LMllcherOMtung. Nr. 123. Prclnumcrati oils Preis: Im Emiiptoir ganzj. fl. il, halbj. N. 5.50. Filr die Zuftelluim ins Hau« halbj. 5cn Weg zur Schlichtung der noch obwaltenden Diffe-^uzcn auznbahucu. Wir lhatcu dies in der Absicht, nm die Wicder-herstelluug gesetzlicher Zustäude nnd das brüderliche Einvernehmen aller Völker der uugarischcu Krouc im kürzestcu Wcgc zu ermöglicheu, zugleich hnbeu Wir Euch ciuen Beschluß des ungarischen Landtages mitgetheilt, worin derselbe Euch brüderlich cinladctc, ausschließlich zu obigen Zwecken zu dem ungarischen Landtag Bevollmächtigte zu cnlscudcn, nnd Euch zugleich die Versicherung gab. die von Euch gewünschte Autonomie in der möglichst wcitchcn Ausdchnuug zu gewähren nud in dem Inanguraldiplome nicht nur das gemeinschaftliche Staats-recht der ungarischen Krouc, sonderu auch die gesetzlichen Ncchtc der Königreiche Dalmatien, Eroaticu und Sla^ vouicn einschalten zn wollen. Derselbe stellte Euch auch anheim, die in die Meiner ungarischen Krone gemeinschaftliche Delegation zu wählenden Mitglieder entweder mit dem ungarischen Landtag gemeinsam, oder durch Euren Landtag wählen zu lassen; Erkannte Euch ferner das Recht zu, Encrc Dcpu-tirten nicht nach den Verfügnugcu der 48er Gesetze, sondern in der durch Euch zu bestimmenden Weise zn senden, indem er znglcich erklärte, aus der etwaigen Annahme dieser Proposition^!! keine irgendwie 'geartete Eonscqncuz für die cndgiltige Entscheidung der noch ob-schwcbcudcu Fragen ableiten zn wollen. Mit voller Zuversicht glaubten Wir demzufolge dem Ergebnisse Encrer dicsfälligcu Berathungen entgegensehen und die wcseutlichstcu Hindernisse eines vollkommen befriedigenden Ausgleiches für bchobcu halten zu können. Allein die von der Majorität des croatischcn Landtages zum Beschlusse erhobene Adresse ist Unseren väterlichen Absichten in allen Puuftcu entgegengetreten. Es wäre zwar ein aufrichtiger Wuusch Unseres väterlichen Hcrzeus gewesen, bei Gelegenheit Unserer Krönung auch dcu Laudtag der Königreiche Eroaticn nud Slavonien vertreten zu sehen; nachdem jedoch von Seite der Majorität des croatischcn Landtages Förde» rnngcn in einer Pcremtorischcu Weise gcltcud gemacht wurden, dic thcilweise gänzlich, thcilwcisc wegen Kürze der Zeit uucrfüllbar, jcdc verfassungsmäßige Vcr-cinbarnng geradezu unmöglich zu machen beabsichtigten, uud es Uuscr köuiglichcr Wille ist, die vou allen Seiten erwünschte Krönnug nicht länger zu verzögern, sehen Wir Uns genöthigt, den croatisch-slavouischen Laudtag, vou dessen fernerer Wirksamkeit Wir uutcr dem Einflüsse der jetzigen Majorität tcineu ersprießliche!! Ersolg cr-wartcu köuueu, hiciuit anfzulöscu. Wir wolleu jedoch die Hoffnung nicht aufgeben, daß die treue Bevölkerung Unserer geliebten Königreiche Eroaticn und Slavonien in gehöriger Würdiguug uud richtiger Auffassuug Uuscrer väterlichen Absichten das Werk des Ausgleiches iu eigcucm wohlcrwogcucn Inter-esse nach Kräften fördern und durch ihre loyale Mit' Wirkung die Herbeiführung gesetzlicher Zustände ermöglichen werde. Indem Wir Uus demnach vorbehalten, die Vcr-trctuug der Königreiche Eroaticu uud Slavonien demnächst wieder ciuzubcrufcu uud dcu mit Uusercui königlichen Rescript vom N.April 16<^7 in Uuscrcr köuiglicheu Frcistadt Agram einberufenen Landtag aumit für aufgelöst erklären, blcibcu Wir Euch im Ucbrigen mit Unserer königlichen Huld nud Gundc gewogen. Gegeben in Unserer Neichshanpt- uud Residenzstadt Wien, am 25. Mai 1807. /nny I"!>j'h IN. 1>. Emil Freiherr v. Kusscvich u>. i', FZM. Auf Allerhöchste Auordnuug: Dr. Eduard Iellachich v< Vuzim ">. >>. Das k. k. stcicrnt.-kärut.-kraiu. Obcrlauocsgericht hat den Auöcultautcu Audrcas Kulavic in Nudolfs-wcrth zum Actuar bei dem k. k. Bezirksgerichte in Littai ernannt. Heute wird ill deutschem und zugleich slovcuischem Texte ausgegeben und ticrseudet: Gesetz- und Vcrorduungs-Vlatt für das Herzog thnm Krain. XII. Stück. Jahrgang 1867. Iuhaltö-Uebersicht: 15». Gesetz, wirtsam für das Hrrzoglhum Kraiu, wodurch der ß 54 der Landtagöwahlordunng abgeändert wird, 1l), Knndmachnna der k l, Lciudeöregicrung fiir Kram vom 18. Mai I8. Mai 1867. Voul k. k. NedactiouSblircan des Gesetz- und Verordnungsblattes für Krain. Nichtamtlicher Theil. V. Vcrzoichuiß Vor grjprndrton GrwimijU' fiir dir nntcr dem Pro- trcloratc des ,,^ail»nchcr Frnurnvn'rins" ucrmistaltltr Wohlthntigltl-its - Effrctcn - Mtcric. > Zwei Leuchter aus Gußciscu iin 9loccocostylc (Frau ! Mordax, Vczirtshauptmauusgattin). ! Ein großer Obsttcllcr ans Porcellan mit Gold montirt; „Tirolermädcheu^, Thonfignr als Cigarrenbc- ! Halter (Generalmajor John). ! Eiue Äluuieuvase aus Porcellan mit Gold mou ! tirt (uou einer uubckauut sein wollcudcu Pcrsou). ! Eiu Bicrkrug aus blaucni Glase, weiß« und gold-gepreßt mit Gold montirt; zwei Statuetten „Schiller uud Göthe" aus Marmor; zwei große Flacons ans rothem l Glase mit Gold reich montirt (Sc. Durchlaucht Fürst , Johann Licchtcusteiu in Wien). , Aiit Rücksicht auf dcu Umstaud, als mit der An- i fcrtignng dcs Gewinnstverzcichuisscs begonnen wurde, wird höflichst gebeten, allfällige Gcwinnstcsfcctcn, wclchc zn Gnnsten der Wohlthätigkeits-Lotterie gespendet werden wollen, bis 10. Inn i d. I. dem Geschäftsbureau dcs Fraueuvcrcins, im Landhausc 1. Stock, zukommen zu machen. Etizzcn von Vcrchtcsgadcn nud Zillerthal. iu. Nachdem die Ruhe wieder hergestellt war, setzteu Wir uns zu uuserem Abendessen, doch mit ziemlich trau« llgcu Herzen, Stuude uach stunde auf ss. wartend, dcr "icht Win^ L. nnd E. gingen in ihr Zimmer uud such-tcn vcrgcbcuö zu schlafen. Zchu, eilf Uhr, uud er kam uicht! Zuwcileu wurden sie dnrch dcu Tritt ciucö die Trevpc hcraufkouüucndcu Hirten, der zn seinem Neste U'ttcr dcu Dachsparrcu hiuaufklomm, erschreckt. E. litt ^ährcud F.'s Ablvcscuheit immer an chronischer Angst, und der Aufall wurde heftig, wenn cr zur erwarteten Stunde sich einzustellen ermangelte. L. erklärt, sie sei "icht im geringsten nnrnhig, bis E. sic in dcu gehörig uaglichcu Zustand hineinarbeitet; doch E. bezweifelt diese Thatsache." Es war traurig geuug, schlaflos iu dein kal-^'n, dürftigen Zimmer zu liegen uud dcm Regen zu uulschcn, wie cr"gMU die Fcusler schlug, uud dem Winde, ^r das ciusamc 5)anS umhcnltc, oder bei dc»n trüben "ichtc cincr kleinen" Kerze eifrig uach dcr Uhr zu sehen, ""! zn erfahren, wie viele Stunden noch zwischen dicseu und dcu möglicherweise schrecklichen Ungewißheiten dcs Borgens lägen. Plötzlich ertönte dcr grelle Ton cincr alten Glocke, Schritte und Stimmen wnrdcn gehört uud das angst-bollc Wachen ging in cincn glücklichen traumloscu Schlaf über. Sehr heiter war das Frühstück, das uns sür allcs Uugcmach der verflosfcnen Nacht entschädigte. F. erzählte seine Abenteuer uud wir beobachteten dic sich unter dem Feustcr sammcludeu Mäuucr uud Pscrde. Viel Gutes ließ sich vom Welter nicht sagcn; doch, gab's auch keine Fernsicht, so war doch dcr Vordergrund der Wolken uud dcs Nebels ein sehr malerischer, als uuscre kleine Gesellschaft fich dcu stcilcu Wnldpfad hiuauf- uud über dcu grasigcu Äergrückeu hiuwaud; wir vier Frauen zu Pferde, bemüht, uns möglichst vor dein crbarmuugslosen Regen zu schützcu, uud heitere Scherze mit F. und den Führcru austauschend, wclchc dic armen Thiere alle drei Minn-tcn rasten ließm, zu nuscrcr Unbequemlichkeit, da ihre 9lückcu nahezu cincn Winkel vou füufuudvicrzig Gradcu bildeten. Eiue tlciuc Pause bei einer Alpeuhütte, wo uus ciuige große Schüssclu köstlicher Älilch gebracht wurdcu, daun ging es wieder wcitcr, indem unsere Pferde die nächste Stnndc vorwärts stolpcrtcu, dann wieder zu-rückglitteu in einem Geleise, das eigentlich nur cinc Reihe tiefer Höhlungcu zwischeu kurzem nasscm Torf war, zur Hälfte schwarzer Sumpf, zur Hälfte Löcher uud große Steine, so daß wir froh waren, abzusteigen nud uus durch Wasser uud uasses Gras hiudurch zn arbeiten, bis wir ciucu mehr cbcucu Weg erreichten; doch jeder spätere Versuch zu reiten, machte cs nus so unangenehm fühlbar, daß wir, oder miudcsteus unsere Füßc, ganz durchuäßt seien, daß wir froh waren, uns wieder warm zu laufeu uud freudig das lleiuc Wirthshaus iu Gcrlos bcgrüßtcu, wo wir uuscrc Kleider wechselten nud über dem Küchcufcucr trockuctcn. Dic Mäntel nud wollcucn Decken wnrdcn quer auf cincn Aalten über dcm großen flachen Ofen gehängt, anf welchem ein Holzfeucr au-, gezündet wurdc, ein kleiner Dreifuß über demselben trug cinc Bratpfanne; die Männer hielten nusere Stiefel gcgcu dic hcllc Flamme, währeud dic Mädchen das Fcncr mit lrockcncn Holzspäueu uutcrhiclteu, die sie vou einem großen, in cincr Ecke aufgespeicherte!! Haufeu nahmen; F. bereitete ciuc tüchtige Portion Suppe mit einem Kuchen trockener Gemüse, zu wclcheu uoch ciuc Schnitte ü !<> .1i>!i>iml' hiuzilgefügt wurdc. V^ittlcrweilc warcu zwci Äcrgwagcn bcreit gemacht lind das Gcpäck weggebracht worden. Sie waren die ärgsten, die wir je gesehen hatteu; die Pferde giugen uic luchr als iui Schritt, dic Führer an ihrer Seite, vier lange Stuudcu; uud für dies herrliche Fuhrwerk mußteu wir scchszchn Guldcu bczahlcu. D. nud E. brachen im crstcn auf, F. ging zu Fuß au dcr Spitze der Procession, E. nnd L. warcu Seite au Seite auf dem zweiten Sitze eines Wagens Placirt, Walthcr nud Almcr auf dem andern vor ihucu. Die Sitze warcu einfache Vrctter, quer übcr dcn langen schuialen Trog auf Rädcru gelegt. Es.war außerordentlich schwer für Zwci, zu sitzcu, ohne irgcudwic seitwärts hinauszufallen, uud wcuu dcr Fußpfad — denn Wcg gab cs oft keinen — über große Steine oder Fclscu führte, daun war dcr Anblick der unglücklichen Opfer, die von einer Scitc nach der andern schwankten, halb hiuausgcschüttclt nnd dann wicdcr mit Hcftigkcit anf dic Vrctter zurückgeworfen wnrdcn, sich dnrch dic Austrcugnug jeden Muskels in ihrem Körper festhaltend, oder sich vermittelst enormer Föhreustangen, womit F. sie versehen hatte, vorwärts rudcrnd, dann war dieser Anblick wahrhaft possirlich. Die Hälfte der hier erforderlichen Anstrengung würde uus auf nuscrcn eigenen Füßen glücklich an daS Ziel 804 «aibach, 28. Mai. Die Krönung ist nunmehr definitiv anf den 8tcn Juni festgesetzt. Vis dahin, wird vorausgesetzt, werde dcr ungarische Landtag dic noch der Erledigung harrenden Gesetzentwürfe dnrchberathen nnd dcr Rcichsrath die Adrcßdebattc beendigt haben. Zu der kaiserlichen Thronrede haben wir noch inchrere gewichtige Stimmen uuabhängigcr Organe des Auslandes zn verzeichnen. Die „Köln. Ztg." versichert, daß sie für Oesterreichs Wohl die aufrichtigsten Wünsche hege. Sie könne die Thronrede nicht vorübergehen lassen, ohne ihre lebhafte Anerkennung ansznsprcchcn über den Geist der Versöhnlichkeit, der sich darin zn erkennen gebe. Nicht blos in Prenßen nnd Deutschland, sondern in ganz Europa werde der Schluß dcr Thronrede nnr den günstigsten Eindruck hervorbringen. In ihren Worten liege ein ncnes Unterpfand des Friedens. Man könne das Mißtranen nmuöglich so weit treibe», iu dieseu hochherzigen Aeußerungen nichts als leere, heuchlerische Versicherungen zn erblicken nnd den Einstüstcrnngcn Gehör zn schcnteu, als ob Oesterreich im Geheimen schon damit beschäftigt wäre, sich mit Frankreich zu einem Rache-lricge gegen Prenßcn zn verbünden. Die „National-Zeitnng" sagt in ihrcm Leitartikel: „Ein constitutionclles Oesterreich wird seine innern Schäden heilen nnd anch nach anßcn eine gebietende Stcllnng wieder erlangen. Jeden Fortschritt der Freiheit in 'Oesterreich wird die Welt mit frohem Znrnf begrüßen; je freiheitlicher es sich entwickelt, um so festere Bürgschaften bietet es für seine Mission, die Enltnr Dcntschlauds nach Osten zu tragen. Wir am wenigsten hätten Ursache, neidisch auf ein freies Oesterreich zu blicken; im Gegentheil, die alten, unzerrciß' baren Bande der Stammcsfrcuudschaft, derselben Sprache, Wissenschaft uud Dichtung, die jetzt dnrch den politifchcn Gegensatz gelockert scheinen, würden sich wieder fester kuüpfcn, wenn die Freiheit eine Stätte in jenen dcnt-fchcn Landschaften fände, in denen bisher nnr die Geister dcr Unterdrückung ihre Waffen uud Bannstrahlcn schmiedeten. Die Verbrüderung der cnropäischen Völker, von dcr in diesen Tagen als von dein schönsten Tranm des Hnmaniömns so viel geredet wird, setzt, wenn sie sich verwirklichen soll, ein freies Oesterreich voraus; anf seinem Boden soll der erste Versnch gemacht werden, ob drei so verschiedene Voltsstämmc, wie Dcntsche, Magyaren, Slaven, sich in Freiheit und Brüderlichkeit einigen tönneu." Und znm Schlüsse des Artikels heißt es: „Mit billigem Dank ist die Anerkennung der Vorzüge ciucr coustitutioucllcu Regierung ans dem Mnnde eines Kai» fers, ist die Versicherung hinzunehmen, daß die vcr-faffungsmäßigcn Rechte nnd Freiheiten in Oesterreich nicht mehr angetastet werden sollen. Eine gleiche Befriedigung wie dcr Ausdruck dicfcr Gcsinnnng mnß das Schlußwort dcr kaiserlichen Rede erwecken, daß ..nicht dcr geheime Gedanke dcr Wicdcrvcrgcltnng die Schritte Oesterreichs leite", daß es nach einer „edleren Gcnngthnnng" trachte. Gern möchten wir diese Worte dahin anslcgcn, daß dieses rühm- nud wuudcurcichc Oesterreich, nachdem es so lange mit nns nm die Poli» tische Hegemonie in Deutschland gerungen, fortan neben nns den edleren Wcttkampf des Friedens nnd dcr Frei' hcit beginnen wolle. Verzichtet Oesterreich ernstlich anf „Wicdcrvcrgcltnng" , wir werden nicht die letzten sein, über den geschlossenen Abgrnnd des Krieges ihm die Hand zn reichen. Möge das Werk, an das dcr Rcichsrath herantritt, gelingen! Ein freies Oester- reich ist cine Bürgschaft des europäischen Friedeus; unsere besten Wünsche und Sympathien werden mit ihm sein." Von den Stimmen französischer Blätter heben wir jene des „Journal des Debats" hervor. Es sagt wörtlich: „Der Ton des erhabenen Redners ist ernst nnd würdevoll. Er sucht uicht die Unglücksschläge des letzten Jahres zn verhüllen; statt sich in unnützeu Reerimiua' tioueu zu erschöpfen, fordert er die Parteien ans, den Schleier dcr Vergcfscuheit anf die jüngste Vcrgaugeuheit zu wcrfcu, welche dem Reiche tiefe Wuudcu geschlagen habe. Er spricht den Namen keines curopäischeu Staates aus; er crwähut nicht die gegenwärtigen Alliirten oder Frenndc der Monarchie nud faßt das gauze Pro« gramm seiner auswärtigen Politik in wenigen Worten der Versöhnung zusammen. . . . Es scheint unmöglich, an dem guteu Willen zn zweifeln. Wird derselbe belohnt werden? Werden die nnter dem Scepter des Kaisers stehenden Völter begrciscn, daß man, nm freisinnige Einrichtungen zn bewahren, zuerst die Wirksamkeit derselben nicht nnmöglich machen mnß? Werden die Abgeordneten des Relchsraths sich entschließen, den vorbereiteten Ausgleich mit Uugarn zn sanetionircn, wie sie dazn der Kaiser wiederholt uud uuler Anrnfnng der dringendsten nnd triftigsten Gründe auffordert? Wcrdcu die Ungarn ihrerseits durch unerläßliche Zugeständnisse die so bcdcn-tendcn Zugeständnisse endgclten, welche ihnen die Regie-rnng bereits gemacht hat, lind die dcr Rcichsrath ohnc Zwcifcl bekräftigen wird? Werden die Eroalcn endlich ablassen, den Gang der Minister des Königs von Ungarn zn hemmen, wie die Ungarn ehedem die verständigsten Versuche dcr Minister des Kaisers von Oesterreich zn< nichte machten? Wollen alle diese Völker ein jedes allein zn Grnnde gehen, oder alle znsammcn wachsen nnd gedeihen? Das ist die Frage, welche sich gegenwärtig stellt. Frankreich hat heute alles Interesse, Oesterreich sich behaupten nnd stärken zu sehen. Nachdem cs einstmals Enropa vor dcr Herrschaft der Türleu gerettet, ist cs hcute berufen, den Orient gegen Rnßland zn vertheidigen nnd zum Gegeugewicht gcgcu das ucue deutsche Reich zu dirmu, welches sich vor unseren Thoren erhebt. Es ist nnmöglich, dcr entschiedencn Crisis, welche es gegenwärtig durchmacht, als gleichgiltige Zuschauer beizuwohucu." Der „Herald" cudlich sagt mit der praktischen Auffassung des Engländers: „Zwar ist da^ Reich jetzt in zwei Hälften getheilt, indessen ist cs noch gar nicht entschieden,, ob nicht diese Thcilnng zur Eooperatiou einer gczwnngcncu Einheit, mit Mißhclligleileu anf beiden Seiten, bei weitem vorzuziehen ist. In ihrer Vercini' gnng können sie daö alte Prestiginm Oesterreichs noch immer hoch halten nnd cs znm Schrccken seiner gegenwärtigen wie zukünftigen Feinde machen." Dcr 5'Mbmm Vertrag. Die ..Köln. Ztg." theilt den Wortlaut des London c r V c r t r a g c s vom 11. d. im frauzöfischen Original nnd in deutscher Ucbersctzuug mit. Die letztere lalltet: Im Namen der allcrhciligstcn nnd nnlhcilbarcn Dreifaltigkeit: Sc. Majestät dcr König dcr Niedcrlaude, Großhcr-zog von Lnxcmbnrg, hat mit Rücksichtnahme anf die Veränderung, welche in dcr Lage des Großhcrzogthnms veranlaßt wnrdc, in Folge der Anflösung dcr Bande, welche dasselbe mit dem früheren Dentschen Bnndc ver^ knüpften, Ihre Majestäten den Kaiser dcr Franzosen, den Kaiser von Oesterreich, die Königin von Euglaud, den König dcr Belgier, den König von Prcnßen uud dcu Kaiser von Rußland eingeladen, ihre Vertreter in einer Eonferenz zn London zu versammeln, lim sich mit den Bevollmächtigten Sr. Majestät des Königs-Großherzogs zu verständigen über nenc Arrangements, die im allgemeinen Interesse des Friedens zn treffen wären. Uud Ihre genannten Majestäten habe», nachdem sie diese Eiiiladuug angenommen, iu gemeinsamer Uebereinstimmung beschloffen, dein Wunsche zu cutsprecheu, wel-chcu Se. Majestät der König von Italien kundgegeben hat, an einer Berathung Theil zn nehmen, die bestimmt ist, cill neues Pfaud der Sicherheit für die Aufrechthal-tuug dcr allgemeinen Rnhe zn bieten. In Folge dcffcn haben Ihre Majestäten in Uebereinstimmung mit dem Könige von Italien, indem sie zu diesem Zwecke einen Vertrag schließen wollten, zn ihren Bevollmächtigten ernannt (folgen die Namen dcr weiter nntcn bezeichneten Minister mit ihren Titcln), wclchc, nachdem sie ihre in vollgiltiger Forin bcfnn-deueu Vollmachten nnsgetanfcht, über folgende Artikel übereingekommen sind: Art. 1. Sc. Mafcstät der König dcr Nicdcrlandc, Großherzog von Lnxembnrg, hält die Baude aufrecht, welche das gcuauutc Oroßhcrzogthnm mit den, Hanfc von NassaN'Oranicn verbinden, kraft der Verträge, welche diesen Staat nnter die Souverüuctät Sr. Majestät des Königs-Großherzogs, feiner Nachkommen nnd Nachfolger gestellt haben. Die Rechte, welche die Agnateu des Hauses vou Nassau auf die Erbfolge des Großhcrzogthnms kraft derselben Verträge besitzen, sind aufrecht crhalte.u Die hohen loutrahircudeu Theile acecptireu diefe gegcuwärtigc Erklärung uud nehmen davon Act. Art. ^. Das Großherzogthnm, iu deu Grcuzcu, wie sie durch den, den Verträgen vom 19. April 1839 angefügten Act nnter der Garantie der Höfe von Oesterreich, Frankreich, Großbritauuieu, Preußen und Rußland festgestellt siud, wird künftig einen für immer ncutraleu Staat bilden. Es wird gehalten sein, dieselbe Nentrali-tät den anderen Staaten gegenüber zu beobachten. Dic hohen contrahirenden Theile verpflichten sich, den dnrch den gegeuwärtigeu Artikel stipulirteu Gruudsatz dcr Ncu-tralilät zu beobachten. Dieser Gruudsatz ist uud bleibt gestellt uuter die eolleetive Garautie der Mächte, wclchc deu gcgcuwärtigcu Vertrag uuterzcichuct habeu, mit Ausuahme Belgieus, daö selbst ciu ncntraler Staat ist. Art. ,'j. Da das Großherzoglhnm Lnrembnrg nach den Vestimmnngen des vorhergehenden Artikels ncutra-lisirt ist, so wird die Aufrechthaltuug oder die Errichtung von befestigten Plätzen anf seinem Gebiete ohne Nntzeu nnd ohnc Gegenstand. In Folge dessen ist man gemeinsam übereingekommen, daß die Stadt Luxemburg, welche in der Vcrgaugeuheit in militärischer Beziehung als eine Bundesfestiing angesehen wnrdc, aufhören soll, eine bcfcstigtc Stadt zu sein. Sc. Majestät dcr König' Großhcrzog behält sich vor, in dieser Stadt die nöthige Zahl von Truppen zu uutcrhalteu, um dafclbst über die Anfrechthaltnng der Ordnnna zn wachen. Art. 4. Gemäß den iu dem Art. 2 lind ^ enthaltenen Stipnlationen erklärt Sc. Majestät der König von Prcnßen, daß seine Truvpcu, welche gegenwärtig die Besatzung von Lnrcmbnrg bilden, den Befehl erhalten werden, mit dcr Nänmnng dieses Platzes nnmittelbar nach dem Anstansche dcr Ratification«.'!! dcs gegenwärtigen Vertrages vorzngchen. Man wird gleichzeitig damit beginnen, die Artillerie, die Muuitioneu nnd alle Gc^ genstände zurückzuziehen, welche die Ausrüstung der g» nauulcu Festung ansmachcn. Während dieser Operation wird uur die Truppcuzahl dort bleibcu, wclchc nöthig der Ncisc gefördert haben, doch da wir cs vorgezogen hatten, zn fahren, so ucrschmähctcn wir cs, nnscrcm Vorsatze nntrcn zn werden; Walthcr nnd Christian erlagen bald, uud gauz unfähig, eine folchc Snmme von Bewegnng zn crdnlden, machlen fic sich fertig zn gehen, obwohl der arme Almer halbtodt war nach der 24sti'm-digeu Expedition des vorigcu Tages. Ungefähr eine Viertelstunde nach unserm Aufbruchc wurden D. nnd E. dnrch den Vcrlnst dcs Achsnagcls ihrcs Karrens in Betrübniß versetzt, da letzterer daranf in zwei Stücke fiel. Ein kleines Wirthshans iu dcr Nähe rühmte sich glücklicherweise, ciucu auderu Trog auf Rüderu zu besitzcu, in welchen nnn Personen nnd Sachen gepackt wnrdcn — dcr Anblick, deu sie darboten, erinnerte ihre Gefährtinnen gewaltsam an cine von Mr. Leech's lebcudigsteu Skizzen, wo ciu juugcr, ackcrbaueudcr Armer in cincr Kleiderlruhc frifchc Luft zu fchöpfcn fährt. Die Opfer betrachten ihre Leiden als unbeschreiblich. Die Straße war abscheulich schlecht und oft sehr steil, doch voll Schüuhcit an Wäldern nnd Wiesen in der Herrlichkeit dcs Frühlings. Der Weg schlangelte sich nieder am AbHange ciucr tiefcu Schlucht, mit ciucm Strom tief unten, dcr in weißen Schaumwirbcln über Steine und zwischen dnnllcn Föhreustämmen hiudurch' brach, und in seinem Lanfe frisch von deu Fichten gc-rissenc, rothe, duftende, mit großgczacktcu Rändern, branner Rinde daherschwimmcudc Zweige forttrug, die ihre gebrocheueu Arme gleich Händen ertrinkender Men» sehen ausstreckten nnd znwcilcn in ruhigen kleinen Wirbeln gefaugeu wnrdcn, wo sie für Jahre rnhen nnd sich in dcu reichen Mergel des Ufers verstricken mögen, bis das Moos sie liebend bedeckt nnd Blumcu ihrem Herzen entsprießen oder eine helläugige Wasserratte ihr Nest in cine weiche Faser hiueiubaut. Dic Räudcr des Waldes waren grün von Pflanzen, wonnigen Gräsern, goldenen, mit Alumcu besternten Moosen, nnd viele Wässer krcnztcn nnscrn Weg; manche so klein, daß sie nnr ein kleines Mnrmcln im Grase verursachte»,, mauche geschäftig uud bedeutend gcnng, um ciue Mühle zu treiben und cincr hölzernen Brücke zu beoürfeu, iu sorgloser Weise aus loseu Arct« tern verfertigt, über welche wir hinvoltertcu, vou dcu Schwingungen hilflos in die Lnft geworfen. Die Wälder wicdcrhallten von nnserm Gelächter nnd nnseren Klagen; der mürrische, alte Treiber gab kein Zeichen dcs Mitgefühls, wenn man nicht ein vergnügtes Iusich-hiueiulacheu bei ciucm gcfnhrlichcru Stoße, der uus ciueu Angstschrei entriß, dafür gelten lassen mochte. Eine Art steinerner Stiege, ein Theil der Land st raßc, brachte die Situation anf ihren Höhcpnnkt. D. und E. blickten vou der ficheru Gruudlagc ihres Troges auf ihre Gefährtiuncu zuiück. Die Pferde, als ciuer selbst« verständlichen Sache, zogen gegen die Stiege an, nnd dcr Bcrgwagcn folgte polternd, stoßend, kreischend, krachend uud stolpernd — Geschrei und Gelächter — hopp! hopp! hopp! die unglücklichen Insassen sich an einander, an ihren großen Stöcken, in die leere Lnft festklammernd, iu einem Krampf von Klagen nnd Gelächter. Dcu gauzcn Morgen hatte es gerieselt, doch als der Tag weiter vorrückte, theilten sich die Wollen ein wcnig uud wir erblickten das reizende Zillcrthal, welches das Siel unserer Reise war. Wir fnhren noch dnrch einen dichten Wald, der sich ein- nnd auswärts am Rande eines steilen Abhanges hinwand, der in cincr Schlncht cndctc, dnrch wclchc dcr Flnß rann; nnd nns gegenüber erhob fich ein anderer bewaldeter Bergrücken, bis znm Gipfel mit reichcu grüucu Matteu bekleidet, gleich klciucu Stücken Souueufchciu, zwischcu deu Bäumen herans geschnitten, Dutzende kleiner Hänschen, die tiefern Baucruwohuuugcn, die cutferutcru Heuschober oder Almhütten. Daö Vieh befand fich in den höhcrn Weiden uud alles fah so süß uud arkadisch aus iu dcr hcllcn Bclcuchtung dcs Abcuds. Heiter begrüßten wir den smaragdgrünen Thurm dcr Dorfkirche lief unter nns; die müdeu Rosse cilteu vor-" wärts uud wir erreichten Zcll nngefähr nm sieben Uhr, wurdeu vou dcr sehr frcuudlichcu altcu Wirlhiu warm be-willlommt, uud während das Abendessen bereitet wnrdc, richten wir nnsern ermüdctcu nnd erschöpften Körper aus, nm später ein par Slnnden einigen hübschcu, vou Zither und Guitarre begleiteten Volkslieder- nnd Jodlcrchören zn lali' schcn. sowie einem merkwürdigen hölzernen Instrument, „Holzgclächler" geuanut, das bei jeder Bcrühruug uut klciucn Stäbchen süße klare Töne vernehmen ließ, alS ob ein Engel in Holzschuhcu leise vorüberwaudcltc. Und so im Austausch srcuudlicheu Gcplauders, ciu wenig Taschcuspiclerci uud Slizzcubüchcrn uuscrseits, uud dem Gesaug der Vaucru audcrscits, giug der Tag zu Ende; nnd nachdem wir geschlafen, zn gcfnnd, nm von seinc" Mühseligkeiten nnd nnaugcuchmcu Abenteuern zu trini-men, erwachten wir zn hellem Souueuscheiu uud heilen Plänen für einen andern glücklichen Tag in den Bcracü' 80S ist, um die Sicherheit dcö Kriegsmaterials zil überwachn: und um die Expedition demselben zu bewerkstellige, die in ciucr möglichst kurzcu Frist vollendet seiu wird. Art. 5. Se. Ätajcstät der Kvuig-Oroßhcrzog kraft der Souvcräuctätörcchtc, welche er über die Stadt und die Festung Luxemburg ausübt, verpflichtet sich seinerseits, die nöthigen Maßregeln zu trcffcn, um die genannte Festung iu ciuc offeuc Stadt zu ucrwaudclu, vermittelst ciucr Schleifung (l^mollücm), welche Sc. Majestät für gcuügeud erachten wird, um die Intentionen der hoheu coutrahircudeu Theile zu crfüllcu, die iu dem gegeuwär» ligcu Vertrage ausgedrückt siud. Die dazu uöthigeu Arbeiten werdeu uumittelbar uach dem Abzüge der Gar-uisou bcginucu. Sie sollen mit aller derjenigen Schc" nung bewerkstelligt werden, welche die Interessen der Stadtbewohner erfordern. Seine Majestät der König« Großhcrzog verspricht außerdem, daß die Vcfcstiguugcu der Stadt Luxemburg künftighin uicht wieder hergestellt uud daß lein anderes militärisches Etablissement daselbst aufrecht crhaltcu noch gegründet werden soll. Art. 0. Die Mächte, welche den gegenwärtigen Vertrag unterzeichnet haben, constatircn, daß, da die Anflösnng des deutschen Bundes gleichmäßig die Nuf-lösuug der Baude herbeigeführt hat, welche das Herzog« thum ^imburg in collectiver Weise mit dem Großhcrzog-thum ^u^cmburg au den genannten Bnnd gckuüpft habcu, so folgt daraus, daß die Vczichuugcu, dcrcu Crwähuuug geschieht iu dcu Artikeln 3, 4 uud 5 des Vertrages vom 19. April 1839, zwischeu dem Großherzogthum'uud ge« wissen Territorien, die zu dem Her;ogthum ^iiuburg gc< hörcu, zu bcstchcu aufgehört habcn, indem dicsc Tcrrit» ricn fortfahren, einen integrircudcn Theil des Königreiches der Niederlande zn bilden. Art, 7. Der gegenwärtige Vertrag soll ratificirt und die Natisicationcn desselben in London ansgctanscht werden im Zcitranmc von vier Wochen oder früher, wenn cS sich thnn läßt. In Beglaubigung dessen habcn die rcspcctivcn Vc-vullmächtigteu ihu unterzeichnet und mit ihren Siegeln versehen. Geschehen zn London, den N.Mai 1867. Stanley, Apponyi, La tour d'Auvcrguc, D'Azcglio, Acntinck, Vau dc Wcycr, Toruaco, Servals, Vcrust or ff, Brunnow. Erklär u u g. Eö ist wohlverstanden, daß der Art. 3 dem Rechte anderer neutraler Staatcu keinen Eintrag thut, ihre festcu Plätze aus ihrcu Tcrritorieu zu crhalteu uud uöthigeu» salls zu verbessern. (Folgen dieselben Unterschriften.) Gejierreich. Wien, 27. Mai, 7 Uhr MoracuS. Die „Wiener Abendpost" veröffentlicht nachstehendes Bulletin über den Gesuudhcitszustand Ihrer kaiserlichen Hoheit der dnrch-lanchtigstcn Frau Erzherzogin Mathilde: Die vergangene Nacht hat Ihre kaiserliche Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Mathilde in Zwischcnräu-men etwas geschlafen. Der gestrige Tag verlief ohne wesentliche Stvrnngcn in dem Befinden dcr hohen Patientin. Dcr Ficbcrparoximus dauerte kürzer als in den letzteren Tagen. Dic Schmerzen sind nicht gesteigert. Prof. Pitha. Dr. Schmerling. — Die „Wr. Abdpst." schreibt: Wie wir von coinpctcnter Seite vernehmen, wird die Krönung Sr. Majestät des Kaisers znni König von Uu-NlUn, sosern nicht unvorhergesehene Hindernisse eintreten, cun 8. Inni stattfinden. — In Äezng auf die gegen die jüdische Bevölkerung in Iassy uud dem lluuäuischcu Gebiete gcrichtctcu Verfolgungen vernehmen wir, daß fowohl dcr l. k. Eonsnl in Iassy, als anch dcr k. k. Gcneralconsul in Bukarest angewiesen sind, in ^crbindnng mit den Vertretern Frankreichs, denen von Scite ihrer Negiernng gleichartige Instrnctionen ertheilt Wurden, sich auf das lebhafteste zn Guustcn dcr Bedrückten 2» verwenden. Ausland. Auö Paris, 23. Mai, wird dcr „Mg. Ztg." ^schriebcu: Die Vorgäugc im iionigreichc Hauuover bcriihrcu auch die Eoiilisscu unserer politischen Kreise, "uch erregen sie nicht die angenehmste Sensation in ^cgicnmgstrciscn nnd sind nicht geeignet, das wechsel-scitigc Vcrtrancn zn hcbcn: am Vorabcnd dcr Bcsnchc ans Berlin sind sic cinc fatale Geschichte, in welcher die hbhcrc politische Polizei mitspielt. Es erscheint hier unchstcr Tage ein ncncs politisches Blatt „La Situation", Welches die Untcruchmnng mit einer ersten Geldeinlage v°n 15)0.000 Francs beginnt. Sein Programm ist sagendes: Vertheidigung der dnrch Preußen „untcr-dNicktcu" Rechte uud Interessen, wie z. B. in Hannover, "ud entschiedene Feindseligkeit gegen die preußische Militär-^nhcit Deutschlands, ein Vorposten dcr französischen ^oneurreuz gegen die preußische Machtstellung; im Innern ""bedingte "nd stets schlagfertige Hingebung au das Mrschcudc N< gime. Preußische Agenten behaupten: das ""ic Ionrnal verdanke seine Grüuduug ciucr Gcldsub-^ntiou aus Hietziug, welcher Hcrr Sticbcr iu Hannover auf die Spur gekommen sei, uud wobei vcr< schicdcuc dortige Bankiers genannt werden. Das fticantcstc an der Sache ist, daß der Hanptredactcur der „Situation" cinc dnrch nnd durch officiösc und ministerielle Persönlichkeit, cinc gonvcrnemcntalc Vcr» trancnspcrson ist. Hcrr Grcnicr war Redacteur des „Eou-stitutiouucl," uoch uuläugst Hauptrcdaeteur dcS „Pays," uud er ließ sich gewiß uicht iu eiue neue Stellung versetzen, ohne die Gcnchmignng seines Programms und seiner Snbvcntionsbezüge erlangt zn haben. — Obschon mehrere Blätter, anch das „Mcm. Divl.," von einer ncucu Eollcctiuuotc au dic Pfortc uud bezüglich Kreta's, welche iu dcr Luft schweben soll, tränmcn, wird an nothwcndigcrwcisc gut unterrichteter Stelle vcrsi« chert, daß an eine solche Bchcllignng des Sultaus vorerst uicht mehr zu dcuteu ist. Uuserc Weitsichtigen stol< pern nicht über die Vcrmnthuugcu ciucr frauzösich-rus« sisch-prcußischcu Cabalc in den orientalischen Angelegenheiten, sondern über die uicht miudcr abcutcucrliche Vermuthung einer bezüglichen Verständigung zwischen Oesterreich, Rußland nnd Prcnßcn. Die cinc Vcrmnthnng führt dic andere u Hauptstadt eiugcschlosscucu Europäcru sehr gefährlich. Nach amerikanischen Berichten beabsichtigte Kaiser Maximilian, aus Qucrctaro verdrängt, sich in dic Hcimat des Gcucrnls Mejia, die Sierra Qucrctaro, zurückzu-zichcu uud in dicscr natürlichen Fcstnng dcn Kampf fortznsctzen.____________________ ßagesneuigkeiten. — (Aus Wie n.) Der bisherige zweite Bürgermeister Tr. Felder hat nun doch durch cinc Tcpulaliou dcr sogenannten Mittelpaltci des Gemeindcrathcs, dcr cr selbst angehört, sich bcwcgcu lassen, eine eventuelle Wiederwahl anzunehmen. — Dcr akademische Gesangverein brachte Samstag dcm in Hietzing wohnende» Könige von Hannover aus Anlaß dessen Gcburlstagc'? cin Sländchen, welche Huldigung vom Könige äußerst freundlich aufgenommen wurde und ihn voranlaht«,', dic Sänger zu einem splendiden Diner einzuladen. — 2lm Sonntage wurdcn die Wiener Rennen dccndet. Das Wclter war bcfondcrs günstig und so gcstallcte sich denn das Ganze zu einem kleinem Volksfeste. Zu Laudc und zu Wasscr, zu Wagcn, zu Pferde uud zu Fuß zogen Tausende von Mcxschcn iu die Frcudenau hinaus, um dem intcressau-ten Schauspiele bcizuwohncn. Dcr Andrang zu dcn Dampfern der Donaudampsschissfahrts-GescUschaft, die nun die Localfahrtcn wicder crösslulc, war ciu so ungeheurer, vaß die Schiffe dic Personen kaum zu fassen im Stande waren. Dic Damen dcr Arislolralic cischicncn in höchst eleganter Flühlingstoiktte. Die Tribünen warcn überfüllt. Vom Hofe wohnten der Kaiser, der mit dem Kronprinzen von Hannover angefahren lam, die Erzherzoge Ludwig, Victor und Wilhelm dcm Nennen bei. Für dic Sportmcn halle dilscr Renntag um so grssßcre Bedeutung, als an demselben auch der Kaiser« preis erster Classe von 1000 Ducateu angesetzt war. Das ytlunen dauerte bis 6 Uhr Abends. — Im ganzen Polizci-rayon Wiens ist eine höchst wohlthätige Maßregel eingeführt, die, obgleich sie dir Entrüstung leidenschaftlicher Hundeuarren hcrrorrnft, doch geeigmt ist, manch' gräßliches Unglück zu verhüten: Eö muß nämlich jckcr Hund, glcichuill ob an der Leine geführt wird oder frei herumlauft, mit einem derartig aus Draht verfertigten Maullorbc versehen scin, daß dcr Hund durchaus nicht beißen kann. — (Im Wonnemonat.) Aus allen Gegenden laufen Berichte über die wahrhaft winterlichen Wiltcrungs-verhältnisse dcr letzten Tage ein. Iu Obcröstcrreich und Salzburg gab cö Schnee über Schnee, ebenso in den hühcr gclegcncu Orten dcr Umgebung Wiens. Iu Prag wics das ! Thermometer am Freitag selbst an geschützteren Punkten der Stadt nicht gauz 3 Grade über Null, uud am Morgen siel Schnee. Aus Rcichcnbera. wird geschrieben: „Seit 23. d. Nachmittags ist unsere Gegend in eiuc förmliche Winterlandschaft verwandelt, denn Wald uud Flur ist mit ciuer zwei Zoll hohen Schneedecke versehen, die Verge find in dichtes Gcwölt und N^bel einfüllt, ,md wir glaubcn uns iu eiuen rauhen Noucmbcrtag versetzt zu sehen. Nach dem Urtheile vou Sachkcnucru ist jedoch zum Glücke hiedurch bis jetzt an Fcldcrn uud Saaten noch lein Schaden verursacht worden." Iu Stcicrmarl hat dagcgcn der bedeutende Schneefall iu der Umgcbung von Graz, wie dortige Alättcr berichten, argen Schaden angerichtet. Ein großer Theil des in Blüthe stehen« den Getreides ist umgelegt und vou den Obstbäumen sind in Folge der drückcudeu Last häufig Acste abgebrochen. Noch am 25. lag dcr Schuce auf allen Höhen um Graz. In Älagcufurt hielt das Schneegestöber am 24. d. dcu ganzen Vormittag an. Schwankc Stauden, wie z. V. der eben in voller Älülhe stehende Flieder, wurdcu durch dcn Schnee flach zu Boden gedrückt. Ueber diesen winterlichen Nücksall wird übrigens auch aus anderen Läudcru berichtet. Aus Dresden, Leipzig, Chemnitz, Berlin, London und mehreren anderen Städten Englands ic. liegcu Mittheilungen über Cchncesall vor i iu dcr Gegend von Altenburg in Sachsen hat man sogar Schliltenbalin. — (Die Freibergcr Bergakademie) sollte im vorigen Jahre ihr lOOjähnges Jubiläum feieru, welche Fcicr jedoch dcr Kricgscreignisse halber unterbleiben mußle. Ciu studenlischcs Fcslcomit« hat nun dcu Gedanken, angeregt, die Feier in diesem Jahre abzuhalten, und sollen daher am 26., 29. und 30. Juli d. I. entsprcchcude und dcr Sache würdige Feierlichkeiten stattfinden. Gleichzeitig werden Gedenk» tafeln für die berühmten ehemaligen Zöglinge der Akademie: Alexander v. Humboldt (1791), Leopold v. Buch (1790) uud Theodor Körner (1808) enthüllt werden. Locales. — Mit Entrüstung ergreifen wir die Feder, um wieder einmal Angriffe auf die Sicherheit und Ruhestörungen zu ver« zeichnen, dic zum wiederholten male zwei in einer Landcsbanpt-stadt unter dcm Schuhe der Gesetze uud der commuualcu Poll.-zri(?) lebende friedliche Mitdürgcr bctrosfcu habcn. Eine Horde Nuhcstörcr sammelte sich heute Nachts vor der Wohuung des Hrn. Gcmcinderatheö Deschmann, brachte ihm cinc Katzenmusik und warf Slciue nach dcu Fenstern, welche glücklicherweise durch Jalousien geschützt warcn, dann begab sich dcr Hause vor die auslohende Wohnung des Herr» Hansel, warf dort cin Fcnsltr ein und entfernte sich cudlich in der Richtung zum Bahnhose. Dcr Spcctatcl war so groß, daß die ganze Nachbarschaft in dcr Nachtruhc gestört wurde. Diese De> monslrationeu gegen die genannten, Herren habcu sich schon öfter« wiederholt, dcr Tag, an welchem drci Candidatcn des (5rntralcomitl''s dci so großer Velheiliguna, dcr Wähler durch« drangen, schien wohl für eine Wiederholung besonders geeignet. Es herrfcht dic allgcmciustc Entrüstung üdcr dicse wiederholten frevelhaften Attentate auf chrcnwcrthe ruhige Bürgcr, bci welchen dic Communalpolizei durch ihre Adwe« scnhcit glänzt. Wann wird endlich dcm friedlichen Bürger Nuhc uud Sicherheit in fcincm Hausc verschafft und an dcu Ruhestörern cin Exempel statuirt werden? — (Gemeinde wahlen.) Iu dcr gestern stattgefundenen Wahl des ersten Wahlkörpers wurden drci der vom Ceutralcomitv vorgeschlagenen Candidate», die Herren Andreas Mallitsch, Dr. Franz Su Ppa u tschilsch uud Viinenz Seunig gewählt. Von 180 Stimmberechtigten waren 170 erschienen. Heute findet dic Nachwahl zwi-schcn dcn bcidcu Candidalen des Ccntralcomitc's Dr. Recher und Dr. Pfeffer er und jenen des bürgerlichen Comite's Dr. Supanz und Tön nies statt. * Die Leitung uud Verwaltung des Provinzial'Taub-stummcN'InslitutcS in Hall ist, wie man uns mittheilt, mit 1. Mai. d. I. an die Landesveltretung bczichungswcise an ocn Lanbeöausschuß der gefürsteten Grafschaft Tirol über» gegangen. Juristische Gesellschaft iu Laibach. Protokoll dcr 0. General- (l.Vl,) Versammlung, welche TonucrZlaz am 3. Mai I«67 im städtischen Nathhaussaale vou 5 bis 7 Uhr Abends abgehalten wurde. Vorsitzender: Dcr Präsident Herr Dr. Friedrich v. Kalten« eggcr. — Schriftführer: Der zweite Secretär Herr Dr. Robert u. Schrey. — Anwesend 18 Mitglieder. 1. Der Vorsitzende Herr Präsident Dr. v. Kalten« eggcr eröffnet die Generalversammlung mit einer Ansprache, in welcher cr die Leistungen des Vereins in dem abgelaufenen Vcrcmöjahrc und die Gründe bespricht, welche die Thätigtcit dcr Gesellschaft thcilivcisc lahm lcgtcu. Nach einer allgemeinen Darstellung und Besprechung der Resultate der öslcrrcichischen Gesetzgebung im Jahre 186L/L7 schließt der Redner mit dem Ausdrucke dcs Dantes für die Unter« stützung, welcher sich dcr Vcrcin fcitens der Mitglieder zu cisreucu hattc. 2. Der zweite Cecrelür Herr Dr. v. Schrey verliest dcn Geschästsbclicht über das abgelaufene Vcrcinsjahr, welcher von dcr Versammlung zur Kcnnluih genommen wurde. 3. Dcr erste Sccretär Hcrr Dr. E. H. Costa theilt nüt, daß von dcm auswärtigen Vercinsmitglicdc Herrn Landes« gcrichtsralh Vruuuc r ein inlcrcssaüter Rcchtsfall und von dem l. k. Justizministerium cin Abdruck des Entwurfes eines ueucu östcrrcichischcu Strafgcsctzes cingcscndct wurde. Der 806 Herr Vorsitzende bemerkt, daß der Rechtssall an die Tages« ordnung der nächsten Versammlung gestellt, der Entwurf des Strafgesetzes aber einem Comit^ zur Veralhung werde zugewiesen werden. 4. Der erste Secretär berichtet über die Jahres-lechnung, welche über slulrag des Herrn Dr. Schaff er einstimmig genehmigt wurde. 5. Der erste Secretär rcfciirt ilder den Voranschlag pro 1807/L6. Derselbe wird in der Nudrtt „Annahmen" ohnewnters genehmigt. In Betreff der „Aufgaben" bemerkt Herr Finanzconcipisl August Dimitz, daß die Verminderung der Auchbindertosten wünscherivwerll) sei. Der Herr Präsident rechtfertigt das bisherige Vorgehen, lltlärl übrigens, daß sich das Präsidium die miiglichsle Spalsamteil werde angelegen sein lassen. Sohin wird der Voranschlag auch in der Nnbrit „Ausgaben" einstimmig genehmigt. Ueber Antrag des Herrn Dr. Schaffer wild dem Vcrci»5plä-sidiurn filr seine Mühewaltnug der Dant der Versammlung durch Ausstehen von den Sitzen ausgesprochen. 0. Sohin erfolgt die Neuwahl der Gefellschaftösunclio« näre, wobei Herr Finanzralh Dr. v. Kalte n egge r zum Präsidenten mit 20 Stimmen, die Herben Staranwalt Dr. v. Lehm an n und OberamtSdircclor Dr. (5 o st a zu Viceprüsidenten mit je 14 Stimmen, Herr Vilrgetmcisler Dr. Costa zum elften Secrelär mit 12, Herr Dr. Robert v. Schrey zum zweiten Secrelär mit 14 Slimmen, endlich ' Herr Finanzconcipist v. For mach er zum Cassicr mit 1A und Herr Finanzconcipist August Dimitz zum 3technnngs< reuibenten mit 15 Stimme» gewählt wurden. Die Gc» wühlten erllärten die Annahme der Wahl. 7. Sohin wurde die Versammlung von dem Herrn Vorsitzenden geschlossen. Ei»gesc»det. Heute Nachts um halb 8 Uhr bin ich mit einer Katzenmusik beehrt worden, begleitet von einem obligaten Stein-wurse, der diesmal nur einem Ialousienballen galt, dessen solide Construction dem wuchtigen Wurse hinlänglichen Widersland leistete. Da mir heuer schon zu wiederHollen malen ähnliche Ovalionen dargebracht wurden und ich uicht das Vergnügen habe, meine nächtlichen Verehrer persönlich zu kennen, so sehe ich mich bcmussigt, im Wege der Presse den Veranlassern dieser nächtlichen Kundgebungen die Versicheinng zu geben, daß ich an der Naluiwüchsigleit und physische» Kraft jener städlischen Elemente, die sich in derlei Manifeste tioncu gefallen, niemals auch nur den geringsten Zwci,el gehegt habe, und dah ich für den Fall, als in Znlunsl mehr die musikalische Seile der Katze,unusiken in Ausschwung kommen sollte, keineswegs au Nervenschwäche leide, sundein Gemülhsruhe genug besitze, um den nächtlichen Concertanlen und ihrem schönen Talente in der Nachahmung von Natur» lauten selbst bei länger dauernden Produclionen, als es heute Nachts der Fall war, meine ungetheilte Aufmeillam-leit zu schenken. Laibach, am 29. Mai 1867. Karl Dcschmann, Gemeindcrath. Anfrage au den Herrn MirgermcijU'r drr Stadt Aailmch. Wird der städtische Mcrrktcommissür aus der Stadteassc auch deshalb bezahlt, das; er, wie dies bei den Gemeindl-ralhswahlen des ll. und l. Wahltörpers am Samstag u»d gestern der Fall war, in der Vorhalle vor dem Nathosaalc stehend, cine förmliche Proscription der e> scheinenden Wähler sllhrt, u„d dies zu einer Zeit, wo es seine Aufgabe wäre, am Platze über die Einhaltung der Mntlo'.dnuna, zu waäxn? Ziemt es einem städtischen Beamten, eine Snpelco>>t!ole der Wähler in der Vorhalle ganz offen zu silkreu, während im NathZsaale die Wahlcommission ihr Amt übt? Ist es aber auch mit der Würde und Stellung des Vürgermeisters der Stadt Laibach verträglich, wenn derselbe — abgesehen davon, daß eine von ihm selbst zusmnmenge.-stellte, aus lauter „Nationale»" bestehende Wahlcommisswn fungirt — mit der Wählerliste in der Hand im Wahllocale und in der Vorhalle auf und abschreitend, jeden erscheinenden Wähler in dem Verzeichnisse strichulirend und mit dem proscribirendcn Marltcommissär in steten Nappocl sich setzend, eine dritte Supcrcontrole übt? Ueber diese Function des Bürgermeisters ist in dem Laibacher Gemeindestatute nichts enthalten, und sicherlich würde kein Bürgermeister in Kram, sei es auch in der kleinsten Gemeinde, sick herbeilasse», eine solche Rolle zu spielen. Laibach, 29. Mai 18L7. _______________________________Mehrere Wähler. "" Ncucstc Post. Wien, 27. Mai. Das „Frdlil." schreibt: Die Adrcßcommissiomn beider Häuser des Rc i chöratheö sind bereits an dic Lösung ihrer Aufgabe gegangen. Dic Mitglieder dcr Adreßeommission dcö Abgeordneten-l) anse«?, wclchcr dic Minister Äcnst nnd Taaffc eingehende Mittheilungen machten, einigten sich dahin, über den Vcrlanf dcr Acrathimgen Stillschweigen zn beobachten. So ist denn mir bekannt geworden, daß Prof. Herbst mit dcr Acrfassnng deö Adreßentwnrfcs bctrant wnrdc nnd als Referent dcsignirt ist. Bon mch^ reren Seiten vernimmt man, daß, wegen deö massenhaften Äiaterial^, das diesmal zur Besprechung gelangen wird, Dr. Rech lianer als Korreferent bestellt werden soll. Dic Adrcßcommission wird tanm vor Cnde der Woche ihrc Arbeiten bccndcn können; es erscheint lanm glaublich, daß allch ein Minoritälsentwnrf vor das Hans gelangen wird, dic ecntralistifchen Abgeordneten dnrftcn ihrc Bcmiihnngen daranf beschränken, die Adresse zn amendircn. Die Adicßdcbatte wird jedenfalls cine hochliedcntcndc nnd sehr eingehende werden, cs werden sich an derselben die hervorragenden Abgeordneten aller Parteien bcthciligcn. Schon hente wird erzählt, daß besonders Kaiscrfcld nnd Z icm ialk owski nber die staatsrechtlichen Fragen, den Ansgleich mit Ungarn, Dr. Schindler nber dic finanziellen Fragen nnd Kuranda nud Rech baner über die auswärtige Politik, Letzterer besonders über die Stellung Oesterreichs zn Deutschland, zn sprechen gedenken. Telegramme. Pest, 27. Mai. In der Sitznng dcr Magna-tcntafcl wurden zn Mitgliedern dcr znr Feststellung dcs Inanguraldiploms zn entsendenden Deputation gc-wählt: Der Primas, Varun Senycy, Graf Anton Äiiaj. lath, Szögyenyi, Äiasirevich, Graf Johann Äcites, Graf Joseph Palffy, (irzbischof Schagnila, Tomesanyi, Baron Alexander Apor, Baron Gabriel Pronay nnd Graf Gcdcon Raday ^u». In der Dcpntirtcns i tzung wnrden die Stiminzcttcl znr Wahl dcr Rcgnicolardepn-tation nntcr namentlichem Aufruf abgegeben; die äußerste Linke enthielt sich dcr Abslimmnng. Nach cincm Äcrichl dcr Hansbudgcteonnnission wnrdc der Gesetzentwurf über die "gemeinsamen Angelegenheiten vorgelesen. Anton Cscngery als Referent des (5enlralauöschusscS bemerkt, daß derselbe gcgcn den Gesetzentwurf keine principiellen Einwendungen zn machen habe. Graf Vadis-lans Raoay bekämpft als Referent dcr Mn»cr-Ab-ihcilnng die Inartienlirnng dcs Entwnrfes. Deal bemerkt, daß an früheren Beschlüssen dcs Hanfes nichts geändert werden dürfe; es tonne nur davon die Rede scin, ob dcr Gefetzartikel über die gemeinsamen Angelegenheiten jetzt odcr spätcr geschaffen werden solle, fcr< ner ob das Hans die im Entwürfe vorlommenden Ab» weichnngen vom Vcschlnß annimmt oder nicht. Auf Antrag Ghyzy's wnrdc dic Vorfrage gestellt, od das Hans den Beschluß über die gemeinsamen Angelcgcnhci-ttn schon jetzt zum Gesetz erheben will, nnd die überwiegende Mehrheit erklärte sich dafür. In dcr Special« debattc wnrdcn unbedeutende Aenderungen vorgenommen nnd dcr Gcsctzcntwnrf schließlich ganz erledigt. Die Ab-stimmnng über die definitive Annahme wird übermorgen stattfinden. Pest, 27. Mai. Deal wurde bci scincm Eintrittc in die Dcp n tirt cnt afcl mit cnthnsiastischcn Demonstrationen nnd Eljcnrnfen empfangen. Hieranf wnrdc die Wahl der R eg n i c ol a rdcp n tali o n znr Fest-stcllnng dcs Inangnraldiploms vorgcnoinmcn. Dic^inkc enthielt sich der Abstimmung. Florenz, 28. Mai. (Tr. Ztg.) Die „Gazzetta di Torino" mcldck, dcr Bertrag betreffs der ^iqnidalion dcr Kirchcngntcr ist mit dem Hans Erlanger definitiv abgeschlossen. Paris, 27. Mai. (Tr. Ztg.) Der Kaiser empfing gestern eine Deputation einer englischen Tonristcngcscll-schaft, welche in dcr übcrrcichtcn Adresse sagt, die Erhaltung dcs Friedens nnd die Zerstörung alter nationaler Gehässigkeiten sei ein Fortschritt der Civilisation. Dcr Kaiser antwortete: Ich bin tief gerührt durch diesen Ansdrnck der Sympathie. Das Erste ist nicht von meiner Regierung allein abhängig, bezüglich dcs andern werde ich das Möglichste thnn, Ihre Wünsche zn erfüllen, die Vermehrung der ohnehin zwischen beiden Bändern herrschenden Sympathie ist immer einer meiner größten Wünsche und die Herbeiführung herzlichen Einvernehmens zwischen Frankreich und England immer das Ziel meiner Politik gewesen. Das „Pays" sagt, Sonntag erfolgt die A»,-kilnft des Königs von Preußen. London/ 2«. Mai. (Tr. Ztg.) Disraeli erklärt, dcm Fcnicrhänptling Bnrke sei die Todesstrafe erlassen. Ocr russische Botschafter Brnnnow geht nach Paris znni rnssischen Kaiser. V'lkurest, 27. Mai. Fürst Karl empfing gester» e!nc Deputation dcr Indcn, welche einc Beschwerde über die Maßnahmen dcr Regierung gcgcn die Juden in dcr Moldan vortrng. 5clsHrapl)islln T^echsclco,»rse vom 2«, Mai. 5pere. Metalliaueij 59 75. — f.pere, Mctallianeö mit Mai- und November-Zinsen «2.20. — 5,i-rc, National Änlehe» 70. — Oaul> aetien 72l, - Hreditaetien !?i>.50, — 18«0er Ztual^aillelie!! «7,20. — Silber i24.50. - ^.'ondoli l27.10. — K. l, Dncnten 5>.U«. cheschästs-Zeitung. Die Sonucllblnlue. (Tel,) Schon öfter isi di^> Vedeu» lung hnriorgehclu'i! N'orden, ivelchl.' der Anl'an dcr Soiiittnblnnic !>>v t>cn Vaxdban haben löuiile, da er dem Landwirll) anßcr^rdciit« lich hohc Renten zu lieserir im Staude se,i. In gleicher Weise spricht sich a»ch die „Zeitschrift des llnidwirlhschaflli'cheil Ceutral-uereinö der Prouinz Sachsen" aus. ES wird darauf hingewiesen, dcis;, obgleich l'creit^ t'ie Schwc>1erpsla»,;e Ilcüüiil!!,!!, tüliclsi^,,.« schon sei! langer Zeit landwilthschaftlich iin Orlißen angebaut nnd N'e^'N ihrer Geüügsanileit auch nut armen Boden, ihrer reichen Erträge an Knollen nnd Stengeln nnd der trefflichen Verwerchlilnkcit aller Theile der W>n>ze hochgeschätzt wird, lrotzdem die oben bezeichnete cils Zierftfla,,^ in den Gärlrn viel bekannte „Sonnenblnine" Nlich nicht da;n lielonnnen ist, zn a»öli,edehnlcre,n landn'irlhschaft' lichen Anb^n uerwendet zn N'erden, lind doch besitzt sie ssleiche, ja ;nnl Theile noch werthvollere Eisseiischastell als II.'Iumüni« l!!>«!!0,^u^. Die jungen Knappen dienen zir (^einilse, die Stengel zu Vrennniaterial, die Vlätter >->eben ein gutes Viehsntlel-, die Blil,nen liefern den Bienen reichlich Honig. Abee den werth-vollsten Aeslandtheil bielen die zahlreichen Ganienlcirner dar, nicht elwa nnr deshalb, weil sie ein gutes Maslfntter filr Geflügel bil> den, sondern iüdenr sie gea/» Proeeul eixes UorzllgNchen fetleN Speise« und Breundls enthalten. Allgekommono Fremde. Am 27. Mai. 2tadt Ti^ic». Die Herren: Äloch, Kaufm., vou Wieu. — Hullnia. und Hcnler, uou Gottschce. — ^aelner nnd Ialliisch, vl'N Oeaz.—Sidar, Handeli5>.«0 5C - In öftcrr. Währung steuerfrei 01.^ !)l..10 V. Steueranl. in ö, W. v. I. 1«0 ^, Stcueranl. in ü. V. v. I. 1«»i4 zu siplit. rilcl;ahlbar . 5<«.l'0 «».- Silbcr-Aulehcu r>ou 1«';4 . . 77/,0 7«.^ Silberaul. 1805 (ssrcö.) rückzahlb. in 37 Jahr. zu 5 pLt. 100 fl. i^3,— lN.50 Nat.-Aill.mit Iäu..Lonp.zn5"/„ 70.70 70 W „ „ „ Npr.-Eoup. „ 5, „ 70.10 70.20 MctalliqncS . . . . „ 5 „ f>U>0 60.-- dclto mit Mai-Coup. „ 5 „ »',2.10 tt2.25> detto.....,, 4j„ 52.75 5:i.-- Mit Verlos, v. 1.1839 . . . 145.- 14N.- 1854 . . . 78.— 7». 50 " " " " 18tt0zu500fl. «7.70 87.«0 1W0„I00„ !>1.50 i'l.75 ^ " "„1864„1W,. 79.50 79..l0 Eomo-Nrntensch. zn 42 I<. :.„8l. 17 25 1775 II. dcr Kronläuder (für 100 fl.) Gr.-Enll.-Oblig. Niederösterreich . . zu 5"/„ ttwli;ieii .... „5 „ 08.50 <>9.5<> Siebenbürgen ... „ 5 „ 1857 zn . 5°/« 105.— —.— l5. M. 1 vcrloilbarc 5 „ 94,50 94.75 Natioualb.aufö.W verloSb.5„ 90.-- 90.25 Uug. Bod.-Crcb.-Nuft. zn 5'/, ,. 87.25 87.75 Mg. öst. Bodcu-Credit-AnstaU ucrloöbar zu 5"/,. in Silber 105.— 105.50 Domaincn-, 5pere. in Silber . 114.50 l 1^1.75 z!ose (pr. Slilcl.) Cred.-A.f.H,n.G.z.100fl.ö.W. 12<;.75 127.25 Don.-Dmpfsch.-O.z.100fl.CM 88.50 89.50 Stadtgem. Ofen „ 40 „ ü. W. 2°».— 2».»" ^'ondou filr 10 Pf. Sterling . 127. -- l27.l>" Pari« filr 100 Franko . . . 50.50 5'0.»>" <5ours der Geldsorteu Geld Waare K. Miinz-Ducaten « fl. - lr. <> st. l lr. Napoleonöd'or . . !0 „ 15 „ 10 ,. W4 " Rnss. Imperials . 10 „ 39 „ 10 „ 40 „ Vereiuschaler' . . 1 „ 97j „ 1 „ " " Silber . . 125 „ - „ 125 „ ^' " Kraiulschc OrnudeutlaNungs - Obligationen, P"' vatuotiruug: 8« Geld. 88 Waare,