Mz», MO. R8HG. Die erste Dbstansstellnng in Laibach. Geschildert von vi- B l e i w c i s-(Fortsetzung.). -»^nterden 38?lusstellern, welche die erste Obstausstellung entweder init eigener Fcchsung oder mit überkommenen Früchten beschickt haben, waren viele aus Laib ach und andern Gegenden des Laibacher Kreises, einige aus Inner-krain und einer aus dem Görzer'schen. Necht sehr wurde bedauert, das; von ganz Untcrkrain nicht ein Stück eingesendet wurde, obschon es bekannt ist, daß Unterkrain viel uud schönes Obst besitzt und auch in Bezug der krain i-schen Benennungen der verschiedenen Obstsorten von dieser Seite her ein namhafter Gewinn mit Grund zu erwarten gewesen wäre. Die ungewöhnliche heurige Frühreife aller Obstgattungen, zumal in dem wärmeren Unterkrain, so wie die ebenso ungewöhnliche Neigung derselben zur F ä u^l-niß, mögen wohl großentheils die Ursachen gewesen seyn, dasi unsere Obstzüchter aus Unterkrain an dieser ersten und noch nicht allgemein bekannt gewordenen Ausstellung keinen Antheil genommen haben, weil sie wegen nicht zu beseitigenden Ursachen erst Anfangs October Statt gefunden hatte. Bei dem bekannten Eifer so vieler Gesellschafrsmitglieder und Landwirrhe unserer Provinz ist im Interesse der guten Sache mir Grund zu erwarten, dasi die nächstfolgenden Obstausstellungen üichr nur aus Unterkrain, sondern auch aus Ober-und Imierkrain um so reichlicher bedacht werden, als solche Ausstellungen alljährlich regelmäßig auch in andern Provinzen unseres Kaiserstaates Statt finden und allgemein als ein bedeutendes Mittel zur Emporbringung der Obst-baumzucht angesehen werden. Der Ranm dieser Blätter gestattet uns nicht eine de-taillirte Aufzahlung der einzelnen Obstsorten, welche jeder einzelne Aussteller eingesendet hat; wir müssen uns daher begnügen, nur die Namen der Exponenten hier mitzuthei-lcn und den Dank der k. k. Landwirthschaft-Gesellschaft für die bereitwillige Unterstützung einer guten Sache öffentlich auszusprechen. Folgende E.rponcnten haben in nachstehender Reihenfolge die Obstansstellung mir Einsendungen beschickt: Hr. Bariholomäus Urschitsch, Pfarrer in Steinbüchel, mit Pfirsichen, deren 3 Stück über 1 Pf. wiegen, 2 Sor- ten Birnen, und den als vorzügliche Wirthschaftsäpfel bekannten Süßäpfeln, die sich ohne künstliche Aufbewahrung durch 2 Jahre erhalten lassen. — Michael Bisjak, Landmann aus Drashovnik, Pfarre Dobrava, exponirte 6 Sorten edler Aepfclsortcn, 1 Gattung Birnen, Nüsse und Pfirsiche. — Frau Franziska Edle v. Ve st beschickte die Ausstellung mit einer sehr reichhaltigen Sammlung der edelsten Aepfel- und Birnsorten aus ihrem Obstgarten in Schrot-tenthurn bei Krainburg, welchen ihr sei. Gemahl, der für die vaterländische Obstbaumzucht vielverdiente und leider viel zu früh verstorbene k. k. Professor der Landwirch-schafr in Laibach mit den edelsten Obstsorten angepflanzt hat. Die Frau Erponentin sendete aus den, von ihr sorgfältig gepflegten Garten 26 Aepfel- und 15 Birnsorten und 6 Srück span. Traubeu. — Hr. Anton Vcrrovz, ein fleißiger Obstbaumzüchter in Franzdorf, Bezirk Oberlaibach, überschickte 5 Sorten recht schöner Wirthschaftsäpfel und 6 Stück holländischer Feigcnbirnen.— Die wegen schönen Obstes rühmlich bekannte Billichgratzcr - Gegend hat an dem Hrn. Richard Grafen v. Blagay und an dem Hrn. Pfarrer Johann Resch die vorzüglichsten V.'rrrerer gefunden. Das reichhaltige Ensemble der edelsten und nutzbarsten 28 Aepfel: sorten des Hrn. Grafen v. Blagay hat die allgemeinste Aufmerksamkeit in Anspruch genommen; ebenso die hochedlen 7 Birnsorten, aus Zweigen vom kais. Garten in Schönbrunn gezogen; außer diesen erponirte der Herr Graf noch 2 Sorten Wasserbirnen und 3 Stück Herbstpfirsiche. — Ausgezeichnetes Obst, besonders viele Ae Pfelsorten, hat auch der Hr. Pfarrer Resch aus Billichgratz eingesendet und dadurch bewiesen, daß er sich auch die ebenso interessante, als nützliche Obstbaumzuchr recht warm angelegen seyn lasse; denn 31 Sorten theils sehr edler, theils sehr nutzbarer Aepfcl und 7 Birnsorten schmückten die Ausstellung. — Hr. Johann Smuk, Oberrichter aus Oberlaibach, erponirte 3 Stück Pfundäpfel (großer kiunliolii-), die durch ihre Größe Aufsehen machten. — Der im Jahre 1842 mir der Gesellschaftsmedaille für fleißige Obstbaumzüchter dccorirte, um die Obstbaumzuchr sich verdient gemachte Greg or Sedu scha k, Landmann in Tainiz, Bezirk Münkendorf, hat durch die 37 Sorten zum Theile sehr edler Aepfel und 8 Sorten Birnen bewiesen, daß er jener Auszeichnung würdig sey.— 358 H^. Georg Freiberger, bürgerl. Klempner alis Laibach, hat durch die 4 Sorten edler Weinrebensorten aus seinem Garten s Frankenthaler, Gucedel, Imperial, 'Muskat) seinen löbliä)en Eifer für Pomologie an den Tag gelegt. — Eine große Zierde der Ausstcllnng waren 28 Sorten au) Gozhe ob Wippach durch den Hrn. Pfarrer Valentin Kodre und den Herrn Io ha nn Ferj a nzhiz h, Nealitätenbesitzer daselbst, eingesendeter schwarzer nnd weißer Trauben, worunter die meisten von der edelsten Gattung. Es war eine herrliche Gallerie, diese 28 Traubensorten in sehr schönen Eremplaren nebeneinander hängen zu sehen; uns scheint besonders die O d er felder-Trau be der größten Beachtung werth, weil wir uns denken, daß Krain mit diesem berühmten Weine, im gemeinen Leben unter dem Namen des Kin........ bekannt, wenn er in größerer Quantität pro- duzirt werden würde, einen sehr vortheilhafcen Handel auch ins Ausland machen könnte, wo er fich mit Ehren neben den besten französischen behaupten würde. Ganz besonders ausgezeichnet war das Obst des Hrn. Ferdinand Schmidt aus Zchischka, welcher in seinem Obstgarten wirklich nur die Elite der'Apfelsorten besitzt, wovon er 31 Gattungen ausstellte und ncbstdem 5 Sorten Birnen. — Hr. Franz R. Souvan, Handelsmann in Laibach, erponirte alis seinem, vormals Graf'schen, lind wegen der vielen und guten Obstsorten vortheilhaft bekannten Garten: 4 Stück Birnen, die unter dem Namen »Königs-geschenk von Neapel" bekannt sind, durch ihre Größe im-poniren, sonst aber nur als Kochbirne Beachtung verdienen. Der Name »Königsgeschenk von Neapel" rnhrr daher, weil dieser Baum vor vielen Jahren vom Könige von Neapel dem Herzoge von Würtemberg für verehrte weißeH i r sch e n zum Gegengeschenk gemacht wurde. — Gregor Bern ik, Landmann in Dobrava, gab zur Ausstellung 5 Sorten sehr guter Wirthschaftsäpfel; Hr. Georg Pajk, bürgl. Zim-mermeister in Laibach, 5 Stück der vorzüglichen sächsischen Winter butterb irnen und 5 Stück Birnen-Quitten. — Hr. Anton Uklnar, Pfarrer in Tomai, sandte ein Eremplar der zu Compoten ganz vortrefflichen Winter-Königsbirne. — Hr. !)r. Strnppi expo-uirte aus dem der k.k. Landwirthschaft-Gesellschaft eigenthümlichen Polanahofe 42 Sorten meist sehr edler Äpfel-und 9 Birnsorten, dann Nüsse und Haselnüsse von vorzüglichster Güte, und endlich mehrere Stücke der allgemeines Aufsehen erregenden kolossalen Kürbisse, »Centner-Kürbisse" genannt, wovon die Kerne zur Anpflanzung unentgeltlich vom Hrn. Dr. Struppi bezogen werden können. — Hr. l)i'. Orel exponirte aus seinem Garten in Laibach gute Wirthschaftsapfel, edle Birnsorten, Azarolen-apfel, Quitten und Mispeln, dann vorzügliche Gemüsegat-tungen. — Gar-z vorzügliche Aepfel« und Birnsorten von, ersten Range und vortreffliche Weintrauben exponirte Herr P. Hudovernik, Handelsmann in Laibach , welcher mir Recht einer unserer vorzüglichsten Obstbaumzüchrer genannt wird. Franz Bisjak, Landmann aus Dobrava, überbrachte den großen So mmcrramb our und noch andere ganz ge- wöhnliche Aepfel - und Birngattungcn, die jedoch ebenfalls sehr willkommen waren, weil der Zweck der Obstausstellung nicht ist, bloß edles Obst, sondern jede in Kinin vorkommende Art kennen zu lernen. — Aus dem sogenannten »Thiergarten" des Hrn. Joseph Bischof, Papierfabrik-Mitinhabers, wurden 3 Sorten vorzüglicher Aepfel - und 2 Sorten edler Birnen, dann Birnquitten eingesendet. — Hr. Georg Laurin, Richter in der Vorstadt Tirnau in Laibach, erponirre recht schöne Wirthschafcsäpfel, Wasserbirnen und italienische Nüsse; —Hr. Johann Wohinz, Kunstgarrner in Laibach, aus der Classe des Gemüses, weiße frühe Kohlrübe, schwarzen und rothen Rettig. — Frau Elisabeth Pelikan, Gutsinhaberin in Rortenbüchel, erponirre vorzügliche Herbstpfirsiche; — Hr. Peicr Lesko-vitz, Realitätenbesitzer in Veharsche und Secr. Adjunct, schöne G l o ck e n b irnen; — Hr. Simon Tomz, Gast-wirch in der Vorstadt Krakau, H erb st pfir si che;—Anton Poßnig, Gärtner auf der untern Polana, 2 Gattungen Faseolcn (^Fisolen) ; — Helena Tomz, aus der Vorstadt Krakau, Pflaumen. — Hr. Friedrich Gre-ßel, Realitärenbesitzer und k. k. Gnbernial-Kanzellist in Laibach, welcher bekanntlich sehr ausgezeichnete, edle Birn.' gattungen besitzt, erponirte 4 Birnsorten voin ersten Range, 2 vorzügliche Aepfelgattungen , Fraiikenthaler - Trauben und Kipfel-Erdäpfel. — Hr. Joseph Seunig ««»lor, Ha»-' delsmann in Laibach, der als Obstbalimzüchter und O^' kenner schon lange rühmlichst bekannt ist, zierte die Obstausstellung mit den schönsten Eremplaren der edelsten Birn - und Aepfel-sorten, und zwar mit 11 Gattungen Birnen und 0 Gn^n,,-gen Aepseln. Was insbesondere die B i lng a ttun ge n betrifft, dürfte der Garten des Hrn. I. Seunig wohl die größre Reichhaltigkeit des Obstes vom ersten Range besitzen. — 4 Obsthandlerinen aus Wippach brachten Trauben und Feigen zur Ausstellung. — Frau Anna Jane sch, bürgerl. Ledererswitwe in Laibach, erponirte aus ihrem Garten schöne spanische Trauben, Paradiesäpfel u»d Gurken, — Unser tüchtige Pomologe und Mitglied der k. k. Landwirthschaft-Gesellschaft, Hr. Pater Benvenut, Franziskaner-Or-denspriester in Laibach, besorgte vermiedene Aepfel- und Birngattungen aus seinem Geburtsorte Strasische bei Krainburg und aus Neumarktl, zum Behufe der Kenntniß aller in Krain vorkommenden Obstiorten, wofür dem würdigen Pater die Landwirthschaft-Gesellschaft sehr verpfiich-ter ist. —, Hr. Andreas Fleisch mann exponirte aus dem k. k. botanischen Garten in Laibach, außer einigen Q n i t-tenäpfeln und Grund- oder Erdb i rn en, (llyliantlnis Nlli6ss»8U8) , die wahrscheinlich vor der Einführung der Kartoffeln in Krain zum Genusse verwendet wurden, auch einige Stücke Fei gen, als dritte die ßjä h rige Frucht. In der Zeit, als der hiesige botanische Garten in Cultur gesetzt ward, wurden anch einige junge Feigenbäumchen eingesetzt, welche in der Folge alle Jahre Früchte getragen haben, die aber zum ersten Male im Jahre 1834, jedoch nnr ein Mal im Herbste bis zur vollkommenen Reife gediehen sind. Die bei der heurigen Ausstellung e.rponirten Früchte 359 dritter Fechsung waren Anfa!:^,5 O^obcrs zw.'.:' noch nicht vollkommen reif, die in der Mitte Occobers vom Baume genommenen Stücke jedoch waren rollkommen zeitig, von ansehnlicher Größe und sehr köstlichem Geschmacke. — Herr Ignaz Bernbacher, Handelsmann in Laibach, erpo-nirte 3 Stücke der echrcn gra u e n franz ö si s ch e n Rei^ nette, welche eine der ansehnlichsten Reinetten an Größe ist und sehr häufige Anpflanzung besonders im cultioirten Lehmboden verdient, weil sie auch in ungünstigen Jahrgängen sehr fruchtbar ist, indem sich der Baum nicht zärtlich in der Vlüche zeigt. — Aus dem Garten des Hrn. Simon Pes-siak wurde schließlich ein schönes Eremplar der für die Oeconomie ausgesucht guten Knoop's-Butterbirnc eingesendet. ( V eschll! ß folgt.) Flora Tristan. Novelle nack Jules Ianin von 33, Obsiegcr. (Fortsetzung,) Endlich kam der so herbeigesehnte Onkel, Don Rio de Tristan, an. Dieser Mann war ein Gemisch von versteckten Lastern nnd brillanten Eigenschaften; sein Lächeln war erzwungen, als ob er sich der Lüge schäme; er war nicht weiter böse, für einige Zeit an seiner Tafel eine schöne junge Frau aus Frankreich zu haben, aber von der Herausgabe des kleinsten Theiles ihres Vermögens, davon muß man mit einem solchen Mann nicht sprechen, denn er liebt das Geld mehr, als die Ehre. Vergebens erzählt ihm diese Fremde mir der süßesten Stimme, daß sie wirklich die Tochter seines Bruders, seine Nichte und er also ihr Onkel wäre; Don Rio antwortete ihr, daß dabei nur ein kleiner Umstand zu ihrer Anerken» nung fehle, und zwar der — Heirathsconrracr. Donna Flora war ein reines Naturkind und bei dieser Bemerkung, welche von ihr gar nicht vorhergesehcn war, erschienen auch ihr alle diese Unordnungen, alle diese Unglücksschläge, denen sie ausgesetzt gewesen, sich in einem ehernen Kreise um sie her zu bewegen, plötzlich in einem andern Lichte. Kaum hatte diese Frau die geselligen Bande gebrochen, als sie auch schon erfuhr, was es koste, welche Folgen cs habe, sich den einmal festgesetzten Regeln zu entziehen. Wegen einer bloßen Formalität, wegen eines mangelnden Heirathscontractes hing sie, die unglückliche Tochter, rein von der Gnade ihrer Verwandten ab, war sie enterbt, verkannt und gezwungen, ihre Hand bittend um Almosen auszustrecken, anstatt die Reichthümer zu emvfan-gen, welche ihr geworden wären, wenn ihre Mutter nicht durch eine leichtsinnig, ohne Vorsichtsmaßregeln geschlossene Heirath das Glück ihres Kindes zerstört hätte. Wahrlich, so kettet sich Eins an das Andere in dieser Welt; ein Abgrund folgt auf den andern, ein Unrecht zieht das andere nach sich. Und wie sollte jener harte Mann sich auch für diese Abenteuerin interessiren, welche nicht einmal ihre Verwandtschaftbeweisen konnte? — solche Beweise, welche nichts Romantisches haben, sind gerade dadurch nützlich, daß sie eine Wahrheit unumstößlich befestigen. Man zerbricht die Bande, die an'ö gesellige Le^n knüpfen, und durch eine ge- rechte Vergeltung findet es sich, das; ähnliche geheiligte Bande schon im Voraus zum Nachtheil des Ucbertreters jener Gesetze zerrissen waren. Man überläßt sein Kind dem Zufall der Geburt, nnd wie Alles auf dieser Erde sich rächt, so finder man in dem Augenblick, wo man keine andere Hilfe hat, als die Hoffnung, nicht in gleicher Verlassenheit zu stehen, daß die Ältern uns auf gleiche Wcise den Zufälligkeiten einer ungewissen Abkunft ausgesetzt haben; das ist traurig, das ist schrecklich, doch diese Verkettungen von bösen Leidenschaften und Zufällen waren vielleicht niemals folgerichtiger, als in dein vorliegenden Beispiel. Um das Unglück dieser Fran auf den höchsten Gipfel zu treiben, mußte sie in Arrequipa selbst den Wiederhall der Revolution in Europa empfinden; sie horte den Lärm der Waffen und das hochtrabende Prahlen jener lächerlichen Armeen, deren Plünderungssysteme viel mehr Furcht, als ihre Waffen Schrecken erregten. Ihre Zeit schlich langsam dahin in dem Besuch der Kirchen und Klöster, in einer ge-zwungcnen Trägheit; sie bemühte sich, zu vergessen, daß sie unter dem Joche eines Oheims lebte, der keinen andern Wunsch hatte, als sie so bald wie möglich nach Frankreich zurück zu spediren, so arm und entblößt, wie sie gekommen. Ach, nur zu bald trat dieser Fall ein; sie vermochte nicht mehr, dort zu bleiben; die Gemeinheit dieses Onkels und seiner Diener schienen ihren Gipfel erreicht zu haben; man verweigerte ihr nach und nach Alles, die gute Frau hatte zuletzt nicht einmal mehr die nöthigen Kleider. Der Rückweg war noch schrecklicher, als der Herweg, denn dießmal war am Ziele nicht die Fahne der Hoffnung aufgepflanzt; Flora war genöthigt, der ungastlichen Erde und den schönen, auf Sand gebauten Schlössern Lebewohl zu sagen, und der liebenswürdige Oheim harte der Unglücklichen nicht einmal genug Geld zur Rückkehr gegeben, denn er war ein Mann, vollkommen stark genug, um die reichsten und ausgedehntesten Hoffnungen mit einein Schlage zu zerbrechen. (Fortsetzung folgt.) Feuilleton. (Herr Garl Steiner, Mechaniker ans Straßburg) ist so eben von Gratz hier angekommen, um auch in Laibach, wie in Wien nnd Gratz, sein berühmtes Modell einer atmosphärischen Eisenbahn aufzustellen. Dieses Modell ist nach dem Clegg'schen System in England mit unsäglichem Fleiß construirl. Die hohe Auszeichnung, welche diesem Mechaniker im laufenden Jahre dadurch zu Theil wurde, daß Seine Majestät, der Kaiser, und der allerhöchste Hof dieses Modell in Wien zu besichtigen geruhte, der zahlreiche Zuspruch des Publikums in den genannten beiden Ttädren, endlich die Belobungen in den Wiener Blättern dürften dazu beitragen, daß auch Laibach's kunstsinniges Publikum dem Hrn. Steiner rege Theilnahme schenkt. Hr. Steiner mußte bereits, laut einem Berichte der Wiener »Theaterzeitung," auf Befehl Seiner Majestät ein gleiches 'Modell anfertigen, welches dann im technischen Eabinett Seiner Majestät (im k. k. polytechnischen Institute) aufgestellt wurde. HerrStei- 360 i, er will die Laibacher auch noch durch ausgezeichnete p!)!> sitalische Erperimente überrasche!,. (Gräßliches Nngliicl.) Am 20. October ereignete sich in Kollos, Pfarre 'Sr. ?lndrä in Leskowiß, nächst der croatischen Gränze in Untersteyermark, Folgendes: Ein Bauersweib ging alif ein umreit ihre? Hauses gelegenes Feld, um zu arbeiten, als indeß ibr kaum 14 Tage altes Kind bei offener Thüre von einem Schweine aus der Wiege gerissen und von demselben derart mic einem Heißhunger verzehrt wurde, dasi von dem armen Kinde nur Kopf und Füße, durch die RückHaut verbunden, übrig blieben. Als das Schwein mit diesem Neberbleibsel in's Freie eilte, wurde es nach und nach von einer Menge Menschen, welche auf den Ruf zweier Herren herbeigeeilt waren, verfolgt, und endlich mit einem derben Schlage zu Boden geworfen, wo es dann seine Beute fallen ließ. Papierkorb des Mmüsanten. Ein Maler hatte das Bildniß eines Musikers zu malen. Als es fertig war, zeigte er es einigen Bekannten des Letzteren, um ihr Urtheil zu vernehmen. Einer derselben wollte eine vollkommene Aehnlichkeit schlechterdings nicht anerkennen. Da hüpfte plötzlich der fünfjährige Knabe des Musikers in's Zimmer herein, stellte sich vor das Bild und rief häudeklatschend aus: »Mein Papa! mein Papa!" Das schmeichelte dein Maler außerordentlich. Er warf sich in die Brust und rächte sich mit einem triumphirenden Gelachter an dem Tadler. Dieser aber wandte sich zu dem Kinde mit der Frage: woran es denn in diesem Portrait den Vater erkenne. »Ei," erwiederte der Kleine, »da ander — Violine!« Ein Dienstmädchen, welches unlängst bei schlechtem Wetter einen Barometer von einem Mechanicus zu ihrem Dienstherr» trug, glicschte im Schmutze aus, und der Barometer fiel in den Koch. Sie weince über das Unglück, doch ein Vorübergehender tröstete sie mic den Worien: „Liebes Mädchen, geben Sie sich zufrieden, das geht nicht anders, bei schlechtem Wetter fallen alle Barometer." Ein junger Modebcugel, der mehr Schulden, als Bescheidenheit besaß, bekam dieser Tage ein Billet mit der Stadrpost zugestellt. Auf dem duftendsten Papiere mit Goldschnitt und Goldsiegel stand von zierlicher Frauenhand gekritzelt: er möge sich zu einem Rendezvous an einem bestimmten Orte einfinden. So etwas läßt sich der eroberungssüchtige Stutzer nicht zwei Mal schreiben. Um die bestimmte Stunde fand sich unser Don Juan in der bezeichneten Wohnung ein. Er trat ein, mir der gespanntesten Erwartung, als plötzlich sein — Schneider vor ihm stand! — Er zog ihm höflich den neueu Rock aus, und schickte ihn nach Hause. Theater «t Lmbach. Die ersteGassrolle der geschätzt?« Dlle. Spengler war Maria Stuart im gleichnamigen Trauerspiel von Schiller, und zwar vcrflos, scnen Donnerstag's am 5. November. Referent muß sich leider bloß ans Hörensagen halten, indem er verhindert war. der Vorstellung anzuwohnen. Die Darstellerin soll die unglückliche ^ckottenkönigin in der glücklichsten, treuesten Auffassung repräsentirt und sich geregten. reichlichen Beifall erworben haben. Neben ihr werden mit Auszeichnung genannt: Hr. T h o-me (GrafLeiccster). Mad. Nä'ntz (Königin Elisabeth). Herr Vucl'wald (Mortimer). Die Vorstellung war sehr zahlreich besucht und erfreute sich. besonders in den letzten Acten, lebhafter Acclamation. — Freitag am 6. No-'oember producirte sich der seit dem Jahre 183!) hier bekannte. nun schon ganz ausgesungene italienische Er - Tenor > Herr 3 u > gi Pantaleone, vor einem schauderhaft leeren Hause i» einigen Opern - Arien, Der Beifall war nicht aus Mangel an — Handen spärlich. Vir haben das Vergnüge» nicht gehabt. Herrn Pantaleone in seiner Glanzperiode zu hören, daher uns sein jetziaer Gelang, da wir nicht einmal in der Erinnerung an sein Einst schwelgen konnten, gänzlich kalt lassen mußte. Das alte bekannte Lustspiel: ,.Das war ich/' welches nebenbei gegeben wurde, sollte wohl nicht alljährlich zum Lückenbüßer dienen, da es schon zu sehr abgeleiert ist. Die Aufführung war eben auck nickt die beste der schon gesehenen! — Samstag am 7, November zum ersten Male-. ,.Noch ist es Zeit." schau» 1picl in 3 Acten von X. A. Einig? Langen und ermüdende Episoden glcich im Eingänge abgeregnet, musi sowohl der echt moralischen Tendenz, als der gut angelegten und consequent durchgeführten Handlung dieses Stückes gerechtes Lob gespendet werden. Man sagt, das Stück habe eine Frau zur Verfasserin, Wenn dem so ist, so erscheint es um so zweckmäs'iqer, wenn eitlen, gefallsüelttigen, leichtsinnigen Frauen von einer ihres Geschlecktes in diesem Schauspiel ein treuer Spiegel vorgehalten wird. Dl!e. Spengler spielte die Gräfin Willnau als Gast besonnen und verstänoig, wie es sich von dieser gebildeten, denkenden Künstlerin erwarten ließ. Herr Tha-'m 6, als Minister, war sehr wacker und gegen den Schluß des 2. Actes besonders ausaezlich»et- Herr Schnitzer gab den alten, ehescheuen General von Willnau treu militärisch- .Dlle. Kohrner zeigte sich in der Parthie der Pauline recht vorteilhaft und rechtfertigte unsere schon früher ausgesprochene Meinung in Bezug auf donvcrsalionsstücke', auch Mad. Vl ii mau er, als die jung seyn wollende, eitle Baronin v. Gaaren, verrieth Tackt. Routine und Sicherheit und sollte auf sich selbst mehr Zutrauen setzen. Herr Vlumenfeld erschien lins in der Rolle des Kammerherrn v- Scberrschau in der That als sehr vorzüglich, indem er den feinen, gcselliaen Hofcavalier in Ton und Manier treffend auffaßte. Bei Herrn Vuchwald (Prinz Adalbert) schien es, ungeachtet der unbedeutend kleine,» Rolle bezüglich des Memorirens etwas zu hapern. Auch kann man i„ solchen Parthieen in feiüer Tournure und echt cavaüermäßigcm Tackt fast nie zu viel thun. Mad. Moldt ist uns sehr lieb als eine keifende Haushälterin, komische Alte u. dal-; in Parthieen der Anslandsmüt-ter. wie hier Gräfin von Strahlen, sollte sie sich jedoch nicht herausstellen. Dieß unser Rath. — Dlle. M auerhofer gab das Kammermädchen der Ha» ronin recht nett- Das Stück sprach entschieden an. — Sonntag am 8. No-vemder: ,,Wer wird Amtmann? oder: des Vaters Grab," locales Lebensbild mit Gesang in 2 Acten von F. Kaiser- Ein sckon bekanntes Stück ohne besondere Vorzüge. Vor allem muß Herr Moldl als Stumpf! er- abzugewinnen wußte, daß man sse wohl kauin besser dargestellt sehen kann» Homerisches Gelächter begleitete ihn durch alle seine Scenen; kurz. er war wieder köstlich. Herr Gramdach, als Amtsfchieiber Baumlang gefiel besonders in seinen Conplettsvorträgen. Herr Schnitzer (Oberjäger Eichberg) und Herr Vlumenfeld (Zecretar Strenge) lösten ihre Auf: gaben zur vollen Zufriedenheit, auch Herr Gottdank (Wilhelm) spielte mit uü'l Feuer und Gefühlswärme; die übrigen Rollen sind nicht hervorstechend. Das Localisiren aller Darsteller bis auf den Grafen und seinen Secretär schien uns eben nicht am Platze- Kann denn eine Amtmannsfrau, wenn sie auch auf dem Lande lebt, nickt gebildet rede»? ^ Müssen ihre Söhne, worunter Wilhelm ein Künstler ist. wie auch die Tochter, dem Hans Iörgel gleich reden? — Das Haus war in allen Räumen sehr gut besetzt. Leopold Kordesch. E h a r <5 d e. ( Dreist, lbi g.) Durch die dritte wird der eisten -?ylb?n Paar Dem zum Lohne, der das Ganze war- X. Y. Z. Neuigkeiten. Die ungarische Tänzergcsellschaft des Herrn Vcszter Sandor. die in letzterer Zeit in Wien und kürzlich in Gratz so entschieden gefiel, dürfte nächstens auf ihrer Durchreise in unserem Theater einige Vor« stellungcn geben. Zuglcick diene zur Nachricht, daß in Kürze das so viel Aufsehen machende, aus dem Französischen übersetzte Drama: ,,Der Weibermartt von London." ein ?eitenstück zur „Mutter aus dem Volke," zur Auf« führung gebracht werden solle. — d — Verleger: Iguaz Alois Gdler v. Klciumayr.