Deutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Draoabanat . H (tsterorkaa) »r» K, »r. M (tatatwk««) t I p, Wnrfq »Mith«. tMittttmtaummta f jährt, MOUkgllW. «rsch»t»t »Sche»tlich zmeimal: Donnerstag frSb nnd Samotag friih >i Mcf**qi*r% «• Mm, h-wfich^g «»in, pm+ ml| £Te<4)^Hfof ff|||fllHIBTHfT T^tn t*i9 ist dem Datum vom Sonntag j Celje, Sonntag, den 16. Juni 1935 ] 60. Jahrgang Nummer 48 Görings Dank an Jugoslawien veröffentlicht durch die amtliche Agentur „Avala" Die Agentur „Avala" veröffentlicht folgende vom Ministerpräsidenten General Göring über die Eindrücke von seinem Urlaubsaufenlhalt in Dal-matien qegebene Erklärung: „Während meine» Aufenthaltes in Dubrovnik und auf meinen Fahrten an der dalmatinischen Küste sowie nach Cetinje sind mir immer wieder aufs neue von der Bevölkerung Kundgebungen aufrich-tigster Sympathie dargebracht worden. Diese Sym-palhie galt nicht nur mir und meinen Begleitern, sondern vor allem Deutschland und seinem großen Führer. Ich danke hiermit der gesamten Bevölkerung von Dubrovnik und Umgebung aufrichtig für alle die Zeichen herzlicher Anteilnahme und die dadurch bewiesene Gastfreundschaft. Mir und meinen Beglei-lern werden diese Tage stets in wunderbarer Erin-nerung sein. Unvergeßliche Eindrücke vom jugo-slawischen Volke und Lande sind uns geblieben. Ueberall konnte ich die herzlichen und freund-schaftlichen Beziehungen feststellen, die zwischen unse-ren tapferen und ehrlichen Völkern herrschen. Für meine deutschen Landsleute aber wird es in Zu-kunst eine Freude sein, in ein Land zu reisen, das so bewegt ist von offener Sympathie für das neue Deutschland, voll Dankbarkeit ging ich aus die-sem schönen Lande, erfüllt von den besten Wünschen für die Zukunft Jugoslawiens." Tod statt Brot Eine himmelschreiende Barbarei Vor wenigen Tagen ist der deutschstämmige Bauer Michael Röhrich aus nem Dorfe Straß-durg in Sowjetrußland durch Erschießen hingerichtet worden. Mit ihm sollen vier weitere deutschstämmige Bauern erschossen worden sein. Was hat Röhrich. Vater von sieben Kindern, verbrochen? Er hat in seiner Hungersnot nach Deutschland Bittbriefe geschrieben und von dort auf dem sowjetamtlichen Torgsin-Weg Geldüberweisungen erhalten. Von Röhrich und den anderen vier Bauern liegen mit ungelenker Hand geschriebene Briefe vor, die von schwerster persönlicher Not zeugen, aber keine Kritik über die tatsächlichen Zustände in Sowjet-rußland enthalten. Die Sowjetbehörden aber sagen, es seien lügenhafte Bettelbriefe an faschistische Or° zanisationen im Auslande gewesen . . . • Es erübrigt sich jedes weitere Wort über die Entsetzlichkeit dieser Justizmorde. Hier wurden deutsche Menschen, die dem ehemahligen Ruhland ebenso loyal dienten, wie die Deutschen in anderen Ländern, dem Henker ausgeliefert, weil sie in ihrer materiellen Rot für ihre hungernden Familien Brot erbettelten, dos ihnen das kommunistische Rußland nicht bieten konnte. Es steht in der Justiz der europäischen Läw der, wenn Sowjetrußland überhaupt dazu gerechnet werden kann, einzig da, daß Menschen, die die Nächstenliebe von Artgenossen erbitten, deshalb dem Henker überantwortet werden. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zu dem Fall: „Es ist natürlich bitter und erfordert eine große Ueberwindung, wenn von Landsleuten aus Sowjetrußland kommende Briefe unbeantwortet bleiben oder die darin zum Ausdruck gebrachten flehentlichen Bitten abgelehnt werden müsien. Die Absender solcher Briefe befinden sich im Zustand der Verzweiflung, wenn ihren Familien und beson-ders den Kindern nicht mehr genügend Nahrung gegeben werden kann. Das Infame ist, daß anfangs mn der Sowjetregierung Lebensmittel- und Geld- Durchbruch zur Volksgemeinschaft Rund um das Sudetendeutschtum Tu „ Zudetendeiitsche Tageszeitung" hatte Recht, thu erste Betrachtung über das Wahlergebnis mit den Worten zu überschreiben: „Wir werden ein Volt!" An einer dem Leser wenig auffallenden Stelle der sudetendeutschen „Reichenberger Zeitung" lasen wir. daß auch die Bezirksbehörde für den Reichen-berger Bezirk die Beflaggung der Häuser sowie das Ansammeln auf Straßen und Plätzen verboten hatte und zwar für die Zeit vom 25. bis 31. Mai. Warum gerade für diese Zeit? Am 26. Mai war in der Tschechoslowakei der zweite Wahlsonntag, und nach dem unerhörten, in der Geschichte des Sudeten-deutschtums einzig dastehenden Wahlsieg der Sude-tendeutschen Partei Konrad Henleins am 19. Mai und nach den Freudensausbrüchen der sudetendeut-schen Bevölkerung ob dieses großen Erfolges wäh-rend der nachfolgenden Tage hielten sich die Be-hörden verpflichtet, derartigen Bekundungen die Zügel anzulegen. Es ist nur gut, daß nicht auch die innere Freude und Begeisterung der Sudeten- deutschen behördlich verboten werden kann? * Die Vereinigung von drei Vierteln aller sude-tendeutschen Stimmen in einer Partei bedeutet prak-tisch die Einigung des Sudetendeutschtums und nicht, wie die „Prager Presse", das Organ des Außenministers Benesch, zu schreiben sich erkühnte, eine weitere Zersplitterung der Kräfte der deutschen „Minderheit" und eine Verzettelung der schöpfen- schen Möglichkeiten einer positiven Zusammenarbeit. + Zugleich mit den Vertretern der neuen Partei ist eine jüngere Generation in die Führung nachgerückt. Eine Prager Zeitung teilt von 23 im ersten Skrutinium gewählten Abgeordneten der Su-detendeutschen Partei das Lebensalter mit: Der älteste dieser 23 steht im t2., der jüngste im 30. Lebensjahr, das Durchschnittsalter ist 35. Es han-delt sich also in der Hauptsache um Vertreter der Kriegs- und ersten Ziachkriegsgeneration. In sozialer Hinsicht ist festzustellen, daß diese Abgeordneten alle Stände des schaffenden Volkes vertreten, Unterneh-mer und Angestellte, Kopf- und Handarbeiter, Stadt-und Landbewohner. Selbst wenn man die Lehrer mit zu den Akademikern zählt, finden sich unter 24 Abgeordneten 7 Akademiker. So zeigt sich auch hierin, daß die deutsche Volksgemeinschaft der Sudetenlän-der tatsächlich im Werden ist, getreu dem Ziel, das Konrad Henlein erstrebt: „Unser höchstes Ziel muß sein, die innere Einheit unseres Stammes zu erstre-den. Die innere Uneinheitlichkeit, die innere Zerris-senheit und dadurch unsere Kraftlosigkeit zu be-kämpfen: das ist die Hauptaufgabe der Gegenwart." Allen tschechischen Kreisen aber, die immer wieder gegen Henlein und seine Bewegung den Vorwurf der Staatsfeindlichkett erheben, sei das Wort Henleins in Erinnerung gebracht: „Das deutsche Volk war in seiner ganzen Geschichte immer nur staaatsaufbauend und staatstragend, niemals aber war es staatssprengend und -zersetzend, und auch wir haben nicht die Absicht, diese deutsche Eigenart aufzugeben". sendungen erlaubt waren. Seit einigen Monaten ist e» aber anders geworden. Nicht nur den Empfän-gern der Liebesgaben, sondern auch den Bittbrief-schreibern drohen schwere Freiheitsstrafen oder gar die Todesslrasc. Ziir die Lage in Oesterreich gilt das Wort des großen Staatsphilosophen Thomas oo« vquiao: .Richt» hat Bestand, »as dem «i»e« des «olles »ideripricht!" Schwarzes Gewölk Die Sathmarer Schwaben sind eine Entdeckung der Nachkriegszeit Um das Ende des 18. Jahr-Hunderts auf den Gütern der ungarischen Magnaten-familie Karolyi bei Sathmar, dem heutigen nord-westlichen Teile Rumäniens, angesiedelt, verfielen diese Schwaben so rasch der Magyarisierung, daß das Vorkriegsdeutschland sie vergessen zu können glaubte. Ms dann der Zusammenbruch der öfter-reichisch-ungarischen Monarchie ein gewalliges Aufflammen des Volksbewußtseins bei dem gesamten Schwabentum des Südostens brachte, fanden sich in Sathmar einige Männer, die sich ihr Deutschtum noch bewahrt hatten und die sich die Zurückführung dieser irregeleiteten Volksgenossen zu ihrem Mutter-volke zur Aufgabe setzten. Die Führung dieser Männer übernahm Dr. Fritz von Winterhafen aus Earei, der auch heute noch der deutschen Volks-gemeinschaft vorsteht und ihr geistiger Führer ist. Das Ziel zu erreichen, das sich Winterhafen und sein Kreis gesetzt hatten, war nicht leicht. Während bei den Banater Schwaben zum Beispiel nur die geistige Oberschicht magyarisiert, aber der Kern des Volkes, das Bauerntum, innerlich gut deutsch geblieben war, sodaß das Zurückfinden zum Deutschtum leichter erfolgen konnte, war die Lage in Sathmar viel schwieriger. Hier konnten um das Jahr 1920 nur noch die ganz allen Leute deutsch sprechen. Die anderen beherrschten nur die ungarische Sprache, obwohl sie trotzdem in Sitten und Ge-brauchen auch in ihrem innerlichen Fühlen noch deutsch geblieben waren. Der Appell Winterhafens fand aus diesem Grunde auch überall Anklang und löste allerorts den Wunsch aus, Deutsch zu lernen und zum Deutschtum zurückzukehren. Gefördert wurde dieses Wollen durch den Zusammenbruch Ungarns, der das Magyarentum plötzlich des magischen Glanzes, mit dem es sich zu allen Zeiten zum Schaden des für eine derartige Propaganda sehr empfindlichen Deutschtums zu umgeben gewußt hatte, entkleidete. Die Zukunft war also für die deutsche Volksgruppe in Sathmar, trotz der dunklen Gegenwart, nicht trostlos, und die deutschbewußten Männer um Winterhofen konnten mit der Hoffnung ans Werk gehen, innerhalb eines Menschenallers vielleicht die Sathmarer Schwaben dem Deutschtum zurück-zugewinnen. Folgerichtig begann man zunächst mit der Er-richtung deutscher Schulen, um den Nachwuchs im deutschen Sinne erziehen zu können. Bei diesem Streben wurde Winterhofen vom rumänischen Staate gefördert und unterstützt, da dieser selbst ein großes Interesse daran hatte, so nah« der ungarischen Grenze der magyarischen Jrredento den Boden durch Rückeindeutschung der Sathmarer Schwaben zu ent-ziehen. In kurzer Zett hätte ein blühendes deutsches Schulwesen entstehen können, wenn die katholische Geistlichkeit sich nicht dem Beginnen Winterhafens mit allen Mitteln entgegengestellt hätte! Wie der Großwardeiner Bischof Fiedler (!), stammt der größte Teil dieser Geistlichkett von Sathmarer Schwaben ab, ist aber während des Studiums voll-kommen magyarisiert worden. Anstatt dem Wunsche Seil, 2 Deutsche Zeitung Nummer 4« zur Rückkehr der KMenlinder zum Deutschtum Rechnung zu tragen, stemmte sich die Geistlichkeit mit aller Gewalt gegen die Rückeindcutschung und hat ihren Widerstand, der mit den äußersten Mitteln aufrecht erhalten joird, bi» heute nicht ausgesehen. Eine Stutze findet die Geistlichkeit in einem Paragraphen des rumänischen Schulgesetzes, der {*> sagt, daß konfessionelle und private Schulen die Muttersprache der Mehrzahl der Schüler zur Unter-richtssprache haben müssen, andernfalls in der Staatssprache, also in der rumänischen, unterrichtet werden muh. Nun gab es in Sathmar bi« vor einigen Iahren fast nur konfesfionelle Schulen mit magyarischer Unterrichtssprache. Auf Grund de« oben erwähnten Schulgesetze« verlangt nun der größere Teil 'der Sathmarer Schwaben, daß in diesen Schulen deutsch unterrichtet werden solle, da zwar die Ellern die deutsche Sprache nicht beherrschten, sich aber als Deutsche fühllen und ihre Kinder in deutscher Sprache unterrichten lassen wollen. Die Geistlichkeit stellte sich demgegenüber auf den Stand-punkt, daß infolge der Fehler vergangener Zeiten die Eltern her schulpflichtige», Kinder tatsächlich nur Magyarisch sprechen könnest, erklärte demgemäß die magyarische Sprache als die Muttersprache der Kinder und forderte den Unterricht in dieser Sprache, oder aber — dem Gesetze gemäß aß zu diesem Treffen aus der Draubanschaft trotz des weiten Weges und der hohen Kosten eine er-freulich stattliche Zahl von Volksgenossen dem Ruf zum Feste gefolgt war. Das größte Erlebnis und Ereignis dieses Festes scheint un» darum zu fein, daß Ost und West unserer Volksgruppe fich fanden. Daß die» im Zeichen de» deutschen Liede» geschah ist beglückend. So ist die Tatsache des Festes allein also ichon ein Erfolg gewesen. Die Worte, die von Vertretern verschiedener VolksgruppenteUe gesprochen wurden, drückten dazu noch au», daß die Einladung zum Sängersest große Begeisterung aus-gelöst habe. Und doch wird mancher sich über die-se» für unsere Volksgruppe neuartige Pfingstfest vom völkischen Standpunkt Gedanken machen. E» wird ihm eine unscheinbare Kleinigkeit in der Festfolge fehlen. Vielleicht ist sie auf ein Versehen der Fejtleitung zurückzuführen: E» fehlte der per-jönliche Kontakt aus breiter Grundlage zwischen den Volksgenossen, die zu gemeinsamer Tat zusammen-gekommen waren. Wir sagen ausdrücklich, die breite Grundlage uim persönlichen Kennenlernen und Zusammensein fehlte. Auf schmaler Grundlage fand es statt, freilich hauptsächlich unter den Sängern und Volksge» nassen aus Slowenien, die am Nachmittag des Pfingstmontag» mit einigen schwäbischen Volksgenossen spontan einen Schiffsausflug nach dem reizend an der Donau gelegenen Kamenica unternahmen. Diese luftige und luftige Fahrt auf dem bretten Strom und das ausgelassen fröhliche Zusammensein der Allen und Jungen im Garten des freundlichen Wirtshauses am Ufer gehört zu den jchvnften Be-gebenheiten des Feste»! Dort kam auf eine Weise, wie sie den Untersteirern ganz besonders liegt, all die Herzlichkeit zum Ausdruck, die als die schönste äußere Form des Zusammengehörigkeitsgefühls lei-der nur andeutungsweise über dem ganzen Feste lag. Besonders der Obmann des deutschen Männergesangvereine« in Maribor, Herr Bau-meister, baute eine meisterhafte Rede über das deutsche Lied und seine deutschen Sänger in Iugo-slawien vor seinen dankbaren Zuhörern auf. Dr. Arko sprach nicht weniger humorvoll für die Gottfcheer. Und erwartet aufgeschlossen antwortete Herr Steinmetz aus Novisad an Stelle seiner schwäbischen Landsleute. Dieses kleine Teilfest draußen an der Donau ist an sich für den Verlauf der Gesamtveranstaltung ganz nebensächlich. Wer aber dabei war, ist wohl tief davon befriedigt, well es das persönlichste Er-lebnis der Novisader Pfingsttage darstellt. Aber nochmal« sei es gesagt, die Tatsache, daß dieses Sängersest mtt so gewaltiger Beteiligung reibungs- los stattgefunden hat. ist der größte Erfolg! ♦ ♦ » Im Keller des Habag-Hauses schlugen die Freuden- und Bierwogen um horte Südsteirerköpfe und massige Schwabenschädel. Noch nie wohl halten .Es ist nicht der Sinn und nicht der Wille un' serer Seit, an die Stelle der überwundenen Aufspaltung eiuer Volksgemeinschaft in blassen und vasten die Aufspaltung in .feindliche' Generationen zu setzen. Meinungsverschiedenheiten und ^emperamentsunter-schiede zwischen alt und jung wird es geben, solange die Welt steht, und sie werSen sich sichtbar zuspitzen, wenn zu den natürlichen Ursachen noch die Tatsache eines geistigen Umbruches hinzutritt. Doch das entscheidende DDort spricht die Stimme des Vlutes. Der sie mit geschärftem Dhr vernimmt und guten Willens ist, der wird — fei er nun alt oder jung — alles daransetzen, um den natürlichen Wider-streit der Geister vor der Entartung in ein« unnatürliche Feindschaft der Generationen zu bewahren. Venn wir sind GlieSer eines VSrpers — wir allst' „Rigasche Rundschau", 1. Juni 19ST>. sie sich in solchem Kunterbunt gefunden. Am Schwabentisch erklang ein deutsches Lied von wahrer Freundschaft, ein zwei, drei Steirer nahmen es auf — alle sangen e» mit. Unbewußt zündete der Ge-danke der Volksgemeinschaft und gebar die Freude des Erkennen». Wenn es nicht so dunkel in dem Raume ge-wesen wäre, da hätte das Herz des anwesenden „Mmmerers" noch höher schlagen können. Die freu-big blitzenden Augen der Steirer und Schwaben gaben trotz dem Vorhandensein eine» vorzüglichen Kameraauges nicht genug Licht, alles, alles festzu-hallen. Und es wäre wert gewesen, auch den Nicht-anwesenden daheim diese» «ichfinden im Filmband zeigen zu können! Nein! E» war nicht da» Bier allein! Siehst Du, dort erhebt sich eine dralle, kräftige Schwäbin in ihrem Trachtenkleid. Blitzblaue Augen, blaube-bänderte» blondes Haar, runde, gesunde Wangen, viele, viele Röcke übereinander gestülpt, schwerer, reicher grüner Stoff. Mitgerissen von Gesang, Lauten-schlag und Stimmung enttockte dieses Mädchen ihrem Körper Rhythmen der Freude, geboren au» deutscher Schwabenerde. Die Steirer konnten sich an diesem natürlich gebotenen, schwungvollen Schwabentanz gar nicht satt sehen und dem „Flimmerer" schmolz das Herz vor Weh, weil das Licht nicht ausreichte, diese Bilder einzufangen. Steirerlieder und Steirer-tänze dankten den Schwaben. Es war ein schweres Auseinandergehen. Trotzalledem hat der „Flimmerer" versucht, wenigstens etwas davon festzuhalten. * Jenseits der Donau, dort unter der Peter-wardeiner Festung, wo die Störche an den grün-braunen, überschwemmten Ufern stolzierten, mußte es doch ein Platzerl geben, wo sich die angebahnte Freundschaft weiter vertiefen ließ. Die Schwabenführer kannten ein solches. Auf also! Es war aber nicht leicht, Schwabenköpfen die Notwendigkeit eines heißen Ausfluges in die Um-gebung wegen einer Flimmeraufnahme beizubringen. Es bedürfte vieler Bitten und Vorstellungen. Dann gings eine heiße halbe Stunde lang über Donau-brücke, Festung und Alleen hinaus zur „Evica". Und dort quoll das Herz des „Flimmerers" über vor Wonne. Ein netter Garten bot Hinter-arund und Sonne, Baumschatten, saubere Tische und Freude. Die Glogoner Burschen und Mädchen waren besonders diszipliniert. Ihr Lehrer verstand es, das Letzte an Freude zu organisieren. Sie sangen vor der stummen Kamera wie vor dem Mikrophon. Und sie tanzten! Es war eine Bracht, diese kleinen, weißen blitzsauberen Mädchen sich im Kreise be-wegen zu schen. Eine duftige, weiße Symphonie schwäbischer Mädchentrachten entzückte die Steirer und ließ das surrende Flimmerband vor Freude dort und da überschlagen. Wa» dabei herauskam, was wir Steirer an Tänzen und Liedern von den Schwaben mitbekamen, wird fich in einem Dust von geflochtenen Haaren. Schärpen, Bändern, Schmuck. Männermützen und deutschen Gesichtern im Lichte der Projektionslampe erst zeigen. Im Herzen blieben liebe Gesichter, kameradschaftliche Blicke, Händedruck und Zutrauen über Hunderte von Kilometern hinweg. Dann wollten sie sich von uns gar nicht kennen. Aber die Pflicht rief. Weg waren die blauen Mützen, die leuch-tenden, schneeweißen Röckchen, und nun bleibt nur da» Gedenken an neue Freundschaften zwischen Bauern und Städter, Schwaben und Steirern, bleibt nur das kleine graue Flimmerband, das diese Stunden einfing! Durchschlagender Erfolg des Bunten Abends der Untersteirer Eine unvergeßliche Veranstaltung Bon den Alpen bis zu den Karpachen aus all«» leiten dtS Königr ich«?, strömten lausende Volksgenossen in Novisad zu einer machtvollen Kundgebung zusammen. Aus den vielen Veran staltnngen trat der „Bunte Abend" der Gesang-vereine auS unserer Südstciermarl besonders glänzend hervor. Darüber schreibt das „Teutsche BolkZblatt" in Novisad wörtlich: Wenn einer rasch einen Gesamteindruck dieses Ersten Deutschen Bundesjängersestes wiedergeben will, so wird er wohl am besten von einer Rakete sprechen, die hoch hinaufschieht in den Abendhimmel und mit ihrer geballten Kraft zuhöchst zerplatzt und nach allen Seiten leuchtende Kugeln sprengt. Dann rieseln Funken und Farben nieder... Der Bunle Abend der Untersteirer am Pfingft-montag war wohl das Raketenfeuer des Sanger feste». Da blinkte und schillerte es in prächtigen Farben, da entstand der Schimmer, der sich für jeden Festteilnehmer über die Erinnerung an das Gemeinschaftserlebnis dieser Pfingsttage legen wird. Eine „Krittk" in irgendeiner Form wäre hier geradezu ein Hohn, denn die Untersteirer haben mit ihren Gesamt- und Gruppenchören bewiesen, daß sie die höchste Sangeskullur, die in unserer Volksgruppe möglich ist, erreicht haben. Nicht nur das, sondern auch die vollendete Hingabe an den Gesang, das tiefe Erlebnis des einzelnen am Lied. All das spürten die Zuhörer, die den großen Habag - Saal bi» zum Bersten füllten. An diesen besten Sänger-eigenschaften entstand zwischen Saal und Bühne eine herzliche Verbundenheit, die über alles hinaus-geht, was Worte an Zusammengehöngkeitsgesühl erwecken können. Und bei manchem Schwaben mag zur Freude an der erhebenden Kunst des Gesanges da» beglückende Bewußtsein getreten fein: Die da oben auf der Bühne gehören ja zu uns! Die wunderbaren Eindrücke dieses Abends werden noch lange nachklingen, über kurz oder lang aber doch von anderen Eindrücken und Erleb-nissen überschattet werden. Bleiben muß jedoch das Bewußtsein, daß da» deutsche Lied, in der herz-lichsten Weise dargebracht, an diesem Ersten Deut-schen Bundessängerfest wie noch nie in der Ge-schichte West und Oft unserer Volksgruppe zusam- mengeführt hat! Wir wollen es als Wink eine» ?>ütigen Schicksals verstehen, daß dieses Zusammen-ühren auf so herzliche, freudige Weise im Geben und Nehmen besten gemeinsamen dentschen Kultur-gutes geschah und nicht im Streit aneinander um Dinge, in denen wir verschiedener Meinung sein können. Dr. Fritz Zangger, der Ehrenchormeisterde» Männergesangvereines in Celje, eröffnete den Abend. Er sprach mtt abgeklärten Worten au», wa» in diesen Tagen noch in uns lebte: das Bewußtsein der Zugehörigkeit zum großen deutschen Volle und die Dankbarkeit an unsere Behörden für die Großzügigkett, mit der sie un» diese» Fest gestatteten. Dieselbe Großzügigkeit hätten die Behörden auch im Jahre 1928 bekundet, al» sie den deutschen Gesangvereinen aus Jugoslawien die Teilnahme am letzten Allgemeinen Deutschen Sängersest in Wien ermöglichten, und die Dankbarkeit werde heute umso tiefer empfunden, da sich setther die äußeren Umstände derart verändert hätten, daß eine Wiederholung einer solchen Sängerfahrt trotz dem gleichgebliebenen Entgegenkommen unserer Behörden gegenwärtig einfach unvorstellbar sei. Gerade dieser Wandel lehre uns aber, wiesehr eine jede lebendige Volksgruppe des geistigen Zusammen-Hanges mit dem Muttervolke bedürfe, wenn sie nicht verdorren und vertrocknen will gleich den Blüten und Zweigen, die vom Baum« und damit von den Seite 4 Aus Stadt Vollstum und Staatstreue «rste» Deutsches Bundessangerfest in Novisad Das Erste Deutsche Bundessängersest vereinte zu Pfingsten in Novisad über vierzig Gesangvereine mit 1500 Sängern aus allen deutschen Siedlung»-gebieten Jugoslawiens zu einer machtvollen Kund-gebung der Volksverbundenheit und zugleich der Staatstreue, was in der groszen öffentlichen Feier zum Ausdruck kam, die mit der Staatshymne be-gann und mit dem Schwabenlicd endete. Neben seiner volkspolitiichen Bedeutung war das Sängerfest auch künstlerisch bemerkenswert. Sowohl der Berliner wie auch der Beograder Rundfunk hatten einzelne Veranstaltungen übernom-men, so daß auch damit vom Muttervolk wie vom Staat die Volks- und Staatstreue als Sinngebung des Festes gewürdigt wurde. (Die hier berührten Zusammenhänge haben wir in unserem Leitaufsatze „Hoch^eziten" in Nr. 47 vom 13. Juni behandelt.) Es ist in der engen Umgrenzung unserer Zeitung natürlich nicht möglich, den Verlauf dieser mächtigen Tagung in allen Einzelheiten zu schildern. Wir müssen uns darauf beschränken, nur Ausschnitte daraus festzuhalten und vor allem jene Ereignisse zu berücksichtigen, die dem Erleben unserer südsteiri-schen Sänger und Sängerinnen am nächsten liegen. So haben wir mit Stolz dem „Deutscheu Volksblatt" die Würdigung des Bunten Abends der Untersteirer entnommen. Unser Sonderberichter-statter reihte in seinem „Streifzug durch ein Sängersest" bunte Augenblicksbilder aneinan-der, um so aus dem Kleinen die große Sinngebung de» Festes herauszuarbeiten und freizulegen. Als Drittes wollen wir nun noch die künstlerische Wer-tung des 3. Hauptkonzertes hier wiedergeben. Wir entnehmen sie dem „Deutschen Volksblatt": „Die Männergesangvereine aus Slawonien und Slowenien, denen das 3. Hauptkonzert zugedacht war, sangen unter der Leitung des Maribvrer Ton-künstlers Prof. Hermann Frisch. Sie vertreten in ihrer Kunst eine ganz andere Note als unsere Batschkaer und Banater Vereine. Allerdings besitzen die Sangesschwestern und Sangesbrüder aus Sla-wonien und Slowenien eine ältere Gesangskultur als die Batschkaer und Banater. die erst in den letzten Jahren den Chorgesang regelrecht zu pflegen begonnen haben. Die deutschen Gesangvereine aus Slowenien haben auch noch das Glück, in ihrer Mitte zahlreiche musikalisch erstklassig geschulte Sän-ger zu haben. Da» Lied „Talismane" von Kamillo Heide-brand leitete die Vortragsfolge ein. Es folgte in herrlicher tonplastischer Wiedergabe des „Wanderers Nachtlied" von B. A. Weber. Sodann entzückte mit ihrem warmgetönten, umfangreichen Sopran sowie hoher Gesangskultur die Konzertsängerin Emma Schweiger (Ptuj) da» Ohr. Sie sang drei Herr-liche Lieder von Hugo Wolf, dem größten Sohn den die gewesene Untersteiermark der gesamten Mu- Wurzeln, au» denen sie ständig ihre Kraft ziehen, losgetrennt werden. In zu Herzen gehenden Worten hob Dr. Zang-ger dann die unvergänglichen Verdienste des Chormeksters des Deutschen Sängerbundes Peter Freund hervor, die er fich um dieses Fest er-worden hat. Er beglückwünschte den Kulturbund, daß er diesen Künstler sein eigen nennen könne, und forderte alle auf, Peter Freund zu fördern, damit er in Zukunft noch Größeres leisten werde. Diese aus berufenem Munde gesprochenen schönen Anerkennungsworte lösten einen tosenden Beifalls-stürm aus. Nach diesen Eröffnungsworten sangen die ver-einigten Männerchöre der deutschen Gesangvereine in Eelje, Maribor und Ptuj zwei ernste Lieder unter Dr. Zanggers Leitung: das „Straßburglied" von Kienzl und das „Alte Lied" des Cillier Kompo-nisten Eduard Interberger. Beide Chöre wurden vollendet vorgetragen und bildeten den würdigen Auftakt des Abends. Darauf trug Frau Nöthe!» Nosti s, von Dr. Zangger am Klavier begleitet, drei alte Gottscheer Volkslieder vor. Die Zuhörer wurden von der Schlichtheit der Vokslieder und dem innigen Vortrag der Sängerin derart gepackt, daß sie hier zum ersten Mal stürmisch eine Zugabe ver-langten, die Frau Nöthel-Nostis in Gestalt eines heiteren Volksltedchens gerne gewährte. Deutsche Zeitung und Land sikkunst geschenkt hat, ferner von Josef Marr und Richard Strauß. Mit dem weihevollen Chor „Ueber allen Gipfeln ist Ruh" von Friedrich Kuhlau und dem ewigschönen „Heideröslein" von Heinrich Werner leitete Prof. Frisch die Vortragsfolge zu den Einzelvorträgen der Gottscheer Sänger über, die unter der Leitung von Dr. Kurt A r k o in Gottscheer Mundart Gottscheer Volkslieder zum Vortrag brachten. Sodann folgten die Gesamtchöre „Ich hört ein Sichelein rauschen" von Karl Mehlhoff und „Husarenliebe" von Harry Latzke. Einzelvor-träge der Mariborer und schließlich da» zündende Werk „Feiger Gedanke" von Kurt Lißmann, da» sogar wiederholt werden mußte, beschlossen dieses Konzert, dem nach einer kurzen Pause die große Sängerkundgebung folgte". C e l je Die Krankheit des Tages Wie sonnenjüchtig die Eingeborenen Celjes sind, da» konnte man jetzt wieder Tag für Tag sehen. Erst sandten sie Millionen Wünsche um die Sonne zum Himmel, dann war sie da, und nun ging 's den Celjeern wie den Kindern, die Hunger auf Schokolade haben — sie tonnten nicht genug kriegen. Sie legten sich morgens hin und standen abends auf, sie wollten keinen Augenblick Sonne verichenken. Die Folgen waren deutlich sichtbar: Beim Herbergsvater Petritschek beispielsweise saßen zu Pfingsten mehrere rotgesottene Damen und Herren so da, als ob sie ein Lineal verschluckt hätten: Rechtwinklig und steif und. mit einem Hals, als wäre er aus Holz. Jeder hat so seine Leiden. Der eine aus den Schultern, der andere in den Kniekehlen. Ein Freund unseres Blattes hat ausgerechnet Sonnenbrand auf dem Adamsapfel. Er kann infolgedessen seinen Schlips überall tragen, nur nicht da, wo er hin-gehört. Sonne ist wunderbar, Sonne ist gesund, Sonne macht glücklich und froh. Genau so wie Gänse-braten — wie man aber von beiden zu viel ge- nießt. wird es einem schlecht bekommen... Evangelische Gemeinde — Waldgottes. dienst. Sonntag, den 16.Juni,findetbei gutem Wetter der erste Waldgottesdienst in Lisce statt. Gemein-samer Abmarsch um 8 Uhr früh vom Sannsteg. Bei ungünstiger Witterung ist der Gemeindegottes-dienst um 10 Uhr, der Ktndergottesdienst um 9 Uhr in der Kirche. Zum Vorsitzenden bei der großen und kleinen Matura am Staatsrealgymnasium in Celje bestimmte der Minister für Kultus und Unterricht den Inspektor bei der Banalverwaltung Herrn FranzVrhovnik. Männer» und Frauen.Freibad. Um der Bevölkerung von Celje die schon lang ersehnte Ge-legenheit zu geben, bei der sommerlichen Witterung innerhalb der Stadt im Freien baden zu können, Dann kamen die „Drauzeiserln", das Quartett des Mariborer Männergesangvereins, zu Worte (Werner Bernhardt, Josef Tscharre, Dr. Josef Zvanschek und Toni Oslag). Sie stellten sich vor mit drei ernsten Kompositionen ihres Dirigenten Prof. Hermann Frisch, der selbst am Klavier begleitete. Schelmisch ..Wächterruf", trauernd „Wer weiß wo" und unbefangen das „Wander-lied". Die „Drauzeiserln" ernteten freudigen Beifall. Den ersten und ernsten Teil des Abends be-schloß der lyrische Zyklus von Hermann Frisch „Das Lied vom Kinde", den ein Kommerchor der Ge-sangvereine Maribor und Ptuj, wiederum vom Komponisten selbst begleitet, vortrug. Dr. Buiar, der Dirigent arbeitete alle Reize dieses hauchfeinen und entzückenden Werkes heraus, von dem Dr. Zangger in seiner Einleitungsrede gesagt hatte, daß es zu den reizvollsten der neueren Musillyril gehöre. Es ist ein Frühwerk des Meisters Frisch, das wiederholt im Reich aufgeführt wurde, in München 1916 seine Erstaufführung erlebte und dann auch im Reich noch wiederholt gesungen wurde. Die Solisten Konzertsängerin Amalie U r-daczek, Anny Ruhet, Joses Tscharre und Dr. Joses I v a n s ch e k verhalsen ihm auch im „Habag"-Saal mtt zu einem durchschlagenden Ersolg. Nach der Pause erhielt die heitere Muse das Wort. Den Anfang machte eine Gruppe spring- Num»* 45 | ist am Dienstag nach Pfingsten da» städtische Männer- und Frauen-Freivad an der Sann dem Betrieb übergeben worden. Gleichzeitig wurde auch das Dianabad am Breg eröffnet. Spendenau»w«t». Für den Fremdenverkehrs- und Aerschönerungsoerein in Celje haben die hiesige Kaufleuteoereinigung >000 Dinar und die „Cehska posojilnica d. d." in Celje 250 Dinar gespendet, wofür auch auf diesem Wege herzlich ge-dankt sei. Wettrudern und Promenadetonzert. Wie erinnerlich, hätte anläßlich des Tag» der Adria-wacht in Celje ein Wettrudern auf der Sann mit einem Promenadekonzert im Stadtpark stattfinden sollen. Wegen des hohen Wasserstandes der Sann mußte die Veranstaltung abgesagt werden. Sie wird nun heute, Sonntag, den 16. Juni, nachgeholi. Arme Urlauber! Wer sich um den 29. Zund gerade auf Ar-laub befindet und es sich leisten kann, denselben fern von Celje zu verbringen, ist diesmal au», nahmsweise zu bedauern. Denn es entgeht ih» der auserlesene Genuß, am Peter »nd Paul-Tage das berühmte Wiener Boh^me-vuartett zu hören. „Merkur" Besuch. Am Fronleichnamstage (20. Juni) wird der „Merkur"Verein in Zagreb unserer Stadt einen Besuch abstatten. Die Älste werden bei Ankunft, die in einem Sonderzuge er-folgt, mtt Musik begrüßt und empfangen. Mtt den Gästen kommt auch die Zagreber Futzdall.Els de» „Merkur" nach Celje, wo sie auf dem Glacis gegen die verstärkte erste Mannschaft de» Sportklub» Celje antreten wird. Beginn um >16 llhr 30. In der Elf des „Merkur" kommt ein gern gesehener Gast nach Celje, verkörpert er doch die traditionelle Za-greber Schule in hoher Vollendung. Ohne im her-vorragenden Gesamtkönnen einzelne hervorheben zu wollen, genügen die bekannten Namen: Bwec, Be» losevic, Jazbec. Petermanec, Plese, Podvinec, Lolic, Mrzljak allein für die Erwartung eines auserlesenen sportlichen Genusses. Verkehrsunfall. Der durch die Cesta na grad stadteinwärts fahrende,.23 Jahre alte, stellen-lose Schneidergehilfe Paul Cebela, wohnhaft aus dem Josefiberg bei Celje. stieß in der Strahen-kurve beim Woglainasteg mtt einem entgegenkam-menden unbekannten Radfahrer zusammen, (ebela erlitt einen Schädelbruch. Er wurde in bewußtlosem Zustande durch den Rettungsdienst in» Krankenhaus eingeliefert. Der zweite Radfahrer blieb an-scheinend unverletzt. Jedenfalls hat er sich in un-verantwortungsvoller Weise au» dem Staube ge-macht. Die Frifeurgeschäfte in Celje sind der Fremdensaison zufolge an Montagen wieder ganz-tägig offen. Boheme-Quartett am 29. Juni in Celje lebendiger Pettauerinnen mit der prächtigen Jodlerin Frau Emma Schweiger an der Spitze, die das berühmte Johann-Lied in seltener Vollendung in den Saal schmetterte. Die Begeisterung erreichte aber Siedehitze, al» die Pettauerinnen in ihren schmucken Steiertrachten den Aflenzer Jodler wiederholen mußten. Auch ihre Namen verdienen hier Berewi-gung: Frieda Heller, Ridi Kröpf, Ella Sommer, Lotte U r s ch i tz und ihre „Sleirabuam" Hugo Heller, Poldi S ch a r n e r, Joses W r a t s ch t o und Maa Kalb. Zum Jovler gehört auch die Zither, auf der Herr Joses Gorischek vollendet begleitete. Das nun folgende Kapitel „Die lustigen,Bier" aus Celje ist wie immer ein Kapitel für fich! An ihnen und anschließend am Gesangshumoristen Toni Oslag, dem Mariborer, geriet da» Publikum in einen kaum beschreiblichen Freudentaumel! Der Saal hallte wider von tosendem Beifall und das jubelnde Publikum forderte minutenlang Zugaben. Leiber wurde diese» Verlangen nicht im gewünschten Au»-maß erfüllt. Die „Lustigen Vier" (Willi Lösch» n i g g, Erich B l e ch i n g e r, Alexander A i st r i ch und Dr. Alfred Juhart) sind zweifellos in ihrer musikalischen „Zusammenarbett" dem Ideal schon sehr nahe. Man lötzl ihren musikalischen Spaß mtt drittem Behagen über sich hinfließen und wünscht nur noch: Mehr! Zur Unersättlichkeit reizt einen Ruimner 48 Deutsche Zeitung Seite 5 Der Streit um» Sogartal. Es war recht amüsant, die gangreiche „Mensur" von Herrn Ru> dolf Badjura mit Herrn Dr. Joses Glonar in den spalten des „Jutro" vom Jahre 1934 als Beob-achter zu verfolgen. Mitunter war es einem ver-gönnt, sich an verschiedenen guten Hieben und Pa-raden zu freuen. Um was es sich eigentlich gehandelt hat? Um die Frage, ob man „Logarska" oder „Logarjeoa" dolina sagt. Zu einer Entscheidung ist es in diesem Streit nicht gekommen. Und der Ge-genstand wäre sicherlich für ewige Zeiten in Ver fessenheit geraten, wenn nicht kürzlich Rudolf Jadjuro neuerdings den Fehdehandschuh aufge-griffen hätte. So wird wohl der Streit wieder von neuem beginnen. Ist die Frage überhaupt wert, daß man sich mtt ihr beschäftige? Oder soll das Ganze nur ein Reklameseldzuq für das Logartal sein? Da wüßten wir wohl bessere Wege, um für dieses schöne Gebirgstal zu werben... Sreiw. Feuerwehr u. Rettungsabtg. Celje. Tel. l Den Feuerbereitschafts- und Rettungsdienst besorgt in der kommenden Woche der 1. Zug, Zugskom-Mandant E Berna. M a r i b o r 2n Anwesenheit des Banns Dr. Pnc land hier eine mehrtägige Besprechung über die Eingemeindung der Vororte statt. Die Besprechung, an der die beiden Bezirkshauptleute und sämiliche Gemeindevorstände der in Frage kommenden Ge-meinden teilnahmen, bezweckte eine genaue Kennt-nisnahme des Standpunktes aller beteiligten Orte, um damit der Banalverwaltung eine Grundlage zur Entscheidung zu geben. In der Terttlfabrik Zelenka n. Co., die Eigentum des Tschechoslowaken Schonsky ist, fand ein 24 stündiger Proteststreik der Arbeiterschaft statt, da die Arbeitslöhne vor einiger Zeit so her-abgedrückt worden waren, daß den meisten Arbei-tern keine Möglich!«! geboten war, mit ihren Löh-nen das Leben zu fristen. Nachdem bei den Ver-Handlungen eine Erhöhung um 8 v. H. erreicht worden war, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Die Blätter aller Schattierungen haben gelegentlich des Streikes ihrer Sympathie für die Arbeiter Ausdruck gegeben. Der frühere Betriebsleiter des städti-schen Autobusunternehmens, Hm Neralic, war mit Beschluß des Verwaltungsrates der städtischen Un-ternehmungen, deren Vorstand Herr Sabothy ist. aus seinem Dienst entlassen worden. Herr Reralic glaubte aus dem Sitzungsprotokoll entnehmen zu können, daß ihm Herr Sabothy in seinem Berichte Unregelmäßigkeiten vorgeworfen habe und auf Grund dieser Vorwürfe seine Entlassung erfolgt sei. Er reichte deshalb eine gerichtliche Klage gegen Sabothy ein. Bei der Verhandlung, die vor einigen Tagen stattgefunden hat, gab der Vertreter des Herrn Sabothy eine Erklärung ab, die Reralic be-friedigte, worauf er die Klage zurückzog. Ein erschütternder llnglücksfall ereig-nete sich dieser Tage bei Dravograd. Der fünfjährige Sohn des Besitzers Korat schaukelte auf einem über auch Toni Oslag, der Mariborer, ein verflirter Kerl. Seine unaufdringliche, echte Komik ist erlesener Ge-nuß der Kleinkunst auf der Bühne! Nach ihm trat »och, herzlich begrüßt, Gustav Stiger, der An-soger der „Lustigen Vier", auf die Bretter und r' >ng mtt seiner Dialektsprechkunst jeden zum Lachen allen Tonarten. Zum Schlüsse legten die Vereinigten Chöre noch einmal unter der Lettung von Prof. Frisch ein glänzendes Beispiel ihres ausgereiften Vertrages vor. Trotz Hitze und vorgerückter Stunde knallten ste die „Steirerbuam" nur so hin! Sie mußten, ob sie wollten oder nicht, einen Teil davon wieder-holen. Diese kurze Schilderung ist natürlich niemals imstande, das Bild de» Abends ausführlich zu ejnen. Wer aber die frohen Gesichter der Zuhörer bachiete, das schallende Lachen hörte und vom Beifall dieser begeisterten Masse mitgerissen wurde, der muß selbst sagen, daß es überhaupt nicht möglich ist, diese einmalige Wirklichkett des unmittelbaren Erlebnisses mtt Worten wieder herbeizuzaubern. Denen, die nicht dabei waren, möge gesagt sein, daß sie viel versäumt haben. Den Untersteirern aber herzjnnigen Dank für diesen Genuß. Kommt bald Äeda! der Drau hängenden Weidenaft. während der Vater in der Nähe arbeitete. Plötzlich brach der Ast und da» Kind stürzte in die Drau, die jetzt parke» Hochwaffer führt. Obwohl der Vater dem Kinde nachsprang, konnte er es nicht mehr retten. Ljubljana Die Regulierung des Kongrchplatzes bildet da» Tagesgespräch aller, die für die Schönheit un-serer Stadt ein Verständnis aufbringen. Verschiedene Pläne wurden entworfen. Obwohl die Entscheidung noch nicht gefallen ist, scheint doch die überwiegend« Mehrzahl der maßgebenden Herren der Ansicht zu sein, daß das Königdenkmal von Rosen und Bau-men umgeben am besten zur Geltung käme. Es wird wohl grün am Kongreßplatz bleiben. Und das ist gut! Mysteriöses Verbrechen. Am 14. April ist im Dorfe Praprvtno unweit von Kamnik das Winschafisgebäude des Besitzers Franz Prellet niedergebrannt. Sett diesem Tage wurde der jüngste Bruder des Besitzers, Anton, vermißt. Weil in den Trümmern de» abgebrannten Wirtschaftsgebäudes menschliche Gebeine gefunden wurden, vermutete man, daß es sich um ein Verbrechen handelt. Schließlich wurde Franz Prellet verhaftet. Er ge-stand ein, daß er seinen Bruder im Stall mtt einer Heugabel niedergeschlagen und darauf da» Wirtschaftsgebäude angezündet habe. Die Untersuchung stellte aber verschiedene Unrichtigkeiten in seiner Aus-sage fest, so daß sie bisher noch nicht abgeschlossen werden konnte. Aufsehen rief nun die Nachricht her-vor, daß der angeblich erschlagene Bruder sich in einem Nachbardorf versteckt hielt. Er gestand ein, daß er aus dem Hause geflohen war und wegen Familienzwistigkeiten nicht mehr zurückkehren wollte, welchem Grunde sein Bruder das falsche gemacht hat, ist noch ungeklärt, andere» Verbrechen dahinter. »US Mordgeständnis Vermutlich steckt ein Das GLÜCK klopft an Ihre Tür «renn Sie den Rat befolgen. den llinen die Aitroloffe gibt Geride in der heutige« krisenhaftes! Zeit, i» der jeder ror dem Unheil bangt, das ihm der nächste Taf bringen kann, in dieser Zeit der Nut und Zwietracht, die nicht nur irdischc Gitter zu vernichten droh:, ?*t die Anhängerschaft der Astrologie gewaltig gewärtigen Bietet doch die»« wunderbare Wissenschaft lur viele dea einzigen Lichtblick, den Rettungsanker, riertic vor dem Verderben bewahr! Sollten darum nicht auch SI« «ich dafür interessieren. wa« in Ihren Sternen gcachricbm Stellt? Sollten nicht auch Sie detl Wunsch haben, Klarheit über Ihre Zukunft tu ei» alten. Ihre Sorgen los zu werden und das Olhck bei sich su Gast ta haben? Wenn Sie Ihr Gltkck bisher noch nicht gefunden haben, wenn Sie glauben, dat) Sie ein besseres Los verdienen als jenes, das Ihnen bisher Geschieden war. dann verlanget) Sie sofort von un« GRATIS Ihr HOROSKOP Nehmen Sie »in Blatt Papier, schreiben Sie darauf deutlich mit Tinte Vor- u. Zunamen -sowie Geburtsdaten and Adresse, dann schneiden Sie den GUTSCHEIN FOR IUN ORATIS-HO-fcOSKOP aus. stek-ken beides in ein Kuvert u. senden es an SCHUSDEKS astrologisches i stitut, Wie«, f., Franr Josefs Kai 7 (Briefporto »Österreich Dinar 3.50.) (Womöglich fugen Sie D. 7 in Marken fllr Spesen bei) Schreiben Sie aber noch beute, denn morgen könnte unser Rat fiär Sie vielleicht schon zu .splt kommen. A fco®*1 SCHUSDEKS Aitr»i«|lse!>es Institut WIEN I. Fraai letsfi Kai 7 C Anfallsweife Atemnot — gewöhnlich die ersten Anzeichen von Asthma! Lassen Sie das Uebel nicht Fuß fassen! Vollständige Heilung durch eine Gleichenberger Kur! Sonder - Prospekt A 22 durch Kurlommisfion Bad Gleichenberg, Steiermarl. Wirtschaft und Verkehr Jugoslawiens Wirtschaftslage Die folgend«« AuSsichrungen stutzen sich aus Arbeiten im Sonderleil „Handel mit dem Dltot" der „BreSlauer Neuesten Nachrichten". Im gegenwärtigen Chaos der Weltwirtschaft haben die Länder des südosteuropäischen Agrarraums besonders hart zu kämpfen. Sie sind in ihrer Weiterentwicklung so stark mitder ver-worrenen Weltwirtschaft verknüpft, daß ihr Aufbau in besonders hohem Ausmaß von der konstruktiven Lösung der weltwirtschaftlichen Ver-krampfung abhängig ist. Alle Bemühungen, die Austauschbeziehungen — wenn auch nur auf Ein-zelgebieten und durch Kompensation — stärker in Gang zu bringen, find deshalb für Südosteuropa besonders wichtig. Es muß sich langsam eine Ver-besserung der Arbeitsteilung zwischen Südosteuropa und den hochindustrialisierten Ländern Mitteleuropas, vor allem Deutschland, herausbilden, damit sich die Spannungen dort wie hier lösen. Betrachtet man die konjunkturelle Entwicklung im südosteuropäischen Agranaum im besonderen, also im Bereich der Länder Jugoslawien, Ungam, Bulgarien und Rumänien, so hebt sich daraus die Entwicklung in Jugoslawien besonders hervor. Der wirtschaftliche Aufschwung hat sich in unserem Lande, nachdem die Auswirlungen des Marseille! Verbrechens überwunden waren, deut-lich fortgesetzt. Gewiß brachte der enorm heiße Sommer des Jahres 1934 auch Jugoslawien Nachteile vor allem beim Weizen, dessen Ernte um 7,03 auf 18,6 Mil-lionen quintal zurückging. Dafür war aber die Maisernte die größte seit dem Kriege. Wenn die Fruchternte qualitativ nicht so gut ausfiel, so war wiederum die Weinernte recht gut. Nicht zuletzt hat aber Jugoslawien von dem verstärkten Rohstofide-darf in der Welt profitiert. Es konnte seine Er-zeugung an Kupfer und anderen Mineralien erheb-lich steigern und entsprechend auch die Ausfuhr. Auch die Holzausfuhr konnte gegenüber 1933 we-sentlich erhöht werden. Nur auf drei Gebieten war eine wesentliche Erporteinbuße festzustellen, nämlich bei Tabak und bei Schweinen. Die Minderausfuhr bei diesen drei Erzeugnissen machte rund eine viertel Milliarde Dinar au». Trotzdem ist die Gesamtausfuhr 1934 gegenüber 1933 gestiegen, und zwar mit Rücksicht auf das im ganzen gefallene Preisniveau mengen-mäßig um 22,34 Prozent, wertmäßig dagegen nur um 14,81 Prozent. Im Januar und Februar 1935 hat sich die Handelsbilanz verschlechtert und schloß sogar im Februar mit einem geringen Passwsaldo von zehn Millionen Dinar ab. Die Zahlungsbilanz wird allerdings in immer stärkerem Maße durch den wachsenden Reiseverkehr insbesondere nach Dal-matien entlastet. Dieser Ueberblick zeigt deutlich, daß die g r ö ß e r e Vielseitigkeit der jugoslawischen Pro-dultiv- und Erportkräfte gegenüber den anderen Ländern des Südostraumes sich in der letzten Zeit als sehr nützlich erwiesen und zur Stärkung der Wirtschaftslage nicht wenig beigetragen hat. Die allgemeine Entspannung äußert sich in den Staatseinnahmen, die im ganzen eine aufsteigende Linie zeigen. Die Lage der Staatsfinanzen hat sich etwas gebessert, die Auflockerung am Ka-pitalmarkt setzt sich fort. Die Spareinlagen haben besonders in den ersten Monaten 1935 zuge-nommen, woran die Einlagen bei der Postsparkasse besonderen Anteil haben. Der Tiefpunkt an den Aktienmärkten scheint überschritten zu sein. Die ver-stärkte Geldflüjfigkeit ermöglichte e», die offizielle Diskontrate mit Wirkung vom 1. Februar d. I. von 6'/, auf 5 Prozent zu ermäßigen. Die Ver-kehrsziffern zeigen ein« langsame Erhöhung, wahrend die Konkurse und Ausgleichsverfahren abnehmen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt unter dem Vor-jahrsstand, wobei die gute Entwicklung des Berg-baus und der Holzindustrie mithalf. Wenn auch — wie das die Entwicklung der Notenbank erkennen läßt — die Depression noch keineswegs überwunden ist, so zeigt die ganze Entwicklungstendenz doch deutlich nach oben. Dies ist zweifellos einer der wich-tigsten Faktoren für die Verstärkung des Güteraustausches mit anderen Ländern. Deutschland steht im Export Jugoslawien» mit einem Anteil von IS,42 Prozent an dritter Stelle und mit einem Import von 13,91 Prozent an zweiter Stelle. Deutschland ge-hört zu der Gruppe jener Länder, deren Güter-austausch mit Jugoslawien nach 1924 noch ge-stiegen ist. Säte 6 Deutsche Zeitung Rummer 48 Magistratsdirektor i. R. Dr. Josef Schinner Die ganz unerwartete Nachricht, daß der ein-stige Mariborer Magistratsdirektor. Herr Dr. Josef 6 d) inner, am 11. Juni in Graz durch ein tu-ckisches Leiden im 65. Lebens ahre von dieser Welt abberufen wurde, hat wohl bei allen, die mit ihm in amtlicher oder gcjellichastlicher Begehung gestan-den waren, aufrichtige und nnige Trauer erweckt. Dr. Josef Schinner, ein geborener Erazer, legte seine Studien in seiner Vaterstadt ab. Dann trat er in den Dienst der Stadtgemeinde Graz. Hernach wurde er im Jahre 1905 vom Stadtrat Maribor zum Amtsdirektor bestellt. Run hatte er ein reiches Betätigungsfeld. Dank seiner Kenntnisse und Fähig-leiten, seiner Arbeitsfreudigkeit, seines Pflichteifers und auch dank seines äußerst sympathischen Wesens, erwarb er sich in kurzer Zeit nicht nur vollste An-erkennung bei seinen Vorgesetzten, sondern auch die Wertschätzung aller Bevölkerungskreise. Als Amtsvorstand war er allezeit ein gerechter Vorgesetzter, der stets, soweit es die Möglichkeit pUieß, bestrebt war, sich für das Wohl und Wehe aller, die seinem Wirkungskreise unterstellt waren, einzusetzen. So hat sich der Verstorbene, der, ver-hältnismäßig jung an Jahren, die Leitung des Stadtamtes übernahm, dessen ungeachtet, das Ver-trauen und die Zuneigung seiner Untergebenen in kurzer Zeit erworben. In die Zeit der Amtsführung Dr. Schinner's fallen die Arbeiten des geplanten städtischen Clektrizi-tätswerkes auf der Felberinsel. Welche Summe von Arbeit durch die vielen Eingaben. Äommissionierungen, mündlichen und schriftlichen Interventionen damit verbunden waren, vermögen nur wenige zu beur-teilen. Es ist als besonderes Verdienst Dr. Schinner's hervorzuheben, dah er fich auch dieser für die Ent-Wicklung der Stadt so wichtigen Frage mit Feuer-eifer annahm und sich mit erstaunlicher Geschicklich-keit in eine ihm bis dahin fremde Materie einge-arbeitet hat. Wenn dieser Plan bisher auch nicht zur Ausführung gelangte, so war hiedurch doch die Grundlage geboten, mit dem Faaler Elektrizität?-werk einen für die Stadtgemeinde Maribor äußerst günstigen Stromlieferungsvertrag abzuschließen; auch bei diesen Verhandlungen hat Dr. Schinner als Amtsvorstand in hervorragender Weise mitgewirkt und sich dadurch ein bleibendes Verdienst um die Stadt erworben. Durch die nach dem Kriege eingetretenen Ver-änderungen veranlaßt, wurde Dr. Schinner mit 1. Juni 1919 in den dauernden Ruhestand über-nommen. Seither lebte er in Graz, wo er Gelegen-heit hatte, sein Wissen und Können als Bürovor-stand des Verbandes steirischer Waldbesitzer zu bekunden. Groß war der Kreis seiner Freunde und Be-kannten, gar viele von ihnen sind ihm bereits im Tode vorangegangen. Die Ueberlebenden aber werden ihm gewiß ein bleibendes, ehrendes Andenken be-wahren. Jugoslawische Landwirtschaftspolitik Landwirtschaftsminister Dr. I a n k o v i c äußerte sich kürzlich wie folgt: „Im internationalen Handel gewinnt das Kompensationssystem immer größere Bedeutung. Daher müssen wir unsere größte Auf-merksamkeit der Einfuhr zuwenden, die die Grundlage für Kompensationen und Erleichterungen für unsere Landwirtschaft darstellt. Es ist unmöglich, die Ein-fuhr nicht zu organisieren, wenn man die Ausfuhr und den Absatz unserer Erzeugnisse organisieren will. Wir müssen offen zugeben, daß die gegen-wärtige Organisation des Absatzes von landwirt-schaftlichen Erzeugnissen auf den m- und ausländi-schen Märkten unseren Bedürfnissen und unserer künstigen Landwirtschaftspolitik nicht entspricht. Die gute Organisierung der Erzeugung des Absatzes zu-gunsten des Erzeugers in Gegenwart und Zukunft erfordert auch die Liquidierung alter drückender Ver-pflichtungen und neue günstigere Kredite." An diesen Bemerkungen könnte als störend empfunden werden, daß von einer Organisation der Einfuhr gesprochen wird. Sicher ist aber eigent-lich nur gemeint, daß dem Streben nach gesteigerter Ausfuhr kein Erfolg beschicken sein wird, wenn nicht auch die Einfuhr eine Erhöhung erfährt. Da sich die Eiportwünsche auf landwirtschaftliche Er-Zeugnisse beziehen, sind Industriewaren der gegebene Import, ein an sich durchaus mögliches Wechsel-spiel. Hoffentlich werden 5ber diese Erkenntnisse auch wirklich in die Praris umgesetzt; man erinnert sich, daß vor längerer Zeit unser Staat den Anspruch er-hob, auch als Land industrieller Ausfuhr aner-kannt zu werden. Solche Aspirationen sind einem Warenaustausch alles andere als dienlich. Devisenbewirtschaftung in Danzig Danzig, 12. Juni dp. Mit heutigem Tage wird in Danzig die Devisenbewirtschaftung eingeführt. Alle ausländi-schen Zahlungsmittel und Forderungen in aus-ländischer Währung gegen inländisch« Zahlung«-Mittel sind nur durch die Bank von Danzig oder durch ihre Vermittlung hierzu zulässig. Außerdem wurden sieben Institute zu Devisenbanken ernannt. Während der Dauer der Devisenbewirtschaftung ist die Devisenbörse geschlossen. Für die nach dem Ausland Reisenden ist eine monatliche Freigrenze von 20 Gulden freigegeben. Sport Leichtathletik Wettkämpfe Emil Gorschek ((5elje> Zweiter und Dritter » An den beiden Pfingstfeiertagen wurde in jaito das 15 jährige Bestandsjubiläum de» Ljubljanaer „Primorje" begangen. Aus diesem An-laß fand ein leichtathletischer Wettkampf zwischen der Vertretung von Bukarest und „Primorje" statt sowie zwischen der Hochschuljugend von Prag und jener von „Primorje". Die Kämpfe waren interessant, obwohl die Hitze fast unerträglich war. „Primorje" siegte über die Bukarester Vertretung mit 76:32 und im zweiten Kampf mit 72:66 Punkten. Da« mit erwarb „Primorje" den vom Ministerpräsi' denten Bogoljub Jeotic gestifteten Siegerpokal. An diesem Wettkampf hat fich im Laufen über 1500 Meter auch Emil Gorschek aus Celje be- teiligt. Gorschek machte das überscharfe Anfangs-tempo des Siegers in dieser Disziplin nicht mit und besetzte in 4:16'4 Minuten schließlich einen ehren-vollen dritten Platz. In der Balkan-Stafette besetzte er mit 3:32.8 den zweiten Platz. Unser Fritz Martini, der jugoslawische Meister im Hochsprung, konnte wegen einer Fuß-Verletzung an diesem Kampfe leider nicht teilnehmen. Zahl der Juden und Mischlinge in Deutschland Mit hinreichender Genauigkeit kann im Deut-schen Reiche nur die Zahl der Volljuden, also sol-cher, die sich zum mosaischen Glauben bekennen, er-mittelt werden. Nach der Volkszählung vom Juni 1933, bei der die Gliederung des Volkes nur nach der Religion, nicht aber auch nach der Rasse ermittelt wurde, betrug die Zahl der mosaischen Ju-den 49:«.682. Dazu kommen noch 4038 Juden im Saargebiet. Da sich diese Zahlen seit damals durch Auswanderung um schätzungsweise 30.000 verrin-gert haben, beträgt die Zahl der heute im Deutschen Reiche wohnenden Volljuden rund 475.000 Köpfe. Die Zahl der Volljuden, die nicht Mischen Glau-bens sind (getaufte und bekenntnislose), sowie die Zahl der deutsch-jüdischen Mischlinge ersten und zweiten Grades (also mit einem jüdischen Elternteil oder mit einem jüdischen Großelternteil) kann zur Zeit bloß geschätzt werden. Nach diesen Schätzungen gibt es ungefähr 300.000 Volljuden nichtmosaischen Glaubens sowie 750.000 Mischlinge ersten und zweiten Grades. Die Nichtarier machen demnach (heute!) im Deutchen Reiche rund 1,500.000 aus. also 2.3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die häufigsten Todesursachen Nach den Erfahrungen der Lebensversicherung? -gesellschaften stirbt in Deutschland jeder dritte an Erkrankung der Kreislauforgane, etwa jeder siebente durch Ansteckung, jeder achte an Krebs, jeder neunte an Erkrankung der Verdauungsorgane und etwa jeder vierzehnte endet durch Selbstmord. In den letzten beiden Jahren ist die Zahl der Selbstmörder aber noch zurückgegangen. Lehranstalt Kovae Harihor, Krekova 6 165 Ferlalkurse von 1. 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