Dienstag den 14. Juli 1835. I l l v r i e n. ^Veine k. k. Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 25. Mai »355 , dem Handels« manne Joseph Unton Lavison, den k. k. unbesoldcten General« Konsulats.Posten in Mar» feille provisorisch allergnädigst zu verleihen ge« »uhet. Laibach am 2. Juli i835. TNien. Vtn5. Duli. Unser diehjährigcs Blatt Nr. 27 hat unsern Lesern eine treue Darstellung der, durch einen für deutschen Staaten beleidigenden, im (Zanton Bern am 27. Juli v. I. Statt gefundenen Handwerker. Unfug veranlaßten, Velhandlungen zwischen diesen Staaten uno dem eidgenössischen Vorort geliefert, i^ Folge deren die diplomatischen Verhältnisse mit gerächtem (Zanlon von den ersteren abgebrochen worden sin). Die in unserm Blatte Nr. 25 mit-getheilte Antwort des Vororts auf die von dem k. k. Gesandten in der Schweiz, so »vie von den daselbst befindlichen Gesandtschaften der andern bctheiligtcn ^öfe, unterm ». Jänner d.I. erlassenen Note war nicht geeignet, das bestehende Mißverhältnis) zu he« hcn; und das sonach, seit der TagsahungserNä-rung vom 22. Juli v. I. mit der Eidgenossenschaft wiederhergestellte freundschaftliche Vernehmen war fortdauernd gcs.cn den (Zanton Bern suspendirt, als der Vorort zuerst, bei Beantwortung des kaiserlichen Notisicalionäftdreibcns über dos Ableben Sr. Majestät des höchstseligen Kaisers Gelegenheit nahm, Namens des (Zantonö Bern die Wißbilli« gung dcs in Frage stehenden Unfugs und die Zu. sichcnn'g eines künftig zu beobachtenden Völkerrecht-llchca Benehmens auszusprechcn. Stels geneigt, seine wohlwollenden Gcsinlmn. gen gegen tle Eidgenossenschaft sowohl, als gegen die einzelnen Gantone derselben zu bcihätigen, mach» te der k. k. Hof—in Folge seines mit den andern betheiligten deutschen Höfen in dieser Angelegen« heit gleichmäßig eingehaltenen Ganges — die Annahme dieser Erklärung und die dadurch eintreten, de Wiederherstellung freundschaftlicher Verhältnisse zu Bern vcn einer an diese Höfe zn erlassenden, völlig gleichlautenden Tlllälun.) abhängig, die so» nach auch erfolgt und von allen als befriedigend an« genommen worden ist. Inzwischen hatte der k. k. Gesandte, vor erfolg» ter Beendigung der Unterhandlung in Betreff Berns, seine ncucn Beglaubigungsschreiben für den eidgenössischen Vorort, zugleich aber die Wcisung erholten, dieselben mittelst einer Ncle an ihre Be< stimmung nach Bern —den jetzigen Sitz des Vororts— abgehen zu lassen, da seine persönliche Er. scheinung, vor beendigter Sache, der Würde dc5 allerhöchsten Hofes nicht angemessen war. Dieser vcn dem VoroN-"-als Unterpfand der wicdcrherge« stellten gutcn Verhältnisse — angeregten Erscbei. nung wurde, außer dcr, nunmehr erfolgten. Be. flicdigung sämmtlicher bclheiligten Regierungen, die vorläufige Annahme ccr erwähnten Beglaubigungsschreiben als Bedingung geseht. In Folge der darüber Statt gefundenen Be» sprechungen ist dem am 2l. Juni vcn Zürich nach Bern, in Gesellschaft des königlichen baieriscden Restdcntcn Frciherrn von Hertling abgegangenen Hrn. Grasen von Bom belles Tages darauf, au der Gränze des bcrnischen Gebiets, von dem Vorort dahin abgeordneten Stadtschreiber von Gonzcn-bach die vom »2. Juni datirte Antwort dieser Be« Horde auf sein (Zrctiliv übergeben worden, und 2Z0 Graf Bombesses am 23. Juni als accvedititter f. k. Gesandter in der Schweiz in Bern eingetroffen» Die Stände der Provinz Tyrol erfreuten sich am 6. Julius d. I. des Glückes, durch eine Deputation, welche sich im feierlichen Zuge aus dem Gebäude der k. k. vereinigten Hofkanzlel nach der k. k. Hofburg begab, an den Scufen des Thrones vor Sr. Majestät dem Kaiser zu erscheinen, wobei der Gouverneur von Tyrol und Vorarlberg, Graf v. Wilczek, eine Rede in den Ausdrücken tiefer Ohrfurcht und Ergebenheit an die geheiligte Person des Monarchen hielt, welche ANerhöchstoieselbcn huldvoll beantworteten. Von Sr. Majestät dem Kaiser begab sich die Deputation zu Ihrer Majestät der Kaiserinn, und der Gouverneur hatte die Ehre Ihrer Majestät im Namen der Deputation die ehrfurchtoolisten Wün>» sche darzubringen. (Wien. Z.) Tirol. Br ixen, den 2g. Juni. Am 26. d. M. Alands sind Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Erzherzog Johann im besten Wohlseyn hier cingc« troffen. Höchstdtesclben wurden von den Mllitär« und Mann stars, mil den in Spanien geworbenen Recruten nach S. Sebastian abgehen würden. Der spanische Vicecsnsul zu Bayonne sei in Folge dieser Anzeige nach S. Sebastian ab» gereist, wo diese erste Abtheilung von Freiwilligen am 26. oder 2g. Juni erwartet wurde. Die zweite Expedition wurde gegen den ,2. Juli erwartet. lOest. B.) Don lZarlos l>-.t unterm 20. Juni aus Du» rango nachstehendes Decret erlassen: »In Kennt« nih gesetzt, daß die revolutionäre usurpatoriscbe Regierung, nachdem es ihr durch ihre Tauschungen nicht gelingt, ihre Reihen mit neuen spanischen Schlachtopfern zu vermehren, ihren Agenten in England. Frankreich und Belgien aufgetragen hat, zu Anwerbung von Freiwilligen zu schreiten, so ha« be Ich decretirt und decretlrc was folgt: 1) Jeder Fremde ohne Unterschied des Ranges oder Grades, welcher die Waffen gegen Meine legitimen Rechte ergreifen oder in was immer für eine Art in der rebellischen Armee, welche die Usurpation unterstützt, dienen wird. soll außer dem Gesetze betrachtet werden, ohne der Wohlthat der Convention zu genießen, welche in Fclge Meiner Ermächtigung am 2ä. letztverflossenen Monats April von Meinem OberbefchlshaberBchufs derAuswechslung derGe. fangenen zu Asarta untrrzcichnel worden ist. 2) Die im vorstehenden Artikel bezeichneten Fremden, welche in die Gewalt Meiner Truppen fallen werden, sollen erschossen, und ihnen nur die erforderliche Zeit gelassen, werden, den geistlichen Beistand zu empfangen. 3) Nach Beendigung des Krieges soll keiner von den Fremden, welche die Waffen gegen Meine gerechte Sache ergriffen haben, in Meinen Staaten bleiben oder je dahin zurückkehren können -er soll in ditsen Otaaten kein Handelsetahlisfement 252 gfünhen, noch Gütcr oder Eigenthum darin besiyen können, bei Strafe, als Uedcrtreter der Landcsge-setze behandelt zu werden. — Sie haben Sich dar« ii'a'ch zu achten, und Meiner Entschließung die mög. lichsteOeffentlichkcit in und außer Meinen Staaten zugeben. Königlicher Pallast zu Durango, den 2o. Juni i635. Ich der König. — An Don Carlos Cr uz »May or.« Großbritannien. Der Standard will wissen, die englische Regierung habe als Bedingung ihrer neuerlichen Bestrebungen für die Sache der Königinn Isabella die Anerkennung der südamerikanischen Republiken verlangt, und Spanien habe seine Einwilligung 6azu gegeben. Nach dem Hampshire Telegraph hat lir Barnhäm von 5c» Kanonen Befehl erhalten, nach der Nordküste von Spanien abzusegeln, wo, ^in bereits der Tweed von 20 und die (Zlia von 16 Kamone'rl vorangegangen waren. (W. Z.) R u H l a n V. Nachrichten aus Riga zufolge wurde bei der jüngsten Reise des Kaisers Nicolaus nach Moskau neuerdings die so wichtige Verbindung und gänzli' che Schiffbarmachung des Dnieper und der Düna in Berathung gezogen, und als ein ausführbares Unternehmen anerkannt. Nachdem denn auch die Donau, jetzt durch Dampfschiffe befahren, stets be. lebter seyn wird, und überhaupt die Verbindung' lvege nach Ostindien wieder östlich gerichtet werden sollen, so wie nicht minder die projectirte große Eisenbahn in Oesterreich gegen Gallizicn als ein Riesenwerk erscheint, so werden sich die Vtrdin. Vungen in außerordentlicher Zahl in jener Richtung hin kunstlg vorfmdcn, und sohin Asien wieder auf «inen höhcrn Culturstanv bringen. (Allg. Z.) n. Der Bäu der großen Kaserne hat scit laiigeter Ztit begöntteli, und macht sehr schnelle Fortschritte. Auch die Lacalitäten für die Gerichte D,d nun hergerichtet. 2ln einigen griechischen Und einet katholischen Kirche (für letztere benützt man einstweilen eine verfallene griechi» fche Kirche) wird lebhaft gebaut. Für dis neue Stadt im Piraus haben sich bereits gegen 5ao Häuserdauer gemeldet. Ein großer Theil der Bau« plätze ist schon vergeben; die Bauten haben alig?» mein begonnen, und es gibt die Regelmäßigkeit und die Schönheit dcr begonnenen lie Gewißheit, daß tic Stadt Piräus an Zreundllchl'cit und Gc< schmock ihrer Häuser Athen weit den Vorrang ab« laufen wird. Die chaussirte Straße von Piraus liach Athen ist fast ganz vollendet, un2 täglich von vielen hundert Lastthieren und Wagen übersäet. Ebenso glaubt man sich, bei der Menge dcr vor Anker liegenden Schisse, und bci der Lebendigkeit und Rührigkeit, die man in diesem kurz nach sa verödeten Platze sieht, in einen der besuchtesten eu« ropäischen Hafenplähe rersetzt. (St. Kstblatt.) V r a s i l i e n. Rio.Ianciro, g. Febr. Am 7. April be« ginnt in allen Theilen des Reichs durch von dtr Natisn dazu bestellte Wähler die Wahl eines neuen Regenten. — Der Sklavenhandel ist zwar verbo« ten, jedoch rrurden Sclaven vor einiger Zeit noch als (Zontrebande eingeführt. Vorzüglich geschah dicß in dcr Nähe von S. Salvador beim AuSsiuft oes Parahibo^Flusses in die See. — Seit dem Tode des Don Pedvo^ hat der Haß zwischen den Portugiesen und Brasilicrn um Vieles nachgel^s' sen. Die Brasilia sind in z>rci Parteien getheilt, in Moderates (Gemäßigte) und C'xaltados (Uiber-spannte.) Erstere haben die Oberhand, und jwci Drittel der öffentlichen Stellen sind von ihnen de» fehl, was auch dci den neuen Dcputirlen, die auf vier Iadre gewählt smd, der Fall ist. Nach eincv neuen (Einrichtung gibt cs auch Provinzial-Deputir» te, welche in jeder Provinz ihren Sitz haben, und das Beste ihrer einzelnen Provinz wahrnehmen. A m e r i k a. Am i3. Mai /rcigncte sicb auf dem Mlssisjip-pi abermals durch Nachlässigkeit ein bcnüdcndcr Unfall mit emcm Dainpfboot. Auf dein von Sl. Louis nach New - Orleans bestimmten Majestic sprang, bci Memphis, der Dampfkessel, und 4a Menschen, größtenthcils deutsche Auswanderer, verloren durch die Explosion das Leben. Mg. Z.) Dieser Zeitung ist die Beilage ^er'eingeMNHenen Museums-Geiträge Nr. lU, angeschlossen. Nevattcur F^r, Lav. Kei:: rich. Verleger: Dgnaj Al. «kdler v. Rleinmavr