Samstag den 24. Getober 1829. Nrain gegenüber. v3chon braust zur ernsten Save, schäumend nieder Die wilde Sann; schon birst der Verge Wand: Ein neues Neid/begrüß' ich, staunend wieder. Und gierig schweift mein Vlick in's Krainer-Üand; In's fremde Land — und dort auch ragen Berge, Gleich Qe sterr eich's und Steier's Höh'n hervor, Und weiße Kirchlein schau'n, wie fromme Zwerge, Von dunklen Niesenfelsen still empor. *j In's fremde Land — und dort auch dehnen Felder, Mit Flecken und Gehöften, ") bunt sich aus; Vereinzelt Leben waltet durch die Wälder, Und gastlich steigt der Rauch aus manchem HauL° Und manchen Ruf hört man von drüben schallen, . Sieht manche Hände sich geschäftig müh'n, Hört manche Vüchs' aus fernen Schlüfttn knallen, Sieht manches Schiff, bewegt, vornberzieh'n! Dieselbe milde Golteösonne leuchtet, Das gleiche Grün umlenzt Gefild und Au: Von gleichem Thaue wird die Flur befeuchtet, Auch ube» ihnen ist der Himmel blau. Das Leben regt sich in denselben Gleisen;' Sc dort, als hier gebieten^Freud' und Schmerz, Vcr Kumberg. ",> Ratschach. Tchärfenhsrg, Sicbenef, Erlcnstcit'/ Sauen stein lr. »c. Und folgt auch Sprach' und Tracht verschiednen Weisen Auf fremden Zungen liegt ein gleiches Herz. Laß, fremdes Land, drum froh dir Willkomm sagen, Du predigst mir ein tröstliches Gefühl: yKein Land ist wirklich fremd, wo Herzen schlagen; Denn Menschennahe bleibt des Menschen Ziel!" Laak an der Save. Ioh. Gabr. Eeidl- ----------- W ----- Vie TMunvcrknaben. Zu Ende Augusts d. I. brachte Capitain Cossin auf dem Schisse Salcm zwei Knaben aus Siam, welche zusammengewachsen sind, nach Boston in Nord-Amerika. Dr. Warren, der erste Arzt in Boston, erklärt in öffentlichen Blattern über diesen interessanten Fall Folgendes: Die Knaben sind 18 Jahre alt. Sie sind von mittelmäßiger Statur, jedoch nicht so groß, als Knaben von demselben Alter gewöhnlich in diesem Land« sind. Sie haben die chinesisch« Farbe und Gesichts-bildung; die Stirn ist aber hoher und nicht so breit, als gewöhnlich bei Chinesen. Sie gleichen sich. sehr, indeß nicht so sehr, als daß man nicht nach einiger Beob« achtung bald mehrere Verschiedenheiten bemerken sollte. Die Substanz, welche sie verbindet, ist ein Körper 2 Zoll am oberen Nande und ungefähr 5 am unteren lang; seine Breite von oben nach unten mag « Zoll betragen und seine Dicke in horizontaler Richtung 2 Zoll. Es ist kein runder, strickartigcr Körper, denn er ist dicker in senkrechter als in horizontaler Richtung. ^Nm unteren Rande desselben sieht man einen einzigen -Nabel, durch den eine einzige, beiden gemeinschaftliche Nabelschnur ging. Als ich meine Hand aus den Körper, den ich die Schnur nennen will, legte, war ich überrascht, ihn so hart zu finden; nach genauerer Beobachtung fand ich aber diese Härte nur am oberen Theile, und sie zieht sich gegen die Vrust eines jeden Hnaben hinauf. Indem ich dicsc Harte aufwärts verfolgte, fand ich, daß sie von einer Verlängerung des schwertförmigen Knorpels des Brustbeins gebildet sei. Die Vreiie dieses Knorpels ist anderthalb Zoll,, seine Dicke mag einen Achtels-Zoll bettagen; diese Knorpel, von beiden Brustbeinen ausgehend, treffen in einem I^mkel zusammen und scheinen hier durch ein Band verbunden zu seyn, so daß sie ein Gelenk bilden. Die-sts Gelenk hat eine Bewegung nach aufwärts und ab-wärts und eine Seitenbewegung. Sonst lä'ßt sich nichts von Bedeutung an der verbindenden Masse entdecken; ich fühlte kein pulsirendes Blutgefäß. Die g.mze Nerbin-dungsschnur ist mit der Haut bedeckt; sie ist sehr stark und hat wenig Gefühl, denn die Knaben können sich ohne Beschwerden an, einem Stricke, der an jener Schnur befestigt ist, ziehen lassen. Am Bord des Schiffes kletterte der eine zuweilen umher und der andere folgte, so gut er konnte, ohne sich zu beklagen, ob-gleich beide sehr lebhaft sind. Als ich die Knaben zum erstenmale besuchte, erwartete ich, sie oft an der Schnur nach verschiedenen Richtungen ziehen zu sehen, wenn ihre Aufmerksamkeit von verschiedenen Gegenständen in Anspruch genommen würde, ich fand aber balö, daß dieß durchaus nicht der Fall sei; die geringste Bewegung des einen nach irgend einer Richtung hin ward sogleich vom anderen nachgemacht, so daß man glauben könnte, sie würden vom selben Willen geleitet; indeß ist die Übereinstimmung in ihren Bewegungen sicher nicht die Folge desselben gleichzeitig erregten Willens, sie ist die Folge der Gewohnheit, der Nothwendigkeit. In frühester Kindheit stimmten'sie wahrscheinlich nicht immer überein,- jetzt ist dieß so selten der Fall, daß die Herren, welche sie nach Amerika brachten, sich nur Eines Zwistes zwischen ihnen erinnern.. Sie waren beide an Bord des Schiffes darangewöhnt, kalte Bader zu nehmen; eines Tages, als es'kühl war, verlangte der eine ein Bad, der andere sträubte sich dagegen, indeß wurden sie bald durch den Capitain wieder ausgesöhnt. Sie besprechen sich nie über irgend eine Bewegung oder sonst etwas was sie thun wollen; ja ich habe sie überhaupt nie mit-.einander reoen hören, obgleich beide fortwährend mit einem anderen siamesischen Knaben, der mit ihnen hierher kam, plaudern. Sie sehen beide immer nach der- selben Seite, inbem sie^fast ganz in einer Linie, Schul.' ter an Schulter stehen, so daß einer immer auf der Rechten, der andere immer auf der Linken ist. Sie sind dabei im Stande, sehr schnell zu laufen und zu springen. Einst verfolgte sie Jemand zum Scherz auf dem Verdecke des Schiffes, als sie plötzlich und uncr-^warlet an das große Deckloch kamen, das zufällig offen stand. Beim geringsten Zucken des einen wären sie in das Loch gestürzt, aber ohne sich zu besinnen, sprangen sie zugleich hinüber. Die Knaben sind sehr heiter, scheinen verständig, geben auf Alles was ihnen vorkommt Acht, und sind für jede Gefälligkeit oder Güte erkenntlich. Als ein Beweis ihres Vcrstan< des wird angeführt, daß sie in wenigen Tagen Dame spielen lernten, und^o gut, daß sie sich bald gegen die besten Spieler wagen konnten. An diesen zusammengewachsenen Knaben mag sich^ manche interessante und nützliche physiologische und pathologische Beobachtung machen lassen. Vhne Zweis l ist ein Netz von Blutgefäßen mit einigen Nerven beiden gemeinschaftlich. Wie weit nun diese Theile fähig sind, die Wirkung gewisser Arzneien und Krankheiten mitzutheilen, ist der Untersuchung sehr werth. Capitain Coffin erzählt mir, sie haben nie Arznei genommen, seit sie unter seiner Obhuth sind. Er glaubt aber, jedts Übel des Einen werde sich dem Anderen mittheilen. Sie schlafen zu gleicher Zeit ein, essen ungefähr das' selbe Quantum und verrichten viele andere Dinge mit großer Übereinstimmung. Er und Hr. Hunter, der sich mit dem Capitain vereinigte, sie Hieher zu dringen, sind der Meinung, daß, wenn'man einen im Schlaft anrührt, immer beide aufwachen. Der Pulsschlag der Herzen und der Pulsadern ist genau derselbe bei beiden Knaben und bleibt fortwährend in gleichem Rhyth-mus. Diese Übereinstimmung in den Hauptfunctionen deutet auf einen wechselseitigen Einfluß hin, der auf interessante Beobachtungen und wichtige Aufschlüsse führen kann. Lassen Sie mich noch hinzufügen, daß der Anblick diesec Knaben nichts Unangenehmes hat, und man muß sie als eine der allerinteressantesten Er^ scheinungen betrachten, die ?e zur Kenntniß wissenschaftlich gebildeter Menschen gelangt sind. Über die zwei erwähnten aneinander gewachsenen siamesischen Wunderknaben zu Boston theilt ein dortiges Blatt noch folgende interessante Beobachtungen mit: Wie sehr sie zwei verschiedene Individuen sind, sah ich, als einst die beiden Knaben sich einer Bank näherten. Der eine machte die Bewegung zum Sitzen, der andere sah es nicht und bewegte sich von der Bank nach dem Fenster, so daß der erste sie^. Ferner gab ich mchreremale dem einen einen kleinen Schlag, worauf er sich plötzlich umdrehte; sah es der andere, so drehte er sich unwillkührlich ebenfalls nach mir um, sah er es aber nicht, so wandte er sich auch nicht um. Auf der einen Seite ist die Übereinstimmung beider Knaben, moralisch betrachtet, als Beweis, wie ungeheuer weit Gewohnheit führen kann, höchst merkwürdig. I'ch habe häusig bemerkt, daß ihre Aufmerksamkeit sich aus dieselben Gegenstände richtete und gleich lang. Wand-te sich z. V. der eine nach einer neuen Commodc und betrachtete die getriebenen, vergoldeten Knöpfe der Schicbladen, so befühlte sie der andere sogleich auch; beide betrachteten den Gegenstand genau, aber ohne ein Wort mit einander zu sprechen, beide wandten sich zugleich weg, gingen zu einem Kronleuchter und betrachteten auf gleiche Wcise die geschliffenen Glasstückc. Ihr gegenseitiges Schweigen ist um so merkwürdiger, da sie sehr lebhaft sind. Bekanntlich spucken alle Asiaten sehr häusig aus, so auch die Knaben; aber immer sah ich sie zugleich aufstehen und zugleich aus dem Fenster spucken. Am merkwürdigsten ist ihr Damenspiel; sie lieben es sehr, und ihre Eitelkeit fühlt sich sehr gcschmei. chelt, wenn sie einen Weißen schlagen können. Sie spielen immer beide zugleich gegen den Gegner; bald thut der eine einen Zug, bald der andere, jedoch ohne regelmäßige Abwechselung und ohne zu sprechen; zuweilen sah ich, daß jeder einen anderen Stein bewegen wollte, aber der eine oder der andere stand immer so- ' gleich von seinem Willen ab. Das ist überhaupt so interessant an dieser Erscheinung, daß, während ande-rc Mißgeburten gewöhnlich Eckel erregen, diese Knaben sogar einen angenehmen Eindruck machen, und Niemand ohne Rührung die Gutmüthigkeit und völlige Übereinstimmung beider Wesen sehen kann. Außerdem ' sind sie zwar nach unseren Begriffen sehr häßlich, aber ganz regclmäßig gebildet. Sie kehren sich beim Gehen immer gegen einander und die beiden äußeren Füße, also dcr rechte des ein?n und der linke des anderen, und die beiden innern schreiten immer zugleich aus. Die verbindende Schnur ist so kurz, daß einer gewöhnlich seine Arme um die Schultern des andern gelegt hat; beim Gehen ist dieß immer der Fall, nur beim Sitzen nehmen sie die Arme oft vorwärts; sie können sich nicht ganz einer dem anderen gegenüberstellen. Dagegen stützt sich der eine auf den anderen, legt sich beim Sitzen ganz auf ihn, und immer ohne Widerrede des anderen. Die Knaben lebten im Vaterlande sehr beschränkt und elend; sie sind Kinder armer Eltern und nährten sich vom Fischfang. Zeigten sie sich, so lief ihnen das Volk nach und mißhandelte sie; sie fühlen sich daher jetzt sehr wohl, zumal sie von ihren Beschützern wahrhaft väterlich behandelt werden, wofür sie sehr >erkenntlich zu seyn scheinen. Sie fürchten nicW mehr, als getrennt zu werden; woran wohl großen-theils die Furcht vor Operationen, die allen Ungebildeten gemein ist, schuld seyn mag. Ob sie aber ohne große Gefahr getrennt werden könnten, ist eine Frage, über die die bostonischen Aerzte nicht einig sind. Dr. Warren glaubt, es würde sehr gefährlich seyn. Die Knaben werden sehr traurig, wenn mcm vsn dem Tode des Einen spricht; sie wollen nichts davon hören. Capital« Coffin und Hr. Hunter werden bald nach New-Vork gehen und sich von dort nach Paris, London, Edinburg und Teutschland begeben, wo sie, wie ich gar nicht zweifle, viel Geld erwerben werden. Cossin hat der Mutter in Siam feierlich versprechen muffen, die Knaben nie einem Anderen zu überlassen und sie wieder zu ihr zu bringen, was er treulich zu erfüllen gedenkt, obgleich verschiedene Speculantcn ihm bereits sehr bedeutende Ancrbietungen gemacht haben. Vie Kochzeit auf vcr neuen Ansievlung> Robert Wilson, ein junger mannhafter Pflanzer aus Salem, war, nachdem er sich ein eigenes Besitz-thum im Urwalde, nahe bei Dover in Ncw-Hamshirc geschaffen, im Begriffe, seine Marie als Weib heimzuführen. Seine muerbaute ländliche Wohnung war völlig von der wilden Natur umgeben; die himmelhohen Väu-me schüttelten ihre luftigen Häupter, als trotzten sie dem winzigen Sterblichen, der sich hier eine Herrschaft am maßte, wo sie seit Tausenden von Jahren ungestört gegrünt und geblüht hatten. Tief in diesen finstern alten Forsten lauerte oft der tückische Wilde, furchbarer und blutdürstiger als selbst der brüllende Löwe und der schleichende Tiger. Doch Robert blickte ruhig über dab Waldmcer hin und gedachte ohne Furcht der Indianer. Er hatte ein leichtes Herz, einen starken Arm, eine scharfe Axt und ein sicheres Gewehr, und der Mühen und Gefahren, welche sich auf den Pfad seines Lebens lagerten, achtete er so wenig, als des hemmenden Distelgestrüpps auf seinem Wege nach der Kirche. Ein Jahr war verflossen seit dem Tag^, da er den ersten Streich in dem Forste geführt, und bereits begann sein Besitzthum das Anschen einer Meierei zu gewinnen. Im llmkreis von zwanzig Acres waren alle Bäume verschwunden, die Stumpfe fast alle ausgcgraben und die Fläche mit einer üppigen Ernte bedeckt. Da stand der goldene Weizen, der bärtige Roggen, und das Korn so hoch und so aufrecht wie eine Grenadiercompagnie; am Boden wuchsen Kürbisse unb, Melonen in der Hitze des Augusts ihrer Neife entgegen. Auf cincr sanften Anhöhe in der Mitte der Pflanzung stand die kleine Behausung. Gerne mochte ich sie eine Hütte nennen, weil so für manche Leserinn meine Erzählung einen romantischeren Reitz gewänne; aber der Wahrheit gemäß muß ich bekennen, daß sie, obgleich hübscher und wohnlicher als manche Hütte in der Wirklichkeit, nicht ganz dem Bilde einer Hütte entsprach, wie es sich die Einbildungskraft so gerne malt. Es war ein Gebäude vier und zwanzig Fuß lang und zwanzig Fuß breit, aus zierlich bchauenen Balken errichtet und von drei kleinen Glasfenstern beleuchtet. Auf jeder Seite des ländli-lichen Wohnsitzes erhob sich ein hoher Heuschrcckenbaum und mehrere kleinere standen vorne; der Ansiedler hatte sie absichtlich zur Zierde stehen lassen; wilde Nosen-husche und andere blühende Gesträuche waren entweder nicht ausgcreutet, oder von Robert Hieher gepflanzt. Dichte finstere Forste begränzten den Gesichtskreis ringsum; nur von der Vorderseite des Hauses aus war die Lichtung bis an den Cochecho fortgeführt, dessen glän< zende Wasser in den Sonnenstrahlen tanzten und das Auge erquickten, wenn es auf dem melancholischen Halbounkel der Wildniß verweilt hatte. Wer an die Wohnsitze der Bequemlichkeit und des Reichthums gewohnt ist, dem hätte dieser Ausenthalt in der Wildniß ein trauriges Gefängniß geschienen, für Robert aber, der ihn die Schöpfung seiner Hände nennen konnte, war er ein kleines Paradies; und wenn erst sein Theuerstes ihn mit ihm theilte, so würde cr ihn nicht für den stattlichsten Pallast in Boston ver^ tauschen. (Die Fortsetzung folgt.) O h a r a v e. (I wcisylbig,) Reitzt zur Ersten dich die Zweite« Achte! daß der Ersten Glück Nicht zum Ganzen dich verleite — Traurig wäre dein Geschick; Schliesst es dich in seine Bande, Dann geleitet sicherlich Zum Verderben und zur Schande Meiner Ersten Wechsel dich. Carl Freiherr >,' R ei chenstiin. Auflösung ves Ana gram ms im Dllvr. Matte Sr. 42- Leda, Adsl, — Theaterbericht. An Novitäten sahen wir in der letzteren Zeit »Den verkehr? tcn Noman,« „Vier Uhr,« „Das Haus Mac-Alv'a« und »Nehmt oin Exempel d'ran.« Das Erste ein vieractigesLust» -spiel von Grammerstätter, hat die höchst originelle Idee zum Grun< Ve, die Handlung mit >or Hcirath anzufangen und mit der Liebschaft zu schließen. Das Stück hat wirklich eine Ncihe interessanter Scenen, die durch das gute Spiel der Darstellenden nur noch mehr gehobcn wurden. Besonderes Verdienst erwarb sich wieder Hr. Köpp c (als Doctor Klausel) dessen gemüthliches Spiel und regsame Thätigkeit ihm die Gunst des Publicums immer mehr zusichert. Nächst ihm glänzte Mad. Palmer (als Emilie Ewald) durch ihren herrlichen Vortrag nnd die Natürlichkeit ihrer Darstellung — ein Vorzug, dcn sie vor Vielen weit voraus hat, Wahrheit und Nach? ahmung der Natur sind ia die höchsten Gesetze jeder Kunst. Das dreiactige Drama? »Vier Uhr," ist dagegen eine gewöhnliche Criminalacschichte, welche die Pariser Theater so oft «hrcm Publicum auftische«. Abgesehen, das, die Darstellung von einer Verbrechergcschichte doch nicht eigentlich auf die Bühne gehört, hat auch das Stück noch so viel Unwahrscheinlichkelten, das: der Antheil, den man bei den Zuschauern erregen will, nothwendigerMei« le geschwächt werden musi. Nur dem trefflichen Spiele des Hrn. palmer (Vernier) der m seinen Bemühungen lobenswerth von Hrn. Simeon und Wacker (Simonund Alexis Gerard) unter» stützt wurde, konnte man es zuschreiben, das, der Hauptcsscct doch nicht ganz verloren ging. »Das HauS Mal'Alva," welches wirklich nnt vnl«r Pracht in die Scene gesetzt würd», hat bei aller Anmuth seiner Diction, doch zu viel rhetorische Wendungen, und ztl wenig Handlung, als daß es das Interesse hätte erwecken können, welches man hatte bezwecken wollen, Üebcrhaupt scheint es, das, größere Dramen oder Tragödien aus Mangel d«r subiectiven Kraft« unserer Bühne, nicht recht ansprechen wollen. Dagegen hat sich das beliebte Töpfer'schs Lustspiel: „Nehmt ein Exempel d'ran," eines allgemeinen Beifalls, und das nitt Recht» erfreut. Di» Glanzparthie in diesem Stücke, hatte Mad. Palm er, welche ihre Rolle mit so viel Laune, Lebhaftigkeit und Natürlichkeit durchzuführen wusite, das, sie am Schlüsse des Stückes lebhaft gerufen wurde. Theater. Heute den 24. Oct.: ,Das Alp en r ö elein," S 0 uutag den 25. Oct.: «Der Scharfrichter v 0 n A l!<-sterdam." (Neu.) Montag den 26. Oct.: Vocal- u >, b Instrumental-llcademie des Hrn. Anton Ferlendis, Professor der Obc's und deö englischen Horns, Mitglied des Theater'Orchesters l» Oiünäe in Triest. Vorher: „Nehmt ein Exempel d'ran!" Lustspiel. ^ Nevacteur: Fr. 5av. Weinrich. Verleger: Dgnaz Al. Ovler v. Rleinmayr.