80. Jahrgang Erscheint wöchentlich sechsmal (mit Ausnahme der Feiertage). Schriflleitung, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68, 25-69, Maribor, Kopališka ul. 6. Mr. 54 Dienstag, den 15. Februar 194*1 Inseraten- und Abonnements-Annahme in der Verwaltung. Bezugspreis: Abholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Din 24.—> für das Ausland monatlich Din 32.—. Einzelnummer Din 1.50 und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. PS’GIS ©SD? *1*50 Maribom fteituiffl Sowjetoffensive hält unvermindert an Helsinki meldet: Erfolgreiche Abwehr zahlreicher russischer Angriffe am Ladogasee - Moskau: 16 Forts der Mannerheimlinie von Sowjettruppen eingenommen Helsinki, 12. Feber. (Avala.) — le finnische Telegraphenagentur bericli-61: Im finnischen Heeresbericht heißt es, aß gestern die Sowjetangriffe auf der Jjrelischen Landenge fortgesetzt wurden. r. Krnlev:« prophezeit Va öige Wahlen Der Generalsekretär der Kroatischen Bauernpartei über aktuelle Innenfragem D a r u v a r, 12. Feber. Der Generalsekretär der Kroatischen Bauernpartei Senator Dr. Juraj K r n j e v i č hielt in Da-ruvar in einer Massenversammlung eine Rede, in der er u. a. sagte: »Nach diesem Kriege, der jetzt in Europa wütet, wird ein neues Europa entstehen. Es wird dies ein neues Europa sein, deshalb ist es unernst, wenn man uns mit Drohungen kommt. Wir werden unsere i Ziele nu* oder ohne Zustimmung anderer erreichen. Sie haben gehört, daß man jetzt von Sabor- und Skupschtinawahlen sprich: Es ist nicht bestimmt, wann diese Wahlen sein werden. Aber sie werden in allernächster Zeit vor sich gehen. Die Sabor-wahlen werden von größter Wichtigkeit sein. Unser Staat wird vollkommen neu geboren werden. Die Skupschtinawahlen sind etwas anderes. Durch die Saborwah-len wird Kroatien nach den Grundsätzen der Kroatischen Bauenpartei neu gestaltet werden. Die Skupschtina wird etwas Provisorisches sein, bis die endgiltige und definitive Reorganisation der Staatsgemeinschaft vollzogen ist, wie sie mit der Errichung des Banats Kroatien begonnen wurde. Wir müssen einträchtig bleiben, um bei den Saborwahlen unsere Einmütigkeit aus den Jahren 1920, 1923, 1935 und 1938 zu beweisen«. Im We"en nichts I?eu?s Berlin, 12. Feber. (DNB). Das Oberkommando der Wehrmacht teilt in seinem Bericht vom 11. d. M. mit: »An der Westfront verlief der Tag ruhig. Trotz des schlechten Wetters überflogen unsere Flugzeuge Eng'and. Ein Patrouil'enboot wurde versenkt. Alle Flugzeuge kehrten auf ihre Basis zurück.« Paris, 12. Feber. H a v a s berichtet: Das französische Oberkommando teilte am 11. d. M. mit: »Nichts neues!« Ger Ruf rach einer Kriegs-regimmn m (Snuianh Garvin verlangt im »Observer« die Bildung einer neuen Regierung. London, 12. Feber. Reuter berichtet: Der bekannte englische Publizist Garvin fordert im »O b s e rv e r« die ehebaldigste Bildung eines homogenen Kriegskabinetts, deren Mitglieder au‘ Grund des allgemeinen Vertrauens de? ganzen Landes die Kriegspolitik Englands bis zum Siege fortsetzen sollten. Die Zusammensetzung eines solchen Kabinetts würde nach Garvins Ansicht im Hinblick auf die feindliche Propaganda sehr viel zur Stabilisierung der Verhältnisse und zur Vermehrung der Autorität der britischen Regierung führen. Am 2. Feber 1940 begann in der jugoslawischen Hauptstadt die Konferenz des Balkanbundes, in deren Verlauf die Vertreter der vier Balkanstaaten — Jugoslawien, Rumänien, Griechenland und der Türkei — ihren Willen, die Neutralität zu wahren, erneut bestätigten. — Das Bild zeigt von links: den jugoslawischen Gesandten in Bukarest I. Dučlč, den griechischen Ministerpräsidenten Metaxas, den rumänischen Gesandten in Beograd, Victor Cade:e, den rumänischen Außenminister Gafencu, den türkischen Außenminister Saradschoglu und den jugoslawischen M.nistet ii-ässdenlen Cvetkovič, während eines Empfanges in der rumänischen Gesandtschaft in Beograd am 3. Feber 1940. Ger Mlßrrso'g 8er GanMons- polMk Belgische Antwort an Leon Blum. Brüssel, 12. Feber. Die hiesige konservative Zeitung »La Metropole« befaß1 sich mit der Lage der neutralen Staate» und verweist auf die Wichtigkeit der Zusammenkunft des Wirtschaftskomitee? des Völkerbundes im Haag. Das B'at hebt hervor, daß die Kräfte, die für de» Frieden arbeiten, noch nicht entwaffne seien. Es müsse jede Gelegenheit ergriffen werden, um einen Beitrag zur Einstellung der Feindseligkeiten zu liefern. L>e sozialistische »Peuple« lehnt die von Le-on Blum an die Adresse der neutralen Staaten gerichteten Vorwürfe ab u. mein , daß für den Zusammenbruch der San tionspolitik und der kollektiven Sicherhei einzig und allein die Großmächte veran -wörtlich seien, keinesfalls aber die kleinen Staaten. Römischer Landesverteidigungsrat. R o m, 12. Feber. Der Oberste Landes- verteidigungsrat h'elt gestern seine dritte, dreistündige Sitzung unter dem Vorst z Mussolinis ab. Die Beratungen we* den heute. Montag, den 12. d. M. f°u" gesetzt werden. Gründung einer Jngoslawisdi-bulgarlsdien Handelskammer Feierlicher Empfang 6er bulgarischen Deleoalion mit Handelsmlnifter Dr. Sagorofo an der Spitze Beograd, 12. Feber. Gestern früh raf mit dem Schnellzuge aus Sofia eine u garische Wirtschaftsdelegation mit ,em Handelsminister Dr. Zagorov an ei Spitze in Beograd ein, um der Grün-^ngsversammlung der jugoslawisch-bul ■sarischen Handelskammer beizuwohnen. -Ur Begrüßung der bulgarischen Wirt-er ^atte s'ch ^uf dem mit jugosla-V|pchen und bulgarischen Trikoloren reich geschmückten Bahnhofperron Han-Hsminister Dr. Andres mit zahlrci-. n hohen Beamten des Handelsministeriums eingefunden, ferner die Vertreter er jugoslawisch-bulgarischen Vereinigun Een und der bulgarische Gesandte Doktor 0 P o v mit dem gesamten Personal der ^egation. Nach der feierlichen Begrüßung e§ab sich Minister Dr. Zagorov in ^gleitung des jugoslawischen Handels-'Uinisters ins Hotel »Bristol«. Bald darauf begab sich Minister Dr. Zagorov ins Kö-j seinem jugoslawischen Kollegen Dr. nigsschloß, um sich ins Hofbuch einzutragen. Um 10 Uhr vormittags fand die Gründungsversammlung im Saale der Beogra-der Handelskammer statt. Der Festsitzung wohnten die beiden genannten Han delsminister, Außenminister Dr. C i n -car-Markovič, der Vertreter des Mi nisterpräsidenten Cvetkovič, der bulgarische Gesandte Dr. Popov u. a. mehr teil. Die Versammlung, in der der Industrielle Voja Petkovič den Vorsitz führte, richtete Ergebenheitstelegrammc an S. K. H. Prinzregent Paul und S. M. König Boris sowie Begrüßungsdepeschen an die Ministerpräsidenten Cvetkovič und Dr. Kjuseivanov. Nach Ansprachen, die vom bulgarischen Handelsminister Dr. Zagorov, \ n-! von j dres, vom Gesandten Dr. Popov, den Industriellen Ivan Jelačin und Voja G j o r g j e v i č gehalten wurden, erfolgte die Konstituierung der Jugoslawisch-bulgarischen Handelskammer. Zum Präsidenten wurde der Beograder industrielle Vlada Ilič gewählt. Erster Vizepräsident ist Dr. Marko Z u ž i č, zweiter Vizepräsident Ivan Jelačin und dritter Vizepräsident Dr. Stefan Krasni k. Nach der Festversammlung gab Handelsminister Dr. Andres im Hotel »Bristol« zu Ehren der bulgarischen Gäste ein Festessen, bei dem die beiden Handelsminister Jugoslawiens und Bulgariens herzliche Trinksprüche auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Staaten hielten, die die besten Früchte verspreche und im Interesse beider Staaten sei. Die Gegenvorschläge der Kaufleute Eine Entschließung des Zentrawerbandes 6er jugoslawischen Handelsgremien zur Frage 6er Steuerreform Wie die Beograder Bätter ausführlich dichten, hielt dieser Tage die Zentral-vertretung des Verbandes der kaufmän-,llschen Vereinigungen des Königreiches Jugoslawien in Beograd eine Sitzung ab, auf der nebst anderen zeitgemäßen Fra-Sen, die den Handelsstand berühren, vor allem die neuen Steuerverordnungen er-°rtert werden. Von der Sitzung wurde eine Entschlie-uug ausgegeben, in der u. a. festgestellt vv’Ird, daß die außerordentlichen Verhält-n'SSe, in denen sich Europa und auch Jugoslawien befinden, sowohl dem Staate a s auch allen seinen Bürgern außerordentliche Pflichten auferlegen. Die jugo-s awischen Kaufleute seien auch diesmal jes melden Tag für Tag Kaufleute in zu-arige nachzukommen, zumal es sich in er Mehrzahl um Erfordernisse der Landesverteidigung handle. Die Art und Weise, in der man die ' aatlichen Einnahmen zu erhöhen versu-d ' Sei jedoch angesichts der bestehenden erhältnisse nicht nur unduchführbar, son ern stelle geradezu eine Gefahr dar, die „en ganzen Handel des Landes in seinen ri|ndfesten zu erschüttern und die Reih-,a des Kaufmannsstandes bedenklich zu hten drohe. Dafür seien bereits handgreifliche Beeise vorhanden. In allen Teilen des Lan-^ melden Tag für Tag Kaufleute n zunehmender Zahl ihre Gewerbe ab, da sie mer den neugeschaffenen fiskalischen Josten nicht mehr Weiterarbeiten können. rles sei fast ausschließlich auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen über die Ein-’ommensteuer und die Verzehrungssteuer Mif Wein und Branntwein zurückzufüh-ren. Durch diese Maßnahmen, so heißt os in der Entschließung, werden in erster ^oihe die korrekten nationalen Kaufleute Uroffen, die eine der Hauptstützen der 'Hschaftlichen Unabhängigkeit des Lan-des seien. weiteren werden in der Entschlie- die konkreten Ursachen der Gefahr, dem Kaufmannsstand und die Wirtschaft ;m allgemeinen bedroht, ange-I H- So verpflichte die Steuernovelle al-e Rauf leute mit einer Einkommensteuer ,°'n mindestens 100.000 Dinar oder mit ojneni Bruttoumsatz von mindestens zwei ilMonen Dinar zu fachgemäßer Führung °n Geschäftsbüchern auf derselben jJTndlage wie die Aktiengesellschaften. !e überwiegende Mehrheit dieser Kauf-eute könne jedoch die damit verbünde-en Soesen nicht tragen, ganz abgesehen öavon, daß es in Jugoslawien nicht ein-b3' annähernd soviele fachVch .gebildete _uehhalter gebe, wie hiezu notwendig sind. Weiters werden dieselben Steuernflich-'S&n durch die Steuernovelle verhalten, schon für das Jahr 1940 ihr Einkommensteuerbekenntnis nach den neuen Vorschriften und auf Grund der Geschäftsbücher des Jahres 1939 vorzulegen. Es könne jedoch als ganz sicher angenommen werden, daß es bei uns keinen einzigen Kaufmann gibt, der dieser Verpflieh tung voll entsprechen könnte. Dies würde bedeuten, daß ihnen ohne Unterschied für das Jahr 1940 die Einkommensteuergrundlage von der Steuerbehörde festgesetzt wird. Dadurch würden aber alle Kaufleute geradezu in ihrer Existenz bedroht werden. Die weitgehende Vollmach ten, mit denen durch die Novelle die Steuerorgane a-usgestattet werden, sowie die vorgesehenen drakonischen Strafmaßnahmen stellen nicht nur einen bisher nicht dagewesenen Angriff auf die Sicherheit der wirtschaftlichen Betätigung dar, sondern auch einen Schlag gegen die bürgerliche Freiheit dieser Steuerpflichtigen. — Durch die technische Durchführung dieser Steuernovellen würde jede Geschäftstätigkeit, der durch die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen eine gewisse Sicherheit gewährleistet war, unmöglich gemacht werden, da ihre teuer bezahlten Patente und chemischen Formeln, sowie ihre Beschaffungsquellen und Kalkulationsgeheimnisse der Konkurrenz preisgegeben würden. Weiters sieht die neue Verordnung über staatliche Verzehrungssteuer aut Wein und Branntwein Durchführungsmaß nahmen vor, die für Produzenten, Händler und Ausschenker vollständig undurchführbar sind. Der Forderung nach Versiegelung der Kessel und der Errichtung von Freilagern kann die überwiegende Zahl der Produzenten und Händler nicht entsprechen, ganz abgesehen davon, daß durch dieses System sowohl in den Städten als auch in den Dörfern den weitestgehenden Mißbrauchen Tür und Tor geöffnet würden. Deshalb sie die Abschaffung dieses Systems eine unumgängliche Notwendigkeit. Die Zentralvertretung des Verbandes der kaufmännischen Vereinigungen fordert deshalb, daß die am 23. Dezember vergangenen Jahres erschienenen Steuernoveilen sofort zurückgezogen werden. Um. aber dennoch die angestrebten staatlichen Einnahmen sicherzustellen, macht die Zentralvertretung folgende Vorschläge: Alle Kaufleute, deren Einkommensteuer im Jahre 1939 mehr als 100.000 Dinar bzw. deren Bruttoumsatz mehr als 2 Millionen. Dinar betrug, bezahlen ihre gesamte Steuer auf Grund der Bemessung vor, 1939 auch für das Jahr 1940, und zwar schon im Laufe der Monate Febc and März, so daß der Staat auf diese We: ten würde. Zur Deckung der Erfordernisse der Landesverteidigung und der Staats Verwaltung möge der Satz der Haupt- u. Zusatzsteuer prozentuell und progressiv entsprechend erhöht werden, nicht aber auch jener der Gemeinde- und sonstigen Umlagen. Auf diese Weise würde der Staat in den Besitz der notwendigen Mittel gelangen und dem Steuerapparat würden unüberwindliche Schwierigkeiten erspart bleiben, die einen großen Teil der erwünschten- Einnahmen aufsaugen würden. Außerdem würde dadurch auch verhindert werden, daß die Abmeldungen von Geschäftlizenzen katastrophale Ausmaße annehme. Die Kaufleute sind der Ansicht, daß ein anderer Ausweg aus dieser Lage unmöglich ist, da die erschütternden Verhältnisse im zwischenstaatlichen Güteraus- versuchen Sie mit 1—2 ASPIRIN Tabletten Unter dem Namen ,, A s p i rf n“ besteht kein anderes Arzneimittel ausser Aspirin von „Bayer1’, Opl. ,ecj. pod S br. 37692 od 22. XII. 1939._ BAYER tausch und in der Warenbeschaffung solcher Natur sind, daß in erster Reihe Ruhe und geregelte Verhältnisse erforderlich sind, um diese Schwierigkeiten zu überwinden und einen geregelten Güteraustausch herzustellen. Die Vertreter des Handelstandes stellen sich trotz dieses Vorschlages dem Finanzminister zur Verfügung, um einvernehmlich auch noch andere Mittel und Wege ausfindig zu machen, um dem Staate die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung zu stellen, d. h. der Kaufmannsstand ist bereit, den Staat in jeder vernünftigen Weise in seiner heutigen Lage zu unterstützen, doch darf der Handel in seiner regelmäßigen Entwicklung nicht gehemmt und gestört werden. Ferner muß die Beschaffung der Mittel möglichst vereinfacht werden, damit das schwer erworbene Geld tatsächlich dorthin gelange, wo es wirklich notwendig ist, und nicht zur reichlichen Entlohnung von Angebern oder zur Vergrößerung des ohnehin großen Steuer- und Finanzapparates verschwendet werde. Zum Schluß wird in der Entschließung erklärt, daß die Zentralvertretung des Ver bandes der kaufmännischen Vereinigungen jede Verantwortung für die unweigc>r lieh eintretenden schweren Folgen ablehnen müßte, falls dieser Appell des Kaufmannsstandes keine entsprechende Würdigung fände. 50 Tote, 500 Verwundete Grässliche Auswirkungen eines Orkans in USA New York, 12. Feber. Am Samstag wurde die Stadt Albany von einem furchtbaren Orkan erfasst, dem 50 Tote und 500 Verwundete zum Opfer fielen. Nach den letzten Meldungen wurde insbesondere das Negerviertel stark heimgesucht. Der Orkan trug Dächer fort und brachte auch Häuser zum Einsturz. 12 Häuser wurden vernichtet. Die Kirchen mussten in Lazarette umgewandelt werden. In Zügen und Kraftwagen wurde von allen Seiten die erste Hilfe herangebracht. Schule 6er Langlebigkeit Eine Greisenakademie in Chicago. In Chicago hat ein philantropisches Komitee eine »Schule für Langlebigkeit« gegründet. Die Schüler sollen dort die Lebensweise erlernen, mit der man so alt als möglich wird. Die Sehnsucht der Amerikaner, sö alt wie Methusalem zu werden, scheint groß zu sein. Wenigstens kann man es daran ermessen, daß die Schüler der soeben in Chicago ins Leben gerufenen »Schule der Langlebigkeit« in Scharen Zuströmen. Man reißt sich förmlich danach, sich noch einmal auf die Schulbank setzen zu dürfen, um die schwere Wissenschaft in sich aufzunehmen, möglichst alt zu werden. Der Lehrplan dieses gewiß einzigartigen Instituts beruht auf der »experimentellen« Methode — d. h. die Lehrer, die dort wirken, sprechen alle aus eigenster Erfahrung. Sie haben sämtlich über hundert Jahre auf dem Rücken. Die Stunden sind eigentlich nur autobiographische Erzählungen der Lehrer. Sie alle halten Vorträge über das Thema:. »Wie ich über 100 Jahre alt wurde«. Aus diesen Vor- haltungsmaßregeln entnehmen. Ein bißchen erschwert wird der Unterricht und vor allem das Lernen dadurch, daß sich die Methoden der verschiedenen Methusalem e oft erheblich widersprechen. Der eine Lehrer verwirft den Alkohol und den Tabak und erklärt, daß beides den Menschen in ein frühes Grab bringe — der andere preist das Rauchen und ein gutes Glas Wein, da beides, wie er behauptet, jung und frisch erhält. Der jüngste der über hundertjährigen Greise ist überzeugter Vegeterianer, der älteste empfiehlt seinen Hörern dringend saftige Schnitzel und handfeste Beefsteaks. Auch eine Frau wirkt als Lehrkraft an der Schule der Langlebigkeit. Sie wurde mit dreißig Jahren Witwe. Um jedoch falschen Schlüssen in dieser Beziehung vorzubeugen, vergißt sie nie, in ihren Vorträgen darauf hinzuweisen, daß sie zwar die Hundert schon überschritten habe, dies aber bestimmt nicht auf die frühe Witwenschaft zurückzuführen sei. »Wenn man mit 30 Jahren verwitwet ist«, sagt sie, »so ist es nicht nötig, Witwe zu bleiben, um 100 Jahre alt zu werden.« Seit kurzem aber hat die alte Dame noch eine Kollegin bekommen, die unverheira- se das erforderliche Betriebskapital crhal-s trägen können die Schüler dann die Ver- I tet ist und ebenfalls als Lehrkraft in das Institut aufgenommen wurde. Diese Miß steht auf dem entgegengesetzten Stand, punki: sie behauptet, daß sie niemals hundert Jahre alt geworden wäre, wenn sie sich durch eheliche Bande hätte fesseln lassen! Die Schüler lauschen andächtig den verschiedenen Methoden. Sic sind meistens selbst schon in vorgerückten Jahren. Denn wenn man noch jung ist, fragt man wenig danach, wie man über hundert Jahre werden könne. Nach den Schulstunden bezw. Vorlesungen gibt es täglich lange Debatten unter den Schülern, die sich der einen oder anderen Methode der Lehrer anschließen wollen. Glücklicherweise gibt es soviele verschiedene Methoden, steinalt zu werden, daß sich jeder den ihm bequemsten Weg aussuchen kann. I ngarns Außenminister Graf Czaky hai sieh verlob! Budapest, 12. Feber. Stefani meldet: Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat sich der ungarische Aus-senminister Graf Czaky mit der Komtesse C h o r i n s k y veri obl. Die Hochzeit wird im Frühjahr siallfinden. po Mahorič Juiiaav — 88 Jahre all. Am Dienstag den 13. cl. feiert Frau Juliane Mahorič das seltene Fest des 80. Geburtstages. Vor 80 Jahren wurde sie in Sv. Juri j (Slov. gor.) als Tochter des dortigen Bürgermeisters und Grossgrundbesitzers G. Pavalec geboren. Schon als ganz junges Mädchen machte sie die Postmeisterprüfung und führte die Post in Sv. Jurij, welche, sie auch nach ihrer Heirat und Uebersiedlung nach Makole bei Poljčane beihielt. Aus ihrer Ehe mit «lern schon verstorbenen Herrn Andi Mahorič entstammen zwei Kinder und zwar der Gastwirt und Grundbesitzer Andreas Mahorič in Makole und die verwitwete Gastwirtin und Lebzelterzeugerin Frau Juliane. Aubl aus Sv. Lenart (Slov. gor.). Die Jubilantin, von ganz seltener körperlicher und geistiger Frische, erfreut sich als Urgross-mutter, Grossmutter und Mutter der allerbesten Gesundheit. Den Winter verbringt sie immer in ihrem Hause in Poljčane, während sie sieh die übrige Zeit auf ihrem Weingartenbesitz in Makole bei Poljčane aufhält, wo sic bis zum späten. Abend noch immer rastlos tätig ist. Sie führt ein sprichwörtlich gastfreundliches Haus und ist wegen ihrer Herzensgüte allgemein geachtet und geschätzt. Zum seltenen Lebensjubiläum auch unsere herzlichen Glückwünsche! Fritz Gene r. Hauptziehung dar staatl. Klassenlotterie 1. Tag der Hauptziehung der 39. Spieirunde (10. Februar.) Din 200.000.—: 76043 Din 50.000.—: 34410 26531 89032 14191 Din 40.000.—: 58790 Din 30.000.—: 46360 Din 24.000.—: 1643 21665 58402 94267 Din 20,000.—: 18754 53671 78229 80606 Din 16.000.—: 17585 42347 42587 94493 Din 12.000.—: 4828 16980 24383 44353 73076 75648 81934 83812 DIN 10.000.—: 9061 11384 15102 18912 18975 29276 35943 50987 62362 77085 81486 95451 99912 Din 8000.—: 2039 9867 14797 18116 23999 29509 40228 52615 56930 64902 67423 69355 81352 37549 90147 90302 95176 96283 Din 6000.—: 8272 8470 8670 15273 19838 26569 27237 32164 36350 39293 39538 43294 44319 62306 76714 77179 34387 93035 98149 98478 Din 5000.—: 5622 15614 28227 37179 40828 47435 58805 59229 60757 65983 67740 67826 87982 93837 98534 Din 4000.—: 223 735 1858 3534 3569 8405 8680 9522 14088 15188 19168 21110 22186 23503 23576 23799 26852 34507 41559 44683 48044 49894 51179 51781 54704 55608 56562 56591 60386 60707 61584 65995 67935 69593 71022 71487 72308 72624 73127 75264 79018 81251 82625 88264 90022 90768 91521 92461 92986 93612 94451 96613 (Ohne Gewähr.) Die Lose Nr. 56.930 und 81.352, de je Din 8.000.— gewannen, und Nr. 82.625 (Din 4.000.—) wurden bei uns gekauft. BANKGESCHÄFT BEZJAK, bevoUm. Haupt-kollektur der Staatlichen Klassenlotterie, Ataribor, Gosposka uL 25, Tel. 20.97. AUS DER GESTRIGEN JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG DER MARIBORER BEZIRKSORGANISATION. — DR. JANČIČ NEUERDINGS ZUM OBMANN GEWÄHLT. Die gestern vormittags im jagdsalon j Es folgten die Rechenschaftsberichte des Hotels »Drei« stattgefundene Jahres- , der übrigen agilen Funktionäre, und zw. hauptversiammlung der Mariborer Lokal- | des Schriftführers Schuiinspektor M o Č-organisation, des sogenannten Bezirks- : n i k, des Kassiers Dr. V r e č k o und ausschusses des Roten Kreuzes des Oekonoms Apotheker M ' i n a v i k. stand ganz im Zeichen der durch den die alle einen rapiden Aufschwung unc Kriegsausbruch bedingten außerordentli- j zugleich eine starke Erweiterung des Auf-eben Zustände und des dadurch stark er- j gabenkreises des Vereines feststellen konn weiterten Aufgabenkreises des Vereines.1 ten. Die Zahl der Mitglieder des Mari-Den Vorsitz führte der langjährige und borer Bezirksausschusses belief sich mit verdiente Präses Erster Staatsanwalt i. R. Ende des Geschäftsjahres auf 1801; da- von waren 437 ordentliche u. 1364 unter- Kassagebarung önnte aber be: mehr Verständnis insbesondere der ver-1 mögenderen Kreise jfRariüor, Moniag, öen 12. Frbmm {brachte Absolulorium einstimmig genehmigt worden war, ergriff der erste Vizepräsident des Ljubljanaer Banats-ausschusses Dr. F e 11 i e h - F r a n k-heim das Wort, um zunächst die Versammlungsteilnehmer zu begrüssen u> darauf einige wertvolle Anregungen zv geben, wie die Tülk,kril des Rotkreu-zes im allgemeinen und des Mariborer Beziriv —s-Fasses im besonderen noch eine weitere Förderung erfahren könnte. Amtsleiter Br and nur sprach i»1 Namen der Stadlgemeiir.’.c die Hoffnung aus. dass die Zusammenarbeit des Rotkreuzes mit den städtischen massgebenden StelVn in Hinkunft auf eine noch engere Basis gestellt werden möge. vviuivuiv 1 laocb JUIDICI Oiddisativvau 1. £,nUc VJCbLlldllöjain cs au A von waren 437 ordentliche u. ' V- stützende Mitglieder. Die Ka ri ’ entwickelt sich normal, könr Bei den sodann divchgeTilirten Neuwahlen wurde der bisherige,, für dm Verein überaus verdiente Präses Dr. Jančič unter allseiligem Beifall und mit Stimmeneinhelligkeit wic.ivrge-zweifellos schönere j wählt. Vizepräsidenten sind Primär- , ___________ ... • arzl Dr. Černič und Apotheker Mi' Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß j narik, Ausschussmitglieder Bürger- er Mariborer Bezirksausschuß im soe- 1 meisler Dr. Juvan, die Bezirkshaupt leute Dr. šiška und Eiletz, Obersair«-tätsral Dr. Jurečko, Chefarzt Dr. Beti janič, Gymnasialdirektor Dr. Heric Ergebnisse zeitigen. ben abgeschlossenen Vereinsjahr etwas über 5000 Dinar an die Zentralen in Ljubljana und Beograd ausfolgte, hingegen |’ aber eben von diesen Zentralen im selben | Zeitraum nicht weniger als etwa 15.000 Dinar, an verschiedenen Subventionen aus bezahlt erhielt. Die Mariborer Lokalorganisation hat somit in einem einzigen Jahre dreimal so viel erhalten, als sic selbst im Sinne der Satzung ablieferte. Im Laufe des Vorjahres wurden die aufopferungsvollen Funktionäre des Rotkreuzes in Maribor Chefarzt Dr. B c d j a n i č u. Amtsleiter Štenovec mit der Silbernen Rotkreuzmedaille ausgezeichnet. Nachdem das vom Obmann des Auf-c, dei in seiner Eröffnungs sichtsaussehusses Bezirkshauptmann i Dr. Senekovič in Vorschlag ge- Dr. L J a n č ansprache zunächst die erschienenen fiziellen Vertreter herzlich willkommen hieß, darunter die beiden Bezirkshauptleute Dr. šiška und E i 1 e t z, den Chef des städtischen Sozialpolitischen Amtes Brandner, der in Vertretung des Bürgermeisters erschienen war, und den ersten Vizepräsidenten des Ljubljanaer Banatsausschusses des Rotkreuzes Dr. F e t-t i c h-F r a n k h e i m. Anwesend waren ferner Stadtphysikus Dr. Novak, Sanitätsinspektor Dr. Z. o r. j a n und der Leiter des Arbeiterversicherungsamtes Stenovec. Wie dem umfangreichen Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden Dr. Janci č m entnehmen war, entwickelte unser Rotkreuz auch im vergangenen Geschäftsjahr eine recht lebhafte Tätigkeit, die aber im Vergleich zu den vorhergegangenen Jahren wegen der außerordentlichen Zustände in Europa . seit einigen Monaten im raschen Anwachsen begriffen ist. Im Laufe des verflossenen Jahres wurden 2 j Samariterkurse veranstaltet, die von insgesamt 185 Personen besucht wur den. Kursleiter waren Dr. Vrečko, Dr. Spitalsdirektor Dr. Hribar, Chefredakteur Kasper, Dr. Korenčan, Schuiinspektor Močnik, Stadtphysikus Dr. Novak, Vizedirektor Pfeifer, Fachlehrer Ravter, Amtsleiter Stenovec, Dom- und Stadtpfarrer Msgr. Umek, Frl. Milica Stupan, Dr. Vrečko, Dr. Velker, Kaufmann Sax, Kaufmann Oset jun., Schulleiter Lavrič (Krčevina), Schulleiter Cujnik (Sv. Jakob v Slov. gor.), Bajde und Kokol. — Den Aufsichtsausschuss bilden Dr. Senekovič (Obmann), Bankdirektor Pogačnik, Sanitätsinspektor Dr. Zorjan und Sparkassendirektor Dr. Kovačec. BkMpmElmg öer e'ekliMen Energie 1AHRESTAGUNG DER ELEKTROTECHNIKER SLOWENIENS IN MARIBOR. -KRÄFTIGE FÖRDERUNG DER BAU AKTION FÜR DAS LEHRLINGSI1EIM- Die Vereinigung des elektrotechnischen Gewerbes für das Draubanat hielt ihre Jahrestagung diesmal in Maribor ab. Im Gambrinussaal versammelten sich gestern vormittags zahlreiche Elektrotechniker aus allen Teilen Sloweniens, um Rückschau zu halten über die im Vorjahr getane Arbeit und Richtlinien für die künftige Betätigung aufzustellen. Anwesend waren u. a. der Vizepräsident der Wirt-: schaftskammer Ogrin sowie Gewerbe-I referent Dr. Senk o v i č für die Stadtgemeinde. Der Vorsitzende Per čini ič gab eine Bedjanič und Dr. Cijan, Vorträge hielten j Übersicht über den Stand dei Elektrifi-auch Dr. Jančič und Obersanitätsrat Dr. zierungsarbeiten in Slowenien, die einen Jurečko. Die Ferialkolonie am raschen Fortgang nehmen. Zunächst ist es der allgemeine Fortschritt, der an die elektrische Energie immer höhere Ansprüche stellt, dann aber bedingt der Krieg in seinen Folgen einen erhöhten Stromverbrauch. Der Treibstoff- und der Petroleummangel zwingen die Bevölkerung, sich an das Leitungsnetz anzuschließen. Die bestehenden Kraftwerke werden zumeist bis zum äußersten ausgenützt und können zeitweise, besonders im Winter bei niedrigem Wasserstand, nicht alle Konsumenten restlos befriedigen. Das Tempo der Elektrifizierungsarbeiten wird durch das Hinaufschnellen der Preise stark beeinträchtigt. In Slowenien wurde im Vorjahr um mehr als 10 Millionen Kilowattstunden . mehr Strom-bemerkenswerte Erfolge verzeichnet wer- j verbraucht als im Jahre 1938. Die Unter, den. Neue Ortsausschüsse entstanden in nehmungen haben mit großen Schwierig- Tezno und Fram, sodaß jetzt bereits 16 keiten zu. kämpfen, da sich u. a. auch die Ortsausschüsse dem Mariborer Bezirks- Steuerlasten neuerdings stark erhöht ait'?schuß angcchlosseu sind. . haben. Meere wurde im Vorjahre von 49 armen und erholungsbedürftigen Kindern beschickt, die unter der Leitung des Fachlehrers. Ravter mehrere Wochen an der Adria verbrachten und ausnahmslos in ihrer Gesundheit gestärkt wieder in die Heimat zurückkehrten. Die Kolonie empfing u. a. auch den Besuch des Leiters des städtischen sozialpolitischen Amtes Brandner, der sich über die Einrichtung und Führung der Ferialkolonie mit anerkennenden Worten äußerte. D:e verjähr. Rotkreuz w. o che brachte ebenso einen vollen moralischen und materiellen Erfolg. Was die Organisation innerhalb des Mariborer Bezirksausschusses betrifft, konnten auch diesbezüglich Aus dem Berichte des Schriftführers Ing, Novak ist ersichtlich, daß die Ve>-einigung gegenwärtig 304 Mitglieder zählt, wovon auf die Kraftwerksektion 95 und auf die Sektion der Elektroinstallateure 70 entfallen. Es wurde eine Aktion eingeleitet, um der Vereinigung in absehbarer Zeit zu einem Eigenheim zu verhelfen. Günstig entwickelt sich auch de: Vermögensstand, über den der Kassie» M i h e 1 i č i č berichtete. Im weiteren Verlaufe der Tagung wurde ein Baufond ins Leben gerufen, der aus den Mitteln der Vereinigung mit 120.000 Dinar dotiert wurde. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, einen Fond zu gründen, mit dem die Aktion zur Errichtung eines Lehrlingsheimes in Maribor gestärkt werden soll. Dieser Fond steht der Mariborer Geschäftsstelle der Vereinigung zur Verfügung. Zur Stärkung dieses Fondes wird jedes Mitglied einen Sonderbeitrag in dei Höhe eines einjährigen Mitgliedsbeitrages aufbringen. Der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Ogrin besprach verschiedene Sten erangelegenheiten und berichtete über die Tätigkeit der Gewerbesektion der Kammer. Im Namen der Stadtgemeinde ergriff Gewerbereferent Dr. S e n k o v i L’ das Wort. Neuwahlen wurden diesnia nicht vorgenommen. m. Glockenweihe in der Magdalenen-Kirche. Die Magdalenenpfarrkirche feierte gestern ein großes Fest. Die Kirche erhielt drei neue Glocken, das Ergebnis einer ei-ngeleiteten Sammlung, die Sonntag im Belsen einer großen Menschenmenge von Pfarrer und Dechant Stergar ein- j geweiht und dann in den Turm hinaufge-whnden wirien. Noch im Laufe des Tages ließen die Glocken, ein Werk der Glocken" .ßerei B ü h 1 in Hoče, ihre eherne Stimme erschallen. Als Patinnen fungierten Frau R o t, Frl. L o r b * k l,nd. Frl. Meško. Die Maler und Anstreicher GMwrmens für ihre Rechte Im Hotel »Novi svet« hielt gestern der Verband der Maler, Anstreicher und Lackierer für Slowenien seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab, dessen Vor. s'tz der Obmann der Mariborer Innung Jakob Senekovič führte. Ausführliche Tätigkeitsberichte erstatteten der Schrift, tührer Rožič und der Kassier Mar. t i n c. Wie den Berichten zu entnehmen vvar, zählt der Verband gegenwärtig 99 Mitglieder. In der Versammlung wurde eine Entschließung angenommen, in der der Verband energ.sch für die Wahrung der Interessen se.ner Mitglieder cintritt. Vor allem werden Maßnahmen zur Bekämpfung des Pfuscherwesens gefordert. Es müssen Mittel und Wege gefunden wer. den, um die gewerbliche Betätigung verschiedener staatlicher Institutionen, vor allem aber der Strafanstalten, zu verhindern. Die gewerblichen Arbeiten sind unbedingt nur den Gewerbetreibenden anzuvertrauen. Notwendig ist es auch, daß die Pauschalierung der Erwerbsteuer auf -die Orte im Staate und auf alle Gewerbezweige ausgedehnt wird. Mit Rücksicht auf die rasch anwachsende Teuerung wurde auch die Frage einer Erhöhung des Preistarils angeschnitten. Bei der Neuwahl des Ausschusses wurde größtenteils die bisherige Leitung in ihrer Funktion bestätigt. Sie Benz nfarlen sind öm Die Ausgabe wird schon in den "nächsten Tagen erfolgen Ans dem Genchtssaal Das Urteil im Prozeß Vuksan. Die Gerichtsverhandlung gegen den ehemaligen Eisenbahnmaurer Stevo V u k s a n, der unter der Vorspiegelung, Bahnbeamter zu sein, im Vorjahr in Maribor und anderen Orten Jugoslawiens eine Reihe von Geschäftsleuten um Schreibmaschinen, Radioapparate usw. betrogen hatte, wurde Freitag erst in den Nachmittagsstunden beendet. Entgegen seinen Aussagen in der Untersuchung gestand jetzt der Angeklagte alle ihm zur Last gefegten Betrügereien. Er hätte sich um eine Stelle im Verkehrsministerium beworben und für die Empfehlung 5000 Dinar ausgegeben. Er habe jedoch den Posten nicht erhalten, da er nicht über die entsprechende Qualifikation verfügte. Seine Tat hätte er in größter Not begangen. Er wurde zu drei Jahren schweren Ker-scr und 3120 Dinar Geldstrafe oder weiteren 52 Tagen Arrest sowie zur Schadenvergütung verurteilt. Den Vorsitz führte Kreisgerichtsrichter Or. čeme r, Beisitzer waren die Kreis-terichtfrichter Kolšek und Dr. M i -h a 1 i č. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Sever, die Verteidigung hatte Rechtsanwalt Cvetko inne. Das Ws^er Weller Vorhersage für Dienstag: Teilweise bewölkt, jedoch beständiges Wetter. Wie uns von der Stadtpolizei init-geteilt wird, sind die neuen Benzinkarten, durch die d. Benzinverbrauch geregelt werden soll, berens in Maribor eingetroffen und werden in den nächsten Tagen den Interessenten eingehändigt werden. Die Durchfülirungs-bes*imm”ugen zur erlassenen Verordnung sind noch ausständig, doch dürften. auch diese im Laufe des heu’igen oder morgigen Tages den hiesigen amtlichen Stellen zugehen. Für die Karten wird eine besondere Taxe in der Höhe von 20 bis 40 Dinar eingehoben werden. Jedenfalls wird der Kraflwagen-verkehr noch in dieser Woche eine völlige Neuregelung erfahren, was gewiss die Besitzer der Kraftfahrzeuge aufs wärmste begrüssen werden. 3) er Temperatursturz EINE WIEDERHOLUNG DES NATURSPIELS IN DEN FEBERTAGEN DES WINTERS 1929/30. Der in der Nacht vom 10. bis 11. Feber plötzlich eingebrochene Temperatursturz vom warmen Südwest auf eiskalten Südost (von +4 auf —8 Grad Celsius) erinnert an die kritischen Febertage des Winters 1929/1930. Auch damals trat eine neue Kältewelle ein, die — mit kleineren Ausnahmen — bis Matthäi dauerte, * Der jetzige Temperatursturz machte sich auch noch heute, Montag, morgens, außerordentlich fühlbar. In der Stadt zeigte der Wärmemesser 11 Grad unter Null. Die Hoffnungen, die an das warme Wetter der vorhergehenden Tage geknüpft worden waren, erfuhren durch die grimmige Kälte wieder einmal ein Dementi. Trotzdem scheint es sich um die letzten größeren Zuckungen dieses Winters zu handeln, da die Sonne allmählich an Intensität zunimmt und auch der Tag schon bedeutend länger geworden ist. Für die Brennstoffhänd'.er bedeutet die neue Kälte die Wiederkehr einer Konjunkturverbesserung, anderseits verlängert sich der Jammer über die heurigen hohen Spesen für die Beheizung der Privatwohnungen, Geschäftslokale usw. Die Sehnsucht nach dem Frühjahr schlüm mert in allen Menschen, die es schon gerne sehen möchten, daß des Frühlings holder, belebender Blick Strom und Bäche vom Eise befreie. Msrrsssss Montag, 12. Feber: Geschlossen. Dienstag, 13. Feber: Geschlossen. Mittwoch, 14. Feber: Geschlossen. Gastspiel in Celje. Volksuniversität Montag, 12. Feber: Rektor Dr. S 1 a d o- v i č (Zagreb) spricht über das Wesen und die Bedeutung der Demokratie. Neue Siedlung im Werden DIE BAUGENOSSENSCHAFT »NAŠ DO M« BEGINNT MIT DEM BAU VON ELF EIGENHEIMEN FÜR DIE MITGLIEDER. In der Gambrinushalle fand gestern nachmittags die gründende Vollversammlung der dieser Tage ins Leben gerufenen Baugenossenschaft »Naš do m», einer Aktion der Mariborer Mieterkreise, statt, in der weitgehende Beschlüsse gefaßt wurden. Der Versammlung wurde ein derart großes Interesse entgegengebracht, daß der Saal bis aufs letzte Platz chen besetzt war. Den Hauptbericht erstattete der Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses Schneidermeister K a c, der u. a. auch die genehmigten Satzungen eingehend erörterte. Nach der Wahl der Genossenschaftsleitung, der Schneidermeister K a c vorsteht, wurde der Be- , Schluß gefaßt, bereits im heurigen Frühjahr die eingeleitete Aktion für den Bau von Eigenheimen in die Tat umzusetzen. Zunächst sollen am ehemaligen Rosenberg-Besitz im Magdalenenviertel entsprechende Baugründe sichergestellt werden, wo schon im Laufe des heurigen Jahres elf Wohnhäuser erbaut werden sollen. Die Genossenschaft wird für ihre Mitglieder günstige Baukredite bis zu 50.000 Dinar besorgen, u. zw. wird sich damit im Zusammenhang eine besondere Deputation nach Beograd begeben, um ein größeres Darlehen zu erwirken. Der Genossenschaft sind bisher 130 Interessenten als Mitglieder beigetreten. Maribors BMmsmeM in Ljubljana SIEBEN PARTEIEN, VON DENEN MARIBOR ZWEI UND LJUBLJANA FÜNF GEWANN. m. Ausspracheabend. Die Ortsgruppe •Maribor des Schwäbisch-deutschen Kulturbundes veranstaltet am M i 11 w o c h, den 14. d. in der Gambrinushalle einen Ausspracheabend. Das Thema lautet: ;'Was ist ein Volk?« Zutritt haben nur Mitglieder der Ortsgruppe. Die Aussprache beginnt um punkt 20.15 Uhr. — Erscheint zahlreich und pünktlich! m beim Pui-Fkmn wärmste Anerkennung. Die Karlen für dieses einmalige Gast- Auch die dritte Begegnung der Billardmeister von Ljubljana und Maribor, die gestern in Ljubljana vor sich ging, gestaltete sich zu einem erstrangigen gesellschaftlichen wie sportlichen Ereignis. Es gab durchwegs interessante Kämpfe, die sowohl die, Spieler, als auch die stets zahlreichen Zuschauer in Banne hielten. Die Ljubljanaer Vertreter feierten mit 5:2 einen ziffernmäßig klaren Sieg, doch fielen alle Entscheidungen erst nach spannendem Kampfverlauf. Am Vorabend gewannen zunächst P e v a 1 e k I. gegen Zavratnik 500 : 361 und š i v i c gegen K o s e r 500:386 und verschafften Ljubljana gleich eine 2:0-Führung, die erst Poš nach dramatischem Endkampf gegen Sevnik mit 500:499 auf 2:1 herabdrücken konnte. Den zweiten Sieg für Maribor buchte Puch gegen P e -v a 1 e k II. mit 500:482, dagegen mußte Potaca n den Punkt an K o t n i k mit 500:223 abgeben. Auch beide Meisterpartien fielen an Ljubljana. Orehek rang L e p c j mit 1000:858 nieder, worauf noch Bender gegen Ing. Bricelj mit 635:100 unterlag. Die längste Serie vollführte Ing. Bricelj mit 90 Points, dann folgte Lepej mit 88, Orehek mit 79 Points usw. Der überaus ereignisreiche Kamof wurde mit einem Gesellschaftsabend abgeschlossen. iDeneDeGBCBDeCBDeDEDEDeDece a □ BassDBnEDBOsQiaaEOBoeDSErairaDB spiel sind beim „Putnik " im Vorverkauf erhältlich. m Ein eintägiger Kurs über den Re-bensehnilt wird am Samstag, den 24. d. an der hiesigen Wein- und Obstbausehule stattfinden. Der Unterricht, der unentgeltlich ist, wird von 8 bis i 12 und von 11 bis 18 Uhr abgehalten. ! Für die Verpflegung haben sich die Teilnehmer selbst zu kümmern. m. Seinen Verletzungen erlegen ist der 52jährige Arbeiter Peter Pavlič aus | Marenberg, der wie bereits berichtet, vergangenen Donnerstag in der dortigen Le- I derfabrvk während der Arbeit von einem j Transmi'ssionsriemen erfaßt und blitzschnell um die Rolle gewirbelt worden war. Pavlič erlitt dabei einen Bruch der Wirbelsäule und verschiedene andere schwere Verletzungen. Er wurde unverzüglich ins Krankenhaus überführt, doch gelang es der ärztlichen Kunst nicht, ihn am Leben zu erhalten. rn. Unfallschronik. In Selnica a. Dr. erlitt der 11jährige Besitzerstochter Dora K u r e beim Rodeln einen Sturz u. brach rieh ein Bein. — Auf der vereisten Straße stürzte die 15jährige Arbeiterstochter Theresia Čelan aus Ritoznoj und zog sich einen Armbruch zu. — In Ritoznoj Esplanade-Tonkino. Heute zum letzten Mal der Karl-May-Wildwest-Film »Der groEe Adler« (Fräulein Winnetou) mit Shirley Temple. — Von Dienstag bis einschließlich Freitag die Reprise des fabelhaften Gesangfilmes »Das Glückslied« mit der unvergeßlich entzückenden De-anne Durbin. — Es folgt das herrliehe Liebesdrama »Das Schicksal in den Bergen« mit Magda Schneider, Paul Wege-ner, Viktor Stahl und Rolf Wanka. Eine gewaltige, zu Herzen gehende Handlung, die im Rahmen der schönsten Tiroler Alpen abrollt. Burg.Tonkmo. Die Premiere des heuen und bisher besten Benjatnin-Gigli-Filmes »Der singende Tor« (Die Melodie einer Nacht), in dem der gefeierte Tenor die bekanntesten Arien aus den Opern »Mar tha«, »Lohengrin«, »Romeo und Julia«, »Die Afrikanerin«, »Bajazzo« usw. singt, und neuerdings die Welt mit seiner bezau bernden Stimme erobert. Seine Partnerin ist die berühmte Schwedin Kirsten Hei. berg, ferner wirken mit Hilde Körber und Werner Fütterer. — Es folgt »Maria Ilona« mit Paula Wesesly, Willy Birgel und Paul Hörbiger. Union-Tonkino. Bis einschließlich Dienstag »Die Grenzwachex, ein markan tes Drama brutaler Realistik und aufopfernder Liebe von der Westgrenze der Zivilisation. Ungezügelte Leidenschaft und Temperament der Pioniere aus Wild-West. Erotik der obskuren Kneipen von Arizona. Liebe ohne Schranken. Halsbrecherische Verfolgung durch Banditen. In den Hauptrollen: Randolph Scott und Nancy Kelly. ApoHeMmaWMpH Bis zum 16. Feber versehen die M o h-r e n-Apotheke (Mag. Pli. Cyrill Maver) in der Gosposka ul. 12, Tel. 28-12, und die Schutzengel-Apotheke (Mag. Pharm. Franz Vaupot) in der Aleksandre, va cesta 33, Tel, 22-13, den Nachtdienst, hantierte der 14jährige Gastwirtenssohn Peter Lovrenčič so ungeschickt mit einer Schreckpistole, daß er eine schwere Verletzung an der linken Hand erlitt. — Die Verletzten wurden im Spital untergebracht. m Wetterbericht vom 12. Feber, 9 Uhr: Temperatur —11.4, Feuchtigkeitsmesser 92, Barometerstand 735.5, windstill. Gesinge; Maximal'.empera'ur —2.6, heulige Mihimaltemperal. —15.1 Grad. £m Ceik c Kino Dom. Bis einschl. Dienstag der grosse Lustspielschlager „D e r Milli o n ä r': mit Mickey Rooney. * Bei Appetitlosigkeit und Darmverstopfung bewirkt ein Glas natürliches »Franz-Josei«-Bitterwasser prompte Be lebung der darniederliegenden Verdauung und Reinigung des Darmkanals. Reg. s. br. 15 4s5,35. Erdrutsche in den Abruzzen. Starke Regenfälle und eine plötzlich einsetzende Schneeschmelze haben in den Abruzzen zahlreiche Erdrutsche verursacht. Man hat über 100 gezählt. Dadurch wurden Verkehrswege verschüttet und zeitweilig waren sie unbefahrbar. Eine Anzahl Häuser stürzte ein. In der Provinz Chieli waren viele Gemeinden längere Zeit hindurch von jeder Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten. foutdscUou Die neue UrelöfontroSle IM LAUFE DIESER WOCHE SOLL DIE VERORDNUNG ÜBER DIE PREISKONTROLLE VERÖFFENTLICHT WERDEN. Beograd, 10. Februar. Wie der »Jugoslawische Kurier« aus gutunterrichteter Quelle erfährt, ist das Projekt der Verordnung über die Preiskontrolle bereits fertig. Die Verordnung wurde im Ministerium für Handel und Industrie ausgearbeitet. Wie verlautet, wird. dieselbe in spätestens 2—3 Tagen von allen Regierungsmitgliedern unterzeichnet werden. Zwei Grundprinzipien der Preiskontrolle. Die auf Grund der erwähnten Verordnung eingeführte Preiskontrolle wird der Zuständigkeit des Ministeriums für Handel und Industrie bezw. der entsprechenden Institutionen der Banate unterstehen. Für die Durchführung der Preiskontrolle sieht die Verordnung zwei Grundprinzipien vor. Das erste dieser Prinzipien betrifft die Feststellung, inwieweit die bestehenden Preise gerechtfertigt sind. Ob die bestehenden Preise gerechtfertigt sind oder nicht, wird durch eine Enquete über die in der Zeit vom 1. September bis zum Tage der Veröffentlichung der Verordnung über die Preiskontrolle eingetretenen Preiserhöhungen festgestellt werden. Hiebei werden a’le bei der Erzeugung bezw. bei der Einfuhr der betreffenden Artikel entstandenen Mehrkosten berücksichtigt werden. Das zweite Grundprinzip betrifft die Frage weiterer Preiserhöhungen. Weitere Preiserhöhungen können nämlich nur mit Bewilligung der für die Preiskontrolle zuständigen Behörden erfolgen. Durchführung der Preiskontrolle. Beim Ministerium für Handel und Industrie wird ein Institut für die Kontrolle der inländischen Preise gegründet werden. In den verschiedenen Gegenden des Landes wird jedoch die Preiskontrolle in gewisser Hinsicht vollkommen selbständig durchgeführt werden. Diese Kontrolle wird nämlich von den Banatsbehörden ausgeübt werden, welche auch dafür zuständig sind, eventuelle Preiserhöhungen zu bewilligen. In jedem Banat wird ein im Einvernehmen mit dem Ministerium für Handel und Industrie zu ernennender Beamter als Hilfsorgan der Banatsbehörden für die Preiskontrolle fungieren. Eine Vereinheitlichung der Preise ist ist vollkommen verständlich, daß die Preise eines und desselben Artikels in den verschiedenen Gegenden des Landes nicht völlig gleich sein können. Diese Preisunterschiede dürfen jedoch nur geringfügig sein. Das Institut für die Kon- trolle der Preisgestaltung beim Ministerium für Bändel und Industrie wird daher befugt sein, gewisse Maßnahmen zu ergreifen, um diese Preisunterschiede auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die Frage des Gewinns. Die Verordnung über die Preiskontrol le sieht auch eine Regelung des Handelsgewinns vor. Wie der »Jugoslawische Kurier« erfährt, soll jedoch der vorgesehene Gewinn nicht für alle Artikel gle'ch sein. Zehn Zahle HAB DIE AGRARBANK ALS REGULATOR DES LANDWIRTSCHAFTLICHEN KREDITWESENS IN JUGOSLAWIEN. Form einer Aktiengesellschaft, in welcher neben dem Staat und den Staats-sowie Privatgeldinstituten insbesondere die Genossenschaften als Aktio- Vor ungefähr 15 Jahren wurde von der Skupschtma ein Gesetz über den landwirtschaftlichen Kred.t angenommen. Auf Grund dieses Gesetzes wurden insbesondere in Serbien und teilweise auch in Bosnien und Kroatien massenhaft neue landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften gegründet. Jedoch konnten diese ihre Tätigkeit nicht recht entwickeln. Denn es fehlte ihnen eine Zentralkreditor gan i s a 11 o n, um den Wünschen ihrer Mitglieder entgegenkommen zu können. Diese Tatsache drängte die maßgebenden Faktoren zum Entschluß, eine solche Zentralkreditanstalt zu gründen. So kam es zum Gesetz über die Privilegierte Agrarbank (PAB) und zur Gründung derselben. Mit dem laufenden Jahr hat die PAB das zweite Jahrzehnt ihre Tätigkeit angetreten. Nach den anfänglichen Schwieirgkeiten hat sich die Bank zu einem hochanschaulichen Institut emporgeschwungen, welches dem bäuerlichen Kreditwesen bisher recht wertvolle Dienste geleistet hat. Heute ist die Bank auf dem landwirtschaftlichen Kreditmarkt der billigste Gläubiger und das wichtigste Zentrum für die Finanzierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Während in den ersten Jahren ihrer Tät'gkeit der Zinsfuß für die gewährten Bauernkredite noch 8 bis 10% betrug, hat die PAB in den letzten Jahren den Zinsfuß mehrere Male herabgesetzt, so daß derselbe heute nurmehr 4 bis 6% beträgt. Dies beweist das unermüdliche Bestreben, die Organisation der Bank zu rationalisieren und die Bankmittel zu verbilligen, um eben dem kreditbedürftigen Landwirt zu ermöglichen, nicht vorgesehen, aber die Preisunter. j seine Wirtschaft zu verbessern und so- schiede dürfen nicht groß sein. Die erwähnte Verordnung sieht eine Vereinheitlichung der Preise nicht vor. Es wohl qualitativ als auch quantitativ zu heben. Die PAB ist ein Geldinstitut in der näre teilnehmen. Um den Bauern möglichst billige Kredite gewähren zu können, genießt die PAB gewisse, ihr . mit dem bezüglichen Gesetze gewährleisteten Privilegien hinsichtlich der ihr zur Verfügung stehenden Geldmittel. Es ist jedoch bezeichnend, daß die Bank überwiegend.mit eigenen Geldmitteln arbeitet, denn von den z. B. Ende 1938 engagierten 910 Millionen Dinar entfielen 747 Millionen auf die eigenen und nur 163 Millionen Dinar auf fremde Geldmittel. Im weiteren Verlauf ihrer Geschäffsge-bahrung wird die Bank wohl auch als Sammelstelle anderer Geldmittel auf dem Kreditmarkt auftreten müssen, und der Landwirtschaft in noch größerem Ausmasse günstige Kredite gewähren zu können. Aus dem bisher vorliegenden Bericht bis zum Ende 1938 hat die Priv. Agrarbank bis zu dieser Zeit 143.804 verschiedene Krediterteilungen in der Höhe von 1 Milliarde 815 Millionen Dinar gewährt. Davon entfallen 20.657 Krediterteilungen im Betrage von 627 Millionen Dinar auf langfristige Hypothekarkredite an Einzelpersonen und Wassergenossenschaften und 112.895 Kredite im Betrage von 1115 Millionen Dinar auf Genossenschaften, 10.252 Krediterteilungen sind jedoch Lombardkredite auf Wertpapiere und Wechsel sowie Kredite zur Beschaffung von landwirtschaftlichen Geräten, Sämereien, Kunstdünger usw. (73 Millionen Dinar). Schon aus dieser kurzen Übersicht ist es ersichtlich, daß die PAB ihre Kreditgeschäfte meist durch die Genossenschaften abwickelt. So hat sie auch im J. 1938 an genossenschaftliche Organisationen Kredite in der Höhe von 125 Millionen Dinar gewährt. Diese Kredite sollen womöglich den Ankauf der landwirtschaftlichen Produkte seitens der Genossenschaften fördern. Wie reell die Gebahrung der Agrarbank bezüglich der Kredite ist, beweist die Tatsache, daß die Anstalt nur gegen 0.27% ihrer Schuldner die äußersten Maßnahmen ergreifen mußte. Die PAB hat in den letzten Jahren auch an der Lösung einiger aktuellen Fragen unserer Agrarpolitik regen Anteil genommen, so z. B. in der Frage der Errichtung der Silose (Getreide- und Futtermagazine), wo sie um 40 Millionen Dinar Aktien subskribiert hat. Auch für die Priv. Aktiengesellschaft der staatlichen Seidenfabriken zeichnete s:e um 5 Mill. Dinar Aktien. In neuester Zeit befaßt sich die Bank mit der Finanzierung der Kolonisation und mit der wirtschaftlichen Stärkung der Kolonisten. Die Bank votierte für diese Zwecke eine Summe von 50 Millionen Dinar. Zwei der wichtigsten Aufgaben wurden der PAB vom Staate anvertraut. D;e finanzielle Liquidierung der Agrarreform in den nördlichen Gegenden und die Liquidierung der Bauernschulden. Diese letzte Aufgabe ist besonders umfangreich. Es handelt sich doch um 776.000 Bauernschuldner mit 3 Milliarden 100 Millionen Dinar Schulden. Der weitere solide Ausbau und Fortschritt der Privileg. Agrarbank liegt also im höchsten Interesse des jugoslawischen Bauernstandes wie auch des Staates. 8- X Holländisches Zinn wird in einigen Wochen in Jugoslawien erwartet. Einige Firmen erhielten aus den Niederlanden günstige Antworten, so daß jetzt dort einige größere Partien bestellt wurden. Das Ende des Wilddiebs. in der Nähe von Lombeek-St. Catherine wurde dieser Tage e.n Mann im freien Felde gefunden, dessen Blut den Schnee rot gefärbt hatte. Er hatte eine klaffende Wunde in der Brust. In seiner Nähe fand man ein Jagdgewehr. Genaue Untersuchungen der Gendarmerie führten zu folgendem Ergebnis. Der Mann hatte sich eines Abends aufgemacht, um einen Hasen zu schießen. Erlaubnis zur Jagd besaß er nicht. In seiner doppelläufigen Büchse saßen zwei Patronen. Mit einem Schuß halte er einen Hasen tödlich verwundet. Das Tier hatte aber noch so viel Lebenskraft, daß es einige hundert Meter weit laufen konnte. Der Wilddieb wollte den zweiten Schuß sparen und dem Tier mit Kolbenschlägen den Garaus machen. Während er nach dem verwundeten Hasen schlug, ging der zweite Schuß los. Er traf ihn in die Brust. Der Wilddieb war allem Anschein nach sofort tot. Wenige Meter von der Leiche entfernt fand man den toten Hasen. Dkl Schifferknoten Eine Kriminalskizze von Olaf S ölm u n d In der Stadt Austin in Texas am Coloradofluß wohnte John Barner. Durch umfangreiche Handelsgeschäfte hatte er großen Reichtum erworben. Als er sich zur Ruhe setzte, spekulierte er mit noch größerem Nutzen in Häusern und Grundstücken und vermehrte durch Verleihung von Summen gegen hohe Wucherzinsen seine Kapitalien. Er war sein Leben lang ein Hagestolz gewesen. Zum Freien hatte ihm einfach die Zeit gefehlt. Als einzigen Verwandten besaß er nur einen Neffen namens Henry Earner, der ein rechter Tu nichtgut war und den er zu enterben gedachte. Eines Tages fand man den alten Herrn in seinem Schlafzimmer erhängt vor. Die Untersuchung ergab, daß kein Selbstmord, sondern ein Verbrechen vorlag. Der alte John war zuerst durch einen Schlag betäubt und. dann erdrosselt worden. Die Leiche hatte man dann mittels eines Strickes an einem Haken an der Zimmerdecke aufgehängt, um dadurch den Anschein eines Selbstmordes zu erwecken. Eine Summe baren Geldes war geraubt worden, wie sich ermitteln ließ, aber die sonstigen Wertpapiere waren unberührt geblieben. Der Verdacht richtete sich sogleich gegen den Neffen. Es war bekannt, daß er in den Flüsterkneipen der Stadt oft wilde Drohungen gegen seinen Onkel ausgesto-ßen und gewünscht hatte, ein plötzlicher Tod möge ihn hinwegraffen. In höchst verdächtiger Weise war er am Spätabend vor der Nacht, in welcher der Mord geschehen, in der Nähe des Hauses seines Oheims beobachtet worden. Man verhaftete ihn in seiner armseligen Wohnung und fand sehr viel Geld bei ihm, das er in der Nacht beim Pokern gewonnen haben wollte. Seine Hände zeigten zudem einige frische Schrammen und Schrunden und man nahm an, daß er sich diese bei Verübung der grausigen Tat zugezogen hatte. Er selbst sagte freilich, er sei in j der Nacht gefallen und habe sich die Ver j Setzungen beim Sturz zugezogen. Obwohl i man ihn stundenlang einem scharfen Kreuzverhör unterwarf und aufforderte, ein Geständnis abzulegen, blieb er stand-1 I knoten. Entweder war es Gedankenlosig-j keit oder Dummheit von dem Betreffen- haft bei seiner Behauptung, an der gräß liehen Tat unschuldig zu sein. Alle seine Beteuerungen halfen ihm den, einen solchen Knoten zu schlingen nichts. Die Geschworenen bejahten ein- | ohne zu bedenken, daß er sich dadurch stimmig auf Grund der Indizien seine i verraten könnte. Das ist tatsächlich eine Schuld und Henry wurde zum Tode ver- j Fügung des Schicksals, durch die die Un-urteilt. Mit demselben Strick, mit dem er ' schuld des Verurteilten in letzter Stunde seinen Onkel aufgeknüpft hatte, sollte er ans Tageslicht kommt.« gehenkt werden. Meister Samuel Deadly, der wohlbestellte Scharfrichter von Austin, erhielt den Befehl zu den nötigen Vorbereitungen für die bevorstehende Hinrichtung. Mit einem Gerichtsschreiber begab er sich in das Haus des Ermordeten, in dessen verschlossenem Schlafzimmer der Strick noch von der Decke herabhing. Deadly ließ eine Trittleiter bringen und stieg selbst hinauf, um den Strick abzunehmen. Doch plötzlich stieß er einen Der Richter und die Geschworenen wiif den von der seltsamen Tatsache verständigt. Sie begaben sich in das Haus John Earners, wo Meister Deadly seine Ausführungen wiederholte. Nach reiflicher Ueberlegung gelangten die Herren zu der Vermutung, daß Henry entweder einen entlaufenen Matrosen zum Mithelfer gehabt — oder wirklich unschuldig sei. —' Abermals begab sich der Untersuchungsrichter zu dem Verurteilten in der Todes zelle. »Wer ist der Mitschuldige, der an Ruf höchsten Erstaunens aus. Er ließ ab eurem Verbrechen beteiligt war?« fragte von dem Werke und sprang ganz verstört . er Henry. auf den Fußboden. »Ich hatte keinen Mitschuldigen!« war »Henry Earner hat seinen Onkel nicht ' die Antwort, aufgehängt!« rief er. »Schuldlos ist er, j »Aber Ihr habt doch den wunderlichen der Knoten, der den Strick am Haken i Knoten nicht allein schlingen können?: oben festhält, ist ein Roringstek. Nur See j »Welchen Knoten?« leute können ihn knüpfen, sonst niemand, j »Den an dem Strick, mit welchem Ihr und Henry Eaner ist sein Leben lang nie Euren Onkel in seinem Schlafzimmer auf zur See gefahren. Ich sage, es muß enf- geknüpft habt!« weder ein Seemann oder ein sonstwie mit »Ich verstehe Euch nicht. Ich habe jnei-der Seefahrt Vertrauter gewesen sein, der ' neu Onkel nicht umgebracht.« die Tat verübte. Ich habe früher jahrelang , »Seien Sie doch nicht so störrisch. Wo die Meere befahren, ich kenne Seemanns- j haben Sie diese Art Knoten gelernt? Das 96 rung einer scharfen Kritik unterzogen wurde. Nach schier end’osen Debatten wurde die Gründung eines Slowenischen Athletikverbandes beschlossen und folgende erste Leitung ge- f tOtt Steel neue slowenische Spo verdMöe gegründet D;e ERSTEN SLOWENISCHEN SCHWIMMEISTERSCHAFTEN IN MARIBOR. AUSSÖHNUNG IN D ER LEICHTATHLETIK? , ln Ljubljana wurde gestern die Gründung von zwei neuen slowenischen Sport verbänden vollzogen, die Sloweniens Sport in straffere Banden einer durchgreifenden Organisation lenken sollen. Schon Samstag abends hatten sich die Wassersportler aus allen Teilen Slowe-n'ens zusammengefunden, um zunächst rjie letzte Jahrestagung des Ljubljanaer Schwimm-Ünterverbandes abzuhalten und dann gleich zur Gründung des Slowenischen Schwimmverbandes tiberzugehen. In den Berichten wurde '^besondere die Agilität der Mariborer Schwimmer hervorgehoben, deren Bemühungen auch dadurch gewürdigt wurden, daß die ersten Landesmeisterschaf-ten des neuen Slowenischen Schwimm-Verbandes nach Maribor vergeben wurden. Die Kämpfe, die die besten Schwimmer Sloweniens vereinigen werden, dürften im Rahmen der heurigen Maribo-rer Festwoche zur Durchführung kommen. Die erste Verbands'eitung setzt sich w'e folgt zusammen: Obmann Dr. Ska-herne, Obmannstellvertreter Ing. Muri, Schriftführer Debevc, Kassier Jesih, technischer Referent Kramaršič, Ausschuß-hj'tglieder Dr. Bajc und Prof. Kuljiš; Auf. 5'chtsausschuß Bergant und Pöschl, Er, ^atzmänner Prof. Zaletel und Kermavner. Einen zeitweise recht stürmischen Verruf nahm dagegen die gestrige Tagun wählt: Ob man Geometer Černe, Obmann. stellvertreter Ing. Lah, Finec und Cimperman, Schriftführer Župančič und Roht, Kassier špat, technischer Referent Prof. Žorga, Zeugwart Gaberšek, Ausschußmitglieder Štok, Vahtar, Gradišnik, Knez, A. žogra, Jeglič, Kolenc, Cerar, Beranek, Ing. Kumar, Pleteršek, Dobnik, Natlačen, Dr. Jettmar; Revisoren Sancin, Hlade und Čampa. Als Delegierte des Slowenischen Athletikverbandes beim Obersten Verband wurden ausersehen Starašina (Maribor), Pleteršek (Celje) und Finec (Ljubljana). Knific siegt über 30 Kilometer DER 30.KILOMETER-DAUERLAUF UM DIE STAATSMEISTERSCHAFT. — WEDER SMOLEJ NOCH DEMETZ AM START. in Mojstrana sowie in den drei Triglav- Kampf, in dem die jugoslawischen Dauer-Tälern Vrata, Kot und Krma wurde ge- läufer einen großartigen Sieg zu feiern Stern als dritte Staatsmeisterschaft 1940 vermochten, denn der erste Ausländer der Dauerlauf über 30 Kilometer zur Ent- folgte erst an fünfter Stelle. Scheidung gebracht. Die Organisation hatte der Skiklub Dovje-Mojstrana übernommen, der eine rassige Strecke aussteckte, die die Wettkämpfer in jeder Beziehung zufriedenstellen konnte. Dem 2:15.46. Die Reihung war wie fo'gt: 1. Knific Jože (Bratstvo) 2:6.24. 2. Petrič Anton (Ilirija) 2:08.4. 3. Klančnik Alois (Dovje-Mojstrana) Lauf sah Man diesmal mit umso größerem Interesse entgegen, als auch deutsche. Läufer, angekündigt waren, darun- ter der berühmte Vinzenz D e m e t z. der 2:19 51. 4. Pogačmk Tone (Bratstvo) 2:18.29. 5. Rößner Fred (Deutschland) 2:19.27. 6. Kritzer Albrecht (Deutschland) noch einmal den Kampf mit Franz S m o-I e j aufnehmen sollte, Bedauerlicherweise erschien am Start weder Smolej, der erkrankt war, noch Demetz, der in Innsbruck anzutreten hatte. Dessenungeachtet lieferten sich die übrigen jugoslawischen Wettbewerber, namentlich der 7. Istinič Rado (Ilirija) 2:19.57. 8. Ruß Karl(Deutschland) 2:21.50. 9. Kapus Jože (Ljubljana) 2:22.9. 10. Rožič Andreas (Ilirija) 2:22.30. , w „ „ 0- - -c—-0 Endsieger Jože Knific aus Jesen’ce so- 3es Ljub'janaer Athletik-Unterverbandes, wie die deutschen Wettbewerber R u ß, .,______________________ 111 der namentlich die finanzielle Geba- Rößner und Kritzer einen großen halb Jesenice fanden gestern alpine Ski- wettkämpfc statt, für die der Präsident Dr. KoroZ-c ffiftei GowpoM für GLM'u'er Auf den Steilhängen am črni vrh ober- Cvkllov L vofal an dm BSK »QRADJANSKI« IM VIERTEN SPIEL 1:0 GESCHLAGEN. — 6000 ZUSCHAUER TROTZ S( HNEE UND FROST. ln Zagreb brachten gestern der BSK Jnd der Zagreber »G r a d j a n s k i« das gierte Entscheidungsspiel um den schönen Ehrenpreis des Ministerpräsidenten Dra-pša Cvetkovič zur Erledigung. Bekanntlich waren die ersten beiden Spiele Unentschieden ausgegangen, während im dritten die Beograder mit 2:0 siegreich 'hieben. Auch diesemal zeigten sich die “SK-Spieler als weitaus besser und feilten mit 1:0 einen knappen, aber verdienten Sieg. Der Schütze des einziger: Keffers war G 1 i š o v i č, der in der 24. Minute der ersten Halbzeit aus einem Gedränge den Ball unhaltbar ins Tor lenken konnte. Dem Kampfe, den der Beogra der Schiedsrichter Vasa Stefanovič leitete, wohnten trotz des herrschenden Schlechtwetters mehr als 6000 Zuschauer bei. Von den übrigen inländischen Fußballspielen sei noch das Treffen zwischen der Beograder »J u g o s 1 a v i j a« und dem Zemuner »Vite z« erwähnt, in dem die Beograder mit 14:1 einen waren Trefferregen inszenierten. des jugoslawischen Senats Dr. K o r o -šec einen wertvollen Goldpckal stiftete. Die prachtvolle Trophäe gewann der auch j bei uns bestbekannte Skimeister Franz H e r 1 e (ASK), der sowohl im Abfahrtslauf, als auch im Slalom die Bestzeit herausfuhr. kann nur ein Seemann gewesen sein!« »Das ist mir noch rätselhafter!« »Erleichtern Sie doch Ihr Gewissen, ‘Wann, bekennen Sie!« »Ich weiß nichts weiter zu gestehen, als was ich immer wieder gesagt habe!« »Noch weitere Auskunft müßt Ihr mir Leben!« : »Ich kann es nicht!« »Ihr müßt! Besinnt Euch!« »Ich wiederhole nochmals: Ich habe deinen Onkel John nicht umgebracht. •^Uch auf keine Weise die Tat irgendwie Veraniaßt. Der Schein ist allerdings ge-§en mich. Führen Sie die Männer, die m üer 'betreffenden Nacht mit mir gezecht kaben hierher, sie werden sogleich sa-Len daß ich um die fragVche Zeit mit ih-"en zusammen war. Sie werden mich wie »^erkennen, denn ich habe ihr Geld getanen!« »Ist dem in allen Stücken wirklich so?« ... »Do rpemer See’e, die bald vor Gottes 2hror. stehen wird!« »Nun wenn Ihr wahrgesprochen, dann Se;r! getrost!« Damit verließ der Richter die Kerkerte, in der Henry mit neuer Hoffnung 'Lrückblieb. Bald schon soürte er, daß se>ne Angelegenheit eine neue Wendung pnotnmen hatte. Er wurde in eine neue, bessere Zel'e gebracht. Die Nachforschungen der Behörden hatten Erfolg. Man ermittelte, daß ein entlaufener Matrose namens Franz Trayer, der in Galveston sich umhergetrieben hatte, sich während der Zeit, da der Mord geschehen war, mit einem anderen liederlichen Kumpan in einigen Kneipen von Austin wüst aufgeführt hatte. Er war längere Zeit bei einem Meister beschäftigt gewesen, den der Ermordete häufig zu Arbeiten herangezogen hatte. Es gelang bald, ihn und seinen Kumpan ir Houston, wo sie sich einlogiert und viel Geld ausgegeben hatten, zu verrufen. Man schaffte sie nach Austin und, irrt Verhör in die Enge getrieben, gestanden beide, den Raub im Hause des John Ear-ner mittels angefertigter Nachschlüssel gemeinsam ausgeführt zu haben. Was der Mord anbetraf, so schob der eine die Schuld auf den anderen, und da man in Texar nictd lange fackelt, wurden beide zurr Tode verurteilt. Der schuldose Henry war inzwischen aus der Haft ent'assen worden. In der Zeit der seelischen Bedrängnis hatte sich sein Wesen gewandelt. Der Leichtsinn war von ihm gewichen. Er wurde ein ern ster, rechtschaffener Mensch, der mit dem ihm nun zugefal'enen Vermögen seines Onkels, dessen Testament nicht geschrieben wurde, viel Gutes schuf und sich die Hochachtung seiner Mitbürger erwarb. Sk'weMKmy5e Der -lowemMW In Mojstrana wurden Samstag und i Sonntag d<"e Skimeisterschaften der Orga-j nisation der slowenischen Jungmänner ! durch.rreführt. Den Ehrenpreis des Ministers Dr. K r e k errang der Sieger in der klassischen Kombination Lichten-e g g e r aus Dovje, der übrigens auch im , Spezialspringen siegreich blieb und da-! mit noch den schönen Preis des Mariborer Bürgermeisters Dr. J u v a n erh'elt. Bürgermeister Dr. A d 1 e š i č aus Ljubljana stiftete einen wertvollen Skistock aus »Ljubljanaer Ebenholz«, schwarzer Ei che, der der Staffel der Triglav-Gruppc zugesprochen wurde. <8i6*«>cfei$fpfeT?r peffel»n m M m Zum Eishockeyspiel Jugoslawien-Wien schreibt der »Wiener Mittag«: Die Jugoslawen haben eine Mannschaft nach Wien mitgebracht, der man es ganz deutlich anmerkte, daß sie daheim eben nur auf Natureis angewiesen ist, denn sowohl in Ljubljana als auch in Zagreb srnd keine Kunsteisbahnen vorhanden. Ein Mann von wirklich erstklassigem Können ist der jugoslawische Tormann R ! h a r, dem allein die Gäste das noch verhältnismäßig günstige Ergebnis von 6:0 verdanken. Er hielt ganze Serien von Schüssen aer Wiener, konnte allerdings bei zwei genau gezielten Esöngeys nicht mehr abwehren und mußte durch den ausgezeichneten jungen Walter im ersten Drittel zwei weriere Treffer in Kauf neu men. Die restlichen zwei Treffer für Wien fielen im letzten Soielabschnift. Ganz besonders heben R'hars Spiel die »Wiener Neuesten Nachrichten« hervor u. zwar, »daß das Ergebirs schließlich nicht I zweistellig wurde, war einz:g und a'lein das Verdienst des überragenden Torhü- ters R i h a r, der geradezu Wunderdinge vollbrachte. In dieser Form würde er in jeder Klassenmannschaft Europas eine gu te Figur machen.« ©ffOftaratficn über ioo Klont* er Der finnische Wasa-Langlaiuf über 90 Kilometer galt bisher als das längste Skirennen der Welt. Nunmehr wurde bei Mos kau ein Bewerb veranstaltet, der über rund 100 Kilometer führte und somit den nordischen Bewerb um 10 Kilometer über traf. Für diese gigantische Strecke benötigte der Sieger, der Leutnant Andte Novikov nur 8:22:44 Stunden. 3oe Soifs bleib! WrlmMer Joe Louis, der schwarze Boxweltmeister aller Kategorien, hat noch immer keinen Bezwinger gefunden. In der Nacht zum Samstag stand er in Newyorker »Ma d:son Square Garden« dem Chilenen Arth uro G o d o y gegenüber, der zwar alle 15 Runden durchstand, aber doch nichts ausrichten konnte. Joe Louis mußte sich übrigens nur mit 1 Punktsieg zufrieden geben. Slßlien dem'-et FAG-Nenmn 1941 vor Nach der Abgabe der für den 24. Feber bis 4. März 1940 vorgesehenen Skiweltmeisterschaften ist nun für das Jahr 1941 Italien mit der Durchführung der Titelkämpfe an der Reihe, die für den 1. bis 14. Feber 1941 nach Cortina d’Ampezzo vorgesehen sind. Schon vor längerer Zeit sind Maßnahmen in die Wege gelegt wor den, um die sportlichen Anlagen weltmeisterschaftsreif präsentieren zu können, zu mal auch die nächsten Olympischen Winterspiele des Jahres 1944 in Cortina d’ Ampezzo zum Austrag gelangen sollen. Der bekannte italienische Wintersportort erhält ein Skistadion nach neuestem Muster, dessen Bau bereits soweit vorgeschritten ist, daß im Laufe der nächsten Monate mit der Fertigstellung gerechnet werden kann. Der Umbau der Sprungschanze wird im Frühling beendet sein. Für d:e Zwecke der Winterspiele wird die Bobbahn einem durchgreifenden Umbau unterzogen und auch hinschtlich der Wettbewerbe im Einlauf und Eishockey sind Vorkehrungen getroffen worden, die die Erstellung von Kampfstätten in olympischem Format gewährleisten. England—Frankreich 1:1. In Paris fand gestern der allseits mit größtem Interesse erwartete Fußballkampf zwischen England und Frankreich statt. Der Kampf schloß nach bewegtem Verlauf mit 1:1 unentschieden. Luxemburg erhielt Sportabzeichen. Das Luxemburgische Olympische Komitee gibt die Bestimmungen für das vom Ministerrat beschlossene Sportabzeichen für Männer und' Frauen heraus. Diese lehnen sich an das deutsche Muster an. Das Abzeichen wird in drei Altersstufen vergeben. GoldmednHcn für tschechischen Eishockeyspieler. Die Eishockeyauswahl von Böhmen-Mähren, die das Sechsländer-Rundspiel in Garmisch-Partenkirchen gewann, wurde Mittwoch im Prager Rathaus durch Dr. Klopka empfangen. Er sprach den erfolgreichen Spielern den Dank aus und überreichte ihnen die höchste Auszeichnung, das goldene Abzeichen der Stadt Prag. Keine USA-Athleten nach Europa. Die amerikanischen Leichtathleten bleiben nach einem Entschluß der Amerikam sehen Amateur-Athletik-Union heuer zu Hause und werden an keinen europäischen Welfbewerben teilnehmen. Umso eifriger werden die Vorbereitungen für amerikanische Veranstaltungen durchgeführt, u. es ist beabsichtigt, einige der besten europäischen Leichtathleten, soweit sie verfügbar sind, nach USA einzuladen. Unterstützet die flntituberkulosenliga! Aus atike Weä Xiqw tyrannifieren Eingrbsrenen-Dors Nächtliche Jagd am Rande des Dschungels. Holländische Zeitungen berichten über eine spannende Jagd auf Königstiger, die ein ganzes Eingeborenendorf wochenlang tyrannisiert hatten. Wochenlang wurden die Eingeborenen auf der Siedlung Paya Bakong, Ostsumatra, von zwei Tigern tyrannisiert. Des Nachts schlichen sich die Raubtiere aus den Dschungels an die Siedlung heran, umkreisten sie brüllend und stießen dann ins Dorf vor, um sich Nahrung zu rauben. Die Menschen flüchteten in ihre Hütten. Die Tiere waren den königlichen Räubern schutzlos preisgegeben, wenn sie in ihren Weiden jämmerlich schreiend sich zusammendrängten. Zahlreiche Ziegen wurden von den Tigern geschlagen und geraubt. Die Blutspuren, die in den Dschungel hineinführten, zeigten den Weg der Räuber. Hunde, die man auf die Königstiger hetzte, fielen ihnen zum Opfer. Im Dorfe herrschte eine Stimmung der Angst und des Schreckens. Wie lan- ge würde es noch dauern, bis die Tiger auch Menschen von der Straße oder aus den Hütten herausholten? Die Eingeborenen besaßen nicht genügend Schußwaffen, um den Raubtieren entgegentreten zu können. Deshalb riefen sie Holländer aus der Kolonialverwaltung zu Hilfe. Zwei Löwenjäger trafen in Paya Bakong ein. Mit Hilfe der Eingeborenen wurde am Rande des Dschungels ein Hochstand errichtet. Auf den Hochsitzen nahmen am Abend die beiden Jäger Platz. Unweit von ihnen hatten sie den Kadaver einer Ziege hingelegt, die am Vorabend von den Königstigern geschlagen worden war. Nach einigem Warten erklangen Geräusche am Rande des Dschungels. Ein Königstiger trat in die Lichtung hinaus. Er näherte sich leise aufbrüllend dem Tierkadaver. Als er sein Mahl beginnen wollte, erdröhnte durch die Stille der Nacht ein Schuß. Der Tiger bäumte sich auf, brach kraftlos zusammen, zuckte noch einige Male und 'lag dann still. Die beiden Jäger rechneten kaum damit, daß an diesem Abend auch der zweite Königstiger aus dem Wald heraustreten würde. Trotzdem verharrten sie noch eine Weile auf ihren Sitzen. Bereits nach zehn Minuten kündigte sich der zweite Königstiger an. Er schien es aber nicht zu wagen, aus dem Wald hervorzutreten. Durch das Gebüsch sahen die Jäger die beiden Lichter des Tigers glühen. Abermals krachte ein Schuß durch die Nacht, und auch dieser wahr wohlgezielt. Der zweite Tiger war zwischen den Augen in die Stirn getroffen. In der Siedlung Paya Bakong herrschte über die Nachricht von dem Tode der beiden Königstiger große Freude. Im Triumphzug wurde die stolze Jagdbeute j in das Dorf getragen. Es handelte sich um zwei junge, aber schon voll ausgewachsene Exemplare. Königstiger haben eine Gesamtlänge von 3 Metern. Sie werden in ihrer Größe nur noch übertroffen von den ostsibirischen oder den Mand-schu-Tigern, die bis zu 4 Meter lang werden können. Häufiger als Königstiger sind auf Sumatra, Java und Bali die sogenannten Sundatiger, die wesentlich kleiner sind und die man an einer dichten Fellstreifung auf graugelbem Untergrund erkennt. taKiaeiBiaeamBEiii®! n «MG» Die Familien Zorjan und Schwarzer geben hiemit im eigenen, sowie im Namen aller übrigen Verwandten, allen teilnehmenden Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von dem Ableben ihres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Schwagers, des Herrn Johann Schwarzer Eisenbahner i. R. welcher Montag, den 12. Februar 1940 um 3.45 Uhr, nach kurzem Leiden, im 86. Lebensjahre entschlafen ist. Die entseelte Hülle des teuren Verblichenen wird Mittwoch, den 14. Februar 1940 um 16 (4) Uhr in der Leichenhalle in Pobrežje feierlich eingesegnet und sodann auf dem evangelischen Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Maribor, den 12. Februar 1940. 1073 Besondere Todesanzeigen werden nicht ausgegeben. Veesektedeuss Ftetisfraiiem Bauernkletzenbrot. Kramen, Dr. Ko llers Gesundbrot gelten Blähungen bekommen Sie im Backhaus Rakuša Ko roška c. 24. 510 Weine vom neuen Lager in großer Auswanl über die Gasse bilHgst bei Senica. Uli ca kneza Koclia. 1060-1 iukmf£ie$es&dd Marder, Fliehe. Iltise, Eichkätzchen. Wildhasen sowie andere. Wildfelle kauft zu höchsten Tagespreisen und übern'mtnt zum Gerben sowie Färben Peter Semko, Maribor, Tyrseva 7. 1072-3 Bi» 6reerniiim__________ ■ T-tuBiiui»i» Ein, od. Zweizimmerwohnung ab 1. März oder April zu vermieten. Anzufragen bis 16 Uhr Tyrseva 26-1. rechts. 1067-5 Lokal für kle’neres Gewerbe ! zu vermieten. Anzufragen: I Glavni trg 4. Geschäft. 1067-5 | Offene Uetie* Handclsgehilfe(in), welcher in ein Gemischtwarengeschäft 15.000—20.000 Dinar einlegt, wird als Mi arbeiten gesucht. Adr. Verw. 1070-8 I Nach schwerer Krankheit, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, hat uns mein überaus guter Gatte, Herr K A3 ETAN WOLF Lederer u. Besitzer, Vorsitzender der »Kmečko-obrtna hranilnica in posojilnica« u. Ehren-obmann der Freiwilligen Feuerwehr in Dra- verlassen. vograd Den unvergeßlich Verblichenen werden ,vir am Montag, den 12. Feber 1940 um 16 Uhr das letzte Geleite geben. Dravograd, 10. Feber 1940. Die tieftrauernde Gattin Anna sowie die übrige Verwandtschaft. 1069 , Die »Kmečko-obrtna hranilnica in posojilnica« in Dravograd gibt die traurige Nachricht, daß nach langem, schweren Leiden. ;!ir Vorsitzender, Herr KA3ETAN WOLF gestorben ist. Dem Verblichenen, der unsere Anstalt seit ihrer Gründung geleitet hat, werden wir ein dauernd ehrendes Angedenken bewahren! Dravograd, 10. Feber 1940. I 1068 Der Vorstand und der Aufsichtsrat. ü MH Ü ——.— I bei Kranzabiösen. Vergleichen und ähnlichen Anlässen der Antituberkulosenliaa in /Maribor! — Spenden übernimmt auch die »Mariborei Zeitung« UndmUmwoudeditiil... Noman von MU Kam s Klaus Molander legt die Notenblätter wieder auf das Klavier zurück. Er lächelt ein wenig. »Und ein Herz, ja, ein Herz wandert mit —« wiederholt er wie für sich. Er geht wieder nach draußen in den Garten und setzt sich auf die Bank. Noch immer klingt die fremde, sanfte Melodie in ihm, und es ist doch nur das leise Raunen und Flüstern der dunklen Wälder ringsum und der fernen Bäche, die übers Gestein rieseln. — Drittes Kapitel Seit zwei Monaten schon wohnt Ingo Grotenius mit Frau Renate im Kurhotel von Laurin. Es hat lange gedauert, bis Grotenius sich von dem körperlichen Zusammenbruch in Venedig daheim in seinem Münchner Heim soweit erholte, daß er diese Reise in die Berge antreten konn fe, um sich in der Höhenluft und unter weiterer ärztlicher Kontrolle seine volle Gesundheit wieder zu erobern. Seit vier Wochen ist auch die Tochter Ingrid hier, die in Berlin die Musikhochschule besucht — in wenigen Tagen muß sie wieder zurück. Dem Vater geht es ja nun schon ganz gut, in Anbetracht dessen, was hinter ihm liegt — und sie selber will doch einmal eine tüchtige Pianistin sein, da muß noch viel gearbeitet werden. Sie hat ihren Ehrgeiz — das Musikantenblut von Grotenius rumort in ihr. Und heute ist sein Geburtstag, sein Fünfundfünfzigster. Grotenius hat ein mattes, glückliches Lächeln im sehr schmal gewordenen Gesicht, als er, auf den Stock gestützt, an seinem gewohnten Tisch im Garten des Hotels Platz nimmt. Urheber Rechtschutz: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück (Bez. Dresden). Es ist ein zur Feier des Tages wunderhübsch gedeckter Tisch. Ein roter Rosenstrauß steht in der Mitte, vor Grotenius’ Gedeck außerdem eine Kristallschale mit — Edelweiß. Daneben liegt ein Brief seines Musikverlegers, der ihm zu diesem Tage die erste Abrechnung über sein neuestes Lied schickt, das er während seiner Krankheit, als es ihm schon besser ging, komponiert hat. Das Lied ». . . und ein Herz wandert mit«. Dankbares Geschenk für die getreueste Pflegerin — Renate. Schmunzeln nimmt er Kenntnis von der Abrechnung, zu der der Verleger schreibt, daß sie sich aller Voraussicht nach im Laufe des Jahres beträchtlich erweitern dürfte. Dazu die herzlichsten Glückwünsche. Dann ruht sein Blick auf dem Edelweiß; und gleich hängt Ingrid an seinem Halse. Ihr Gesicht ist von Fröhlichkeit und dem Glanz der strahlenden, warmen Vormittagssonne überhaucht. »Daß du recht bald ganz, ganz gesund wirst, Vater, und wieder den Geigenbogen schwingen kannst!« Grotenius hält ihre schmalen, zierlichen Hände fest und lächelt sein Mädel heiter und dankbar an. Aber es ist ein Lächeln, das nur ein schwacher Abglanz seiner früheren, strahlenden Heiterkeit ist, vor der schlimmen Krankheit, mit der er alle Welt gefangennahm. Frau Renate rückt ihm den Stuhl besser zurecht. Auch sie ist froh. Ja, ja, nicht lange mehr, und Ingo wird die letzten Nachwirkungen des Schlaganfalles überwunden haben — Gott gebe es. »Das herrliche Edelweiß, Mädel! Etwa gar selber geholt, du kleine Bergkraxlerin?« Ingrid Grotenius errötet. Sie nickt lebhaft. »Unter dem Hohen Kofel da drüben«, flüstert sie und schmiegt die Wange an das Gesicht des Vaters. »Leichtsinniges Ding!« Ja, schon gestern abend hat sie der Mutter gestanden, daß sie das Edelweiß selber gepflückt habe, aber unter welchen schwierigen Umständen, und wie es ihr dabei ergangen, das hat sie klüglich verschwiegen. Hier und da werden auch die ändern Tische im Garten und auf der Hotelterrasse besetzt. Viel kränklich-blasse Gesichter. Der Hoteldirektor taucht auf und begrüßt seine Gäste, einer der Ärzte streift mit freundlichem Gesicht an den Tischen vorbei, die Patienten begrüßend. Mit einer Verbeugung bleibt er am Tisch Grotenius’ stehen, küßt Frau Renate die Hand, grüßt Ingrid kameradschaftlich und spricht Grotenius selber seine besten Glückwünsche aus. »Gut schauen Sie heute aus«, sagt er, »ich hoffe, daß Sie in zwei Monaten wieder ein neues Konzert werden geben können.« Es schimmert schwach in Ingos Augen auf. Sein Blick schweift über die Bergwelt, in die man von hier oben weit hineinsehen kann. Vom Sonnenlicht übergoldet stehen die Wälder da, die Wipfel schimmern im leichten Morgenwind auf, schon ein wenig von herbstlich-bunten Farben durchwirkt. Mit munterem Gruß, wie er so sorglos nur Ärzten bei ihrem Morgenbesuch eigen ist, die dahinter bittere Wahrheiten zu verstecken wissen, geht der Arzt weiter. Ingrid füllt die Tassen mit jungdamen hafter Anmut, reicht Brot und Konfitüre und Butter herum. Mit einem mütterlichliebevollen Lächeln läßt sich Frau Renate die Bedienung gefallen. »Ach, Kind, noch fünf Tage, dann bist du wieder weg«, sagt sie. »Wie schnell deine vier Wochen vergangen sind«. »Arbeit geht vor«, lächelt Ingo Grotenius über den Tisch. Die Strenge und Herbheit, die die Krankheit über seine Züge geworfen hat, lockert sich etwas, etwas von seinem alten, jugendlich-frL sehen Antlitz kommt da zum Vorschein. »Mein erstes Konzert wird möglicherweu se in Berlin stattfinden. Dann will ick auch endlich von dir etwas Gutes hören, Ingrid.« Die nickt heftig. »Das sollst du auch. Ein paar Kostproben habe ich dir ja hier schon vorgespielt.« »Mit denen ich zufrieden war, Mädel-Aber das hier ist ja nicht die richtige Umgebung.« »Da hast du recht, Vater. Man ist auch zu abgelenkt hier. Na, und dann mußt du erst noch richtig wieder lachen lernen, lieber Paps, und — ja, den Stock in die Ecke schmeißen können. Und zwanzig Pfund hier oben zunehmen. Ja, Muttei?« »Freilich; so lange bleiben wir auch noch hier, wir beide.« Grotenius hüstelt leicht. Natürlich —er merkt ja selber, daß er noch mehr z_u Kräften kommen muß. Es wird noch seine Zeit dauern. »Wir werden in Zukunft nicht mehr so viel reisen«, sagt Frau Renate. »Du wirst bald wieder bei uns in München wohnen, Ingrid, sowie du mit deinem Studium fertig bist. Es war ja nur während dei letzten beiden Jahre, daß wir wie rechte Vagabunden —«, sie lächelt, »noch einmal auf große Tournee gingen. Auch in München gibt es ausgezeichnete Lehrer für dich. Auch du mußt wieder dein richtiges Heim haben, Kind. Gut — die beiden Jahre an der Hochschule in Berlin waren nötig — aber ich möchte dich nicht mehr lange entbehren, Ingrid.« Die legt den Arm zärtlich um die mütterlichen Schultern. (Fortsetzung folgt.) Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. — Druck d.-r „Mariborska tiskarna“ in Maribor. verantwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Maribor. Für den Herausgeber und den Druck