Nra. 70. Leopold Egerische Dienstag den 1. September, ^ 8 0 ». Wie n. «^ebst d?r in mehreren Zeitungen angeführten Inschrift auf das im deutschen Änche zu errichtende Eh-rcndenkmaU Er. Königl. Hoheit drs Erzherzogs Karl, welcke der Professor Bcrgfträücr z» Hanan an dcn Königl. Schwedischen Rrichssagsge-sandten, v. Bildl, nach Regcnsdurg einsendete, hat auch der in Prag angestellte Prosiv-VLN8 oder öil^ena eine vollkommene Analogie zu haben versichern: so läßt die delcgirtc Commission, so wie anch das hiesige G^berntum, dcm die erste unmittelbar untergeordnet ist, nichts unversucht, um ge-dacktes, in den Kammeral - und Kommerzial-Vczirkrw des hungari-schcn Littorals, und auck in mehreren Ortsckastcw des benachbarten Agra-mer Komitats wcit nnr sich greifende Uibcl nicht nur ansznrotten , sondern auck inzwischen die weitere Mitthei-l'mgdesselben ze, Lande undzu Meere bestmöglichst zu verhüten. Weil aber das mit dieser Land- i plage behaftete Volk in dieser Gc- gcnd sehr arm ist, unb gegettwärkiL auch m«t einer außerordentlichen und allgemeinen Theurung an Lebensmitteln gedrückt wird, so haben Se. Maj. ans geschehene Vorstellungen von Behörden und vorzüglich aufdie gnädigste mcnschellfteundliche Verwendung OemerK. H. des Erzher-. zogs Palatinus allcrmildcst zu verordnen geruhet, daß die sowohl zur ^ He,lung als auch zu anderen mitver-l knüpften politischen Anstalten crfor-llchen Spesen anS dem k. hungari-schrn Kammcral-Acrarium vorgestreckt werden dürfen. AUe mit dieftrKrankheit mehr oder weniger behaftete Ortschaften sind in lZ Krankenbczirke, die man Trak-tuS nennet, ci'igctbcilt, und in jedem Krankentrakt ist einer dcr meistens von Gränz-Rcgimcntern entlehnten Vataillions.Chirurgen uebst anderen erforderliche Gehilfen angestellt , dem zugleich in j-dem Trakt cin inspizirendes Magistr.uual^Individuum znr Asslstenzleistung bcyae-gcben worden ist. Der gedachte Hr. Professor von Stähln hat dem lnesigen und anch dem Triestrr Publikum öffentlich kundmachen lassen, dc?ß rr wahrend seiner Verwesung in dieser Stadt und an dcr httng.,rlschen Sccküste bereit fty, mit semer erprobten Kunst > undGeschicksichkclt in derOperiruna der Stnarlillllde!,, wie auch in der ! Impfung der Pocken, sowohl m.t Menschen - als Klchpocken - Marcrie> ! demHllfebedürftigen, bepzuspringen; «iw lade daher vorzüglich die 3rmere Menschenklasse ein, sick hierwegcn an ihn zu wenden, der er seinen Dienst unentgeltlich zu erweisen cr-biethig ist. Deutschland. In Regensburg ist kurzlich ein? Schrift erschienen , welche an die geistlichen FürstenVorschlage zn ihrer Erhaltung enthält. Der Verfasser ist ein Dechand in der Gegend von Regensburg und seine Vorschlage sind von der Art, daß die Erhaltung der geistlichen Staaten dadurck er-zweckt werden muß, wenn dieselbe anders noch möglich ist. Hier folgt etwas von dem Hauptinhalte dieser interessanten Schrift: „Me deutsche geistliche Fürsten sollen sich auf das engste vereinigen und einen Mann von Klugheit, Mttlh und Ansehen an ihre (?ni<;e stellen. In ciucr solchen Vereinigung sollen sie Vorstellungen an alle E::ropuiscke Mack-te erlassen, ungefähr von folgenden Inhalte: i) Alle den deutschen Kaiser: daß er nur gezwungen den Frieden einZieng, indem er sonst immcr be-elsert war, das Rnch in seiner Verfassung zu erhalten. Daß es ungerecht scy, auf den geistlichen Stand allein die Entschädigungen zu wälzen. Daß dielWahlfürsten ein eben so großes Recht auf ihren Besitzstand haben, als die Erbfürsten. Vaß der geistliche Stand dem Kai- ser immer getreu geblieben sey, währcnd m^ he ErbfürsttN in Neni-tralita't schlummerten. Dasi die kai-serl. Mast d'irck das Mf'ören der geiN lichen Elende nock mchr gelähmt ;oerd?. Znleyt eine V,t:e, die Entschädigung V3N der Masse des Reichs, und nicht von einem einzelnen Stands zu nehmen, wozu ein Plan vorgelogt wird. 2) An die Reichsmitstände: Daß die Neicksgrundgcsetze die Erhaltung der geistlichen Stände ersodern. Eine öffentliche Protestation am Reichstage gegen ihre Aufhebung. Eine Fabel an die weltlichen Stande, nach welcher auch sie als Schaa-fe zuletzt von dem Meyger an Stich kommen werden. Der Reichstag solle daher mit dcn Deliberationen ja nicht eilen, denn zum Fallbell komme man immer zu früh. 3) An Preussen: Diese Regierung habe durch das Losungswort: Wer nicht fur uns ist , der ist wieder uns, alle Stande zum französis. Krieg vcr<-einigt, si? sey Garant des westpha-lischen Friedens , lwbe den Fürstenbund gestiftet und mächte also dcssen Grundsäne in Ausübung bringcn und keinen ganzen Rcichsstand ausrotten lassen. l 4) An Rußland: Es habe sick selbst als Garant des westphäliscben ! Friedens und als Universalretter der deutschen Konstitution öffentlich cr- ' klärt. Das Schicksal welches tt^r nur den Geistlichen droht, "cr^ zuvcrläßiq bald a.'gnd umher, wie eine ausgerollte Landcharte, dem Auge sich darstellt. Dic Witterung ist schön , und erHebt dle Reise des großen Gemähldes» Spanie u. ! Der Friede Spaniens mit Portugal! scheint nun ins Reine gebracht zu seyn, indem der König selben sowohl dem Kammer-Konseil, als den übrigen Behörden durch folgendes Rescript unterm 1. July bekannt machen ließ: „ Nach einen? für meine Wass^ eben so kurzen als rühmlichen Fel^ zuge, der ganz dem Zweck entsprochen hat, den ich mir bey oer Kriegserklärung gegen PortuaM, gegen die Wünsche meines Herzen Frieden mit dieser Macht wieder hergestellt zu sehen, und den Traktat zu ratisiziren, welcher das Bcßte meines lieben Volkes befördert; ich addressire ihn daher an das Conseil , damit er die 'Bekanntmachung desselben auf die herkömmliche Arc besorge, und meinen Befehlen ge-näß, Exemplare des Traktats ausgebe , und oamtt der ganze Inhalt desselben bekannt und beobachtet werde." Karl. Frankreich. Paris, den io. Aug. Die ganze Nazionalgendarmcrie ist! neu organisirt; sie besteht aus 1750 Brigaden zu Pferd und aus 75Q Brigaden zu Fuß, jede Brigade aber aus einem Unteroffizier und 5 Gemeinen. Das ganze Korps macht l5>689 Mann aus. Aus dem innern Frankreich ziehen noch immer mehrere Truppen an di? Französischen Küsten; ihre Anzahl wird dermahl schon auf 150,900 Mann angegeben. Einige hiesige Journale melden folgendes: Der erste Konsul Vuo-naparte hat dem Admiral Gan- s tßeaume als GtaatsraN) seine Entlassung ertheilt. Dieser schickte zwar das Protokoll eines Kncgs-raths ein , den er an der Küste von ! Afrika 120 Meilen weit von Ale-xandrien zusammen berief, und in welchem entschieden wurde, daß er seine Truppen an diese Stelle nickt 6ns Land setzen könne, weil der Weg durch die Wüste bis nach Ale-xandrien allzuviele Leute koste« würde. Allem Buonaparte hatte Ganthcaume den gemessensten Befehl ertheilt, in Egypten,' und nicht 220 Meilen davon zu landen. Aus Marseille sind mehrere Küsten mit kostbaren Gemälden, die unsere Armee in Italien erobert, und die seit einigen Jahren daselbst lagen, hier angekommen. Auch ist das wichtige geheime Archiv des ehemahligen Senat von Venedig in 34 Küsten hieher gebracht worden. Paris, den n. Aug. Man bemerkt, daß seit Kurzem von Französischer Seite besonders lauteAnkündigungen einer neuen Landuug statt haben ; so melden Vrüsslcr Nachrichten , daß die Marschbefehle an die Truppen, welche nach dcn Küsten beordert werden, sie ausdrücklich zur Invasion Englands berufen, und es wollen . gerade hieraus einige schließen, daß l es der Französis. Regierung kein Wrnft damit seyn, sondern daff die « ^bloßcn Rüstungen nach ihrer Absiäit zum Frieden führen soilcn. Sclbst einige wenigen Engländischen Blatter ausicrn die Meinung, daß es in Frankreich nicht so schlimm gemeint fey , u:id g-'ben unter andern Briefe von Seeosf«l,eren , die zu Ende des ! July vor Boulogne kreuzten, und versicherten , daß cine äußerst geringe Anzahl von Truppen dort sichtbar wäre. Indessen hat jener Schluß von sehr lauten Französzs. Alnürldignngen aufNichternst in den Planen, im Lause dieses Krieges schon mehr als einmahl getauscht, und die außerordentlichen Kosten der Franzofis. Rüstungen, verbunden mit dem geringen Grad von Wahrscheinlichkeit, den es für Buonaparte haben muß, durch bloße Drohungen eincn Frieden nach seinem Sinne zu erzwingen , lassen kaum mchr bezweifeln , daß es auf weit mehr als aus Demonstrationen abgesehen seyn. Großbritannien. London, den 4. Aug. Es ist ein schöner Anblick, sagt 1^6 ^M63 in dem fetzigen Zeitc punkt di? Vereinigung aller Engländer zu jehen. Es ist keine Opposi-tions-Varlhie mehr, es ist überall Grosibrittanien, es ist ein Vaterland. Fragt dieFoxiancr oder die !, Pittiancr, wo sie hineilen, sie werden antworten: an die Küsten, zur Vertheidigung des Vaterlands; sis gchru aüf dem nämlichen Wege Hand i" Hand znsaMinen, und sogar alle Vfcrdef'im Reicke scheinen von neuem Muthe belebt zu leyn. 80,000 Mann Kavallerie werden organisirt, und alle Pferde dcs Landes sind z" Transporten und andern militairi-schen Gebrauche aufgezeichnet. Inzwischen ist die Gefahr nicht so nahe. Unsere Flotten blokiren alle Französis. Seehäfen; hinter ihnen steht die zweite Flotten-Linie, und eine dritte wacht als Reserve an unseren Küsten. Die bisherigen Friedensunter-Handlungen sieht man nunmehr, w" nicht als ganz abgebrochen, doch als fruchtlos an, und leider kann der Krieg noch lange fortdauren, wentt nicht unvorhergesehene Zufalle «nd Begebenheiten demselben ein Ziel ^ seyen. Dles« Hcttung wird wöchentlich zweymahl ausgegeben, das ist Dienstags unh Freytags. Sie tostct für hiesige Abnehmer halbjährig 2 fl. '5^. Au?, 5><>r Post z fi. Einzeln das Stück 3 kr.