Nr. 23. Montag, 28. Jänner 1895. Jahrgang 114. «°^b^« ?^"^l Mit Postversrnbnnl,: na„zi«hr!a fi, 15. hnlWhllss fi, 75>o, Im Tomplolr: l tin^ l ' halbjährl« fl. b ü«. Für die Züslelluüst in« Haus nmiziühriss ft, ,. - InsertlonsylbUr: Für «""t ^üleiott bi« zu 4 Zeilen 25 lr,, «rohere per geile n lr,; l>ci öslcie» Wicberhuluugc« per Zeile U tr. Die »Üaib, Ze«,» erschein! lisslich, mi! Ausnahme der Slun, und ^eierwne D!e Ad«lnlstratlon befinde« sich C»ngrel«plah Nr,L, die Redaction Val)n!,l>!gas!r Nr, l.V Lprechstuübe» der Nedactill» oo» " lii« il Uhr vormittag«. Unsraolirrle Vriese werben nicht nnzenommen, Manuirripte nich! zurückgestellt. Mit 1. Februar beginnt ein neues Abonnement auf die Laibacher Zeitung. Uni,. 5 ^lilnumerations-Nedinaungen bleiben ««»«rändert und betragen: "il V°!loerftndunz: für zalbach: h°!b.V^ - - " st- " lr. ganzjghriss ..Hfl.- rr. dierV^. " 7 . »0 . halbjährig . . » » 50 . m°n ä"« ' » ' 7V . vierteljährig . l» » 75 . "°n°Mch... I.«,, monatlich... - . »» . «b°?nV die Zustellung ins Haus für hiesige '"nnenten per Jahr 1 Gulden. vu«^?l ^^ Pränumrration« - Vetrage wollen -"«osrei zugesendet werden. ^ Jg. u. Kleinmayr se Fed. ßamberg. Umtlicker Hheil. Nr, ^^ k. und k. Apostolische Majestät haben mit Ees '.He'b'nes aber ruhi^S und gemüthliches N,ll'ß.'n Nelt '^ ""ch "ah dem Sammelplatz der ».^ gute K."°!^ be" Curhau« und den Parkanlagen 3^n unisn ? ö" gehen, so war ich den Nunner feinem., ?l' ieder Blick aus meinen Fenstern 3" hochsV""^' und genoss die Ehre. den Herr- "'lnslen N„K" "" ^'"en edlen B rgfoimm zum . iUiein Mar zu haben. 3""" trich V"^' der mich in die schaltige Ein-^" °n dem,!?"' "on anderen getheilt zu'w>rde„. I°3. ""yensck ^ Nachmittag bemerkte ich ein Paar, N?l. in d?i?"I. der nn das junge Paar war ohne ' l« sogar ohne jedes Handgepäck angelangt, und, entweder war es mit den Gütern der Welt nicht reich gesegnet, oder es wollte den erquicken» den Frieden der Idylle selbst durch die Hilfeleistungen anderer nicht gestört sehen, denn es brachte keinerlei Bedienung mit sich. Hieraus schloss ich auf einen außerordentlich hohen Grad von Ü'ebe oder auf höchst anspruchslose Llbensgewohnheiten seitens der jungen Gatten. W nn ich statt in den bairischen Alpen in den Catblllls Z'Uge duser Episode gewesen wäre, so hätte ich in dem Ehemann einen durch m hrjährigen Aufenthalt in einem großstädtischen Buardinghouse ab gehärteten Spartaner vermuthet, dem selbst die erstn schüch'ernen Versuche zur Herst llung der täglichen Atzung im neu ltablierten Heim als eine Erlösung er« schienen wären. So aber gestaltete sich die Löjung des Problems weit schwieriger. Eines war sicher: auch in seinem Aeußern tru! das junge Paar eine fast demonstrative Einfachheit zur Schau, denn er wie sie war ganz in dasjelbe unscheinbare Braun gekleidet, von dem nur die röthlich leuchtende Weste des Mannes abstach, wie denn an der Person der beiden keinerlei Schmuck zu beobachten war. Nach Einbruch der Dämmerung führte mich mein gewöhnlicher Abendspazierga,'g auf die Straße, die an dm Hause meiner neu angekommenen Nachbarn vor überlief Ich gestehe aufrichtig, ich wählte diesen Weg in der Hoffnung, ihnen vielleicht zu begegnen und dabei etwas näher treten zu können. Nn der Biegung anaelanat. an welcher, von Gebüsch umgeben, das He,m der beiden lag. blieb ich stehen und schaute hinüber, aber melkwürdig! Wie sehr ich auch meine Augen anstrengte, ich vermoch'e nicht die leiseste Spur eineK Lichtschimmers zu enlorcken. Sollte man die Sparsam» leit so weit treiben, sich jogar des Lichtes zu enthalten? Nein, diese Annahme war einfach lächerlich; gewiss genoss das junge Paar in traulicher Unterhaltung unter den Bäumen der Nbendkühle. Doch was war das? Plötzlich klangen aus dem Dunkel leise Töne herüber, von einer süßen Zartheit und von einem Schmelz, wie ich solche seit Jahren nicht vernommen. Wie festgebannt blieb ich auf dem Flecke ft. hen und lauschte. Schon die erst n einleitenden Ea-drnzen ließen mich erkennen, dass lch es hier nicht mit den menschenfeindlichen Bestrebungen selbstsüchtiger Dilettanten, sondern mit Kunstleistungen ersten Ranges zu thun hatte. Dieser warme Wohllaut der Stimme, die wunderbare Klarheit des Ansatzes, eine a/radezu unfassbare Technik, die sich in einem wahren Sprühregen der köstlichsten Tonp rlen. in halsbrech^nden Laufen und in den kühnsten Triller Cascade« gefiel, benahmen mir vor Staunen fast den Athem. Als aber dann nach dieser phänomenalen Coloratur eine Lankilene ange-schlag'N wurde und in langgezogenen M lodien die Liut'e schwermüthigster Klage,'sanftesten Schmerzes und überfließenden Liebesjub l« in mein Ohr drangen, da war ich gerührt, hingerissen und entzückt über alle Maß'N. Der Gesang war schon längst verstummt, als ,ch immer noch träumend dastand und nach dem Gurten hinüber lauschte. Allein das Paar schien slch zur Ruhe be-«eben zu haben, denn drüben blieb alles still. So machte ich mich denn auf den H neten Schneider und Genossen, es möge anläßlich des bevorstehenden Regierurgs-Iubiläums Sr. Majestät des Kaisers ein «Kaiser Franz Josef I. niederösterreichl-scher Landes «Versicherungsfond» zur Unterstützung erwerbsunfähiger Kleingewerbetreibender mit einem Capital von einer Million Gulden errichtet werden. Dieser Antrag wurde nach kurzer Debatle dem V rwaltungs-ausschusse zugewiesen. Se. Excellenz der Herr Stalthalter Graf Kielmansegg beantwortete zwei Interpellationen, worauf zur Tagesordnung geschritten wurde. Den Hauptqeqenstand derselben bildete der Bericht des Eisenbahnausschusses über die Localbahnen«Vorlage. Derselbe veranlasste eine längere lebhaste Debatte. Bei der Abstimmung wurde der vorliegende Ges'tzenlwurf und ebenso der damit im Zusammenhange stehende Entwurf betreffend die Organisation des Landeseisenbahn-rathes zum Beschlusse erhoben. Im kärntnerischen Landtage kam gestern die Verlegung der Betriebsdirection der Staatsbahnen von Villach nach Graz zur Eiörterung. Es wurde ein Antrag angenommen, die nöthigen Schritte für die Er° Haltung der Direction in Villach einzuleiten. In der vorgestrigen Nachmittags - Sitzung des galizischen Landtages unterbreitete der Landes» ausschuss den Bericht über die Maßnahmen zur bevor» stehenden Localbahn-Action, die im Sinne des Landes-gfsetzes vom 17. Juli 1893 einqeleitet wcrden soll. Auf Antrag des Unterrichtsausschusses wurde einstimmig beschlossen, die Regierung aufzufordern, die an dem Przemysler Staatsgymnasium bestehenden rulhenischen Parallelclassen in ein selbständiges Gymnasium mit ruthenischer Vortragssprache umzugestalten. Der Gesetz' entwurf betreffend die Errichtung und Erhaltung der Volksschulen sowie den Schulzwang wurde in dritter Lesung angenommen. — Hierauf wurde in die Debatte über die Regierungsvorlage betreffend die Aenderung einiger Bestimmungen des Vollsschul-Aufsichtsges tzes vom 23. Juni 1873 eingegangen. Die Debatte wird heute fortgesetzt. Im ungarischen Abgeordnetenhause wurde gestern die Debatte über das Budget des Cultus-und Unterrichtsministeriums fortgesetzt. Bei der gestrigen Sitzung der Budg tcommission des deutschen Re,chstages erklärte bei der Beratdung des Etats für Post> und Telrgraphmwesen Staats-secretär v. Stphan, dass die Erhöiung des Maximalgewichts sür einfache Briefe auf 20 Gr. in den Einnahmen einen Ausfall vo^ 4 Millionen Mark jährlich herbeiführen würde. Die Commission beschloss trotzdem, die betreffenden Petitionen dem Reichskanzler zur weiteren Erwägung zu übermitteln. In der letzten Sitzung derbelgischen Kammer fand eine lebhafte Discussion über die sociale Frage ftatt. Der katholische Deputierte Eemann, welcher den S«^ cialisten Anseele unterbrach, wurde vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Als Eemann den Nnfeele einen Tollhäusler nannte, wurde er zum zweitenmale zul Ordnung gerufen. Hierauf wurde an die Kanimel appelliert, ob Eemann ermächtigt werd n sollte. s>^ über die Angelegenheit auszusprechen. Der PläMw bekämpfte die Ermächtigung. Als die gesammt' Re«« sich dafür erhob, dass Eemann sich auesprechen solle, verließ der Präsident seinen Sitz und legte sein M nieder, trotz der Bitten vieler Deputierten, im M« zu veibleiben. Unter lebhafter Bewegung wurde d« Sitzung aufgehoben. ^ Der König von Serbien hat am 25. d.^ abends, wie bereits gemeldet, die Reise nach PA anaetreten. Die Proclamation, mit welcher der M nisterrath für t»e Dauer der Abwesenheit des Kön'g' mit der Regentschaft betraut wird, wurde heute luN?' gemacht. — Die Ernennung des Generals Pant"" zum Gesandten in Berlin ist vollzogen. , Lord Spencer hielt in Caroiff eine Rede, '« welcher er, gleichwie Lord Rosebery, der Ansicht ^ druck gab. dass die Regierung die Auflösung b" Parlamentes vor der Annahme der wichtigsten ^ lagen nicht wünsche; indessen sei nicht anzunehlN^ dass der Termin für die Auflösung sehr entfernt A Die Arbeiten der griechischen Kammer wul^ auf 14 Tage suspendiert, um der Regierung A't i" lassen, vor der Auflösung der Kammer den D«enst i" organisieren. . . Die «Times» melden auS Philadelphia' Einer Dresche aus Washington zufolge wild die ^° gierung sicher neue Obligationen ausgeben, sof^ der Congress nicht Mittel und Wege ergreift, UM de>" Staatsschatz angesichts der großen Goldentnah»"" zu helfen. Die Banquiers in Nrwyort werden w"^, scheinllch aus patriotischen Gründen die neuen "^ gaticmen zeichnen. . Aus Buenos-Ayres wird vom 24. Iä"!" gemeldet: Der Congress genehmigte eine allgen«!" Amnestie. Die Session wurde geschlossen. «, Aus Montevideo berichtet min: Der blap lianische Gesandte wird infolge seiner Haltung bei ^ jüngsten Ereignissen an der Grenze abberufen wer^ Tagesneuigleiten. — (DasGeburtsfest des deutschen^ fers.) Dem Festessen der deutschen Eolonie in »' anlässlich des Geburtstages des deutschen Kaiser« wA,. der dku.sche Volschaster Graf Eulenlmra. das Gotsch" g personale, die Vertreter der Vundesftaaten und > R ichsdeutsche bei. Notschalter Gras Eulenburg ^ folgenden Toast aus: «Ich bitte Sie. das "sie ^ mit mir zu leeren aus da« Wohl Demjenigen, H Weisheit, dl fsenGüte wir verdanken, das« wir in diesem M ^ Lande in Frieden die Güter genießn löinen, die ^ bisher eingenommen. Per erhabene Bundesgenosse z, deutschen Kaiser« uud des deutschen Volke«. Se. M"^ Kailer Franz Joses I.. lebe hoch!» N,,chdem oie Mvu'^ Hochrufe und die V^ltshymne v^llungen waren, bl der Präsident des Deutschen V reine« .Niedel""^ Roman aus der Gesellschaft von T. Tschürnau. (19. Fortsetzung.) «O, was das anbetrifft — bis zum letzten Termin natürlich. Am sechzehnten October wird der Reichstag elüffntt.» «Und heute ist erst der zehnte September. Dann haben wir also sünf lange köstliche Wochen vor uns. Jetzt überlasse ich dich deiner Arbeit und gebe sofort Ach hl, unsere Koffer wieder zu packen. Meine ganze Mud gtelt »st vorütxr!» Sle eilte hmaus und Zähringen gieng nach seinem Arbeitszimmer hmüber, wo er sich ohne Vcrzug an semen Schreibtisch setzte. Aber der sür den Minister bestimmte Bericht über eine wichtige agra>ische Angelegenheit ruckte nicht über die ersten b iden Ze.il> n hinaus. Die Ideen, w lche dem g.istreich^n Wanne sonst in Hülle und Fülle zuflössen, wollten heut nicht kommen; zwljchen ihn und seme Albeit dlängte sich fortwährend das Bild des entzückenden Weibes, das eben an seinem Halse gehangen hatte und das sein war — mit Leib und Siele sem Eig»nthum. Bis zu dem Tage, da Ralph Zähringen Tessa als sem Weib h imjührte, hatte er wenlg von wahrem Glück gewußt. . ,Il"^ v«wai«t. war er in einer vornehmen mili-Na?^it^"°" 7^'" """en und dann in ein In Prag wo er damals w Garnen lag. war er unter dem Namen -d.r lange Jährigen, eme all. bekannte und beliebte Persönlichkeit. Er war bei seiner Mündigkeit Herr eines sehr großen Vermögens geworden, dlssen Zinsen er, obwohl seine eigenen Nedürf' nisse sehr einfach waren, bis auf den letzten Heller verbrauchte, weil er für alle, die sich um Hilfe an ihn wandten, eine offene Vörfe hatte. Natürlich wurde seine Güte viel missbraucht, aber das hielt ihn nicht ab, nach wie vor den beiweitem grüßten Theil seiner Revenüen den peinlichen Verlegenheiten seiner Bekannten und der vorgegebenen oder wirklichen Noth von so und so vülen Unbekannten zu opfern. Seine große Gut« müthigkelt hatte in ihren Aeußerungen sogar manchmal einen etwas excentrischen Anstrich Es kam vor, dass er ein altes Wein, welches er erschöpft am Wege fand. mit seinem prachtvollen, in ganz Prag bekannten Viergespann nach ihrer Wohnunq befö'deite, oder dass er bei einem Volksfest ein Carroussel für den ganzen Nachmittag mietete und es der entzückten Straßen-jugend zur Verfügung stellte. Dabei war er weit davon entfernt, durch derartiges Aufsehen erregen oder Popularität erringen zu wollen. Es ärgerte ihn im Gegentheil schwer, wenn indiscrete Zeitungsschreiber sich solcher Ereignisse bemächtigten, um sie ihrem Leserlreise umgehend zu be» richte^ und er konnte geradezu grob werden, wenn Leut»», denen er aus der Noth geholfen, ihn mit Ergüssen ihrer Dankbarkeit behelligten. Seinen gutmüthigsten und zugleich thörichtsten Streich musste er theuer bezahlen. Er war etwa dreiundzwanzig Jahre alt, als in Prag eine ebenso schöne wie talentvolle Schauspielerin auftauchte. Sie sah aus wie ein Engel und war nach dem Urtheil aller derjenigen, die sie näher kannten, ungefähr das Gegentheil. Er lernte sie kennen und viNlebte sich sterblich in die schlaue Intrigantin, die ......---------------------------------- /-^W ihm gegenüber aanz Unschuld und märchenhafte «?y.^ ternheit war. Alle Warnungen, an denen man es ^ fehlen ließ. dienten nur dazu, ihn fester zu ketten .^, das reizende Geschöpf, dem die KomödialitenküN'l ^ Leben weit besser als auf der Bühne zur Vm"^ standen, und er heiratete sie, obwohl seine .3^^ Himmel und Hölle in Bewegung sehte, um ^.^ alliance zu hindern. Natürlich musste er seinen A^,^, nehmen. Er gieng mit seiner jungen Frau nach ^. ^ Vier Monate später entdeckte er, dass seine Oa»' ^ G liebte eines römischen Prinzen war. Er s^'^ »o» mit dem Betreffenden und kehrte dann, nachdew ^l, einer erhaltenen Verwundung wiederhergestellt. ^ allein nach Deutschland zurück. Die SchwM > ehc rechten Fußes datierte von jenem Duell her. "« ^ kam der Name seiner Frau über seine Lippen; ^el ihr ein bedeutendes Jahreseinkommen ausa.eseht, ..^ der Bedingung, dass sie im Auslande blieb uno Mädchennamen wieder führte. ., s,f ^ Zahringen übernahm nach seiner ^^ ^l,^ V'rwaltuna. seiner im fruchtbarsten Theile von ^^ß' gelegenen Güter und erfüllte seine Pflichten "'s ,/ qrundbesitzer mit ebensoviel Umsicht und " ^c Dabei ließ er sich aber durch die Erfühln» ^ Pflichten keineswegs in seiner persönlichen 3" ^slt ? schränken. Er war viel auf Reisen, namentlich ^ <^ sich zu wiederholtenmalen länqere Znt in E'M ^ ^ dessen landwirtschaftliche Verhältnisse er aus " ^ gehendste studiert^ auch besuchte er während e'^el mesters eine bewährte sächsische ForstalaoelMe, ^ch ließ keine Mittel unbenutzt, um sich eingehet tenntnisse zu erwarben. (Fortsetzung folgt). ^laibacher Zeitung Nr. 23. 195 28. Jänner 1895. Artel, einen Toast auf den deutschen Kaiser aus, in w« «em er u. a. sagte: «E, möge ihm (dem deutschen «"!«) auch fernerhin gelingen, in treu bewährter Freundschaft, in der Gemeinsamkeit des Wollen« und o« handeln« mit dem erlauchten Herrscher diese« Reiches "e starken Bürgschaften des dauernden Frieden« in «urvfta zu erhalten und zu sichern. Gott schütze und «yal e Kaiser Wilhelm II. und stin blühendes Kaiser-Haus! Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. lebe hoch! 3k ^»ammlung stimmte unter den Klängen der deut. »«" Hymne in jubelnde Hochrufe ein und beschloss die «vftndung eine« Huldigungstelegrammes an den deutschen «a'ser. Fliebl toastierte auf das deutsche Heer. Ferner wurden Toaste ausgebracht auf den Alt-Kanzler Fürsten «lLwatck und auf die gastliche, herrliche Wiener Stadt. -- (Selbstmord eine« Meoiciners.) Aus Prag wirb berichtet: Ein geradezu grässlicher Selbstmord "?° Mediciners erregt allgemeine Theilnahme. Dcr ,, M'ge fleißige Hörer der Medicin an der deutschen "nlversM Adolf Bloch, der vor dem dritten Rigorosum ?""°' kürzte vor einem heranbrausenden Schnellzug der vowlschen Weftbahn aus die Schienen und wurde zur 7."""Uichen Fleischmasse zermalmt. Vloch war lehterzeit /"^""'8 und hinterließ ein Schreiben, worin er Lebens-«Verdruss als Selbstmordmotlv bezeichnete. ^- (Process Ioniaux.) Der Verhanblungstag ?" in de"Z°^"ungen der Lchrer anerkennen müsse, laicht des L««l" ^"' "'^lben zu befriedigen. E« '" ^eülelchun. l.^"' "« Schuldner die nöthigen Mittel ^° leiner Schuld zu bewilligen. Die Ertheilung be« ««obligate« Unterrichtes in der zweiten Landessprache sei ein eminentes Bedürfnis sür die Bevölkerung, insbesondere aber für jene, welche aus der Volksschule in eine höhere Anstalt aufsteigen. Wenn der Schüler auch nur die Elementarbegriffe der deutschen Sprache erlerne, sei ihm damit sehr viel geholfen. Ebenso verhalte es sich mit der Erlernung der slovenischen Sprache, deren Kenntnis ebenso wichtig sei, da jeder, der im Lande verbleiben will, sie in allen Stellungen braucht. Wenn man dem Pulsschlage der I-it lauscht, könne man unschwer entdecken, dass der nationale Antagonismus immer mehr schwinde und vernünftigen Erwägungen weiche. Der Landespräsident verweist auf die im «Vaterland» veröffentlichten Vorschläge des Freiherrn v. Helfert, welcher in der wirksamsten Weise für die Einführung de« obli' gaten Unterrichtes in beiden Landessprachen eintritt. Auch im mährischen Landtage sei ein ähnliches erfreuliche« Symptom zutage getreten. Die Aneignung beider Landessprachen in gemischtsprachigen Ländern sei die Grundbedingung des nationalen Friedens, denn nur die gegenseitige Achtung der nationalen Eigenheiten, hauptsächlich jedoch der Sprache, lönne zu erträglichen Verhältnissen in den einzelnen Ländern und in ganz Oesterreich führen. Redner tritt den Ausführungen eines Abgeordneten entgegen, der gegen die Lehrer den Vorwurf erhob, es fei denselben nur um die Remuneration zu thun, der Unterricht jedoch Nebensache. Er erklärt sich jedoch damit einverstanden, wenn die Einführung von Cursen zur Er» lernung der zweiten Landessprache an gewisse Bedingungen geknüpft werde. Solche Curfe jedoch ganz unmöglich zu machen, heiße das Princip vertreten, dass nur die Mutter» spräche im Lande erlernt werden soll, und diesem Principe müsse er im Namen des Landesschulrathes entgegentreten. Es sei ein von großen Pädagogen anerkannter Grundsatz, dass das Kind alles lernen soll, was es bei seinem Austritte aus der Schule braucht, und das, was es braucht, soll es auch lernen können! Abg. Dr. R. v. Blei we is bespricht die Einwen» düngen, welche er seinerzeit im Landesschulrathe gegen den unobligaten Unterricht in der deutschen Sprache vorgebracht habe. Die Lehrer bewerben sich nur um den kleinen Nebenerwerb, weil sie zu schlecht gezahlt find. Eine Nothwendigkeit zur Ertheilung des Unterrichtes liege umsoweniger vor, als er weder von den Eltern verlangt, noch in der Volksschule eine zweite Sprache erlernt werden kann. Abg. Suklje bemerkt, es sei wenig Hoffnung, das« das Haus dem Antrage trotz der trefflichen Worte der Vorredner, welche denselben so warm unterstützten, zu» stimmen werde, da er verfrüht eingebracht worden fei, denn ein Theil der Abgeordneten werde, trotzdem er von der Nützlichkeit und Nothwendigkeit des Antrages überzeugt fei, mit Rückficht aus die Wahlen gegen denselben stimmen. Die Haltung der Abgeordneten sei heute gänzlich antichronistisch, da die Verhältnisse im Lande seit der ersten Einbringung jenes Antrages einen totalen Umschwung ersahren haben. Rebner erörtert sodann die seinerzeitige Hallung einzelner Abgeordneter in dieser Frage. Dem Antrage lönne ohne jede« Bedenken zugestimmt werden, da es sich ja um die Erlernung beider Landessprachen handle. Rebner behandelt sodann das Thema über die Nützlichkeit der Erlernung einer zweiten Sprache in der Schule und betont, dass um eine geringe Summe Erfolge für das praktische Leben zu erzielen wären. Auch er constatiere mit Genugthuung, das« in den Debatten ein milderer Ton herrsche, was beweise, dass die Parteien sich genähert haben. Um jegliches Bedenken gegen den Antrag zu zerstreuen, beantragt Redner ein Amende-ment, dahin lautend, es sei der Unterricht in der zweiten Landessprache erst dann zu ertheilen und zu remunerieren, wenn mit demselben zu Anfang des Schuljahres begonnen, zur Theilnahme sich mit mindestens 10 Kinder durch ihre gesetzlichen Vertreter anmelden lassen und der Vertreter im Vezirlsschulrathe seine Zustimmung ertheilt. «bg. Dr. Papej bringt eine thatsächliche Verich-tigung vor. Nbg. Dr. Tavkar betont abermals, dass seinerzelt trotz der, politischen Motiven entsprungenen, warmen Unter-ftützung durch den Landespräsidenten Baron Winller der Betrag nicht bewilligt wurde und heute noch weniger An« lass vorliege, denselben pauschaliter zu bewilligen. Es müsse erst der Nachweis geliefert werden, dass da« Bedürfnis hiezu wirklich vorhanden fei, und detaillierte Daten müssten aber über die einzelnen Schulen, wo der unobligate Unterricht bestehe oder eingeführt werden soll, vorgelegt werden. Er erlärt schließlich, gegen die Bewilligung aus politischen Gründen zu stimmen. Landeepräsident Baron He in weist den Anwurs des Vorredners gegen Baron Winller entschieden zurück, da es keinem Zweisel unterliege, dass letzterer aus fach-lichen Gründen für die Bewilligung eingetreten sei. Der Landeepräsident betont nochmals, dass die Remunerations-rückstände gedeckt werden müssen. Abg. Hribar erklärt ebenfalls, gegen die Bewilligung zu stimmen, da die Angelegenheit von politischer Tragweite sei und das Kind in der Volksschule ohnehin alles lerne, was e« brauche. Redner ist der Anficht, dass die Lehrer überhaupt lein Recht hätten, Remunerationen zu verlangen. Landespräfibent Baron Hein bringt eine thatsächliche Berichtigung gegen den Vorredner vor. Abg. Baron Schwegel spricht seine Genugthuung über den hochbefriedigenden Verlaus der Debatte aus, die durch Sachlichkeit und Mäß'gung beherrscht wurde. Er findet, dass laum nennenswerte Differenzen die Anschauungen der Parteien über den Gegenstand trennen und etllärt, dass leinerlei Grund zur Befürchtung vor politischen Ueberraschungen vorhanden sei. Er erllürt sich mit den ausgezeichneten Ausführungen des Lündespräsibenten vollkommen einverstanden. Nachdem das Gesetz den Schuldner zwingt, seine Schulden zu zahlen, sei es ersprießlicher, dies freiwillig, denn g-zwungen zu thun, und es sei besser, Auseinandersetzungen zwischen Lehrerschaft und Lanbes-fond zu vermeiden. Der Abgeordnete widerlegt die Bedenken der Vorredner, schließt sich dem beantragten Amen-dement des Abg. Oullje an. indem er betont, die ganzen Verhandlungen haben die Nothwendigkeit der Ertheilung von Remunerationen nachgewiesen, e« handle sich um eine Angelegenheit rein administrativer Natur, und da sich die Meinungen geklärt haben und der kleinliche Haber und Zank, der seinerzeit die Verhandlungen beherrschte, einer versöhnlichen Stimmung gewichen sei, hoffe er, da« Haus werbe den Betrag genehmigen. Nbg. Luckmann erklärt, seinen Antrag durch das Amendement des Abgeordneten <3r.llje zu ergänzen. Nach dem Schlussworte des Berichterstatters Ab-geordneten Klun, der die Anträge des Finanzausschüsse« vertritt, und einer lurzen Erklärung des Abgeordneten Dr. Tavtar, der gegen die erste Resolution zu stimmen erklärt, wurde — wie wir bereits berichteten — der Antrag des Abgeordneten Luckmann mit geringer Majorität abgelehnt. Die Nusschussanträge wurden angenommen, der Resolutionsantrag abgelehnt. * Faschings - Chronik. (Kränzchen des Tasino-Vereines.) Die freundlichen Vorzeichen, unter denen das erste Kränzchen eröffnet wurde, waren nicht trügerisch; das bewies der gute Besuch des zweiten Kränzchens, einer reizenden Unterhaltung, welche durchwegs den Charakter eine« ebenso eleganten wie zwangslosen Balles trug. Während draußen Winlerstütme lobten, Schneeflocken in schwerer Menge herniedergiengen, herrschte in den anmuthigen Sälen der schönste Frühling, hervorgezaubert durch liebliche Blumen und Knospen in reicher Zahl. Es erscheint überflüssig beizufügen, dafs bei folchen Voraussetzungen die Faschings-freude die schönsten Blüten trieb und die Paare sich bei den heiteren Weisen der Regimentslapelle in den graziösen Figuren der Tänze anmulhig auf dem Parket des Saale« bewegten. Wir werden demnächst bei den stattfindenden Repräfenlationsbüllen Gelegenheit finden, die prächtigen Balltoiletten näher zu würdigen. Bei den der tanzenden Jugend gewidmeten Kränzchen besticht vor allem die zarte Einfachheit, das duftige Gemisch der Vlousenlleider au» Chiffon-Krepp, Seiden Gaze und Musselin, geschmückt mit Blumen, Schleifen und Bändern. Die eigentlichen Raffinements des Luxus bleiben, wie erwähnt, den großen Bällen vorbehalten, die dann genügend Stoss zur Befriedigung der leichtbegreistichen Neugierbe bieten. Die hübschen Tänze, an denen sich die Mehrzahl der Besucher betheiligte, fanden auch viele distinguierte Zuseher, die mit fichtlichem Interesse die wechselreichen Touren verfolgten. (Feuerwehrkränzchen.) Die wackeren Feuer» Wehrmänner veranstalteten vorgestern im Cssino-Glassalon ein Kränzchen, das sich zu einem heiteren, gemüthlichen Familienfeste gestaltete. Die Mitglieder und Freunde des Vereine« fanden sich zahlreich in dem festlich geschmückten populären Vallocale ein, und es entwickelte sich ein heiteres Faschingsleben, das mit seinen harmlosen Scherzen bis zum Morgenanbruch währte. Unter der Leitung des bewährten Tanzlämpen Herrn Schantel wurde ein Eotillon eröffnet, dessen hübsche Ueberrafchungen in den verschiedenartigsten Touren den vielen Zuschauern reichen Stoff zur Anregung und Heiterkeit boten. Der festliche Aufzug einer vom H:rrn Gerber aä boo gegründeten Feuerwehrlapelle, wie nicht minder die musikalischen Leistungen derselben, machten berechtigtes Ausfehen und errangen einen großen, durchfchlagenden Heiterkeitsfrfolg. Die angenehme Unterhaltung verlief freudig wie sie begonnen und rief nur den Wunsch nach baldiger Wiederholung wach. _________^ — (Die Einziehung der Vingulben-noten.) Der Umlauf an Ginguldennoten ist bis zur Mitte dieses Monat« unter den Betrag von 13 Millionen Gulden gesunken und dürfte am Ende de« Monats kaum viel mehr als 10 bis 11 Millionen Gulden betragen. — (Oefsentlicher Vortrag über elektrische Beleuchtung.) Im Musealvereine sür Kram wird heute (28. Jänner) Herr Director Johann Subic einen Vortrag über elektrische Beleuchtungsanlagcn mit besonderer Berücksichtigung der Projecte sür die elektrische Beleuchtung der Landeshauptstadt halten. Der Vortragende wird als Einleitung in populärer Form die wichtigsten Gesetze und Erscheinungen, aus denen die elektrischen Beleuchtungsanlagen ausgebaut sind. besprechen, die Wirkung«- Laibacher Zeitung Nr. 23. 196 28. Jänner 1895. weise und den Vau der Dynamomaschinen erklären und schließlich die wichtigsten Maßeinheiten, mit denen man heutzutage vertraut sein muss, als: Volt, Ampere, Watt u. s. w., erläutern. Diesem Vortrage soll sich an einem spüter zu bestimmenden Tage ein zweiter anschließen, der speciell die Projecte sür die Stadt Laibach zum Gegen» stand? haben soll. Der Vortrag, der in slovenischer Sprache abgehalten wird, beginnt um halb 6 Uhr abends im Lesesaale des Museums und wird von Demonstrationen begleitet werden. — (Krainischer Landtag.) In der morgigen Sitzung gelangt zumeist der nicht erledigte Theil der Tagesordnung der letzten Sitzung, unter anderm der Voranschlag des Theaterfondes und Museumsfondes pro 1895, sowie eine große «nzahl von Petitionen zur Verhandlung. — (DerNerein zur Unterstützung dürs« tiger Realschüler in Laibach) hält Sonntag den 3. Februar l. I. um 10 Uhr vormittags im Con« ferenzzimmer des Realschulgebiude« seine 28. Generalversammlung ab, an welcher theilzunehmen alle P. T. Mitglieder eingeladen werden. — (Der Verein «Pravnil» in Laibach) hält heute um halb s Uhr abends in den Localitäten der Laibacher Atalnica seine diesjährige Generalversamm« lung ab. An der Tagesordnung find die Verichte der Vereinsfunctionäre, Wahl der Nusschussmitglleder und allfällige Unträge. — (Veränderlichleit des Winters.) Nach den Berichten des l. l. öfterr. Eentralbureaus sür den hydrographischen Dienst in Wien lagerte am Vnbe der verflossenen Woche, d. i. den 19. d. M., in Kram leine bedeutende Schneedecke mehr, denn es waren die Schnee« Pegelstationen Rieg bei Gottschee und St. Peter in Inner-lrain bereits schneefrei, Reifnih hatte nur 2 Centimeter Schnee, Hotic bei Littai 10 Centimeter, Gurlfeld 11 Centi« meter, Poljana bei Landftraß 1? Centimeter Schneehöhe. In den darauf folgenden Tagen herrschte bis zum 22. d. M. noch immer Südwind, welcher diese Schneedecken größten-theils zum Schmelzen brachte. Infolge westlicher und nordwestlicher Winde belamen wir nun am Mittwoch und Donnerstag abermals neuen Schnee, über dessen Mächtigkeit in den einzelnen Schneepegelstationen un« der nächste Vericht des genannten Vureaus Aufklärung geben wird. V. — (Iur Volksbewegung.) Im vierten Quartale 1894 wurden im Bereiche der Stadt Laibach 55 Ehen geschlossen; beide Theile waren ledig in 49 Fällen, Witwer freiten Ledige in 3 und Witwen Ledige in 3 Fällen. Der jüngste Bräutigam war 21, der älteste 63, die jüngste Braut 18 und die älteste 4b Jahre alt. Die Iahl aller Geborenen belief sich auf 258 (139 männlichen und 119 weiblichen Geschlechtes). Gestorben find im ganzen 240 Personen (125 m. und 115 w.); die Zahl der verstorbenen Kinder von der Geburt bis zum fünften Jahre betrug 68 (33 m. und 35 w.). Das älteste der» ftorbene Individuum war ein Mann (90 Jahre alt) aus der St. Peters.Pfarre. Verunglückt sind ein Mann und ein Weib; Selbstmord ist einer vorgefallen. —o. — (Ertrllnlen.) Der circa 54 Jahre alte ver» ehelichte Ialob Priftov, Besitzer in Sabresnih, Verichts-bezirl Kronau, wurde am 2b. Jänner gegen 5 Uhr nach' mittags aus dem Wassergerinne beim Eisenwerke Sava todt aus dem Wasser gezogen. Derselbe kam Dienstag den 22. d. M. nach Assling zum Begräbnisse seiner verstorbenen Schwester, fiel wahrscheinlich noch am selben Tage abends beim Rückwege in das Rinnsal, wo er ertrank. —1. — (Slovenisches Theater.) Der «Trou» badour» wurde vorgestern vor dicht besetztem Hause zum zweitenmale gegeben und neuerdings mit großem Beifalle aufgenommen. In das Lob theilten sich mehr oder weniger sämmtliche sollftischen Kräfte; vor alle« aber war es wieder Herr Nolli als Graf Luna, der einen durch« schlagenden Erfolg erzielte. — Die Oper wird morgen wiederholt werden. —n— * (Deutsche« Theater.) Die gestrige fünfte Aufführung der Märchenoper «Hansel und Gretel» fand vor nahezu ausoerlauftem Hause unter großem Bei« falle statt. Fräulein Mral wurde für ihre künstlerische Leistung durch Ueberreichung eines Blumenkorbes, ein Knuspernhäuschen vorstellend, ausgezeichnet. — Heute wird zum Vortheile des verdienten Sängers Herrn Herzfeld die melodiöse Operette «Die Glocken von Corneville» aufgeführt. — (Concert.) Das Concert der Sängerin Fräulein Madeleine Rumbold, dessen wir jüngst erwähnten, findet am 1. Februar in der «Tonhalle» statt. Den Kartenvorverlauf besorgt Herr Max Fischer, Buchhändler. Neueste Nachrichten vom 26. Jänner. (Wien.) Der heute abgehaltene Industriellenball verwf glänzend. Se. Majestät der Kaiser und mehrere Fürst Wind'sch-Grätz, Corv« 3 S^n".^^"^'' d°« diplomatische blieb eine Stunde. Bei seiner A^k^ lassen des Ballsaales wurde die Vollshymne intoniert, welche mit begeisterten Ovationen begrüßt wurde. Prag. (Landtag.) Abg. Dr. Podlipny begründet den Antrag der Iungczechen auf Revision und Vorlegung der Staatsacte betreffend die staatsrechtliche Stellung Böhmens und beantragt, den Antrag einer besonderen Commission zuzuweisen. Prinz Ferdinand Loblowitz erklärt, er wolle gegen Podlipny nicht polemisieren, stimme aber für die Uebeiweisung des Antrages an die Vudgetcommission, womit er beweise, dass der Adel die Durchforschung historischer Acte nicht scheue. Der Antragsteller ist hiemit einverstanden, worauf der Antrag mit allen Stimmen gegen jene der Deutschen der Budgetcommission zugewiesen wird. (Lebhafter Applaus auf den Gallerien, welche der Oberst« landmarfchall zur Ordnung weist.) Paris. Das Cabinet hat sich endgiltig wie folgt constituiert: Ribot Präsidium und Finanzen, Trarieux Justiz, Hanotaux Aeußeres, Leygms Inneres, Poincar^ Unterricht, Dupuy«Dutemps Arbeiten, Andri Lebon Handel, Gadeau Acterbau, Ehautemps Colonien, Iamont Krieg, Admiral Besnard Marine. Petersburg. Minister v. Giers ist abends gestorben. London. Wie Reuters Office aus Shanghai meldet, werden die chinesischen Friedensunterhändler von der japanischen Regierung nur dann empfangen weiden, wenn sie mit Vollmachten zur Unterbreitung endgiltiger Frieoensbeomgungen ausgestattet sind. Helegranrnre. Nudolfswert, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Die Can-didatur des Landtagsabgeordneten ViZnikar für das durch den Rücktritt des Hofrathes Suklje erledigte Reichsrathsmandat wurde bei der sehr zahlreich be» suchten Wählerversammlung einstimmig angenommen. Wien, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Seine Excellenz Ministerpräsident Baron Banffy wurde vormittags von Sr. Majestät dem Kaiser in längerer Privataudienz empfangen. Baron Banffy stattete Besuche den obersten Hofwürdenträgern, Sr. Eminenz dem Eardinal-Erzbischof Gruscha und Sr. Excellenz dem Generalstabs-chcf Baron Beck ab und nahm abends an der Hoftafel theil. Finanzminister Lukacs setzte die Ressortbesprechungen mit Sr. Excellenz dem Herrn Finanzminister v. Plener fort, welche principiell zum Abschlüsse gelangten. Berlin, 27. Jänner. (Orig.«Tel.) Der heutige Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurde festlich begangen. Paris, 27. Jänner. König Alexander von Serbien ist um 9 Uhr vormittags hier eingetroffen und wurde im Bahnhofe vom König Milan, ferner von dem ferbischen Gesandten GaraZanin sowie von Vertretern des Präsidenten der Republik und des Ministers des Aeußern empfangen. König Alexander umarmte und küsste seinen Vater in herzlicher Weise. Beide fuhren vom Bahnhofe nach ihrem Nbsteigquartier im Hotel. Madrid, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Der Ministerrath wird heute die Angelegenheit des Getreide-Schutz. zolles erledigen. Es ist möglich, dass der Ackerbau« minister seine Demission geben wird. Petersburg, 27. Jänner. (Orig.-Tel.) Die Blätter widmen dem verstorbenen Minister Giers warme Ne< krologe. indem sie seinen eminenten Diensteifer und die Verdienste um Erhaltung des europäischen Friedens hervorheben. Die Cabinetsbildung in Frankreich. Paris, 27. Jänner. Die neuen Minister ver« sammelten sich vormittags bei Ribot und beschlossen, sich im Principe einer Amnestie für politische Ver« brechen geneigt zu erklären. Der Ministerrath wird abends unter dem Vorsitze des Präsidenten Faure zu« sammentreten, um den Inhalt der von dem Präsidenten an die Kammern zu richtenden Votschaft zur Kenntnis zu nehmen. Kammer und Senat sind für morgen behufs Entgegennahme diefer Botschaft einberufen. Paris, 27. Jänner. Das Amtsblatt veröffent« licht die bereits gemeldeten Ernennungen bis auf Ja« mont und Besnard, deren Antworten man noch erwartet. Ribot ist interimistifch des Kriegs-, Trarieux das Marineportefeuille zugetheilt worden. Angekommene Fremde. Hotel Stadt Wien. Am 27. Jänner. Illet, Fuchs, Fromm, Steinmaßler. Koppel, Schmid, Voges, Kaufleute, Wien. — Fleischer, Kfm., Budapest. — Sommer, Kfm,, Vremen. — Liiwe, Kfm.; Gersic, Privatier, s. Frau, Stein. — Wondra, Privatier, Hl. Kreuz. — Haeller, Fabrikant, München. Hotel Elefant. Am 27. Iänuer. MaM, Iarse. — Mall), Fabrikant; Globocnik, Bürgermeister; Moline, Fabrikant, f. Schwester, Neumarltl. — Gleßner s. Frau, Eisenberg, Steiger, Voskowih, Voigt, Gruber, Abeles, Kraus, Handofsly, Rappaport, Kflte., Wien. — Miklus, Kfm., Giirz. — Fischer, Hotelier; Dr. Tem. niler; Sandri, Veamter; Mocnil, Bürgermeister, Stein. — Metlicich. Ksm., Trieft. — Gillu, Post. und Bürgermeister, A"lelburg. — Votschen, Kfm,, V.»2eipa. — Baumeister, Kfm., Marburg. — Geling«, Kfm.. Fiume. - Sonnenberg, Kfm., Csalathurn, — Herzog, Kfm., Nodenbach. — Lerne, Privatier, s. Sohn, Tomay. — Traut, Kfm., Vozen. — Reis, Kf«>, London. — Schwentner, Kfm., Brezice. — Eisler, Kfm., Budapest.________________________ ^ Verstorbene. Nm 2 5. Iänner. Elisabeth Safran, Köchin, 59 I>, Floriansgasse 26, pal-ai^ig pulmonum. Am 26. Jänner. Npollonia Leben, Inwohnerin, 7b 3-, Polanastrahe 56, Lmpll^semn, pulmonum. — Maria Dopfel, Kaminfegers'Tochter, b'/, I, Hühnerdorf 4, Hirnhautentzündung. Im Spital«. Am 24. Jänner. Anton Sodnikar, Inwohner, 70 3'» chron. Rheumatismus. Am 25. Jänner. Maria Ieric, Waisenmädchen, 12 3' Lungentuberculosc. Volkswirtschaftliches. Vlllbllch. 26. Jänner. Aus dem heutigen Markte sind«" schienen: 2 Wagen mit Getreide, 3 Wagen mit Heu und TtlG 7 Wagen mit Holz. _____ Durchschnitts°Preise. Mlt.° «N«z.. Mlt,< W^' Weizenpr.Meterctr. 6 90 ?,5N Butter pr.Kilo. . —72^- Korn . b 35 5,75 Eier pr. Stück . . — 3, ^ ^ Gerste » 5 50 6 50 Milch pr. Liter . . - 10 ^ ^ Hafer . 6 — 6 50 Rindfleisch pr. Kilo — 64 - ^ Halbfrucht . ---------------- Kalbfleisch . - 62 -^ Heiden . 6 90 7— Schweinefleisch » -56- Hirse » 6—?— Schöpsenfleisch » -40^^ Kukuruz » 6 50 7 25 Hähndel pr. Stück — 5b ^ ^ Erdäpfel 100 Kilo 2 80------- Tauben » 20 ^ ^ Linsen pr. Hektolit. 12----------- Heu pr. M.'Ctr. . 1 96 ^"" Erbsen » 12----------- Stroh » .. 2 0b-"' Fisolen . 10----------- Holz, hartes pr. > RmdSschmalz Kilo — 92------- Klafter 7,40-^ Schlvemefchmalz » — 66-------— weiches, » 5 40 -"" Speck, frifch . - 56------- Wein,roth.,100 «it.-------24 - — geräuchert > — 64------- — weißer, » - —30^ Lottoziehung vom 26. Jänner. ________Wien: 29 86 71 78 42. Meteorologische Beobachtungen ^il^aibach^ " 7U7M^?23 3 !-1^3" windstill" ^MF^Ig^ 26.2. N. 7224 -ü-3 SO. fchwach bewölkt ^ _ s_^b.^?24-7 -3 0 NO. schwach Schnee^,I> <7 U. Mg. 727-6 -4 0 O. schwach Schnee i?0 ^°'A A9-2 -12 O. schwach bewölkt ^ 9. Ab. 729-8 -6-8 W. schwach bewölkt . Dcn 26. Morgennebel, bewölkt, seit nachmittags SchnH - Den 27. vormittags Schneefall, nachmittags theilweise ?"' heiterung, - Das Tagesmittel der Temperatur an den be'^ Tagen —6-8° und —4-0°, beziehungsweise um 4 8' und <° unter dem Normale. ^^ s l 1 Ritter von Wissehrad. Ausweis über den Geschäftsstand der l. l. priv. wechselseitigen Brands^"' Versicherungsanstalt in Graz mit 31. December 1894. I. Gebä'ude.Abtheilung: 104.056 Theilnehmer, 24bM ^ bände, 168,023.404 fl. Versicherungswert. „«^ II. Mobiliar.Abtheilung: 19.143 Versicherungsscheine, bb,60^ Gulden Versicherungswert. .gast. III. Spiegelglas-Abtheilung: 486 Versicherungsscheine, M>^ Versicherungswert. Schäden: .gZ I. Gebäude-Abtheilung: Zuerkannt in 494 Schadenfällen H^ Gulden 53 kr. Schadenvergütung, pendmt für 4 S ! » tiefbetrübten Herzens Nachricht, dass seine gM^ » M Gattin, Frau > » Francisca Rudolph W 7 heute'um 6 Uhr morgens nach fünfjährigem sch"2 > M Leiden, versehen mit den heil. Sterbesacramenten, i"" M im Herrn entschlafen ist. ^ M Das Leichenbegängnis findet am 29. d. M^ " , M 3 Uhr nachmittags vom Hause Nr. 11 in ikuy^ > aus statt. ^ ^ Die heiligen Seelenmessen werden in der V " » M IesU'Kirchc gelesen werden. H^ > M Die theure Verblichene wird dem frommen " » W denken empfohlen. W W Laibach am 27. Jänner 1895. > M (Besondere Parte weiden nicht ^aibacher Zeitung Nr. 23. 197 28. Jänner 1895. Course an der Wiener Börse vom 26. Jänner 1895. «««^ 0^«^ C^««««« Zlaat°»Anleh«n. «elb Ware ." °" vriz IH,m„I»l< 1N0 ?ü 10« 8!. l»ü« 3>/ ^'°"«l"!c , U5U fl. lko bu ->.. °l« V« Ultimo . . 101 > 12<> ?z ssrauz Joseph «., Em, 1884, 4"/, 9» 7» 100 75 Vallzische Narl Lubwin - Nahn, !» sl, S. 4"/„ . 99 70 99'7l> Vorarlt>erner Äal>», Klo, Ncnie in Klo»enwähl., 4°/„, steuerfrei fürlioottronenNom. 99 0!» 9« 25 4"/„ dlo. dtu, per Ultim« . . 9« 1« 89 »<> dto.Et,/,"/n »0» 5« «04 40 bto. Slaalsobli«. (Ung. ONb.) o, I. I«7«, 5"/„..... 125 75 12« 75 bto.4>/l"/nSchanlresslll'Abl,'Ol,l, «<>« — »Ni, — d«o. Pläm. Vlnl. k tW fl, S, W, ,5.« 2l. ,5!» - bto. i»o. ll 5!»sI.ö,W, 15« 85 I.',»— Theiß Reg.»Lose 4"/„ 100 st. . 144 50 14b 50 Grundentl. > Gbligatlonen — i»i t><» bto, -«»leihe 187« , , IN«'25 INN L5 «nlrhrn der Oladl Görz. . . 111-85 — — «nlehrn d, Ltabtssemeinde Wien 107 — 108 - -«nlehe» d, Slablssemeinde Wien (Silber ober Gold) . . . , 132 - l»ü - Prämien-Nnl, b, Etadtnm. Wien l?b 50 176 bn VörsebauNnleheli, verlosb b"/„ 101 15 l0L 15 4°/^ Krainei Uandes'Nnlthen . — — — — Gelb Ware Psandbritft (ftllicwfi.). Vobcr. allg. «st. in 50 I. vl,4°/„«, 1»» bo 1«4- dto. „ „ /»°/n —'— ^'" dto, „ „ in bl» „ 4«/„ 9» 10 99 UN dto. Präm.-Gchlbv. 8»/„, IGm, II» «0 11? 40 dto. dto. 8"/n, ll. Em, ,17?»Il8f>0 N.-estrrr,2andee-Hyp.°«ntt,4"/n »»-»0 ?0U k« Oest.'una. Van! Verl. 4'/,°/,, - ^-^ ^-' dto. bto. „ 4°/n . . 100 — 100 «<» dto. dto. kojähr. ,. 4°/n . . 100 — IIX» »0 Sparcasse, 1.est.,3NI. ü'/»°/»vl. 101 bv — - Priorilätn»Gbligalionen (für 100 fl.). sscrbinanb« Nordbahn 9 2', 4"/s,Do!!llul>llmpfsch, I»0fl,EM. — -- , 150- - Osenrr Uosr 4<1 fi...... S3'— —'— Palssl, Lose 4« fl. IM. . , . 5850 l.8 50 No!lie»5neuz,Oes<.Ves. v., inst. 17 90 18 «l> Nolheii »tleiiz, Unn.Vtf.V., 5 st, 18— 1« 50 Nübolph Lose U' fi..... «3-»5 24-25 Salm Lose 40 fl, IM. . . . 69'— 70'— Et..Oe»°i«'Uose 40 fi. «M. . ?» »b 7» 25 Waldstein-Lose L0 fl. LM. . . b« .. 5« - Wind! sckgrüh Lose 2N st. 7 — 1^»'— Vobcr. «ns!,,0eN.,»00fl.3.40°/, l»«0— 563 — «rdt..«nsl.f. Hand«. V, ISUfi. — — - — dto. dto. per Ultimo Septbr. Unionbanl 200 fi...... 31?L0«<8 — «erlehrlbanl, «llla., 140 fi. . !»o — 18« - Aciien von Hren»p«rt« Mnlernehmungen (per Stück). Vlbrecht Vahn 2<»U fi. lLllber . — — — - «lussigTrpl, Elsenb. 300 fi. . . 1780 18»" UOHm. siorbbahn 150 fi. . . 3U8 -. 808 - b!°. Wcstbahn 200 st. . . . <1«,5 417- Vuschtiehrader Eis. 500 fl. .-Z.)»lX>fi.S. —'—------ Dul'Vodc„bachfr.< «l^ernow, 'Iassy - Visenb.« Gesellschaft 200 st. S. . , . »98 50 299 s« Llovb. Oest,, Trie«. 500 fi. «M. 5,19 — !54» - Oesterr. NordweNb. 2(»n fl. V. . »48 25 249 25 b!°. dto. Mt. ll) 200 fl. G. 273 8'. »7« 75 Prag'Duxer Eisenb, 150fi,S. . 81 »5 l»17l> »iebtnbürger Eisenbahn, Vrfte —'^l —' staalseisrnbahn 200 fl. L. . . 835 75 33« 75 Lüdbllhn »0!» fl. S..... IV5- - 105 !>0 Vübnordb. Verb.'V. »0« fi. «Vl. »»« 50 »03 t>0 Ir»l»»ay'Vrl.,Wr.,I70fi.e.z». 435 — 489. bto. E«.l88?,»00fi. . . . — — — — »elb W»« Trmnway-Vsf., «eue W?.. Prio» rltüt»'«rtlen 100 fi. . . . ,y» 4« lyg.z« Ung.Hllliz. »isenb. »00 fl. Silber >o? 75 ,«»» ?b Un«.Nestb.(«a»b.«>?«> Wiener Local bahnen»Act.»»es. «— «„ — zndnstrle-Actlen (per Stück). Vauaes., «llg. »ft., 100 fi. . . io? bO »o« b» llllnbier Eisen» unb Slahl-Inb. !n Wien 100 fi..... ?«'— 77-— ltlsenbllhnw.'Leihll., Erste, »0 st. i»g -i«>«) ..«Ibemühl", Papierf. u. V. «. 57 50 5« — Liesinger Brauerei 100 fi. . . 1215u,«,h Ml»nlan.GsIellsch., 0efi. .«lpine »»— 91, g<, Präger Eisen Ind. «es. »00 fl. «?,'— «75-— Valao larj. Vleinlohlen »0 fi. 788 — 73, — ,,Vch!üglmühI". Papiers., >00fi. »24- «5 — ,,G!euierm,", Pavlerf. u. V.<<». i«5 — ,«» — lrisailer »ohlenw. - Ves. 70 fl. 174-- ,?g — waffenf.-»..0efl.Kef. lw4 — »«« — Devisen. Amsterdam....... 10» «0 l l>« «l Deutsche Plätze...... «u 80 «>85 London........ t»4<5 1»4«0 Pari» ........ 4« ,b 4» 4», St. Peter»burg..... l»3.»b 133 75 Dalute». Ducaten........ b-84 5»« 80 Franc»'Stücke..... »8S 887, Deutsche «,