thr*mnemltw» - Vrttfe r Kür Laiba»: *a«,jSbrig . . 8 fi. 40 tr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «irrtrljLhrts . 2 „ 10 „ tteMttto ... — * 70 „ Mit der Post Gauzjiihrig............1* ff- -alWhrig............... 6 „ MnMiWrte » . gib gufleOnng in« Hau« »ktitlt. 86 b., mmaü. 9 kr. finjetnt #e»*tn« « kr. Laibacher TJ aablall. Rrdactton: vahnbosgafie Nr. 16. Erprditi««»- & Inseraten-Bureau: «vngreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung don Jg. v. Älein-me|r tc $tb. Bamberg.) Anonyme «ittheilnngen werden nicht der»ckfichtigt; Manujlripre nicht zurttckgesendet. Jnsertlonspreis«: Kür die einspaltige Petit»eile i 4 tr., bei wiederbolter Einschaltung a 3 kr. Anzeigen 6t» 5 Zeilen 80 kr. Bei größeren Inseraten Öfterer Einschaltung entshr^ chender Rabatt. Kür coatplieierten Satz bes»n-dere «ergittung. Nr. 250. Dienstag, 30. Oktober 1877. - Morgen: Wolfgang. 10. Jahrgang. Uboimemepts -Einladung. Mit 1. November 1877 beginnt ein neues Abonnement auf da» „Laibacher Lagblatt." Bis Ende November 1877: ftot Laibach "7 5* ^ !r" Mit der Post 1 fl. — kr. Bis Ende Dezember 1877: Für Laibach . . - . - - • - lg-40 ”• Mtt der Post 2 *• Für Zustellung in« Hau» monatlich 9 kr. MP* Auf da» „Laib. Tagblatt" kann täglich abonniert werden, doch muß das Abonnement immer »tt Echlutz eines Monates ablaufen. dem Gedanken einer Erfolglosigkeit der Verhandlungen näher bekannt zu machen. ES tritt nun die Frage auf, wa« geschehen werde: ob eine Verlängerung de« ablaufenden Vertrage« auf ein weiteres Jahr, ob eine Zurückziehung auf den beiderseitigen autonomen Zolltarif, ub rin Vertrag nur mit Stipalierung der Meistbegünstigung die Handel«, beziehungen beider Reiche regeln wird? Für dir erwähnte Verlängerung würdr dir Erwartung sprechen, daß mittlerweile der österreichisch-ungarische Ausgleich einerseits und dir definitive Gestaltung der Handelspolitik Drutschland» andererseits, dann da« allmälige Verschwinden der Nachwirkungen der volkSwirthschaftlichen Krisis rin günstigere« Terrain für den Versuch einer zollpolitischen Einigung vorbereitet! würden. Ungarische Journalstimmen sprechen fich unumwunden dahin au», daß mit dem autonomen Tarif der ganze Ausgleich an einer gefährliche« Stelle angelangt sei, ja daß bei der Verschiedenheit der Bedürfnisse Oesterreich« und Ungarn« in volle» wirthschaftlicher Beziehung eine Einigung nur einen Sinn hätte bei einer gemäßigt frritzändlrri-schrn Politik der Gesammtmonarchie, und daß, wenn nicht ohne Verzug ein Auskunft-mittel gefunden würde, wenn auch ein provisorische«, der ganze Au«, gleich in Frage gestellt würde. Obgleich die Verhandlungen mit Deutschland definitiv abgebrochen wurden, so wird denn doch nicht gezweifelt, daß der Verkehr zwischen Deutschland und Orsterreich-Ungarn rin freundschaftlicher bleiben werde. Beide Theile find überzeugt, daß e» Der verkrachte Handelsvertrag. n. Auch in Deutschland geben sich Journalstimmen lund, dir den Abbruch der VertragSverhandlungen lebhaft bedauern, jedoch der Bemerkung Ausdruck geben, daß für beide Theile im Verlauf der Verhandlungen die fachlichen Interessen al» zu verschieden und diese Verschiedenheit al« zu gewichlig sich herausgestellt habe, als daß eine befriedigende Einigung gegenüber der großen Verantwortlichkeit beider Re-gierungen schon jetzt innerhalb der gegebenen Grenze erreichbar gewesen wäre. Die öffentliche Meinung hüben und drüben hatte hinreichend Muße, ftch mit Man hielt e» angeficht» de» mächtigen Einflüsse», den heute die materiellen Interessen auf die Gestaltung der internationalen Beziehungen au»üben, für unmöglich, daß Oesterreich-Ungarn und Deutschland in volttwirihfchastlichen Dingen sich bekriegen sollten. Man gab sich der Hoffnung hin, daß die Diflonanzen sich schließlich in Harmonie umgestalten würden und rin Handelskrieg vermieden werde. Namentlich in Ungarn faßt man da« Scheitern des Vertragsabschlusses mit Bedauern auf, durch den autonomen Zolltarif würden die Jndustrieprodukte vertheuert und da» Absatzgebiet für ungarische Roh-produete eingeengt werden, Ungarn müßte den österreichischen und deutschen Schutzzoll bezahlen. dringend nothwendig ist, auch ohne Vertrag im freundlichen volkSwirthschaftlichen Verkehrt zu bleiben, und nicht« bestätigt dir Befürchtung, daß Deutsch» land zu Repressalien schreiten werde. Die ungarischen Journale ziehen in erster Reihe die Frage drr Verlängerung de« gegenwärtig ablaufenden Handelsvertrages, die Wiener Presse dagegen zieht die Frage der Einführung de« autonomen Tarife« in nähere Erwägung. Ungarn hofft vom autonomen Tarife keine Rosen zu pflücken; Ungarn, der hervorragende Produzent von Ackerbau« und Rohprodukten, würde jede Erschwerung de» GrenzverkehreS schmerzlich empfinden, und deshalb treten schon heute in ungarischen Blättern Meinungen Feuilleton. Die Herrin von Kirdy. Roman von Td. Wagner. (Fortsetzung.) Buonarotti aber sprang in den Wagen, schlug die Thür zu. und der Wagen rollte fort. Der Mann blieb stehen und sah dem Wagen nach, bi« er in eine andere Straße einbog; dann ging er in da» Hotel und trat in da« Comptoir «in, wo er sich von dem Sekretär das Hotelregister vorlegen ließ. „Das war ein staatliche« Paar, welches soeben abgefahren ist," sagte er nach einigen gleichgiltigen Bemerkungen, während er die Fremdenliste überblickte. „Ich denke, daß der Herr wenigsten» rin Herzog oder so etwS ist." „Durchaus nicht," erwiderte der Sekretär lächelnd. „Obwvl er sich einen Preis errungen hat, nach dem so mancher Herzog gestrebt hat, ist er doch nur ein ganz gewöhnlicher Mann — aber reich, enorm reich. Er heißt Buonarotti und hat sich eben erst irit einer der schönsten und stolzesten Damen Irlands, der Ladt) Helene Cheverton zu Ballyconnor, verheiratet." die Liste, bis er die Namen: Anthony Buonarotti und Lady Helene Buonarotti gefunden halte. Den Finger auf den Namen haltend, betrachtete er die Handschrift und sagte dann: „(58 ist doch wunderbar, wie ftch die Menschen manchmal ähnlich sehen. Dieser Mr. Buonarotti erinnerte mich lebhaft auf einen Mann, den ich in einem ändern Welttheile kennen lernte. Freilich würde er sich vielleicht nicht sehr geschmeichelt fühlen, wenn er da« wüßte. Also dieser Herr ist reich und hat eine Lady geheiratet? Das sind allerdings Umstände, die mich überzeugen/ daß meine Bermuthung eine irrige war; denn meinen Bekannten muß ich in anderer Gesellschaft und in anderen Verhältnissen suchen. Da fällt mir ein," fügte er hinzu, indem er dem Schreiber eine Zigarre offerierte, „daß ich heute früh einen ändern Mann im Gastzimmer sah; er hatte eine Narb? auf der Stirn, trug schwarze Kleidung und sah aus wie der Bediente eines vor. nehmen Herrn. Wer mag der wol sein?" „Thut mir leid, Ihnen darüber keine Auskunft geben zu können," antwortete der Sekretär, den die ihm spendierte Zigarre miltheilsamer gemacht hatte. „Ich komme zu wenig, fast gar nicht mit den Gästen des Hotels in Berührung und kümmere mich auch nicht weiter um sie, als ich muß. über ihn erfahren können. .Mr. Buonarotti hatte einen Diener," bemerkte Smith weiter. „Sollte dieser der Mann sein, den ich heute morgen» gesehen Hobe?" „Wol möglich, aber ich weiß r» nicht," entgegnet« der Sekretär. .Es find mehrere Herrschaften mit Dienern hier." Da Smith keine nähere Auskunft von dem Schreiber erhalten konnte, begab er sich in da» Gastzimmer, um hier seine Nachforschungen fortzusetzen. Er wandte flch an einen Kellner, welcher ihm sagte, daß der Mann mit der Narbe der Diener Mr. Buonarotti'« gewesen sei, daß er Filipp heiße, heute morgen» von seinem Herrn entlaffen worden und deshalb zu seinen Angehörigen gegangen sei, welche im Kreis Antrim wohnen. „So," fügte der Kellner hinzu, „hat mir Filipp selbst gesagt, ehe er fortging. Mehr aber kann ich Ihnen nicht sagen." „So, Kreis Antrim,' murmelte der lahme Smith, als er wieder hinaus auf die Straße humpelte. „Und er nennt sich Filipp! Das ist aber sein rechter Name nicht, auch ist er nicht aus Antrim, das ist nur eine Ausrede, um mich zu täuschen. Jetzt weiß ich, daß er mich erkannt hat. Warum wäre er sonst auch so verlegen geworden, als ich zutage, daß der autonome Tarif in Ungarn einer sympathischen Aufnahme stch nicht zu rühmen haben dürfte. Wer kennt nicht da« heißbültige Magyaren, lond? Die ungarischen Volkstribune werden Ausgleichsprojekte ablehnen, durch welche Ungarn voll»-wirthschastlich geschädigt werden könne. Auch in der österreichischen Reichshälfte geben fich in industriellen Kreisen schutzMnerische Tendenzen kund, und es wird nichts versäumt, um nach dieser Richtung hin auf die österreichische Re. gierung einzuwirken, ja gegen letztere förmlich Sturm zu laufen. Rußland und die Türket haben ihren blutigen, Oesterreich-Ungarn und Deutschland ihren Zollkrieg. Wer wird au- beiden Kriegen als Sieger Heimkehren? Zur Lage in Frankreich. Nach den neuesten Nachrichten kann der Rücktritt de» jetzigen Kabinett« als gesichert angesehen werden; der Marschall scheint einem Ministerium de» Herzog» d'Audiffret-Parquier den Vorzug zu geben, doch hat der Herzog bi» jetzt jeden Gedanken an die Uebernahme der Geschäfte zurückgewiesen; am wahrscheinlichsten ist ein Kabinett Berthaut-Dusau re. Auch wünscht der Marschall den Finanz-minister Caillaux, dessen Energie und Arbeitskraft gerühmt wird, im Amt zu erhalten, dagegen kann der Rücktritt de» Herzog» DöcazeS, allen bisherigen Kombinationen entgegen, als sehr wahrscheinlich betrachtet werden. Die „Agence Hava»" meldet, daß die bevor-stehende Bildung eines Ges chäftSministeriumS wahrscheinlich ist. Der „Moniteur" glaubt, da» gegenwärtige Kabinett werde bi» zur Eröffnung der Kammern verbleiben. Da» genannte Blatt protestiert entschieden dagegen, daß man stch mit der Frage einer zweiten «ufiösung der Kammer beschäftigt habe, und erklärt die Gerüchte von einem Staatsstreiche als lächerlich. Der „Franyais" sagt: „Die Minister find bereit, vor die Kammer zu treten, um ihre Politik zu vertheidigen und die Beraniwortung für dieselbe zu übernehmen; jedoch wollen sie nicht da« Hindernis für eine anderweitige Lösung bilden, und sind sie bereit, stch zurückzuziehen, wenn der Marschall-Präsident andere Räthe berufen zu sollen glaubt." Die „Affembl6e Nationale" glaubt, daß der einzig mögliche Ausweg die Bildung eine» au» Mitgliedern de» Senat» bestehenden Ministerium» sei, welche» von Audlffret-Piequier geleitet oder wenigsten» unterstützt werde. Der Präsident de» Senat« schilderte die Situation al» eine tiefernste. ihn ansah I Ja, er hat mich erkannt und sich au» dem Staube gemacht, weil er fürchtete, daß ich wich nach ihm erkundigen würde. Die Entlassung aus seinem Dienste ist ebenfalls nur Schein, denn ich kenne ihn und seinen Herrn und weiß, daß dieser e» nicht wagt, jenen zu entlassen, und dieser sogenannte Filipp denkt erst recht nicht daran, einen so guten Platz, der ihm dir größte Sicherheit gewährt, zu verlassen, vielmehr wird er nach dem Landgut der Lady Helene Buonarotti zurückkehren, wenn es ihm geluugen ist, mich durch dieses wirklich geschickte Manöver irrezuführen. Doch da ich einmal Wind von ihnen habe, sollen sie mir nicht entgehen. Da» Glück ist mir außerordentlich günstig Da kann ich die Belohnung für beide, für den Einbrecher und für Gentleman Bob auf einen Strich rinfäckeln. Sonderbar, wie dieser Mr. Buonarotti mich an de« Gentleman Bob erinnerte. Aber a»a» soll ich nun zunächst anfangen? Zuerst will ich diesen Filipp, oder Newville, oder unter welchem Namen er jetzt reist, aufsuchen, und wenn ich ihn Vicht finde, will ich einen Spaziergang nach Bally-connot machen." Mit diesem Entschluß eilte er rascher vorwärt», um sogleich seine Nachforschungen zu beginnen. (Fortsetzung folgt.) / Es herrscht große Unentschlossenheit im Elys6e, ob man den Dingen ihren freien Lauf lassen oder die Entscheidung bi« zur letzten Stunde Vorbehalten solle. Bom Kriegsschauplätze. Da« „Journal de» Debat»" bringt Meldung, O»man Pascha habe einen zweiten großen Angriff auf P lew na zurückgefchlagen. Die Verluste der Russen sollen ungeheure sein. Am 18. d. Mt», rückten drei Colonnen des Eriwan'schen Detachements den zurück-ziehenden Truppen Ismail Pascha'» nach und besetzten die früheren feindlichen Positionen bi» 5 Ischerfala. Die Nachhut Ismail Pascha'« befestigte ich mit drei Geschützen auf den Anhöhen bei Ali-oischak und eröffnet« ein Artilleriefeuer, welches sie besonder» gegen die energisch angreifende Colonne des Generals Dewel richtete. Die eingetretenc Finsternis und ein dichter Nebel verhinderten Dewel, den Feind von der rechten Flanke zu umgehen. Durch türkische Geschosse wurde eine Munitionskiste in die Luft gesprengt, wobei fünf Mann getötet wurden. Die Nachricht, daß General Zimmermann gegen Silistria vorrücke, bestätigt fich durchaus nicht. Nur eine Abiheilung der zwischen Tscherna-woda und Raffowa verschanzt stehenden russischen Truppen unternahm vor einigen Tagen eine Recog-noecierung auf der Straße, kehrte aber bald wieder in ihre frühere Position zurück. Der Spezialkorrespondent der „Deutschen Zeitung" berichtet aus Schumla: „Ich bin soeben von einem Ausfluge nach der Dobrudfcha hieher zurückgekehrt. Auf Grund persönlicher Anschauung und selbstgemachter Beobachtungen halte ich die vermeintliche Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden feindlichen Vorrückung daselbst für unbegründet. Die Recognoscierungen und KundschaftSnachrichten ergaben, daß die Spitzen der russischen Vorhut nicht über Mussabej auf halbem Wege zwischen Med-schidie und Basardschik einerseits und Kuzgun auf der Straße nach Silistria andererseits vorgerückt sind. Die feindliche Hauptkraft soll noch am Tra-janSwall stehen und derselben auch ein Belagerung«-park beigegebm sein. Seit den schärferen feindlichen Recognoscierungen der Vorwoche herrschte in der Dobruascha vollkommene Waffenruhe. Während die Vorrückung der Russen gegen Silistria und die Eernierung dieses Platze» al» möglich bezeichnet wird, hält man den Angriff auf Bafardfchik für unwahrscheinlich. Suleiman Pascha ist vorgestern in Basardschik angelangt. Al« ich gestern mittag» Basardschik verließ, inspizierte er noch die dortige Position.' Politische Rundschau. Laibach, 30. Oktober. Inland. Nach Bericht der „Budap. Korr.“ empfing der Kaiser am 28. d. in besonderer längerer Privataudienz den Grafen Andrassy, Tisza und die österreichischen Minister. Auersperg und Lasier conserierten mit Tisza und der Finanzminister de Preii» mit Szell. Heute findet in Budapest ein gemeinsamer Ministerrath statt, in welchem bezüglich der Ausgleich«- und Zollfrage wichtige Beschlüffe gefaßt werden sollen. Jnbetreff der Zoll frage sagt die „Mont.. Revue": „Die mit der ungarischen Regierung vereinbarte Vorlage wird zeigen, ob denn das öfter» reich>sche Kabinett wirklich so schutzzöllnerisch geworden sei, wie man es schon jetzt ohne Kenntnis diese» Tarife» ausschreit, weil e« sich, allerdings frei von allen wie immer gearteten Nebenrückfichten, energisch der Ausrotiung alter Uebelstände hingegeben und auch eine Classification der Waren eingeführt hat, welche dem modernen Stande der Industrie entspricht." ttitfttottU. In Bezug auf den Abbruch der jZollvertragSverhandlungen schreibt d e Berliner „Nat.-Ztg.": „Diejenigen wichtigen Artikel, über deren Behandlung im Tarif man sich nicht einigen konnte, sind insbesondere: feinere Baumwollgarne, Wollgarne, feinere Baumwollwaren, Leinenwaren, Wollenwaren, Seiden- und halbseidene Waren, Kleider und Putzwaren, Papier, Leder und Lederwaren, Glas- und Thonwaren, Eisen und Elsenwaren, Wein. Hinsichtlich des Veredlungsverkehr» hat Oesterreich-Ungarn zwar die anfängliche Forderung eine» sogenannten Appreturzvll» fallen lassen, dagegen aber eine Verschärfung der bestehenden Kon-trollmaßregeln verlangt, durch welche der Werth dt» ! ZeredlungSverkehr» für Deutschland theilweise verloren gegangen wäre. Deutscherseits war man geneigt, auf gewisse Verstärkungen der Kontrolle einzugehen. Die österreichisch-ungarischen Kommiffäre ibtt machten die Fortdauer des BeredlungSverkehr» elbst in einem durch strengere Kontrolle beschränkten Imfange von Zugeständnissen bezüglich der zollfreien < Einfuhr von Leinwand abhängig, zu welchen man deutscherseits sich nicht entschließen konnte.“ Im Elysse fand eine wichtige Konferenz ’tatt, welcher alle Minister, mit Ausnahme de» in einem Wahlbezirke Puget-ThönierS weilenden Herzogs D6cazeS, dann der Senatsprästdent Herzog d'Audiffret-Paequier, der Senator Bocher, der Staatsraths-Alterspräsident Andral und eine vierte Person, deren Name nicht genannt wird, thcitnahmen; de Broglie und de Fourlou erklärten: sie seien fest entschlossen, nicht mehr vor den Kammern zu er« cheinen. Nach einer längeren Unterredung kam man überein, daß das Ministerium zurücktreten müsse, und obgleich man keinen bestimmten Termin dafür festsetzte, schien mau doch anzuerkenncn daß e» noch vor dem 4. November geschehen solle. Die „Afscmblöe Nationale" theilt mit. e» sei in dem Ministerrathe beschlossen worden, fall» die Majorität die conservativen Wahlen massenweise annullieren sollte, die Auflösung der Kammer zu verlangen; wenn der Senat dieselbe verweigere, so werde der Macschall zurückireten. Der „Soleil" bezeichnet als den einzigen Ausweg die Constituierung eines durch die eigene Verantwortlichkeit des Mar-schall» gedeckten parlamentarischen Ministerium». Zur Tagesgeschichte. — November-Avancement. Ernannt wurden: 3 Feidmarfchall-Lieutenants, 18 «eneralmajore, 31 Oberste, 54 Oberstlieutenants, 81 Majore, 314 Hauptleute erster Kliffe, 233 Hauptleute zweiter Klaffe, 233 Obrr-lieutenantS und 211 Lieutenant». — Das letzte Lied eineSMeistersSngerS. »m 28. d. 8R. schloß in der Metropole deS österreichischen Kaiserreiches ein Mann sein Auge für immer, dessen Name in allen Musik-, beziehungsweise Sängerkreisen Europas einen guten Slang hatte — Johann Herbeck, geboren am 25. Dezember 1831. Welch hohe Stufe der talentierte Sohn eines armen böhmischen Schneiders durch eigenen Fleiß erstieg, bezeugt daS nachstehende Parte: „Die Unter« zeichneten (nächsten Verwandten) geben hiemit fchmerzerflillt Nachricht von dem Hinscheiden ihres innigst geliebten (Batten und Vaters, deS Herrn Johann Ritter v. Herbeck, ersten k. t. Hof Kapellmeister«, emeritierten Direktors des t. k. Hof' Operntheaters und artistischen Direktors der Gesellschaft der Musikfreund«. RitterS de» k. k. Ordens der Eisernen Krone dritter Klaffe, deS 1. k. Franz JosephS-OrdenS, Besitzers des k. k. goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, Ritters des kaiserlich russischen StaniSlauS-OrdenS zweiter Klaffe, Offiziers des kaiserlich brasilianischen Rofen-Ordens, Ritters des königlich hannover'fchen Ernst-August - Ordens erster Klaffe, Ehren-LhormeisterS und Ehrenmitgliedes des Wiener MSnnergefang-BereineS, Ehrenmitgliedes der Gesellschaft der Musikfreunde, deS Schriftstellervereins „Concorbia" und anderer Gesellschaften und Vereine, welcher Sonntag den 28. d. M., früh um */«10 Uhr, nach kurzer Krankheit nn» Empfang der heiligen Sakramente der Sterbenden, io 46. Lebensjahre selig in dem Herrn entschlafen ist." — Glückliches Belgien (I?). Die volkszth' lung in Belgien weist im Jahre 1846: 12,000, im J-h" 1866: 18,200 Mönche und Nonnen auf. Da sie in stete- Znnabme begriffen find, hat es das Ministerium für gut befunden, bei Veröffentlichung der Ergebnisse der letzten Volkszählung, Ende 1876, diese Rubrik einfach statistisch todkzuschweigen und nur nach Berlin wurde vom Minister der auswärtigen Angelegenheiten die Anzeige erstattet, daß im vorigen Jahre zweihundert zwölf deutsche Mönche nach Belgien gekommen sind. Nach den Schätzungen, die nach amtlichem Material annähernd gemacht werden können, beherbergt Belgien jetzt deren wenigstens 24,000. Wundern wir uns nicht über das Steigen der Taglöhnungen bei dem Vorhandensein lausender Müsstggänger I Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Zum November-Avancement.) Laut letzten Militär-Verordnungsblatte» wurde der Kommandant der 28. Jnfanterietruppen-Diviston, Herr Generalmajor Ritter v. L i t t r o w, zum Felbmaischall-Lieutenant ernannt. Las OsfiziericorpS der hiesige» Garnison wollte demselben aus diesem freudigen Anlässe gestern abends ein Ständchen bringen. AIS dieS der Herr Feldmarschall-Lieutenant kurz vor der onberaumltn Stunde erfuhr, lehnte er, in Berück-fkttiflung, daß im obersten Stockwerke des Hauses, welches n bewohnt, eine Schwerkranke darniederliege, das Ständchen dankend ab. — (Generalversammlung.) Die Aktionäre bet hämischen Industrie-Gesellschaft hielten heute «»»mittags in Laibach ihre diesjährige «eneralversamm-lung ab. AuS dem allgemeinen Geschäftsberichte des Ver-toaltungsrat&eS nnd aus dem Berichte der BetriebSdireetion theilen wir folgende wichtigere Daten mit: Der Ber-Waltungtrath bemerkt, daß die mißliche Lage, in der sich fcie Eisenindustrie durch eine Reihe von vier Jahren befindet, im abgelausenen Jahre eine Besserung nicht erfuhr, im Gegenteil der Verkehr durch die Sriegsereiginffe eine fühlbare Einbuße erlitt; überdies habe daS Fallen der Preise aller Produkte weitere Fortschritte gemacht. Die krainische Jndustriegesellschast hat in Anbetracht dieser ungünstigen 8"werhällnisse bei dem Betriebe alle möglichen Ersparnisse Eintreten lassen, jedoch jene nolhwendigen Verbesserungen E'nzusühren nicht unterlassen, um die Leistungsfähigkeit der Werke für die Zukunft ausrecht zu erhalten. Die Ansicht gewinnt Raum, daß nach Schluß des russisch-türkischen Krieges eine Besserung der Lage eintreten müsse. Der Ber-waltungsrath ließ, gestützt aus die zutage tretenden besseren Aussichten, den Hochofen zu Topusko, auch die dortigen Eifenftein- und Kohlenbergbaue wieder in Betrieb setzen. Das Servituten - Ablösungsgeschäft machte erfreuliche Fortschritte, der gutsherrliche Gesevschastsbefitz in Reumarktl wurde bereits gänzlich entlastet, eben auch die gmsherrlichen Waldkomplexe in Beides, gellacher Jelouza und Meschakla; bezüglich der Wochein sind die Arbeiten so »eit vorgeschritten, daß die gesammte Entlastung in kurzer Seit durchgeführt fein dürfte." Das früher der Verkohlung jugesührte, jedoch zu Mercantilzweckcn geeignete Holz wird «un theilS am Stamme verkauft» tHeils zu Brettererzengung »«»endet. Der Betrieb der LaibaLer Dampf» hie war ein durchschnittlich günstiger. Die Rente des Grundbesitzes und das Erträgnis der Dampfmühle ^«steigen die Verluste bei den Eisenwerken und decken fibetbie« größtentheilS die Verluste des Vorjahre«, und der ^erwaltuiigsrath gibt sich der sicheren Hoffnung hin, daß krainiscle Jndustriegesellschast im nächsten Jahre einen flünstigereii Rechnungsabschluß erwarten kann. - Die krai-Nisüie Jndustriegesellschast besitzt einen Grundcornplex den 59,355 Joche», hievon wurden ungefähr 3000 Joch an die Servitutsberechtigten abgegeben. In dem letztabgelau-senen Jahre wurden die Verkohlungsarbeiten etwas lebhafter betrieben. Aus den servitutsfreien Waldungen wurden Mercantilhölzer abgesetzt. Der größte Feind des Waldes — der Borkenkäfer — ist infolge energischer Arbeit nahezu ganz verfchwunden. Die Aufforstung der alten Kahlschläge wurde eifrig fortgesetzt. An K o h l h o 1 z waren im •ebarungsjafjte vorhanden 197,707 Kubikmeter, verkohlt wurden 122,650 Kubikmeter; Holzkohlen wurden et« »eugt 100,765 Kubikmeter, verbraucht wurden 72,230 Kubikmeter ; Flamm«, Röst« und Brennhölzer bezifferen sich mit 15,949 Kubikmeter, hievon wurden abgegeben 8442 Kubikmeter; der Empfang an R e if ig bürd e ln Bellte sich auf 4993 Kubikmeter, ausgegeben wurden 3435 Kubikmeter. Die Gebarung bei der Rubrik „Bau», ®utz. nnd Schnittholz" war eilt lebhafte, der Empfang betrug: 3137 Stück Bauhölzer, 11,979 Stück Sigeklötze, 67,496 Stück Pfosten nnd Bretter, 4279 Stück Morali, 4905 Stück Dachlatten, 13,651 Stück Schwärtlinge, 37,190 Stück Dachschindeln, 181 Stück Hammerhölbe, 152 Stück Werksbauholz und 12,936 Stück Grubenbauholz. An Torf wurden 4466 Kubikmeter gewonnen. Die Wiesen wurden in eigener Regie behalten, ebenso ein Theil der Becker und Gärten; für den übrigen Hecket- und Alpen-besitz wurde ein Pachtzins von 2569 fl. erzielt. — In den Spath-Eisensteingruben am Reichenberg wurden 60,581 Meterzentner Eisenstein und 348 Meterzentner Bleiglanz; in jenen zu Beuschza 18,260 Meterzentner Eisenstein und 285 Meterzentner Zinkblende; in den Erz. gruben zuBegnnschiza 54,430 Meterzentner Manganerze ; in den Gruben zu Rudnopole, Pokluka und Jelouza in der Wochein 5116 Meterzentner Eisenerz, und in den Gruben zu Topusko 16,236 Meterzentner Brauneisensteine gewonnen. — Der gesellschaftliche Bergbau b e s i tz in Reichenberg, Beuschza, Lapeine, Begunschiza, St. Margarethen, Wochein (Obetktain) und Petrowagora (»roazien) umfaßt 176 Belehnungen mit einer Gesammt-abbaustäche von 11261/« Hektaren. — In den Hoch- und Kupolöfen wurden erzeugt, u. z. in Sava 20,006 Meterzentner ; in Jauerburg 9734 Meterztr.; in Feistriz 2263 Meterztr. Roheisen und 1579 Meterztr. diverse Gußwaten. — In den Rassinietwetken in Sava, Jauerburg, Rothwein, Feistriz und Neumarktl wurden 17,611 Meterztr. Eisen- und Stahlwaten erzeugt. — Bei sämmtlichen Bergbauen, Schmelzwerken, Oefen, Gießereien, Raffinier-, Walz, und Hammerwerken, Nagelschmieden, Feilhauereien, Torfstichen, Köhlereien und in den Übrigen Etablissements standen 1664 ständige Arbeiter mit 2284 Fawiliengliedern in Beschäftigung. — Für Grundankäufe, Neubauten und Meliorationen beim Forstwesen, Bergbau Begunschiza, bei den Werken Sava, Jauerburg und Feistriz wurden verausgabt 40,810 fl. — Die Laibacher Dampf« mühle vermahlte 3.042,356 Kilogramm Weizen und erzeugte daraus 2.959,483 Kilogramm verschiedene Mahlprodukte. — Die Vermögensbilanz vom 30. 2uni 1877 weiset aus an Aktiven zusammen 2.731,680 fl, darunter: Realitätenwerth rund 1.513,200 fl., Werth der Bauten und Meliorationen im laufenden Jahre 129,762 fl., Werth des Inventars und der Material» lyrd Warenvorräte 905,852 fl., Wechsel 11,336 fl., «assebarschaft 7862 ft., Gründnngskosten 51,000 fl, Debitorenkonto 109,102 fl., Berlustsaldo 3602 fl.; und an Passiven zusammen: 2.731,680 fl., darunter: Aktienkapital (3400 Stück k 500 fl.) 1.700,000 ft., Anticipativnen 36,475 fl., Reserve 11,760 fl., Beamtenpensionsfonds7348 fl., Tratten 92,232 st., intabulierte Lasten 546,350 fl., Kreditorenconto 336,933 fl. — Die Waldungen und btt übrige gesellschaftliche Grundbesitz lieferten ein Gesammterttägnis von 56,694 fl. und die Dampf mühle ein solches mit 12,898 fl. — (Aus der Handels» und Gewerbe« lamme r..) Für die mit 31. Dezember d. I. durch bei Los zum Austritte bestimmten Mitglieder der Handel»-und Gewetbekammet für fftain, die Herren: Franz Dol enz, Josef Sorbin, Peter Laßuik, Joses Lotenzi, KarlLutf mann, Ignaz Seemann, Peter Thornann und Thomas Wetnig, ferner fttr die vor Ablauf dft gesetzlichen FuticiionSdaner freiwillig ausgetretenen Herren: Franz Mal ly und Edmund Cetpin; endlich für dir verstorbenen Herren : Pcul Polegeg unb Karl Tambornino, somit im ganzen 12 Mitglieder, finden demnächst die Ergänzung» mahlen mit sechsjähriger Functions baute statt. Zu wählen werden sein: 5 Mitglieder in die $andel«fection; 3 Mitglieder in die Abteilung der Großindustrie; 1 Mitglied in die Abtheilnng der Montangewerbe und 3 Mitglieder in jene der übrigen Gewerbe. Die zur Leitung und Durchführung bet Ergiln-zungswahl berufene Kommission besteht au» nachstehenden neun Herren: dem landersitrstlichen Kommissär Regiecnng»tath Rudolf Graf Lhotin «ky als Borsitzenben, dem Gemeinde-rathe Vaso Petrifij, d:r> Mitgliedern der Handel«- und Gewerbekammer: Alexander D t e o , Leopold Bürger, Peter L aßnik, Karl 8 u ckm o ntt, Heinrich Korn und Albin Achtschin, unb dem Sekretär der Handels- und Gewerbekammet Johann Murnik al» Schriftführer. — (Pariser Gla«photographien. > Ju der dieSwvchentlichen Ausstellung sehen wir 24 intereffante Gegenden Rußlands, Griechenland» unb btt Türkei, und vom Donnerstag angefangen die dritte Serie nämlich Gegenden in Spanien und Portugal. Der Besuch dieser Ausstellung wird als ein frequenter bezeichnet. — (Zum Stichwot>r „Schonung des Wilde s.") Wie die „Ktagenf. Ztg." berichtet, wurden bei einet in der St. Leiter Gegend abgehaltenen Jagd an einem Tage sechs Rehgaise abgeschoffen. Weiter erfuhren wir aus sicheret Quelle, daß im verlause der vorigen Woche zwei mit Schlingen gefangene Rehgaise „unter der Hand" auf hiesigem Plötze zum Kauf angeboten wurden. Wundern wir uns nicht, wenn der Rehstand in Krain und Kärnten von Jahr zu Jahr merklich gältet und endlich nnd schließlich gänzlich verschwinden wird; bei solch vandali« scher Wirtschaft muß auf die in nationalökonomifcher Beziehung immerhin wünschenswerte Erhaltung eines normalen WildstanbeS in Kärnten nnd Kraitt Verzicht geleistet werden. Auf rationell besorgten Jagdgebieten in Böhmen und Mähren wird der Abschuß einet RehgaiS mit einer ton« ventionalfitafe von 10 bis 2" st. belegt. — (Bon der Rudolfsbahn.) Born 1. November an werden Fahrkarten 4 Klaffe nicht mehr auSgegeben; die Waggons 4. Klaffe werden z« solchen 3. Klaffe umgewandelt ; waS ,u dieser Neuerung Veranlassung gab, ist nicht bekannt; bie 4. Klaffe war bisher vo» der bäuerlichen und Arbeiterbevölkernng stark besucht; diese wird von der neuen Verordnung sehr unangenehm berührt sein. — (Landschaft l. Theater), Laibach, 29. Oktober. Flotows romantische Oper „Aleffandro Stradell«" lief recht gut vom Stapel. Die Träger teer Solopartien: Herr Kalme« (Stradella), Fräulein Sipek (Leonote), die Herren Weleba (Barhartno), Dohr« (Malvoliü) unb Ma illet (Basst), der gemischte $ h o r und das Orchester wirkten unter tüchtiger Leitung des Herrn Kapellmeister» Andteä lobenswert. Herr »alme« führte den Titelpatt recht befriedigend und mit einer Sicherheit durch, die auf Provinzbühnen heute nur feiten zu finden sein dürfte. Die feurigen Piecen des „Sttad,lla" können keinen befferen Repräsentanten finden, al« Herrn Kalme«; die Hymne „Jungfrau Maria, himmlifch verklärte u. s. w." hätten wir weicher, zarter und metallreicher klingend gewünscht. Herrn Kalmes wurden unzählige Beifallsbezeugungen zutheil. (88 wird von einem zahlreicheren Theater-, beziehungsweise Opernbesuche abhängen, ob Herr Kalmes in der heurigen Saison uns erhalten bleibt Für den Fall, al» der Theaterbesuch stch bebt, werden die Opern „Faust", „Der fliegende Holländer", „Zampa" u. a. über unsere Bretter gehen; wenn nicht, würden die Opernvorstellungen zu Neujahr eingestellt werden.) Fräulein Sipek excellierte in der ersten Arie des zweiten Actes, in der Arie: „So wär' ei denn erreicht", die Passagen unb der prächtige Triller riefen immensen Beisall wach. Herr Weleba fang den „Barbarino" vorzüglich; in bet hohen Lage brillierte seine weiche, wohlklingende Stimme. Nicht minder lobenswert trat Herr Dohrs al« „Maloolio" ein, die Parte der beiden Banditen würben wie ein gelungener Buß vorqeflihrt, der Gesang hüllte sich in lebendiges Bewand. Schließlich wollen wir erwähnen, daß der Damenchor heute recht frisch unb in reiner Intonation ins Treffen ging. „Der Fluch -es Galilei." Morgen gelangt auf unserer Bühne daS großartige Sensationsstück „Der Fluch des Balilei" zur Aufführung. Dasselbe hat zum Verfasset den bereits vor zwei Jahren dahingeschiedenen Dichter Arthur Müller, und ist der „Fluch des Galilei" daS letzte dramaiifche Produkt desselben, »us seiner Feder stammen »och mehrere andere treffliche vühnenwerke, wie z. v. „Gute Nacht HänSchen", „Die Verschwörung der Frauen", „Eine fest' Burg ist unser Herr" tc. „Der Finch deS Galilei" erregte an allen großen Bühnen Deutschlands und Oesterreichs ungeheueres Aufsehen, wurde allerorts, wo eS zur Aufführung g langte, von der Kritik als bisher einzig in seiner Art bezeichnet, und lassen wir hier den Ausspruch eineS der größten deutschen Literaturhistoriker folgen, der sich in der „Berliner Literatur» jiitnng" in folgender Weife übet den „Fluch de» Galilei" äußerte: „Selten noch erregte in Berlin ein Drama größeres Aussehen, als das gestern zum 47. male aufgeführte Stück „Der Fluch des Galilei" Und die» mit Recht. Die Sprache ist von einer solchen Reinheit und einem derartigen Wohlklange, daß fie der eines Körner oder Ploten an die Seite gestellt werden kann Die Zusammenfassung de» Ganzen ist eine musterhafte, die Zeichnung der Charaktere von einer solchen Lebhaftigkeit unb Vollendung, baß fie mit jener eine« Shakespeare ober Goethe paralleleren kann. Hätte Müller gar nichts anbete» geschrieben, al» bie große Verteidigungsrede „Galilei'»" im britten Akte vor b« Inquisition, Io grbiltt ihm fdton für dieses allein unsterbliches Verdienst " Der Kaiser von Deutschland zeichnete den Dichter jchvn nach der zweiten Aufführung durch Verleihung des rothen Adler-Orden- aal, und diesem Beispiele folgten fast alle Fürsten Deutschlands sowie auch König LlphonS von Spanien, da diese» Stück bereits nach einem Jahre in spanischer Uebersetzung erschien. Heute erlebte dieses Stück Uebertragungen ins Französische, Dänische und Englische. ES dürste für unsere Leser nicht uninteressant sein, wenn wir denselben mtttheilen, daß Arthur Müller, der Verfasser dieses Stückes, ein sehr unglückliche» Ende nahm. Er litt durch längere Zeit an einem sehr hochgradigen Kopsübel, verfiel in Melancholie und nahm sich vor zwei Jahren in München durch @ift das Leben. Der Raifer von Deutschland übersendete für den Sarg des Dichters einen Lorbeerkranz mit der Devise: „Dem unsterblichen Dichter von, Fluch des Galilei." Anläßlich seines TodeS veröffentlichte die „Deutsche Literaturzeitung" in Dresden daS letzte Sonett MüllerS, da« er einem seiner besten Freunde kurz vor feinem Tode schickte. Dasselbe hat Bezug aus seinen Lebensüberdruß, auf die Tendenz all' seines Wirkens und Schaffens. DaS «edicht lautet: .Allmutter Erde — Deinen Sohn nimm aufl AuL all' dem Elend der engherz'gen Kleinheit, Der außen mich um kriechenden Gemeinheit, Wie jeh’n ich mich, zu enden meinen Lauf I Allmächtig zieht es mich hinaus, hinauf, Mein Ich will lösen sich in der Slleinheit, Und für den frischen Odem der Allreinheit Schlag' ich -- wie gernI — dies Dasein in den Kauf! Ich tfjat mein Tagewerk I Ich Hab' gestritten Für Schönheit, Wahrheit, Freiheit und gelitten 1 Was dieser wundenreiche Kamps mir läßt. Ist einst'ger Kraft doch nur ein fchaler Rest. Allmutter Erde, gib dem Müden Ruh' Und laß ihn endlich wieder werden — Du!" Morgen bei ausgehobenem Abonnement (ungeiader Tag): Zum erflenmalc (ganz neu): Fluch des (Balilei. Sensationsstück in 5 Acten von Arthur Müller. Telegramme. Wien, 29. Oktodrr. Die „Politische Äerre« spondenz" meldet auS Bukarest: Die Russen nahmen am 28. d. M. Telisch und machten zahlreiche türkische Gefangene. Im BudgetauSschusse beantragte Skene die Wahl eines Fünfercomilös, welches zu erwägen hätte, ob und welche Abstriche beim Budget vorzunehmen wären. Lienbacher beantragte eine Generaldebatte im Ausschüsse, da solche ausklärend wirken könnte. Nach längerer Debatte wurden beide Anträge, erstem fast einstimmig, abgelehnt. Der Ausschuß genehmigte sodann mehrere Kapitel des RkchnungS abschlusseS für 1875 und mehrere Budgetkapitel. Paris, 29. Oktober. Bei den gestrigen Nachwahlen wurden 11 Conservative und 4 Republikaner gewühlt; die Kammer besteht demnach aus 320 Re« pubiikanern und 210 Conservativen. London, 29. Oktober. Die „Korrespondenz Reuter" meldet aus Konstantinopel: Mukhtar und JSmail, letzterer mit vierzig Bataillonen, concen-trieren sich nach ihrer Bereinigung in starker Po fitton bei Köprikiöi. Kowstai'tinopel, 29. Oktober. Ein Te legramm Mukhtars vom 28. Oktober bestätigt seine Vereinigung mit Ismail. Witterung. Laibach, 80. Oktober. Morgenroth, trübe, seit Mittag etwa» gelichtet, schwacher !. Temperatur: morgen« 7 Uhr + 12', nachmittags 2 Uhr + 7-7' 0. (1876 + 8 0'; 1875 + 4 9' C.) «a rometer im Fallen, 736 35 mm. DaS gestrige TageSmittel der Temperatur + 5 6', um 15' unter dem Normale. Angekommene Fremde am 80. Oktober. Antel Wien. Zuber, Breitenbaumer, Braun, Straub, Heller, Leeder, Goldman, Kflte., und Popper, «eis, Wien. — Wiener, Kausm., Prag. — Siegmund, Kfm., Friedland. — R. v. Boslett, Hrastnig. — Schober, Klagensurt. — Dr. Avakuan, Triest. H»tel 8lrfa«»t. v. Jllizstein, Ingenieur, Araz. — Halten, Lack. — «aischeg, Pinguente. — Trenka, Lieutenant, Laibach. — Schwarz, RudolsSwerth. — Pittecky, Oberlieutenant, Krainburg. — R. v. ©icati, Oberpopverwalter, Billa*. — Pu fit, Hdltm, Sasniz. Untier von Oesterreich. Hermann, Kfm, und Mama-rosch, Wie«. — Zusall, Berlin. — Winke, Lichtenfeld. Mohre«. Maller, Egg. — Horvat, Trisail. — MoSchelti, Rovigno. — Treo, Littai. Verstorbene. Den 29. Oktober. «vertraut! Jnglik, Inwohnerin, 61 I., Zivilspital, Brusthöblenwassersucht._______________ Gedenktafel über die am 3. November 1877 stattfindenden Licitationcn. 2. Feilb., Burja'sche Real., Snovik, 33®. Stein. — 2. Feilb., StezinSki'sLe Real., Widofiz, $®. MötUing. — Reaff. 3. Feilb., Sabec'sche Real.. Briindl, BS. Senosetsch. — 2. Feilb., Kovaiit'sche Real., Untermacharouz, B<8. Land-straß. — 2. Feilb., Hribar'sche Real., Berganskoselo, VE. Landstraß. — 2. Feilt., Lusar'sche Real., Untermacharouz, »». Landstraß. — Reaff. 2. Feilb., Hoievar'sche Real., Piauzdüchl, 88. Laibach. — 2. Feilb.. «apler'sche Real., Oderseld, B». Landstraß. — Reafi. 1. Feilb., Merchar'sche Real . Niederdorf. B«. Reisniz. — Reaff. 8. Feilb., «rko'sche Real., Raunidol. B«. Reifuiz. -- Relic Peterlin'scher Real., Grdb. Herrschaft AuerSperg, B«. Reifniz. — 1. Feilb., »nvll'sche Real., Reisniz, »®. Reisniz. — 1. Feilb., Lesar'sche Real., Zapotok, »®. Reisniz. — 3. Feilb., Novak'sche Real., Tvmaschin, 8®. «rvßlaschiz. - Reaff. 3. Feilb., Wemeinde-Real, «abetie, B®. Senosetsch. — 1. Feilb., «lanker'sche Real.. Wer», 8®. «rvßlaschiz. - Reaff. 1. Feilb, Zenta'sche Real., Rupe, B®. «roßlaschiz. — Reaff. 3. Feilb., Kono. beVscht Real., St. Michael. B®. Senosetsch. — Reaff. 3. Feilb., Slivarsche Real., Hrenowiz, BB. Senosetsch. — Reaff. 3. Feilb., Dolen,'sche Real., Slavine, B®. Senosetsch. Wiener Börse vom 29. Oktober. Ältetwtime 8ta»t>- r*.M. »aeienente . . . Silberreme . . . Goldrente .... etaateioft, 1839. 1854. „ 1860. „ I860(5tel) 1864. . . •rimil«litla|lung8- •Mioatient*. Galizien . . . . Sicbenbürge» . Temeser Banat Ungarn.......... Ander« ifftnlMt Änlttee. Donau-Regul.-Lese Utig. Prämienanlebe» Wiener Anlehen . . . Äclit» ». Aan6«n. Kreditanstalt f.H.u.G LScompte-Ges., n.ö. Meticnulbant. . . . Adieu e.öramperl-ttnt398— Pariser ®fas - Photographien (Kunst-Aussteüuttg). Bom 28. bis 31. Oktober ist ausgestellt: Reise durch Rußland, Türkei und Griechenland. Zu sehen im Hause der Handels-Lehr-anstalt am Kaiser Josefsplatz Nr. 12. Eingang im Hause rechts, zu ebener Erde. Geöffnet von 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Eintritt 20 kr. (537) 7 Geld Ware Nordwestbahn .... Rudolfs-Bahn .... lll — 114-60 259-25 111-50 115 — 259-50 72 75 112— 72 50 u»g. Nordostbahu . . 111— Pfandbrief«. Bodenkrkditanstalt in Silber in oftm. Wahr. . . Nationalbank Ungar. Bodenkredit- . 105*50 88-50 9740 9070 104— 88-75 97-50 9v— Prioritiits-Ebkig. Llisabethbahn, 1.6m. 8 erb.-Sterbe. >. Silber Franz-Joseph-Bahn. Äalij.K-Lnbwigb.l.E. Oest. Norbwest-Bahn Siebenbürger Bahn . StaatSbahn, l. 6m. . Sübbahn & s Perz. „ 4 5 „ . . 92— 105 — 86-25 100— 86— 66 — 151*50 105-75 90-50 92-50 105-50 8650 100-50 86-25 6H-25 152— 106— 90-75 Prioxlkns«. 161*50 162— Uiubolf8fiiftung. . . 13-50 14— Dteift*. 117-85 118 — StHfotU». 5-62 949 58-30 104-50 6*64 9 50 58-40 104-60 20 Franc» 100 b. Reichsmark . Silber Teleqrafischer Äursbericht am 80 Oktober Papier-Rente 63 95. — Silber-Reine i>6 80. — i6olt>-Rente 74.30. — 18ti()tr StaatS>?<000, 27 Gew. 4 M. 52 Gew. 4 M. 200 Gew. 4 M. 410 Gew. 4 M. 621 Gew. 4 M. 706 Gew. 4 M. 25,635 Gew. 4 M. etc. 5000, 4000, 2400, lüOO, 500, 250, 138 etc. Die Gewinnziehungen sind planmässig amtlich festgestellt. Zur nächsten ersten Gewinnziehung dieser grossen, vom Staate garantierten Geldverlosung kostet 1 ganzes Original-Los nur Mark 6 oder fl. 3 50, 1 halbes , » » 3 » » 175, 1 viertel » » » 1 ’/i * * —'90. Alle Aufträge werden Sofort gegen Einsendung, Posteinzahlung oder Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt, und erhält jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen Original-Lose selbst in die Hände. Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gratis beigefügt, und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten unaufgefordert amtliche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staatsgarantie und kann durch direkte Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen Oesterreichs veranlasst werden. (531) 10—3 Unsere Collec.te war stets vom Glücke begünstigt, und hatte sich dieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der ersten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten direkt ausbezahlt wurden. Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der solidesten Basis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Betheiligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten wir daher, um alle Aufträge ausführen zu können, uns die Bestellungen baldigst und jedenfalls vor dem 1&. Moveni* ber d. J. zukommen zu lassen. Kaufmann & Simon, Bnnk- und Wechselgeschftft in Hamburg« Ein- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisen-bahnactien und Anlehenslose. P. 8. Wir danken hierdurch für das uns seither geschenkte Vertrauen, und indem wir bei Beginn der neuen »=* losung zur Betheiligung einladen, werden wir uns au<< fernerhin bestreben, durch stets prompte und ree Bedienung die volle Zufriedenheit unserer ge«1“ Interessenten zu erlangen. " v' Verleger: Oktomar Bamberg. Für die WeBaction verantwortlich: Franj Müller.