Nr. 158. Donnerstag, 14. Juli 1892. 111. Jahrgang. LaibllcherMZMng. «anziälirlg fl, n. hall'jälnin N, ÜÜN ssür bie iiustelinn.? »« Ä ? ' x^ ^n ^ ^ ''^. ^« !<..- >. ^. «ii ^'^,3/ ! T'. I«s"t«°n«aebür: Für V befindet fich «longrelsplah Nr, 2. die «td»ctl°n Herren„°s,e Nl, «, Sprechstunden der Ued°sti°n läßlich ° ». ,> : b..< üsteren Wiederholungen per «eil« » lr. ^ l» bi, 1« Uhr vormittag« - Unfrankierte Vr!«,e »erben nicht angenommen und Mannscrlpte nicht zurückgestellt. Umtlicher ^heil. i,;.,.^' /' ""^ k' Apostolische Majestät haben de.n O^r ^" der Reserve des Draqonerreqiments vrc.^^^^ Nr.^ und Statthallerei-Concepts-Praktikanten Friedrich Ritter von Toqgenbnra die K°mmererswürde taxfrei allergnädigst zn verleihen As, s^.^' "^ k. Apostolische Majestät haben mit "Uerhochst unterzeichneten! Diplome dem Landesrathe oes nlederösterreichischen Landesausschusses, kaiserlichen ^"he Johann Nowotny-Man na get ta den Adelland mit dem Ehrenworte «Edler» 'allergnädigst zu verleihen geruht. mss ^^' "nd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom li. Inli d. I. den ^berlandesgerichtsratl) in Lemberg Ludwig M u tz zum Hosrathe des Obersten Gerichtshofes allergnädigst zn ernennen geruht. Schönborn m ,'. Kichtamtlicher Weil. Verhandlungen des Neichsrathes. -Nieu, 12. Juli. Ministerpräsident Graf Taaffe hat an das Prä-Nd'um des Abgeordnetenhauses eine Zuschrift gerichtet, m welcher um die Vornahme der Delcgationswahlen ersucht wird. Die Zuschrift gelangte in der heutigen Sitzung zur Verlesuug. Die Wahlen werden unmittelbar vor d^ Vertagung des Hauses vorgenommen werden. Hie Generaldebatte über die Valutavorlagen wurde heute, nachdem der Handelsminister und der Iustiz-mmlster eine Reihe vou Interpellationen beantwortet hatten fortgesetzt. Als erster Redner («onlra) sprach Herr Kramäs, der gestern wegen eines Unwohlseins auf das Wort verzichtet hatte und dem nunmehr Herr Fuß den Platz in der Rednerliste abtrat. Abg. Dr. Kramäi» erklärte, er sei immer ein Anhänger der Goldwährung gewesen und halte die Valutaregulierung für eine staatliche und nationalökonomische Nothwendigkeit. Jedenfalls müsse man bei der Durchführung derselben behutsam zuwerke aeben Gegen einige in den Vorlagen enthaltene Bestimmungen hat Redner jedoch schwere Bedenken, insbesondere gegen die Fassung des Artikels , nnd gegen das Quotenverhältnis. Die Valutaregulierungs - Frage lasse sich von der politischen Situation nicht trennen. ^ Wenn es der vereinigten Linken gestattet sei. ihre Hal-^ tllng gegenüber der Valutaregulierung von solchen Lappalien, wie von Beamtcnerncnnuugen, abhängig zu machen, so müsse es deu Vertretern des böhmischen Volkes auch freisteheu, die Bewilligung der Vorlage einer Regierung zu verweigern, deren Trachten es ist. die extremen Parteien zu unterdrücken, zu welchen sich die böhmischen Vertreter rechnen. Es bestehen aber auch sachliche Grüude für die ablehnende Haltung der Parteigenossen. Die gegenwärtige politische Situation könne anch sachliche Konsequenzen für die Valutaregulierung im Gefolge haben. Die in Berathuug stehenden Vor« lagen seien nur eiu erster Schritt in dieser Angelegenheit. Alles weitere sei eine Frage des Vertrauens in die gegenwärtige Regierung. Selbst wenn es möglich wäre, die Person des Finanzministers von dem Systeme loszulösen, würde dies uicht anders. Wenn man auch das vollste Vertrauen in den Herrn Finanzminister setzen kann wegen der aufopfernden Hingebung, mit welcher er, wie jedermann zugestehen müsse, die Angelegenheit vertheidigt, wer könne dafür die Bürgschaft übernehmen, dass er Minister bleibt? Was das Verhalten der Linken in der Valutafrage anbelange, so sei es ein sehr unklares gewesen und habe einen Antagonismus gegen die Regierung und den Herrn Finanzminister gezeigt. Schon der erste Antrag des Abg. Dr. von Plener anf Ankauf von Silber und Einziehung der Guldemwtcn haben betäubend gewirkt. Seine spätere Erklärung, die Valutafrage nicht vom politischen Standpunkte aufzufassen, habe beruhigcud gewirkt, aber diese Beruhigung habe nicht lange angehalten. Redner besprach schließlich die staatsrechtlichen Verhältnisse, insbesondere die Stellung der Linken, welche sich als eine Staatspartei betrachte, in der That aber durch ihre aggressive nationale Politik die Unzufriedenheit der übrigen Nationalitäten wachrufe. Eine deutsche Oberherrschaft sei in Oesterreich absolut unmöglich. In einem Polyglotten Staate könne nur eine Staatspartei bestehen, welche das gleiche nationale Recht für alle auf ihre Fahue schreibe, denn die Nationalitäten seien zum Bewusstsein ihrer nationalen Aufgabe gekommen, und es könne keine Regierung bestehen, welche den nationalen Anforderungen nicht gere cht werde. Insolange dies nicht geschehe, werde jedem Reformwerke der Mangel an Stabilität anhaften. Die gegenwärtigen Partewerhältnisse drohen trotz aller Compromisse mit dem Verfalle, und da die Partei der Iungczechen kein Vertrauen in die Stabilität der Verhältnisse habe und nicht wisse, was kommen werde und wer berufen sein dürfte, die große langsichtige Action der Valutareform durchzuführen, werde sie gegen die Vorlage stimmen. Abg. Dr. Iaques polemisierte zunächst gegen den Abg. Kramär, von dem man sagen könne, dass in seiner Brust zwei Seelen wohnen, eine specifisch jungczechische, welche alles verwirft, was die Regierung bringt, und eine zweite, national-ökonomische, höchst respectable Seele, welche durchdrungen ist. dass die Valutareform eine nützliche Action sei. Redner wendete sich sodann zur sachlichen Besprechung der Vorlage und erklärte, derselben rückhaltslos zustimmen zu könncu. Er fühlt sich aber dabei durchaus uicht als Mitglied einer Regierungspartei, er stehe vielmehr der Regieruug mit jener vertrauenslosen Geduld gegenüber, welche ihrer schwankenden und oft widerspruchsvollen Haltung allein sachgemäß sei. Der niedrige Cours unserer An-! leihe und der hohe Zinsfuß koste der Bevölkerung Unsummen. Die schlechten Währungsverhältnisse hätten anch eine große politische Bedeutung, indem sie die Position Oesterreichs nach außen schwächen. Redner erörterte hierauf die bekannten wirtschaftlichen Ursachen der Valutaregulierung und die Maximen, nach welchen sie durchgeführt werden müsse. Von dem projectierten Münzcongresse sei nichts zu erwarten; derselbe gleiche den Friedenscongressen Man müsse sich vor einer Gold-verthcuerung nicht fürchten, denn diese sei auch nach der Einführung der Goldwährung auch in Deutschland und anderen Ländern nicht eingetreten. Redner ist gegen den Silbercourant und die Staatscassenscheine. Redner polemisierte hierauf gegen den Abg. Lueger, welcher jeden Vertreter der Goldwährung als 'Feind Oesterreichs» bezeichne. Obzwar er behaupte, dass Bauern und Fabrikanten die Valutareform nicht wollen, hätten deren Vertreter in der Enquste sich für dieselbe aus-gesprocheu. Auch der Abt Schachinger habe dafür ge-sprocheu. Redner sagte, dass die Unvollständigkeit der Vorlagen lobenswert sei, weil dadurch die nothwendige Bewegungsfreiheit gewahrt werde. Redner citierte ein Schreiben des deutschen Reichsbank - Präsidenten Koch, welcher die Ablehnung der Regierungsvorlage für ein Unglück halten würde. Hoffentlich werde Oesterreich den Muth haben, sich auf die gleiche Stufe des Geld-Wesens mit den anderen civilisierten Staaten zu stellen, und das Haus die Vorlage mit großer Majorität annehmen. Feuilleton. Die Macht der Gewohnheit. Humoreske aus dem Italienischen. Wenige Tage nach seiner ehelichen Verbindung ^ "^-"" ^° Sporelli sprach Herr Chipiloue zu flcy.- «Meine Frau Hal andere Neigungeu als ich.» Die Mge Frau liebte es nämlich, während der Mahlzeiten die Ruhe des Weines in ihrem Glase durch zu heftige Strahleu der mit Acidium Carbonicum ge-^denen Flüssigkeit zu stören, welche man gemeinhin Selterwasser zu nennen beliebt, rm« ,, ' Chipilone, pflegte seinen Wein durch Zusah »?" "arem Quellwasser zu verdüuuen; da sich aber "31 Gewohnheiten nicht streiten lässt, so ließ er es dw?V Ä^ Fr"" Clara sich täglich dnrch bestän-damit " - ^ b?" Magen verdarb. Er begnügte sich worttnä 5 """ liebenswürdigen Handbcwequnq. aber eiu eben? Selterflasche zurückzuweisen, die ihn. mit beweann« l >. liebenswürdige» und hoflichen Handwurde 6 der Gefährtin seines Lebens angeboten weit ^A^Zes machte Chipilone noch eine zweite, Beobachtung, während er seiner sa,.^ mV' ""e sie mit der abscheulichen kohlen-I"s?"^ch"Ng den Wein fälschte. Sie, die er wahr-,W -5 k und der treu zu bleibeu wie die Schild-delt. ^"l Schale er geschworen hatte - sie behan-l^tt » ^ ^'.onflaschc mit einer unverantwortliche» Nach-b! ,.5^" dachte nicht au die Sprengkraft der in, lyr krystallenes Gefängnis gebannten höllischen Flü sig- ^ keit und Pflegte auf den Hebel mit eiuem ganz anßer-ordentlichen Leichtsinne zu drücken, unbekümmert um die bedauerlichen Folgen, welche das Außerachtlasseu des einfachsten Calculs nothwendigerweise haben musste. Höchst vergnügt schwatzend und die Augen, Gott weih, wo habend, drückte Frau Clara stets auf den Hahn. Ein heftiger Strahl schoss sofort sprudclud aus dem verruchten Apparat, fiel in den ruhig uud lächelnd dastehenden Wem, der msolge di^es unerwarteten Ueberfalles sofort ebenfalls die Geduld verlor und aufbrausend sich so vergaß, aus seinem Behälter aufs reine Tischtuch zu flüchten, mit Salz uud Pfeffer Bekanntschaft zu machen uud dem Brote die von den Papageien besonders beliebte Weichheit zu geben. Jedesmal, wenn Frau Chipilouc einer Sifonflasche habhast wurde, regelmäßig bei den Mittags- und Abendmahlzeiten, wiederholten sich dieselben Ereignisse; wenn auch mit einigen Abweichungen, waren sie doch jedesmal höchst betrüblich in den Äugen eines die Ordnung und den gnten Geschmack liebenden Mannes. In der ersten Zeit erlaubte sich der verliebte und höfliche Herr Chiftilone danu und wann ein kleines Scherzwort über die zweimal täglich seitens seiner geliebten Frau verübte Tölpelei. Er trieb seine neckische Höflichkeit sogar so weit. die Hand von Frau Clara eut-zückend, der dem Meere entsteigenden Frau Vl'lms selbst ähnlich zu fiudeu. Deun sie war bedeckt von unzähligen rosigen Perlen, welche der aus dem M,se sprudelnde, vom Selterwasser aufrührerisch gemachte Wem dort zurückgclasseu hatte. Liebenswürdig und zuvorkumlneild lächele Frai, Clara ebeufalls. Der Herr Gemahl möchte nur die !Güte haben, ihr nicht zu zürnen, sie würde für die Folge den dummen hydraulischen Avparai ganz gewiss mit der peinlichsten Aufmerksamkeit handhaben, dessen Kosten sich beim Verbrauch in der Familie bekanntlich täglich auf 30 Cenlesimi belaufen. Jedoch am Tage nach diesem Versprechen, welches das Gemüth des ruhigen, von seinen Gewohnheiten nicht abweichenden Herrn Chipilone sichtlich aufgeheitert hatte, gebrauchte seine Gattin den Hahn der Flasche so unachtsam, dass das Selterwasser vom Boden des Weinglases, wohin es in einem dem Niagara gleichen Falle geschossen war. hoch aufspritzte und einige Ahnen der Familie — glücklicherweise in Oel — an der Wand benetzte, die meistens mit Orden geschmückl waren und eine Papierrolle in der Hand hielten. Zuerst war Herr Chipilone über diesen seinen Vorfahren angethanen Schimpf außer sich. Die regelmäßige Wiederholung dieser täglichen künstlichen Wasserfalle in seinem Hause begann ihn nachgerade zu empören. Aber anderseits liebte er seine Frau "''MINg und er vergötterte seine m Oel g'"ate ^nvand fch ft nicht gerade maßlos. Er sagte deshalb knn W rt u,d fubr vielleicht nur ein wenig nervöser fort mit einem Stückchen Brot die Tunke feiner Spiegeleier auszu- ^'" Er hatte einen Extschlnss gefasst. Er sagte an diesem Tage nichts und am folgenden ebenfalls nichts. N>,d zehn Jahre hindurch sah er stumm, höflich, verliebt und resigniert dem Springen künstlicher Brunnen, dem Sprudeln der Seltergeyser, den äqumottionalen Wolkenbrüchen zu, welche die noch immer hübsche fröhliche uud sorglose Frau Clara in den Stunden der Lalbllcher Zeltung Nr. !58 1360 14. Juli 1892. A Abg. Dr. Fuß erinnert an die jubelnde Aufnahme, welche die Vorlage im ungarischen Reichstage gefunden habe, was wohl darin zu suchen sei, dass dieselbe ein exquisit ungarisches Gepräge trage. Aehn-liches zeige sich immer ^ wenn die beiderseitigen Regierungen in Unterhandlungen treten; immer gelinge es der ungarischen Regierung, mit ihren Forderungen recht zu behalten. Es sei nicht nöthig gewesen, den Schlüssel von 70 : 30 für die Auftheilung der Auslagen für die Valutaregulierung zu acceptieren, wenn bei den gemeinsamen Ausgaben schon der Schlüssel uuu 68'.: 31'/4 in Anwendung stehe. Dieser Schlüssel sei schon vor 25 Jahren ungerecht gewesen und sei es heute noch mehr. Der politische Einfluss Ungarns sei bereits zu weitgehend, auch werde von fremden ausländischen Staatsgläubigern in Bezug auf die Relation ein ungebürlicher Einfluss geübt. Redner erinnerte daran, dass in jüngster Zeit aus manchem Saulns ein Paulus geworden sei und aus Gegnern der Goldwährung begeisterte Anhänger derselben, was vornehmlich von dem folgenden Redner, dem Abgeordneten Auklje, gefagt werden müfse. Er verliest einzelne Stellen aus dem ungarischen Motivenberichte, aus dem ersichtlich sei, dass eigentlich eine reine Goldwährung eingeführt werden soll. Redner befürchte, dass wir zur übereilte Aufnahme der Barzahlungen gedrängt werden und wird deshalb gegen das Eingehen in die Specialdebatte stimmen. Abg. Huklje weist darauf hin, dass unserer Bevölkerung seit Jahren das Gefühl für geordnete Währungsverhältnisse abhanden gekommen sei; dazu trete das natürliche Beharrungsvermögen, der landesübliche Pessimismns und die außerordentlich rührige und turbulente Agitation, welche es verstanden habe, weite Kreise der Bevölkerung gegen diese Vorlage in Bewegung zu setzen. Es werde wiederholt die Frage aufgeworfen, warum diese Vorlage gerade jetzt eingebracht werde. Noch im vorigen Jahre sei auch er der Ansicht gewesen, dass man mit der Inangriffnahme der Valuta-Regulierung zuwarten müsse; er gestehe offen, dass er zu der Ueberzeugung gekommen sei, dass ein weiteres Zögern mit schweren Gefahren für die österreichische Volkswirtschaft verbunden wäre. Der erste zwingende Grund liege darin, dass ohne eine Reform der Währung keine Stabilisierung derselben herbeizuführen sei, und der zweite Grund liege in dem Gange der Silberfrage in Amerika. Dazu komme die bevorstehende Münz-conferenz. Wenn auch an ein Zustandekommen einer internationalen Einigung zugunsten des Silbers kaum gedacht werde» könne, so werden doch gewisse Maßregeln getroffen werden, um den Preis des Silbers zu heben. Für die Länder mit Goldwährung wäre ein solches Uebereinkommen ein wahrer Segen, für uns aber würden sich, wenn wir von einer derartigen Abmachung überrascht würden, ehe wir die Goldwährung eingeführt hätten, alle Vortheile in die schwerstwiegen-dcn Nachtheile umwandeln. Redner besprach hierauf die Haltung der Linken in dieser Frage und erklärte schließlich, er werde von seinem Standpunkte aus für diese Vorlagen stimmen, weil er sie für nationalökono-misch zuträglich, ja für nothwendig halte und weil er glaube, dass sie zur Größe und zum Wohle des Staates beitragen werden. (Beifall). Abg. Groß trat dem Vorwurfe entgegen, dass die Linke den Weg des luogo 6i lraffico betreten habe. Der beste Beweis gegen diese Behauptung sei die Thatsache, dass er als Mitglied der Linken gegen die Vorlage stimmen werde, Seine Partei sei nicht gebunden, sie behandle diese Vorlage ausschließlich vom sachlichen Standpunkte. Wir möchten allerdings, sagte Redner, nicht verwechselt und znsammengeworfen werden mit jenen begeisterten Anhängern des Guldenzettels, welche von diesem das Heil Oesterreichs erwarten. Redner anerkannte die Nothwendigkeit, sobald das Gleichgewicht in: Hanshalte hergestellt sei, das Papiergeld zu beseitigen Dies sei namentlich in Oesterreich nothwendig. Er erklärte jedoch die Vorlage für unzureichend nnd besorgt, dass sich ein neues Agio herausstellen werde. Abg. Dr. Steinwender hält das Gold nicht für das richtige Geld der Zukunft. Wenn er trotzdem für die Goldwährung eintrete, so thue er dies nicht wegen der Vortheile der Goldwährung, sondern wegen der noch viel größeren Uebel, welche der Papierwirt-schaft anhaften. Er trete für die Vorlagen nur insoweit ein, als sie geeignet erscheinen, diese Uebel zu curieren, und er gehe nicht einen Schritt weiter. Wenn es ein anderes Mittel gäbe, diesen Uebeln abzuhelfen, würde es Redner empfehlen. Die vorgeschlagenen Mittel, wie eine stärkere Benützung der Notenpresse oder die Wiederaufnahme der Barzahlungen, könne er jedoch nicht empfehlen, und es bleibe also nichts anderes übrig, als das Verhältnis unserer Währung zum Golde zu fixieren und diese Relation durch eine allmähliche Ansammlung von Gold zu fundieren, nnd dafür könne man mit voller Beruhigung einstehen. Ganz anders stehe es aber mit der Aufnahme der Barzahlungen, denn damit dränge es durchaus nicht, Derselben müsse eine Reihe von Thatsachen vorangehen ; es müsse sich nnter anderem unsere Zahlungsbilanz unter dem jetzigen Zustande der Handelszölle und unter der Herrschaft der Relation so günstig gestalten, dass das Gold im Wege des Handels einströme. Zu sicheren Beobachtuugen in dieser Richtuug gehöre eine Reihe von Jahren, nnd während dieser Zeit werde man im Interesse der Aufnahme der Barzahlungen und aus volkswirtschaftlichen Interessen alles thun müssen, um uns darauf vorzubereiten. Die Verhandlung wurde hierauf abgebrochen, und es folgte die Verlesung von Interpellationen, vor deren Vornahme Vicefträsident Chlumecky erklärt, dass in diesen Interpellationen Auszüge aus von der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegten Artikeln enthalten seien. Da er nach Einsicht des Inhaltes dieser Auszüge keinen Grund habe, diesfalls seines Disciplinarrechtes zu walten, so nehme er keinen Anstand, die vollständige Verlesung der Interpellationen zn gestatten. Abg. Hauck interpellierte betreffs einer Confiscation der «Unverfälschten deutschen Worte» wegen eines Berichtes über die Vorfälle bei der Ankunft Bismarcks in Wien. Die nächste Sitzung findet morgen statt. Politische Uebersicht. (Deutsches Consulat in Trieft.) Die bisher zum Amtsbezirke des deutschen Consulats in Wien gehörigen Länder Görz, Gradiska, Istrien und Kram sind dem deutschen Consulate in Trieft uuterstellt worden. (Herrenhaus.) Die vom Herrcnhanse ein gesetzte Commission für die Valutavorlagen hat sich vorgestern zu einer Sitzung versammelt und den Sec-tionschef Dr. v. Inama-Sternegg mit dem Referate in der Commission betraut. (Kroatischer Landtag.) Der am 4. August zusammentretende kroatische Landtag wird nur kurz? Zeit lagen, nur um die Constituierüng des Hauses zu vollziehen, eine Adresse an die Krone zu richten und die Abordnung für den ungarischen Reichstag zu wählen. Erst im October soll dann die dreimouaUiche Hauptsession stattfinden, deren ersten Gegenstand das Budget bilden wird. (Kärntner Handelskammer.) In del Kärntner Handelskammer machte Dr. Ritter v. Rainn Mittheilungen über die Loiblbahnfrage, die in eiüc«" Stadium sei, dass die bisher beobachtete Reserve aus' gegeben werden könne. Der Reichsrath müsse veranlasst werden, eudlich einmal in der Alpenbahnfrage Farbe zu bekennen. Kammer, Stadtgemeinde Klagenfurt u»b Landtag sollen also nnumehr eine entsprechende Petitio» an den Reichsrath richten. Die Kammer beschloss, ci»» bezügliche Petition an den Reichsrath zu richten. (Aus Ungarn.) Bezüglich der Meldung uo» der bevorstehenden Ernennung des Staatssecretärs iM v Lnkacs zum Haudelsminister wird mit Bestimmthcil versichert, dass von einer Ernennung heute noch nichl die Rede sein kann, da Herr v. Lukacs vorerst von del Regierung ersucht wurde, für den Fall, als die El' nennung zum Handelsminister auf ihu fallen sollte, das Programm mitzutheilen, mit welchem er in dir Regiernng einzutreten gedenke. Staatssekretär v. Lukaci hat schriftlich das von ihm verlangte Programm übel reicht. Die Verhandlnngen sind über dieses StadiB noch nicht hinaus. (Die Tarife der Sndbahn.) Die «Vuda' poster Correspondent meldet, dass sich infolge za^ reicher Klagen von Producenten nnd Kaufleuten betreffs der Frachtentarife der Südbahn, über Anregung des Finanzministers Wekerle, die beiderseitigen Handys minister geeinigt haben, die Direction der Südbahl' anfznfordcrn, den Frachtentarif in einer den Tarife der beiderseitigen Staatsbahnen entsprechenden Forst umzugestalten Die Zuschriften der Ministerien sei^ vorgestern au die Südbahn ergangen. (Znr Lage in Serbien.) Wenig erfreut ist man von den Nachrichten, die aus Serbien komm"'' Die seit längerer Zeit verbreitet gewesenen Gerücht dass Serbien an der bulgarischen Grenze Trupps Verstärkungen vuruimmt und passagrrr Befestignnge" errichtet, obgleich seine finanziellen Verhältnisse niaP weniger als günstige sind nnd obgleich in dein M' halten Bulgariens keinerlei Veranlassung zn solche Maßregeln zu entdecken ist, scheinen sich zu bestätig^ nnd man fragt sich verwundert, welche Zwecke hu'^' in Belgrad eigentlich verfolgt werden mögen. Äulh sonst mangelt es in Serbien keineswegs an Schwierig leiten, llnter welchen die fortgesetzten heftigen Parte»' reibnngen, ganz besonders aber die betrübende ^ scheinung einer antidynastischen Strömung, sich sehr l»l liebsam bemerkbar machen. (Die Wahlen in England.) Nach den vo? gestrigen Wahlresultaten ist die bisherige Negier»!'^ Majorität ans vier Mandate zusammengeschmolzen, »i^ die Opposition braucht zur Herstellung des Gleich gewichtes nur noch zwei Sitze zu gewinnen. ^ «Times» berechnen, dass, die Fortdauer der gleich^ Progression für Gladstone vorausgesetzt, eine MehrlP' von 32 Sitzen herauskäme. (Frankreich undItalien.) Beim Emvfa"k des neuen italienischen Botschafters Reßmann dlll« den Präsidenten Cnrnot wnrden Ansprachen ^ Mahlzeiten mit Hilfe ihrer Sifoue ihm vorzuführen beliebte. Uebrigens war der Sifon die einzige Wolke am Ehehimmel der Chipilone. Abgefehen von der Frage der Selterwasserbehandluug lebtcu die beiden Gatten in der schönsten Uebereinstimmung. Eines Abends aber — ich war gerade Zeuge des Vorganges — als Frau Chipilone die übliche Nesprengung allen auf der Tafel befindlichen Gegenständen zutheil werden ließ, auch dem Hemde des Schreibers dieser Zeilen und der abgehärteten Stirn des Herrn Chipilone, faltete dieser seine Serviette ordentlich zusammen; er würgte sie durch einen Ring, in welchen sein Name eingraviert war, erhob sich uud gieng, nur das eine Wort sagend: «Lebewohl!» «Mein Gott,» rief Frau Clara, in deren Kopf es plötzlich hell wurde, «mein Gott, Chipilone hat mich für immer verlassen!» Dann brach sie in Thränen aus. «Beruhigen Sie sich,» tröstete ich sie. «Die Macht der Gewohnheit wird ihn zu Ihnen zurückführen. Er that es nur in einer plctzlichen Anwandlung von Aerger. Wer zehn Jahre Sifonbäder ...» — «Nein, nein, Sie werden sehen, er kommt nicht wieder,, schluchzte das arme Geschöpf. «Ich kenne ihn. Ich allein trage die Schuld. Der Becher ist von meinem Selter voll geworden, heute Abend ist er übergelaufen.» ^ «Verehrte, Sie irren. Er kommt wieder heim.» — «Wenn er nur kommen möchte. Ich schwöre Ihnen, er soll sich über nichts mehr zu beklagen haben.» Frau Chipilone hielt Wort. Während sie in der folgenden Nacht anf die Rückkehr des Gatten wartete üble sie sich in der Behandlung des Sifons. Nicht weniger als hundertunddrei leerte sie. In dem Glase, welches sie unaufhörlich füllte und entleerte, weinte das Selterwasser zuerst krampfhaft, später aber sittsam seine Schaumperlen. Bei Tagesanbruch war Chiftilone noch nicht erschienen, aber Frau Clara verstand jetzt, sich sowohl der Selterflasche mit Hahn als anch der verkorkten Selterflasche mit Eleganz und Geschickt»chkeit zu bedienen. Chipilone, welcher die Nacht im Hause eines Freundes zugebracht hatte, kehrte, ohne ein Wort zn verlieren, zur Zeit der Hauptmahlzeit heim. Er war besiegt durch die zehnjährige Gewohnheit. Er setzte sich, ein wenig verwirrt zwar und resigniert, aber auch im Iunern glücklich, zu Tisch. Seine Frau fragte ihn nicht weiter, wo er gewesen wäre, nnd schickte sich plötzlich z.un Einschenken ihres Selterwassers an. Herrn Chipilone überlief es etwas kalt, und mit flüchtigem Blick streifte er das Manöver seiner Frau; er bereitete sich bereits anf eine nene Sintflut vor. Frau Clara aber ergriff ernst und gelassen die Flasche mit sicherer Hand; sse drückte mit dem molligen Daumen sanft auf den Hebel, nachdem sie das Glas u-'ter den Hahn geschoben, und der Ausfluss des Wasfers in das Weinglas vollzog sich mit einem fast lautlosen Umstand. Kein Tropfen gieng daneben auf das Tifchtuch. Kein Tropfen! Im Uebermaße der Ueberraschung versagte Herrn Chiftilone fast der Athem. Seine Augen erweiterten sich, aber er sagte kein Wort. Am nächsten und am übernächsten Tage geschah das Ungeheuerliche gleichfalls; Frau Chipilone handhabte den Sifon wie ein Engel. Nicht ein Tropfe», gieng verloren. Der Pfeffer behielt seine beihe^ Würze, das Salz wurde nicht getränkt und das Ä^ seit es nicht mehr in Wein getränkt war, witt^" sämmtliche Papageien der Welt verächtlich von sich ^ wiesen haben. Chiftilone war ein ernst phlegmatisch^ von seinen Gewohnheiten geknechteter Mann.' . Acht Tage nach seiner voreiligen Heimkehr U" der ihm durch die Geschicklichkeit seiner Frau zM' gewordenen Ueberraschung verschwand er aberM^ An seiner Stelle überbrachte ein Dienstmann ei^' Brief von seiner Hand. Dieser Brief sagte: . «Meine theure Freundin! Warum dieses gewel" same Leben noch fortsetzen? Warum leiden? Es "^ unnütz für Sie, die ich liebe, und für mich, der H^ mich nicht verabscheue. Unsere Charaktere stimme» "VW einmal nicht überein. Sie sind veränderlich, ich ^^ beständig. Sie haben vieles gethan, nm mir das 5^b zu verbittern, und es ist Ihnen gelungen. Nach^ Sie meine Gewohnheiten zehn Jahre hindurch dad^^ verletzten, dass ich Sie täglich zweimal das tischwch mit Wein und Selterwasser begießen sah, es Ihnen jetzt plötzlich ein, mich diesen mir entbehrlich gewordenen Anblick vermissen zu dem ich zuerst hatte entfliehen wollen, aber zu welA^ ich. wie Sie sehen, renig zurückgekehrt war. mir das Fehlen dieser Gewohnheit, der Sie sich/ÄW weiß durch welche Hexerei, maschinenhaft entäuß^ haben, unerträglich, und ich verlasse Sie, diesmal « immer. Leben Sie wohl. Madame Chipilone!» .,M Fran Clara Chipilone hat in der That '?« Galten nie wiedergesehen! ^ Laibacher Zeilung Nr. 158 1361 14. Juli lit»?. freundschaftlicher Gesinnung und Friedensliebe ausgetauscht. Reßmann wie der Präsident Carnot betonten, wie wünschenswert die Erhaltung freundnachbarlicher Beziehungen beiden Staaten erscheine. (Das französische Ministerium) ist aus der vorgestrigen Kammersitzung mit Verlust seines Marineministers Eavaignac hervorgegangen. Die ge-sammte Negierung zu stürzen, ist den Radicalen nicht gelungen, da Herr Loubet, der bereit war, sich mit dem angegriffenen College« solidarisch zu erklären, von seinen Freunden daran verhindert wurde. (Aus Cunstautiuopel.) Wie man aus Con-stautinopel schreibt, hat der österreichisch-ungarische Botschafter bei der Pforte Baron Calice am 9. d. Mts. in seinem Sommerpalais zu Bujukdere zu Ehren des scheidenden deutscheu Botschafters Herrn v. Radowitz ein Diner gegeben. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie der «Bote für Tirol und Vorarlberg» meldet, dem Vereine zur Rettung verwahrloster Kinder in Vorarlberg 300 fl,, der freiwilligen Feuerwehr in Hötting 100 fl. und dem Aezirks-Schießstande in Bezau 60 fl. zu spenden geruht. — (Verlobung einer Erzherzogin.) Wir haben ein freudiges Familienereignis im Kaiserhause zu verzeichnen: Erzherzogin Margarethe Sophie, die älteste Tochter des Erzherzogs Karl Ludwig, hat sich in Reichenau mit dem Herzog Albrecht von Württemberg verlobt. Erzherzogin Margarethe Sophie ist am 13. Mai 1870 geboren und steht somit im 22. Lebensjahre ; sie bekleidete, wie bekannt, die Stelle einer Aebtissin des adeligen Damenstifks auf dem Hradschiu. Der Bräutigam Herzog Albrecht von Württemberg, königlich württembergischer Rittmeister, ist am 23. December 18tt5 geboren, ist demnach 27 Jahre alt; er ist der Sohn des Herzogs Philipp von Württemberg. Seine Mutter, Herzogin Maria Theresia, ist die Tochter des Erzherzogs Albrecht. Herzog Albrecht ist der fträsumtive Thronfolger von Württemberg, da König Wilhelm keinen Sohn hat, Herzog Wilhelm von Württemberg unvermählt und sein Bruder Nikolaus kinderlos ist. — (Ein Bär aus der Hercegovina.) Vor einigen Tagen kam eine Bande Hercegovinaer Zigeuner nach Italien und führte einen großen Bären mit, der das Publicum durch seine Kunststücke unterhalten musste. In Cuneo wurde die Bande wegen Landstreicherci angehalten, worauf die Behörde sie per Schub an die österreichische Grenze bringen ließ. Aus Rache ließen die Zigeuner unterwegs ihren Bären frei, der nun die Umgegend von Cuneo unsicher macht. Es wird zwar auf ihn Jagd gemacht, aber bisher ohne Erfolg. Nach dcu neuesten Meldungen wäre der Bär vor Nizza eingetroffen, und es herrfcht unter den, Curpublicum dort große Ausregung. — (Eine Katastrophe.) Wie bereits gemeldet, hat sich ein Theil des Gletschers Bionasay vom Montblanc losgelöst und ist iu den Gießbach gestürzt. Die in Savoyen gelegenen Bäder von St. Gervais bei Chamouny wurden infolge eines Bergabsturzes gänzlich zerstört. Das Nettungswerk wurde so rasch als möglich organisiert. In Saint Gervais befanden sich 60 Fremde und 30 Beamte, von welchen 25 Personen gerettet wurden. Die Gesammt-zahl der Opfer wird mit 120 angegeben. — (Ein Riesenreflector.) Der französische, Abgeordnete Deloncle stellt einen Antrag, der für «die Weltausstellung im Jahre 1900» eine Haufttsehens-würdigkeit schaffen soll. Er will, dass ein astronomisches Fernrohr geschaffen werde, dessen Reflector drei Meter im Durchmesser haben, fünfzig Centimeter stark sein und achttausend Kilogramm wiegen soll; dieser Spiegel würde die Mondoberfläche so zeigen, wie man sie mit freiem Auge aus einem einzigen Meter Entfernung sehen würde. — (Senfgurten.) Ueberreife Gurken werden geschält, geviertelt, entkernt und für einige Stunden stark mit Salz bestreut, dann die einzelnen Stücke gut abgetrocknet und schichtweise in Stein guttöpse eingelegt. Jede Schicht bestreut man mit grobgestoßenen Gewürznelken, englisch Gewilrz, Pfeffer, schwarzem Senf und Lorbeer« blättern. Die gefüllten Gefäße werden mit gelochtem und wieder erkaltetem Weinessig übergössen, bis dieser übersteht, und dann fest verbunden; nach sechs Wochen sind die Gurken genießbar. — (Wassermangel in Zara.) Wie wir einem uns zur Verfügung gestellten Privatbriefe aus Zara entnehmen, herrscht dort großer Mangel an Trink-wasser. Sämmtliche Cistcrnen von Zara sind vollständig trocken, und selbst die unter städtischer Aufsicht stehenden fünf großen Cisteruen, die fogenannten «ein^u« ^ox^i», liefern so wenig Trinkwasser, dass aus denselben kaum der nothwendigste Tagesbedarf für die Bevölkerung gedeckt werden kann. — (Die Olloi^l'll noktl-ulj in Paris.) Die Fälle von (^kolsru nouU'u» haben in den Vororten von Paris derart zugenommen, dass vorgestern aus mehreren Spitälern die nicht stebenskranken Patienten einfach weggeschickt wurden, um Raum zu schaffen. Diese Thatsache rief in mehreren Arrondisscments eine förmliche Panik hervor. — (Die Eruption desAetna) nimmt neuerlich zu. Fiinf Ausbruchstellen haben sich geöffnet, und es finden fortwährend Detonationen statt. Vorgestern wurde ein! starkes Erdbeben in Giarre verspürt, welches große Land-schädcn verursachte; mehrere Ingenieure wurden dahin entsendet. — (Giftige Schwämme.) Zur Vorficht beim Genusse selbstgepflückter Schwämme mahnt die Nachricht, dass in Ottakring in Wien eine ganze Familie, bestehend aus zwei Männern und vier Kindern, diesertage nach dem Essen giftiger Pilze gefährlich erkrankt ist. — (Verdächtige Erkrankung.) Der Bauer Mahnic aus Swrje, welcher vor einigen Tagen in Trieft unter choleraverdächtigen Symptomen ertrankt war, lst im Spitale gestorben. Die Obduction eraab Pneumo-nitis als Todesursache. — (Hagel schlag.) Nach einer Meldung aus Hcrmagor hat vorgestern nachmittags ein heftiges Hagelwetter von viertelstündiger Dauer alle Feldfrüchte im Gailthale vernichtet. Local- und Provmzial-Nachrichten. -^ (Militärisches.) Der in den Ruhestand tretende Obcrst August Salomon des Infanterieregiments Freiherr von Pürcker Nr. 25 hat sein Domicil in Laibach genommen. Transferiert werden der Militär-baurechnungsofficial zweiter Classe Franz Drobny von der Geuiedirection in Trieft zu der Geniedirection in Sarajevo; die Hauptleute erster Classe Theodor Mayer des Feldjägerbataillons Nr. 19 und Arthur Freiherr von Veyder-Malberg des Feldjägerbataillons Nr. 28 gegenseitig. In die Reserve wird überseht der Oberlieutenant Andreas Peschek des Infanterieregiments Freiherr von Kühn Nr. 18 im Regimente (beim Uebertritte in den Civilstaatsdienst, Aufenthaltsort Capodistria). — (Die Torf st reu und ihr Nutzen.) Noch vor verhältnismäßig wenigen Jahren war die Torfstreu ein wertloser Abfall. Heute ist sie ein wichtiger Fabrications- und Exportartikel geworden. Torfstreu und menschliche Abfälle zusammen sind in ihrer wechselseitigen Verbindung berufen, einem der lästigsten Uebelstände, von welchem die Städtebevölkerung geplagt wird, zu beseitigen und der Landwirtschaft ein nicht hoch genug zu schätzendes Capital zuzuführen. Das Torfklein (Torfmull) benimmt den menschlichen Abfällen in hohem Grade den üblen Geruch, ist demnach ein sehr geeignetes Mittel, das Leben in den Städten angenehm zu machen. Es gibt aber auch in Verbindung mit den Fäcalien einen vortrefflichen Dünger, dessen Wert bereits vielfach anerkannt wird und dessen Bedeutung insbesondere Dr. Karl Fürst in Kitzingen am Main in einem vor mehreren Jahren gehaltenen längeren Vortrage überzeugend dargethan hat. Der gesundheitliche Wert ist so groß und der Reinlichleitserfolg ein so bedeutender, dass in Kitzingen die meisten besseren Hausbesitzer und sämmtliche Communalgebäude die Benützung der Torfstreu für die Hinwegräumung der Abfälle eingeführt haben. In vielen Ländern ist die Torfstreu als ein gutes Mittel zur Einführung geruchloser Closets bereits in Gebrauch geseht. Statt des Wassers lummt Torfmull in automatischen Apparaten in Verwendung, Die Versuche, den Latrinentors als Dungmittel zu gebrauchen, haben nach der Versicherung des Vortragenden die besten Ergebnisse geliefert. Die Einzelheiten, welche er anführt, sind geradezu überraschend. Wein-. Obst- und Gemüsegärten, welche mit Latrinentorf gedüngt wurden, lieferten »in beträchtlich höheres Eltiägnis. und alle Weinstöcke und Obstbäumc, die schon laum mehr tragfähig waren, wurden nach seiner Versicherung wieder jung. Der Vortragende sprach zum Schluss dru Wunsch aus, dass das Verständnis für die sanitäre und culturclle Bedeutung der Torfstreu, welche noch zu wenig bekannt ist. in immer weitere Kreise dringe und dieses uns von der Natur gebotene Hilfsmittel die ihm gebürende allgemeine Wertschätzuug finden möge. — («Glasbena Matica».) In Ergänzung unseres diesbezüglichen Berichtes erhalten wir folgende Zuschrift: Wegen der großen Schülerzahl wurden die Prüfungen auf drei Tage festgesetzt. Die Unmöglichkeit der Bewältigung der zu großen Ausgabe in Verhältnis mäßig kurzer Zeit einsehend, sah sich der betreffende Lehrer veranlasst, von den eingeschriebenen 39 Violin-schillern nur 9 der besten vorzuführen, welche alle ihre Aufgabe sehr brav gelöst haben. Ebenso betheiligteu sich nicht an der Prüfung die Zöglinge der Chorschule, weil l dieselben, zumeist sämmtlichen Mittelschulen angehörend, damals zu sehr beschäftigt waren. Die orchestrale und Nläserschule ist jedoch nicht aufgelöst worden, vielmehr endete deren Schuljahr aus Ersparungsrücksichten schon am 1. Juli. Die statistischen Daten der Anstalt werden demnächst nachfolgen, es sei nur noch erwähnt, dass nach der Schlussansprache des Obmannes, worin die verdienstvolle Thätigkeit des Lehrkörpers und der lobenswerte Eifer der ausgezeichneteren Schüler Dank und Anerkennung fand, die Schüler.Zeugnisse, ungerechnet den Schüler-Chor, an 206 Zöglinge vertheilt wurden. Zas Oetzeininis der Uofenpasfage. Roman aus dem Leben von Vrmanos Gandor. (115. Fortsetzung.) Der Senator lachte schrill auf. Nur mit der größ-teu Mühe zügelte er die aufschäumende Wuth. «Da werde ich voraussichtlich uächsteus das Vergnügen haben, Madame Schlauch zu Tisch zu führen!. rief er. «Dann lade ich auch den Samuel Goldschläger dazu! Den Juden an meiner rechten, das furiose Fischweib zu meiner linken Seite, vi«-ü,-vi8 den Hafenarbeiter! Ah, in der That, eine entzückende Perspective!» «Ich hätte nie geglaubt, dass du solche Worte und m solchem Tone zu mir rede» könntest, Friedrich!» lagte Francisca. Auch ihre Augen flammten jetzt empört, und in den weißen, zarten Wungen pochte und klopfte °?s dunkle, heiße, zornige Blut der Jugend. «Es ist "Ht hübsch und edel, Leute wegeu ihrer Armut und ^r dadurch bedungenen niederen Arbeit zu schmähen. ^ können nichts dafür, dass das Schicksal sie bei lyrer Geburt eine Niete ziehen ließ. Es ist bittei. arm a" Mn, ich weiß, wie bitter. Ich habe die Armut iu lyrer ganzen, nachtdunkleu Tiefe ausgekostet; ich habe erfahren und gesehen, wie in den Sumpfböden nud unter den giftigen Dünsten der bittersten Noth keine geistig und leiblich gesunde Menschen gedeihen können ^ wie sie mit der Armut zugleich das Laster ein-athmen, und dass man sie deshalb nicht verdammeu soll, wenn früher oder später das Laster herausbricht, wle nach trockner Fieberhitze ein hässlicher, dunstender Schweiß------ Nein, Friedrich, verlange von mir, was du willst, nur das nicht I ,Du sollst Vater und Mutter ehren', sagt das Gebot des Herrn, und wir dürfen es nicht vorsätzlich mit Füße» treten. Und sind meine Eltern arm, blutarm — nähren sie sich durch niedere Arbeit — sind auch am Ende sie dem Laster ergeben — mit dem Gesetze kamen sie, soviel ich weiß, nie in Conflict, sie haben nie gemordet, gestohlen oder betrogen ---------» ^Schweig!» schrie der Senator. Was kam mit einemmale über den Mann? Jedes Glied an der stattlichen Gestalt schlug und znckte wie im Fieberschauer, und auf der breiten, marmorweißen Stirn erschien wie ein Feuermal ein großer runder, rother Flecken, der fast unheimlich mit der Bläffe des Gesichtes — der Blässe, die immer seine innere Aufregung unterdrückte — coutrastierte, ebenso unheimlich, wie seine Augen glühten. Und dann — war er besiunuugslos oder was focht ihn an? — packte er die junge, geliebte Frau brutal an der Schulter, schüttelte sie und schleuderte sie beiseite gegen den Divan. Die Besinnuug hatte ihu verlassen, die klare Vernunft. Natürlich. In derselben Secunde kehrte sie ihm wieder — jählings. «Verzeihung!» murmelte er. «Es war nicht so böse gemeint . . . mir ist nicht wohl .... Und rasch, mit keucheuder Brust uud schnellem Athem, ohue sich nach Fraucisca umzusehen, wankte er dem Ausgange zu. Auf den Korridor tretend, schleuderte er die Thür so rücksichtslos ins Schloss, dass die seideucu Draperien au Wänden, Thüren und Feusteru des Boudoirs aufzischten und die Mobilien erdröhnten. Francisca stand hochaufgerichtet in der Mitte des Gemachs und ftrefste beide Hände fest auf das schwer und schmerzhaft klopfende Herz. Wachte sie denn oder hielt ein böfer Traum sie umfangen? — Aber nein, es war nackte, traurige Wirklichkeit. Er hatte feine Hand gegen sie erhoben, er. der zärtlich besorgte, sie so leidenschaftlich liebende Gatte. Noch fühlte sie den Druck der weißen, nervigen Männerhand an ihrer Schulter. — Es war wirklich. wahrhaftig gefchehen! Was hatte sie denn gethan, gesagt, das ihn derartig empören konnte? Sie wusste nichts, wirklich, wahrhaftig nichts. War das seine Liebe, seine so oft betheuerte heiße, innige, hingebende Liebe, die sich von dem ersten besten Jähzorn hinreißen ließ, das geliebte Weib brutal zu behandeln? Die junge Frau stürzte au das Fenster und riss dasselbe auf. Sie mufste Luft haben, Luft. wollte j,e nicht ersticken. ^Ei"^ kalter Schauder durchrieselte ihren Körper, und während ihre heißen, aufgeregten Blicke unruhig durch das mattschimmernoe blaue Zimmer schweiften, entdeckten sie einen zierlichen Abreißkalender in Form einer Palette, dcr auf einer Etagere stand und von dem in großen Zahlen das Datum, der 18. Juni, hervortrat. Llltbilcher Zeitung Nr. 158. 1362 14. Juli lll»2. — (Neues Verfahren der Obstconser-vierung.) Man löst Salicylsäure in Wasser auf (3 Gramm in 1 Liter Wasser); da sich dieselbe nur sehr langsam löst, thut man die gepulverte Salicylsäure in einen leinenen Beutel und lässt denselben etwa acht Tage lang im Wasser hängen. In je 1 Liter dieser Lösung werden für wasserreiche und dabei zuckerarme Früchte (Erdbeeren und Himbeeren) 300 Gramm Zucker, für zuckerreichere und wasserärmere (Reineclauden, Kirschen, Aprikosen u. s. w) 250 Gramm Zucker gelöst. Zur Aus-bewahrnng sucht man nur tadellose Früchte, und zwar in einem Reifezustande aus, in dem sie noch einige Tage hängen könnten, um vollständig reif zu sein; es ist dies von Bedeutung, da sie ohnehin nach und nach etwas weicher werden. Man füllt dann die Gefäße zum vierten Theile mit der angegebenen Flüssigkeit, legt Früchte bis etwa 3 Centimeter unter den Rand des Gefäßes ein und füllt von der Flüssigkeit so viel nach, dass die Früchte vollständig durch dieselbe bedeckt sind. Das Gefäß wird hierauf einfach durch Auskleben einer Scheibe starken Packpapiers verschlossen und kann im Wohnzimmer, am besten unter Lichtabschluss, da sonst die Farbe sich ändert, verbleiben. Bei diesem Verfahren hielten sich Früchte verschiedener Art von Mitte Juni bis Mitte Mai des folgenden Jahres. Geschmack und Aroma waren in voller Frische erhalten, nur bei den Birnen war die Farbe ein wenig ins Lederbraune übergegangen. T)ie verwendete Flüssigkeit zeigte neben dem süßen Geschmack auch noch den der darin aufbewahrten Früchte und deren Geruch, so dass es gelang, durch Zusatz von bestem Sprit eine Reihe von außerordentlich feinschmeckenden Fruchtliqueuren daraus herzustellen. Außer wegen dieser doppelten Verwendung der Früchte und der Aufbewahrungsflüssigkeit empfiehlt sich das Verfahren durch seine Billigkeit, da man nur sehr wenig Zucker bedarf, das Erwärmen wegfällt und man doch seinen Zweck erreicht. — (Glocknerhaus in Kärnten.) Das im Hochthale von Heiligenblut am Rande des Pasterzengletschers gelegene Glocknerhaus der Section «Klagenfurt» des deutschen und österreichischen Alpenvereines wurde in den Tagen vom 3. Juli bis 9. Juli von 137 Fremden besucht, von welchen 6? von Heiligenblut aus, 49 von Ferleiten über die Pfandelscharte und 21 aus anderen Richtungen dahin gekommen sind. Der Großglockner wurde in diesen Tagen von sieben Fremden bestiegen. — (Gewitter.) Man berichtet uns unterm Gestrigen aus Adelsberg: Heute gegen halb 10 Uhr vormittags entlud sich hier ein heftiges Gewitter, welches von Blitzschlägen begleitet war. Auf verschiedenen Orten schlug der Blitz ein; zweimal in den Telegraphenapparat des hiesigen Postamtes, ferner in die Castellflaggenstange und in ein Haus in Hrafche, welches jedoch nicht abgebrannt ist, nachdem die Leute das Feuer rechtzeitig ge« dämpft haben. In Hrasche erschlug der Blitz einen vor dem vom Blitze beschädigten Hause stehenden Stier, worauf erst der Blitz in das Dach fuhr. — (Die böhmischen Lehrer), vereint im Vereine «Komensky», unternehmen Mitte August einen Ausflug nach Agram, um die dortige Lehrmittel-Ausstellung zu besichtigen. Der Ausflug hat folgendes Programm: Von Prag aus nach Wien (Besichtigung der Musik- und Theaterausstellung), dann über Steinbrück nach Agram; von Agram retour über Fiume por mar« nach Pola, Miramar, Trieft, Venedig, dann Adelsberg (Besichtigung der Grotte), Laibach, Veldes und schließlich über Kärnten und Oberösterreich nach Böhmen zurück. — (Promenade-Concert.) Für das heute nachmittags halb 6 Uhr in Tivoli stattfindende Promenade-Concert wurde folgendes Programm festgestellt: 1.) Ver-lobungs-Marfch von Sommer; 2.) Ouvertüre zur Oper «Sahara» von Grisar; 3.) «Fideles Wien», Walzer von Komzal; 4.) Potpourri aus der Oper «Dinorah» von Der achtzehnte Juni! Seltsame, unbegreifliche Fügung! Damals jener verhängnisvolle Tag war auch der achtzehnte Juni. Und damals, vor fünf Jahren, gerade um diese Stunde, stand die Tochter des Proletariats in ihrer ärmlichen Umhüllung in der Rosenpassage an dem düsteren, rauchgeschwärzten Hause und vor ihr der Freund, der treue, liebevolle Gespiele, der helle Stern ihrer Kindheit. Da sprach sie es aus. das harte, lieblose Wort, das ein ehrliches, warm schlagendes junges Herz tödlich verwundete: «Mein Herz ist von dem Gedanken, eine vornehme Dame zu werden, bis in den letzten Winkel erfüllt .... Ein halbes Decennium war seit jenem Tage verflossen. Und um dieselbe Stunde — o, Schicksal, wer bist du? — wer vermöchte dich zu erforschen, deine Fügungen Launeu zu nennen? — erhellte ein greller Blitz für Secunden die Situation und zeigte ihr, dass auch das erträumte Glück: Rang und Reichthum — seine Klippen hat und eine traurige, todte, wenn auch schillernde Masse ist, wenn nicht das Blut warmen Denkens es durchpulsiert. «Was ist das Glück?, hörte sie Balthasar Putt-farten sagen. «Zwischen einem Edelsteine und einem Scherflein Glase ist ein gewaltiger Unterschied, aber wenn d,e Sonne darauf scheint, funkeln beide.» (Fortsetzung folgt.) Meyerbeer; 5.) «Tanzfreuden», Polka fran^. von Kuhnke; 6.) Trompeter-Aufzug aus der Oper «Die Meistersinger von Nürnberg» von Richard Wagner; 7.) Fux-Marsch von Schlögel. — (Generalversammlung.) Die diesjährige Generalversammlung des ersten Laibacher Kranken-Unter-stützungs- und Versorgungs-Vereines findet Sonntag, den 17. Juli, um 10 Uhr vormittags im städtischen Rathhaus-Saale statt. Tagesordnung: I.) Vortrag des Jahresberichtes und Rechnungsabschlusses pro 1891; 2.) Antrag auf Aenderung der tztz li, 10, 11, 16 und 17 der Statuten; 3.) Wahl der Rechnungsreviforen; 4.) Wahl der Direction und 5.) allfällige Anträge der Mitglieder. * (Philharmonische Gesellschaft.) Die Liedertafel des Männerchores der philharmonischen Gesellschaft wurde gestern bei ungemein zahlreichem Besuche des Publicums der ungünstigen Witterung halber im Glassalon der Casinorestauration mit dem besten Erfolge abgehalten. Ein ausführlicher Bericht über den Verlauf des interessanten Abendes folgt, .1. — (Ge meindewahl in Oblak,) Vei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeiude Oblak im politischen Bezirke Loitsch wurden gewählt: Johann Modic in Neudorf zum Gemeindevorsteher, Johann Ivankc in Hudiverh, Johann Pakiz in Neudorf, Jakob Turk in Ravnik, Josef ZakrajKet in Zakraj und Johann Turk in Valcje zu Gemeinderäthen. — (ZurückgewiefeneAus Wanderer.) Aus dem Loitscher Bezirke waren im Monate Mai fünf Land-leute nach Amerika ausgewandert. Infolge der verschärften Maßregeln gegen die Einwanderung wurden diefelben jedoch in Amerika zurückgewiesen und mussten wieder die Rückreise nach Kram antreten. — (Dienstjubiläum.) In Agram wurde vorgestern das vierzigjährige Dienstjubiläum des Corfts-commandanten und commandierenden Generals Seiner Excellenz FML. Freiherrn von Bechtolsheim iu feierlicher Weise begangen. — (Ernennung.) Der hiesige Secundararzt Herr Dr. Rudolf Repic wurde zum provisorischen Districts-arzte in St. Veit bei Sittich ernannt. Neueste Post. Driginal-Telegramme der „Laibacher Zeitung". Wien, 13. Juli. Die gesammte Presse widmet der Verlobung der Erzherzogin Margarethe Sophie überaus sympathische Artikel, in welchen die hervorragenden Herzens- und Geisteseigenschaften des Brautpaares hervorgehoben und neuerdings die imüge Theilnahme der Völker Oesterreichs an den Geschicken des Kaiserhauses sowie deren unwandelbare Treue und Anhänglichkeit betont wird. Budapest, 13.Juli. Wie die «Ungarische Correspon-denz» meldet, wird die Ernennung des Staatssecretärs Be^la von Lukäcs zum Handelsminister Ende dieser Woche erfolgen. Die hiedurch erledigte Stelle eines Staatssecretärs im Handelsministerium wird durch eine dem Parlamente augehörige Persönlichkeit besetzt werden, Paris, 13. Juli. Das Amtsblatt publiciert die Erueuuung Vardcau's zum Marineminister. — Unter-staatssecretär Iamais verbleibt auf seinem Posten. — In Aubervilliers kamen gestern 5 Cholerinafälle mit tödlichem Ausgange vor. Paris, 13. Juli. Der schreckliche Uuglücksfall iu Saint Gervais bei Chamounix wurde durch die Ab-lüsung des Gletschers von Bionnassay am Westalihange des Montblanc verursacht. Die Masse des Gletschers fiel zum Theile in die Schlucht vou Vionnay uud riss die Ortschaft gleichen Namens mit sich fort. Die Badeanstalt von Saint Gervais liegt am Rande der Schlucht und besteht aus fünf Gebäuden. Gestern morgens gegen 2 Uhr erhob sich ein furchtbarer Lärm, eine Wiudhofe schien die Schlucht zu ourchstürmen ; dann stürzten Wasserfluten aus sechs Meter Höhe herab. Von den fünf Gebäuden der Bade« anstatt wurden drei umgestürzt und zerstört. Die Badeanstalt beherbergte gestern 80 Curgäste und 25 Bedienstete. Die meisten liegen unter den Trümmern begraben. Die Rettungsarbeiten sind infolge der Lage der Unglücksstätte unendlich schwierig. Gegenwärtig ist es noch nicht möglich, die genaue Zahl der Opfer zu erfahren, die in der Badeanstalt St. Gervais und in den Ortschaften Bionnay und Le Fayet verfchüttet wurden. Die Rettungsarbeiten begannen fo rasch wie möglich, sind aber beinahe aussichtslos. Die Trümmer der zerstörten Badehäuser liegen auf dem Grunde der Schlucht. Sallanchcs, 13. Juli. Die Zahl der bei der Katastrophe in Saint Gervais Getödteten wird bisher auf 140 geschützt. Die Zahl der Opfer wird aber wahrscheinlich 200 erreichen. London, 13. Juli. Die liberale Majorität des neuen Parlaments beträgt nunmehr acht Stimmen. In Irland unterliege» die Parnelliten fortgesetzt den Anti-Paruelliten. Gladstone wurde gestern mit überwiegender Majorität zum Deputierten von Midlothian wiedergewählt. London, 13. Juli. Reuters Office meldet aus Fez: Die Verhandlullgen zwischen den« Sultau von Marokko und dem britischen Gesandten Smith sind nahezu beendet. Die marokkanische Regierung hat inl letzten Augenblicke fast allen Vorschlägen des britische" Gesandten zugestimmt. Newyork, 13. Juli. Nach den aus Mexico vorliegenden Berichten über die Präsidentschaftswahl wurde Porfnio Diaz für eine neue vierjährige Amtsperiobt wiedergewählt. Angekommene Fremde. Am i l.Iuli. Hotel Stadt Wien. Tallmch, Rah uud Nitt. Reis ; Bus,, Steil' brcl. Cierwu, Kfltc, Wien. - Koman, Privatier; Pfeifer, Hof' rath; Truden, Orohhandler, s. Fran und Tochter; Kramtt, Privatier, Trieft, — Iatner, Privatier, s. Frau, TscherneM — Aufhauser, (loutrolor. s, Frau. Budapest. - Müller, V' rector, s Familie. Pola. — Prostoslav und Anna kastelic. Felbtirchen. — Kapnn. (Konobitz. — Woman. Pfarrer, Sesaua- — Baron Fuchs, Rittmeister, Villach. - Anna und Kall Fritsch, Priuatiere, Trieft. Hotel (5lefllnt. Schwarz, Dr. Stiasny, Deutsch. Wien. — Bintel. Zebochin. äekini s. Frau; Alic, Privatier, Trieft.— Venovii. Kim., Sissek. — Freitel, Kfm.. Sorau. - Freiter, Schob Hirb. Berndt, Me., (Uörlih. - Dr. Erhovnic, Notar, samNlt Frau, Rcifnch, — Lenz, Bahnbcamter, Pilsen. - Antic, Tel« Mussiel, Zborowitz. — Palla, Inspector, s, Familie, Prag. -lUruden, Pfarrer, Äuersperg. — Golob. Pfarrer. Mottling. Hotel SiMahnhof. Krisle, Beamter, Prag. — Dr. Wandel! Wolaast. - Dr. Kraulte, Erfurt. — Kcstla. Mladecto. Rasthof «aiscr uou Oesterreich. Schindler und Mllner, Lehre«, und Schmidt, Vreslau. — Etauic, Trieft. — Margolin«. Klagenfurt. — Majdic, Zirknih. Hotel Vaicrischer Hof. Milavc, Maunitz. Am 12. Juli. Hotel Elefant. Noel, Gans, Kflte., Wien. — Hönigmann s. Fra». Private; Wöhmann, wottschec. — Segre. Marinschig, l s. Sohn. Trieft. — Fischer. Havas, Me.; Halmer, Budapest — Folter, Lieutenant, Wrz. — Beniel, Privat, Knin. ^ Ninger s, Frau, Berlin. — Lindenmayr, Tenke. - Zelinl«. St. Job. Debeljal, Pfarrer, Höflein, — Bettelheim, KflN" Oroszkanischa. Hotel Stadt Wien. Handl, Hradecky. Kren s. Frau, Herlins' Kflte., Wien. — Trobec, Privatier. Trieft, — Stiplovsel, Pfarrer, hl. Geist. — Dr. Wurner, Regiment^arzt i. N.. ""> Frau, Landstrasj. — Wartl, Accordant. Böhmen. Paters Fiume. — ReismMer, Forstiuspector. Haasberg. — SchabMÜ' Postmeister, Sapiane. — Obereigner. Forstinspectur. Ichn"' berg. — Bartlmä, Private, wottschec. - Mally, Privatier, s. Tochter, Rudolfswert. - von Vest, Private, sammt Locht". Schrottenthurn. — Lamprecht, Kfm., Graz. Hotel Siidliahnhos. Paul, Wien. — Sämisch, Ieichrnlehltt, Ratibor. - Gadmer u. Stupan, Sent. Hotel Vaicrischer Hof. Horat, Montanist, Köflach. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Richter, Wien. — wolli ' Töchtern, Idria. — Vergtessel, Hauptmanne-Witwe, (Uraz. ^ Rob s. Frau u. Sohn, Oörz. Oasthof Sternwarte. Sega, Soderschil.,. — Lavrenciö. Wippa^ — Malar. Mottling. Verstorbene. , Im Spitale. s Den Il.Iuli. Theresia Siegt, Arbeiterin, 64 I' Bauchschwamm. , Mkswiitschastllchel ' - Vesterrcichisch-ungarische Dank. Der vorgestern ausgegebene Wochenausweic- zeigt folgende" Stand der österreichisch < ungarischen Banl am 7. Ixli: VaN'' Notenumlauf 4l 1,488.000 fl. s^. 514.000 fl.). Metallschaf 246.681.000 fl. (. 87.sXX) fl.), Portefeuille l50..'l42.000 fi' (— 847,000 fl.). Lombard 24.972.000 fl. (^. Ni.OOO st')' Steuerfreie Bantnotenreferve 44,l48.000 fl. (— «91.000 fl.). Lalliach, l!i. Juli. Auf dem heutigen Markte sind e? > schienen: 4 Wagen mit Getreide, 7 Wagen »lit Heu und StloÜ' 12 Wagen und ä Schiffe mit Holz. Durchschnitts Preise. Mlt,- Mgz,< Ml< M st- > lr, st^ri st, f., ^ Weizen pr, Heltolit. « «0 7 4«> Nutter pr. Kilo . . ^74 - ^ Korn » 5,5,0 5 72 Eier pr. Stück . . 2, -^ berste . 4 l! 4 4« Milch pr. Liter . . 10 - ^ Has"' ' 2,752 «5 Rindfleisch pr. Kilo — «8 -^ Halbfrucht . >-----------Kalbfleisch . 54^^ Heiden » 0,50 6 60! Schweinefleisch » N4-^ Hlrse » 4j«0 4 4i! Schöpsenfleisch . W-^ Kukuruz » 4l«0 4 «0, Hähndel pr. Stück 40 - ^ Erdäpfel 100 Kilo---------------Lauben . l 7 ^ Linsen pr. Meterctr. 12-------Heu pr. M.«Ctr 1 7» -^ Erbsen . l0-------Stroh , ..214-^ Flsolen » 8 - - Holz, hartes pr. Rindsschmalz Kilo -86—^- Klafter 6 50^ Schweineschmalz » 66-------------- weiches, » 4 50 -^ Speck, frisch . K6-------Wcin,roth.,100Lit. - - 24 ^ — geriwchert » 64------- -. weißer, . - '40 ^ Lottozichuug vom N. Juli. Prag: «ti 75 22 28 27. Meteorologische Beobachtungen in kaibach^ 7U.Mg. 72» a I 19-6 MO.schwach ' bewM ' 29'b 13.2. N. 727!) 18 6 NO. schwach bewölkt «ege» 9. Ub. 727 6 17-6 NW. schwach bewölkt . Morgens 8 Uhr Gewitter, tagsüber Regen mit Uutelb"' chung; Gewitter aus W. w>. Uhr und nm 2 Uhr; nach<, tags etwas Sonnenschein, abends Wetterleuchten in NW., "^. Regen. — Das Tageömittrl der Temperatur 19 7« um " über be»» Nurnlale. ^, «eranOvortlicher Redacteur: I. N c» ssl < ö. Caibad)tr ^eitunp Hr. 158 1368 14 Juli 1892. Course an der Wiener Korse vom 13. Juli 1892. «ach dem «M«^ «°urM°ne Velb War, Slaals'Onlehtn. i°" einheitliche Rente in Noten 95-05 96 L^> «llberrente....... 9485 9515 l 854er 4°/„ StaaMose, 25« fl. ,4175 —.. 1860er 5°/« . sslln« 500 fl. 141 . 141 30 l8«0 , » günftel 100 fl. Ibl ?,. 152 - l8S4ei TtaaNlofe . . 100 st, 162 50 183 - » » . . 50fl, 18li 5<< 183 - °/n Dom,'Pfdbr. il 1Ä> ft, , . 15l 50 158 50 <°/, Och. Glllbreute, steuerfrei 112 «0 1,2 8» kesterr. Notenrente. » . 100 80 ini in Garantierte Eisenbahn» Gchnlbverschcrlbungtn. Ollsabethbahn in V, steuerfrei , 115 >l> 115 ? 119 — Vorarlbersser Äahn in Silber . 100-75 101 75 ltllsabcthbnhu U0N st. CM. . . 25', - z,52 - dto, LinMudwe!« 800 fi. «. W. 8li9 - 23, -^ bto, Snlzl,,-Tirol 200 fl. i», W. 218- .. 220- «tllsabelhbahu für 20« Mnrl . 118 2-i iig 25 dtu. sür 200 Marl 4"/„ ... 118 — 1,9 -. ^Illnz-Iuscph-Vab» H iiu2^ Kto. Papltrente 5«/„, . . . M» 4^ inn - <. dto. kl,enb.-«..l.l0.»st.ö,W,E. 1^,.^ '^°.^ Grundenll.'Gbliaallonen (sür 100 fl. CM,). 5«/., «lllizische...... l04-4!^ 105 45 5°/<> mährische...... —'— —'— b°/» Krain >md Küstenland . . —— — — b°/n nledelüsterrelchlsch« . . . 10975 110 75 5°/o steirlsche...... —— -.-— 5"/„ kroatische und slavonische . l«l> 108 — 5"/„ sicbrilburnische ....------- — — 5°/„ Temrsrr Aanat . . , . —--. —-- ü"/„ ungarische...... 94— »5- - Andere üssenll. Anlehen Donau Nrg..Lose ü"/„ 100 ft, . 122- 12»'- dto. Anleihe 1878 . . 10» 2l, 107 25 «ülehen der Stadt GUrz . . 109 — :il» — «nieheu d. Etadtgemelnde Wien 105 1<> 1«; — Präm,^lnl, d. S"dlgem. Wien 1t.7!l5 15/75 >tiü> jenbau «nlehl uerlu«, 5"/,. 99- - !»8 75 Mandbrief» (für ion ft,), Vooencr, allg. üst. 4",„ G, . lie 4« 11? li<» olo, bto. 4' ,"/„ . . 10« ÜN 101 50 bto. bto. 4«/„ . . . 9« b5 s« 75 b»o. Präm.-Lchulbverschr, »"/<, 1«! 5n li^ ?<» vest. Hl»pothelenbanl I0j. 5<»"/„ 9« 8« 99 t>u 0rst,°una. N«ul verl, 4'/,"'» - !M — 1^,2' - delto ' 4»/„ , , »9-70 10080 detlo s>0jöhl. ' 4°/„ . . »«'70 100 20 Priorllätv'Gbliyalionen (für 100 fl.), ss, rbiiMüd« ^tolbbahn 99'— l<»>-Galizisch^ l/,"/c> . —'—! —'— Oeld ll»ar, vesterr. Norbwestba^n . . . 10740 1N8'4«, Vtaatsbahn....... i^z — il»>» TÜbbahn i» 3°/„ . . . 144— I4ä — ., » ü 5«/ .....l^.LI.------ Ung. «a? v Nahn..... 1N2-7t, 103 7b Divers, zoft (per Stück), Eredillosr 100 fl...... 18s 25 l»ü' - Llarl, Lose 40 fl...... —-— 5z-5<> 4°/n Donau Dampfsch. iu<> fl. . 1ü4 — l«e — üaibachrr Präm.-Nnleh, 80 fl. 82— e25l> Oscner Lose 40 st. .55— 0? - - Palssy-llose 40 fl. . . ^ . «-— 5?- Nöthen »rrnz, »st, Vtsv , 10 fi. 17 60 1» - Rudolph Lose 10 fl..... 83 5^ L4 50 SalM'Lose 4(, fl...... K4-— —>— St, Gruoi« Lose 40 fl. . . . ß»-— 64-- Waldstrl» Lose 20 fl..... »«70 4N c« Wiublsch Vräh-Lose »0 fl. . . - -- - «4 50 Gew. Sch, b. 3"/,. PrHm, Schuld. verschr, der «obtncitditanstlllt »»'— 83 75 Kank.ActUn (per Stück), «nglo üst «anl2.«,ft,a<>°^ ". . . l»9<« 99? Ulllonbanl 800 fi. . ^ . . ,848 ?b 8!3 8!» Verlehisbanl, Nlla,, 140 . . <6^ — «2 7b Arti«n v«n Transport« Vnlernehmungln (per Stück), «llbrechl'Vahn 20» fl. Silber . 98 25 »K 7!, »llsölb-Fiuman. Vahn 200 fi. T. 800 25 200 50 Vühm, Nordbahn 150 st. . . 184'— 186 — » Weftbahn 200 fl. , . 544' »45 50 Vuschtlehrader Gis 50» fl. «M. i090 1Ni> bto, (lit, lt.) 8U»'fi. . 446 50 447 Ü5 Donau«Dampfschissfahrt» Ves,, Oesterr, 500 fl, CM. . . . b»!i — »4'/- Dran-Eis, cV,Db,°g.)20Ufi. E. I»9 50 80'» - Dul-V°de»b,nt!,. lzerno«.«Iaffy»«tlen« ahn»»t1eU Lübbahn 200 fi. Silber . . 97-75 98 5(, LübNorbb, Verb,-V, 200 fi,«M. 189 50 ,90 5u Tramwlly-Ves.Mr..170ft.5.». 834- 83b -» neue wr., PrloritütH« «ttlen 100 fl...... 94'— »5 — Un« .«allz. «isenb. 80« fl. Vllber l99 85 199 75 Veld Ware Ung, Nordostbahn 20« fl, Silber 19?-- - I»?-»0 Ung,Westb,(«aab'Vi»z)20ttfi.V. I»v^,5 19» 75 Industrie«Actlen (per Stück). Vauaes,, «ll«, Oeft,. 100 fi. ' '" »" »<»? « «gydier Visen-und Etahl.Inb. in Wien 100 fi...... b0 5u 8l bu »ilenbahnw..Üeiha.. erst«. 80 fi. "'" »^"'^ .«lbemÜhl. Papiers, u. «.-«. ^» ^ « "» Liesinqer Vrauerel ,»0 fi. . . "8 5b 108 25 Montan-Gesell., öfterr. «alptne «^ 30 65 8. Praaer «isen (100 L.) 45 85! 45 95 (3150) Nr. 140 Pr. Danksagung. Die wohlgeborne Frau Amalie Ramm hat anlässlich des Ablebens ihres Gemahls, des wohlgebornen Herrn Albert Ramm, Apothekers, Haus- und Realitätenbesitzers in Laibach, den Betrag von fünfzig Gulden für die Stadtarmeu gespendet. Dieser Wohllhätigkeitsad wird mit dem Ausdrucke des wärmsten Dankes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Magistrat der Landeshauptstadt Laibach am 12. Juli 1892. Der Bürgermeister: Grasselii. i Eisenhaltiger Wein. Dieser Wein enthält ein auch von dem schwächsten Magen leicht verdauliches Eisenprüparat, weshalb er für blutarme Personen sowie auch für solche, welche infolge von Krank-heilen geschwächt sind, von ausgezeichneter Wirkung ist. Man wird ihn daher den Müttern, denen an der Gesundheit ihrer Kinder viel ge-legen ist, nie genug anempfehlen. Blasse, schmächtige und kränklich aussehende Kinder sind infolge ihrer Blutarmut umsomehr allen Krankheiten der Jugend ausgesetzt und unterliegen diesen oder überwinden dieselben mit mehr Schwierigkeiten, als die gesunden und kräftigen. Bei Gebrauch dieses Weines stärkt sich der Magen, der Appetit nimmt zu, man verdaut leicht, es vermehrt sich das zu unserer Nahrung so sehr nöthige Blut, und es gibt die den Gesunden eigene frische Farbe wieder. (3147) 10—1 Eine Flasohe 1 fl. Apotheke Piccoli „zum Engel" in Lalbaoh, WienerstrasBe. Auswärtige Aufträge werden umgehend effectuiert. (2946)3-2 Nr. 2873. Curatorsbestellmlg. Den, für blödsillnig erklärten Ab-eder Andreas Bizjan von Hölzenegg wurde Franz Leskovic von dort zum Curator bestellt. 1? A^. Bezirksgericht Oberlaibach am I^Mar 1892. (2739)1112 Öt.4072. Oglas. q! odlokom 7- dne 12- maia 1892' st. d542, na 9. junija in 9. julija 1892 ooloèene eksekulivne dražbe Marlinu Kozjanu i2 želebeja stev. 14 lastnega zemljisea vložna st. 179 katastreine obèine Božjakovo prestavite se na dneva 9. seplembra in na 8. oktobra 1892. 1., vsakikrat dopoldne od 11. do 12. ure pri tukajšnjem sodisèi s poprej.šnjim pristavkom. G. kr. okrajno sodišèe v Metliki dne 2. junija 1892. (3120)3-2 Z. 6461. > Concurs - Edict über das Vermögen des Johann Neft. Pollak, Gerber in Krainburg. Das k. k. Landesgericht in Laibach hat die Eröffnung des Concnrses über das gesammte wo immer befindliche bewegliche und über das iu den Ländern, für welche die Concursordnuug vom 25stcn December 1^68 gilt, gelegene unbewegliche Vermögen des unbekannt wo befindlichen Johann Nep. Pollat, Gerber in Krainburg, bewilligt, den Herrn k. k. Bezirksrichter Ferdinand Starö in Krainburg zum Coumrs-Commissär uud deu Herru Dr. Valentiu <2tcnlftihar, Advocaten eben-dort, zmn einstweiligen Maffeverwalter bestellt. Die Gläubiger werden anfgcfordcrt, in der auf den 25. Inli 1892, vormittags 9 Uhr, vor dem Coucurs-Commisfär angeordneten Tagfahrt unter Veibriuguug der zur Ncfcheinigung ihrer Anfprüchc dienlichen Belege über die Bestätigung des einstweilen bestellten oder über die Ernennung eines anderen Masseverwalters und eines Stellvertreters desselben ihre Vorschläge zn erstatten uud die Wahl eines Gläubiger - Ausschusses vorzunehmen; ferner werden alle die« jeuigen, welche gegeu die gemeinschaftliche Coneursmasse einen Anspruch als Con-eurs-Gläubiger erheben wollen, aufgefor,-dert, ihre Forderungen, selbst wenn ein Rechtsstreit darüber anhängig sein sollte, bis 16. August 1892 bei diesem k. k. Landesgerichte nach Vorschrift der Coumrsordnung zur Vermeidung der in derselben angedrohten Nechts-nachtheile zur Aumeldung uud iu der hiermit auf den 29. August 1692, vormittags 9 Nhr, vor dem Concurs-commissä'r angeordneten Liquidierungs-Tagfahrt zur Liquidierung und zur Raug-bestimmnng zu briugeu. Den bei dieser Tagfahrt erscheinenden angemeldeten Gläubigern steht das Recht zu, durch freie Wahl au die Stelle des Masseverwalters, seiues Stellvertreters und der Mitglieder des Gläubiger-Ausschusses, die bis dahin im Amte waren, andere Personen ihres Vertrauens end-giltig zu berufen. Die Liquidierungs - Tagfahrt wird zugleich als Vergleichs-Tagfahrt bestimmt. Die weiteren Veröffentlichungen im Lailfe des Concursverfahrcns werdeu durch das Amtsblatt der «Laibacher Zeituug-erfolgeu. Vom k. k. Landesgerichte Laibach, den 11. Juli 1892. (2724)^—2 Nr. 2027^ Reassumierunst zweiter exec. Feilbietnuss. Vom k. k. Bezirksgerichte in Senofetsch wird hiemit bekannt gegeben, dass in der Ezecutioussache des Anton Ditrich von Adelsberg (durch Dr. Eduard Deu) ,^to. 49 fl. 4 kr. die mit dem dicsgerichtlichen Bescheide uud Edicte vom 4. Juli 1891, Z. 1806, bewilligte und auf den 12ten September und 14. October 1891 angeordnet gewesene erste und zweite executive Fcilbietuug der der Maria Muha von Vründl eigenthümlichen, gerichtlich auf 1523 fl. 20 kr. geschätzten Realitäten Einl. ZZ. 75 nnd' 76 der Catastralge-meindc Bründl reassnmiert und zu deren Vornahme zwei Tagsatzungen auf den 6. An gust uud den 7. September 1892, jedesmal vormittags von 11 bis 12 Uhr, hier erichts mit dem vorigen Anhange angeordnet. K. k. Bezirksgericht Senosetsch am 31. Mai 1892. (2934) 3—3 St. 5557. Oglas. G. kr. okrajno sodiäce na Krškem razglaöa : Janez Bizjak iz Brezja ätev. 4, ki se je po sklepu c. kr. okrožnega so-dišèa v Rudolfovem z dne 4. julija 1882, ätev. 603, zaradi zapravljivosti dejal pod skrbstvo, proglaša se zopet samo svojim, ker ga je isto okrožno sodišèe vzelo izpod skrbstva s sklepom z dne 14. junija 1892, st. 810. C. kr. okrajno sodišèe na Kräkem dne 20. junija 1892. (2938) 3—2 Nr. 5968. Reassumierunst ezecutiver Nealitäten-Versteifferung. Vom k. k. Landcsgerichte in Laibach wird bekannt gemacht: Es sei über Ausuchcn der krainischen Sparcassc iu Laibach (durch Dr. Pfefferer) die executive Versteigerung der dem Matthäus Jäger in Laibach, Petersstraße Nr. 60, gehörigen, gerichtlich anf 6002 ss. 74 kr. geschätzten Realität Einl. Z. 134 der Eatastralgemeinde Petersvorstadt sammt luncw« m«!l'm:!n» im Reassumie-ruugswege bewilligt und hiczu zwei Fcil-bietuugs-Tagsatzungen, und zwar die erste auf den 8. August und die zweite auf deu 12. September 1892, jedesmal vormittags um 10 Uhr, Hiergerichts im Sitt'icherhof, ll. Stock, mit dem Anhange angeordnet worden, dass die Pfandrealität bei der ersten Feilbietung nur um oder über dem Schätzungswerte, bei der zweiten aber auch unter demselben hintangegeben werden wird. Die Licitations-Bedingnisse, wornach insbesondere jeder Licitant vor gemachtem Anbote ein lOproc. Vadimn zu Handen dcr Licitations-Eommisswn zu erlegen hat, sowie das Schätznngs-Protokoll und der neueste Grundbuchs - Extract tonnen m der diesgcrichtlichen Registratur eingesehen werden. Laibach am 28. Juni 1892. l (3032) 3—3 Nr. 6100. Bekanntmachung. Vom k. k. Landesgerichte Laibach wird bekannt gegeben: Ueber die von Franz Hren, Herr-schafts- und Hausbesitzer in Laibach (dnrch Dr. v. Schrey), gegen Josef Kremzar, Rea-litäteubesitzer iu Cerovce, derzeit uu-bekannten Aufenthaltes, angeblich in Amerika abwesend, lx-lo, Zahlung der Zinsenschuld per 630 fl. s. A. eingebrachte Klage 66 pra6». 14. Mai 1892, Z. 4523, wird dem Geklagten Dr. Josef Sajovic, Advocat in Laibach, als Cnrator acl aelum bestellt uud ist ihm die Klage um die binnen neunzig Tagen zu erstattende Einrede zugestellt worden. Hievon wird der Geklagte zu dem Zwecke verständigt, damit er sich allenfalls zur rechten Zeit einen anderen Sach^ Walter bestellen und diesem Gerichte namhaft machen könne, widrigens diese Rechtssache bloß mit dem aufgestellten Curator nach den Bestimmungen der Gerichts ordnung verhandelt und über dieselbe, was Rechtens ist, erkannt werden wird. Laibach am 2. Juli 1892. (3045s 3—3 Nr. 360». Erinnerung. Von dem k. k. Bezirksgerichte Tscher-nembl wird dem Josef Rade von Ober-Radence Nr. 16, nun unbekannten Aufenthaltes, hiermit erinnert: Es habe wider ihn bei diesem Gerichte Georg Agnik von Oberradence Nr. 19 (durch den Machthaber Michael Peröe von Altenmarkt Nr. 19) die Klage auf Zahlung per 469 fl. 96 kr. s. Anh. ci6 pr»6». 3. December 1891, Zahl 9416. eingebracht, worüber zur summarischen Verhandlung die Tagsatzung auf den 8. October 1892, vormittags 8 Uhr, Hiergerichts angeordnet worden ist. Da der Aufenthaltsort des Geklagten diesem Gerichte unbekannt und derselbe vielleicht ans den k. k. Erblanden abwesend ist, so hat man zn seiner Vertretung und auf seiue Gefahr und Kosten den Herrn Michael Fugina von Oberradence Nr. 19 als Curator aä nc:lum bestellt. Der Geklagte wird hievon zu den, Ende verständigt, damit er allenfalls zur rechten Zeit selbst erscheinen oder stch einen andern Sachwalter bestellen nnd diesem Gerichte namhaft machen, überhaupt im ordnnngsmäßigen Wege einschreiten nnd die zu seiner Vertheidigung erforderlichen Schritte einleiten könne, widr,-a ns diese Rechtssache mit dem anfge-ftMen Cm-ator nach den Bestimmungen der Gerichtsordnung verhandelt werden nnd der Geklagte, welchem es übrigens freisteht, seine Nechtsbehelfe anch dem benannten Curator an die Hand zu geben, sich die aus einer Vcrabsämnung M-steheudeu Folgen selbst bcizumesstn haben wird. K. k. Bezirksgericht Tschernembl am 25. Mai 1892.