ah»* pla Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat «chrfftteittiiui ant CmtoHn«: Pr«Zen,«oe »!tca 6, Teleptz»» Kr. 21 (taterirkM) i «e,»,»»re«s» fit »u Inland - «terttljLhri« t0 Dm. halbjährig «> Di». |taf w,kündisv»a-n wert« i» »er verwalt»», p, »Migft« »edichr— s jährig 160 $ta. g«r »" «»»land »»tl»rrch»nde «trhöhang. »int«lnnmm«r »in l'i» Erjchei^t wöchentlich zweimal: Donnerstag früh «nd Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 29 | Celje, Donnerstag, den 9. April 1936 ^ 61. Jahrgang Zur österreich. Dienstpflicht Die Einführung der allgemeinen Bundesdienst-vflicht in Oesterreich hat natürlicherweise in allen Nachbarstaaten lebhafte Beachtung gefunden. Mit Oesterreich hat sich ein Staat einseitig von den Be-Kimmungen der Pariser Vorstadtsrage gelöst, der an sich in engen und freundschaftlichen Beziehungen 111 den Siegerftaaten steht und von diesen Staaten in stärkstem Matze abhängig ist. Es mag dahingestellt bleiben, wie weit der Schritt der Wiener Regierung vorher mit den an-deren Staaten verabredet worden war Die einzigen, die auf den Wiener Schritt rea-giert haben, find die Staaten der Kleinen Entente gewesen, und dies vornehmlich in Hinblick auf die Sorge, die Ungarn könnten nun ebenfalls einen gleichen Schritt tun. Am 6. d. M. überreichten sie in Wien eine gemeinsame Protestnote. Die Form der österreichischen Bundesdienst- pflicht unterscheidet sich in mancherlei Punkten von der wiedereingeführten deutschen Wehrpflicht. Die Unterscheidung der Dienstpflicht mit der Waffe und ohne Waffe ist an sich auch in Deutschland in der Ergänzung von Arbeitsdienst und Heeresdienst be-konnt. Während in Wien aber der Dienstpflichtige den einen oder den anderen Dienst zu erfüllen hat, wird in Deutschland jede Art der Dienstpflicht von dem jungen Mann nacheinander erfüllt. Das Wiener System kann sehr leicht zu einer Klassifizierung der Dienstpflichtigen führen. Wenn auch in den amtlichen Erklärungen die Zweiteilung da-mit begründet worden ist, daß wirtschaftliche Rück-fichtnahmen die Durchführung einer umfassenden Dienstpflicht mit der Waffe verhindern, so zeigen doch Erklärungen aus dem Lager der Heimwehren ufw., dah der Waffendienst vornehmlich politisch „zuverlässigen" Personen vorbehalten bleiben soll. Damit würde für die neue österreichische Armee der Charakter des Volk,Heeres in starkem Maße in Frage gestellt. Was die Dienstpflicht ohne Waffe anbelangt, so nähert sich die Wiener Matznahme stark dem Gedanken der totalen Mobilmachung eines Volkes, wie er fetzt auch im tschechischen Staatsver-teidigungsgesetz zum Ausdruck gekommen ist. Der deutsche Arbeitsdienst dagegen ist ausgesprochen ein Instrument de» friedlichen Arbeitseinsatzes. Wortlaut der Protestnote der Kleinen Entente Jugoslawien, Rumänien und die Tschechoslowakei legten schärfst« Verwahrung gegen die Einführung der Wehrpflicht ei» Beograd, 6. April. Die Note, die der jugo- elwische Gesandte dem ö eutzeren überreicht hat, terretchijchen Minister des autet Die Gesandtschaft de« Königreich«» Jugoslawien hat über Auftrag ihrer Regierung die Ehre, der Bundesregierung nachstehendes mitzuteilen: „Am 1. April d. I. hat der Bundesrat ein Gesetz verabschiedet, mit dem das Militärftatut ab-geändert wird, wie es der Abschnitt V des Friedens-Vertrages von St. Germain ein Laye für Oester-reich vorschreibt. Da eine einseitige Kündigung dieses Teile» de» Vertrages erfolgt ist, bedeutet diese Ver-Änderung eine ausgesprochene Verletzung der Mili-tärklauseln des genannten Vertrages. Unter solchen Umständen ist das Königreich Jugoslawien als Signatarstaat des Vertrages von Et. Germoin verpflichtet, gegen die Durchführung de» genannten Gesetzes entschiedensten Protest eiruu-legen. Anderseits bedauert Jugoslawien al» Mit-glieft des Völkerbundes, datz Oesterreich, welches ebenso Mitglied des Völkerbundes ist, «» für notwendig erachtet hat, einen Weg zu gehen, den der Völkerbundrat unter ähnlichen Umständen in seiner Der österreichische Phönw Skandal Zum Phönir Skandal in Oesterreich erhielten wir aus Graz folgende interessante Mitteilungen: Nach der Bekanntgabe des Kraches wollte der Ge-neraldirektor Dr. Eberhard Reinlnghaus schon am ersten Tag eine strenge Untersuchung vor-nehmen. Dazu wollte er auch einen Vertreter einer deutschen Versicherungsgesellschaft, der auch die Frankfurter Versicherungsgesellschaft saniert hatte, beiziehen. Dies wurde ihm verboten; ganz besonders vom Finanzminister Dr. D r a 11 e r, mit der Begründung, datz eine fremde Gesellschaft nicht hineinschauen dürfe, weil der Skandal zu grotz sei. Dann bekamen wir von Graz auch eine Liste der bestochenen Per-sonen, die mit kleinen Aenderungen auch die „Mün-chener Neuesten Nachrichten" und das Prager Watt „Pravo Lidu" bringen. Unser Grazer Bericht lautet, datz Vizekanzler Fürst Starhemberg für seine persönlichen Zwecke 1,300.000 Schillinge bekommen hat. Der Ministerialrat O ch » n e r, der durch Selbst-mord endete, erhielt 100.000 Schillinge, offenbar als Schweigegeld, well er ja ein Aufsichtsrat war. Dr. Strafella, der die Sclbstanzeige machte, erhielt für feine persönlichen Zwecke 500.000 Schil-linge, wofür er allerdings oberöstcrreichisch« Lokal-bahnaktien verpfändet hat, die aber infolge ihres geringen Wertes keine entsprechende Deckung dringen. Das Verhältnis zwischen Starhemberg und Schuschnigg soll wegen des Phönk-Skandals sehr spannt und seit Wochen schon soll der Verkehr ab-gebrochen sein. Kleinere Summen erhielten unter anderen auch: Handelsminister Stockinger, Major Fey, dem eine Wohnung mit 160.000 Schilling eingerichtet wurde, ferner der Herausgeber der „Sonn-und Montags-Zeitung", der Jude Klebinder, der js'bifchc Herausgeber des „Morgen", Schreier, der Pressechef der französischen Gesandtschaft, Professor Dinant und der Adjudant des Fürsten Starhem-berg, Prinz Windischgrätz. Der Gesamtschaden soll 700 Millionen Schilling betragen, in welcher Summe aber der Reservefond der tschechoslowakischen Phönk-Gesellschast nicht in-begriffen ist. Kommt es zu Verhandlungen? Datz Frankreich in irgendeiner Form sich ab-lehnend zur deutschen Denkschrift äutzern und einen französischen Gegenplan unterbreiten wird, gilt in Berlin als sichere Tatsache. Alles wird nach hiesiger Auffassung davon abhängen, ob den Franzosen der Versuch gelingen sollte, über den Weg einer Kon-ferenz der Locarno-Mächte Deutschland unter ulti-matioen Druck zu setzen. Hiervor wird in Berlin mit Nachdruck gewarnt, da keinerlei Ultimo-ten je den deutschen Standpunkt än-dern könnten, wohl aber geeignet wären, den Weg zu den großen Verhandlungen zu versperren. Man glaubt in Berlin, die Möglichkeiten für deutsche Beiträge völlig ausgeschöpft zu haben und würde e» al« eine Mißdeutung de« deutschen Friedens-willen« empfinden, wenn der internationale Druck auf eine Nötigung der Berliner Regierung hinaus-laufen würde, statt Pari« anzuhalten. ebenso wie Deutschland und England nun auch einen Beitrag zur Ingangsetzung der internationalen Besprechun-gen zu leisten. Resolution vom 17. März 1936 feierlich verurteilt hat. Da» Königreich Jugoslawien kann es in keinem Falle zulassen, datz Oesterreich sich da» Recht einer einseitigen Aktion herausnimmt, internationale Ver-pflichtungen abzuwälzen. Das Königreich Jugofla-wien behält sich das Recht vor, sich nachträglich über die Matznahmen zu äutzern, die e» zur Ver-teidigung seiner Interessen erlassen wird." Wie denkt der Engländer? Wenn man an einem schönen Frühlingsmorgen in Calais ankommt und die Kreidefelsen von Dover drüben aufglänzen sieht, dann mag einem die infu-lare Entfernung des Engländers vom Festland nicht eben belrächllich erscheinen. John Bull jedoch emp-findet ganz anders, und so haben wir im Zeitalter des Fliegen» noch nicht einmal ein Eisenbahn-Fähr boot über den Kanal, geschweige denn den berühm-ten Tunnel, von dem schon die Grotzväter sprachen. Auf dem englischen Schiff ist englischer Boden, und ohne unser Zutun entwickelt sich mit dem Polizei-offizier, der sich pflichtgemätz nach Nam' und Art erkundigt, sofort da« erste politische Gespräch. „Deut-sche und Engländer müsien gute Freunde werden", meint er, scheint aber eher skeptisch über die Mög-lichkeit zu denken, den Franzosen al» Dritten in die-fem Bunde zu sehen. Wie es nun einmal die Ge- gensätze auf dm Kontinent gefügt haben, fühlt sich die englische Politik immer zwischen Deutschland und Frankreich gestellt, aber der legendäre „Mann auf der Strotze" zieht darau» keineswegs die These von der Notwendigkeit der Parteinahme, sondern würde sein Ideal am ehesten in einem Zustand „drbber" sehen, der die Nichteinmischung Grotzbritannien« zur goldenen Regel erheben würde. Natürlich liegen die Dinge in der hohen Po-litik nicht ganz so, denn Einmischung bedeutet Ein-flutz, und außerdem ragt die Vergangenheit de» Weltkriege« noch zu nahe in unsere Tage herein, so datz ja schließlich Herr Baldwin und Herr Eden, trotzdem sie den deutschen Friedensplan loyal unter-stützen, den Beginn der Generalstabsberechnungen und die Garantteverpflichtung für den schlimmsten Fall den Franzosen und den Belgiern wirklich zu-gesagt haben. Die scharfe Attacke Lloyd Georges in dieser Frage, die heute immerhin zu der klaren Prä-zifierung Edens führte, datz nur die „Invasion" in Frankreich oder Belgien Englands militärische Bei-standsoerpflichtung auslösen würd«, ist typisch für die britische Art, in Rede und Antwort den Stand-punkt der Nation herauszuarbeiten. Typisch auch, datz gerade der Mitschöpfer des unseligen Bersailler Vertrage» sich in kritischen Momenten berufen fühlt, als warnende» Gewissen aufzutreten, und datz er seinen Angriff gegen die Generalstabspolitik an meh-reren Stellen in der Presse begonnen und schließlich im Parlament als Anfrage an den Autzenmirnster zu Ende geführt hat. Nicht alle Briefe an den Herausgeber, die in diesen Wochen zahlreicher denn je in den Spatten der „Times" und anderer Londoner Zeitungen er-scheinen, verdichten sich m Anfragen im Paria-ment, aber alle bilden wichtige Elemente jene» un-wägbaren und deshalb für die Regierungso bedeu-tenden Machtfaktors, der sich „öffentliche Meinung" nennt. Gewitz, die leidenschaftliche Debatte der briti-schcn Inselbewohner über alle» und jedes, lm Him-mel und auf Erden, nimmt manchmal etwa» Sek-tiererijches an, aber im allgemeinen spricht darau» doch «in wohl disziplinierter Wille zur Distanz und eine gesunde Abneigung vor übereilten Entschlüssen. Außerdem wäre da» Bild der Londoner öffentlichen Meinung keineswegs vollständig, wenn man nicht berücksichtigen würde, datz sie die Stimmen au» allen Teilen de» Weltreiches, wie etwa die de» Ge-nenals Smuts in Kapstadt, stets aufmerksam berück-sichtigt. Schließlich spielt im Konzert der Meinungen auch jene allehrwürdige Einrichtung eine nicht geringe Rolle, die unter dem Namen der „City" den Inbegriff der kaufmännifchen Tradition und Vorsicht der Briten bedeutet. Der Völkerbundsrat ist wieder au» St. Jame» abgereist, und die Gardisten in Värenmützen gehen Seilt 2 Deutsch« Zeltung Nummer 23 ? wieder allein Im gleichmäßigen Schrill vor d«m Pa-last auf und ab, in dessen anderem ^Ifiael König Eduard VIII. noch immer wohnt wie bisher als Prinz von Wales. In den großen Hotels, von de-nen in Zylinder und Livree die Türhüler stehen, ist wieder der unpolitische Gesellschaftsbetrieb «ingekehrt, und die Rhythmen ausgezeichneter Tanzkapellen wer-den nicht mehr gestört von den klappernden Schreib-Maschinen konlinenlaler Delegationen. Nur die schlanke Gestalt des deutschen Sonderbotschafters von Ribben-lrop, der mit seiner Zu 52 noch einmal im Flug-Hafen Croydon gelandet ist, um Hitlers Botschaft seinem Kollegen Eden zu überbringen, beherrscht nach wie vor die Tagesbilder der Presse. Mit ihm ist auch jene warme Sympathie für den deutschen Standpunkt geblieben, die heißen soll, datz man in England Hitlers Friedenswillen und seine nationale Entschlossenheit durchaus als „fair" empfindet. Alan wird die Franzosen hier nie im Stich lassen, ab« man sieht nicht gern, wenn sie auf England» Kosten ihre Sicherheitsargumente in» Uferlos« steigern und sich jedem vernünftigen Ausgleich entziehen möchten, nur eben weil es ein Ausgleich ist. Oesterreichs Antwort auf die Protestnote der Kleinen Entente Wien, 7. April. Das Korbliro (amtliche Nach-richtenstelle) veröffentlichte gestern um 20.30 Uhr die nachstehende Mitteilung der Bundesregierung: „Die diplomatischen Vertreter Jugoslawiens, Rumäniens und der Tschechoslowakei haben heute «in« aemeinsame und identische Verbalnote gegen die Einführung der Bundesdienstpflicht in Oester-reich im Bundeskanzleramt überreicht. Außenminister Berger-Waldenegg hat die Verbalnoten in Empfang genommen. Die österreichisch« Regierung wird auf den ge« meinsamen Schritt der Staaten der Kleinen Enlent« ktin« Rückficht nehmen. Al» sie da» erwähnte Gesetz erlieh, tat sie es nach reiflicher Ueberlegung und in dem Bewußtsein, nach ihrem besten Gewissen ge-handelt zu haben im Lebensinteresse des österrel-chifchen Volke» und zwecks Sicherung des Bestan-des des österreichischtn Staates." Wie die österreichische Presse auf den Protest der Kleinen Entente antwortet Die „W. Z. am Ab«nd" schreibt: „Unnütze Aufregung! W«r di« Sicherung d«r Selbständigkeit und Unabhängigkeit Oesterreichs fordert, wie es h«ut« di« ganz« Kulturwelt tut, kann nicht zugleich wollen, datz Oesterreich außerstande sei, zur Wah-rung seiner Stellen auch da» Seine beizutragen. Es ist völlig überflüssig, Oesterreich mit erhobenem Z«ig«finger an sein« europäische Pflicht zu mahnen. Zweifellos wird sich aber in d«r gesamten Kleinen Entente noch vor dem 6. Mai die Tatsache Gel-tung verschaffen, datz k«in«rl«i auswärtia« Konf«r«n-zen die innerpolitischen Entschlüsse Oesterreich» zu beeinflussen vermögen." Das ebenfalls der Regierung nahestth«nd« ..Neuigkeilswellblatt" schreibt im Leitaufsatz: „Die Einführung der allgemeinen Wthrpflicht in Oester-reich hat mit internationalen Bindungen und Ver-trägen nicht» zu tun. Beim Beschluß des österrei-chischrn Bundestag» bandelt es sich um «in« Ange-legenheit der österreichischen Innenpolitik. Dieser Bischlutz ist ein natürlicher Ausflutz der nationalen Souveränität unseres Staate». Da» innerpolitisch« Erneuerungswerk Oesterreich» ist ein wirksamer Bei-traa nicht nur zur inncrpolitijchen Konsolidierung, sondern vor all«m auch ein« f«hr positiv« Mitarbeit an der Auftechlerhaltung de» Friedens in Mittel« «uropa und damit in Europa selbst." Gesandter von Papen auf der Durchreise in Jugoslawien Der deutsche Gesandte in Wien, von Papen befindet sich mit seiner Gemahlin und seinen zwei Töchtern aus einer Reise durch Jugoflawien. Er fährt mit dem Auto bi» Dubrovnik, wo «r seinen Osterurlaub verbringen will. Von Wien über Graz kommend, berührt« er die Städt«: Maribor, E«lj«, Zagreb, Karlovac. Von dort fuhr er zu den Plit-»teer Seen und dann weiter nach Dubrovnik. Ob-wohl es eine privat« Urlaubsfahrt ist, vermutet man doch auch ein« politische Mission. Die französische Regierung beschloß di« am IS. April zu Ende dienenden Soldaten für unbestimmte Zeit weit: „Meine Armee ist nicht besiegt. All« Nachrichten darüber sind erlogen und ich selbst werde an der Spitze meiner Truppen solange kämpfen, bis der letzte italienisch? Eindringling aus dem Lande geworfen ist. Abessinien hat keineswegs um Frieden gebeten, es denkt auch nicht daran. Wahr ist nur, datz wir uns schwer gegen einen Gegner behaupten, der technisch und num-merisch stärker ist als wir. Abessiniens Bevölkerung ist nach wie vor gewillt, den Eindringling zu be-siegen." Schlietzlich appelliert der Negus an den Völkerbund, durch Verschärfung der Sanktionen Italien zur Resveklierung der eingegangenen ver-traglichen Verpflichtungen zu zwingen. Die Vertrauensfrage Die Verlrauensftage, wie sie in den ftanzö-fischen Einwänden gestellt wird, bezieht fich vor allem auf di« Vorfrist der vier Monate, für die bekanntlich der deutsche Friedensplan eine beider-seilige Verpflichtung auf den militärischen Status quo an der Rheingrenze vorsteht, unter Kontrolle einer neutralen Garanliekomission, in die auch Deutsch-land, Frankreich und Belgien je einen Vertreter entsenden können. Die Befefligunosfrage ist in der deutschen Note vom 31. März nicht erwähnt, «inseitig« Genrralstabsabmachungen dagegen sind darin als schweres Präjudi, bezeichnet, um so mehr, al» von einer deutschen Angriffsabficht auf die belgisch-ftanzö lisch« Grenze jetzt und in Zukunft nicht di« Rede sein kann. Wenn nun die englische Regierung ihr schriftliches Versprechen, daß für d«n Fall «ines gescheiterten Ausgleiches ihre Verpflichtung zur Grenz-garantie fortbesteht, nach Paris und Brüssel abge-schickt hat und sich außerdem gegen den Beginn englisch. ftanzösisch-belgischerGeneralstabsbesprechungen nicht länger sträubt, so könnt« daraus auf deutscher Seite eine ernste Vertrauensfrage entstehen. Die Genfer Verhandlungen Gestern, Mittwoch, begannen in Genf die Verhandlung«» des Dreizehnerausschusse». Anschlles-send folgen die Verhandlungen der Restlocarno-mächte. Auf der Tagesordnung stehen: I. Die Be-reinigung des italienifch-abessinifchen Streites. 2. Die Rheinlandftag«. 3. Der französische Friedensplan. 4. Die mitteleuropäische Log« nach d«r Wiederein-führung der allgemrinen Wehrpflicht in Oesterreich. Das Herzogspaar von Kent in Beograd Am Sonntag trafen der Herzog und die Her-zogin von Kent, sowie Prinz Alerandar, der Sohn S. K. H. des Prinzregenten Paul und I. K. H. der Prinzessin Olga in Beograd ein. Die hohen Gäste wurden am Bahnhof von Topcider von S. K. H. Prituregeni Paul, dem englischen Gesandten Campbell mit Gemahlin und den Mitgliedern de» Zivil- und Militärskabinetts S. M. des Königs begrüßt. Es verlautet, daß der Herzog von Kent da» Jagdgut Butterhof vom Baron Born pachten will und fein« Vertrauensleute und Jagdfachmänner die Verhandlungen schon begonnen haben. Bekanntlich besitzt Baron Born am Südabhang der Kosuta längs der Karawankenkette da» schönste und größte Hirschjagdrevier und dazu noch eine größere Anzahl der seltenen Steinböcke. Der ehemalige österreichische Vizekanzler Hartleb verhaftet Au» Graz wird berichtet, daß der ehemalige Vizekanzler Hartleb wegen nationalsozialistischer Betättgung und wegen Versuches der Gründung einer neuen nationalsozialistischer Organisation ver-haftet wurde und wegen Hochverrates angeklagt fei. Harlleb war bekanntlich Obmann des Landbunde» sowie Vizekanzler im fünften Kabinett Seipel. Gemeindewahlen im Draubanat Am 5. d. M fanden in den Gemeinden Rib-nica und Eornja Radgona Gemeindewahlen statt. Die Ergebnisse find: Ribnica: 1346 Wähler, es stimmten 1040; die JRZ erhielt 611 Stimmen, die Vereinigte Opposition 429 Stimmen. Gomja Rad-gona: 1282 Wähler, es stimmten 840 für die ein-zige Liste der JRZ. Die Aufnahme des österreichischen Wehrpflichtgesetzes in Graz Am Tage, nachdem das Gesetz verlautbort wurde, sind die Hausbesitzer aufgefordert worden, zu flaggen. Dieser Aufforderung find in ganz Graz vielleicht 10 Hausbesitzer nachgekommen. Außer die-sen 10 Privathäusern haben natürlich alle amttichen Gebäude geflaggt und der Judentempel. Durch den Rundfunk wurde die Bevölkerung aufmerksam gemacht, daß abends ein Fackelzug statt-finden wird und es erging an die Vaterlands treue Bevölkerung die Aufforderung, Spalier zu bilden. Am Fackelzug nahmen hierauf teil: ein Teil d«s Bundesheeres. 120 Schudkorpsleme, rurd 80 Mit-glieder des österr. Heimatschutzes und 60 Mitglieder der ostmärkischen Slurmscharen. Am Hauptplatz hat-trn sich einige Hundert Leute versammelt, zum Grotz-teil Kommandierte. Das Spalier in der Herrengasse war ganz dünn, am Ring standen fast keine Leute, die Gladsstratze war leer, und die Fensterläden waren geschlossen. Da» ist die Begeisterung mil der da» Gesetz aufgenommen wurde. Dafür aber wurde der Protest der Kleinen Entente fteudigst begrützt. Einige Wochen vorher fand für den scheiden-den Divisionär Generalmajor Plchler auch ein Fackeljug statt. An diesem nahm die ganze Ganti-son teil. Damals wurden die Fackelträger von der Bevölkerung begeistert begrüßt, während beim Fackel-uig wegen der Einführung der Wehrpflicht fast kein Zuruf zu hören war. Minister Berger-Waldenegg erklärte dem Vertreter des „Jntransigenl", daß man in Oesterreich nicht die allgemeine Wehrpflicht sondern nur eine Dienstpflicht eingeführt hat. Dem widersprechen aber die offiziellen Plakate der Vaterländischen Front, die den Satz enthalten, daß Oesterreich durch da» Ge-setz seine volle Wehrhoheit wiedererlangt hat. Trotzdem herrscht absolut keine Begeisterung für das Dienstpflichtgesetz, weil allgemein angenom- wen wird, daß nur vaterländisch gesinnte Leute mit der Waffe dienen werden, während die anderen, und das ist die große Mebrheit, als Straßenarbeiter oder in irgend einer ähnlichen Form zu Dienst-leijlungen herangezogen werden. Kurze Nachrichten Der spanische Staatspräsident Zamora mußte zurücktreten. Bei einer Abstimmung erhielt er nur 5 Stimmen. Kommt jetzt Bela Kun auf den Thron? • Der englische Außenminister Eden erklärte vor seiner Abreise noch Genf in der letzten Regie-rungsfitzung unter anderem: Wegen de» völligen ^ujammenbruches der abessinischen Armee müssen die Friedensverhandlungen beschleunigt werden. Mit Italien müsse man zu einer Verständigung kommen. » Italien verlangt heute mehr als zur Zeit des Laval- Hoare-Vorschlage». • Nun hat auch im Süden die große Offensiv« begonnen. General Graziani ließ zuerst Sassabaneh bombardieren und marschiert jetzt gegen Norden vor. » Der rumänische Außenminister Titulescu ist in Genf eingetroffen und wird im Namen der Kleinen Entente verlangen, daß die Oesterreich-Frage sofort an die Tagesordnung komme. Aus Stadt und Land Celje Konfirmation. Sonntag den s. d. M. fand in der hiesigen evangelischen Christuskirche die die»-jährige Konfirmationsseier statt. E» wurden fünf Mädchen und vier Knaben konfirmiert. Die Feier nahm einen erhebenden Verlauf. Der Altarraum war reich mit Blattpflanzen und blühenden Zweigen ge-schmückt. Ein Damenterzett sang Jnterberger» innig empfundenes Konfirmationslied „Seid eingedenk". Pfarrer Gerhard May hiev an die Konfirmanden eine Herz und Verstand in gleichem Maße fesselnde Ansprache, in der er die Konfirmanden ermähnte, dem heute geschlossenen Bündnis mit Gott, aber auch dem Volke, dem die Konfirmanden nach Gottes Willen angehören, Treue zu hatten bis zum Tode. Nicht nur die Konfirmanden, die ganze dicht ge-füllte Kirche war von den wunderbaren Worten des Pfarrer, im Tiefsten bewegt. Nach der An-spräche fand die Konfirmationsfeier selbst in aller» Nummer 29 Deutsch« Zeitung Seite 3 lichster und zu Herzen gehender Weise statt, »der der jungen Menschen bekam ein Geleitwort Kr« Leben mit. Die Feier schloß mit der Dar-reichung des heiligen Abendmahle» und dem wuch-«gen Gesang de» Liedes „Nun danket alle Gott". Biese hehre, von echtem christlich-deutschen Geiste er-Mle Feier wird allen Teilnehmern unvergeßlich Meiben. Evangelische Gemeinde. Am Karfreitag findet der Gottesdienst abends um 6 Uhr statt, am An beiden !?sicrsonntag um 10 Uhr vormittags. m Tagen wird da? hl. Abendmahl gespendet werden. Am Ostermontag wird im Gottesdienst um 10 Uhr Herr Vikar Eugen Burghardt seine Antritlspredigt holten. Amtsstunden. Die Amtsstunden des Ver-eines der Kaufleute für den Bezirk Celje finden nur an jedem Dienstag, Donnerstag und Samstag »on 8 bis 12 Uhr vormittag» statt. Die Fleischhändler und Gastwirte der ehemaligen Umgebungsgemeinde werden aufmerksam »«macht, daß die Venehrungssteuer auf eingeführtes Fleisch und all« Fleischerzeugnisse künftighin in der Schreibstube der städtischen Schlachlhalle zu entrich-ten ist. feuerwehr- Hombola am 7. Juni 1936 Maribor Die Frage der Eisenbahner > Wohn-Häuser. Die Leitung der n«uen Genossenschaft, welche die beiden Eisenbahner-Wohnhäuser in Ma-ribor kaufen wollte, hat gegen die Entscheidung des Banus, der den Verkauf untersagte und mit der Verwaltung der Häuser einen Kommissär betraute, beim Innenministerium Beschwerde eingebracht. Die Eisenbahner hoffen, daß diese Beschwerde abgelehnt wird. Wie man hört, hat die Wiener Genossenschaft, der die beiden Häuser gehören, den Wunsch geäußert, die Häuser möchten vom Unterstützungsverein der Eisenbahner erworben werden, damit sie auch wei-terhin im Besitz der Eisenbahner blieben. Die Leitung der Mariborer Festwoche hat einen Wettbewerb für Plakatentwürfe für die diesjährige (fünfte) Mariborer Festwoche ausgeschrie-ben. Die Entwürfe sind bis zum 28. l. Al. einzu-senden. Die Bedingungen find bei der Leitung der „Mariborer Festwoche" (Aleksandrova cesta 35). bei der Leitung der Ljubljanatr Mustermesse und der Leitung der Zagreber Messe zu erfragen.! Sport Osterrennen am Okreselj Wie wir schon mitteilten, findet zu den Oster-eiertagen in den Sanntaleralpen die Meisterschaft ür den Mariborer Unterverband in der Alpenkom-»ination statt. Ein Sonderkraftwagen fährt alle Teil-nthmer am Karsamstag um 17 Uhr ab Hotel Sko-berne von Celje in» Logartal. Der Fahrpreis be-trägt hin und zurück Din 5ö—. Da noch einige Pläde frei sind und jene nicht berücksichtigt werden, welche sich anmeldeten, daß Fohrgeld jedoch noch nicht bezahlten, werden noch Anmeldungen entgegen genommen. Die Schneeverhältnisse sind derzeit gut, ca. 200 cm Altschnee — Firn, um die Mittagszeit sonnseitig etwas weicher. Wer wird die Meisterschaft gewinnen? Ob MuSlk, welcher schon fleißig trainiert und un-sere Farben im Auslande sehr gut vertrat, oder die Oberkrainer, welche jedoch ihre Teilnahme noch nicht ganz zugesagt haben, oder Jetten, der bei den Fis-kämpfen auch nicht schlecht war. Auf jeden Fall wird der Kampf ein harter, kommen doch beinah« sicher unsere Olnmpiakanonen mit anderen, zweisellos auch nicht schlechteren Läufern auf fremden Boden zusam-men. Nicht zu vergessen sind auch unsere Einheimischen, welche bis heute am Okreseli noch nicht Sieger wa-ren, immerhin aber sind Meötrov, MejavSek. Pavlinc, Skoberne scharfe Anwärter auf die Siegeistellen. Und die Damen? Man hört, verti Skoberne, die vorjährige Meisterin im Slalom startet nicht, hat sie Furcht bekommen, da die Kon-kurrenz Heuer etwas stärker und größer ist? Weiß Gott! Hier wird sicher der Kampf ziemlich leicht von der Mariborer Seite zu gewinnen sein, denn die Mädels von Celje wie Urch, Steinböck, gilt-pitsch werden wahrscheinliH nicht mittun, außer wenn Frl. Posch, welche sich ausgezeichnet in Form befindet, aber noch zu wenig Rennerfahrung besitzt, eine Ueberraschung bringt. Ueber die übrigen Läuser und Läuferinnen schweigen wir noch, wünschen aber beste» Wetter, gute Erfolge und den Teilnehmern an dem daraus folgenden Skikurs, Sonne und eine «hast. lustige Gesellsi E. G—ner. OBLEK, Jeden Donnerstag abends und Freitag den ganzen Tag frische und gebratene Seefische Sün»wag»er"Forellen Prima Dalmatiner Weiss- und Rotweine in haben bei ROK MESTROV, Celje, Za Kresijo 6-8 Sp^zereiwareHhandlana: und Wchiichaak 9t Mehrere Kanzlei-Schreibtische preiswert abzugeben. Anzufragen in der Verwaltung des Blatte«. 98 Radioapparate gebraucht«, hat billigst abzugeben, log. O. Sfhmidlnger, Celje, Kralja Petra eeita Nr. 10. 95 Zur Feier der Ostertage ist das neue der Unionbrauerei recht geeignet. 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