Areitag, dei» S. Jänner 187S. XI. Jahrgang. MMM ZkilM Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl.. halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr: für Sustelluag int. Hau» monatlich 10 tr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 fl., vierteliährig 2 fl. JnsertionSgebühr L kr. pr. Seile. Krieg den mittelöaren Steuern! Marburg. 4. Jänner. Nicht allein die Boltspartei in sämmtlichen Berfassungsstaatkn ist ein Gegner der mittelbaren (indirekten) Steuerii — der Abgaben für Wein, Fleisch, Salz . . . auch die preußische Regierung geht unter ihren monarchischen Schwestern mit gute« Beispiele voran — zaghaft, versuchend zwar, aber sie geht doch und eS geräth auch diese Welt endlich in Betvegnng. Die Zustimmung des Landtages ist sicher. Wird Oesterreichs Regierung und ReichSrath tvohl freundnachbarlich zur Rachfolge sich ent-schliißen? Die mittelbaren Steuern sind verwerflich, weil sie jene Mittel belasten und vertheuern. die zur Befriedigung unserer Lebensbedülsnisse noth» wendig, ja unentbehrlich sind. Diese Steuern find außerdem noch eine ungliiche Bürde, zumeist aus die Schultern der ärmeren und ärmsten Bolkstlafsen gewälzt und deßwegen doppelt ungerecht. Die mittelbaren Steuer» täujchm die Betroffenen durch die Art der Einhebung. WoS diese St'Uern zu Lieblingen der Regierung macht, ist besonders die Bertheilung derselben aus jeden Tag des Jahres, auf jede Stunde des TageS. Der Pslichtige merkt im Augenblick der Leistung diese nicht; am Ende des Jahres aber zeigt sich kür die Staatskasse doch ein Betrag. lt»elcher die unmittelbaren Steuern weit überragt. Diese Täuschuna der Steuerpflichtigen ist nur möglich bei dem Mangel an wirthschastlicher Austiärung. Sin schlechter Haushälter wahrlich ist der Staalsbürger. welcher am Schluß des Jahres die hundert und tausend kleinen Auslagen während desselben nicht als Gesammtzahlung be-rechnet. Thut er letzteres mit den mittelbaren Steuern, dann wird und muß die Größe derselben ihn schrecken. Nur die unmittelbaren Steuern find dieses Namens würdig als Beiträge jedes Staatsge-nofsen zur Deckung der StaatSerforderniffe — Beiträge, welche der Pflichtige mit dem vollen Bewußtsein ihres Zweckes und ihrer Dringlicht'eit leistet. Zahlen wir einmal im Staate nur un-mittelbare Steuern, dann kennen wir jederzeit die Höhe derselben auch im Besonderen; drücken sie. dann fühlen wir auch die ganze Schwere —dann aber fragen wir auch immer und überall: warum und lvofür; dann verlangen wir Erleichterung, gerechte Bertheilung. zweckiMßige Berlvendung. Sprechen wir bei jeder Gelegenheit von un» serem Rechte, mahnen wir fort und fort Regierung und Vertretung an die geläutertsten Wahrheiten der Volks- und Staatswirthschaft; weisen wir unermüdlich hin auf die Erfahrungen anderer Staaten und es wird auch in Oesterreich das Steuersystem aus den ewig festen Grundlagen der Wirthschafllichkeit und Gerechtigkeit aufgebaut werden. In Frankreich dauert die Aufregung ort. welche Bismarcks Depesche hervorgerufen, rotzdem Thiers und die amtlichen Blätter sich — wenigstens äußerlich — bemühen, das Volk zu beschwichtigen. Der Minister des Juneren wird ein vertrauliches Rundschreiben an seine Beamten in den von Deutschlands Truppen noch besetzten Departements ergehen lassen mit der Aufforderung, in Zukunft Alles zn verhüten, was die Empfindlichkeit dieser Truppen zu reizen vermag. Nordamerika wird sich mit der Arbeiterfrage ernstlich befassen. Vom Ausschuß für Untetricht und Arbeitersachen ist zu diesem Zwecke im Abgeordnetenhause der Bundesvertretung der Antrag gestellt lvorden: einen Dreierausschuß ein-zusetzen, welcher alle Fragen bezüglich der Äbne. der Arbeitsstunden, der verhältnißmäßigen Bertheilung deS Gewinn» zwischen Kapitalisten und Arbeitern studiren und die Wirkungen erörtern soll, tvelche die Gesetze über Handel, Steuern und Münztvesen auf die arbeitende Klasse ausüben. Bermlfchte Stachrichten. (Neuerungen in Japan.) Seit der letzten Staatsumwälzung geht man in Japan fortschrittlich voran. Eisenbahnen und Pferdebahnen werden errichtet; zum Thierjchutz hat sich eine Gesellschast gebildet, und die Regierung hat einen Schritt nach dem Freihandel hin gethau. Mehr noch: der Budhhismus soll als Staatsreligion abgeschafft sein. Buddha trat bekanntlich etwa 600 Jahre vor der Geburt Jesu auf; er war eines Königs Sohn. Gegenüber dem Brah-manenthum erschien der indische Weise als Ber-kündiger eines neuen Gesetzes, nachdem er sich vorher eine zeitlang in die Einsamkeit zurückgezogen. Buddha's Lehre war eine milde, Frieden Im Geschichte des Tages. Der Adreßausschuß deS Abgeordnetenhauses ist bereits in voller Thätigkeit und hat sich auch mit den Verheißungen der Thronrede besaßt, an welche in der Adresse erinnert lverdkn soll. Die Regierung erklärt, daß sie noch während der jetzigen Versammlung des Abgeordnetenhauses eine Borlage, betreffend die Ul». Mittelbaren RcichsrathS Wahlen einbringen werde. Im Zusammenhang damit steht der galizische Ausgleich und dürfte sonach wohl auch diese Frage bald erledigt werden. Am Süden Nopmens. Die „Deutsche Z.itung" bringt eine treffliche Schilderung des südlichen Böhmen (von ZuiiuS Lippert) und geben wir hier jenen Theil wieder, der sich aus die gesellschastlichen und adelig-kleri-talen Berhältnisse bezieht. Man kann es sich nicht vethehlen. schreibt der Verfasser, daß der ganze Süden Böhmens in einer tiefen sozialen Misere steckt, einer „hlstori. scheu" Misere, gegen die es leider kein ausgiebi-ges Mittel zu geben scheint. Wir müßten blind sein, wenn wir im Hinblicke auf den Norden nicht zugestehen wollten, wir sind arm — arm an Dörfern und Städten, und unsere Orte sind arm an Bewohnern, arm an industriellen Unternehmungen. Die rauchenden Schlote, die kreisenden Spindeln, die schwirrenden Stühle, welche die deutschen Dörser und Städte des Nordens charakterisjren, sucht man bei uns vergeblich. Hartmuth's berühmte Bleistifte, einige Glasfabriken, einige Graphitgeschäfte und eine Maschinen-Fabrik, die sich in daS ehrwürdige 5^loster zu Koldenkron eingenistet hat, ivie dei^ Spap ins zerifsene Schwalbennest, repräsrntiren unsere bürgerliche Industrie. Unsere wasserreichen Bäche mit hundert Klaftern Gefälle auf die Meile treiben seit dem dreizehnten Jahrhundert dieselben Räder derselbeo kunstlosen Mühlen. Es fehlt nicht an allen Bedingungen, aber es fehlt dennoch nahezu an aller Industrie. Sie fehlt uns, weil uns vor Allem, eines selbstbe-mttßtlnBauernstandes nicht zu gedenken, derechte, sreie Bürgerstand, der Träger jedes Fortschrittes sehlt. Ja noch fehlt sogar das Bewußtsein dieses Mangels; die Leute halten sich im Ganzen für ziemlich gut gebettet und schätzen die Gegend glücklich, in der noch ein hoher Adel seine schützende Hand über dem armen Bürger» und Bau» erntiolke hält, so lange noch dessen Bedürfnisse Tauseude von Leuten beschäftigen und nähren. Wir stecken eben noch sehr tief im Mittelalter und haben keine Aussicht, so halb herauszukommen. Bei uns stürzen nicht so viele Burgen in Ruinen, als eine ideenreiche Fürstin wieder aus den Ruinen hebt. Dieses Frauenberg, das den Budweiser Kessel b,herrscht, so neu eS ist — steht eS noch da in ft'nem Windsorstyle mit Thurm und Kapelle, mil Balkonen, Erkern und blinden Wasserspeiern ivie das leibhaftige erneute Mittelalter; Kunstkenner wissen Das und Jenes zu bemängeln, aber Eines bleibt Frauenberg unbestritten, das eS zu den schönsten Schlössern der Erde macht — die Aus-ficht von seinen Zinnen. So weit das Auge reicht bis an die blaueu Rücken des Böhmertvaldes. bis hinein an den dusligen Horizont des Flachlandes, die schwarzen Wälder und die blauen Teiche — ja wohl, das Alles und mehr noch bieten andere Schlösser der Etde: aber das bieten tvenige, daß der Mann dort eben sagen kann: das Alles ist mein ! Fürst Schwarzenberg braucht den versuchenden Teufel nicht, um sein nennen zu können, was der Blick erreicht. Der Süden Böhmens ist ja doch fast nur eine durch einzelne Enelaven durchbrochene Herrschast der Schwarzenberge; von den 2V Ouadratmeilcn, die diesem Hause gehören, liegt der größte Theil in dieser Gegend. Die Städte, Städtchen und Dörfer, die dazwischen liegen, nehmen sich von den Warten Von Frauenberg oder Krumau kaum anders aus, als jenes Miniaturdörfchen mit seinen Zwerghähnchen und Pfauentäubchen, daS sich eine andere Fürstin in ihrem Schloßparke zu Gratzen angelegt — ein fürstliches Spielzeug. Und ein fürstliches Spielzeug silid sie gar oft, Städtchen und Dörfchen, die Miniaturbürger und Minialurbauern auf und zwischen diesen Domänen deS südlichen Böhmen. Füttert und streichelt indeß die naturfreuud-liche Fürstin ihre allerliebsten Berliuerhähuchen Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl.. halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr: für Sustelluag int. Hau» monatlich 10 tr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 fl., vierteliährig 2 fl. JnsertionSgebühr L kr. pr. Seile. aihmtnde, wurde aber später sehr verändert. Seiae ersten Anhänger hatte er unter ven Armen und Tedrückten: doch fielen ihm auch einige Haupt-leute zu. Größeren Erfolg hatte die Lehre erst, nachdem sich König Asoka auf einer Airchenversammlung für dieselbe ausgesprochen. Klöster, in welchen ehelose Mönche mit geschorenen Häuptern wohnten, waren bereits zu Buddha's Zeiten längs des Ganges errichtet. Später erfolgte die zahl-reiche Erbauung von sogenannten „Topen" und „Chaityas". in Anordnung und Bau auffallend den christlichen Airchen ähnlich. Buddha trat, wie gesagt, 600 Jal»re vor Christu« auf. Wenn die Japanesen den Buddhismus je^t als Staats-religio» abschössen, so ist Vielleicht zu hoffen, daß die StaatSkirchen in gewissen Ländern innerhalb des nächsten Halb Jahrtausend» ebenfalls abgeschafft werdin. Rur immer vorsichtig! (Europa.) Unser Welttheil umfaßt achtzehn selbständige Staaten mit einer Btvölterung von 300.900.000 Seelen; hiervon entfallen auf: Rußland 71 Millionen. Deutschland 40. Oester-reich-Ungarn 36, geankreich 3S. Sroßbritanien und Irland 32, Italien 26'/. Mill. «ach den Rationalitüten zählt Europa 82 Millionen Sla-ven (Rußland öl Millionen Russen und Ruthe, nen und 4.700.000 Polen, Oesterreich-llngarn 16 Mill., darunter 2.350.000 Polen. 6.700.000 Tschechen und 4 200.000 Südslaven, Gegenüber den 82 Millionen Slaven stehen 97,b Mill. Romanen und 93 S Mill. Einwohner germanischer Race. von denen 65 Millionen Deutsche und. Bon letzteren kommen auf Deutschland 36'/, Mill., aus die österreichisch ungarische Monarchie 9 Mill., auf Belgien 2,611.000 (Mamlünder), auf die Schweu fast 2 Mill., auf Rußland 1 Mill. (Gegen den langen Ared i t.) Der würtembergische Handelsverein hat stch einstimmig gegen den langen Kredit ausgesprochen. Die Bortheile raschen Umsatzes sind bekannt ; es ist deshalb belser, wenn Kreditbedürftige sich an Vor. fchußvereine oder Banken wenden und ihren Bedarf baar bezahlen, statt.den Verkäufer Monate lang warten zu lassen. Die Scheu, auf sich tras-flren zu lassen, ist hier vielfach hinderlich, obwohl das Ausstellen von Wechseln eines der besten Re-aulirungsmittel ist. Man empfahl, höchstens drei Monate Ziel zu gewähren oder 30 Tage mit 2 pHt. Skonto. (Achtung republikanischer Be-Hörden vor der öffentlichen Mei-nu n g.) Welche Achtung republikanische Behörden vor der öffentlichen Meinung haben, zeigt ein Bericht an den Regierungsrath des Kantons höchst eigenhändig, so hat der Fürst hiezu tausend Mittelspersonen die seiner Winke harren. Da ist es zunächst ein Beamtenstatus, wie ihn kaum eintS der sächsischen Fmstenthümer größer halten kann, lvie kaum noch irgendwo durch die Bank mi' dem patriarchalischen „Du" in seiner Stellung gezeichnet, der allenthalben in die mannigfaltigsten Beziehungen zu Bürger und Bauer tritt — eben so viele Fürsten im Kleinen über das ganze Lind Vertheilt, die Gunst und Ungunst verleihen können an Groß und Klein. Hat auch die Unterthäaigkeit aufgehört, die Abhängigkeit besteht noch in tausenderlei Gestal' ten. Selbst die wenigen selbständigen Unterneh' mungen stehen in näherer Beziehung zum „Fürsten". als man meinen sollte. Wem gehört wohl das Kloster, in dem Steffens' Hämmer die heim-geganaenen Mönche auS dem Schlafe poltern — ist es nicht .fürstlich?" fällt einem unbedingt zu fragen ein. Und so oft man ähnlich sragt, wird die Frage kaum verneint werden können. Ja, der Adel hat längst die Scheu verloren, sich durch . Betrieb „bürgerlicher Nahrung" den blanken Schild zu entweihen. Wo es auS dem Schlotte raucht, da kocht Fürst Schtburzenberg seinen Zucker oder sein Bier. Wrttingauer. Frauenberger. Pe-terhofer. Krumauer und wie sie alle heißen, die der südböhmische Kellner dem Gaste nennt, sind „fürstliche" Biere. Und der Fürst braut sie nicht bloS, selbst Verschleiß und Ausschank Halter in eigener Regie. Bern, welchen die dortige Polizeidirektion über bie im vorigen Sommer irrthümlicherwcise vorgenommene Verhaftung der Wiener: Wertheim und Vertheimstein so eben im Druck veröffentlicht. Die Schweizer Behörden hatten lediglich auf Verlangen der baierischen nachgeforscht und da die mitgethetlte Personenbeschreibung aus die beiden Reisenden paßte, so ersolgte die Verhaftung. Die Schweizer Polizei hatte sich somit nichts zu Schulden kommen lassen; die Verhasteten wurden von Landjägern in Zivil geleitet und sofort uach Er-mittlung de» Jrrthums wieder freigelassen. Trotzdem fand sich die Polizei-Direktion veranlaßt, weil man lhr Borwürfe gemacht, in einem besonderen gedruckten Bericht sich zu vertheidigen.— Wo ist je ähnliches bei uns geschehen? Wie Viele sind schon Monate lang unschuldig im Gesang-niß gesessen, ohne daß es die Polizei für nöthig hielt, sich nur zu entschuldigen? ^ötvös und dieLehrfreiheit.) Die Wirksamkeit des leider zu früh gestorbenen ungarischen UnterrichtSminifters Eötvös soll nächstens in einem Werke Molnar's besprochen wer-den. Darin wird folgende bisher unbekannt ge« bliebene Thatsache erzählt: „EötvöS wollte einmal rein aus wissenschaftlichem Interesse einige Pro-sessoren d^r Hochschule pensioniren und anstatt derselben neue Kräfte anstellen. Er hatte die hiezu nöthigen Unterbreitungen an den König bereits unterzeichnet und ging dann von Ofen nach Pest, um sich in das Abgeordnetenhaus zu bege-den. Auf dem Wege ging er seiner Gewohnheit gemäß in Raths Buchbandlung, um sich die neuestens angekommtnen Bücher anzusehen, unter welchen ihm Renan's eben damals erschienenes Buch über den Apostel Paulus in die Hand kam. Kaum hatte er es gesehen, als er, ohne ein Wort zu sagen, auf die Gasse eilte, sich in einen Fiaker warf und nach pfen fuhr. In seinem Amte fragte er unruhig, ob die apf die Pensionirungen bezüglichen Unterbreitungen schon fortgesandt wor-den und als er sie noch vorfand, vernichtete er sie sogleich, denn er halte sich'S anders überlegt. Beim Anblick von Renan'S Werk war ihm nämlich eingefallen k „Dieser Mensch ist wegen eines Werkes, i>aS auf die StantSgesetze gar keinen Be« zug hat, von seinem Lehrstuhl entfernt worden. Ich habe heute zu einem ähnlichen Vorgehen ein Präzedens geliefert. Ich will rein aus wissenschaftlichem Interesse ein Paar Professoren pen-sioniren lassen; aber kann es nicht einmal einen Minister geben, der unter dem Vorwand des wissenschastlichen Interesses aus politischen oder sonstigen Rücksichten dasselbe thut uud dadurch Wo in Städten wie in Budweis nur ein Wirths-Haus oder eine Schenke unter den Hammer kommt, zieht der Fürst das bürgerliche Objekt an stch. um seinen Erzeugnissen die Verbreitung zu sichern. Wo bleibt aber die Konkurreiu der Einzel-nen gegenüber so unerschöpflichen Mitteln? Es dürfte lticht zu begreifen sein, wie weit sich einerseits der Einfluß eines Einzelnen verziveigt und lvie schwer andererseits bei solchen Verhältnissen ein selbständiges Bürgerthum zur Bedeutung zu gelangen im Stande ist. Denke man sich diese ganze Maschinerie, sei es auf Besehl Von oben, oder auch nur auf Antrieb der Maßgebendsten in Bewegung gesetzt, so kann man über den Erfolg kaum mehr im Zweifel sein. Daß aber diese Maschinerie im Sinne des Föderalismus arbeitet, ist bekannt. Die größte Enklave in diesem fürstlichen Gebiete bildet die Herrschaft der Rachkommen jenes Wallonen, der dem „riationalen" Adel Böhmens e»vr>o 1620 daS Licht ausblies. Dafür bilden nun durch eine seltsame SchicksalSivendung eben diese Rachkommen in Gemeinschaft mit Schwaben, Franken und anderen Landsleuten wieder den ^nationalen" Adel. Auch die Güter des Grafen Bouquoi stam-men. wie der größte Theil der Schwarzenberg'-schen. aus der Rosenberg jchen Hinterlassenschaft. Die Krone derselben ist Gratzen mit seiner wunderbar schönen Umgebung, seiner Romantik und die Lehrfreiheit unterdrückt? Ich will dntu kein Präzedens schaffe« l Lieber sollen elnige schwache oder schwach gewordene Lehrkräfte bestehen uad lieber soll das Land sich mit einem Geldopfer helfen uad die Lehrkräfte vermehre», nur soll uitht Absetzung oder Pensionirung durch die Regierung als Damoklesschwert über dem Haupte der Professoren schweben und so die Lehrfreiheit unterdrückt werden können." (Schulwesen.) Der mährisch« Landtag hat bekanntlich 240.000 fl. znr Aufbesserung der Lehrergehalte angewlesen. Darüber ist uua die klerikale Presse höchst erbittert. Der frAhere un-gesetzliche Landtag hatte nämlich 12S.S82 welche für die Schulen bestimmt wareu. zu«Bau vou Kasernen (lj und Errichtung einer Hypothekenbank angewiesen. Der neue Landtag beeilte sich deshalb, dieß wieder gut zu machen. Das Organ der klerikalen Partei sagt nun darüber: „Alle vom aufgelösten mährischen Sandte^ zur Hebung (! 7) des materiellen Wohles im Lande und unter dem Volke angelegten Pläne find vou der Dezembertotterie vernichtet und das Geld auf zweck- und nutzlose (l 7) Dinge verweudet.-Das „Brünner Handels« uud Gewerbeblatt" bringt darauf eine sehr warme Entgegnung, worin den Herren, welche zu alleruächst verpflichtet wären. fi>r die Erziehung des Volkes zu sorgen und nicht für den Bau von Kasernen, gesagt wird, was andere Völker thnn. — Rewyort z. B. hat i. I. 1870: 2,733.591 Dollar für seine Schulen ausgegeben. Dem Stadtamte sind für 1870 und 187 l überhaupt 7,050.000 Dollar zur Verfügung gestellt worden und außerdem hat Rewyort zur linterstützung der Schulen auf dem Lande 3.139.000 Dollar ausgegeben. — Was sind dagegen die Schulheiträ^e unserer ersten händtt! Marburger Berichte. (Aushilfskafse.) Ende Rovembe^ betrog der Kassarest 1588 fl. 1 kr. 3m Dezember wurden 5912 fl. 18 kr. eingenommen, darunter 29 Rückzahlungen (5566 fl.); die Ausgaben be-liefen sich auf 6854 fl. 84 kr., darunter 3907 fl. 52 kr. Darleihen an 19 Mitglieder. Drei Wechsel (340 fl.) wurden verlängert. In der Kasse blieben 645 fl. 35 kr. Ein Mitglied ist aus-getreten. (Sparkasse.) 2m Dezember haben 552 Parteien l 37 226 fl. 89 tr. eingelegt und 479 modernen Wohnlichkeit, die nicht, wie in Aranen-berg, in einem Kunstbau vereiut, soudern in zwei Schlössern getrennt nebeneinander liegen. Dem gewöhnlichen Sterblichen würde sich hier zwischen diesen waldia^en Bergen, in den zau-der vollen Thälern ein vollaus genügender Raum lohnender Thätigkeit. iu diesern Schlössern, diesen Lustgärten, dem einzigen Theresienthale, eine be-friebigende Summe der vollsten Genüsse bieten — dem genannten Grafen scheint dies Alles kein Genüge zu thun. Roch über den Einftnß hinaus, den ihm der bloße Brsitz einer so großen Land» strecke und die tausenderlei Berührungen mit der minder glücklichen Bevölkerung bieten, sncht er seine Macht durch ein Mittel zu erhöhen, dem man eine gewisse Romantik nicht absprethen kann. Sei es nun, daß der Drang des „Katholischmachen" seit jenem berühmten Ahnherr« den Bon-quois im Blute steckt, oder daß es ihm geht wie überhaupt vielen reichen Leuten, die, wenn sie reich geworden, nun auch noch berühmt werden möchten — kurz, er h.,t ein eigenes Mittel ersuntzea. sich Ruhm und Einfluß zu verschaffen. Englische Aristrokraten pflegen in solch' beneideoswerther Lage auf die Pflege der Wissenschaften zu verfallen. Anderr suchen ihre Rameu in das Buch der Staatsmänner einzutragen — Graf Bouquoi mag wislen, warum er keines Von Beiden wählt, wollen eS ja Andere auch wissen l Wissenschaft und Staat müssen sich zu trösten suchen; die .streitende Kirche" aber kann mit Stolz zum Parteien 9S.41S V- öö kr. heraußgenommtv. Gegen Hypothek wurden acht Darleihen mit I3.4Sa fl. und gegen Werthesiekten zwei Bor-schüfft mit 1070 si. ausgezahlt. ewerbe^ Im verfloffenen Monat haben b«im Stadtamt Gewerbe angemeldet : Joseph Meklenschet, Hutmacher, Gt. Magdalena — Mar-tin Gubei'schek, Schuhmacher. Kärntner-Vorstadt — Joseph Pctlar, Mufitiuftrumenteumacher. Kärntner« Vorstadt — Joseph Löschnig. gleischhauer, Grazer-Norftadt —Heinrich Niggl. Photograph. Trozer-Borstadt — Kranz Adam, Fleischhauer, Stadl, Hauptplatz. (Vom T «le g r ap h e n a m t.) Am 1. d. M. wurde die Ltlegraphengebühr im Verkehre mit Deutschland (Rorddeutschland, Hohenzovlern. Elsaß» Lothringen. Baden, Baiern und Würtem-berg) für die bitherige erste Zone von 40 auf SV Kreuzer uud für di? bisherige zweite Zone von 80 kr. auf 1 fi. erhöht. Die Gebühr für ein einfaches Telegramm nach den Riederlanden ward gleichzeitig auf l fi. 20 kr., jene nach Lu-jemburg über Deutschland aus 1 sl. 40 kr. fest« S-setzt. (Roß die de.) Beim Gruadbtsitzer Jan-schiß »Raazeuberg hatten am 2. Jänner S Uhr Nachts zwei ^iebe eingebrochen und einen Heng!! g^hleu. Der Beschädigte und seine L,ute seßten den Gaunern rasch nach und erreichten dieselben vor St. Egydi. Der Sine nahm sofori Reißaus; sein Genoffe aber wehrte sich und erzriff die glucht, nachdem er von seinen Verfolgern ange-schoffen worden — das Pferd ließ er zurück. iNeue Eisenbahn.) Eia,m Briefe aus St. Leouhardt entnehmen wir. daß man dort ans die Herstellung einer Eisenbahn-Berbin dung zwischen Radkersburg uud Marburg hofft; die Strecke sei bereits vom Ingenieur der Gesellschaft „Körmendy SrdSvy" begangen worden. (Vom Männergesangverein.)Heute Abends 8 Uhr wird im Saale „zur Sladt Wien" eiue Herrenliedertafel abgehalten. Mit dkr Anordnung derselben hat der Verein das thätige Mitglied Herrn Hetzmaneder betraut und da die tüchtigsten Kräfte Marburg's in freundlichster Weise ihre Mitwirkung zugesagt, so ist ein ver gnügter Abend zu erwarten. Die „Jux-Lotterie" soll reichhaltig ausgestattet sein. Möge der Besuch deu Wünschen des Pereines entsprechen, zweiten Male den eilanchten Namen in ihren Schematismus schreiben. ' Ware unser Klerus eben nur konservativ, wie er vorgibt, so könnte er mit nnserer süddöh mischen Bevölkerung wohl zufrieden sein. Er ist es aber nicht, er ist vielmehr reaktionär; »hm gilt es nichts zu erhalten, was etwa noch besteht, sondern wieder zu erringen, was längst auch hie» verloren ist. Das Spiel erscheint gewagt, wenn man bedenkt, wie leicht hiebei auch noch das Vorhandene untergehen kann. Das ahnt der Klerus wohl auch und deshalb sucht er einflußreiche Bun-desgenossen. die er um so leichter findet, je mehr wechselseitige Intereffen einander berühren. Was der Geistliche predigt, schreit und fluch», läßt unser» Michel ziemlich kalt. Er denkt; „Der muß es thuu, ist Ulchts als seine Schuldigkeit l" Anders ist es, wenn ein Mann, wie der Graf Bou-quoi. der's „ja nicht nöthig hätte", sich der Sache annimmt. Ist das nicht immer noch dasselbe Argument. mit dem man im 17. Äahrdunderte auf die halsstarrigen Protestanten wirkte, lvenn man ihnen zurief: Der Gott, durch den Ee. Majestät selig zu werden geruht, wird doch auch ivohl für Tuch dumm- Bauern recht sein l und die Verneinung zur Müjestüts-Beleidigung stempelte? Wohl wandern noch alljährlich bei uns ganze Züge von Wahlfahrerl, ab und zu — aber es ?lom Nüchertifch „Der Lauber des ckleißes." (Wien und Pest. A. Hartleben.) Ein lockender, vielversprechender Titel, aber dahinter ein Buch, welches noch mehr halt. Ein echtes Frauenbuch, ein bedeutsamer Beitrag zur brennenden Frauenfrage unserer Tage, um so bedeutsamer. da eine ebenso freisinnige wie prak-tiche Frauenfeder hier einen ernsten Kampf beginnt gegen den geliebtesten Götzen de« „schönen Geschlechtes" — den Götzen: „Modethorheit." welcher schon so viel Elend und Sünde in die Welt gebracht, dem schon so viel Familienglück geopfert worden. Und unsere heutige Mode wird uur zu oft ur Modethorheit. zur Sklaverei für Alle, die ihr olgeu. „Dieser Zustand soll und muß ein End, nehmen" — sagt die Verfasserin in der Einleitung zu illrem Buche — „und es ist die Pflicht jeder deulschen Frau, eiu Scherfleia dazu beizutragen. daß dies recht dald und gründlich geschehe. Betveiseu wir, daß der edle Geschmack, das feine Gefühl, kurz, das Grundprinzip des Schönen im innersten Wesen des deutschen Weibes verborgen liegt und nicht angelernt, sondern «ur geweckt zu werden braucht, um gute und gesunde Früchte zu tragen. . . . Unsere erste Frage beim Austaucheu einer neuen Mode sei stets die, ob die Neuerung auch schön, zweckmäßig und gejchmackvoll sei; wenn nicht, dann rasch weg damit — nur teiu mechanisches Rachtragen nnd Nacharbeiten deflen. wak Andere getragen oder gearbeitet haben. Um aber diese Frage richtig beantworten zu können, bedarf es tinrr Weckung und Uebung des in jedem Men-schen schlummernden Schönheitsgefühls . . , Einfachheit ist die Grundbedingnng der Eleganz und des guten Geschmackes. Der Putz soll niemals Zweck, sondern stets nur Mittel sein. Damit aber die Kleidung diese Aufgabe rein und würdig erfülle, muß ,hr vor Allem Sine Eigenschaft anhaften: der Zauber des Fleißes l Fleiß und Sparsamkeit find die beiden Worte, in denen der ganze Zweck dieses Buches ausgesprochen ist. Ar, deit ist das Wort, welches dem Streben nach Schönheit stets zur Seite steheu sollte — Spar, samkeit die Perle in der Krone der Häuslichkeit." Die Verfafferin gibt in klarer, einfacher Weise den deutschen Frauen nnd Mädchen die Mittel an die Hand, lehrt sie die ebenso schwierige als nützliche Kunst, mit wenig Mitteln und verhält. nlßm^g geringen Kosten immer gnt nnd ge-schmackvoll gekleidet zu sein, die Fertigkeit, alle zur Toilette gehörigen Gegenstände selbst zuschneiden und anfertigen zn könuen. Voraus gehen treffliche Winke und Rath-schlage in Bezug auf die Harmonie der Farben--^ Hut. Blumenschmuck, Häubchen, Wäsche, Kleider, vom einfachen Morgenrock bis zum Brautgewande, Handschuhe. Fächer, Sonnenschirm. Schmuck . . . Dann folgen Anleitungen zum Maßnehmen und Schnlttzeichnen. bestens unterstützt durch 16 große Holzschnitte, 28 Tafeln und eine Tabelle. Mit aufrichtigem Glückwunsche stimmen wir dem Schlußworte der Verfasserin bei: „So möge denn mein Buch hiaanswandern und sein Schers-lein dazu deitrageu. daß deutscher Geist und deutsche Sitte auch in der Kleidung zum Ausdrucke kommen, daß alle Modethorheit uud Nach-ahmungsjucht verschwinde und eigene Arbeit an Stelle von Tand und Flitter trete . . uud wir stgen von Herzen hinzu: Möge „der Zauber des Fleißes" bald in keinem deutschen Hause, iu kei-nem Frauenverein, ja in keiner Mädthen chule mehr fehlen. Gingesandt. Die im Linqisaiidt dir „Markmgcr gtiluaa" Nr. 1 vom 3. Jänner gewünschte Auskunft wird ^emit mit Folgendem ertheilt: Handelsmin. Verordnung vom 26. März 18S0. Wortlaut derselben. 8. 1ö. Verwe ndung der Marken. Der Aufgeber einer vriefpostsendung hat auf deren Adreßseite am obern Rande eine Marke, oder deren so viele mittels Benetzung des aus 'hrer Rückseite aufgetragenen Klebestoffes haltbar zu befestigen, als nöthig find, um durch ihren Werth die entfallende tarifmäßige Franko-Gebühr auszugleichen. Die Rekommandations-Gebühr hat der Aufgeber durch daS Aufkleben einer Marke im Werthe von 10 kr. auf der Siegelseite des Brieses zu entrichten. «etzte « Ä? stet-rmSrkifchen «unstveretae find all- Mitglieder geistlichen Stande« aus-aetre^n, weis dort Stauldach«: „Srvßinaui. fltor Vet-r ArbueS" zur Tcha» gestellt worden. Regierungstreu gehaltene Berichte aus Agram «eldea den Abbruch der Änterl^anv-lunge» mit den Seationalen. Zm Süden Frankreichs ist die Stimmung regierungsfeindlich. find meist Lente zweifelhasten Standes. Die .bes-sere Klasse" bat sich auch hier das Wallfahren seit ihrer Kindheit abgewöhnt. Mit der Erhaltung dieses Stntu» ist dem Klerus nicht gedient ; es soll wieder werden wie zu der Bäter Zeiten. Uvd siehe, wieder ist es ein Gras Bouquoi. der die Bedräugniß der Kirche gewahrt; es überkommt ihn der makkabäische Eifer des Ahnherrn und er greift zur Fahue. Da ziehen sie. die auserlesenste Gesellschaft, die man an der böhmisch - österreichischen Grenze austreiben kann, der Graf, der Wirthschastsrath. der Direktor, der Schloßverwalter, nicht der geringste unter deu Streitern des Herrn, der Forstmeister. Aentmeister, Verwalter, Oberförster. Förster und wie sie Alle heißen bis zum letzten Schrei-berleiu herab, auf des Grafen Geheiß in langer Reihe betend hinauf zum Gnadenorte Brünnel. allwo seit der Väter Zeiten ein geheiligtes Kuhhorn als Andenken an ein götttiches Mirakel ver-ehrt wird. Ob die Herren einander wohl anzusehen wagen auf dem langen Wege— das weiß ich nicht; ob sich ihnen der Magen umgedrehtob dieses heiligen Horues, da» wnß ich au^ nicht — auSgehalten haben sie's, das weiß mau. Was dürfte nur solch ein Glied der gräflichen Agitations-Maschine nicht aushalten? Die neue Belastungsprobe folgte bald. Die gräflichen Beamten erhielten den Auftrag, zu bestimmten Zeiten sich zu veisammtln und bestimmte Ab-schnitte der katholischen „Weckstimmen" einander vorzulesen. Auch das hielten sie aus — wenigstens fand der Graf bei jeder Revision das Lese« zeichen am richtigen Flecke. Wle des Himmels Thau und der milde Frühlingsregen herabgefleht wird durch die frommen Gesänge der Bittags-Waller, so tränfelte es anch nun lau zur Erde nieder, daß sie ihren segend.ren Schoß anfthat — und wie die Pilze in der warmen Sommernacht schoßen sie irn südlichen Böhmen he,vor — die „katholischen Vereine". Alle stehen sie unter dem Protektorate des erlauchten Grafen — der zu BudweiS, der zu Trotzen, zu Kaplitz, zu Beneschau, zu Brünnel u. s. w. Von Ort zu Oct reisr nun der durchlauch-tige Apostel und tvie Petrus fängt er seine Seelen in den Tarnen seiner Reden. Sie mögen noch die erträglichsten sein; aber welle, wehe der durchlauchtigen Frau Gräfin, einer gebornen Fürstin Dettingen Wallerstein — man nennt sie gebildet und geistreich und Geschmack besitzt sie in der That — Welze ihr. die sammt Kinder» uud deren Erziehungs^Personal nicht sehten darf, weiie dem Schamgefühle ihrer Kinder, ivenn der hoch-würdige Pater T. die Tribüne besteigt und, vom Geiste Gottes ersaßt, gteich Jenen, die die albernen Juden für „deS süßen WeineS voll" erklärten, in „verichiedenkn Sprachen" spricht. Wie oh« Klimmenl MM' iver6on naeli neuestem amerilcauiselien 8^8 tsm IQ VuUcauit Lelioueu^ ein^eset^t uvä alle 2»d»oxvratinuvQ odue uvä wid Zkar-oois, Lo vie aueli ?lomdirluixoQ seliokieQ^ voU^oßSQ vom 16) pralctisedsr in Ora?. Oräimrt: Lotvl Lrsdorsox ^okau». ^lnRcaiit 15 von Weinftew, Hadern, Tuch- und Lederabfillc», alt «nd neu, allem Ii»«, Messing, Äupfer, nUen Gattungen Feiten und SorAen. Jakob Schlesinger, Manusaktul- und Produkt-iihändler. Burgplaß 8. 2 elegante Wohnungen und mehrere sind zu vermiethen bei Herren Fontana öö Grillwitzer. (12 G«t geübte Maschinftepper «nd Gchuhvorrichterwnen finden lohnende und dauernde Bejchäftinung bei VvtsoI»Iro am Ez-t-rzierplatze zu Marburg. (8 LI» pralrUIvult fürs Comptoir wird nuft^enommrn bei 14 ^ ^I^ßnsvlKiAStvr Eine gebrauchte Nähmaschine in vollkommen gutem Zustande ist billig zu verkaufen. — Nähere Auskunft ertheilt Herr Zosef Leeb am Burgplaß. (4 ?rftU2äsoI^»tt, krvdUo^levit!" „26. VorviQsjkkr." Der MMlgksmg- WM Vcmi i« Marbiirg vsranstkltvt öbv k'reitaK Äeu 5. Mniier 1872 im Ksi'tsnssion ÄV8 ttötvlg „IUI' 8tallt ^ivn" viov verbunden mit einer reicli ausßSZtatteteu TU vslelier äie I^ovse jeäoeli erst im IIuteidaltuQAslolcale ausZeZebeu veräeo. ReZillu 8 Illir ^l)eQä8. D^^ver Lintritt ist Qnr Kslaäenen (Fästen unä NitAlisäern KeAev Vorweisung 6e^ Eintritts- rssx. ^itAieäerkarten gestattet, äalier ^veräen äie ?. I'. Herren Nitßlieäer srsunllliolist ersuekt, ilire .kkllireslcartsn mit^ulzrivAeo. 2u --adlreiokeiQ öesuoks Ikäet sodtunxsvvll I^c)7'a7!)?6iAe.' Die k'ASelliNAS-l.iellertAkel FTlciet «7» la. kedl'UNl' 1872 statt. t. ^Vviters ^nmoläunßsn LIUM Beitritte von unterstützenden ^itAlieäeru nelimen ent-entgsLev- (^potdelcs, (Zra^ervorstaät) — llsrr ZokvLKI (Xleiäermaga^in, llerrenZasss) unä llvrr Lä. ^ansodit« (öuedäruolcerei, ?08tZas3e). 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Jänner 187L Bormittag 10 Uhr im Bereinslokale, Mandeltstraße Nr. 4, 1. Stork staltfindenden General Bersamml««g. Programm: 1. Geschäft»- und Rechenschafts-Bericht, umfassend die Pe- riode vom 1. September bi» ultimo Dezember 1871. 2. Wahl eine» RevislonS-ComitvS. 3. Neuwahl de» VerwaltungSrathe». Anmerkung^: Nach Z. 9 der Berein»statuten ist jedes großjährige Mitglied de» Vereine» berechtigt, in der General-Versammlung mitzustimmen. — Eintrittskarten werden nur an Mitglieder gegen Borweisung der Pol^e oder der letzten Ptämienquittung au»gefolgt. Etwaige Be-vollmächtigte haben ihre schriftliche Legitimation abzugeben. Graz am 13. Dezember 1871. 2 Der Berwaltnugsrath. k»«Ilwsirr»?k»i» tAglivk ffisok empüelilt 2ur ßütißsn ^dnakms 87V Voväitvr vis-a-vis Ilotvl . Daselbst wird ein Lehrjunge aufgenommen. kerlize llörrsMöiäsr ullS GtvSr« zur Anfertigung ill ßrvsser ^osvadl ewpüolilt ^790 Die feinsten und besten Fafching'Krapsen von heute ab täglich frisch empfiehlt W'. UInKvi', 18 vvnÄttor, untvrv llerrvosR»»« Pall!^ und Anempsthlllng. Dem ?. Publikum gebe ich hiermit er-gebenst bekannt, dnß ich in Folge Ableben» meines Galten das in der Postgaffe Nr. 23 in eigene Regie übernommen habe. Indem ich für das unS durch so geraume Zeit geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich dasselbe mir auch fernerhin an-gedeihen laffen zu wollen. Alle in dieS Geschäft einschlägigen neuen Arbeiten und Reparaturen werden bei mir auf das Beste und Billigste besorgt; ich empfehle mich demnach zu geneigtem Zuspruch. Achtungsvoll (7 Margarethe Heill, Schmiedmeifterin._ WZIn aus gutem Hause findet sogleich Aufnahme in der Posamentir-. Band- und Weihtvaaren-Hand-lung des I. Huberger. 8SS Z, 19904. Edikt Vom k. k. Bezirksgerichte zu Marburg wird lziemit bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen der Stadtgemeinde Marburg zur freiwilligen Ber-stcigerung des der zuvorgenanyten Stadtgemeinde eigenthümlichen Hauses samml Garten 8ud Consc. Nr. 124, l'om. Ill, 181 aä Magistrat ^ Marburg an Ort und Stelle der Realität eine Tc,gsatzunq auf den 11. Jänner 1872 Vormittags 1d Uhr angeordnet. Dieses HauS sammt GarttN wird um den Preis von 2100 fl. aus-gerufcn und unter diesem Betrage nicht hintan-gegeben. Jeder Lizitant hat. bevor er einen An-bot macht. I0^^/o des Ausrusspretses als Vadium entweder baar oder in Sparkassebücheln oder in k. k. Maatsschuldverschreibungen nach dem neuesten Coursberichte der Wiener Börse zu Händen der Lizitations-Kommission zu erlegen.. Die übrigen Lizitationsbkdingnisse ki>nnen beim Feilbietungs-Kommissär Dr. Mulle eingesehen lverdeu. Marburg am 3. Dezember 1871._ verantwortliche St«daktion, Druck und Verlag von Eduard Janschitz iu Marburg. vi. Lt. s.