Vrikuumeratious -Preise: Für Laibach: «anzjähng . . 6 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 , 20 „ vierteljährig . 2 10 . «vnatlich... — „ 70 „ Mit der Post: «aozjährig..................« Halbjährig ..... vierteljährig Z ' 8^r Zustellung inS HauS "i-Nelj. 25 k., monail. S kr. H'nzelne Nummern 6 kr. Laibacher Äedartio» Bahnhosgaffe Nr. IS. Sx-editionS- L Jnserate»-Vurea«: Longreßplatz Nr. 2 (Buch-Handlung von Jg. v. «Wtz Ä mayr L Fed. Bambera,) . ^ ------- Insertionspreise: I Für die einspaltige PetitzH»^, L 4 kr. bei wiederholter Einschaltung L 3 kr. Anzeigen bis S geilen 2V kr. »nonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. vei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complinerten Satz besondere Lergütung. Nr. 264. Freitag, 17. November 1876. — Morgen: Odo Abt. 9. Jahrgang. Zur Verwaltimgsreform. G>^f Hohenwart erklärte sich in der 205ien Sitzung des Abgeordnetenhauses als Gegner des Antrages GöllerichS; er anerkennt, daß unsere Verwaltungs-Einrichtungen den Bedütsinffen der Gegenwart nicht mehr entsprechen und daß ihre ra-^ E Umgestaltung eine Nothwendigkeit sei, der man nicht länger wird entschlagen können, aber er den bescheidenen Umfang, auf welchen der !^V"Aiche Antrag GöUertchS vonseite des Reform-Ichusses rrduciert wurde. Nach Ansicht des Grafen i würden durch den zugeschnittenen Antrag ti»- .^^"altung bestehenden großen und wich, ^bklstände nicht beseitigt, im Gegentheil noch Graf Hohenwart will den unser " Dualismus der nebeneinander fungie-.. staatliche» und autonomen Behörden, er will r.i.i. autonomen Verwaltungsorgane be- ! ^ wNsen; ,r findet in dem Modisicierten An- frage GöllerichS nicht» großes, nichiS bedeutendes, kr wünscht eine Reform der politischen Verwaltung im großen Stile und nicht «in klägliche« Stück werk. Er verwirft die beantragte Beschränkung der Gemeinde-Selbstverwaltung und die beantragte Ueber-^a-ung der der autonomen Gemeinde zugewiesenen Geschäftsführung an Organe der Regierung. Graf Hohenwart hält eine Bevölkerung, " berufen wird, im Schwurgerichtssaale über Leben und Tod, Schuld und Nicht,chuld abzusprechen, i>> den verschiedenen Verrinsversammlungen die wichtigste» und schwierigsten Frage» des StaatelebenS zu debattieren, fähig, eine Gesinde-, Bau-, Feuerlösch-und Marltpolizei-Ordnung durchzusühren Graf H 0. henwart erkennt die Selbstverwaltung der Ge meindc als eine Nothwendigkeit an, findet in dieser Selbstverwaltung eine sicheie Bürgschaft und Garantie der öffentlichen Rechtsordnung, welche eine Beamtenherrschaft nicht zu gewähren vermag, und bemerkt, daß da« Prinzip der Selbstverwaltung in allen modernen Staaten hochgehalten wird, nament lich in England und Preußen. Der feudale Redner erklärt sich gegen die beantragte Uebernahme von derzeit den Gemeinden zugewiesenen Agenden durch Organe der Regierung. Er motiviert diese Erklärung unter Hinweis auf den großen Geldaufwand, welcher durch Aufstellung staatlicher Organe in Anspruch genommen werden würde; er betont, daß hiedurch der Bielschreiberei wieder ein weites Feld eröffnet würde» und drückt die Besorgnis aus, daß man die erforderliche Anzahl von Beamten gar nicht finden werde; nach Ansicht des Grasen Hohenwart sprechen schon finanzielle Bedenken gegen den Antrag GöllerichS. Das Ueberhandnehmen von Roheit und Ver-Milderung, von Auflehnen gegen die Gesetze und die Organe des Gesetzes, von Vergehen und Verbrechen gegen die Sicherheit und Sittlichkeit hat das Ver- langen nach Reformen in der Verwaltung wachgerufen; der gräfliche Redner bemerkt, daß selchen Vorkommnisse» weder durch eine noch so gut organi. sierie politische Verwaltung, noch durch die Auf» stellung eines Beamtenheeres Einhalt geboten werden könne. Der feudale, in klericale Maske gehüllte Redner läßt nun eine Strafpredigt gegen den Liberalismus loS; er bricht in wehmülhige Klage darüber aus, daß alles Erhabene (?) und. Ehrwürdige (?) in den Staub gezogen, daß jeder Glaube an die göttliche und menschliche Autorität untergraben und nur die rohe Gewalt als Götze, vor welchem alles in die Knie sinkt, hingestellt werde und ruft schließlich aus, „daß die Göttin der Gerechtigkeit blind sei." Gras Hohenwart räth, Oesterreich müsse feine Verwaltungsreform auf ein wohldurchdachtes System der Selbstverwaltung gründen, die allein geeignet ist, den Rechlsfinn in der Bevölkerung zu he« ben; die Verwaltung darf nicht Dienerin der Politik, sie muß eine unabhängige, unparteiische Größe sein. Der weiland Ministerpräsident ermahnt, e» müsse der Verwaltung derzeit wieder jene volle und unausgesetzte Sorgfalt zugewendet werden, wie in früherer Zeit; er behauptet, daß die gegenwärtig bestehenden Landesbehörden, wie wir sie in der poli-tischen Landesstelle und in dem LandeSauSschusse haben, nicht fortbestehen können, sondern die Verwäl- alles Feuilleton. Murillo's Mulatte. Novelle von Rudolf Müldener. I. schli.k^ Sonne war kaum aufgegangen und k ?Sevilla, als — es war im Juni des eine« — mehrere junge Leute vor dem Thore Francis" Platze des Kloster« zum heiligen sich ->»» ?, Telegenen Hauses zusammentrafen und einer an« ^ 2 beim Namen riefen. Hierauf klopfte einem °" die Pforte, die sogleich von Greise k°s. 8" geöffnet wurde. Alle riefen dem Euch Got! ö» gleicher Zeit entgegen: .Grüß bereits aufg'est^^ter Lomes! ist der Meister d-r N^im',?'»widerte A '°ngsamen Tone. «Und fein Sohn?" eine Cigarre*°"cht mit dem Herrn Ozorio langsam«» Neger in noch „Wie träge!" riefen einige aus, während sie sich geräuschvoll in« Atelier stürzten und sich ein jeder zu seiner Staffelet begab. „Wie träge!" wiederholte der Neger, indem er ihnen folgte, „wie träge! Ich weiß die Bedeutung des Wortes träge nicht, meine jungen Herren, aber ich weiß, hätte mich der liebe Gott zum Herrn, statt zum Sklaven erschaffen, so würde ich mein Leben mit Schlafen zugebracht haben; es ist so süß." — „Beim heiligen JacobuS von Compostella!" rief Sonares au«, welcher seine Farbenschachtel geöffnet und seine Palette zur Hand genommen hatte. „Wer von euch, meine Herren, blieb gestern zuletzt im Atelier?" „Bist du gleich dem Lomes noch im Schlafe, SonareS?" antwortete AvtolineS. „Erinnerst du dich denn nicht, daß wir alle das Atelier gleichzeitig verließen?" „Lomes, wer kam ins Atelier, seit wir es verlassen haben?" rief Tomar, seine Staffelet betrachtend, aus. „Da, wieder ein Streich de- Zombi I" äußerte Lomes mit allen Anzeichen von Furcht. „Der Zombi! der Zombi!" sprach Sonares mit übler Laune. „Ich werde ihn schon nöthigen, seinen wahren Namen zu nennen! ES ist in der That ein sehr schlechter Scherz, besonder» mich auf diese Weise zum Besten zu haben. Meine Herren, wer von Euch allen reinigt seine Palette am sorg- fältigsten? — Meine Pinsel sind so schmutzig, Slot» ich mich deren eben erst bedient hätte." „Was seh ich! wieder eine kleine Figur am Rande der Leinwand!" sprach Mondes, während er vor seiner Staffelei stehen blieb. „Seht, meine Herren! hier ist da- Bildnt-des Stiftsherrn Jstaritz!' rief Cordova aus. „Wahrlich, es ist ausgezeichnet; e« scheint zu sprechen!" So hörte man es rings von allen Lippen tönen. „Und auf meiner Leinwand befindet sich ein Kinderköpfchen, das gar nicht übel gezeichnet ist. Wollt Ihr es nicht in Augenschein nehmen?" sprach Dacosta. ,UebrigenS ist es Zeit, daß dieser seit« same Scherz ein Ende nimmt." „Wieder der Zombi!" murmelte Lomes mit leiser Stimme. „Wenn es wirklich der Zombi ist, welcher alle diese Figürchen zeichnet, die wir täglich auf unserer Leinwand finden," sprach Villavicemio, „dann sollte er auch, da er sich doch einmal in die Sache hinein-mischt, den Muttergotteskopf in meiner Kreuzabnahme malen; es gelingt mir durchaus nicht, Mari» diesen heiligen Ausdruck zu geben, wie er für die Himmelsmutter paßt. Bereits seit acht Tagen bin ich damit beschäftigt, um schließlich an jedem Abend das wieder auszulöschen, was ich den Tag über gearbeitet habe." tung eines Landes müsse sich in den Händen eines LandeSchef« und der von demselben geleiteten Landesbehörden concentrieren; es müsse überdies eine genügende Garantie gegeben werden, darin bestehend, daß man den Landeschessür seine Thä-tigkeit in Landesangelegenheiten und speciell für die Durchführung von Landesgesetzen dem Landtage gegenüber verantwortlich machen würde. Graf Hohenwart will, wenn wir der langen Rede kurzen Sinn wohl erfaßt haben, nichts geringeres, als die Auflassung sämmtlicher, die politische Amtierung führenden Regierungsbehörden in den Provinzen, Aufstellung autonomer Gemeinde- und Landesbehörden anstelle der Staatsbehörden und — hierin eigentlich dürfte des Pudels Kern zu suchen sein — die Verantwortlichkeit des Statthalters (Landespräsidenten) gegenüber dem Landtage. Graf Hohenwart wird sich während der Zeit, als er die Zügel der Regierung leitete, überzeugt haben, daß die Gemeinden, namentlich jene des flachen Landes, nicht imstande sind, die Agenden des Natürlichen und übertragenen Wirkungskreises genügend und gesetzentsprechend zu bewältige», und heute plaidiert er für Ausdehnung der Gemeinde-Auto-«omie! Graf Hohenwart ist ein offenbarer Feind des Deutsch- und Preußenthums, ein Gegner der Ver-fassungSära Auersperg, und heute empfiehlt er die Einführung preußischer Institutionen in Oesterreich! Gras Hohenwart führte als weiland Ministerpräsident das schärfste Bureaukraten-Regiment, subventionierte die im Sinne der Regierung arbeitende Presse, unterdrückte tagtäglich in den osficiösen Blät-tern durch eigenhändig oder in seinem allerhöchsten Aufträge geschriebene Leitartikel jedwelche autonome oder politisch selbständig auftretende Competenz, und heute steht er als Freiheitsapostel, als ein Anwalt der Gemeinde- und Länderautonomie vor uns! Graf Hohenwart leitete die ihm seinerzeit untergebenen Länderchefs wie willenlose Kinder oder leblose Marionetten am Gängelbande und heule verlangt er, daß der LandeSchef/ der Repräsentant des Lanbessürsten, der erste Beamte der Regierung im Lande, in Landesangelegenheiten dem Landtage verantwortlich sei! „Erkläret mir, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur." Parlamentarisches. Die Obmänner der drei verfassungstreuen Clubs traten, wie die „P.esse" berichtet, am 15. d. im Abgeordnetenhause zu einer Besprechung zusammen, in welcher über ein gemeinsames Vorgehen der Ver- Mit diesen Worten trat Billavicemio nachlässig zu seiner Staffelei, blieb stehen, erblaßte und stieß einen Schrei aus. Da näherte sich ihm ein Zögling nach dem ändern, und alle waren tief ergriffen. In Mitte der Leinwand, am Fuße des Kreuzes und genau an der Stelle, wo am Vorabend der jugendliche Spanier den MuttcrgotteSkopf ausgewischt hatte, befand sich ein anderer von hinreißender Schönheit, von solch einer Reinheit der Linien, von so anmuthS-vollem AuSdrucke in Mitte der übrigen ihn umringenden Gestatten, daß er nur dem ganzem Bilde schadete. „O, wie schön ist das!" riefen dir jungen Leute im Entzücken aus. „Ich vermag mir nicht vorzustellen, wer diesen Kopf malen konnte, wenn eS nicht GaSpard wäre," sprach SonareS. „Hier bin ich!" rief fröhlich ein Jüngling von sechszehn Jahren, der einem ältern Herrn ins Atelier voran schritt. Raba sagte: „O, sein Vater klagt, daß er der Literatur den Vorzug vor der Kunst gebe, And im Gegensätze mit der übrigen Welt malt er des Nachts und dichtet bei Tag." ,Wer klagt mich an, während der Nacht ;u malen?" fragte Gaspard lächelnd. faffungspartei in Angelegenheit der an das Ministerium zu richtenden Interpellation, betreffend den Ausgleich mit Ungarn, berschen wurde. Die Obmänner einigten sich über den woäu8 prooöäslläi, und dürfte den Clubs ein gemeinsamer Interplllalrons-E-ilwurf zur Annahme, beziehungsweise zur Unler-sertigung vorgelegt werden. Bekanntlich hat der Av> geordnete Dr. Magg im Forlschritlsclub den Ent-wurf einer Interpellation bereits vorgelegl. Derselbe lautete: „1. Welches ist der Stand der Verhandlungen? 2. Welche Vorsorge ist für den Ablauf des Zoll-bündniffeS getroffen? 3. Nach welchen Grundsätzen soll die Bankfrage geregelt werden, und ist sür die Einheit des Banknoienwesens Vorsorge getroffen? 4. Sind die Lucken des 1867er Ausgleichs er-gänzt, insbesondere ist die Achtzig-Millionen-Schuld geregelt worden? 5. Sind die Härten und Mängel der gemein-samen Angelegenheiien im Sinne einer Verbesserung des gesetzlichen dualistischen Systems der Gcsamml-Monarchie beseitigt worden?" Im ungarischen Abgeordnelenhause ergriff der Abgeordnete Helfy das Wort zur Einbringung nachstehender Interpellation: „Hat die Regierung oificiell Kenntnis von der am 10. d. erfolgten Enun . ciation desCzars in Moskau und enlsprichi deren Inhalt vollständig oder doch im wesentlichen dem in den Zeitungen veröffentlichten Texte? Wenn eine solche Erklärung seitens des CzarS wirklich erfolgt ist, welche Stellung gesenkt das Ministerium des Auswärtigen derselben gegenüber einzunehmen?" Der Redner motiviert diese Interpellation in folgender Weise: Er sagt, er wisse wohl, daß es nicht Usus sei, über Aeußerungen fürstlicher Persönlichkeiten Interpellationen zu stellen. Wenn er dies trotzdem thue, so geschehe es, weil jedermann fühlt, daß die jüngste Aeußerung des CzarS nicht nur eine Aeußerung, sondern gleichbedeutend mit einer Action war. Das erkannte alle Welt, selbst wenn nicht gleich darauf Fürst Gortschakoff als Commentar die Mobilistrrungsordre angrkündigt hätte. Die Rede des Czars ist sowol dem Inhalte als der Form nach höchst wichtig und merkwürdig. Was den Inhalt betrifft, habe sie ihresgleichen nicht in der modernen Geschichte; denn sie enthalte nicht blos eine Kriegsdrohung, sondern erkläre den Krieg schon als begonnen, indem sie die russischen Freiwilligen, welche in Ser-bien im Interesse Rußlands gekämpst, wegen ihrer Tapferkeit belobt; aber auch dem Tone nach sei die Rede sehr merkwürdig, da sonst Souveräne den Tact nie außer Acht zu lassen pflegen, wahrend der „Sieh doch!" riefen alle Schüler gleichzeitig au«, und deuteten auf die Leinwand. MenezeS Ozorio, sein Begleiter, rief mir ernstem Tone aus: „Meine Herren, ich kann euch wahrlich versichern, daß alles dieses nicht von Gaspard stammt." „Aus welchem Grunde urtheilen Sie so, Herr Ozorio?" „Weil es Gaspard nicht zu malen imstande wäre." .Dann ist es Ihr Werk, Herr Ozorio," spra-chen die Zöglinge. „Ich würde sicherlich diese Pinselstriche nicht verleugnen," antwortete Ozorio, „aber ich bin es wahrlich nicht. In meinem Alter steht man weder des Nachts unnöthigerweise auf, noch spielt man Ihnen Streiche." „Wer mag e« aber dann sein?" „Der Aombi!" murmelte dumpf der alte ComeS. „Zur Arbeit, meine Herren, zur Arbeit!" rief Gaspard, indem er seinen Kopf erhob, „ich höre, daß mein Vater aufsteht; sein Morgenanzug wird bald fertig sein; ich — ich fliehe." „Wohin gest du denn?" „Ich will dir, lieber Ozorio, diese Dichtungen vorlesen." Czar in einem Ton« sprach, als ob sich Napoleons I. Prophezeiung vom „kosakischeu Europa" schon bewahrheitet hätte. Auch der Augenblick, in welchem die üeußerung laut geworden, erhöhe die Tragweite derselben. Es geschah die« nemlich gerade zur Zeit, als die Türkei in eminenter Weise ihre Friedensliebe dadurch manifestierte, daß sie ihren siegreichen Heeren Hall gebot, damals, als Rußland selbst die Lonserenz-Idee accepiiert hatte. Im gegenwärtigen Augenblicke nütze das Diplomatisieren nichts mehr. Jetzt sei e« gebieterische Pflicht für uns, entschieden Stellung zu nehmen. Bei einer so großen Monarchie wie die unserige, deren Lebensinteresscn hier engagiert sind, könne in diesem Augenblicke eine Untätigkeit nicht mehr als Neutralität gelten, sie würde Abdication bedeuten. Redner wünscht deshalb den authentischen Text kennen zu lernen, weil möglicherweise der in den Zeitungen veröffentlichte später als apokryph erklärt wird. Die Regierung könne aber bereits in der Lage sein, hierüber Auskunft zu ertheilen, da seil der Enunciation bereits fünf Tage verflossen sind und die BotschastSorgane den aulhentischen Text an die Regierung gelangen lassen mußten. Auf die zweite Frage, in welcher Richtung wir Stellung nehmen und das auswärtige Amt handeln wird, hofft Redner trotz der heiklen Natur der Angelegenheit eine entschiedene, eingehende Ant- ^ worl zu erlangen; denn eine weitere Ungewißheit i über unsere Stellung könne nur schaden. Sobald die Monarchie aber eine entschiedene Stellung genommen, werden sich sofort auch Allianzen finden. Politische Rundschau. Laibach, 17. November. Hntanr. Das österreichische Cabinet verharrt, wie ungarische Blätter erfahren haben, in zuwar-tender Stellung und rritt der Conferenz, ohne sich irgendwie zu binden, bei. Die österreichischen Bevollmächtigten werden darum von Fall zu Fall Instructionen einholen. Wie die .Budap. Eorr." meldet, soll in nächste Zeit den Legislativen beider Reichshälflen ein Gesetz' entwurf wegen der Trennung des Südbahnnetzes zur verfassungsmäßigen Behandlung zugehen. Die „Pol. Corr." erfährt über den Stand der Bankfrage, es bestätige sich nicht, daß gewisse Wünsche der Nationalbank, betreffend die Con-lingentierungSsrage und die theilweise Transferierung des Metallschatzes, zum Gegenstände von ministeriellen Erörterungen gemacht worden wären. Ausland. Die „National-Zeitung" erfährt inbetreff der Vorarbeiten sür den HandelSver- „Jch bin zum Opfer für Vater und Sohn geborensprach lächelnd Ozorio. „Als kleine-Kind zwang mich Murillo zu lachen oder z» weinen, wie es ihm ?ben zum Malen taugte. Seitdem ich erwachsen bin, zerrreißt mir sein S°h" durch die Dichtungen seiner wilden Phantasie fast die Ohren. Gott möge mich vor den Enkeln dieser Familie beschützen! Auf Wiedersehen, meine junge» Freunde." „Sebastian, Sebastian, Sebastian!" Bei diesem oft wiederholten Ruse der Schüler stürzte rin armer kleiner Mulatte ins Atelier. „Hirr bin ich, mrine Herren!" sprach er zitternd-t „Sebastian, eine neue Leinwand!" rief der eine-! „Sebastian, frisches Oel!" lautete es von der c anderen Seite her. i „Sebastian, einen Pinsel!" . „Sebastian, reibe neapolitanisches Gelb auf'^ — „Für mich Ocker!" — „Für mich Scharlach-. — „Eile doch, Sebastian, schnell, schnell!" ' Und der arme kleine Mulatte wußte nW-h welchem von all diesen sich durchkreuzenden z trägen er zuerst willfahren sollte. Er eilte ängsu"* von einem Platze zum ändern, glühte vor bediente den einen, bediente den ändern und war», da er nicht alle gleichzeitig bedienen konnte, von ave mit Vorwürfen überhäuft. (Forts. sE-^ trap zwischen Deutschland und O esterreich-Ungarn, daß die Absicht vorliege, eine Anzahl Reichscommissäre aus Deutschland nach Wien zu rntsenden, bei deren Wahl aus die Kenntnis der besonderen Verhältnisse in den einzelnen Bundesstaaten, um deren Wünschen Rechnung zu tragen, Bedacht genommen werden soll. Die Commissäre würden daher aus den verschiedenen Bundesstaaten gewählt werden und deren Sendung erfolgen, sobald die jetzt eingeleiteten Borarbeiten auf dem Corre-spondenzwege abgeschlossen wären. Aus Moskau wird gemeldet, daß entlang der russisch, rumänischen Grenze die Telegraphen. Verbindung bedeutend erweitert und zahlreiche Feld-«Pocheken eingerichtet werden. Eine große Anzahl ^orpedos für die Küsten des schwarzen Meeres ist klngelangt, und wurden mehr als zweihundert Bäcker zur Besorgung des Brodvorrathes ins kischenewer Vager abgeschickt. Der Abgeordnete Blaremberg legte der ru» Manischen Kammer einen Gesetzentwurf über die Ministerverantwortlichkeit vor. Infolge eines mit Beiziehung TfchernajeffS vor einigen Tage» in Belgrad stattgefundenen Kriegsrath es soll eine Reorganisierung der ser. bischen Armee durchgeführt werden. Die massenweise heimkehrenden Milizen erzählen haarsträubende ^ barbarischen BehandlungSweisr russischer i, ' russische Invasion trage einen großen AM der Schuld an dem Derangement der serbischen Corps. Sicherem Vernehmen zufolge sind alle Mächte Mgljch Conserenz einig, deren Arbeiten mit «nde dieses Monates beginnen sollen. Die Türkei yat wol einige Einwendungen erhoben, doch scheint 'b sicher, daß sie aus das dringende Anrathen Eng-ands hm ebenfalls beitreten werde. ^ - Artikel der „Turquie" macht in folgenkam Gefahren der Conserenz ausmerk- Einkr, k ? pariser Vertrag verbietet jede fremde ! °"ahuie auf die innere Verwaltung der Türkei; s-t.»« ^gentheilige Beschluß wäre daher eine Ver-l». m Vertrages. Die Autonomie der slavi- kn«,"». sei schon aus dem Grunde »«durch- ^yrbar, weil in denselben sich auch zahlreiche Nicht-Kaveri befinden. Alle diese Erwägungen empfehlen u Annahme des von der Pforte ausgehenden Re-svrmentwurfes, indem die Verfassung das beste - . zur Beruhigung der Gemüther und zur Be-' lkdigung Mr Interessen sein werde. Zur Tagesgeschichte. die s» Prozeß FranceSconi. Sestern fand in Wien eesco^^^"^t6verhandlung über den Raubmordfall Fran-mitta Sitzung begann um halb 1V Uhr vor- ^°sen W i- Angeklagte erschien geknickt, mit ausdrucks- stjind, ^ ^ügen und deponierte mit leiser, fast uuver- unm" ^'uime. Briefträger Luga in bei, Nähe einen Revolverschuß abgeseuert, denselben mittelst einer Schnur erdrosselt und sodann ihm Dolch k ^ ^ Wirbelsäule hineingestoßen; Schnur und Sen ad " "ur deshalb gebraucht, um die Todeszuckun-" leugnet, die Reise nach Wien in böser aenverhvr"""°"men.zu haben. Es solgte nun daS Zeu-«esch>yy ' b Uhr 5ü Min. nachmittags bejahten die derselbe in Tragen, welche auf Raubmord und ob cesconi ^"se ausgesührt wurde, lauten. Iran- — yx» Dode durch den Strang verurtheilt. Auge des St °^ ^ der Kell»er. Dem scharsen de» Kellners >°gar der Trinkgeldkreuzer «Die Sitte des ^ '>nem berliner Blatte lesen wir: reuguna dak >>> , "^eldgebens an Kellner nnd die Ueber-quelle anaek K ^^wkgelder alS eine sichere EinnahmS-schiitzungs.Commi!^?"'. ^ bei den Steuerein- dieses Einkom ^ ^n m Berlin die Frage angeregt, ob bekannt gewn besteuern wäre. Es ist nemlich corps in den insonderheit das zahlreiche Kellner- vermehren, seine'»"" d'e sich in Berlin fast täglich gelber der Gäste ^ beziehe, sondern die Trink-Lohn zu betrachten habe. Wie hoch sich diese freiwillig geleisteten, aber den Kästen doch schon fast zur moralischen Pflicht gewordenen kleinen Geldspenden in einzelnen LasLs belaufen, geht daraus hervor, Laß beispielsweise im wiener Lase der Passage ein Zählkellner (richtiger Marqueur) dem Lasttier einen Pachtzins von 100 bis 120 Mark bezahlt, während in dem Lase im Kaiserhos die Marqneure an Len Lasetier zwar keinen Pachtzins in Barem zu entrichten haben, aber Lasilr von ihrem Einkommen das untergeordnete Personal, als die HilfS-Zeitungskellner und die «üchenmannschaft, honorieren müssen, was im Grunde auf eins herauskommt. Daß die Kellner trotz dieser scheinbar drückenden Bedingungen doch gute Geschäfte machen, zeigt der Umstand, daß einzelne unter ihnen aus den Trinkgeldern ein tägliches Einkommen von 1ö bis 45 Mark beziehen, so daß ihr Profit einem Monatsgehalte von 450 bis 1500 Mark gleichkommt." — Mil der Murregulierung soll, wie die grazer „Tagespost" ersähet, bereits in nächster Zeit in Graz begonnen werben. Da es wünschenewerth und nothwendig erschien, zwischen der Albrechts- und der Radetzkybriicke anstatt der gewöhnlichen Uferverkleidung eine Steinmauer herzustellen, jo wendete sich die Geineinbevertretung an die Regierung mit Lem Ansuchen, den gesetzlichen Zweifünslel-«eitrag auch zu de» hieraus resultierenden Mehrkosten zu tragen, welchem Ansinnen vonjene deS Staates unter der Bedingung entsprochen wurde, Laß die Gemeinde das zu diesem Baue erforderliche Bruchsteinmalerialc beizustellen sich verpflichtet. Auch vonseile des steiermärkischen Landesaus-schusses hat die Gemeiudevertretuug die Zusicherung erhalten, daß dem Landlage in der nächsten Session der Antrag ans entsprechende Erhöhung der das Lano tressenden Beitrags» quote eingebracht werben wirb. Die Kosten dieser Regulie-rung sind aus 56,530 fl. prälimmierl, wovon mit Rücksicht aus die zugestandene Erhöhung 19,056 fl. auf das Reich entfallen, während das Land nach dem Gesetze eine» Beitrag vou circa 11,000 fl. zu leisten haben wirb unb noch einen weitern Zuschuß von 9000 fl. bewilligen dürste. Es wird daher von der Gemeinde ein Betrag von 17,000 fl. sowie die Kosten der Materialbeschafsung, Geländerherstellung u. s. w. im beiläufigen Betrage von 4000 fl. auszubringen sein. Die Regulierung soll noch in diesem Jahre, und zwar, wenn möglich, aus beiben Usern gleichzeitig begonnen und binnen zwei Jahren zu Ende geführt werde» — küs üö äsur. Man schlecht und erzählt immer, daß der kranke Mann im Serail sich kaum »och aus den Beine» Hallen könne. Abdul Hamid scheint jedoch noch ziemlich agil zu sein, er soll, wie man der „Köln. Ztg." schreibt, als er bie Nachricht von bem Fall von Alexinac erhielt, mit seinem Schwager vor Bergnügen einen Tanz in seinem Zimmer improvisierl haben. Mal- und ProvinM-Angelegeuheiteu. — (Die Gedenkmedaille), welche der wiener Gemeinderath prägen ließ, ist in künstlerischer Weise aus-gesührt, die Porträtähnlichkeit des iiaisers ist eine über-raschenbe. Die ganze Gruppe auf der einen Seite umsatzt sechs Personen. Der Monarch sitzl ans dem Throne, umgeben vou antiken allegorischen Figmen, welche die Gerechtigkeit, die Geschichte, die Wehrkrast und t»e sriedlicheu Be-schäftigungen darstellen. Die Vindobona bekränzt den Kaiser mil einem Lorbeerkraiize. Diese Gruppe ist em Meisterstück sowol in Zeichnung und Allangrment als in der Ausführung (letztere von 2- Jaunel, k. k. Hoskainilier-Araveur in Wie»). Die Unterschrift uuter dieser Gruppe laulet: „lmper-toi-i yesl» Vinliobo,,»" — de« Kalsir da« dankbare Wien. Die Reversseile zeigl in prachtvoller Ausführung das Stadlwappen von Wie» mit der Umschrift: „Zur Jubelfeier der 25jährigen Regierung Sr. Majestät deS Kaisers Franz Joseph I., 2. Dezember 1873." — Die Medaille hat circa 7 Lentimeter im Durchmesser. — (Die Bank„Slovenija") kann und will noch nicht sterben; noch immer werden an dem bereilS abgestorbenen Körper Experimente zur Wiederbelebung dieses Institutes versucht. Der Obmann des LiquidationS-LomiteS, Herr Baurath Potoinik, soll dem Vernehmen nach gezwungen worden sein, seinen Posten, auf dem Lorbeeren nimmermehr zu pflücken sind, an den früheren Vicepräsiden-ten Debenz abzutreten. In nationalen Kreisen gibt man sich der eitlen Hoffnung hin, daß es dem neuerwählten Ob-manne und seinem Sohne gelingen dürfte, daS in den Wellen der Krachsflut dem gänzlichen Untergänge zusteuernde Schiff „Slovenija" zu retten. Schiller sagt: „Der schrecklichste der Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn I" Die vielgeliebte Tochter der Nation wird infolge total vergriffener Behandlung vonfeite gefchäflsunkundiger Heilkünstler ihr junges Leben aushauchen müssen unb die nochmalige Be-sprengung der Leiche der „Slovenija" durch eine neuerliche Einzahlung kann nur als ein r e s u l t a t l o s e r Act der Pietät angesehen werden. — (Heimatliche Industrie.) Herr Modist Fischer ist aus Florenz nach Laibach zurückgekehrt. Die Strohhutfabrikanten Ladstätter, Blasnik, Kurzthaler und Oderwalder aus DomzUe unternahmen auch eine Geschäftsreise nach Florenz. Zweck dieser Reise ist: Einlauf von echten florentiner Strohhülen, Strohgeflechten und Stroh zur weiteren Berarbeitung und Modellierung in den Strohhutfabriken in Domzale. Die heimatlichen Slrohhut-fabrikanlen erzählen von dem riefenmäßigen Berkehre der Strohhutfabnk Taddei in Florenz, welche den Bedarf Frankreichs und Spaniens deckl. — (Glückliches BlgaunI) Gestern unternahmen 50 weibliche Sträflinge aus der Strafanstalt Lankowitz in Begleitung von sechs Orbensschwestern und unter entsprechender Bedeckung einen Ausflug nach Oberkrain, um in der weiblichen Strafanstalt zu Bigaun die „Sünden der Welt" abzubüßen. — (Turnerkneipe.) Morgen Samstag abends 9 Uhr findet die wöchentliche Tnrnerkneipe im Llubzimmer der Lastno-Restauration statt. Das Programm verspricht nach den Feststellungen de» „Marchese Gonzalanl" ein sehr interessantes zu werLen. — (Lanbwirthsch astl. Fortbildungsschulen) ollen in Krain direclivmäßig dort errichtet werden, wo drei-oder vierklasflge Volksschulen bestehen, während an den gewöhnlichen Landschulen den landwirlhschasllichen Fächern nur in de» für Kinder vom 12. bis zum 14. Lebensjahre be-lehenden WiederholungSschulen erhöhte Aufmerksamkeit ge-chenkt melden soll. In eigenen Fortbildungsschulen wird der landnirthschastiiche Unterricht durch zwei Lurfe zu je 5 Monaten und wöchentlich durch zwei Stunden (im ganzen pro LurS durch 80 Stunden) ertheilt werden. Im Ent-würfe des LehrplaneS werden als Unterricht-gegenstände ge-naiinl: ») LandwirthfchaflSlehre mit dem naturwifseiischafi» lichen Unterrichte; d) Rechnen und Geometrie; Aussätze ;'ä) GksrtzeSkunde. — (Aus dem Nachbarlande Kärnten.) In Klagensnrt weiset das Präliminare des Armenwesens im Jahre 1877 ein Ersordernis von 22,400 fl. a»S; durch eigene Fonds werden bedeckt 12.418 fl., den Abgang leistet die Stadtkafse. — In Len verschiedenen WohlthätigkeitS-Anstalten des Landes Kärnten besanden sich Ende Oktober l. I. 325 Individuen, und zwar 179 im Kranken-, 91 im Irren-, 16 im Gebär-, 37 im Siechen- und 2 im Armenhause. — In dem Wochen-Journal „Blätter auS Kärnten" wird Klage darüber gesührt, daß das Branntweintrinken in Kärnten in wahrhast erschreckender Weise zunimmt. — Die Obsternte ist schlecht ausgefallen. — Die Gemeinde Prevaki befindet sich in der glücklichen Lage, die Semeindenmlage von 15 auf 10 Perzenl herabzufetzen. — Sine Petition macht die Runde, womit um Beisetzung deS BezirkSgerichts-sitzes von TarviS nach Malborghet angesucht wird. — (Landschaftliches Theater.) Die LircuS-gesellschast Snhr executierte gestern nahezu daS vorgestrige Programm, die einzelnen Piecen empfingen wieder lauten Beifall und heute tritt dieselbe mit neuem Programm in die Arena. Den gymnastischen Prodnctionen ging der bekannte Schwank „Garibaldi" voran. Herr Zwerenz sührte die Rolle des „Schulmeisters Fischer" vorzüglich durch und erwarb sich den wohlverdienten Beifall deS HauseS. Aus der Gemeinderathssitzung. Laibach, 16. November. Anwesend: Bürgermeister Lasch an als Vorsitzender, 24 Gemeinderäthe und der Schriftführer. Der Vorsitzende theilt mit, daß der Bürgermeister von Wien ein Stück der infolge Beschlusses des wiener Ge« meinderathes auS Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers Franz Joses 1. geprägten Erinnerungsmedaille der Stadt Laibach übersendet hat. Der Gemeinderath votiert hiesür dem wiener Gemeinderäthe den gebührenden Dank. Der Vorsitzende schreitet zur Beantwortung der Interpellationen. Die vom BR. Regali bean-siändete Arretierung eineS Bürgers stellt fich nach den gepflogenen Erhebungen als unwahr dar, und hät fich die städtische SiLerheitSwache einer Ueberschreitung ihrer AmtS-tefugniffe nicht schuldig gemacht. — Die vom BR. Regali beanständete Ueberlaffnng eines zum Tivolicomplexe gehörigen Grundcomplexes von 126 und l08 Qnadratklaftern an den städiischen Oekonomen und Gärtner geschah mit Wissen und unter Zustimmung des Tivoli-Lomitis. Die Interpellationen des GR. Horak inbetrefs der angeblich bisher noch nicht erfolgten Zustellung des Ebren-bürgerdiplomS an Dr. Johann Bleiweis, deS BR. Regali inbetrefs der Bezahlung der Hausnummertafeln, Be-kuLtung der Hradetzky-Vorstadt und Einhaltung der Amts-fiunden vonseite der magistratlichen Beamten werden in der nächsten GemeinderathSsitzung beantwortet werden. (Schluß folgt.) Zur Landeskultur. (Fortsetzung.» Dir Gesammtkosten für die Entwässerung des Planina-Tbales belaufen sich folglich aus 169,600 fl Es bleibt nun zu prüfen, ob vom ökonomischen Standpunkte die Auslage für die besprochenen Herstellungen gerechtfertigt erscheint. Bor allem ist zu sehen, welchen Mehrwerth das Grund-«igenthum erhält. In einer Periode von zehn Jahren beträgt die Fläche, welche den Ueberschwewmungen ausgesetzt ist, durchschnittlich 1525 Joch, was, den Werth von 100 fl. per Joch angenommen, gegenwärtig einen Grundwerth von 152,500 fl. auSmacht. Dagegen würde nach der Entwässerung der Durch-schnittspreis per Joch 225 fl. sein, mithin würden die 1525 Joch einen Werth von 343,125 fl. vorstellen. Daraus folgt, daß der Grundwerth um 190,625 fl. steigt, wozu noch der Betrag von 40,000 fl. für durch die Regulierung gewonnenen Gründe zu rechnen ist. Mithin würden im ganzen 230,625 fl Mehrwerth erzielt, welche, mit de« Auslagen von 169,000 fl. verglichen, die Eon venienz nnd den Nutzen der Ausführung der projectierten Arbeiten beweist. Wenn man dann daS Erträgnis in Rechnung- ziehen will, ergeben die Angaben des Bürgermeisters von Planina, daß ein den Ueberfchwemmungen ausgesetztes Terrain, wenn «cker, 20 fl. per Joch erträgt, als Wi-se aber kein Erträgnis gibt, weil die Spesen bedeutend sind, und unter Umständen reinen Berlust ergibt. Aber nehmen wir doch ein durchschnittliches Erträgnis von 10 fl an, so hat man von 1525 Joch ein Ergebnis von 15,280 fl. Dagegen ergibt, wenn diese TerrainS nicht überschwemmt werden, ein Joch Scker 60 fl. und ein Joch Wiese 20 fl., und man kann durchschnittlich wenigstens 40 fl. per Joch annehmen. Das Erträgnis der 1525 Joch gibt dann 61,000 fl., und man hat mithin eine Vermehrung von 45,750 fl. Dieses Mehr-rrträgniS » 5 Perzent gerechnet, stellt ein Kapital von 911,400 fl., vor und so bleibt auch in diesem Fall die Rentabilität bewiesen. Wir stellen keine weiteren Betrachtungen weder in sanitärer Beziehung noch in Rücksicht der öffentlichen Sicherheit an, wir unterlassen ebenfalls auf die Mittel hinzuweisen, welche sür die Ausführung des ProjecteS erforderlich find, denn es gilt hier dasselbe, waS wir bereits inbetrefs der ändern Thäler gesagt haben. Wir saffen bloS hier unsere Vorschläge zusammen: 1. Die Regulierung von acht Sauglvchern nach den vorgelegtrn Plänen mit einer Auslage von 14,000 fl.! 2. die Verbindung deS Flusses Unz mit den von seinen Ufern weiter mtlegenen Sauglvchern und die Regulierung der letzteren kosten 36,000 fl.; 3. die Regulierung des FlusseS mit einer Auslage von IIS,000 fl. Wir wiederholen eS. daß diese Arbeit erst nach Vollendung der »ä 1 und 2 angesühiten Arbeiten und nach dem man fich von der Wirkung derselben überzeugt hat, in »uSführung zu bringen ist. So hätten wir den erhaltenen Auftrag erledigt, wir wollen jedoch noch daS Laibacher-Thal mit wenigen Worten behandeln. Thal von Laibach. Wir besichtigten zweimal, und man darf sagen, ziemlich im Detail daS Thal und den Fluß gleichen Ramens vom Ursprünge bis zur Mündung in die Save, circa 2300 Meter thalseitS von Salloch. Unter den von uns besprochenen ist daS Laibacher-Thal mit einer Ausdehnung von 40,000 Joch daS ausgedehnteste und wird seiner Länge nach vom Flusse Laibach, welcher die Gewässer der oberen Thäler sammelt, durchschnitten DaS Thal ist mit Ausnahme der Stelle, wo die Stadt Laibach liegt, von Bergen, welche viele Borsprünge haben, umschlossen. Auf dieser Linie befinden sich viele Hügel, die jedensalls srüher nur eine Kette bildeten, wie auch das Thal damals ein See sein mußte. In jener Zeit hat das überflüssige Wasser durch die tieser gelegenen Stellen abfließen müssen, welche einerseits den Hügel, aus dem das Schloß Laibach liegt, mit demjenigen, welcher mit einem sehr spitzen Winkel in Fortsetzung des Berges Cchischka hervorsteht nnd anderseits das erwähnte Schloß mit den vorstehenden Hügeln verbindet. Der See war von Uber fünfzig Quellen erhalten, wovon ein großer Theil, und zwar diejenigen zwischen Oberlaibach und Frendenthal, welche die ausgiebigsten sind, in Verbindung mit den Gewässern der Thäler von Laas, Poik, Zirkniz und Planina, woher sie stammen, standen, wie es heule noch der Fall ist. «uf diese Art ergoß sich das überflüssige Wasser des Laibacher-Sees in den nächsten wahrscheinlichen See des Savethales, welches niedriger als das Laibacher-Thal gelegen ist. Später, als sich die Gewässer des Savethales insolge eines entstandenen Abflusses zurückzogen, erhielt auch der Fluß gleichen Namens ein besseres Regime, und solglich versuchte auch der Laibach-Fluß seinen Lauf vermittelst der Eröffnung eines Abflusses zu verbessern Es ist deutlich, daß dies >nur in einer der zwei erwähnten Vertiefungen stattfinden konnte, und zwar in jener, wo sich die Sohle leichter ausfressen ließ. Und da die Natur des Bodens dies am leichtesten in der Vertiefung zwischen dem Schloßhügel und demjenigen, welcher die Fortfetzung des vergeS Schifchla bildet, gestattete, so nahm der Fluß am Fuße des Schlosses, an der tiefsten Stelle seinen Lauf. (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laibach, 17. November. Anhaltend nebelumbüllte Bewölkung, fchwalber WRW. Temp-ratur: morgens 7 Utr -j- 4'8", nachmittags 2 Ubr -j- 6-6° 6. (1875 -1- 18»; 1874 -j- 18» v.) «arvmeter im Steigen, 73617 wm. Das gestrige Tage»mittel der Temperatur -j- 4 7° »m 1-1" über dem Normale; der gestrige Niederschlag 6 65 wm. Regen moZnice, BG. Möttling. — S. Feilb, Berl'sche Real., Hariie» BG. Feistriz. — Reass. 3. Feilb., Rebec'scbe Real., Rodolendorf, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Smukavc fche Hei-ratSanfprüche, Kropp, BG. RadmannSdorf. — Reass. 3te Feilb., Petrii'sche Real., Zaverh, Laas. — Neuerliche Feilb-, Trebec'sche Real., Rodokendorf, LG. Adelsberg. — 1. Flb , UkAntt'sche Real., Kermaiiua, BG. Möttling. — 3. Feilb., Mlakar'fche Real., Babeufels, BG. Laas — 3. Feilb., Kraschonz'fche Real., Vertnik, BG. Laas. — 3 Flb., Gra-wer'sche Real., Waltendorf, BG. Rudolfswerth. — 2. Flb., Znidarsii'sche Real., Grdb. »>1 Herrschaft Aelsberg, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Lurl'sche Real., Loje, BG. Wippach. — 2. Feilb., Kuafelc'fche Real., Koritence, BG. Feistriz.— 2. Feilb., Leskovic'sche Real., Godovik, BG. Jdria. — Ite Feilb, Pelko'sche Real-, Unter-Girschberg, BG Rudolsswerth. — I. F-ilb., Rozic'sche Real., Neuberg, BG. Rudolsswerth. — 1. Flb., Medtc'fche Real., Neubcrg, BG. Rudolfswerth. Theater. Heute: Aus besonderes Verlangen, mit ganz neuem Pro- gramme : Große Vorstellung d-r aus der Durchreise befindlichen größten Künstler der Jetztzeit aus dem EircnS Suhr in Gra,. Telegramm. Wien, 16. November. Im Budgeiausschusse verlas Dr. Giskra eine Beschwerde Bajamonti's über die Vorgänge anläßlich der Landtagswahl in Dalmatien. Giskra meint, daß, wenn ihm die-früher bekannt gewesen wäre, er wahrscheinlich die Sistierung der Verhandlung über das Budgetkapitel .Politische Verwaltung" beantragt hätte. Nuch längerer Erörterung erklärte der Minister des Innern, er bedauere, daß man nicht direct die Verweigerung oder Sistierung der Beraihung des Budgets deS Innern oder eines Budgettheils beantragte. Der heutige Vorgang errege in ihm das Gefühl, als ob er sich auf der Anklagebank befindlich be>rach>en sollte; er sei nicht geneigt, eine solche Lage anzuneh' men. Im Falle einer Entscheidung über einen förM' liehen Antrag wäre er über seine künftige Haltung keinen Augenblick zweifelhaft gewesen. Nach längerer Debatte, worin Herbst bemerkt, die ganze Erörterung mehr als Converfation anzusehen, da kein bestimmter Antrag vorliege und die Angelegenheit erst nach gepflogenen Erhebungen werde aufgeklärt werden, wurde zur Tagesordnung geschritten. L«getommene Fremde am 17. November. d»,r> S>a»t Ätten. Dr. Mally, Krainburg. — Stalzer und Tschinkl, Gottschee. — Tugendhaft, Salamanowitz, Robleck, Läufer. Meitze undiklein, Kfl; Pirhan, Beamter, s. Frau, und Berau, Fabricaut, Wien. — Kurzthaler, Domjale. — Halla, Schätzuugsreferent, Stein. — Zelhe, Professor, Laibach. ^ M-dren. Murko, Lieul., Graz. - Stanzinger, Bef., Ober-krain. -- Ogorelz, Krainburg. - Strauß, Hausbesitzer. Budapest. Sternwarte. Kristos, Hausbesitzer, Tschernembl. Verstorbene. Den 15. November. Anna Japel, Inwohnerin, 56 I., Livilspital, Gehirnerweichung. — Helena Kern. Kaischlerin, 54 I, Livilspital, Lungenemphysem. Den 16. November. Josef Vidic, Se,lerme,sters «ind, 6 Wochen, Römerstraße Nr. 19, Lungenentzündung. Leopold Erzar, S»neiders-Kind, 7 Tage, Polanastraße Nr. 27, Scharlach. — Josefine HagerSberger, Jngenieurstochter, 9 I., unter der Trantsche Nr. 2, Rachenbräune. Gedenktafel über die am 21.November l876 stattftndenden. Licitationen. I. Feilb., Erbeznil'sche Real., Stadtberg. BG. Rudolf«, werth. — 1. Feilb., Turk'fche Real.. Hasenberg, BG. Ru-dolfswerth. — 1. Feilb., Loik'sche Real., Hasenberg, BG. Rudolfswerth. — 1. Feilb.. Kuznil'sche Real., Münchsdorf, «G. Rudolsswerlh. — 1. Feilb., Ltalzer'sche Real., Cer- Zu Oe^cklästggängen wird ein rüstiger Mann gesucht, welcher eine kleine CautioN oder sonst eine Sicherstellung leisten kann. Auskunft ertheut die Expedition des „Tagblatt." (638) 2—1 Meier Börse vom 16. November.________ ! »eldj warr I»kLLcldrtoiv. «eldlw-» Lp-, «r so 8l 4V Allg. öft. Bod.-Sredit. io«-- lvSi» - - gg.,x, «o-- SK90 bperc. Rente, . ^ ^ , dto. dto. oft. in Sitb. 68 Lv 66 50, dt°. in »» I. Sofe von 1854 . . . . lvS LS 101- Nation. L. w. aze I0S75 >os — Ung. Bod.-Sv Sose von L880, ganze i Sosevon 188», Fünft. llS 50 >18--Prämien!», v. 1884 . 1SV50 >2l - Llrnnctsllt.-OK1. kiebendürg. Ungar» ^vttSL. Analo-Bank.......... rreditanftalt........ vevofitenbank . . . . S»comvte-Anftalt . . Franco - Lank . . . . HaiideUbanl.......... »atiouatbanl . . . . Oeft. Bankgeselll. . . Union. Bank......... BertehrSbank........ «Nsöld-Baho . . . . Kart Ludwigtabn . . «als. Slis.-Bad» . . »ais. Fr, . . Staattbah» .......... küdbahn............. 7,-L0 IS-ro 7SS0 7t' 7090 71->l> l«r 88L— 67»- 8S0 -- 8»i- 4S-»0 50 -7».— 78 5« 98-- 97--K0 ,0» 7b IZ« SV >»9 50 l»»-5v ti4 -i«».50 »»1.-0 79 — 79 5« Ung. Bod.-Sreditanft. 1?rtortt»t»-Od1. Franz 3oIef«-Bahn . Oeft. Nordweftbahu . Eiebenbürger .... ElaalSbahn........... Südbaha » » Per,, dto. Bon« I,«»«. Eredtt - Lose....... Rudolf» - Lose .... VovI»». (3Mou.) S,lg»burg i»0 Mark Yrankf. r»2 Mark . Hamburg ^ - ondon 10 Pfd. Sterl. Pari- 100 Krauc» IlilLLrvL. Kais. Münz-Ducateu W-FrancSftück . . . . Deutsche Reich-bank. Silber 85 Ü0 S8-K0 8S 75 58 50 154-SS- 158-IS 50 SO 70 184 90 49 5K 6 — 10 01 6140 lOSSb 8i'i 90— 5S— 'SL ISS«« 4,«» «0l ,0-0« «i'öO Letrgraphischer Lursdericht am 17. November. Papier-Rente 60 60 — Silber-Rente 65'--------- Staat»-»nlehen 108--. - Bankactien 822. - «redit l^^ - London 125 80. - Silber >09 75 - «-k. »A"!, dukaten 6 02. - LO-Franc« Stücke 10 05'/,. - 100 Mark 61 80. ^ Dnük v»» gg. v. Kleinwapr ck Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.