5r «7. »84«. 8»,N8t»^ <»QI» 22. ^UKU^t. Nekrolog, geschrieben vom Professor Dr. N l e i w »i s. (Fortsetzung.) "^^ic ganz besonderer Umsicht bewirkte er im Jahre 1809 die Landwehrstellnng im Bezirke Freudenthal, so daß er von, Kreisamce Laibach die beifälligste Anerkennung erhielt, nicht nur wegen der präcisesten Ordnung in den betreffenden Conscriptious-Acten und wegen der strengen Unparteilichkeit bei dieser Amtshandlung, wobei er vorzüglich den wesentlichen Zweck der Agricultui,' niemals aus den Augen ließ, sondern auch wegen des unbedingten Vertrauens, welches die Landwehrmänner auf seine Person setzten, und wegen des Frohsinns, welcher über dessen edles, menschenfreundliches Benehmen: die Gemeinden zur Unterstützung der hinterlassenen Familien der ausgerückten Wehr-mann er bewogen zu haben, allgemein und cnthusia-stisch sich äußerte. — Wie bereits hier, so hat er bis zu seinem letzten Athemzuge gehandelt als treuer, eifriger Staatsbeamte, als wahrer Patriot, als seltener Menschenfreund! Hradeczky hatte sich sein juridisches Wissen nicht in der Schule geholt, sondern durch sein unermüdliches Privat - Studium machte er sich bald das eigen, was er in b" Schule nicht erhalten, und durch seine vieljährige Pl'ans in juridisch-politischen Arbeiten hatte er sich im Iustizgeschäfte so vollkommen ausgebildet, daß er die ihm bisher provisorisch anvertrauten Dienstämter zur vollen Zufriedenheit seiner hohen und höchsten Vorgesetzten verwaltete. Im Jahr«. 1809 wurde Hradeczky zum wirklichen rwaiter ""' ^ligionsfondsherrschaft Michelstetten be. ^".' "^" Posten er jedoch wegen der in jener Zeit geschehen feindliche., I,^sion „,-cht .„treten tonnte. Wahrend der französischen Occupation der Provinz Kram wurde er im Iah^ ißlo als Receveur der Do-mainen und der vereinten Gebühren zu Unterloitsch. und am 13. Mai 1811 in gleicher Eigenschaft für Lai-"ach ernannt. Nach Verdrängung der französischen Machthabung wurde Hradeczky in Anerkennung seines ehrenhaften Charakters und seiner treuen Anhänglichkeit an die rechtmäßige Regierung von dem damaligen General-Gouverneur, Freiherrn v. Latter mann, am 10. November 1813 in das Domainen.-Bureau berufen, wo er als Adjunct bis zur prov. Oraanisirung der Verwaltungsämter verwendet und ihm die Uebergabe aller Domainen - Gefalle an die neu errichteten Verwaltungsämter des Vill acher Kreises ir! Kärnter» anvertraut wurde. Im Jahre 1814 wurde ihm die Verwalter- und Be-zirkscommissärstelle an der k. k. Cameral-Herrschaft Lack verliehen, welche Stelle er bis zum Jahre 1820 bekleidete. Ehevor wir einige nähere Details über diese seine neue Amtswirksamkcit anführen, in welcher er für das Ge^-meindewohl so vielfache Verdienste sich erworben hat, müssen wir erwähnen, daß seine Laufbahn jetzt bald eine andere Wendung bekommen hätte, wenn nicht Se. k. k. Majestät, weiland Franz l., seinem Bittgesuch allergnadigst zu willfahren geruht hätten. Hradeczky wurde nämlich in-Rücksicht seiner ausgezeichneten Fähigkeiten im Jahre 1816-von Sr. Majestät zum ersten Kreiscommissar für den, dem l'ü» stenländischen Gubernialgebiete zugewiesenen, Kreis Carl-stadt ernannt, allein in Folge gegründeter Besorgnisse für das Leben seiner theueren, damals fortwährend kränklichen Gattin, die nach dem Zeugnisse der Aerzte ein Opfer des dortigen Klima's geworden wäre, bat er um allerhöchste Enthebung von dieser seiner neuen Bestimmung, welche ihm Se. Majestät auch allergnadigst zu bewilligen geruhten. So blieb Hradeczky auf seinem Posten und in seinen, Vatcrlande, dem er in der Folge in so vielen Beziehungen nützlich geworden ist! Ueberblicken wir sein Wirken in der Periode der Verwaltung der Staatsherrschaft Lack, so gewahren wir der verdienstlichen Leistungen so viele und so bedeutende, dast ihm, als in der Folge die Bürgermeisterstelle in Laib ach erledigt wurde, diese mit Grund vorzugsweise zugedacht worden ist. Während der bedrängnißvollen Epoche, als die Hungersnoth in Krain ihre Geißel schwang, war er als Bezirks-commissär in der Herrschaft Lack eifrigst bedacht, die Noch 266 der Herrschafts-Unterthanen auf atte mögliche Weise zu lindern. Durch das ihm persönlich geschenkte Zutrauen wurde er im Jahre 1815 in den Stand gesetzt, ohne Leistung einer Bürgschaft und blosi gegen eigene Haftung, von den damaligen Handlungshäusern RudolpH, Valentin, Per-ko, Seunig, Jäger und H-oinig in Laibach namhafte Quantitäten verschiedener Getreidegattungen, und zwar allein von den Handlungshäusern Nudolph und Valentin nahe an 15.000 si. im Werthe, auf Borg zu erhalten, die er an die dürftigen Bezirksinsassen ge^ey, seinerzeitige Vergütung vertheilte, und welche in der darauf gefolgten segensreich ausgefallenen Ernte von den Betheilren ohne lästige Maßnahmen mit dem größten Danke berichtiget und ebenso pünctlich an die genannten Handlungshäuser abgeführt wurden. Wie er seinen Bezirksinsaffen in dieser unheilvollen Periode ein rettender Engel in der Noth war, ebenso war er ihnen ein väterlicher Freund, als der bösartige Typhus in seinem Bezirke wüthete. Wie ein Vater für seine Kinder, war er für seine von der Seuche befallenen Bezirksinsassen besorgt; da scheute er weder Anstrengung, noch Ansteckung, sondern ging selbst, mit Hintansetzung jeglicher Ve> sorgniß für sein eigenes Leben, in die Wohnungen der dürftigen Kranken und brachte ihnen Trost und Hilfe. Eine seiner vorzüglichsten Aufgaben war es auch, den Volksunterricht durch Errichtung der Landschulen, die er stets als eines der wesentlichsten Bedürfnisse Krains anerkannte, zu befördern. Seinem Eifer und seiner thätigen Verwendung hat man vorzüglich die Errichtung der Normalschule in Lack mit 3 Classen, und der Landschulen in Eisnern und Selzach zu verdanken, wobei die erforderlichen Fonde, theils durch Einführung des Gemeindezuschlages, theils aus andern durch seine thätige Verwendung aufgefundenen Hilfsquellen sichergestellt wurden, uud wofür ihm auch die öffentliche ehrende Anerkennung der hiesigen Landesstelle zu Theil geworden ist. Ein gleiches Augenwerk verwendete er auf die Herstellung der Communicationsmittel seines ausgedehnten Bezirkes durch Anlegnng von Seitenstraßen und durch Errichtung von Brücken. Er war es, der zuerst, statt der früher bestandenen Nobath zu den Bezirks- und Seitenstraßen, deren Leistungen ohne bemerkbaren Erfolg waren, die Stra-sienstrecken den concurrirenden Grundbesitzern nach Current-Klaftern zur Herstellung und Conservirung zutheilte, was mit dem besten Erfolge nunmehr fast allgemeine Nachahmung findet. Durch die Herstellung dieser Communicationsmittel wurde der Gewerkschaft Eisnern die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse wesentlich erleichtert, und die nördlich gelegene Hauptgemeinde Zarz, die früher ganz isolirt und bei hohem Wasserstande des Zeyerslusses unzugänglich war, und selbst bei günstigem Wetter nur auf Steigwegen und durch »neyrmaliges, oft gefährliches Ucberschrciten des Flusses betreten werden konnte, wurde lediglich durch seine Veranstaltungen leicht zugänglich gemacht. So fanden einerseits durch Anlegung einer zum Theil in Felsen gehauenen Seitenstraße über Eisnern, Salilog und durch die Langau bis Zarz, und andererseits durch Herstellung mehrerer Brücken die dortigen Insassen einen bequemen Ausweg zum Absaß der Eisenerze, des Brenn-, Bau- und Zeugholzes und sonstiger Erzeugnisse, die sie früher nicht verwerthen konnten. — Ebenso thätig bewies sich Hradeczky in Aufrechc-haltung der öffentlichen Ruhe und^ Sicherheit, in welcher Beziehung er sich insbesondere im Jahre 1816 durch die mit eigener Aufopferung getroffene Einleitung zur Einbringung der berüchtigten Radmannsdorfer Räuber und wegen der mit Lehensgefahr bewirkten Habhaftmachung der Ruhestörer eine äußerst beifällige Anerkennung von Seite der hohen Landesstelle erwarb, die ihm auch in den folgenden Jahren dafür zu Theil wurde, daß er mit musterhafter Thätigkeit und kluger Einleitung die Reserve- und Landwehrstellung so schnell beendete. So hatte Hradeczky in seiner 6jährigen Wirksamkeit als Bezirkscommissar zu Lack durch seinen musterhaften Diensteifer und durch seine nach verschiedenen Seiten hin gemeinnützig wirkende Thätigkeit die beifällige Anerkennung der vorgesetzten Behörden, so wie durch sein edles und menschenfreundliches Benehmen die Liebe und das Vertrauen der Vezirksinsassen in so hohem Grade sich erworben, daß er noch jetzt daselbst unvergeßlich ist. Hradeczky's Thätigkeit in der Amtsgestion, sein unermüdlicher Eifer und eine seltene Uneigennützigkeit, wo es galt, gemeinnützige Interessen zu fordern, wurden bald allgemein bekannt, und als im Jahre 1820 durch die Beförderung des Dr. I. N. Rosman zum Landrathe beim k. k. Stadt- und Landrechte in Laibach, die Bürgermeisterstelle bei dem politisch-öcynomischen Magistrate zu Laibach erledigt wurde, wünschte und erwartete man mit Sehnsucht seine Ernennung zum Vorsteher dieser Gemeinde. Unter den vielen Wohlthaten und Segnungen, welche die milde Hand Sr. Majestät, weiland Kaiser Franz I., der Stadt Laibach angedeihen ließ, wird von den dankbaren Bewohnern Laibach's auch diese genannt, daß Aller-höchstdieselben am 17. Mai 1820 geruheten, Ioh. Nep. Hradeczky zum Bürgermeister von Laib ach zu ernennen. Denn wahrlich „Was unter ihm für Laibach i!5 geschehen, „Hat ein Jahrhundert früher nicht gesehen!" Den 27. Juni 1820 legte Hradeczky als Bürgermeister des politisch - öconomischen Magistrates zu Laibach den Eid ab und begann dann seinen neuen Wirkungskreis, in welchem er durch volle 26 Jahre nach so vielen Seiten hin gewirkt und so Außerordentliches zum Wohle seiner Gemeinde und zum Besten der ganzen Provinz geleistet hat, daß seine Name fortan leben wird in der Geschichte unseres Vaterlandes. Es würde uns zn weit führen und wohl auch unmöglich seyn, alle Leistungen aufzuzählen, durch die lich Hradeczky als Staatsbeamte, als Vorsteher der Gemeinde, als Mitglied aller in Laibach bestehenden gemeinnützigen Vereine und Anstalten, und als Menschenfreund im wahren Sinne des Wortes einen Ehrenplatz in der Ge- 267 schichte unseres Vaterlandes gesichert hat. Ihm war nichts zu unbedeutend und nichts zu schwer, wenn es seine Dien-stespflicht, wenn es das Wohl der Gemeinde, wenn es das Interesse des Vaterlandes erforderte. Wenn ihn nicht Geschäfte ansier Haus riefen, so fand man ihn von früh morgens bis in die Nacht bei seinem Kanzleicische sitzen, mitten in einem Wüste von Acten arbeitend, oder den Parteien in allen Angelegenheiten mit der größten Bereitwilligkeit Rath ertheilen, Familienverhältnisse ordne», Trost und Hilfe bringen. Wer sich, in welcher Angelegenheit es immer seyn mochte, an ihn wandte, durfte überzeugt seyn, das; er offenes Ohr und theilnehmendes Herz finden werde, und kein Bittender ging von ihm, ohne wenigstens einigen Trost, ohne einen guren Rath oder ermunternden Zuspruch erhalten zu haben. Mit einer Unverdrosienheit, die ihres Gleichen kaum hat, widmete er seine eiserne Thätigkeit den verschiedensten Geschäften; auf alles andere nahm er immerdar Rücksicht, nnr auf seine Gesundheit nicht, die er ganz seinem Dienste aufopferte. Mit Hradeczky begann eine neue Aera für die Stadt Laibach und eine Menge nützlicher Einrichtungen und Verschönerungen wurden daselbst entweder durch ihn allein, oder durch seine einflußreiche Mitwirkung ins Leben gerufen. Er war eines der thätigsten Mitglieder der Laibacher Armen- und Versorgungs - Anstalten, für die er wie ein liebevoller Vater sorgte; das Armen - Versorgunghalls ist sein Wert. Er war eines der eifrigsten Mitglieder bei der Errichtung der so viel Gutes wirkenden, so blühend fortschreitenden Sparcasse in Kram, welche nach Wien die erste in Oesterreich war, und deren Kanzlei-Direc-tor und dann Curator er bis zu seinem Tode geblieben. Seinem unverdrossenen Wirken hat man es zu verdanken, daß in Laibach das Pfandamt zu Stande kam, wodurch dem verderblichen Wucher so mächtig gesteuert wird. An ihm hatten die Bau-, Feuerlösch- und Verschöne. rungs-Anstalten den thätigsten, unermüdlichsten Beför. derer, denn offen und freudig bekennen es die Bürger von Laibach, daß sie ihm größtentheils die glücklichsten Fortschritte der Sicherheit gegen das Feuer zu verdanken haben, und daß mehrere hundert baufällige Häuser durch seine ener-sU'che Intervenirung und durch seinen Rath zu wohlgebauten, feuersicheren Gebänden umgestaltet wurden. . ^ Zurzeit des berühmten M onarchen « Co n g re sses »n valba ch (im Jahre 1821) entwickelte Hradeczky seine umfassende Thätigkeit, unterstützt durch die genauesten Local-« !"1^ ""^ ""' Weise, daß dieselbe von den hohen und allerhöchsten Gästen nicht unbeachtet blieb. Kaum erhielt lnan d.e Kunde, daß der Congreß in Laibach abgehalten werden sollte, als er die Planirung des durch das Abtragen des vormaligen Capuziner-Klosters gewonnenen freien Plaz-zes mit solchem Ernste betrieb, das; bis znr Anknnft des allerhöchsten Hofes besagter Platz sch„, g^„„ .„<,, ,„d das 9ee,gnetste Locale zur Aufstellung der zu jener Zeit durch-marschn-enden vielen Truppen darbot, welche an diesem Platze von den allerhöchsten Höfen in glanzvoller Begleitung und so oft die Revue passirren. Se. Majestät, Kaiser Franz l., geruhten bei Allerhöchsterer Abreise unter jenen Personen, welche sich Allerhöchsterer Zufriedenheit während des fast 5 monatlichen Aufenthaltes in dieser Provinzial - Hauptstadt würdig erwiesen, auck unsern nmsichtigen und vielseitig thatigen Bürgermeister Hradeczky zu bezeichnen, und in gleicher Anerkennung ist ihm von Sr. Majestät, weiland Kai--ser Alexander von Rußland, eine werthoolle goldene Ta-batiere als besondere Gunstbezeigung zu Theil geworden. Die viel besuchte und beliebte Stern allee ist im Jahre 1823 und 1824 durch seine Anregung und nicht ohne bedeutende Hindernisse entstanden, und der freundliche Spazierweg von Unterthurn nach dem lieblichen Rosenbach ist sein und v. P o ssa n ner's Werk! Unter ihm hat Laibach die herrliche Franzensbrücke erhalten, wo früher eine hölzerne Brücke mit unansehnlichen Krambuden stand. Auch die Schuster brücke hat er von ähnlichen Bnden gesäubert und dadurch einer künftigen Verschönerung der Stadt vorgearbeitet, daß sie nun die Lösung der Aufgabe znr soliden Herstellung in einer gefälligen Form erwartet. Bei der Gründung des Landesmuseums war seine Mitwirkung von der größten Bedentung und wir können Hradeczky's Verdienste nicht besser würdigen, als wenn wir die Worte selbst anführen, welche der Gründer dieses vaterländischen Institutes, Franz Graf v. Hohen-wart, beider Jahresfeier der Eröffnung des Landesmuseums am 4. October 1832 gesprochen, also lautend: »Dem »kaiserl. Rathe, Verordneten und Bürgermeister, Johann »Nep. Hradeczky, muß ich hier öffentlich meine Ver-»pfiichtung für seine unermüdete Thätigkeit, für feine Aus-»dauer und für seine freundschaftliche Unterstützung beken-»nen. Nur diesen seltenen Eigenschaften habe ich, hat das „Museum seinen gegenwärtigen Standpunct zu verdanken „und nnr durch diese Hilfe konnte es mir gelingen, dem »gütigen und ehrenvollen Vertrauen zu entsprechen, welches »die hochlöbliche Ständisch-Verordnete Stelle und Se. E,r-»cellenz, ihr hochverehrter Herr Präsident, mir in der Ueber-»tragung dieses Geschäftes zu schenken fanden." Als Hradeczky bei der Aufstellung des definitiven Museal-Curato-riums im Jahre 1833 seiner bisherigen Obliegenheit eines provisorischen Curators enthoben wurde, drückte die Verordnete Stelle durch ein eigenes Dankschreiben ihm die beifälligste Anerkennung aus für den patriotischen Eifer, mit dem er sich dieses Geschäftes angenommen. Hradeczky wurde dann zum Ausschußmitgliede dieses Vereins gewählt, dem er bis ans Ende seinei Lebens als ein eifriges Mitglied angehörte. (Fortsetzung folgt. ) Feuilleton. (Kiinstlermiscelle.) Ich besuchte in London eines Morgens, erzählt ein Reisender, meinen Freund, den Wiener Walzerkönig Strauß. Er war sehr beschäftigt mit dem Arrangement eines Concerts, welches an demselben Abende Statt finden sollte, als leise an die Thür gepocht wurde. Auf unser »Herein" trat ein gebückter Mann in 2tz8 schlechter Kleidung, ein kleines, blasses, erwa 7- bis 8jäh.-riges Mädchen an der Hand führend, ein. — »Habe ich die Ehre, Herrn Slraus; zu sprechen?" fragte er in einem gebrochenen Französisch. — „Da ist er," sagre ich, auf meinen Freund dcutend. — »Ich habe eine Bitte," fuhr er schüchtern fort: »ich wünschte, Sie möchten meiner kleinen Tochter hier erlauben, heute Abend in Ihrem Concerte zu spielen, damit ihr ein Mal Gelegenheit geboren würde, sich öffentlich hören zu lassen. —" „Das kann nicht seyn," sagte Srrauf;, dem ich die Nedc verdolmetscht, »ich habe zu viel Nummern." — »So, so!" versetzte der Alte langsam und traurig. »Haben Sie nicht vielleicht irgend ein Instrument, wenn es auch eine ganz alte Violine ist, in der Nahe?" -— «Ja," entgegnete Srrausi zögernd, »meine Violine habe ich natürlich hier." — Er legte zögernd das gute Instrument in die begierig darnach langenden Hände der Kleinen. Sie drückte es rasch an das Kinn, schlug die dunkeln Augen in die Hohe und begann, ohne lange zu stimmen, ihr Vpiel.— Strausi und ich sahen uns mit immer grös;ern Augen an, der Alte lächelte. Als sie geendet, klatschten wir uns die Hände wund. — »Sie können heute Abend spielen!" rief Strauß enthusiastisch, »und immer und jedes Mal, so lange ich auf Erden Concerte gebe. Wie Heisien Sie, mein Kind?" — Ich beugte mich nieder zu der Kleinen, nahm ihr mageres Handchen zwischen meine beiden Hände und fragte schmeichelnd: »Wie heißt Du, Kleine?" — »The-resa Milanollo," sagte sie leise. (In Deutschland) nimmr die Anzahl der Theologen und Juristen immer mehr ab; dagegen wenden sich die besten Kopfe den technischen Wissenschafren zu. Die Eisenbahnen und die damit verbundene, aus ihnen hervorgehende Industrie einziehen den academischen Lehren immer mehr ihre Zuhörer. (Gräßlich!) Dieser Tage wurde in Marmaros-Szigeth ein Vater ins Gefängniß gebracht, der seinen zwölfjährigen Knaben eines unbedeutenden Vergehens wegen in einen Korb gesteckt, über den Herd gehängt, darunter Feuer angezündet und das unglückliche Opfer dermaßen gepeinigt hatte, daß es Tags darauf unter gräßlicher Marter den Geist aufgab. Die Stiefmutter des beklagenswerthen Opfers wehrte die zur Hilfe Herbeieilenden mit der Hacke ab. —> Welches fühlende Herz möchte hier nicht erbeben? (Sturm vor Tonnenschein.) In einein Hause der Franzstadt in Pestk hörte man lautes Gezänk. Eine Frau machte ihrem Mann Vorwürfe darüber, daß er ihr und den 5 Kindern kein Brot verschaffen könne. Der Mann machte sich in so lauten Worten Luft, daß eine Menge Menschen das Haus, neugierig umstellten. Dieß gewahrend, nahn» der Mann seinen Hur und stürzte auf die Straße hinaus; als er um die Ecke bog, blieb er wie gelahmt stehen. Sein Blick haftete auf der Lottorafel. — Er hatte einen Terno mit 2000 st. gemacht! Tags vorher hatte er seinen letzte n Silberzehner auf's Spiel gesetzt. (Leichte Art, reife Pflaumen und Zwetschken lange aufzubewahren.) Pflücke die gehörig reifen Pftaumen, bevor sie sich vom Stiele lösen, ohne sie zu beschädigen, mit ihrem Stiele an einem trockenen Tage ab, lege sie in einer luftigen Kammer ganz dünn und lasse sie hier 2—3 Tage ausdünsten. Schichtenweise packe sie nun zwischen Weizenmehl in Faßchen, jedoch so, daß eine die andere nicht berührt und jede Frucht ganz mit Mehl umgeben ist. Sind diese Gefäße angefüllt, so verdecke sie gut, um den Zutritt der Luft zu verhindern, dann setze sie in eine trockene Kammer. Sollen nuy diese Früchte zur Tafel ge-> bracht werden, als etwas, Seltenes, so nimm sie aus dem, Gefäße, wische sie rein, vom, Mehle ab,, lege sie über einen Sieb und halte sie, über den Dampf kochenden Wassers, jedoch in solcher Entfernung, daß sie nur wenig vom Dampfe berührt werden. Dadurch erhalten sie nicht nur ihre Güte, sondern ihre vorige Schönheit wieder, so daß sie bei-, nahe den vom Baume genommenen gleichkommen. , Interessante literarisehe Anzeige. Von unserm geschätzten Mitarbeiter, dem rühmlich bekannt»'« Schriftsteller und Professor zu Marburg, Herrn Dr. Rudolrh Puff, erscheint in Kürze ein historisch-tovographisckcs Werk in zwei Banden unter dem Titel: ,,Marburg in Steyer.mark, seine Umgebung,, Bewohner und Schicksale." Dieses Werk, zwischen 40 und 50 Bogen stark, ist eine sorgfältige Forschung und Arbeit vieler Jahre und dürfte wohl mit Reckt zu den umfassendsten monographischen Werke» der Gegenwart gezahlt werden, indem es nicht nur i,i seinem geschichtlichen Theil mit äußerster Genauigkeit. Verläßlichkeit und Sachkenntnis, behandelt erscheint, sondern auch durch die erschöpfende, ausgezeichnete topographische Besckr.ibung dieser freundlichen Kreisstadt un? ihrer Umgebungen das allgemeinste Interesse aüer jener Leser erregen mus,, die mit Marburg und seinen Bewohnern in Verbindung stehe» < welches in der Neuzeit durch die Eisenbahn und deren großartige Bauobjecie so bedeutsam geworden ist. Der gelehrte He« Verfasser theilt sein Werk in 9 historische Periode,, ein. Es würde zu weitläufig seyn, die zweckmäßig eingetheilten Perioden dieses in jeder Ve« ziehung beachtenswerthen und empfehlungswürdigen Werkes lvon der Urzeit bis zur Röml-rherrschaft 126N, von da bis 15 Jahre „ach Christi Ve» durt und von dieser Zeit bis auf unser laufendes Jahr I8'l6,) einzeln durchzugehen, aber dem uns vorliegenden Inhalte zu Folge, kann nicht leicht ein vollständigeres Werk dieser Art eristiren, als das hier bezcick« nete. Die Verehrer der schönen Stcyermark finden in diesem Werke die reichhaltige Geschichte Marburg's, dieser durch Treoe so ehrwürdigen Stadt/ und jeder Naturfreund die treueste Schilderung von Marburg's malerischer, Umgebung, so daß mit einem Worte das Wer! in jeder Beziehung das mannigfaltigste Interesse darbietet. Das Buch ist Marburg's biedern Vür-gern gewidmet. Der subscriptionsvreis für jeden Vand beträgt 1 fl, C- M,, welcher erst bei Zustellung des ersten Bandes zu erleacn ist. Für Lalbaeb, wie, überhaupt für die Provinz Krain, wird beim Gefertigten lIudengasse Nr. 2L'l >>n ersten Stock) Tubscriplion angenoinme». Leopold Korde sch. Eosmorama des Herrn Mauß. Herr Job, Mauß < der eine große Kunstreise durch Deutschland nach Rußland zu unternehmen gedenkt und zu diesemZwecke Krain besuchte» um sich von einem tüchtigen italienischen Maler mehrere Ansichten von unserer berühmten Adclsbergcr Grotte anfertigen zu lassen, ist hier ange« lommc» und wird in der Durchreise auf nur kurze Zeit, im Herrn Ho, -nig'scken Hause lKlosterfrauengasse Nr. 58) in einem ebenerdigen Locale. sein Cosmorama aufstellen. Dasselbe wird in 15 Ansichten bestehen, enthaltend: Das Panorama von Rom. Venedig und vom Vesuv mit der Eruption; die Grotte des heiligen Paulus, von wo aus er an dl« Corinlher schrieb: die Cathedra!« von Nheims; eine Parthie der sächsischen Schweiz; das Nhonethal bei Avignon; dann zwei Ansichten der Grotte von Adels berg; die Höhlen von St. Eanzian; endlich vier Ansichten aus China, Originale vom chinesischen Maler Tsckung-Hai, in Macao verfertigt und durch Capitan Bilaffer nach Trieft überbrackt. Diese letzten 5 Ansichten dürsten nicht nur als Kunststücke, sondern ihrer Originalität weqcn für Jedermann von Interesse seyn, um dieses Wunderland in wahren, naturtreucn Abbildungen veranschaulicht zu sehen, da von China dich die ersten Bilder sind, die man im Cosmo-rama aufstellt. Wir wünschen, dem AufsteUer den reichlichsten Zuspruch. — d ^. Auflösung der Charade in Nr, Ott: ABE - Schütz. Ver lege r : Igna; Alois Edler v. Kleinmayr.