Zeitung. Nr. 162. Pranumcrationsplcl«: 3m «iliüptoir n«n,j. si. Il, h«!bj. fi. 5.50. »5lir bil ^uftellu.'.g ,n« Hau« halbj. 50 lr, M!t d^'l'?!,aan,j.fi.,^ h.^lbj. fi. 7.f>«, Donueröl.^, 18. Juli Insilt!on»ssebühl bl» i« ZrUen: imal SNlr., «m. ^Ulr., 3in. > fi.z soi-i pr..^«ill lm. s.II.. 2M. «lr., »m. l«> lv. ». !. w. I»>:dc«m. »U li. «872. Limtlicher Theil. Der Finanzminister hat den m>t dem Titel eines Finanzralhcs ^kleideten Finanzsecrelär der steiermärli. schcn Finanzlandeödireclion Anto» ftischer zum Fi. nanzrathe und Vorstande der Slcncrndministration in Graz ernannt. Am 1«. IM 1872 wurde in der l, l. Hof- mid Kiaat«-«rucltrel in Wien da« XXXlX, Slllcs d?ij Neichs^s^blaltc« -voiliwfig blos in dcr dtutschcn Ausgabe - ailsgegebm nnd ucr- Dassclbt lulhäll nnlcr "r. ^ die Vcrordining des Minis^nnni« si!r i!a,!desuerthtidi-llllNg im Liliocriishmrü mit d.-n ilbrisscil liclhvligten (lrn-lralslcllen vom 12. Juli l«?2 i,nr Allsführmis, dc« Ocschr«! Vom 19, April 1872 ilbcr die Verleihung von Anstellnngcn au aussgcbieutt Untslofficierr, (Wr, Ztg. Nr 160 vom 16. Juli.) Nichtamtlicher Theil. Zur Kaiscrreise. Die „N. Wochenschrift für Politik und Aollswirlh. ^ schafl" will über daS kaiserliche Neiseproject erfahren haben, „daß alle in einzelnen Glättern bereits circuli« ltnden Andeutungen über die Zusammensetzung der Suite des Kaisers bei seiner Neise nach Berlin vollkommen «funden sind. Als thatsächlich durste hcnle nur zu he-trachten sein, daß weder die Kaiserin noch irgend ein Mitglied des Kaiserhauses den Kaiser begleiten wirb. Die Suite selbst wird erst in den letzten Tagen dcS August definitiv zusammengestellt wcrden, allein bci dem ^harakter der Reise ist es laum sthr wahrscheinlich, daß slch auch die beiderseitigen Ministtr - Präsidenten. wie Man bereits wisscn wollte, im Gefolge des Kaisers bc-ftnden werden. Ebenso unrichtig sind die Nachrichten, °°b die heurige Badereise des Kaisers Wilhelm n5ch Gaslcin irgend eine offlcitllc Kaiscrvcaegnung ans öster-lt'chischem Boden im Gefolge haben werde. (öS ist sehr Wöglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, daß Sc. Majestät bcr Kaiser, falls er im Momente der Durchreise des deutsche Kaisers nach Gastcin in Ischl weilt, nach Salzburg zn einer flüchtigen Begegnung kommt, allein bies häügt von so vielen Zufällen ad. daß man cS in diesem Falle nur mit einem Impromptu und lnneSfall« «lit ciner diplomatisch arraiiairlcn Begegnung zu thm, haben würde. Zudem reist Graf Andrassy am 15 d. nach Ungarn, wo er bis zum Schlüsse des Monats August verweilen wird, waS allein schon eine vorbereitete Kaiscrbegegnul'.g ausschließt. Ebenso glauben wir die Mittheilung, daß der russische Thronfolger gleich« zeitig mit dem Kaiser in Berlin cuiwesm!) sein wird, ganz entschieden bezweifeln zu tonnen. Die bciliner Reise dcs Kaisers ist leine Demonstrativ», sondern nur eine Erwiderung des vorjährigen Besuches Kaiser Wil. Helms in Salzburg. Die damals inaugurirte Politil findet jetzt ihre Bekräftigung, und so wenig wie im Vor-jähre lann ihr heuer irgend ein AggressionS-Gedanle zu Grunde liegen. Der russische Hof wird daher in Berlin ebensowenig vertreten sein, alS er es seinerzeit in Salzburg war." Oesterreichs auswärtige Politik wird vom „Journal des Debate" an leitender Stelle in sehr eingehender Art beleuchtet. DaS genannte Vlatt constalirt im Eingänge seines gründlich und unparteilich gehaltenen Artikels, daß der Leiter der auSwäitigen Politik Oesterreich, Ungarns, Graf Andrasf-y. Friedenspolitik übt und in der An-Näherung Oesterreichs an Deutschland eine Bedrohung ManlreichS oder Rußlands durchaus nicht zu suchen sei. Wir wollen sofort das ..Journal des DebatS" sprechen lasseu: Graf Andrassy wird den Weg, den er ge. wählt, weiter verfolgen und sich den moralischen Bei» stand Deutschlands sichern; er hofft uach und nach den «ntagoniSmuS, der zwischen der russischen und der üstcr. leichischtn Politik im Oriente besteht, auszugleichen und i" überbrücken. Diesen Antagonismus hat der gegen, wärtige Minister der auswärtigen Angelegenheiten Oester, lkich.UngarnS nicht geschaffen. Er hat ihn bci feinem Amtsantritte vorgefunden als ein von alterSher auS der ^schichte, der Geographie, der Verschiedenheit der Inter- essen und den wide,sprechendsten Tendenzen der beiden Staaten sich ergebendes Factum. Während da« Bebens» mlcresse Oesterreichs ihi, wünschen läßt. so lange als möglich den .^»wn l^uo jii der Türlei aufrecht zu erhalten, wird der Name Rußlands nut Rlcht oder U». recht m,t ollen Uinslurzplänen und ladicalen Umbil-dungSP,c>i/clen ans drr Vilkanhalbinscl in Verbindung gebracht. Ohne in banale Uebertreibungen zu verfallen, ohne daß man nöthig hat, dem Cabinette von Ht, Petersburg den Wunsch, sich Ccmstaliüop.ls zu bemächtig!n und die Türlel zu annectiren, unterzuschieben, muß jeder Unpart^sche anerkenne,', daß Rnß'ands Ziel mindestens die Erlegung eines vorherrschenden Einflusses im ot-tomalchHcn Rcichc ist. Doch der russische Einfluß, wenn c- wirklich u»k ausschließlich d^r in Constanlino» pel hcr, s.hrnde wäre, wüide .ine imm^rwährci^dc Dioh« ung für die Existeoz Oesterreichs sein. Zwischen den Interessen dicser bcidc» Mächte gibt es auf dim Boden der Türkei eine noch viel p^ononcirlere Nnverlin^rlcil als diejenige, die ehemals ^wischn, Oesterreich und Frankreich in Alzng auf Italien bestand. Man muß hinzusetzen, daß infolge dieser situation die russische und die österreichische Diplomatie im Orient sich in allem zn bekämpfen und zu widersprech-n gewohnt sind; die Naen< ten Rußlands glauben sich a pi-ini'i verpflichtet, das ae-! rade Gegentheil von dcm zn thun und zu sagen. waS die Agenten Oesterreichs »him und sagen, und umgekltcn mit der russischen Politik: er bemüht sich, die Ursach.n, die Begebenheiten und die Vorwändc dcS Anlagoim-mnö zwischen den beiden Staa» ten zu beseitigen; er bcinW sich vor allem, zu verhindern, daß dieser Antagonismus auS cin:m chronischen und lalenteil eiü acuter und flagranter werde. In diesem Sinne lM ma» Rcchl, zu sagen, daß ber gegeluvältige Minister dcr auswärtigen Angllegen-heilen Ocsterreich°UngarnS, fast unthätig in Bezug auf andere Punkte, sich dcrzcit hauptsächlich mit den on^ta» lischen Angelegenheiten befaßt. Ucbcrzcugt, daß nichlS den Fliedcn im Westen bcdrohc, wendet er sein Allgen» inerl hauptsächlich darauf, ihn im Oriente zu sichern, dic Ordnung d:r Dinqc doit zu consolidircu und geg gen sind dort in diescm Augenblicke an dcr TageSord. nung, u»d cS gibt dort eine solche Anhäufung von Zünd>toff, daß man alle hilndc voll zu thun hat. um einer Explosion zuvorzukommen. Der Kriüg von 1870/71 hat Verhältnisse ge-schasscn, welche die bisherige von slali Pascha inaugu-rirle Politik der Pforte als vcrfchlt erscheinen licßm. Die Niederlage Frankreichs iso!ntc die Türlci. welche sich bisher auf die Wcslmächlc gestützt halle, vollkommen ' und lieferte sie in dcr PontuSfrage vollständig Rußland auS. Dieser Umland wurde von dlr alltürlischcn Partei benützt, uin die bieh:ri>!i: äußere als auch europäisirende innere Politik der Tüllei abzugreifen und als cinzigcS RcltungSmittel die Frcuüdschaft mit Rußland hinzustellen, slall Paschas Tod war ein neuer Glückssall für Rußland; man konnte sa^l», daS letzte HinterniS für die l/lhne und unternchmende Politik ^gnatieff'ö war damit beseitigt. Ein glücklicher Zufall kam dicscm Gesandten in der LicblingSidle des Sultans, die Thron« solgc»Ordnung zu gunsten ftineS dreizehnjährigen Sohnes Uussuf Izzedin Efendi zu ändern, trefflich zu statten, nm seinen Einfluß zur Gellung zu bringen und sich zum Herren dcr Situation zu machen. Bald nach dem Tobe Aali Paschas staltete Ignalicss dem Sultan einen Besuch ab, bci welcher Gelegenheit er den Gioßhcrrn, über dessen fixe Idee dcr russische Botschafter vorzüglich insormirl war, anöholtc und in feiner Vlbsicht, die Thronfolgc'Ordnuna abzuändern, bestärkte. Diese Tallil hatte bald ihre guten Früchte getragen, denn bimm, kurzem »var cS Ignali'ff gelungen, Atidul Aziz mil einem russelifrcnndlichen Ministerium zn umgeben. Scit dem letzten Herbst haben sick in dem Ministtrium r,icle Veräuderungen erbeben, nur der Großoezicr Mahmud Pascha und dcr Minister dcs Ncuhern. zwei Ergebene Ignatieff's, sind unerschüttcrlch in ihren Stellungen ye» blieben; ein Beweis, wie ausgiebig die russische Protection ist." DaS genannte Blatt weist schließlich c>uf die Ge-fahren hin, die eine Abänderung dcr Thronfolge - Ordnung, die auch die Trennung der geistlichen von der staatlichen bedeuten würde, im Gefolge hätte, und daß cS unbegreiflich sei. wie Mahmud und Server Pascka ill die Absichten deS Sultans, die bereits der Nusfüh rung schon schr nahe standen, emglhcn konnten. Das Entflammn» deS Bürgerkriege« in allen Theilen deS Reiches wäre die unmittelbare Folge eines so untluneil ActcS gewesen. „Rußland, welches lS als seine Pfllcht betrachtet, die Christen der Balkan - Halbinsel zu b:« schützen, Hütte interoenilt, und man begreift nun." schließt daS Journal, „daß dem kühnen unH abenteuerlichen Di' plomalen Ianalitff durch die llWnderuna dcr Thron» folge ' Ordnung eine gar schöne Perspective entgegen« gelächelt haben maa." Zur Politik Deutschlands. Der „Hamburger Correspondent" läßt sich über die Richtung der Politik Deulschlands in folgender Weise vernehmen: „Die Absicht, mit Rußland Frieden zu halten, gilt auch uns für löblich; sie laßt uns über die U»,-zwlckmäßiyke t und Wmdelosiglcil dcr crgriffenen publi-cistischen Millcl hinwegsehen. Daran aber muß mit allem Nachdruck festgehalten werden, daß die Grundlage dcS europäischen Friedens die Freundschaft zwischen Deutschlcmb und Ocsteirelch ist und daß diese Allianz auf die Friedfelligleit Rußlands sehr viel nachdrücklicher wirkt, als aljeS, waS in Deutschland mit guten und freundlichen Worten erreicht werden könnte. Eine um daS doppelte erhöhte Bedeutung hat die deutsch-östn-rcichische Allianz aber gewonnen, seit wir mit Rom auf 1)em Kriegsfuß stehen und Frankreich Miene macht, sich b?i der nächsten Papstwahl auf die Seile dcS Ullramon-taniSlNuS zu schlagen. Dcr Gefahr cines europäischen KrilgeS um die Person dcs nächsten lömifchcn BischojS >— dn Gefahr eines großen und gefährlichen Religion?-kricaes kann nur gesteuert wllden, wenn das deutsche Reich und die östcricichisch.ungarische Monarchie fest zusammenstehen und gemeinsam dem mittleren Europa die Wege scincr Entwicklung anweisen. Oesterreich hat freie Hand; auf diese Hand können wir aber n»r rechnn«, so lange wir die österreichisch: Politik in dem Puntle unllrslntzcn, dcr für sie dcr entscheidende ist: in dcr orientalischen Frage. Einc Nölhiaung zum Bruche mit Deutschland würde für die l. l. Hofburg zweifellos ein» lrctcü, wenn sich die Wünfche jei>cr guten i!eute und fchlcchten Üliustlanlcu erfüllcn, welche nnö rathen, in!» mcrdar, und auch wenn eS die Entscheidung über die Tüllen gilt, an der Seite Rußlands zu marschiien. Geschieht daS, so hat Oesterreich leine Wahl mehr, so ist eS gezwungen, seine Bundesgenossen in Rom und in Paris zu suchen, einerlei wo seine Sympathien sind. Frankreich wird bei der nächsten Papslwahl aller Wahrscheinlichkeit nach den Versuch m.i,hcn, gemeinsam mit den ultramontcmm Elementen dcr gesummten la!ho< lischcn Kirche dm emancipatorischcn Bestrebungen Italiens und Deutschlands entgegenzutreten und einen Krieg zu enlzünden, dcssen Spitze gegen uns gerichtet ist und dcr auf die lonfessionellcn Gegensätze in Deutschland spcculirt. Auf die Unterstützung Rußlands können Frank' reich und die Curie in solchem Falle nicht rechnen, weil die slavische Großmacht, als Schützerin der orientalischen Kirche, dauernd nicht an bcr Seile RomS marschirrn lam>, daS im Morgenlaridc sein natürlicher Gegner ist. Aussicht auf Erfolg haben die römisch.französischen Ma-chil-.alionen nur, wenn sie sich die Unterslützuna dcS ..lalholischen" Oesterreich sichern. Ocslcrreick muß scincS. IheilS jede Unterstützung dcr russischen Oricnl.Polilll als Fcindschllst «eqcn sich anschcn — von DcutschlontS Stellung zur orientalischen Frage ist darum t»c Erhaltung dcS Friedens und dcr ÄuSaang deS Kampses gc, gen den UltramonlaniSmuS in der letzten Instanz ab-hängig, Fra>'lrcich kann, wenn eS für daS Papstthum daS Schwert zicht. auf Rußland nicht zählen ~ scim Allianz mit Ocstecrcich zu hindern, liegt in uriscrcr Hand. Dcn Gefahren eines inneren und äußeren Krie. qcS enlachln wir. wenn wir das gute BcrhÜltn-S zu Ocherrcich lvi'solidiren und die österreichischen Otillil. Interessen als die Grenze unserer Gefälligkeiten gegen Rußland betrachten." 1.L2 Politisch«' Uebersicht. 5»aibnck. 17. Iul>. Eine Original Corrcsponoenz au« Berlin, 14lcn d.M.. meldet unS nachstehendes: Der Besuch des österreichischen Kaisers in Berlin und alles waS damit zusanilücnhätigl ruft noch immer einc Men^c neuer einandc:- oft widersprechender Nachrichten Her« vor. So hört man, die Zusammenkunft würd? erst zwi^ schcn dem 11. und 17. September (nicht wie flüher gemeldet wurde den 4.—12.) stattfinden >md. wie es scheint, im Widerspruch mtt ursprünglichen Dispositionen, einen aussch'^tznch mililürischcn Charakter haben. Gleich, wohl wird Graf Andrassy im Gefolge seincr Majestät sein. Die Theilnahme der Kaiserin an dieser Reise soll wieder zweifelhaft hcworden sein. ES ist nunmehr gewiß, daß zwar nicht der russi. scht Kaiser persönlich, wohl aber der Großfürst-Thron' folger gleichzeitig mit dem Kaiser Franz Josef dem Manöver der p^ußischcn Garde beiwohnen wird. Der „Gra;cr Zeitung" wird aus Wien gemeldet: Graf A norassy vertret? entschieden die Ansicht, daß angesichts der Maßregeln d^s Deutschen Reichs gegcn den Jesuitenorden dicser auch hier unter Aufsicht zu stellen sei, um Deutschland die erforderliche Bürg» schafl zu ^'währen. — Der „Pester Lloyd" erfährt, daß der gemeinsame M i n i st e r r a t h in den letzten Tagen sich mit dem Stcm'schen Licferungsnertragi be' schäftigt habe. Die Enquste'V?rathungen hierüber wären allseitig als unzulänglich anerkannt worden. Dcm Äil' nisterrath hiben Lonyay und Aneröperg b:igewoh!>t. I.i, Kriegsminift-rium beschäftigt mau sich mit Nmcirb:itnng dcö Kliegsbudssele. Das Gcsammtrcsullat dcr Wahlen in Ut-> garn ist noch nicht betid.t. 68 Bczilte haben den Wahltag cn,f Ende Juli anberaumt. Bis jctzt sind 233 Dcali-slcl,, 139 Oppositionelle gcwäilt. — Gin wiener Brnf d^ö „Pcslcr Lloyd" meint. M.nister Horst werde im Herbst O^lmaticu besuchen, um di: SchVieri^kcilll! dec Einführung oer Landwchr lenucn z^ let neu. Der preußisch: UntcrrichtSmitiister verordnete, daß die bei den bohren Unterrichtsanstalttn bcstchcnden katholischen Religions, Vereine nuf^u'.ö-en seien „nd dcn Schülern d.c Thcil^uhme an rcligiöfen Vcr» einen direct zu vctbieten sei. DaS Perdot schließt die marianischcn CongreüaNonm, die Eizbruderschaflen, die I^sus-Mülia Josefs- und ähnliche Vereine n^. Das baicrische K r i c a s m in i fter i u m hat dcn Bcnhl e> lassen, daß alle T'lippcnadtheilluigcn der blnerischcn Alin e mil vollem Nachdrucke dahin zu wirken haben, das Rclablissemci-.t und dlt Ergänzung dn Borräth? der Tlnppcn ans die volle Kriegsstärke bio Ende September l. I. zum Abschlüsse zu bringcn. ^ie badifche Regierung hat dem Versailler Vcrtrag vom 29.-0. M,, die Zahlung der französischen Ksiegsr>',tschüdigllliq »nd die allmäligc Räumung der von deutschen Truppen besetzten Thcilc Frankreichs belrcffend, zugestimmt. Die Nalwnalvelsllmmluna in Versailles Hal fast ohne Debatte den An l e i he g ese tze „ tw u r f mit dem ZllsalMtitcl an>utnommcn. wonach die Bank ermächtigt wir!>. dr.: Bantnotcnumlauf bis znr Ziffer von 3200 Millionen zu erhöhen. Die bisherigen N su^le der Municipal-wahlen in Rom sii,d fast übc^all für die Vibcralcn zünftig ausgefallen. Es haben si'! mehrere Persönlich leiten von, päpstlichen Hofe in die Wahllisten eintragen lassen. - Oie ..Opinionc" bespricht dic Hallung d:r Klcricale:i. w.lchc gegen die gegenwärtig: Sa^/la^c con^ spirilln. und sagt: Wir haben die Zü.^lsicht. daß die gemäßigten Gesinnungen dcS Landes lüi,!eachtet d^r be< harrlichen Provocationcn der Klcricalcn sich nicU ändern wcrdeü; w!r sind aber übc^u.^t, d^ß die Lösuug der Frage betreffs der rcliglofe:i O r d e >; nummhc eine vollständige sein miissc, damit duselbe nl'N dcr öffentlichen Meumng acceptitt und von den Kammern genchmigt wcrde c»ls eineö der uncntbchrlich.n Mitte! zum Schutze des Staates. Nach Mittheilungen des „Pester Lloyd" sind die Unterhandlungen zwischen der Curie und R >.i h l a n d gescheitert, aber nur in Be^ng auf deren politischen Theil und zunächst ans die Zulassung cincs NnntinS. Allein darum sollen die Verhandlungen über die rein kirchlich?,, Verhältnisse d^r Polen noch nicht aufgegeben fein, sondern fortgesetzt werden. Das Schiedsgericht in Genf hat am 15. d. seinc Bitzungen wieder eröffn:t; es wird unbsdinat: G:hcim< Haltung dcr BerathmiM dcodachtct. Da« Schiedsgericht wird wahrscheinlich täglich Sitzung halten u-d vorerst über die allgemeinen Principien des Washingtoner Ver-träges Blralhung pfteg^n. DcHirkS'LchrcrbibliothcklU. Piofcssor Dr. W. Schercr in Wien spricht in der ./Deutschen Zeitung" über Vezillö-Lchrcrbibliothlcn. In dcr Erwägung, als die wichtige ssragc dc>> Mündung um: Gczilts ^ehrcrbibliothelcn derzeit auch iin ?ande 5krain auf dcr Tagesordnung fleht, wollen wir dic Vorschläge ucö Professors Or. W. Scherer nach« salgcnd reprodl'.circn: „Was für Bücher in dcn B.zi.ts ^ h'.crbiblio« thelcn angeschafft wett^l, sollen, ist eine schwierige und sorgfältigste Uedcslsgnng heischende Fra^e. Die aller-l?crschiede»slell Gtsichlspuullc lünilkn sich dabei gclteüd liiachc», Iltlhümcr sind schwer gänzlich zu vermeiden, und tii:c Ei'iiguri^ möchtt kaum zu erzielen sein. Ei> wird daher jedenfalls gut sein, wenn von mchre'.cn Seiten die Sache erwogen wird und wenn mch">r: ^.j.l,uige »?rlicgc:i. :il:S denen richti^s Takt sich d:n b:slcn aus» wählen mö^?. Die „Vlällcr sür Erziehung und Unterricht, hcraug-gecjcbcn von, denlschcn pädagogisch-n Vereine in Plag/' gehen hierin in anerkenncnswerthcr Weise mit gut^ui Vcispiclc voran, indem sie in der Nr. 22 l. I. einc Zu-sammcnstcllul'g voll Werken aus bcni Ocbiele der „dcu!scken Sprache uüd Literatur" bringen, die sie zur Äüschafflnig cmpfchlen. Iili ul^emcinen kann ich mich mit den Gesichts» punktet,, welche die Auswahl geleitet haben, wohl ein» verstände!! erklären. Im einzelnen habe ich abweichende Ansichten, die ich im Interesse der Sache hier offen und unumwunden zur Sprache blUMi, möchte. Von vornherein muß ich bekennen, daß ich über alles, was praktische Anweisungen sür den Uxlerricht in der deutschen Sprache, grammatisch.orthographisch.styli» slische Handwörterbücher, Slylschulen u. dgl. betrifft, lein Urtheil habe. Ich kenne diese Bücber m^t und enthalte mich daher jeder Kritik; nur gegen die Schoflen ucn, Kehreiu. die ich auch mit angeführt finde, bin ich bedenklich, weil die wissenschaftlichen Leistungen dcs Verfassers jene!- Eigenschaften entbehren, die mir gerade für populäre Darstellungen unerläßlich scheinen. Dagegen fehlt in dem Verzeichnis ein vorlresfliches Buch, das vile andere aufwicgt und speciell die Bedürfnisse dcr ^lcr-Scminare ins Auge faßt: „die Grammatik der ^hochdeutschen Sprache von Engelien (Berlin Itt(>7)"> Ulid dic Frage erlaube ich mir noch aufzumcrscl!, ob cs denn nicht möglich wärc, in jcdcr Bezille-i!ehrcrbibi!o-ihct ein Exemplar des „Grimm'schcn dcutschen Wöller-buchcs" aufzustellen. Was Lilci-alurgsschichte anlangt, so würde meiner Ansicht nach Noquette besser wegfallen und Goltschall urch Julian Schmidt zu ersetzen sein, wenn mann sich nicht für das neunzchlitt' Jahrhundert «m bcstcn ülit dcm llcinen Handbuche von Kurz begnügt. Dagcgcn müßten, wie ich glaube, Levis' „Lcben Goelht's" und Pallcekc'S „^ebci, Schiller's", die jetzt schon für billiges Geld zu haben sind. hinzutreten. Unter d(M Namen Glimm sctze ich hinzu: „Aliswahl ins den llcincren Schriflcn Jakob G,imu,'ö" (B^lin l8?l), diese wichtiger nlö die „Deutschen Sagcn". U," lcr dem Namen Simrocl können die Rheinsaq n und Märchen wegfallen und durch die deutsche Mythologie ulit> das Kiüdcroxch im neunten Bande dcr deutschen Volksbücher (Hrm.kfurl, Brünuer) ersetzt werdcn. Und dc, kommen wir gleich auf einen principiellen Punkt. Wo licgt dcr Schweipuntt unserer Viicraln, ? Die Bersasstr jenrs Voischlagcs scheinen ihn im neunzehnten Jahrhunderte und in Oesterreich ;u suchen. ? enn sür H,bdc!'ö sälnmllich>: Wülte wollen sie 12 Thaler ausgeben, mährend Goethe nur 2 Thaler zugewiesen er« bält und daher mn in einer Nuswnhl vertreten erscheint! Und doch gibt cs jetzt schon einen vollständigen Goethe inr — ich glaube 9 Gulden! ssermr: für Grillpar^er sind die Verfasser so eingenomnun, daß sie so^ar die .Melusine" und ..Wcl/ o^m, de> l^jt" und den „Tieüen Diener seines Hcrrn" anschaffen wollen — dagegin laS Nibelungenlied kommt gar nicht vor. Ich findc außcr-i)'M Auerbach, Ficili,^>>lh, Gcibcl. Grabbc. Grün, Heine. Immermann, ^'enan. Platen. Nichl. Rückeit, Stifter, Uhland — abcr dcn Namen?ess»g suche ich vergeblich. Wäre lS möglich, daß dieser Namc auö religiösen Be-dcnken fehlte? Es übcllänst mich hciß, indem mich dicscr Gcdanle durchzuckt. Wäre dies in der That n.öglich? Nun dann mnß ich doch wahrhaftig sagen, wenn wir Messing noch nicht in die Hände dcr Vollsschullehrcc gebcn dürfen, wenn eine Zusammc, stcllln!„ von ttchM'-Blbliothelen möglich ist, in wclcker zwar Hcinc. Freilig« rath und ^cnai,, nicht aber ^essi^'s „Nalhan" voi-tinmen da:f — dann ist uns.r gai'j'r' viclgerühmltt LidtraliSmuS und unscr qanzes Dculschlh» n nicht eincu Schuß Pulver werth, und ich ,'ür il'iin Theil wü'de dann die Zeiten der Studien.Hoscommission und dcr verlästerten Censur dicscr unserer ausgll!ältin Ncfo.M' Epoche vorziehen. Denn die schlimmste brutale Unte,-dlückllng ist besser als Lüge und H:nch:lei. Ich nchutt also an, daß jcner Gedanke, der mich eben, indem ich schreibe, durchfährt und mir mein ganzes Blut in Wallu"» bringt, ich nehme an, daß er ein falscher war und daß dcn Verfassern jenes Verzeichnisses dic kleine Menschlich' leit begegnete, Messing zu vergessen, oder daß Lessing durch jl'uilsl'lml. Pcr Kindergarten und die AedlUtung des kindlichen Spieles. Im Lause von etwa 20 Jahren hat sich der Frö» bel'schc Kindergarten in einem großen Theile von Deutsch» land und in anderen europäischen Ländern emgidiirgcrt. Der Kindergarten muß also wohl einem Äcdi'nf-nisse unserer Zeit eutgegelito.nmcn nnd seine Nützlichkeit an seinen Zöglingen beweisen. Dennoch ist sich bis jetzt nur cine sehr kleine Anzahl unserer Zeitgenossen darüber klar geworden, worin denn die eigentliche Bcoeulung des Kindergartens bestehe. Der Kindergarten gilt als Spielschul« für die Kinder der gebildeten Klassen, als Vewahranstalt in neuer Auflag« für die Kinder dcs Volte«. Das blos oberflächliche Be< trachlcn feiner äußeren Einrichtung kann freilich zu sol» cher Auffassung Anlaß geben. Der Kindergarten erfüllt ganz andere B:dmgun< «cn. verfolgt andcre Ziele alS diese. Und darin allein liegt seine 'Bedeutung.. MS blos verbesserte Spltlschulc könnte er füglich keinen Anspruch machen, ein wichtiges Inftltnt unferer Heil zu sein. Was ist es" nun, daS ihn zu diesem Ausspruche berechtigt ? 6« 'st die Thatsache, daß sein Erfinder Fröbcl die Bedürfnisse dcs kindlichen WcseuS auf seiner elften Le» bensstuft ticfer erkannte, als dies vor ihm geschehen, und daß er zugleich die Mittel gefunden, um diesen Bedürfnissen entgegenzukommen. Woraus crlcnnen wir de>.m zunächst des Kindes Westn? Jedenfalls aus dcn Aeußtrungen, welche allen Kindern gemein sind, welche die Kindheit als solche kenn« zeichnen. Diese Aeußerungen aber, diese freie Thätigkeit des kindlichen Wesens, in dcr es sich am allgemeinsten offenbart, ist unbedingt daS Spiel. Die freie Thüli^lcit der Kindheit ist also das na« tmliche Mittel zu ihrer Enlwictlung. In dieser Thatsache liegt die hohe Bedeutung des lindlichen Spieles, und darin ist auch die Wichtigkeit des KindergaiteliS be< gründet. Wie dcr Pflanz ei-, keim auS dem dunklen Schoß der Erde cmpor z>im Lichte strebt, so ringt die Kindessecle aus drin dunkel dcs Unbcwnßlscins, des Tritblcbens empor zum Geisteökewußtsein. Nnd wie der Pflanzen« keim kr Erfüllung bestimmter Bedingungen bedarf, da» mit er emporblühe und seine Frucht bringe, so bedarf die Kindesfcele der pflege und Unterstützung durch er» ziehlichc Sorgfalt, um die Frucht des Mcufchenwesens reifen zu lassen. Das soll der Name Kindergarten andeuten. Er soll eine Pflanzstätte des Menschcnthums, der veredelten Cultur menschlichen Wesens sein. Ist nun des ttindcs Spiel die freie Aeußerung sei« ner Triebe, und sind 'diese Triebe die Wurzeln aller künftigen Bildung, dann ßibt cs nichts wichtigeres für den Erzieher, als die Pfl^e. das will sagen: die Lei« tung dieses Spieles, daß es in Wahrheit Bildungsmittel werden könne. Hat Frövel Recht, so muß die Beobachtung lehren, daß wirklich die freie Thätigkeit des ssindcs die Äil-dungstriebe wiederfpiegelt, die das Menschengeschlecht im Laufe der Jahrtausende zur Höhe der Cultur emporge« hoben, auf der cS heute steht. Man beobachte nur: daS erste allgemeinste Bcdürf» nis, welches sich außer dem Nahrungstriebe bei allen Kindern auSspricht, ist das dcr Bewegung. Dem ersten ..Strampeln" und Schlagen mit Armen nnd Beilit« folgt später das Laufen, Springen. Hüpfen. Klettern. Man hat wohl nicht lange zu suchen, um den Ze Entwicklung dcr Glieder, der körperlichen Kräfte ül>cl-hülipt i,t auf Bewegung angewiesen. Und aus der a^ stchllichen Bewegung entspringt allmälig die wirkliche Thätigkeit, d. h. die Thätigkeit, wclche die Erreichung cincs ZwcckeS anstrebt. Ohne Thätigkeit würde daS Leben aufhören, würde gar nichts von den Dingen menschlicher Cultur vorhab dcn sein. DaS erste und wichtigste Erfordernis dcr 6c>. zichung ist unzweifelhaft die Pflege des ThätialcitStrielses überhaupt. Die hier nur ganz im allgemeinen angedeutettl» kindlichen Trkbc wären folgendermaßen zusammen^' fassen: 1. Der Trieb nach Thätigkeit im allgemeinen (zunächst nur das Bedürfnis körperlicher Bewegung), dessen nächste Befriedigung Gliederübung so^ dert. . 2. Der Trieb zum Bodenbau (zum Th^ aus dem Nahrungs. und WohnunaStrieb entstände")' dessen erste Befriedigung in der Pflege der Ga,tenbc^ und der damit verbundeneu Einführung m die Na"l besteht. 3. Der Trieb zum Gestalten oder der pl"' Il'sche Trieb, welcher sich zum Kunsttrieb für die-bilde"' c>en Künste entwickelt und zum Elfinden fühlt. e,h^ seine Befriedigung durch die sämmtlichen Beschäftig«"^" dcs Kindergartens. 4. Die Ku nsttricbe, welche die Ausb»^ dung des Ohres als Organ vorzugsweise >^ dern, die Musik und Poesie; dann die dramatische Ku>'> und die Tanzkunst (zur Entwicklung anmulhiger W" Nst3 ein Versehen des Setzer« und Correctors im Drucke wegblieb. Aber lehren wir zu bcr oben aufgeworfenen Frage zurück, auf die hier alles ankommt: Wo liegt der Schwerpunkt unserer Literatur? Wir müssen dabei in dem vorliegende» Falle zweierlei ins Auae fassen: die literarhistorische Würdiqnna lind die Rücksicht auf daft vollsthümliche. DaS Resultat aber ist dabei lein wesentlich verschiedenes. Und indem ich meine Meinung ausspreche, thue ich es mit der Ueberzeugung, principiell etwas unumstößliches zu sagen, das ich yegen jeder« mann als dus allein richtige zu behaupten und zu vertheidigen bereit bin. Das Princip, sage ich, halte ich sin unbedingt sicher, über die Ausführung läßt sich streiten. Der S ^,-punlt unserer Literatur also liegt er-stcns in delchlu.jcn ulldculschen Dichtuna.cn, welche durch unmittelbare Tradition oder durch enicuerte Willung ilirc Kraft dwählt haben. Also: Nibelungenlied (in Simvock'ö U/cschung), Volksbücher (Simroct's „Bolls-bücher" losten ctna so viel Guld.ü. ale< hicr für Heb» bcl's Werle Thaler angesetzt sind; noch wohlfeiler wer, den Gustav Schwab's VollSbüchcr scin) . Maichen, Bollslicder. Die Vclfasser des bespiocheucn Verzeichnisses sind hier im Principe, wic ich glaube, cinder» standen, denn Volkslieder und Märchen haben sic recht vullstündiy berücksichtigt. Nur roaic von den Volks« liedern eine Sammlung mit Melodien jcder anderen vorzuziehen. Und ein Buch, das ich s^on siiihcr nannte, Simillck's oder eine andere turzaefaßte Mylhclogic, müßte den Sinn für die kbendi.ie Vollöüberli.i^ung, den Sinn für die Poesie der Sitten uud Gebräuche, für Sprichwörter und Boltsrälhscl, Kinder» und andere Volkslieder wcckcn. Daran mögen sich dann vollsthüui' liche Schriftsteller ncuercr Zeit anschlichen: Hcbcl, den die Verfasser ganz übersehen, Auerbach (aber nicht mit den Romanen, sondern mit den Dorfgefchichten), Immer-Mann's Münchhausen und weiterhin, wenn Geld genug vorhanden, etwa die Schriften von Ieremias Gotthelf. Darauf sollte man überhaupt bei allen solchen Vorfchlä' gi ..Katzcnbcrgcr" und „Schul-Meisterlein Wuz"); von den Jüngeren Hcimich Kleist, Körner (Gedichte), Uhland (Gedichte). Frcytag („Soll lmd Habcn"). Heine, Platcn, Rückert u. s. w. wcrdcn durch eil« gute Anthologie, wie Gustav Schwab's „Fünf Bücher deutsche Licdcr uud Gedichte" (5. Auflage, Leipzig 187l) genügend vertreten. Unter den Ocsteireichcrn hätte neben Grillpar;cr (von d ssen Hauptwerken hoffentlich eine billige VottöauSgabc veranstaltet wird) meiner Ansicht nach — Raimund hier daS nächste Nccht. mit ein paar Stücken, wie sie in der Reclam'schcu „Univer-sal-Vibliolhet" einzeln für zwei Groschen zu haben sind, vertreten zn sein. So viel von der deutsche» Literatur. Soll es d,-mit gethan sein? Soll die fremde Literatur auf Whale« speare und — Scherr's „Vildersal der Weltliteratur" beschränkt bleiben? Die vier Thaler, welche der letztere lostet, lassen sich besser verwenden. Für zwölf Groschen belomml man j tzl Boß' „IliaS und Odyssee," für vier Groschen den „Landprediger von Wackcfteld," ich nenne die Sachcn »ie sie mir einfallen. Die «Sagen deS classischen Allcllhums" (^uswo Schwab) wurden sich 'an Homer anschließen. II: c :um der übrigen auswlir» ligcn Literatur drängt sich mir der Gedanke an Tacitue' „Germania," an „Don Quixote," an Walter Scott, an die ländlichen Erzählungen von George Sand zu-nächst auf. Die Reihe ist etwas bunt. aber ich glaube, sie läßt sich rechtfertigen. Gci all dem vorstehenden habe ich natürlich angenommen, daß die religiöse lind geschichtliche Literatur nock mit besonderen Voischläqcn und daher auch mit einer besonderen Besprechung bedacht werden soll. Ich hoffe, cs denkt niemand daran, im liberalen Sinne Lchrcrbibliothclen zu gründen, bei denen nicht eine voll» ständig- Oidel den Grundstock ausmacht — doch wic! Ich vt!gcsse, daß es sich um Gezirls-Lehrerbibliolhelen handelt, und eine Bibel gehört in jede Schule." Mqesumisskeiten. — Se. l. Hoheit Herr Erzherzog Kronprinz Rudolf sind am- 13. d. M. nachmittags in Ischl, Se, l. Hoheit Herr Erzherzog Albrecht am 14. d. M. von Graz in Baden und Se. l. Hoheit Herr Erzherzog Leopold von seiner Inspektionsreise aus Arad in Pest angekommen. Ihre l. Hoheit Erzherzogin Gisela feierte am 12. d. M. in Ischl ihren sechzehnten Geburtstag. Der N. h. Hof legte für diesen Tag die strenge Trauer ab; Te. Majestät der Kai,er kamen de« Morgens aus Wien. Das Fest wurde im eng« ste» Familienkreise gefeiert. — ( Per son alnachrichten. j Se. Excellenz der Herr l. l. Minister silr Cullus und Unterricht Dr. v. Strernayr ist nach Krapiua.Töplitz gereist. — Se. Exc. der Herr Handeleminister Dr. Banhans ist am 14. d. M. abends in Prag angelangt. Lc besichtigte unter anderem die durch das Hochwasser im Mai zerstörten und provisorisch wieder hergestellten Bahnobjecle bei Etaschov und Motropec. — (Dr. Schier) wurde zum Rector der prager Universität gewählt. — (Kaiser Napoleon) wurde am 16. d. M. in Prag erwartet; für ihn und sein Gefolge wurde der ganze erste Stock des Hotels zum «blauen Stern" Iiit 42 Zimmern auf fünf Tage gemiethet. — Der Sohn Napoleons III. erhielt von der Königin von England die Er» laubnis zum Eintritte in die lönigl. Militär'Alademie in Woolwich. — (Aushilfe fiir den Klerus.) In der wiener Erzdiöcese wurden bisher aus der Dotation von 500.000 si. 17 Priester mit je 300, 76 Priester mit je 200 und 61 Priester mit je 150 si. betheilt. — (Ein internationaler Brauer«Con-greß) findet während der Weltausstellung vom 16. bis 21. Juni 1873 in Wien statt. — (Neuigkeiten aus derStciermark. Ueber Grat enllud sich 15. d. ein derartige« Gewitter, daß die Hilfe der Feuerwehr zum Auspumpen de« Wassers aus den Kellern beansprucht wurde. — Am 12. d. wurde das Dorf Stadlhof bls auf em Hau« ein Raub der gung der Glieder) finden im Kindergarten die früheste Äerücksichtiguug durch Gesang, namentlich Lieder, welche die Bewegungsspiele begleiten, durch die an diese ßk» knüpften dramatifchen Darstellungen und durch alles, was das natürlich freie Treiben der Kindheit von selbst mit sich bringt, wenn der freie Spielraum uud die entsprechenden Mittel ihr nicht fehlen. 5. Der Wis«sens tr ieb nach seinen veischicde-ncn Richtungen, welcher vorzugsweise durch Elkenntnis des Stoffes und feiner Eigenschaften, wie z. B. Form, Größe. Zahl (Elemente der Mathematik) u. s. w. be< rücksichtigt wird. U. Der Gesellschaftstrieb, durch die Ge-"Meinsamleit der Kinder befriedigt. 7. Der religiöse Trieb, durch Hinführen zu Gott, zunächst -iu der Natur, in der sichtbaren Well und deren Deutung aus übersinnliches u. s. w. berück« sichtigt. In diesen Trieben sprechen sich also die Grundzüge der menschlichen Seele im allgemeinen aus. wie sie sich für unS in der Eullurgeschichte ausgeprägt haben. In seineu Mutter, und Koseliedcrn bietet 3 röbel den Müttern einen Leitfaden für die Erziehung der ersten Jahre, um die kindlichen Triebe richtig ftfie« gen und namentlich die ersten religiösen Regungen des Kindes verstehen zu können. Der tiefste Kernpunkt der Iröbel'schen Erziehungswcise — in der Familie, wie im Kindergarten — ist Religion, als höchstes und heiligstes Scelenbedürfnis des Menschen. Gott suchen und slnoen lernen, dazu soll alles und jedes dienen. Das hauptsächlichste Mittel zum Erwecken der Religiosität in der Kindheit bietet unzweifelhaft die Natur, wtnn ein frommer Sinn daS Kind darin einführt. Da es sich bei dieser Aufgabe zunächst um die erste Kindheit handelt, so ist sie von den Mütte>n und Kin. ^Pflegerinnen aller Grade zu übernehmen, und zu die« sem Zwicke müssen sie eben Kindsrgürlncrinnen sein. — Sie müssen das Wesen des Kindes cllcniicn und es Pflegen lernen iu Fröbtls Sinn; damit die junge Men» fchenpflanzc gedeihen u»d emporwachsen könne. Il> der Familie, nnler unmillelba,cr Leitung der Mutter bcfindet sich die erste Stufe des KindergaltenS für daS Kindesalter bis etwa zum Beginn dcS dritten Jahres; danu beginnt mit dem Besuch dlS Kindergartens für 4—5 Stunden des Tages die zweite Stufe, welche ebenfalls in der Familie Unterstützung finden muß. Die dritte Stufe, für das Alter von 5—7 Jahren etwa bestimmt, fordert im Hause wie in der Anstalt bereits eine ernstere Belehrung bei den Beschäftigungen. Die vierte Stufe ist Fröbcls Vermitllungslla sse. welche unmittelbar zur Schule vorbereitet. Damit das ganze wciblichc Geschlecht für seinen wichtigsten Beruf, feinen Erzichungsberuf vorbereitet werde, müßten die Mädchenschulen das dazu erforderliche lehren. Der wahrhaft in FröbelS Sinn geleitete Kinder, garten liefert der Schule die am besten vorbereiteten und sich ihrer Disciplin schnell fügenden Schüler, so. bald diese ihn nur re gel müßig und andauernd besncht haben. Dies wird durch vielfache Erfahrung be> stütigt. Man vergesse nicht: die Kindheit von heute ist die Menschheit von morgen; und von der gegenwärtigen Gcneration hängt es ab, ob der nachfolgenden Rosen oder Dornen in ihr Leben geflochten werden. 15. v. öl. Flammen. — Der grazer Gemeindcrath bewilligte den Di» rectoren, Ober- und Unterlehrern an den städtischen Volksschulen 20 Percent ihres Gehalle? al» Localzulage. — (Die«n Meldungen zurNusftellung in St. Veit in Kärnten) müssen bis längstens 1. September d. I. erfolgen; Anmeldungsscheine sind in der Kanzlei der Lanbwirchschafts-Geselljchaft und bei der Redaction deS „Dorsbolen" in Klagenfurt.zu erhallen, woselbst auch die näheren Bedingungen dieser Ausstellung eingesehen werden können. DaS AusstellungSAuöschuß hat die Intervention m der Erwägung, als demselben sämmtliche Tracer» wohlbekannt seien und er sein Volum nach Schluß deS betreffenden CommissionSprolololles abzugeben erklärt hat, auS SparsanlleitSrilcksichtcn sur den LandeSfond abgelehnt); l. l. Baurath in Pension Po« t o l n i l, in Verlretling der krainifchen Handels- und Ge< werbelammer; Dr. R. v. Kallina und Ingenieur Schlecht auS Wie» in Vertretung deS Consortiums Toman; Langer v. Podgora , Gutsbesitzer in Uulertrain, Dr. Wulscher aus Rudolsswenh und Barlels, Ingenieur der Allgemeinen wiener Baugesellschaft, in Vertretung des Consortiums RudolsSwerlh; Oberingeüieur Nowal cmS Wien; HcmdelS'Agenl Hart mann und Ixgcnicur P r i-bil in Vertrcnmg des Consunium« Costa. An diese Commission schlössen sich streckenweise die an und nächst den Tracen gelegenen Großgrundbesitzer, in erster Linie Se. Durchlaucht FUrst C. ÄuerSperg al« Repräse.ilant deS lrainischen Wc>lb»Groß^runddesiyeS und dessen Forstmeister laus Böhmen an. Ce. Durchlaucht Fiilst C, AuerSperg wurde zum Obmanne, beziehungsweise Generalvollmacht« Haber der drei Consorlien gewählt. DaS Commissionspro-lololl wurde, wie wir bereits gemeldet, vorgestern, am 16. d. loeo Laibach abgeschlossn. Die Vertreter der ver. schiedeneu Consorlicn «aren bei der Begehung in sreund-schafllicher Stimmung, uud eS verlautet, daß eine Fusio « nirung der drei Consorlien im Interesse dcr Wohlfahrt deS LandeS Kram demnächst eintreten werde. Nach Schluß des Commissions Protokolles versammel» ten sich die CommifsionS-Milglieder bei einem in der Ehr-fcld'schen Casino - Restauralion arrangirlcn Bankett. AlS Gäste erschienen die Herren Alexander Gras AuerSpcrg, l. l. Landespräsident; Karl Freih. v Würz bach, ehe« maliger l. k. LandeSpräsidenl; der LandeShauptmannstell« Vertreter KoSler und L. A, Tönnies. Den erster^ Toast sprach Freiherr v. Wurzbach zu Ehren deS neuernannten LandeSpräsidenten Grafen NuerSperg; den zweiten Herr slath Roth zu Ehren deS Großgrundbesitzers und General-Bevollmächtigten der Consortien, Fürsten C. NuerSperg; den dritten LandeSpra'sioent Gras lluerSperg aus daS Gedeihen der neuen Locomotivbahn; den vierten Fllrst Nuersperg zu Ehren der Locomotive, die den Geist der Cultur und Aufklärung im Fluge in alle Gaue der Erde bringt; den sunflen Dr. Kallina zu Ehren deS kom-missionsleilerS und General - InspeclorS Poschacher, deS reichSlriegsministeriellen Vertreters und der anwesenden Techniker. Wir schließen diesen Bericht mit dem aufrichtigsten Wunsche, eS möge seinerzeit an maßgebender Slellc für jene Trace eingetreten werden, die dem mit Naturschätzen und Produclcn 'aller Nrt reichbotirten Lande .Nram den gröhlen Vortheil bringt und den Wünschen der Bevölkerung UuterlrainS möglichst gerecht wird. — (Freiherr von Conrad-Ey bes f e l d), ehemals l. l. Landespräsident in^Krain, zuletzt l. l. Stall-Halter in Oberösterreich und derzeit in gleicher Eigenschaft in Wien, hat. wie die ,Lz. Ztg." benchtet, Linz am 14. d. verlassen. Bei seiner Abreise von Lmz über Kirchdorf wurde Frh. v. EybeSseld an der Grenze des Bezirkes vom Bezirks-hauptmanne und dem Bürgermeister von Kirchdorf begrüßt und in Kirchdorf selbst von den Beamten, von, h'ochw. Prälaten in Schlierbach, mehreren Großgrundbesitzern, von der Gemeinderepräsenlanz des Marktes Klrchdorf und den Gemeindevorstehern der sämmtlichen umliegenden Landge. meinden auf da« herzl'chste empfangen. Der Bürgermeister gab in einer längeren Ansprache dem Gefühle deS Be. 1164 dauern«, ihn aus dem Lande scheiden zu sehen, und der Freude Ausdruck, den scheitenden !l!andeschef noch einmal begrüßen und ihm danken zu können für alles nützliche, was er für däs Land und speciell für den Vezirt K'rch« dorf qewirlt; cr betonte hiebei insbesundere die wohlwollende Unterstützung in der Eiscnbahnfraqe. die eine Lebensfrage sür den Bezirk sci. In gleicher Weife hob der Senfen-gewerle Herr Kaspar Zeitlingcr die Verdienst.' des Herrn Statthalters fur die Industrie und Landwirthschaft h«rvor. Der Herr Statthalter erwiderte diese Anfprache mit der Versicherung, daß es ,hm fchwer falle, von diesem herrlichen Lande und einer so strebsamen, tüchtigen Bevölkerung zu scheiden, es freue ihn, daß sein Wirken Anerlen. nung find.-, er habe feine ganze ssraft für das Wohl des Landes eingesetzt und werde Oderösterreich und seine braven Bewohner nie vergessen, . __ /Plurneu- und Pflanzenfreunde) ma» chen wir aufmerksam, es jetzt nicht zu unterlassen, die Gärtnerei von Mayer und Metz an der Triesterstraße zu besuchen. Die meisten Florblumen stehen in voller Blüthe, namentlich sind hervorzuheben cultivirlc Fuchsien in wirtlich prächtigem Farbenspiele, Pelargonien, ein reiches Sortiment ausgezeichneter Nelken. Die Remontantrosen floriren wie zur Hauptrosenzeit. Unter den Blattpflanzen sind die Begonien oder Schiefblätter in einer vorzüglichen Auswahl und einem üppigem Wüchse vorhanden. Die hier fchon öfters erwähnte ^liälMuz I)^llM6i'il entfallet jetzt ihre ersten Blüthen; diese prachtvolle Blume ist allein den Weg nach dem Garten werth. — (Der österreichische Chirurgentag) soll heuer in Laibach in Scene gehen. Herr Prälorius. Redacteur des medicinisch-chirurgischen Centralblatles und Obmann des österreichischen Chirurgen-Ausschusses, will am 22. d. in Lmbach cnmeffcn und sich lu Betreff dieses Hhirurgentagei! mit den hiesigen Wund« und Geburlöärzlen ins Einvernehmen setzen. Wlr erfahren aus guter Quelle, > daß die Chirurgen im Lande Krain au diesem Projecte! kein besonderes Interesse finden werd u, nachdem dieselben! ln der Ausübung der inneren Praxis bekanntlich bisher -nicht gestört wurden. ^ — (Der hier bekannte Schauspieler Herr Rüdinger) erneut sich im Theater an der Wien großen Beifalles. Wiener Blätter spenden ihm ein«' stimmiges Lol) und bcuieclen, eö sei zu bedauern, daß eine! insbesondre im Opelellcnfache ausgsiulhete Kraft so lan^e in untergeordneter Linie verwendet wurde. — (Dem Turnvereine zur Kenntnisnahme.) D^s deutsche Turnfest in Bonn wird von .'100 bis 400 Turnern aus Oesterreich besucht werden. Von Wien erfolgt die Abreise am 1. August mit dem Post' zuge der Elisabethen; die Theilnehmer aus den Krön-ländern vereinigen sich in Schwandols ^Baier») am 2. August; von da wird die gcmeinschakliche Fayrt nach Mainz fort» gefetzt, wo die Ankunft am 3. August erfolgt. Tcr mainzer Turnverein wird die ankommenden Oesterreicder ellipfaugen und gemeinsam mit ihnen per Nheindampfer iu Bonn eintreffen. — (Ertrunkenes Kind.) Am 14. d. abends 6 Uhr Hai sich der dreijährige Sohn des Schlossers Fried« rich Grimschitz iu Seifendllg, Bcznt Rudolsiiwerch, den überwachenden Äugen feiner Schwestern entzogen, fiel in die Gurt und wurde vom Mühlbesitzer Martin Schacher au« Schaufel bereits todt herausgehoben. Die vom fei. fenberger B<: ,ir!scnzte vorgenommenen Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. — ^Aus dem Amtsvlatte.) Kundmachung wegen Verleihung von Stiftplätzen im MiUlärcollcgium zu Et. Polten. Gifuche bis Ende d. M. an das Reichs-Kriegs' Ministerium. — Concurs Ausschreibung zur Besetzung der Verwalters., eventuell Controlorsstelle beim hiesigen Tabal« und Slewpelverschlelßmogazine; Gesuche binueu vierzehn .Tagen au die hiesige Fmanz-Direction. — (Nr. 41 der „Allgemeinen Fami < lien Zeitung", Jahrgang 1872), enthält: Text: Frau Domina. Erzählung von Claire v. Glumer. (Fortsetzung). — Die Fledermaus. Ein Wort der Mahnung an ihre Verächter. Von Wilhelm Baer. — Die , Gräfin". Ein Epilog der franz fischen Revolution von ! Emile Mario Vacano. — Friedrich Gerstäcker. — Der Schwur des Spartacus. — Deutsche Reichsstädte. V. Nürnberg. — Frau v. Maintenon. — Neu-Caledonien. — Die Pharaonen«Gräber von Ghebel Telseleh. — Li« ' vorno. — Unberufene Gäste. — Skzze aus den ' Backwoods von Friedrich Gevstäcker. — Wirtschaftliche Ausnutzung der Knochen in der Küche. Ein Wink für di? ! Hausfrauen von Dr. C. L. — Aus Natur und Leben. — ' ^ Chronik der Gegenwart. — Offene Correfpondenz, — 'Räthsel. — Bilder.Räthfel. Auflösungen des Arithmo« l gryphs und der Silben.Nächsel. in Nr. 38, 39, 40. — l Auflösungen der Bilder - Räthsel in Nr. 38, 39, 40. Illustrationen: Friedrich Gerstäcker. Nach einer Photographie gezeichnet von C. Kolb. — Der Schwur des Spartacus, Statue von Barias. — Deutsche Reichsstädte.' j V. Nürnberg. — Madame de Mainteuon. — Landschaft auf Neu.Ca)edonien. — Eingeborene auf Nen-Caledonien. ^ — Die Pharaonen » Gräber von Ohebel « Selfeleh. Von Theben aus gefehen. — Humoristisches: Verschiedene! MUnzsorteu. Originalslizze Von A. v/Fischern. — Ansicht 'von Livorno. ! Oiniesenret. liuä ollue ^08tvll. kevalesciöie Du üärr^ vou I.ouäoll. Beseitigung aller Krankhcitcu ohne M^ici» ' und ohne l Kosten durch die delicate G,suudhcitsspeisc tt»!Vl,!<^,',i'ü<: cl„ lillliv ! uon ^0u0ll!l, die bei Erwachsenen und Kindern ihre Kosten 50fach ! iu andcrc» Milt?lu erspart ! An^^lg ^ii.'' 72 000 Oeuesuugcu, au Magen-, Nerven-, i llnterleil's-, Ornst., ^ung>'!i-, Hals-, Stinun-, Alheui-, Drüsen-, Nieren- und Blawil.idcn — wovon uns Vcrlaugeu Copien gratis ll»o franco gesendet werden: ! Certificat Nr. 64210. Neapel, 17. April 1602. Mein Herr! In F^lge einer Leberlranlheil war ich seil sieben Jahren ill einem furchtbaren Zustand.,' unn Abmagernng und Melden aller Art. Ich war anher Htande zu lesen oder zu s6)rciben; hatte ein Zittern aller Nerven un gallon Korper, schlechte Verdauung, fortwährende Schlaflosigkeit, und war in einer slelen Nerveimnfi'eglma., dle "'ich hi^- uud hritrieli und Ulir lei-!,en Augenblick der ^nhe lie!>, dabei im hijchstl-n Grade melau-, chulisch. Viele Aer;tc haltcu ihre jtunst erschöpft, ohne Linderung meiner beiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihrc l<«'.v„>!!«<:il:l-e ^ ^flicht nnd jc^i, i^chdem ich di.i Monaic davon gelebt, sage ich , oem lieben Gott Danl. Die I^vüll!«.^^ uerdicut dag höchste! ^'ob, sie hat mir die Gchindhcit völlig hergestellt und mich iu den ^ Stand a/sctzt, meine gesellige Position wieder ei'.^v.'', ^,u.u. Mit, innigster Danlliartcit und uolllommelier Hochachtung. ^»i-lluiso ll« llr»!l>»n. ^lllhrh«s'.^r als Fleisch, erspart die tt^v-.Iüioüör« bei Erwach-scneu Tind itiudcr» I>«) Üilal ihren Preiö iü Arzneien. In Hlechbüchsl» voi, > Pfund fl, 1.5i0, 1 Pfund fl 2.50, 2 Pfnud fl. 4.50, 5> Pfnnd si l0, lii Pfund fl. 20, 24 Psuno ^'i, 3^. Il.'V!,!.,'«'',!,»!^ <>'!u!3löe in Pulver und ill Tabletten fur z >',> Tassen st. 1..'«), 24 Tasstti fl, 2,50. 48 Tassen fl. 450, in! Mlv'.:- fiir l2>> Tassn. fl. ^0, filr 2^ Tllsscll fl. 2l>. !nr 5.76 Tassen st. 36. Z» bczieh^ ^iirch Varry du Varr,) l< allen Städten dei gnleü ! Auulhi,l.rn "lld E^ecr^echäüdl».'!''; anch uorfend^ da? Wiener H,^>? Ueacßr Pgji. ^ Wien, 16. Juli. Hiesige Bläl^r bcschäsligeli! sich fcit einigen Tagen tauglich ^s belanntcn uischös«! lichen Memorandums mit dcr V^si^!,, daß die Gcant»! wortuliz desselben bereits vorliefe oder doch in naher Aussicht stehe. Das Mindblatt dcs „Pestcr Lloy!)" sagt hicrübcr: „Trotz der vielen Visionen, wclche bereits! i'ibcr dcn Inhalt ocr NeHierüngsanlwort auf das Äiemo- > rai'dllm dcrVischofc auftauchen. ist es l!ich!Süestuwiß cine solche ci, gchcnde Antwort auf jenes! Schriftstück wcdcr erfolgt, noch je vorbereitet wurde.' Wie schen einmal erwähnt, mag in einigen Kreisen! die Absicht, das Memorandum zu reanlwo:len, ^standen haben, allein zur Ausführung ist diefer Geoante ganz und gar nicht gekommen. Daher ift e« nichts als eine mnssige Erftnduiill, wenn tin Wochenblatt auf Grund dieser falschen Gerüchte bereits melden zu lönnen glaubt, eine Verzögerung in der Absendung der Antwort sei dadurch entstanden, daß über Wunsch deS Kaiser« ei»e Aenderung deS ersten Entwurfes vorgenommen werden müsse, da ein solcher „erster Entwurf" nie vorlay, daher anch nicht an höchster Stelle als änderungsbedürftig be» zeichnet werden lonnte." Trieft, 17. Juli. Da die Nachrichten au« Arabien ungünstig lauten, hat die SanitiilS-Inlendanz in Alexandrien unterm 27. v. M. bestimmt, daß die Schifft, welche aus cinem Hafen deS Hedjaz kommen, sich bei den MoseSqueUen einer 24stündigen Observation und einer ärztlichen Visite zu unterwerfen haben. Schiffe mit Truppen an Bord haben nach Beobachtung dieser Anordnung den Canal ohne Aufenthalt und Verkehr mit dem ^ande zu passiren. Telegraphischer WechsrlcurS nom 17. Juli. Papier-Rente «4.35. - Silber-Rente 71.20. - 1660er )>taals-Nlllehe.! 103.90. — Vüiil-Nclie,. 848, - Eicdil.Acüen 328.30. - Lond^'i! 110,80. — Billi« 108,15. « t Mlw, Du-citen 5.31'/, ^ ')iapoleon«d'or 8.84'/, Handel und Volkswirthschastliches. ^aibach, 18. Juli. Auf dem heutigen Markte siuo erschienen: ^ Wageu mit Getreide, 12 Wagen mit He» und Stroh (Heu 125 Ltr., Stroh 16 Ctr.), 25 Wagen uud 4 Schiffe <29 Klafter) mit Holz. D urchschi, itts-Preise. ^ ^s,.^l«. st. I«. „., . !/,3eizei> ftr. Mchei, 6 50, 7 — Butter pr. Pfuud - 42'------- Korn „ 410 4 47 Eier pr Stück — 2____> Gerste „ 3 -' 3 34 Mllch ;»r. Hiaß - 10 — Hafer ,. 2-210 Rindfleisch pr Pfd, - 8!l-------. Hlllbsrucht „ -------5 20 Kallifirisch „ .-27____ Heioeu „ 5 30 l. 50 Schweincsisisch,, 25 — Hirse „ 4 70^ 4 80 Schüpscnsieisch „ — 16—' — '!-------Tauben „ . 13____, ^'"skll >. « —' >, — He»» pr. Lentller 1 10 ,,. ^ Erbsen ,. 6—!- Stwh „ 1 - ^ _^ Fisolcil „ 6 10------ Ho',,dart.,prKlft. — .. ß50 NiubSschmal, Psd 52 - weichctz, 22" ____ 470 Schwtiueschmalz „ -46------ W^^:, r^h., Eimer ... ,4 — Tplll, frisch. „ —40'- — wechcc ^ ... 12 ^ — geräucherl „ — 42------- l 3lugekomn,eue prelude. Am 1«. Inli. «:«Vs»nt. Iallic. Muswald. ... (5'lhalter. Verwalter Trifail. - Based,, Tr.est. - Pauliu, Obcrlrain. - Hefermell. Triest. c7 ^'5^'' ^' " D^l«>, ^>.'eisendcr. Pillach. ,- .ftortell. Mraulfutt a. M. - Stuj». Pf^rer, und -lerbinz, Capla», ^"N^ ^ ?°"c°"' ^'elt- Varou Pranjezaui, ssiume. ^ Mühestem, Kaufm, Wien. - ^rl. (jiebl'ardt. - Saudriw uud Nenz, Triest. . Trampusch, Görz. ^ »"V "m''"' ^'ld'nger, kaufm., Neiusckcid. '. Manisch, Ka„fm., Wicu, - Trefort, Deputirlsr, Pest. »nt«> «,„.«,»». P^lic, Laplau ^iatausly. Wieu. I Y'rjch mit Oemaliu, Triest. - Kaps mit Oemalin, Praa. — Frau v. Felsensteiu, Cilli. ^ rL n ^ ^ 2^ !33ß 17 >"'^ ?3^ ^' ^«? lchw. z.Hälftebew. ' ,10« M. 7Z4,.« >,?4 SW.schw. gauz bew. Wechselnde Beivölluuc,, uachmittagS wiudiq, die Dlirrc l>e< M.'^H'l^nl^^i.Kt T^ie», 1'i. Juli. Die Börse war iu höhnn Grade geschäftslos uud infolge dessen iu dcu Lcitpapieren etwas schwächer Nllciu aug dem M«..« ^ ^...r« . m ^ DlNjtNlltlllyl. war ersichtlich, daß ebeu «ur d.e geringe Beschäftigung und nichts andere« die Teudenz influencirte. ^ " °"^ °"" ^°"s ber Emse „t Nebenpaplerell -ür I0N ss, ^'"^ - ,/ c. zeitliche staalSschuld zu 5 p 1" "5" ?-. ^4.25 94 50 ' " I860 ,U 5U0 fl. - .103,50 103.75 I86<' Nl 100 si. 127.- 127.50 ,^;4 !-. 100 N. .. 144 25 145 75 ^lc,i>ls-Dul!läum-Psuud'or!es ^c,l',r, ^> ^ 77,l5 77.75 Met>tt-O„ 94— ^b.- 05er-Olllc>,reich . ^. f, „ 93 50 94 - G:cl:cllbUr^''l'. . . , '^ .- ^ 79.50 80,-- ^'el'N?":^ . . ^ f, <<^ 50 92 50 Ungaru ... ". 5 ^ 81.50 82. - Q'. ändere vffrutllche Aull»,?<» CanaurrguIlNluMuse zu 5pHl. 56 40 96,60 U> i'<> Eiscubahullulcliell zu 120 ft. 0. W. Silber 5',„ pr. H,Uct 107 40 107.70 Uil, Pralmeullulclici, zu 100 ft. ^ " ' ^l^-u^.iIi.Ktull 107.60 107 80 Wiener «lommunalaniche:!, nick- Gelb Wc>c>rc z zahlbar 5 pCt. flir I-X) sl. . 8625 86.5^ , Änglo-öfterr. V»«? . . 298 - 29850 Gai-.l!.',:^'!,......34<^.50 347.— Vodm-Er^ntllnstlll! . . , . 250.— 256 — Crc>>it<,n»lr, . 327.30 327 — l6r?ditkli!lal'. allgem. uilgar. . 153. - 154 — Depositeubanl...... 104.— 105. ^Vc.:^>>n-GcsvNschast. n, s. . 1025. - 1035 -F^ü^,cb-üstcvr. ^a',:' . . .12775,28 — HllndelShant...... 232 25 232 75 Nnimilllküu: , 848. - 850, - Uuionbaul . . 273.50 273.75 Vercinalio.nl . . 155 75 156.- Aer??hrobau! . . 214.50 215.- - 'icU'ift!'^, H^ld Waare Älföld-Fiumaner Bah,! . 182.— 183.— Böh:'.:, Äcfldahn . . , . —.. - — — Cllrl-^uIwi^-Äahu ... .242 — 242.50 Db'iau'DllMpsschifff. O'Msch. 605.- - 607— ^l'sill'clh'Welldllhn. . . . 250.— 250 50 Elisadetb-Westbahu l>il:z - Vud, veiscr stteckc) . , . 21?.- 2,8 — sseri'inuii^-Nccd!:.:^! . 2065—2070.- ffrcni-InssvkS.Vnhv , l/ift __ 219 _, l's.'i!b:cfi-«^.«.-Ias'!^r.»at'? Nil 50 16250 A°Yd. «ftccr....... 496.— 498.— Oesiirr. Nordweslbahn . . .217-217.50 Nnd^lfss.Viüi,..... 182 50 183.— Siebenbür^er V»hu . . 18150 182.» Sluatebndu...... 331,—3:.2 — Bübtillhu. ..... 207 50 207 75 G^d-:lllrdd, V^rdind. V,hn . 180,50 181 -- Tb:ißB2hu . . . 265 75 266.25 Uugo'.ische NordoNbühn , , 165 - 166.— Ungarische Ofidahu . , . ,35.50 136 — Da'.nwüy ...... 323.— 32350 »<'. Pfilydbrief» (-','.r l00 sl.) ?i:^. lift Vod.n-s?r5^?Il,ftall Gsld Waare >"ll>3h,,r zu 5 pLt. in SUbei- 105. - 105 50 -/,.. n? ^'!V. plü. 88,80 90,10 Q' ^riorilätHvbligoi'Vslen. u^.-'Oestb, m Ä. verz. (!. lächiss.) 94._. 94 50 ^:d!U!md2-3ior!)!i ii, Dilb vcrz. 104— 104 25 s.? "/I )sephV V^hn . . . 101 15 101,95 > ^a^..,,,:^ <,.i H.«,'?/,.! H.<; 104,— 104.50 ^' > 100.75 101.— -_,..,_ ^ ^ , Gel>, Wllllie Vtedend. Baku in )°r ver, 9ii ^s> »« 75 ?t°°ts^G 3'/,^s)0Fr....,ssm' 130 5ö ,3,50 ^>li.l). G^ 2'., -. ^.00 Frc. pr. Stllcl 112 50 113 ^ " 500 Fr:3 pr. Ntilck . _ _ ^ ^-'Inli, ONbc.hu filr 100/l. . ^ ^«0 81 >0 «. Privaliof, W°°.e lu 100 sl. ü, W . . 190 — -^ '«udo!..Glif^q zu !() ft. '. ' 14.75 15.^. W«chs,l (3 Mou ) O,ld Waa" «ugyknra, f!ir 100 sl s^»dd. N, 93 20 93.20 Fm^!,^t c.M. j0s, sl. detl» 93 20 9.l 30 Hamburg, sür 10ris, sür <00 F,«l!'2 < . . 43 50 43 bb lt. ?':,:.' 85.75 > 86 Vuat>