„/nihett, »»hl»,»», »il»,«, stl M.» MMM IMG Ttr4 IV. Freitag, KK. JSnuer tSSS. K>»i Jahrgang Die Marbnrger Zeitun>." erscheint jede» Sonntng, Miüwoch ttnd Frcitot^. Pltise — sük Mnrbnrg: ganzjährig e fl.. hnlbjählig g fi.. vierteljiihrig 1 fl. SV kr', für Sustellung ins Hans monatlich 10 kr. — mit Postversendung: stanzjährig v fl., halbjährig 4 si., viertcljähiig 2 fl. Die rin Mal gespaltene Varmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 10, bei zweimaliger mit bei dreimaliger m,t SV kr. berechnet, wozn fiir jedesmalige Einschaltung SV fr. lZnseraten-Gtempelgebühr kommen. Zttl .jlischicht«' l»e6 Wen» die ösfentlichcn Blatter in Athen die Stimmung des griechijche» Voltes Actreu lviedergcbcu — und »v» zweifeln nicht daran ^ so tvärc dasselbe im Fall eines Krieges zum Aeußersten rnl-schloffen. In einem dieser Blülter h.ib» es: Wir sind stark genug, um ein neues Jahr 1821. aber in einer für unsere Feinde we>t furchtbareren und verhängnisvolleren Wcile dnrchzutämpfen. Damals lialten «vir keine Armeen, keine Finanzen, keine inncre Organisation und Bertvoltung und wir bestanden einen kebenjäl»rigen Krieg gegen die gesamtnte mujclinautjche Welt. Am Jahre 1869 habtn wir mit gleichem Patliotisinus und gleichem Eifer für den Ruhm uusere» Leindes, mit bedeutendsrcn materiellen Hilfsmitteln gegen eine» wjammenbrechtnden. von der Diplo matie bevormundeten Staat zu kämpm». Abrr >n diesern Kainpfe »verde» «vir nicht allein stehen, denn im Orient gibt es noch andere Völker und andere lKolksstämme. die das Joch der Türkei abschütteln »vollen. Ru münien. Serbleu und Montenegro rütteln an ihren Ketten und iverden jedenfalls gemeinschaftliche Sache mit uns machen. Indem »vir so handeln und uns dicht um Eine Fahne schaaren. iverden tvir vor Europa darthun. daß tvir dem Fremden nicht gestatten. als Gcbitter. nls Eroberer oder Beschützer über das Etbe nnskrer lvater zu verfügen. Die Throniede, init tvelcher Napoleon die Kammern eröffnet hat. ist die nnbedeulendste. die er seit siebzehn Jahren geHallen. Die ruvm redige Aufzählung Alles dessen, was das Land genießt und die Hin tveisling ans die Möglichkeit, die Lasten des Volkes zu vermindern, sind sür die Wahlen berechnet. Die ersehnte Preßamnesti- ist nicht verkündet tvorden. Napoleon hat nicht von der römischen Frage gesprochen, ha weder ausdrücklich der guten Beziehungen zu Preußen erivähnt. noch die endgiltige Lösung der Frage verkündet, »velche den europäischen Frieden bedroht. Am »vichtigsten ist für uns abcr der Satz von den militärischen Hilfsmitteln Frankreichs, der offenbar bedeutet, daß der gehler von 18S6 bei der ersten günstigen Gelegenheit, die sich darbietet^ soll gut gemacht werde»». Die Nachrichten über den Ausfall der Kortesivahlen in Spanien erlauben noch keinen sicheren Schluß auf die Stärke der ein-zelnen Parteien in der gesetzgebet»den Versammlung. Es hat sich schon »erausgeftellt. daß die ersten Depcschen aus Madrid den Thatbestand ge-älscht haben. Aber angenomme»». l^ie Monarchisten tvären in gan^ über« viegender Zahl gewählt, so entsteht nun die Frage, ob ihre verschiedenen Gruppen sich über die Person des Thronkandidaten »Verden einigen können Marschall Prim ist sich ülier diese Schwierigkeit sehr klar und erwartet nicht« Anderes, als daß auch die KorteS es noch nicht zu einem vollgil-tigen Entschlnß bringen iverdin. Vielmehr rech»»et er darauf, daß dieselben sich dadurch zu helfen suchen, daß sie die vollziehende Getvalt eitler Drei» Herrschaft anvertrauet», tvelche ihm. Serrano und Rivkro vortrefflich anstünde _ __ Gegen das LottoftVtel. (Schluß) Die Regierung sackt, unbekümmrrt nm den Ursprung, die erbettelten, sich, seinen Kindern oder Andern gestohlenen, geraubten Einsätze ein. ihr ti!t es gletch, ob sie von einem Verbrechen herrühren, ob g^e Blut an ihnen hastet; sie länst keine Gefahr, zur Verantwortung gezogen zu »Verden. Während Niemand ungestraft einen gestohlenen Rock, eine ge-stohlene Uhr kaufen darf. streicht sie gestohlenes, veruntreutes, erschwindeltes Geld IN ihren unergründlichen Sack; sie nitnmt Ginfä^e zu Tausenden, ohne daß es ihr einfällt, darnach zu sra^ien. ob der Spieler den Verstand verloren oder »voher er denn eigentlich das Geld nehme. Thäte sie dies, dann »vären schon nngeheure Verluste von öffentlichen Zn-stitnten abgelvandt tvorden. »velche in letzter Reihe nicht diese, jotldern die bedanernslverthen Attronäre treffen, das öffentliche Vertrauen schädigen, den Kredit untergraben und die von diesen Jnstltuten erwarteten Vor« theile geradezu vernichten. Dnrch ein solches Vorgehen lvird die Regiernng zu der unlvürdigen Rolle eines Hehlers ver»»rtheilt und das gaitze Odium der Demoralisirung Die Tochter des ckäffchers. Von K. Heigel. (S. Fortsetzung.) Amanda stand r.'sch auf. ..Tante." sprach sie zllilrd vor Aus-rrgu»»g. „wenll ich im Zimmer bleiben soll, io sprechc-r Lie nicht ulso tvieder!" „In meinen vier Wänden kann ich reden, »v c und was ich il ill und Du bleibst!" ^Wenn Sie meinen Vater lästern, nein." Die kleine Iran lvard d»tnkelrolh; ihre Haube vom Kopfe reißend, sprang fle mit einem Latz vom Soplja auf u»d zirr Llelle. iro das Mädcheu sta»»d. „Neinl" rief sie und ballle di» Fairst vor Amandas Gesicht. «Also trotzig, verstockt und boslioft? Nun. da» ist »nlr ein Muster von Erziehung! Bravo. Heir Skrib.ut! Freilich, lvie sollte der Vater Geliorsam lehren, da er doch selber gegen Gölte» Gebot uiige-horsam »var! Doch ich lästere il»n. ich lüge, ich verleuinde! Er hat mciite Familie nicht in Schande gebracht, die Kassenbücher nichk gkfälscht. er war kein gemeiner, heuchlerischer---" ,.Halt!' bebte Amanda und faßte klluipshasl d n Arm d.r Tuntl'. Ihre Angen blitzten im blassen Gesicht, »ind ihie Llltnme klang fnrchllos und entsch eden. „Ich spreche jetzt das letzte Wort." sulzr sie mit flit.,cli. der Rede, aber snrchilos fort. „Sie haben kein Recht, den Todten vor seinem Kind zu schänden, denn res Wcibes Amt uns Vorrecht ist allein Vergebung. Was Sie sagten, »var ein Diebstahl an niciner Seele, d^nrr die Erfahrung, welche ich durch Sie gewann, die Erf.chrung. daß die Welt grausam und niedrig ist. raubt mir das Letzte. waS inir noch daS Leben des Lebens »verth macl^te. den Glanben an das Herz der Mc»«-lchen l Ich bin nicht »indankliar. bei Galt, nicht undankbar, allein dirsc Stunde trennt »nich aus imtner von Ihnen! Lelen Lic ivohl!" Das Aussehen d»S Mäc^chenS il'ar so strni,^ und s.clii terisch. das» Frau Schuuke es sür gut hielt, >n Ohnmacht zn fallen. Aber Amanda ging trotzdein. Sie unterrichtete die Magd vom Uebelbefindeu der Herrin und verließ die Wohnnng. Im Hosgebäude »vohnte eine arme, bejahrte Frau, von »velcher Amanda wußte, daß sie ein Gelaß zu vermiethen habe. Zu ihr begab sie sich. Nach kurzer Unterhandlung war Amanda in der kalten, kahlen Stube, ihrem neuen Asyl, allein. Das Geräusch der Stadt drang nicht hierher. Die Kammer lag rücklvärtS; ihr Fenster ging nach einem öden, verschneiten Garten. Hinter dem letztern zogen sich neuangelegte Straßen hin, ln denen vereinzelt und spärlich hohe, frischgetünchte Gebäude mit rotheu Seitenmauern empor-stiegen. Rechts war der Fluß. Amanda setzte sich auf den einzigen Stuhl, das Haupt kraftlos ge-senkt, die Hände auf dem Schooß verschlungen. Im Zimmer nebenan rückte zulveilen die alte Frau ihren Lehnsessel und schürte im Ofen. Sonst blieb Alles still. »So soll ich denn einsam bleiben, eine verlassene Waise!" sagte sich Amanda. „In dieser Stunde schlagen Millionen Herzen in Lieb' und Freude, mein aber gedenkt Niemand außer Einem. Und diesem ist die (lrinnernng an mich Kmnmer und Pein. Ach. »vär ich von je an des Lebens Ernst gelvöh»»t! Die Welt erschien mir frül)er so rosig und sreude-voll. Nun ist das Traumgold ausgegeben, und »vie ein Märchen däucht es mir. daß ich einst fröhUch lvar. In dieser unermeßlichen Welt von aller Welt verlassen — Nur nicht von Dir. o Gott," sagte sie dann und blickte zum gesternten Himmel ans. „Du siehst meinen Lchmerz. meine Reue. Da ich Alles verloren, gelvinne ich Dich!" Langsam ließ sie sich auf die Kniee nieder und betete. Nennt das Gebet Wunsch, Geivohnheit. Aberglanben: EineS ist es für das Weib und den Armen — Trost! 8- Vier Monate später saß Doklor Michaelis it. einer eleganten Villa der Residenz als Gast beim Dejeuner. An seiner Seile hatte die Dame. ilM gegentlber der Herr des HanseS. General von M....... Platz genom- tnen. Die reiche Ausstattung deS ZimmerS. daS silberne Tafelzeug ver« lapel auf ihr. Leider scheiut man sich in dieser Rolle zu nefallen. — Die Hoffnung auf schnellen Reichthum ist ein gar zu mächtit^tr Faktor, mit dem sich allzu gut und si^er rechnen IHt. Nicht allein kleine Zahlenlotto ist eine der Hauptstützen deS ReichrS. auch daS ciuderS nicht zu schließende Geivölbe der Slaatsschuld ist mit diesem Stein und Mörtel ausi^esührt. man lockt die Staat^glaul>ig,r mit Belloosung^-An-lthen. Nicht genug an dkM. man folgt s lbst in der Politik dieser Hoffnung auf leichten Gewinn, setzt sein Alles bald c,uf diese», bald aus jtNtS „unfehlbare" System, bald auf diese, bald aus jene Karte und lvo die eigene Weisheit nicht ausreicht, läszt man sich line fremde Karten-slilä.^erin, eine fremde als überans geschickte Traumd.uterin kommen und beginnt das alte Hazardspiel mit ungeschwächteu Kräften und neuer Lust.-- Wie soll daS enden? darf die Rcgieruin^ rul>ig zusehen? Die Bc« Vülkerung wird einer ftetS mehr um sich greifenden Demoralisirnng zugeführt. den Grundsätzen jeder gesunden Volkswirthschaft ivied Hohn gesprochen . die Produktion in einer gar nicht zu berechnenden Hiilie bc steuert, der Trägheit, der Nuzufriedenheit. dem Aberglauben und noch schlimmeren Dingen Thür und Thor geöffnet. Schon ist den Spielhöhlen in Deutschland ein Ende gemacht, aufgeklärte Regierungen haben längst mit dem unmoralischen Zahlenlotto gebrochen, das denjenigen, der eS duldet, auf eine Stufe mit den „Kosaken" stellt. Soll rs nur unS vorbehalten sein, dap daS Gute nur mit schwerer Mühe sich ^^^ahn bricht? Zur Umkehr ist «5 nie zu spät, wo jeder Anz^enblick Geivinn ist. Eine der ersten Handlungen einer sreigefinnten Regierung, einer der ersten Schritte eineS Bolksregiments war Aufhebung deS Zahlenlotto'S. Auch in Italien tvurde es beseitigt, als die Pimontesen einrückten und heute besteht'S nur noch in Rom. Wollen wir mit diesem auf glticher Stuft bleiben und unftrn Staat auf gleiche Fundamente gründen? Wir ivollen'S nicht fürchten; »veuigstcnS wäre daS der Verzicht aus E^sttnz von vornherein. Oesterreich hat sich viel zu Schulden kommeu laffen. es ist hart gestraft worden. Noch aber kann eS au» eigener Kraft sein Schicksal ändern. ES sind ihm viele Rieten in seinem Lebens« gange zu Theil geworden; hebe eS sofort das Lotto auf und es hat einen großen, sichern Treffer gemacht. Bermischte Nachrichten. (Spanien.) Die Geistlichkeit in Spanien stellt mit groslandlung angenommen. (gweikampf.) Am Mitttvoch Abends ü'/, Uhr hat in der Reiter-kaserne ein Zweikampf auf Säbel zwischen einem Hußarenoffizier und dem Eisenbahnbeamten Herrn D. stattgesunden. Veranlassuug »var ein Wortwechsel bei Gelegenheit des letzten Kafinoballes. Herr D. erhielt ztvei Wunden am rechten Arm und schwebt in Gefahr, denselben z« verlieren. ch a u bü h n e.) Am 20. Jänner wurde Göthe's ^Fanft" ge-geben. Herr Ziegler bekundete als Träger der Titelrolle, daß er in daß berühmte Wert deS Altmeisters sich vertieft, den Geist desselben ergründet, den Charakter seines Helden gut aufgefaßt. Frau Barbieri bewährte als ..Gretchen" ihre darstellende Kraft: die Innigkeit des Wortes, die natür-ltche Grazie der Bewegung, das harmonische Spiel der Mienen rifsea die Hörerschaft zu stürmifchem Beifalle hin. Die Leistung des Herrn Verg-mann vom Theater in der Äofephstadt zu Wien (Mephisto) gefiel und rechnen wir es dem Künstler zum Lobe an. daß er die Verzerrung des Charakters in'S Gemeinteuflische, die so manchen Darstellern desselben beliebt, gänzlich vermieden. Die Nebenrollen wurden mit großem Flelße gcspielt. Das Haus ivar gut besucht. (Presse.) Das Kreisgericht Cilli hat die Herren: Anton Tomschitz. Redakteur und Eduard Janschitz. Drucker des ^Lloveußki Ul»roä- von der Anklage tvegen Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung losge-sprochen. Der Staatsanwalt hatte zwei Monate schweren Kerker «nd 100 fl. Kautionsverlust beantragt. (Diebs bände.) Bei dem Grundbesitzer Anton Stechar in Tresternitz sind rasch nach einander drei Einbrüche verübt worden und wird der Gesammtlchaden auf 130 fl. angegeben. Das erste und z>i»eite Mal wurden Getreide und Kleider, das letzte Mal ein Schwein im Gelvichte von ztvei Zentnern gestohlen, »velches die Gauner im Stalle des Eigenthümers selbst geschlachtet und ausgeweidet. Der Untersuchung dürfte eS gelingen, die Thäter zu ermitteln; der Beschädigte beruft sich aus einen Rachbar. der sich geäußert, er kenne die Diebe und seien es vier getvestn. (D r n lkf e hl er.) Jtn Marburger Bericht des letzten Blattes (Verein „Fortschritt") soll es. vieinn^tvanzigste geile von oben, heißen: Ztmentirung der Fässer. Prüfuug der Milch . . . Letzte Post. Oesterreichsr «nd Ungarn find ««» berechtigt, in der Türkei unbewegliches Eigenthnm zn erwerben. In Griechenland werde« vier rnffische Kriegsschiffe erwartet. Es besteht keine gegenseitige Verpstichtnng der AKSchte znr Bewahrnng der Stentralität, falls Griechenland die K»nferenzde» schliiffe verwirft. Eingesandt. Ich bitte jenen Herrn, tvelcher in einer Zuschrift mit R. N. unterfertigt mich ermahnt, bei der Bitheilung der Schober'schen Stiftung gerechter zu sein, er möge mir seinen Stamen bekannt geben, damit ich mit ihm Rücksprache pflegen «nd nach seiner Anschauung die würdigeren Haus« armen in Vorschlag bringen kann. Bemerken muß ich. daß nicht allein ich die zu bethcileuden Aimen bestimme, sondern hiezu jährlich eine Kommiffion zusammengesetzt wird, bestehend aus dem Hochtvürdigeu Herren Dom und Stadtpfarrer, zwei Herren Bürgern und dem Arminvater. Friedrich Leyrer, Armeuvoter unterbrach ihn gutmüthig der Baron. „Warum haben Sie nicht früher schon bei uns angepocht! Uebrigens. mein gelehrter Freund, tvenn auch meine Nerven gegen das nothwendige Uebel bereits abgestumpft sind, so soll, wenn Sie koinmen, keine Taste —" ^Jch tverde Mademoiselle Günther besehlen, die Lektion zu beendeu." sagte die Baronin kalt und erhob sich. „Um Himmels willen nicht!" bat Michaelis. „Verrathcn Sie meine Barbarei uicht ».eiter! R.'nnten Sie die Lehrerin nicht Güitther? Ftäulein GütUher?" „O." fiel der General eitt. „Sie müssen sie kennen; sie ist aus 0G »s Michaelis stand rasch aus und machte einen Schritt gegen dte Ttjur hin. „Aus B . . . rief er. Der General bejahte es nnd setzte hinzt». daß dieser Umstand ihu. den musikalische» Ignoranten, bestimmt l)ai»e. das Mädchen zu seiner Tochter Lehrmeistcrin zu wähle». „Ein Heer von Kandidaten." erzählte er »ntt Humor, „stellte sich nach unserm Zeltungsiuserat, unter ihnen besagte Günther. Auf meine Frage, tvoher sie sei. erhielt ich die Amivort: ans B .... DaS ri.s mir natürlich die Erinnerung an das benachbarte Fürstcnschloß ivach. wo ich als Gast so manche herrliche Woche verlebte. Mit dem Städtchen selbst ztvar und seinen ehrsamen Bewohnern kam ich niemals in Beruh-rung, aber das Mädchen tvar nun eintnal ans der lieben Gegend, hatte ein ehrliches Gesicht — oilüll, ich lheilte ihr die Stnute zu." Doktor Michaelis, der sich tvieder gefustt und Platz genommen hatte, reichte unwillkürlich über Theegeschirr und Silberaufsätze hin dem treu herzigen Groubart die Hand. ^ Ll» biori, Herr Doktor." sagte die Baronin. „Sie jehen, daß ich tm Hause keine Stimme habe. Meine Wahl war eS nicht." „Siud Sie mit dem Mädchen unzusrieden?" sragte Michaelis bctrofsen. 3a " Mer liebste Emma!" „Ich bleibe dabei." entgegnete die Baronin. „Bevor Mademoiselle Günther Lehrerin tvald. spielte unsere Marie einige Piseen aus Martha und Stradella allerliebst, jej^t hör' ich nie mehl eine Melodie, sonderit immer uud ewig die Skala und andere bloße llebungen. Anßerdetn ist mir der Mademoiselle Charakter nicht sympathisch. Sie ist für Marie eine zu passive Natur. Ihre Melancholie, sürchte ich. steckt mein Kind an." „Aber Emma l Sie spricht ja »n den wenigen Stunden nur. »vas Bezug auf's Klavier hat." yLl» diso, warum spricht sie so »venig f Für ein Mädchen ohne Familie uud Vermögen paßt es sich nicht, die Schivermüthige zu spielen." „Wir wisslU nicht, welchen Kummer sie hat." „Eine Person ihres Standes muß ihreu Kummer zu Hause lassen können. Die zweite Hälfte der Stunde ist dem Gesang gewidmet. Wie ost habe ich Mademoiselle gebeten, meine Tochter franzöl'tsche Lieder zu Uhren, wie selten erfüllt sie meine Wünsche! Sie hat Ein Lied, daS mich zur Verzweiflung bringt. daS sie sast in jeder Stunk»e— da —e'vLt^u!" Die Barouin unterbrach sich plötzlich uud wies nach oben Das Exerzitium im ersten Stock hatte anfgehört. und eine geüblere Hand spielte. Dann sang eine Mävchenstimme: Noch nichts von tvtnterlicher Trauerl Noch eiumal »varmer Sounenjchein Und düftetrunkne Ahnungsschauer. Noch einmal laß es Frühling sein! Die schwergebeugten Wipsel tvartkU Der Hand noch, die die Früchte bricht; Die Sonnenblume kehrt im Garten Ihr Antlitz sehnend noch zum Licht Noch immer hör' ich den gewohnten Gesang der Vögel im Geheg. Und Schatten gaukcln »vie vor Monden Aus dem verlaßnen WaldeSweg. Und geh' ich NachtS im Sternenscheine An Deinem Hause still vorbei. Regt sich die Sehnsucht, und ich meine. Daß es noch immer Frühling sei! (Fortsetzung solgt.) »ä A. 50. Kundmachung (56 Die hiesige Bezirtsvertrktung hat in ihrer beutigen. 9. Plenm-Sitzung solger.de Beschlüffe gefaßt: I. Der pro 1669 »vurde geUkhmigt und zur Deckung des Abgange» von 8727 fl. 47 kr. tine «"/gige Umlag? aus die dirkktcn Steuern beichlossen. Z. Die Wabl des Herru Michael SchickeS zum Mitglicdc dcr Br« jirksvertretnng «vurde genehmigt. 3. Zum Autschupmltgliede in dcr Vruppe deS j^roiltu Glundbesi^e» »vurde Herr Michael WreKl gewählt. 4. gum Zwecke von Erbrliterungtn. Pflislernagen ober Umlegungen einzelner Theile der Bezirtsslraßtn I. Klasse wird beschlosscn. nm einl Subvention jührlichcr 2000 fl. aus dem Landtöfonde einzuschrliten 5. Die Zufahrtsstraßen zum Bahnhofe St. Lorenzen an der Kärntner-bahn werden zu Bezirksstraßen II. Al.'sse riklärt, wenn die Eisenbahn« betriebtdirektion dcr im Prototolle vom 7. Jänner l. 3. getroffcnkn Ber« tlnbarung zustimmt. S. Der Gemeinde Zmollriig wird die Bewilligung zur Vorschrcibunfl und Einhebung eines ZV^/^igen Zuschlages zu den dirckttn Steu^ru pro 186S bewilligt, sobald sie den Bestimmungen deS A. 75 d,r Gemeinde ordnung v. 3. 1864 nachgekommen sein wird. 7. Die Herstellung einer neuen steinernen Brücke über den kleinen Maria Raster Bach an der Maria Raster.Bezirksstraß< im LezitationSwege beim Ausrufspreise von 411 fl. 56 kr. wird bewilligst. 8. Zur Bepftonzung von Gemeindestrahen sind jShilich 1000 Stück Maulbeerbäume anzukaufen und unentgeltlich an jene GlMtinden, welche solche wünschen, zu ertheilen. S. Um schleunigste Herstellung von Nserschutzbauten in der diesbe-zirkigen Gemeinde Z>erberg an der Mur wird sich in einer Pelilion an das hohe k. k. Ministerinm gewendet werden. 10. Gegen die Abweisung der hohen k. t. Statthalterei wird sich im Mekurswege an daS Hobe t. k. Ministerium um S^'ewilligung eintS Bei-träges aus dem Wasserbausonde zur Ermöglichung deS Draudurchstich«S in Untertäubling gewendet. II. An den hohen Reichstag wird eine Petition um Votirung einee Gesetzes über die Einführung von AriedenSgerichtm gerichtet. (AZ 24 und 33 G.»v. V. 3. 1864). 12. Zur Verwirklichung der der Produktion zugestandenen Begünsti guagen bei Sicherstellungen von Militär Verpstegs Artikeln ist sich il Petitionen an den bohen ReichSralh und an die lzohcn k. k. Ministerien der LandeSvertheidlgung und für Ackerbau zu wenden und bchnfs deie» Verfassung der Bezirksausschuß um fünf Mitglieder zu vernarken. In diesen Verstäekte« Bezirksausschuß werden gewählt die Herren: Friedrich BrandstStter. Ferdinand Baron Rast. Eduard Girstmayer. Franz H.,lbälth und Alois Edler von Kriehuber. lktztcrer statt des die Wahl ablehnenden Herrn Stesan Mohor. 13. Die vom BezirksauSschuße mit Neujahr 1869 getroffenen Ver sügnngen über die Vegmacherdienste. und zwar: die Kündigung und Ent laffung von 5 Wegmachern. die Kreirnng zweier neuer Wegmacherstellev und die Erhöhung sämmtlicher Wegm»ichetlöhnungen von jährlichen 888 st. 67 kr. auf 1404 fl. werden genehmigt. 14. Die an die Bezirksvertrltnng gestellte Anfrage, an welchen Orten des Bezirkes neue k. k. Postänuer zu errichten wären, wird dem Bezirksausschüsse zur Stellung dieSsälliger Anträge nach gepflog'nen Erhebnagen überlassen. Bezirksausschuß Marburg am 19. Jänner 1869. Ko n r ad S ei d l. Obmann. Gill stparirtes Zimmer, gaffenseitig. ist zu vergeben im Kanduth schen Hause. — Anzufragen im 2. Stocke, bei Frau Pol._(67 Nttller Ausl»trl^a«s! Keilte Marl^tschrtitrei! Wegen vorgerückter Saison und überhäuftem Lager aller Gattungen Mäntel, Jacken, Flanell-Hemden, Shawls, Crinolines, UeberrSSe ic. werden alle diese Artikeln Av°/« billiger als friiher verVauft.^WW Ich erlaube mir auf diese Gelegenheit meine geehrten Knnden und das ?. I. Publikum aufmerksam zu machen, sich mit dem Einkaufe zu beeilrn, da das große schöne Lager, wie es noch nicht hier war. nach einem Monate anderweitig verwendet wird, und lade zu einem zahlreichen Besuche ergebenst ein. Achtungsvoll 53) Marburg. Burgplatz Rn 7. Jacke«, Miiatel, Crinoliues! 80'/« billiger als früher! äer >Viener (Zentner mit 3 tl. 50 kr. igt su ksken (781 bvl 24 Ueberstämmige Bäume — Bauholz — rirc« S00 Stück auf Wurzcl in Roswei» werdt» particmvtis« «»rauft, zu wilchkM Behuf« die Ei„tnlhümerin Frau Maiia MaWi am M»>tag den 25. Itnxer 1869 »nf ihrer Realität in Rosivein anwesend ftin »'ird. — Nähere Auttunft Iiiernber wird erlheiit in der Kanzlei de« t. t. Notar» Herrn Lndwig R. v. Bitterl in Marburg. Z. IZZog. (21 Exekutive Realitäten-Versteigerung. Vom k. t. Bezirks.Gerichte Marburg wird bekannt gemacht: ES sei über Ansttchen der Sparkasse Marburg die erekntive Versteigerung der dem Herrn Joses Wretzl in Ober'Pvbersch gehörigen, gerichtlich auf 730b fl. geschätzten Realitäten Urb.-Nr. 64l. nnd 048 a sä Burg Mar-bürg bewilliget uud hiezn drei Feilbletnngötagsatzungeu, u. z. die erste auf den 6. Februar» die zweite auf den 6. März, die dritte auf den 5. April 1869 jedesmal Vormittags von ll blS 12 Uhr, die beiden ersten bei Gericht, die dritte am Orte der Realität in Pobersch mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealität bei der ersten und zweiten Feilbietung n«r um oder über den SchätznngSwerth, bei der dritten aber auch unter demselbeu hintangegeben wird. Die LizitationSbedingniffe, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein Vadium von 730 fl. ö.W. zn Händen der Lizi-tationS'Kommission zu erlegen hat. so wie daS SchätznngSprotokoll nnd der GrundbuchSeNrakt können in der dieSgerichtlichen Registratur etnge sehen werden. Marbnrg am Z. Dezember 1668._ Nr. 192. Kundmachuilg. (S4 Das gefertigte Stadtamt macht bekannt, daß die Rechnung^-Abschli'iffe des Gemeindehaushaltes und der Gemeindeanstalten für daS Jahr 18K8 iin Burgermeister-Bureau zur Einficht der Gemeinde-Mitglieder voin 2l. Jänner bis 3. Februar 18KS öffentlich aufliegen werden. Stadtgemeindeaiut Marburg aiu 16. Jänner 13K8. Der Bürgermeister: BancaIari. Zahl SSb. Mühlverpachtung. (5ü Am 29. ISnner d. I. Vormittag» von 10 bis 12 Uhr wird loco Pickern die lizitatiott»weise Verpachtung der dem minderjäh. Anton Rath gehörigen Mahlmühle in Pickerii abgehalten werden. Die Verpachtung dieser Realität uud «ach Wunsch der Pachtlustigen liuch des dabei g legeuen Obstgarten» und Wic»flecke» erfolgt auf 6 nacheinander folgende Jahre d. i. vom 1. Kebruar 1V69 an. Al» Au»ruf»prei» fNe die Miihle sammt Mahlzeug nnd Grnndflecken wird der jährliche Pachtziu» von 250 fi. uud für die Miihle sammt Mtthlzeng jedoch ohne Trund» fleckeu der jülirliche Pachtziu» vou 200 fl. augenommeu und hat der Trsteher nebst einer für die Dauer de» Pachtverhältnisse» zu erlegenden Kaution im vetrage vou 10V fl. sogleich nach dem Zuschlage die erfle '/«l^hkige Rate de» Melflbote» bil.,r zu bezahlen. Hiezu werden Pachtlustige mit dem Bemerken höflichst eiugeladen, daß die übrigen Lizitatiou»bediugnisse Hiergericht» eingesehen werden können. K. k. Bezirksgericht Marburg am 10. Jänner 1369. Der Ü9. Jahrgang unsere» Verzeichnisse» über die bewährtesten Slkeru und au», gezeichnetsten neuen Vtnüsr-, M-, Wald- ««d AlMti-Santreit«, Zitr-MWrü«chtr, Nost», Veorgiat« etc. liegt bei Herru .1. Gärtner in der Magdalenav orstadt Str. 3 zur gefalligen unentgeltlichen Abnahme bereit und befördert oer Genannte gütige Auftrage an un», deren promteste Au»fahrung unsere bejoudere Sorge sein wird. 10 Erfurt, im Jänner 18SS. D. ^ SolKiZ. Hoflieferanten Sr. Maj. de» Köuig» von Preuße». Oeffentliche fteiwilligeVersteigerung der aus dein Slntou Wntt'schen Verlasse vom Herrn Anton Echwar-schuigg erstandenen, zn Marburg in derLendgasse gelegenen beiden Häuser Urb. Nr. aanS Urb. Nr. 224 sammt Gemeinde-grnnd-AntheÜ um 5000 fl. und daS eheinalS Löschnig'sche HauS Vom. V, p»x. Ziil mit dein Bauplatze Vou». VI, p»A. 51 und Gemeindegrnnd. Antheil auch um 5000 fl. ausgerufen wirl). Diese Häuser flnd auf einem anSgezeichneten Posten gelegen und ivnrde anch biS a clato anf dem einen Hanse die Fleischhaneret nnd ans dem anderen ein Weinschank mit vorzüglichstetn Erfolg, betrieben. Die ZahlnngSbedingungen find nnendlich günstig nnd können beiin . k. Bezirksgerichte Marburg eingesehen werden. Der Verkäufer behält fich die Ratifikation des VerkanfeS während einer Gtnnde nach der Lizitation vor. Den anf das Gnt versicherten Glänbigern bleibt ihr Pfandrecht ohne Rückficht auf den VerkanfSpr-iS vorbehalten. AnSkilnfte ertheilen Herr Dr. Anton Schorman, Advokat, und Herr Dr. Heinrich Lorber in Mureck. K. k. Bezirksgericht Marburg am 29. Dezember l8Ki<._^ Eine Wohnung im I. Stockt, au« 2 Zimmern^ Speis', Küche, Holzlrge und Bodenan-theil bcsichcn», dann ein Gewölbe, sind vom 1. März an zu »ergebe» im Saiise Nr. 210. Kä>ntner»asse.__(SS 822) W^asel»l»ßxl^r»plrv« täelieli iri8en vmpüelilt vi3»tt»vi8 Hotel mokr. ^sävii Lonn- uriä I'eisrtaA Verantwortlicher Redakteur : Kranz Wie»thatier. S. R. St. «. Druck uud Verlag von Eduard Jauschi^ iu Marburg.