80. Jahrgang Erscheint wöchentlich sechsmal (mit Ausnahme der Feiertage). Schriftleitung, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68, 25-69, Maribor, Kopališka ul. 6. Nr. 90 Samstag, den 20. AprH 1940 Inseraten- und Abotmemenfe-Ännahme in der Verwaltung. Bezugspreis: Abholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Din 24.—, für das Ausland monatlich Din 35.—. Einzelnummer Dm 1.50 und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bel Anfragen Rückporto beileg^em. Poštnina plačana y gotovini. Preis Din TSO 9Jinriborrr Leitung Norwegen vor entscheidenden Kriegsooerationen Beide Kriegsparteien mit dem Ausbau ihrer Positionen beschäftig (Siehe zunächst Sette r) Stockholm, 19. April. (Avala.) Das deutsche Nachrichtenbüro meldet: Wie »Nya Dagbladet« erfährt, haben 4000 norwegische Soldaten bei Ver hiand die schwedische Grenze übertreten. Sie wurden sofort entwaffnet und interniert Wie das Blatt mitteilt, hat es eine buchstäbliche Panik gegeben. An manchen Stellen der Grenze haben die Norweger nicht nur ihre Gewehre, sondern ftich die Geschütze nach Schweden gebracht. Stockholm, 19. April. (Avala.) Reu ft teilt mit: In einem offiziellen Kommu. niquee der norwegischen Regierung heißt es: Die Landung der britischen Truppen wird an mehreren Stellen der norwegi-s°hen Küste fortgesetzt. Es ist den norwegischen Truppen gelungen, mit den britischen Verbänden Fühlung zu nehmen Nach einem Bericht, der der norwegischen Regierung vom norwegischen Operations. ^hnmando zugegangen ist, scheint die Mobilmachung in jenem Gebiet abge- schlossen zu sein. Das Kommando der norwegischen Truppen ist der Auffassung daß sich die mobilisierten Norweger den deutschen Truppen werden entgegensetzen können. Nach einer weiteren Mitteilung ist der deutsche Vormarsch in Mittel norwegen erschwert worden. Stockholm, 19. April. (Avala.) Reuter berichtet: Die norwegische Regierung erhielt einen Bericht des Kommandos der norwegischen Truppen des Raumes nördlich von Trondhjem, in dem es heißt, daß norwegische Streitkräfte mit den Alliierten zur See und in der Luft Fühlung genommen hätten. Stockholm, 19. April. (Avala.) H a-vas meldet: Der Kommandant der sechs ten norwegischen Division, die nördlich von Trondhjem operiert, erklärt, daß seine Truppen imstande seien, ihre Positionen nicht nur weiterhin zu halten, sondern auch noch zu verbessern. Berlin, 19. April. (Avala.) Das D N B teilt mit: Ein Augenzeuge schildert die Fahrt eines deutschen Zerstörers von der deutschen Küste bis Narvik. Wie aus seinen Darlegungen hervorgeht, wurde der Zerstörer seitens englischer Luftstreit, kräfte unterwegs ständig angegriffen. Der Feucregen der Fliegerabwehrgeschütze des Zerstörers zwang die Engländer immer wieder zum Rückzug. Bomben, die sie abwarfen, verfehlten ihr Ziel. Vor der Festung in Narvik lag nach dem Bericht des Augenzeugen ein norwegisches Patrouillenboot. »Ein Norweger«, sagt der Augenzeuge, »rief zu uns herüber: ,Was wollt Ihr hier?' Der deutsche Kommandant gab darauf zur Antwort, daß er Offiziere hinüberschicken würde, die das Weitere mitteilen werden. Daraufhin begaben sich zwei deutsche Offiziere an Bord des norwegishen Patrouillenbootes und teilten dem Kommandanten mit, daß Deutschland den Beschluß gefaßt habe, Norwegen unter seinen Schutz zu nehmen. Sie forderten ihn gleichzeitig auf, jeglichen Widerstand aufzugeben. Die Norweger nahmen die deutsche Entschei- dung mit Verständnis entgegen. Der Zerstörer fuhr dann in Narvik ein, wo in den frühen Morgenstunden die deutschen Trap pen von den Transportschiffen ans Land gebracht wurden. In kürzester Zeit war Narvik in deutschen Händen. Die norwe. gischen Truppen wurden kampflos entwaffnet. Auch in den Umgebungssiedlungen gab es keinen Zwischenfall. Gleich darauf begannen die deutschen Truppen auf den Anhöhen Geschütze und Flugabwehrkanonen in Stellung zu bringen.« London, 19. April. (Avala.) Reuter meldet: Wie d'er Sonderberichterstat ter der Reuter-Agentur von der norwegisch-schwedischen Grenze meldet, ist eine deutsche Vorhuttruppe in Stärke von 200 Mann aus der Richtung von Trondhjem bis auf 5 Kilometer vor der schwedischen Grenze in einem Dorfe eingetrofc fen. Die Bewohner des genannten Dorfes und der umliegenden Siedlungen haben ihre Häuser verlassen und sind nach Schweden geiüichtet. Äöland erklärt feine Selbständigkeit London, 19. April. (Avala.) Ha vas meldet: Wie bereits berichtet, hat das is-•ändische Parlament am 10. d. den Beschluß gefaßt, die Prärogative der dänischen Krone selbst zu übernehmen und die diplomatischen Beziehungen zu ande-ren Ländern herzustellen. Der Kontakt mit London und Washington ist bereits hergestellt. In diesem Zusammenhänge wird in isländischen politischen Kreisen betont, daß Island fest entschlossen sei, seine Neutralität um jeden Preis beizube halten. Die deutsche Gegenblockade °AS DEUTSCHE NACHRICHTENBÜRO ÜBER DIE UNTERBINDUNG DER EIN. FUHR SCHWEDISCHEN EISEN ERZES NACH ENGLAND Franken, wovon allein auf die Zelluloseeinfuhr aus dem Norden 970 Millionen Franken entfielen. r 1 in, 19. April. (Avala.) Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Es ist schon einige Male festgestellt worden, daß Deutschland' durch die Wendung im Norden in die Möglichkeit versetzt wur-dc. in seiner Gegenblockade gegen Eng-,and und Frankreich eine wirksame Konzile auszuüben. In diesem Zusammenhänge wurde auch betont, daß durch die gegenwärtige Wendung die Ausfuhr von schwedischen Erzen über Narvik nach ogland unmöglich gemacht wurde. In deutschen Wirtschaftskreisen wird her. ^'Orgehoben, daß nach dem britischen Wirtschaftsplan für das Jahr 1940 aus ^chweden 2 Millionen Tonnen Eisenerz ftogen werden sollten. Bis zu den Ereig d'ssen £es g, April ist faktisch nur ein geringer Teil dieser geplanten Erzeinfuhr dus Schweden durchgeführt worden. Nach Mitteilungen aus deutschen Wirtschaftsweisen haben die Erzhüttenbetriebe in Mhtel- und Nordostengland einen großen oh ihres Arbeitsplanes auf der Einfuhr es Eisenerzes aus Schweden aufgebaut. - Uch Frankreich ist, wie es weiter heißt, c,Urch lie Wendung der Dinge im Norden ,m einen Teil seiner Versorgungsmöglich ^‘iten gekommen Frankreich bezog im , re 1937 aus (jen =ibei sie ebenfalls Beweise ihrer hohen Kampftüchtigkeit lieferte. Erwähnt sei nur die Todesverachtung der »Zenta«, die Segen 17 französische Panzerschiffe den Kampf aufgenommen hatte, und die Versenkung des französischen Admiralschif-fes (»Jean Bart« bzw. »Courbet« durch ri Xll) inmitten der feindlichen Flotte und Seitab von der eigenen Operationsbasis. Die Verluste an Kriegsschiffen standen 1914 so, daß auf Seite der Zentralmächte Einheiten versenkt wurden, auf Seite d°r Entente hingegen 33. Auf beiden Seiten wurden im Verlaufe der Seeoperationen des ersten Kriegsjahres in großen treffen und Einzelaktionen, die anzufüh-len im Rahmen einer kleinen Darstellung nicht leicht möglich ist, folgende Einheiten vernichtet: Oe sterrcich - Ungarn: Kreuzer Kaiserin Elisabeth« und »Zenta«. Deutsches Reich: 4 Panzerkreu. zer: »York«, »Scharnhorst«, »Gneisen-au« und »Friedrich Karl«; 10 leichte Kreuzer: »Köln«, »Mainz«, ^Ariadne«, »Emden«, »Königsberg«, »Leip Z|g«, »Nürnberg« »Dresden«, Heia« und »Marienberg«. ' 7 Kanonenboote: »Greif«, »Komoran«, is<<> »Tiger«, »Jaguar«, »Luchs« und »Möwe«. v Außerdem erfolgte im ersten Kriegsjahr le Versenkung von 9 Zerstörern und den De|den U-Booten U 3 und U 18. Die Türkei verlor das Panzerschiff »Messudijeh« und das Kanonenboot »Be-rak i Reis«. Die Verluste Englands im Jahre 1914 setzten sich aus folgenden Einheiten zusammen: 1 Großkampfschiff: »Audacious«; 2 Panzerschiffe: »Bulwark« und »For-midable«; 6 Panzerkreuzer »Aboukir«, »Gressy«, »Hogue«, »Good Hope« u. »Monmouth«; 5 geschützte Kreuzer »Ampion«, »Path. finder«, »Hawke«, »Hermes« und »Pegasus«. 2 Kanonenboote: »Niger« und »Spee- dy«; 3 U-Boote: »E 3«, »D 5« und »AE I«. Frankreich: 1 Großkampfschiff: »Jean Bart« bzw. »Courbet«; 1 Kanonenboot: »Zelce«; 1 Zerstörer: »Mousquet«; 3 U-Boote: »Curie«, »Saphir« und »Bernouilk. Rußland: Die Einheiten »Pallad«, »Semtschuk«, »Kubanetz«, »Dunaj« und »Pruht«. Japan: Ein Einheiten »Takatshio« und »Shirotaye« sowie das Torpedoboot. Aus der obigen Darstellung geht also hervor, daß Oesterreich-Ungarn 2, das Deutsche Reich 32, die Türkei 2 Einheiten in dem einen kriegführenden Lager eingebüßt haben. England verlor im Lager der Entente 19, Frankreich 5, Rußland 5 und Japan 3 Flotteneinheiten. Spori Letztes Kräftemessen der Ligaanwärter Mit außergewöhnlichem Interesse sieht man dem sonntägigen Punktetreffen zwischen »M.a.r.i.b.o.r« und »Rapid« entgegen, dem Vorbehalten blieb, die letzte Entscheidung in der Frage der Mitglieder der neuen slowenischen Liga zu bringen. Beide Mannschaften schicken sich an, die winkende Chance für sich in Anspruch zu nehmen und die nahezu ausgeglichene Punkte- und Trefferzahl spricht auch für die Ausgeglichenheit der Siegesaussichten. Man kann sich heute schwer mit einer Prophezeiung hervorwagen, denn gerade die letzten Spiele beider Teams gegen »Železničar« zeigten, daß Ringkampfmeisterschast von Slowenien Der SK. Marathon bringt am 28. April in seinem Klubheim in Ruše die Ringkampfmeisterschaften von Slowenien in allen Kategorien für das Jahr 1940 zur Entscheidung. Startberechtigt sind alle beim Slowenischen Schwerathletikverband verifizierten Athleten, und zwar je drei Mitglieder eines Klubs in jeder Gewichtsklasse. Die Gewichtsbestimmung wird zwischen 11.30 und 12 Uhr vorgenommen, worauf die Verlosung der Gegner erfolgt. Gekämpft wird nach den Kampfbestimmungen des Jugoslawischen Schwerathletikverbandes. Die Vorrunden beginnen bereits um 13 Uhr, weshalb sich die Athleten bis spätestens 12.45 Uhr der Jury vorzustellen haben. An den Wettkämpfen werden sich die bekanntesten Matadore der Matte beteiligen, wobei auch die beste Form wandelbar werden kann. Vielleicht liegt gerade darin der besondere Reiz dieser Begegnung, die ja eigentlich das wirkliche lokale Fußballderby darstellt und diesmal auch tatsächlich Derbystimmung hervorruft. In beiden Lagern ist man mit allem Eifer dabei, die wirklich spielkräftigste Mannschaft auf die Beine zu bringen und es nimmt daher nicht Wunder, wenn man schon heute überall eine neue lokale Fußballsensation ankündigt. Der kommende Sonntag wird also wieder einmal im Zeichen eines bedeutsamen Kräftemessens der Gegner unseres »klassischen« Fußballderbys stehen. man namentlich dem Zusammentreffen zwischen Maribor und Ljubljana das regste Interesse entgegenbringt. : »železničar« nach Slovenjgradec. Ein kombiniertes Team »železničars« wird am kommenden Sonntag in Slovenjgradec ein Gastspiel absolvieren. : Der ISSK. Maribor hält Freitag, den 26. d. im Jagüsalon des Hotels »Orel« sei ne 21. ordentliche Jahreshauptversammlung ab. : Vor der Gründung des Slowenischen Skiverbandes. In Ljubljana findet am 27. d. M. eine Konferenz der slowenischen Wintersportvereinigungen statt, in der die Statuten des zu gründenden Slowenischen Skiverbandes durchberaten werden sollen. Die gründenöte Vollversammlung wird noch vor der Jahrestagung des Ju- neu erstehen ließ. Seit etwa 15 Jahren ist die Augarten-Manufaktur wieder im . vollen Betrieb und ihre Erzeugnisse haben sich inzwischen neuen Ruf erworben. Hans Schaffelhofer. Lars Olsens schlimmster Feind Humoreske von Olav Sölmund, Als ich meinen alten Freund Lars Olsen kürzlich wiedersah, da schien mir sein Wesen sehr gedrückt, was mich verwunderte, da gerade Lars früher der fröhlichsten einer unserer lebensfrohen Gemeinschaft gewesen war. »Sag mal Lars, was fehlt Dir eigentlich?« frage ich, nachdem wir zur Begrüßung einige Gläschen gekippt hatten. »Ach, Oie, da kannst Du mir doch nicht helfen. Ich habe einen Feind, einen unerbittlichen, unversöhnlichen Feind, der mich tagaus, tagein, und selbst des Nachts verfolgt und plagt!« »Du? Du hast einen Feind? Wer ist es denn wie heißt er?« »Ach«, stöhnte Lars verzweifelt, »dieser Feind heißt: Früher!« Ich glaubte allen Ernstes, Lars sei über geschnappt. »Jawohl, Oie, »Früher« heißt dieser ver fluchte Gegner. Aber Du glücklicher kannst das garnicht verstehen. So etwas kennst Du nicht, dazu muß man verheiratet sein...!« Ich schaute den armen Lars fassungslos an. »Ja, wer sollte auch glauben, daß ein einfaches Beiwort einem so viel Qual verursachen kann«. »Erkläre es mal deutlicher Lars, ich verstehe wirklich nicht«. »Du weißt, Oie, ich habe eine Frau ...« »Helga ist doch sehr nett!« »Ja, Oie, sie ist eine gute, wunderliebe Frau, doch seitdem sie sich mit meinem Feinde, mit »Früher« verbündet hat, ist ewiger Krieg, ist es kaum noch zum Aushalten. Wünscht sie Stoff für ein neues Kleid, und ich überlege nur einen Augenblick, gleich heißt es: »Ja, früher würdest Du nicht gezögert haben!« Sitze ich einmal still und nachdenklich am Schreib- tisch, schon heißt es wieder: »Früher warst Du anders!« Lese ich im Cafe die Zeitungen, klingt es sogleich: »Früher hast Du das in meiner Gegenwart nicht getan!« Möchte sie ins Kino und ich habe keine Lust, lächelt sie bitter und sagt: »Früher konntest Du nicht oft genug mit mir gehen!« Schaue ich einem hübschen Mädchen nach, gleich höre ich dann: »Früher hattest Du nur Augen für mich.« Was ich auch tue oder nicht tue, Oie, immer höre ich »Früher warst du so und so, oder tatest so und so. Dies »Früher« ist mein Feind, den meine Frau jederzeit her beiruft, ob ich gehe oder komme, lache oder weine, schweige oder spreche. »Früher« ist da, richtet sich drohend auf mich und durchbohrt mich mit seinem Stachel. Diese Vergleiche mit »Früher« und heute hören nicht mehr auf, ich, ich, ich ...« Da öffnete sich die Tür und Frau Helga trat ein. Als sie Lars in seiner schäumenden Wut erblickte, sagte sie: »Aber Lars, früher hättest Du Dich nicht So gehen lassen...!« Da sah ich meinen guten, alten, ehedem so fröhlichen Freund voll Mitleid an, ergriff seine Hand und ging schweigend da von. Man brachte ihn kurze Zeit darauf ins Irrenhaus. Büekeesdtm Jdeinet A b. Kosmos. Aprilheft. Franckh-Verlag, Stuttgart. Vierteljährlich RM 1.85. Das Zusammentreffen der starken Sonnenfleckenbildung und des ungewöhnlich starken Frostes zu Anfang dieses Jahres legen es nahe, nach einer ursächlichen Verbindung beider Erscheinungen zu fragen. Im vorliegenden Heft des »Kosmos« finden sich zwei Beiträge, , die überraschende Aufschlüsse zu dieser Frage geben: »Sonnenflecke und Baumringe« von Dr. H. Klüber und »Warum so strenge Winter?« (Walter Lamert). Mit den weiteren Beiträgen, von denen noch auf die reich illustr. Abhandlung »Versinkende Welt der Naturvölker« (Fr. Jger) besonders aufmerksam gemacht werden muß, gibt es wieder vielerlei Einblicke in die Forschungsarbeit der Zoologie und Botanik, der Physik und Astronomie, der Biologie und Anthropologie. SottMHStkeu* mi* CluisU Roman von Mara Mäganöer 14 Urheberrechtsschutz: Deutscher Roman-Verlag vorm. E. Unverricht, Bad Sachse/Südharz Vorsichtig öffnete Frau Christi den Wa genschlag und sprang hinaus, rutschte auf der vereisten Straße aus, schrie laut auf, fühlte einen furchtbaren Schmerz im Bein. Dann versank alles in ein dunkles Nichts. Der Fahrer hörte den Schrei, schenkte ihm aber keinerlei Beachtung. Erst als der Bauer an den Wagen herantrat und ihn darauf aufmerksam machte, daß aus seinem Wagen eine Dame gesprungen sei und sich anscheinend verletzt habe, stieg er aus und sah am Straßenrand ein regungslos daliegendes Etwas. War es ein Mädchen, war es eine Frau? Und aus seinem Wagen sollte sie gesprungen sein? Merkwürdige Sache! Wie kam das Mädchen in seinen Wagen? Das Bewußtsein schien sie durch den Sturz auch verloren zu haben; denn sie rührte sich nicht. Behutsam hob er die leichte Last auf und trug sie zurück zum Wagen. Als er Christi in die Polster legen wollte, stutzte er. Das war doch nicht sein Wagen? Gewiß! Es war das gleiche Modell! Aber nicht sein Wagen! Als er Christi sorgsam gebettet hatte, schritt er langsam um den Wagen herum, schaute nach der Nummer und stellte fest, daß er in einem fremden Wagen saß. Wie er dazu gekommen war, schien ihm im Augenblick unerklärlich. Nun, jetzt war ja alles gleich. Die Hauptsache war, daß die Verunglückte erst einmal unter Dach kam. Das Gut der Grechows, dessen Herr er war, lag nicht mehr weit von hier. Da schlug Christi die Augen auf und starrte ihn an. Das war doch nicht Günther! Aber sicherlich sein Zwillingsbru- der! Eine geradezu lächerliche Ähnlichkeit. Bis auf die Mundpartie, die hier ganz anders war als bei Günther. Und dann wußte es Christi trotz ihrer großen Schmerzen: Das hier war jener bulgarische Bauer. und ihr erster Faschings. kavalier! Er schien sie nicht zu erkennen. Sein Blick lag mit liebenswürdiger Neugier auf ihrem Gesicht. Eine weiche Stimme mit etwas fremder slawischer Betonung klang an ihr Ohr: »Haben Sie sich sehr wehgetan?« »Fahren Sie mich bitte zu einem Arzt!« stieß Christi mühsam hervor. »Wenn Sie gestatten, mein Fräulein, dann fahre ich Sie erst einmal zu uns nach Hause. Meine Mutter wird sich sehr über den lieben Gast freuen, und einen Arzt haben wir auch gleich zur Hand.« Christi hatte so starke Schmerzen im Bein, daß sie nicht widersprechen konnte. Der Wagen fuhr jetzt sehr vorsichtig und bog nach einiger Zeit durch ein breites Parktor in einen verschneiten Garten. Vor einer prunkvollen Villa machten sie halt. Sie sah beinahe aus wie eine kleine Burg. Wieder klang die melodische Stimme an Christls Ohr. »Bleiben Sie ruhig liegen! Ich hole gleich jemanden, der Sie hineinträgt!« Christi blieb allein in ihrem Elend. Richtig zu denken vermochte sie nicht. Dazu waren die Schmerzen zu stark und die Überraschungen dieser Faschingsnacht zu vielseitig. Ihr schien, als träume sie das alles. Da hörte sie eine gütige Frauenstimme: »Oh, was ist das für eine traurige Sa- ■Ill'llill»! MI I. J" 11 i 11 > II i im— In einem alten Weingartenhause linden Sie 1. ein träum haft stilles Wochenende; 2. die allerbeste Ferienerholung; 3. ganz ungewöhnliche Küchenleistung; 4. billige Preise; 5. Kochlehrplatz für Töchter aus guten Familien. Pension Kästner. Majski vrh (Maiberg), pošta Sv. Vid pri Ptuju. Autogarage beim Kauf-mann Furek. Sv. Vid. 2418-1 Wünschen Sie ein leichtes, geschmackvolles Brot, dann versuchen Sie das gelbe Ra-kuša-Brot. Koroška cesta 24. 2883-1 Sonntag, den 21. Avril Haus-poganzenschmaus, Konzert. Gasthaus Schlauer. Radvanje 3181-1 Gnädige Frau! 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Wer diese Menschen, die sich so plötzlich in ihr Leben gedrängt hatten, auch sein mochten — es strömte eine unendliche Güte von ihnen aus. * Als Günther von Prellwitz am nächsten Morgen erwachte, sah es in seinem Kopf aus wie in einer Kofettitüte. Alle Farbenstimmungen waren durcheinandergerüt. telt. Erinnert konnte er sich überhaupt an die Vorgänge nur sehr verschwommen. Er hatte zum Schluß noch viel Sekt ge. trunken. Blödsinn, diese Maskerade! Der Teufel hatte ihn geritten, dorthin zu gehen. Und Miß Mabel, die »rote Hexe«, hatte gelockt Nun ja, es war wohl an der Zeit, daß er wieder von dannen zog. Irgendwohin! — Schade war’s doch um die Gemütlichkeit hier. Was hatte es nur gestern abend auf dem Ball mit der Christi gegeben? Merkwürdig genug sah ja der Bursch aus, mit dem sie gekommen war. Ja, und dann waren ihm in der Nacht Erinnerungen gekommen. Da mußte er Gewißheit haben. Christls Gesicht hatte ihn an etwas gemahnt. An etwas, was länger zurücklag. Rosa würde Bescheid wissen. Da hörte er plötzlich Rosas jammernde Stimme. Um 11 Uhr hatte Rosa beschlossen, ihre Herrin zu wecken. Es mußte sein. Vorsichtig klopfte sie. Nichts rührte sich. Sie klopfte wieder. »Frau Christi! Zeit ist’s! Aufstehn!« Nichts rührte sich. Chirstl schlief aber fest! Nun, da half es nichts. Da mußte sie eben ein wenig lauter werden. Sie klinkte die Tür zum Schlafzimmer ihrer Herrin auf und blieb wie angewurzelt unter dem Türrahmen stehen. Das Zimmer war leer. Das Bett unberührt. »■<■*»* Chirstl fort! Mädchenräuber! Das war Rosas erster Gedanke. Das alternde Mädchen hatte eine blühende Phantasie. Die raubte ihr öfter einmal ihre gesunde Nüchternheit. Jammernd rannte sie durch den Gang und so "direk5 auf Günther zu. »Die Komtesse Christi ist fort!« Günther staunte sie an wie ein Geist-Er hatte keine Ahnung, wer die »Komtesse Christi« war. »Was ist denn los, Rosa? — Wer is' fort?« »Die Komtesse Christi!« Wenn Rosa aufgeregt war und sich um Christi sorgte, dann nannte sie ihre Herrin mit dem Mädchennamen. »Ich verstehe kein Wort, Rosa. Wo brip gen Sie denn mit einem Male eine Komtesse Christi her? Wer ist denn das?« Da fiel Rosa ein, daß der Graf ja unmöglich wissen konnte, wie die Dinge zu sammenhingen. Sie wurde ein wenig verlegen. »Nun, Rosa! Wer ist denn nicht wieder gekommen heute nacht?« ermunterte Gün ther die Verwirrte. »Die Komtesse Christi! — Die Frau Schramm mein i!« »Ach so! Die Komtesse Christi und die Frau Schramm, das ist bei Ihnen das gleiche?« »Freili! Wissen S’, Herr Graf! Dös mit der Frau Schramm, das war ja bloß eine Verirrung! Aber me!, was helft’s? Fort is die Frau!« Günther faßte einen jähen Entschluß-Er mußte Gewißheit haben, über etwas, was ihn seit heute nacht bewegte. »Können Sie mir sagen, Rosa, ob Frau Schramm die Frau des Rennfahrers Alfred Schramm ist, der damals bei dem Kesselbergrennen verunglückte?« Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. — Druck der „Mariborska tiskarna“ in Maribor. — Für den Herausgeber und den Druck verantwortlich Direktor STANKO DETELA, — Beide wohnhaft in Maribor.