Nr. 68. Freitag, 23. März 1888. 107. Iahr.qauü. AibacherMMum. ^»Mhn»^??^,'^!^ ^'^ Postve^endun«: ganzjährig fi, Ik, haldlnhli« mpt°ir: ^. L>ie „^'aibaHcl Leitung" erlcheinl !ägl,ch M!> «»«nabm» der Sonn. und sseierl«»e ^^^^^^ !«ci öü«^n Wiedcrholnnzcl! vr, .>l, 3 li, v wc,dc„ nickt ansscns>'!,nnn und Vfninisrriplc nicht ,urii^ kine sehr angenehm überraschende k ttsteu^ Merkbar macht. Die Vergangenheit und Ms jede ^""ugsacte Kaiser Friedrichs verdienen .. ""lnl'8 w Ü """'^' denn dqs politische Glaubens-?." '" dem l5?« '" ^r Proclamation vom 12. d, M. /. slbt ».,,"-"M an den Fürsten Bismarck enthalten ?l Nlit lin? ""' ""er edel denkenden Iudimdna-i« ^este m.«> ?"'6f°ltig durchgebildeten, das Größte n b" friM.- enden Weltanschanung. Und wenn sich l^ baz 3^?'^' Stimmung der rnssischen Vlällcr '"Üd z»m Z^"^u des Kaisers, er werde Deutsch-3^'' s° wär ^ Friedens macheu, wicderspiegeln ^^ an den Aeickrrunaen der Peteislniraer und Moskauer Blätter schon vermöge ihrer Selbstverständlichkeit gar nichts auszusehen. In dieser Rich' tung besteht anch gar kein Unterschied zwischen den Anschauungen der Presse in Russlaud. Dcntschlaud. Italien und England; man kann ohlieweiters von einer Einhelligkeit der öffentlichen Meinung in Europa fprechen. Außerhalb dieser, man kann sagen, principiellen Anschauungen geht jedoch die russische Presse ihre eigenen Wege. und sie liest aus der Proclamation wie aus dem Erlasse Kaiser Friedrichs Dinge heraus, an die derselbe gewiss nicht gedacht hat. Sie begnügt sich nicht mit einer objectiven Auslegung der Worte, sie legt diesen so viel als möglich unter, damit nur die politischen Kopfrcchncr in Russland wenigstens so lange Recht behalten, bis die unerbittliche Logik der That-fachen alle ihre Phantasien auf den Kopf gestellt haben wird. So hofft zum Beispiel der «Svjct.. dass Deutschland seine Versuche, an der Spihe Europa's zu mar. schieren, nunmehr aufgeben werde — obwohl Kaiser Friedrich in seiner Proclamation von der Stellung Deutschlands auf dem Continent« wie von drr Noth» weudigkeit. diese Stelluug zu bewahren, ganz ai.ödriick-lich spricht. Die «Novusti. lebeu bereits in einer neuen Aera. in der an die Stelle drs persönlichen Regimes des Fürsten Bismarck die nationale Politik eines fried' liebenden Monarchen treten werde, und das Blatt ist überzeugt davon, dass die endlosen Rüstungen, die außerordentlich»'», Militär-Budgets, der erbitterte Zoll-und Finanzkrieg endlich einmal ihr Ende erreichen werden. Und wenn die russisch?', Blätter noch weiter vom Programme des neuen Kaisers sprechen, so brin. gen sie geradezu heraus, dass gar nichts beim alten, dass kein Stein auf dem andertu bleiben werde. Dir Tendenz solcher Hoffnungen liegt auf der Hand; in, russischen Zeitungsleser soll offenbar die Erwartung geweckt und genährt werden, dass Deutschland fortau dem russischen Reiche in allen großen Fragen den Vortritt lassen, dass von nun an in Berlin gar nichts mehr unternommen werden wird. was die politischen oder ökonomischen Interessen Russlands irgendwie genieren könnte. Auf welchem Wege dies möglich werden könnte, darüber belehrt uns die Liclüre der russischen Blätter aus den lrhtrn Tagen auf das beste. Die «Novosti» wie das «Novujc Vremja» erblicken nämlich einen fo nngeheuren Unterschied zwischen dem Programm des „enrn Kaisers und den bisherigen Thaten des Fürsten Bismarck, dass es mehr als wahrscheinlich sei. Kaiser Friedrich werde sich sehr bald nach neuen Rathgebern und Gehilfen umsehen. In des Kaisers Worten finde man nichts von Waffengeklirr oder versteckten Drohungen ; man höre nichts davon, dass die Deutschen und die Brandenburger außer Gott niemanden fürchten. Und wenn auch Fürst Bismarck auf seinem Posten verbleiben sollte, so werde er doch zum mindesten die Hälfte seines Ansehens verlieren. Die reactionärsten russischen Blätter schwärmen von dem edlen Liberalis-mus drs Kaisers, natürlich nur zum Zwecke, um hervorzuheben, dass der deutsche Reichskanzler die In« carnation des prenßischen Iunkerthums sei. und dass also Fürst Bismarck, der ohnehin so sehr der Ruhe bedürfe, am besten thäte, sich so bald und so gründ» lich als möglich von den Staatsgcschäften zurückzuziehen. Es ist selbstverständlich in erster Linie Sache der deutschen Presse, solche Phantasien der russischen Blätter zu zergliedern und dabei die Untersuchung zu pflegen: wie aufrichtig die Friedensliebe ist. wie groß und wahr die Sympathien für Deutschland sind, welche man soeben an der Neva und Moskva heuchelt. Wir dürfen uus deshalb auf die allgemeine Bemerkung beschränken, dass die größten Erfolge des Fürsten Bismarck an die Mitwirkung der Nationalliberalen geknüpft waren und dass Kaiser Friedrich, auch ganz abgesehen von seinem Leiden, auf deu Rath uud auf die Thaten des Fürsten Gismarck so wenig verzichten kann. wie der verstorbene Kaiser — wobei man gar nicht erst zu betonen braucht, wie wenig Kaiser Friedrich überhaupt daran denkt, die Rathschläge der russischen Presse zu berücksichtigen. Die Reflexionen und Pafsionen dieser Presse sind indessen nicht nur auf den Umsturz der Dinge in Berlin gerichtet, sie verfolgen auch den Zweck, die ver» hasste Tripel-Allianz zu sprengen oder doch als schwer erschüttert darzustellen. Dass Kaiser Friedrich in seiner Proclamation ganz ausdrücklich von der Uebereinstimmung mit den verbündeten Regierungen, nirgends aber von den Beziehungen zu Russland spricht, geniert die Petersburger Querlöpfe gar nicht. Sie reden schlankweg ihren Lesern ein. dass zwischen Berlin und Peters» bürg bereits alles in größter Ordnung sei und dass Kaisrr Friedrich unmittelbar nach der Pensionierung IieMeton. Domenico Fauulla. ^. 6.N neapolitanisches Lebensbild. l?l ^ln schä^/^' WNU er je j„ einer qeleqen, hätte ^>s Nn« ^bchen dieser Welt gestanden, am U« der w«^ "°" Neapel. Aber seine Wiege war ?^?.'h'n d e3^^^ leeres, ein Wiegenlied loa l""e «in«. U"' der parthenopeischcn Meerflut, ^ °"s?5 w°r das Meer. denn ihre Muscheln °li? "uch Aal.. "Mma.' ja das Meer war ihm viel- E^^ - wenigstens hat er nie lv^^'k.^ock^^ Marone wird geboren, er weiß H^en w? """9" weiß er: wo. Und an, aller-l'ch^^unq. ei '^ ?""' Es ist das so eine Art h°t - strich d Aachen ohne Eltern, dessen Mög-Wh3' leugnet. Niemals "hn<> '. °ls U, ' ?k" Namen mit größerem Rechte Ist doch Domenico ^-' Elches ^l das Masculinum von «Do-lvH >'s Hm °""^' belltet, und war doch belebt ? Sollnt^ ^ ""'^ Domenica, ein immer-dlnch >rde "g. der nnr hie und da angenehm l, U^'!>3eiettag!^ """' Wochentag? Ach nein. das Wort bedeutet «Thnnichts-. ie ga^tsthu"' !!''^' "are wohl passender für s> 'H 5° v ele" ,^"nU°, der Familienname, den ^°tNeni. "pels U5. l/"d Köp e zählende Lazaroui- "° IanV" soUte? Wovon lebte denn aber """Mem Gott, von nichts. Und an großen Festtagen, wo er sich ein Extra-Bene anthun wollte, ohne Zweifel von gar nichts. Diese Söhne des Lazarus leben von nichts und werden mitunter sogar fett davon. Auch unserem Manne that diese karge Lebensweise sehr gut. Er besaß eine hohe. schlanke Gestalt, kräftige Muskeln, elastische Sehnen, ein schwarzer Vollbart nmrahmte prächtig sein Gesicht, welches ge« bräunt war von der Sonne Parlhrnope's. von dieser goldenen, warmen, noch immer großgriechischen Sonne. Er wusste sich auch danach zu kleiden. Er trug Ma< saniello's phryglsche Mühe mit jmer unbewussten Gefallsucht, die diesem Menschenschlag im Blute liegt. Eine phautastifchc Tracht, welche der Zufall launenhaft genug zusammengewürfelt, deckte seine Glieder, ein Nationalcostüm von nirgendwo, welches aber ganz echt ward durch die behaglich freie Art, wie er sich darin bewegte. Domenko halte auch einen Sohn. Ob er je ein Weib gehabt, wusste er wohl selbst nicht. Uebrigens war es ja anch nicht ausgemacht, dass der Knabe Cecco wirklich Domenico's leiblicher Sprößling sei. Vielleicht hatte er ihn auf drr Straße gefunden und nicht mehr zurückgrgebeu. Vielleicht hatte er ihn geschenkt belommrn, als Trinkgeld. s>l,i !o 5.1? Genug: Domenico war der Vater. Cecco war der Sohn. Beide spielten auf dem Dudelsack und hätten sich ganz gewiss wie tausend andere in Italien als Piffrrari durchs Leben schlagen können, hätte nicht Lazaruniblut iu ihren Adern gerollt, welches sich überhaupt, nicht durchs Leben schlägt, so lange es auch «lit dem Durchschlüpfen geht. Aber nachts, wenn Diana auf silbernem Wagen durch die dliulclblauen Höhen des neapolitanischen Himmels dahinfuhr und ihr liebliches Bleichgesicht in den phosphorisch schimmernden Tiefen des Golfes wiederspiegelte, hatte Domenico Fanulla der milden Göttin oft schon Serenaden gebracht, welche einen weiten Kreis von Zu« Hörern aus den Fremdenvierteln von Ehiatamone, Santa Lucia und der Chiaja um ihn versammelten nnd stets einen kleinen Silberregen für ihn zur Folge hatteu. »Luna bedeutet Silber,» pflegte er baun schmunzelnd zu sageu; eiues Abends aber'bedeutete Luna sogar Gold. Ein fremder Signore. ein «Signore Tedesco», der weither aus «Germania» kam, wo es so kalt ist, dass gar keine Maroni wachsen können, hatte Domenico Fanulla sammt Cecco. dem Monde und dem Dudelsack erblickt und die ganze Gesellschaft zu sich beschieden. Der Moud freilich kam nicht, die übrigen aber ließen sich nicht zweimal bitten, und jener Signore malte sie dann mit Farbe auf Leinwand ab — nicht einmal, sondern zwanzigmal — und zahlte ihnen dafür gelbes Gold. Gelbes Gold war unserem Domenico nicht gerade znwider. sofern er nur nichts dafür zu thun brauchte, als still zu stehen, welche Arbeit ihm von allen die angenehmste war, das Stilliegen ausgenommen. Aber mit der Zeit nahm die Ooldernte ein Ende. der Signor Piltore reiste zurück in die kalte .Germania», wo die Tedeschi wohnen, und Trauer zog ein in das Herz und den Sack Domenico Fanulla's. Die erste Thräne, die er je vergossen, galt dem Abschied vom deutschen Künstler, so dass dieser den Einfall hatte, ihm einen praktischen Vorschlag zu machen. «Weißt du was. Do-ineuicu? Nimm deinen Dudelsack und deinen Cecco und geh nach Deutschland in die Stadt, die da beißt Miin» chen und bewohnt wird von Leinewandbeklecksern und Farbenspritzern. Lass dich von ihnen malen, und du wirst ein reicher Mann werden. Geh als Lazarone und lehre alk Nabob zurück.» Laibachcr Zeitung Nr. 6tt. 574 23. März M. des Reichskanzlers das Bündnis mit Oesterreich Ungarn nnd Italicn kündigen werde. Das «Novoje Vremja» legt anf den zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Kälnoky gepflogenen Depeschenwechsel gar keinen Wert, nachdem ja auch in auswärtigen Fragen jede Uebereinstimmung der Ansichten zwischen dem Kaiser und seinem Reichskanzler fehle. Das genannte Blatt äußert eine unbändige Freude darüber, wie unange-nehm man in Wien von der absoluten Friedenspolitik Friedrichs III. berührt wäre, denn Oesterreich-Ungarn sei der einzig/ Friedensstörer auf dem Continent? nnd sehe plötzlich ein, dass es zur Durchführung seiner Eroberungspläne auf der Balkan-Halbinsel nicht mehr auf die Unterstützung Deutschlands rechnen könne. Und so weiter mit russischer Grazie! Nach alledem ist in der Phantasie der Peters' burger und Moskauer Blätter uicht nur Fürst Bismarck so gut wie abgethan, sondern auch das deutsch' österreichische Bündnis in Fetzen gerissen. Wenn man in Russland ein Interesse oder ein Vergnügen daran hat, sich mit so naiven Selbsttäuschungen zu beschäftigen, so sind wir gewiss die letzten, welche so unbarmherzig wären, den Bau solcher Luftschlösser zu zerstören oder an denselben irgendwie zu rütteln. Es sind ja dies nicht die ersten und noch weniger letzten Luftschlösser, welche der russischen Druckerschwärze ihr Dasein verdanken, und es hieße Sand in die russischen Steppen tragen, wollte man sich auch nur einen Augenblick beschäftigen, die Unerschütterlichkeit der Stellung des Fürsten Bismarck oder die Festigkeit des deutsch-österreichischen Bündnisses oder die Friedensliebe aller Völker und Regierungen unserer Monarchie eingehender nachzuweisen. Wir haben heute nur die russischen Luftschlösser etwas tiefer gehängt, damit man sehe, dass bei gewissen russischen Politikern anch in den klarsten und einfachsten Situationen die Phantasie vor der Einsicht, der Wunsch vor jeder thatsächlichen Erkenntnis einherschreitet, und dass auch in diesem Falle die Tradition nen der panrussischen Schule die Aeußerungen der Petersburger nnd Moskauer Journale ganz nnd gar beherrschen. Jede Polemik oder Discussion ill da überflüssig; die Ereignisse werden ja vielleicht schon in wenigen Wochen beweisen, wie vergeblich das Werben nnd Hetzen der russischen Presse anlässlich der Thronbesteigung des Kaisers Friedrich gewesen. Die Spiritllssteucrvorlage. Die Regierung hat dem Gesetzentwurfe über die Spiritussteuer eine weitere Vorlage, betreffend die individuelle Vertheilung des unter den niedrigeren Satz der Consumabgabe fallenden Alkoholcontingentes, folgen lassen und damit in unzweideutiger Weise den Beweis geliefert, dass sie bei aller gebotenen Rücksichtnahme auf die Staatsfinanzen auch den Interessen der Production in billiger Weise Rechnung tragen will. Insbesondere sind es die landwirtschaftlichen Brennereien, auf welche, entsprechend ihrer hervorragenden Bedeutung für weite Kreise der Bevölkerung, in der einen wie in der anderen Vorlage gebürend Bedacht genommen wurde, so dass von einer Schädigung derselben unter leinen Umständen die Rede sein kann. Schon der vom Herrn Finanzminister im Spiritussteuer-Ausschusse hervorgehobene Umstand, dass die landwirtschaftlichen Brennereien künftighin von der Sicherstellung der Vrantweinsteuer entbunden sein werden, so» mit die bisher für diese Steuerzahlungen flüssig gemachte» Capitalien sparen können, muss als eine Begünstigung dieser Kategorie von Brennereien betrachtet werden. Weitere Vortheile bestehen in dem doppelten Steuersätze und im Contingente, woraus eine gewisse Sicherheit für einen constant höheren Preis des Spiritus resultiert, ferner in der garantierten beträchtlichen Bonification, welche der Staat zu zahlen hat. Wie ferner von fachmännischer Seite versichert wird, sind auch namhafte technische Vortheile mit dem »cuen Gesetze verbunden. Die Hetzjagd bei der Erzeugung, wobei so viel Rohstoff, Brennmaterial und Arbeitsleistung verschwendet wird, hört auf, und es tritt an deren Stelle eine geregelte Production, welche die Nachtarbeit, wie sie bisher stattfindet, zum "großen Theile überflüssig macht. Diese Nachtarbeit ist als mcmgllhaft bekannt, wie dies auch nicht anders sein kann, denn der Arbeiter, der nur Zwischenpausen zum Schlaf und zum Ausruhen hat, ist in der Regel so ermüdet, dass, wenn nicht besondere Aufsicht auch des Nachts da ist, an eine correcte Arbeit nicht gedacht werden kaun. Eine besondere Aufsicht aber vertheuert die Production nicht unwesentlich. Fällt aber die Nothwendigkeit der Nachtarbeit weg, so gewinnen beide Theile, der Besitzer wie der Arbeiter. Ersterer durch eine bei Tage vollbrachte Arbeit, die sich überwachen und richtig führen lässt, womit schon an und für sich eine bessere Ausbeute gesichert erscheint, zumal die Gährdauer eine unbegrenzte ist, somit eine völlige Vergährung und ganze Ausnützung der verbrauchten Rohstoffe zulässt, wogegen bei der gegenwärtigen kurzen Gährdauer viel verthan wird. Die bisher erzielte Aus^ beute von durchweg 50 Literprocent Alkohol für das Kilo Stärke mufs und wird künftig bei correcter Arbeit auf 58 bis lis) Literprocente steigen; gewiss eine sehr annehmbare Zugabe. Der Arbeiter aber gewinnt volle Nachtruhe. Ferner wird sich die Arbeitseintheilung so regeln lassen, dass auch an dieser ein Ersparnis resultieren wird, und schließlich muss sich noch ein Gewinn an Brennmateriale ergeben, denn die derzeit dreimal unterbrochene und immer wieder frisch herzustellende Dampfkraft wird namhafte Procente an Brennmateriale weniger brauchen, wenn künftighin der Dampfkessel von früh bis abends in ununterbrochener Arbeitsleistung stehen wird. In keinem Falle wird die reelle, den Bedürfnissen entsprechende Production durch die neue Steuer, welche nur den Consumenten trifft, beeinträchtigt werden. Der finanzielle Effect der Steuer aber wird Zwecken zugute-kommen, die jeder ehrliche Patriot gern fördern wird. Dauernde Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalte und bleibende Sicherung der Einnahmsquellen für unabweisliche Staatsbedürfnisse, das sind die Ziele, welche mit Hilfe der zu erwartenden Mehrerträgnisse ans der Brantweinsteuer erreicht werden sollen und in ihrer Wichtigkeit und Bedeutung die Garantie dafür bieten, dass sie überall die entsprechende Würdigung finden werden. Mit Zuversicht darf deshalb erwartet werden, dafs beide Häufer des Reichsrathes in bewährter patriotischer Einsicht der Spiritussteuervorlage, welche, wie bekannt, auf einer Vereinbarung mit Ungarn beruht und als das zweckmäßigste, mit den geringsten Lasten für die Bev lerung verknüpfte Mittel zur Beseitigung des MgaM im Staatshaushalte allseitig anerkannt ist, ihre Zu> mung ertheilen werden. ___— Politische Uebersicht. (Aus dem Reichsrathe.) Die Vchied'M aller anständigen Elemente der Bevölkerung daluo^ dass das Abgeordnetenhaus sich endlich zu emer ei' schiedeuen Abwehr des Terrorismus der Sca'M Clique ermannt hat. findet ein Echo in dcn StlM der Blätter. Es hat sich eben gezeigt, dass das"" geordnetenhaus, wenn es nur will, die.El,twm'W> « der parlamentarischen Tribüne fürder uicht zn ^ ° braucht, uud die sprachlose Verblüffung des b«"?!,,. der Bergpartei, als ihn ein Sturm der E'nrM"« verstummen machte, hat gelehrt, dass man diesen ye^ gewachsen ist und ihnen imponiert, wenn '"^ M einmal die leidige Indolenz beiseite lässt. H"V«>.„, bildet dieser Tag den Ausgangspunkt für d,e ""^ aller anständigen Elemente des Parlaments ^g." ,^ Schreckensherrschaft d.s parlamentarischen Sanscu tismus. " ^, Reservisten, Landwehr« und Landsturmmänner, ^^ deren Berufs- und Erwerbsverhältnisse dadnrcy ^ trächtig: oder gefähtdet werden. Nach ^K M'^ Ausführuugen des Regieruugsvertrcters M> > ^sz rathes Huber fasste der Ausschuss den Veschu''Urtier vom Referenten Abg. Siegmuud warm "H Dl. tete Antrag mit Berücksichtigung des vom " » ^e Angerer gestellten Abänderuugsantrages, betrM ^sti-präcisere Fassung der für das Eintreten der ^H^ßs gung gesetzten Bedingungen, vom Referenten n ^A formuliert und in der nächsten Sitzung hieruv erstattet werde. kaus^ (Die nächste Sitzung des He"'"'^ ^ findet heute statt; auf der Tagesordnung .^ ^ Gesetz, betreffend die äußeren Rechtsverhal"» jüdischen Religions.Genossenschaft. . liesai^ (Der Immunitäts - Au 3 schns»1 '^itcl- den ausgearbeiteten Gesetzentwurf hinsichtlich ^ de" brechunq der Verjährung durch das Ple"'"' StrafgesehauKschuss zu leiten. Der Deutsche reiste ab, und sein Rath wollte uicht mehr weichen aus dem Gehirn Domenico's. Das Gold» land im fernen Norden jenseits der Alpen suchte ihn in seinen Träumen heim, an den so viel herrlicheren Gestaden seiner sonnigen Heimat. Und eines Tages brach er mit Cecco auf nach dem germanischen Eldo< rado. Nach mancherlei Kreuz- und Querfahrt trafen die beiden glücklich am Ufer der rauschenden Isar ein. Als sie zum erstenmal in ihrem seltsamen Aufzug vor dem Cafö Maximilian erschienen und ihre nationalen Weisen zu spielen begannen, gieng eine tiefe Bewegung durch ganz München. Alle Künstlerkreise geriethen in Auf« rühr. Alles, was einen Pinsel führte, eilte herbei, dräugte sich an die beiden Pifferari heran, bot ihnen schweres Geld. wenn sie als Modelle stehen wollten, und bald hatte Domenico Fanulla nicht mehr nöthig, Musik zu machen, ein Hagel von schweren Silberstücken prasselte auf sein glückliches Haupt nieder, und dafür hatte er wiederum nichts zu thun, als fein stille zu halten. Seine in allen Abschattungen von Roth. Gelb und Braun spielende neapolitanische Fischermütze mit der bleiernen Madonna daran, seine fchä'bige, zerschlissene Sammtjacke. deren unerklärliche Farbe die begabtesten Eoloristen der Piloty-Schule schier zur Verzweiflung brachte, seine mit tausend Flicken und Flecken geschmückte Hose. an welcher sich bereits für jede mögliche Bewegung ihres Inhabers ein besonderer natur« nothwendiger Faltenwurf organisch herausgebildet hatte, dann das herrlich zerfetzte Schuhwerk mit den kreuz nnd quer gehenden Lederriemen, das alles war so malerisch und göttlich, dass die gesammte Münchener Malerwelt dafür Feuer und Flamme war. Und was war das alles noch gegen den wunderbaren Schafpelz des Knaben Eecco! Dieses uralte Lammfell, die rauhe Seite nach außen gekchrt, durch Fctt, Regen, Staub, Flecken aller Art mit einem herrlichen, unvergleichlichen Schmutz durch und durch gesättigt, mit einer wahren Patina von unverfälschtester Unreiulichkeit bedeckt - dieses unbezahlbare Object war das köstlichste Stück im ganzen Inventarium der beiden Pifferari. Die ganze Münchener Akademie malte damals nichts als Pifferari. Alle Kunstausstelluugen waren überschwemmt mit dm Bildnissen von Domenico und Cecco. Wo man nur hinsah, überall erblickte man das coloristische Räthsel der Jacke Domenico's und den göttlichen Schmutz des Cecco'schen Schafpelzes. Die berühmtesten Münchener Maler von heute wetteiferten damals in der Nachahmung dieser kostbaren Vorbilder und überboten sich gegenseitig an geistreicher Auffassung des Schafpelzschmutzes und efsectvoller Wiedergabe der Hoseuflicken. Und als jeder Münchner Maler die beiden Pifferari ein dutzendmal abcouteifcit hatte, erkundigten diese sich, ob es in «Germania» außer München auch noch andere Städte gebe und in diesen andere Kunstakademien. Und auf die bejahende Auskunft hin traten sie eine Rundfahrt an durch ganz Deutschland, und an allen Akademien wiederholten sich die Münchner Scenen. Im Laufe einiger Jahre war Domenico Fanulla ein wohlhabender Mann. ein wahrer Krösus nnter den Lazaroni. Da regte sich in ihm das Heimweh. Fort wollte er aus dem nebligen Norden, zurück in die Herr« liche warme Bucht, in welcher ewiger Sonnenschein herrscht und alle Reize des Paradieses vereinigt sind. Dort, wo er von allen gekannt war, wollte er nun auch von allen beneidet und hochgeachtet werden und sein Leben als Lazarone beschließen, aber als reicher Lazarone, der es eigentlich nicht nöthig hat. So wechselte er denn alles Geld, das er in Deutschland ver- dient hatte, in schöne blanke Goldstücke u>n. ^ ""I bereits ein paar Hundert beisammen hatte^ hM^' qrude Sorge, diese so sicher als möglich unterz ^1 Ach. wo findet einer ein Versteck, in dem "'« , A licher Vorwitz den goldenen Schatz ahnen l ' .^ mknico Fanulla trennte das Futter s"' „ 'hM/1 Rockes auf und nähte alle die hundert und a >„ de Goldfüchse, jedeu besouders. auf sorgf^'P' ste ^ Rock ein. Das war nun unstreitig der loi^^ ^ den je ein Lazarone getragen, durch uno ^ive^ goldenem Speck gespickt, 'schwerer als °e ^ Sammtstoff und dabei so unscheinbar "' ^ von außen, dass niemand den leisesten Vero kounte. .. in ZI^ Auf der Heimreise schwelgte Dome" ^,,gO^ artiqen Phantasien. Nun wollte er sein ^m ^ ^ caroni essen vom frühen Morgen bis «n o ^ken,^. und jeden Tag eine Flasche rothen Cap" ^ He aus einem neuen Thonpfeifchen seinen ^ ^^ zt . Einen Augenblick dachte er auch dara'^ „M> von Neapel die Villa zu mieten und dann ' ^ ^ aber dies schien ihm dann für seine M,, ^r, "^ nisse doch zu ärmlich, und er sann hl" " failfe"n,lec sich für sein Geld das Königreich Neap" ^. "^, oder das Königreich Sizilien, oder gar ^„g^-den wonnigsten Gefühlen fuhr er uaa) ' ^ .^ Wesenheit wieder ein in den Meerbusen ^„ , sucht und betrat freudestrahlend den ^ Vaterstadt. ,,. ha«'" ^>e" Die königlichen Zollwächter, welcye M^. allc Eingänge in «beide Sizilien» bew"" ^t «^ ihn in Empfang. Nach der Sitte 1"' bH.^ suchten sie nicht nur sein Bündel. '?'' ^cf^ d^ ihn auch am ganzen Leibe »ach '" ^ H" Schmuggel. Ach. beim Betasten fM" ^aibacher Zeitung Nr. 68. 575 23. März 1888. ael.i'i' " deutsche Reichstag) ist. wie an-3,"Mt war. Dienstag geschlossn worden. Der Schluss und 's. ^"^ ^" ^' M"lz in Aussicht genommen weckl s ""^ ^"^^ ^" inzwischen eingetretenen Thron« N? ""zljg"t worden. Das Gesch. welches die "Mmoden des Reichstages von drei anf fünf ^verlängert, soll vom Kaiser bereits sanctioniert ten ^ I ^"längerung gilt jedoch erst für den nach. c^^"ch6tag; der jetzige, im Februar des vorigen d? Uewählte. hat noch eine zweijährige Mandats-""urr »or s^H det a ^^^nd.) Ein Nenter'fches Telegramm mel-l,»"!,^ Petersburg: Ein in einer geheimen Druckerei "^«tes Pamphlet ist dicsertage brkaunten russischen sct>l>in? " Persönlichkeiten zugestellt worden, wahr-^2 °"^ ?'"' Zaren. Die Flugschrift ist aus-N"^..abgefasst, verdammt in gemäßigten Ans-wn< ^ Ulssische Reactionspolitik nnd sagt innere h^ 'Men vorher. Die Polizei ist bemüht, die ge-Mr mew' welcher diese Schrift entstammt auf. seh (Frankreich und Italien.) Großes Auf-.Ec ""Nt in Italien die Meldung drs Militärblattes einen ^''"^ach ^'^ französische Flotte vor kurzem belam ?lw,ch »n Sftrzia beabsichtigte. Italien fiel>/fs> f." Wind von den, Plan. und infolge der nenz k' "alienischen Rüstungen und des Erschei-^.^5 "'lllischen Flotte vor Spezia und Genna habe lich ^'^ ""f. den Ueberfall verzichtet. Selbstuerständ-Alln «3^' ^'^ Franzosen den ihnen zugeschriebenen dass ^"Mn — aber man kann sich wohl denken. Mck ''"<. ""b England nicht auf bloß vage Gc- sZ!" 'b" Flotten in die See stechen ließen, hüt siH k französische Deputierteukammer) "usaes^'ü überwiegender Mehrheit gegen Vonlanger "dm,«, ?' '"bem sie den Uebrrgang zur Tages-tioi, an« " ""^ "vn Cassagnac gestellte Interpclla-^hem "1"^" ?"' 6"ss"a."ac ^atte sich in einem vectiven >? "vulanger erklärt und in heftigen In-verantn 'n ^ ^'^ Negiernng diese für die Boulaugitiö dertheidi^ ^^°cht. Der Conseils-Präsident Tirard ^schick .''H 'l"b seine Amtscollegcn nicht ohne Weit/re ^."klärte im Verlauf seiner Rede. dass lllei, seien ^M Boulangcr in Aussicht genom- V'N'stttw^^^^^«) ^t letztertage wieder ein Vräsidem Z'" ^ttgefundeu; der conservative Conseils-de Oldci^ 3"" ^otegipe hat dem Progrrjsisten Correa lneiste„z j. m ^^b geräumt, und zwar ist es. wie ^lchr dip sc ?lilieu, auch diesmal die Sclaveufrage. ---ü^^onservativen ^u Fall gebracht hat. Tagesneuigleiten. ^tz^^iestät der Kaiser haben den Gemeinden "n ftolitis^. !Ü"'b"f' Enzersdorf nnd Ehrnsdorf ^ Vest. ^.. ?^"ke Mistclbach in Niederösterreich ?^ Um. V b" Kosten des Schulbanes iu Staat) ^rhöchs/', ?""!l wl Vetrage vou 2tt() si. aus der geruht. "" Hnvatcasse allcrgnädigst zu bewilligen — (Eisenbahn von Cilli nach Woll an.) Das Handelsministerium hat bezüglich des von Daniel von Lapp und dem Ingenieur Eduard Klemensiewicz vorgelegten, bei der vorgenommenen technischen Prüfung im allgemeinen als zur Ausführung geeignet befundenen Projectes einer normalspurigen Localbahn von Cilli über Schönstem nach Wöllau im Sinne der bestehenden Verordnungen die Tracenrevision angeordnet. Die projectierte 38 05 Kilometer lange Localbahn nimmt ihren Ausgang nördlich des Südbahnhofes in Cilli, führt in nordwestlicher Richtung entlang der Inundationsgrenzc des Sann-slusfes über Sachsenfeld, St. Peter und Heiligenstein, tritt sodann in das Thal des Packbaches und gelangt, dem genannten Vache aufwärts folgend, über St. Martin und Schönstein nach Wöllan. Die effective« Aaukosten inclusive Grundeinlösung und Fahrparkbcschaffung sollen sich auf 2,798.200 sl,'belaufen. — (Ein Roman in Amerika.) Aus Milwaukee geht dem «Berliner Tageblatt» vom 12. d. M. folgende Nachricht zu: Der jähe Tod des deutschen Forstassessors Richard R. ist seit gestern die «große Sensation» unserer Stadt. Richard R., Sccoude-Lieutenant des rei-tendeu Feldjäger-Corps, war vor etwa sechs Wochen Hieher gekommen, um bei den Eltern des Fräuleins Antoinette Hauseu, welches er vor zwei Jahren iu Europa kennen gelerut hatte, die Einwilligung zu der geplanten Vermählung zu erbitten. Fräulein Antoinette ist die Tochter eiues reichen Malzfabritanten, Guido Hansen, R. hatte die Einwilligung der Eltern von Fräulein Hausen erlangt und sprach davon, dass er in wenigen Tagen uach Verlin zurückkehren wolle. In Deutschlcmd hoffte er eine Stelle als Oberförster zu erlangen und wollte dann wieder über See gehen und seine Braut holen. Vorgestern abends besuchte er mit seiner Braut und deren Familie das hiesige deutsche Stadttheater, und er schiel« höchst vergnügt. Als mau nach Hause kam — N. wohnte im Hause 05s künftigen Schwiegervaters — schien der Herr Lieutenant ungewöhnlich aufgeräumt und erzählte noch eine Menge Soldatengeschichten im Kreise der Familie. Man gierig um Mitternacht zu Bette und wunderte sich am nächsten Morgen, dass N. nicht zum Frühstück kam. Eiu Sohn des Herrn Hansen gicug, ihn zu wecken, und fand R. zu seinem Entsetzen nicht im Bette, sondern neben demselben an der Waud an seinem seidenen Taschenluche an eiucm großen Nagel erhenkt. Man rief sofort Aerzte herbei, die jedoch nur constalirren konnten, dass der Tod schon seit Stunden eingetreten sei. Die Leiche wurde einbalsamiert iu der Erwartung, dass die Verwandten des Todten sie reclamieren werden. Die ganze Stadt zerbricht sich die Köpfe darüber, was den lebensfrohen, kaum ^jährigen Mann in den Tod ge trieben haben türme, aber niemand weiß ein plausibles Motiv anzugeben, — (Robertsons Schreibtelegraph.) Wie der «Elektrotechniker» meldet, ist der von dem Amerikaner Robertson erfundene Schreibtelcgraph, welcher die Schriftzüge übermittelt, Ende vorigen Monats in London öffentlich gezeigt worden. Das Princip desselben ist folgendes: Die Schreibscder des Gebers kann durch zwei zueinander rechtwinklig stehende Elektromagnet iu zwei Richtungen bewegt werden, je nachdem sich das Verhältnis er Stromstärken in beiden Elektromagneten zueinander indert. Diese Aenderung wird am Sender durch ver-inderliche Widerstände, die aus zu einem Cylinder aufgeschichteten Kohlenscheibchen bestehen, bewirkt. Die beiden Viderstände sind mit dem einen Ende drehbar an Zapfen gefestigt, am andern mit der Hanofcder verbunden. Beim 3chreiben wird nun ein veränderlicher Druck auf beide ssohlenwidcrstände ausgeübt, und die Veränderung des druckes bewirkt eiue Veränderung der Widerstände der zeschichleten Kohlcnschciben, welche entsprechende Aenderungen Der Stromstärken in den Elektromagneten des Gebers und omit entsprechende Bewegungen der Schreibfcdcr zur Folge )llt. Berichten englischer Fachblätter zufolge foll die Wiedergabe der Handschrift eine frhr gute sein. — (Graf Zichy in Rom.) Das Concert, welches Vraf Zichy am 18. März im Saale Costanzi in Rom zab, war von einem außerordentlichen Erfolge begleitet. Die Königin Margaretha gab selbst mehreremale )as Zeichen zum Beifall. Neben dem Grafen wurde der Violinist Herr Hubay sehr applaudiert. Die Königin, ,velche eine sehr competente Richterin im Fache der Musik ist, ersuchte nach beendigtem Concert den österreichisch-ungarischen Botschafter Baron Brück, ihr den Grafen gichy und Hubay vorzustellen, und beglückwünschte sie nus das lebhafteste. Der Saal war von einer glänzenden Gesellschaft besucht. Die österreichische Botschaft war vollständig vertreten. — (Chlorstickstoff.) Der Privatdocent Doctor Gatter mann in Göttingen hat das Wagestück vollbracht, die chemische Zusammensetzung des Chlorstickstoffes festzustellen. Es ist dies der stärkste Exftlosionskörper, den die Chemie bis jetzt lenut. Der Franzose Dulong verlor 1872 bei ähnlichem Versuche ein Auge und zwei Finger. — (Theaterbrand,) Ueber den telegraphisch bereits gemeldeten Brand des Theaters in Oporto werden noch folgende Details gemeldet: Das Theater, ein älteres Gebäude, war übervoll, alle Logen mit der Creme der Bevölkerung befetzt, die Gallerien dicht gefüllt. Das Publicum war in heiterster Stimmung. Da geräth ein Seil, welches ein Maschinist aus dem Schnürboden halt, in Brand, der Maun verlor die Geistesgegenwart, und anstatt zu löschen, schnitt er das brennende Stück ab, und dasselbe fiel unglückseligerweise aus die Bühne, und zwar hart an die Conlisse, die im nächsten Momente in Flammen stand. Nun entstand eine furchtbare Panik, die zu einer traurigen Katastrophe führte. Da die Menge von den Gallerien herabstürzte und sich in den engen Gängen staute, konnten die Logen-Insassen die Thüren nicht ösfuen, eine lebende Barricade stellte sich ihnen entgegen, die Logenbesitzcr waren damit sämmtlich verloren. Auch die Schauspieler sind zum größten Theil? zugrunde gegangen. Einige Choristen stürzten halbnackt auf die Straße uub fielen dort zusammen. Vater und Kind, der Benefiziant und die Debütantin, wurden, innig um fchlungen, erstickt als Leichen aus dem Hause geschafft. Die Zahl der bisher zutage geförderten Leichen beträgt 140. Es sind viele zertretene Personen darunter und Menschen, die am Halse tiefe Strangulierungswunden tragen. Diese Personen wurden bei dem Kampfe an den verschlossenen Thüren erdrosselt. Die Trauertunde hat Zöllne^ . -___________________ A^ dek N«,"'"^' auffallend harte Oegcustände im ^ 'n dp« w ?"l'"A Ohne viel Federlesens ein Uolyt vo„ 7°u - - ha! eiu Goldstück rollt heraus, Uen. cv' "«deren, von vielen, sehr vielen Gold- ^ D°uam>7 c"^ ^' immer neue Goldstücke, z^wnsmm,« ' 7 ""le ihrer siud. sturzeu herzu, den ?" ^arbo,," '' °"' Garibaldianer, den Camorristen. °s 'revolt 'lurz: den Verbrecher zu umriugen nnd K> lutwnare,, Subsidien- ihm abzunehmen. Und u!»^ kommen '?'" "°" ^'""" "^"' Entsetzen °k. /'saseu n!°l"'' "" sein ganzer Rock zerfetzt °"°Ut. we,"'.. 'd Wnntliche Goldfüchse waren davon-°> Nachdem? ^"' in wie viele Taschen. >L^" d.e ^Wächter beider Sizilien den d I' '"nschaoli^ "^ damaliger Sitte und A'pslogeu-N ^ lauf u ^^macht. hattcu, lichen sie ihu uä-der >^o u > ', ^"sten 'hm ein, sich seinen Galgen >ehen sci, Ä""'"' ^ ihm nur dics eiuemal noch V"°"' 3^// Und so betrat der arme reiche 9°k>" gamen Ä^ feiner heißgeliebten Vaterstadt N"' ^ ""er. als er dasselbe vor S Neapel'''"nd " kanfte sich weder das König. ! I' ^lche' Am 1 Kiwiareich Sizilien, noch alle de n>r^^ der König von Pie- den F° Reale ei,, '?' 7 '"'""' ^ nicht einmal in "Umland von N '"."b"" !l'eng wieder hinab an Et?N und s°"^^ L"c>° nnd schlürfte Meer-Ui,d .^alien al^.I'^ "»Sonnenschein, welchen der Jauchte der ?/^""i1e noch nicht besteuert hat, T>' "ur fr liI"bM"" Lnna Serenaden wie vor "t "6 damals '" """ """s melancholischeren ^^ "az. lUMierllche Ueberzeugung Domenico Ludwig Hevesi. (Nachdruck vlldolt«,) Stolze Kerzen. Noman aus dem Englischen. Von Max von Weißenthnrn. (106. Fortsetzung.) Wortlos war er ihr beim Ansstcigen behilflich. Nanuette war nicht weuig befremdet, als sie ihr gelieb' teö Fräuleiu nicht allein zurückkehren sah. Zuerst glanbte sie, ihr Begleiter müsste Karl Hargrave sein, aber ihr Erstaunen machte sie sprachlos, als sie den Grafen Monte^vie erkannte. .Ich bin unfähig, heute weiter mit dir zu sprechen; du cutschnldigst daher, wenn ich dir eine gute Nacht wünsche.» Mit diesen Worten bot Sidonie ihm die Hand. welche er an seine Lippen zog. «Gute Nacht!» erwiderte er leise, uud hastig eilte Sidonie in das Haus. Naunette stand noch immer regnngslos im Vorflur, und Graf Eugcue. sie betrachtend, konnte ein iro> nifches Lächeln kaum unterdrücken. «Nnn. Nannrtte.» zwang sich der Graf endlich zn Worten, «Sie sehen, das Fräulein von Ilainc hat mir verziehen. Wollen Sie dem Beispiele Ihrer Herrin nicht Folge leisten?» Die alte Frau schwieg einen Augenblick; sie über. legte. Wenn Karl Hargrave wirklich der Verbrecher war, für welchen der Graf ihn ausgab, dann konnte allerdings ihr geliebtes Fränleiu nichts Klügeres thun. als ihn vcrgrfsru; aber war das auch wirklich so?» «Das Fräulein muss am besten zu beurtheilen in der Lage sein, ob sie Ursache hat. Ihm» zu verzeihen oder nicht,, entgegnele sie nach minutenlangem Schwelgen mit unverkennbarer Kälte. «Ja. denn sie weiß die volle Wahrheit!» «Herr Graf, Lord Hargrave hat unseren armen Leonard nie erschossen; weshalb hätte er es auch thnn sollen?» «Lassen Sie urts hier Platz nehmen, meine gute Nannette. ich will Ihnen alles mittheilen, was ich weiß, und dann mögen Sie selbst urtheilen.» Die alte Dienerin, der um Sidonie's willen daran gelegen war, sich auf die eine ober andere Weife überzeugen zu lassen, willfahrte seinem Begehren, und Eugene de Montivie, welcher ein vollendeter Schauspieler war, hob mit gedämpfter Stimme an: »Ich erwirkte, wie Sie wissen, für meinen armen Vetter Leonard eine Anstellung im südlichen Frankreich. Einige Zeit, nachdem er dieselbe erlangt hatte, kam mir zu Ohren, dass er in schlechte Gesellschaft gerathen uud viel am grünen Tisch zu sehen sei.» «Entsetzlich!» «Ia.» fuhr der Graf fort, «für einen jungen Mann. der so wenig zu verlieren hatte wie Leonard, konnte eine solche Leidenschaft nur verhängnisvoll sein. Ich reiste deshalb unverzüglich nack Monte Carlo ab, um mich zu überzeugen, ob die Gerüchte wahr seien, von welchen mau redete. An meinem Ziele angelangt, stellte sich heraus, dass alles, was ich vernommen hatte, nur zu wahr sei. Ich mnsste meinen Vetter in der Spielhöhle selbst aufsuchen. Er befand sich an einem Tische, an welchem Iren«« «l N ^« I,, amtsgasse 1, Blattern. — Anton Franzl, Metalldrehcr, Valvasorftlah 1, Tnberculose. — Lottozichung vom 2l. März. Brunn: 82 80 34 27 1^-^^-- Meteorologische inMach>, i L W st Wind ^e.s H ____« ^ s^ j Z2 s_________^^---^ ^UMg7"^M 4-2 , winMll^^MN' ISA 22.2 » N. 731 3 7-0 NW. schwach Ncacn MG 9 . Ab. 728 6 5'8 NW. schwach Mgcn ^ Morgens Nebel, dann trübe, regnerisch, lcin ^'" ^' abends starler Regen, in der Nacht noch anhaltend. ^" mittet der Temperatur ü'7", um 1'4" über dem Nornw^^^ Verantwortlicher Redacteur: I. W Tiefbewegt geben die Gefertigten ?^" !,lil- wandten, Freunden und Vrtanntm die höchst ^ .^ M bende Nachricht uon dein Hinscheiden der """^l! ^ M lichen (vattin, beziehungsweise Schwester, Sch""^ ^ und Tante, Frau > Rosalia Tioha geb. Tchiffltt W welche am 23. d. M. nachts nach langem ^i^"'^ M sehen mit den heiligen Sterbcsacramcnten, >c>u ^ Herrn entschlief. «,irb W Die irdische Hülle der theuren Verblichenen' ^Z W Samstag, den 24. d. M., um 4 Uhr nachmittag ^ W dem Trauerhause am Vrühl Nr. 27 nach ^- ttet M stoph überführt und dort zur ewigen Ruhe ^, W werden. «sudenle" M Die Verblichene wird dem frommen "" ^ empfohlen. > La ib a ch am 23. März 1868. W Johann Troha. W Ietli Milusch, Schwester. — L. Milttsw' "^„<» W ger. - Adolf Milusch, Neffe. ^ ^" M Namre, Nichte. > W Besondere Parte werd'n nicht ausgegevcn- » ^ ««rbig„n?,«anst<,lt de« W Gott dem Allmächtigen hat es Anton Iwanzl » Metalldreher ^..., » gestern vormittags um halb " Uhr H ZtH W schwerem Leiden, versehen mit den he'» ^sjclc M salramcnten, in seinem 22. Lebensjahre '" M Jenseits abzuberufen. «„blichen"/'uhl W Die Beerdigung des theuren VeM'M ^ 4 i^ W morgen Samstag, den 24. März, "M H^ ^ W nachmittags vom Stcrbehause Valua,ol ^ W (Oymnasialgebäude) aus statt. dcr l)'"'" M Die heil. Seelenmessen werden '" W Dompfarrlirche grlescn werden. W Laibach am 23. März 1W«. ^„. > Die trauernden Hint""^ M Besondere Parte werden 577 Course an der Wiener Börse vom 22. März 1888 n«« ^m «Menen Cours^e ^'lbencnt/...... "'25 ?7'°b ^ei,'«, ^.,' ' - - , . 7!» in ?« »o >ü°<,tt s,„,° "laat«lose «50 fl, ,<>o 25 13! — 'l>euei!-//° ,>Mze üoo „ n>2—132 25 -00 „ I«»-^ IN3 5<» '«I'M,»,!, y,,,,,^,, „,,^ ,2 bl : °'','«?°9<;<> --. l.'^hnsche ..... ,00-101- 5°/n Temeser Banal , . . . ,:)3-eo i«4-80 5>«/n ungaiischc...... 1»<— ic<4-5tt Andere öffentl. Anlchen. Dona»-Nc». Vose 5"/„ IW fl. . 11750 H8-- dto, «nlciyc I«7U, stcoelfte, 10475 I05-7Ü Nnlehcn d. Stadlgemcinbe Wien IU4-— i«5 — Nnlchcn b. Sladtgemeinbc Wien (Silber und Gold) ,.,.—-. — - Prämien'Nnl.b.StadlgcmWien >«» l!7'in i'^? eo dto. in 50 „ „ <>/,"/<> wi'— ,s., 50 dtll, in 50 „ „ <"/„ . »7 50 <»»- — dto, Prämien Schuldvclschr,3"/u !0I 75 x,2'25 Oest, Hypolhcscnbanl l«j, 5'/,"/° 'bo-üü 101 50 Ocst-lin«. >^a»l vcrl, 4'/,°/,,, , n>,'!>o WI'U« dto. „ <"/,, . - »»«0 100 !>n dlo, „ <"/« . , »i 100 «<» Ung, alla, Vodencrebit-Äclienacs. >n Pest im I, lUüü verl, 5>'/,"/„ — — — — Prioritllts-Ollligationcn (sllr iuo fl,) Clisabeth-Weftbahn i, limilsion - '— — — Yerbiiianbe-Nordbahn in Silber U9 30 100 - ssranz.Ioses-Vahn..... — — —.— Walizische Karl Vudwig»Uahn Lm, I»8, 300 fl. S. 4'/,°/» - »7'«° «« !" Ocsterr, Norbwefibahn . . . in«-— >u« «<» Eicbcnbürncr ...... ^'— — «yeir >warc Vlaatsbnhn >. Emission . . il>«'7^ I99'25 Siidbah» i» »"/„..... i«, 75 141 50 « 5 5"/„..... IL« 50 127' — Unll,,-gal!z, Bahn..... z»L— »« — Diverse Lose 0 Oscncr Losc Nüdols ^'ose !0 sl..... 21 25 2l'7>i Ealm ^'ose 40 sl..... 58 l.u nn — V«,'Gmoi«.Lose 40 fl, , 5» — 5« 50 Waldslcin^ose 20 fl, . , , 40'50 4,- — Windischgräh-Lose 20 fl, , , 0 25 ,00 75 Bnnluercin, Wiener, ion fl, . 8L'4«> 82 «l, «dncr.<«nsl., öst.2U0fl.C,<0'>/<, l»0'— 2»l — nd,,!,G,,«0sl, 2U« i<> <«» 4!» Lredilbanl, «Uss, Ung. 20« sl. l?<> — ü70's'U Deposttcnb.'nl, Al!,-,, 2<>a fl, . 173 50 174 50 Lscompte G,, Niederosl, 5<»usl. 510 — 520 — Hhpolhclenb., ös<,2!>0fl.!ls."/„!t, —-— — — ^'änberb., üft. 2«n f>. G. l.0"/« E, 19»'— >»!» 25 Ocfteil..l!Nss. BllNl .... 85« - 858 — Unionba»! 200 fl..... ,87'50 188 — ^erlebrsbaiil, M^,, ,40 fl . l<8>— 14« — Geld Ware Actien von Transport-Unternehmungen. (per Vlilll), lllbrecht-Vahn 20« fl, Silber . —'— —'— Nlfölb-ssiilin.Vahn 200 fl, Sllb . 171 «0 l7l!-50 Nussig-Tcpl, «iiscnb. lou fl. rau-Ei!,l,Vat,-Db,'Z,)z!00fl.S. -- —— Duf-Vobcnl'ochcrir<-ser^'!!d,N'!g-B,Ä>0fl.«lM. 190 — 190.20 i!rner «iiscnb, 200 fl. . —>— — - Etaatseiscnbahn 200 sl ö. W. . »14 25 2l4.l.0 we'd Wale Sübbahn 200 fl. Silber , . . ?3-?5 74 25 Süb-»tordd.-Verb.-«.200sl.LVl. I49-— 150 — Tramway-Gcs., Wr. i?0fl. ö.W. —-— —. ^ „ Wr.< neu ion fl. 38— 89.— Tr»n«porl°sI.S, 154 25 Iü4.?<» Industrie Acticn (per Stück), Lghbi und ssinbbera, Eisen- und Elahl-Ind. >n Wien 100 sl, . — —__.^ clls!li.. öslcrr,»alpine 2i» 80 8U-20 Vrager liijcn»Ind.« Gcs 200 sl. 212 50 216 l»u SalgvTarj «tiscnrafs. 100 f!. . i«8 — ,«»-^. Waffens.G,Oeft.i,l lll>.i0Usl. . — — »-— Devisen. T>eu«sche Plätze...... ««4» „55 London......... 12«.95 127 20 P«i»......... !0 22, 50 2?^ Ällluten. Ducalen........ 5-^ «ß, !tu Franc««Stücke..... inoe luo«^ Silber.........—--___I Deutsche Miichebantnotcn . . N2-40 82 47, Italienische Vanfno 04