(PoStnina pla&n» t gotovini.) Vrftbelnt »SchenMch zweimal: Donnerstag and Sonntag früh. »chitftlettmig »»» «NW««»»«: HriitriOTo ilica Jh. ». 11. — « ortf*» fi b« »«roa&iwa qifl« «•«*»■«« btZIgkei ««bSdre» entgegnrgnio»«»» » », » I « p ' 1l1«: SHr baS Znla»d vteNekfZhrtg Din 25.—, haNsä'irl« DU 50.-. 0 Dln 100.—. M» baft ««»laeh »!wn-d«»d» ^rhsh,»«. — «„itle, 5k»««er» via > — Stummer 1 Donnerstag den 4. Jänner 1923 48. Jahrgang Programm der Partei der Deutschen des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen» welches am ersten Parteitage in Hatzfeld am 17. Dezember 1922 angenommen wnrde. i. Wir fordern den vollständigen Ausbau und die Durchführung der verfassungsmäßig gewährleisteten Grundrechte, und zwar: der persönlichen Freiheit, Unverletzlichkeit deS HauSrechte«, Religion?- und Gewissensfreiheit, Pressefreiheit, Versammlung»- und BereinigungSsreiheit, Lehr- und Lernfreiheit, die Un-verletzlichkeit des BriefgeheimniffcS, sowie der tele« graphischen und telephonischen Mitteilungen und deS freien Gesuchs- und Beschwerderechtes. 2. Wir fordern den vollkommenen Ausbau und die Durchführung der ftaatSgrundgefetzlich ausgesprochenen Rechtsgleichheit der Suchen und die Einräumung deS RechieS, daß sie sich, soweit es die eigene kirchliche Verfassung gestattet, auf nationaler, autonomer Giundtage organisieren und ihr Ber-mögen autonom verwalien. 3. Wir wünschen eine Vereinfachung der staat-lichcn Verwaltung, Verminderung der Zahl der Be-amten und eine ihre Unabhängigkeit sichernde Dienst-Pragmatik, in welcher nnbedingl volle Qualifikation für jede Beamtenstelle vorgeschrieben sein soll. Wir verlangen den schleunigsten Ausbau der Verwaltung«' gerichisbarkeit für alle Zweige der öffentlichen Ver-waltung. 4. Wir streben den Ausbau sämtlicher sozialen und ökonomischen Bestimmungen der Bersassung an, insbesondere entsprechende Schutz, und WohlsahrtS-einrichiungen zugunsten der landwirischaftlichen, in-dustricllen, kaufmännischen und geistigen Arbeiter, der Grundbesitzer und Kleingewerbetreibenden, vornehmlich den gesetzlichen Ausbau und die ständige Verbesserung der Unfall-, Kranken» und AlterSver-sicherung u. dgl. Wir wünschen, daß dem allgemeinen Gesund-heilSwesen und den Anstalten zur Pflege der Bolkt-gesundheit, wie den Spitälern, Tuberkuloseoheimen, Heilanstrlttn gegen alle epidemischen Krankheiten besondere staatliche Aufmerksamkeit gewidmet werde. Wir wünschen schleunige nnd großzügige Be-Hebung der Wohnungsnot durch Gewährung längerer Steuer- und Uwlagefreiheit und langjähriger unverzinslicher StaatSdarlehen für Neubauten. 1. Die Deutschen des Königreiches der Seilen, Kroaien und Slowenen streben an. daß ihnen durch Schaffung eine« SiaatSgruridgesetze» für alle Zeilen das Regt gewährleistet wird, sich zur Erfüllung ihrer besonderen kulturellen, nationalen und w»rt« schaftlichen Susgaben politisch alSeinheiUicheS VoIkStum frei zu organisieren. Jedem Staatsbürger soll es vollkommen freistehen, seine rölk>sche Zugehörigkeit selbst zu be» stimmen. 2. Die deutsche Bevölkerung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen soll sowohl für sich als Gesamtheit, wie auch für ihre kommunalen, kon-fefsiouellen oder privaten «ö perlchaf:«?, Vereine und Einzelpersonen das flicht erhalten, £ch«I:n und Allgemeiner Teil: 6. Wir fordern eine gerechte und gesunde Finanz-Politik: eine gründliche Reform des Steuersystems mit gleicher Geltung für das ganze Gebier deS Königreiches. Ein gerechtes Steuersystem mit unparteiischer AuSwerfung der Steuern, Sleuersreiheit eines hö-heren ExistenzminimumS unter besonderer Berücksichtigung kinderreicher Familien; Gebührensreiheit der kleine» Erbschaften und der gemeinnützigen Legate. Die Abschaffung sämtlicher Steuerzuschläge und Steuei Vorschüsse. Die Verminderung der die Lebens-führung verteuernden indirekten Steuern. Die Zu« ziehung der demschen Steuerträger zur Steuerver-anlagung entsprechend dem Bevölkerungsschlüssel. Die Ermöglichung deS Blschw-rdewege» im Falle unrichtiger Besteuerung; die Erledigung der Rechtsmittel in Steuer- und Gebührenangelegenyelten durch unabhängige Finanzverwaltungsgerichte mit gebundener Frist. Gesetz! che Festsitzung der auf-schiebenden Kraft rechtzeitig eingereichter Rechtsmittel. Die Schaffung eines klaren Stempel- und Ge-bührengefetzeS. Eine allgemeine Bcrdilligung der Rechtspflege. Wir verlangen die Uebernahme sämtlicher StaatSversfl chtungen gegenüber den an das Kö-iig-reich der Serben, Kroaten und Slowenin gefallenen Staatsbürgern und Rechtipersonen (als Kirchen, Waifenkafsen, Gemeinden usw.) Uebernahme der StaaiSverpflichtungen gegen-über den Invalide», Waisen, Wilrven, PensionS-und Arbeit«kassen. Die Anlegung der Pupillargelder und öffentlichen Fonds in den örtlichen Geldanstalten. 6. Mir verlangen ein« erhebliche Ermäßigung der Einfuhrzölle auf lebensnotwendige Waren, die Auf-Hebung der Zölle auf alle Brennstoffe, wie Holz, Kohle. Benzin usw. Die Ermöglichung der zei'gerechten Ausfuhr deS Überschusses der landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch Aufhebung der Ausfuhrzölle und Beistellung der nötigen Transportmittel. Die Vereinfachung und Beschleunigung aller Verzollungen. 7. Wir verlangen eine Verbesserung deS Verkehrs-wesenS durch Reorganisierung der Post, Eisenbahn Besonderer Teil: BildungSanstalten jeder Art und jeden Grabe» frei zu errichten, zu erhalten und un'er staatlicher Aufsicht zu verwalten, insbesondere die Lehrkiäfte für dieselben auSzubil:en und zu bestellen. 3. Wir streben an, daß ter deutschen Bevölkerung zur Erhaltung ihrer deutschen Lehr- und B'ldungS-anstal:en der der deutschen Steuer!e stung entsprechende Teil der budgetgemäß zu Schul« und Bildun^S-zwacken verwendeten LtaitSau?gaben zur Verfügung gestellt werd». Wir fordern die gesetzliche Gewährleistung deS N?ch!c» der Eitern, die Schule für ihre Kinder frei feilst zu wählen. Wir v klangen Freiheit dcS Besuch s auS-ländischer Mtlel», F?ch- nnd Hoch'chulin bei An« «kennung v?n deren Z^u^.'sscu und T>ip5omen. und Schiffahrt, durch großzügigen Ausbau und In« standhaltung deS StraßenwcsenS, der Bahnen und Schiffahrtsweg». Ferner wünschen wir die Ein-führung von durchgehenden Eisenbahn- und Dampf» sch ffoerbindunaen. ^ 8. Wir wünschen und erhoffen eine Hebung deS StaatSkrediteS im Innern durch endliche Einlösung aller Hierlands ko> skridierten KriegSanleihen, durch Beseitigung aller Erschwerungen gegenüber Geld-instituten, durch Ausgestaltung dcS Postscheck- und Sparkossenwefen» und durch Rückzahlung der StaatS-schulden an die Narodna Banka. Wir wünschen, daß die Festigung unserer Valuta mit allen Kräften be-ständig angestrebt werde. S. Auf dem Gebiete des Militärwesens wünschen wir eine humane Behandlung und reichliche Ver-sorgung der eingerückten Soldaten, sowie deren Unterbringung in gesundheitlich einwandfreien Wohn» räumen. Die Ausbildung und FriedenSdienstleistung der Soldaten soll nach Möglichkeit auf dem Gebiete ihrer Heimat erfolgen. 10. Wir verlangen eine korrekte und unbeeinflußte Volkszählung. 11. Auf dem Gebiete der Außenpolitik wünschen wir die Anbahnung freundlicher und srenndschaft-licher Beziehungen zu allen Staaten, ferner die Ve« lebung der Handelsbeziehungen durch Abschätzung von Handelsverträgen. Einführung und Erleichterung deS kleinen GrenzverkehrS mit allen Nachbarstaaten. 12. Wir verlangen die beschleunigte Vereinheit-lichung und Ausgleichung der Gesetzt in allen Staate-gebieten nach fortschrittlichen und freiheitlichen Grundsätzen. Wir fordern, daß gesetzliche Materien durch Gesetze und nicht durch Verordnungen geregelt werden. Wir fordern die Beseitigung aller recht-lichen Hemmungen gegen die verfaffungSmäßig ver» bürgte Teilnahme der deutschen StaatSdevölkernng an der Gesetzgebung und gesetzliche Garantien gegen die verfaffungSwidrige Geheimerlaßproxi« auf dnn Gebiete der gesamten Staatsverwaltung. Wir fordern die materielle Förderung der ge» s?tztick> anerkannten Glaubensbekenntnisse im Ver» hältvis zu ihrer Srelenzahl, ferner die Erteilung des Religionsunterrichtes in der deutschen Mutter« spräche durch Geistliche des betreffenden Glaube- »«. bekenntniffcS und deutscher Volkszugehörigkeit. 4. Als gleichberechtigte Staatsbürger wünschen und verlangen wir für die deutsche StaatSbevölkerung die strotSgrundgesetzlich zu gewährleistende Achtung und freie Benützung ihrer deutschen Muttersprache im mündlichen und schriftlichen Beikehr in den Ge« meinden, Bezirken. Muniz-pi-n, die Zulassung der deutschen Protvkollsprache in den diutiSen Sied-hingen, den müvdlichen Verkehr in deutscher Sprache mit deu'ichen Pa'teien bei allen JtotralturtS-, Finanz« und Justizbehörden, 'onie die Erledigung Still 2 oss Ci (Met Zeitung Rbür 1 deutscher Eingaben in deutscher Sprach«; die unge. hinderte Zulassung der deutschen Sprache in allen deutschen Bereinen, Genossenschaften. Handelsgesell« schoflen und Firmen, namentlich ihren freien Ge-brauch auf Firmentaseln und GeschästSaufschriften. 5. Für die politische Verwaltung, die Finanz, und Justizverwaltung sowie all« übrigen Zweige der Verwaltung wünschen und verlangen wir die natio-nale Abgrenzung der BerwallungSgediete und im Rahmen derselben daS GelbstverwaltungSrecht der Gemeinden, Städte, Bezirke und Munizlpien; die freie Wahl der Repräsentanten; die Bestellung der Beamten durch die eigenen Verwaltungskörper, endlich die unserer Zahl entsprechende Aufstellung deutscher Beamten in den gemischten BerwaltungSkörpern. 6. Für die Wahlen in die gesetzgebenden Körper« schaften fordern wir das allgemeine, direkte, gleiche, geheime, gemeindeweis« Wahlrecht nach dem reinen Proportionalstem. durch welche» besser als nach der bestehenden Wahlordnung eine dem Verhältnisse unserer Seelenzahl entsprechend« Vertretung erreicht würde. Hiezu fordern wir die strengste Einhaltung der bestehenden Schutzvorrichtungen zur Wahrung der Freiheit und zur Verhinderung der Beeinflussung der Wahlen. Mit besonderem Nachdruck fordern wir die peinlichste Genauigkeit und gründlichste Gewissen-hastigkeit iu der Führung der ständigen Wählerlisten. In diese stnd im Sinne deS bezüglichen Gesetzes unter strafrechtlicher Verantwortung alle Wähler ohne Unterschied der Volkszugehörigkeit von Amts wegen aufzunehmen. 7. Die besonderen WirtschastSlnteressen der neu angegliederten Gebiete sollen bei der allgemeinen Wirtschaftspolitik deS Staate« volle Berücksichtigung finden. 3. Wir wünschen und verlangen eine nicht über« stürzte, gerechte und gleichmäßige Durchführung der Agrarreform »it Förderung deS KleingrundbesitzeS Politische Nunöslhau. Inland. Verhandlung«« zwischen der deutschen Partei und dem Außenminister Dr. Ninöiö. Wie der Wrschatzer Deutsche BolkSsreund be-richtet, fand einige Tage uach der Hatzselder Tagung in Großktkinda zwischen dem Außenminister Dr. Momtilo Ninfrc und dem Mitobmanne der Deutschen Partei Herrn Direktor Michael Threiß sowie dem Parteiausschußmitgliede Herrn Johann KekS auf Wunsch des Ministers eine längere Beratung statt. Im Laufe der Verhandlung wurden die verschiedensten Fragen berührt und über die Lage gesprochen. In erster Linie wurde über die Aufnahme in die Wähler-listen als der wichtigsten Forderung der Deutschen verhandelt. Ueber Aufforderung deS Ministers über-gaben ihm die deutschen Vertreter auch eine dies» bezügliche Denkschrift und überreichten ihm daS Parteiprogramm. Der ßetr Minister hat den Wunsch ausgesprochen, daß diese Verhandlungen in nächster Zeit in Beograd fortgesetzt werden sollen. Dr. 8uSt«röie — Kandidat der radikal«» Partei in Slowenien. Einer Meldung deS im allgemeinen gut unter-richteten Organs der slowenischen Demokraten, des Ljubljanaer Jatro, zufolge, hat der Hauptausschuß der radikalen Partei beschlossen, daß sich diese offiziell an den Wahlen in Slowenien beteilige. Es wurden angeblich Subventionen für solche Blätter ausgesetzt, welche die Aktion der radikalen Partei direkt oder indirekt unterstützen. Hinsichtlich der Wahlen wurde vom Wahlaktionsausschuß der Partei folgender Be-fchluß gefaßt: Die Radikalen stellen ihre Liste als „verständigungSlistt" auf. Mit Dr. Stiert i wurde das Abkommen getroffen, daß er al« Lezirkskandidat auf diese Liste kandidiert. Die Verhandlungen mit den Führern der Zajednica (illtdemokrat«« und Nationalsozialisten) hinsichtlich deren Teilnahme an der Aktion werden fortgesetzt. Die neuen Obergespane für Maribor und Ljudljana. Wie aus Beograd gemeldet wurde, ist die ur-fprünglich« Liste der Obergespane für die neuen auf rein sozialer Grundlage unter Beteiligung aller Staatsbürger ohne Unterschied des BekenntniffeS und der Volkszugehörigkeit an derselben, welche Grund und Boden bearbeiten vollen und können, jedoch zu wenig oder gar keinen Grundbesitz haben; besondere Rücksichtnahme aus die Kriegsinvaliden, Witwen und Waisen, serner auf jene deutsche Bauern, welche die enteigneten Großgrundbesitze schon bisher als «lein-Pächter oder Landarbeiter ständig bearbeitet habe». Die Agrarreform und die Kolonisation soll nicht so durchgeführt werden, daß deutsche Staatsbürger dadurch wegen Mangels an Boden aus ihren Hei» malSgemeinden verdrängt und auszuwandern genötigt werden. Wir fordern gerichtliche Feststellung und An-erkennung der Rechte und Ansprüche aus «ausser-trägen gegen Großgrundbesitze, welche durch An-Zahlungen, Teilzahlungen oder gar durch gänzliche Auszahlungen erworben, jedoch nicht grundbücherlich einverleibt wurden. Wir fordern, daß Kommunal-, Schul- und Kirchenfelder nicht zu Zwecken der Agrarreform heran-gezogen werden. Wir wünschen, baß die Entschädigungen sür die enteigneten Felder den Besitzern nach gerechter Schätzung ehestens ausbezahlt werden, ebenso die rückständigen Pachtschillinge. 9. Wir verlangen eine großzügige Entwässerung und Eindämmung der UeberschwemmungSgebiete, die Wiederherstellung und Instandhaltung der bestehen» den Pump- und KanalisationSanlagen. sowie die Errichtung neuer Pumpanlagen in der Woiwodina und in Syrmien. 10. In wirtschaftlicher Hinsicht vertreten wir den Grundsatz der Gewährung größtmöglicher Freiheit auf dem Gebiete deS Gewerbes, des Handels und deS Geldwesens und fordern lnsbesonvere die Be-seitigung der behördlichen Bewilligung sür die Grün-dung von Aktiengesellschaften und Genossenschaften. 11. Wir fordern eine rasche, gebührenfreie Auf« Hebung von Sequestrationen, welche rechtswidrig über Handelsgesellschaften, industrielle und landwirtschast« BerwaltungSgebiete noch Im letzten Augenblick abge« ändert worden. So wurde Dr. Ivan Sajovic aus Koöevje auf daS Einschreiten deS Statthalters Ivan Hribar gestrichen und an seiner Stelle Dr. MiroSlav Ploj zum Obergespan von Maribor er-nannt. Dr. Ploj war früher SenatSpräsident deS Verwaltungsgerichtshofes in Wien und später Ver-treter deS jugoslawischen Staates in der Repara-tionskommiffion. Für seine umfaffende Begabung spricht nicht in letzter Linie der Umstand, daß er sich vor dem Kriege im jugendlichen Alter von 34 Jahren bereit« die HosratSwürde erworben hatte. Dem neuen Obergespan, der aus dem Gebiete deS VerwaltungSrechleS die reichsten Ersahrungen besitz», wird allgemeine« vertrauen entgegengebracht. Für Ljubljana wurde der frühere LandeSpräsident Dr. vilko Baltiö. der den Ruf eine« hervorragenden LerwaltungSbeamteu genießt, ernannt. Ljuda Davidooie wieder Thes der Demokraten. Beograder Berichten zufolge ist Herr Ljuba Davidovii, der bekanntlich gelegentlich der Resolution?« sassung im demokratischen Klub während der letzten Regierungskrise von seiner Stelle als Obmann der Partei zurückgetreten war, neuerdings zum Prä-sidenten der Partei gewählt worden. - Die« bedeutet zweifellos eine Konsolidierung in den Reihen der Demokraten und einen deutlichen Hinweis auf die künftige Haltung der Partei. Ausland. Der englische Reparationsplan. Wie Londoner Blätter berichten, hat der eng-lische Premierminister Bonar Law nachfolgenden Re-parationSplan für die Pariser Konferenz ausgearbeitet, der auch der Regierung in Washington vorgelegt werden soll: 1. Herabsetzung der Wiedergutmachung aus eine Summe, die Deutschland zahlen kann und energische Maßnahmen gegen Deutschland, wenn dieses auch die herabgesetzten Summen absichtlich nicht zahlen sollte. 2. Ausnahme aller deutschen Zahlungen in einen gemeinsamen Plan. 3. Befreiung DeulschlandS von Zahlungen auf drei bis vier Jahre. 4. Diese Befreiung bedeutet keineswegs eine Befreiung liche Unternehmungen mit heimischem Kapital ver-hängt würben. Ebenso fordern wir eine Sanierung sämtlicher an deutschen vereinen, Anstalten, Gesellschaften und Stiftungen verübten Gesetzwidrigkeiten und Willkür» allen, «it Schadenersatzleistung. Rückgabe ihre« ver-mögenS und Wiedereinsetzung der rechtmäßigen Mit-glieder und Vorstände in ihre gesetzlichen Rechte. Soweit die Staatsbürger slawischer Nation»-lität für ihre kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen und Körperschaften aus Staatsmitteln unterstützt werden, verlangen auch wir für die gleich, artigen deutschm Einrichtungen eine verhältnismäßige staatliche Unterstützung. 12. Wir fordern, daß zu allen Zweigen de» öffent-liche« Dienstes, einschließlich der Zentralstellen, Beamte deutscher Volkszugehörigkeit im Berhältuiff« zu unserer Seelenzahl herangezogen und ihre« Volks-tumS wegen entlassene wieder eingesetzt werden. Für die Vertretung der deutschen wirtschaftlichen und kulturellen Jntereffen verlangen wir die Errich-tung eine« deutschen Landeskulturrate» und eines deutsche» StaatSsekretariate«. Wir fordern staatlichen Schutz bei Ausübung unserer Rechte durch strafgerichtliche Verfolgung jener Organe des Staates, die ihr A»t gegen die Bestim» mungtn der Gesetze und gegen den Geist der ver-faffung zur Schädigung und versolgung der Ange-hörigen deutscher Volkszugehörigkeit mißbrauchen. 13. Wir wünschen die Erhaltung der deutsche» Ortsnamen und Straßenbenennungen und den freie» Gebrauch unserer nationalen Abzeiche«. Wir wollen mit unsere» Mitbürger» anderer Zunge im Staate der Serben, Kroaten und Slo-wene» in Fritden und Freundschaft leben, ihre Rechte ebenso achten, wie wir die Achtung unserer Rechte fordern, und mit jedermann zum Ausbau eine« wahrhaften Rechtsstaates auf Grundlage voll« kommener bürgerlicher Freiheit und nationaler Gleich, berechligung zum Wohle deS gemeinsamen Vater» lande« und aller seiner Völker zusammenarbeite». von den Forderungen während dieser Jahre, sonder» nur ei» Moratorium. 5. Die herabgrs^t« deutsche Reparationsschuld beträgt 50 Milliarden Goldmark. Statt dieser Summe kann Deutschland Frankreich Goldbon« geben, die Frankreich zur Zahlung der interalliierten Schulden verwenden könnte. 6. Eng. land ist bereit, die französisch« Schuld zu streichen, doch muß in diesem Falle Frankreich auf seine For« decungen bei drn übrigen AlliierttN verzichten. Beginn der Pariser Konferenz. Die Pariser ReparationSkonserenz hat am 2. Jänner L I. begonnen. England wird durch Bonar Law, Belgien durch den Ministerpräsidenten Theuni«, Italien durch seinen Pariser Botschafter vertreten. Am Lormittage des EiöffnungstageS fand im französischen Ministerrate die entscheidende Sitzung übe,' die endgültige Fassung des französischen Repa« rationiiplaneS statt. Trotz der ungeheuren Schwierig« keiten, die auf der Konferenz zu überwinden sein werden, glaubt man in Paris, daß sie positive Er« folge zeitigen werde. Lausanne und die Lag« im Orient. Genau genommen haben die langwierigen ver« Handlungen auf der Friedenskonferenz in Lausanne bisher zu gar keinem Ersolge geführt. ES ist weder in der Frage der Meerengen von Konstantinopel, noch Hinsichtich der Abtrennung de« Wilajet« Mossul vom türkischen Staate zu einer Einigung gekommen. Wie man innerhalb der Allilerteudelegationen glaubt, will die Türkei die Verhandlungen in die Länge ziehen, um in dem Ergebnis der bevorstehenden Re» parationskonserenz in Pari« die Solidarität der verbündtlen kennen zu lernm. Inzwischen bringen römische Blätter Nachrichten über umfaffende Mo« bilisterung«waßnahmen in Griechenland. Bei Demir Hiffar soll eine Armee von 30.000 Mann unter dem Kommando deS Generals Tangalos stehen; auch die Türken rechnen anscheinend «it einem Scheitern der famosen Friedenskonferenz und sollen aus der Linie Ali Schechir sechs Divisionen konzen« triert haben. In der Umgebung von Mossul werd«» starke Truppenmengen gegen die Engländer zusam« mengezogen. Die Hauptstadt der neuen Türkei wird sortan Angora sein. Die fremden Diplomaten in Konstantinopel werden zur Ueberstedlung nach Angora aufgefordert werden. Nummer 1 Ein amerikanischer Kredit für Deutsch-land. Bor ewigen Tagen wurde im Washingtoner Senat ein Gesetzentwurf eingebracht, der die Be» willigung eiae4 Kredit« von einer Milliarde Dollart zur Anschaffung von LebenSmitteln für Deutschland zum Gegenstande hat. Diese Anleihe soll in monat« lichen Raten zu je 50 Millionen Dollar flüssig ge-macht werden. Die Gesundung Deutschösterreich». Der österreichische Bundeskanzler hielt vor einigen Tagen in Graz eine Rede, in der er mit Genugtuung feststellt, daß das ausländische Kapital wieder Vertrauen und Interesse für Deutschösterreich gefaßt habe. Er erwähnte, daß die österreichische ^Regierung den Nachfolgestaaten und den übrigen europäischen Staaten Borschläge zur Wiederaufrichtung deS europäischen Wirtschaftssystems unterbreitet habe. Die überflüssigen Schranken des Handels und Ver-kehrS sollen entfernt werden. Seipel wies insbesondere auf die seit Monaten andauernde Stabilisierung der österreichischen Währung und aus den Preisrückgang in den LebenSbedarfsartikeln hin, was den übertriebenen Pessimismus als unbegründet erscheinen läßt. Aus Sladt und Land. Silvesterabend de« Eillier Männer-gesangvereines Nach altem Brauche versammelten sich auch diesmal die Mitglieder und Freunde dcS Eillier Männergefangvereine» zu einer gemütlichen NtujahrSfeier. Der große Saal de« Hotels Union war gedrückt voll und die Stimmung ließ nichts zu wünschen übrig. DaS Orchester deS Eillier Musik-Vereines spielte ganz vortrefflich gute flotte Musik, darunter OffenbachS unverwüstliche Ouvertüre zu „OrpheuS". Das Biolinsolo wurde von Herrn Baumeister LouiS Kolifchnig technisch-vollendet und ausdrucksvoll wiedergegeben. Große Heiterkeit erreg-ten die vorzüglichen Eiuzelvorträge der Herren Joanschek, Löschnigg und Aistrich. Der gemischte Chor „Wein, Weib, Gesangs von Johann Strauß übte seine bewährte zauberhafte Wirkung und riß alles zu hellem Jubel hin. Nach Abwicklung der musikalischen Vorträgt setzte eine spannende Tombola ein, welche dank der von den Vereinsdamen gesam-wellen überaus zahlreichen Gewinste gar manchem einen wertvollen VermögenSzuwachS, den meisten aber wenigstens ein paar lustige Augenblicke brachte. Um Mitternacht ertönten 12 dröhnende Glockenschläge, woraus Herr Dr. Fritz Zangger ein« kurze Neujahrs-rede hielt, in der er zunächst de« unvergeßlichen Ehrenvorstandt« Karl Teppey gedachte und auf die erfolgreiche BereinSlitigkeit im letzten Jahre hinwies. Die Vereinsveranstaltungen seien zu einer Platt-form geworden, auf der sich alle Kreise unserer Ge-sellschaft immer wieder gerne treffen. Möge auch das kommende Jahr in und außer dem Vereine im Zei-chen der alten Treue stehen! Der Saal erbrauste von tausend herzlicher Glückwünsche. Herr Marti-novic beglückwünschte seine Gäste in Begleitung von drei Kaminfegern in Zylindergala. AlSbald begann sich alles im Tanze zu drehen. Konzerte. Am 13. Dezember hat sich das Zikaquartett von Lelje verabschiedet. Brahmsen« C-Moll Quartett zeigte deutlich, daß diese vier richtigen jungen Künstler aus dem besten Wege nd, auch in die letzten Geheimnisse der deutschen Kunst einzudringen. Von tiesster Wirkung war na-mentlich der langsame Satz, der unmittelbar packt, waS bei de» spröden, schwer zugänglichen Hamburger Meister selten der Fall ist. Ein lyrisches Quartett unseres heimischen Tondichter? Osterc fand stürmischen, wohlverdienten Beisall. Es würde zu weit führen, dieses Werk in allen Einzelheiten zu würdigen. Jedenfalls haben wir «ine neuerliche überzeugende Talentprobt d^s ebenso bescheidenen als begabten Künstlers vor uns. Wir müssen nur bedenken, waS eS heißt, ein« solche Sache ohne Anregung und Führung aus sich selbst heraus zu ersinnen und aufzuschreiben. Der zweite, „Humoreske" betitelte Satz ist geradezu ein Kabinetstückchen und erntete tosenden Sonderbeifall. Vorbedingung einer so starken Wirkung ist natürlich eine so treffliche und liebevolle Wiedergabt. Die Künstler trwtisrn durch eine solche Tat nicht nur dem werdindtn Tondichter einen über-aus wertvollen Dienst, sondern sie ehren dadurch auch sich selbst. Den Abschluß deS Konzertes bildete die .Schlagnummer" de« Likaquarlettes. Smetana» ergreifendes Quartett .Aus meinem Leben". Wir haben diese Tat der Künstler zu wiederholtem Male eingehend und begeistert gewürdigt und können nur Cillier Zettung noch hinzufügen, daß sich die Wirkung bei jeder neuen Aufführung womöglich noch vertieft. Kein Wunder, daß da« berühmte böhmische Quartett gerade dieser Leistung der Zikaleute restlos« Anerk«nnung gezollt hat, und kein Zweifel, daß „Aus meine« Leben" unseren Künstlern überall in der alten und neuen Welt den entscheidenden Erfolg sichern wird. — Am 16. Dezember fand in der evangelischen ChristuSkirche ein Konzert statt, da» durch die Mit-Wirkung iti ZikaquartetteS einen besonderen Glanz erhielt. Die Künstler spielten langsame Sätze von Debussy. Brahni?. Borodin und Tschaikow»ky mit überwältigender Wirkung. Bor allem werden Brahm« Romanze au« dem TMoll-Quartett und Tschai-kowSky Andante cantabtle aus dem D-Moll-Quartett allen Zuhörern unvergeßlich bleiben. Himmlisch schön sang Richard Zika in dem zuletzt genannten Werke die führende Melodie auf der G-Saite. Dazwischen brachte ein dreifaches Quartett des Eillier Männer-gesangvereineS die „Könige" von EornrliuS zu« Bortroge, ein trauliche«, herzinnige« WeihnachtSstück, in welchem sich ein erzählendes Altsolo über den altberühmten Choral „Wie leuchtet mir der Morgen-sttrn" erhebt. DaS Solo sang Frau Elsa Zangger mit edler Stimmgebung und stillvolle« Vortrage. Im zweiten Chöre „Wo du hingehst" (eine Be-arbeitung JnterbergerS) spielte Richard Zika daS wundervolle Biolinsolo in feiner tiefinnerlichen Art, die alle Herzen immer wieder berückt. Der Chor wurde von Dr. Fritz Zangger mit be-währter Umsicht geleitet und klang namentlich beim CorneliuSchore sehr schön und ausgeglichen. Anfang und Ende des Konzertes besorgte Meister Jnterberger mit einem Pastorale von I. S. Bach und einem Präludium mit Fuge von Mendelssohn. Ueber JnlerbergerS gediegene Kunst ist weiter kein Wort zu verlieren, wir möchten ihm nur eine bessere Orgel wünschen. Allen Mitwirkenden, insbesondere die edtldtnkendtn, selbstlosen Zikas, aber auch die massenhaft erschienenen Znhörer haben ein wahrhast gutes Werk vollbracht, da das namhaste ReinerträgniS dem blinden Tonkünstler Jnterberger zufloß, der nicht nur wegen feine« tragischen Geschickes, sondern auch wegen seiner hohen Begabung weitestgehende Förderung verdient. — Eine seine Spezialität bildete das Konzert des DanubiuSquartettes am 28. Dezember. Der große Saal des Hotels Union war so voll wie noch nie und jung und alt lachten sich wieder einmal gesund. Ueber echten Humor gibt'S doch nicht« und tiefbedauerlich jene verdorrten oder verbildeten Herzen, die für diese Art Kunst nichts übrig haben. Wer bei einem Stücke, wie es der Walzer „An der schönen blauen Donau" ist, nicht hell aufjubelt, hat von Musik überhaupt keine Ahnung, mag er sich auch noch so musikalisch gebärden. DaS ist klassische Musik im höchsten Sinne des Begriffes, die Bollendung Schuberts, Webers, Lanners auf dem Gebiete des Tanze«. Den unvergleichlichen Wert dieser Weisen beschreibt am besten der Versaffer des neuen WalzertexteS Dr- DeScey, dem für diese vom DanubiuSquartette angeregte und dem Quartett« gewidmete Arbeit der Dank aller Straußverehrer gebührt. Sicher war niemand geeigneter für diese schwierige Leistung als Dr. DeScey. dem wir das großartige Johann Straußbuch (bei Schuster und Löffler, Berlin) als neueste Erscheinung auf dem Gebiete der Musikliteratur verdanken. Und wie das DanubiuSquartett den Walzer singt, ist einfach unnachahmlich. ..Der Engel sachverständiger Chor" kannS nicht besser machen. Zündend wirkte auch der «Wiener Ringstraßenkorso", ein von Dr. Dorreck pickfein vertonte« Gedicht von Detlev v. Lilienkron. „Q Sonnenschein, du zaubrisch Ding, zur Mittag«-zeit am Wiener Ring .. ja. da geht einem da« Herz auf und Jugend und Glück kehren wieder. Zum Totlachen war der übrigens musikalisch sehr heikle Kanon von Josef Haydn: „Wir sind Narren". Man möchte^ kaum glauben, daß Haydn, Mozart und Konsorten viele solche ulkige Sachen verbrochen haben. Eine köstliche Verspottung provinzieller Lieder-tafelei ist daS Lied „Schund und Kompagnie" vom trefflichen Koch von Langentreu. Die Art und Weise, wie das DanubiuSquartett die einzelnen Schlager, wie „Am Traunsee", „Ständchen" und da» Siegeslied sang, zeigt r>on der scharst» Beob-achtungSgabt und de« Nachahmungstalent des ge» borenen Humoristen. Lachstürme erregte auch „Die Bürgschaft." gesungen.au» dem Originalmannskript. Wie fein und geradezu erzieherisch wirkt« da» Duett ./Mein Bater »st HauShrrr und Stidtnfabrikant". So etwas prägt sich dem Zuhörer für immer ein. ES ist unmöglich, jede einzelne VortragSnummer zu besprechen. Genug an dem! DaS DanubiuSquartett hat uns im Zeichen echten Wiener Humor« wieder Stunden reinsten Glückes geschenkt, unser Publikum feit« 3 hat die Htrren in« Herz geschlossn, ja, e« ist för«. lich verliebt in sie nnd freut sich schon jetzt auf das nächste Konzert, da» Ende Juni stattfinden soll. Konzert der Glasbena Matlca au« Ljubljana. A« S.Jinner, 4 Uhr nachmittag«, gibt der Chor der GlaSbena Matica in Ljubljana unter Leitung deS GefellschaftSdireklorS M. Hubad ein Konzert im großen Saale des Hotel« Union in Ctlje. Die VortragSordnung umfaßt »ausnahmslos moderne Werkt und trägt rein künstlerischen Charakter. Bekanntlich ist der Chor der Glasbtna die größte Bereinigung dieser Art in Slowenien. Er zählt über 100 Mitglieder und verfügt über ein hervorragende« guteS Stimmenmaterial. Allen Freunden eine« schönen Männergesange« steht daher ein großer Kunstgenuß bevor. Der Kartenvorverkauf sin-det bei Frau Kovac, Tabaktrafik in der Aleksandrova ulica, statt. Evangelischer Gottesdienst in Ptui. Der nächste evangelische Gottesdienst findet am Sonntag, dem 7. Jänner l. I.. um halb 11 Uhr vormittag« im Uebungszimmer des Männergesang-vereine« (BereinshauS) statt. Todesfall. Wie uns aus Graz gemeldet wird, ist dort der Bürgerschuldirektor Herr Binzenz Wüstncr am 23. Dezember v. I. gestorben. Der Verblichene war auch in Celje längere Zeit beruflich wirksam. Einstellung der Iugoslavija. Am letzten Tage de« alten Jahre« teilte die Jugoslawische ZeitungS A.-G. in Zagreb, in deren Besitz im Laufe des vergangenen Jahres daS Ljubljanaer Tagblatt Jugoflavija aufgegangen war, den Lesern deS einst, mal« Pesek'schen Organs mit, daß sie das Erscheinen deS Blattes eingestellt hat. Ein nationalistisches Tagblatt in Ljubljana. Mit 1. Jänner begann in Ljubljana ein nationalistisches Tagblatt unter dem Namen Orjuna zu erscheinen. Verhandlungen zwischen Hausbesitzern und Mietern in Maribor. Da die neue Wohnungsverordnung die Bestimmung der Höhe de« Mietzinses der freien Bertinbarung zwischen Hausbesitzern und MietSparteien überläßt, ist in Maribor der Hausbesitzerverein mit den Vertretern des Ber-eine« der Mieter in Verhandlungen eingetreten, um die zahlreichen Streitfälle tinzufchränken und die Wohnungsämter und Schiedsgerichte zu entlaste». Die Hausbesitzer verlangten vorerst eine 300^ ifl« Erhöhung der gegenwärtigen Zinsbeträge. Auf der a« Sonntag stattgefundenen Versammlung der Mit-glieder de« Mietervereine« haben die Vertreter der öffentlichen Angestellten und der Eisenbahner erklärt, daß sie im Hinblick auf die unverändert ungünstige Lage der Angestellten vorderhand jede Erhöhung der Mietzinse ablehnen. Die tndgültige Beschlußfassung wird aus der donnerStätigxu Protestversammlung in Narodiii do« erfolgen. Der Hausbesitzerverein hat beschloss-n, der schwierigen Lage der öffentlichen An-gestellten Rechnung zu tragen und seinen Mitgliedern zu empfehlt«, sich bei diesen «it einer 100#igen Erhöhung zu begnügen, andere Mieter jedoch bi« zu 200#, vermögendere Parteien, besonder« Luxus-Wohnungen, bis zu 300# zu steigern. Arbeitspflicht der südslawischen Frauen im Kriegsfalle. Eine österreichische Korrespondenz veröffentlicht eine Meldung der Beograder Novosti, derzufolge in dem neuen in Vorbereitung stehenden Wehrgesetze die allgemeine militärische Dienstpflicht der Männer bis zum sechzigsten Lebensjahre und die Arbeitspflicht der Frauen im KriegSsalle vor-gesehen ist. Eine „fliegende Kontrolle" auf Eisen-bahnen. Aus der letzten MinisterratSsttzung im alten Jahre berichtete der BtrkehrSminister Veliar Jankovil üb«r den Stand deS Verkehre» i« ganzen Staate. ES wurde beschlossen, eine fogtnanule ,.fli«. gendt Kontrolle" einzuführen. Zu diese« Zwecke werden besondere Organe angestellt, die ihr Augen« merk besonders auf den Ptrsonenverkthr richten und alle Uebelstände in Zügen und aus Stationen unter-such«» «»erden. Sie werden mit der Voll«acht auS-gestatt« sein, die Schuldigen auf der Stell« zu be« strasen. Zm Eisrnbahnverkehr soll ein Nachricht«»-dienst nach de« Muster Englands und Frankreich« eingeführt werden. Alle Hauptstationen werden dem BerkehrSministeriu« Ankunft und Abgang jede« Zuges und unter Umständen auch die Ursache von Verspätungen zu melden haben. Ferner beschloß der Ministerrat, alle unentgeltlichen Elsenbahnkarten, die bisher ausgegeben wurden, aufzuheben. Die Frisrurgeschäfle sind Samstag von Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags, Sonntag von 3 Uhr früh bis 11 Uhr vormittags geöffnet. ©eilt 4 Die neuen Wahlen für das Parla-ment. Der Sta5l»agistrat Celje verlautbert: Im Zusammenhange mit ker hieramtlichen Kundmachung vom 27. Dezember v. I., worin «rlaulbart wurtx, daß das Parlament ausgelöst wo,den ist und die Neuwahlen der Volksvertreter Sonntag, den 18. März^I923. stattfinden werden, wird kundgemacht: Die stündigen Wählerverzeichnisse sür daS Parlament für die Sladt Telje liegen auf dem Stadtmagistrate, Zimmer Nr. 5, jeden Tag von 8 bis 12 Uhr vor« mittags und von 2 bit 5 Uhr nachmittags zu jedermanns Einsichtnahme auf. Jedermann hat das Recht, während der angeführten Stunden das alpha-detische Wählerverzeichnis durchzusehen, abzuschreiben, abzudrucken, ferner sowohl sür sich al» sür einen anderen zu verlangen, daß darin korrigiert werde, was seiner Meinung noch richtiggestellt werden muß. Richtigstellungen de« Wählerverzeichnisses müssen beim Ctadlmagistrat direkt mündlich oder schriftlich gefordert werden; jeder Forderung nach Richtig-stellung müssen die erforderlichen Beweisstücke bei» gefügt werden. Da nach Artikel 12 des Gesetzes Über die Wählerverzeichnisse vom 30. Mai 1922 Berichtigungen der Wählerlisten noch 15 Tage nach Ausschreibung der Wahlen verlangt werden dürfen und der UkaS über die Wahlen >n da» Parlament am 22. Dezember 1922 verlautbart wurde, vei fließt die 15.täzige Reklamationsfrist am 6. Jänner 192Z. Reklamationen sind also bi« einschließlich 6. Jänner 1923 einzubringen. Bei den Wahlen in da« Parla-ment am 18. März 1923 dürfen nur jene Personen Lilller Zeitung wählen, die in da« Wählerverzeichnis eingetragen sind. Der Bürgermeister: Dr. Hrasovtc m. p. Phantasten. Ja seiner Folge vom 2. Jänner l. I. bringt der Ljubljanaer Jutro eine längere Be-trachtung über die Wahlvorbereitungen in Slowenien. Wa« er dabei über die Deutschen sagt, interessiert uns einigermaßen. Au» den in anerkennenswert ge-mäßigte« Tone gehaltenen Ausführungen klingt ein leiser Lockruf, der un» vorläufig ein kleine« Lächeln abnötigt. Der Jutro weiß über die Stellung der hierländischen Deutschen zu den Wahlen weitaus mehr als wir selbst. Er schreibt u. a.: „Seit die Deutschen ihre politische Partei im Staate organisiert haben, lasten einige radikale Elemente unter den deutschen Minderheiten in unseren steirischen Städten und Märkten ihren Willen kundwerden, ein« eigene deutsche Kandidatenliste aufzustellen. Wir haben nichts dagegen, wenn sich unsere deutschen Mitbürger isolieren wollen. Ihre Fanatiker sind sich offenbar nicht bewußt, daß politischen Ausschließungen auS der Nation auch die wirtschaftliche Isolierung folgt. Die Mehrheit unserer Mitbürger diutschen Stammes gehört den Erwerbsständen an und gerade dem deutschen Kaufmann und Gewerbetreibenden geht eS in Jugoslawien im Vergleich zu ihren Landsleuten in Oesterreich und Deuischland wie den .Engerln" im Himmel. Deshalb ist es verständlich, wenn nüch> terne deutsche Kreise vor Experimenten warnen, di« I dem friedlichen Zusammenleben mit unseren Leuten ] gefährlich werden könnten. DaS ist aber schließlich Nummer 1 Sache der Deutschen selbst. Wa« ganz ganz andere« jedoch ist es, wenn wir hören, daß einige deutsch« Extremisten ihr« srinerzritige» Stajerc- und ähnlich« versuche wieder anstellen und unter verschiedenen Losungen slowenischer Stimmen für deutschnationale Kandidaturen fangen wollen. ES muß rechtzeitig vor derlei ProvokatiouSversuchen gewarnt werden, damit eS später nicht zu Mißvelstäudnisftn kommt." So der Jutro. WaS seine Meinung über die eigene deutsche Kandidatur anbelangt, so stimmen wir kurz mit ihm überein, wenn er sag», daß die« Sache der Deutschen selbst sei und wir fühlen nicht die geringste Veranlassung, sein politische« Konzept durch Besser-wissen stören zu woll«n. Wa« jedoch die Befürchtungen über einen deutschen Stimmenfang unter den Slo-wenen anbelangt, so sind wir denn doch überrascht» Ja, ist denn da« möglich? Die sanfte Warnung verrät eine Schwäche, an die wir ganz einfach nicht glauben können. Wenn die« die «inzige Störung dc« „fri«»lichen" Zusammenleben« sein sollte, kann der Jutro tief beruhigt sein. So viel an un« liegt^ sollen daraus keine „Mißverständnisse" erwachsen. Der Gedanke ist indessen nicht ohne Reiz für uu« Deutsche, daß man in Ljubljana die Sympathien, die unS von der slowenischen Bevölkerung alledem entgegengebracht werden, für so stark hält, daß sie unter Umständen durch Abgabe von Stimme» sür einen „deuischnationaleu" Kandidaten in Er-scheinung treten könnte. Geschäfts-Eröffnung. Beehre mich den geehrten ßewohrjern von Ce/je und Umgebung die höß. JrfiHeilung zu machen, dass ich in der Qosposka ulica Jfr. 14- eine Qlas~, porzellan~ und Steingut-Jpandlunff Jjcruverglcrsung und JJahmen-Werksfätie eröffnet habe. Jch werde stets bestrebt sein, meine geschätzten funden mit prima Ware zu massigen preisen zu bedienen und auch alle sonstigen in mein fach einschlägigen jflufträge werde ich gewissenhaft und sorgfältigst zur Ausführung bringen. hochachtungsvoll Rudolf J{ollenz. ■ Schreibmaschinen D fabriksneue und gebrauchte Maschinen Farbbänder, Kohlenpapier, Durchschlagpapier, Reparaturen Ant. Rud. Legat, Maribor BloTonika ulica 7, Telephon 100 Komplette maschinelle Einrichtung einer Ziegelei zu verkaufen. Anfragen an Frau Krüttner, Salzburg - Nonntal, Oesterreich. Zu verkaufen Zur gefl. Beachtung! Ich gcnoM die Ansbildnng iw Blinden* Erei«hung«in*titat in Budapest und habe eine eigene BUrstenblnderel-\Ver kstHtte erriehtet. Ei möchte mich freuen, wenn •ich ein Ilteres, nichtsehendes Hftdehon finden würde, welche geneigt wSre mit mir in Kompanie tu arbeiten. Verfüge Ober eigene Wohnung. Dia Korreipon dem kann n der Blindontchrift erfolgen. Oefl. Anträge an Thereae Wild, Bünttenbinderei-Werkst! tte in Untertitel, Katsctika, Vojvodina. Hufbeschlag- und Wagenschmied vollkommen selbständiger, unverheirateter Arbeiter mit guten Zeugnissen und Nachfrage wird sofort aufgenommen. Nur erstklassige Kräft« wollen Offerte einsenden an Zele-zarna Mnta. Muta ob Dravi. Tüchtiger Kaffeekoch eventuell Konditor nnd ein Kellner-lehrjunge werden ausgenommen. Offerte an Velika kavarna, Maribor. Uraves, nettes Mädchen das nebst kochen auch sämtliche Kflchenarbeit versieht und deutsch spricht, findet dauernde Stelle in gutem Hause. Anbote an M. Auspitz, Zagreb, nl. bar. Jelaöila 4. Verloren wurde am 28. Dezember im Hotel Union eine Perlenschnur. Fflr das Zustandebringen sind K 10.000 ausgesetzt. Zweckdienliche Angaben werden entsprechend be-rflcksi clitigt. Celje, Cankarjeva ul. 1 (Hingstrasse 1), Privatwohnung. Gekauft werden prima trockene Föhrenbretter von 20 m/m und 50 m/m und trockeae Fichtenbretter. Offerten sind zu richten au Weisbacher, lesna industr. drulba, Ljubljana, Dunajska cesta 66. Zur Vergrösserung eines seit 30 Jahren bestehenden Geschäftes in Slovenien werden ab Februar 1923 ci. 100-bis 150.0001 Privatkapital gegen Verzinsung und Gutstebung gesucht. G"fl. Antsüge erbeten unter „Sicher 28500* a. d. Verwltg. d. 131. Regelmässige Verbindung ▼on Bremen Ober Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtrollen amerikanioehen Regierungsdampfer der United State« Line* N'Uchste Abfahrten: Amorica....... . 3. Jan. 7. Fabr. President Harding . . 6. Jaa. 14. Pobr. President Rooaevelt . 17. Jan. fci. Febr. George Washington 21. Keb. 28. Min Verlangen Sie ProspeUe und Segellislen Afr. 144 UNITED STATES LINES Beograd, Travnlcka ul. 1 j und Alle bedeutenden Reisebüro« I'f'erd ein habscher, figuranter Rappen, 16 Faust hoch, Wallach (6jihrig, fslr Kalesch und Fuhrwerk bestens geeignet), ist zu verkaufet bei Alois Kraker, Ptuj. Prima gesundes, gepresstes Futterstroh und Bundstroh, sflsses erstklassiges Pferdeheu einige Waggon billigst abzugeben bei Julius Hoffmann, Oakovec, Medjimurje, Jugoslavien. Telephon 31. Sind Käufer auf jedes Quantum Knoppern Offerte nebst Muster sind zu richten an Herman Hary i sin, Varafdin. Sehweine nnd Rindrloh werden am besten gemlUtot, wenn dem täglichen Futter da* Nlbrpulror 1FL edin de» Apotheker» Piccoli in Ljubljana beigemengt wird. Auftrüge werden prompt gegen Kachnahme au--- > Holz-, Blech- und Hletall-Bearbellnngs- Maschinen und Werkzeuge sowie Transmissionen, Motoren, Dreschmaschinen nnd Pflöge standig auf Lager bei Karl Jetzbacher A.-G., Zagreb, Generalvertretung der Zimmoimann-Werke in Chcmuitz, A. B. Motoren-Gesellschaft in Wien-Guntramsdorf, Arthur Hauser & Co., Schweissanlagen. _J Dtiicktr. Verleger anb Herausgeber: LerewSl'uchdruckerei „Cel,ja' in C'lje. - Beranwor'.licher Lchristleit-r: Zrauz Schauer.