^rLnumerations-Prrise: Für Laibach: ^anzjäbrig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ ^tonatli* ■ . • — " <0 » Mit derPost: Ganzjährig...............12 fl. halbjährig............... 6 » vierteljährig............ 3 » Mr Zustellung ins Haus *ürtelj. 25 kr., monatl. 9 fr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Nedactio»: Babnbosgasse Nr. V'2. Nr. 73. 'ngblatt Anonyme Mittbeilungen werden nicht berücksichtigt; Dianiiscripte nickt zuriickgesendet. Freitag, 2. April 1875. — Morgen: Richard. Expedition- & Jnscrateir- Bnreau: Congreßplatz Nr. 81 (Buch-handlunq von Jg. ». Kleinmayr & Fed. Bamberg.) IusertionSpreise: Für die einspaltige Petitzeile ä 4 kr., bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen bis ft Zeilen 20 kr. Bei größeren JnseAlen unb öfterer Einschaltung y chender Rabqtt.. '■ vi •’&' Für complicierten SLtz^esön. dere Vergütung, 8. Jahrgang. Prahlerei und Prellerei. Als wir vernahmen, daß die national-tlerieate Partei es roirtlidi wagen wolle, sich an den in der Nächsten Woche stattfindenden Gemeinderathswahlen *x> betheiligen, waren wir in vorhinein darauf gekokt daß dieselbe getreu ihrer Vergangenheit auch diesmal vor keinem noch so verwerflichen Mittel Zurückschrecken und abermals zur Verdrehung und %ae ihre Huflucht nehmen werde, um die eigene ^riswirthschast. die gewissenlose Schädigung des kommunalen Interesses, den rapiden Rückgang des Zusehens und des Gedeihens der ersten Gemeinde d-S Landes unter ihrem glücklicherwem nur kurzen Regime zu verdecken, dagegen aber andererseits das ^ribstlvse Streben und die unermüdliche Arbeit der liberalen Gemeindevertretung in den letzten Jahren itnb ihre offenkundigen Verdimste um die Hebung her geistigen und materiellen Wohlfahrt der Landeshauptstadt zu verkleinern und zu entstellen. Wir konnten io unsere alten Gegner, die einen ehrlichen mit offenem Visier noch stets vermieden und ivimer den Versuch vorzogen, mit Tücke und Hinterlist dem Widersacher beizukommen. "upm % voraus, daß sie auch diesmal grundsätzliche Er-^vterunaen. sachliche Einwendungen hübsch beiseite Ön5 zu persönlichen Jnvectiven und den s^amlosesten Winkelzügen ihre Zuflucht nehmen würden. ___________________ Trotz alledem aber, abgehärtet durch eine lange Erfahrung und gewohnt bei unfern Gegnern Wahrheitsliebe und Gerechtigkeit völlig zu missen. Hat uns das jüngste Manifest der national-klericalen Partei aus Anlaß der bevorstehenden Gemeinderathswahlen dennoch außerordentlich überrascht. Eine so freche Entstellung der Thatfachen, eine so gehäufte, fast verwirrende Zusammenstellung von Jrrthümern und Fälschungen, wie solche dieser Aufruf enthält, ist selbst aus diesem Lager bisher nicht geboten worden, und indem wir an die wenig beneidenswerthe Arbeit gehen, in diesem Wust kecker Verdrehungen die heuchlerische und perfide Methode unserer Gegner im einzelnen uachzuweisen, müssen wir uns für heute nothgedrungen daraus beschränken nur die gröbsten Entstellungen, die schreiendsten Unwahrheiten aufzudecken. Allein auch diese Ausführungen werden genügen, um die national-klerikale Sippe unfern Mitbürgern neuerlich in ihrer ganzen Erbärmlichkeit und Haltlosigkeit zu zeigen, neuerlich das trau rige Bild ihrer kurzen aber unheilvollen Herrschaft in die Erinnerung zu rufen und darzuthun, was Stadt und Bevölkerung zu erwarten hätten, wenn die Leitung der städtischen Verwaltung jemals wieder in die Hände solcher Leute gelangen würde. Gleich der erste Satz des national-klericalen Wahlaufrufs — ein würdiges Vorbild aller übrigen und die bezeichnende Signatur des ganzen Machwerkes — enthält eine grobe Unwahrheit. Es wird neinlich behauptet, daß vom Jahre 1861 bis zum Jahre 1869 die Vertretung der Landeshauptstadt eine national-klericale gewesen sei, und die Leistungen dieser genannten Epoche werden für die national» klerikale Partei in Anspruch genommen. Und doch ist es, abgesehen vorläufig von der Thätigkeit des GemeinderatheS in den fraglichen Jahren, notorisch, daß die liberale Partei nicht nur nach der Neubildung des GemeinderatheS im Jahre 1861 über eine mehr als Zweibrittetmajorität verfügte, sondern daß sogar noch zu Beginn des Jahres 1865 nahezu dasselbe Stimmenverhältnis bestand. Da aber in jedem Verlretungskörper die Beschlüsse von der Majorität gefaßt werden, in deren Sinn die Verwaltung geleitet wird, so ist es klar, daß alle Erfolge, alle Errungenschaften für die Gemeinde, welche auch nach dem national-klericalen Aufruf in den Jahren 1861—1865 zahlreich und bedeutend waren, einzig nur der liberalen Partei zugute kommen und daß es eine freche Usurpation fremden Verdienstes ist, wenn unsere Gegner auch nur den geringsten Theil daran für sich in Anspruch nehmen. Prüft man die Arbeiten und Ausführungen seitens der Gemeindevertretung während des ganzen Zeitraumes von 1861 bis 1869, so zeigt sich, daß dieselben zum weitüberwiegenden Theile während de.r erstcren der erwähnten Jahre angefangen und vollendet wurden und daß während der letzteren es sich meistens nur um Fortsetzungen schon begonnener Werte, sehr selten um Neubestellungen handelte; es zeigt sich weiter, daß in der ersten Hälfte dieser Ieuilleton. Das Wasser. (Fortsetzung.) Fa» alles Waffer auf der Erde verdankt seinen sem Ocean, aus welchem es durch Ver-h - affenhaft als Mcteorwaffcr aufsteigt, das hau Ttjau, Regen, Schnee, Hagel, Grau-fcen u, 'e Erde fällt und theils über die Oberfläche »tcrinnt, theils von der Dammerde ein-gesogen wird oder sich in die Klüfte und Spalten het Gebirge senkt. Dieses in höher gelegene» Ge-tzenden in die Erde eingedrungene Wasser tritt in Quellen unserer Bäche. Flüsse. Ströme und %en wieder zutage, welche hinwiederum theils verdunsten, theils dem Ocean ihren Tribut entrichten und so den beständigen Kreislauf des flüf-haen Elementes auf unserem Planeten unterhalten. Wasser ist nebst dem Kochsalz der einzige unorganische Stoff, welcher in ziemlich großer Menge ^ den menschlichen Körper geschasst werden muß, ^atnit derselbe ordentlich genährt und gesund er-Balten werde, denn die Knochen und Gewebe dieses Körpers bestehen ja fast zu drei Vierteilen aus Nasser. Weil nun die festen und pflanzlichen Nah» Düngemittel bei weitem nicht die hinreichende Menge davon enthalten, so ist das Trinken von Wasser ober wasserreichen Getränken unerläßlich zur Erhaltung der Gesundheit. Man bedenke, daß das Wasser nicht bloö die Körperbestandtheile, selbst die härtesten bilden hilft, sondern daß es auch alle dem Stoffwechsel dienenden Protcsse vermittelt, daß es den Speisesaft und das Bim gehörig flüssig erhält, die Auflösung der Materien befördert und Gase einfaugt, die Absonderung und Aufsaugung ermöglicht. Das Wasser, welches von uns getrunken wird, nimmt seinen Weg größtcntheils schon vom Magen aus theils direct i>. das Blut (der Pfortader), theils in die Lymphgefäße und wird dann vom Blute aus an allen Punkten des Körpers in Verbindung mit ändern Blutbestandtheilen in so großer Menge abgeschieden, daß unser Körper einem mit Wasser getränkte» Schwamme gleicht. Daraus erhellt zur Genüge die hohe Bedeutung, die dem Wasser im menschlichen Haushalt zukömmt, sowie die Pflicht einer geordneten Gemeindeverwaltung, für ausreichendes und gesundes Trinkwasser zu sorgen. Als solches empfiehlt sich am meisten das Quell- und Brunnenwasser, denn diese sind am schmackhaftesten und führen dem Körper nicht bloö Wasser, sondern auch wichtige Kalksalze zu, welche das Wasser bei seinem Durchgänge durch die Erdschichten auflöst und mit sich führt. An ein gutes, trinkbares und gesundes Wasser sind aber folgende Anforderungen zu stellen: e* muß vollkommen klar und farblos, krystallhell sei» und dies auch bei längerem Stehen in der Luft bleiben; es muß perlen, also Luft, zumal Kohlensäure enthalten; cs muß völlig geruchlos sein und von reinem, erquickendem Geschmacke; zur Sommerzeit muß es kalt, im Winter dagegen wärmer als die atmosphärische Luft fein. Die Wässer, mit denen wir cs im gewöhnlichen Lebe« zu thuu haben, bezeichnet man als süße, salzige und stehende oder Sumpfwässer. Das süße, weiches uns zum Getränke dienen kann, kennen wir als Regen , Quell , Brunnen- und Zluß» wasser. Das bei uns in den Haushaltungen übliche Brunnenwasser ist, wo eS rein, dem Qnellwaffer ziemlich ähnlich, allein weil cs langsamer als dieses durch die Erde filtriert, hat eS einen größer» Reichthum an erdigen Substanzen, besonders an kohlen-saurciu und schweselsaurem Kalke, und dieser Reich-thum ist umso größer, je mehr Kohlensäure darin vorhanden, welche die Auflöslichkeit des Kalkes fördert. Häufig ist es aber, namentlich in Städten, durch die Nahe von Senkgruben, Mist- und Kehrichthaufen u. dgl. mit verwesenden organischen Substanzen verunreinigt und daher der Gesundheit schädlich. «Zvoche, unter liberalem Regime, sparsam und vor listig, in der zweiten Hälfte, unter der klcricalen Majorität hingegen nur zu oft plamos und kostspielig vorgegangen wurde. WaS zunächst den Punkc der Straßenherstellungen und der Kanalisierungen anbelangt, so ge schah auch hiesiir das meiste in den Jahren 1861 bis 1864, also, wie mehrerwähnt, unter einem liberalen Gcmeinderathe. Gerade hier auch wurde dann in den Jahren 1864 bis 1868 meist ohne Umsicht und theuer weiter gebaut. Die Kosten für diese Straßen- und Äanalbauten wurden anfänglich durch die in der -Stadttasse vorhanden gewesenen Obligationen gedeckt, andererseits verwendete die klericale Majorität später die Kaufschillinge von den Gollovzgründen und Zeinen bedeutenden Theil des noch zu berührenden L>par-kaffedarlehens von 100,000 fl. So bedeutende Ressourcen stauden dem Ge mcinderathe, als 1869 wieder die liberale Partei ans Ruder kam, nicht mehr zugebote. Er halte keine höhere Einnahme, als in den letzten vier Jahren bestanden, mußte aber noch einen bedeutenden Theil davon zur Tilgung sehr bedeutender Passivrückstände aus der vorhergegangenen klcricalen Verwaltung verwenden : so 30,000 fl. als Restzahlung für Tivoli, circa 15,000 fl. für die Hradeckybrücke, bei 12,000 fl. an rückständigen Spilalsverpflegskosten aus den Vorjahren, etwa 7000 fl. an rückständigen Interessen an die Sparkasse, bei 3500 fl. als Schadenersatz für die famosen Quaibauten längs des Hohn-schen und Waidinger'schen Hauses u. s. w. So sah die Erbschaft aus, welche die klericale Clique aus der kurzen Zeit ihrer Herrschaft zurückließ, und zu alledem hatte der neue liberale Gemeiderath sogleich unvermeidliche große Mehrauslagen für die Aufbesserung der Beamtengehalle und die Vermehrung der Stadlwache um 8 Mann. Unter solchen Umständen wäre es nur zu begreiflich gewesen, wenn der liberale Gemeinderath in den ersten Jahren seiner Wirksamkeit in Neu bestellungen und Conseroationsarbeiten für Straßen und Kanäle weniger geleistet hätte, als in den früheren Iayren geschah, und dennoch braucht er den Vergleich nicht zu scheuen. Abgesehen davon, daß für die Ausrüstung der neuen Feuerwehr circa 5000 fl. verausgabt wurden, sind in den Jahren 1869 bis 1871 (wir erwähnen an größern Leistungen nur die Kanäle in der Wiener, und Klagen-surlersiraße, in der St. Petersvorstadt, im Kuhthal, in der Krakau, die Umpflasterung der Postgasse, dcr Judengasse, der Vorplätze der Hradeczkybrücke u. s. w., u. s. w.) Arbeiten um den Betrag von 1.3,227 fl. refp. 17,043 fl. und 20,438 fl. ausge- führt worden, was dem Aufwand im vorhcrgegangenen klericalen Triennium nach Dr. Eosta's eigenem Rechenschaftsbericht ziemlich gleichkommt, und bei alledem wurden nur die laufenden Einnahmen verwendet und keine außerordentlichen Hilfsquellen herangezogen oder gar Schulden gemacht, wie in den frühem Jahren. Wenn im klericalen Wahlaufrufe auch die Straßenreinigung besonders betont wird, so bemerken wir einfach, daß dieselbe auf einem vom Bürgermeister Ambrosch und einer liberalen Gemeinde-rathsmajorität eingeführten Systeme beruht und bis zur Stunde nach demselben gehandhabt wird. Unglaublich gleisnerisch ist die Art und Weise, in welcher sich der klericale Wahlaufruf mit der Erwerbung des Gutes Tivoli, der Herstellung der Hradeczkybrücke, der Ausführung der Quaimauern und der Tragung großer Kriegskosten brüstet. Die betreffende Darstellung versucht nemlich den Schein zu erwecken, als ob der klericale Gemeinderalh diese Auslagen aus den gewöhnlichen Einkünften bestritten hätte. Ist es nicht stark in solcher Weise auf die Leichtgläubigkeit und das kurze Erinnerungsvermögen des Publicums zu fpeculieren? Denn abgesehen davon, daß Tivoli über Antrag eines Gemeinderathes unserer Partei angekauft wurde und daß die Hradeczkybrücke schon 1862 projektiert und der Eoncurs dafür ausgeschrieben war, daß also alle hieraus sich ergebenden Verdienste der liberalen Partei »»zurechnen sind, abgesehen auuj davon, daß die kurze Strecke Quaimauern infolge ihrer ungesetzlichen und leichtfertigen Ausführung der Stadt einen Schadenersatz an rund 3500 fl. auf« bürdete und daß die renommierten Kriegsauslagen nicht mehr als 4677 fl. betrugen, ist es doch weltbekannt, daß die ehemalige national-klericale Gemeindevertretung zur Deckung dieser in Rede stehenden besonder« Anlagen die Stadt mit einer Sparkasseschuld von 100,000 fl. belastete, mit dieser aber ganz curios wirtschaftete. Dieses Geld wurde nemlich entgegen den bei dessen Aufnahme maßgebend gewesenen Intentionen zum größern Theile zur Deckung laufender Ausgaben verwendet, dafür aber dem folgenden liberalen Gemeinderathe unverantwortlicher Weise die oben besprochenen Passivrückstände zurückgelassen. Wenn unsere Gegner in ihrem Aufruf sich weiler unterfangen bei der Verschönerung von Tivoli, bei dem Jnsledenrusen des Kinderspitals, der Errichtung der St. Jakobsschule und der Oberrealschule, dann wegen einer angeblichen Marktordnung, einer ebenso angeblichen Reform des Armenwesens, sich gleichfalls Verdienste zu vindicieren und wir dagegen auch hier wieder einfach auf die Thatsachen verweisen, daß für die Instandhaltung voi Tivoli, wie der Augenschein leh t, jetzt mit weit geringem Mitteln mehr geschieht als früher, daß das itinbtf spital keine Sqöpsung ver Gemeinde ist, jon&eti den Bemühungen Privater, vor allen denen de« jetzig« Stadtphysikers sein Dasein verdankt, daß die HaiP-schule in St. Jakob schon vor der Zeit des klerikal« Gemeinderathes bestand, dafür aber in den letzt« Jahren die Klassenzahl der städtischen Volksschule» vervierfacht, zudem die Gewerbeschule und die Schul! am Morast ereiert wurde, daß die Oberrealschule sei 1863 besteht und dem jetzigen Abg. Deschmann dantal» aus diesem Anlasse der Dank des Gemeinderaihe« votiert wurde, daß die Erlassung der Marktordnung nur in der Aushebung des Vorkaufsverbotei bestand^ daß von einer Regelung des Armenweseoi keine L>pur war und eine Armenbeschreibung etjl 1870 stattfand, so haben wir wieder in einer ganz« Reihe von Beispielen gezeigt, in welcher ebenso plumpen als anmaßenden Weise die national-kleri' cale Fraction es wagt, der Wahrheit entgegenzi1 treten und die Bevölkerung hinters Licht zu führet Aber auch damit sind die Sünden dieses in seinem Cynismns wohl einzig dastehenden Parteimanifeste! noch lange nicht erschöpft, ja es kommt noch besser. (Schluß folgt.) Das Flußwasser enthält außer dem Stoffe des Quellwassers auch noch lösliche Bestandteile des Flußbettes und muß deshalb in verschiedenen Flüssen sehr verschieden sein. Häufig ist aber das Flußwasser noch mit organischen Substanzen verunreinigt und daher als Trinkwasser nicht verwendbar. Das Wasser der Landseen theilt im allgemeinen die Eigenschaften des Flußwassers. Stehende Gewässer in Sümpfen, Gräben, Morästen, Lachen u. s. w., welche vorzüglich in warmer Jahreszeit infolge der Fäulnis organischer Substanzen den Menschen schädliche Gase (Kohlen,- Phosphor- und Schwefelwasserstoff) entwickeln, enthalten zu viele schädliche Stoffe und Fäulnisproductc, als daß sie trinkbar sein könnten, ja ihre Nähe ist in der Regel von höchst verderblichem Einfluß auf die Gesundheit deS Menschen und erzeugt die verschiedenen Arten von Fieber. Noch find zu erwähnen die Mineralwässer, die einen größeren Reichlhum an erdigen und salzigen Bestandteilen und Gasen als die übrigen Wässer enthalten. Sie kommen je nach der größern oder geringer» Tiefe in welcher sie der Erdrinde entspringen, warm oder kalt zutage. Ueberall unter der Erdoberfläche, inwiefern dieselbe nicht felsiger Natur ist, stößt man aus Wasser. Wenn man in erdigem oder sandigem Boden ein Loch gräbt, so gelangt man endlich auf eine Schichte Wasser, welches sich nicht verläuft und sich beim Ausschöpfen sofort wieder ansammelt. Dieses Wasser, welches unsere Brunnen speist, heißt das Grund wasser. Demselben ist durch den Münchener Gelehr ten MaxPettcnkoser, welcher zuerst genaueBeob achtungen darüber angestellt hat, ein mächtiger Ein. fluß auf die Entwicklung der epidemischen Krankheiten, also aus den Gesundheitszustand der ganzen Bevöl kerung, zugewiesen worden. DaS Grundwasser hält nicht immer denselben Stand ein, es fällt und steigt mit den Jahreszeiten, und zwar so, daß es in der Regel im Mai, Juni und Juli am höchsten, Ende des Jahres und Anfang des nächsten am tiefsten steht. Ebenso kommen beträchtliche Schwankungen des Grund-wasserstandes im Verlauf längerer Zeiträume, ganzer Jahrgänge vor. Wiewohl das Grundwasser zuletzt aus dem Regenwasser entsteht, so zeigt doch der Stand desselben keine unmittelbare Uebereinstimmung mit der an dem Beobachtungsorte gefallenen Regen menge. Auch ist der Grnndwafserstand unabhängig von dem Stande des Wassers benachbarter Flüsse, Bäche, Seen u. s. w, wofern der Brunnenspiegel über dem Flußspiegel u. s. w. liegt. (Schluß folgt.) Politische RmHqim. Laibach, 2. April. Inland. Allem Anscheine nach wird die 9?e< giernng Heuer den Landtagen nur eine ttnjigt gleichmäßige Vorlage überreichen, nachdem seile«! mehrerer Provinzialvertretungen noch die Regierung!' Vorlagen des Vorjahres unerledigt geblieben. Dich Vorlage betrifft die Abänderung der bisherigen lanbes» gesetzlichen Bestimmungen über Maß und Ge> wicht anläßlich der Einführung des Metermaßes. Außerdem soll noch im böhmischen Landtage von btt Regierung ein Feldschutzgesetz und eine neue Strom« Polizeiordnung eingebracht werden. Der LandesM' schuß von Böhmen hält für diese Session ein gor?-gesetz, eine 33oAge über die GehaltSregulierunz «r Volksschullehrer, ein Sanitätsgesetz und eine rtae Feuerwehrordnung bereit.. Gegenüber den vielfachen irrigen Vermuthungen, warum gerade Venedig zum Ort der Begez-nung zwischen Kaiser Franz Josef und Köni? Victor Emanuel gewählt wurde, führt die amtliche „Gazzetta bi Venezia" ganz fachgemäß oni, der Kaiser wolle nicht eine Reise in Italien mache», sondern sein Zweck sei lediglich, dem König Victor Emanuel seinen Besuch zurückzugeben, und zu diese» Zwecke habe er die Gelegenheit seiner dalmatinischer Reise benützt, und so sei ganz natürlich Venedig gt* wählt worden. .Da Rom aus Gründen der Co»> venienz, die für Kaiser Franz Josef maßgebender als für irgend einen ändern Herrscher waren, nichl in Frage kam, so war es überflüssig, die Wahl btt Stadt zu diskutieren, in welcher der Kaiser oett Oesterreich und der König von Italien sich btgtgnrt sollten. Nur eine Thatsache ist wichtig und entscheidend, daß der frühere Herr Venedigs in loyal« Weise die italienische Einheit annahm und daß bif geschichtlichen Ansprüche des Hauses Oesterreich aaf die Halbinsel aufgehört haben, einen Theil deS p»' litischen Programms deS Kaisers Franz Josef mtf> zumachen. Alle Spitzfindigkeiten der Presse und alle Vermuthungen kurzsichtiger Politiker werden deo kaiserlichen Besuche seine Bedeutung und Wichtigkei! nicht nehmen." Das ungarische Abgeordnetenhaus nahm gestern seine Thatigkeit wieder auf. D« nächsten Gegenstand meritorischer Verhandlung bilde der Entwurf eines Pensionsgesetzes für Bolksschul-(ihrer. Was jene Steuergesetzentwürse betrifft, welche im SteuerauSschuß durchberathen und auch der gegenwärtigen Regierung angenommen wurden, st werden im Finanzministerium die zur Verhandlung derselben notwendigen Daten zusammengestellt. nanzminister Szell wird, wie „P. Lloyd" meid«, verschiedene Modifikationen zu denselben beantrage». Wie „Ell." erfährt, ist es der Wunsch der Ungarischen Regierung, daß der Reichs-N Q vor den Psingstseiertagen geschlossen werde; dieser ^irvsch wird jedoch nur dann realisierbar sein, wenn ^te Legislative die Berathungen der unaufschiebbaren Gegenstände bis dahin beendigt. Die allgemeinen Zahlen können nur nach der Ernte stattfinden, ent-btber Ende Juli oder Anfangs August; ist dies }erlei diplomatische Weiterungen mit oer preuß.-Nb Regierung entstehen können, die gerade feine genehme Aussicht bieten. . Der Papst fährt in der Verdammung der L«b,r,ca et«rtfiilfo«. ^ch der Encyklika über die preußischen Mai-„klärte er in der letzten Allocution tni Con-f lQtiutn eine Reihe von neuen italienl,cheu Gebiet] für gottlos und nun veröffentlicht der „Um« K« auch ein Rundschreiben an dle ,chweizer.schen Nbölifen in welchem das Civilehegesetz vernrthellt vor der Secte der Altkatholiken gewarnt wird, ist bemerkenswert das Pius IX. diesmal kurz-LrflnQt daß auch die Ge,etzgebung paritati-Kt Staaten mit großer protestantischer Majorität nach dem kanonischen Rechte zu richten habe. >> der S-bweiz wird man diese Kundgebung wohl tz L übrigen l-9 werden mußte. Vonseite der Behörden geschehen alle ^^hrungen, um der Verbreitung der Lalamitäl vorzu- ^ jjenn der Souffleur kurzsichtig i st. tt* schreibt der „Pr." au8 Lilli: „Unsere Stadt besitzt ein recht freundliches Theater und es veranstalten in demselben bald förmliche Schauspieler-Gesellschaften, bald Dilettanten. mehr oder minder gelungene Vorstellungen. Heuer hält sich seit einigen Wochen eine ziemlich brave Truppe hier auf, deren Mitglieder viel Beifall finden, und die sich, um sofort die Hauptsache zu erwähnen, eines ausnehmend kurzsichtigen Souffleurs erfreut. Jüngster Tage führte man gerade das hübsche kleine Lustspiel „Er ist nicht eifersüchtig" auf, als dieser brave Mann das Malheur hatte, sich durch eine rasche Bewegung der Hand die Augengläser von der Nase zu schlagen, so daß sie über die Bühne hinkollerten. Von einem ferner« Soufflieren konnte unter solchen Umständen keine Rede sein und das Publicum bekam nur stoßweise den unterdrückten Jammerrus zu hören: „So suchts mir doch meine Augengläser! So gebts mir doch meine Augengläser!" Sonderbarerweite batte keiner der Schauspieler die Geistesgegenwart, dem unglücklichen Souffleur sein unentbehrliches Instrument zu überreichen, so daß dieser brave Mann sich genöthigt sah, selbst nach dem Flüchtlinge aus die Suche zu gehen, was wieder zur Folge hatte, daß man von den Logen aus ein paar ängstlich gesticulierende Arme erblickte, die, vom Souffleurtasten kommend, zwischen den Beinen der Schauspieler auf der Bühne herumtappten. Die Darsteller kamen mit ihren Rollen zwar sehr schlecht vorwärts, doch ist sicherlich bei der Aufführung des vorher genannten Lustspieles noch nie so viel gelacht worden als diesmal. Der Souffleur soll nach der Vorstellung ein Gelöbnis abgelegt haben, daß er fortan nur mehr mit angebundener Brille soufflieren wolle." — „W e l t p o st." Am 1. Juli soll die vom deutschen Generalpostmeister Stephan so glücklich kombinierte Weltpost eine Wahrheit werden; sie breitet den Groschentarif international über die ganze Erde aus, einige dreißig Jahre, nachdem Avwland Hill ihn den einzelnen Ländern empfohlen. Am vorjährigen Postcongreß nahmen 21 Staaten Theil; 14 derselben liaben ihren Beitritt zum Wellpostver-trag erklärt. Das internationale Centralbureau wird in Bern errichtet, welches mit Berlin das Bäreuwappen ge-meinsam hat, — ein Symbol der wachsend lebhaften Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland. — Gegründete Vorsicht. In dem berühmten Seebad Dicppc besteht eine eigene Polizeiwache, nm die Badegäste gegen das Ertrinken zu schützen. Diese Behörde erhielt in letzter Saison folgende Zuschrift: „Die Badepolizei wird gebeten, wenn eine Dame in Gefahr ist zu ertrinken, dieselbe am Kleide zu fassen statt am Haar, da letzteres oft dem Hilfebringer in der Hand bleibt. Auch newfouudländer Hunde haben sich hiernach zu richten. Local- und Proviuzial-Angelegenheiten, — (Zur Kai (er reise.) Der Ministerpräsident Fürst Adolf Auersperg und die Minister v. Pretis und Unger haben schon mit dem gestrigen Schnellzuge Laibach passiert. Heute um 4 Uhr morgens nahmen die Ehrcncom-pagnie mit der Fahne und die Musikkapelle des k. k. 46. Ins.-Regimentes am Südbahnhose Ausstellung. Es fanden sich „ach und nach die Generalität, darunter der commandierentie General FZM. Freiherr v. Kuhn, FML. v. Pir ker und andere k. k. Obervffiziere, der Fürstbischof Dr. Widmet, Hofrath Ritter v. Widmann, Landeshauptmann Ritter v. Kaltenegger, Landesgerichtspräsident R. v. Ln sch in, Finanzlandesdirector Possanner, Staatsanwalt Persche, Handelskammerpräsident Alex. Dreo und Bürgermeister Laschan ein. Kurz vor fünf Uhr wurde der kaiserliche Se-paratzug signalisiert, die Regimeutskapelle intonierte die Kaiserhymne, Se. Majestät verließ den Reifewaggon, betrat den festlich geschmückten Empfangsfalou und richtete nach der vollzogenen Vorstellung an die einzelne» Würdenträger deZ Landes freundliche Worte. In der Ansprache an den Bürger-meister fragte Se. Majestät zunächst nach dem Umfange der cominunalen Geschäfte; dann erwähnte der Kaiser aus eigener Initiative im allgemeinen der Bauten, die in jüngster Zeit in Laibach entstanden sind; nach darüber entgegen-genommener näherer Auskunft erkundigte sich derselbe auch darnach, ob das neue Realschulgebäude bereits zum Unterrichte benützt werde; schließlich äußerte sich Se. Majestät dahin, er hoffe bei anderer Gelegenheit auch der Stadt Laibach einen Besuch abstatten zu können. Nach abgelaufener Aufenthaltsfrist grüßte der Kaiser freundlichst, bestieg unter den Klängen der Bolkshymne und lebhaften Hoch- und Hiviornfen der Anwesenden den Waggon un> verließ Laibach. Auch FZM. v. Kuhn und Hofrath Ritter v. Widmann bestiegen den Zug, letzterer gab Sr. Majestät das Geleite bis zur Station St. Peter. — (Ständchen.) Gestern abends brachte die neue städtische Mnsikcapelle dem Begründer derselben, Feuerwehr-Hauptmann Franz Doberlet, ans Anlaß seines Namensfestes ein Ständchen, während deffen Deputationen der hiesigen und der waitscher Feuerwehr, sowie das Musikcomitc ihm ihre Glückwünsche darbrachten. Herr Doberlet erwiderte tief bewegt auf dieselben theits in slovenischer, theils ta deutscher Sprache und hielt sodann an die vor feiner Wohnung versammelten Mannschaften nachstehende Ansprache, die wir allseitiger Würdigung wohl werth erachten: „Liebe Kameraden, wertbe Freunde! Bor allem fühle ich mich gedrungen, für den mir durch Euch soeben gewordenen Beweis der freundschaftlichen Gesinnung gegen mich und für die Anerkennung, die Ihr meinem Streben zollt, den tiefgefühlten und herzlichsten Dank anszufprechen. Dieser herzliche Beweis der Wertschätzung und Achtung erfüllt mich deshalb mit um so größerer Freude und Genngthuuug, weil ich der Ueberzeugung lebe, daß es nicht so sehr meiner geringen Person gilt, als vielmehr dem, was ich zum Wohle meiner Mitbürger, zum Nutzen und Gedeihen meiner Vaterstadt zu erstreben und zu erringen mir zur Lebensaufgabe gemacht habe. Unsere freiwillige Feuerwehr, mit ungeahnten Hindernissen und Schwierigkeiten von allem Ansange an kämpfend, vielfach angefeindet, hat sich dennoch durch alle Hindernisse bis jetzt glücklich dnrchgekämpft; sie hat die feindselige Gesinnung vieler, ja sehr vieler in Achtung zu verwandeln gewußt, und ich lebe der frohen Hoffnung, sie, die von echtem Bürgersinne und reiner Menschenliebe getragen ist, werde in nicht gar ferner Zeit in unserer Stadt keine Gegner mehr zählen und wir werden auch die, die uns bis heute noch theilnahmslos ferne flehen, bald die Unsrigen nennen. Und ein zweites Unternehmen, dem ich mich gewidmet und das ich mit meinen schwachen Kräften zu fördern bestrebt bin, wird diesmal, so oft es bisher auch mistungen ist, hoffentlich nicht scheitern. Viel versprechende, hoffnungsvolle Anfänge sind gemacht und das mir heule gebrachte Ständchen ist der lebendige und überzeugende Beweis dafür, daß es hei ausdauerndem Fleiß und richtiger energischer Leitung völlig und gut gelingen wird, wenn die Bürger unserer Stadt uns ihre Hilfe nicht versagen, sondern uns nachhaltig und mit den nöthigen Geldmitteln unterstützen, damit die Lehr- und Lernzeit fleißig ausgenützt werde, eine tüchtige Stadtmusik zu schaffen. An Euerem Willen und am Fleiße fehlts nicht, denn in wenigen Monaten habt Ihr es zu dem gebracht, wovon Ihr heute abends und in den letzten Tagen öffentlich Zeugnis abgelegt habt, uni das ist viel, mehr als wohl mancher von uns zu hoffen gewagt hat. Unsere Mitbürger werden uns nun, wo der Beweis des Gelingens so augenscheinlich geliefert ist, mit erhöhter Opferwilligkeit zur Seite stehen, damit etwas geschaffen werde, was unserer Stadt zur Zierde und zum Nutzen gereiche, jedem einzelnen von Euch abi-t sichern Erwerb gewähre. Ich hoffe, dieser mein Appell an die Bürgerschaft Laibachs werde nicht nngehört verhallen, und in dieser meiner Ueberzeugung und Hoffnung fordere ich Euch auf, der opferwilligen lciibacher Bürgschaft, die es möglich gemacht hat, so weit zu kommen, ein dankbares und zugleich aufmunterndes Hoch auszubringen. Sie lebe hoch, hoch, hoch!" — („Neue Illustrierte Zeitung" Nr. j3.) Illustrationen: Das neue Bilderbuch. (Gemälde von Ed. Kurzbauer. Nach einer Photographie der photographischen Gesellschaft in Berlin.) — Ans der „Königin von Saba": 2. Act. Schlußscene. (Originalzeichnung von F. Kollarz.) — Die Lilienprocession im Schwarzwalde. (Originalzeich-nung von I. W. Frey.) — Der Oelberg und das Thal Josaphat. — Die Ueberjchroetnntung. (Nach einem Gemälde von Jan Verbas.) — Bilder aus Bruck a. d. Mur: Die alte Herzvgsburg. Der eiserne Brunnen. Die eiserne Sa-kristeithüre der Stadtpfarrkirche. — Karl Goldmark. — Texte: Heimatlos. Von «. M. Kapri. (Fortsetzung.) — Karl Goldmark und „die Königin von Saba." — Der Oelberg und das Thal Josaphat. — Kaffee und Th-e. (Hygienische Skizze von Dr. W. F) — Bruder Felix. (Legende von Ed. löauauseld.) — Das neue Bilderbuch. — Lilien processton im Schwarzwalde. — Bilder aus Bruck a. d Mur. — Die Ueberfchwemmung. — Der Kampf um ein Erbe. Roman aus dem Engliichen, von George L. fttken. Dentfch von Laver Riedl. (Fortsetzung.) — Neueste pariser Moden. (Siehe Extrabeilage vom 26. März) — Amalie Haiziuger in ihrer Jugend. — Kleine Chronik. — Scha» AIS «vierstützende Mitglieder der latbacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1875: Herr Joh. Ulf. Hanmann.........................mit 6 fl. „ «lex. Dreo .................................. 10 „ „ Johann Perleß..............................„ 15 „ (Wird fortgesetzt.) vingeseudet Gin Meisterstück des Schmuggels der Firma Dr. Meiweis. (Ein Beitrag zur Charakteristik des national-klericalen Patriotismus.) In dem in di-r letzten „Novice" erschienenen Wahlaufruf der national-klericalen Partei wird dem fcetmaligen Gemeinderathe der Stadt Laibach ein langes Sündenregister vvrgehalten und zum Schluffe bemerkt, daß die Mitglieder des nationalen Wablcomites einem solchen Treiben nickt länger unihätig znsehen können, daher es noththne, andere Männer in die Stadtvertretung zu wäblen, Männer, welche, frei von jedem Egoismus, nur dem Wohle der Stadt sich opfernd, der jetzigen, die Wohlfahrt der Stadt ganz vernachlässigenden und nur ihr persönliches Interesse im Auge behaltenden Sippschaft „auf die Finger fchauen mögen," damit diese nicht nach Willkür mit dem Steuer» gülden der Bürger schalte und walte. An der Spitze der vom Wablcomite als Kandidaten anempfohlenen „Fingerbeschauer" steht Dr. Karol Bleiweis. Primarius im hiesigen Civilspitale, der Sohn des Pervaken Dr. Janes Bleiweis. Wir begreifen es sehr wohl, daß das nationale Wahl« comite dtm Vater der Nation die Bußübung erspart- wissen wollte, bis zur völligen Reinigung des Eemeinderalhes von allen liberalen Elementen die Blutungen seines edlen Her' zens im Ratbhaussaale wiederholen zu müssen. Ta jecoch sein Sohn als der hingebungsvolle, nur für die allgemeine Woblfahrt glühende „Fingerbeschauer" oder in vulgärer Aus-druckSweise gesagt, als eine Art Ausseher der jetzigen Diebs-bande im Gemeindeiatbe anempfohlen wird, so wollen wir uns die Verdienste des Dr. Äarl Bleiweis um Siadt und Land etwas näher besehen. Allerdings hat derselbe von den übrigen Candidaten der klerical-iiationalen Partei de» großen Vorzug, als Arzt im Zwangsarbeitshause die verschiedenen Gaunerstückchen der Zwänglinge, dieses Auswnrses der Menschbeit, kennen gelernt zu haben, daher es seine», geübten Singt ein leichtes* sein wird, das egoistische Gaukelspiel der liberalen Gegner im Gemeinderathe zu durchblicken. Allein die Art und Weise, wie der edle Sohn des großen Vaters der Nation im Landesdienste avanciert ist, verdient eingehender beleuchtet zu werden, selbst auf die Gefahr hin, den Waubeu an die Uneigenniitzigkeit des zukünftigen „Fiiigetbesct'ciiei-S" im Gemeinderathe bei manchen Wählern zu erschüttern. Dr. jiarl Bleiweis wurde im Jahre 1867 als Arzt im Zwangsardeitshause gegen Bezug der üblichen Bestallung jährlicher 378 st. vom Landesaussckiufle bestellt. Während der Landtagssession des Jahres 1869 wurde ein Gesuch des-selben um Gleichstellung mit den Primarien des Civilspitals und um Erhöhung seiner Bezüge eingebracht. Dieses Gesuch erhielt in der Sitzung am 21. Oktober 1869 bei Berathung des Zwaugsarbeitshausprälimiuars pro 1870 seine Erledigung dahin, daß in der Rubrik der „Bestallungen" für den Arzt der Anstalt statt der früheren 378 fl der Jabrcsbttrag von 5( 0 fl. eingestellt wurde. Es wäre nun keinem vernünftigen Menschen beigefallen, aus diesem Landtagsbeschlufle zu folgern, daß damit "die frühere Bestallung in eine stabile Anstellung im Landesdienste umgewandelt worden sei, urnmt hierüber in dem betreffenden Berichte gar keine Andeutung enthalten war und auch im Landtage wegen Shflemisierung eines neuen ärmlichen Diettstpofleits an der ZwaiigSarbeits-anstatt keine Debatte stattgesnnden hatte. Allein Dr. Karl Bleiweis hat das Glück, einen für daö Wohl der Nation glühenden Vater zu besitzen, der zugleich auch Laudesans schußbeisitzer ist, mit so ist denn erklärlich, daß im Landes-ousschnsse die Ansicht der Ilericalen Majorität dnrchdringen konnte daß Dr. Karl Bleiweis auf obigem LandlagSbeschluffe als ein nicht blcs gegen Bestallung ausgvnommeiier, sondern al« eilt mit dein Gehalte von 500 fl. in Landesdienste» an aeftcUter Arzt vom 1.1870 anzusehen sei. Es wurde ihm auch das bezügliche Anstelluiigsdecrel sofort ausgestellt. ' Diese gewiß höchst merkwürdige, biSber wohl noch in keinem der' österreichische» Länder und Königreiche vorge-kommeue Creieruug eitles neuen landschaftlichen Dieiistpostens ohne vorbergegangenen Laudtagsbeschltiß kam auch später im kraiuischen'Landtage nicht mehr zur Sprache, obwohl rs dem aufmerksamen Leser der stenographischen Berichte aussallen muß, daß in den vom LandeSansschnsse gelieferte» Präliminarien deS ZwangsarbeitsbanscS seit dein Jalire 1870 die Ziffer der Gehalte der a» dieser Anstalt ange-stellte» Beamten in unerklärter Weise einen Zuwachs von 500 fl, hingegen die Ziffer der „Bestallungen" eilte» Ab fall i» gleicher Höhe erfuhr. Dieses Kunststück des Hinüber dmiiflievciid ein« Ausgaösposi ans einer für Dr. Karl Bleiwei« etwas unbehagliche» Rubrik in eine viel behngti chere war somit ohne unliebsame Zwischenfälle gelungen. Doch Dr. KarvI BleiweiS scheint dieses nunmehr stabilen Dienstes nicht recht froh gewesen zu sein, es gelüstete ihn nach einer Primararztensstelle im Civilspitale, und es ist wohl noch in der frischen Erinnerung unserer Leser, welche Mittel von den Pervaken im Landesansschusse angewendet wurden, um einen im Wege stehenden definitiv angestellten Primarius im Civilspitale zu beseitigen, natürlich nur deshalb, um im Interesse der leidenden Menschheit den Sohn des Bolksführers an dessen Stelle zu placieren. Nach dem Uebertritt des Dr. Karl Bleiweis an die Landeswohlthätigkeitsanstalten wurde dessen erledigte Stelle an der Zwangsarbeitsanstalt mit dem Jahresgehalte von 600 fl. an Dr. Vvsnjak verliehen. Wie überflüssig diese in usurn Delphini creierte Stelle fei, erhellt am besten daraus, daß Dr. Vvsnjak infolge feiner Theilnahme als Abgeordneter an den Reichsratbsverbandlnngen in Wien und an den Landtagsverhandlungen in Graz schon nahezu seit Jahr und Tag von hier abwesend ist und sein Dienst ganz gut durch andere landschaftliche Aerzte nebenbei versehen wird. Diese Thatsache ist jedoch unbestreitbar, daß der als „Fingerbeschauer" der derzeitigen höchst egoistischen, mit den Geldern des Volkes in der unverantwortlichsten Weife schaltenden Gemeindevertretung von dem national-klericalen Wahl-comite anempfohlene theuere Sohn des theueren Vaters der Nation dem Lande Jtrain aus purer Selbstlosigkeit die große Annehmlichkeit verschafft hat, dem Arzte an Der Zwangsarbeitsanstalt statt der frühem Besoldung von 378 fl. die Besoldung von 600 fl. sammt den eventuellen Deceunal-znlagen und schließlich »och die Pension bezahlen zu müssen. Laibach, am 2. April 1875. Ein Wähler, zugleich Steuer - »uv Landesnuilageuzahlcr. Witterung. Laibach, 2. April. Heiter, febr warme Luft, schwacher West. Temperatur: morgens 6 Uhr + 0'4°, nachmittags 2 Uhr + 154° C. (1874 ■+• 160"; 1873 + 167° C.) Barometer 737 22 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur + 5'1° tim 2-3° unter dem Normale. SaliclDlltt-Zllhiipuliikr, Balinjlfam-Mundwasser zu bekommen in der Apotheke „zum goldenen Eiitkjovii“ des Victor Trnkoczy am Hauptplatz iii Laibach. (224) 3-1 Wiener Börse vom 1. April. Staatsfonds. Spcrc. Diente, öst.Pap. bto. dto. öst. in Silb. Lose von 1854 . . . . Lose von 1860, ganze Lose von 1860, jvünrt. Priimiensch. e. 1864 . Qrondent.-Obl. Siebenbürg. Ungarn Actiea. Anglo-Banl.......... Creditanstatt....... Depositenbank . . . . EScompte-Anftalt . . Franco - Bank . . . . Handelsbank......... Nationalbank . . . . Oest. Bankgesells. . . Uni'n-Bank.......... Vereinsbank......... Verkehrsbank........ Alföld-Babn......... Karl-Ludwig-Bahn . Kais. Elisabeth-Bahn Kais. Franz-Josessb. Staatöbahn.......... Südbahn............. Geld i Ware 71*15 71*30 75 60 75*70 105* 10550 1V2-6011L>>0 115-5CI115-75 127.— 127 rö 76* 77 — 79*25 79*75 137.25j 137*50 239 25 239*50 133 — 136-805'- Ä15*— 51*75 r.8 -66 50 67*-H54-- 656*-185.—; 186-114.50 :14-75 27*50' 28 -101*— Idl-'O 131-25 31 75 234-— 234.50 187*50 18S’ löii*- 168-50 309*- 3 9 5 145-50 146 - *'S 9625 87'- »5*15 86 *8 3C 9675 78 141*- 9U< m 141*5- 111-30 iu» 2»-isr- Pfandbriefe. Allg. oft. Bod.-Credit. dto. in 33 3....... Nation, ö. W........ Ung. Bod.-Sretitanst. Prioritäte-Obl. Franz-JosesS-Bahn . Ocft.-Nordirestbahn. Ciebenbürger . . . . SiaatSbahn.......... Eüdb.-Ges.zn 500 Fr. dto. Sens Lose. Credit - Lose....... Rudolfs - Lose .... Wachs. (3Mo,i.) AugSb. IftOfi. südd.W Franks. 100 fl. „ „ Hamburg............. London 10 Psd. Sterl. Pari« 100 Francs . . Münzen. Kais. Münz-Ducaten 5-83—,5-ü-LO-Francsstjick .... 8-88—'8’SS' Preuß. Kassenscheine. V68«l[vC Silber . . . 108-70 l«i 98-16; *1 5S.«1 5» 58-81. 51« 111-26 Ul1 43-90' U- Trlegraphischer Cursbcricht am 2. April. Papier-Rente 71 05 — Silber-Rente 75 65 — 186U Staats-Anlehen 112 60— Bankactien 956.— Credit 2# London 11115 — Silber 103-50. — K. k. MN bucaten 5 22"z. — 20-Francs Stücke 8-87-/,. —100 W mark 54 35 1200 schöne troct’ene NußbaumM und 400 schöne trockene Ahornblöcke. Dicke 4 Zoll und abwärts, an der Bezirksstraße lagtit 3*/i Stunden von der Rndolssbahnstation Lack entfeint, f* sogleich zu verkaufen. Gefällige Anträge an Johann Oblak, (225)_______Tischlermeister in Gorenjavas, Zahnarzt L. Ehrwerth Hrrrrngaffe 213 im 1. Ttock, ordiniert täglich von 9 bis 4 M AngckommeneFr^mde am 2. April. fcotel «tnDt 9‘,’icn. Jv^M. Bar. Knhn; Ziegler, Journalist und Fricdland. flieif., Wien. — Wittroff, Agent, Sissek. — Baron, Reis., Jfanija. Hotel eicfmtt. Pibrouz, Kropp. — Presern, Rad mannsdvrs. Hotel Ifiivutm. Boß, Prof., Laibach. Babarik, Agent und Rieß, Wien. 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