prLimmeratiou» - Prrisr. Für Laidach Saa„ähr>g . . . L ft. — tr. Halbjährig . . . S „ — , vierteljährig. . . i „ Sv » Monatlich . — „ 50 , Mit der Post: Ganzjährig . . . 8 ft. — kr. Halbjährig . . . 4 „ SO , Vierteljährig. . . » „ iS , Für Zustellung IN« Hau» vierlel-jährig 25 kr., monatlich g kr. Laibacher Sin,eine Nummern s kr. Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuruckgesendet. Lt»akli«>: B-huholS^e Nr. IS». Lrvrditiou und Zosrratni Smrail: »ongreßvla? Nr 81 (Bnchhandim ^ von I.». «lemmaor L ff.Bamderft, Zuserti»n»prttsk: Für die einspaltige Petitzeile L l». vei zweimaliger Einschaltung »Skr. dreimal » 7 kr. ZnsertionSfteinvel jedeim^il »o tr. «ei größeren Inseraten nnd Lstcrer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 49. Mittwoch, 2. März. — Morgen: Kunigunde. 1870. Die katholische Kirche in Ungarn. Bekannt ist. daß die Geltung des Konkordates für Ungarn fraglich blieb, so lange man die Ver-Wirkungstheorie in Ungarn handhabte, daß dieselbe aber entschieden negirt wurde, seitdem Ungarn seine Selbständigkeit wieder errang. Gerade hierin dürste der Grund davon zu suchen sein, daß mit wenigen Ausnahmen der gesammte ungarische Klerus einer autonomen Gestaltung der Kirche vom Anfänge an sich nicht abgeneigt zeigte, die katholischen Laien aber dieselbe mit Freude begrüßten. Der Klerus hoffte offenbar und hofft vielleicht noch durch freie Abmachungen mit den einflußreichen Gliedern der katholischen Kirche und durch die Anerkennung derselben von Seite des Staates für sich sicherere und befriedigendere Resultate zu erzielen, als durch die immer mißlichen und mißliebigen Konkordate, während die Laien eine Macht in ihre Hände zu bekommen hofften und wohl auch noch hoffen, mit welcher sie ebenso das Ansehen ihrer Kirche heben, als den Absolutismus des Klerus wenn nickt ganz brechen, so doch wesentlich beschränken zu können vermeinten. Bis jetzt hat sich weder die Hoffnung der einen noch die der ändern Seite erfüllt. Gleichwohl scheint sich die Wage, wie ma» wohl auch von vorne herein annehmen durfte, auf die Seite des Klerus zu neigen. Erfahrung, Sachkenntnis Schlauheit. Beichtstuhl und die tausend Handhaben, mit welchen der katholische Klerus die Glieder seiner Kirche zur Unterwürfigkeit zu drin gen weiß, geben jenem ein Uebergewicht, das man wohl bekritteln und im Verborgenen wohl auch per-horresziren kann, dem man aber bei so ungleich oertheiltein Einfluß nicht leicht mit dauerndem Erfolge entgcgenzutreten vermag. Diese Andeutungen dürften genügen zur Erklärung der Vorgänge und der bei Gelegenheit der Verhandlungen über da« Budget des Ministeriums für Kultus und Unterricht im ungarischen Reichs- tage bezüglich der Autonomie der katholischen Kirche gefallenen Aeußerungen. Die Linke ging hier rücksichtslos ins Zeug. Sie stellte öffentlich das unsittliche Veben eines großen Theils der katholischen Geistlichkeit an den Pranger; und als probst K. erklärte, er könne zwar den erhobenen Vorwurf nicht ableugnen, aber man müsse doch anerkennen, daß der Klerus vor öffentlichem Skandal sich hüte, ries eine Stimme: „Bekenntnisse einer schönen Seele!" Ein katholischer Abgeordneter fragte, wie die Regierung sich auf die kirchlich autonomen Bestrebungen einer Geistlichkeit einlassen könne, deren Trinität z. B. im Szatmarer Komitat sei: der Slibowitz, die Tabakpfeife und das dreimal heilige Tarok. Ziehen wir den Schleier über dergleichen Aeu-ßerungen wie über die Dinge und Personen, die sic hervorriefen. Aber der Frage wollen wir uns doch nicht entziehen: welchen Ausgang diese ungarischen Bestrebungen nach einer Autonomie der Kirche haben werden, woran sich dann wie von selbst die zweite anreiht, nämlich ob überhaupt eine Autonomie der katholischen Kirche in dem Sinne möglich, ja wün-schenSwerth sei, daß die Laien maßgebenden Einfluß auf das innere wie auf das äußere Leben der Kirche gewinnen, daß so die katholische Geistlichkeit im Bunde mit den Nichtgeistlichen das sinkende Ansehen der Kirche stütze, und selbst für den Fall, der jetzt schon nicht mehr außer dem Bereiche der Möglichkeit liegt, daß das Konzil ziemlich resultatlos schließen und die jetzt beabsichtigte Vergötterung des Papstes vielmehr mit der Schwächung deö Ansehens des römischen Stuhles enden sollte, eine territorial-autonome Gestaltung der Kirche diese zusammenhallen und vor schwerem Falle zu bewahren ver möchte. Die Ungarn geben bekanntlich den einmal aufgefaßten Plan nicht wieder auf. Wir können uns darüber auch nur anerkennend ausfprechen, denn wir leben der festen Ueberzeugung, daß der Bann, der jetzt die katholische Kirche drückt und der seinen Grund in der Allgewalt des Klerus hat, welcher bindet und löset nach seinem Maßstabe, der selig spricht unv verdammt, wenn er will, der die Freiheit haßt und Bildung scheut und bekämpft, nur dann gebrochen werden wird, wenn erst die Laien auch in der Kirche werden zum Worte gekommen sein; und daß erst dann bessere Zeiten auch für die katholische Kirche kommen werden, wenn nicht mehr ausschließlich der Seminarklerus, sondern die wahrhaft christlich frommen Priester der Kirche Bestes berathen, beschließen und ausführen werden. In den nichtnngarischen Ländern Oesterreichs hat man, wie eS scheint, bis jetzt noch keinen Sinn für die Autonomie der katholischen Kirche. Es scheint gänzlich an Verständniß der Wich tigkeit der Sache zu fehlen. Dort begnügt man sich derweilen noch damit, einen Fetzen um den ändern vom Konkordate abzureißen. Man wird damit wohl nun zum Ende kommen. Aber dann wird der alte Bann der Allmacht des Klerus in der Kirche noch immer derselbe sein. Man wird unter demselben nach wie vor verkümmern, bis man auch hier endlich die Freiheit erringen wird, deren sich alle die Länder seit langem in Frieden erfreuen, in welchen die Autonomie der Kirche eine Wahrheit geworden ist. (L. Tpst.) Das italienische Budget. Die ..Opinione" schreibt: Die Abänderungen an dem Ausgaben- und Einnahmen-Budget pro 1870 sind durchgeführt und der Budget-Kommission mitgetheilt. Die beiden Voranschläge weisen die durchgreifendsten Veränderungen auf. Der Ausweis über die Staatspassiven stellt sich insgesammt auf 759,553.000 Franks mit einer Vermehrung gegen den ersten Budgetentwurf von 23 Millionen Frank« Die Aenderungen der Ausgabenetals aller Ministerien zusammengefaßt, ergibt sich für 1870 ein Ge- Äeuilleton. Laibach, 2. März. (Herkules am Scheidewege. (Nute Norsäl?e »nd Gewissens erforschung. - - Gute Folgen eines Feuilletons. — Aesthetil und Mode. — Aesthetischc Znkunftstoilette. — Die L>prache der Hausknechte. — Gebildete Hausknechte.) Wenn man ein Feuilleton für den Aschermittwoch schreiben soll, so befindet man sich bei der Wahl des Stoffes in ähnlicher Lage, wie Herkules am Scheidewege. Soll man dem sündigen Treiben des Faschings einen Rückblick widmen, soll man Asche aufs Haupt streuen und der Tugend des Fastens und der Enthaltsamkeit den Blick entgegensenden? Wir sind lange mit uns darüber zu Gericht gegangen, endlich siegte die Tugend gegen das Laster, und zwar auf dem Wege deö Kompromisses. Wir wollen nämlich einen Rückblick auf den Fasching werfen, indem wir hiebei von der Ansicht ausgehen, daß zu einer entschiedenen Besserung und zur Erweckung guter Vorsätze die GewissenSerforschung über das Vergangene die erste Vorbedingung ist, uns gleichzeitig vor- nehmcnd, die Fastenzeit über uns in der Tugend recht fleißig üben zu wollen. Wenn es unseren Vorsätzen nur nicht so geht, wie den Ballboukets,! welche die Dameu als Siegestrosäen an das Fenster! legen. Mit guten Vorsätzen und schönen Ball-^ boukets läßt sich eben nicht lange prunken, sie sehen anfangs wohl recht gut aus, pflegen aber sehr schnell zu welken. Indessen haben die Damen, welche Heuer die Kasinobälle besuchten, bei der GewissenSerforschung ein leichtes Spiel, weil selbe schon im Fasching fasteten, denn die Zahl derjenigen, welche mehr als zwei, höchstens drei Bälle besuchten, ist gering. Schwieriger wird es für jene Herren und Damen werden, welche alle dreizehn großen Bälle der Saison mitmachtcn: 6 Kasinobällc, 4 Kränzchen, den Turnerball, den Sängerball, den Ball im Landhause. Apropos, anläßlich des letztgenannten Balles haben wir eine sehr angenehme Nachricht zu bringen. Es ist nämlich für den Feuilletonisten, welcher nur für ^ den Moment schreibt, flüchtig, leichthin plaudernd, gewiß ein Trost, in seiner undankbaren Bestimmung, Eintagsfliegen zu erzeugen und deren Tod mitanzusehen, ohne daß eine wohlthätige Entreprise derselben sich annehmen würde, wir sagten, es ist ein Trost für den Feuilletonisten, wenn er sieht, daß seine in ihrer Geburt schon dem Vergessen gewidmete Arbeit auch gute Folgen hat. Das ist nun in der That eingetreten. Die Leserinnen und Leser erinnern sich vielleicht (wenn man sich auf ein Feuilleton überhaupt erinnert), daß wir bei der Beschreibung des Balles beim Landespräsidenten auch der Herrentoiletten Erwähnung thaten und hiebei bemerkten, daß neben den eleganten Ezismen des Hußarenoffiziers auch die kothbefpritzten, thrange-schmierten Moraststiefel des Entenjägers mit der Schafspelzmütze zu sehen waren. Diese harmlose Bemerkung veranlaßte jenen Mann, welcher in diesem Aufzuge am Balle beim Präsidenten erschienen war, sich nun öffentlich zu entschuldigen. Wenn auch die Entschuldigung nur darin besteht, daß er behauptet, die Schafspelzmütze sei aus Astrachan gewesen und wiege nur 6'^ Loth, und daß die Stiefel nicht kothbesvritzt und thran-geschmiert, sondern ganz sorgfältig gewichst waren, so ist der Versuch allein, jenen sonderbaren Aufzug sammtpassivam von !.! 11,871,000, welchem dic Gesammtcinnahmen, einschließlich der aus den Kir-chengütcrn fließenden, mit 950,538.000 Franks ge-genüberstehen, wornach das Defizit 161,333.000 Franks beträgt. Politische Rundschau. Laibach, 2. März. Im K r ic g Sm i ni st cr i u m war man bereits vollauf mit Zusammenstellung des Militärbudgets beschäftigt als man erfuhr, daß die Session der Delegation erst für den August in Aussicht genommen ist. Sofort wurde dic Ausarbeitung der betreffenden ziffermäßigen Nachweise vorläufig sistirt. Herr v. Kuhu soll mit der ihm für das lausende Jahr votirteu Summe so gut hausgehalten haben, daß er diesmal sich i» der angenehmen Lage befinden dürfte, keinen N a ch t r a g sk r ed i t für das Ordiuarium zu verlangen. Die Höhe des vorzugsweise für Dalmatien verwendeten Extraordina-riums soll den Betrag von vier Millionen Gulden kaum überschreiten. FML. Rodich, welcher bekanntlich aus Dalmatien zur Berichterstattung berufen wurde, soll, wie verlautet, nicht wieder auf seinen Posten zurückkehren. Bekanntlich soll der ReichSvertrctung in den nächsten Tagen ein Gesetzentwurf über eine summe von 30.000 Gulden zur Unterstützung solcher Personen, die bei der dalmatinischen Insurrektion Schaden erlitten haben, vorgelegt werden. Wie man wissen will, soll Herr v. Rodich für diesen Zweck nahezu den zehnfachen Betrag befürwortet haben. Dic vorgenommenc Reduzirung war das Resultat eines in der vorigen Woche stattgefundenen Mini> srerraths. Das „Fr cmd c n b l a tt" räth dem Ministerium, den Polen die Gesetzgebung über die Universitäten nur zu geben. Im Vergleiche zu den Nachtheilen, welche aus der Weigerung entstehen würden, sei das Opfer immerhin zu bringen. Die Polen mögen sich so viele Universitäten mit ihrer Landessprache bauen, als sie wollen, vorausgesetzt, daß es mit ihrem Gelde und nicht mit dem unseren geschieht. Die Polen werden schon zur rechten Zeit zur Einsicht kommen, daß die deutsche Wissenschaft nicht protegirt zu werden braucht, sondern sich selbst erhält und das Uebergewicht über dic andere zu behaupten im Stande ist. Der Prager deutsche Verfaf su ngSverein beschloß, eine Adresse an das Ministerium zu richten, worin sür Aushebung des Konkordats und direkte Wahlen piaidirt und das Lei trauen der deutsch.» Bevölkerung versichert wird. Desgleichen wurde eine Petition um Aushebung des Zeitungö-stempels, Abschaffung des obligaten Religionsnii- zu beschönigen, schon ein erfreuliches Zeichen, daß jener Mann es einsieht, daß er eine Unschicklichkeit begangen. Es ist da ganz gleichgiltig, daß das Gewicht der Kopfbedeckung unmöglich über ihre Ballfähigkeit entscheiden kann, da wir beispielsweise das Gewicht eines anständigen Hutes gar nicht kennen und doch wissen, welcher in eine anständige Gesellschaft paßt; es ist da ganz gleichgiltig, daß die Stiefel keine Ballsticfel waren, auch nicht solche, wie sie eleganten National-Kostümeu zukommen, und daß sie thatsächlich kolhbespritzt waren, der Versuch allein, jenen Aufzug in besseres Licht zu setzen, ist uns ein erfreuliches Zeichen, daß unsere Belehrung auf fruchtbaren Boden gefallen ist. In jener Entschuldigung kommt übrigens ein höchst possierlicher Ausdruck vor, es heiß, nämlich „der französische Frack sei ein unästhetisches Kleidungsstück." Nun, wir gestehen, daß uns bei der Wahl eines Salonanzuges noch nie die Aesthetik, sondern stets nur die unter gebildeten Nationen übliche Kon venienz geleitet hat. Würde uns die Aesthetik leiten, so würden wir allerdings weder Frack, noch Rock, weder Moraststiefel, noch Beinkleider wählen, sondern wir würden uns eine griechische Tunika tcrrichtcs und Aktivuung des Verwaltungsgerichts-hofcs beschlossen. Wie der „Pester Korr." von dcakistischcr Seite geschrieben wird, hat sich Finanzminister Lonyay, gedrängt von seinen Ministerkollegcn und von der Partei, entschlossen, vorerst noch im Amte zu blei-ben. Nach der einen Version gedenkt der Minister nur noch bis zum Ablaus dieses Jahres zu bleiben, nach einer anderen Version häiic derselbe seine Absicht, sas Portefeuille des gcmeinsamen Finanzministeriums zu übernehmen, gänzlich aufgegebcn. Wenn daö gemeinsame Finanzministerium selbst während einer Delegationssession unbesetzt bleiben kann, so dürste es wohl auch ganz überflüssig erscheinen. Dic „Karlsruher Zeitung" erklärt, die badische R eg i c r u ng sei dem Lasker's chcn An-trage fremd. Die Politik der Regierung stütze sich auf die Interessen des Landes; die Regierung werde aber durch dic wiederholten Erklärungen Bismarcks in der Ansicht bestärkt, daß die gegenwärtige halbe Einigung Deutschlands kein Des in i l i v u m sei. Im norddeutschen Reichstage begann die Berathung c.nes neuen Strafgesctzcntwurfes. Bei Paragras 1 beantragte Kirchmann, die Todesstrafe abzuschaffen. Der Bundes-Kommissär ver-thcidigtc die Regierungsvorlage und die Beibehaltung der Todesstrafe, dic Voraussetzung, daß die Abschaffung der Todesstrafe im Volksbewußtsein wurzle, sei eine irrige. Dennoch wurde nach zweitägiger Verhandlung gestern die Aushebung beschlossen. Bismarcks Opposition blieb fruchtlos. In Berlin erhält dic große Rede Bismarcks im Bezug auf den Süden noch immer die Gemü-ther in Erregung. Die Jonrnale bringen den Wortlaut derselben, woraus zu ersehen ist, daß der Bundeskanzler die Nationalliberalen mit der ganzen Schärfe seines Hohnes abgefertigt hat. Und was er etwa noch übrig gelassen, leistet dic „Nordd. Allgemeine Ztg.," welche die Herren Lasker und Genossen wie unreife Schwätzer abkanzelt. Unter solchen Umständen klingt die Drohung der „Nat.-Ztg.," dic Nation'ülibclalen werden künftig ihre Politik ohne den Bundeskanzler machen, überaus komisch. Was wären wohl, bemerkt mit gerechtem Spott die Tagespost," die Nationalliberalen ohne ihren Bismarck ? Der Pap st wird einem Telegramm in der „N. Fr. Pr." zufolge vom Konzil verlangen, das Dog ma d e r nnb efl e ckten Empfängn, ß solle nicht als ein neues, sondern als ein in den Beschlüssen der früheren Ksnzilien schon enthaltenes erklärt werden. Dem Moniteur Universal" zusolgc stellen Briefe aus Rom einen neuen Schritt der Tni-lerien in Aussicht, um dic päpstliche Regierung und das Konzil von jenem Beschlüsse abzubringen, umlegen, wir würden dic Füße in elegante Sandalen einschnallen, eine in malerisch drapirtem Faltenwürfe sich präsentircndc Toga würde von der Schulter herniedcrwallen, dic nackten Arme mit goldenen Spangen und Reifen umfangen. Unsere Damen müßten junonische Kleiscr tragen und sich ir lu, Klcopatra frisiren, und Las Kleid L In. Helene am linken Fuße ausgeschürzt tragen, — so, lehrt uns die Aesthetik, sei eine Tracht malerisch schön und dem ästhetischen Gefühle entsprechend. Reicher Faltenwurf über den engumfangenen, durch die Kleider wiedergegebenen Formen des Körpers. Ob nun Moraststiesel den ästhetischen Anforderungen besser entsprechen, als der Frack, das zu benrtheilen überlassen wir altklassisch gebildeten Aesthetikern. Bis dahin werden wir mit unserer ästhetischen Toilette warten und uns so kleiden, wie sich die gebildeten Amerikaner, Engländer, Italiener, Franzose», Russen, Schweden, Dänen und Deutschen kleiden. Pardon! Die Deutschen dürfen nicht unter die gebildeten Nationen gezählt werden, denn ihre Sprache, so ist es in der Frei-tagsnummer unseres Jantschbcrg-Moniteurs zu lesen, müsse die Sprache der Hausknechte werden. welcher den Prinzipien des öffentlichen Rechtes in Frankreich entgegen wäre. Frankreich soll insbesondere auf der Nothwendigkeit bestehen, daß allen im Konzil vertretenen Meinungen die Freiheit gesichert werde, sich auszusprechen. Es sind wieder mehrere der Personen, welche anläßlich der letzten Pariser Unruhen in dem Santv-Gesängnissc zurückgehalten weiden, in Freiheit gesetzt worden. Doch sollen weitere Verhaftungen, man spricht von 50 bis 70, vorgenommen werden. Die Gesangencn in der Santk leiden fortwährend durch dic Kälte. Die Heizung des Gefängnisses — sic wird durch Lustheizung bewerkstelligt — ist so schlecht, daß die Untersuchungsrichter in den Lokalen, wo sic das Verhör vornehmen, in den Kaminen Feuer machen ließen, da sic eö vor Kälte nicht aushulten konnten. Dic Gesangencn haben cs jedoch jetzt insofern besser, als sie sich seit vier Tagen für >hr Geld Speisen und Wein holen lassen dürfen, während sic vorher auf die äußerst magere Gesängnißkosl beschränkt waren. ________ _____ Ans dem Gerichlssaalc. Graz, 26. Februar. (Eine Engelmacherin.) Das Urthcil in dem von uns mitgetheilten Prozesse lautete: Anna Pansch ist deö Verbrechens des gemeinen Mordes, sowie der Übertretungen der Veruntreuung und des Betruges schuldig und wird zu sechszehu Jahren schweren, mit einem Tage Einzelhaft in jedem Monat verschärften Kerkers vernrtheilt; Anton Pansch ist der Mitschuld am gemeinen Morde und der genannten llebertretungen schuldig und wird zu sieben Jahren schweren, mit einem Tage Einzelhaft in jedem Monate verschärften Kerkers verurtheilt. Zur Tagesgeschichte. — Die „Wiener Zeitung" bringt dic Ernennung des Sektionsraths Erb zum Ministerialrath und Preßleüer. Veit dem gestrigen Tage überging die Preßleitung aus der Leitung der Reichskanzlei an das diesseitige Ministerium. — Geschenke für den Kaiser. Mit dem Bodenbacher Zuge sind 17 Kisten im Gewichte von 57 Zentnern in Prag angekommen und sogleich an den Hof nach Wien weiter expedirt worden. Die Kisten enthalten Geschenke, welche der Beherrscher Japans dem Kaiser Franz Joses übersendete. Dic Sendung war in französischer Sprache als Zucker und Kurzwaaren bc» zeichnet. —- Das Komitee des Wiener Kellncr-ver eins erklärt in einer Zuschrift an die Redaktion der vereinigten Wiener Blätter, daß weder eine Anregung noch Besprechung eines Strike der Kellner in den Sitzungen erwähnt wurde. — Die Prager Stadtverordneten haben nachgegeben. Gestern wurde der Nichtdeklarant Dit-trich zum Bürgermeister gewählt. In der That nicht übel. Wenigstens das wird uns der genannte Moniteur doch zugeben, daß die Deutschen reLt anständige Hausknechte besitzen, zum Beispiel der Hausknecht Humboldt, der Hausknecht Göthe, der Hausknecht Schiller, die Hausknechte Lessing, Ächclliug, Fichte, Kant, er wird uns bas wenigstens ;ugeben, daß es eine recht tüchtige HauS-knechtarbeit war, die Kritik der reinen Vernunft, einen Kosmos u. s. w. zu schreiben, und daß Hausknecht Göthe für seinen Faust ein recht hübsches Trinkgeld verdient hätte; eö war in der That eine hübsche Hausknechtarbeit, daö deutsche Volk von den Fesseln der Nacht und römischen Finsterniß zu befreien, wie es wirklich einigen erleuchteten deutschen Hausknechten gelungen ist. Seit wir wissen, daß die deutsche Sprache die Sprache der Hausknechte ist, sind uns zwei Dinge klar geworden. Erstens, daß Nestroy Recht hatte, wenn er von „gebildeten Hausknechten" sprach, und zweitens ist uns klar geworden, was wir lange nicht einsehen konnten, warum nämlich der Jantsch-berg-Moniteur in deutscher Sprache und mit solcher Schreibweise erscheint. Jetzt wissen wir es! — Schleckt abgelaufener Masken-scherz. In Sissek begab sich am 21. d. der Färber Kutner maskirt zu seinem Nachbar Rugl, einem Wirth, bei dem mehrere Personen waren, die sich in guter Laune befanden. Rugls Sohn wollte Kutner demas-kiren; deswegen entstand eine Zänkerei — da kam der Wirth selbst und versetzte Kutner mit einem Holzscheit einen kräftigen Schlag auf den Nacken, daß Kutner augenblicklich niedersank nnd den folgenden Tag dm Geist aufgab. Rugl Vater und Sohn befinden sich in Haft. — König Ludwig soll in einer Audienz, die er vor einigen Tagen dem Kunstschriftsteller Dr. Ernst Förster erlheille^ diesem seinen Entschluß, den Fürsten Hohenlohe in seiner Stellung zu erhalten, kundgegeben haben, und zwar mit Worten, die der Bayerischen Landesztg." zufolge dahin gelautet hätten, er (der König) werde sich von den Patrioten niemals meistern lassen, und hoffe, die intelligente Bevölkerung werde konsequent zu ihm stehen, wie er seinerseits die Rechte de? Volkes gegen unberechtigte fremde Einmischungen zu schützen gedenke. Nach einer dem „Nürnberger Korresp." zugekommenen Mittheilung halte der König diesen Entschluß sogar viel direkter ausgedrückt. Dr. Förster aber erklärt wieder in der „Baier. Lau desztg." bezüglich der Worte: „der König werde sich von den Patrioten nicht meistern lassen," diese Worte habe der König gegen ihn nicht geäußert. — Die Leibärzte des Königs Wilhelm bestehen darauf, daß derselbe den seit mehreren Jahren unterlassenen Besuch von Karlsbad in diesem Jahre zum Schutze seiuer Gesundheit festhalte. Ob der Kö mg hingehen wird, ist noch unbestimmt. Wie der „B. B. L." meldet, soll der König von Preußen persönlich gegen die Aufhebung der Todesstrafe fein, weil er darin eine Schmälerung der Hoheitsrechte erblickt. — Der römische Korrespondent der „Pall-Mall-Gazette" theilt mit, der Papst habe die Ausweisung der Berichterstatter der „Times," der „Köln. Ztg." und der „N. Fr. Pr." angeordnet. Wie der „Köln. Ztg." geschrieben wird, sollen auch zwei Damen, welche sich mit Abfassung von Neise-briefen beschäftigten, wegen ihrer freien Reden ersucht worden sein, Rom zn verlassen. — Der „Presse" wird versichert, König Don Francesco d'Assis wolle das bewegliche Vermögen seiner Gemalin, der Königin Jsabella, mit Beschlag belegen, um auf diese Weise das durch die gegenwärtige Verwaltung gefährdete Vermögen feiner Kinder zu retten. -- In der Nähe von Yokohama ereignete sich ein Zusammenstoß des Dampfers „Bombay" mit der amerikanischen Korvette „Oneida," in Folge dessen letztere versank. Es sind 120 Menschen nmgekommen. Wann die Polizei nachsichtig ist. Ans den Erinnerungen eines alten, vielerfahrenen Wieners erzählt ein Wiener Korrespondent der „Tagespost: Es war in der schönsten Blüthe der Konkor-dalszeit, als eines Morgens von einem Wächter der öffentlichen Sicherheit auf dem besuchten Plätzchen eines öffentlichen Gartens die Leiche eines Kindes ausgefunden wurde, dessen Mutter eine „vornehme" Dame gewesen scin mußte, s!» dieser Annahme berechtigte nicht allein das seine Linnenzeng, in welches die Leiche eingehüllt war, sondern auch andere Anzeichen. Alle Bemühungen der Polizei waren resultatlos geblieben, als der Polizeidirektor eines Tages einen Brief erhielt, der den Verdacht auf eine bestimmte Persönlichkeit lenkte, die den höchsten Kreisen angehörte. Was war da zu machen? Der schlaue Polizeidirektor beschloß, sich für alle Fälle Gewißheit zu verschaffen und traf seine Anstalten. Doch hatte er noch keinen wesenllicken Schritt gethan, als von dem damaligen allmächtigen Polizeiminister ihm die bestimmte Weisung wurde, sich um die ganze Sache nicht weiter zu kümmern, was auch getreulich befolgt wurde. — Die Geschichte von der aufgefundenen Kindesleiche wurde bald von anderen Geschehnissen vergessen gemacht. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Wiederholtes Erdbeben.) Gestern Abends 9 Uhr wurde hier abermals ein Erdbeben bemerkt, dessen schwingende Bewegung die Richtung von NW. nach SO. zu nehmen schien und anfänglich nur schwach, nach 5—6 Sekunden fast verschwindend, alsbald aber mit einer Stärke sich wieder fühlbar machte, daß Gläser klirrten und Thüren, deren Klinken nicht fest schlossen, aussprangen. Sonst war die ganze, verhält-nißmäßig lang, und zwar mindestens 12 Sekunden andauernde Erschütterung von keinem außergewöhnlichen Geräusche begleitet. — (Die Grund st euerad schrei bnng für Kr a in) aus dem Titel der Ueberbürdung und schlechten Ernte beträgt für das I. 1878 an landesfürstlichen Steuern 108.443 fl. 78 kr. und mit Hinzurechnung der gleichfalls in Abschlag kommenden Grnnd-entlastungs-, Landes und Bezirkskasseumlagen 150.644 Gulden 53 kr. Die bedeutendsten Abschreibungen entfallen auf die Steuer-Bezirke: Umgebung Laibach 23.710 Gulden; Krainburg 10.064 fl. und Tfchernembl 9492 fl.; die geringsten hingegen: auf Kronau 77 fl. 83 kr.; Radmannsdorf 405 fl. und Sittich 610 fl. — (DerSchutzengel derKleinen.i Gestern Nachmittag schaute in einem Hause der St. Petersvorstadt auch ein kleiner 3jähriger Knabe vom Fenster aus dem bunten, lebhaften Faschingstreiben zu, wobei er sich wohl etwas zu stark an die schlecht verwahrten Winlerfenster gelehnt haben mochte, denn dieselben flogen plötzlich auf und das Kind stürzte vom ersten Stocke auf das Steinpflaster hinab — ohne außer einer kleinen Wunde bis jetzt bemerkten Schaden erlitten zu haben. Der Knabe ist bis heute frisch und munter. —- (Die Korsofahrt) gestern Nachmittag ist sehr gut ausgefallen. Es waren über 30 durchwegs elegante Equipagen erschienen und wir sind jenen Herren, welche dieses hübsche, ösienlliche, in letzter Zeit in Verfall gerathene Vergnügen wieder anreglen, zu Danke verpflichtet uud wir hoffen, die Korsosahrt im nächsten Jahre wieder in allem Glanze erstehen zu sehen. Es wäre dies schon Heuer der Fall gewesen, wenn die Herren ihre glückliche Idee nicht gar so kurz vor Thorschluß zur Ausführung gebracht hätten; so war die Sache elwas überstürzt, es ist sogar der Bedarf an Konfetti nicht gedeckt gewesen, da es zu spät bekannt wurde, daß Heuer eiue Korsofahrt stattfinde. — (Benefize.) Morgen Donnerstag den 3ten d. M. wird zum Vorlheile unserer verdienstvollen jugendlichen Liebhaberin Frl. Kottaun Lanbe's „Täuschung auf Täuschung" gegeben. Die Beliebtheit, deren sich daS Fräulein beim hiesigen Publikum erfreut, nicht minder wie die glückliche Wahl des Slückes versprechen ein recht volles Haus, das wir dem Fräulein, bas so reizend und wirklich herzig im gleichnamigen Stücke „ihr Herz zu entdecken" wußte, aufrichtigst wünschen. — (Ein indnstriöser Seelenhirt.) Aus Oberkrain wird nns geschrieben: Als man die Schätzmänner für die zum Baue der Eisenbahn Laibach-Tao vis abzulösenden Grundstücke wählte, berief der Herr Lovro Pintar, Pfarrer in Bresnitz, nicht nur viele feiner Pfarrinfassen, sondern auch die ihm ergebenen Gemeindevorsteher und Ausschüsse aus ändern Pfarren, und kanvidirle als Schätzmann, indem er bemerkte, er allein wisse vermöge seiner Stellung als Reichsralhs-abgeordneler, welch' hohen Werth jetzt Grund und Boden habe, da bei dem stets abnehmenden Werch der Slaalspapiere eigentlich nur der etwas besitze, der Grund und Boden fei» Eigen nennen kann, daß man daher die höchstmöglichsten Preise verlangen müsse, und dergleichen. Daß solche Worte den Land-lenlen, gefielen, ist selbstverständlich, Pfarrer Pin-tar wurde gewählt und strich für seine Mühen ansehnliche Diäien ein. Nicht lange darauf wurden die Vorarbeiten für die Wahl der Schätzleute zur Grund-steuerregulirungskommifsion begonnen, und da auch hier Diäten zu beziehen waren, kandidirte Pfarrer Pintar abermals, berief wieder die einflußreichen Landleute zusammen und erklärte, er allein wisse vermöge seiner Stellung als Reichsrathsabgeordneter, daß nach den gegenwärtigen Verhältnissen in Oesterreich Grund und Boden eigentlich gar keinen Werth habe, daß der unbemitteltste Handwerksmann besser stehe, als der bemitteltste Landmann, daß man daher die Grundsteuer aus das Minimum reduzireu müsse. Aus Grund dieser Erklärung wurde Pfarrer Pintar abermals gewählt. Wir unterlassen es, aus diesen Faklen Konsequenzen über die Eignung des Herrn Reichsralhsdeputirten als Schätzmann zu ziehen, aber eine Frage, die täglich von den Pfarrinfassen des Herrn Pintar besprochen wird, können wir zu thun nichl unterlassen. Wir fragen nämlich, wie eö der Herr Pfarrer mit dem in feinen Predigten oft ausgesprochenen Satze, daß ein Priester sein ganzes Leben dem Seelenheile der ihm anvertrautcn Schafe widmen muß, vereinbarlich findet, wenn er neben seiner Stelle als Pfarrer, der Besorgung der Oekonvmie und der nach feinem eigenen Geständnisse nicht minder als seine Pfründe rentablen Obstbaumzucht, noch folgende Geschäfte betreibt nnd Stellen bekleidet: Holzhändler, Landtagsabgeordneter, Rcichsralhsabgeordneter, und jetzt noch Schätzmann für die Grundsteuer - Regulirungskommiffion. Wie viele Zeit ihm da für die Sorge uni das Seelenheil feiner Pfarrkinder übrig bleibt, kann jedermann einsehen. — (Der P red i l b ah n b an.) Wie man der „Tr. Ztg." aus sonst guter Ouelle mittheilt, wird der Handelsminister die den Predilbahnban betreffende Vorlage demnächst im Reichsraihe einbringen, und zwar derart, daß die Regierung ermächtigt werden soll, die Bahn von Tarvis nach Görz auf Staatskosten zu bauen. Für das Jahr 1870 würden zu diesem Zwecke drei Millionen Gulden bewilligt, welche im Wege des öffentlichen Kredits als schwebende Schuld aufgebracht werden sollen. Von Villach nach Tarvis soll der Bau der Rudolfsbahn konzessionsmäßig verliehen werden. Ueber die Strecke Görz-Triest verlautet jedoch nichts. — (Klerikaler Kraftausdruck.) Am verflossenen Sonntag hielt der katholisch-konservative Verein in Straden eine Versammlung ab. Unter anderen salbungsvollen Ansprachen hielt auch der Herr Pfarrer von Gnaö, wie der „Tgpst." geschrieben wird, eine burleske und flocht in dieselbe folgende zarte Wendung ein: „Die Liberalen, die Demokraten nnd wie döViecher alle haßen." Dieser auf die empfänglichen Gemülher seiner Schafe berechnete Kraftausdruck des wackeren Seelenhirten bedarf kanm eines Kommentars, doch muß zur Steuer der Wahrheit beigefngt werden, daß die übrigen anwesenden Geistlichen wegen des urwüchsigen Auftretens ihres AmtsbruderS denn doch einigermaßen in Verlegenheit gerielhen. — (Der Klagenfurter G e m e i n d e ra l h) hat den Beschluß gefaßt, einen Dreier-Ausschuß zu wählen, welcher, nachdem der Bürgermeister sein Amt niedergelegt, den Bürgermeister-Stellvertreter bei der Leitung der Lokalpolizei zu unlerstützeu hat, und sohin an den Landespräsidenten das Ersuchen gestellt, die mehrerwähnte Maßregel gegen diese Garantie wieder aufzuheben. Der Herr Landespräsidenl hat sohin auch mit Erlaß vom 22. d. M., nachdem ihm durch den obbezeichnelen Modus für die ordentliche Handhabung der Lokalpolizei genügende Garantie geboten sei, die Leitung derselben wieder dem Magistrate znrücküber-lragen — (Aus der Umgebung von Graz) erhält die „Tgpst." folgende Miltheilung: Im Orte* liegt eine allgemein hochgeachtete Frau schon mehrere Tage krank. Nun verlangle sie, daß sie der Pfarrer versehe. Der Pfarrer kam auch ganz bereitwillig. Als noch alle Angehörigen der Frau sammt dem Pfarrer auf den Knien sagen und um baldige Genesung beteten, stürzte der junge, fanatische Kaplan, ohne sich anzumelden, ins Zimmer, zog ans seiner Tasche eine Kerze und ein Kreuzlein, fing die Kranke zu besprengen und zu bekreuzen an rc. Endlich beschwor er die Kranke, zu erklären, daß der Papst unfehlbar sei, denn sonst könne sie nicht selig werden. Die» geschah in Gegenwart des Pfarrers, der dazu ein entsetztes Gesicht machte. — In der Nacht vom 13. auf den 14. d, hörten die Mägde eines Bauers in P— im Nebenzimmer ihres Schlafgemaches ein Poltern. Anstatt Lärm zu machen, fingen sie an, sich zu bekreuzen, ja, eine stand sogar auf, um Weihwasser umherzusprengen, denn sie waren fest der Meinung, es — geistere. Aber o weh! Als sie Morgens aufgestanden waren, sahen sie, daß der Lärm nicht von Geistern, sondern von Dieben gemacht worden, die ins Nebengemach eingebrochen und 400 fl. bares Geld und die beste Kleidung des Bauers gestohlen hatten. So steht es bei uns mit der Bildung. Witterung. Laibach, 2. März. Trübes Werter anhaltend. Wolkendecke geschloffen. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 1.5" R.; Nachm. 2 Ubr -j- 4.7° (1869 -j-2.5°, 1868 -l-3.4°). Barometer 328.82"'. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 1-5", um 0.1" über dem Normale. Theater. Heute: Norma, Oper in 3 Akten Morgen: Täuschung auf Täuschung, Schauspiel ______in 5 Akten. Benefice des Frl. Kottau »._ Wiener Börse vom 1. März.__________________ SVerc. österr. Wäbr. dto. Rente. öst.Pav. dto. dto. öst.in Süd, Lose von 18L4 . . Lose von 1860, ganze Lose von >860, stünsr. PrLmiensch. r. Geld War« «1.4»! «I.SL ri.I,< 1l.it) su.rs! so so 8a.8<>! 87.— 10S.7S Ivv.— 1IS.LS IlS.S« Angekommene Fremde. Am 1. März. Rosenberg, Kaufm., Wien - Rabic, Privat, Radmannsdors. — Tnrk, Fabriks Buchhalter, Wien. — Michelatsch, Buchbinder, Radmannsdors. — Schwideruoch, Ingenieur, Wien. — Schiefner, Graz. — Horwath, Kaufm., Marburg. Maser, Priester, Görz. — Götsche, HandelSiii,, Meißen. — Schwarz, Reisender, Brünn. — Lauenstein, Ingenieur, Kraiubnrg. — Giacconi, Triest. IIol. Grubmüller, Privat, Wien. — Grubmüller, Private, Wien. — Schweighofer, Wien. — Mellitzer, Bäcker, Stnda. Verstorbene. Den 1. März. Ursula Mihelic, ZiminermannSwitwe, alt 60 Jahre, in der Stadt Nr. 135 an der Entkräftung. — Lukas Schoß, Taglöhner, alt 67 Jahre, im Zivilspital an der Lungenlähmniig. A nmer k n n g. Im Monate Februar 1870 sind 90 Personen gestorben, unter diesen waren 46 männlichen uud 44 weiblichen Geschlechtes. Marktberichte. Laibach, 2. März. Ans dem heutigen Markte sind erschienen: 3 Wagen mit Getreide, 12 Wagen nnd 1 Schiff (6 Klafter) mit Holz. vurchschnitls-prcisr. Weizen pr. Mtz. Korn „ Gerste ., Hafer „ Halbfrucht „ Heiden „ Hirse Kukurntz „ Erdäpfel ,. Linsen „ Erbsen Fisolen Rindschmalz,Pfd. Schweinefchm. „ Speck, frisch „ — geräuch. „ Mkt.- Mgz.- Mkt- Mg;.. fl.>kr. fl. kr. fl. kr. fl. >kr. 490 5!50 Butter, Pfund — 48 — — 2 9» 3 30 Eier pr. Stück — 2> —- — 2 «0 3 - Milch pr. Maß — 10 — — 1 90 2 Rindfleisch, Psd. — — — — — 3 70 Kalbfleisch „ — — — 2 80 3 10 Schweinefleisch „ — 21 — — 2 3 - - Schöpsenfleisch „ — — — — — — 3 10 Hälmdel pr. St. — 60 — — 2 - - — — Lauben „ — 15 — — 5 50 — — Heu pr. Zentner 1 10 — — 5 — — Stroh „ — — — 5 - - — — Holz, har., Klstr. — — 7 50 — 5,5 — — — weich „ — — 5 50 — 42 — Wein, rother, pr. — 30 — Eimer — 9 — 42 — — — weißer, „ — — 10 — Nrainburg, 28. Februar. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 61 Wagen mu Getreide, 2 Wagen mit Heu uud Stroh, 13 Wagen mit Holz, 6 Wagen mit Speck, 25 Stück Schweine von 16 bis 23 kr. pr. Pfd. viirchschttilts-Preise. fl- kr. fl. kr. Weizen pr. Metzen 5 43 Butter pr. Psund . 40 Korn „ 3 70 Eier pr. Stück . . — 2; Gerste „ — — Milch pr. Maß Rindfleisch pr. Psd. — 10 Hafer „ 2 58 — 19 tzalbfrucht „ — — Kalbfleisch — 23 Heiden „ 3 20 Schweinefleisch — 20 Hirse 3 50 Schöpsenfleisch „ — — Äukurutz 3 20 Hähndel pr Stück . — — Erdäpfel „ I 80 Tauben „ — Linsen ,. — — Heu pr. Lentner . 1 42 Erbsen „ — — Stroh „ 95 Fisolen 3 52 Holz, hartes, pr. Klft. 6 80 Rindsschmalz pr. Pst>. — 53 — weiches, „ 4 50 Schweineschmalz „ — W Wein, rother pr. Speck, frisch, — 32 Eimer — Speck, geräuchert, , — — — weißer -Vd> Steiermark zurpEt. 92..'M SS.5U Kärnten, Kram u. Küstenland L > ! 8S-—j 81.— Ungarn . . ,u5 . j 78.50! 78.— Kroat. L. Slav. L , ^ 84.— ! 85.— Siebenbürg. . L . ! 7S.S0 78.— Lotlsrr. j Nationalbank . . -!7SS.—73».-Creditanstalt . . . 275.30 L75.5» St. ö. ESconiPte-Gcl. !S»S.—dU8.— Lnglo-österr. Lank . j»9.— 35».— Oest.Bodenercd.-A. . ZS8.— S4i.— Oest. Hvpoth.-Bank .! ss.Li, ivv.-Steier. Ercomvt.-Bk. 245.—! *sn.— Kais. Ferd.-Nordb. .! 2142 »147 Südbahn-Geselllch. .,241.«» ^42— Kail. Elilabetb-Lahn. 183.25 18S.75 Sarl-Ludwig-Bahn »z6.5U^s«.7L Siebend. Eisenbahn . 188. — i«8.— «ais. yran,-I°sesSb. . 187.25 187.5V Fiinfk.-Bareser E.-B..I81.— ISI.ÜV «Isöld-Fillm. Bahn . 174 25 174.75 Geld Ware Oest. Hyxoth.»Bank.! 88.— SS.— krlortrLta-Odlts.! Südd.-Gel. zuSNvFr. I2I.7L 1L2.— dto. BonS >i p>!t. 250.2» 251.50 Nordb. (lua fl. CM.) 82.8» 83.20 Sied.-B.<2vvfl.ö.W.)! 8V.2S 80.7» RudolsSb.<30vfi.o.W.)j »r.- 8S.SU Kranz-Jos. <200 sl.S.) l-os«. Crcdil i»a fl. ö. W. . Don. Lampssch.-Ges. »» 100 sl. CM. . . Triefter Ivv fl. EN!. . dto. sv fl. ö.W. . sencr . 40 fl. ö.W. Salm . , 40 , Palsty . „ 4Ü , Llary . , 4V , St. Geno>S„ 4« , Windischgrätz 2V , Waldftein . 2» , »eglevich . iv „ Rudolssflist. ivö.W. Nation. ö.W. verlosb.! SS.— 83.10 llng. Bod.-Treditanft.l 8V.5» 81.— illlg.öü.Bod.-Zredit. I07.!^I(>8. dto. in SSI.rückz. 88.5«! 80. ^V«vI»»«IVi«n, Htzrr«nM886 M'. 8, VormittgAs 1» Ilkr 8tlt1t. ------ Verliaittilnn« 8« 6« en8tü»cke: a) Lsriekt äes Oouvornours. ^ Loriokt cior 2oii8oron. Ls8odlli88f«>8smix übtzr äi« 668«U8vIiri.tt8r68 6tz>viiiiiü8. (^rt. 61, 68 »nä 69.) Lvsiiiimlim^ äor Dmtiirni«; tiir äio Vormütun^iÄtlio, Oouvoruour, äib Dirsktorou imd 6«;i' 69.) D68tiim>lunx ätz8 >V6lt1l68 der ^UVV686«Iwit8Mi1I'I<6N kn,' äio V61^VklItuv^8r:^Iltz >wä ^6ii8or6ii. 52 unä 54.) von 86e1i8 V6rvv:>ltui>^8rll,tlu;ii. A) Mllll 0IIIV8 2öN80r8. ^srläorun^ äor (^rt. 6. — 6 miä 9.) In äörsslboii siii<1 Horreu ä.kt>onür6 8tnvmb6r66liti»'t, vveledo miüässtviis dinöli Uonkt, vor ^usiiiuinöutröteii äörLöldon, iLllZstöiis 17. I'odruar 1. I., (liitsriw8-86k6illg) usb8t Xoupnii8 im 8ivno äs« ^rt. 25 der 8tg,tut6n kvi. äer (jessII^Lkt in VVi«;n (Ü6rr6NFL886 ^r. 8), oäor in kttri8 (rue nsuvo äo Oaiiuointz8 M. 21) äkponirsn und äiö Iiisrüksr auf idrsn Rzmvn lautondön Dgpotsoliöino ^vieclor l!mtzstc!N8 8 vor äsr 06n6rrtivsr8itm>nlu»8 ssv^vn auf ikre Mmsn lautende I^6gitimLtion8lrilrt6n um<.LU8eI>tzN. (39—2) Verleger unk für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kletnmay.r L Fed. Bamberg in Laibach.