Verzeichnis der bisher in Krain beobachteten Grofjschmetterlinge Von J. Hafner I. Vorliegendes Verzeichnis krainischer Makrolepidopteren erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sind doch ganze Bezirke noch unerforscht geblieben und werden sogar in den am besten durchsuchten Gebieten, wie in der Umgebung von Laibach und vonWippach, alljährlich für Krain neue Arten und Formen gefunden. Wenn ich troßdem die bereits bekannten Arten veröffentliche, so geschieht es aus dem Grunde, um einerseits schon jegt ein beiläufiges Bild der Landesfauna zu entwerfen und anderseits, um unseren jungen Entomophilen zu weiteren Forschungen Anregung zu bieten. Das Verzeichnis möge somit als Grundlage angesehen werden, auf welcher später einmal von kundigerer Hand die Schmetterlingsfauna von Krain aufgebaut werden soll. In dieser werden auch die Mikrolepidopteren volle Berücksichtigung finden müssen. Selbstredend wird auch auf die biologischen Verhältnisse mehr Rücksicht zu nehmen sein. Letjtere wurden im vorliegenden Verzeichnisse nur dort berührt, wo ich nicht allgemein Bekanntes zu wiederholen glaubte. Dag ich mich als Niehtfachmann an diese Arbeit herangewagt habe, möge man mir verzeihen. Keiner der mir werten und lieben Schmetterlingssammler Krains ist Naturforscher von Beruf. Wollte man also die Zusammenstellung dieses Verzeichnisses einem naturwissenschaftlich vorgebildeten Fachmanne überlassen, dann würde dasselbe voraussichtlich noch recht viele Jahre ein frommer und unerfüllter Wunsch der Sammler geblieben sein, welche den Mangel eines solchen schon öfters lebhaft bedauert haben. Krain ist lepidopterologisch sicherlich eines der interessantesten Kronländer unserer Monarchie. Neben einer alpinen und einer gewöhnlichen mitteleuropäischen kommt auch noch eine südeuropäische Fauna vor. Die alpine Fauna beschränkt sich auf die Alpen Oberkrains; die mitteleuropäische nimmt den größten Teil des Landes ein, während wir Vertreter der südeuropäischen Fauna im warmen Wippachtale vorfinden, wo der mächtige Nanos die Grenze gegen Norden bildet. Curnlolii 1909 III u. IV 6 Von der Schilderung der Bodenbeschaffenheit, von welcher die Vegetation und von dieser wieder größtenteils das Insektenleben abhängt, sehe ich ab. Dieselbe ist den einheimischen Sammlern — und für diese ist das Verzeichnis in erster Linie bestimmt — mehr oder weniger bekannt. Aus dem gleichen Grunde gehe ich auf die nähere Beschreibung einzelner Lokalitäten, von welchen die Rede ist, nicht ein und werde mich nur auf die Aufzählung der Gebiete, auf welchen gesammelt wurde, beschränken. Über die Schmetterlingsfauna von Krain ist bisher nur wenig geschrieben worden. Das älteste entomologische Werk ist die Entomologia Carniolica von Scopoli (Entomologia Carniolica exhibens Insecta Carnioliae indigena et distributa in ordines, genera, species, varietates. Methodo Linnaeana. Vindobonae 1763). Med. doct. Joannes Antonius Scopoli, geboren 1723 zu Cavalese in Tirol, gestorben am 8. Mai 1788 zu Pavia (wo er in den legten Lebensjahren an der dortigen Universität wirkte), erhielt im Jahre 1754 eine Stelle in Idria als „Physicus montanae civitatis Idriae". Hier verblieb er bis 1767. In Idria gestaltete sich sein Aufenthalt verschiedener Umstände halber nicht angenehm und er suchte Trost in der Natur: „memores estote Semper, me, Naturae theatrum, non studii, sed animi causa colere, ad lenienda nimirum tristissimae vitae fastidia" (Ent. Carn. Praefatio). Er durchwanderte Inner- und Oberkrain und zum Teile auch Unterkrain (die Wälder zwischen Laibach und Gottschee). Die in der Ent. Carn. beschriebenen 1153 Insekten (darunter 258 Schmetterlinge) sammelte er in der Zeit von 1759 bis 1762. „Ex his patebit, qualiter nostra differant ab Ulis, quae alibi detecta descriptaque fuerunt." (Praef.) Die Namen der beschriebenen Insekten wurden teils aus Linnes Systema Naturae übernommen, teils wurden neue Arten aufgestellt. Diesem Werke sollte später ein Bilderatlas folgen, allein bei der 43. Kupfertafel geriet das Unternehmen ins Stocken. Diese Tafeln kamen nie in den Buchhandel und waren schon 1785 in Wien nicht mehr zu erhalten (Fuesli, Neues Magazin für Entomologie, 1785, t. IL, p. 364). Scopoli soll, unzufrieden mit dem Stiche seiner sauberen Zeichnungen, das Unternehmen aufgegeben und den Vorrat vernichtet haben. Die Kupfertafeln sind als eine der größten Seltenheiten der entomologischen Literatur zu bezeichnen.1 In Laibach befindet sich je ein Exemplar im Landesmuseum und in der naturhistorischen Sammlung der Staatsoberrealschule. 1 Wilhelm Voß, Joannes Antonius Scopoli, Wien 1881, p. 14. Für die Zusammenstellung des Verzeichnisses benügte ich ferner folgende Publikationen: 1. ) Ein lepidopterologischer Besuch der Alpen Manger t und Rombon in Istrien von J. v. Hornig. Verhandlungen des zool.-bot. Vereines, Wien 1854 (Horn.). Der Mangart wurde am 31. Juli 1853 von J. v. Hornig und J. Lederer aus Wien bestiegen und wurden hiebei einige interessante Tiere erbeutet. 2. ) Auf Zählung d er Schmetterlinge, gesammelt auf einer Reise nach Oberkrain (recte Innerkrain!) und dem Küstenlande in den Monaten Mai und Juni 1854, von Josef Mann. Verhandlungen des zool.-bot. Vereines, Wien 1854 (Mn.). Josef Mann vom Wiener Hofmuseum führt in diesem Verzeichnisse eine Reihe von Arten an, welche er in der Umgebung von Wippach, auf dem Nanos, auf dem Kouk (Kuk) und an deren Abhängen gefangen hat. 3. ) Die paläarktischen Grogschmetterlinge und ihre Naturgeschichte. Bearbeitet von Frig Rühl, fortgesegt von Alexander Heyne, I. Band: Tagfalter, Leipzig 1895. II. Band: Nachtfalter, bearbeitet von Max Bartel, Liefg. 17-23. Leipzig 1899- 1902. 4. ) Catalog der Lepidopteren des paläarktischen Faunengebietes von Dr. phil. 0. Staudinger und Dr. phil. H. Rebel. Dritte Auflage, Berlin 1901 (Staud.-Rbl., Kat.). Belegstücke für die in diesem Kataloge als in Krain vorkommend bezeichneten Arten befinden sich im Wiener Hofmuseum und in der Sammlung Dr. Staudingers in Blasewig bei Dresden (Wagn.). Diese Belegstücke dürften jedenfalls aus dem Wippachtale herrühren und seinerzeit hauptsächlich von Streckfuss (Berlin) in der Umgebung von Wippach gesammelt worden sein. 5. ) Vollständiges Verzeichnis der Schmetterlinge Österreich-Ungarns, Deutschlands und der Schweiz etc. Zusammengestellt von Professor Dr. Carl Rothe, Wien 1902 (Dr. Carl Rothe, Verz.). Dr. Rothes Verzeichnis habe ich bei nachstehenden Arten zitiert: Argynnis pandora Schiff., Hesperia orbifer Hb., Eublemma jucunda Hb., Thalpochares elyehrysi Rbr., Metoponia koeke-rigiana Hb., Zygaena bryzae Esp., Scioptera plum istrella Hb. Ob Belegstücke, resp. Literaturnachweise, für diese Arten vorhanden sind, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. 6. ) J. Ferdinand Sdimidt, Notizen über interessante Schmetterlingsfunde in Krain in einigen Jahrgängen der Verhandlungen des zool.-bot. Vereines in Wien. Die Sammlung des verstorbenen Kaufmannes J.F.Schmidt befindet sich in der hiesigen Oberrealschule. Die Tiere sind leider nicht mit Fundortszetteln versehen und haben daher für die Wissensdiaft keinen Wert. 7. ) Sammlung des verstorbenen Forstverwalters Miklitsch in Radmannsdorf, untergebracht im Landesmuseum in Laibach (M). Die Exemplare wurden zu Anfang der Neunzigerjahre in der Umgebung von Radmannsdorf und im oberen Savetale gesammelt und sind gewissenhaft etikettiert. 8.) Lepidopteren aus dem Gebiete des Triglav und der Črna Prst in Krain, von Dr. H. Rebel. XVI. Jahresbericht des Wiener entom. Vereines, 1905. Dazu zwei Nachträge, ib. 1906 und 1907. Folgende Herren werden als Sammler auf diesem Gebiete angeführt: A. Belar, k. k. Landesschulinspektor in Laibach: Arten mit der Fundortsangabe „ Obergör j ach". Ende Juli bis Ende August 1906. Friedrich Fleischmann in Wien (Flschm.), 24. bis 30. Juni 1906. L. Gangibauer, Kustos, Hofmuseum Wien (Gangib.). Dr. Egon Galvagni in Wien, Ende Juli 1905, in der zweiten Julihälfte und Anfang August 1906 (Galv.). Heinrich Gross, t 1900 (Gross). Oberingenieur H. Kaufe in Wien (Ing. Kaufe), 29. Juni bis 6. Juli 1907. Regierungsrat J. Kaufe in Wien (Rgr. Kaufe), 4. Juli bis 2. Sept. 1907. Hugo May jun. (May). Dr. Arnold Penther, Wiener Hofmuseum (Penth.), Juli und August 1899. Direktor Pflaum in Mojstrana (Pflaum). Alle Arten mit der Angabe „Mojstrana, teste Schwing." dürften vom Herrn Direktor Pflaum gesammelt worden sein. Frife Preissecker in Wien (Preiss.). Mitte September 1896 und 28., 29. Juni 1907. Prof. Dr. H. Rebel, Wiener Hofmuseum (Rbl.). Ingenieur Franz Schwingenschuss, früher in Laibach (Ing.Schwing.), Juli 1906 und sonst mehrere Exkursionen ins Gebiet. Leo Schwingenschuss in Wien (Schwing.), Sommer 1903, sodann 7. bis 15. Juli 1905, Ende Juni, Juli 1906 und 1907. Robert Spife in Wien (Spife), 23. bis 26. Juli 1906. Frife Wagner, Firma Winkler u. Wagner in Wien (Wagn.), 22. und 23. Juli 1907. Außerdem sammelte Herr Frife Wagner in der zweiten Maihälfte 1899 und im August 1905 in der Umgebung von Wippach. Filip Winzig in Mojstrana (Winzig) betrieb den Lichtfang in der Zementfabrik Mojstrana vom Frühjahr bis in den Spätherbst 1906, 1907. Von den Lokalitäten, an welchen obige Herren gesammelt haben, führe ich an:2 Velo Polje, 1693 m, Alpe Büdlich des Krmasattels. Črna Prst, 1858 m; Untere Alm, grasreiche Lehne, bei 800 m, erste und zweite Terrasse bei 1000 und 1200m Höhe; Mallnerhaus, zirka 1400 m (und Orozenhütte, 1346 m). Deschmannhaus, 2323 m, auf der Nordseite des Triglavstockes. Dolič-Sdiarte, 2200 m, am Wege vom Wodieiner See zum Triglav. Globokapaß, zirka 1650 m, südwestlich der Wodiein gegen Tolmein zu. Jalovec, 2655 m, südwestlich der Mojstrovka. Krm a tal mit der 1960 m hohen Krmaalpe, südlich von Mojstrana. Komarcawand, Nordabschluß des Wocheiner Tales im Westen. - Aus Herrn Prof. Dr. H. Rebeis Verzeichnis übernommen. Konsul Vetter-Steig, führt von derVofjhütte zum Prisang (Prisojnik). Kottal bei Mojstrana. Kredarica, 2515 m, unterhalb (nördlich) des Kl. Triglav. Maria Theresiensdiufehütte, 2404 m, unterhalb des Gr. Triglav. Mirne k, 983 m, südlich des Westendes des Wocheiner Sees. Mlinaricaquelle am Südhange des Razor. Mojstrovka, 2367 m, südlich von Kronau. Mojstro vkapafj-Veršecsattel, 1616 m, Übergang aus dem Pišnicatal in das obere Isonzotal (Trenta). Pišnicatal bei Kronau. Prisang (Prisojnik), 2555 m, zwischen Mojstrovka und Razor. Razor, 2601 m, nordwestlich des Triglav und der Mlinaricaquelle. Razor-Planina, zirka 1400 bis 1500 m, südwestlich des Globokapasses. Vrtača-Alpe, zirka 1300 m, unterwegs vom Wocheiner See zum Velo Polje. Voje (Volje), 673 m, Almboden nördlich vom Wocheiner See, am gleichen Wege wie die vorige Alpe. Voßhütte, 1523 m, auf der Mojstrovka. Vratatal bei Mojstrana. Zadnjicatal (1000 m) mit der Baumbachhütte, führt vom Triglav ins Isonzotal. 9.) Herr Leopold Karlinger (Karl.) sammelte im Jahre 1902 vom 7. Juni bis 11. Juli in der Umgebung von Wippach. Er hatte die Güte, mir ein Verzeichnis der von ihm beobachteten, resp. gesammelten Arten zu übersenden. — Auch die Herren Ingenieur Hans Kaufe und Frife Preissecker, beide in Wien, hatten die Liebenswürdigkeit, mir die Verzeichnisse ihrer Ausbeuten zur Verfügung zu stellen. Ersterer teilte mir sein Sammelergebnis vom Jahre 1908 8 aus der Umgebung von Mojstrana, Kronau und vom Triglav mit; lefeterer gab mir die Arten bekannt, welche er Ende April und Ende Juli bis Mitte August 1905, sodann Ende März und von Mitte Juni bis Mitte Juli 1907 in der Umgebung von Wippach gesammelt hatte. Schließlich teilte mir Herr Otto Bohatsch in Wien einige interessante Funde aus Krain mit und unterstüfete mich in mancher Hinsicht bei der Verfassung dieses Verzeichnisses. Im nachstehenden führe ich die einheimischen Sammler an, welche in der neuesten Zeit in verschiedenen Gegenden Krains gesammelt haben: Julius Bučar, Landesgerichtsrat in Rudolfswert (Buč.). Anton Bulovec, Bezirksrichter in Laibach (Bul.). Franz Dobovšek, Museal-Präparator in Laibad: (Dob.). Anton Dolleczek, Oberst, Stein in Oberkrain, Pulverfabrik (Doli.). 3 Seine Ausbeute vom Jahre 1907 wurde bereits in den II. Nachtrag zu den „Lepidopteren aus dem Gebiete des Triglav etc." von Dr. H. Rebel aufgenommen. J. Hafner, Postkontrollor in Laibach, Verfasser des Verzeichnisses (Hafn.). Matthäus Hafner, Notar in Landstraß (M. H.). Dr. H. Högler, Tabakfabriksarzt in Laibach (Högl.). H.Kavčič, Privatbeamter in Laibach (Kavč.). J. Spi ich al, Steuerverwalter in Laibach (SpL). J. Tavčar, Fachschullehrer in Laibach (Tavč.). H. Winkler, Ing.-Assistent in Laibach (Winkl.). Einige Daten verdanke ich auch dem Herrn Richter Dr. Cvetko in Treffen. Gesammelt wurde in der Umgebung von Laibach, dann an den im nachstehenden angeführten Lokalitäten: Ob erkrain. Podvtik (Wiesen und Steinbruch) mit Prevalnik; Großkahlenberg, 675 m; Zwischenwässern und Flödnig; Preska; St. Katharina, 730 m, und Grmada 900 m; Godešičke dobrave bei Bischof lack; Ljubnik bei Bisehof lack, 1027 m; Altlack bei Bischoflack (August 1907 und 1908, Tavč.); St. Margarethenberg, 654 m, und St. Jodoci, 860 m, bei Krainburg; Kankertal, Neumarktl, Vigaun bei Lees, Veldes, Wocheiner Tal, Črna Prst, Vratatal (Peričnik), Weißenfelser Seen; Waldungen bei Raščica und Habbach ob Tersein; Hl. Dreifaltigkeit bei Domžale; Egg ob Podpeč (Lukoviß); Stein, Feistrißtal bei Stein. Unterkrain. Piaufebüchl, Želimlje, Auersperg, Ortenegg; Jančberg bei Littai, 793 m; Kumberg, 1219 m; Ratschach (Mai 1902 bis Ende 1903, M. H.); Landstraß (1904 bis 1908, M. H.) mit Opatova gora, 741 m; Gorjanci (Uskokengebirge an der kroatischen Grenze) mit Sv. Jera, 1181 m, und St. Niklas, 969 m, sowie mit den Gebirgstälern Pondirjevka und Tisovec; Feistenberg, Schloß und Dorf (Mitte Juni bis Mitte August 1900 und sonst einige Exkursionen dorthin, Hafn.) am Fuße der Gorjanci südlich von St. Barthlmä; Družinska vas mit Vinji vrh; Umgebung von Rudolfswert; Pogorelec (1029 m)beiUnter-thurn nächst Töpliß (Ausläufer des Hornwaldes); Möttling, Čatež bei Großlack. Innerkrain. Drenov grič bei Oberlaibach, Umgebung von Preserje mit dem Laibacher Moor und den Hügeln St. Anna, St. Josef und Trauerberg am Fuße des Krimberges; Franzdorf; Weg von Pokojišče ob Franzdorf nach Vigaun bei Zirkniß (Menišija); Loitsch, Waldungen bei Rakek und Planina; Schnceberg, 1796 m (faunistisch unergiebig, Högl.); Sovič (Burgruine) bei Adelsberg; Senožeče (Juli 1901 bis Mai 1902, M. H.); Wippach (1905 bis 1908, Hafn.; Juni 1905, August 1908, Spl.) mit den Bergen Nanos, 1300 m, und Kouk (Kuk), 964 m. Berücksiditigt wurden auch einige Arten, welche von Mann bei Haidenschaft im Küstenlande erbeutet worden sind. Nachdem Haidenschaft nur durch den Bach Hubelj von Krain getrennt wird, so kommen jene Arten ohne Zweifel audi auf der Krainer Seite vor. Alle von den einheimischen Sammlern gesammelten Tiere, welche im Verzeichnisse angeführt worden, habe ich selbst gesehen und hafte ich für deren richtige Determinierung. Die Bestimmung zweifelhafter Arten und Formen übernahmen in liebenswürdigster Weise die Herren Otto Bohatseh, Prof. Dr. H. Rebel, Frife Wagner in Wien und A. Bang-Haas in Blasewife bei Dresden. Schliefjlich erlaube ich mir, allen den genannten Herren, welche auf die eine oder die andere Art und Weise zur Zusammenstellung des vorliegenden Verzeichnisses beigetragen haben, den wärmsten Dank auszusprechen. Papilionidae Papilio L. 1. podalirius L. Überall verbreitet, stellenweise häufig (z. B. in der Umgebung von Rudolfswert und am Karste). Der Falter liebt sonnige Abhänge, Waldblößen usw., kommt aber auch auf Wiesen vor. Ende April bis Juni und wieder Mitte Juli, August; einmal bereits am 13. April beobachtet (Hafn.). Bei Wippach erscheint der Falter schon Anfang April, die zweite Generation Ende Juni (26. Juni). Die Falter der zweiten Generation aus der Umgebung von Wippach nähern sich mehr oder weniger der südeuropäischen Form zanclaeus Z. Einzelne Studie können vielleicht als typisch bezeichnet werden. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, daß die in der Sammlerwelt als ab. undecimlineatus Eim. bekannte Form sowie Übergänge dazu in Krain überall zu finden sind und annähernd 5 % sämtlicher Exemplare bilden; ein Beweis, daß diese Falterart noch nicht zu den stabilen Arten geredmet werden kann (M. H.). Die Raupe lebt am Karste nieist auf Prunus mahaleb L., worauf sie bei Senožeče in Menge zu finden ist. Erwähnenswert dürfte der Umstand sein, daß die Raupen, welche bei Senožeče auf Prunus mahaleb vorkommen, in der Färbung bedeutend von jenen abweichen, welche dortselbst auf Crataegus oxyacantha zu finden sind. Erstere sind einfarbig lichtgrün, also ganz angepaßt der Farbe der Blätter von Prunus mahaleb, auf denen sie vorkommen. Sie sifeen meist in der Mitte der kahnförmig nach oben umgebogenen Blätter. Die auf Crataegus oxyacantha beobachteten Raupen sind in der Grundfärbung dunkler, überdies aber von den ersteren namentlich dadurch versdiieden, daß sie mit bräunlichen Sdiräg- und Querstreifen nefeartig überzogen sind. Jedenfalls eine Anpassung an die bräunlichen Äste von Crataegus oxyacantha, an welchen sie sifeen (M. H.). Die grünen Puppen, welche Ende Juni und Anfang Juli auf den Zweigen gefunden werden, ergeben die Falter der zweiten Generation; die hellbraunen Puppen schlüpfen jedoch nicht in demselben Jahre, sondern überwintern samt den Herbstpuppen am Fuße der Sträucher und liefern im nächsten Frühjahr die erste Brut. 2. machaonL. Nirgends selten. Zwei Generationen: April bis Anfang Juni und Juli, August. Erscheint einige Tage vor podalirius. — Ab. bimaculatus Eimer wurde einigemal gefangen (Dob., Hafn.), ab. immacu-latus Schulg nur einmal (Laibach, 25. April 1909, Kavč.). Erwähnenswert ist ein von Fr. Dobovšek auf dem Golovec bei Laibach Anfang Juli 1908 erbeutetes Exemplar, dessen Vorderflügel und die vordere Hälfte der Hinterflügel stark gebleicht erscheinen. Das interessante Stück befindet sich in der Sammlung des Notars Hafner in Landstrag. Thais F. 3. polyxena Schiff. Am Südfuße des St. Katharinaberges zwischen Dobrova und Billichgraz (Högl., Winkl.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Feistenberg (Hafn.); Luegg bei Rudolfswert (Buč.); Möttling (Cvetko); Senožeče (M. H.); Oberfeld und Gradišče ob Wippach (Mn.); ebenda (Hafn.); auf einer Alpenwiese des Kouk (Kuk) Raupen gefunden (Mn.). — Stellenweise häufig. Ende April bis gegen Ende Mai. Bei Wippach dürfte der Falter bereits im ersten Aprildrittel erscheinen. Neben typischen Stücken finden sich auch Übergänge zu v. cassandra Hb. — Ab. bipunctata Cosm., bei welcher der legte Vorderrandfleck der Vorderflügel rotgekernt ist, kommt unter der Stammform ziemlich häufig vor. Von 100 erwadisenen Raupen, welche Notar M. Hafner im Jahre 1902 auf der Schloßwiese zu Ratschach gesammelt hat, ergab nahezu die Hälfte obige Aberration, die andere Hälfte normale Falter. a) ab. ochracea Stgr. Aus Ratschacher Puppen gezogen (M. H.). Parnassius Latr. 4. apollo L. Auf den Bergen und in den Gebirgstälern von Ober-krain, u. a. beim Ursprung der Steiner Feistriß, auf dem Ljubnik bei Bisdioflack, St. Jodoci (ein Stück, Hafn.), Kankertal (Hafn., Scop.); Pokljuka (M.), Wocheiner Tal, Črna Prst; höhere Regionen des Triglav, unter normalen Stücken (Penth.) auch solche mit stärker schwarzgeringten Augenspiegeln der Hinterflügel (Galv.). - Mojstrana, gegenüber der Zementfabrik, in Anzahl gefangen. Die Stücke gehören der Form montan a Stich, an. Unter ihnen findet sich auch die ab. pseudonomion Christ, und ab. graphica Stich. (Galv.). - Weitere Fundorte: Kumberg, 1219 m, Svibno, 609 m, und Žebnik, 418 m (M. H.); Nanos ob Präwald und Kouk (9. August, Preiss.). Der Falter erscheint meist im ersten Julidrittel und fliegt (in abgeflogenen Stücken) noch Anfang August; in höheren Regionen ist die Erscheinungszeit etwas später. Am 20. August 1895 habe ich das Tier auf der Črna Prst in einer Höhe von 1400 bis 1500 m in Anzahl beobachtet. Eine auffallende Aberration wurde vom Ing. diem. August Nuss-baumer am 2. August 1899 auf dem Kouk gefangen. Das Stück, welches vom Prof. Dr. Rebel in der Versammlung der Sektion für Lepidoptereologie (zool.-bot. Gesellschaft) am 1. Mai 1903 unter dessen Vorweisung besprochen wurde, zeigt das Rot in den Augenflecken der Hinterflügel auf der Oberseite vollständig durch Schwarz ersegt, was dem Tier ein sehr dunkles Aussehen verschafft. Die weiße Pupille ist in dem unteren (größeren) Augenfleck erhalten. Auf der Unterseite sind die Augenflecke bis auf eine sehr breite schwarze Umrandung von normalem Aussehen. Ein zweites männliches Stück, von demselben Fundorte, wo die Art sehr häufig flog, vorgelegt, zeigt die Augenflecke stark schwarz umrandet, den roten Ring aber normal. Nach den beiden Exemplaren zu urteilen, bildet die Art dort eine stark gezeichnete Lokalform mit weißer Grundfarbe und namentlich mit sehr deutlicher Antemarginalbinde der Vorderflügel. Die vollständige Zeichnung der Vorderflügel trennt auch die besprochene Aberration von ab. novarae Oberthür.4 Wie anderwärts, neigt dieser schöne Falter auch in Krain zu mannigfachen Aberrationsbildungen oder wenigstens zu bedeutenden Größen- und Zeichnungsunterschieden. Vom Kumberge in Unterkrain befinden sich in der Sammlung des Notars M. Hafner in Landstraß ÖÖ und pp dieser Art, bei welchen die beiden im Diskoidalfeld der Vorderflügel liegenden schwarzen Flecke teils der kreisrunden, teils der viereckigen Form mehr oder weniger sich nähern, dann solche, bei welchen die drei anderen schwarzen Zellflecke der Vorderflügel kaum angedeutet sind, und wieder solche, bei denen diese Zellflecke 3 bis 5 mm breit sind. Auch Stücke, bei welchen die beiden schwarzen Zellflecke der Vorderflügel II3, 4 und Tili, 2 rot beschuppt sind. Ein Ö zeigt nur rechts im schwarzen Zellfleck der Vorderflügel III], 2 rote Beschuppung. Weiters Öö und pp mit lichtroten, schwarz umzogenen, dann Exemplare mit dunkelroten, schwarz umzogenen, 2 bis 7 mm breiten Ocellen auf den Hinterflügeln, solche mit 1 bis 4 mm breiten weißen Kernen in diesen roten Ocellen, solche ohne die weißen Kerne in den roten Ocellen; Stücke mit gelben, schwarz umzogenen Ocellen mit weißen Kernen, solche mit gelben, schwarz umzogenen Ocellen ohne die weißen Kerne. Tiere, bei welchen die schwarzen Analflecke auf den Hinterflügeln oben kaum angedeutet sind, dann solche, bei welchen diese Analflecke recht stark entwickelt sind; dann wieder solche, bei welchen diese schwarzen Analflecke oben rot gekernt sind. Weiters Exemplare, bei welchen die Analflecke oben schwarz, unten aber rot und schwarz umzogen sind; dann wieder solche, bei welchen diese Analflecke unten rot, schwarz umzogen und weiß gekernt sind. Bei einem p sind die Analflecke oben rechts schwarz, oben links schwarz und rot gekernt, unten aber beiderseits rot, schwarz umzogen und beiderseits mit je zwei weißen Kernen. Bei einem p haben die roten Ocellen auf den Hinterflügeln oben keinen, unten aber einen 3 mm breiten weißen Kern. Bei einem p sind die roten, schwarz umzogenen Ocellen am Saume der Hinterflügel oben und unten doppelt weiß gekernt. Überhaupt sind die weißen Kernungen auf der Unterseite immer bedeutend größer als auf der Oberseite der Flügel. Auch scheinen die pp durchschnittlich etwas größer zu sein als die ÖÖ. Ein p vom Kumberge spannt 44 mm, ein anderes nur 32 mm.0 * Verhandlungen der k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien, 1903, p. 166. 6 Von der Wurzel bis zum Apex gemessen. Die schwarz umzogenen Ocellen der Hinterflügel sind mehr oder weniger rund, oft anscheinend aus zwei Kreisen verschmolzen, in welch legterem Falle sie auch öfters doppelt gekernt sind. Bei einem p sind die beiden roten Ocellen am Vorderrande der Hinterflügel auffallend stark länglich. Die Submarginalbinde der Vorderflügel ist mehr oder weniger stark hervortretend. Aus diesen wenigen Daten kann man ersehen einerseits, dag die Konstatierung der typischen Apollo aus Krain äußerst schwierig wäre, und anderseits, daß die Benennungen dieser mannigfaltigen Abweichungen wissenschaftlich keinen Wert haben könnten, da man ja bei der Unzahl von Übergängen zwischen den einzelnen Formen keine Grenze ziehen könnte. Für die biogenetische Entwicklung dürften diese verschiedenen Formen allerdings von Bedeutung sein (M. H.). 5. mnemosyne L. Großkahlenberg, St. Katharina, Nordseite (unterhalb der Kirche von St. Jakob) (Hafn.); Kropp (M.); Črna Prst (häufig); Vrtača-Alpe (27. Juni in kleinen, frisch geschlüpften Stücken, Flschm., Schwing.); Hl. Dreifaltigkeit bei Domžale (Hafn.); Feistrigtal bei Stein; Gorjancigebiet (Bandirjevka, Sv. Jera, sehr häufig, Hafn.); Luegg bei Rudolfswert (Buč.); Trauerberg bei Preserje (Hafn.); Nanos, 1200 m (Preiss., 11. Juli). Ende Mai, Juni; auf der Črna Prst noch Mitte August (M. H.). a) ab. melaina Honr. Črna Prst, bei 1400 m (Penth); ebenda, 28. Juni 1908 ein p (Hafn.); ebenda, 20. Juni 1909, ein p (Dob.). Pieridae Aporia Hb. 6. crataegi L. Überall häufig. Im Juni. Bei Wippach bereits am 20. Mai beobachtet (Hafn.). In den Oberkrainer Gebirgstälern (Vratatal, Pišnicatal, Kronau) Ende Juni, Juli (Flschm., Schwing.); Kottal, 17. Juli (Galv.); Črna Prst bis zirka 1000 m, 29. Juni (Hafn.). Ein am 25. Juni 1907 in Landstraß geschlüpftes Ö zeigt die Rippe III2 des rechten Hinterflügels vor dem Saume in zwei Teile geteilt; dies soll bei Ap. crataegi nicht selten vorkommen (M. H.). Pieris Schrk. 7. brassicae L. Überall häufig. Mai" (Wippach bereits Ende April) bis September (drei Generationen); einzelne Stücke noch Ende Oktober beobachtet. Triglav bei 2100 m, 15. August (Penth.). Im August und Anfang September des Jahres 1905 habe ich bei Wippach einige pp von bedeutender Größe und mit auffallend großen schwarzen Spißenflceken erbeutet.7 Diese Form habe ich in den Jahren 0 Heuer bereits am 23. April beobachtet. 7 Friß Preissecker-Wien beschreibt in den „Verhandlungen der zool.-bot. Gesellschaft", Wien 1906, p. 85 und 86, ein von ihm bei Gradišče ob Wippach am 13. August 1905 gefangenes derartiges p. 1906 bis 1908 dort nicht mehr gesehen. Was der Grund ihrer Entstehung im Jahre 1905 gewesen sein mag, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen; wahrscheinlich Witterungseinflüsse. 8. rapae L. Erscheint im April, mitunter schon im März und fliegt in drei Generationen bis September, vereinzelt noch im Oktober. Überall gemein. Der Spißenfleck der Sommertiere aus Wippach zeigt ein viel intensiveres Schwarz, als solcher bei Stücken aus den übrigen Landesteilen. a) ab. leucotera Stef. Unter der Frühjahrsgeneration nicht selten (Hafn., Spl.). Auch im Sommer beobachtet (Wippach, 8. September, defekt, Hafn.). 9. mann i Mayer. An den Nanosabhängen bei der Burgruine Wippach und bei Gradišče; an letzterer Lokalität nicht selten. Im Mai (jedenfalls auch schon im April). Bei einem am 14. Mai 1907 gefangenen Ö fehlt der schwarze Mittelfleck auf der Ober- und Unterseite der Vorderflügel (Hafn.). Das Stück entspricht der ab. immaculata Ckll. von P. rapae L. a) gen. aest. rossii Stef. Sommerform. Von Ende Juni bis September. b) ab. erganoides Stef. Bei Gradišče ob Wippach ein p gefangen, 8. September 1907 (Hafn. det. Bohatsch). Es scheint dies eine Spätsommerform zu sein. Ich fing sie auch bei Görz im September. 10. er gane H.-G. An den Abhängen des Nanos bei Oberfeld und Wippach nicht selten, bei Gradišče ziemlich häufig. Das Tier fliegt (so wie die vorhergehende Art) um Felsen und um Steine und ist beim Fliegen leicht mit Leptidia sinapis L. zu verwechseln. Die erste Generation von Ende März bis gegen Ende Mai, die Sommergeneration von Ende Mai bis in den Oktober. Ich fing zu jeder Zeit frische Stücke der Sommerform (28. Mai, 1., 18., 23. Juni, 5., 10., 22., 30. Juli, 4., 6., 12., 14., 20. August, 3., 8., 24. September); in abgeflogenen Stücken noch am 8. Oktober beobachtet. Ich bin der Ansicht, daß die Sommerform wahrscheinlich in zwei Generationen fliegt. Stücke in der Größe einer Lycaena icarus Rott, nicht gerade selten. Der Unterschied zwischen der Frühjahrsbrut und den Faltern der Sommergenerationen ist kein geringer. Der Spißenfleck, bei den PP audi der Mittelfleck, und der Wisch am Hinterrande der Vorderflügeloberseite sind bei den Frühjahrstieren hell bläulichgrau, die Hinterflügelunterseite (so wie auch bei anderen Früjahrsweißlingen) schmußig gelbgrün; der Mittelfleck der Vorderflügeloberseite bei den ÖÖ fehlt in der Regel und ist nur ausnahmsweise angedeutet. Die Grundfarbe der Oberseite bei den pp ist schwadi grünlichweiß. Bei der Sommerform sind die Flecke schwarz, der Apex mit weißer Bestäubung. Der Mittelfleck bei den ÖÖ ist in der Regel vorhanden und ist nur ausnahmsweise bloß angedeutet. Die Hinterflügelunterseite ist bei beiden Geschlechtern gelb, die Oberseite der pp weißgelb. Die meisten Anfang Juni gefangenen Stücke sind Übergänge von der Frühjahrs- zur Sommerform. - Ab. Ö semimaculata Rostagno (vid. Groß-schmetterlinge von Dr. A. Seiß, I., p. 47) dürfte mit unserer Frühjahrsform identisch sein. Ergane wurde auch im Vratatale bei Mojstrana in beiden Geschlechtern mehrfach erbeutet (12. Juli 1905, Schwing). Wahrscheinlich nördlichster Fundort der Art. Die dortigen Stücke sind auf der Unterseite der Hinterflügel weniger gelb, als solche von Wippach (Rbl.). 11. napi L. Überall in Waldlichtungen, an Waldrändern und an sonnigen Lehnen. April, Mai. In Gebirgsgegenden (Oberkrain) später. a) gen. aest. napaeae Esp. Sommerform. Ende Juni bis Ende August; bei Wippach bereits vor Mitte Juni (hier wahrscheinlich später noch eine Generation). Neben normalen Stücken finden sich ÖÖ von der Grofje einer P. brassicae L. b) ab. bryoniae 0. In den Gebirgstälern von Oberkrain, z. B. im Feistritjtale bei Stein und bei den Weifjenfelser Seen, unter der Sommerform (napaeae) öfter gefangen (Hafn.). Weitere Fundorte: Črna Prst, einzelne Stücke schon bei 900 m, von 1000 m aufwärts häufig, 28., 29. Juni (I. Gen., Hafn.); Triglav, überall von 1500 m ab aufwärts, besonders Mojstrovka, Jalovec, Prisang, oberes Krmatal, Ende Juni, Anfang Juli (Flschm., Penth., Preiss., Schwing.). 12. call i die e Esp. An den höchsten Stellen des Mangart, Ende Juli (Horn.). 13. daplidice L. Dieser Falter, den ich bei Laibach früher nie gesehen habe, ist im Jahre 1907 hier in großer Menge aufgetreten (Spl.). Auch im Jahre 1908 war er ziemlich häufig (Felder hinter dem Südbahnhof und dem alten Friedhof und auch auf den Wiesen längs der Straße gegen Unterrosenbach). Juli bis September. Weitere Fundorte: Stein (Doli.); Črna Prst, Untere Alm, bei 800 m, 28. Juni (Hafn.); Feistenberg, Družinska vas und Vinjivrh in Unterkrain (Hafn.); Wippach, Anfang Mai, einzeln auf Berglehnen (Mn.); Nanos, 11. August (Hafn.). a) gen. vern. bellidice O. Laibach, 23. April 1909 zwei Stücke gesehen (Hafn.). Euchloö Hb. 14. cardamines L. An sonnigen Lehnen und in Waldlichtungen, nirgends selten. Ende April bis Anfang Juni. Bei Wippach von Anfang April bis Mitte Mai. In den Gebirgstälern und auf den Gebirgen von Oberkrain später, oft noch in der ersten Julihälfte beobachtet. Ab. Immaculata Pabst wurde bei Laibach gefangen (Tavč.). a) ab. t vi rr i t i s O. Laibadi (Dob.); Wippach (Hafn.). Leptidia Billb. 15. sinapis L. Sommerform. Überall in Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Wiesen, häufig. Ab. erysimi Bkh. unter der Stammform selten. Ende Juni bis Ende August. a) gen. vern. lathyri Hb. Frühjahrsgeneration. April, Mai. In Gebirgsgegenden später. Die Stücke von Wippach mit sehr dunkler, schimißig grüner Hintcrflügelunterscitc. Leßtere ist bei Alpenstücken viel heller als bei normalen lathyri. b) ab. sartha Rühl. Gradišče ob Wippach, 7. Juli (Preiss.). c) gen. aest. diniensis B. In der Umgebung von Wippach ist dies die vorherrschende Form (Mitte Juni bis Ende August); kommt auch anderwärts unter der Stammform vor. d) ab. major Grund. Bei Landstraß ein Ö und ein p am 17. Juli 1906 gefangen; das (5 von 49 mm, das P von 47 mm Flugweite (M. H.); Feistenberg, 12. Juli 1900 ein p, 47 mm Expansion (Hafn.). Colias Leach. 16. hyale L. Überall ziemlich häufig, auf grasreichen Berglehnen, auf Wiesen und auf Äckern. Auch auf den Alpen: Črna Prst, 29. Juni, bei 1400 m mehrere Stücke gesehen (Hafn.). Mai, Juni und wieder Ende Juli, August; auch im Oktober nicht selten. 17. edusa F. Wie die vorige. Variiert im weiblichen Geschlechte in bezug auf die Fleckenzeichnung im schwarzen Außenrande der Oberseite aller Flügel. a) p ab. helicina Obth. Laibach, 10. Juli 1908 (Dob.). b) p ab. helice Hb. Laibach, 6. Juli (Dob.); ebenda (Spl.); Ratschach in Unterkrain, 29. Juli (M. H.); in der Umgebung von Wippach, 10. Juli (Hafn.); ebenda, im August 1905 mehrfach (Preiss., Wagn.). 18. myrmidone Esp. Laibach, Podvtik, Vižmarje, Nordabhang des St. Katharinaberges, nicht häufig; manches Jahr kein Stück gesehen. Bei Rudolfswert und Feistenberg nicht selten. In der zweiten Maihälfte, Anfang Juni und wieder Mitte Juli und im August. a) p ab. alba Stgr. Feistenberg, 4. August (Hafn.). Gonepteryx Leach. 19. rhamni L. Überall häufig; auch im Gebirge beobachtet. Črna Prst, 1400 m, 23. Juli (Penth.). Juli bis Herbst und nach der Überwinterung bis Mai. Bei warmer Witterung kommt der Falter im Winter manchmal aus seinem Verstecke; Ende Dezember und im Laufe des Jänner einigemal gefangen (Hafn.). Nymphalidae Apatura F. 20. i ris L. Im Juli, etwa vom 7. an, nicht häufig. Laibach, Tivoli wald (Bul.) und Golovec (Dob.); Stein (Doli.); Feistrißtal bei Stein, Großkahlenberg, St. Katharina (Hafn); Altlack bei Bischof lack (Tavč.); St. Margarethenberg bei Krainburg, ziemlich häufig (Hafn.); Mojstrana, 4. August (Rgr. Kauß); Kumberg, 20. Juli, und Landstraß, 18. Juli (M. H.); Gorjanci-gebiet (Hafn.). 21. ilia Schiff. Stammform selten. Laibach, Hradeßkydorf QÖ, Anfang Juli (Dob.); Stephansdorf (Tavč.); bei Wippach im Juni um Weiden (Mn.). Ein Übergangsstück zu ab. clytie Schiff, wurde bei St. Barthelmä gefangen (Tavč.). a) ab. clytie Schiff. In der Umgebung von Laibach (Tivoli, Gleinitj. Stroblhof), nicht häufig (Bul., Hafn.); Stein (Doli.); Preska (Hafn.); Rudolfswert und Feistenberg (hier manches Jahr ziemlich häufig). Ende Juni, Juli, Bei Wippach im Juni um Weiden (Mn.). Hier scheint die Art im August eine zweite Generation zu haben. b) ab. eos Rossi. Maria-Au bei Wippach, 17. Juni (Preiss.). Limenitis F. 22. Camilla Schiff. In der Umgebung von Laibach, auf dem Groß-kahlenberge, St. Katharina, bei Domžale (Hafn.); Altlack (Tavč.); Ljubnik bei Bischoflack (Hafn.); Krainburg (Bul.); Mojstrana, 23. Juli (Galv.); Želimlje (Hafn.); Landstraß (M. H.); Feistenberg und Wippach (Hafn.); Präwald (Preiss.). Von Mitte Juni bis gegen Mitte Juli (im Gebirge später) und wieder im August. Die zweite Generation im allgemeinen kleiner. Nicht häufig. Mann fand die Raupe auf dem Nanos auf Buchen. 23. populi L. Vereinzelt und ziemlich selten. Laibach (Golovec), Großkahlenberg, St. Katharina, Podnart, Birkendorf, Feistrißtal bei Stein (Hafn.); Wochein, Puppe an einem Blatte von Populus tremula hängend beobachtet, am 24. Juni (Schwing.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Gor-jancigebiet (Hafn.). Erscheint im zweiten Junidrittel (manchmal schon Anfang Juni) und fliegt bis gegen Mitte Juli. Die Behauptung, daß sich der Falter nur bis zirka 10 Uhr vormittags auf den Boden seßt und später bloß um die Baumkronen fliegt, trifft nicht zu; ich habe ihn um 2 und um 3 Uhr nachmittags auf dem Boden gesehen. 24. s i b i 11 a L. Nur: a) v. angustata Stgr. Laibach, Ewiger Weg, selten (Bul.); Hl. Dreifaltigkeit bei Domžale (Hafn.); Feistrißtal bei Stein, häufig (Hafn., Spl.); St. Katharina, nicht selten (Hafn.); Wochein, 14. Juli (Schwing.); an den östlichen Abhängen des Kumberges, namentlich in Podkraj bei Ratschach, häufig (M. H.); Gorjancigebiet (Bandirjevka, Tisovec), häufig, Loitsch (Hafn.). Im lefeten Junidrittel und Anfang Juli. Neptis F. 25. lucilla F. Umgebung von Laibach (Unterrosenbach, Ewiger Weg, Kroisenegg, Stephansdorf), ziemlich häufig; Stein (Doli.); Feistrißtal bei Stein, am Fuße des Großkahlenberges, Preska, St. Katharina, Wocheiner Feistriß (Ursprung des Feistrißbaches, 25. Juni 1907 auf einer toten Feldgrille mehrere Stücke saugend angetroffen, Hafn.); Črna Prst, bei 1200 m, 29. Juni (Hafn.); Kottal, 23. Juli (Galv.); Ratschach in Unterkrain (M. H.i; Gorjancigebiet (Bandirjevka, Tisovec, Feistenberg), häufig, Innergoriß (Hafn.). Erscheint Anfang Juni, fliegt noch im Juli, einzelne abgeflogene Exemplare noch im August. Die Raupe lebt auf Spiraca ulmifolia. Schmaroßer habe ich nicht beobachtet. 26. aceris Lepeehin. Am Fuge des Gorjanciberges in Unterkrain längs des ganzen Gebirgszuges, von Möttling (Buč.) bis Jesenice an der Save (M. H.); Ratež, Wrußniß, Feistenberg, St. Barthelmä, Landstraß, Družinska vas, überall ziemlich häufig. Auch bei Podkraj nächst Ratschach in Unterkrain beobachtet (M. H.). In zwei Generationen: von Anfang Mai bis Ende Juni und von Mitte Juli bis Oktober. Notar M. Hafner machte bei der Zucht von Neptis aceris folgende Beobachtungen: Die Raupe überwintert vollkommen erwachsen. Von den Raupen, welche in einem ungeheizten Zimmer überwinterten, in dem etwa die gleiche Temperatur herrschte wie im Freien, verpuppte sich die erste Raupe am 13. April; der erste Falter schlüpfte in den ersten Tagen des Monates Mai. Falter der zweiten Generation sah ich schon am 15. Juli fliegen. Ich fand im Juli auf Orobus vernus zu gleicher Zeit Eier, kleine und erwachsene Raupen und Puppen. Ich fand im Freien Puppen auch noch Ende August. Aus einer Ende August gefundenen Raupe schlüpfte der Falter am 1. Oktober (III. Gen.?); dagegen überwinterten aber auch Raupen, welche am 18. Juli bereits erwachsen waren. Ein Teil der Nachkommen der ersten Generation überwintert also mit den Nachkommen der zweiten Generation. — Die überwinternde Raupe kriecht von der Futterpflanze auf einen Stamm oder auf einen Ast, und zwar stets auf die Schattenseite; nie habe ich eine Raupe direkt den Sonnenstrahlen ausgeseßt gefunden. Nachdem sich die Raupe einen geeigneten Plaß ausgewählt, spinnt sie sich mit dem Afterende an und verbleibt in dieser Situation bis gegen Mitte April des nächsten Jahres. Dann erfolgt die Verpuppung und nach etwa 14 Tagen schlüpft der Schmetterling. Wenn die Raupe an einem senkrechten Stamme überwintert hat, so ändert sie bei der Verpuppung ihre Lage nicht, da sie sowieso mit dem Kopfe nach unten gekehrt war. Ist aber die Überwinterung auf einem wagrechten Aste erfolgt, so läßt sie sich von der angesponnenen Stelle hängen und verwandelt sich zur Puppe. Auf ein und derselben Pflanze fand ich höchstens vier Raupen. Natürlich ließ es sich nicht feststellen, ob die Raupen von demselben Weibchen abstammten. Gewöhnlich werden die Eier einzeln abgelegt. Pyrameis Hb. 27. atalanta L. Nirgends selten. In zwei (drei?) Generationen: Juni bis Spätherbst und nach der Uberwinterung im April. Die Puppenruhe dauert bei den Sommertieren 12 bis 14 Tage, im Herbst 5 bis 6 Wochen. 28. cardui L. Meist häufig; manches Jahr jedoch spärlidi. Juni bis Oktober und nach der Überwinterung im April. Vanessa F. 29. i o L. Nirgends selten. Im Juli, vereinzelt wieder im September, Oktober und nach der Überwinterung im April, Mai. Auch auf den Alpen: Mojstrovka, Triglav, 1. und 4. Juli (Schwing.). 30. urticae L. Häufig. Juni bis April. Črna Prst, Gipfel, 1. Juli (Penth.). 31. 1. album Esp. Gorjanciberg (Kohlenweg) und Pogorelec bei Podturen nächst Töplig in Unterkrain, 18. Juni, 12. und 26. Juli (Buč.). 32. xanthomelas Esp. In einem Eichenwalde bei Feistenberg am 19. Juli 1900 ein großes (defektes) P gefangen (Hafn.). 33. poly chlor os L. Ziemlich häufig. Juli bis April. Vom Herrn Notar M. Hafner wurde ein Stück von 64 mm Spannweite gezogen. Nach Rühl-Heyne äußerste Größe 55 mm. 34. antiopa L. Überall. Scheint im Gebirge zu fehlen. Von Mitte Juli bis Mai. Polygonia Hb. 35. c album L. Überall an Waldrändern und um Hecken, im Juni und wieder im August, September und nach der Überwinterung im April. 36. egea Cr. Bei Wippach, am Abhänge unterhalb der Burgruine und längs der Straße nach Oberfeld. Seßt sich gern auf Mauern und Felsen. Nicht selten. In zwei Generationen: von Mitte Juni bis Anfang Juli und wieder Ende Juli, August. a) gen. aest. (recte autumn.) j album Esp. Es ist dies die dritte Generation. Oktober, November und nach der Überwinterung im März. Einmal ausnahmsweise bereits am 8. September gefangen. Während die Puppen der Sommerbrut häufig angestochen sind, habe ich aus den Herbstpuppen stets den Falter (j album) erhalten. Das Tier wurde einmal (am 6. Juli 1905) bei Laibach, und zwar in der Form j album Esp. erbeutet (Spi.), was um so merkwürdiger erscheint, als Wippach als das nördlichste Gebiet der Art zu bezeichnen ist und diese Form nur im Herbst und im März fliegt. Araschnia Hb. 37. levana L. (Frühlingsform) und a) gen. aest. prorsa L. (Sommerform). Bei Zadvor (Umgebung von Laibach), 30. Mai (Hafn.); Preska, 12. Juli (Hafn.); Altlack bei Bischoflack, 21. Juli (Tavč.); Lukoviß und Feistrißtal bei Stein, in Anzahl (M. H.); Landstraß (M. H.); Feistenberg und Gorjancigebiet (Bandirjevka) (Hafn.). Stellenweise nicht selten; Mai und wieder im Juli, August. Melitaea F. 38. mat urna L. St. Katharina, Nordabhang, ein £>, Anfang Juli (Dob.); ebenda, ein ö, 22. Juni (Hafn.); Črna Prst, ein kleines c5 und ein £>, 28. und 29. Juni (Högl.). 39. aurinia Rott. In der Umgebung von Laiback, bei Podvtik, Domžale (Hafn.), Stein (Doli.), Loitsch (Hafn.), auf Wiesen. Nicht selten, Ende Mai, Juni. Von Mitte Juni bis Anfang Juli in Anzahl auf einer Alm bei Kronau, zirka 1000 m (Ing. Kauß). 40. cinxia L. Nicht selten, auf Wiesen, Ende Mai, Juni. Umgebung von Laibach, Domžale, Stein (Doli.); Podvtik, Radmannsdorf (M.); Veldes, 24. Juni (Flschm., Schwing.); Ratschach in Unterkrain (M. IL); Ortenegg- Ruine (Hafn.); auf den Wiesen zwischen Pokojišče ob Franzdorf und Vigaun bei Zirkniß, 5. Juni (Hafn.); Loitsch, 2. Juli, und Adelsberg, 18. Juni (Hafn.); Senožeče (M. H.); an den Abhängen des Nanos und sonst in der Umgebung von Wippach; hier bereits am 5. Mai beobachtet (Hafn.). 41. phoebe Knoch. Auf Waldwiesen und grasreichen Lehnen, von Mitte Mai bis Mitte Juni und wieder im August. Fundorte: Umgebung von Laibach, Großkahlenberg, St. Katharina, St. Jodoci bei Krainburg (Hafn); Landstraß (M. H.); Feistenberg und Adelsberg (Hafn.); Wippach. Variiert. Eine prachtvolle Aberration, die der v. aetherea Ev. nahestehen dürfte, wurde bei Wippach gefangen. 42. didyma 0. Auf Wiesen, nicht selten; u. a. bei Laibach, auf dem Großkahlenberge, auf St. Katharina, bei Stein, Lusttal, Feistenberg, Loitsch, Wippach usw. Von Mitte Juni bis Mitte Juli und vereinzelt wieder im August. — Bei Wippach tritt eine vollständige zweite Generation auf, deren Falter meist kleiner sind als die der ersten Generation. Am schärfsten sind die ÖÖ vom Großkahlenberge und von St. Katharina gezeichnet. Am meisten variieren die Stücke von Wippach. Neben normalen Exemplaren finden sich Übergänge zu v. occidentalis Stgr. und zu v. persea Koll. Auf St. Katharina wurden zwei partiell melanistische ÖÖ gefangen: die Vorderflügel schwarz mit einer schmalen roten Binde und einigen roten Fleckchen, die Hinterflügel normal (29. Juni 1898, Hafn., 6. Juli 1901, M. H.). a) P v. (ab.) alpin a Stgr. St. Katharina, Mitte Juni (Hafn.); Vratatal, 12. Juli (Schwing.); Mojstrana (Ing. Kauß); Wippach, 5. Juli (Hafn.). 43. tri vi a Schiff. Ratschach in Unterkrain und Landstraß, häufig (M. H.); Vinji vrh bei Družinska vas (Hafn.); Rudolfswert (Buč.). Im Juni und wieder im August. An den Abhängen des Nanos unterhalb der alten Burg Wippach und bei Gradišče, Ende Mai bis ins leßte Junidrittel und wieder im August. Die Stücke der Frühjahrsbrut von Wippach sind — insbesondere im weiblichen Geschleckte — größer als normale trivia; die Sommertiere sind kleiner und heller. Es ist hier das gleiche Verhältnis wie bei didyma 0. a) ab. fascelis Esp. (trans.). Gradišče ob Wippach, 23. und 25. Juni (Preiss.). 44. athalia Rott. Nirgends selten, aufwiesen und in Waldlichtungen; erscheint manchmal schon Ende April und ist noch Ende August zu finden. a) ab. na vari na Selys Longch. Ein prachtvolles ö auf dem Gorjanci-bergc bei St. Niklas am 20. Juni 1900 gefangen (Hafn.). 45. aurelia Nick. An trockenen Abhängen und grasreichen Lehnen, jedoch auch in der Ebene auf Wiesen. Fundorte: Großkahlenberg, Sankt Katharina, St. Jodoci (Hafn.); Koprivnik und Črna Prst in der Wodiein (Penth.); Stein (Doli.); Gorjanciberg, Loitsch, Sovič bei Adelsberg (Hafn.). Von Mitte Juni bis Mitte Juli. Ein interessantes P fing ich am 13. Juli 1899 am Nordabhange des St. Katharinaberges. Das Stück ist größer als gewöhnliche aurelia PP; die sonst schwarzen Partien sind hier dunkelbraungrau und die braun-gelben Binden erscheinen hellrotgelb. Die Zeichnungen verschwommen. Die Unterseite entspricht der Oberseite. Carnlolu MM III ii iv 7 Bei Wippaeh erscheint aurelia in zwei Generationen, und zwar Ende Mai (26. Mai), Anfang Juni und wieder im August (etwa von der zweiten Woche an) bis Anfang September. Die dortigen Studie beider Generationen sind im allgemeinen kleiner und die Stücke (namentlich PP) der zweiten Generation viel heller als solche aus anderen Gegenden Krains. 46. dictynna Esp. Aufwiesen und an Abhängen in der Umgebung von Laibach, auf dem Großkahlenberge (Hafn.); Voje in Oberkrain, 27. Juni (Flschm., Schwing.); Črna Prst bei 800 m, 29. Juni (Hafn.); Stein (Doli.); Gorjancigebiet (Tisovec), Loitsch, Sovič bei Adelsberg (Hafn.); Wippach, 14. Juni (Karl.). Nicht häufig, vom legten Maidrittel an bis gegen Ende August, jedenfalls in zwei Generationen. Notar M. Hafner fing am 25. Juli 1901 bei Laibadi ein vollständig ge-sdiwärztes (melan.) fj. Argynnis F. 47. sel ene Schiff. In der Umgebung von Laibadi aufwiesen, nicht selten, im Mai und wieder im August. Sonstige Fundorte: Stein (Doli.); Wocheiner Feistriß, 11. Juni, abgeflogen (Hafn.); Črna Prst, 1200 bis 1300 m, 29. Juni, abgeflogen (Hafn., Preiss.); auf Berglehnen des Nanos und des Kouk im Mai (Mn.); Rudolfswert (Buč., Hafn.). 48. euphrosyne L. In der Umgebung von Laibach auf Wiesen und an Waldrändern, nicht selten im Mai. Eine zweite Generation habe ich nicht beobachtet. Andere Fundorte: Stein (Doli.); Črna Prst, 25. Juni (Flschm., Schwing.); Mojstrovka, 1600 m, 3. Juli, PP auffallend dunkel (Schwing.); Ratschach in Unterkrain, 3. Mai (M. IL); Rudolfswert (Buč., Hafn.). 49. pal es Schiff. Črna Prst, erste und zweite Terrasse, und beim Mallnerhaus, 1000 bis 1300 m, 28. Juni, frische Stücke (Dob., Hafn.); ebenda ein großes, oben lebhaft gefärbtes P, auf dessen Hinterflügelunterseite sich das Gelb auf Kosten der anderen Farben sehr ausbreitet, 29. Juni (Preiss.); Prisang (Prisojnik), 10. Juli (Sdiwing.); auch auf der Mojstrovka (Raupe, Schwing.). 50. thore Hb. Pišnicatal, 18. Juni 1908, und Voßhütte, 9. Juli 1908 (Ing. Kaufe). 51. dia L. Überall auf Wiesen und Berglehnen, Ende April bis August, vereinzelt noch im Oktober (teilweise dritte Generation). Die Art dürfte im oberen Savetale fehlen. In Dr. Rebeis „Lepidopteren aus dem Gebiete des Triglav und der Črna prst" ist sie nicht angeführt. 52. amathusia Esp. Kronau, 7. Juli 1908 (Ing. Kaufe). 53. hecate. Esp. Auf grasreichen Berglehnen, in der zweiten Junihälfte und Anfang Juli. Fundorte: Großkahlenberg (Högl.); St. Katharina, St. Jodoci, längs der Straße zwischen Vigaun und Neumarktl (Hafn.); Stein (Doli.); bei Oberfeld nädist Wippadi auf Bergwiesen (Mn.); am Nanosabhange hinter der Burgruine Wippadi (Hafn., Karl.). Die Stücke von Wippach, wo die Art bereits zirka 8. Juni erscheint, sind größer und lebhafter gefärbt, als jene von Oberkrain. Es finden sich Stüdce darunter, die der v. caucasica Stgr. nahekommen und die mit den bosnischen und herzegowinischcn Stinken zu vergleichen sind (Rbl.). 54. i no Rott. Ein einziges Stück (c5) auf dem Abhänge Ravne, einem Ausläufer des Gorjanciberges, am 17. Juni 1900 gefangen (Hafn.). 55. daphne Schiff. Golovec bei Laibach (Dob., Haf.); Dobrova (Högl.); Grofjkahlenberg und Abhang des St. Katharinaberges bei Preska (Hafn.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Feistenberg (Hafn.); Wippach (1. Juli, Karl.). Nicht selten, an Waldrändern und in Waldlichtungen um Brombeersträucher fliegend; seht sich gern auf junge Erlen. Von Anfang Juni bis Anfang Juli. Erwähnenswert sind zwei von Fr. Dobovšek auf dem Golovec bei Laibach gefangene aberrative Stücke mit zeichnungslosem Mittelfelde der Vorderflügel und mit zusammengeflossenen Flecken der Hinterflügel. 56. lathonia L. Nirgends selten, insbesondere auf Feldwegen, Mai bis Oktober. 57. aglaja L. Überall häufig auf Waldwiesen und grasreichen Berglehnen, von Mitte Juni bis Anfang August. Große Stücke: ein P von 66 mm Expansion (St. Katharina, 29. Juni 1898, Hafn.). Rühl gibt 60 mm als äußerste Spannweite an. Ein c? vom Nanos (16. Juli 1905, Hafn.) zeigt starke schwarze Flecke am Vorderrande und im Mittelfelde der Vorderflügel; der Saum des rechten Vorderflügels verkrüppelt. 58. niobe L. Stammform fehlt. a) v. eris Meig. Gleichzeitig mit aglaja L. und nicht seltener als diese. Am 4. Juli 1908 wurde bei Topol (St. Katharina) ein c5 mit stark geschwärztem Wurzelfeld gefangen (Dob.). 59. adippe L. Auf grasreichen Berglehnen in Oberkrain nicht selten; ich habe jedoch vom oberen Savetal sowie von Unterkrain keine Belege. An den Abhängen des Nanos bei Wippach häufiger als aglaja L. a) ab. cleodoxa O. Golovec bei Laibach, 29. Juni, und St. Katharina, 4. Juli 1908 (Dob.); ebenda, 12. Juli 1908 (Spl.). 60. paphia L. In Waldlichtungen und an Waldrändern überall häufig, Ende Juni bis gegen Mitte August. a) ab. valesina Esp. In Gebirgstälern, selten unter der Stammform. Bisherige Fundorte: Podvtik (Dob.); Ljubnik bei Bischoflack (M. H.); Ursprung des Feistrifebaches in der Wodiein und Rotweinklamm (Hafn.); Mojstrana (Rgr. Kaufe); Vratatal (Peričnik) und Weißenfelser Seen (Hafn.); am Fuße der Opatova gora bei Landstraß ein (allerdings defektes) Stück noch am 11. Oktober erbeutet (1906, M. H.); bei Idria (Scop.: Ent. Carn., p. 161, Nr. 438, Var. 3). Ein Stück vom Kouk (9. August 1905, Preiss.) nähert sieh der ab. marillae Aigner. 61. pandora Schiff. Dr. Karl Rothe, Verz., p. 3. Melanargia Meig. 62. galathea L. Die Stammform fehlt. a) v. procida Hrbst. In Waldlichtungen und auf Waldwiesen überall gemein, Ende Juni (bei Wippach bereits zirka 8. Juni) bis Anfang August. b) ab. P ulbrichi Aign. Nidit häufig, bei Wippadi nicht selten. c) ab. turcica B. An den Abhängen des St. Katharinaberges, ziemlich selten. Übergänge ebenda und bei Wippach. d) ab. galene 0. Bei Wippach, selten (Karl.). Erebia Dahn. 63. epiphron Kn. a) v. cassiope F. Mangart, Ende Juli, 1400 bis 2000 m (Horn.). 64. pharte Hb. Črna Prst, Untere Alm, 800 bis 900 m, 28. und 29. Juni (Hafn., M. H., Preiss.), 18. bis 24. Juli (Penth.); obere Krmaalpe (Galv.); Mojstrovka, 1600 m, 10. Juli (Schwing.). 65. m an t o Esp. Črna Prst, 7. August (Penth.); ebenda, nach Mitte August (M. H.); Triglav, 1800 m, 14. August (Penth.); Mangart, Ende Juli, 1400 bis 2000 m (Horn.). 66. medusa F. Črna Prst, Untere Alm, bei 800 m, 28. Juni 1908 ein P (Hafn.); beim Mallnerhaus, 1300 bis 1400 m, 29. Juni 1907 mehrere ÖÖ (Hafn., Preiss.); Sovič bei Adelsberg, 18. Juni 1904, bereits abgeflogen (Hafn.). a) ab. (v.) hippomedusa O. Črna Prst, 25. Juni, 11. Juli (Flschm., Schwing.). 67. oeme Hb. Mojstrovka, 1600 m, gegen Mitte Juli (Schwing.). a) v. (ab.) spod i a Stgr. Mojstrovka, 5. Juli ein P (Schwing.); Mangart, Ende Juli (Horn.). 68. m e 1 a s Hbst. Nanos ob Wippadi, um Steine und Felsblöcke fliegend, ziemlich häufig. Im August, einzelne Stücke bereits Ende Juli. Die P P ziemlich selten. Ein prachtvolles, stark hell schimmerndes P wurde am 11. August 1908 von Splichal gefangen. 69. nerine For. In den Gebirgstälern Oberkrains ziemlich häufig, Ende Juni bis August, vereinzelt noch im September. Feistrifetal bei Stein, Kankertal (Hafn.); Rotweinklamm (Galv.); ebenda, 4. September 1902 ein frisches ö (Hafn.); Mojstrana, 4. Juli (Schwing.); Vofehütte, 1. Juli (Ing. Kaufe); Razor-Planina, 16. September 1896 ein P (Preiss.); Weifeen-felser Seen (Hafn.); Nanos, häufig (Hafn., Preiss., Spl., Wagn.); Kouk (Wagn.). 70. glacialis Esp. Nur: a) v. pluto Esp. Im Triglavstock ausschliefelich in dieser Form, die hier den Charakter einer Varietät gewinnt. Kredarica, 2200 bis 2500 m, 27. Juli 1905 (Galv.); beim Maria Theresien-Schufehaus und in der Nähe des Deschmannhauses, 15. Juli (Schwing.). Die Stücke sind klein, auch im weiblichen Geschlecht oberseits stark verdunkelt (Rbl.). 71. pronoe Esp. Črna Prst, 23. Juli (Penth.); ebenda, nach Mitte August (M. H.); Krmatal (Galv.); zweiter Triglav-See, 1800 m, 14. August (Penth.). Die Stücke sind klein und dunkel. Mirnek und Razor-Planina, 16. September 1896 (Preiss.); Kronau, ein kleines, dunkles p (Högl. det. Rbl.). a) ab. pitho Hb. Steiner Alpen (Doli.); Mirnek und Razor-Planina, 16. September 1896, in beiden Geschleditern (Preiss.). 72. gorge Esp. Mangart, Ende Juli, 1400 bis 2000 m (Horn.). a) v. erynis Esp. Kredarica, in Gesellschaft von Erebia glacialis-pluto, und Krmaalpe (Galv.); Mojstrovkapag, 8. bis 10. Juli (Schwing.); Triglav (Penth.). Einzelne Stücke vom Mojstrovkapag (zirka 1700 m) nähern sich durch die einfarbig dunkle Unterseite der Hinterflügel sehr der v. hercegovinensis Rbl. Globokapag, 17. September 1896 ein frisches c5 „mit sehr breiter, sehr dunkelroter und kaum dunkel geäderter Vorderflügelbinde" (Preiss.). 73. aethiops Esp. Verbreitet, u. a. bei Laibach (Ewiger Weg), Podvtik und Toško čelo, Grogkahlenberg, Zwischenwässern, Flödnig, St. Jodoci (Hafn.); Altlack bei Bischof lack (Tavč.); im oberen Savetale, verbreitet (Rbl.); Ursprung des Feistrigbaches in der Wochein (Hafn.); Wocheiner Feistrig und Črna Prst (Penth.); Stein (Doli.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Družinska vas, Gorjancigebiet, Planina und in den Wäldern bei Rakek (Hafn.); Nanos (Hafn., SpL). Ende Juli, August. a) ab. leucotaenia Stgr. Die P P gehören grögtenteils dieser Form an. 74. euryale Esp. Triglavgebiet; verbreitet in der subalpinen Region (zwischen 1400 bis 1700 m). Črna Prst, 24. Juli (Penth.); Weigenfelser Seen, im Juli, häufig (Hafn.); im Juni auf dem Kouk auf den Alpenwiesen, nicht selten (Mn.). a) ab. ocellaris Stgr. Triglavgebiet unter der Stammform (Rbl.). 75. lige a L. In den Gebirgstälern von Oberkrain ziemlich häufig. Feistrigtal bei Stein, Kankertal (Hafn.); bei Radmannsdorf (M.); Wocheiner Feistrig (Hafn.); Koprivnik, 1000 m, 14. Juli (Penth.); oberhalb Mojstrana (Galv.); Weigenfelser Seen (Hafn.); Pogorelec bei Unterthurn nächst Töplig (Buč.). Ende Juni bis Anfang August. Auf dem Nanos ob Wippach, Ende Juni (Mn.); ebenda, bei 1200 m, 11. Juli (Preiss.). a) v. (ab.) adyte Hb. Triglav, 1800 m, Zadnjicatal, 1000 m, 26. Juli (Spig); Črna Prst, Untere Alm, 29. Juni (Preiss.). 76. lappona Esp. Črna Prst, 1200 bis 1400 m, 28. und 29. Juni (Hafn.); ebenda, 18. Juli, mehrfach (Penth.), 17. August (M. H.); Triglav, 2100 in (Penth.); Voghütte, Mojstrovka, Prisang, Razor (Schwing.). a) ab. pollux Esp. Triglav, 2400 m, 25. Juli (Spig). 77. tyndarus Esp. Črna Prst, 17. Juli bis 7. August (Penth.); ebenda, 17. August (M. IL), 20. August, Gipfel (Hafn.); obere Krmaalpe (Galv.); zweiter Triglavsee, 14. August (Penth.); Razor-Planina, 16. September 1896 ein P (Preiss.); Mangart, 1400 bis 2000 m, Ende Juli (Horn.). Von der Črna Prst ein P mit fast rein kreideweißer, zeichnungsloser Unterseite im Wiener Hofmuseum (Rbl.). Satyrus Westw. 78. circe F., Laibach (Golovec), selten, Grogkahlenberg, St. Katharina, Ljubnik bei Bischoflack (Hafn.); Stein (Doli.); Ratschach in Unterkrain (M. IL); Feistenberg und Rudolfswert (Hafn.); in der ganzen Umgebung von Wippach (Hafn.); Zoll (Mn.). Nicht gerade häufig, Ende Juni bis Mitte August. Bei Wippach, wo das Tier ziemlich häufig ist, bereits im ersten Junidrittel (zirka 8. Juni). Ein am 11. August 1908 am Abhänge des Nanos ob Wippach von mir gefangenes P hat eine Flugweite von 79 mm (nach Rühl-Heyne äußerst 77 mm). 79. hermione L. Laibach (Golovec), Großkahlenberg, Zwischenwässern, St. Katharina, Ljubnik (Hafn.); Altlack bei Bischoflack (Tavč.); Stein (Doli.); Jančberg bei Littai (Hafn.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Gorjancigebiet, Feistenberg (häufig), Rudolfswert, St. Josef bei Preserje (Hafn.); an den Nanosabhängen bei Wippach (häufig) und bei St. Veit ob Wippach (Mn.). In der zweiten Junihälfte bis Anfang August, nicht selten, stellenweise häufig. 80. alcyone Schiff. Bei Goče und Slap ob Wippach auf Berghutweiden, im Juni (Mn.). 81. briseis L. Auf sonnigen, trockenen Abhängen. St. Katharina (14. August 1896 3 Stücke Hafn.); Radmannsdorf (M.); Veldes (7. August 1881, Rbl.); St. Marein bei Laibach, am Abhänge Ravne in den Gorjanci, auf den Wiesen zwischen Pokojišče ob Franzdorf und Vigaun bei Zirkniß (sehr häufig); bei Loitsch (Hafn.); Senožeče (M. H.); auf dem Nanos und dessen Abhängen, häufig. Juli bis September. Die Stücke von Wippach sehr groß, wahrscheinlich zu v. meridionalis Stgr. gehörig. 82. semele L. Auf trockenem sandigen Terrain. In Ober- und Inner-krain häufig; in Unterkrain spärlicher, in einigen Gegenden sogar selten; in der Umgebung von Laibach ziemlich häufig; Stein (Doli.); St. Katharina, Črna Prst (häufig) von 800 m an (Hafn.); auch auf dem Gipfel (Flschm., Schwing.); Triglavgebiet (Galv.); an den Prisanggehängen bis zirka 1700 m beobachtet, 9. Juli (Schwing.); bei Mojstrana und Kronau (Rgr. und Ing. Kauß); bei Feistenberg und Rudolfswert selten (Buč.); bei Franzdorf, Loitsch, Adelsberg, Senožeče, Wippach (häufig). Von Mitte Juni bis September, vereinzelt noch im Oktober. 83. arethusa Esp. Bei Senožeče am Karst (M. IL); an den Abhängen des Nanos bei Oberfeld, Wippadi und Gradišče. Variiert hinsichtlich der rotgelben Binde auf den Vorderflügeln. Bei einzelnen (5(5 ist dieselbe nur schwach angedeutet, bei manchen PP indes sehr breit. Anfang August bis Anfang September. 84. statilinus Hafn. Nur Übergangsstücke zu: a) v. all ion ia F. An den Abhängen des Nanos bei Oberfeld, Wippadi und Gradišče, häufig. Die Stücke sind größer und unterseits heller als normale statilinus, erreichen jedoch die dalmatinische Form hin-siditlich der Größe und hellen Färbung der Hinterflügelunterscite nicht. Das Tier fliegt gleichzeitig und an den gleichen Stellen wie arethusa Esp. Beide Arten sißen gern auf Eryngium a ni e t hy s t i n um L. 85. actaea Esp. Nur: a) v.cordula F. Am Nanosabhange bei Gradišče einzelne Stücke; auf dem Nanos ob Wippach und ob Präwald jedoch häufig. Ende Juni bis linde Juli. 86. dryas Scop. Auf Berglehnen, an Waldrändern und auf Waldblößen. Großkahlenberg, Zwischenwässern, Flödnig, St. Katharina, St. Jodoci (Hafn.); Radmannsdorf (M.); Waldungen bei Habbach ob Tersein (Hafn.); Stein (Doli.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Družinska vas, Vinji vrh, Feistenberg, Trauerberg bei Preserje (Hafn.); bei Idria (Scop.); an den Abhängen des Nanos bei Wippach (Hafn., Spl., Preiss.). Von Mitte Juli (bei günstiger Witterung um eine Woche früher) bis Ende August. Bei Wippach finden sich Stücke (PP) mit auffallend großen Vorderflügelaugen, bei denen besonders die schwarzen Ringe stark entwickelt sind. (Preiss., zool.-bot. Ges. 1906, p. 86.) Pararge Hb. 87. aegeria L. Nur: a) v. egerides Stgr. Überall in lichten Waldungen und an Waldrändern. Ende April bis Anfang Juni und wieder Mitte Juli bis gegen Ende August. Bei Wippach erscheint die Art früher, im oberen Savetale später als angegeben. Die PP der Frühjahrsbrut von Laibach manchmal mit großen gelben Flecken. (Übergänge zur Stammform?) 88. megera L. Überall an sonnigen, steinigen Stellen. Mai (bei Wippach bereits Anfang April) bis Ende August und vereinzelt wieder im Oktober (drei Generationen). 89. h i er a F. Bei Stein (Doli.); Črna Prst, 29. Juni, zirka 1200 m, abgeflogen (Hafn.); ebenda, 23. Juli (Penth); Mojstrovka, 3. Juli, Kottal, 5. Juli (Schwing.); Senožeče am Karst (M. H.). 90. maera L. An Waldrändern, sonnigen Abhängen, steinigen Wegen usw. Rašica bei Tersein, Hl. Dreifaltigkeit bei Domžale, Feistrißtal bei Stein, Wocheiner See (Hafn.); Triglavgebiet (Galv.); Komarča (Penth.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Feistenberg, Rudolf s wert, St. Anna bei Preserje, Adelsberg (Hafn.); Wippach. Nicht selten, bei Wippach häufig. In der zweiten Maihälfte und bis Ende Juni, dann wieder Ende Juli, August. Die Falter der zweiten Generation bedeutend kleiner. Im oberen Savetale und im Triglavgebiet erscheint die Art später und fliegt wahrscheinlich nur in einer Generation. Übergänge zu v. ad ras t a Hb. unter den Sommertieren überall. a) v. adrasta Hb. In der Umgebung von Wippach ziemlich häufig. Die Stücke beider Generationen gehören größtenteils dieser Form an. 91. achine Scop. In lichten Waldungen. Fundorte: Golovec bei Laibach, Großkahlenberg, Zwischenwässern, Weißenfelser Seen, Feistrißtal bei Stein (Hafn.); Ratschach in Unterkrain (M. H.); Tisovec im Gorjancigebiet (Hafn.); Pogorelec bei Unterthurn nädist Töpliß (Buč.); Trauerberg bei Preserje, Loitsch, Sovič bei Adelsberg (Hafn.); Idria (Scop.). Von Mitte Juni bis Mitte Juli, nicht selten. Aphantopus Wallgr. 92. h y per an t us L. An Waldrändern um Gebüsch fliegend. Golovec bei Laibach (hinter Kroiseneck), Preska (Hafn.); Lancovo bei Radmannsdorf, 3. August (M.); Triglavgebiet (Galv.); Wocheiner Freistriß und Kronau (Ing. Kaufe); Feistenberg (Hafn.); Pogorelec bei Unterthurn nächst Töplife (Buč.); Zoll ob Wippach und auf den Wiesen des Kouk (Mn.). Ende Juni bis Anfang August. Epinephele Hb. 93. jurtina L. Überall gemein, von Ende Mai bis September, einzelne abgeflogene Stücke noch im Oktober. Partiell albinistische Exemplare (ab. sem i a Iba Bruand) nicht gerade selten. Ein vollständig albinotisehes p wurde in Tisovec (Gorjancigebiet) am 26. Juli 1898 gefangen (Hafn.). Übergänge zu v. hispulla Hb. nicht selten. 94. lycaon Rott. Črna Prst, 2. bis 7. August (Penth.); Wocheiner See, 8. Juli (Hafn.); Hutweiden bei Mojstrana, Ende Juli (Galv.); Sovič bei Adelsberg, 7. August ein P (Hafn.); ebenda, 20. August (Preiss.); auf dem Nanos und an dessen Abhängen bei Gradišče und ob Wippach, häufig. Anfang Juli bis gegen Mitte August. Die P P erscheinen etwa 10 Tage später als die ÖÖ- 95. tithonus L. Bei Feistenberg und Rudolfswert, auf dem Sovič bei Adelsberg (Hafn.); in der Umgebung von Wippach. Fliegt um Hecken und Gebüsche. Ziemlich häufig. Ende Juli, August. Die PP, die um zirka 10 Tage später erscheinen als die ÖÖ, noch Anfang September. 96. i da Esp. Diese südeuropäische Art wird in mehreren entomologischen Werken als in Krain vorkommend angeführt. Die Richtigkeit dieser Angaben vorausgesefet, müßte das Tier bei Wippach fliegen. Ich habe jedodi bei meinen wiederholten Exkursionen nach Wippach die Art dort nie angetroffen. Auch andere mir bekannte Sammler haben den Falter bei Wippadi nidit gefangen. Ob es sich nicht um eine Verwechslung mit tithonus L. handelt? Coenonympha Hb. 97. oedippus F. Auf Moorwiesen (Laibacher Moor), im Grase, stellenweise nicht selten, so z. B. auf einer Wiese zwischen der Haltestelle Preserje und dem Dorfe Podpeč. Auch bei Laibach (Wiesen gegen Waitsch zu), bei Außergoriß und bei Škofljica beobachtet. Grofje Stücke, ein P von 41 mm Expansion (nach Rühl-Heyne äußerst 37 mm). Dieses Stück (vom 4. Juli 1902) trägt auch auf der Oberseite vor dem Saum Augen, und zwar auf den Vorderflügeln zwei blinde, auf den Hinterflügeln vier Augen, von denen die mittleren zwei mit weißer Pupille versehen sind. Ende Juni bis über Mitte Juli. 98. i p h i s Schiff. In der Umgebung von Laibadi auf Wiesen, von Mitte Mai bis Mitte Juni und wieder im August, nicht häufig. Črna Prst, Untere Alm, 800 m, 28. Juni (Dob.); auf dem Nanos sehr häufig, im Juli (Hafn., M. H.). 99. arcania L. In Waldlichtungen, an Waldrändern, um Hecken und Gebüsche. Juni und Juli, häufig. In höheren Regionen kommen nachstehende Formen vor: a) v. imsubrica Frey. Kottal, 850 m, und bei Lengenfeld, zirka 1100 m, Oberseite sehr dunkel mit tief rotgelbem Diskus der Vorderflügel, (5 (Galv.); Weg zum Velo polje, 27. Juni (Flschm., Schwing.); Pišnicatal, 3. Juli (Schwing.). b) v. philea Frr. Črna prst, 1400 m, 28. und 29. Juni (Hafn.); ebenda, 18. Juli bis 7. August (Penth.). c) v. satyrion Esp. Mojstrovka und Prisang, 9. und 10. Juli (Schwing.). 100. pamphilus L. Aufwiesen überall häufig. Mai bis September. Ein albinistisches Stück wurde bei Laibach am 10. Juni 1899 gefangen (M. H.). a) ab. m a r g i n a t a Rühl. Nur Übergänge. In der Umgebung von Wippach nicht selten. Libytheidae Libythea F. 101. cel tis Laicharting Fuessl. In Wippach und in der Umgebung sowie an den Abhängen des Nanos; auch bei Slap ob Wippach. Von Mitte bis gegen Ende Juni häufig, im Juli spärlich. Im Jahre 1908 habe ich das Tier auch in der Zeit vom 9. bis 11. August in Anzahl angetroffen, ebenso auf dem Nanos (11. August) in frischen Stücken in Menge beobachtet, bezw. gefangen. Das Tier tritt Ende August und Anfang September (8. September 1907, Gradišče und bei Görz, Hafn.) in einer kleineren Form abermals auf. Zweite Generation oder Spätlinge? Die Art überwintert und kommt im März wieder zum Vorschein. Die Begattung dürfte (wie bei den Vanessen) nach der Überwinterung stattfinden. Ccltis ist im Jahre 1908 plößlich bei Laibach aufgetreten (wurde früher hier nicht beobachtet).. Ich sah je ein Stück am 20. Juni und am 30. August. Herr Dobovšek fing Ende Juni zwei Stücke. Auf St. Katharina erbeutete ich am 22. Juni 1909 ein befinden sollen, vgl. mein Feuilleton „Das Geheimnis der Belšica. Aus j der archäologischen Sagenwelt" in der Laib. Ztg. vom 1. August 1908 Nr. 175. In eckigen Klammern erscheinen die Inventarnummern des Landesmuseums in Laibach. 2. Cepno bei Košana (Gerichtsbezirk Adelsberg) Kleines Flachbeil [6275], Griffbahn konkav, die Klinge an den Seiten abgeschrägt, nach der Schneide hin sich verbreiternd; Länge 6 cm, untere Breite 3' 3 cm, obere Breite 2 cm. Tüllenbeil [4957] mit (abgebrochener) Öse (Abb. 2), ausladenden Schmalseiten und flach bogenförmiger Schneide. Als Abschluß der Verzierung der Tülle eine ausgeprägte Rast; unter dem Randwulste ist ein Loch durchgeschlagen; Länge 12'4 cm. 3. Crmošnjice bei Rudolfswert Anfang Juni des Jahres 1908 stieß zufällig ein Bauer in Crmošnjice auf seinem am Bergabhange liegenden Acker in der Tiefe von einem halben Meter auf einen gemischten Depotfund (Gewicht 12 kg), in dem folgende Gegenstände enthalten waren: Beil [6397] mit mittelständigen Lappen und starker Rast (Abb. 3), Griffbahn gerade, Schmalseiten geschweift, die Schneide bogenförmig; Länge 17'2 cm. Bruchstück (Mittelteil mit den Lappen) eines Beiles [6398] mit mittelständigen starken Lappen. Beim Gusse verdorbenes Tüllenbeil [6396] mit Öhr und vertieften Dreieckverzierungen; Länge 10'6 cm. Bruchstücke von zwei Tüllenbeilen [6394 und 6395], unterer Teil mit flachbogenförmiger Schneide. Bruchstück eines Tüllenmeißels [6402] mit vierkantigem Körper (Abb. 4); Länge 8 '8 cm. Bruchstück eines Tüllenmeißels [6403], am Beginn des Körpers abgebrochen; Länge 5' 5 cm. Tüllenbeil ungarischer Form mit Öse (Abb. 5);1 Länge 11* 3 cm. Griff eines Dolches [6400] mit fünf Nietlöchern, Bruchstück. Griff eines Dolches [6401] mit zwei Nietlöchern, Bruchstück. Schilfblattförmige Lanzenspiße [6399] mit beiderseitigen vertieften Hinnen am Blatte und zwei Schaftlöthern (Taf. III Fig. 3); Länge 19'5 cm. Bruchstück eines Helmes [6456], unterer Rand und Ansaß der Helmkappe; der untere Rand graviert mit fiederförmigen Strichreihen, der Ansaß der Helmkappe verziert mit zwei Buckelreihen in getriebener Arbeit. Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 1 Ein gleiches Beil bei Pulszky, Die Kupferzeit in Ungarn S. 31 Fig. 4. Offener Armring, gegen die Endspihen zu sich verjüngend, verziert mit kreuzweise gestellten Strichen und Rillenreihen (Taf. IV Fig. 9);1 Durchmesser 7' 7 cm. Vierfach gewundener Ring, mit einem kleinen kantigen Ring (von rhombischem Durchschnitt) als Anhängsel (Abb. 6). 2 Vj Windungen des Ringes sind glatt und (dreieckig) kantig, der übrige Teil ist gedreht und geht am Ende in eine offene cc Öse aus. -ß Bruchstück eines großen kantigen Ringes < (von rhombischem Durchschnitt [6457]), dessen äußerer Durchmesser ungefähr 17 cm betrug (Abb. 10). CBeschädigter offener Armring [6458], glatt, rund; Dm. 7X8 cm. Flacher, runder, glatter Armring [6459] mit schmäler werdenden, übereinander greifenden j£ Enden; Dm. 7"5x8 cm. 5 Flacher, runder, glatter, doppeltgewundener Ring [6460]; Dm. 8 cm (Abb. 8). Glatter, kantiger Ring (von ^^^^^ rhombischemDurchschnitt[6461]), er f A doppelt gewunden. • 1 OOffener Ring [6462], glatt, " kantig; Dm. 5"5 cm. Beschädigt. S Offener Ring [6463], glatt, kantig, mit übereinander greifenden, dünneren Enden; Dm. 3"7 cm. Kleiner, kantiger, glatter Ring mit übereinander er greifenden, dünneren Enden; Dm. 2'5x2'9 cm. 13 Stücke Bronzekuchen verschiedener Größe und o Gewichts. Allen anderen Gegenständen stehen jedoch die Sicheln mit ihrer Anzahl weit voran. Der Depotfund enthält 28 ganze Sicheln, 18 Bruchstücke, die aus Griffende und Sichelbahn bestehen, und 8 Bruchstücke von Sichelspißen. Ich lege der Klassifikation der Sicheln das Schema zugrunde, das Hubert Schmidt in seinem erschöpfenden Vortrage „Der Bronzesichelfund von Oberthau, Kr. Merseburg" in der Berliner Zeitschrift für Ethnologie 1904 S. 416 f. aufgestellt hat. H. Schmidt unterscheidet nach der Art des Griffes und 1 Ähnliche Verzierung am Armringe Fig. 71 in Seger, Depotfunde aus der Bronze- und Hallstattzeit in den Beiträgen zur Urgeschichte Schlesiens III S. 38, am Ringe Fig. 51 in Bezzenberger, Analysen vor-gesch. Bronzen Ostpreußens S. 52 und am Bruchstücke des Armringes von Velika Gorica in Kroatien in Hoffilier, Staro groblje u Velikoj Gorici im Vjesnik hrv. arh. dr. X 124 Fig. 10. seiner Befestigung vier Typen, die wieder in Unterabteilungen zerfallen. Die Sicheln des Depotfundes von Crmošnjice, wie auch sämtliche in Krain gefundenen Sicheln der Bronzezeit, gehören dem Typus I, den Sicheln, mit langem, schräg oder vertikal ablaufendem Griffende an. Bei diesem Typus hebt sich die Sichelform mit mehr oder weniger senkrecht abfallendem, abgeseßtem Griffende (Variation a) deutlich gegen eine mehr halbkreisartige Form ab, bei der Schneide und Griffende ineinander übergehen (Variation b). Die Variation a wurde von H. Schmidt, da sie hauptsächlich in den Terramaren und Pfahlbauten Oberitaliens vorkommt, nach dem Hauptfundorte Peschierasichel genannt, während die Variation b eine in den Schweizer Pfahlbauten vorherrschende Form repräsentiert. Dem Typus der Peschierasichel gehören aus dem Funde von Crmošnjice 18 ganze Sicheln und 9 Bruchstücke derselben an, die aus dem Griffende und Stücken der Schneide bestehen (Taf. II Fig. 2, 3, 5, 7, 10, 11, 12, 17, 19, 20, 22, 24, 25), auf den Typus der Schweizer Pfahlbauten entfallen 13 ganze Sicheln und 6 Bruchstücke (Taf. II Fig. 4, 9, 13, 15, 26, 27, 28). Die Sicheln haben in der Regel rechts am äußeren Rande, an der Stelle, wo der Griff in die Bahn übergeht, einen eckigen Ansaß, der jedenfalls zur besseren Befestigung des Holzgriffes diente. Die Klinge der Sidiel wird durch eine oder zwei Längsrippen verstärkt, die sich am Griffende teilen und dasselbe, besonders am inneren Rande, verstärken. Manchmal besteht die Verstärkung der Klinge nur aus einer dadiförmigen Verdickung des Rückens, die sich dann am Griffende in Rippen gabelt, weldie durch derbere Kerben oder feinere Strichelungen gegliedert werden, um den Widerstand bei der Verzapfung im Holzgriff zu erhöhen (vgl. auch a. a. O. S. 421). Bei einigen Sicheln ist der auf der Höhe der Sichelwölbung am Außenrande befindliche Gußzapfen noch vorhanden (6424, Abb. Taf. II Fig. 22), bei der Mehrzahl jedoch abgebrochen. Die Spißen der Sicheln sind nach unten gebogen, mit einer einzigen Ausnahme bei der Sichel 6425 (Taf. II Fig. 21), deren Spiße leicht nach aufwärts gewendet ist. Sichel 6413 hat ein Loch im Griffende (Taf. II Fig. 23), wurde also mit einem Nagel im Griffe befestigt, und Sichel 6424, deren Klingenspiße gleichsam ausgefressen erscheint, hatte zur Versicherung im Griffe eine Griffangel, die sonst bei den Sicheln in Krain fehlt. Zwei Sicheln des Depotfundes weisen Gußmarken auf, Sichel 6421 einen Dreistridi ^ (Taf. II Fig. 1), Sichel 6420 ein quergestelltes Kreuz X (Taf. II Fig. 17). Nach IL Schmidt (a. a. O. S. 426 f.) dienten sie weniger als Fabrikmarken als zur Verstärkung des Griffendes; es ist auch nicht aus-gcsdilossen, daß sie nur ein Ornament bildeten. 4. Drnovo bei Gurkt'eld Schilfblattförmiges Kurzschwert [8333]; die dreieckigen Ausladungen zu beiden Seiten des Griffes verleihen dem Schwerte die bei den Stoßwaffen häufige kreuzförmige Form (Abb. 21). Am Griffe und an den Ausweitungen vier Nietlöcher; Länge 48'3 cm. Gefunden in der Nähe von Drnovo. 5. Gornji Log bei Littai Gemischter Depotfund aus dem Jahre 1840: Blattförmige Lanzenspiße [3337]; Länge 10 cm (Taf. III Fig. 9). Schilfblattförmige Lanzenspiße [3336] mit geschweiften Verstärkungsrippen; Länge 20'8 cm (Taf. III Fig. 1). Lappenbeil [3338] mit mittelständigen Lappen, italischem Ausschnitt, Rast, geschweiften Schmalseiten und flach bogenförmiger Schneide (Abb. 11); Länge 15'5 cm. Tüllenbeil [3440] ohne Öse, mit ausladenden Seiten, verziert und fein ausziseliert, an der Schneide Spuren des Gebrauches (Abb. 12); Länge 16'5 cm. Tüllenbeil [3339] mit Öse, verziert, mit ausladenden Seiten (Abb. 13); Länge 9'2 cm. Sichel [3341], Typus I b, das Griffende mit Abb. 11 Abb. 12 Kerben verziert. 6. Jurkendorf (Jurkavas) bei Rudolfswert Im Walde Osredek bei Jurkendorf fanden Bauern im Jahre 1868 einen gemischten Depotfund, den Gutsbesißer V. Langer an das Landesmuseum schickte. ITüllenbeil [3368] mit abgebrochener Öse, mit einfacher Dreiecksverzierung, schwach geschweiften Seiten und bogenförmiger Schneide. Unterhalb der Öse zwei gegenständige Löcher, die man nach dem Verluste der Öse durchgeschlagen hatte, um das Beil am Schafte mit einem Stift befestigen zu können. Ein kleines Loch unter dem Wulste dürfte ein Gußfehler sein. Länge 12 cm. Abb. 13 Ebensolches Tüllenbeil [3369], beschädigt, ebenfalls mit zwei Löchern unter der Öse; Länge 12"4 cm. Obere Hälfte eines Tüllenbeiles mit Öse [3370], verziert mit der üblichen Dreiecksverzierung, unter dem Randwulste ein größeres und ein kleineres Loch (Gußfehler); jeßige Länge 8'3 cm. • «ž5 S*'-'«** Zweischneidiges Rasiermesser [3371], inwendig durchbrochen, mit durchbrochenem Griff, schartig und ■L^^^^R^^ besdiädigt (Abb. 14); Länge 7'7 cm, Breite 5'3 cm. mk K " Bügel einer einfachen Bogenfibel [3378]; Spann- W weite 8 cm. Abb 14 Armring mit abgerundeten Kanten [3379], Enden abgebrochen (Abb. 9); Dm. 8 cm. Kantiger Armring [3380], verbogen. Bruchstück eines Schwertes [3374] mit schmaler, scharf abgeseßter Rinne an der Schneide; Länge 12 cm. Abgebrochener Griff eines Schwertes 13375] mit zwei Nietlöchern und einer Griffniete; Länge 9 cm. Bruchstück eines dreiflügeligen Speeres [3373]; Länge 11 '7 cm (Taf. III Fig. 23). Sichel [3377] mit einer Längsrippe, Typus Ia. Sichel [3365] mit zwei schmalen Längsrippen knapp unter der Sichelwölbung und vier schmalen Längsrippen am Griff ende (Taf. II Fig. 14), Typus Ia. Sichel [3367] mit einer Mittelrippe; die Randverstärkung und die Mittelrippe des Griffendes sind mit Kerben verziert (Taf. II Fig. 6), Typus Ia. Sichel [3364], ohne Längsrippe, mit kurzen Querrippen am oberen Ende der Griffbahn, die wahrscheinlich nur dekorative Bedeutung haben, aber auch als Gufjmarke gedeutet werden könnten (Taf. II Fig. 18), Typus Ib. Sichel [3366] ohne Längsrippe, Typus I b. Doppelarmiger Streithammer ungarischer Form [3372], Bruchstück (Abb. 15).1 Kleinere Bruchstücke aus dem Depotfunde: Sichelgriff, Typus I a; 3 Bruchstücke von Sichelgriffen, 6 Bruchstücke von Sichelklingen. - Bruchstück der Tülle eines Tüllenbeiles mit Öse. Bruchstück der Tülle eines Tüllenmeißels (ähnlich jenem von Crmošnjice). — Bruchstück einer Lanzenspiße, Tülle beim Blattansaß abgebrochen; in den Tüllenlöchern steckt noch ein Bronzestift, der an einem Ende zu einer Abb. 15 offenen Öse umgerollt ist. — Bruchstück des Griffes eines Dolches mit zwei Nietlöchern. Zwei Bruchstücke einer Dolchklinge. — 16 Bruchstüdte eines zylindrischen Gefäßes (Ciste ?), die mit konzentrischen Kreisen und zwei getriebenen Buckelreihen verziert war; auch der Boden war mit (wahrscheinlich drei) vertieften konzentrischen Kreisen geschmückt. Der Randreifen ist mit einem vierkantigen Bronzestäbchen verstärkt. — Bruchstück eines starken Bronzebleches mit Löchern am oberen Rande; Zweck unbestimmbar. — Brudistück eines gebogenen zylindrischen Gegenstandes (Taf. IV Fig. 8), eng mit erhabenen Reifen verziert (Armband ?). - Bruchstück eines schmalen konkaven, ziemlich dicken Bleches. — Flachrunder, gebrochener Ring (Gürtelring?). Bruchstück eines flachen, kantigen (im Durchschnitt rhom-bischen) Ringes. Brudistück eines eng torquicrten Ringes. — 2 Brudistücke eines flachen, gleichmäßig dicken Gegenstandes mit Löchern. — 2 Bruchstücke eines messerähnlichen, jedoch gleichmäßig dicken Gegenstandes. — Gußklumpen [3386], in Form eines Flachbeiles. Gußklumpen [3382, 3383, 3384, 3385 a und b), teils Bronze, teils Schlacke, abgehackt oder mit Beilhieben bearbeitet. — 6 verschiedene Bronzegußklümpdien, eines rund wie ein kleines Steinchen. 7. Das Laibacher Moor Die ältesten bisher bekannten Ansiedlungcn der Menschen in Krain befanden sich am Laibacher Moor. Der jüngeren und jüngsten Steinzeit angehörig, scheinen die Pfahlbauten am Beginne der Bronzezeit noch ' Vgl. dazu zahlreiche Abb. in Hampel, Altertümer der Bronzezeit in Ungarn I. Bd. bevölkert gewesen zu sein. Der Pfahlbau von Notranje gorice ist — nach den Funden zu urteilen — der älteste,1 da in ihm bisher nur altertümliche Gefäße und keine Bronze gefunden wurden. Die größte erforschte Ansiedlung, aus mehreren Hütten bestehend, stand auf Pfählen bei Brunndorf, bekannt durch ihren Reichtum an reichverzierter Ornamentik.3 In ihr wurden auch Bronzegegenstände und Gußformen zutage gefördert. Der dritte Pfahlbau stand südlich von Laibach und erstreckte sich vom Beginne des Gruberkanals zum Kleingraben und gegen Tirnau hin. An dieser Strecke des Laibachflusses wurden im Jahre 1840 bei Vertiefung des Flußbettes die meisten Gegenstände aus Bronze gefunden. Es war überhaupt die Umgebung des Laibacher Moores sehr begangen, wie Einzelfunde aus den verschiedenen Orten derselben beweisen. a. Brunndorf Brunndorf ist der Hauptfundort von Bronzegegenständen. An den Bronzeobjekten von Brunndorf hat sich keine Patina angelegt, da die im Moorboden vorhandene Humussäure die Patinabildung verhindert hat. Dolch mit blattförmiger Klinge [4793], am Griffe mit sechs Nietnägeln beseßt, die Klinge graviert (Abb. 22 und Taf. IV Fig. 6 und 6 a);3 Länge 21 cm. Nach der Stärke der Nieten betrug die Dicke des Griffes 1 cm. Schilfblattförmiger Dolch [4792], beiderseits mit zwei vertieften geschwungenen Linien verziert, am Griffe fünf Nietlöcher (Abb. 17); Länge 36'5 cm. Blattförmige Lanzenspiße [4777] mit abgerundeter Spiße, wenig erhabener Mittelrippe und Dorn (Taf. III Fig. 16); Länge 13'5 cm. Lanzenspiße [4778] wie früher, nur mit längerem Dorn (Taf. III Fig. 17); Länge 13'5 cm. Lanzenspiße [4779] wie früher, nur ohne Dorn, dafür ist das untere Ende der Mittelrippe 3 cm lang flach gehämmert, um die Lanze sicherer im Spalt des Lanzenschaftes befestigen zu können (Taf. III Fig. 19); Länge 9'8 cm. 1 Carniola 1908 S. 3 und 1909 S. 3. 5 Da auf die neolithischen Pfahlbauten des Laibacher Moores hier nicht näher eingegangen werden kann, sei an dieser Stelle nur auf die einschlägige Literatur verwiesen: Sacken, Der Pfahlbau im Laibacher Moore in den Mitt. der k. k. Zentralkom. 1876 S. 24; Deschmann, Bericht über die Pfahlbau-Aufdeckungen im Laibacher Moore im J. 1876 in den Sißungs-berichten der k. k. Akad., phil.-bist. Klasse 1877 S. 471 ; Deschmann, Uber die vorjährigen Funde im Laibacher Pfahlbau in den Mitt. der anthropol. Ges. in Wien 1878 S. A.; Müllncr, Pfahlbaufunde bei Laibach, Argo I 1892 Sp. 17. K. Schumacher, Neolitische Tongefäße des Schussenrieder, Mondsee- und Laibacher Typus in den Altertümern unserer heidnischen Vorzeit V. Bd. S. 204. * Abgebildet in Montelius, Chronologie der ältesten Bronzezeit S. 130 Fig. 218 und Montelius, Die älteren Kulturperioden I S. 35 Fig. 85. Flache blattförmige Lanzenspiße [4780] mit Dorn, ohne Mittelrippe (Taf. III Fig. 18); Länge 13 cm. Lanzenspiße [4781] mit Dorn, an der flach abgerundeten Spiße die größte Breite (Taf. III Fig. 20); Länge IT5 cm. Abb. 23 Abb. 18 Abb. 19 Lanzenspißen [4782 und 4783] wie früher (Taf. III Fig. 21 und 22); Länge 7 und 4 cm. 4783 etwas beschädigt. Flachbeil [4776] mit gerader Bahn, gestreckten Seiten und fast geradliniger Schneide (Abb. 23); Länge 9'2 cm, obere Breite 3'6 cm, untere Breite 6'7 cm; Gewicht 260"4 g. Pfriemen [4784 bis 4788], spiß, vierkantig (Abb. 24 bis 28); Länge 125, 9'5, 108, 75, 108 cm. Bronzenadel [4789] mit konischem Knopfe, etwas gebogen (Taf. IV Fig. 2); Länge 15'5 cm. Einfache glatte Nadel [4790], etwas gebogen (Taf. IV Fig. 3); Länge 18 5 cm. Gegliederte Nadel [4791] mit drei runden Köpfen, von denen einer kleiner ist als die anderen, und einem konischen Gliede in der Mitte (Taf. IV Fig. 1); Länge 16 cm. Offenes Armband [4774], 8 bis 9 mm breit, mit schmalen, nach innen umgebogenen Enden. Offenes Armband [4775], 4 mm breit, mit nach innen umgebogenen Enden. Der Pfahlbau von Brunndorf ist jedoch nicht allein wegen der Funde von Bronzegegenständen bemerkenswert, die seinen Bestand noch in der beginnenden ältesten Bronzezeit gewährleisten, es haben sich unter der Tonware des Pfahlbaues auch Gufjgeräte gefunden und darunter auch Formen, in denen Abb. 24 bis 28 Gegenstände gegossen worden sind, die man bisher in Krain noch nicht gefunden hat. Da die Gußformen von Brunndorf bisher keine eingehendere Erörterung erfahren haben, gebe ich im nachfolgenden eine genaue Beschreibung der in Einzelheiten voneinander sich unterscheidenden Gefäße.1 Es sind durchwegs einteilige Gußformen, bei denen die Stiftlöcher fehlen, welche beim Guß in einer zweiteiligen Form, beim sogenannten Kastenguß, zur Verbindung der beiden Teilformen dienten, wie sie beim Guß von Lappen- und Tüllenbeilen, Messern, Dolchen und Schmuckgegenständen üblich waren.''' Bei diesen einteiligen Gußformen wendete man den offenen Herdguß an. Im Schmelztiegel oder Schmelzlöffel wurde die Bronze flüssig gemacht und dann in die Form gegossen. Bei diesem Gußverfahren wurde nur eine Seite des Bronzegegenstandes so geformt, wie sie in der Wirklichkeit aussah, die unfertige Oberseite mußte erst durch Hämmern und Aus-ziselieren du" richtige Form erhalten. Das war besonders bei Flachbeilen nötig, während die Rück- oder Unterseiten der Sicheln immer flach sind, die Arbeit nach dem Gusse bei den Sicheln sich daher nur auf Entfernung des Gußzapfens und Schärfung der Klinge beschränkte." 1 Ich habe in dieser Arbeit nur die im Laibacher Museum befindlichen Gußformen berücksichtigt. Gußformen von Brunndorf werden außerdem noch im k. k. naturhistorischen llofmuseum in Wien und im Landesmuseum Joanneuni in Graz aufbewahrt. 2 Abbildungen solcher Gußformen in Forrer, Urgeschichte des Europäers, Taf. 123 und 124 und Montelius, La Civilisation primitive cn Italic I Taf. II, X, XIV, XVIII und XIX. 3 Vgl. darüber H. Schmidt a. a. O. S. 423 f. In großer Mehrzahl sind die Formen aus dem Brunndorfer Pfahlbau Doppelgußformen, indem noch die Unterseite zu einer Gußform verwendet worden ist. Gewöhnlich sind sie viereckig und aus grauem reinen Ton, der durch die Hiße schwarz gefärbt und manchmal fast ziegelrot gebrannt ist. Die Reinheit des Tones, der in der Regel fast gar keine Sandbeimischung Abb. 29 Abb. 33 Abb. 35 Abb. 30 Abb. 31 Abb. 32 Abb. 34 Abb. 36 zeigt, führe idi nicht auf Reinigung und Sdilämmung desselben zurück, da sich in der Umgebung des Laibacher Moores reiner Lehm vorfindet. Die Feinheit des Tones hängt daher von der sorgfältigeren Auswahl desselben ab. Die Gefäße sind mit der Hand geformt, an der Sonne getrocknet und durch die beim Guß entwickelte Hiße mitgebrannt worden. Die Ausformung des Beiles wird mit Hilfe eines Stein- oder Bronzebeiles bewerkstelligt worden sein. Doppelgußform [1527] für zwei Flachbeile mit gestreckten Seiten und flacher Schneide, a) Länge des ersten Beiles 11 cm, obere Breite 4'5 cm, untere Breite 6'5 cm. b) Länge des zweiten Beiles 9'5 cm, obere Breite 4'3 cm, untere Breite 5'3 cm.1 Doppelgußform [1526] für zwei Flaehbeile mit gestreckten Seiten und flachbogenförmiger Schneide (Abb. 35). a) Länge 9'3 cm, obere Breite 4'8 cm, untere Breite 6 cm. b) Länge 8'3 cm, obere Breite 4 2, untere Breite 4'5 cm. Doppelgußform [1528] für zwei Flachbeile mit gestreckten Seiten, a) Länge 94 cm, obere Breite 4 3 cm, untere Breite 5"6 cm. b) Länge 8'5 cm, obere Breite 3'3 cm, untere Breite 4'5 cm. Die Gußform beschädigt, stark gebraucht und schwarz gebrannt. Der Ton mit feinem Quarzsand gemischt. 1 Die angeführten Maße sind nach den Gußformen genommen. Die Ausformung der einzelnen Gußformen zeigte, wie zweckmäßig die Modellierung der einen Seite vorgenommen worden ist und daß man dazu jedenfalls ein fertiges Beil verwendet haben muß. Doppelgußform [1525] für zwei Flachbeile, zum Teil zerstört, a) Länge 7 cm, obere Breite 43 cm, untere Breite 5'5 cm. b) Länge 7'5 cm, obere Breite 3"5 cm, untere Breite 4'6 cm. Der Ton mit sehr wenig Quarzsand gemischt. Einfache Gußform [1523] für ein Flachbeil mit gestreckten Seiten und flachbogenförmiger Schneide. Länge 7' 2 cm, obere Breite 3' 8 cm, untere Breite 4'8 cm. Beschädigt, vom Feuer rot gebrannt. Einfache Gugform [1522] für ein Flachbeil (Abb. 34). Länge 7"8 cm, obere Breite 3' 8 cm, untere Breite 5' 3 cm. Durch Gebrauch ziegelrot gebrannt. Bruchstück einer doppelten Gugform [1529] für zwei Flachbeile mit gestreckten Seiten, an den beiden Schmalseiten noch eine viereckige Gugform (Rinne 4 mm tief, 15 mm breit) für einen vierkantigen, gleich-mägig dicken Gegenstand. Von der Hige ziegelrot gebrannt. Bruchstück einer einfachen Gugform [1524] für ein Flaehbeil von viereckiger Gestalt und fast geraden Seiten. Bruchstück einer Doppelgugform [1530] für zwei Flachbeile mit schmaler, runder Griffbahn. Der Ton ziemlich mit Quarzsand gemengt. Einfadie Gugform [1524 a] für ein Flachbeil mit schmaler konkaver Griffbahn, gestreckten Seiten und breiter bogenförmiger Schneide (Abb. 36). Länge des Beiles 7 cm, obere Breite 2'5 cm, untere Breite 5'5 cm. Eine zweite gleiche Gugform (Abb. 30) [1524b]. Länge 5'7 cm, obere Breite 2'7 cm, untere Breite 5'2 cm. Der Ton ziegelrot gebrannt. Bruchstück einer gleichen Gugform [5013], aus grauem, mit feinem Quarzsand gemengten Ton. Die Gußformen 1524 a und b, 5013 sind nicht viereckig wie die übrigen Formen, sondern haben eine in Umrissen dem Beile sidi nähernde Gestalt und einen Handgriff zum Halten. Halbe Gußform [1519] für eine Hacke. Länge 14'2 cm, Breite der flachbogenförmigen Schneide 5' 5 cm. Zu dieser (zweiteiligen) Gußform gehört das Bruchstück der zweiten Hälfte der Gußform [1521] vom Stiele der Hacke. Grauer, reiner Ton, der außen dunkelgrau erscheint, an der Innenseite aber infolge der Iiigeeinwirkung des Gusses hellgrau gebrannt ist. Halbe Gugform [1518] für eine Hacke (Abb. 33). Länge 13 cm, Breite der flachbogigen Schneide 6 cm. Der Ton durch Hiße rot gebrannt und klingend. Hacken dieser Art, von denen Gußformen aus dem Pfahlbau vorhanden sind, wurden bisher in Krain noch nicht gefunden, während sie in Slavonien und Ungarn häufig sind.1 Beschädigte halbe viereckige Gußforni [1520] für einen halbmondförmigen, flachrunden Gegenstand. 1 Vgl. die Abb. in Brunšmid, Nahodjaji bakrenoga doba iz Hrvatske i Slavonije im Vjesnik brv. arheol. društva 1902 S. 39, Pulszky, Die Kupferzeit in Ungarn S. 71 und Chantre, Age du bronze II S. 285 Fig. 86 und 87. Gußformen für Nadeln [100 bis 103, 1712 bis 1714] aus halbrundem Sandstein. Die Rinne halbrund, die Innenfläche der ebenfalls halbrunden Steine sorgfältig geglättet. Es wurden jedesmal zwei solche Steine aufeinander gelegt und mit Bast fest umwunden. Länge der Steine 13 cm (der Rinne 11" 3 cm) und 9' 3 cm. Außer den Gußformen fanden sich im Pfahlbau noch andere Gußgeräte, Schmelztiegel und Gußtrichter vor. Schmelztiegel [1510] aus reinem grauen Ton, von der Hiße rot gebrannt, innen schwarz von der Gußmasse, mit geringen Bronzespuren (Abb. 29). Ein breites, ovales Gefäß, dessen Höhe 9'5 cm, der Durchmesser 15 cm, die Stärke der Tiegelwand 11 mm beträgt. Am Griffe ist das Loch für den im Durchmesser 2 cm starken Holzstiel. Rand und Griff des Tiegels sind mit Kerbenreihen verziert; unter dem Griffe vier erhabene, divergierende Rippen mit Näpfchen (oder vertieften Kreisen) verziert. Kleiner Schmelztiegel [1517] aus stark mit Quarzsand gemengtem Ton. Höhe 5'5 cm, oberer Durchmesser 3'5 cm. Bruchstücke von Schmelztiegeln [1511 bis 1516], darunter eines aus grobem Ton. Gußtrichter [1531], konisch, an der Außenseite mit zahlreichen vertieften Punkten oder Näpfchen verziert, inwendig schwarz von der Gußmasse (Abb. 32); aus grauem reinen Ton; Länge 6'7 cm. Einfadier konischer Gußtriditer [1532], von der Hiße teilweise rot gebrannt (Abb. 31); Länge 7 cm. Konischer Gußtriditer [1534]; Länge 4'4 cm. Konischer Gußtriditer [1533], Bruchstück, an der Spiße etwas abgeflacht; Länge 4' 5 cm. Gußlöffel [1138] aus grobem, mit Quarzsand gemischtem Ton, rot gebrannt und innen von der Gußmasse dunkel gefärbt. Zur feineren Ausarbeitung und Ausziselierung der Bronzegeräte bediente man sich kleiner Amboße aus Sandstein. Sie sind viereckig, an den Ecken abgerundet. Der Unterteil ist zugespißt, damit der Amboß in der Holzunterlage besser saß. Die Höhe des kleineren Amboßes [98] ist 9'4 cm, des eigentlichen Körpers 53 cm, die Breiten der Schlagfläche 4'3 und 62 cm. Der größere Amboß [99] mißt in der Höhe 11 cm, die Höhe des Körpers beträgt 7 cm, jene der Spiße 4 cm. Die oberen Breiten des Steines messen 7x7 cm, der Schlagflädic 6x5 cm. Man bemerkt an ihnen noch Bronzespuren. b. Umgebung des Dorfes Brunndorf Tüllenbeil [4312] mit geraden Schmalseiten und Öse, unter dem Randwulste mit vier erhabenen Reifen verziert; Länge 17'5 cm. Blattförmige Lanzenspiße [5092] mit abgekanteter Mittelrippe (Taf. III Fig. 6); Länge 16 cm. c. St. Johann bei Tomišelj Heim Abbaue eines Steinbrudies in der Nähe der Kirche St. Johann fand man im Jahre 1905 zwei Meter tief in einer natürlichen Felsspalte, die im Laufe der Jahrhunderte mit Humus zugestopft worden war, zwei Lappenbeile, ein Tüllenbeil und eine viergliedrige Bronzekette, die von den Arbeitern im Erdreich verstampft wurde.1 Gedrungenes Lappenbeil [6338] mit mittelständigen Lappen (ihre Länge beträgt 6 cm, die Lappenhöhe 12 mm) und breitem italischen Ausschnitt (Abb. 38); Länge 20 cm, Gewicht 649 dkg. Schlankes Lappenbeil [6339] mit mittelständigen Lappen (ihre Länge beträgt 6 cm, die Lappenhöhe 11 mm) und breitem italischen Ausschnitt mit stark eingebogenen Ecken (Abb. 39); Länge 23 cm, Gewicht 600 dkg. Abb. 37 Abb. 38 Abb. 39 Tüllenbeil [6337] mit ausladenden Schmalseiten, bogenförmiger Schneide und gratförmiger Verzierung (Abb. 37); Länge 16 cm, Breite der Schneide 6 cm, Gewicht 470 dkg. d. Laibachfluß Blattförmige Lanze [3344], die Blätter mit je zwei Rippen verstärkt (Taf. III Fig. 8); Länge 20'2 cm. Die abgerundete Spiße wurde flach zugehämmert, wie aus den zahlreichen Hammerschlägen ersichtlich. Bei der Morastentsumpfung 1840 gefunden und vom Bürgermeister J. Hradeßky dem Museum übergeben. Schilfblattförmige Lanze [3346]; Länge 167 cm (Taf. III Fig. 13). Schmale schilfblattförmige Lanze [3345]; Länge 17'4 cm. Die Mittelrippe erhebt sich zu hoher, scharfer Schneide, wodurch die Spitje im Durchschnitte eine kreuzförmige Gestalt erhält und zu einem schmalen Spieß verlängert erscheint (Taf. III Fig. 2). Audi die Sdiafttülle ist verhältnismäßig schmal, 15 mm im Durehmesser enthaltend. Kurze blattförmige Lanzenspiße [3349]; Länge 10 "2 cm. Blattförmige Lanze [3347]; Länge 15'5 cm. Der untere Teil der Sdiafttülle ist mit zwei horizontalen Rillenrcihen verziert; am Beginne der Lappen eine aus vier Dreiecken bestehende beiderseitige Verzierung (Taf. III Fig. 12 und Taf. IV Fig. 7). 1 Vgl. darüber auch W. Šmid, Bronzebeile von St. Johann bei Tomišelj am Laibacher Moore in den Mitt. der k. k. Zentralkommission 1905 Sp. 277. Gedrungene schilfblattförmige Lanzenspitje [3348]; Länge 12'5 cm. Am unteren Ende der Schafttülle zwei Reihen von Dreiecken zwischen drei horizontalen Rillenreihen (Taf. III Fig. 15 und Taf. IV Fig. 11). In der Schafttülle verkohlte Überreste eines Schaftes aus Eschenholz. Flachbeil [6390] mit schwach geschweiften Schmalseiten und etwas vertiefter Griffbahn (Abb. 40). Eine Fläche der Klinge ist stärker gewölbt und zeigt deutliche Spuren zahlreicher Hammerschläge. Länge 9'4 cm, obere Breite 2'8 cm, untere Breite 6' 6 cm, Gewicht 220' 7 g. Gefunden an der Mündung des Abb. 40 Kleingrabens in den Laibachfluß. Zwei Lappenäxte [3351 und 3352] mit oberständigen Lappen, gerader Griffbahn, gestreckten Schmalseiten und flacher Schneide, mit merklicher Rast und Öhr (Abb. 41 und 42); Länge 19" 5 und 20'2 cm. Tüllenbeil mit Öse [3350], unter dem Randwulste ein Loch (Gußfehler); Länge 11'5 cm. Tüllenbeil mit Öse [5048], mit sehr breiter Schneide und abgesetjter Rast (Abb. 43); Länge 15'7 cm. Die Öse nicht ausgefeilt, an den Schmalseiten Gufjnähte, das Beil überhaupt noch nicht ziseliert. Ohne Patina. um Abb. 41 Abb. 42 Abb. 43 Abb. 44 Abb. 45 Abb. 46 Geschwungenes Messer [3354] mit durchbrochenem Griff, Spitje abgebrochen (Taf. III Fig. 27); Länge 153 cm. Geschwungenes Messer [3353], die Klinge mit zwei parallel am Rücken und an der Schneide laufenden vertieften Linien verziert (Taf. III Fig. 24); Länge 26 cm, der 9 cm lange Griff mit fünf Nietlöchern versehen. Geschwungenes Messer [4333] mit starker Rüdten-wölbung (Taf. III Fig. 25); Länge 22' 2 cm, Grifflänge Aul) 47 Abb. 48 4'4 cm. Ohne Patina, mit schartiger Klinge. Gefunden im Zoisschen Graben in Laibach. Fischangel [3355] mit Widerhaken (.Abb. 17). Ohne Patina. l'iinilolii 11)1111 III H. IV 9 e. Lavrica Schilfblattförmiger Dolch [5045] mit vier Nietnägeln am Griffe, Griff und Klinge graviert, Griffdorn abgebrochen (Abb. 16 und Taf. IV Fig. 5 und 5 a) ;l Länge 29 cm. Ohne Patina. Gefunden am Moore bei Lavrica. f. Log Beil [6500] mit mittelständigen Lappen und abgerundetem italischen Ausschnitt (Abb. 48), die Schmalseiten schwach ausladend, die Schneide flach bogenförmig, das Klingenblatt in der Mitte etwas verdickt; Länge 11' 4 cm. g. Notranje gorice Schmale schilfblattförmige Lanze [5050], die hohe Mittelrippe bildet eine scharfkantige Schneide, Spiße abgebrochen (Taf. III Fig. 11); Länge 15'2 cm. h. Vnanje gorice und Umgebung Schilfblattförmiges Schwert [5044] mit vertiefter Rinne zu beiden Seiten der Schneide; an der dreieckigen Ausweitung des Griffes vier, an der Griffzunge vier Nietlöcher (Abb. 21). Die Griffzunge endet in zwei nach auswärts umgebogene Spitjen und einen mittleren Dorn. Länge 54 cm. Kleiner blattförmiger Dolch [5066] mit zwei Nietlöchern (Abb. 44; Länge 108 cm. Schmales Lappenbeil [5046] mit mittelständigen Lappen, geschweiften Seitenrändern, flachbogenförmiger Schneide, Rast und italischem Ausschnitt (Abb. 45); Länge 17 cm. Tüllenbeil mit Öse [5047], sehr breiter Schneide und abgesehter Rast (Abb. 46); Länge 13 "6 cm. Unziseliert. Tüllenbeil [6393 a] mit Verzierungen unter dem Randwulste und flachbogenförmiger Schneide; Länge 12'4 cm. Gefunden im Graben Drobetinka im Jahre 1907. Kopfnadel [5067] mit geschwollenem, rillenverziertem Hals (Taf. IV Fig. 4); Länge 17'5 cm. 8. Lipanica Alpe in der Wochein Bruchstück (Klingenende) eines Bronzedolches [6287]; Länge des Bruchstückes 10 cm, Breite 2 cm. Gefunden vor ungefähr 30 Jahren. (Vgl. darüber Müllner, Fund eines Bronzedolches in den Wocheiner Alpen, Argo III 120.) .9. St. Magdalcnenberg bei St. Marein Bronzedolch [2943] mit gerader, spife zulaufender Klinge und zwei Nietlöchern, die Griffzunge beschädigt; Länge 19'3 cm. Gefunden im Jahre 1880. 1 Ähnlich verzierter Dolch aus Norditalien in Montelius, Chronologie der ältesten Bronzezeit S. 129 Fig. 313 und Montelius, Die älteren Kulturperioden S. 34 Fig. 80. 10. Mala Bačna bei Zobelsberg Zwei Siehein [6343 und 6345], Typus Ia. Die Siehelwölbung, auf deren Höhe deutlich Ansagspuren des abgebrochenen Gußzapfens sichtbar sind, ist auger der dachförmigen Verdickung der oberen Wölbung noch mit einer Längsrippe verstärkt. Die Griffbahn hat zwei Längsrippen und ist sowohl am äugeren wie am inneren Rande verstärkt. Sichel [6342], Typus Ib. Die Längsrippe der Klinge geht in die Verdickung des inneren Griffrandes über; das mit einer Längsrippe verstärkte Griffende schliegt mit einer Gabelung ab. Sichel [6344], Typus Ib. Ungewöhnlich breite, nur durch die Verdickung des äugeren Randes verstärkte Sichelbahn, flacher halbrunder seitlicher Ansag. 11. St. Michael bei Hrenovice Vier kleine Bruchstücke roh bearbeiteter Bronze. Gefunden zusammen mit zwei Hornsteinkugeln im Jahre 1892 auf dem Grunde Gruden. 12. Mihovo bei St. Barthelmä Schilfblattförmiges Schwert [4370] mit vertiefter Rinne längs der Sdineide (Abb. 20). An der dreieckigen Ausweitung des Griffes zwei, an der Griffzunge vier Nietlöcher; Länge 58 cm. Gefunden im Jahre 1897. Einfaches, gedrungenes Tüllenbeil mit breiter, flachbogenförmiger Schneide und geschweiften Seiten. Im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. 13. Mladatice bei Nassenfuß Tüllenbeil mit Öse und breiter, flachbogenförmiger Schneide; die Verzierung ahmt die Lappen und die Rast nach. Im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. 14. Obla gorica am Vinji vrh bei Primskau Blattförmiges Kurzschwert [3332] mit schmaler, geradliniger Rinne an der Schneide; abgebrochen und beschädigt; Länge 28'5 cm. 15. Ödengraz (Pustigradec) bei Tschernembel Gedrungene blattförmige Lanzenspige [6497] mit zwei Schaftlöchern; Länge 14'2 cm. Gedrungene blattförmige Lanzenspige [6498] mit zwei Sdiaftlöehern (Taf. III Fig. 14); Länge 12'6 cm. Gefunden in der Ruine ödengraz mit einer Tonpyramide (Sudstein) und einem länglichrunden, durchbohrten und mit Spiralen verzierten Gegenstand aus Ton, der wahrscheinlich ein Anhängsel war (Taf. IV Fig. 12 und 12 a). In der Nähe der Ruine fand man beim Pflügen ein Armband aus Bronze mit Strichreihenverzierungen (Taf. IV Fig. 10).1 Das massive Armband ist an der Aufjenseite konkav gearbeitet; Dm. 10'8 cm. 16. Ostrog bei Landstraß Geschwungenes Messer [4479] mit angenietetem Griff aus Bronzedraht; abgebrochen (Taf. III Fig. 26); jefeige Länge 12 - 7 cm. Tüllenbeil [3392] mit abgebrochener Öse und breiter Schneide; Länge 10 cm. Als Ersah für die abgebrochene Öse wurde unter dem Randwulste ein Loch durchgeschlagen. 17. Perovo bei Großlupp Lappenbeil [3389] mit mittelständigen Lappen, deutlicher Rast und geschweiften Schmalseiten (Abb. 49); italischer Ausschnitt; Länge 16 cm. Beim Fällen eines Baumes im Walde unter den Wurzeln zum Vorschein gekommen. 18. Prestränek in Innerkrain Flachaxt von kurzer und breiter Gestalt mit fast parallelen geraden Seiten und flacher, wenig konkaver Schneide; Länge Abb. 49 7'2 cm, obere Breite 4'2 cm, untere Breite 4'7 cm; Gewicht 122 g. Form der ungarischen Flachäxte (vgl. dazu Abb. 5 in Lissauer, Erster Bericht über die Typenkarten, Zeitschrift für Ethnologie 1904 S. 540). Im Nationalmuseum zu Agram.3 19. Radmannsdorf Blattförmiges Kurzschwert [3334] mit abgesehter Schneide; am dreieckig erweiterten, beiderseits gekerbten Griff vier Nietlöcher; abgebrochen; jeteige Länge 38 cm (ursprüngliche ungefähr 43 cm). Gefunden am Zusammenflusse der Wodieiner und Wurzener Save. 20. Raunach bei St. Peter am Karste Abb. 50 Sichel [3356], Typus Ia, mit nur bis zur Hälfte der Sichelwölbung reichender Längsrippc und Kerbenverzierung des Griffendes (Taf. II Fig. 16). Geschenk des Museumskurators Grafen Fr. Hohen-warth im Jahre 1820. 1 Montelius, La Civilisation primitive I. bildet auf Taf. 32 Serie B Fig. 12 u. 13 ähnliche, nur reicher verzierte Armringe (aus Aosta) ab, bemerkt jedoch, daß sie in Italien gar nicht oder höchst selten sich vorfinden, in Frankreich und der Schweiz dagegen häufiger sind; vgl. dazu Heierli, Der Pfahlbau von Wollishofen in den Mitt. der antiquar. Ges. in Zürich 1886 Taf. IV und Keller, 7. Pfahlbaubericht, Zürich 1876 Taf. XIII Fig. 10. 2 Brunšmid a. a. O. S. 51. 21. Ruckenstein Lappenbeil [3342] mit mittelständigen Lappen, Rast, italischem Ausschnitt, geschweiften Schmalseiten und flacher Schneide (Abb. 50); Länge 19 cm. 22. Selo bei Schönberg nächst Treffen Kupferkuchen [3416]. 23. Statenberg bei Nassenfuß Lappenbeil mit mittelständigen, kleinen und schmalenLappen, Rast und schmaler Schneide. Die Schmalseiten unter den Lappen stark ausladend, die Griffbahn gerade. Im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. 24. Tschernembel Tüllenbeil [3343] ohne Öse, verziert mit der üblichen Dreiecksverzierung; an der Schneide Spuren des Gebrauches; Länge 16 cm. Gefunden beim Baue des Schulhauses im Jahre 1888. 25. St. Veit bei Laibach Schilfblattförmige Lanzenspige [6499] mit Verstärkungsrippen und kantiger Mittelrippe (Taf. III Fig. 10); Länge 13'3 cm. 26. Veldes Flachbeil mit breiter Schneide. Gleichmäßig breite Randaxt mit langen, schmalen Randleisten, abgerundetem italischen Ausschnitt und flachbogenförmiger Axtklinge. Lappenbeil mit mittelständigen Lappen; Griffbahn abgebrochen. Gedrungenes Lappenbeil mit mittelständigen Lappen und abgerundetem italischen Ausschnitt; Griffbahn beschädigt. Lappenbeil mit mittelständigen Lappen und flacher Schneide; Griffbahn abgebrochen. Bruchstück eines Tüllenbeiles (unterer Teil mit der Schneide). Sämtliche Äxte im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. Schilfblattförmige Lanze [6392] mit erhabener vierkantiger Mittelrippe (Taf. III Fig. 7); Länge 15'5 cm. Gefunden beim Ausheben des Grundes für den Neubau der Pfarrkirche in Veldes im Jahre 1906. Sichel [3357], Typus Ia. Sichel [3358], Typus Ib. Bruchstück einer Sichel, Typus Ib, Griffende mit Gabelung. Im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. 27. Veliki Koren bei Gurk Torquierter Halsring [3393], die Enden abgeschlagen (Abb. 7); Dm. 17 "5 cm. Der Halsring ist der Rest eines größeren gemischten Depotfundes. 28. Veliki Otok bei Adelsberg Vor mehr als 15 Jahren fand der Bauer Franz Geržina am Rande einer kleinen Doline zwischen Gestein unter dem Rasen dreizehn Bruchstücke von Bronzegegenständen (Gewicht 2' 78 kg). Es sind darunter drei nicht näher bestimmbare Bruchstücke von Äxten, vier Bruchstücke von Schmalseiten von Äxten verschiedener Größe und Dicke, das Bruchstück eines Mittelteiles und eines Unterteiles eines Beiles, das Bruchstück einer beim Schaftloche abgebrochenen Axt,1 deren Schneide ebenfalls abgebrochen ist, der untere Teil einer Axt, der auf beiden Enden glatt abgehauen ist, und das auf zwei Seiten abgehauene Bruchstück des Mittelteiles einer Axt mit dem entzweigeschnittenen Schaftloche. Alle Bruchstücke sind Teile von Äxten mit senkrechtem Schaftloch und in der Form einem Steinbeile (Hammerbeile) der jüngeren Steinzeit nachgebildet. Besonders bemerkenswert ist das größte Bruchstück, der Mittelteil einer Bronzeaxt. Die Enden der Bronzeaxt sind glatt abgehauen. Die Breitflächen der Axt sind uneben, nicht sorgfältig gegossen und es durchzieht eine Gußnaht die Mitte der Breitfläche. Das Schaftloch ist ausgegossen und durch einen erhöhten Kreis gekennzeichnet. Die Axt wurde daher in einer ausrangierten, gesprungenen Gußform gegossen, die schon oft gebraucht worden ist, wie der erhöhte Rand an der Stelle des Schaftloches beweist, der durch die infolge häufiger Verwendung des Schaftlochzapfens entstehende Vertiefung beim Gusse entstanden ist. Aus diesem unvollkommenen Gusse kann man folgern, daß Bronze nur deswegen in die verdorbene Gußform gegossen worden ist, um sie in Axtform leichter zu transportieren. Anstatt in Barren führte der Bronzehändler die Bronze in Beilform mit sich und verhandelte an die Käufer einzelne Bruchteile, die er mit einem scharfen Beilhieb abtrennte. Daß der Depotfund von Veliki Otok tatsächlich einen kleinen Vorrat des Bronzehändlers gebildet hat, ist auch aus den übrigen Stücken ersichtlich, die alle im Gusse wenig sorgfältig behandelt worden sind und aus Bruchstücken bestehen, die größtenteils glatt abgehauen sind. Auffällig ist der große Zinngehalt der Bruchstüdie; nadi der chemischen Analyse, die ich der Liebenswürdigkeit des Herrn Ing. ehem. J. Türk, Vorstandes der landwirtseh.-ehem. Versuchsstation verdanke, enthält das größte Bruchstück: 29. Verdiin bei Rudolfswert Tüllenbeil mit breiter Tülle und schmaler Schneide. Im k. k. natur-historisehen Hofmuseum in Wien. 1 Ein gleiches Bruchstück bei Zannoni, La Fonderia di Bologna Taf. XXV Fig. a. Kupfer (Cu)........... Zinn (Sn), einschließlich der in Salpetersäure 67•42 % unlöslichen Bestandteile Schwefel (S)..... Sonstiges...... 28-41 % 3 • 94 »/o — •23 % 30. Vinji vrh bei St. Margarethen bei Rudolfswert Zehn Bruchstücke (Griff und Teile der Klinge) eines Antennenschwertes [4568], eine Volute des Griffes abgebrochen (Abb. 51); der Griff verziert mit drei erhabenen Bändern, die Klinge mit schmalen, geraden, mit der Schneide parallelen Linien. 31. Weixelburg Schilfblattförmige Lanzenspige [3335], am Beginne des Blattes kleine Löcher, am Rande ein größeres Loch (Taf. III Fig. 4); Länge 23- 5 cm. 32. Zagorje Bei der Anlage eines Steinbruches im Jahre 1886 fand man mehrere Skelette mit Beigaben. Es ist hier das bisher einzige Gräberfeld aus der Bronzezeit konstatiert worden, das leider nicht wissenschaftlich untersucht worden ist. Die Fundstücke wurden verstreut und es können heute noch folgende festgestellt werden.1 Massives Lappenbeil [3363] mit starken mittelständigen Lappen, ohne Rast, mit kleinem italischen Ausschnitt und geschweiften Schmalseiten (Abb. 52); Länge 17'6 cm. An einem Lappen eine Gußmarke X. Oberteil eines Lappenbeiles [3361 a] mit italischem Ausschnitt (Abb. 53), Bruchstück. Unterer Teil eines Lappenbeiles [3361b] mit geschweiften Schmalseiten und flacher Schneide. Mittelteil eines Lappenbeiles mit starken mittelständigen Lappen und Rast. Im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. Schneide eines abgebrochenen kleinen Beiles. Im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien. Bruchstück einer Schwertklinge [3362]; Länge 3" 9 cm, Breite 3'5 cm. Sichel [3360], Typus Ia; die Griffbahn mit Kerben verziert. Sichel [3359], Typus Ib, mit leicht aufwärts gebogener Spiße; die Griffbahn mit Kerben verziert. Drei Bruchstücke einer Sichel, Typus Ia, mit Gabelung und Abb. 53 gelochtem Griff. Bruchstück einer Sichel, Griffbahn und Teil der Sichelbahn, Typus Ia. Im naturhistorischen Hofmuseum in Wien. Müllner verzeichnet noch das Fragment einer Sichel aus fast kupferroter Bronze und drei Bronzeäxte, die in den Besiß des Bergrates E. Riedl gelangt sind. Darunter war ein Lappenbeil, ein Tüllenbeil und eine Axt mit senkrechtem Stielloch für einen geraden Griff, ähnlich jener von Zemun bei Illyrisch Feistriß. 1 Vgl. darüber Müllner, Prähistorische Funde im Sagorer Tale, Argo III 219 f. Der Aufsaß blieb unvollendet. Die Gräber bargen außerdem an Funden ein Steinbeil mit Schaftloch aus grauem Sandstein, zwei Flachäxte aus Sandstein und das Bruchstück einer Flachaxt, das Bruchstück einer Axt mit Bohrloch aus Serpentin, zwei Steinkugeln, einen konischen Gegenstand aus Stein und eine durchbohrte Hirschgeweihzinke, die jedenfalls als Halsschmuck diente. 33. Zemun bei II lyrisch Feist ritz Axt mit transversalem Schaftloch [3391], Schneide abgebrochen, Gugzapfen noch vorhanden (Abb. 54); gegenwärtige Länge 10 '5 cm. Stark zinnhaltig. Ähnliche Äxte aus dem gemischten Depotfunde von Monte S. Marco bei Görz im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien und im Landesmuseum in Görz.1 34. Žlebic bei Reifnitz Bruchstück eines Kurzschwertes [4729], am Griffe vier Nietlödier, an der Griffzunge ein Nietloch; das Ende der Griffzunge nach beiden Seiten hornartig ausbiegend; Länge des Bruchstückes 17' 5 cm. Gefunden Abb. 54 'm Jahre 1896 vom Forstrat W. Putick beim Ausheben eines Entwässerungsgrabens am Feistrigbache in einem Hohlwege, 40 cm unter dem Rasen. (Vgl. dazu Argo VIII 167.) 35. Zwischen wässern Schmales Lappenbeil [3390] mit mittelständigen Lappen, wenig merkbarer Rast und geschweiften Schmalseiten, Griffbahn besdiädigt; jegige Länge 12' 5 cm. 36. Unbekannte Fundorte aus Krain Lappenbeil [3388] mit mittelständigen Lappen und scharf ausgeprägter Rast (Abb. 55); Länge 17 5 cm. Schilfblattförmige Lanzenspige [4959] mit hoher, kantiger Mittelrippe, die runde Schafttülle gekantet (Taf. III Fig. 5); Länge 21*7 cm. ' Ähnliche Äxte wurden in Monte Rovello (Allumiere) und Valentano, Provinz Rom, gefunden. Montelius, La civilisation primitive II. Italie Centrale, Planches, Taf. 121 Fig. 21 und Taf. 142 Fig. 14. Eine Anzahl solcher Äxte bildet auch Zannoni, La Fonderia di Bologna Tav. XXV Fig. 1-18 ab. Endergebnis Eine genauere chronologische Einteilung der Bronzezeit, die in Krain das zweite Jahrtausend v. Chr. umfafjt, in verschiedene Perioden, wie sie die nordischen Archäologen, vor allem Montelius, auf Grund reichen Materials für ihre Gebiete durchführen konnten, oder eine Einteilung in vier Stufen, wie sie Hoernes1 für Niederösterreich auf Grund von Gräberfunden versucht hat, ist für die Bronzezeit in Krain noch nicht möglich. Deswegen muß ich mich mit der alten Einteilung der ganzen Periode in eine ältere und jüngere Bronzezeit begnügen und als charakteristisches Kennzeichen der älteren Bronzezeit ihre Anlehnung an die Steinwerkzeuge der Neolithik bei ihrer Nachbildung in Bronze betonen, während der jüngeren Bronzezeit alle Funde, in denen Lappen- und Tüllenbeile vorkommen, angehören. Eine übersichtliche Betrachtung der Funde Krains bringt die Erkenntnis, daß das Laibacher Moor die ältesten Ansiedelungen aus dieser Periode beherbergt hat, die Pfahlbaubewohner jedoch ihre Wohnstätten am Beginne der Bronzezeit aus unbekannten Gründen verlassen haben mußten. Die Bronzegegenstände des Pfahlbaues von Brunndorf heben sich in ihren Formen von den jüngeren Funden des Landes deutlich ab. Über die Besiedelung des Landes in der älteren Periode fehlen bisher noch sichere Anhaltspunkte. Die Annahme Schliz' hat jedoch viel Wahrscheinlichkeit für sich, daß neben der eine eigene selbständige Kultur pflegenden Bevölkerung der Pfahlbauten noch andere Stämme das Land bewohnten.2 Die zahlreichen Funde der jüngeren Bronzezeit, von denen die meisten Einzel- und kleine Depotfunde sind, beweisen, daß das Land offenbar schwach bevölkert war, jedoch von Händlern häufig begangen worden ist. Das Gräberfeld von Zagorje und die größeren Depotfunde von Jurkendorf und Crmošnjice, beide in der Nähe von Rudolfswert und nicht weit voneinander entfernt, deuten bereits auf feste Wohnstätten. Die im Gusse mißlungenen oder schadhaft gewordenen Stücke der beiden Depots weisen auf nahe Gußstätten, in denen man aus altem, abgenützten und unbrauchbar gewordenen Material neue Geräte anfertigte. Mit Bestimmtheit kann behauptet werden, daß sämtliche in Krain ver- 1 M. Hoernes, Die älteste Bronzezeit in Nierlerösterreich im Jahrbuch der k. k. Zentralkommission N. F. I. Bd. 1903 Sp. 1 ff. 2 A. Sdiliz, Der schnurkeramische Kulturkreis und seine Stellung zu den anderen neolithisdien Kulturformen in Südwestdeutschland in der Zeitschrift für Ethnologie 1906 S. 343. wendete Bronze von auswärts ins Land gebracht worden ist. Zinn fehlt ganz und das Kupfervorkommen im Lande ist gering; „es gibt zwar an vielen Orten Spuren von Kupfererzen, aber überall und immer wieder nur zufällige und anbauunwürdige Nester in dem Tagesgestein, ohne Anzeige von ordentlichen Lagerstätten."1 Auch kommen bronzezeitliche Funde in der Nähe von Kupfererzvorkommen gar nicht vor.3 Das im südwestlichen Asien entdeckte Metall wurde von auswärts teils in Barren, wie es in dem sehr stark zinnhaltigen Depotfunde von Veliki Otok bei Adelsberg vorliegt oder als fertige Handelsware ins Land gebracht.3 Dies beweist auch die unzweifelhafte Abhängigkeit der Formen der Geräte und Waffen von den Formen des Auslandes. Krain lag am uralten Handelswege, der nach dem skandinavischen Norden führte, wo man Bronze und Bronzegegenstände - in Skandinavien entwickelte sich eine eigene langandauernde Blüte der Bronzezeit, die sogenannte „schöne Bronzezeit", ausgezeichnet durch außerordentliche künstlerische und technische Höhe, — gegen den kostbaren, nur im Norden erhältlichen Bernstein eintauschte. Der Bernsteinhandel ist Ursache der Verbreitung der Kultur der Bronzezeit in dem sonst an Bronzemetall armen Norden; in Ungarn war es das Vorkommen des Goldes, in den österreichischen Alpenländern das Vorkommen von Gold, Salz und Kupfer, das die auswärtige Handelswelt anzog.4 Auf der Suche 1 Belar, S. Zois' Briefe mineralogischen Inhalts in den Mitt. des Musealvereines für Krain 1894 II. Teil S. 127. 3 Uber Fundorte von Kupfererz vgl. Vog, Mineralien des Herzogtums Krain in den Mitt. des Musealvereins 1893 II. Naturkundlicher Teil S. 108 ff. 3 „Dabei zeigt sich, dag mit der Entwicklung der Form eine in gleichem Schritte steigende Menge von Zinn in der Bronzelegierung verbunden ist, so zwar, dag die meisten einfachen Metallbeile, insbesondere diejenigen, die am Ausgange der Steinzeit erscheinen, aus reinem Kupfer bestehen, und dag der Zinngehalt der Legierung mit der zunehmenden Ausladung der Schneide und der Anschwellung der Schmalseiten bis zur Bildung der Grate und Lappen in gleichem Mage steigt." M. Much, Die Trugspiegelung orientalisdier Kultur in den vorgeschichtlichen Zeitaltern Nord- und Mitteleuropas S. 93. 4 Montelius, Die Chronologie der ältesten Bronzezeit in Norddeutschland und Skandinavien, S. A. aus dem Archiv für Anthropologie XXV. und XXVI. Bd. 1900 S. 211. - M. Much, Die Kupferzeit in Europa und ihr Verhältnis zur Kultur der Indogermanen in den Mitt. der k. k. Zentralkommission 1886 S. CX. - M. Much, Die erste Besiedlung der Alpen durch die Menschen, im Korrespondenzblatt der Deutschen anthropologischen Gesellschaft 1905 S. 71 ff. nach diesen Naturschätzen kamen die von der orientalischen Kultur beeinflußten Südeuropäer in unsere Gegenden und vermittelten die Bronzekultur. Den historischen Niederschlag dieser uralten Handelsbeziehungen bildet die Argonautensage. Die Erzählung entstand unter dem Eindrucke der ersten ausgedehnten Seefahrten der seetüchtigen Minyer in Thessalien. Das Unternehmen galt der Anknüpfung von Handelsbeziehungen, das Handelsobjekt war Gold und vielleicht auch Felle, wie aus dem Zwecke der Fahrt, das goldene Vließ zu erobern, hervorgeht.1 Die verschiedenen Gefahren und Abenteuer der Reise (Durchfahrt durch die Symplegaden, die Stürme des Meeres, das Tragen des Schiffes) wurden erzählt, um andere unternehmende Völker vor dem Aufsuchen ihres Handelsweges abzuschrecken und sich den Handelsgewinn, die Grundlage ihres Wohlstandes, zu erhalten.2 Der Inhalt der Sagen enthält in der Regel eine geschichtliche Wahrheit und so läßt sich auch aus der Erzählung von der Schifffahrt Jasons an der Save und vom Tragen der Argo von Nauportus über das Gebirge zum Adriatischen Meere3 der historische Kern herausschälen, daß Krain durch umherziehende Händler mit der Bronzekultur bekannt geworden ist. 1 Es herrschte bei den Kolchern die Sitte, das von den Flüssen mitgeführte Gold in Fellen aufzufangen (Strabo XI 499); vgl. darüber, und über die Argonautensage überhaupt, den Artikel Argonautai in Pauly-Wissowas Realenzyklopädie S. 743 ff. S. 786. — Auch Montelius, Chronologie der ältesten Bronzezeit S. 212 Anm. 4 erwähnt, dag man in den goldführenden Strömen des Kaukasus noch heutzutage auf den Boden eines solchen Stromes ein Fell mit den Haaren nach oben legt; das Wasser mit dem Goldsand fliegt darüber, und die kleinen Goldkörner werden von den Haaren festgehalten. Wenn das Fell von einem Widder ist, was wohl häufig vorkommt, hat man auf diese Weise das goldene Vlieg der Sage. 2 Greifbare Analogien zur Argonautensage bieten auch die phönikischen Schiffersagen von den Fährlichkeiten des Meeres jenseits der Säulen des Herkules, wo das seichte, mit Schilf bewachsene Meer die Weiterfahrt erschwere und Meeresungetüme hausen, Erzählungen, von schlauen phönikischen Handelsleuten ersonnen, um das Monopol ihres vornehmlich auf Gewinnung von Zinn und Gold gerichteten Handels zu schügen. 3 Es ist allerdings erst der jüngere Plinius (t 79), der die erste Nadiricht der Tradition des Aufenthaltes Jasons in Krain vermerkt: [Argo] umeris travectam Alpes diligentiores tradunt, subisse autem Histro, dein Savo, dein Nauporto, cui nomen ex ea causa est inter Emonam Alpesque exorienti. C. Plinii Secundi Naturalis historiae Liber III cap. 18 (22) in Detlefsen, Die geographischen Bücher (II 242 bis VI Schlug) der Naturalis Historia des C. Plinius See. in W. Sieglin, Quellen und Forschungen zur alten Gesdiichte und Geographie H. 9 S. 37 f. Wie die Funde, von denen die meisten in der Nähe von Flüssen gemacht worden sind, bezeugen, war es vor allem der Wasserweg, auf dem die Handelsleute ins Land gekommen sind. Teils auf der Save und am Laibacher Moore vorüber übers Gebirge auf dem Argonautenwege zum Meere, teils auf der ruhig fliegenden Gurk. Dag aber nicht allein der Landweg über den Birnbaumerwald begangen worden ist, zeigen die Funde von der Belšica und Wochein, die einen Verkehr von Oberitalien über die Bača und den Bärensattel nach Kärnten andeuten. Will man die Kultur der Bronzezeit in Krain an der Hand der Funde betrachten, so kann man für die ältere Zeit aus dem Vorhandensein von Webestuhlgewichten, Nähnadeln aus Horn und den Überresten eines zweifädigen geknoteten Zwirngewebes aus Lein, das als Fransenbesatz eines Frauenkleides gedient haben mag, folgern, dag die Bewohner des Pfahlbaues von Brunndorf neben den aus Fellen auf der Jagd erlegter Tiere verfertigten Kleidern auch leinene und - nach den zahlreichen Überresten von Schafen zu schliegen -wollene Gewebe als Kleiderstoffe verwendet haben. Wie aus den gefundenen menschlichen Figuren ersichtlich, waren ihre rockähnlichen Kleider mit farbiger Einlage in der Art des Kreuzstiches mit Vierecken, quergestellten Kreuzen, schraffierten Dreiecken und dem sogenannten Wolfszahnornament (Dreiecksreihen), sowie mit wellenförmigen Linien und verschiedenen einfachen Strichreihen, mit Ornamenten, die auch in der Keramik des Pfahlbaues häufig verwendet wurden, verziert.1 Das vorne offene Kleid wurde entweder mit einer Gewandhake aus Hirschhorn oder mit einer Bronzenadel zusammengehalten, an der eine Schnur zur Befestigung der Gewandfalte angebracht war, woraus allmählich die Bogenfibel sich entwickelte, von der ein einziges Exemplar in Jurkendorf gefunden worden ist.3 Augerdem werden die einfachen und mehrfach gegliederten Nadeln auch als Kopfschmuck der Frauen gedient haben. Einfach waren auch die Armspangen von Brunndorf, reich verziert dagegen der massive Armring von Oedengraz, der von Westen ins Land gekommen ist. Einfache Ziergehänge, glatte oder gedrehte Ringe, mehrgliedrige Kettchen, Hirschhornhacken und Eberzähne vervollständigten den Schmuck. 1 Vgl. die Abb. Fig. 12 bis 14 bei Deschmann, Über die vorjährigen Funde im Laibacher Pfahlbaue, S. A. aus dem VIII. Bd. der Mitt. der anthropol. Ges. in Wien 1878 und Forrer, Urgeschidite des Europäers Tafel 65 und 66. ' Vgl. dazu Lissauer, Vierter Bericht über die prähistor. Typenkarten in der Zeitschrift für Ethnologie 1907 S. 805 Fig. 58. Unter den Waffen veränderte der Dolch, ursprünglich kurz und gedrungen wie der Steindolch, dem er in Bronze nachgeahmt worden ist, bald seine Gestalt, wurde infolge der leichten Verarbeitung des Metalls länger und schlanker, bis er die Form und Länge des Kurzschwertes erreicht hatte. Die älteren Dolche haben die trianguläre Form; der Griff von Holz oder Horn war durch Nieten befestigt, die späteren Dolche und Schwerter haben eine Griffzunge oder einen Griffdorn. Die Klinge ist weidenblattförmig oder schilfblattförmig gebogen, manchmal mit kunstvollen Gravierungen, dem Wolfszahnornament, Kreisen und Reihen von Halbbogen verziert. Der jüngsten Epoche der Bronzezeit und dem Beginne der Hallstattzeit zuzuweisen ist das Schwert aus Vinji vrh, das dem Antennentypus angehört. Ein zweites Antennenschwert stammt bereits aus einem der Frühzeit der Hallstattperiode an-gehörigen Tumulus in Podzemelj (Abb. 56).1 Typologisch gehören die Dolche und Schwerter zu den italischen Formen und sind jedenfalls auch Importstücke aus Italien.2 Von den Geräten der Bronzezeit hat das Beil die bedeutendste Entwicklung durchgemacht. Die ältesten Flachbeile vom Laibacher Moore, die noch die Form der Steinzeit aufweisen, verraten ihren typologischen Ursprung, von den Äxten der italienischen Terramaren, das Flachbeil von Prestranek zeigt jedoch die gedrungene Form der ungarischen Flachäxte. Der knieförmige Schaft wurde nur mit Bastschnüren am Beile befestigt. Da jedoch die Griffsicherheit nicht befriedigte und das bildsame Material technische Vervollkommnungen ermöglichte, wurde das Klingenblatt in der Mitte zu einer Art Steges verdickt und längs der Schmalseiten Randleisten gegossen und ausgehämmert, die das Bewegen des Schaftes besser verhinderten (Randaxt von Veldes, deren Typus besonders im Pfahlbau von Polada am Gardasee auftritt; in Deutschland gefundene Äxte dieser Form werden von Lissauer als süddeutscher Typus zusammengefaßt).3 1 Reinecke, Brandgräber vom Beginne der Hallstattzeit aus den östlichen Alpenländern in den Mitt. der Wiener anthropol. Ges. 1900 S. 45. 2 Montelius, Die älteren Kulturperioden im Orient und Europa I S. 32 ff. Montelius, Die Chronologie der ältesten Bronzezeit S. 126 ff. 8 Vgl. darüber Erster Bericht über prähistorische Typenkarten in der Zeitsdirift für Ethnologie 1904 S. 537 bis 572. Da jedoch die bis zur Schneide herabreichenden Randleisten das tiefere Eindringen der Axt in das Holz erschwerten, wurden sie bald verkürzt und zu größeren Schaftlappen erweitert. Ein Absatz an der Klinge unterhalb der Lappen, der sich aus dem Stege entwickelt hatte, der abgerundete oder spißeckige Ausschnitt an der Griffbahn und zeitweilig die seitliche Öse, durch die man die Verschnürung kräftiger anziehen konnte, ermöglichten eine solide Befestigung des Schaftes. Die meisten Lappenäxte von Krain haben mittelständige Lappen — eine Ausnahme bilden nur wenige oberständige Lappenbeile - und sämtliche mittelständige Lappenäxte gehören der österreichisch-ungarischen Zwischenform an. Die Lappen stehen ober der Mitte der Axtlänge, die Schmalseiten der Klinge laden häufig in Lappenhöhe aus und ziehen sich unterhalb derselben allmählich ein, so daß sie ziemlich geschweift erscheinen. Sie besißen oft eine rudimentäre, angedeutete Rast und nur selten ein seitliches Öhr.1 Aus den Lappenäxten entwickelte sich bei stetiger Annäherung und Vergrößerung der Lappen das Tüllenbeil. Bei manchem Tüllenbeil sieht man die ehemaligen Lappen als Reliefornament und die Rast noch deutlich ausgeprägt. Neben der häufigen italischen Form taucht in einem Exemplare von Crmošnjice auch die ungarische Form des Tüllenbeiles auf. Sehr selten ist das Vorkommen des Beiles mit einem Schaftloch in der Form der heutigen Äxte, wie es in Zemun bei Illyr. Feistritz gefunden worden ist. Die typologische Folge des Tüllenbeiles auf das Lappenbeil bedingt jedoch während der jüngeren Bronzezeit nicht immer auch eine zeitliche Folge, da bei vielen Funden der jüngeren und jüngsten Bronzezeit Lappen- und Tüllenbeile gemeinschaftlich vorkommen. Selbst ein so primitives Gerät, wie die Sichel, verrät durch die wirksame Konkurrenz des Typus der Peschierasichel mit dem Sicheltypus der Schweizer Pfahlbauten die verschiedenartigen Kultureinflüsse. Eine Betrachtung der Keramik der Bronzezeit muß von der reichinkrustierten Keramik des Laibacher Pfahlbaues absehen, da sie, als der neolithischen Periode angehörig, außerhalb des Rahmens dieser Arbeit fällt. Reichere Funde von Tongegenständen der Bronzezeit sind bisher in Krain nicht gemacht worden. Jedenfalls war die Keramik, soweit man an der Hand der Funde in anderen Ländern und jener der frühhallstättischen Nekropole von Podzemelj urteilen kann, wesentlich einfacher in der Ornamentik. 1 Vgl. darüber Lissauer, Dritter Bericht über die prähistorischen Typenkarten in der Zeitschrift für Ethnologie 1906 S. 823. Ebensolche mangelhafte Kenntnis besitzen wir über die Bestattungsweise. Im Gräberfelde von Zagorje herrscht noch die Leichenbestattung, in der Nekropole von Podzemelj dagegen ist bereits die Brandbestattung durchgeführt. Es wird daher auch in Krain die Wandlung sich vollzogen haben, die man allgemein beobachtet hat, dafj während der Bronzezeit die seit dem Auftreten des Menschen allgemein übliche Erdbestattung von der Sitte der Leichenverbrennung abgelöst worden ist. Die Ursache dieser durchgreifenden Änderung hängt jedenfalls mit dem Wechsel der religiösen Anschauung zusammen und dürfte auch von Bewegungen und Wanderungen der Völker begleitet gewesen sein.1 Ortsnamen in Urkunden Von L. Pintar Dag für das eigentliche Verständnis älterer Urkunden auch eine richtige Auffassung der darin vorkommenden Ortsnamen nicht ohne Belang ist, dürfte wohl jedermann einleuchten. Dag man aber in der Bestimmung der Ortschaften, respektive in der Erklärung urkundlicher Ortsnamen schon vielfach fehlgegangen, will ich an einigen Beispielen darzulegen versuchen. Ich wähle mir dazu die Schenkungsurkunde des Patriarchen Peregrin von Aquileia aus dem Jahre 1136 und seine Erneuerung des Stiftungsbriefes aus dem Jahre 1145, beide in Puzels handschriftlicher Idiographia Monasterii Sitticensis erhalten und bei Schumi, Urkunden- und Regestenbuch I Nr. 79 (pag. 88) und Nr. 97 (pag. 99), abgedruckt. In der ersten Urkunde heigt es: „Ex illa parte Gurcgkae fluvij Domus Lausdorff ad Sanctum Michaelem, Dobernik, Wisen, Groslupp, Moraucz, Chrastoulach iuxta villam, quae dicitur Kalle. In swinge 3 mansi, in Teha-boj 2, Hagenbuch 1." Schumi gibt im Register der Personen- und Ortsnamen seine Erklärungen dieser Ortsnamen zum besten. Laus- 1 Sehliz, Der Entwicklungsgang der Erd- und Feuerbestattung in der Bronze- und Hallstattzeit S. 18. S. A. aus dem 6. Heft des Historischen Vereins Heilbronn und Sehliz, Beiträge zur Kulturbewegung der Bronze-und Hallstattzeit in Württemberg in den Württembergischen Vierteljahrsheften für Landesgeschichte N. F. 1908 S. 421. - Eine sinnvolle Erklärung über den Ursprung des Seelen- und Unsterblichkeitsglaubens und des damit zusammenhängenden Toten- und Ahnenkultes bei M. Much, Trugspiegelung orientalischer Kultur S. 139 f. dorf erklärt er (pag. 185) als Luža (Pfüge) in Unterkrain am Gurkflusse gelegen. Die Bestimmung der Ortslage dürfte zwar ziemlich richtig sein, doch die Deutung auf Luža wohl kaum. Aus dem Kontext der Urkunde geht hervor, dag wir es mit einer Ansiedelung „jenseits des Gurkflusses" (ex illa parte Gurcgkae fluvij — von Sittich aus gerechnet), also mit einem Dorfe am rechten Ufer der Gurk zu tun haben. Schumi meinte nach dem oberkrainischen „Lausach" (na Lužah) bei St. Georgen auf Lausdorf (= Luža) schließen zu dürfen, allein Luža bei Döbernik heißt deutsch nur Lacken (d. i. Lache) und das ist eben eine einfache Übersetzung des slovenischen Ortsnamens, das im Gebiete des Hornwaldes gelegene Luža aber führt den deutschen Namen „Lacknern", welche Form den Bewohnernamen der an einer „Luza" (Lacken) angesiedelten Leute darstellt. Die auf einem Kofel angesiedelten Leute heißen z. B. Kofier, davon ist der lokal angewendete Dativus pluralis: (bei, in den) Kofiern (= pri, v Koblarjih) und ganz analog auch: (bei, in den) Lacknern (= pri, v Lužarjih). Vgl. Dvorska vas, deutsch „Höflern", was eben nichts anderes ist als der lokale Dativus pluralis von „Höfler" (dvorjan = stanovnik Dvorske vasi ali Dvora). - Dieser Ort Luža (Lacknern) ist zwar richtig „ex illa parte Gurkae fluvii", doch ziemlich weit von der Gurk weg, hinter Langenthon und Warmberg. Weiters ist aber das zu bedenken, dag es in der Urkunde heigt „Lausdorf ad Sanctum Michaelem"; damit, glaube ich, ist der Ort so klar bezeichnet, dag man wohl nicht lange herumzuirren braucht. Es ist das unweit von der Gurk zwischen Zagradec und Seisenberg gelegene Dorf St. Michael, welches wohl seinen heutigen Namen erst von der Zeit an führen kann, seit daselbst zu Ehren des Erzengels eine Kirche errichtet worden, früher mug es einen anderen Namen geführt haben, der seit dem Aufkommen des Kirchennamens allmählich in Vergessenheit geraten. — Aber noch etwas anderes gibt es zu bedenken. „Domus" und „Dorf" sind zwei Begriffe, die sich nach unserer heutigen Auffassung nicht gut nebeneinander vertragen können. Unter „domus" wären wir geneigt, höchstens ein Einzelgehöfte zu verstehen, während uns „Dorf" einen Komplex von Häusern und Wirtschaftsgebäuden repräsentiert. Demnach ist die Verbindung „Domus Lausdorf" sehr verdächtig. Puzels Manuskript hat auch richtig eine Randglosse aufzuweisen, die uns in diese Frage Licht bringt, nämlich die Form „Domeslausdorf", d. i. das Dorf des Domeslav. Der ältere Name für das heutige St. Michael war also, wie sich daraus vermuten lägt, von einem Personennamen „Domeslav" abgeleitet und hieß „Domeslavsdorf" (Domeslavlja vas), ganz analog wie die benachbarten Dörfer: Deschetschendorf (Dežeča vas), Wudigamsdorf (Budganja vas), Triebsdorf (TrebČa vas) und Deutschdorf (Stavca vas), der letztere Name insofern interessant, dag unter der Voraussetzung, Stautschdorf sei eine synkretistische Form= ,,Z' Tautschdorf", die eingebildete Präposition zu (z') von Stautschdorf fortgelassen wurde, so dag einfach Tautschdorf oder umgelautet „Tautschdorf" oder „Deutschdorf" übrig blieb. Vgl. Zäsip, Asp (Z' Asp); Zagoriče, Agoritschach; Zvirče, Wirtschach etc. Dobernik ist der ursprüngliche vom Gehölz entnommene Ortsname (vgl. Hrastnik, Breznik, Bazovnik, Javornik, Smrečnik, Srobot-nik), heutzutage haben wir im Deutschen dafür die umgelautete Form „Döbernik", im Slovenischen aber den Bewohnernamen Dobr-niče (aus Döbrnicane). Bezüglich Wisen meint Schumi (pag. 200), es sei Weichselbach (slov. Višnje) bei Weichselberg, ich bin jedoch der Ansicht, dag unter Wisen wohl Muljava zu verstehen sein dürfte; diese Ansicht gründet sich auf zwei Stellen bei Valvasor, wo die Wiesengründe von Muljava als zu Sittich gehörig erwähnt werden (II, 181 und XI, 531). Groglupp (Grosuplje) bei St. Marein und Moraucz (Moravčje) bei Treffen hat Schumi richtig bestimmt, aber bei Chrastoulach war wieder sein Schlug meines Erachtens zu übereilt; er meint nämlich (pag. 183), es sei dies Hrastovlje (Chrastoulach) bei Nassenfug. Es ist zwar richtig, wenn wir in das heutige Gemeindelexikon . einen Blick werfen, so finden wir in Krain das einzige Hrastovlje in der Gemeinde St. Kanzian (Gerichtsbezirk Nassenfug), und doch kann dieses Hrastovlje nicht das Chrastoulach der Stiftungsurkunde sein, dies aber aus dein Grunde nicht, da der Zusatz „iuxta villam, quae dicitur Kalle" dagegen sprechen dürfte. Wir finden eben in der Nähe des St. Kanzianer oder Nassenfuger Hrastovlje keine Ortschaften mit dem Namen Kai. — Sehen wir uns aber mehr in der Nähe von Sittich nach Ortschaften Namens Kai um, so finden wir mehrere solche, z. B. Farški Kal und Veliki Kal im Nordosten und südöstlich wieder Lučarjev Kal und Rudeči Kal. In der Nachbarschaft dieser Kali irgendwo werden wir also Hrastovlje suchen müssen, denn das ist aus dem Zusatz in der Urkunde „iuxta villam, quae dicitur Kalle" als unabweislich und unverkennbar zu entnehmen. Und da haben wir zwischen den beiden letztgenannten Kali eine Ortschaft Hrastov dol. Dieser Ort Hrastov dol ist also meines Erachtens das richtige Hrastovlje unserer Urkunde, denn er liegt zwischen zwei Kali, nördlich davon ist der Rudeči Kal und südwestlich der Lučarjev Kal (alles in der Gemeinde Dob). Wir haben oben gesehen, dag an Stelle des ursprünglichen vom Gehölz entnommenen Orts- Curnlolii WH'.' III Ii. IV 10 namens Dobrnik (dabü: dabmü = dabrü: dabrinu) später ausschließlich der entsprechende Bewohnername Dobrniče usuell wurde; hier scheint das umgekehrte Verhältnis Platz gegriffen zu haben, daß sich nämlich der eigentliche Ortsname Hrastov dol, seinerzeit mit dem Bewohnernamen Hrastovlje (d. i. Hrastovljane) parallel im Gebrauche, hier fester behauptet hat, während bei St. Kanzian der Bewohnername Hrastovlje den eigentlichen Ortsnamen verdrängt zu haben scheint. Daß bei zusammengesetzten (aus Adjektiv und Substantiv bestehenden) Ortsnamen für die Bildung des Bewohnernamens meistens bloß der determinierende Bestandteil (das Adjektiv) in Betracht gezogen wird, ist nicht schwer begreiflich, denn Doljane wären sie schließlich alle, sowohl die Bewohner des einfachen Dol, als auch die von Suhi dol, Javorjev dol usw. Demnach nennt man z. B. die Bewohner von Štepanja vas einfach Štepanjci, die von Višnja gora Višnjani oder Višenjci, die von Hrastov dol also Hrastovljani. Swinge erklärt Schumi (pag. 198) als Svinska vas bei Sittich, es könnte aber Svinjsko bei St. Ruprecht oder Svine bei Moräutsch ebensogut in Betracht kommen. Bezüglich Tehaboj ist kein Zweifel, doch bezüglich Haggenbuch wohl, denn es könnte Gaber zwischen St. Veit und St. Lorenz oder Gabrovka bei Zagradec oder Gabrov-šica bei Gurkdorf oder Gaberska gora hinter Primskovo gemeint sein, das erste ist am wahrscheinlichsten. Die Ortschaften „Steindorf, Kalla, Euchen (Eichen?)" der zweiten Urkunde sind vermutlich in Dürrenkrain in der Nähe von Ambrus „ Kamni vrh, Kal und Hrastovec" oder „Dob, Rudeči kal, Lučarjev kal" südlich von Rodokendorf. Einige Orte der zweiten Urkunde verlegt Schumi nach Oberkrain oder in die Nähe von Laibach. Ich möchte ihm darin nicht beipflichten und diese Orte lieber in Unterkrain, irgendwo näher bei Sittich suchen. Ich bezweifle z. B. die Behauptung, es sei Sigilsdorf = Sigersdorf in der Pfarre Kreuz bei Neumarktl, oder Chazil = Kašelj bei Laibach, oder Welze = Velče bei Kaltenbrunn usw. Bei dem letztgenannten Ortsnamen möchte ich lieber an Walitschendorf bei Zagradec denken. Affoltren ist wahrscheinlich Jablanica bei Littai. - Doch diese Fragen bezüglich der Ortsnamen in der Erneuerungsurkunde will ich anderen Forschern überlassen, als meine Aufgabe habe ich in erster Linie nur die Bestimmung von Domeslausdorf und Chrastoulach angesehen, da mir die nähere Bezeichnung derselben „ad sanetum Michaelem" und „iuxta villam, quae dicitur Kalle" klar genug erschienen ist. Aus Alt Laibach Von Dr. phil. Walter Š m i d Die Neigung der heutigen raschlebigen Welt wendet sich mit besonderer Vorliebe der stilleren Zeit unserer Grogväter zu, einer Epoche, die in den Ereignissen der nachnapoleonischen Ära groggeworden und romantische Ideale pflegend, trog des Druckes der vormärzlichen Zeit eine außerordentliche individuelle Regsamkeit der Geister hervorgebracht und vor allem eine vornehme und heitere Lebenshaltung sich zum Prinzipe gemacht hat. Die gleich einem Waldbächlein sprudelnden, quecksilbern dahin fliegenden Weisen Schuberts, die märchenduftige Malerei Schwinds, die preziöse Porträtierkunst Daffingers, die gemütstiefen und zugleich schalkhaften Dichtungen Mörikes charakterisieren trefflich die Mensdien, die damals lebten und die köstliche Kunst verstanden, auch dem arbeitsreichen Leben ein stilles Stündchen behaglicher Rast zum Ausruhen abzugewinnen. Von solchen stilltätiger Beschaulidikeit gewidmeten Augenblicken vermelden die folgenden bescheidenen Blätter, die einen Blick auf das Leben Laibachs in den Dreigigerjahren gewähren. Zu Grunde gelegt ist ihnen die Korrespondenz des Hauptmannes Franz Franz an Baron Erberg, der in seinem Tuskulum Lusttal ein den Musen und der Wissenschaft geweihtes Leben lebte. Franz Franz war im Jahre 1779 in Hohlehlaw in Böhmen geboren. Das Soldatenkind schlug die militärische Karriere ein und wurde am 18. Oktober 1796 als Gemeiner zum vaterländischen Infanterieregimente Reug-Plauen Nr. 17 ausgemustert. Mit dem Regimente beteiligte er sich an den Feldzügen der Jahre 1799, 1800 und 1801 in Italien, 1805 in Deutsdiland und 1815 in Frankreich. In zahlreichen Gefcditen der Kriegsjahre zeichnete er sich durdi Mut und Geistesgegenwart aus, rückte rasch vor und wurde am 17. Jänner 1814 zum Kapitänleutnant befördert. Im Jahre 1808 wurde ihm beim Sturz vom Pferde das redite Schulterblatt eingedrückt und im Gefechte von Beifort am 29. Juni 1815 erlitt er beim Sprunge über einen Graben einen Leistenbruch, der durch die fortgesetzte Dienstleistung ausartete und die Dienstesuntauglichkeit des vortrefflichen Offiziers bewirkte. Mit einer Hauptmannspension von 600 Gulden Konventionsmünze lebte er seit 1831 in Laibach in Ruhe, wo er am 29. August 1840 starb. In Laibadi wurde er mit Baron Erberg bekannt. Joseph Augustin Freiherr von Erberg (f 1843) bekleidete mehrere Staatsämter, war Erzieher des späteren Kaisers Ferdinand und wurde für seine Ver- 10* dienste im Jahre 1810 zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Nachdem er sich von den Staatsgeschäften zurückgezogen, widmete er sich mit seinem Bruder Joseph Ferdinand, dem k. k. Kämmerer und Legationsrat (f 1847), in der Stille des Landaufenthaltes wissenschaftlichen Studien. In ihrem Sammeleifer brachten sie außerordentlich mannigfaltige und reiche Sammlungen zuwege, für deren Unterbringung sie eigens zwei Musealgebäude im ausgedehnten Parke errichteten. Den wertvollsten Bestand bildete die Bibliothek und das Archiv; beide bildeten die Grundlage für die historischen Studien Erbergs, als deren Frücht der im Jahre 1825 entstandene „Versuch eines Entwurfes zu einer Literärgeschichte für Krain" noch heute von Bedeutung und Interesse ist. Die Bekanntschaft des Hauptmannes, der im Hause Baron Leopolds von Lichtenberg am Neuen Markt Nr. 220 (jetjt Auersperg-plaß 5) wohnte, mit Baron Joseph Augustin von Erberg wurde bald inniger und es entwickelte sich zwischen dem alten Haudegen und dem belesenen Staatsmann bald ein reger Verkehr. Erberg genügte die damals erscheinende amtliche Laibacher Zeitung nicht; sie brachte zwar Berichte über Vorgänge beim Hofe, Zusammenkünfte der Potentaten, Unglücksfälle, Kriegsereignisse, erwähnte durch Laibach reisende bedeutende Persönlichkeiten, bot aber sehr wenig lokale Nachrichten und nichts über die Vorkommnisse in Laibach. Das Illyrische Blatt diente mehr der Belletristik und Belehrung und berichtete neben geschichtlichen vaterländischen Aufsätzen nur manchmal über aktuelle Ereignisse, die selten über - sonst treffliche -Theaterkritiken hinausgingen. Da entwickelte sich aus dem eifrigen Verkehr, den Erberg mit Franz angebahnt hatte und der durch den Die Quelle für diese Skizze bilden die Berichte des Hauptmannes Franz an Baron Erberg, die mit dem 30. Dezember 1833 beginnen und bis zum 26. Oktober 1837 reichen. Die Berichte aus der ersten Hälfte des Jahres 1834 fehlen in der Sammlung, die im Archive des Landesmuseums Rudolfinum aufbewahrt wird. Eine kleine Biographie des Hauptmannes erhielt ich aus dem k. u. k. Kriegsarchiv, dank den liebenswürdigen Bemühungen des k. k. Artillerieingenieurs und Konservators am k. u. k. Heeresmuseum Herrn Dr. Alfred Meli. Außerdem benützte ich folgende Werke: Jäek, Grätz, Laibach, Triest . . . Weimar 1824. - Das Königreich Illyrien 1826. - H. Costa, Reiseerinnerungen aus Krain 1848. - A. Luschin v. Ebengreuth, Die Sammlungen des Schlosses Lustthal, in den Mitteilungen der k. k. Zentralkommission 1881, S. 96 bis 104. - Sammlung der Theaterzettel vom Jahre 1834 bis 1837 (mit einer Lithographie der Delle Ehnes) in der Bibliothek des Museums. Umstand noch begünstigt war, dag Franz gegenüber der Stadtwohnung Erbergs wohnte, von selbst die Gepflogenheit, dag Franz dem Geheimrat die neuesten Laibacher Nachrichten nach Lusttal mitteilte. Wenn der Baron in Laibadi weilte, zog er Franz viel in seine Gesellschaft, lud ihn öfters nach Lusttal ein und überlieg ihm auch seinen Logenschlüssel zur Aufbewahrung und Benützung während seiner Abwesenheit. Als Vermittler der Briefe diente Erbergs getreuer Diener Andreas, der die in Lusttal gedeihenden zeitlichen Güter, Milch, Erdäpfel, Melonen, Paradiesäpfel und andere Früchte der Erde dem Laibadier Markte zuführte, die verschiedenen Botengänge machte und als Rückfracht mit der Post auch die sorgfältig auf Quartblätter geschriebene neueste Zeitung und sonstige kleinere Besorgungen des Hauptmannes mitnahm. Franz kaufte öfter für Erberg Zwieback, böhmische Fasanen, mährische Gurken, Samen von Melonen und böhmischen Rüben, meldete ihm die Kurse und Ziehungen, besorgte ihm Lose, einen neuen Diener, Tokayer, eine kleine Kanone und erfragte u. a. auch den Preis eines eisernen Grabdenkmales, wie sie damals in Hof in Unterkrain gegossen wurden. Erberg dankte ihm für die Mühe mit kleinen Aufmerksamkeiten und sckickte ihm Äpfel, Melonen, Braten und Wild, besorgte seinen Töchtern gelegentlich einer Wiener Reise Regenschirme, und verwendete sich für den Hauptmann um Verleihung des Adelstitels, den jedoch Franz nicht erhielt, da er die Adelstaxe, ungefähr 600 fl. K. M., nicht erschwingen konnte. Da das absolute Regiment Metternichs nach der Restaurationszeit eine politische Betätigung gänzlich ausschlug, wird in den Briefen Franzens der öffentlichen Wirksamkeit fast keine Erwähnung getan. In Laibach, das im Jahre 1836 16.000 Einwohner zählte, residierte in der Burg der Gouverneur von Illyrien Josef Kamillo Freiherr von Sdunidburg, der allgemeine Beliebtheit und Verehrung in der Stadt genog, so dag sich die Laibacher unter seiner klugen und umsichtigen Leitung sehr wohl fühlten. Es bestand zwar auch eine ständische Vertretung und ein Ausschug in Laibach, der jedoch zur Ohnmacht verurteilt war. Der Landtag trat an einem Tage im Jahre zusammen - gewöhnlich Mitte September oder Oktober -, bot aber nur ein glänzendes Gepränge. Nach feierlicher Anhörung der Heiligengeistmesse holte eine Deputation in altertümlichen Kostümen den Gouverneur als kaiserlichen Kommissär ins Landhaus, vor dem eine Militärkompanie die Ehrenwache bezog. Nach der Publikation des kaiserlichen Postulates, das gewöhnlich neue Steuerbewilligung forderte, wurde in der Verhandlung die Antwort auf das kaiserliche Reskript beschlossen. Sodann vereinigte der Gouverneur die Verordneten zu einem Diner. Nur selten trübt ein Wölkchen den klaren politischen Himmel, es brodelt manchmal in Italien, wo die Karbonari von Zeit zu Zeit Verschwörungen anzetteln. Transporte polnischer Flüchtlinge nach Triest, wo ihrer die Schiffe zur Deportation nach Amerika harrten, die Internierung der Polen Emil Korytko und Horodynski in Laibach, die freundliche Aufnahme beim Gouverneur und im Kasino fanden, die politische Haft des jungen Markgrafen Pallavicini auf dem Kastellberge, der zur freiwilligen Deportation nach Amerika sich entschlossen, dessen Mutter aber seine Internierung in Prag durchgesetzt hatte, bilden nur kurze Episoden im öffentlichen Leben Laibachs. Mehr erregt wurden die Gemüter durdi Greueltaten in nächster Umgebung. Die Brunndorfer besagen schon damals das Renommee als Raufbolde und prügelten einen Soldaten, der sich bei einer Sonntagsrauferei ins Mittel legen wollte, weidlich durch. In der Umgebung von Kreutberg trieb sich arbeitsscheues Gesindel umher und verübte manche Gewalttat, die maglos vergrößert nach Laibach als Mordtat berichtet wurde. Der Deserteur Koschier und der Mordgeselle Zhesnik hielten die Gemüter durch ihre virtuos durchgeführten Fluchtversuche in Spannung. Doch schaffte die energische Hand des Polizeidirektors Leopold Sicard in der Regel bald Ordnung. Die Mär von dem schreckhaften Untier mit einem Stierkopf und Schlangenleib, das bei Bischoflack von einem Wildschützen angeschossen, unter schrecklichem Gebrüll in einen Abgrund gestürzt sei, wurde von Franz auf einen Bären oder Wolf zurückgeleitet, da vor kurzem in der dortigen Gegend einige Schafe in Verlust geraten waren. Diese kleinen Aufregungen, die bald beigelegt wurden, konnten den friedliebenden Bürger in seinem Vertrauen auf die väterliche Obsorge der Regierung nur bestärken und frohen Herzens konnte er am Geburtsfeste des Kaisers bei festlicher Beleuchtung und unter den Klängen des Zapfenstreiches ein Vivat auf Seine Majestät ausbringen. Das gesellschaftliche Leben gestaltete sich augerordentlidi rege. Tonangebend war der Gouverneur, bei dessen Gesellschaften die Frau reizende Töchter, Lisette, Fanny, Mathilde und Daria unterstützten. Seine Besudistage erfreuten sich grogen Zusprudies und die Soireen und winterlidien Gesellsdiaftsabende, die alle vierzehn Tage abgehalten wurden, bei denen getanzt und Tombola und von den älteren Kartenspiel gespielt wurde, vereinigten eine auserwählte Ge-sellsdiaft der damals noch zahlreich in Laibadi anwesenden Aristokratie. Als Baronesse Lisette am 23. Juli 1835 Baron Franz Lazarini die Hand zum ewigen Bunde reichte, wurde am Vorabend der Braut eine Serenade gebradit, und zum Trauungsakte in der fürstbisdiöflichen Hauskapelle fuhr eine zahlreiche Gesellschaft in siebzehn eleganten Equi- pagen. Und als der Gouverneur am 29. März 1837 eine Tombola zu Gunsten der am 4. November 1834 in der Rosengasse errichteten Kleinkinderbewahranstalt veranstaltete, spendeten Damen der Gesellschaft als Beste Handarbeiten, gestickte Geldbeutel und Zigarrentaschen und der Anstalt konnte der ansehnliche Betrag von 198 fl. 30 kr. K. M. überwiesen werden, zu dem eine ungenannte Dame (Gräfin Saurau) noch 100 fl. beigesteuert hatte. Audi der elegante und allgemein beliebte Bischof Anton Alois Wolf hielt auf vornehme Gastlichkeit und man rechnete es sich zur Ehre an, bei seinen Neujahrsvisiten anwesend zu sein und von ihm zu seinen ausgewählten Gesellschaften beigezogen zu werden. Sonst gaben noch einige andere vornehme Familien, Feldmar-schalleutnant Graf von Leiningen, Gräfin Weisersheim, Graf Welsperg, Baron Zois, Landrechtspräsident von Buzzi, Polizeidirektor Sicard im Winter regelmäßig Gesellschaften, bei denen gespielt und getanzt wurde. Bei diesen geselligen Zusammenkünften veranstaltete man auch kleine szenische oder musikalische Produktionen. So plante man für die Soiree beim Grafen Leiningen am 14. Dezember 1836 die Darstellung von Saphirs „Schlußprotokoll", einigte sich jedoch schließlich auf Körners „Braut", die von Baronesse Fanny Schmid-burg, Oberleutnant Schwarz und Verpflegsassistenten Dirnbeck gemimt wurde. Darauf folgte der Einakter „Der Strauß" von Castelli, gespielt von der Komtesse Pepi von Weisersheim, Oberleutnant Schwarz und Unterleutnant Gold. Am 1. März 1887 arrangierte man abermals bei Leiningen einen musikalischen Abend. Die Baronessen Fanny und Mathilde von Schmidburg, Lori von Codeiii und die Komtessen Mathilde von Welsperg und Pepi von Weisersheim sangen, Herr Fischer von Wildensee begleitete sie am Fortepiano und Herr von Glaunach trug ein Stück auf Violoncello mit Fortepiano-begleitung vor. In der schönen Jahreszeit im Frühjahr und Herbst waren Kaffeegesellschaften in der Umgebung sehr beliebt und Verabredungen nach Rosenbüchel, Rosenbach, zum steinernen Tisch, Leopoldsruhe, Pepensfeld, Lavrica und Kaltenbrunn vereinigten immer große Gesellschaften zu einem Goute, bei dem es oft lebhaft zuging, da liebenswürdige Regimentskommandanten bereitwillig die türkische Musik zu einem Konzerte überließen. Man vergnügte sich auch gerne mit Kahnfahrten auf der Laibach und die Annenwasserfahrt ging alljährlich unter Musik und Raketen vor sich. Im Fasching wurden außer den üblichen Tanzunterhaltungen in den vornehmen Familien mehrere Bälle abgehalten, die gewöhnlich in den Redoutensälen am St. Jakobsplatze stattfanden, vor allem die Nobelredouten und die Maskenbälle; der Eintrittspreis betrug 30 kr. K. M., für die Masken die Hälfte. Doch sahen audi die Räume der Schiefjstätte manch glänzende Ballveranstaltung. Obwohl die Bälle eifrig besucht wurden und manchmal mehr als 300 Personen anwesend waren, dauerte der Ball gewöhnlich nur bis zur zwölften Stunde, und es wurde als Ereignis besprochen, wenn ein Ball erst um 4 Uhr früh zu Ende ging. Das Herz aller geselligen Vergnügungen und Zusammenkünfte schlug jedoch im Kasino. Es stand den besseren Schidvten der Bevölkerung offen, und war auch den kleineren Geschäftsleuten zugänglich, blieb aber den Handwerkern versagt. Der Monatsbeitrag betrug 1 fl. 20 kr. K. M. Die Direktion des im Jahre 1834 neu gebildeten Kasinovereines wurde aus Vertretern aller Stände gewählt; so gingen aus der Wahl, die am 12. Dezember 1834 im großen Saale des Deutschen Ordenshauses stattfand, Baron Franz Lazarini und Baron Anton Codeiii als Vertreter des Adels, Bürgermeister Hradetzky und Galle als Vertreter des Bürgerstandes, Landrat Tschopp und Gubernialexpeditsdirektor Bradatsch als Vertreter des Beamtenstandes hervor. Das Kasino hatte seine Lokalitäten anfangs in der Herrengasse gemietet. Am 11. August 1834 wurde jedoch in der Versammlung der Beschluß gefaßt, ein eigenes Haus zu erbauen. Für den Bau waren anfangs 40.000 fl. K. M. projektiert, die man durch Ausschreiben von 400 Aktien zu 100 fl. im Subskriptionswege aufzubringen hoffte. Der Handelsmann G. Heimann machte auch einen vorzüglichen Plan dazu, doch war die Abneigung gegen das jüdische Handelshaus so groß, daß man nur christliche Subskribenten aufforderte. Der Bau wurde im Jahre 1836 begonnen und mit einem Kosten-aufwande von 70.000 fl. K. M., wovon die Sparkasse 20.000 fl. bestritt, im Jahre 1838 vollendet. Bei der Grundaushebung fand man mehrere römische Gräber und die vergoldete Bronzestatue eines Patriziers aus Emona, die man ursprünglich als Standbild des Kaisers Konstantin des Großen ansah, und die jetzt das Hauptprunkstück des Museums bildet. Die Zusammenkünfte im Kasino fanden in der Wintersaison jeden Montag statt. Hier wurden Tanzunterhaltungen und Bälle abgehalten, am häufigsten jedodi Tombolaspiele arrangiert, auf die man sich nadi Franzens Bericht schon Tage vorher freute. Es wurden gewöhnlich zwei Spiele gespielt mit Gewinsten, die von der Kasinodirektion aus dem Verkaufe der Tombolablätter (zu 10 kr.) angeschafft wurden. Einfachere Beste bildeten Nadelpolster, kleine Toilettenspiegel, Visit-kartentasdien, mattgeschliffene Gläser mit Goldrand, lackierte chine- sische Zuckerbüchsen, Lichtscheren, Schreibzeuge, Porzellanvasen, Kaffeeschalen, Pfeifen. Tombolabeste dagegen Damentoiletten, silberne Zudcerzangen, Tischlampen für Petroleum (damals eine Neueinführung) und Stockuhren. Der Reingewinn des Spieles wurde am Ende der Saison an die Kleinkinderbewahranstalt abgeführt. Das Spiel begann gewöhnlich um 8 Uhr. Da es aber bald zu Ende war, arrangierte man zum Schlug noch eine Juxtombola, Freg- oder Zuckerltombola genannt, mit Besten aus Zuckerwerk, Kinderspielsachen, Würsten und gebratenen Kapaunen. Für heiteren Ulk sorgte Oberstleutnant von Seppenburg, „der glückliche Gewinner", ein Hallobruder, der das Glück im Spiele gepachtet haben wollte. Franz, der immer eingehend über die Gewinner berichtet, führt die besten Namen der Gesellschaft an und verzeichnet auch manchen Herzensbund, der bei heiterem Spiel fürs Leben geschlossen worden ist. Die Gesellschaft ging -nach heutigem Begriff zeitig - gewöhnlich gegen 10 Uhr auseinander. Manchmal produzierten sich nach der Tombola noch verschiedene Artisten, so am 21. Dezember 1835 ein Tiroler Sänger, der ein Posthorn mit Jodeln imitierte und ein Frauenzimmer mit einer Guitarre. Da das Theater durch den Ausfall des Besuches an Kasinotagen eine Einbuße erlitt, pflegten die Schauspieler im Kasino einen Opfertisch für sich zu errichten, aus dessen Ertrag sie auf ihre Beliebtheit schliegen konnten. Der Fasching wurde mit einem eleganten Balle eröffnet; sonst gab es Tanzunterhaltungen mit Fortepianobegleitung, die gewöhnlich zwischen 10 und 11 Uhr aufhörten und nur in seltenen Fällen bis 12 Uhr dauerten. Vornehm war auch der Katharinenball, bei dem am 23. November 1835 acht Walzer, zwei Galopps und zwei Kotillons getanzt wurden. Um jedoch auch im Sommer gesellige Vergnügungen im Freien pflegen zu können, beschlog der Kasinoverein in Unterturn (Schlog Tivoli) ein Vergnügungsetablissement zu errichten, das am 8. Juni 1835 feierlich mit Musik und Feuerwerk eröffnet wurde. Man bekam dort Kaffee, Wein und kalte Speisen. Nach dem beliebten Vergnügungsorte bei Wien nannte man das neue Lokal Tivoli; der Name Belvedere, der von einigen angewendet wurde, geriet bald in Vergessenheit. Hier sind die Anfänge des Schweizerhauses bei Tivoli, das soeben einem nicht besonders geschmackvollen Neubau gewichen ist. Die Eröffnung fand in den folgenden Jahren gewöhnlich am 1. Mai statt, den die jungen Herren der Gesellschaft in Tivoli mit einem Diner zu feiern pflegten. Da an Sonntagnadnnittagen die türkische Musik des einheimischen Hohenlohe-Infanterieregimentes konzertierte und man auch warme Küche einführte, ward der Besuch des neuen Ver-gnügungsortes bald sehr lebhaft. Neben Terpsichore brachten die Laibacher auch Thalia ihre Verehrung dar, die im ständischen Theater am Kongregplag ihre Heimat hatte. Die Leitung des Theaters stand im Jahre 1834 unter der Leitung der Unternehmerin Frau Amalie Maschek, der Gemahlin des Komponisten Kamillo Maschek. Die Vorstellungen begannen Anfang September; es wurde an allen Tagen der Woche mit Ausnahme des Mittwochs und Freitags gespielt. Doch waren die Laibacher mit den Darbietungen nicht zufrieden, die Darsteller befriedigten — mit Ausnahme weniger guter Kräfte — gar nicht, und wie Franz berichtet, wurde manchmal das Theater vor Schlug der Vorstellung verlassen wegen des schlechten Spieles und „aus Verdrug über den Unsinn der Stücke". Charlotte Birch-Pfeiffer, Johanna Franul von Weigen-thurn, Clauren, Kotzebue und Nestroy, Raimund und Bauernfeld beherrschten die Bühne. Die Darstellungen des Thespiskarrens in Laibach ersieht man am besten aus folgenden Stücken, die im Dezember 1834 und Jänner 1835 angekündigt wurden: „Finette Aschenbrödel oder Rose und Schuh", Zauberspiel mit Gesang von Auguste Ribics (Mitglied des ständischen Theaters); „Gaugraf Philipp, genannt der Wilde, und Hinko der Freiknecht" von Charlotte Birch-Pfeiffer; „Eilwagenreise durch die Theaterwelt", ein Quodlibet, zusammengestellt vom Regisseur Stockum; das Lustspiel „Klara Wendel oder die Schweizer Räuberin" von Theodor Hall; „Haberls Reiseabenteuer", eine Posse von Carl. Edlere Darbietungen gegen die Schwanke Nestroys und Kogebues waren die Werke Raimunds, besonders „Alpenkönig und Menschenfeind", und vor allem die Opern Rossinis „Semiramis" und „Tancred", „Montecchi und Capuletti" von Bellini und „Zampa" von Herold. Nicht viel verneigender begann die Saison 1835/36 unter A. J. Zwoneczek, der nach dem Tode der Frau Maschek die Leitung übernommen hatte. Es wurden ältere Stücke des vorigen Jahres wiederholt, und einige neue Opern, „Die weige Frau", „Die Nachtwandlerin", „Der Barbier von Sevilla" und „Der Freischüg" neu einstudiert. Man versuchte auch die Aufführung von „Kabale und Liebe" und „Faust". Wegen der guten Darbietungen der Oper wurde der Theaterbesuch immer reger und „Norma" gefiel sogar so sehr, dag sie dreimal nacheinander vor ausverkauftem Hause in Szene gehen konnte. Die Primadonna Delle Hanal wurde in diesem Winter besonders gefeiert; doch hatte auch sie Primadonnenlaunen und weigerte sich wegen ihrer geringen Gage (80 fl. K. M. im Monat) mehr als einmal in der Woche zu singen. Da auch Gefahr bestand, dag sie deswegen den Kontrakt für die nächste Saison lösen würde, leiteten ihre Verehrer eine Sammlung ein, die eine soldie Summe ergab, dag man die Primadonna für den Gagenausfall in den Monaten Mai bis August entschädigen und ihr für das nächste Theaterjahr eine Erhöhung des Gehaltes auf 100 fl. in Aussicht stellen konnte. Doch weigerte sie sich aus Furcht vor der Cholera, an der im Sommer 1836 1344 Personen erkrankten, von denen 359 starben, nach Laibach zu kommen und löste den Kontrakt. Neben der Oper besserte sich auch das Schauspiel und die Komödie unter der Leitung Zwoneczeks. Den allgemeinen Beifall, mit dem Nestroys Posse „Der Lumpazi Vagabundus II. Teil" am 10. November 1835 aufgenommen wurde, teilten allein die Schneider Laibachs nicht und ein stark verhüllter, nicht großer Mann raunte dem Schauspieler Wallner beim Verlassen des Theaters die Drohung zu, daß er ausgepfiffen werde, wenn das Stück nochmals auf der Bühne erscheine. Als am nächsten Tage das Stück troßdem zur Aufführung kam, wurden die Schneidergesellen durch ein Zirkular zum Besuche des Theaters aufgefordert und als Wallner die etwas anzügliche Arie des reisenden Sdineidergesellen Zwirn sang, flogen Erdäpfel, Eier und andere Gegenstände in großer Menge auf die Bühne. Der Vorhang mußte fallen, Polizei und Militär beseßten die Ausgänge, nahmen ungefähr 18 Sdineidergesellen fest und behielten sie einen Tag lang bei Wasser und Brot im Arrest. Die Sdineider brüteten Rache und am folgenden Tage waren an den Mauern Zettel angeschlagen: Auf, Brüder, Rache der Polizei und besonders dem Herrn Sicard. Doch der Schneidermut war bald verraucht und der „Lumpazi Vagabundus" konnte ungestört gespielt werden. Neuen Aufschwung brachte die Saison 1836/37, als Ferd. Funk, Direktor des Theaters in Klagenfurt, die Leitung der Laibacher Bühne übernahm und sie bis zum Jahre 1839 führte. Neue Kostüme wurden angeschafft, neue Kulissen von Franz Kurz R. v. Thurn und Goldenstein und Matthäus Langus gemalt. Franz beschreibt eine festliche Eröffnung der Saison. Unter Trompeten- und Paukenschall erschien das Personale, Damen in weißer, Herren in schwarzer Kleidung, der Unternehmer Funk warb im Prolog um das Wohlwollen des Publikums, unter Trompeten- und Paukenschall fiel der Vorhang, der unter Applaus und Rufen Fora! Fora! alsbald wieder hochging. Abermals tiefe Verbeugung des Personals und Bravorufe im Publikum. An Stelle der DMe Hanal wurde die k. k. Hofopernsängerin Delle Marie Ehnes engagiert, die rasch die Gunst der Laibacher erwarb und in die vornehmsten Familien Einladungen erhielt. Außer den bekannten Opern „Norma", „Nachtwandlerin", „Mon-tecdii und Capuletti" wurden neue einstudiert, so Meyerbeers „Robert der Teufel" und Aubers „Fra Diavolo". Die Einnahmen des Theaters stiegen, so dag am 15. November 1836 die Oper „Robert der Teufel" unter Leitung des Kapellmeisters Teller und des Orchesterdirektors V. Till eine Bruttoeinnahme von 120 fl. K. M. einbrachte. An Opernabenden war der Preis eines Sperr- und Parterresiges mit 20 Kreuzern, an Schauspielabenden der eines Sperrsiges mit 10 Kreuzern, des Parterres und der Logen mit ebenfalls 20 Kreuzern und eines Galerie-plages mit 7 Kreuzern festgesegt. Bei Benefizen der einzelnen Sängerinnen überzahlte das galante Publikum die Billettpreise, so dafj am 15. Dezember 1836 bei der „Nachtwandlerin" der Delle Amalie Fischer von 136 fl. der Einnahme 60 fl. Überschufj als Ehrengabe überreicht werden konnten. Wahre Triumphe feierte jedoch Delle Ehnes bei ihrem Benefiz der „Nachtwandlerin" am 20. Dezember 1836. Der Sängerin, die nicht allein mit dem Wohllaut ihrer herrlichen Stimme, sondern auch mit dem Liebreiz ihrer Erscheinung sich die Herzen der Laibacher erobert hatte, wurden neben 260 fl. mehrere Etuis mit Ringen, Ohrgehängen, Busennadeln, Armreifen und goldenen Ketten als Geschenk verehrt. Der auf dem Kastell inhaftierte Markgraf Pallavicini, dem am 10. November 1836 der Besuch der Oper „Robert der Teufel" erlaubt wurde, war über das Spiel der Demoiselle so begeistert, dafj er ihr Ohrgehänge mit Brillanten schenkte. Als sie am 14. September 1837 in der „Norma" auftrat, drängten die Leute schon um 4 Uhr ins Theater. Noch begeisterter über ihre Kunst waren die Klagenfurter; einige Herren reisten ihr entgegen, als sie zum Gastspiel nadi Klagenfurt fuhr und Dell(i Ehnes war mit ihrem Aufenthalt in der Hauptstadt Kärntens so zufrieden, dag sie einem Laibacher Verehrer schrieb, dag die Klagenfurter weit mehr als die Laibacher die Kunst zu sdiägen wissen. Auger den künstlerischen Darbietungen des Theaters boten die Konzerte der philharmonischen Gesellschaft erlesene musikalische Genüsse. Die Veranstaltungen fanden im großen Saale des deutschen Ordenshauses statt, in dem audi andere Konzerte gegeben wurden, so jenes des vaterländisdien Tondiditers Micheuz und der Primadonna Ehnes. In den Redoutensälen fand am 25. April 1835 eine von der adeligen Gesellschaft in Laibach zugunsten der Abgebrannten in Radmannsdorf veranstaltete musikalische Akademie statt. Komtesse Pepi von Weisersheim, die Baronessen Daria und Mathilde von Schmid-burg spielten ein sechsbändiges Potpourri von Czerny, die beiden Baronessen von Zois sangen ein Duett aus der „Norma" und ernteten rauschenden Beifall und 16 Fräulein trugen den Frauenchor „Umsonst mein Hoffen" aus „Robert der Teufel" vor. Das Konzert war brillant besucht und die Einnahme betrug ungefähr 250 fl. Aber auch mit einfacherer Kunst wurden die Laibacher beglückt. Am 14. August 1834 spielte die musikalische Bauernfamilie Grassel aus Schönau in Berchtesgaden im Theater Spiele nach Art der Schlierseer und hatte viel Beifall, vor allem in den Stücken mit Blechinstrumenten. Artisten und Gaukler zeigten ihre Künste dem gaffenden Publike Am 23. Mai 1836 produzierte sich eine Seiltänzergesellschaft in Tivoli und hatte besonders von Handwerkern großen Zuspruch. Im November desselben Jahres hielt sich in Laibach eine Kunstreiter- und Herkulesgesellschaft auf und im folgenden Jahre wurden magische Vorstellungen im Theater geboten und ein Kasperl-theater am Kongreßplatz ergötzte die Jugend. Johann Guoli aus Verona kündigte im September 1834 im Hofe des allgemeinen Krankenhauses eine peristeropädische Unterhaltung an, bei der dressierte Tauben verschiedene Kunststücke ausführten, über den Reif sprangen, Pistolen und Kanonen abschössen. Am 17. Juni 1836 kam der Professor der Geschwindmalerei Pochobraczky an und hatte bald so großen Zuspruch, daß selbst Erberg sich für seine Arbeiten interessierte. So weit die Briefe des Hauptmannes. Ein bescheidenes, liebenswürdiges Bild bieten sie aus der Zeit, da der Eilwagen noch verkehrte und der Postillon heitere Weisen blies. Wie zarter Lavendelduft aus den Schränken der Großmütter liegt ein Hauch der Herzlichkeit über diesen Blättern und das Leben damaliger Zeit hebt sich wie eine feine Silhouette ab gegen das Drängen und Hasten von heute. Es war eine traulich-behagliche Zeit und die alten Damen der heutigen Laibacher Gesellschaft haben uns noch einen Schimmer jenes harmonischen Lebens bewahrt, das unwiederbringlich in die Ewigkeit verronen ist und nicht mehr wiederkehrt. Kleine Mitteilungen Aus Krainburgs Vorzeit. Der in der Carniola 1908 S. 213 von Dr. J. Zmavc geschilderte Fund ist darum so erwähnenswert, weil bereits im Jahre 1893 in dessen nächster Nähe Gräber aus der älteren Hallstattperiode aufgedeckt worden sind, über deren wertvollen Inhalt in den Izvestja 1893 S. 80 nur eine kurze Mitteilung gemacht worden ist, obwohl der Fund eine ausführlichere Erörterung verdient hätte. An eisernen Gegenständen wurde nur ein Tüllenbeil mit geschweiften Seiten und Öhr gefunden. Alle anderen Objekte sind aus Bronze, ein länglicher Haken, das Bruchstück einer Schmucknadel (Länge 13 cm), eine dreifach gegliederte Kopfnadel (Länge 13 cm), deren Köpfe mit schrägen Kerben verziert sind und eine 30 cm lange Nadel. Besonders bemerkenswert aber sind die Fibeln. Zu den ältesten gehören drei glatte zweischleifige Bogenfibeln, bei denen der Bogen mit einer doppelten Wendung in die Nadel übergeht; an einer Nadel hängt ein kleiner glatter Ring. Diese Fibelform ist eine der ältesten in den Nekro-polen Krains. A. B. Meyer (Gurina S. 16 f.) betrachtet sie wegen der zweiten Schleife beim Nadelhalter als alpine Lokalform und Produkt der heimischen Industrie, da sie in Italien nicht vorkommt. Als eine Abänderung der einfachen Bogenfibel ist die besonders in Watsch häufig vorkommende Knotenfibel zu betrachten, die im Krainburger Funde in drei Exemplaren vorhanden ist. Auch diese Fibel ist in Krainburg zweischleifig und hat eine doppelte Windung beim Übergange in die Nadel; an einer hängt ein glatter Ring und ein hohler Bronzeknopf, bei der zweiten ist ein kleiner Ring auf einen Knoten gepreßt und in den Vertiefungen zwischen den Knoten sind zarte rillenförmige Verzierungen angebracht. Die dritte Knotenfibel ist hohl und ein eiserner Kern in die bronzene Hohlform gegossen. Eine zweite Abart der Bogenfibel ist die Kahnfibel, die durch Verdickung des Bogens gebildet wurde. Der hohle Bügel der Krainburger Kahnfibel ist, wie die meisten Fibeln dieser Form, mit parallelen Strich-bändern verziert, zwischen denen Bänder im Zickzack laufen. Die von Dr.Zmavc beschriebene Kahnfibel unterscheidet sidi von der soeben erwähnten sowohl durch ihre kleine Form, als auch durch die S dm urförmige Verzierung des Bügels. Auch ist sie bereits einmal repariert gewesen. Die Nadel samt der Sehne war abgebrochen und durch eine eiserne ersetzt worden. Die Nadelrinne ist lang und hat einen breiten Falz, das abgebrochene Ende dürfte in einen Knopf geendigt haben. Die Certosafibel des Fundes vom Jahre 1893, die Fibel der jüngsten Hallstattzeit, steht außer allem Kontakt mit den übrigen. Ihr gerippter Bügel ist .mit breiter Spiralachse und breit ausladender Sehne versehen. An der Nadel .hängt ein mit sechs Zacken speichenförmig besetzter Ring. Aus diesen, größtenteils der frühen und mittleren Jlallstattperiode angehörenden Funden läßt sich entnehmen, daß der Begräbnisplatz der Bewohner Krainburgs in jenen Zeiten an der Stätte des heutigen Friedhofs gelegen war. In der jüngsten Hallstattzeit und der La Tene Periode wurde er an die Saveterrasse unter dem heutigen Sebastianikirchlein verlegt wie die gelegentlich der Durchforschung des völkerwanderungszeitlichen Gräberfeldes gemachten Funde dieser Periode darlegen.1 Aus dem von Dr. Zmavc im Jahre 1903 untersuchten Teile des langobardischen Gräberfeldes gehören der Hallstattperiode an ein Tüllenbeil aus Bronze, die Schlangen- und Armbrustfibeln (Jahrbuch 1905 S. 269 Fig. 234), die Certosafibeln (Fig. 227, 230) und die eisernen Tüllenbeile (Fig. 228, 231), aus der La Tene Periode stammt die eiserne Fibel (Fig. 226). Die von mir zum Abschlüsse gebrachte Durchforschung ergab die Ausdehnung der prähistorischen Nekropole fast bis zur nordwestlichen Grenze des frühmittelalterlichen Gräberfeldes. Dafür spricht der Fund der Certosafibeln (Grab 54, 100 und 170), einer weiteren Certosafibel mit Widderkopf am Nadelhalter (Grab 38), einer silbernen Fibel der jüngsten Hallstattzeit mit dem Greif (Grab 200), der La Tene Fibeln (Grab 37, 170, 189, 204), des Bronzeanhängsels (Grab 72), des Armreifes (Grab 35), sowie der prähistorischen Haarnadeln (Grab 1, 52, 62, 121, 129). Da man nur zerstreute, in der Nähe völkerwanderungszeitlicher Gräber befindliche Einzelfunde gemacht hat, ist jedenfalls das vorgeschichtliche Totenfeld von jener Bevölkerung Krainburgs, die zuletzt diesen Friedhof benutzte, umgegraben worden. Da auch aus der Zeit der römischen Besiedelung des Landes Überreste in Krainburg (Ort unbekannt, jedoch nicht der heutige Friedhof) gefunden worden sind (oberer Rand eines Mörsers mit einer rohen Kopfdarstellung, eiserne Messer, Nägel, Meißel und Bruchstücke von Bronzesägen cf. Mitteilungen der k. k. Zentralkommission 1894 S. 184), so ist die Besiedelung des altehrwürdigen caput Carniolae an dem von der Natur so vortrefflich befestigten Orte in allen vorgeschichtlichen Epochen gewährleistet. Dr. Walter Šmid Fund alter Münzen in Unter Straža bei Rudolfswert. Am 7. April 1909 stieß der Bauer Johann Kisovec in seinem Weingarten beim Ausgraben einer alten Rebenwurzel auf einen mit silbernen und goldenen Münzen angefüllten Topf. Obwohl ein Teil der Münzen sofort nach Bekanntmachung des Fundes von Kauflustigen erworben worden war, konnte ich durch Umfrage so ziemlich die meisten Präge ermitteln. Der grüßte Teil des ungefähr 140 Stücke enthaltenden Schatzes enthält Silber-münzen der venezianischen Republik des 16. Jh. Das älteste Exemplar ist eine Lira des Dogen Pietro Lando (1539- 1545) mit dem Münzmeisterzeichen FZ-. Die meisten Münzen stammen jedoch aus der Zeit der Dogen Alvise Mocenigo I und Nicolö da Ponte- ■ Vom Dogen Alvise Mocenigo I (1570-1577) »zählte ich 34 Stücke Quarto di Giustina zu 40 Soldi mit dem Bild« "de/ hl. Justina auf der Rückseite und der Umschrift MEMOR '•Vgl./in- das nachfolgende Zmavc, Das Gräberfeld im Lajh bei (in) Krainburg, «im Jahrbuch der k. k. Zentralkommission N. F. II Sp. 233 ff und Šmid, Die Reihengräber von Krainburg im Jahrbuch für Altertumskunde 1907 S. 55 ff. ERO TVI JVSTINA VIRGO und 6 Stück Ottavo di Giustina zu 20 Soldi mit den Münzz. -St-D-, XMxCx, XM-CX, -M-C-, B- C-, -M-S-, XBXPX, •BP-, XFXBX, XFXLX, XZXLX (vgl. dazu Kollektion Windisch-Grätz II 469). Vom Dogen Sebastiano Venier (1577 — 1578) sind nur Exemplare zu 40 Soldi vorhanden, mit den Münzz. XF-BX, -H-M- und -ZxLX. Von den Münzen des Dogen Nicolö da Ponte (1578 — 1585) sind vor allem erwähnenswert die großen Mezza Giustina maggiore zu 80 Soldi (14 Exemplare) mit den Münzz. XPXCx, XD-GX, XAxDX, XAXLX, ferner 13 Stück Quarto di Giustina und 6 Stück zu 20 Soldi mit den Münzz. XH-MX, xF-QX, XP-CX, XMA-Cx. Vom Dogen Pas-quale Cicogna (1585- 1595) kommen vier Stücke zu 20 Soldi und ein Stück zu 40 Soldi mit den Münzz. XMxDX, XM-DX, -MxDX, XAXBX und XF-QX vor. So stellt sich ein ungefähres Bild der venezianischen Münzen des Fundes dar, von denen ich leider kaum zwei Drittel eruieren konnte. Die fünf Goldstücke des Fundes dagegen sind zum Teile älter. Es sind zwei Goldgulden des Königs Matthias Corvinus (1464—1490) von Ungarn, der eine Florenus in Nagybanya, der andere in Kremnitz geprägt, ein Goldgulden des Erzbischofs von Salzburg, Leonhard von Keutschadi, vom J. 1500, ein Dukaten des Erzbischofs Johann Jakob von Kuen Belasy (1560- 1583) vom J. 1580 und ein Doppeldukaten des Erzbischofs Georg von Khuenburg (1586- 1587) vom J. 1587. Aus diesem Funde kann man ersehen, wie lange sich beliebte Münzen von gutem Schrot und Korn unter dem Volke erhalten haben, die Münze des Ungarnkönigs Matthias, von der das Volkslied sagt: „ta zlat je kova znanega, Matjaža kralja samega", und die Salzburger Münzen Leonhards von Keutschadi, nadi dessen Rübensdiilde die Scheidemünzen (Rübengroschen und Rübenkreuzer) unter dem Volke allgemein „repar" genannt wurden. Anderseits zeigt aber das Überwiegen der venezianischen Silbermünzen, wie groß der merkantile Einfluß der Königin des Meeres in unseren Ländern gewesen ist, denn es ist das nidit der einzige Fund von Venedigs Münzen. Vor zwei Jahren fand man in Tschernembel eine große Anzahl der Mardietti (Silbergroschen) vom Anfang des 17. Jh. Wenig früher, am Ende des 16. Jh., wird der Schatz von Unter Straža, wahrscheinlich in Zeiten der Türkennot, dem Schutze der Erde anvertraut worden sein. Dr. Walter Smid Der LoibelpnU. Seit dem Sommer des Jahres 1908 ist Neumarktl j durch eine Bahn mit der übrigen Welt verbunden. Dadurch hat der ohnehin schon stockende Verkehr über den Loibelpaß fast gänzlich aufgehört. Am freundlichen St. Anna, an der wildromantischen Teufelsbrücke vorüber nach dem altehrwürdigen St. Leonhard auf der Kärntner Seite wird nur der Tourist und einsame Wege liebende Wanderer pilgern und die ehedem von Saumrossen und Reihen von Fuhrwerken belebte Straße wird vereinsamen. Es gewährt einen eigenen Reiz, in solchem Augenblicke Rückschau zu halten auf die Blüte und die Schicksale eines bedeutenden Weges, der nun der Stille anheimfallen wird. Der Loibelpaß (1370 Meter) wurde sicherlieh schon in vorgeschichtlichen Zeiten von wandernden Kaufleuten begangen. Sichere Kunde seiner Benützung wird uns erst in der Römerzeit. Der alte römische an mehreren Stellen von der jetzigen Straße abweichende Saumpfad ist jetzt noch in seinem ganzen Verlaufe deutlich sichtbar 1 und entlang desselben wurden drei römische Votivaltäre entdeckt, der sicherste Beweis des Verkehres über den Loibel.2 Inschriften geben kund, daß zwei Altäre von Angehörigen der Familie Tapponia Macrina der Göttin Belestis geweiht worden sind, die man mit Belenus, dem in Klagenfurt und um Aquileja verehrten Schußgott der norischen Eisenminen, zusammenzustellen pflegt. Diese Widmungen verraten uns, daß der Loibelpaß vornehmlich wegen der Nähe 'der Eisenerzlager benützt wurde. Die Steilheit des Gebirgspasses hielt jedoch die Römer von weiterem Ausbaue ab, um so mehr, da vom wichtigsten Handelsemporium für die östlichen Alpenländer, Aquileja, der bequeme Paß von Safniß nach Villach (Santicum), Virunum und weiter nach Norikum führte. Unser Paß wird auch im Itinerar des Antonin und j Hieronymus nicht erwähnt. Hißinger hat zwar die Meinung verfochten, daß die in der Peutingerschen Tafel verzeichnete Route Aquileja-Via Bellojo-Larice-Santico-Virunum über den Loibel führte, da er irrigerweise Santicum (St. Martin bei Villach) mit Krainburg identifizierte.3 Auch die Karte von Norikum im C. J. L. III Suppl. II Nr. VIII, verzeichnet nur einen Saumweg, der von Emona nach Krainburg und über den Loibelpaß nach dem Zollfelde führte. Aus dem Dunkel des wenig schreibseligen Mittelalters taucht der Name des Loibelpasses erst um die Wende des Jahrtausends hervor. Die ersten urkundlichen Erwähnungen deuten jedoch darauf hin, daß der Verkehr über den Paß sehr rege war. Der Biograph der Gräfin Hemma von Friesach und Zeltsdiach, Gemahlin Wilhelms Grafen vom Sanngau, erzählt, daß sie auf die Nadiridit von der Ermordung ihrer Söhne aus der unteren Gegend (wahrscheinlich aus Nassenfuß oder Gurkfeld) über den Loibel nach Kärnten geeilt sei.4 Häufiger nennen die Urkunden des 13. Jahrhunderts den Möns Leybel (auch Leuvel, Levvel, Lovl, Livbel, Luebel mons genannt), der im Besitze der Kärntner Herzoge erscheint, die hier jedenfalls eine Wegmaut erriditet hatten. Im Jahre 1260 hielt der Freisinger Bischof Konrad mit seinem Amtmanne Wernher von Bischoflack Abrechnung „sub monte Levbel".6 Früh erwähnt wird die Kirche auf dem Bergrücken, geweiht dem Befreier der Gefangenen und dem Viehpatron der Ostalpenländer, dem hl. Leonhard, den man besonders an solchen Orten verehrte, an denen wegen großer und regelmäßiger Viehtriebe Gefahr des Ver- Dieser Aufsatz - hier erweitert und vervollständigt — erschien bereits in der „Laibadier Zeitung" 1907 Nr. 194 bis 197. 1 Mitteilungen der Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale 1885 S. LXXVI. 8 Corp. inscr. lat. III n. 4773 und 11 539 und Carinthia 1903 S. 13 f. 3 Mitteilungen des histor. Vereines für Krain 1856 S. 20 und 1859 S. 14. 4 llißinger in den Mitteilungen des histor. Vereines für Krain 1859 S. 15 nach Bollandi Acta Sanctorum zum 27. Juni. 1 Schumi, Urkundenbueh II 295. Oarnloli i»n» IM u, IV 11 sehleppens der Viehseuche bestand.1 Dieses Kirchlein schenkte der Patriarch Berthold von Aquileja im Jahre 1239 dem Stifte Viktring, dem bereits das Patronatsrecht über die Kapelle vom Markgrafen Heinrich IV von Istrien verliehen worden war und legte ihm dafür unter anderem auch die Verpflichtung auf, dag bei der Sankt Leonhardskirche ein Klosterbruder die armen Reisenden gastlich aufnehme und das Kloster für die Instandhaltung der Wege und Brücken sorge.2 Dem Stifte wurde auch die Anlage von Neubrüchen am Berge besonders zur Ernährung der durchziehenden Herden gestattet; dies bestätigt Peez' Ansicht, dag bei St. Leonhardskirchen eine Art Viehschau und Prüfung der Gesundheit der Tiere gebräuchlich war.1 Auger Neubrüchen und Huben erhielt noch das Stift von Swiker von Hollenburg zwischen den Jahren 1220 und 1224 die seit dem Anfange des 12. Jahrhunderts sicher nachweisbare Draubrücke bei Hollenburg als Geschenk unter der Bedingung des freien Überganges für jedermann.8 Damit die Mönche das Loibelhospiz, das sie auger einem Hospital in Kirschentheuer an der Drau versahen, leichter unterhielten, schenkte Herzog Bernhard von Kärnten (1202 bis 1256) im Jahre 1253 dem Kloster Land und Wald zwischen dem Kleinen Loibel und dem Zapotnicabadie bis Ferlach.4 Da jedoch von St. Leonhard bis Unterbergen der Weg einsam durch Wälder und neben Abgründen dahinlief, wurden die Reisenden häufig von Räubern angefallen und getötet. Um diesem Unfuge zu steuern, übergab Herzog Heinrich, König von Böhmen, im Jahre 1330 den Wald und die St. Magdalenenkapelle in der Zapotnica dem Stifte Viktring unter der Bedingung, dag dort ein Geistlicher wohne und Pilger bei sich aufnehme.6 Auf ähnliche Weise wurde auch auf der Krainer Seite für gute Weg-und Sicherheitsverhältnisse Vorsorge getroffen. Auch hier war es ein Kloster des Landes, dem wie Viktring die Obhut des Passes übertragen ward. Am 12. März 1261 bestätigte Herzog Ulrich von Kärnten dem Stifte Sittich den Besitz des bereits früher von der Herzogin dem Kloster geschenkten Marktes Loibel (forum Lubelino), damit dort ein Hospiz für arme Reisende errichtet werde,6 und bereicherte diese Vergebung im Jahre 1268 durch Schenkung der Neubruchzehente am Fuge des Berges.7 Das Hospiz, das infolge dieser Schenkung erriditet worden sein dürfte, bestand jedenfalls nicht lange. Wie die einheimische Sage berichtet, wurde der am Fuge des Košutaberges gelegene sechs Kilometer vom heutigen Neumarktl entfernte Markt Loibel (im Volksmunde Alter Markt genannt) durch einen Bergsturz und darauffolgende Überschwemmung zerstört; die Einwohner retteten sich rechtzeitig und gründeten Neumarktl.H Diese Tra- I Peez, Erlebt erwandert I S. 79 und Peez, Tierseuchen und die Leonhardikirchen der Ostalpen in den Mitteilungen der Anthropolog. Gesellschaft 1893 S. 193 ff. » Jaksch, Monumenta Carinthiae IV/l S. 270 Nr. 2184. 8 Jaksch, Mon. Car. IV/l S.109 Nr. 1809. 4 Jaksch, Mon. Car. IV/l S. 448 Nr. 2554. II Viktringer Kopialbuch N. IV Fol. 52. 1 0 Schumi, Urkundenbuch II 216. 7 Schumi, Urkundenbuch II 299. 8 Näheres darüber bei Sduimi, Über den Untergang des einstigen I Marktes Loibl und den Abflug des Steinersees (ca. 1320), Ardiiv II 215 ff. dition dürfte historischen Tatsachen entsprechen; der Abbruch des südöstlich vom Loibel befindlichen Košutaberges ist noch heute kennbar und ich stehe nicht an, diese Katastrophe mit Erdbodenbewegungen, deren Folge auch das Abfliegen des Steinersees und der Absturz des Dobrač im dreizehnten Jahrhunderte waren, in Zusammenhang zu bringen. Der Markt Loibel bleibt verschollen; im Jahre 1320 wird schon Neumarktl (oppidum novum) genannt.1 Zusammenhängendere geschichtliche Nachrichten über den Loibelpaß segen erst im 16. Jahrhunderte wieder ein. Wie wir aus den spärlichen Notizen ersahen, war der Verkehr ziemlich rege. Der Transport des Eisens aus Kärnten nach Krain, Fiume und Triest, die Einfuhr von Salz, Öl und Wein, Südfrüchten und Kolonialwaren aus den südlichen Gegenden werden den grögten Teil des Verkehres bestritten haben. Die Lasten wurden grögtenteils als Säume mit Rossen weiterbefördert, da die Strage für den Wagenverkehr zu schlecht war. Da jedoch der Pag infolge seiner schlechten Beschaffenheit den erhöhten Anforderungen des Verkehres nicht mehr genügte und der Verfall der Strage den Schleichhandel begünstigte,2 wandten sich die Stände Krains und Kärntens, denen seit Friedrich III und Maximilian I die Erhaltung des Passes oblag, im Jahre 1551 an König / Ferdinand I in Graz, der die Einkünfte einer Maut in Unter-Loibel bezog, mit der Bitte, durch Beiträge aus den Mauteinkünften zum Baue einer Strage über den Loibel mitzuwirken.3 Der Bau der Strage, an dem die beiden Landschaften mit 9000 Gulden beteiligt waren, während der Erzherzog das Übrige der auf 20.000 Gulden veranschlagten Kosten bestritt, dauerte fast zwanzig Jahre, da man aus Sparsamkeitsrücksichten nur im Winter arbeitete. Aus einem Berichte vom Jahre 1566* der mit dem Straßenbau betrauten kärntnischen Kommission, die aus dem Landeshauptmann Georg von Khevenhüller, dem Vizedom Georg von Paradeiser und dem Burggrafen von Klagenfurt Leonhard Welger bestand, ersehen wir, wie der Stragenbau geführt wurde. Bauunternehmer war der herzogliche Mauteinnehmer in Unter-Loibel, Johannes Schnelko, zugleich Besiger mehrerer Werkgaden (Hammerwerke) dortselbst; als Werkmeister fungierten der im Stragenbau erprobte Leonhard Brandstetter aus Eisenerz und der Klagenfurter Tischlermeister Hanns Freyman, der auch ein hölzernes Modell der Pagstrage angefertigt hatte. Italienische Maurer und Loibeler Knappen führten die Arbeit aus; die Bauern der Nachbarschaft leisteten Robot. Da man die Pulversprengung damals wahrscheinlich noch nicht kannte, griff man zu dem im Mittelalter üblichen gewöhnlichen Mittel, zur Mürbemachung des Felsens durch Feuer. Über dem gefrorenen Felsen wurde ein groger Holzstoß angezündet, der durch Hiße und Wasser erweichte Kalkstein weggegraben, abermals ein Holzstoß angezündet und die Felsstücke weggeräumt. 1 Schumi, Urkundenbuch II 216. 2 Müllner, Geschichte des Eisens I 704. 3 Akten des Vizedomarchives im Landesarchiv Fasz. 137. Vgl. für das Folgende audi Koblar, Cesta čez Ljubelj in den Izvestja muz. društva 1893 S. 218 ff. 4 Archiv der krainischen Stände im Landesarchiv zu Laibach Fasz. 527. Mit Beginn des Jahres 1573 wurde die Straße auf der kärntner Seite fertiggestellt. Den Mesnern von St. Leonhard und St. Magdalena wurde die Reinigung und Instandhaltung der neuen Strage gegen angemessene jährliche Entschädigung übertragen; die Nachbarschaft war zur Hilfeleistung verpflichtet. Auf der krainer Seite wurde die Strage erst im Jahre 1575 vollendet. In elf Serpentinen stieg die Strage von St. Anna an ungefähr bis zur Höhe, über die man jedoch die Strage nicht führen wollte oder konnte und daher einen Tunnel unter der Spige durch den Felsen schlug. Dieser Durchgang, nach Valvasor (Ehre des Herzogtums Krain IV 558 ff) ungefähr 150 geometrische Schritte lang, 12 Werkschuhe hoch und neun breit, war teilweise mit Steinen ausgemauert und gewölbt, teilweise aber schachtartig mit Holz ausgesparrt.1 Durch diese Felsenpforte zog im Jahre 1578 das kärntnische Aufgebot unter Georg von Khevenhüller mit einer Anzahl Achtzehnpfünder und Bombenmörser, um vereint mit Krainern und Kroaten die bosnische Grenze zu säubern.2 Schneelawinen und Hochwasser schädigten jedoch bald die Strage, so dag man schon im Jahre 1579 alle elf Kehren von St. Anna bis zur Höhe fast gänzlich wiederherstellen mußte; die hölzernen Piloten mußten herausgenommen und steinerne Unterbauten aufgeführt werden. Die Mauer beim Tunneleingang auf der krainischen Seite stürzte ein und mußte neu eingewölbt werden, große Reparaturen also, für deren Kosten im Betrage von 1040 fl. zu gleichen Teilen der Erzherzog und die krainischen und kärntnischen Stände aufkamen. Die beiden Landschaften erhielten für ihre Beitragsleistungen das Recht, je eine Maut aufzustellen. Die Kärntner stellten ihren Schlagbaum in Unter-Loibel auf und bestimmten, daß man von einem Saumpferde oder einem Frachtwagen zwei Kreuzer Maut einheben solle. Die Krainer errichteten eine neue Brücke und Maut in Neumarktl. Bei dieser Maut zahlten die Kärntner von einem Saum Wein vier Pfennig; trogdem erhielt die krainische Landschaft in den Jahren 1581 bis 1583 allein an Mautgeld vom Wein 732 Gulden (von 43.920 Saum Wein), und die gesamte Maut der genannten Jahre betrug 1127 Gulden 17 Kreuzer und 2 Pfennige, ein Beweis des lebhaften Verkehres über den Loibel. Die Fährlichkeiten eines winterlichen Überganges über den Loibel schildert uns Peter von Wagen,3 der am 1. Jänner 1606 „von Krainburg auf Kirsdientheuer geritten und alldort über Nadit geblieben und nindert abgesessen, allein beim Trog am Leobl, da ein Paum von einer Lau (Lawine) überm Weg gelegt worden, ich die Oest (Äste) mit meiner Wer (Schwert) abhauen und die Roß über die Lau führen lassen müssen". Am 8. Jänner kehrte er wieder über den Loibel zurück nach Krain und verehrte fünf Schauflern und Wegmachern 20 Kreuzer. Diese winterlichen Beschwerden und die Steilheit des Weges brachten Valvasor (Ehre Krains II 170) auf den Gedanken, gleidi bei St. Anna einen Tunnel bauen zu lassen, durch den man hätte reiten und fahren 1 Abbildung in Valvasor, a. a. O. II 170. 2 Aelschker, Geschidite Kärntens II 1056. 3 Kaspret, Aus dem Tagebuche eines krainischen Edelmannes (1606 - 1608) in den Mitteilungen des Musealvereines für Krain 1895 S. 58 f. können und dessen Ausgang bei St. Leonhard gewesen wäre. Valvasor hatte das Terrain bereits abgemessen, einen Plan ausgearbeitet und der Regierung in Wien vorgelegt. Für seine Mühe und Auslagen verlangte er vom Kaiser „einen ewigen Zoll" und Beitragsleistungen. Da jedoch in Wien zu dieser Zeit eine Seuche herrschte, wurde der abenteuerliche Plan nicht weiter in Erwägung gezogen. Eine erhöhte Bedeutung gewann der Loibelpaß im 18. Jahrhunderte, als infolge der Handelspolitik Kaiser Karls VI Triest im Jahre 1725 zum Freihafen erklärt wurde und der Verkehr durch den Bau und die Ausbesserung zahlreicher neuer Straßen besonders in den Triest zunächst gelegenen Provinzen sich hob. Ein kaiserlicher Befehl ordnete schon im Jahre 1717 die Verbesserung der Straßen an, und eigene kaiserliche Kommissäre wurden mit der Oberaufsicht betraut. Da die Straße über den Loibelpaß die kürzeste Route von Klagenfurt nach Triest bildete, wollte man sie als Hauptstraße ausbauen. Es wurden mehrere Kommissionen abgehalten, die unter besonderer Mitwirkung des landschaftlichen Ingenieurs Cornelio Mauro am 15. Dezember 1725 in ihrem Berichte wiederum auf den Plan Valvasors, den Durchschlag des Berges, zurückgriffen. Im Kostenvoranschlage war die Länge des Durchschlages mit 350 Klaftern angegeben; davon entfielen auf die Kärntner Seite 156 Klafter, auf die krainische 194 Klafter. Nach Schäßung des Oberhutmannes von Idria berechnete man die Kosten einer Klafter des acht Klafter hohen und breiten Tunnels mit 50 Gulden. Die Gesamtkosten des Durchschlages wurden mit 17.500 Gulden angegeben; die Wiederherstellungskosten der Straße wurden außerdem auf 30.000 fl. bemessen.1 Die übermäßigen Kosten sowie die Absicht des Kaisers, in Bälde persönlich in Kärnten und Krain zur Erbhuldigung zu erscheinen, verhinderten die Ausführung des Planes; man beschloß, die bisherige Straße zu restaurieren und zu erweitern. In den Monaten Juni und Juli des Jahres 1728 herrschte fieberhaftes Leben auf dem Loibel. 71 Fuhrwerke und 374 Arbeiter, deren Zahl vom 2. bis 28. August sogar verdoppelt wurde, waren bei der Instandseßung der' Straße beschäftigt. Die Straße wurde besonders an den Biegungen erweitert und an allen gefährlichen Stellen ein Geländer gezogen. Ebenso eifrig arbeitete man auch in Kärnten, wo der St. Pauler Benediktiner Max Pilpach als Straßeningenieur fungierte. Den Durchbrach unter dem Gipfel des Berges, der seit längerer Zeit einzustürzen drohte, trag man ab und schuf derart einen 130 Meter langen und 3'4 Meter breiten Einschnitt in die Felswand, der noch heute als Straße benüßt wird. Um den geliebten Herrscher zu ehren, der dem Handel und Verkehr durch Anlage neuer Straßen neue Richtungen gewiesen hatte, beschlossen die krainischen Stände die Errichtung zweier Pyramiden an der Grenze.2 Hier wurde der Kaiser, der im Mauthause zu Unter-Loibel übernachtet hatte, am 25. August 1728 vom Landeshauptmann und obersten Straßenkommissär Wolfgang Weickhard Grafen von Gallenberg empfangen und zur Erbhuldigung nach Laibach geleitet.3 -- * 1 Illyrisches Blatt 1841 S. 66 f. a Die Inschriften bei Koblar a. a. O. S. 224 f. :l Erbhuldigungsactus im Herzogtum Crain, Laibadi 1739 S. 23 ff. Handel und Verkehr auf der Loibelstraße. Über die Loibeler Verkehrs- und Handelsverhältnisse bietet eine gute Übersicht die Beschwerdeschrift der krainischen Städte und Märkte, die am 6. April 1551 König Ferdinand I unterbreitet wurde.1 Danach war der Handelszug sowohl für das steirische Roheisen, das bis Friedrich III auf gebundener Route durch Kärnten, St. Veit oder Völkermarkt über Loibel oder durch das Kankertal nach Kroatien und Italien gefrachtet wurde,2 wie auch für die kärntnischen Erzeugnisse von der alten Weglinie abgewichen. Italienische, besonders venezianische und neapolitanische Gesellschaften (vor allen die Terceria in Neapel) hatten den Transport des Eisens über Villach und Pontafel nach Fiumicella in Oberitalien gelenkt, da es in Kärnten billiger gekauft wurde und auch die Mauttarife unterwegs billiger waren. Man zahlte in Kärnten von einem Meiller Eisen 55 Kreuzer I Aufschlag,3 in Tarvis und durch das Kanaltal aber keine Gebühren. Führte man aber das Eisen durch Krain nach den altgewohnten Niederlagsorten (Portten) Triest, Duino (St. Johannes) oder Fiume (St. Veit am Phlaumb), zahlte man vom Meiller in Krainburg 2 Kreuzer und 2 Pfennig Brückenmaut, an Wassermaut zu Laibach 19 Kreuzer, wozu noch ein Neuaufschlag von 20 Kreuzer kam. In Oberlaibach verlangte man wieder einen Kreuzer, in Alben, Landol, Senožeče, Hülben von jedem Saum 12 Bähen, so daß von einem Meiller Eisen in diesen Orten im ganzen 30 Kreuzer zu zahlen waren. In Triest (oder Fiume) war wiederum an Gebühren zu entrichten für Quarantäne am Land 20 Kreuzer, am Meere 25 Kreuzer, der Zuschlag (Steigerung) von 12 Kreuzern und an Maut 8 Kreuzer. Man mußte also auf diesem Wege 2 Gulden rhein. W. 18 Kreuzer und 1 Pfennig mehr an Tarifen von einem Meiller Eisen zahlen als auf der Straße durch das Kanaltal nach Fiumicella. Da nach einer früheren Verordnung nur soviel Eisen über Villach durchs Kanaltal gebracht werden durfte, als die dortigen Werke verarbeiten konnten, litt der krainische Zwischenhandel empfindlich und es fielen viele Saumfahrten aus, da auch die Gegenfuhr anderer Kaufmannswaren, z. B. öl, Mandeln, Weinbeeren, Feigen, Speze-reien und „dergleichen Fastenspeise" viel geringer wurde. Deswegen wehrten sich die Krainer auch gegen den Ausbau der Straße über den Predil und durch Flitsch und befürworteten die Instandseßung der Loibeler Straße, um so mehr, da nach dem Jahre 1551 in Unter-Loibel zwei große und drei kleine Streckhammer von Klagenfurter Bürgern — darunter Hanns Schnelko — errichtet worden waren. Neben der ausländischen Konkurrenz machte sich auch die Türkennot bedenklich fühlbar, da der Handel nach Kroatien ganz darnieder lag und die infolge der vermehrten Kriegslasten erhöhten Forderungen an Geld und Mannschaft den Handel und Verkehr drückten. Seit dem Jahre 1559 verlangte man dazu noch ausnehmend hohe Mautaufschläge, deren Gesamtsumme von Loibel bis Triest (oder Fiume) 5 Gulden 13 Kreuzer und 1 Vizedomarchiv 137/8. 2 Dimiß, Geschichte Krains II 49. 3 Meiller (aus milliarius) - 1000 Pfund oder 10 Zentner deutschen Gewichtes; beim Handel nach Italien hatten die krainischen Kaufleutc einen Gewinn, „nachdem das Triestiner oder welsche Gewicht des Meillers um 160 Pfund weniger als das deutsche Gewidit hält". 2 Pfennig vom Meiller betrug.1 Ein Zentner Eisen wurde im Jahre 1562 auf den Märkten in Kärnten um 1 Gulden 54 Kreuzer erhandelt; nach Zusehlag aller Mauten und Aufsehläge kostete er in Triest oder Fiume 2 Gulden 48 Kreuzer. Durch die Anlage neuer Verbindungsstrafjen und die zielbewußte Handelspolitik Karls VI gewann der Verkehr über den Loibelpaß ungemein, da das steirische und kärntnische Roheisen auf diesem kürzesten Wege nach Triest und in die Levante befördert wurde. Einen harten Schlag erlitt der Eisenhandel durch das Verbot der Ausfuhr des Rauheisens aus Kärnten nach Neumarktl in die dortigen Stahlhammerschläge. Die Beschwerden der Kärntner Sensen- und Sichelschmiede seit dem Jahre 1741, die durch die Konkurrenz der Neumarktier sich immer mehr bedrängt fühlten, hatten das Verbot der Ausfuhr von Stahlfloßen seit den Jahren 1757 und 1759 zur Folge. Die Klagen gegen dieses Verbot von Seiten der Neumarktier wiederholten sich — allerdings ohne Erfolg — zuleßt noch im Jahre 1781. Die Kriegsläufte des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts — in den Jahren 1809 bis 1813 war der Loibel von Franzosen und Österreichern heiß umstritten — der Fall Venedigs, des alten Handels-plaßes, alles das wirkte lähmend auf den Verkehr über den Loibelpaß. Der Bau der Eisenbahnlinien trug das seinige dazu bei, daß der Loibelpaß immer mehr der Vereinsamung anheimfiel. Dr. Walter Smid Ein Beitrag zur Biographie Jakob Supans. Über die Jugendjahre Jakob Supans, des bekannten Dichters und Sonderlings, ist uns sehr wenig bekannt. Folgendes soll uns mit seinen Studien in Wien bekanntmachen. Nach den absolvierten theologischen Studien in Laibach wurde Supan, da er noch zu jung war, um zum Priester geweiht zu werden, nach Wien geschickt, um sich dort den Doktorhut zu holen. In Wien wohnte er bei den Piaristen, deren Rektor Lang den wißbegierigen Krainer sehr liebgewonnen hatte. Vgl. den Brief Kopitars an Zois vom 23. Jänner 1809, wo es heißt: „Prof. Supan ist ein so enthusiastischer Patriot, daß sein Convictdirektor, der ihn sehr liebt, nur Daten zum Lobe Krains aufsucht oder ihm abfragt, wenn er ihn aus seiner Melancholie, der er ehevor sehr soll unterworfen gewesen seyn, aufrichten will." 2 Nach Wien kam er im Jahre 1806, wo er sich an der dortigen Universität als „Candidatus theologiae" immatrikulieren ließ; wo er früher studiert hatte, ist nicht angegeben. In den Jahren 1807 und 1808 legte er die theologischen Prüfungen ab, und zwar am 1. September 1807 aus dem Bibelstudium, am 18. Februar 1808 aus der Kirchengeschichte und dem kanonischen Recht, am 18. Juni 1808 aus der Dogmatik, am 1. Dezember 1808 aus der Moral- und Pastoraltheologie; die ersten drei „unanimiter", die leßte bloß „pluralitate votorum adprobatus". Am 6. September 1809 1 Vgl. dazu Argo VIII. Jahrg. Nr. 2, 3, 6 und 7. s Aus den ungedruckten Briefen Kopitars an Baron Zois. Erhalten vom Herrn Dr. J. Prijatelj. hielt er seine Doktordisputation, wurde mit Stimmenmehrheit approbiert und am 9. September 1809 zum Baccalaureus und sodann zum Doktor der Theologie promoviert.1 Marn2 und alle übrigen, die über Supan geschrieben haben, führen das Jahr 1813 als das Jahr der Promotion an. Woher Marn diese Jahreszahl hat, ist mir unbekannt. Schon der zweite uns bekannte Brief Kopitars an Supan aus dem Jahre 1810 (25. Jänn., resp. 5. Febr.) führt den Titel: „A. Mr. l'abbe Jacques Suppan, Docteur en theologie".3 Schon am 12. September des Jahres 1809 verließ Supan Wien, um seine erste Stelle eines Kaplans bei der Stadtpfarre zu St. Peter in Laibach anzutreten. Interessant ist die Stelle, Supan betreffend, in dem ungedruckten Briefe Kopitars an Baron Zois. Es lautet dort: „Gestern ist auf einmahl unser brave Landsmann Supan mit dem Postwagen nach Hause gereist: sein Onkel wird ihn ohnehin bei E. G. aufführen. Nach näherer Bekanntschaft finde ich meine Besorgnisse, dag ihn die Intriguen der Ambition, wozu er viel Anlage hat, der reinem Liebe der Wissenschaft und des Slavismus untreu machen könnten, bestätigt: aber wenn er nur oft E. G. hört, so bin ich guten Muthes. Er hat schöne Sprachkenntnisse, und — weig beinah die ganze gelehrte Chronique scandaleuse: auch denkt er heller als seine Protectores, aber die Aussiditen der Ambition — werden seinem Charakter schaden." (Brief vom 13. September 1809.) Dr. R. Mole Vom Deutschon Grund. Am Deutschen Grunde, dem klassischen Boden, auf dem jegt die ehrsame Gilde der Krauterer ihren Kohl baut, sollen in kurzem Grundaushebungsarbeiten für den Neubau der Staats-gewerbeschule beginnen, die eine raschere Verbauung des Grundes zur Folge haben dürften. Eine Verbauung des Grundes war bereits vor 70 Jahren in Aussicht genommen worden. Erzherzog Maximilian, der Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ritterordens, der Eigentümer des Grundes ist, wollte im Februar 1836 selbst nach Laibach kommen, um über das bereits ausgearbeitete Projekt zu entscheiden. Es war die Schaffung einer „Maximiliansvorstadt" beabsichtigt. Der Grund wurde in 76 Parzellen geteilt, auf jedem Grundstücke sollte ein Haus, vom Garten umgeben, erbaut werden. Mitten durch den Grund sollte eine breite Strage vom Zoisischen Graben zur Triesterstrage durchgeführt werden.4 Doch der Plan zerschlug sich. 1 Aus der Univ. Matrikel XI. p. 780 ad a. 1806; Actus et tentamina fac. theol. 1807; Acta fac. theol. VI. p. 109. a Marn, Jezičnik XV 1877. 1 V. Jagie, Neue Briefe von Dobrowsky, Kopitar und anderen Süd-und Westslaven. 1897. S. 184. Vgl. auch die Seiten 187, 188 u. a. 4 Aus den Briefen des Hauptmanns Franz Franz an Baron Erberg; im Landesarchiv in Laibach. Wäre diese Idee verwirklieht worden, dann wäre eine kleine garten-reiehe Vorstadt in Laibach erstanden, deren Idyll bei späteren Bauten zu häufigerem Hausbau mit Gartengestaltung verlockt hätte. Und Laibach wäre eine freundliche Gartenstadt und hätte das bereits erreicht, was heutzutage alle Städte — mit Ausnahme Laibachs — in lobenswertem Eifer erstreben. An den weisen Stadtvätern von Laibach scheinen moderne Bestrebungen um Schaffung von Gartenstädten spurlos vorübergegangen zu sein, da sie Villenbauten, die aus dem Grün freundlich herausgrüßen würden, selbst in den Vorstädten mit Berufung auf die berühmte Laibacher Stadtregulierung strenge verpönen. Dr. W. Š. Adelsberg — eine Stadt. S. M. der Kaiser erhob am 9. Mai 1909 den Marktflecken Adelsberg zu einer Stadt. M. Pajk Ein Krähen-Albino. Jäger Oswald Facini sandte dem hiesigen Landesmuseum einen vollkommenen Albino von der Nebelkrähe, welchen er am 31. Juli in der Umgebung von St. Veit bei Sittich erlegt hatte. Das eingeschickte Exemplar ist ein junges c? mit bereits ganz reinweißem Gefieder, nur an der Stirn und unter den Flügeln sind graubraune Federn vorhanden. Die Augen sind rosarot, die Hornhaut an den Fügen rötlichschwarz. Die Maße des erwähnten Vogels sind nachstehende: Die Länge von der Schnabelwurzel bis zum Schwanzende 43 cm, die Flügelspannweite 86 cm, die Flügellänge 34 cm; der Schwanz ist 17 cm lang, die Schnabellänge beträgt von der Stirn bis zur Spiße über den Bogen 4' 8 cm. Einen Krähen-Albino, welcher sich in der naturhistorischen Abteilung des Landesmuseums befindet, hat im Jahre 1889 Graf Albin Margheri bei Wördl erlegt. Dr. Gvidon Sajovic Streifenringelnatter. Zum gleichnamigen Aufsäße des vorliegenden Carniolaheftes auf Seite 109 bis 111 habe ich folgendes nachzutragen: Als die Drucklegung der Carniola bereits fertiggestellt war, brachte Frau Baronin Edith Müller zwei lebendige Streifenringelnattern in das hiesige Museum, die Herr Artilleriehauptmann G. Veith auf dem Großkahlenberge gefangen hatte. Im großen und ganzen sind die Bemerkungen auf Seite 109 bis 111 auch für diese zwei Exemplare zutreffend, jedoch sind noch folgende Einzelheiten erwähnenswert: Das größere Exemplar — ein altes, ausgewachsenes Weibdien — ist 99'4 cm lang, das kleinere, ein Männchen, nur 68'3 cm. Beim P entfallen auf die Schwanzlänge 21'4 cm (ein gutes Vr»), beim c? dagegen 15'5 cm (bereits V4 der Totallänge). Bei der Pholidose variiert die Anzahl der Baudisdiilder. Es ergeben sich folgende Zahlen: beim P 172 Baudi-sdiilde und 71 Schwanzsdiildpaare, beim <3 173 Bauchschilde und 74 Schwanz-sdiildpaare. Die Grundfarbe der Rückenseite ist graubraun (Waldsdiuß-larbung), während die Farbe des im Gruberkanale gefangenen Exemplares eine grünlichgraue (Wasserschußfärbung) ist. Ein weiterer Farbenunterschied von den leßterwähnten Tieren ist bei beiden Exemplaren die starke Ausbildung der gelblichen Mondfledcen hinter dem Mundwinkel, weldie für die Ringelnatter charakteristisch ist. Die gelblichen Längsstreifen sind gut ausgeprägt. Das Farbenbild der Bauchseite ist beim p dasselbe, wie es auf Seite 110 besehrieben worden ist. Das (5 zeigt jedoch andere Farbenverhältnisse ; die ersten 27 Bauchschilde sind rein weiß, die folgenden 66 bläulichweiß mit bereits angedeuteten schwarzen Flecken, die übrigen sind weißschwarz gefleckt. Auch die Unterseite der Schwanzregion ist nicht vollkommen schwarz, sondern besigt weißliche Flecken. Das Weibchen legte in der Nacht 23 Eier, von denen 16 traubenartig zusammenklebten. Die Eier sind 25 bis 29 mm lang, 18 bis 20 mm breit. Das Gewicht der Eier beträgt 5' 5 bis 6" 4 g. — Nach der Angabe des Herrn Hauptmannes G. Veith, der ein Schlangenkenner ist, kommt die Streifenringelnatter auf dem Großkahlenberge häufig vor. Dr. Gvidon Sajovic Der letzte Mohikaner. Im Jänner des laufenden Jahres überreichte Herr Dr. Joh. Kosler der naturhistorischen Sammlung des hiesigen Landesmuseums einen prachtvollen männlichen Flußkrebs (Astacus fluviatilis Rond.), welchen er am 13. Jänner im Koslergraben auf dem Laibacher Moore bekommen hat. Die Gesamtlänge beträgt 32' 5 cm, davon entfallen auf den Schwanzteil 8' 9 cm. Der Umfang des Kopfbruststückes, in der Mitte gemessen, hat volle 14 "7 cm. Das erste Brustbeinpaar ist 21'5 cm lang und ist mit mächtigen Scheren bewaffnet, deren Länge 13 cm und Umfang 10 "3 cm betragen. Das sind wohl Maße eines Praehtexemplares, welches in der jeßigen Zeit für unsere Gegenden eine Seltenheit ist. — Vor Jahren waren die Krebse in Krain zahlreich verbreitet und weit bekannt. Unter ihnen waren gerade nicht die leßten jene aus der Laibacher Umgebung, welche die Schlupfwinkel des Laibachflusses, der Gradaščica, Ižica und anderer durch das Laibacher Moor fließender Bäche bewohnten. Nach den Angaben von Erjavec trug der Krebshandel dem Lande jährlich bei 40.000 K ein. Jeßt sind die Bäche und Flüsse in Krain an Krebsen sehr arm. In erster Linie ist daran die Krebspest schuld, die im Jahre 1876 zuerst in Frankreich auftrat und sich sodann auch nach dem Osten verbreitete. Einen großen Teil der Schuld an der Ausrottung der Krebse tragen auch die Bewohner, die einen rücksichtslosen Fang betrieben, wobei sie weder Junge noch eiertragende Weibchen schonten. Ein Vorgehen, das den ganzen Nachwuchs zerstörte und das leider noch heutzutage bei der so schon äußerst geringen Anzahl der Krebse nicht abgeschafft werden kann. Dr. Gv. S. Fundchronik. Ein Waff endepotfund der Hallstattperiode aus Teržišče bei Zirkniß. Auf der Nordseite des Ringwalles, auf dem bereits früher erfolgreiche Nachforschungen vorgenommen worden sind (cf. Deschmann, Eine heidnische Urnengrabstätte bei Zirkniß in Krain in den Mitt. der Wiener anthropol. Ges. 1878 S. 137 und Deschmann-Hochstetter, Frähistor. Ansiedlungen und Begräbnisstätten in Krain 1879 S. 4 f.), wurde Anfang Juni d. J. ein Depotfund unter einem Felsen gefunden, der aus einer großen Anzahl Lanzenspißen, zahlreichen Haumessern, Lappen- und Tüllenbeilen aus Eisen besteht. Den wertvollsten Bestand bildet ein Beil aus Bronze mit gravierten Lappen und ein Bronzehelm mit gering vertiefter Scheitelbahn und getriebenen Voluten als Zierde. Der Helm bildet eine seltenere Übergangsform zwischen dem Grathelme und dem Helme mit Doppelkamm. Der Fund gehört dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert an. Eine eingehende Beschreibung desselben wird im Jahrbuch für Altertumskunde veröffentlicht werden. Eine goldene norisdi-pannonische Flügelfibel aus den Steiner Alpen erwarb kürzlich das Landesmuseum aus dem Besiße des Herrn Oberlandesgerichtsrates Julius Polec. Die Fibel wurde im Jahre 1859 am Übergange von Krain nach Steiermark am sogenannten Krainer Rak von einem Hirten gefunden, zusammen mit einer gleichen, nur kleineren Fibel, die in die Sammlungen des k. k. kunsthistorischen Hofmuseums in Wien gelangt ist. Die Flügel sind zu einer Platte zusammengewachsen, auf der vier gegliederte Knöpfchen stehen. Der ziemlich breite Fibelkopf ist mit einem Plättchen verstärkt, das mit seinem Mittelhaken ein Hin- und Herbewegen der Spirale verhindert. Zwei runde Knäufe an den beiden Enden der Spiralachse erfüllen denselben Zweck. Das Nadelhalterblatt ist mit zierlichem Maßwerk gefüllt, auf dem drei pausbäckige Köpfchen angebracht sind. Die Ränder der Fibel sind mit einem zierlich in Granuliertechnik gearbeiteten Stäbchen beseht, die Rückseite des Nadelhalters und die Kopfplatte überdies zart graviert. Gewicht der Fibel 40'78 g. Ein Solidus der Justa Grata Honoria (417 bis 454) wurde ebenfalls aus dem Besiße des Herrn Oberlandesgerichtsrates Julius Polec erworben. Er wurde unterhalb der Pfarrkirche in Teiniß gefunden und bildet den legten Rest eines in alle Winde zerstreuten Goldmünzenfundes aus dem Jahre 1842, der ungefähr 300 Stück enthalten haben soll. Vs. D. N. IVST. GRAT. HONORIA P. F. AVG. Brustbild nach rechts, darüber eine Hand mit einem Kranze. Rs. BONO REI PVBLICAE Viktoria mit langem Kreuz nach links, darüber ein Stern; im Felde R V, im Abschnitte COMOB. CohVI" 1. (Vgl. Müllner, Antike Goldfunde um Stein, Argo VIII 39.) Von den sehr seltenen Münzen der Honoria besißt das Münzenkabinett des Rudolfinums noch einen Triens Coh. 5. Römische Funde bei der Villa Kmet in der Koliseum-gasse. Bei den Grundaushebungen wurde im Keller der genannten Villa in der Tiefe von zwei Metern das Skelett einer jugendlichen Person gefunden, das nach Norden orientiert war. Am Unterkiefer lag eine Mittelbronze des Kaisers Mark Aurel (161 bis 180), schlecht erhalten und von Covellin blau gefärbt. An Beigaben wurden ferner gefunden: Eine rote Firmalampe mit dem Töpfernamen FELICI, darunter ein Kranz, zwischen den beiden Füllöffnungen eine erhabene Dekoration; ein Topf mit ausladendem Bauche aus braungelbem Ton mit rotem Überzug, mit Rillen-und Kerbenreihen ornamentiert (Höhe 10'5 Zentimeter, der größte Durchmesser 15'7 Zentimeter); das Bruchstück eines gelblich braunen Gefäßes mit schmalem Boden; das Bruchstück einer braungelben Schale mit rotem Überzuge und Bruchstücke eines aniphorenartigen dickwandigen gelblich braunen und dicht mit Rillen verzierten Gefäßes. In der Nähe der Villa an der Ecke der Koliseum- und der Tomangasse (Gartenecke des „Narodni Dom") wurde ein Meter tief ein Ziegel- grab aufgedeckt, in dem Leichenbrand, ein Topf aus fein geschlämmtem roten Ton mit schmalem Fuß (Höhe 12'3 Zentimeter, der größte Durchmesser 10"9 Zentimeter) und eine Relieflampe, deren Darstellung bereits zerstört war, sich befanden. Ein römisches Gräberfeld in Rudnik bei Laibach. In geringer Entfernung von der Unterkrainer Reichsstraße kam beim Kilometer 5' 2 in Rudnik gelegentlich einer Erdabtragung ein kleines römisches Gräberfeld zutage. Es wurden vom Besißer des Grundes vier bis fünf Ziegel- und Freigräber aufgedeckt, deren Inhalt (ein rotbrauner einhenkeliger Krug, mehrere Töpfe und Schalen, zwei Firmalampen, davon eine mit der Töpfermarke FORTIS, zwei unleserliche Bronzemünzen [Mittel-und Kleinbronze] und ein kurzes, bauchiges Baisamarium) meist zerstört und zerstreut wurden. Weitere Nachforschungen des Landesmuseums förderten noch sechs Gräber zutage, die sich mit den früher erwähnten auf einem Terrain von 56 Quadratmetern Umfang befanden. Der Inhalt der einzelnen Gräber ist wie folgt: Grab 1 — Freigrab: längliches, am Ende kegelförmiges Baisamarium, ein zerbrochener eiserner Nagel, eine zerbrochene Firmalampe mit der Töpfermarke VIBIANI, ein zerbrochener rillenverzierter Topf aus rotem Ton, Leichenbrand. Grab 2 — Freigrab: ein zerbrodienes Töpfchen mit schmalem Fuß aus braungelbem Ton mit dunkelgrauem Überzug, ein zerbrochenes Baisamarium. Grab 3 — Ziegelgrab : 50 X 45 X 40 Zentimeter. Eine rote Firmalampe ohne Töpfermarke. Grab 4 — Freigrab: ein zerbrochenes Töpfchen aus rotgelbem Ton und eine rote Firmalampe CERIALIS. Neben dem Grabe lag frei in der Erde eine unleserliche Bronzemünze. Grab 5 — Freigrab: ein zerbrochenes größeres und ein kleineres Gefäß aus grobem Ton mit dichten Strichreihen bedeckt, eine Firmalampe mit unleserlidiem Namen, ein verrosteter eiserner Ring, ein länglicher vieredriger eiserner Gegenstand mit einem Haken und ein halbmondförmiges Anhängsel aus Bronze. Grab 6 — Freigrab: ein zerbrochener Topf aus braungelbem Ton mit dunkelgrauem Überzug und ein halbmond förmiges Anhängsel aus Bronze. Außerdem wurden frei Scherben eines lichtbraunen Gefäßes mit astähnlicher Verzierung (Lorbeerast?) gefunden. Aus dem Inhalte der erstgefundenen Gräber wurde noch ein silberner Fingerring erworben, dessen breite ovale Platte ein versdilungenes Händepaar zeigt und am Rande von einem erhabenen Perlenkreise umgeben ist. Das Gräberfeld, das sicherlich nodi mehr Gräber enthalten hat, liegt an der römischen Reichsstraße Emona - Siscia; in seiner Nähe traf man bereits mehrere römisdie Funde, so bei Kilometer 5'33 eine Bronzemünze des Traianus (vgl. darüber Premerstein-Rutar, Römische Straßen und Befestigungen in Krain, S. 19) und in der Nähe des zur Torfstreufabrik Škofljica führenden Weges 1 wurde ein Denar des Kaisers Augustus (Coh.1 47) gefunden. Dr. W. Šmid 1 Vgl. über die von Škofljica nach Brunndorf führende römisdie Moor-straße Leo Rundt, Straßenfunde im Laibacher Moore, S. A. aus der Zeitschrift für Moorkultur und Torf Verwertung 1905. Die Temperaturverhältnisse an der Oberfläche des Veldeser und Wocheiner Sees. Kürzlich veröffentlichte E. B r ü c k n e r in der Hettnersehen Geographischen Zeitschrift (Jahrg. 1909, Heft 6, S. 305 bis 315) eine Studie „Zur Thermik der Alpenseen und einiger Seen Nordeuropas". Auf Grund des gesammelten Materials unterscheidet Brückner zwei Typen von Alpenseen: a) Die einen sind an der Oberfläche im Sommer relativ kühl, im Winter warm, weisen also einen geringen Unterschied zwischen der Sommer- und Wintertemperatur auf; solche sind: der Genfer, Neuenburger, Hallstätter, Corner, Garda- und Wocheiner See. — b) Die anderen sind an der Oberfläche im Sommer wärmer, im Winter kälter; die Amplitude zwischen Sommer- und Wintertemperatur ist hier größer; solche sind: der Zeller, Luganer, Mill-stätter, Wörther- und Veldeser See. Jänner Februar Juni Juli August gj^rf Wörthersee 1-8° C 1-2 1-5 20-8 23-6 22-6 22-3 22-4 Veldeser See 2-9 2-4 2-6 18-3 21-6 21-6 20-5 19-2 Wocheiner See 3-1 2-6 2-8 13-0 175 17-7 16-1 15-1 Den Grund dieser Erscheinung sucht Brückner in der Stärke des Abflusses der Seen. Den Typus a) bilden Seen mit starkem, den Typus b) mit geringem Abfluß. Der Abfluß eines Sees führt stets das Oberflächenwasser fort; dies ist im Sommer das wärmste; dafür steigt aus der Tiefe kälteres Wasser empor. Darum haben Seen mit starkem Abfluß im Sommer kühleres Wasser. Im Winter dagegen befindet sich an der Oberfläche das kälteste Wasser; dieses wird fortgeführt und aus der Tiefe steigt wärmeres Wasser empor. Solche Seen sind also im Winter relativ wärmer. Beim Wocheiner See führt der mächtige Abfluß den Namen Jezernica; sie vereinigt sich mit der Mostnica zur Wocheiner Save. M. Pajk Literaturbericht Erzherzog Johanns „Feldzugserzählung1' 1809. Nach den im gräflich Meranschen Archiv erliegenden Originalaufzeichnungen mitgeteilt und bearbeitet von Hauptmann Alois Veltje. Supplement zu den „Mitteilungen des k. u. k. Kriegsarchivs". Wien 1909. Die Beschreibung des Feldzuges 1809 aus der Feder des Erzherzogs Johann war zum Teil schon früher bekannt; Hormayr und Zwiedineck-Südenhorst schöpften aus dieser reichen Fundgrube; doch die Jahrhundertfeier brachte einen wortgetreuen Abdruck des Werkes. Das Original befindet sich im gräflich Meranschen Archiv in Graz, umfaßt 22 meist vierseitig beschriebene Bogen und stammt aus dem Jahre 1810. Es enthält mehr als eine trockene Feldzugserzählung; „die politisdie Vorgeschichte des Krieges, all die Strömungen und Einflüsse, die sidi im Verlauf des Feldzuges am kaiserliehen Hofe, im Hauptquartiere des Generalissimus geltend machten, die langwierigen Verhandlungen, die zum Friedensschluß von Schönbrunn führten, und die Gegensäße, welche hiebei aufeinanderprallten, sind in den Kreis der Betrachtung, oft auch der persönlichen Kritik gezogen". Im folgenden sollen jene Stellen des Memoirenwerkes angeführt werden, die sich auf die Geschichte Krains im Jahre 1809 beziehen. Sie stimmen vielfach mit dem Tagebuche des Barons Zois überein (veröffentlicht im Laibacher Wochenblatt 1886 Nr. 315—320, vgl. auch Vrhovec, Iz domače zgodovine, Lj. Zvon 1894). S. 126: „FML. Zach hatte am 14. (Mai) den Isonzo beseßt. Major Ogrissovich war zu ihm gestoßen. Am 15. erschien der Feind und seßte bei Sagrado über den Isonzo, worauf Zach in die Stellung bei Präwald sich zog. Da stand bereits GM. Munkäcsy mit zwei Krainer Landwehrbataillonen. GM. Kälnässy zog damals über Tolmein und Idria, er hatte 1681 Mann Infanterie, 76 Pferde; am 15. langte dieser zu Podkrai an. Das ganze Korps des FML. Zach bestand größtenteils aus Landwehr und etwas wenig Linientruppen. Der Banus (Gyulai) war den 14. teils auf Wagen, teils zu Fuß mit den Seinen durch das Sautal gerückt und langte den 15. in Laibach an. Hier waren die Verschanzungen in voller Arbeit und, obgleich nicht geendet, so hatte doch der Major Jakardofsky, der die Errichtung derselben über sich hatte, rastlos gearbeitet. Ein Monat länger und günstigere Witterung und nichts hätte mehr gefehlt; so war manches noch zu machen, doch ließen sich Schloß- und Goldberg (= Golovec) halten, vorzüglich er-sterer, der mit allem versehen war. Das überflüssige Geschüß sandte der Banus nach Kroatien und gab Besaßung in die Schanzen (gemischte i Truppen, es waren 1 Bataillon Simbsdien1 schwach, 1 Bataillon Landwehr ebenso, 4 Kompagnien Szluiner2; zum Kommandanten den General Mo i teile, einen alten abgelebten Mann, dessen voriger militärischer Ruf vorteilhaft war. Am 17. wurde General Kälnässy in Podvell (= Podvelb) angegriffen und bis Loitsch zurückgedrückt; der Banus hatte den Oberstleutnant Collenbach dahin gesendet, um ihn aufzunehmen; dieser, zu schwach, wurde ebenfalls zurückgedrückt. Der Banus zog sich von Laibadi nach Marein und Weixelburg auf der Straße nach Neustädtl. Kälnässy zog sich nach Laibach, wo ihn General Splenyi aufnahm, der mit acht Eskadronen dort als Arrieregarde stand. Am 18. vereinigte sich Zach bei Marein mit dem Banus, den 17. wurde Präwald vom Feinde angegriffen und seine Angriffe abgewiesen; die Landwehren stritten gut. Als Zach erfuhr, daß Kälnässy Podvell und Loitsch verloren, verließ er seine Stellung und zog sich nach Zirkniß zurück; in den Schanzen bei Präwald ließ er zwei Linien-, ein Landwehrbataillon, die auf diese Art das Opfer wurden, ohne dem Ganzen etwas zu nüßen. Der Verlust bei Podvell und 1 = das krainische Regiment. 2 Sluin in Kroatien. Loitsch betrug an Offizieren, Gemeinen, Pferden: Tot 1 Offizier, 37 Gemeine; blessiert 93 Gemeine; gefangen 1 Offizier, 372 Gemeine; vermißt 58 Gemeine. Summa: 2 Offiziere, 560 Gemeine. S. 135 ff. . . . Der Banus stand am 19. mit der Stärke zu Neustädtl, hielt St. Marein beseßt, Splenyi war noch bei Laibach. Abermals erschienen 4000 Feinde bei dieser Stadt. Splenyi zog sich nach St. Marein zurück. Am 20. hatte der Feind Planina, Adelsberg, Zirkniß und Triest beseßt. Der Banus sammelte Insurgenten bei Agram und Karlstadt, eine Abteilung ließ er nach Vrbovsko rücken, um die Karoliner und Loitscher Straße zu beseßen. Zwei Bataillone Banalisten stießen dazu. Am 21. fiel Präwald, Mangel an Wasser und Munition zwang die Besaßung sich zu ergeben. Sie bestand aus 1 Garnisons-Bataillon, 1 Kordonkompagnie, 1 Bataillon Franz Karl, 6 Dreipfünderkanonen, 1 Neustädtler, 2 Triester, 3 Adelsberger Bataillonen und hatte Lebensmittel auf acht Tage. Major Cazzan und Ogrissovich befehligten sie. Den 17. waren sie angegriffen worden. Durch einen Ausfall entseßten sie den Feind, am 18. wurden sie aufgefordert, am 19. ebenfalls, am 20. stürmte der Feind, worauf sie kapitulierten. Diesen Ort zu entseßen, hinderte die Überlegenheit des Feindes.....Immer bei Neustädtl standen des Ban Truppen, FML. Zach war in Karlstadt, eine schwache Abteilung stand unter Major du Montet in Reifniß und gegen Zirkniß. Der Banus selbst war in Agram, um die Insurrektion instand zu seßen. Am 24. standen zwei Divisionen, Lamarque und Broussier unter Macdonald, bei Laibach, am 25. rückte dieser in der Nacht nach Cilli; seine Stärke wurde auf 18.000 Mann Infanterie, 2000 Mann Kavallerie angegeben; es war übertrieben, man kann das Ganze mit Gewißheit auf 12.000 Mann rechnen. In Adelsberg stand General. Schilt mit 3000 Mann. Der Banus hielt seine Stelle unbeweglich bis am 31. Die Vorposten waren in Einöd, Marein, Treffen, Weixelburg, die Patrouillen gingen bis Laibach. Eine Eskadron stand in Krapina. Am 23. ging Laibach über. Am 19. Mai, zwischen 7 bis 8 Uhr, rückten 4000 Feinde gegen Laibach. Am 20., 4 bis 5 Uhr früh, geschahen die ersten Kanonenschüsse vom Schloßberg auf die feindliche Kavallerie, welche von Ober-Laibach kam, die Infanterie rückte um den Sdiischkaberg herum. Um 7 Uhr erschien ein Parlamentär, der Kommandant, Moitelle, mit den Direktores ging hinab in die Stadt!!! Das Feuer wurde eingestellt. Während des Stillstandes brachte der Feind 700 bis 800 Mann in die Stadt. 9 Uhr abends ging der Stillstand aus und wurde bis in die Nacht gefeuert, am 21. bis nachmittags, wo ein starker Staub den Anzug neuer feindlicher Truppen zeigte; am 22. wurde das Feuer fort-geseßt. Abends wankte Moitelle. Macdonald war mit seinen Truppen angelangt. Der Feind näherte sich dem Goldberg (= Golovec). Das Heer war verloren. Moitelle unterhandelte in der Stadt und schloß die Kapitulation ; man wollte es nicht auf einen Sturm ankommen lassen, wo doch das Schloß sich halten konnte. Jakardofsky riet, es darauf ankommen zu lassen. Moitelle handelte für sich. Am 23. hatten die Feinde die Feste, ein großer Teil der Besaßung entkam. Moitelle, ein alter, abgelebter Mann, wollte nichts wagen und ergab also den ihm anvertrauten Posten. 22 Offiziere und 1167 Mann wurden gefangen." Nach der Niederlage von Wagram organisierte die österreichische Regierung den Volkskrieg gegen die Franzosen. Darüber berichtet der Erzherzog (S. 228 ff): „FML. Knesevich sollte Kroatien decken, nach Steiermark und Krain Streifkommandos vorziehen, welche das Landvolk in Bewegung seßen und in Verbindung mit dem linken Flügel des Heeres bleiben. Zugleich hatte der Erzherzog die Streifkommandos gewählt, die Zusammenrückung hatte ein paar Tage vor dem Ausbruche zu geschehen, er unterlegte Sr. Majestät die Instruktionen für die Kommandanten. ... Unter Lachowsky 1 Eskadron Hobenzollern, 2 Kompagnien Jäger, 100 Triester, in Karlstadt, nach Neustädtl, Reifniß, Oblak, Zirkniß. Den Sturm auf den Höhen bei Zirkniß. Abteilungen gegen Lippa auf die Fiumaner, über Planina auf die Triester Straße, dann nach Adelsberg durch den Birnbaumer Wald, Podkrai, Schwarzenberg, Wescherche, und Abteilungen nach Idria und Tolmein. Er nach Pölland, Laak, Krainburg, Veldes, entweder über den Loibl nach Kärnten oder über Tarvis, Villach mit Tirol vereinigen....... Rosetti berichtete, daß Istrien aufgestanden sei, man habe ihnen unter der Hand Munition zugemittelt, die Engländer unterstüßten sie. Das Kastell zu Triest wurde befestigt. Er sandte zugleich seine Vorschläge in Rücksicht des Landsturmes. Seine Vorschläge wurden auf die Kenntnisse des Volkes gegründet; alle zwischen 16 bis 60 sollten ausrücken, jeder Beschädigte aus dem Ganzen entschädigt werden, den Krüppeln das Auskommen gesichert, Witwen und Waisen versorgt, Belohnungen für die sich Auszeichnenden. Zuerst alle der Massa; an einem Tage auf, überall der Feind niedergemacht. Ihre Werkzeuge als Waffen; als sichere Punkte die Waldungen, Schneeberg, Duino, Val Muggia; im Adelsberger Kreis Graf Auersperg, im Laibadier Baron Schweiger, im Neustädtler Gasparini.... Aus dem Ganzen die Landwehr komplettieren: 10 Bataillone zu 900; 2 Laibacher, 3 Neustädtler, 3 Adelsberger, 1 Görzer, 1 Triester." Am 14. Oktober erfolgte der Absdiluß des Wiener Friedens, in dem Krain an Napoleon abgetreten wurde. (S. 236) „In Krain gärte es noch, am 9. Oktober waren die Insurgenten gegen Laibadi, Gasparini wurde ein Opfer der Volkswut. 10. bis 11. vor Neustädtl, dort das Gefecht. Der Feind ließ ein Bataillon dahin abrüdccn, mit Geschüß, unter General Zii c di i; es standen bei 13.000 Insurgenten. Ohne Unterstüßung konnten diese Leute nidits ausrichten, ungeachtet ihres Widerstandes wurden sie bald zerstreut. Schon am 14. war in Gottsdiee alles ruhig, mehrere Dörfer um Neustädtl lagen niedergebrannt; am 21. war der Aufstand gestillt. Auersperg und Schweiger hatten das Ganze geleitet. Zucchi übte Grausamkeiten aus. Zugleich gärte es in dem Tschitschenlande und in den Wäldern von Planina; ein neuer Krieg hätte die Bewohner Krains in Waffen gebracht." M. Pajk sašelj Ivan, Bisernice iz belokranjskega narodnega zaklada. Rudolfswert, I. Teil VII und 329 S., 1906, II. Teil VI und 264 S., 1909. Sašelj lebt schon über zwanzig Jahre unter den Weißkrainern als Pfarrer von Adlešiči. Weißkrain dürfte für Folkloristen und Philologen der interessanteste Teil Krains sein. Und so rig es auch den nicht philologisch geschulten Pfarrer in seinen Bann zu einer Zeit, wo das Studium der Folklore unter den Slowenen noch nicht modern war und diese noch nicht wußten, daß auch auf diesem Gebiete Lorbeeren zu holen wären. Von der frühen Beschäftigung Sašeljs mit der Volkskunde und vom Eindrucke, den auf ihn die melodisch klingende, in jeder Beziehung reiche Sprache seiner Schüglinge machen mußte, zeugen seine literarischen Beiträge in verschiedenen Zeitschriften, namentlich im „Slovan" (dem älteren) oder „Dom in Svet", ferner in „Drobtinice" usw. Was er uns in seinen Bisernice darbietet, sind epische und lyrische Volksgedichte ernsten und heiteren Inhaltes, Sagen und Märchen, Sprichwörter oder Beiträge aus dem Gebiete des Aberglaubens, der Sitten und Gebräudie seiner Pfarrinsassen. Alles hat er größtenteils selbst auf dem engen Gebiete seiner Pfarre aufgeschrieben. Durch diese räumliche Beschränkung hat er mich um eine Hoffnung betrogen. Denn ich habe in ihm stets den Mann gesehen, der uns die Pracht der traditionellen Literatur sämtlicher Weißkrainer enthüllen sollte. Ich dachte mir, er werde Geistliche und Lehrer für die Volksliteratur zu interessieren wissen und uns nach eigenhändiger Sichtung des gesammelten Stoffes den Schatz darbieten, für dessen Bergung es jetzt bereits zu spät ist. Alte Volksgedichte sind nämlich beinahe schon ganz aus dem Gedäditnisse geschwunden. Die männliche Jugend singt dafür meistenteils Gassenlieder, die zum Teile erst in jüngster Zeit entstanden sind, die weibliche aber tröstet sich mit Marienliedern. Ebenso sind Volksgebräuche und abergläubische Vorstellungen vor der Kultur zurückgewichen und fristen nur noch ein kümmerliches Dasein. Für die Arbeit, die ich meine, genügten freilidi nicht zwei Bündchen von 593 Seiten, wenn man auch so manches, was sich mit dem bereits von Strekelj veröffentlichten Material wörtlich deckt, striche. Aber ein solches Werk wäre ein Ganzes, das uns für so manche Studien eine wertvolle Grundlage darböte, und hätte einen wissenschaftlichen Wert, was ich von den Bisernice nicht behaupten kann. Mir wäre es viel lieber, wenn Sašelj auch den Stoff des zweiten Teiles selbst gesammelt und genau aufgeschrieben hätte. Es liegt zwar ein gewisser Reiz darin, Volkslieder und ähnliches Material von Bauersleuten selbst aufgezeichnet zu sehen, aber ich traue diesen Aufzeichnungen nicht Ich wittere dahinter den Einfluß der Schule und der Kirche (besonders im Stil prosaischer Stücke) und glaube nidit fehlzugehn in der Annahme, dag uns die von den Landsleuten aufgezeichneten Nummern nicht die wahre (natürlich in sprachlicher Beziehung) Gestalt überliefern. Dadurch aber erleidet die Sammlung Šašeljs an ihrem Werte eine Einbuße. Trotzdem ist sie für das Studium der Volksseele von großem Werte und gewährt uns in das Fühlen und Denken des Weißkrainers einen Curnlnlti Hill» III u IV 12 tiefen Einblick. Das beiden Teilen angehängte „Wörterbüchlein" dürfte jedermann gute Dienste leisten, desgleichen der „Dolmetsch unbekannter Wörter, die in den Volksliedern vorkommen", der den ersten Teil schließt. Der zweite Teil ist mit acht Abbildungen von Volkstrachten und Umzügen, wie sie im vorigen Jahre für den Jubiläumsfestzug zusammengestellt wurden, ausgestattet. Spärliche Aufschlüsse darüber gibt uns die Einleitung, die aber wie diejenige des ersten Teiles keine besondere stilistische Gewandtheit des Verfassers verrät. Dr. Lokar Ludwig Albert, Schiller und die deutsche Nachwelt. Von der kaiserlichen Akademie zu Wien gekrönte Preisschrift. Berlin, Weid-mannsche Buchhandlung, 1909, XII und 679 S. Die vorliegende Arbeit ist eine Frucht der „Schillerrenaissance", somit der Neuerfassung und der Neubelebung Schillers, die in die beiden letzten Jahrzehnte fällt. Sie ist weniger eine Geschichte seines Lebens und Wirkens als eine Darstellung seines Nachlebens und Fortwirkens, weniger ein Bild seiner Persönlichkeit und seiner Schöpfungen als eine reiche Fundgrube charakteristischer Belege für die Geschichte der Schicksale, die Schillers Persönlichkeit und Werke im Urteil und in der Entwicklung der Folgezeit erfahren haben, mit anderen Worten: eine großartige Revision des langwierigen Prozesses, was Schiller ein Jahrhundert lang den einzelnen war. Einen wohlgeglückten Ansatz zu einer solchen Geschichte hatte Albert Ludwig schon im Jahre 1905 in der von der Bonner Gesellsdiaft für Literatur und Kunst gekrönten Preisschrift „Das Urteil über Schiller im neunzehnten Jahrhundert" gemacht. Der beschränkte Raum — im Bonner Preisausschreiben waren nur fünf Druckbogen vorgesehen — gestattete ihm jedoch, den Gegenstand selbst für das engere Gebiet der Literatur nur andeutungsweise zu behandeln, obwohl er die knappen fünf Bogen um die Hälfte überschritten hatte. Daher empfand er es als Pflicht, die Gelegenheit nicht zu versäumen, die ihm das im Herbst 1904 über Anregung Minors veröffentlichte und vom letzteren und von Schönbach redigierte Preisausschreiben der Wiener Akademie der Wissenschaften bot, seiner Untersuchung einen größeren Rahmen zu geben. Alle, die den Genius Schillers in seiner wahren Gestalt, unentstellt von verhimmelndem Übereifer und nörgelnder Einseitigkeit schauen möchten, werden ihm dafür Dank wissen. Das Werk stellt sich zunächst als eine Arbeit ungewöhnlichen Fleißes dar. Ein gewaltiges Material hat der Verfasser darin zusammengetragen. Mit einer knappen Schilderung des deutschen Publikums und seiner Haltung zu Schiller in dessen letzten Lebensjahren setzt die Darstellung ein. Der folgende Abschnitt handelt von der Totenfeier und Schillerverehrung und führt uns zur Herrschaft der Romantik (Die Führer; Romantische Strömungen im Publikum; Buchhandel, Theater, Kunst und Wissenschaft) über. Sodann spridit der Verfasser von dem Ausgange der Romantik und der Neubegründung von Schillers literarischem Ansehen, von den Schillerfesten des deutschen Bürgertums und ihren politischen, literarisdien und religiösen Tendenzen, vom Jungen Deutschland,von Sdiiller in der Arbeit der Biographen, Philosophen und Literarhistoriker, von Schiller im Buchhandel, auf der Bühne und in der Kunst, von seinem Verhältnisse zu den dramatischen Idealen, von den Jahren der Reaktion (Revolution und Reaktion; Shakespeare und Schiller; Literatur und Theater, Schule, Kunst und Wissenschaft; Der Dichter der Nation), von der Zeit der Erfüllung (Vertiefung des Schillerbildes in Kunst und Wissensdiaft; Erste Anzeichen einer Wendung), vom Verblassen alter Ideale, vom Naturalismus und Illusionismus und schließt mit der Schillerrenaissance, dem Thema seiner Arbeit. Das Werk ist somit nicht bloß eine Geschichte des literarischen Urteils über Schiller, sondern eine großzügig behandelte Geschichte des Schillerschen Nachruhms, wie sich der Verfasser selber ausdrückt. Kaum etwas Wesentliches läßt uns die Arbeit vermissen, obwohl sie im einzelnen zweifellos noch ergänzt werden kann, wie bei allen ähnlichen Arbeiten der Fall ist. Auch die Übersicht leidet etwas unter der Überfülle des Stoffes, da der Verfasser bei dem Durcheinanderlaufen der Fäden dieselben bald fallen lassen, bald wieder aufnehmen mußte. Doch ist er ernstlich bestrebt, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt fortzuschreiten, ohne sich dabei an feste Zahlen zu binden. Mit vollem Recht rühmt er sich im Vorwort seines vierjährigen Mühens, denn es ist ihm glänzend gelungen, das Schillerbild aus dem Schutt verjährter Vorurteile und verkehrter Widersprüche wieder aufzurichten und unter den vielen in letzter Zeit erschienenen Literaturgeschichten des XIX. Jahrhunderts eine der besten zu liefern. Nun wird sich vielleidit auch jemand finden, der uns eine Darstellung des Einflusses Schillers auf slawische Literaturen darbieten wird. Jedem Forscher auf diesem Gebiete wird die angezeigte Arbeit höchst willkommen sein. Dr. Lokar Kronfeld E. M. Dr., Scopoli und die Cetraria islandica. Ein Beitrag zur Geschichte der medizinischen Botanik in Österreich. Separatabdruck aus der Wiener klinischen Wochenschrift, 22. Jahrgang, Nr. 2. Seit jeher wurde im Gegensaß zu der von den Ärzten ausgeübten Heilkunde im niedern Volke und ganz besonders bei dem Landvolke die Volksmedizin gepflegt. Unter den zweckmäßigen und wirkungslosen Medikamenten spielen auch die verschiedensten Kräuter eine große Rolle. Sie müssen aber meistens selten und schwer zu beschaffen oder von schlechtem Geruch und Geschmack sein. Zu den leßten zählt die isländische Moosflechte (Cetraria islandica), welche noch heute als stark verbreitetes Volksmittel unter dem Namen „isländisches Moos" oder „Wodieiner Moos" (nach dem Fundorte Wo(hein) bekannt ist. In Polargegenden liefert sie für Menschen sowohl als für Renntiere ein ergiebiges Nahrungsmittel; bei uns wird sie unter dem Landvolke als kräftigendes Nährmittel und ganz besonders als Heilmittel gegen Lungenkrankheiten verwendet. Die Arzneikräfte dieser Flechte hat der bekannte Krainer Botaniker Scopoli (1723 bis 1788) untersucht und geprüft. Schon in seiner Dissertation erwähnt er in den „Theses Botanico-medicae" diese Pflanze als „Herba Pulmonariae arboreae". Später ver- 12* öffentliehte er in seinem zweiten „Annus historico - naturalis" die Beobachtungen und Erfahrungen, welche er über die isländisdie Moosflechte unter der Landbevölkerung gemacht hat. Er hat sich über die Heilkraft dieser Pflanze überzeugt und betont in seiner Arbeit: „Idi glaube also keine unnüße Sache zu unternehmen, wenn ich diejenigen Beobachtungen anführe, die ich wegen des Gebrauches der isländisdien Flechte bisher angestellt habe und zugleich wieder zum Gebrauche dieser kleinen Pflanze, deren Namen uns bisher nicht einmal bekannt war, ermuntere." Sodann führt er zwölf Beobachtungen an, von denen ich drei veröffentlichen will. 1. Beobachtung. Auf meiner botanischen Reise, die ich im Jahre 1761 nach den Krainer Alpen anstellte, traf ich einige Weiber an, welche in aller Frühe ganze Haufen von dieser Pflanze suchten; als ich sie frug, warum sie diese Pflanze sammelten, erhielt ich zur Antwort, dafj damit die Schweine in kurzer Zeit dergestalt gemästet würden, dag sie durch kein anderes Futter fetter gemacht werden könnten. 6. Beobachtung. Ein einziger Sohn einer edlen Familie, der die Schwindsucht hatte, hustete, sdiwer atmete, stinkenden Schleim auswarf und von einem schleichenden Fieber ganz ausgemergelt war, erhielt, nachdem ihn die Ärzte verlassen hatten, die isländische Flechte erstlich in Milch gekocht, endlich aber, da er die Milch nicht nehmen konnte, in Wasser gekocht mit dem besten Erfolge, wie aus folgendem, so mir sein Vater zuschrieb, klar zu ersehen ist: „Ich kann Dieselbe versichern, dag man eben der vorgeschriebenen Medizin die Ursache der Besserung und so zu sagen vollkommenen Restitution meines sdion gänzlich zum Tod gefast gewesten Sohnes beilegen muß. Dann sobald solche beigebracht worden, hat er sich recht wunderlicher Weis von Tag zu Tag zu bessern angefangen." — Diesen Knaben habe ich hernach zu Haus gesund angetroffen, der mit den ganzen Hausleuten, ja mit der ganzen Stadt die Erhaltung seiner Gesundheit ganz allein dem Kraute der isländischen Fledite zuschrieb. 10. Beobachtung. Eine gewisse Frau von schlanker Bildung, welche hustete und so schwach war, daß sie ihre eigenen Kinder kaum säugen konnte, brauchte ein ganzes Jahr die isländische Flechte in Mildi gekocht. Dadurch gieng die Nahrung besser von statten, die Kräfte wurden erseßt, sie hustete selten und konnte hernach ihre Kinder ohne alle Unbequemlichkeit mit der eigenen Milch leicht ernähren und säugen. Nach diesen Beobachtungen appellierte Scopoli auf die Ärzte, sie sollen auch dieses heilende Volksmittel gebraudien. — Aus den Beobachtungen geht auch klar hervor, wie das Volk die Heilmittel vorher an Tieren erprobt — eine Tatsache, welche die Volksmedizin mit der modernsten Heilkunde zusammen hat. Kronfeld hat uns in seiner Publikation, welcher eine sorgfältig zusammengestellte Biographie von Scopoli vorausgeschickt ist, mit einem interessanten Kapitel der Heimatkunde bekannt gemacht. Dr. Gv. Sajovic Keissler Karl von Dr., Über Beloniella Vossii Rehm. Sonder-abdruck aus „Annales mycologici", Vol. VI, Nr. 6, 1908. Keissler befaßt sich in der erwähnten Arbeit näher mit Beloniella Vossii Rehm und bespricht deren systematische Einreihung. Zum Schlüsse kommt er zur Ansicht, dag dieser Discomycet unter dem Gattungsnamen Niptera eingereiht werden soll, wohin ihn schon vorher Saccardo gestellt hat. Aus diesem Grunde soll er audi den früheren Speziesnamen Niptera Vossii Sacc. beibehalten. Dr. Gv. S. Serko Milan Dr., Vergleichend-anatomische Untersuchung einer interglazialen Konifere. Sonderabdrude aus der „Österreichischen botanischen Zeitschrift", Jahrg. 1909, Nr. 2 u. f. In der obigen Arbeit macht uns Dr. Milan Serko, Gymnasiallehrer am Gymnasium in Rudolfswert, mit den Ergebnissen bekannt, welche er bei der Untersuchung einiger iilterglazialen Koniferenreste gewonnen hat. Das Material, welches mit Akribie bearbeitet erscheint, hat Dr. A. Handlirsch, Kustos des naturhistorischen Hofmuseums, in der Nähe von Schladming in Steiermark gefunden. Im Anhange dieser rein anatomischen Arbeit werden kurz, jedoch sehr übersichtlich die geologischen Verhältnisse des Fundortes besprochen. Dr. Gv. S. Stengel Walter, Anmerkungen zur Hirschvogelfrage. S. A. aus den Mitteilungen des germanischen Nationalmuseums 1908 S. 78 bis 82. Dieser Aufsag ist für Laibach insofern von Interesse, da er von Beziehungen des berühmten Nürnberger Kunsthandwerkers der Renaissance, Augustin Hirschvogel (t 1553), zu Laibach handelt. Hirschvogel hatte Anfang August des Jahres 1536- Nürnberg verlassen und seinen Wohnort nach Laibach verlegt. Die Gründe dieser Übersiedelung liegen noch nicht klar zutage; eine in der Sammlung von Auszügen aus dem k. und k. Reichsfinanzarchiv im V. Jahrbuch der K. S. d. Allerh. Kaiserhauses (1887) versteckte Urkunde (Nr. 4473) scheint das Rätsel zu lösen: «1534 October 20, Wien. König Ferdinand I. erteilt dem PeterReicher, Bürger zu Laibach, auf dessen Bitte die Bewilligung, „das plei zu pulfer zu prennen und daraus die Schönnen säubern und wollgezierten gemalten scutelln, Khrueg und ander dergleichn geshier, wie man dieselben zu Venedig zu machen phligt, in unsern landen und gebieten, nämblichen zu Triest oder ander orten nahend bei dem meer machen zu lassen, dieselben auch allenthalben in und aus unsern landen verfüern, verkaufen und vertreiben" zu dürfen, „doch gegen bezallung der meut, zöll und anders, so gewöndlich darvon zu thain geburt". In Anbetracht seiner gemachten Ausgaben, „so ime in anfang auf die Verlegung solchs pulfcrmachen mit bestellung der maister und in ander weg auflaufen wierdet", erteilt er ihm die besondere Gnade, „das innerhalb zehen jaren in zwainzig mailen wegs weit und preit, der enden er solch arbait machen lässt, sonst nlemands allain ime angezaigt pulfer zu prennen oder dergleichen gattung machen ze lassen" zugelassen werden solle. Also ist Hirschvogel als „Meister", d. h. als Majolikamaler von Peter Reicher nach Laibach engagiert worden? — Man könnte einwenden, dag der Laibacher Betrieb sich vielleicht gar nicht mit der Fabrikation von Majoliken beschäftigte,1 sondern emaillierte Kupferwaren in der Art der sogenannten venetianischen herstellte. Das einzige Datum, das wir in dieser Gattung kennen, auf einem Stück aus der Sammlung Gustav v. Rothschild (vgl. Labarte, Histoire des arts industriels 1875 III p. 231) ist aber sehr viel früher: 1502. Solches Emailgeschirr dürfte 1534 kaum mehr ein moderner Artikel gewesen sein. Es ist dodi wohl bei den säubern scutelln an breitrandige Wappenteller usw. aus der von uns nach Pazaureks Vorgang schon indirekt zu Hirsdivogel in Beziehung gesegten österreichischen Gruppe zu denken. Das in der erwähnten späteren Marke (Jännidie M.V. 247) enthaltene R würde der Annahme nicht entgegenstehen. Sonderbar bleibt allerdings, dag von den Bestandteilen des Glasurpulvers das Blei und nicht der Zinnzusag genannt ist. Aber diese Verallgemeinerung kann auf einem Irrtum der in technischen Fragen schwerlich bewanderten Kanzlei beruhen, wenn nicht gar der Fabrikant selbst in seiner Zuschrift, um sein Geheimnis zu verschleiern, sich so ausgedrückt hatte. — Peter Reicher mochte Hirschvogel zunächst auf die Dauer seines Privilegs verpfliditet haben. Jedenfalls fällt mit dieser die Zeit von Hirschvogels Aufenthalt in Laibach ungefähr zusammen.» Nun befinden sich im Rudolfinum Bruchstücke von Hafnergeschirr der Renaissancezeit, die bei Kanalisationen und Neubauten (zulegt beim Bau des Pfarrhofes von St. Jakob) zutage gefördert wurden. Ob sie jedodi mit Hirschvogel in Beziehung zu bringen sind, bezweifle ich, da sie ziemlich rohe Darstellungen bieten. Dr. W. Smid Krainische Bibliographie Anderle Jaromir, Ing., Einige Krainer Bucheignerzeichen. S. A. aus der Zeitschrift für Exlibriskunde Wien 1908. Im vorliegenden I. Teile bespricht der Verfasser Exlibris von Krain, die vornehmlich von Geistlichen und Orden gebraucht wurden. Geschichtliche Artikel in der „Laibacher Zeitung" 1909 (bis 31. Juli 1909): Radics P. v., Alte Häuser in Laibadi. IV. Ein Blockbesig Gradišče Nr. 6, 8 und 10. Nr. 67 S. 580, Nr. 68 S. 593, Nr. 69 S. 601. 1 Dag es sich etwa gar um Glasfabrikation handeln könnte, ist ausgeschlossen. Man vergleiche den Wortlaut der gleichzeitigen Urkunden (II. Jahrb. d. K.-S. d. allerh. K.) betreffs Wolfgang Vitls Fabrikation von venetianischem Glas in Hall. Eine Glashütte bestand damals auch in Laibach. Als Besiger derselben erscheinen im August 1534 Veit Kissl und Hans Weilheimer. (A. a. O. Nr. 1969.) - -V. Das Haus Winkler-Galle Rathausplafe Nr. 19. Nr. 78 S. 687, Nr. 79 S. 696. - - VI. Das Haus St. Floriansgasse Nr. 21. Nr. 89 S. 791, Nr. 90 S. 799. --VII. Das ehemalige k. k. Hauptzoll- und Gefällenoberamt am Rain Nr. 6. Nr. 109 S. 979, Nr. 110 S. 987. - -VIII. Das ehemalige Kloster der Klarisserinnen, k. k. Militärärar (Ver- pflegsamt). Nr. 114 S. 1031, Nr. 115 S. 1039, Nr. 116 S. 1054, Nr. 117 S. 1063. --IX. Haus Baron Rechbach (Herrengasse 4). Nr. 147 S. 1337. - — Die Erzherzog Karl-Ausstellung in Wien und das Land Krain. Nr. 145 S. 1319 und Nr. 146 S. 1329. Klimesch J. M. Dr., Die Herren von Walsee. Rezension der gleichnamigen Arbeit von Dr. Max Doblinger (S. A. aus dem Archiv f. öster. Gesch. Bd. XCV. Nr. 112 S. 1011. Das Infanterieregiment Nr. 17 in der Schlacht bei Aspern. Nr. 114, 1029 bis 1030, Feuilleton. Die Franzosen in Rudolfswert. Nr. 149 S. 1357. K. Fr., Einige Beiträge zur Niederlage Katjianers bei Essegg 1587. Nr. 161 S. 1461, Nr. 162 S. 1471, Nr. 163 S. 1479, Nr. 164 S. 1487, Nr. 165 S. 1495, Nr. 166 S. 1503, Nr. 167 S. 1515, Nr. 168 S. 1523, Nr. 169 S. 1531. Vereinschronik Neue Mitglieder des Musealvereines für Krain seit dem 1. April 1909: Michael Bulovec, Spiritual im Ursulinerinnenkonvente; Franz Dobovšek, Musealpräparator in Laibach; das Franziskanerkloster in Brezje; Anton Kaspret, k. k. Professor in Graz; Franz Kimovec, Präfekt im Aloysianum in Laibach; Dr. Valentin Krisper, Advokat in Laibach; Ivan Mejač, Kaufmann und Hausbesiher in Laibach; Dr. Gregor Pečjak, k. k. Gymnasialkatechet in Laibach; Stanko Premrl, Chordirigent in Laibach; Dr. P. Guido Rant, O. S. F. in Stein ; Viktor Skaberne, Ingenieur in Laibadi; Franz Zorec, Pfarrer in Nova Oselica; Monsignorc Anton Zupančič, Theologieprofessor in Laibach. — Abonnent der Carniola: Ivan Petkovšek, Bürgersdiul-lelirer i. R. in Laibach. F I N I S Budidrurkerei von Ig. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibadi I Tafel IV