2N2IIVNN3UU lnr Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nediftirt von Franz Hermann von Hermannsthal. «^ 38 . Freitag am RO. September I.84R.. ^ ^ N»,i dieser Zeilsltirif! erscheinen >vöchenll><<> zwei Nummern, iedes Mal ein halber Boacn. Der Preis des Nlaltes >N in Laibach aan,!clbr>»t>, " ^ ia!b,abr,g z ^, Duri» die l. k. Post unier l^nuverl mit porioireier Zusendunn aanzjäbr,» u, halbiabria , ^. C.M., und w,rd dalbiiiblic, uorause befahlt. ÄUe l. l. Postämter »eomen Pranumerai,»» »n. In La,ba<« pränumeriri man, beim Nerleaer am staa», Nr. lyn, »n ersten Stocke. Serapis und der Mörder. (Aus dem Lateinischen.) 3! » morscher Wand schlief einst ein wüster Mordgelellc; Zu ihm, erzählt man, sprach Serapis dies im Traum: »Unglücklicher, steh' auf, entfliehe dieser Stelle, Und suche fern von hier für deine Ruhe Raum.« Do wacht er auf und geht. Sogleich stürzt auch die Mauer, Die lange schon genickt, in Trümmern trachend hin. Er zollt de» Glittern Dank für fern're Lebensdauer, Im Wahn: den Schlechten selbst beschirm' ihr gnäd'ger Sinn. Serapis stieg ihn, d'rauf in nächster Nacht auch nieder: «So «laubst du, daß auch wir der Frevler Freunde sei'»? Nicht enden ließ ich dich wie Einen, der d» bieder: Es harrt ei» Richterspruch, ei» schmachvoll Ende dein.« Die Freiherren Räuber. Nachgelasse» «o» Karl Premier. (Fortsetzung.) Nachdem er die Stelle eines Landeshauptmanns im Jah­re 1530 niedergelegt hatte, lebte Christoph nur noch sechs Jahre in unermüdecem Wirken als Fürstbischof und geistlicher Oberhirt seines Vaterlandes, dann als Statt­halter in Wien, wo er am 26. October des Jahres 1536 sein ruhmgekröntes, verdienstvolles, theures Leben beschloß. Seine sterbliche Hülle wurde nach seiner fürstbischöflichen Residenz Oberburg im cillier Kreise in Steiermark ge­bräche, und dortselbst beigesetzt. Mit Stolz kann unser theures Vaterland auf diesen Fürsten blicken, der als Seelenoberhirt, als Staatsmann, Diplomat, und im Kriegs­gewande so seltene Tugenden und Kenntnisse zu vereinigen wußte, und mit vollkommener Hingebung an seine schwe­ren und verschiedenartigen Berufspflichten seinem Gott, dem Kaiser und dem Lande lebte. Mit Christoph's Tode ist zwar ein hell schimmern­der Edelstein des Geschlechtes der ritterlichen Raub er erloschen, allein wir sehen in der Folge wieder ausgezeich­nete Glieder derselben in der Geschichte des Vaterlandes wir zwei Agnaten Christoph's, Hanns und Niclas Rau­ber, im Gefolge des neuen Königs, werth geachtet, der Reihe der böhmischen Großen als Repräsentanten der kli ­nischen Edelgeschlechier beigesellt zu werden. Als im Jahre 1530 eine Abtheilung der Völker des Johann Zapolya, mit türkischen Truppen vermengt, Szy­geth belagerte, und sich den croatischen Grenzen näherte, entsendeten die Herren Stände Krains ihre Gültenpferde nach Croatien, unter Anführung ihres Hauptmanns, Ja. cob von Lamb erg. Unter dieser Ritterschaft erschien auch Caspar Raub er mit zwei gerüsteten Pferden. Wir gehen nun zu jenem durch Stärke und mann­haften Ritterslnn bekannten und ausgezeichneten Andreas Eberhard Rauber über, welcher des Kaisers Maximi­lia n il . Hofkriegsrath und Liebling, und eine Zierde des steierischen Adels gewesen. I n Steiermark begütert, be­saß er dort die Herrschaft Thalberg und den sogenannten Rauberhof — nun das sich so sehr auszeichnende Ioan­neum. Seine herkulische Stärke und sein in zwei dicke Zöpfe geflochtener, bis zum Boden hinab und von da wieder zu­rück bis an das Kinn hinaufreichender Bart haben ihn der Mir- und Nachwelt besonders merkwürdig gemacht, und sein im Ioanneum, seinem ehemaligen Wohnsitze, aufbe­wahrtes Bild erweckt bei dem Beschauer desselben noch im­mer Verwunderung. Schade, daß wir nicht so glücklich sind, von diesem Bilde eine Copie zu besitzen, um selbe im vaterländischen Museum aufzustellen, und die Erinnerung an ein im Vaterlande nicht mehr bestehendes Ritter- und Herrengeschlecht auf solche Weise frischer und lebendiger zu erhalten, ein Geschlecht, welches einst dem Vaterlande tapfere Helden lieferte. Dieser Riesenritter—er maß drei Ellen in der Höhe — hat Vieles mit einem anderen gleich starken und heroischen krainischen Ritter, dem mächtigen und tapferen Erasmus von Bur g st all , Inhaber der Herr­ schaften Freithurn und Krupp im möttlinger Boden, ge­ erglänzen. mein, welcher, einem Athleten gleich, centnerschwere Steine Als Ferdinand I. zu Prag zur vorhabenden Krö­ in bedeutende Entfernungen mit einer Leichtigkeit, schleu­ nung als König von Böhmen seinen Einzug hielt, sehen R5s> derte, Hufeisen zerbrach, und eine solche Größe hatte, daß ein hochgehörnter Ziegenbock zwischen seinen ausgespreiteten Beinen, ohne ihn zu berühren, durchlaufen konnte. Rauber erschien allenthalben'im Gefolge seines Kai­ sers, und Marimilia n vermißte ihn nie gerne, weßwe­ gen er denselben auch allenthalben begleiten mußte. Durch seine außerordentliche Mannskraft, womit er mit einem Hiebe die feindlichen Reiter bis zum Sattel spaltete, er­ regte er allgemeine Bewunderung, dergestalt, daß man, um ihn zu sehen, an das Hoflager des Kaisers reisete. Aber auch das Frauengeschlechc war dem tapfern Ritter gar nicht abhold, da er ein schöner Mann war, und die weibliche Sanftmut!) sich gerne unter den Schutz männli­ cher Stärke flüchtet. Rauber fehlte bei keinem Turniere, und warf man­chen wackern Ritter, der sonst siegte, mit seiner kräftig ge­führten Lanze vom Pferde in den Sand. Wie manchen Dank erhielt er nicht! Sein Ruf verbreitete sich allenr­halben. Als Marimilia n seinen fürstlichen Bruder, Erzher­zog Karl li., zu Graz besuchte, nahm er auch seinen lie­ben Raub er mit, und dieser, in Steiermark geboren, folgte dem Rufe seines Kaisers um so lieber. Erzherzog Kar l bewirthete seinen kaiserlichen Bruder königlich. Feste reiheten sich an Feste, Gastmähler wechselten mit Scharf­rennen und Lanzenstechen. Nirgends fehlte Raub er. Er setzte auch hier manchen aufgeblasenen Ritter in den Sand. Dieses verdroß vorzüglich einen im jüdischen Glauben er­zogenen, später zum Christenihume übergetretenen Athle­ten, der sich eben damals in Graz befand, durch Kunst­stücke und Proben aller Art eine besondere Kraft zu ent­wickeln wußte, und allenthalben großes Aufsehen erregte. Dieser bekehrte Jude, der in gerader Linie von Sim­son abzustammen vorgab, wollte Ma ub er's Ruhm vernich­ten, sprach spöttisch von dessen Stärke, und prahlte, »er wolle ihn, einem Feldttele gleiche zerbrechen." Ja seine Unverschämtheit ging so weit, daß er sich in die erzherzog­liche Burg einzudrängen wußte, und während dort Tafel gehalten wurde, im Speisesaal erschien, und den Freiherr« Raub er zu einem Faustkampfe kühn herausforderte. Rauber und alle Anwesenden zürnten zwar über die Verwegenheit des jüdischen Großsprechers, doch hielt ersterer es nicht unter seinem Stande unö seiner Würde, den angebotenen Strauß anzunehmen, und zwar sogleich, damit der abenteuerliche Ausforderer keinen Anlaß finde, ein lügenhaftes Gericht ob nicht angenommenem Kampfe zu verbreiten. Ueber Rauber's Ansuchen wurde der Speisesaal schnell in einen Kampfplatz umgewandelt. Wer auf demselben den ersten Schlag zu führen hätte, sollte durch das Loos entschieden werden. Dieses entschied für den Juden. Derselbe versetzte nun dem Räuber mit sei­ner Faust einen solchen derben, kraftvollen Schlag, daß der Freiherr zu Boden siel, und ohnmächtig weggetragen wurde. Durch volle Acht Tage hatte der Raub er mit seiner Erholung zu thun. Nun erschienen Beide wieder. Raub er fand bei seinem Erscheinen seinen hochmüthigen, auf ihn spöttisch herabsehenden Gegner bereits anwesend. Allein kaum hatte der Freiherr denselben und dessen spöttische Blicke bemerkt, als er auf ihn zusprang, sich seines Gegners Bart um seine Hand wickelte, und auf selben mit der Rechten einen dergestalt gewaltigen Schlag führte, daß der Bart sammt dem Kinne, von der obern Kinnlade ab­ gerissen, in der Hand des Freiherrn hängen blieb, und der Jude an den Folgen dieser Verstümmlung sterben mußte. Einen andern unblutigen und lustigen Zweikampf be­ stand unser Freiherr in der Folge, welcher ihm Hymens Freuden verschaffte. (Beschluß folgt.) Charlotte. ErzMunZ «on E. Nebon. (Fortsetzung.) lV. Die Dämmerung begann ihre grauen Fittiche über das romantisch gelegene Städtchen St. Maurizio auszu­ breiten, und lockre nun die Bewohner aus ihren, während der Schwühle des Tages verschlossenen Häusern hinaus auf den in's Meer laufenden Molo, welcher wie eines Freun­ des Hand sich zum Willkommen entgegenstreckt. Der Adend­ wind kräuselte die ruhigen Wellen, welche kaum bemerkbar die Steine bespülten, an welchen sie oft, vom Sirocco gepeitscht, sich brausend brechen. Auf den Fischerbarten am Molo war ein reges Trei­ben. Hie und da lief schon eine aus, die Netze über Bord, zum Auswerfen bereit. Immer« schwächer und schwächer wurde der regelmäßige Ruderschlag, bis die Fischer sich im Halbdunkel der Dämmerung verloren. Eine Barke folgte jetzt der andern; unter Jubel und lautem Zurufen flogen die jungen Fischer mir einander wetteifernd an den Ergrauten vorüber, welche, eingedenk ihrer Jugendjahre und manches errungenen Sieges, die Ruder tiefer ins Meer tauchen ließen, um ihren iugend­lichen Gegnern zu beweisen, daß die alten Arme noch nicht ganz erschlafft seien. Doch nicht lange wollten sie nutzlos ihre Kräfte verschwenden, lachend ließen sie wieder die Ru­der sinken, und mit dem befriedigenden Bewußtsein ihrer Ueberlegenheit bereiteten sie nun ihre Netze. Manches Addio ertönte aus den schwindenden Barten, manche röche Mütze in sonnverbrannter Hand winkte ei­nen Abschiedsgruß der am Molo stehenden Geliebten, oder dem trauten Weibe zu, welches mit dem Kinde auf dem Arm am Ufer stand. ^Glückliche Heimkehr! reiche Beute!" schallte es dann als Erwiederung. Bald glichen die Barken nur noch schwarzen Punc­ten, bis sie endlich gänzlich dem spähenden Auge ent­schwanden. Während der Molo dies Schauspiel bot, fing es auch an, im Städtchen immer lebhafter zu werden. Die Ja­lousien wurden aufgeschlagen, manches von schwarzen Lo­cke» umwogte Köpfchen blickte heraus, frische Luft zu »51 schöpfen, oder auch vielleicht ih n zu sehen, der dieses Augenblickes schon harrte. Ein sanftes Lächeln und ein milder Blick lohnten dann den Getreuen. Gar manches Mädchen aber bog sich immer weiter und weiter hinaus, und zog sich mit einem Anfluge von übler Laune in's Zimmer zurück, um bald die nutzlose Mühe wieder zu er­neuern. Vor dem Spiegel wurde manche Rose in's Haar ge­steckt, wieder herausgenommen und durch eine schönere ersetzt, oder der Schleier in alle erdenklichen Faltenwürfe gebracht. Den Fächer in der Hand eilt das heitere Mäd­chen, die Freundin suchend, ihr die hundertmal schon er­zählten Herzensangelegenheiten noch einmal anzuvertrauen. Vor dem Kaffechause hatten sich die gewöhnlichen Gäste versammelt, einige leere Stühle standen für die zufällig Kommenden bereit. Die „Lottes selbst bot dem Denker den Beweis, wie sehr wenig es braucht um ver­gnügt zu sein. Eine kupferne Kanne auf kaum glimmenden Kohlen, welche ein Junge, als wohlfeiler Substitut eines Blasebalges, von Zeit zu Zeit anblies, einige Tassen, auf die spärliche Anzahl der gewöhnlichen Gönner berechnet, einige alte zinnerne Löffel, machten den ganzen Haushalc des „c?l>5l»" aus, welches dessenungeachtet genug Anziehungkraft für die Freunde des lioles nou l»r uieML hatte, um des Besitzers Leben zu fristen. Das »Oll» -uin L»5tl»»/,l>,« lag an der Hauptstraße (der einzig fahrbaren), und war der Sammelplatz aller Neuigkeitskrämer, die gleich Zeitungsschreibern Geschich­ten erfanden, wenn die e!»on!«t»u?.»« schloßen einen im­mer engern Kreis, nahmen einige Prisen und baten den Sprecher, ihre Neugier nicht auf's Aeußerste zu spannen. „Die Haushälterin des Sig. Reverendo von S. Loren­zo, welche ich, wie Ihr alle wißt, verflossenes Jahr aus den Klauen des Todes gerettet habe, vertraute mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit, daß heute Morgen der Diener einessteinreichen Engländers zum Signor Reveren­do gekommen, um" — hier wurde der Doccor unter­brochen, seine Zuhörer erhoben sich eilig und liefen in die Straße, wo ein eleganter, mit vier Pferden bespannter Wagen herangeflogen kam. Der räthselhafre Fremde hatte kaum den Wagen erblickt, als er /Alles bereit!« zurief, und sich mit jugendlicher Behendigkeit auf den Bock schwang. Fort ging es im Galopp. Die Erscheinung und das Verschwinden war so schnell, daß die Gäste der «dost.in/.n" sich nicht von ih. rem Erstaunen erholen konnten, und einander fragend ansahen. Der Doctor, welcher zuerst die Sprache ge­wann , wollte den zerrissenen Faden seiner Erzählung wie­der anknüpfen und beweisen, daß der so eben vcrjchwun. dene Engländer der l»pu« in tnkulü, sei, allein die Anwe­senden schrien durcheinander, Einer hatte sechs schwarze Pferde gesehen, ein Anderer ein todtes Weib in den Ar­men des jungen Mannes, und Signor FranceSco strebte umsonst zu beweisen, es seien nur vier Pferde gewesen, und ein schönes lebendes Mädchen habe sich im Wagen be. funden. Die Freunde trennten sich endlich mit einer «Kuxull »Ott«, !>unn r!i><>5<>«, und erzählten dann ihren Ehehälften eine so schaudererregende Geschichte, daß sie zum nicht gar großen Ergötzen der glücklichen Gauen die ganze Nacht nur von Einführungen und bösen Geistern träumten. James , der den guten Sc. Maurizianern schon so viel Kopfbrechen verursachte, und dessen geheimnißuolle Sendung der Doctor schon halb enträthselt hatte, war wirk­lich der erprobte Diener Sir Edward O D..,.I's, welcher sei­nem Herrn vorausgeeilt war, um dem Pfarrer von S . L°­renzo ein Anliegen in ziemlich gebrochenem Italienisch vor­zutragen. — „?iuu e i>««5i!iilü, eillo t^liu", jagte ihm der I>l>c!!-« Reverendo, der den Antrag vielleicht nicht ganz verstand, oder vielmehr nicht ganz verstehen wollte. James nahm nun seine ganze Beredsamkeit zusam­men, und um seinen Worten größere Deutlichkeit und mehr Anklang zu verschaffen, drückte er mit einem kräftigen Dankbarteicbeweise die fette Hand des guten l'üilrs, der die Mundwinkel zu einem Lächeln verzog, und sein schwarz­sammteneZ Käppchen mit den Worten lüftete: „ll„ l-!»l>ttu," Die Bucht von St. Maurizio, von Oliven- und Citro­nenwäldchen umgürtet, lag vor unsern flüchtigen Blicken m zauberischem Reize dar. Tausende und Tausende von Iohanniskäferchen, die gleich Diminutiv-Cometen die stille Nacht durchkrelöten, gaben der ganzen Scene eine Art R52 von Regung und geisterhafter Belebtheit; der Abendwind hauchte Balsamdüfte aus, und verlor sich dann über das Meer, an dessen fernem Horizont die Sichel des aufgehen­ den Mondes zwischen einigen leichten Wolkengruppirungen sichtbar wurde, welcher sich zitternd in den Wogen spiegelte. Nicht fern von der Landstraße lag das Kirchlein S . Lorenzo; die erleuchteten Fenster zeigten, dasi man hier eine besondere Function noch vorhabe. Sir Edward und seine schöne Gefährtin waren aber mit sich und den Zukunftbildern zu sehr beschäftigt, um irgend etwas wahrzunehmen, was um sie her vorging. — »Wie wird es enden?« lispelte Charlott e endlich; statt der Antwort zog Edward sie an sich, und versiegelte mit einem langen Kusze alle noch nachkommenden Fragen und Zweifel. (Fortsetzung folgt.) Neues. (Der Fortschritt des Christenthums) ist viel­leicht nirgends größer, als in Neuseeland. Em Schreiben eines Geistlichen, welcher sich dort einige Jahre aufgehal­ten hat, enthält darüber Folgendes: Die Wahrheit ist, das? Niemand, der unter den Eingebornen geledt, als sie noch im Primitiv-Zustande waren, ihre gegenwärtige Lage recht zu beurtheilen im Stande ist. Früher waren hohe Zäune und verschlossene Thüren nöthig; jetzt stehen die Häuser Tag und Nacht offen; früher wurden vor unsern Äugen Mordthaten begangen, Schiffe beraubt, wir selbst bedroht, und die Reisenden schwebten in beständiger Gefahr, jetzt siedeln sich Europäer, vollkommen frei von aller Furcht, überall an. Wollüstige Tänze und andere unanständige Gebräuche waren das Einzige, was wir sahen, als wir sie früher besuchten; jetzt kann man in jedem Dorfe Capellen sehen, es bilden sich Christengemeinden, und Gottesdienst und Schule werden regelmäßig besucht. Als ich neulich einen Europäer, der mehre Jahre im Innern zugebracht hatte, fragte, ob er seitdem eine Aenderung in dem Betra­gen des Volkes wahrgenommen hätte, antwortete er: „Mei­ne Leute betragen sich weit besser, seitdem sie zu beten an­gefangen haben." Die Bevölkerung im Allgemeinen be­kennt sich zum Christenchume. — (Dr. Ludwig August Fr an kl,) der rühmlich be­kannte Dichter, wird vom i. Jänner I8l2 angefangen, in Wien unter den Titel, „Austria, Cencralblatt für vaterlän­dische Interessen", eine Wochenschrift herausgeben, welche jeden Monat ein artistisches Blatt, als besondere Beilage, liefern wird. Das Programm, welches Näheres über Ten­denz und Inhalt mittheilen wird, steht zu erwarten.— (Ludwig Tiecl) hat von dem Könige der Franzo­sen das Kreuz der Ehrenlegion erhalten. — (Monddaguerreotyp.) ' Dem Professor Cerco­lin i zu Siena ist es nach vielfältigen Versuchen gelun­gen, durch die Strahlen des Mondes Daguerreotypbilder zu gewinnen. Die Umrisse derselben sind zwar schwächer, als die in der bisherigen Art hervorgebrachten, zeichnen sich aber vor diesen durch das Magische der Beleuchtung aus.— (Deutsche Tonkunst.) Wie in England und Frank, reich, beginnt auch in Nordamerika deutsche Tonkunst mehr und mehr Eingang zu finden. So hat sich in Neu-Or­leans im December v. I . ein deutscher Musik- und Ge­sangverein gebildet, der vorzugsweise Deutsches zur Auf­führung bringt. W e b e r's, so wie Lindpaintner's Werke, namentlich des letztern Composition der »Glocke« von Schil­ ler, fanden bei den Amerikanern ungetheilten Beifall. Die kleineren, humoristischen deutschen Lieder sprechen das ame­ rikanische Publicum in hohem Grade an. — Historisches Tagebuch. Zusammengestellt von einem Landpriester. ?. September l?oü hat Prinz Eugen von Tavouen die Stadt Turin in zwei Stunden cnlseyl, und die Franzosen vernichtend geschlagen. »7yü Waffenstillstand des Churfürstcn von Baicrn mit Moreau . »812 siegten die Franzosen über die Russen an der Moskwa, wo der Her« zog von Elchingen, N e y, »on Napoleon de» Beinamen: »der Bravste der Braven", und den Fürsientitel bekam. »813 siegten die Ocsterreichcr unter General Graf Nugen t zwischen Lipo» und Dorneg in Krain über die Franzosen. 30l> Todte undViessute, darunter vier Ofsicicre, dann 45« Gefangene nebst ü Officieren wa< re» die Trophäen dieses Gefechtes. »83! ergab sich in dem Insurreclioukriege Polens gegen Rußland die Stadt Warschau an den russische» Feldherr», Grafen Pastewilsch L'rivansfi , der vo» dieser Eroberung den Titel »Fürst War> sckowsku» erhielt. »N5Ü Feierliche Krönung Ferdinand I., Kaisers von Oesterreich, als Konig von Böhmen. ». September »5üL starb der im Jahre »318 Zeborne Niclas Graf «on Zrini , Feld-Marschall Kaiser Ferdinan d l., bei der Vcrlhcidigung «on Szigeth den Heldentod. »803 eröffnete» die Oestcrreicher, den In » bei Schärding überschreitend, ei­nen neue» Fcldzug gegen Frankreich. »80? wurde die in Triest seit der an, 17. Mai »80! Statt gehabten Grund» steinlegung erbaute neue Börse zum ersten Male eröffnet. 1813 wurde »uf Anordnung des bei Egg ob Podpetsch in Krain camp» renden öfter. Generals v. Fölsei s und des ihn begleitende» Kriegs, commiffärs Joseph Fluck , i» den Dekanaten Stein und Waatsch Kleiuirauentag wieder als gebotener Feiertag freudeuvoll eclebrirt, was bekanntlich während der französischen Occupatio» in Folge des eingeführten französische» Kalenders nicht gestattet war. »813 Treffen bei Mannsburg in Kroi», in welche»! der General Baron Fö Isei s den französischen General Nelott i besiegte, diesen mit mehr als üoo Franzosen gefangen nah»,, und zwei Fahnen erbeutete. »814 Nachmittags schlug ein Blitzstrahl in die nächst Waatsch i» Krain auf einer Anhöhe befindliche Capelle ^lemsiiell, ei», ohne zu zmidcn. »81ü wurde Augustin Grubcr , ein geborner Wiener, Dr. der Theo­logie, k. t. Hofralh, als Bischof von Laibach consecirt, »on wo er an, 15. Jänner »824 »ls ernannter ürzbischof in Salzburg obreiseie. y. September »80« starb Johann Chr. Adelung , sächs. Hofralh und Oberbibliothekar, in seinem 74. Lebensjahre in Dresden, bekannt durch sei» classischcs deulsches Wörterbuch. »813 wurde zu Töplitz in Böhmen die Allianz zwischen Ocstcrr,ich, Ruß' land, Preuße» und Großbritannien gegen Frankreich geschloffen. »813 rückte der österreichische Ge»eral v. Rebrovlc h mit 3 Colonncn nllch der Unlertrainerstrasse heran, um Laibach besser einzuschließen, und siegte, nachdem er au, 14. September von den Franzose» bis Näreiü berg vor dem Dorfe Treffen zurückgedrängi wordcu war, am ld. September bei Weiselburg entscheidend. »813 warf General Graf Nugcn t bei Triest 3znn Franzosen, die ihm auf der Straße gegen Fiume entgegen gekommen waren, mit gro­ße»! Verluste zurück, mußte aber später wieder eine retrograde Ne­' wegung wegen der französischen liebermacht mache», und sich ü!>er Fiume auf eine Zeit zurückziehen. in. September »72! wurde zu Nystadt der Frieden zwischen Nußland und Schweden gl' schloffen. Letzteres trat Liesland, Ingermanland und Esthland »n Rußland ab. Laibach. Druck und Verlag des Joseph Vlasnik.