwar zunächst an die Mitglieder des Ersten Wiener ConfumVercines wendet, das aber für jedeu Leser wichtige Ninle und Rathschläge enthält. Aphorismen. Die uutcrsten Aeste des Waldes berühren sich, doch die Kronen stehen abgesondert und allein. Wie traurig ist der Gedanke, dass wir uns nur deshalb erheben, um vereinsamt zu stehen. Gegen die bittersten Leiden des Lebens sichert uns nur die Verzichtleistung auf seine silßeste» Frcudeu, Es gibt Freuden, die manchen Blumen gleich nur auf Ruinen gefunden werden können. Halb Äffe, halb Engel, so ist das Kind. Wie muss es steigen, wie muss es fallen, um ein Mensch zu werden! Was die Perle der Muschel, das ist die Liebe vielen Frauen-Herzen — ihr einziger Schatz uud zugleich ihr unheilbares Leid. «Wie wenig wissen wir!» sagt der Weise. «O, wär'ich doch mächtiger!» seufzt der Fürst. «Gibt es ciuen Menschen, der so lieben tonnte!» ruft der Jüngling aus, da er der Geliebten denlt. Nur ein Herz, das liebt, ist mit sich selbst zufrieden. «O tonnt' ich doch mit meinen Erfahrungen noch einmal jung werdeu!» so seufzen viele. Doch töuutest du wohl jung sein mit deinen Erfahrungen? Nicht die Jahre machen uns altern, fondern die Erfahrungen, die wir uus in ihnen erwerben. Nicht eine lange Reihe von Sommertageu beraubt deu Baum seines Laubes, sondern der einzige Morgenreif, mit dem der Herbst hereinbricht. Wusste cs die Knospe, dass sie nur sich zum Verderben erblüht — da ja doch ihre Blätter nacheinander aus die Erde fallen, sobald ihr Kelch schon ganz entwickelt ist — würde sie da wohl nicht erblühen wollen? Wo gibt es Stoffe, wo gibt es Herzen, die unter Umständen nicht weich würden? Nur der Wärmegrad ist verschiede». Wo etwas in Trümmer fällt, da fehlt es nie au Uulraut, das auf den Nuiuen reich gedeiht. Das Allerhöchste, was wir auf Erden erringen können, ist das Bewusstsein, immer nach hohem Ziel gestrebt zu haben. Nicht viele Ideen, sonderu eiue Ueberzeugung macht den großen Mann. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 17. Mai. Das Kaiserpaar begibt sich vor« mittags zur Erzherzogin Valerie nach Ischl, wo der Kaiser bis Donnerstag abends verweilt. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in der Abend-sitzuna. das Capitel «Zoll und indirect« Steuern». Wien, 17. Mai. Im Abgeordnetenhause des Reichsrathes beantwortete heute der Fiuauzminister Dr. Ritter von Dunajewski zwei Interpellatiouen, betreffend den Bezug von Salz aus ärarischen Salinen, worauf die Specialdebatte über den Staatsvoranschlag fortgefetzt wurde. Wien, 17. Mai. Reichs-Fmanzminister v. Kallay hat sich heute auf längere Zeit uach Sarajevo begeben, von wo aus er einige Iuspicierungsreisen unternehmen wird. Prag, 17. Mai. Wie die «Politik» meldet, soll die Auflösung des mährischen Laudtages bevorstehen. Kralall, 17. Mai. Der gewesene Landmarschall von Galizien uud Herrenhausmitglied Dr. Nikolaus Zyblikiewicz ist gestern abends gestorben. Paris, 17. Mai. Die Kammer' nahm mit 312 gegen 143 Stimmen dic bekannte Resolution des Budgetcomites an, nachdem der Ministerpräsident die Cabinetsfrage gestellt hatte uud die im Sinne der Regierungserklärungen gehaltene Tagesordming mit 275 gegen 257 Stimmen verworfen worden war. Nächste Sitzung am Montag. Goblet überreichte abends dem Präsidenten Gr«5uy die Deniisswn des Cabinets. Paris, 17. Mai. Die gesummte Presse erklärt es als eine Nothwendigkeit, dass Boulangcr Minister bleiben müsse, wie auch die Cabinrtskrise enden möge. Chatclet, 17. Mai. Von Charlcroi wurden Truppen Hieher abgesandt. Die gesammte Vürgergarde der Umgegend von Charlerui ist aufgeboten. In Tilleur (Kohlengruben - Aassiu Lüttich) fand heute cine Ver-ammlung zahlreicher Arbeiter statt, und wnrdc fiir nächsten Donnerstag ein allgemeiner Streit im KoW' ba,>ln Lüttich beschlossen. <, Charleroi, 17. Mai. Vormittags faud in LacrG^ ein Zufammeustoß zwischen Gedärmen uud Streiks statt, wobei zwei Streikende getödtet wurden. . ,^ Woronesch, 17. Mai. Die Zarenfamilic paM gestern abends die unweit von hier gelegene ÄalM^'' Razoielnaja. -. Odessa, 17. Mai. Die Königin von Serbic" " vormittags hier eingetroffen. Athen, 17. Mai. Die Kammer, welche heute ^ sammentrat, erledigte 35 Gesetzentwürfe, worunM' mit OesterreichUugarn abgeschlossene Handelscolwem^ Angekommene Fremde. Am 16. Mai. Hotel Stadt Wit». Pllcher, Hautz, Beweis. Veraus und Sch>^ Kaufleute, Wien, — Oberhueber, Kaufmannsgattin, 2l>>5, Porgellius, Kaufmann, Pasfau. — Vacf. Kaufmann. Ja« , dorf. — Klimpl'e. Besitzer, s. Frau. Wampersdorf. - Vcrde"^ Vesitzer, f. Frau. Veldes. — Hertaus, Private, La,lM> Hertaus, Ricmermeistcr. Trieft. ^. Hotel Elefant. Komoly. Kfm., Wien. - Rudinger, Kfm,, ^,' Wolfs, Kfm., Karlsruhe. — Pinter, Oberlehrers-Tochter. 5 rolach. — Richtaric. Privatier. Klagenfurt, — Stiver Ä" und Kraiuc Amalie, Private, Cilli. — Schnieber. M!'l / Obertrain, — Policy. Besitzer, Trieft. — Mugricic, M!>>' ' Sessaua. MstlM Kaiser von Oesterreich. Doljan, Student, Graz. Gasthof Sternwarte. Kousca, Besitzerin, s, Familie. Plan"'«' ^. Pecnit, Besitzer. Auersperg. — Hocevar, Besitzer. Pndlo^ Berdaus, Besitzer. St. Veil, ^^. Verstorbene. Den 1 ?. Mai. Raimund Flusti, Kclluer. Ü2 I>, I°^,', platz 7, Tuberculosc. — Josef Pavsic, Kcllners-Sohn, U' ^ Wienerstraße 17, Blutzcrsetzung. Im Spitale: ^ Den 15. Mai. Elifabcth Azman, Inwohneri», ^ ^ Deu 16. Mai. Franz Strekel. Knecht. 20 I. '"'^ erlittener Verletzungen. — Anton Svetel, Inwohner, <"" Marasmus. Meteorolosti Q? ssltnfte! 100 „ 138 5l, 137 - ^Kl, ^"alslyiz . . 100 „ 165 75 1W.2,°> !'. .> ------ ^tll^^lbtente, stcu«fl«< . Hi!'2U 112 4n '''»llnrentc, fteuelfrci . 3L95 i!7.ik ' ?,Ä.""e <°/o .... ioi?5i0i-ro . ^^ "lcnte 5«/» .... 87-80 L8 -' >',,'°-°W>l. lx<,,I.°,W.S. ibi—lülbü ' tz ' ^N.Pnelitälc» . . »»'— 98 50 . ""°l«'l)bl.cNn!,.Ostt'ahn) II?--------'- , ?s> ^ ^ ""b slavonische . 104 50 IUS -°"'bt>'ni,chc.....I04?0!i0l>30 Vllr >waie 5>"/u Tcmesn Vaual .... 104 75, —,— 5°„ ullgaiische......104.75105-50 Nndere öffentl. Unlehen. Donau-Reg.'Lose 5°/» 1N0 fl. . 11850117- dto. Nnleibe 1878, steuerfrei . 10« 2» 100 75 twlcbe» d. Stabtgcmciüdc Wien 105 2b 105 00 Anlehen b. Etablgemeinde Wien (Sub« und Gold) .... 182-— - -— ^nimicn'Ai.l. d, Slabtgem. Wien 12« — ile 50 Pfandbriefe (sül 100 fi.) ibodnicr. allg.österr,4°/»Gold. ILL —IL7 — dto. ln 50 „ „ 4>/, °/n 101' - 101 40 tto. in 50 „ „ 4°/„ , »8 70 9?li0 d»o. Pläni!en-Echulbv«schl.3°/<, 101 — i«I s>s> lleß.HyPrlhclenbanl I0j. 5'/,"/° iui!i0 — — j7tsl.„!Ng. Vaiil Verl. 5°/» . . 100 3<> 100-80 dto. ^ 4>/,°/„ . 102 — 102.40 bto. „ 4°/„ . . 88 75 9l> Lb Uiig. allg. Bodencrebito^lctienges. :r Pcst in I.I83U vcrl, 5>,',"/o —'--------— Ptiblitäts'Oliligationeu — Herdniandi<»i!<0ltl'ah!i i,, Silber io0 20 100'8b ^llluz-Ic^s^Bahli..... —>— —-— Lm. 1l<8l .^0 sl. ^. 4 >,,«/, , iuo 30 10140 Oesterr. 8iordwestbahn . , 10050 107-lint'cl.dlil^er.......j ——. — — Veld «rar»,' Etaatsbahn I, «misslon . .iW2l, l»» — Gübbahn ö L °/i,.....147 b0 14«'— « ö 5°/».....1^7._ i2ß _ Ung.-galiz. Vayn.....100 - iu0 40 Diverse Lofe (per Stück). Lrebillose 100 ss...... 175'5N 17« — LlarO'Lose 40 fi...... 4425 __.. 4°/„ Donclll-DllMplsch. INo fl. . 11Z-75 114-25 i!ail,acherPlämlen°jll>>eh. liafl, 1950 «0 — Ofen« vose 40 fl..... 488» 49-lü Palffy-Lose 4« N..... 4g 75 44 20 Nolhcn «leuz, oft. Ges.v. l0f>. 144« 14-70 Nudols-Vosc iu fi..... ^^.^. ;y.__ S«lm°Lole 40 fl...... 57.5c, K8 ^h Kl.^G'.'üoiS-^ose 40 fl. . . . 55 ?b bSüb Waldstcin.^'ofe ^0 fl, . . , 3575 .«25 winb,,'chgiätz°i!ose W fl. . . ^g 75 44-25 Vanl.Actien (V« Vtüll). Unglo»Orftelr.«anl i>00 »1. . 103 75.io4»b Vanlveiem, Wiener, 100 fl. <><, 5« ,,„7^ Vb»cr,.N»st..Oeft.z!00fl.S.40<'/<,242'— 243 -«irdl,'Änft. f. Hand. u. G. iLu sl, 281 20 i!»i 5(, Lrctlil'^nl, Mg, Uiig, 2U0N, , i!»4 7i>285i!L Dcpositenbllnt, Alln.20U fl. .li?! __!i7?._. eiöft.5uull, 045,^ o5U-Hv^^yelnib., öst.^0«f>,.i!5«/uE. «4>— ßß-<.'^^ll>., o,l., ^00 l.....W8 60 l«9 — jjcr»,l!l0dal,I. AU^,, l^> il. . 150».. Il»0'5c Ncticu von Transport» Uut^rnehmnngen. (per Stüs). Nlbrecht-Vabn i!ao sl. Silber , -'--------^ Alfcll? Fl!!m,'«ahn ^00 sl, SNl>. 182 —182 0U llussig'TepI. Eisenb. 20N st,LM,---------------- Vöhm. Noidbap» 150 fl. . 180—181 — . Weftbahn 200 fl. , . .250—«82-Vufchtichrader Lisb. 500 fl. 2M, 81? —822 — « lUt.«) «00 si. '^08—2l0 — Donau » DampfschiffahrtS < Gcs. Oefierr, 500 fl. EM. . . .347—3t9 — Drau-Eif. (Vat,'Db,,Z.)L0Usl.S,--------------- Dur-Vodcnl'llcher E.»>8.2Uo fl,S. —'—------ <>tIisal>eth»U<,hn 200 sl. CM. . —'-------— „ Linz.Oubweis Ü00 fl. . —--------— ,Sl,b..Tii.ÜI.E. i878^00sl.S. —---------— Feldlna»bs»i>iordb. 1000 fl. CM, 2493 2498 ssran,'Ios!.'s'Bahn 800 sl. Gilb«-------------- ffi!nftiicheu»Äarcsel».«oofl.un 200 sl. Eill'er 185-KO 168»— Liebenvüi^^ ^l.cud. KW fl. __ —.— Staat«»,'»!.! <,lir,l :i>,0 'l, ö, Xi! ,^z24 75 225, 21 SÜbbahn ?00 sl. Silber . , . 7''50 78 — Süb«Nolbb.'!Uerb.»^.2on sI. CM, 151-5015« 50 Tl)ciß»Äat»u ^«0 sl, ö. W. . , —— — -Tramwad.Ges., Wr. I?0jl. ö, W, 232 «5 23L 5U „ Wr.. ne» 100 fl. Ul-25 84 75 TransportoGesellschaft ino sl. , —— — — llng.z. Eisenb. »oa sl, Sllbei 1N9 — 170 — Nng. Noiboslbahn 200 sl. Eilbei 1S>< ?ii 186 25 Un„,Westb.(«aab«Graz)«0U fl,S, 185 75 l«« 25 Induftrie.Actien (per Stück). Essydi und Kinbbcrg, Eisen» und Lta^l-Inb. in Wien luo fl. . —-— —-— Eiscnbabnw.»^eihg. I. 80 fl, 40^» —-— 78 — „^lbemilhl", Papicif. u. !».<«s. 0!,-?5 8« 20 Äiontan-Gesellsch., öfterr,»>,lvine l?-?ü 18 — Präger löisen>Ind.. i!)U fl, —-— — — Devise». Deutsche Plätze......62 35 82 50 Uor.don.........l27 — 127 »5 Varis .........ii0-3?i. 5042^ Petersburg .......—— — — Valuten. Ducaten........ 5 97 5.1,9 zla.sslancs.Stüce..... 1007 »o «8 Silber......... —-— ^.» Deutsche Neichgbanlnoteu . . 82-85 «z-zy Gemüthlicher Landaufenthalt mit heilkräftigen Bädern für Sommerfrischler, Touristen: Warmbad Gallenegg Post Islak in Krain Station Sagor der Südbahn. Anfragen und Bestellung von Wohnung und ¦Vagen zum Bahnhose bei der Badeverwaltung. (2110) 2—1 Bade-Inhaber. Kundmachung. Sonntag, den 22. Mai 1887, findet vom k. k. Corps -Artillerie-Regiment Nr. 13 I f eränri! t PMefliiiprs ^n in der grossen Nusohak-Kaserne untergebrachten Pferden statt. i|i„aj ^auflustige sowolil als auch jene. welche auf eine für längere Zeit fortdauernde ^d'/lle ^es Düngers reflectieren, wollen sieh am obigen Tage früh 9 Uhr in der Q*"oha-Kaserne, Hilsohergasse Nr. 5, im I. Stock einiinden. ^ Laib ach am 16. Mai 1887. (2212) 3-2 ^}k.k. Corps-Artillerie-Regiment Freiherr v. Hartlieb Nr. 13. ""• * <*?'*¦ '':^:-^Htk * r"iitliiilt.jQ(Jen nennenswerten Ort der 00 I i^^igyu^SyWBBW neuest.Zahlungen, sämtliche Staaten 51 WH^^^SLHVmI\\\\ Gewichten; ferner'dieVölkerschaften, ~"I^^^HV&V7v k\ \*]M Berge u.Gebirge (mitHöhen), Meere, ^\ \ K\V^\ JlA\MW» Inseln, Flüsse, Seen def-Erde. V V VT\Sftuä&nS!wm Neue>teB,vollirtanaig8teBu.'t)flilgBteB \A«JwWM|^3w|^y Orts-Learikon der ganzen Erde. ^EBŽžaSèMJJljSSSfa^^ MBg.gi-.8*!ui.HOOOOArtik.aiiiUftbouaiertboi: *' *lüiP"^ * I ig. v.KlGiumayr & Bamlierg. Laibacl] M. 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Bezirksgericht Wiftpach, am Uten März 1887. Die Filiale der Union-Bank in Tries! beschäftigt sich mit allen Bank- und Wechsler-Geschäften a) verzinst Gelder Ixn Ccn.to-Corren.te und vergütet iiir Bstiilcuoton 3V4 Procont gego» 5tügigo Kündigung 3«/4 „ auf 4 Monate fix, liir lVai>oIooiis d'or 28/4 Procent gogon 2Otiigigo Kündigung 3 * » 40 „ „ i?1/* r, n iJmonatlicho „ HV. „ * 0 * Im O-Iro-Conto 3 Prooent bis zu jodor Höhe; ßück-zahlungon bis 20 000 fl. ä vista gogon Cheque. Für grössere Betriigo ist dio An-zoigo vor dor Mittagsbörso orforderlich. Dio Bestätigungon orl'olgon in einoiu separaten Einlatfsbüchol. g4T Für alle Einzahlungen, die zn immer welcher Stunde der Bureauzeit geleistet, werden die Zinsen von demselben Tage angefangen vergütet. spy I>on Inhaborn oines Conto-Cor-ronts wird dor Incasso ihror Rimessen por Wien und Budapost-franoo Provision vormittolt und obonso ohne Provisionsbelastung Anu'oisiingon auf dioHO boidou Plätzo orlassun. Es stobt don Horron (Joiuraittouten froi, ihro Wechsel bei dor Cassa der Bank zu domicilioron, ohno dass ihnon hiefür irgendwolclio Außlagon orwachson. b) übernimmt Kaufs- oder Ver-kaufs-Austräge für Effoeton, Do- visßn und Valuten, hosorgt das In-casso von Anweisungen und Coupons gogon '/„ Procont Provision ; c) räumt ihren Committenten die Facilitation ein, Kflbckm jodor Art boi ihr doponioron zu könnon. doron Coui)Oiih sio boi Vorfall gratis oincassiort. (847) 12-12 Mariazeller Magentropfen. Vortrefflich wirkenden DHttel bei allen Krankheiten des Magcni. Schutzmarke. . . Unübertroffen bei AppetitlosiRkeit, Schwiicho il. Mag-enB, libülriechencl. Athem, Blähungen, Baurom Ausstossen, Kolik, Mii>rcnknturrh, Sou - brennen, Hildunffvon Band und Uries, üboc» iniiHsiprer Sehleiin-production, Gelbsucht Kkol und Erbrochen, KopfHohmerz (falls or vom Maffcn herrührt), MaKcnkrainpf, Hart-leibiKkoit oder Verstopfung, Ueber- ladnng des Magens mit Speisen und Qotränkcu, Würmer, Milz-. Leber- und Ilämorrhoidalleiuen. Preis per Fläx20)ir.-u 1^; Amerika fl"^^^^ bei der k. k. conc. Auchor-Line Wien, L, Kulowratring 4. (1967—3) Nr. 1424. Erinnerung. Vom k. k. Bezirksgerichte in Seisen-berg wird dem unbekannt wo abwesenden Anton König von Lakuern Nr. 2 hiermit erinnert, dass die von Andreas Köniq von Neubacher gegen ihn wegen 100 st. s. A. eingebrachte Klage dem ihm bestellten Cnrator a^ a<2lu,n Mathias Maußer von Unterwarmberg zuqefertigt worden ist und die summarische Verhandlung mit demselben am 3. Juni 1887 gepflogen werden wird, falls Geklagter damals weder persönlich noch durch einen andern Machthaber vertreten erscheint. K. k. Bezirksgericht Seisenberg am ^April^1887^________________ (1601—2) Nr. 2563. Uebertragung dritter exec. Feilbietung. Ueber Ansnchen des Michael GostiZa wird die mit Bescheid vom 21. November 1886, Z. 9630, auf den 26. März 1887 angeordnete dritte executive Feilbietung der dem Frauz Urbas von Fleckdorf gehörigen, gerichtlich auf 4280 fl. be-werteteu Realität Grundbuchs - Einlage Nr. 1 der Catastralgemeinde Fleckdurf mit dem Anhange des citiei-ten Bescheides auf den 4. Juni 1867, vormittags 11 Uhr, Hiergerichts übertragen. K. k. Bezirksgericht Loitsch, am 28sten März 1887. (1308—2) Nr. 1041. Aufforderung zur Erbserklärung. Von dem k. k. Bezirksgerichte Illyr.-Feistritz wird bekannt gemacht: Es sei am 13. April 188tt Maria Majdic in Zareiea ohne Hinterlassung einer lchtwilligen Anurdnuug gestorben und es sind als deren gesetzliche Erben, deren Geschwister Josef Majdic und Andreas MaM. resp. die Kinder des leh-tern, benifcn. Da dem Gerichte der Aufenthalt des Josef MaM uubekauut ist, fo wird derselbe aufgefordert, sich binnen einem Jahre von dem unten gesetzten Tage an bei diesem Gerichte zu'melden und die ErbL-erklärling anzuvriugcu, widrigens die Verlasscnschaft mit den sich meldenden Erben und dem für ihn aufgestellten Curator Herru Loreuz Icrovsek vou Feistritz abgehandelt werden würde. K. k. Bezirksgericht Illyr.-Fcistritz, am 27. Febrnar 1887.