Deutsche Macht (Irüker „Gissier Zeitung"). SrfiSfiKt jrden Tonnerstag an» Sanalag tnotgtil und koste! für Sillt Bit ^»fleflun« inl Ha»« «aaatlich fL —,8S, vieitel>ährtq f[. 1.50, d°Id,Zhi>g ». , g-R,>»hriz 1L . Mit ÜoftKtfeatinnj ointdiUtri« fl. l.M. haldjibrig st. 3.J0. gaxjjiihri, fl. «.«». Die einzelne Nummer 1 fr, Insenile nach Tarif! bei «fterea W>ederh°lu»ge» r»I<»reche»der Rabatt. Au»»i>rl» nehmen Iai-ral? für »Iilcr via« alle bedeutende» «nnoncene»x,di!i»ne» de» In- nnd Auslande« an. »»« «duiinistraiia» Herrengalle Nr. «. Sprechst»i>d«» de« Redacteur» tü^Uet), mit «»«»ahme d«, Sana- und fcterMge. van 9—1» Uhr Vor- «ad J—» lihr Rach«tttaz». — Reelanulionen wrtufrei. — MoauIeriVte werden Nicht »arlldct. — »»»ahme Zulendunoen »ich« beriiitflchti««. Nr. 27. Cilli, Donnerstag. den 5. April 1883. VIII. Jahrgang. Äegen die Schutnovelre. Der Gemeinderath der Stadt Cilli beschloß in semer außerordentlichen Sitzung vom I. April einstimmig die Entsendung nachstehender Petition an da» Abgeordnetenhaus: Hohes Abgeordneten-haus! Mit großer Besorgniß hat die ganze intelligente Bevölkerung Oesterreichs mit nur vereinzelten Ausnahmen seit 3 Jahren die Bewegung betrachtet, welche durch die Angriffe auf unser VolkSschulgesetz vom 14. Mai 1869 her-vorgerufen wurde. Daß eine Regierung, welche jede einzelne Fraction der gegenwärtigen Ma-jorität dringend benöthigt um die erforderlichen Stimmen für die erdrückende Belastung der Be-völkerung zu gewinnen, auf die Dauer nicht Widerstand werd» leisten können, daß sie den immer heftiger drängenden Anforderungen ge-wisser egoistischer Kreise trotz ihrer besseren Ue-berzeugung endlich werde nachgeben müssen, ist uns von Vornherein ebenso klar gewesen, wie die Haltung jener slavischen nationalen Volks-vertrete?, deren einziges Leitmotiv in den Worten Ausdruck findet: wir haben nur die eine Auf-gäbe, die jetzige Minorität nicht zur Regierung gelangen zu lassen. Daß aber endlich trotz der viel bescheideneren Ansprüche, welche der erste Antragsteller und jetzige Berichterstatter der Ma-jorität erhoben hat, ein Gesetzentwurf zu Tage treten werde, wie es die gegenwärtig« Schulnovelle ist. konnte selbst der ängstlichste Pessimist nicht erwarten. Wir find weit davon entfernt zu läugnen, daß gewisse Erleichterungen im Schulbesuche für die Landbevölkerung zweckdienlich erscheinen; wir halten es jedoch für ein gefährliches Experiment, ja geradezu für einen politischen Selbstmord, in einer Zeit, wo die wirthschaftliche und staatliche Concurrenz nur durch gesteigerte geistige Aus-bildung ermöglicht wird, die Durchschnittsbildung des Volkes auf ein tieferes Niveau zu füllen, und das wird schließlich die Coniequenz der gegenwärtigen Schulnovelle sein. Der §. 21 der- Z>ie Pankeerace. Kein Individuum, sei es Thier, sei eS Pflanze, ist seinen Eltern vollkommen gleich. Die Ursache liegt auf der Hand; einmal werden sich die Charaktere von Vater und Mutter gemischt beim Abkömmlinge finden, und dann können auch jene Naturkräfte. deren Wirkung auf den Organismus bei seinem Entstehen und bei seiner Entwickelung wir zwar wahrnehmen, erkennen, aber nicht begreifen, in ihrem ewig wechselvollen Spiele unmöglich bei Eltern und Abkömmlingen dieselben gewesen seien. Nach einer gewissen Rich-mng hin muß also der Abkömmling stets von seinem Ursprünge abweichen, und wird diese Richtung in der Abänderung von Charakteren Generationen hindurch beibehalten, so wird of-fenbar eine fichtbare und constante Veränderung der Art sehr bald eintreten. So wächst z. B. auf dem Cap der guten Hoffnung unseren Eichen ein anderes und schlechteres Holz, in den heißen Zonen geben unsere Reben keinen Wein mehr. Die Katze ist in Paraguay um ein Viertel klei-ner geworden, ihr Rumpf ist schmächtiger, ihre Glieder sind zarter, ihre Haare kürzer, ganz glanzend, dünn stehend und knapp anliegend. In den Pampas von BuenoS-Ayres gibt es eine große Änzahl verwilderter Hunde: diese graben selben geht in der Gewährung von Erleichte -rungen allzuweit: denn es ist kaum zu bezwei-feln, daß dasjenige, was dort aB Aufnahme auftritt, zur Regel wird. Von einer Bevölkerung, welche unter dem Drucke der Fünfzigerjahre aufgewachsen ist, und welche auch heute noch zum großen Theile von der Kanzel und dem Beichtstühle aus geleitet wird, ist nicht die klare Erkenntniß des Nothwendigen und Nützlichen zu erwarten, sie wird auch nicht das geringste Opfer bringen und sich nicht die kleinste Entbehrung auferlegen wollen, um dem Kinde eine besfcre Zukunft zu gründen, sie wird die momentane Erleichterung dem Wohle der künftigen Generationen vorziehen. Noch bedenklicher aber erscheint unS die Beseitigung des interconfefsionellen Prin cipes in der Schule. Schon wurde unverhohlen angekündigt, daß der neue §. 48 nur eine Stufe sei, auf welcher die religiöse Unduldsamkeit zu ihrem Ziele weiterklettern wird. Wenn nicht, was Gott verhüten möge, ein wuchtiger Schlag deS Schicksals das Werk zerschmettert, an dessen Wiederaufbau gearbeitet wird, so liegt eS wohl in dem natürlichen Gange der Dinge, daß jene Grundsätze sich weiter entwickeln, die in der Schulnovelle aufgestellt werden sollen, daß der confessionelle Hader mit aller Kraft entbr-nnen wird, daß in dem Kampfe die jeweiligen Macht-Haber Sieger bleiben und schon ihrem natürli-chen Schutzbedürfnisse folgend, ihre Position mit neuen Wällen umgeben und befestigen werden. Zuvörderst auf dem Gebiete der Schule wird die conservatire. richtiger reaktionäre Partei die Sicherstellung für die Dauer ihrer Existenz suchen. Dort muß daS Fundament gebaut werden, da-mit auch künftige Generationen ihr keinen Wi-verstand leisten in der Verfolgung ihrer selbst-süchtigen Zwecke. DaS ist eben der Unterschied zwischen den Bestrebungen deS frei- und deutsch-gesinnten Volkes und jenen der gegenwärtigen Majorität. Die Institutionen des ersteren haben nur daS Wohl des Volkes und des Staates im Auge, nicht was einzelnen von ihnen oder auch sich Höhlen und leben ganz wie Raubthiere; auf den Steppen Osteuropa'S und Vorderasiens be-obachtet man AehnlicheS am verwilderten Pferde, dem Muzin der Kosaken, dasselbe ist sehr de-ständig in der Farbe geworden. So mächtig hat aber die Cultur auf die physischen Eigenschaften dieser Thiere eingewirkt, daß die Gewalt der Menschen über dieselben auch im verwilderten Zustande nicht verloren gegangen ist: ein tüch-tiger Reiter vermag ein solches Thier in we-nigen Stunden zu bändigen, während die eigent-liehe wild« Stammrace der großen Tartarei. der Tarpan, unzähmbar ist und in der Gefangen-fchaft stirbt. Das Merinoschaf hat in Südamerika statt der Wolle kurzes, straffes Haar, sein Fleisch ist mager, weiß, .seine Größe verringert sich. Am oberen Nil haben die Schafe theils Woll«, theils Haare, ander« haben Mähnen. Die Ochsen haben dort Fettduckel, während di« Kühe denen am Niederrhein fast gleichen. Die Rinder in Amerika, unzweifelhaft von den euro-päischen abstammend, sind ganz verschieden an Größe und Schädelbildung. Die einen haben ungeheuere Hörner, so lang und so dick wie die Stoßzähne der Elephanten. während andere hornlos sind, wie die in Paraguay. Einige ha-ben Fettduckel auf ihren Schultern, andere große dem ganzen deutschen Volke frommte, leitete sie in ihren Beschlüssen, sondern nur was den Bedürfnissen allcc Völker entsprach, was die Kräfte aller Staatsbürger erhöhte, was dem Staate selbst zum Nutzen gereichte. Aus diesem Geiste ist das Volksschulgesetz vom Jahre 1869 entsprungen, e« soll nnn ver-scheucht werden, um den Bestrebungen einzelner Gruppen Platz zu machen, welche, wir können es an der Hand der Geschichte beweisen, nie» mals von staatlichen, sondern stei» nur von Sonderinterefsea geleitet wurden. Diesen Erwägungen stattgebend, hat der Gemeind«rath der Stadt Cilli einmüthig den Beschluß gefaßt, an das hohe Abgeordnetenhaus die Bitte zu richten: dasselbe wolle sein« Zu-stimmung zu der vom hohen Herrenhause be schlossenei» Novelle zum Schulgesetze vom 14. Mai 1869 und insbesondere zu den §§. 21 und 48 verweigern, eventuell das Kronland Steiermark von dem Geltungsgebiete dieser HZ. ausschließen. In letzter Stunde noch richten wir diesen Appell an di« hohe ReichSvenretung. Wir können die letzte Hoffnung noch nicht ausgeben, daß denn doch vielleicht di? Erkenntniß deS wahren VolkSwohleS und das Gewissen in der Brust ciues oder des andern von freisinnigen deutschen Lehrern gebildeten ManneS lauter sprechen werde, als die vermeintliche Förderung augenblicklicher Parteizwecke. Wir selbst lebc.i in einem Lande mit ge-mischter Bevölkerung: wir können am besten be-unheilen, ob dem Slovenen schadet, was dem Deutschen nützt, und wir können mit tiefster Ueberzeugung auSsprechen, daß die neue Volks-schule die Cultur des slovenen ebenso gefördert hat, wi« die deS Deutschen. Wir dürfen auch nicht verhehlen, daß in den vordersten Reihen jener Apostel, welche die nationale Verhetzung in unseren Gegenden predigen, die Seelenhirten des Volkes stehen und dies, mit wenigen glän zenden Ausnahmen, allesammt. — Sie haben den ersten Samen nationaler Zwietracht gesäet hängende Ohren, lange Mähnen, einige besitzen die Größe «mcS Elephanten, bis zu 2600 Kilo Gewicht, andere nur die Größe eines Hundes. Die einen sind ganz braun, andere ganz schwarz, einige gefleckt, andere ganz weiß. Wenn nun Pflanzen und Thier« durch klimatische Agentien umgewandelt werden und scharf ausgeprägte Varietäten bilden, so wird sich auch der Mensch ihrem Einflüsse nicht entziehen können. „Nach der Analogie wäre eS ein Wunder", sagt Herder, „ixenn der Mensch in den verschiedenen Klimaten unver-ändert bliebe." In N o r d a m e r i k a bildet sich fast unter unseren Augen ein Menschenschlag aus, dessen charakteristische Merkmale sich t ereits scharf aus-geprägt haben, obwohl erst wenige Generationen jeit seiner Einwanderung auf einander gefolgt sind und der stetige Nachschub neuer Einwan-derer fortwährend frisches Blut zuführt, das den UmartungSproceß nothwendig aufhalten und verlangsamen muß. Alle Beobachter stimmen darin überein und wir können es aus eigener Anschauung bestätigen, daß der Nordamerikaner in seiner ganzen äußeren Erscheinung sich von seinen keltisch-germanischen Brüd«rn in auffal-lender Weise unterscheidet und sich in mancher 2 und sie pflegen das rasch wuchernde Kraut mit sorgsamer Hand. Nicht versahnende Menschenliebe deS Stifters der Religion ist das Wort. daS sie im Mundi? führen, sondern confefsionelle und nationale Leidenschaften. Je tieferen Einfluß auf die Bevölkerung die Gesetze dem Seelsorger gewähre», desto schroffer wird der Gegensatz zwischen den Na-tionali täten, und wenn heute noch der Slovene mit Widerwillen und Mißtrauen dem nationalen Agitator Heeresfolge leistet, weil eS ihm sein inneres Gefühl sagt, daß es falsche Proseten sind, die ihm den Kampf gegen die Deutschen predigen, so müsse» endlich alle die Machen-schaften der sogenannten Versöhnungspolitik, und in erster Linie die Schnlnovelle die Folge haken, daß der innere Kampf der Volker immer hef-tiger entbrenne, und daß die Flammen schließlich über die schwarzgelbeu Grenzpsähle hinaus-ichlagen. Die Völker selbst aber werden in der Cultur zurückgehe» und uiisere künftigen Gene-ratiouen werden Jenen nur fluche», die ihnen das werthvollste Gut des Menschen, die Cultur, verkürzt haben. Möge die Anzahl von Volksvertretern hinlänglich groß sein, welche erkennen, daß sie ihren, Volke einen schlechte» Dienst erweisen, wenn sie ihm die Waffen für Den zukünftigen Kampf um die Existenz rauben! AoMische Anndschau. Inland. Aligeordnetenhans Morgen nimmt das Abgeordnetenhaus leine Sitzungen ans. In den nächsten Tagen bereits wird die Debatte über die vom Herrenhause bereits angenommen« Cchulnovelle beginnen. Sind euch die Hoffnungen aus eine Ablehnung derselben Äußerst minimale, so hat doch die Pe-litionSbewegung, welche in allen Theile» der Monarchie zu Geltung kam. es klar gezeigt, daß oie überwiegende Mehrheit deS österreichischen Volkes von der Novelle nichts wissen wolle. Nur ganz kleine, wohlbeschränkte Kreise, die ir-gend ein^n elericalen oder nationale« Fanatiker für sich denken lassen, haben sich der Novelle gegenüber wohlwollend ausgesprochen Das Groß der österreichischen Bevölkerung ist gegen dieselbe und mehr als bei irgend einer anderen Gelegenheit wird eS sich diesmal ,eigen, daß hinter den meisten Mitgliedern der Majorität des Abgeordnetenhauses die Wähler nicht stehen. Kleinliche von egoistischen Motiven erfüllte Sonderintereffen werden gegen jede bessere Überzeugung die Schulnovelle zum Gesetze ma-chen und die Cultur Oesterreichs zurückstauen. Der Relervatsbefehf des -!andesc»mmandiren-den von Böhmen. Groy-Tschechien ist beruhig«. Das Organ des Herrn Rieger der „Pokrok" erklärt bestimmtest, Beziehung mehr und mehr d-m indianischen Typus nähert. „Der Typus der Angelsachsen," sagt Carpenter, „hat bereits eine bestimmte Veränderung erlitten, welche ihn dem Eingebo-reneu verähnlicht. Ein Neu-Engländer hat ein Aussehen, welches ihn leicht unter wahren Eng-ländern kenntlich macht, obwohl vielleicht nur vou de» Weichtheilen abhängig. Es ist jedoch eine gewisse Schärfe und etwas Eckiges um das Gesicht eines '.')a»kee, was sich wahrscheinlich selbst im Umriß der Knochen zeigen muß: eine Breite zwischen den Aesten des Unterkiefers, wo-durch daS Gesicht uuten sonderbar eckig wird — im ausfallenden Contraste mit der ov len Ver-engerunj, im alte» Vaterlande." Ganz ähnlich spricht sich P r u n e r aus und B o l l a c r t hat sogar Fälle gesehen, wo die in Amerika gebo-reneu Kinder englischer Einwanderer sich von ihren älteren, in England geborenen Geschwi-steru durch ihre Naukeezüge merklich unterschieden, und in der zweiten Generation sind die Züge des Jndianertypus ganz unverkennbar. Später reducir' sich das Trüsensystem aus ein Minimum seiner noruialen Entwickelung. Die Haut wird trocken wie Leder; die Wärme der Farbe und die Röthe der Wangen gehen verloren und wer-den bei den Männern durch eine» lehmigen „Deutsche W«cht." daß der die deutsche Sprache betreffende Reservats besehl des Herrn Landescommandirenden in Böhmen F. 3. M. Baron Philippovic nicht existire und daß sich demgemäß der zweischwän^ige tschechische Löwe beruhigen dürfe. Das „Baterland", von der irrigen Voraussetzung ausgehend, daß die bezüglich« Mittheilung von deutsch- liberalen Blättern erfunden wurde, ist über dieses Dementi höchlich ersreut und bemerkte spöttisch: die betreffenden Blätter haben also wieder einmal mehr gewußt, als man überhaupt wissen kann." Als man überhaupt wiffen kann! Es ist iehr unvorsichtig vom „Baterland" sich so kritizistischer Sprachweise zu bedienen. Bei strenger Prüfung würde es sich zum Schrecken des „Vater-land" und seiner frommen Patrone bald herausstellen, daß es ganz andere — und zwar nicht die aufgeklärten — Leute sind, welche zu wissen vorgeben, was man überhaupt nicht wissen k a n n. Der die deutsche Sprache betreffende Reservatbefehl des Herren Landescommandi rendcn Baron Philippovic ist doch zum Mindesten möglich. Ja es hat sogar einen großen Grad von Wahrscheinlichkeit für sich, daß er erlassen wurde, da ein solcher Beseht nützlich, wenn nicht gar nothwendig wäre. Die Officiösen, die ihn ersün den haben, um zu beweisen, wie sorgsam in der Aera Taasse der Bedeutung der deutschen Sprache Rechnung getragen wird, können sohin für ihre Erfindung einen plausiblen Entschuldigungsgrund geltend machen. Wohingegen im „Vaterland" Tag für Tag Dinge als positiv feststehend, von denen man mit ungleich größerem Rechte sagen kann: es ist dies mehr als man überhaupt ivisscn kann! In seiner naiven Schwayhaftigkeit ahnt das „Vaterland" offenbar nicht, wie gefährlich es für sein Metier ist, von „Wissenschaft" auch nur zu sprechen. Inzwischen hat sich übrigens in Prag ein Borfall abgespielt, welcher beweist, daß die dortigen Verhältnisse des Lfficiercorps im höchsten Grade unleidlich geworden fein müssen. In ver trauten Kreisen wird nämlich versichert, daß die Untersagung der Fechtassemblee, welche das Prager Officiercorps veranstalten wollte und zu der bereits die Einladungskarten in französischer l!) Sprache ausgegeben waren, aus Intervention einer höchstgestellten Persönlichkeit erfolgt ist. welche alte rirt über das ungeziemende Verhalten der tschechische feudalen Gentry gegenüber der Officiercorps daran Anstoß nahm, daß die militärischen Arrangeure der Fechtasfenblee dieserhalb nicht die wünschen»-werthe Empfindlichkeit an den Tag gelegt hätten. >.?loch ist Voken nicht verloren.'' Die österreichischen Polen Galiziens haben es bekanntlich im Reichsrathe zu Wien sowie in ihrer Presse an Betheuerungen nichi fehlen lassen, daß 11« die beste» zuverlaßigsten öfter« reichischen Patrioten seien, denen die Wiener Regierung unbedingt vertrauen könne. Merk-würdig genug scheint diese Versicherung der Pole» in den Wiener Regieruugskreisen auch Teint, bei den Frauen durch eine fahle Blässe ersetzt. Der Kopf wird kleiner, rund oder selbst spitzig! ma» bemerkt eine große Entwickelung der Backenknochen und Kaumuskeln. Die Schläfe-gruben werden tiefer, die Kinnbacken massiver: die Augen liegen in tiesen, in einander sehr genä-herte» Höhlen. Die Iris ist dunkel, der Blick durchdringend und wild. Die langen Knochen verlängern sich, besonders an den oberen Glie^ der», so daß in Frankreich und England zum Export »ach Nordamerika besondere Handschuhe fabricirt werden, deren Finger man ausnehmend lang macht. Die inneren Höhlen dieser Knochen verengern sich, die Nägel werden leicht lang und spitz. Das Haar der Nordamerikaner nimmt die schlichte und straffe Art des indianischen Haares an, obwohl sie ursprüglich weiches und lockiges Haar hatte». Die Haut ist sehr zart, das Fettpolster zwischen Haut und Muskeln ver-schwindet, ein auffallender Mangel an Körperfülle tritt ei», der Hals wird sehr schmal und daher scheinbar überlang. Dr. Georg S e«l h 0 rst sagt: „Die Nation der Nordainerikaner ist englische» Ur. sprungs, aber gemischt mit französischtm Blut? im Norden, mit spanische»! im Süd«» und ver» setzt mit dem fast aller europäischen 'Nationen. 1883 völlig Glauben gefunden zu haben, wenigsten» wurden den Polen alle ihre unsinnigen nanoua-len Forderungen gewährt. So ist Galizien voll ständig den Polen überliefert, ja es ist tbat-sächlich eine polnische Provinz geworden, wo nur noch die Anwesenheit der österreichischen Truppen einen äußerst losen Zusammenhang mit den übrigen Oesterreich bekundet. Alles üb« rige ist in Galizien stockpolnisch. Die Stimmen, die sich gegen diese fanatische Polinifirung erho-ben, wurde» in Wien nicht gehört, ja die Ru-thenen. die stets, wie geschichtlich erwiesen, die wirklichen Freunde Oesterreichs waren und ge« rade deshalb vor jener polnischen Heuchelei warnen mußten, wurden plötzlich, weil sie gegen das polnische Joch wehrten, zu Hochverräthern und Revolutionären gestempelt. Die polnischen Regierungsbeamten Galiziens, österreichische giebt es ja dort nicht mehr, strengten gegen sie sogar HochverrathS-Proceffe an. die freilich für die polnischen Ankläger beschämend genug aussielen, allein dadurch hatten die Polen, di« leider un< glückseliger Weise in Wien sehr einflußreich g«-worden, gegen die Ruthen«,, immerhin llebelwol-len und Mißtrauen erregt, wie wohl die Genann-ten diese Abneigung in keiner Weise verdient hätten. Ausland. Prankreich. Die Verhaftung der Petrusens« Louis« Michel erregt großes Auffehen. Die Genannte hatte sich in demonstrativer Weise zwei Male auf der Pariser PolizeiprSfectur eingeinnden und dort gefragt, ob die Polizei etwas von ihr wünsch«. Die „bittere" Louis« wird wegen Plünderung eines Bäckerladens als Anführerin eines Pöbelhaufens vor Gericht gestellt werden. Man nimmt an. daß ihr Verfahren lediglich ein agitatorisches Manöver gewesen sei, durch daS sie ihr Ansehen wieder zu heben beabsichtigte, nachdem ihr in Fräulein D' Erlineourt. der schönen Schauspielerin, «ine gefährliche Rivalin erstanden ist. Louise Michel hat eine so bedeutende Gefängnißpraxis hintcr sich, daß «s ihr kein großes Lpfer sein mag. wieder einige Zeit ins Loch zu spazieren, wenn sie nur dadurch An-spruch auf neue Lorbeeren als „Pueelle der Revolution" erwirbt. — In der legitimisti-scheu Provinzpreffe hat sich ein bedeutsamer Uinschwunfl vollzogen; 53 Zeitungen der legiti-mistischen Partei haben dem Grafen von Cham-bord den Dienst aufgesagt und den He^og von Anmale zum Chef der mouarchistischeu Parteien ausgerufen. England. Neben der Bildung einer Staatspolizei ist man im Jnfelreiche auch entschlossen in Zukunft eine schärfere Controle der Fremden eintreten zu lassen, die Ankommenden nach ihrer Legi- Trotz oder vielleicht wegen dieser Mischung zeigt sie sich von all-'n verschieden und tritt als ent-schieden selbstständig-r Typus auf. Das Assimilationsvermögen dieses Typus ist so groß, daß in wenigen Generalionen, oft schon in einer, der ursprüngliche, von den Einwanderern mitgebrachte Charakter verloren geht und dem Hank«e-Typus Platz macht. Ich habe sehr häunq Kinder von eingewanderten Deutschen gesehen, welche, 15 bis 20 Jahre alt, vollkommene Amerikaner wa-ren, im Gesichtsschnitt. dem vorgeschobenen Un-terkiefer. der Schlankheit des Körpers und »un gar erst in ihrer Denkweise! Der zäheite aller Typen, der jüdische, wird sogar verwischt, weil sich der amerikanische Jude zuerst als „a citiren of the l'nited States" fühlt und dann erst als Jude." Ja. man sonnte sagen, der Amerikaner hat manche Züge vou Jenem angenommen, d. h. setzen wir hinzu, vom Indianer, der so viel Jüdisches in seiner Physiognomie hat, daß unter allen über die Herkunft der Jildianer aufge-stellten Hypothesen keine hartnäckiger festgehalten und mit größerem Aufwand« von Scharfsinn und Gelehrsamkeit vertieidigt worden ist, als die, welche die Stammväter der Indianer in den verloren gegangenen zehn Stämmen der Jsraeliten zu finden vermeint. Schon die ersten 1883 limation zu fragen und im Falle diese nicht für genügend erachtet wird, dieselben auszuweisen. Ein bezüglicher Gesetzentwurf soll bereit» fertig gestellt sein und demnächst dem Parlamente zu-gehen. Auch hat England, wie jetzt von gut informirter Seite zugegeben wird, an die Mächte seine Bereitwilligkeit zum Eintritt in Unterhandlun-gen über die Auslieferung gefährlicher Individuen erklären lassen. — Man glaubt indessen, daß alle diese Vorkehrungen nicht genügen werden, um den, Frevelmuthe der Perbrecher ei» Ziel zu setzen und hält die Ausdehnung der irischen Zwangsgesetze auch auf ganz England für ei» kaum zu umgehendes Ersorderniß. Bis jetzt verlautet indessen noch nichts davon, daß die Regierung sich zu einem so weitgehenden Schritte verstehen würde. Die Umsturzpartei läßt sich vor-läufig durch die Sicherheitsmaßregeln der Regierung nicht sonderlich einschüchtern, sondern sährt mit ihren terroristischen Knildgebungen fort. Neuerdings ist sie sogar soweit in ihrer Frechheit gegangen, die sofortige Freigebung der des Mordes im Phonixpark angeklagten Häftlinge unter der Androhung zu verlangen, daß int Weigerungsfälle das Eentralbureau für Post und Telegraphie in der Londoner City noch in dieser Woche in die Luft gesprengt werden würde. Wußland. Nach einer der „B. C." aus Petersburg zugehenden Mittheilung lauten die daselbst aus alle» Theilen des Reiches einlaufenden Berichte höchst beruhigend. Die Gerüchte von Dynamit-funden in Moskau und von der Bornahme umfaf-fender Verhaftungen werden, letztere bis auf die bekannte Verhaftung des Frl. Fiegner und der unter der Anklage eine» ComplottS stehenden cir-kassischen Officiere des Regiments von Mingrelitn, als völlig unbegründet bezeichnete Den in Moskau in Umlauf gesetzte» revolutionären Proclaniatione» mit der Drohung, daß die Krönung nicht werde abgehalten werden können, welche aus schlechtem Papier sehr mangelhaft gedruckt waren und bisher völlig vereinzelt blieben, wird in competenten Kreisen keinerlei Bedeutung beigelegt. Das Erscheinen von Prinzen zur Vertretung der regie-renden Häuser bei der Moskauer Krönung er-weckt ebenfalls lebhafte und allgemeine Be-friedigung. Kleine Göronik. sT o d e s f a l l.] Gestern verschied in Wien nach langem und schwerem Leiden einer der strebsamsten und unternehmendsten Industriellen, Baron Franz Wertheim, im 69. Lebensjahre. sD a s M i n i st e r i n m d e S I n n e r nj hat entschieden, daß Militär Kurschmicden, wel-che mit Absolutorium vom Jahre 1864 herwärts versehen sind, die Ausnahme-Bewilligung zur europäische» Entdecker glaubten, in den Indianern einen jüdischen Typus zu finden und M o n-tesini machte de» gelehrten Juden M a n a s s e B e n Israel auf die Aehulichkeit aufmerksam, welcher in Folge davon sein berühmtes Werk: „La Esperanza de Israel" geschrieben, in dem er nachzuweisen suchte, dr.ß die Jsraeliten die ersten Entdecker Amerika's gewesen seien. Von da ab wurde die Frage häufig behandelt und durch zahlreiche Analogien unterstützt. Man hat nicht bloS in der indianischen Physiognomie eine schlagende Aehulichkeit mit dem jüdischen Typus zu finden geglaubt, sondern auch behauptet, daß viele indianische Worte mit dem Hebräischen verwandt oder geradezu aus demselben entlehnt seien. Insbesondere aber glaubte man. in den Sitten, religiösen Anschauungen und gotteSdienst-lichen Gebräuchen viele Anhaltpunkte zu finden, welche einen Zusammenhang mit den Juden als wahrscheinlich erscheinen ließen. Gewinnt durch alle oben geschilderten Ver-änderungen die Physiognonlie der Yankee einen ßanz eigenthümlichen Ausdruck, so sticht auch ihr ganzes Benehmen, dem immer etwas Eiliges und Fieberhaftes beigemischt ist, auffallend von dem Ernst und der Bedachtsamkeit ihrer Brüder in England ab. Zwar sind auch die Engländer thätig, aber ihre Thätigkeit ist mehr die der „peutsche Wacht." pferdeärztlichen Praxis im Civile nur vom k. k. Ministerium deS Innern ertheilt werden kann. sVon deröfterreichischenFlotte.j Das Reichs-Kri gSministerium hat in Pola den Bau eines niächtigen ThnrmschiffeS angeordnet. Das Schiff wird der „Salamander" heißen und soll ein altes Panzerschiff desselben Namens er-setzen. Die Ausrüstung des neue» Schiffes wird, wie jetzt bestimmt. a»S zwei zwölfzölligen Krupp-kanonen bestehen. Das alte, aus Holz gebaute Panzerschiff, der „Erzherzog F'rdiuand Max", von Lissa her berühmt, soll in ein neues Panzer-schiff „verwandelt" und aus Ztahl und Eisen erbaut werden. Es wird auch neu gepanzert und neu bewaffnet werden, so daß von dem alten Schiff nichts als der Name übrig bleiben wird. Das Wort „Verwandlung" spielt in den österreichischen Flotten Rechnung-»» eine große Rolle. So wurde vor einigen Jahren eine Snmme Geldes von den« österreichisch ungarischen Parlament zur Verwandlung und Ausbesserung von drei hölzernen Panzerschiffen, dem „Don Juan d'Austria," dein ..Kaiser Max" und dem „Prinz Eugen" bewilligt. De Kosten für Verwandlung und Ausbesserung derselben würde», mit Aus-nähme der Maschine», zum Bau von drei neuen Schiff n genügt haben, was sie in der That sind. Wenn aber die Marinebehörde von Hause aus angegeben hätte, daß die Gelder zum Bau von neuen Schiffen gefordert würden, fo ist kein Zweifel, daß sie die Summen nicht erhalten hätte. Das Gleiche ist bis zu einem gewissen Grade mit den Schiffen der Fill gewesen, die jetzt im Bau begriffe» sind. Ein drittes Schiff, das „Kerka" heißen soll, wird auch bald ange-fangen werden. Es wird nicht gepanzert sein, mit Ausnahme eines stählernen DeckS und in jeder Beziehung den schnellen von Annstrong. Mitchel und Eo. gebaute» Schiffe» gleichen. Es wird ei» Schiff von 880 Tons sein und die Pferdckrast seiner Maschinen 2000 betragen. Alle neuen Schiffe werden so ausgerüstet sein, daß sie Torpedos abschicken können. Es ist selt-sam, daß während die britische Regierung die Armstrongkreuzer nicht b. achtet, solche Schiffe in Trieft, Castellamare und Stettin gebaut werden. [V o m V e r s ö h » u n gS sch a n pl a tz e.] Wie ans Steken mitgetheilt wird, hat der zum Obmann der dortigen Bezirksvertretnng wiedergewählte Jglau. r Bürgermeister Josef Stäger die kaiserliche Bestätigung nicht erhalten. Die deutsche Sprachinsel um Steken, welche auch die landtäflichen Güter der Stadt Jglau umfaßt, wurde vor etwa fünf Jahren nach vielfachen Bc> mühungen von dem tschechischen Bezirke Polna abgetrennt und als eigener Bezirk constituirt. Dieser Bezirk war seither ein Hort der Deutschen in jener vielumftrittenen Grenzgegend, und der Bürgermeister der Stadt Jglau, Jos-f Stäger, ein unabhängiger und energischer deutscher Mann, Ueberlegung, während sie beim Aankee mehr instinkrartig, mehr Ergebniß der Gewohnheit und natürlichen Ungeduld, als der Nothwendig-keit ist. Die Chancen, in kurzer Zeit mehr zu erwerben, sind zwar in Nordamerika im Allge-meinen viel günstiger, als in Europa, und diese günstigen Umstände bieten sich Jedem ohne Au»-»ahme, ohne Rücksicht, doch wird nur Der zu außergewöhnlichen Erfolgen gelangen, der gewillt und im Stande ist. eine außergewöhnliche Kraft und Leistungsfähigkeit zu zeigen. Wenn die fleischlosen, schlanken Gestalten der Dankee mit ihrer bleichen Gesichtsfarbe und ihren glatten, schlaffe» Züge» schon setz' von ihren festgebauten und wohlbeleibten Verwandten in den inneren Grafschaften Englands so sehr abweichen, daß Ouatrefages sagen konnte, „Amerika hat den angelsächsischen Typus ver-ändert und aus der englischen Race eine neue weiße Race abgeleitet," dann dürfte man wohl zu der Zunahme berechtigt sein, daß nach we> nigen Jahrhunderten, zumal wenn die Einwan-derungen aus Europa einmal aufhören, ein Menschenschlag sich ausbilden werde, der von der kaukasischen Race mehr als ^vvn der india-nischen sich nnterscheidet. nämlich '— die Jan-keerace. Dr. A. Berghaus. 3 wirkte höchst verdienstvoll an der Spitze der Be-zirksvertretung. Nun würde wohl gar ein Tscheche oder doch nur ein Auchdeutscher der böhmischen Stattbalterei als Bezirks-Obmann erwünscht sein. Hoffentlich wird die erprobte deutsche Bezirks-Vertretung von Steken ihre Schuldigkeit thun! sD r. W o l S k ij hat die Vertretung Ka-minski's im Processe gegen Baron Schwarz, wegen welcher er bekanntlich moralisch gezwun-gen wurde auf sein Abgeordneten-Mandat zu verzichten, niedergelegt. sEin Abgeordneter verhaftet.j Dem deutsche« Reichstage ging aus Kiel ei» Te legrainm zu, wonach der socialistische Abgeordnete Bollmar verhaftet wurde. sDecoririe Krönungs-Corre-spondente n.s Wie verlautet, werden die Ver» treter der in wie ausländischen Presse, welche zur Krönung nach Moskau ent-sandt werden, nachdem sie zuerst auf Herz und Nieren gehörig geprüft und für vollwichtig be-funden, außer einer schriftlichen Legitimation des Hausministerium», auch noch ein besonderes äußeres Abzeichen, man sagt, eine kleine, aber ins Auge fallende Knopflochdecoration erhalten. Hoffentlich geschieht dies, um wirklich jenen also Gekennzeichneten bei Ausübung ihres schweren Amtes nach Möglichkeit die Wege zu ebnen. Wenn diesen Herren mit ebenso viel Liebens-würdigkeil entgegengekoinmen, und ihnen die gleiche Freiheit der Bewegung gestattet würde, ivie dies seitens des russischen Obercommandos während des Feldznges 1877 der Fall war. werden sich, unserer unmaßgeblichen Meinung »ach, beide Theile dabei unbedingt am wohlften befinden. Jenes vorerwähnte Abzeichen soll, wie wir hören, in eincr Bandrosette in den russischen Farben (schwarz-weiß gelb) bestehen, auf welcher ein Miniatur Doppeladler i» Silber ruht. Man scheint also hierbei das Korrespondenten-Abzeichen von 1877, die dreisarbene seidene Armbinde mit dem darauf gestickten silbernen Doppeladler, auch jetzt wieder zu Grunde gelegt zu haben. Auf jeiun Binden befand sich allerdings auch noch die Nummer deS betreffenden Correfpondenten in Silber eingestickt, unter der er in der Corre-spondenten-Stammliste des Hauptquartiers ein-getragen war. Die schriftliche Legitimation wird, analog wie damals, auf der Rückseite einer Photographie-Visitenkane des Inhabers nieder-geschrieben werden und mit dem Stempel des Hofmi nifteriums versehen sein. sR u s s i s ch c Iuge « d.] Die Gymnasiasten in Traugrog in Südrußland wurden über ihren strengen Professor der griechischen Sprache, Urbvn. einen Böhmen von Geburt, unmuthig. In zwei anonymen Briefen drohten sie ihm mit dem Tode, wen» er nicht von seiner „Pedanterie" ablasse. Als er auf diese Drohungen keine Rück-sicht nahm, sprengten sie die Front des Hauses, das er bewohnt, in die Luft, wobei auch Ne-benhäufer starken Schaden litten. Bei der Durchsuchung in den Wohnungen der Studenten wur-den explodirbare Stoffe vorgefunden. Doch eine Theilnahme am Verbrechen wollte keiner einge-stehen. Das Gymnasium wird zeitweilig geschlossen und das Criminalverfahren gegen einige Stu-denten eingeleitet. Deutscher Hchulverein sOrtsgruppe R a n n.] Man meldet uns aus Rann, daß der Majoratsherr Graf Jgnaz Attems der genannten Ortsgruppe de« deutschen SchulvereineS mit einem Jahresbetrage von 5 fl. beitrat. lOrts gruppe Cilli.s Bei dem am letzten Sonntage in den Casinolocalitäten abge-haltenenJahrmarktssefte traten 15 ncueMitglieder. zumeist Frauen, dem deutscheu Schulvereine bei. sEhrengabe n.s Mehreren verdienstvollen Lehrern in Steiermark wurde» von Seite der Centralleitung des deutschen Schulvereines Ehren-gaben zuerkannt. Wie», 3. April. Seit unserer letzten Veröffentlichung sind dem Vereine zugeflossen: Durch die Ortsgruppe Klagenfurt. Tischgesellschaft au, Herrenabeude des Singvereines fl. 11.30. Von der Ortsgruppe Hohenleipe: Sammlung im Herrenskretschen fl. 9.20, Sammlung bei Cou 4 stuuirung der Gruppe fl. 12.72. Reinertrag eines Balles fl. 7. - Von der Ortsgruppe Tüffer: Sammelfchütze bei Herrn Larisch fl. 11.22. Von der Ortsgruppe Schönlinde: Sammlung beim Florentiner Quartett aus Wolfsberg fl. 6.08. Von der Ortsgruppe Karbitz: Cigarren Ver-steigerung fl. 1.34, und Sammlung 90 kr. Durch de« Taminelschützen im Hotel Westfalen fl. 27.28 Von der Ortsgruppe Rochlitz: Von eitler deutschen Tischgesellschaft als BallerträgniS im czechi-schen Orte Jablonetz fl. 71.01. Durch den Sammelfchüyen in Herrenskretschen st. 4.— Im Laufe des verflossenen Jahres erhielt der Verein durch die Ortsgruppe „Brunn" nachfolgende Fonds-beitrage und Spenden: Vom Vereine „Apollo" Weihnachtsgabe fl. 20, Sammlung in der Moravia durch Pros. Held fl. 35, vom Brünner Männer-gesangsvereine Weihnachtsgabe fl. 10., kleine Tischgesellschaft Deutscher fl. Tischgesellschaft in der 'Kordbahn Restauration fl. 10. Sammel-büchse bei Trainer fl. 22. Von Herrn Johann Frieß, Weihnachtsgabe fl. 20. Vom Turnvereine Weihnachtsgabe fl. 1»., ebenso von der Lesehalle fl. 20. Von Herrn F. Kraus fl. 5. Vom deut-schen Club Weihnachtsgabe fl. 30. Concipisten-kneipe fl. 14. Von Herrn Seidl fl. 10. Von der Tunierkneipe fl. 5.40, Sommerfrischler in Adamsthal fl. 13. Von einer lustigen Gesellschaft in Smetanos Restauration fl. 11.20. Tischgesellschaft beim Volksfeste im Schreibwald fl. 62. Sammlung in Zwittau fl. 37. B. S. 25 fl. Ertrag der Kneipzeitung bei der Festkneipe am l3.6.fl. 30. Vom israelitischen Cultusvorstand st. 10. Von Dr. Zach fl. 15. Von der Land-Mannschaft „Moravia" fl. 5. Von der Burschen-schast „Arminia" fl. 10. Redaction der mäh.--schlesisch. Correspondenten 20. fl. v. Geschworenen Vereine fl. 10. Durch Frau Heischmann Samm-lung bei einer Hochzeit fl. 44. Von 10 Deutschen aus der Fiblergasse fl. 30. Durch Herrn Comer-zienrath Hardt. Sammlung Antwerpener Kinder 100 Ms. Sammlung beim Camerse des deutschen Vereines fl. 95.36. Von Herrn Hojek in Rewo Witz fl. 10. An Fondsbeiträgen: Von der mähr. Sparkasse st. 100. Vom Ruderclub Brnma fl. 20. Vom Brünner Ferialclub fl. 70. Von Sr. Exc. Ioh. R. v. Chlumetzky fl. 41.45. Von Herrn Rud. Auspitz fl. 60. Von der Verbindung „Athe-naia" fl. 20 Erträgnis eines Festes in der neuen Well fl. 1578.62. Von Herrn Dr. Wenelitzke als Obmann des deutschen Club fl. 25. Von der Burschenschaft „Arminia" fl. 60. D. V. fl. 100. Costüm Kränzchen der Lesehalle fl. 524.61. Von einem Ungenannten fl. 200, ebenfalls von einem Ungenannten fl. 200 und abermals von einem Ungenannte» fl. 200. Von Herrn Fried. Waniek fl. 100. rnnni^iif,-.r_miLimitu und unter 1883 Musikklängen den Sarg begleiten sah, denn ein so imposanter Leichenzug eines armen Gewerb-mannes wurde in Rann noch nicht gesehen. [Eine slovenische Versamnilung i n Pettau.j Die „Südsteirische Post" repro-ducirte unlängst unsere Notiz bezügl.ch der Enthüllung deS Kaiser Joses-DenkmaleS in Pet» «au und fügte mit redoctioneller Erfindungsgabe die Bemerkung bei, daß am gleichen Tage die Slovenen dortselbst eine Volksversammlung ab-halten werde». Worauf diese Bemerkung abzielt liegt aus der Hand. Wir zweifeln jedoch nicht, daß, fall» dieser Wink mit dem Zaunpfahle von der slovenisch clencalen Parlei verstanden und eine Persammlung einberufe» werden sollte, damit die Kaiser Joses-Feier in Frage gestellt und sammt der slovenische» Bersammlung verboten würde, die politische Behörde nach dem Grundsätze .toiopars prior potior jure* handeln werde, denn die Enthüllung deS Kaiser Josef-Denkmales an Pfingstmontage war gewiß schon lange früher bekannt geworden, als der persid-geniale Einfall der Südsteirischen zur Hintertreib bung der Feier. [Cillier S t a d t t h e a t e r.[ Wir haben schon in unserer letzten Nummer darauf aufmerk iam gemacht, daß morgen, Donnerstag, den 5. b. zum Benefice des Regisseurs und Schauspielers, Herrn Waiden, die melodienreiche Operette „Angot" in Scene gehe. Wir glauben nochmals zu einem zahlreichen Besuche aufmuntern zu müssen, da der Benificiant in der nun dem Ende zuneigenden Theatersaison mit Hintansetzung jeder schauspielerischen Eitelkeit sich redlich Mühe gab in oft ganz unbedeutenden, ihm gewiß nicht zusagenden Partien zu« Gelingen de» Ganzen beizutragen. Schließlich bemerken wir aber auch, daß von sämmtlichen französischen Operetten der letzten Jahre keine eine nachhaltigere Wirkung erzielte, als gerade „Angot", deren Aufführung noch heute an den meisten Theatern eine ungeschwächle Zugkraft ausübt. [B e r u ti g l ü i t.] Kürzlich wurde dem beim Baron Puthon in Sallach bediensteten Knecht NamenS Johann Katsch der rechte Unter-arm von einer Häckselmaschine abgerissen. Be-nierkenSwerth ist. daß durch die gleiche Maschine im Jahre 1869 der Keuschlerssohn Martin Trattnig die linke Hand verlor. [S ch u b b e w e g u n g.s Im Monate März wurden durch das hiesige Stadtamt 78 Schädlinge erpedirt. Die Zahl der vom genannten Amte gefällten VerschiedungÄ-Erkenntnisse betrug 31. An das Arbeitshaus in Lankowitz wurde ein Jndivi-duum abgeliefert. [S ch l ä g e r e i.] Die Grundbesitzerssöhne Franz und Josef Randl aus Niederdors erlitten kürzlich bei einer Rauferei körperliche Beschädi« gungen; namentlich wurde der erstere mit Messerstichen in die Nase und Brust arg zugerichtet. [Schwere körperliche Beschädigung? n. | In St. Nicolai wurde gestern der Besitzerssohn Anton Belaj bei einer Rauferei schwer beschädigt. 'Der Genannte erlitt einen Beinbruch. — In Store wurde vorgestern der Fabriksardeiter Faüßis durch Georg Storr mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. — Der Grundbesitzers-söhn Mathias Ribitsch aus Schleinitz erhielt am Id. bei einem Raufexcesse mit einem Prügel so heftige Hiebe auf den Kopf, daß er besinnungslos zu Boden stürzte. Man zweifelt an feine Geneiung. — Weilers wurde Johann Sapusck aus Kostreinitz am 3. d. lebenSgesährlich verletzt. [Todtschla g.| Aus der BezirkSstraße der Gemeinde St. Paul wurde vorgestern der Leichnam des Holzschläger Mathias Palantisch gefunden. Der Genannte war iti schwer berauschten Zustande von Bauernburschen erschlage» worden. Die Thäter Peter, Franz und Josef Pinter wurden bereits dem hiesigen KreiSgerichte eingeliefert. ^iterarisches. [Die neue G e w e r b e o r d n u u g.[ Unter diesem Titel erschien im Perlage von Moritz PerleS in Wien (I. Bauernmarkt 11) eine außerordentlich correct« Ausgabe des neuen wichtigen Gewerbcgesetzes nebst den einschlägigen Gesetzen und Perordnungen erläutert aus der Rechtssprechung von Dr. L e o Geller. „JXutf* Macht." Die Vorzüge der vortrefflichen Geller' schen GesetzeSauSgaben sind so anerkannt, daß auch diese neue Arbeit des hervorragenden Autors rasch Verbreitung gewinne» wird. Bei der tief einschneidenden Bedeutung dieses Gesetzes für Jedermann wäre eine allgemeine Anschaffung dringend anzuempfehlen, und hat die Verlags-Handlung auch durch einen sehr mäßigen Preis tbroschirt 69 kr. geb. 1 fl.) den Ankauf allen Schichten möglich gemacht. [Inhalt der Wiener Hausfrauen-Ze > tnng Nr. 14:] Junge und ältere Mutter. Von Adele C .... z. — Die Kunst im Haus?. Von E. Wahlheini. — Vtr-insnachrichten. — Fragen und Antworten. — Eorrespondenz der Redaction. — Pränumerations-Einladnng. — Für Haus und Küche. — Menu. — Einrichtung der Zimmerglashäuschen. Von Jablanczy. — Album der Poesie: Francesco Francia und Rasael. Von Alsred Friedman». — Schach-Zeitung. Redigirt von Ernst Faltbeer. — Räthsel-Zeitung. — Wildeneich. Von E. von Trauten» heim. — Feuilleton: Rasael Santi da Urbino. Von Ottilie Bondy. — Inserate. — Preis halbjährig fl. 2.59. Eingesendet.*) An die l ö b 1. R e d a c t i o n d e r „D e u t f ch e n Wacht" i n E i l l i. Mit Bezug aus den $. 19 Pr. G. ersuche ich um gefällige Aufnahine nachstehender Berich-tigung: In Ihrem geschätzten Blatte Rro 26 dilto 1. April 1«83, erscheint unter dem Titel „Eorrr spondcnzen" Cilli, 30. Mär; (Orig. Corr.) über meine Person und meine Advocaturskanzlei unter Anderem folgendes behauptet: t. Daß ich im Geheimen wühle, daß ich, als ich begann, slovenische'Klagen hie und da zu überreichen, von meinen Collegen und Richtern interpeUirt, warum ich die Gerichte mit Eingaben, die nicht so sehr slovenischeS, als serbisches Ge präge haben, behellige, — mich entschuldigte und bedauerte, daß es geschehe, daß ich eS jedoch meinen Concipienten nicht verwehren könne ?c. Diesen Anwurs muß ich mit Entschiedenheit alS nnwahr zurückweisen. — Ich habe schon seit meinem Hiersein in Cilli, also schon seit anfangs Novnnber 1876 bis Februar 1877 eine hinläiia liche Anzahl von slovenischen Eingaben überreicht, während welcher Zeit ich noch gar keinen E o n c i p i e n t e n hatte, ich konnte mich demnach schon von allem Anfange an nicht auf einen Eon cipienten ausreden, auch seit ich Eoncipienten in meiner Kanzlei beschäftige, habe ich in der Folge dieselben stetS nur angeeifert, bei slovenischen Pro-ceßparteien nur recht fleißig slovenische Eingaben zu verfassen, habe auch selbst viele Urkunden und ! Eingaben in slovenischer Sprache geschrieben und j diese eigenen Handschriften den verschiedenen Ge-richten überreicht. Nie aber ist es mir beigefallen, vor irgend wein dieses zu verheimlichen, oder die Urheberschaft auf meine Herren Eoncipienten zu schieben. Denn ich sah eS ja als meine Pflicht an, überall für die Verbreitung der Bildung unter dem slovenischen Volksstamme und dessen men schenwürdigere Behandlung, wozu auch die Re spectirung ihrer Sprache in Schule und Amt nach meiner subjectiven Ueberzeugung nothwendig ist, offen auszutreten, kurz den Vorwurf, daß ich heim lich arbeite und mich etwa meiner Thätigkeit auf nationalem Gebiete oder meiner Gesinnung fchäme und dieselbe verläugne, muh ich als einen meinen Charakter ganz fälschlich beschuldigenden Anwurs bezeichnen. 2. Ist es ebenso nnwahr, daß die in meiner Kanzlei verfaßten Eingaben in einer mehr serbischen als slovenische» Sprache verfaßt und etwa unverständlich seien. Die slovenische Sprache, in der in meiner Kanzlei geschrieben wird, ist ganz dieselbe, wie jene im „Slovenski gospodar", und ist für unsere slovenische Bevölkerung, wie ich mich davon stetS überzeugte, jede derartige Eingabe vollkommen verständlich, — und zwar auch für jeden Slovenen, *) Jyflr Form und Inhalt ist die Redaction nicht veranlworlich. 5 der selbst nicht lesen kann, vorausgesetzt, daß man letzterem richtig nnd unter Beobachtung der Unter scheidungszeichen, vorliest; — unverständlich ist natürlich Alles, was geflissentlich oder wetzen Un kenntniß oder Ungeschicklichkeit des Lesens entstellt oder undeutlich vorgelesen wird. Letzteres gilt ins besondere auch von jener slovenischen Cession, von welcher in jener Correspondenz Ihres geschätzten Blattes behauptet wird, der Cessionär habe sie nicht verstanden. Die Cession ist jedem Slovenen vollkommen verständlich, also auch deni Cessionär. 3. Der weiterS mir vorgehaltene Umstand, daß ich auch viel mit Deutschen im socialen Lebe» verkehre, »beweiset nur, daß ich dem Deutschen wegen seiner Nationalität durchaus nicht feindselig gesinnt bin, und ihnen auch nie wegen ihrer Nationalität nahe trete, und daß andererseits es, Gott sei Dank, noch immer genug Deutsche gibt, die in der ihnen bekannten nationalen Gesinnung eines Slovenen nicht den geringsten Grund finden, mit ihm den geselligen Verkehr abzubrechen.**) Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung Dr. Josef Sernec. »») Wir bab«n unserem Herrn Korrespondenten diese Berichtigung zur Einsicht gegeben Derselbe erklärt ' un« nun, daß er seine Ausführungen in allen Theilen aufrecht halle. Buntes. [U ngenügendverheirathet.)Ein kürzlich erlassenes Urtheil des Pariser Gerichts» Hofes hat in zahlreiche französische Ehen die leb-Hasteste Unruhe getragen. Dieses Urtheil besagte nämlich, daß mehrere im Orte Montrouge ge-schlössen? Heirathen ungiltig seien, weil der Ei-vilact nicht von dem Maire in eigener Person, sondern von einem der Gemeinderäthe vorge-nommen worden war. Man kann sich denken, daß zahlreiche Maires sosort von Gewissensbissen ergrissen wurden, da sie sich erinnerten, daß auch sie die Gesetze vom 18. Juli 1837 und vom 5. Mai 185,5 nicht genügend vor Augen gehabt und einen der Gemeinderäthe als Trauungsengel halten figuriren lassen. Auf die solchergestalt unvollständig vcrheiratheten Eheleute selbst soll die Nachricht einen sehr verschiedenartigen Ein-druck hervorgebracht haben, und der „Voltaire" glaubt diese Paare in folgende drei Kategonen eintheilen zu können: 1. Diejenigen, welche mit ihrem Lose unzufrieden sind und das Urtheil des Pariser Gerichtshofes als ein willkommenes Präcedens anrufen, um sich auf diese Weise scheiden zu lassen, da sonst eine Scheidung in Frankreich gesetzlich nicht zulässig ist. Di? An-zahl dieser Personen soll indeß sehr gering sein. 2. Diejenigen, welche sich aus dem betreffenden Urtheile eine Waffe schmieden. So hört man Gatten zu ihren Gattinnen sagen: Tu weißt, wenn Du nicht folgst, so scheiden wir uns. Diese Kategorie ist zahlreicher als die erste. 3. Diejenigen, welche der Ungewißheit ei» Ende machen wollen und vom Gerichte verlangen, daß man ihre Ehre als giltig erkläre oder aber sie zum Scheine auflöse und dann rechtskräftig er-neuere. In dieser letzten Kategorie besindet sich auch Herr und Frau Guilbaud in Poir6 sur Vie, Departement Vendee, welche, obwohl nur durch den dreizehnten Gemeinderath getraut, sich seither für Mann und Frau hielten. Aber eines Abends kam Herr Guilbaud mit folgenden Wor-ten nach Hause: „Marie, Du bist nicht mehr meine Frau!" — „Was soll daS für ein Scherz sein ?" — „Hi?r ist die Zeitung, lies die Ge-richts-Ehronik." — Was thun? Man fand einen Ausweg. Der Gatte beschloß, gegen seine Frau zum Schein eine NullitätSklage einzureichen. Würde er abgewiesen werden, um so besser! Wenn nicht, so werde man sich einfach ein zwei-teS Mal und diesmal nach allen Regeln der Kunst verheirathen. Man ging dann auch mit der NullitätSklage vor Gericht und wurde ab-gewiesen. Der Gerichtshof von Roche-fur-?)oani war vollständig anderer Meinung, als int ana-logen Fall der Gerichtshof von Paris gewesen. Herr und Frau Guilband sind und bleiben recht-mäßige Eheleute. Und für Diejenigen, welche etwa fragen sollten, warum der Gatte nicht nach Paris appelirrt, sei gemeldet, daß die Ehe erst — sieben Monat dauert. Deutsche Zöacht " 1883 sH e k l a A u s b r u ch auf ISland.j I» der Umgebung vo» Drontheim ^Norwegen) sollen große Masse« vulkanischer Asche nieder-gefallen sein und man vermuthe» deshalb, daß ein heutiger Ausbruch deS Hella in Island, entsprechend der Eruption des Aetna stattgefun-den habe. ES scheint wirklich, als wenn die Natur es darauf abgesehen hat. das Leben wie-der von den Gestaden der ehrwürdige» nordischen Insel zu verdrängen. fD e r P aß e j,,t es M ale rs.j Französische Blätter erzählen von dem unlängst ver-storbenen Gustav Dore. daß er einmal seinen Paß auf einer Tour durch die Schweiz verloren hatte. In Luzern angekommen, erbat er sich die Erlaubniß, den Bürgermeister zu sprechen, dem er seinen Namen nannte. „Sie sagen, daß sie Gu-stav Dorv sind," versetzte der Bürgermeister, und ich will es gern glauben: „doch," indem er ihm Bleistift und Papier hinschob, „Sie können dies noch besser beweisen." Dor« blickte ihn an. dann durchs Fenster aus einige Bauern, die auf der Straße Kortoffeln verkauften. Mit wenigen ge-schickten Strichen hatte er die Scene skizzirt, setzte seinen Namen darunter, und überreichte das Blatt dem Bürgermeister. „Ihr Paß ist voll-kommen regelrecht," versetzte dieser, „doch müssen Sie mir gestatten, ihn als Andenken zu behalten und Ihnen dafür einen in üblicher Form zu präsentiren. [Wie groß die deutsche Colouie in Paris ift,] veweift folgende Notiz. Nur vierzehn Städte giebt es auf der ganzen Welt, di« Deutschlands selbst mit eingeschlossen, welche eine größere deutsche Bevölkerung besitzen als Paris. Zu Beginn dieses JahrcS zählte die französische Hauptstadt ungefähr l 10.000 Personen deren Muttersprache die deutsche ist; vo» diesem gehörten 70.000 dem Deutschen Reiche an, die Uebrigen waren Oesterreicher. Schweizer, Elsässer, Russen und Amerikaner. [U n g a l u tt t.] Ein ungalanter amerikanischer Statistiker meint, man könnte für die Summe, welche die amerikanischen Frauen und Mädchen für das Schminken ihrer Gesichter verwenden, jährlich 37.000 .Däuser anstreichen lassen, jedes Haus zu 300 Dollars gerechnet. [Ein alter aber schlechter Witz.] In einer Gesellschaft zu ftindlay >n Ohio wurde kürzlich ein gewisser Iefse Taylor eingeladen, zwischen zwei Damen Platz zu nehmen, welche eng nebeneinander saßen. Taylor wollte sich niedersetzen, aber die beiden Damen rückten rasch ihre Stühle weg und Taylor fiel mit solcher Wucht auf den Fußboden, daß er sich daS Genick brach. Eines der Mädchen ist über die schreck-lichen Folgen des schlechten Witzes wahnsinnig geworden. [K o »i m t auf die Ausfassung an.] Geck: „Mein Fräulein! Schenken Sie mir Ihren Ring! Er ist das Symbol meiner Liebe zu Ihnen — denn er hat kein Ende!" —Junge Dame: „Ich will den Ring als ein Symbol meiner Liebe zu Ihnen behalten — er hat keinen Umfang!" [Eine unbedachtsame Aeußerung.! „Wir haben einen sehr angenehmen Abend bet Ihnen zugebracht, Herr Jones. Darf ich Sie bitten, mir von einem Ihrer Leute eine Droschke holen zu lassen?" „Mit Vergnügen, gnädige Frau!" [Mutterwitz.] Man sagt Mutterwitz, warum sagt man nicht auch Paterwitz? weil man versichert sein kann, wenn ein Mann witzig ist, so ist er nur durch die Frau gewitzigt worden! YolkswirtAchafttiches, ]Der Tufferer Spar- und Po r-s ch u ß c a s s e n v e r e i n] hat soeben seine Schlußrechnung für 1882 herausgegeben, der wir entnehmen, daß daS GenossenfchaftSvermögen die bedeutende Höhe von 20.45,0 fl. 31 kr erreichte. Die Einlagen und rückgezahlten Bor« schösse reprasentiren die bedeutende Summe von 127.709 fl., die indessen nicht ausreichte, um den Anforderungen, die an dieses trefflich ge-leitete. Geldinstitut gemacht wurden, zu genügen ; die Rechnung weist auch an aufgenomenen Darlehen 42.200 fl. auf. Der Gesamnttverkehr re-prasentirte mehr als eine Viertelmillion. fWinke für unseren Export, j Ein Bericht deS österr. ungar. Consulates in Bologna weist auf einzelne unserer Jndustrie-Erzeugnisse hin, welche auf den Märkte» der Provinz Emi-lia als concurrenzfähig mit Vortheil auftreten können. Hierher gehören hauptfächlich: Glas-und Krystallwaaren, Porzellan, Thongeschirre. Quincaillerien, Spielwaaren, bearbeitetes und lackirtlS Messing für Dekorationen, Garnirungen, Tapezierer- und Kunstschreiner-Ärbeiten, Metall' arbeiten, Messer» Scheeren, Geschirre und andere Geräthe für Kaffeehäuser, Möbelstoffe, Knopf-und Kurzwaaren. Sammt, Lackleder. Leder für Buchbinder und Sattler, Farbwaaren, Gallerten, Parfümerien. musikalische Instrumente, darunter namentlich Klaviere. Hus dem Amtsötattt. Erledigungen. OberlehrerSstelle IV. Gehaltsclasse zu Großsonntag. Deutsche und slovenische Sprache. Termin Ende Mai beim dortigen Ortsschulrath. Bez. Luttenberg. Kundmachungen. Euratelverhängung über Jacob Puschnik, Grundbesitzer in Gorenjo wegen Verschwendung; Eurator Franz Stellau-nik in Rietzdorf. — Eoncurrenz-Verleihung der Lottocollecturen Graz, Trieft, Linz. Wien in Cilli. Caution 2500 fl. Realwerth. Termin 10. April 1883 beim k. k. Lottoamte Graz. L i c i t a t i o n e n. 3. Exec. Realitäten-Feil-bietung. Joses und Maria Voisk von Gabrunig. Schätzwerth 2350 fl. am 5. April. Bez.-Gericht Pettau. — Theresia Meßaretz Urb.-Nro. 35, Schätzw. 3400 fl. am 6. April B.-G. Pettau. — Franz Eerjak von Eurnovoc, Schätzwerth 3711 fl. am 4. April. B.-G. Rann. — Relici-tation Dom.-?tro 395, Urb.-Nro 188 des Ma-thias Leiiknik am 7. April. B.-G. Lichtenwald. — Alois v. Kriehuber in Marburg, Schätzw. 1500 fl. und 2546 fl. 25 kr. am 7. April. B.-G. Marburg l. D.-U. — Des Andreas und der Rofalia Otschperl in Klappenberg. Schäyw. 6513 fl. B.-G. Marburg l. D.-U. — Peter Rauter in Kreuzdorf. Schätzw. 118 fl. 5,0 kr. am 7. April. B.-G. Luttenberg. — Maria Herzog in Windifch-Landsberg, Schätzw. 6540 fl. am 7. April. B.-G. St.-Marein. — Franz und AgneS Senica, nunmehr Georg Schuster, Schätz-werth 2777 fl. 50 kr. am 7. April. B.-G. Tüffer. Erinnerungen. Hypothekarklage gegen Anton und Theresia Mühlhammer's Rechtsnachfolger pero Zinfen per 17 fl. 50 kr. vom Ca-pitale per 20t' fl. — Noch Anton Plaunig pcto 50 fl. — Klage auf Verjährung« Anerkennung und Löschungsgestattung gegen Georg. Stefan. Anton, Jacob, Gertraud, Agnes und Maria Metlicar. Tagsatzungen am 3. April. B.-G. St. M arein. Kourse der Wiener Börse vom 4. Apriel. 1883. Goldrente . .... . . 97.95 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 78.50 „ „in Silber . 78.90 Märzrente 5#/0 ........93.20 Bankaktien ...... . . 832.— Creditactien .........318.60 London ..............119.55 Napoleond'or.......... 947'/, k. k. Münzducaten........ 5.63 100 Reichsmark.........58.45 Schnittzeichenpapier, weiss und grau, sehr stark; r IL Eine freundliche sonnseitge WOHNUNG vollkommen se arirt, im I. Stocke, bestehend aus 4 Zimmern. Kabinet, Kfiehe sammt Zubehör, ist in dem nenerbauten Hause, > Ii« »,I« i Hin. 5* billig zu vergeben. Ueberspielte Claviere werden gesucht. Anträge an das Gasthaus, zur Traube* in Cilli. 157—2 Gold, Silber und weiss. Pauspapiere einfach und doppelt bei •Moltantt liatettsflt. P*l»ierhn»%rilu»*g, Ilrrrrt*ffn**e « zur \u<'liri<*lif: Das dentistische Etablissement dos Dr. J. Hoisel, pr. Arztes in Cilli, bleibt in dieser Saison nur mehr bis zu IJejjin i des Monates April in Thätigkeit. In demselben werden alle zahnärztlichen Operationen vorgenommen und zabutech-nische Arbeiten jeder Art ausgeführt. 20— Lin ralionesses «. erprobtes Heilmittel Gl ¥CM U T M A n K k HCKBABMY ffle Bnistkraukt, Äseichsüchtige, Hsiifarm«, bei Tuterculose, ut «ntermischten «veichels, grißrr Attzemdeschwer-^ den und nächtlichen -chweißes bereit» nicht mehr im stande, meinem Berufe als Ledrer halb-wegs nachzukommen. Nach vielen nutzlosen Arzneien ittiff ich. durch die Vorsehung geleitet, nach Ihrem »talk-n #tt-fBn'u un» au, nb flt behö »!. (nilM, Zchuymarke ;» «t» eu, d e sich aus je-der Klaiche oesindr» mnZ. «eneral versendnngs vepot für dir pro»in?en: Wien, Apotheke „uir Barmherzigkeit" des.Inl. Ilprl'.tliny, Neubau. Kaijerftraße SO. 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Anril aus freier Hand in verkaufen.— Das Nähere in der Expedition dieses Blattes. 171—1 Ein Acker circa 1 Joch gross, in der Nibe der Stadt, wird xu Achten gesucht — Anzufragen „Hötel Löwe". 175—1 £in !»««*• Gestüt»pserde, 4 und 5 jährig, fehlerfrei, gleich zusammengestellt, 160 cm. hoch, sind sofort zu verkaufen. Anzufragen Expedition. 156-1 Zur Riicliriclit! Ich gfbe hiermit meinen geehrten Kunden und dem P. T. Publikum bekannt, das« ich mein 2*£odj.sten-<3-escl3.ä,ct im Monate April d. J. d.vtxcli. eine TXTocli.« in Hunner sehen Haute, Postgasse 36, im Gewölbe ebenerdig, betreiben werde und nach erfolgter Adap-türung in mein altes Locale in Haute det Herrn Koscher wieder zurück übersiedeln werde. 174—8 Helene Fascüing, Modi.«». Freiwilliger Verkauf b !i E T T jZ. TT. Aus dem Johann Sarnitz'schen Verlasse werden Am 9. April 1883, Nachmittags von 2 bis k Oür im Verlasshause in Pettau: 42 Halbstartin 1879ger Am 10. April 1883, Vormittajrs yon 9 bis 12 Oür im Weingarten zu Stadtberg bei Pettau: 13 Halbstartin 1881, 14 Halbstartin 1880, 12 Halbstartin 1879, 2 Halbstartin 1878, 8 Halbstartin 1868, 3 Halbstartin 1857; Ai 11. April 1883, Vormittags Ton 9 bis 12 üHr im Weingarten zu Lichtenegg bei Pettau: 35 Halbstartin 1882, 14 Halbstartin 1881, 2 Halbstartin 1862, 2 Halbstartin 1857 aus den Stadtberger und besten Kolosserge-genden nebst verschiedenen Gebinden veräussert. Franz Rodoschegg, I —2 Testamentsexekntor. Rätrapfle I» Sckiedocbn and späte Marmont-Kartofeln per 50 Kilo I fl. 75 kr. desgleichen schöner reiner Riesenspargel-Samen zu haben bei Eduard Skol&ut, Cilli. Klia tuler Anstreicher zugleich geschickter Fladerer, w.rd gegen gute Bezahlung sofort aufgenommen. — Nähere Auskunft in der Expedition des Blattes. 173—3 fern Janger, posf"vsch gebildeter Mann, militflrfrei, guter Zeichner m't hübscher Handschrist, welcher Vertrauensposten angenommen bat und sich mit den besten Zeugn'ssen und Decreten ausweisen kr ;c, sucht c' >e» Posten in irgend einer Kanzlei. Antritt soi'o' u möglich. Geneigte Antrüge erbeten unter Alois Weninger, Kärnibnerstiasse 76 Marburg. Grossariige Chance bietet die neue «e vom Stanle garantirte gro^e Geldlotterie, 46,'jOO Gewinne und eine Prifuve, betrübend Mar 1c 8,552.300 nnd im glücklichsten Falle 51 500.000 als grösster Gewinn. Zusammenstellung Hark Mark 1 Prämie k 300,000 -= 300.000 1 Gew. k 300 000 200.000 2 a 100.000 200.000 t k 90,000 — 90,000 1 a 80,000 80.000 1 ft 70,000 --- 70.000 1 w & 60.000 60.000 2 ft SO 000 =- 100.000 1 ft 40,000 40 000 1 ft 30.000 — 30 000 8 „ ft 15,000 120.000 21 n ft 10,000 aa 210.000 50 ft 5,000 280000 10 , ft 3 000 318,000 223 ft 2.000 446,000 6 ft 1.500 »000 515 ft 1000 — 515 000 809 ft 500 = 434 500 65 ft 200 =x 13 000 63 , ft ISO 9 450 20820 i 145 -- « 888 90« 178Ü7 124, 100, 94 67. 40, »0 Ist Staitir ;'et unt *r« Ä gsraatli-, eni':„! 92.500 Loo e UL-d 46 600 Gew nne cebai P.a i.:e obea vevieicti.^et, weiche In 7 Abiteilu- -en zur Eat-sebeidunj ko tuten und zwar: H.nrtt.tfcr i 4000Gew. l.Cl.b:r.M. 157 000 M. 50 000. 4000 4000 3500 2.00 1500 8. 3. 4. 5. 6. 2.46 000 11. KO 000 362 800, . 70.000. 452,800. . 80000. 443 800, . »0.000 360.525., 100 000 27100 ,7. . u. I Pr.. 6 529 375 . 500 000 Zur ersten Classe tote; ein (a:ura Orl|lnalloa Mark B. oder >. S.AO. ein halbes 11. 1.7S und ein Tie te' 90 kr. Dieselben werden gegen E nsrndvng des Be-tuges und auch unter Postnac^nahme direci, in verschlossenen Couverts per Post versandt und zur genauen Orientirung amtliche ZlekutiffMp'&ne jeder Bestellung grati* beigefügt, sowie nach jeder Ziehung sofort jedem Loosinhaber amtliche Cenlnn-Hat« gesandt Die Bestellungen treffen bei Unterzeichneten »o zahlreich ein, dass die Aufträge baldigst, spätestens aber bis zum 19. April 1§§3 direct zu senden sind an Hermann Schwarzschild, Hanpt-Loiterie-Bnreao. HAMBUB&, > s für Damen u. Kinder, elegant u. billig im Getchilftc der M. Wanpotitsch. Cilli, Grazergasse 87. Weinhefe (Ciläescr) im ahcrpreaatrn . teltxirmlten Zu »•ande, wird in jedem (Quantum zu lieaten Caaaaprelaen (ehaust. Offerte unter Chiffre f*. X. S ISO besOrJern Uaaaensleln «*■ Vogler (Otto Ulaaaa), Wien. 148—3 Zwei Wohnungen Herrengasse Nr. 126. Ebenerdig: i f.rirnlhr. i Ximmtrr. * ÄüfAr («fMltNf XiiffAäi'. sofort; 1. Stock: & XtntMiei'. # Atirtir tntnmt M.%»gehör, vom 1. Mai an zu beziehen. 168—2 Hemeindesecretärs-Stelle Beim gefertigten Gemeindeamte ist die Secretirs-stelle mit einem Jährest halte per 300 fl. nebst freiem Quartier zu besetzen. Bewerber, welche mit der Gemeinde-Manipulation vollkommen vertraut, der deutschen und slovenischen Sprach« in Wort und Schrift mächtig sind, wollen ihre Gesuch« vorlegen. Antritt ehestens erwünscht. 172—1 Gemeindeamt Schwarz ent ach, Bezirk Bleiburg in Kärnten. Nr. 780. Kundmachung. Nach der allgemein kundgemachten Gor schrift vom 12. März v. I. sind alle Hans-besitze? im Stadtbezirke von Cillt verpflichtet, ihre bestehenden Senkgruben bi« l.Iuli 1883 in zweckmäßige Senkgruben derart zu um -stalten, daß die Fökalmassen daran« mittelst der Saugmaschine »uögepumpt werden können, oder das Fasselkammersystem, wo diese« noch nicht besteht, einzuführen. Da die bestimmte Frist sich ihrem Ab-lause nähert, und zu derlei Herstellungen die günstige Zeit beginnt, so sieht sich da« Stadt-amt veranlaßt, die Befolgung dieser Bor-sch'ft iu E.'nnernng zu bringen. — Zugleich wirb besannt gemacht, daß im Sinne der erwähnten Vorschrift die Entleerung der Senk< gruben o.if pneumatischem Wege und die Ausführung der Fökalmassen und Abortfässer dem Herrn Carl Sima vertragsmäßig von der Stadtgemeinde überlassen wurde, welcher cls diesbezüglich auch besagter Gewerbsinhaber, allein nur berechtiget ist, die gedachten Ar-beiten nach Maßgabe der d. ä. Vorschrift vom 12. März 1882 und de« Vertrage« mit der Stadtgemeinde, zu übernehmen und in Au«» führung zu bringen; e« ist demnach jeder Andere von der Ballführung solcher Arbeiten im Stadtbezirke rechtlich ausgeschloffen und dürsen, wie bereit« die frühere Borschrift besagt, nur Abortfässer von den Hausbesitzern wie bisher unter Beobachtung der Sanitätsvorschristen ausgeführt werden. — Die bezüglichen PreiS-sätze und Bedingungen sind ebenfalls in der Borschrift vom 12. März 1882 enthalten. Stadtamt Cilli, am 23. März 1883. 152—3 Der Bürgermeister Z>r Meckermann. Eigenthum. Druck und Verlag von Johann Raknsch in Cilli. Verantwortlicher Redactenr Max Begoazi.