EWra-FlRS; %roelt«|«0t 10 |pl ^ M "^«msten^oMUa 13 t|l latbiugn Leitung Amtliches Organ d • Steirlschen Hoimatbundet VerlM und SchrifUeitung: Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr, 6, Fernraf: 25-67 Erscheint werktäglich als Morgenzeitung. Bezugspreis (im voraus zahlbar) mo- 25-Ä M-60. Ab 18J0 Ubr iit dif Schriftleitung nur auf Fernruf Nr. 29-67 natjich RM 2,10 einschl. 10,1 Rpf, Postieituogsgebühr; bei Lieferunt im Streif- erralcbbar. — Unvarlangte Zuichrllten werden nicht rückgesandt. — Bei hand zuzüal. Porto: bei Abholen in der QeschftTtsstelle RM 3,—. Altreich durch Aairano \%t das Rückporto baiaulegen. - Postscheckkonto Wien Nr. 54.6U8 Post monatl. RM 2.10 einschl. 19.8 Rpf. Postzeitungsgebühr u. 36 Rpf. Zustellgebühr ^r« 300_ 9ltarbura*2>rau, 2>onntrMQo, 5.5lpt»«nbfr W42 8J. 3aDroono Harte Kämpfe im Kaukasus Falndllch» Widsratandsgrupp« in Stalingrad «ingatcitiossen — Staricar toindiicliar Antturm an dar Afrliia*Front ernaut SHrilcIcgascItiagan Führerhauptquartier, 4. November Das Oberkommando dcv Wehrmacht gibt bekannt: Im Weatkankatns und Im T«r«k>Absclialtt dauern die harten Klmpfe aa. Kampfflieger griffen den Hafen Tuapse mit guter Wirkung an. In Stalingrad nahmen die Slttbeniaga-klmpfa ihren Fortgang. Dabei %mde eine ielndllche Wlderstandsgruppe elngeiohlossan. GegenstAOe der Sowfeta ichellertan. Sturs» Kampfflieger bektmpften Truppenansaninilun» gen westlich des Wolga^Knloa. Bei einem nilBglUckten Landungsversuch aArdllch dar Sladt verlor dar Fela(| «rieder «l^ Kanonenboot. An der Don-Front verhinderten ungarische Truppen mehrfache Ubersetzversuche und wiesen örtliche Vorstöße des Feindes ab. Eine sowjetische Kampfgruppe ist bei Wo-ronesch In erbittertem Nahkampf vernichtet worden. Auf dem Ladog Oiean Ktr Di« 6UTEI HOF CK 0UICR In Mff der Bunker uml Spenvii Zähes Ringen vor Tuapse — Oer deutsche Ang*iü zwischen Alagir und Ordachonikidse gewinnt Raum Berlin, 4. November Im Kaukasusgebiet nahmen unsere Gebirgsjäger nördlich Tuapse am Dienstag nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen im Nachstoß gegen zurückgehende Bolschewisten einige Bergbunker des Feindes, von denen aus die Anmarschwege unserer Truppen unter Feuer genommen wurden. In heftigen Nahkämpfen rollten sie die durch Minen und Drahthindernisse zu Sperrfopts ausgebauten Bunker mit ihren Sappen und Kamafsräban auf. Dar Feind setzte darauf mehrere Gegenstöße an, um sich dieser Stellungen wieder zu bemächtigen. Die bolschewistischen Angriffe blieben jedoch ergebnislos. Wenn diese einzelnen Fortschritte unserer Truppen auch nur auf Karten großen Maßstabes zu verfolgen sind, so handelte es sich doch jedenfalls um die Ergebnisse harter Kämpfe, da der f^aum nördlich Tuapse vom Feind sehr gründlich zur Verteidigung ausgebaut worden ist. In drei Wo«h«n 360 Bunktr «rledigt Den Umfang der Anlagen zeigt die Meldung eines ichwiblschan Qranidjerregi-m«nta, daa in den letzten drei Wochen allein 360 sowjetische Bunker in Angriffskämpfen erledigen mußte. Im gleichen Zeltraum überwanden die Grenadiere 24 weitläufige Draht-und Baumsperren, 27 breite Minengürtel und Hundert« von Gräben und Feldstellungen. Die Bolschewisten verloren bei diesen Gefechten außer zahlreichen Gefangenen 69 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie beträchtliche Mengen an anderen Waffen und Munition. Diese ausgedehnten Befestigungs-werke, die Unübersichtlichkeit des Bergge-ländes, das regennasse Gestein und der JV\o-rast auf den wenigen befahrbaren Waldwegen konnten wohl den deutschen Angriff ver-langaiimea, aber nicht zum StlUstaJid bringen. Unsere Truppen dringen mit Unterstützung der Flieger, die am Dienstag wieder fünf bolschewistische Flugzeuge abschössen, langsam, aber stetig weiter vor. Zwiachen Alagir und Ordschonikidse Schneller gewinnt der deutsche Angriff am Oberlauf des Terek Raum. Im hügeligen Hochplateau zwischen Alagir und Ordschoni-kidse haben die Bolschewisten an allen wichtigen Punkten Feldstellungen, Maschinengewehrnester und waffenstarrende Bunker angelegt. Nach wirkanmen Luftangriffen unserer Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge Itonn-ten jedoch unsere Truppen aucTi am Dienstag alle Angriffsziele erreichen, obwohl ihnen die Bolschewisten starke Kräfte aus südkaukasischen Garnisonen entgeRenwarien. Im Bereich der Grusinischen Heerstraße drangen die deutschen Panzer an dem tags-zuvor von unseren Sturzkampffliegern zertrümmerten feindlichen Panzerzug vorbei weiter vor und sperrten die Verbindungen zwischen Ossetischer und Grusinischer Heerstraße sowie weitere an den Fuß des Kaukasus heranführende Zufahrtswege. Vor den Angriftaapitzen operierte untere Luftwaffe. Ihre Bomhcn lagen mitten zwischen den ungeordnet zurückgehenden feindlichen Kolonnen. Sie vernichteten mehrere Panzer und Geschütze, darunter schwere Mörser, die vom Feind im Mannschaftszug gerade in Stellung gebracht werden sollten. Weitere schwere Verluste hatte der Feind durch Bombenangriffe gegen Kolonnen, die auf der Grusinischen Heerstraße im Anmarsch waren. Gleichzeitig versuchten die Bolschewisten den weiteren Voratofi unserer Panzer durch verstärkten fiinsatz ihrer Luftstreitkräfte aufzuhalten. Auch diese Maßnahme blieb erfolglos und führte nur zu erneuten schweren Ausfällen für den Feind. Scherl-Bildtrdltnit-M. seit zwei Jahren ist Italiens Kriegsflagge in den Atlantikstützpunkten vertreten, denn italienische Unterseeboote operieren erfolgreich genau so auf dem Ozean, wie es deutsche Kriegsschiffe über und unter Wasser im Mittelmeer tun. Die erdumspannende Weite dieses ozeanischen Krieges haben weder Churchill noch Roosevelt in ihre Rechnung gestellt, als sie ihre Länder in den Krieg stürzten. Der japanische Seekrieg hat die Engländer und Amerikaner ihrer sämtlichen f^lottenstützpunkte im westlichen Pazifik, in Ost- und Südostasien beraubt. Außerdem wird ein riesiger Handelsschiffsraum Englands und der USA auf den außerordentlich langen Seewegen nach Australien und Indien dauernd festgelegt. Abgesehcwi von den schweren Verlusten an feindlichen Kriegsschiffen In den Seeschlachten von Pearl Harbour bis zu den Santa-Cruz-Inseln und der Einbuße von über zwei Millionen brt an englisch-amerikanischem Handelsschiffsraum ist die japanische Seekriegführung im Pazifik und Im Indischen Ozean ein ständiger Aderlaß für die Kampfkraft unserer Feinde. Bereits das wirksame Auftreten deutscher Kreuzer und Hilfskreuzer in jenen Gewässern in den ersten beiden Kriegsjahren hat ja ständig bedeutende englische Flottenkräfte gebunden. Der heutige weit stärkere Verzehr an Kräften Englands und Amerikas durch die japanische Seekriegführung ist für unsere Gegner um so ernster, als sie gleichzeitig im Atlantischen Ozean und Im Mittelmeer von den Achsenmächten zur See in die Verteidigung gedrängt worden sind. Mit dem Okto-berergebnis von 7.10000 brt trotz schwerer Stürme sind die feindlichen Handelsschiffs-verluste allein durch d'e deutsche Kriegsmarine und Luftwaffe auf 22 Millionen brt gestiegen und unter Hinzurechnung der Han-delJkriegserfolae unserer Verbündeten auf über 25 Millionen brt — ohne die Verluste der Sowjethandelsflotte mitzuzählen. Dieser fehlende Schiffsraum ist es. der nach dem Eingeständnis englischer Minister und Journalisten die Briten und Amerikaner ihrer operativeu Bewegungsfreiheit berauht hat. Seit einem Jahr rufen die Sowjets, denen die englisch-amerikanischen Schiffsverluste bei den Geleitzügen im Nordmeer sogar die Ma-terlalhilfe verkümmern, zur Entlastung der Ostfront nach einer »Zweiten Front« ihrer plutokratischen Verbündeten auf dem europäischen Festland. Die Sorge um den Schiffsraum hat Churchill und Roosevelt an einem großangelegten Unternehmen dieser Art verhindert. Vergeblich haben die Londoner und Washingtoner Agitatoren versucht, den So-wjets die Kämpfe im Stillen Ozean oder in Nordafrika oder gar den Raubzug gegen Madagaskar als Ersatz für die zweite Front aufzuschwatzen. Jede englisch-amerikanische Offensive aber, gajiz gleich, wo sie stattfindet. bringt für d>e so knapp gewordene englisch-amerikanische Tonnage neue Verluste. Das haben dir Londoner Admiralität und das Washingtoner Marineministerium bereits bei d«r Vorbereitung der Großoffensive m Seife 3 ^>Marbiirger Zeitung« 5. November 1942 Nmnmcf 309 Nordafrikü erfahren mü»&en. Die bp«riung des MitteJmeeres seit dem Krie^seintritt Italiens hat den Seeweg rund um Afrika viel wicbtiser semacht, yls er ^or dem Kriege war. D«r Nachschub für die ensrliscben Truppen In .Ägypten, die bei ihren Niederlagen gegen, ctte deutscli'itali«nische Panzerarmee des Mtfsciiails Rommel soviel Kriegstnate-rial verlören hatten, mußte auf dem weiten Umweg um das Kap der pten Hoffnung erfolgen. Auch der Materialverbrauch für die neue cnglisclie Ägyptco-Offensive niulJ auf diesem weiten Wjtg ergitnst Werden. Auf dem Weg ums Kap werden ferner die Nach-.schubgüter für die englischen ^ Truppen in Vorderasicn und die Sendungen befördert, die füf die Sowjets über iranische Häfen geleitet werden. Dazu kommt der große Bedarf der britischen Armee in Indien und ein erheblicher Teil der Ver.'ijorgung der amcrikani-^chen Trupnen in Australien. Jede (jefährdung des Kapw^Jcs trifft tie Engländer und Amerikaner ^Iso ganr besonders empfindlich. Gerade auf diesem Wege aber macht sich die Einheit der Seekriegführung der Dreierpaktmächte, die sich sonst in mittelbarem Zusammenhang so wirksam äußert, auch im unmittelbaren Ineinandergreifen bemerkbar. Vor der gesamten Westküste Afrikas operieren deutsche und italienische Unterseeboote, während die japanischen Unterseeboote an der ostafrikanischen Küste schon eine bedeutende Zahl von feindlichen Transporten vernichtet haben. Als lebendiges Zeichen des Zusammenwirkens sind, nachdem japanische Unterseeboote im Atlantischen Ozean erschienen, die deutschen Unterseeboote ihrerseits an der Nahtstelle zwischen dem atlantischen und indischen Kriegsschauplatz aufgetaucht. Damit erweist sich am Kap der Guten Hoffnung erneut der gewaltige Vorteil, den die Dreierpaktmächte im Seekrieg haben, weil sie alle drei auf der inneren Linie operieren und den Gegner dort zum Kampf zwingen können, wo es ihren Wünschen entspricht. Noch im ersten Weltkriege war die Raumweite dci Ozeane ein Vorteil für England. weil die deutsche Seckriegführung aus dem engen Winkel der Nordsee operieren mußte. Heute indessen steht Deutschland vom Nordkap bis zu den Pyrenäen am Atlantik. Heute Ist das Mittelmeer als Durchgangs-wcg der f'einde versperrt. Heute sind die Engländer und Amerikaner auch im Pazifischen und Indischen Ozean von einem starken Seekriegsgegner in die Verteidigung gedrängt. Durch die Kinheit der Seekriegfüh-rnng Deutschlands. Italiens und .Japans ist die Raumweite heute ein schwerer Nachteil für unsere Feinde geworden, die auf jedem Kriegsschauplatz zu Wasser wie zu Lande \on außerordentlich langen Seewegen über liie Ozeane abhängig sind. Diese feindlichen Verbindungswege sind auf keinem Ozean mehr sicher. Ncoe iapsiisclie Landoiig aof ' fiDMialcaiMr Berlin, 4. November Jdpanische Truppen sind am 3. November auf Gufiddlcanar im Rücken der Amerikaner nrlaiidet. In Stärke von mehreren tausend Mdnn drangen sie von Osten gegen die ame-rikanisrhen Stellunqen vor und vernichteten pine starke amerikanische Kampfqruppe. Gleichzeitig griffen die .lapaner von Westen her die amerikanischen Höhensfellungen ostwärts des Mälanikati-PiTjfises an und warfen den Feind in harten Kämpfen ächt Kilometer nach Osten zurück. Die heftigen Kämpfe in der Urwaldzone ara Fuße des Kavo-Gebirgs-/uges dauern noch an. Japanische Kampfflugzeuge unternahmen einen wirkungsvollen Angriff auf die Hafen-anlagen von Tulagi. Zwei im Hafen vor Anker liegende Transporter mit zusammen 9000 bj t gerieten in Brand und kenterten, ein dritter von 4500 brt wurde an der Südküste der Insel Florida durch Bombentreffer zum Smken gebracht. In Luftkämpfen über Guadaicanar und den angrenzenden Südsoegebieten bchossen japanische Jäger bei nur zwei eigenen Verlusten 14 amerikanische Flugzeuge ab; weitere sechs amerikanische Maschinen wurden bei einem Angriff auf den Flugplatz von Port Moresby auf Neuguinea am Boden zerstört. Japanische Langstreckenbomber griffen unter starkem Jagdschutz feindliche Stützpunkte und Flugplätze auf den Neuen He-briden und, Neukaledonien an. Ein amerikanischer Zerstörer wurde im Seegebiet ostwärts der neuen Hebriden durch Bombentreffer schwer beschädigt. Indische Kampfparolen auf Banknoten Die indischen Nationalisten bedienen sich eines neuen Mittels im Kampf gegen die britischen Unterdrücker. Sie drucken ihre Parolen und andere zur Verbreitung bestimmte Nachrichten auf Banknoten. In Kalkutta, Bombay, Neu Delhi und anderen Städten wurden bereits zahlreiche Banknoten beschlagnahmt, die Aufschriften trugen wie „Engländer, verlaßt Indien!", .,Inder, erhebt euch und verjagt die Ausbeuterl" Neue Zweigstelle der indischen Freiheitsben egnng Wie Domei aus Schanghai meldet, hat die indische Freiheitsbewegung in Bangkok ara 4. November in Schanghai eine Zweigstelle ins Leben gerufen. An der Eröffnungsfeier nahmen über tausend Inder teil, die ihren Entschluß bekundeten, den britischen Einfluß in Indien zu bekämpfen. /.eichen für die Abhängigkeit Brasilietix vom USA-KapHalKmus. Die neue vonr USA-Dollar abhänpige brasilianische Währung Cruzeiro: wurde am 1. November in den Vorkehr gebracht. Zwanzig Cruzeiro werden etwa einem USA-Dollar cntsprcchcn. Verwirrnng am die USA-Rriegslleferiingen völlig v«rfahr«n" - Das MHtcIim vom Matorlalstrom — Stalin wird mit Varhdlinuii^M abgatpaltl G«nf, 4. November Die Bluff-Politik Rooaeveita beweist »ich täglich auf neue. Nicht nur die Transport-und Rohmatciialfrag«, auch das Arbeiterproblem bekümmert — wie aus einem Artikel der USA-Zeitschrift >News Weekc her-vorgeht — die Vereinigten Staaten auf das heftigste und hindert «ie, die auf dem Papier stehenden Zahlen In die Wirklichkeit umzuaetxen. >Das Arbeiterproblem«, ao klagt i-News Weekf, »wird in den USA von Ta^ su Tag größer. Es ist tnfolgedesaen zu befürchten, daß ein ernster Rückgang in der Stahl-, Gummi- und Brennstoff-Produktion vor der Tür steht. Die Regierung«, meüit das Blatt weiter, >habe die Lage völlig verfahren und sei in hohem Maße für die herrschende Verwirrung verantwortlich. Niemand sei da, der sich des Gesamtproblems mit Autorität annehmen könne, zumal die Merwchenanfor-derungen der Militäfbehörden allmählich ein gefährliches Ausmaß annähmen.« Einer der Hauptleidtragenden dieser nordamerikanischen Wirklichkeit ist Stalin, mit dessen ununterbrochener Forderung auf Errichtung einer »weiten Front sich die amerikanische Zeitschrift »Time« in einer längeren Betrachtung beschäftigt. Das Blatt schreibt, Stalin« Feststellung, daß die Alliierten nun endlich ihren Verpflichtungen io vettern Umfang nachkommen müßten, half in den USA »politische Stürme« entfacht Die ,>alliiert^ Völker« wüßten nämlich noch Immer nicht, ob Stalin wirklich eine zweite Front versprochen worden sei, oder ob er sich das nur einbilde, IN« Efflenfttange im Räderwerk .Das bemerKens^v«rteste Ereignis, so meint »Time« welter, sei jedoch folgende nüchterne IIIIHItillllllllllltinHIIIIHHIlHIIIIIIIIIflIlUIIIIIIIIUIIIIIIIINIIIIHIIIIIIIMHnilllllllllHIIIIIIIIIIHnillllNIINIimilHIINinillllllHIlUHIIIIIIIIIIIIIIIII Unvorstellbare Entbehrungen Ein amerikanischer Journalist sieht die Sowjetunion — Nächtliche Ausgehverbote — Völlige Apathie Tatsache: Der USA-Botschafter In der Sowjetunion, Admiral Standley, sei bei seinem Abzug aus Moskau nach Waahmgton der Verzweiflung nahe gewesen. Bevor er nämlich Moskau verließ, habe er die erstaunliche Erklärung abgegeben, daß er überhaupt nicht wisse, welche Verpflichtungen die USA der Sowjetunion gegenüber cinjcegangen seien bzw. bis zu welchem Maße man sie- amerikanischerseits erfülle. Zu den Kriegslieferungen der Amerikaner sei von Standley noch gesagt worden: »Es scheinen ernste Hindernisse für die Lieferungen zu l)estehen. Irgend Jemand hat eine Eisenstange in das Räderwerk dieser Maschine geworfen«. USA wollen nicM; liefern Mit anderen Worten, so fährt >Tlme< fort, die USA-Regierung habe also ihrem Botschafter die Tatsachen über die eigenen Kriegslieferungen vorenthalten. Den meisten politischen Beobachtern sei* das ganze aber nicht nur mysteriös, sondern geradezu fürchterlich in seinen Folgen für den weiteren Kriegsverlauf erschienen. Sowjetleute in London hätten erklärt, daß von den Vereinigten Staaten nur die knappe Hälfte des versprochenen Kriegsmaterials tatsächlich geliefert worden sei, ohne daß man sich ntin einbilden dürfe, diese hätten die Sowjetunion auch wirklich erreicht. Auch''die zuständigen Washingtoner Beamten müßten die Unzulänglichkeit der amefikanlscheri Rriegs-lieferungen zugeben, denn während der letzten Monate sei sogar noch'wenigV Kriegsmaterial geliefert worden als im Frühjahr dieses Jahres. Besonders schlimm'sehe es um die sowjetische Gummiversorgung 'au«, denn die Vorräte seien schon bedenkltoh geschwunden. .. . , Stockholm, 4. November l>er amerikanische Journalist W. W. Chaplin, der von Indien über Baku nach Moskau reiste, kabelte der amerikanisclien* Nach-richtenasrentur INS aus der sowjetischen Hatiptstedt ;Seinb ersten Reiseeindrücke. Obwohl er steil dabei ganz offenbar nach Kräften bemühte, möglichst das heroische Üe-mälde eines hundertprozentig im Kriegseinsatz befindlichen Staates zu entwerfen, flössen in seine Schilderung immer wieder Andeutungen ciil, aus denen die unvorstellbaren F'^nfbchrungen der Sowjets nach dem Verlust ihrer wescntliclicii VersorRungsgcbiele hervorgehen, So teilt W. W. Chaplin u. a. mit, daß er sowohl in Baku wie in Kuibyschew nur ge.schlossene Geschäfte angetroffen habe. In keiner dieser beiden Städte und auch nicht in Moskau gebe es noch irgendetwas zu kaufen. Der amerikanische Journalist schilderte dann die unendliche Oleicligültigkeit der Bol-schewisten gegen die vielfachen Nöte ihres fürchterlichen Alltags so kraß, daß dahinter deutlich die Lethargie einer stuinpfen Millio-neninasse zu spüren ist. die nur zwei Möglichkeiten vor sich sieht: den Tod auf dem Schlachtfeld oder den Hunger. Das Eingeständnis »Ks werde viel von der zweiten ^'ront gesprochen« verdient nach dem Start der Ufiensive Alexanders in Ägypten vielleicht als sowjetischer Kommentar zu diesem britischen Entlanstungsversuch einiges Interesse. »Nac!» sechs in Indien verbrachten Monaten, wo alle Fieguemliclikeiten und aller Luxus noch erhältlich sind«, so bericlitet der amerikanische Journalist, »und nach einem Monat in Irak und in Iran, wo der Krieg nur eine kleine Wolke dm Horizont bilde, ist die Sowjetunion die harte Wirklichkeit. Sie hat vollständig alles fortgeworfen, was zu dem Motto »»Leben wie gewöhnlich' gehört. Man (spricht viel von der ^Zweiten Front«-. Alle ' Sowjets würden em amerikanisches Eingrci--fen mit f)ankbarkclt begrüßen; aber es'ist klar, daß die Sowjetunion den Kampf auf eigene Faust fortsetzen ttiuß.« vlch verbrachte eine' Nacht in Baku« der ersten so^!^jctischen Stadt, in die Ich kam. Die einzigen Menschen atif den Straßen waren Kinder, alte Frauen und verwundete Soldaten. Die Stadt machte den Eindruck, als habe das zivile Leben völlig aufgehört. Alle Cicsschäfte .smd für die Dauer des Krieges geschlossen.« ''In Kuibyschew fand ich noch eine große Stadt mit gcschlo.ssenen Geschäften, vollständiger Verdunklung und Ausgehverbot während der Nacht. Aber erst, als ich in Moskau ankam, begann ich einen vollständigen Einblick zu bekommen, wie die Sowjetunion sich auf den Krieg umstellen mußte. Moskaus breite Straßen und offene Plätze .sind völlig leer. Das Schlagendste, was ich in Moskau und den anderen sowjetischen Städten bisher gesehen habe, ist aber die völlige Gleichmütigkeit des Volkes gegenüber dem, was andere Länder als Entbehrung ansehen.« Mit einem reichlich grotesk anmutenden Zugeständnis an den Geschmack seiner amerikanischen Leser schließt W. W. Chaplin: »Es war allerdings interessant, festzustellen, daß, während die meisten Geschäfte ireschlos-sen sind, die Schönheitsinstitute florieren. Die fü^irenden Sowjets scheinen wohl eines der moralischen Stärkungsmittel in der weiblichen Sehnsucht nach Schönheit erkannt zu haben. Dauerwellen, rasierte Augenbrauen und Rouge charakterisieren heute die so-wjeti.schen Frauen, sogar diejenigen, die Seite an Seite mit den Männern an der Front kämpfen.« Womit den Yankees vermutlich wieder einmal aus USA-Munde dargelegt werden sollte, daß es den Sowjets noch gar nicht so schlecht geht. Moskau entlarvt Londoner Lüge ' Durchschlagenoes Beispiel der unserer Berlin, 4. November | Dem Moskauer Nachrichtendienst zufolge, gibt das sowjetische Informationsbüro amtlich bekannt; iDieser Tage wurde in einer Rundfunk-sendL:ng aus London mit dem Hinweis auf eine Mcldiwig aus Stockholm gesagt: »Anfang «.>kfobcr hat sich das deutsche Oberkommando bei Stalingrad an das sowjetische Oberkommando mit der Bitte gewandt, für vier Tage einen Waffenstillstand zu erklären. Der Waffenstillstandi^antrag wurde angeblicn durch eine Organisation des Roten Kreuzca gemacht. Ferner wurde in der Radiosendunj^ mitgefe'lt. d.iß das sowjetische Oberkommando sein Einverständnis damit erklärt hat, allerdings mit ucr Bedingtmg, daß dieses zur Kenntnis der deutschen Öffentlichkeit gebrach wira. Das deutsche Oberkommando hat diese Bedingung abgelehnt. Das t^owjetische Informationsbüro teilt mit, daß weder von Seiten des deutschen Ober-konmando;?, noch von einer beliebigen Organisation ces Roten Kreuzes das sowjeti-fclie Otcrkuniinando irgendwelche Angebote verlogenen Nftchrichtenpolitik Grgner über einen Waffenstillstand auf vier Tage erhalten hat. Düiaus folgt, daß der Londoner RuncHunk, der sich auf die Mitteilungen irgendeiner verdächtigen Quelle aus Stockholm gestützt hut, eine von Anfang bis Ende er-lüg^enc Meldung verbreitet hat.« Diese .imtliche Verlautbarung des Moskauer Nachrichtendienstes wirft ein grelles Schlaglicht auf die verlogene und skrupellose Nachiichtenpolitik unserer Gegner. Aus Mangel an eigenen Siegesmeldungen und um, die Wühctfentlichkeit über die dauernden schweren A^ißerfoige und Niederlagen an allen Fronten hinwegzutäuschen, werden derartige Nr.l richten erfunden und der öffentlichkeit präsentiert. In diesem Falle sollte der Welt eine Erlahmung der deutschen Kampfkraft bei Stalingrad vorgetätischt werden. Es dürfte für den Londoner Nachrichtendienst, der schon wiederholt einer falschitn Nachrichten-Hebung überführt werden konnte, besonders peinlich sein, diesmal gerade von Seiten der Sowjets, also von verbündeter Seite, in so eindeutiger Weise der Lüge bezichtigt wor-' den zu sein. | Die Sowjetunion habe auch Lokomotiven von den Amerikanern gefordert, doch seien nur ein paar eingetroffen und diese hätten von den Sowjets nicht einmal benutzt wer-den können. Eine Ohrfelge fUr Stalin Was den an die Adresse der Alliierten gerichteten Tadel Stalins angehe, schließt die amerikanische Zeitschrift ablenkend, so sei dieser sicherlich rwir darauf aurückzuführen, daß Stalin einen Sündenbock für die Rechtfertigung seüier Niederlagen vor ^«m eige-nen Volk braucht. Mit einer schnoddrigen Bemerkung wird also d^r verzweifelte Hll-feruf des sowjetischen Kumpanen abgetan, der dumm genug war^ an die Illusionen von dem »ununterbrochenen Materlailstrom« def >Arsenals der Demokrstien< zu glauben, Traasporiino omI werktnllm gelroiieD Berlin, 4, November Leichte Kampfflugzeuge griffen am 3. November im Tiefflug überraschend Verkehrswege an der Südküste der britischen Insel an. Kurz nach 12 Uhr stießen sie zum Westuftr der Lync-Bucht vor und bombardierten aus geringen Höhen einen Transportzug. Mehrere Wagen wurden zexstört, der Bahndamm wurde an mehreren Stellen unterbrochen. He-lll-Kampfflugzeuge bombardierten den Oroßfischereihafen Oreat Yarmouth. Kampfflugzeuge überflogen, die Stadt Norwich an der enghschen Ostkiiste, in etwa 50 Meter Höhe und warfen Bomben in die Werkhallen einer größeren Fabrik, die schwcr beschädigt wurden. Alle Flugzeuge, kehrten zu ihren Stützpunkten zurück. Portogai kiiilir Salanr Lissabon, 4. November Die Wahlen zur portugiesischen Nationalversammlung haben eine volle Bestätigfünu der Reglerungapolitlk Oliveira Salazars durch das portuglesische 'Volk erbracht. Da.s ganze LAnd steht unter dem Eindruck dieser Erfolge, die die gehegten Erwartungen noch übertrafen. In Lissabon gaben von rund 124 000 Wählern Über 95 500, i|j8o nmd 70 v, H., üire Stimme für die Eeinheitslistc der Regierung ab. In den Übrigen Wahlbezirken liegt der Prozentsatz noch erheblich höher. Nach dem biaher noch unvollständigen Gesamtergebnis nahmen etwa 85 v, H. aller Wahlberechtigten teil und stimmten damit für die Politik der Regierung. WaMflewiniw der RepnIiHkai*' in ISA Stockholm, 4. Novenib-^r Wie Reuter «jus Washington meldet, haben nach den letzten Angaben die Republikaner 35 Sitze im Abgeordnetenhaus und neun im Senat gewonnen, es helen ihnen auch dir Gouvernetjrposlen in Newyork, Michinan, Kalifornien, Connecticut anstelle der Demokraten zu. Wiedergewählt wurden die republikanischen Gouverneure'In OhfD, Pennsyl-vanien, Jowa und Illinois. Fesselinigei schm in erslen WeRkrita Berlin, 4. November Das völkerrechtswidrige fesseln von Kriegsgefangenen. wie es die Engländer kürzlich mehrfach durch ihre Kommandotruppen vornehmen ließen, ist schon im ersten Weltkrie.ii vorgekonmien. Wie der ehemalige Deutsch-Ostafrika-Kämpfer Eduard Bergmann mitteilt, geriet er am 12. Juli" 1917 mit schwerer Malaria in Deutsch-Ostafrika in englische Gefangenschaft. Ohne Rücksicht au! seine Krankheit wurde er auf Geheiß britischer Offiziere von eingeborenen Soldaten mit einem zehn Meter langen Strick an Hals und Händen gefesselt. Alsdann wurde er, geleitet von einer großen Eskorte schwer bewaffneter Farbiger, die ihn am Strick führten, z« einem stundenlangen Marsch gfcz^^^lngen. Erst nach rwölf Stunden wurde er von seiner Fessel befreit Gauleiter Qieslor mit der FUhruax der Geschäfte beauftragt. Nach dem Ableben des bayrischen Ministerpräsidenten Siebert hat der Führer den Gauleiter Paul Giesler mit der Führung der Geschäfte des bayrischen Ministerpräsidenten sowie der bayrischeti Stäatsniinlster der Finanzen und für Wirtschaft beauftragt. r- Roosevelt Sycht LokomoNven. • I^oofievelt hat die mexikanische Eisenbahn^seUachaft gezwungen, ihre besten Lokomotiven . nach den USA zu schicken, um mit diesen Maschinen seine eigene, durch die deutschen U-Boot-Erfolge entstandene Transportkrise ; zu beheben. Flutkatastrophe in der Provinz Schajisk Aus Kanton wird über eine gew^iltige Flutkatastrophe im nördlicheu Schausf berichtet. Sie wird als die größte *eit ffthktg"Jahren bezeichnet. Ganw .Dürfer' >ATirden von den Wa.sfermassen fortgespült, Man befürchtet für den Winter cirte Jiungerpnot,'. . Druck ntid Verlas Martiurcer Vtrljjts- unj 'Oroclc«rci-Oes. m. b. H. — VertmruWiuÄ*;: tfon Baumcartrcrt tliuptschriftlelter: Antoo Qtrsetiacki ad« In Marburii g. d. Drau. Badgasse 6 Zur Zeit (Ur AnielscD die PrthUve Nr. 2 vom LJull 19^-KÖltia. Ausfall der Llelerunf de» Blaue«, b«! httlierer Oeu'alt oder Be'rlPbss ftriini "ihf keinen ^nsorucb auf KQcktahluas dea Bajussgelde^ Nummer 3Ö9 ■Ai »Marburger Zöitunifr« 5..November 1942 Seite 3 ^ • W ^FW^W^WW^^WW ^FW^^WWWw^^WW^wW H^fbstttUffin« durchioMn etat Kampfa«tch«h«h — Di« d«uttch«n Truppen r«chti*ltlg •lng«rlcht«t — L«b«n in K«iT«m und UnUrtländ^n — Alitag in N8tsa StsHngrad, im November Im vorigen Jahr überraschte uns der erste Schneesturm am 7. Oktober, als wir ostwärts Poltawa den Endzielen des Jahres, Charkow und dem Donez, zustrebten. Aber damals lagen zu diesem Zeitpunkt schon die ersten Herbstwochen mit Regen und Schlamm, mit mühseligen Märschen auf grandlosen StraBen hinter uns. Diesmal dagegen verging der September mit warmen, sonnigen Tagen. Der Oktober kam, und noch immer blieb es Spätsommer, so eiskalt auch die Nächte waren, In denen sich hier über der Steppe um Stalingrad der Sternenhimmel klarer und wunder1>arer wölbte, als wir ihn in der Heimat je gesehen haben. Die deutsche Front In Stalingrad stand in diesen Tagen vorübergehend still. Aber in ihrem Rücken war es dafür umso lebendiger. Bei Tag und Nacht flutete der Verkehr auf den > ausgefahrenen, staubigen Straßen. Divisionen wurden umgruppiert und neu in die Front geschoben, dicht massiert marschierten die schweren Waffen auf. Hinter den Höhen am westlichen Stadtrand puUte tausendfältig Jenes fiebernde Leben dahin, das immer den Auftakt bildet 7U gewaltigen Vemichtungsschlägen unserer Waffen. Di« Straften wurden zn Schlamm Da schlug plötzlich am 12. Oktober der ewig und gleichförmig aus den nahen Steppen Asiens über die Wolga wehende Wind von Osten nach Westen um. Mit ungestümer Gewalt wütete ein Sandsturm über der Steppe, Mitweise selbst auf wenige Meter Jede Sicht nehmend. In der Nacht prasselte der Regen nieder und verwandelte binnen wenigen Minuten die Straßen in zähen Schlamm, durch den sich am nächsten Tage die aufmarschierenden Kolonnen mühselig die letzten Kilometer bis zu ihren Bereitstellungsräumen und Feuerstellungen bahnten. Als dann am Morgen des 14. Oktober aus über 200 deutschen Geschützrohren und mit Bomben über Bomben die Vernichtung über die noch feindbesetzten nördlichen Industrievorstädte hereinbrach utMl deutsche Infanteristen, Panzer und Panzergrenadiere zum Sturm auf das Traktorenwerk „DsershinskiJ" antraten, waren über Nacht plötzlich alle Anzeichen des Spätsonuners aus dem Landschaftsbild gewichen. Kalt pfiff der Wind von Westen, Wolkenfetzen Jagten über die Steppe, der Staub war gielöscht, und für immer versqhwunden der Altweibersommer, der an den sonnigen Tagen zuvor noch in dichten, Kreißen Fäden über das Land dahingezogen war. Überraschend, von heute auf morgen, wie immer in dem kontinentalen Klima des Ostens, war der Herbst hereingebrochen. Aber vorerst regnete es nicht wieder. Das Traktorenwerk wurde genommen, wenige Tage später die riesige Geschützfabrik „Rote Barrikade" gestürmt. Noch einmal entbrannte die Schlacht an der Wolga in aller Heftigkeit und Schwere. Stück für Stück wurde aus dem Rest der 30 Quadratkilometer herausgebrochen, gegen die am 14. Oktober der Angriff begonnen hatte. Hart und auch verlustreich war der Kampf, aber unser Vordringen gewann ständig an Raum. Dl« Schlacht hllt d«n Atem an Da bricht, mitten in diese letzte Phase der Schlacht um Stalingrad, ein neuer Regensturm herein, peitscht in einer stockfinsteren Nacht Ströme von Wasser vom Himmel, schwillt mehr und mehr an — und am Morgen des 19 Oktober wirbeln in wildem Tanz die ersten Schneeflocken über Stadt und Steppe, Strom und Straßen. Stundenlang hält das Schneetreiben an. Schlechter und schlechter wird auf den Beobachtungsstellen am westlichen Stadtrand die Sicht. Das jenseitige Wolgaufer, mit den sowjetischen Batterien seit Tagen das Ziel unserer Artillerie, entschwindet im Wirbel der Flocken den Augen der deutschen Beobachtung Immer schwächer wird die deutsche LufMätigkeit, da auch 'unsere Kampfflieger ihre Ziele kaum noch finden. Die Schlacht um Stalingrad hält den Atem an. Die deutschen Soldaten haben »ich die Erfahrungen des Herbstes 1941 ausnutzend, diesmal rechtzeitig eingerichtet, um dieser Zeit der ersten Schneestürme zu begegnen. Der Herbst konnte sie diesmal nicht auf dem Vormarsch überraschen, da Stalingrad, das Ziel dieses Schlachtensommers, bereits im September erreicht und zum großen Teil erobert worden war. Diese letzten paar hundert Meter bis zum Wolgakai, um die heute noch gerungen wird, bedeuten keinen Vormarsch mehr. Unter der Erde Allerdinga kamen in der bis auf daa letzte Haus zeratörten Stadt Gebäude ala Truppenquartiere nicht in Frage. Aber unsere Soldaten gingen unter die Erde, richteten sich die erhalten gebliebenen Keller wohnlich ein «der gruben und bauten an den von den Bol-achewlaten angelegten Grabenayatemen und Erdlöchem weiter, bia Unterstände und Bunker daraus wurden, die auch schweren Bomben und Granaten gewachsen sind. Das Trümmerfeld Stalingrad lieferte Ihnen hierzu Baumaterial in einfach unbegrenzten Mengen. Es ist unübersehbar, was in den letzten Wochen an Balken und Bohlen der eingestürzten Gebäude in die Keller und Bunker geschleppt wurde, um als Verstrebung oder Abdeckung eine neue Verwendung zu finden. Die Bretter und das Splitterholz des Trümmerfeldes wanderten als willkommenes Brennmaterial in die herbeigeschafften Öfen oder In die seibstgehauten Herde. Das traf nicht nur für Stalingrad selbst zu, sondern Tag für Tag verließen ganze Lastkraftwagen-Kolormen, bis unter die Dächer mit Balken und Brettern beladen, die Stadt nach Westen und fuhren Bau- und Brennmaterial überall hinaus In die Steppe zwischen Don und Wolga, deren wenige und zum großen Teil auch noch zerstörte Dörfer längst nicht alle Truppenteile fassen, die die Schlacht um Stalingrad an diesen Platz bindet. So leben jetzt, da der Herbat gekommen ist, ganze Diviflionen unter der Erde, die Stäbe ebenso wie die Kompanien, die kämpfende Truppe ebenso wie die Nachschubdienste. Um dl« let'zten Batittonen Im Nordteil Umso härter dagegen trifft dieser Regen-und Schneesturm jene Infanteristen, Pioniere PK-Kriejtsbcrichter BrunnenRrAber (Sch) Zwischen den Bergriesen des Kaukasus Eine Tragtierkolonne unserer Gebirgsjäger beim Vormarsch auf einer alten Heerstraße im Kaukasus. Wuchtig erhebt sich im Hintergrund das gewaltige Gebirge des übei 4000 Meter hohen Dombai-Ulgen t PK-Auln.ihme: Krifiiberichter Kostfr (Wbl Eine Stuka-Stflflel nach erfolgreichem Angriff auf dem Heimflug und Panzergrenadiere, die vor dem großen metallurgischen Werk >Roter Oktoborc die letzte Phase der Schlacht um die Wolgafestung auszukämpfen haben. F^ir sie gibt es keinen Schutz vor dem Wetter, das sich ihnen plötzlich als neuer Feind entgegenstemmt, der allgegenwärtig bleibt, auch wenn vorübergehend der Granathagel der sowjetischen Artillerie aussetzt oder das Feuer feindlicher Scharfschützen verstummt. Durch die umgehängte Zeltbahn, durch Mantel und Feldbluse dringt die NäsHc, und im dicken, zähen Morast heißt es Deckung nehmen vor den feindlichen Granaten und den Wtirfgeschossen der Salvengeschütze. Auf den Straßen zur Front aber mahlen sich die schweren Lastkraftwagen durch fußdicken Schlick und Schlamm, durch mo-tertiefe Bäche, die jetzt In den kleinen Mulden und Schluchten quer Uber die Straßen rinnen. Die Munition muß nach vorn, denn stündlich jagen Hunderte von Granaten hinüber zum Feind, und die letzten Kräfte mü.««-sen aufgeboten werden, den Nachschub rechtzeitig bis in die Feuerstellung'en zu bringen. Man hat den Eindruck, als sollte uns wirklich nichts an Schwierigkelten erspart bleiben m dem mörderischen Kampf um die.se Stadt. Das Schneetreiben hat nachgelassen und geht allmählich wieder in Regen über. Aus dem nebligen, eintönigen,Grau tritt blaß und undeutlich das jenseitige Wolgaufer hervor. Der Kampf geht weiter. Angesichts dos Herbstwetters kommt uns erneut die ganze Schwere dieser Schlacht zum Bewußtsein, zu deren Beginn wir an einem glühend heißen, sonnigen Augusttag mit den Panzern vom Don zur Wolga stießen und die heute noch immer wiltet und tobt, als es Herbst geworden iät und sich mit dem ersten Schnee bereits der nahende Winter angekündigt hat. Kriegsberichter Herbert Rauchhaupt, PK Tanics und Oelbecken ein Flammenmeer Luftwaffonverbände In Gleit- und Sturzangriffen über dem Erdölzentnim Grosny — RaucJiturm reloJit In S500 Meter Höhe Allen Infanterie- und Panzeispitzen voraus greift die deutsche Luftwaffe ins feindliche Hinterland und richtet ihre Angriffe gegen wichtige Punkte wie zum Beispiel vor einigen Tagen gegen das ölzentrum von Grosny, einem Gebiet, dessen Bohrtürme 8,8 vom Hundert der sowjetischen Gesamtförderung aus der Erde saugen und dessen Speicheranlagen unzählige Tonnen des wertvol-lAi Treibstoffes fassen können. In einem Großeinsatz wurde Grosny getroffen. Ritterkreuzträger Hauptmann H., der einen der angreifenden Verbände führte, erzählt: »E3s war einer der schönsten Flüge, die ich jemals gemache, habe und allen anderen Angehörigen meiner Gruppe, die datKsl waren, geht es genau so. Alleüi schon der Anmarsch! In sechstausend Meter Höhe flogen wir längs des Kaukasus. Rechts von uns lagen die Glctschcr. Die Sonne spiegelte und blitzte auf ihren Feldern. Dann das gewaltige, schneebedeckte Massiv des Elbrus und das des Kasbek! Eine Landschaft von solcher Schönheit und Wucht, daß man den Eindruck gar nicht schildern kann. Sehen Sie hier, diese Bilder. Auch die sind nur eine ganz schwache Andeutung dessen, was wir sahen. So Gewaltiges läßt sich einfach nicht festhalten. Alle 30 Sekundetk eine neue Tunkexplo«lon Mit drei Verbänden waren wir in der Luft, Jeder war nuhrere Ketten stark. Wir holten im Anflug weit über das Gebirge aus. Jeder Verband hatte einen Zielteil zugewiesen bekommen, in dem er seine Bomben abladen «wllte. Das gesamte Kombinat Grosny bildet eine Fläche von mehreren Quadratkilometern, auf der Ölbehälter neben Behälter stand. Dazwischen lagen offene ölbecken und Leitungen. Häuser, Schle. nen, Straßen. Weit voraus über Grosny sahen wir die Flugzeuge der anderen beiden Verbände. In Gleit- und* Sturzangriffen warfen sie ihre Bomben. Die Flak der Sowjets wußte gar nicht, wohin sie überhaupt halten sollte. Allerdings platzten ihre Spreng wölken. Außer, dem kurbelten noch .sowjetische Jäger herum, die von deutschen Messerschmitt-Jägern in Luftkämpfe verwickelt waren und mitten zwischen dem ganzen wilden Durch- Die Flak feuerte und feuerte. Überall zwischen den Rauchschwaden platzten ihre Granaten. Rings um Stidt ui.d Komb nat Grosny herum standen die Batterien. Sie nahmen uns mit schweren und schwersten Kalibern unter gut liegendes Feuer. Oft genug lagen die Sprengwolken ganz dicht bei unseren Maschinen. Zweimal platzten die Ge.schoase dicht vor der Kanzel meiner Ju, sodaß ich gleich darauf durch den Rauch der Explosion flog. Die sowjetischen Jäger beteiligten sich gleichfalls an der Abwehr. Ständig wurden Maschinen meines Verbandes von ihnen angegriffen. Dazwischen kurbelten wieder unsere eigenen Jäger, die sieh wieder auf die Bolschewiken stürzten. Einen Abschuß konnte ich im Anfing gerade beobachten. Alle hatten wir inzwischen un.sere Bomben abgeworfen. Die Rauchsäule, die am Fuß Kilometerdurchmefiser haben mußte, war bis auf 5500 Meter gewach.scn. Eine ungefüge Masse, auf deren höchster Erhebung weiß und knollig aln Gewitterkumuhis lag^. Der Wind hatte lange Fahnen aus dem Qualmmassiv gezerrt und trieb sie vor sich einander stieg langsam, dick und schwarz i her nach Westen. Die Flak in dieser Rieh- An d«r Front In Ägypten Atiantic-Luce-Scheri-M Kurz« Rdst einer italienischen Panzerabteilung während des Marsches im Gebiet der Talsonke von* Kattara eine Rauchsäule empor. Die ersten Maschinen hatten schon geworfen und getroffen. Die ersten Ölbehälter waren hochgegangen, das auslaufende öl hatte sich entzündet und mußte brennend in die offenen Becken gelaufen seüi, denn auch diese lagen unter der Qualmsäule. ' Am Fuße dieser Säule schössen Stichflammen aus dem Rauch heraus. Zeitweilig zerrissen sie die tiefachwarzen Schwaden. Doch schnell hatten die sich wieder geschlossen und höher und höher wuchs die Söule. Zwei-I tausend, drei-, vier-, fünftausend Meter hatte sie schon erreicht, und war mit ihrem Gipfel fast bis auf unsere Höhe gekommen. Aus diesem Körper von Qualm quollen an vielen Stellen dicke Ballen neuen Flauchea heraus, die sich lang.sam über und aufeinandertürmten. Und dabei gingen unten die Explosionen der Ölbehälter immer weiter. ^'ölllg mit Bomben elngfideckt Nun waren wir soweit, daß wir uns ebenfalls einschalten konnten. Das Ölkombinat wurde von uns aus allen Höhen und in verschiedenster Angriffsart, oft zugleich von mehreren Stellen her, völlig mit Bomben eingedeckt, überall flogen, glitten, stürzten und warfen Ju 88. tung wurde dadurch vollständig an der Sicht gehindert, wenn die Kanoniere es überhaupt noch voi dem Olqualm an ihren Geschützen ausgehalten hatten. Panzer ohne DI Hinter uns stand, lange noch sichtbar der Qualm wie ein ungeschlachter Koloß über der Stelle, wo einmal das Feld von Ölbehältern und ölbecken bedeckt gewesen war. Weit links glühten die Gletscher in der Abendsonne Ein Bild, wie ich es in meinem Leben noch nicht gesehen habe. Einfach unbeschreiblich schön sah das aus. Auf jeden Fall war dieser Flug durch den Erfolg sowohl als auch durch die landschaftlichen Schönheiten, die er uns gebracht und gezeigt hatte einer der schönsten, die wir jemals erlebt haben, darüber sind wir uns alle einig!" Riesenvorräte wurden in Grosny vernichtet. In kürzester Zeit ging der Treibstoff, der bestimmt war, sowjetische Tanks gegen die deutschen Linien rollen zu lassen, dessen umgesetzte Kraft bolschewistischen Armeen den Nachschub heranbringen, der die Fluq-zeugmotoren in Bewegung setzen sollte, in Flammen auf. Kriegsberichter Jochen Schulze, Pü s.:i« 4 Marbur|?er Zeitung« ."J. November 1942 Nummer 309 Volk und Jiatiue | BrfindHi der Oeuiscn-Iinnischen Seseilscball In einem Zeitpunkt jtrüuiier KesL'li.Lliirclu-i \iJNO'tt;iii(.lc*'s?t'.nn';. da ilr»iitsciie und f iiiii-M.'lje Soldaten ini f?olici' Norden Kt'incin^a'ii -tcicn den liolsc'icwiMmis kämpfen, wiirilc -un Dien.Nt.j;; in Ikrtiri zur Pflc-H'e dfr kiiltii-rcMen und ivcltaitliclien Ue/ieliun;:cii zw NChcn litiitscliland und f'tnnl.uid eine fintiisclie CiCNellsc!i;ift ins I.cbcn ncrufcii. ' )heruriippctifiilitLT i-ortn/, Rub iiierltci t.iien kiir/.cii Al>r I! au.s der finnischen Hc->t;hichtc. I> vcrwit'.«« d;il)Oi auf den ständigen Ivjnipf. dcM KinuliUid uLs Uoilwcrk fiurf)i)ii^' ^'e.:cti d e litJroluiti;; :ins dcMn Oi.tcn zu fiüi-reii linttc. Mie ncir.,'c>;riindctc (icscliscluit ^ftile die f""rcuiulNcIiiift /wiscitCM den beiden \ oikern. die tlnrcli das auf dem Sclilnclitfc!d '^e!ncin<|)raclie des U'clxtdrs der l iiiverN.t.it ilelN^nlsi. l'rofessor l.>r Ne\an-, littnu. iil)cr die dcnbcli-finiiisciien Kiiluirlic- c!nMiv:c'i Uli Liuiie der iet/.ieii J.ilu'lniiide.' ic :i;i;nn der l'i't.sident der (ieseliseluift. jh (.»bcrifriipiieiiiuiirer r^t;.at>rui Hans .lolist, d.is U fjri. jJer ltefti;;e Küiiipf. dtn l'iiinhtiid und I •eut.vcljlaiid lieiitc iienieiiiNinn js'i-'.'-ien de.i -r;isciiw\\ istiAciicn Aii'^iurm i'ülirei; niiifitcn.' küiiiic nielit uileiii mit den Waf/en dnrcliue-toc'itcn weiüyii, sondern l)ckoiiiiiie seine let/.tc S,nn;;eimii>; üiireli den iioiw eiidi;;en I r.umpli des (iwisies. hie»'j Ijkenntni.s stelle 'ier ^ I'ciitseli-iiiini.selK 11 liesellselKiii ciiie ,ru[-ie Aii^alie. der er und die librij^cii ,\lit-' ^'"eder dc.s I'iiisidtiiiiis und des \ orsiaiiile^ ■ ii:t Ic;deii>s;liiifti;elier jl n.w'i;lie iiaclikuiiiiiicii' wollten. Singen und Sprcelien. bii Ralinien der NLhiilimysvorrr.'ij;!.' dt-.s ^^teirischcn Musik-1 Schill- iiinl di"^ I »L'iilsclu'ii Volksl^ildun^jf^w cr-1 tvcs '?praili Dii/int iler Stnnlliclien llnch->(.hnlc für .Wiisi'u'r/iiliiMipj t)r. Theodor War-1 nrr iihcr Sin,trin iiiid Spreelion. Ausj^ehcnd j \f>!! der 'r.TtsMLlii', d:i('. mit der Atnnin" das tiKPScbüi lu' I..M"*cn be','innt, elK'trnkterisicrtc! iler \ <"i''trrif,'i'nilc il'c ( "hiTloji^eiibeit derSprn-j t lu'. deren W'oric an sich schon rhyllunisclv; < it'bikk' ?;iiid niul. in bcsiimnite Ziisaninier-h.'ii ;,'c .i.'eiiraehi, ji iler Vertonung vicler»^tre-' bcn. .Wiisik iMul Sprache, che bfidc fi'men.i | l)pv.ejft.s l.cbfn >iiul, besonders die Spraelio,, leßcn den Di iitselicn tlcr (lej^enwarf, in iler, der l-'Uiinin'.'sansprueh aneli im (U'tsti.den ;,'c-' leehtfertict uerk-n niiij-), die VerpfiiJiiiin;' aiit, das kulturelle l'rbt' /n pf'efjen. Dii- Aeh-i;inc[ ;^rolkr Musiker vor dem Wort, d".* wachsende Üeileiitiin^ der beide immer stär-i^er Itcsiielilen DiLhterU'snnfren, die TLiuk'n/, ik-r Rückkehr \ f)m irelesi-nen /um j^esproebc-j lu-n Wort, sie weisen in jene Riehtnn^», in der der auch unter (lebildeien bLnierkbarc;i | \ erariniinc der Siiraehe w irksam b(.'c,'ejrnel A erden k;'nn. An zw ei I>eispielen lier V'erto-1 imn.y d:s licilichtes von Ooetiie .Nur wer die i .Scliiisiu iit kL-nnt durch AU'ister deutscher I I onkunst (Schubert und Wrill). sow ie .ii'i •ifiiicliteii von Weinheher, Jiiui^er, Hölderlin und A^jrcrcnsterii verlebendigte Dr. Warner | (i'e der .Wiisik und der Sjiraclie wesenseif^eii-riiinliehin Wirkenskreise, die zum Dienst .u:, i'pein hohen l;rbe verpttichteii. In Rezitation und (i-sati}^ waren Schülerinnen der l.nndes-' rTMisiksi'hiilo, sfiUnll sieh einfühlend, trlfip. j hrötiniinp; der Aiü^Mellunj; )5l>anriger| Mhier« In Wien. I »ii* \ om Knlturamt der llati-| se.itadt han/ij,' kiir/lkh in ik^r Hauptstadt der Hcwer'iiuj; \eranstaltete Aiisstellunt' DnP7;- j j;rr .Wnkr . die dort einen sehr beachtlichen ! I riolpr zu verzeichnen hatte, wird in »rwei-j tcrter Jiuin aiil f-.inlailnnK der Stadt Wien \f rnnssiehtlich f'ndc Nmember auch In der, Donaiistadt ue/eiijt werden. Hie Hriiffnun;,'j der Schau in Wien soll in einem würdigen Deutsch als Wehsprache Wandlungen im intcrnationaltn Sprichengtbrtuch 0 Urandbeulti fflr onfth^che Helden. Der ,, n ^ ,1^ «1 .,r 1. u j ^ . uncarische MiniaterpräsTdent Nikolaus Kailay . ^Weltsprachen diesem Zpitpiinkt ab dir Kenntnis dieser Spra ' hat vor etncer Zeit anjienrdnet. daß aus dem iin . littciciltcr clio frdnzösiftchc Spracht chcn ocrinnsrhätiin tAfir«4 ______/ivimHknftit/ tendrn zwisehenstaatlif hen bzw. ilbersr»^-isrhen infiusfrierllen »ind handelsnolUisrhen Boziehunqen übernflhm die enffUsche Sprache die Sektoren der Wirfschnn mrin überdirs bprürksichtint, daß der Enrj-Idnflf'r dorn Fremd«pr(}chenl#»rnon durrhsufi tiblehnend qrgenüberstcht und grundsätzlich, entspreehnnd seiner Arrorjan?., in seiner ^1-fienen Sprache .inch in fremden Ländern verstanden sein will, ist es bei Jer einstiqen Bedeiitunq des britischen Welireirhs ver-standlu'h wenn rritin der enylisrhon Sprache in fl'len weite Z'-ineständnisse nitichtf Die frühere deutsche Vorliebo liir die frnn-zösisrhe .Spr^Mitlcr-.Iuns:e Oue\ . i'ocii ans dem Erlebnis der Kanipf/Jcit ifcbo-un. 19.11 und in den folgenden Jahren iniuier wieder die .lugend be;;ci^terte. sind zwar ver.schiedcntlich von den Produktionsfirmen N'oistöfle geiuacht worden, um ei"cn lebcns-niibcii .lugc'idfdui zu schaffen, 'ibcr der ,i:rolic f'TioljK' blieb ali diesen r'ihnen ver.sjisrt. Nun li.tt die DTU in Zu.saininciiarbeit tiiit der Rciclisiußciulführung einen Film herausgebracht. der den uiii^'jkclirten W ej; geht. H'csiiial '.restaltct nicht der f'ilni das l.ebeii, .-oiulcru das l.ebcii stellt sich dem h'iliii. Was wäre in dieser Zeit nalieüegender. als daß wir eine krie^'^bedini^te :Mafbiahinc. die in-/\\ ^ciicn aber schon wc'f\ ollster I j /ieluings-faktor tjcworden ist. im l'iliii festlialten: die l<,iHlcrlandvcrscliickniig. Die Slowakei mit der hcrrliclieii I.audscliaft der hohen Tatra, mit ihrer pr:iclit sen Hcvrilkenmsr in den Nclhuieii \dlkstrachteii und ein deutsches KI.\'-l.agcr. mit drei ^pr'nvilcbcndinren .hin.s'zli-Kcn IJ- bis Hiiihriger fimpfe. sind Rahmen und I raj:cr der HatKlImif:. K. (i. M. zu enteippenden jüdischen Grundbesitz. lauiXK) Kata.str»ljotlj (über 2rtl)(X)0 preulii-sehe Morgen) dem ungarischen lieldenordv'U Zill Verteilung an seine Mitglieder ziicewic-sen werden. Her aus dem jüdischen Grundbesitz 'etzt iiberwitsene Boden soll besonders hetvorragenden tapferen hrontkänipfern dieses Krieges übergeben werden, die auf Grund ihrer Tapferkeit zu Mitgliedern dts Heldenorden« ernannt werden. Für die Dauer des Kriegc5 werden diese Grundstücke zuver-Ittssigen P.lehtern übertragen. Reichsverwe-ser Nikolaus von Horthy katte den Heldenorden nach der Wiedererrichtung der Ordnung in Ungarn mit dem Ziel gegründet, auf diese Weise eine neue gesunde Adelsschicht zu schiffen, bei der nur die soldatische Leistung im Krieg, nicht aber die Herkunft für die Zugehörigkeit zum Orden ausschlaggebend ist. Der einfache Soldat wurde und wird ebenso Vitt-/ (Held), wie der General, wenn er sich an der Front tapfer bewährt hat. Der den Mitgliedern des Heldenordens zugeteilt2 Boden kann immer nur an den ältesten Sohn vererbt werden, der zugleich auch den Vitez-Titel erbt. 0, Ausstellung In Czernowitz. Trotz der starken Beanspruchung der rumänischen Kräfte durch die Kriegführung im Osten wird versucht, die Bukowina zu vollem Einsatz zu bringen und die Schäden, die während der Schreckensherrschaft der Bolschewisten entstanden w aren, wieder auszugleichen. Die an) Sonntag in Czcrnowitz eröffnete Ausstelluncr zeigt die bisher geleistete Wiederaufbauarbeit und gab der nimänischeii Regierung GcleRen-heit, erneut auf ihr politisches und mllitäri« sches Ziel, ein traditioneller Schiitrwall Europas rti sein, hinzuweisen. Das land das Buchas Aus der Entwicklungsg^schicht« der Bibliotheken — Von der Tempelbibliothek /ut modernen Sta^tübibliothek wesen einen Rückschlag. Nur In den Klöstern wurden Bibliotheken unterhalten, immerhin besaß schon damas Deutschland Bibliotheken gab es schon vor vielen t#u-send Jahren, Im alten Babylon befanden sich Tempelbibllotheken, in denen religiöse, astronomische und andere Schriften aufbewahrt wurden. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde bei der Ausgrabung von Ninive der Palast des Königs Assurbanipal freigelegt. Dtihei fand man eine recht umfangreiche Sammlung von beschriebenen Tontafeln, die wohl die Privatbibliothek des Königs gebildet haben. Einun hohen Stand hatte das Bibliothekswesen wcihicnd der Hochblüte der griechischen und römischen Kultur. In dieser Zeit wrir die Alexandrinische Bibliothek, die Im driften .lahrhundert v. d. Z. gegründet wurde, die bedrutendste. Sie umfaßte über 600 000 Burhiollen, eine für damalige Verhältnisse geradezu phantastische Zahl. Bedeutend war im Altertum auch die Bibliothek von Perga-mon. Beide Bibliotheken haben entscheidend dazu beigetragen, rlie griechische Kultur in der damalicfen Welt zu verbreiten und damit die noch heute !)estehende geistige Herrschalt des Abendlandes zu begründen. Als Rom zur Weltmacht au'stieg und die Schatze der Welt sich in der Stadt ansammelten, kamen hier die ersten Privatbibliotheken auf, Einige Jahrzehnte vor der Zeitrechnung halte Rom sogar schon eine öffontliche Bibliothek, und darch Stiftungen der Kaiser stieg die Zahl der öffentlichen Bibliotheken un alten Rom bis auf achtundzwanzig. Im Mittelaller erlebte das Bibliotheks- UNTE'^STEIRER ! Die Unlerstcicrmark bleibt für immer deutsch'! Deine Pflicht ist es, deutsch zu sprec^ien die meisten Bibliotheken. Reichenau, Fulda, St. Gallen, Lorsch, Tegernsee, Benediktbeuren, Regensburg und Corvey waren die bedeutendsten. Im 13. Jahrhundert kamen die Universitäfsbibllotheken auf. Prag, Wien, Paris, Ingolstadt und Salamanca waren die ersten Hochschulen mit eigenen Bibliotheken. Wenn die Pariser Nationalbibliothek auch heute noch mit 4 Millionen Bänden die größte der Welt ist, so liegt das daran, daß das gesamte geistige Leben Frankreichs sich in der Hauptstadt konzentrierte, während die Provinz, kaum nennenswerte Büchereien entwickelte. In Deutschland dagegen besaß jede kleine Residenz oder Universitätsstadt ihre eigene Bibliothek. Wenn Deutschland bis vor kurzem mit der Zahl und der Größe seiner Bibliotheken noch an zweiter Stelle hinter den Verelnigteu Staaten stund, so war das darauf zurück/u-tühren, daß groRe, traditionsreiche deutsche Gebiete getrennt vom Reich leben mußten. Heule ist l")outschland aber wieder das führende Bibllothcksland der Welt. Seine Bibliotheken wirken — was schon in ihrer Zahl und Mannigfaltigkeit begründet ist — weit mehr in die Breite und Tiefe als etwa dio englischen oder amerikanischen. Der Gedanke. daß die Bibliotheken jedem zugänglich sein müssen, hat In Deutschland eine alte Tradition. Schon Luther ermahnte dio Ratsherren der deutschen Städte, für Ihr« Bürger Bibliotheken zu gründen, unH ein Mann wie Leibnlz hat sich sehr eingehend mit der Organlsmtion des Bibliothekswesens befaßt. ipta mmmmm •mmmmmmrn DIE SCHULD INGE TOLMAIN ROMAN VON M. BIQ6EMANN Lrhrber-K'echtsscttiUi:: Drei Ondlfn.\friat, Koiin^ibrllLk Oer Kommissar nickie und gab seinen beiden Leuten Auttrag, bei den nächstliegenden Aulnhilfeslellen Frkundigungeii einzuziehen. Wiihrend die Reamten sich entfernten, setzte Kommiss.ir Werner seine Vernehmung fort. ,,Linen HandkoHer führte der Herr wohl rxht bei sich?" Der Portier \c;rneintc .'Such Fräulein I?;iumgarten konnte sich nicht entsinnen, bei iiern Herrn einen Kofier gesehen zu haben. „Haben Sie nicht au( h Frau Inge Tolmaln jIcis Hotel verlassen sehen." ,,Nein, Herr Kommissar Die Künstlerin kam kurz, nach sieben Lihr in das Hotel und hat es bis jetzt nicht wieder verlassen." ,nan müßte sie aber doch hier sein? Oder gibt es noch einen zweiten Ausgang?" „Eigentlich nicht, Herr Kommissar", ant-\Aürlete der 1'oteldirektor, „Zwar gibt es noch eine kl- ^ Ci.irlenplorte, die nach der sonneubergtr führt, doch wird^ sie last nur von uusciem Personal benutzt." , So, so! r.inc kleine Pforte! Die Tür ist jedenfalls nicht verschlossen?" „Natürlich nicht, Herr Kommissai.' ,,Drts wäre immerhin Pine Erklärung, aut welchem Wege die Künstlerin das Hotel — Nun, Reinhard?" wandte der Kommissar si( h dem eintretenden Beamten zu. ,,1ch glaube, die Srichc wird-sich bald aufklären lassen, Herr Kommissar. Der besagtt Herr mit den» Mantel aut dem Arm ist vom I Kaiser-Friedrich-Platz aus zum Hauptba^jnhof ' gefahren und hat noch in letzter Minute den i Schnellzug nach Mannheim bestiegen Wie : dei Schofför nach seiner Rüc kkehr auf dem I Parkplatz 'leststellen konnte, wies dio Pol-i sterung seines Wagens große, noch frische Blutflecke auf, die nur sein letzter Fahrgast, also der Mann mit dem Mantel, hinterlassen haben kann." ,,Das bringt uns ja der Sache schon um vieles näher. Haben Sie die Nummer des Wagens notiert und die Personalien des Schofförs festgestellt?" .,Gewiß. Wenn Sie sich den Wagen ansehen wollen, der Mann wartet noch auf dem Kaiser-Friedrich-Platz." Kommissar Werner nickte. „Hier können wir vorläufig doch nichts weiter tun." Er ließ sich die Zimmers« hlüssel von der Wohnung der Künstlerin aushändigen und verließ mit dem Beamten das Hotel. ,,\^ ir werden sofort die einzelnen Bahnstationen benachrichtigen", sagte er zu Reinhard, als sie zum Kalser-Friedrich-Platr hinübergingen. „Der Mann ist uns sicher!" Drittes Kapitel Der Tag neigte sich seinem Ende /u und die anbrechende Nacht wob schon ihre dunklen Schleier über den Himmel, als die beiden Frauen sich von dem mit noch frischen Kränzen bedeckten Grabe abwnndten und dem Friedhofsausgnng zusrhritten. Kurz, vor dem großen Friedhofstor stießen sie auf den Wärter, der gerade das Tor schließen wollte. Er grüßte höflich und trat zu ihnen heran. „Einen Augenblick. Frau Ferchland", wendet# er sich der jüngeren der beiden Frauen zu. ,,lch habe heute mit dem Gärtner ge- sprochen. Er hat sich beroiterklärt, die Pflege des Grabes zu übernehmen. Sie brauchen sich also nicht weiter umzusehen. Doch läßt er um Ihre Anschrilt bitten, damit er weiß, wohin er sich bei eventuellen Besprechungen zu wenden hat." Frau Ferchland entnahm ihrem Hand-tüschchen Notizbuch und Fullteder und schrieb eino Adresse auf. ,,Bitte sehr. Es ist die Anschrift von Frau Hertel', antwortete sie, auf ihre schon bejahrte Begleiterin deutend. ,.Frau Hertel wohnt ganz in der Nahe. Glcich neben de.m Krankenhaus. Sie wird dem Gärtner über alles Auskunft geben." Der Wärter nahm den Zettel in Empfang und schloß hinter den beiden Frauen das Tor. Schweigend, Jeder seinen eigenen Gedanken nachhängend, gingen sie nebeneinander her. Sie durchwanderten die Leipziger Straße und bogen am Polizeipräsidium nach dem Sudenburger Tor ein. Als sie den Hasselbachplatz erreichten, begann es leicht zu regnen, was Inge Ferchland veranlaßte, ein Auto anzurufen. „Zum Hauptbahnhofl" sagt« sie. der alten Frau Hertel gegenüber Platz nehmend. „Du willst wirklich noch heute abend reisen?" brach Frau Hertel endlich das Schwelgen. Inge Ferchland nickte. ,,Tch halte es für sinnlos, unnötig hier die Zeil zu vergeuden. Zudem fände Ich J« doch keine Ruhe hier. Auch habe Ich Paul geschrieben, daß ich komme. Er wird pünkt-lieh in Warnemünde sein und mich dort erwarten", sagte sie mit einer leicht bebenden Stimme. Das Licht einer riesigen Bogenlampe, an der sie \ orüberfuhren. ließ ihr leicht-gewelltes Haar in rötlichem Glanz« schim- mern und ihre Wangen in weißer Blägsa leuchten. Nur ihre Augen, die unter dem Schatten dos Hutes hervor dunkel erschienen, waren voll tiefer Geheimnisse. Elisabeth Hertel sah es und erschauerte, „Und du lürchtest dich nicht, mit ihm w-sammenzutreffen? Drei Jahre sind eine lange Zeit. Mich überläuft es eiskalt, wenn ich nur daran denke! Es kann die tollsten Situationen heraufbeschwören!" Inge Ferchland nahm still lächelnd die Hand der alten Frau. ,,Es wird nicht so schlimm werden. Elisabeth. Gewiß, auf der Hut müssen wir sein. Denn wenn es herauskommen sollte, daß ich..Inge brach ab und strich sich müde über die Augen. „Die Folgen wären nicht auszudenken." „Ja, und das Kind?" „Ich habe Paul gebeten, sowohl Inge als auch seiner Schwester Else gegenüber unser Zusammentreffen in Warnemünde zu verschweigen, wenigstens vorläufig. Viel giö-ßere Sorge mache ich mir über Professor Barnhselm. Ich empfinde geradezu Angst, daß durch ihn alles herauskommen könnte. Es war eine große Torheit, daß wir ihm den Tod meinet Schwester niiL^eiilfln.' Sie heb di« Schultern. „Aber daran ist nun nichts zu ändern. Es soll mir eine Lehr« sein. In Zukunft Vierde ich Jedes meiner Worte genau überlegen." Frau Hertel nickte. „Auch ich habe das Gefühl, als sollten wir von dieser Seite aus Schwierigkeiten bekommen. Wenn der Professor nun plötzlich hier auftaucht, um an dem Begräbnis teilzunehmen. Ich halte das für mehr als wahrscheinlich!" ..Dann hast du ja Immer noch den von Doktor Klaus ausgestellten Totenschein." Nummer 309 :»^Marburger Zeitung« 5. ^IÄitc 5 ^las Stiiiif uüd £itHd D«r Soniintr hat sich umg«ichaut.. • Ist •» nicht so, als hätte sich in r'cn »tilgten Tagen der Sommer noch einm«' umgesehen? Als ob Ihm heuer der Abschied besonders schwer fiele? Kalendarisch müßte tr schon längst über alle Berge sein, «r hat es aber vorgezogen, uns noch ein Weilcnen beglücken. Zu unserer großen Freud«: Denn vor einftm Jahr um diese Zelt, da flackerte schon ein munteres Feuerlein In unteren Öfen, zu denen man sich nach dem Helm' weg fröstelnd drängte. Den ersten großen Schneefall hatten wir auch schon hinter uns ~ er trat gegen Ende Oktober ein, und die Marburger werden sich noch erinnern, daß damals unter seiner Last das große Zelt eines Zirkus zusammenbrach, der gerade in der Stadt zu Besuch weilte. Heuer aber gab es noch keinen „Matsch" auf den Straßen, man konnte Schuhe schonen und <— vor allem Kohlen sparen, wts im Krieg besonders wichtig Ist. Bedeutet doch ein helxfreler Tag eine Ersparnis von «Inigen tausend Waggons Kohlel Diesmal alin hilft uns wacker der „General Sommtr", und der „Genoral Winter", den unsere Feinde immer gegen uns ins Treffen führen wollen, hockt irgendwo verdrossen im Norden. Freuen wir uns über diese herrlichen Taqe, die uns wie blaue Geschenke gegeben sind. Besonders bei uns im Unterland sind sie von einer bezaubernden Schönheit. Die Weinberge liegen in den Mittagsstunden wie goldbestäubt da, in den Wäldern brennt und lodert es und das Gras, In das man sich noch unbesorgt legen kann, knistert unter dem warmen Gestirn, das um die Mittagzelt heiße Strahlen sendet, die sogar die Haut noch bräunen. Die Buben können Ihre kurzen Hosen noch tragen, die „Lederne" hat in diesem Herbst länger Dienst) die dicken Mantel in den Kästen aber hängen in dunkler Hin-s.imwelt. Luio dcij vioierlüi Gelier denkt (Ui' n noch nicht an den Winterschlet. Flinke Eidechslein nehmen mittäglich ein verspätetes Sonnenbad auf warmen Steinen, auf dem Laub krabbelt es von Käferchen, ein gelber [•dlter taumelt beglückt über die Büsche, und verspätete Rosen öffnen sich unter dem KiiR der Mittagsgöttin, die heiter auf die «Jefilde niederleuchtet. Klar Ist die Fernsicht in diesen Trigen und fille Hügelwelt ist /um Ureiton ge- lückt, wie in einem bunten Guckkasten. Som-merlliegen summen noch und die li iKS in unseren Gärten sind biä in die i^ün'ni'r-stiinde besetzt. Am schönsten aber sind die Nächte: Als ob sie alle frisch gescheuert wären, so funkeln die Sterne in selten gesehener Klarheit. Genießen wir in vollen Zügen diese Tage, die uns jetzt geschenkt sind. Freuen wir uns über den Sommer, der sich vor seiner Abreise noch einmal lächelnd umgesehen hat und flüstern wir ihm zu: „Bleib doch noch fm kleines Weilchen da!" h. a. Feierliche Erölfnnng der EisenlialiBbrnclie in Marlinrg Nachdem über ein Jahr lang der Eisen-hahnverkehr In Marburg, über eine behelfsmäßige Brücke rollen mußte, konnte am Mittwochmorgen die neue Eisenbahnbrücke über die Drau in einer würdigen Feier eröffnet werden. Auf der festlich geschmückten Tribüne hatten sich als Vertreter des Gauleiters Bundflsführer Steindl, der Präsident der Reichsbahndirektion Wien, Ing. Rudolf Töpser, und zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Nach einem kurzen Überblick über das Entstehen und die Arbeit an der neuen Brück« dankte Präsident Töps«r allen, die sich um den Bau der Brücke verdient gemacht hatten und betonte, daß die Zerstörung der alten Brücke durch die flüchtenden Serben den Siegeslauf der deutschen Wehrmacht im April 1941 nicht aufhalten konnte. Unter den Klängen eines Marsches, gespielt vom Blasorchester der Reichsbahn, wurde die neue Eisenbahnbrücke dem Verkehr übergeben. Die Helden- und Führerehrung und die Lieder der Nation beschlossen die weihevolle Feier. Dar Gauleiter vor 1100 Jungan und MSdeln SchluBkundg«bung für den Emte«inMti der HItler-Jugand Gestern Nachmittag fand um 16 Uhr im Stefaniensaal in Graz die Schlußkundgebung für den heurigen Ernteeinsatz der Hitler-Jugend statt. Der Gauleiter sprach zu IlOO Jungen und Mädeln der Banne Graz-Stadt und Graz-Land. Alle, die sich im Einsatz bewährt hatten, erhielten Plaketten und Ur« künden. • Wie alljährlich, hat die Hitler-Jugend auch heuer wieder während der Sommermonate ihre Hauptaufgabe in der Hilfeleistung für die Bauern gesehen, über 600 Jungen aus der Alt- und Unteritetermark waren in verschiedenen Kreieeo elngeietzt, deren Gesamtleistung nahexu 30000 Arbeitstage er< gab. Dieser Einiat'z erfolgt« lagermifiig. Dar« über hinaus waren noch 1400 Jungen im Einzeleinsatz tätig, zum Teil auch m verschiedenen kriegswichtigen Betrieben, der größte Prozentsatz der Arbeit der Hitlerjugend galt jedoch der landwirtschaftlichen Hilfe. Der BDM halte durch vier Wochen 770 Führerinnen und Mädel in 106 Lagern eingesetzt, die in 183 000 Arbeitsstunden den Bauern halfen. Im kurzfristigen Einsatz standen 12 160 MMdeln mit 270 000 Arbeitsstunden. Dazu kommt der Hilfsdienst der sechsten und siebenten Klasse der Oberschulen, von denen die meisten In Kindertagsstätton, Erntekindergärten und kinderreichen Haushalten eingesetzt waren. BatMHUnt StoM WKfe M HsastaiaiUiB I lu. Todcsiälle. In der llorst-Wesscl-Tiassc -^5 in Marburg ist die Advokatcnswitwe Maria Krenn-Iiaumeicr im Iioheii Alter von .lah-rcii verschieden. — In der BurRgassc 40 in Marbur« starb die 70jährijte Altersrentncriii riiereslc Plvetz. — Im Marburjjer Kranken-liaus ist der II jährige Steucrinspcktorssolin Aurclius Sclimid aus der KelteiiRassc 6 in .Marburg scstorben. ni. Eine Stccknadel verschluckt. t:itic üble liewolinheit vieler Näherinnen und auch der Hausfrauen, die Stecknadel in den Mund nehmen, fülivte schon so oft im MiHseschik-Kcn. Sekunden der Vergeniichkcit, und die N'adel ist verschluckt. So erging es auch der '-'jährigen Kassierin I. K. aus Marburg. Sie iiiLiOte sich deshalb ins Marburger Kranken-liaus begeben. In Besleituns d«i Kreisführers P|. Do-boczk7 bielt Bundestübrer Pe. Franz Steindl Sonntag, den 1. November, in den Ortsgrup-, pen Frauhelm, Wlndlschfeistritz. Hajcau, Höh-lenstein, Weiten-stein. Waldegf, Reiffnlri Lo-renzen und Rast Dienstappelle ab, bei denen er 7M samtllchenAmtstrftgern der Ortsgruppenfüh-rungen, unter anderem über die angekündigten MaBnahinen für die Bandenbekämpfung sprach. Die Appclie trugen wesentlich zur fJeruhlgung der Bachernbevölkerung bei. Hern BundesfÜhrer dankten die Ortsgruppen-fiihrer und versicherten ihm itn Namen des I'ührerkorps restlosfc Einsatzbereitschaft Umlaainiclies kalloreNn Schalltn Reichhaltiges Novetnherprogranim der Yolkbilduhgsstiitte In Cllil I^ie Veranstaltungsreihe der Volkbildungs-stiitte Cilli eröffnet im November Pi'of. üre-«or Schu-arz-Bostunitsch iJonnerslag. den ri November, mit seinem Vortras über die Freimaurerei, ihr Wesen und Wirken. Fröhliche Klaviermusik bietet den Musikfreunden Dr. QcorK Kuhlmann aus Graz. Dienstas, den 10. November. Zwei Tage darauf erörtert der heimische akademische Mater Anton Klinger die Frage »Was ist Kunst?« im Rahmen seiner ArbeitJ^gemeinschaft »Wege zur Kunst«. Arn 17. November spricht Inspektor Josef Braumiiller übtr das Markensammeln. »Albanien, Berge und Menschen im Land der Adlersühne« lautet das Thema des Pipl. Ing. Maz/oni aus Berlin, das am 23. November behandel wird. Die bunte Reihe der Novemberveranstaltungen schlient üaukon-servator Dr. Walter Semetkowskv niit seinem Vortrag »Das Haugcsicht der l'nterstei-ermark« ab. Mit Ausnahme des Treffens der Briefmarkensammler finden siimtliclie Verunstaltungen im Kreishaus des Steirischcn Meimathundes statt. Graier BaunisleHimg ..Oieoe Delisr Sipsi" Am Samstag Erftlhumff. durch dt« OanieHer Die besten Arbeiten aus dem steirischcn Scliülerwettbeverb »Diene tMlnor ^'PPe ■ den der NS-Lehrerhund im Rahmen die Ben I?eich\vettbe\vcrhcs -»Ffir Deutschlano^ Freiheit« an den Schulen der Steiermark während des vergangenen Schuljahres durchgeführt hatte, werden in eine Ausstellunit, die Samstag, den 7. November, um H Uhr. durch den Gauleiter im Qrazer Joanneum c> öffnet wird, gezeigt. Aber nicht nur Schiiler. sondern auch Künstler haben sich^ mit eig*?-ren Arbeiten an diesem großen Wettbewerb des (laues Steiermark beteiligt. Aus der Fülle des Materials ist zu ersehen, welch großen Anklang der Wettbewerb »Dieri Deiner Sippe« in allen steirischen Kreisen funden hat. Das trat auch bereits bei Ä" Kreisausstellungen in Hrscheinung. Mehr fis die Arbeiten hat aber der Gedanke »Diene Deiner Sippe« eingeschlagen und es Ist nur /AI wünschen, dali die sehenswerte Ausstellung in vielen aufnahmswilligen Herzen Widerhall findet, da dem Sippendenken in Zukunft. vor allem aber auch in den harten Tagen des l^ur Durchführung. Cs fanden sich kulturbegabte Jungen und MIdei aus dem ganzen Kreis unter der Leitung von Oefolgschaftsführ^r Franz Hauser zusammen. Zu Beginn wurden die Phasen des Kampfes der deutschen Kultur im Unterland erörtert, utn anschließend dem Singen einen leiten Platz einzuräumen. Einige neue Lieder wurden einstudiert sowie auch ein theoretischer Unterricht eingeschaltet. Als Ahschhif? lernte man einige Volkstänze, unter denen der Siebenschritt besonders Freude bereitete. In diesen einundeinhalb Tagen haben die Jungen und Mädel einen kurzen Ühcrblick über das Kulturleben in der >»Deutsclien .lugend« bekommen. Der Sinn und Zweck die-: hitsch aus Drauweller hei Marburg und ifas ses LageijS \\ar der, daß in den einzelnen 13jäiirige Milfsaibeiterssölnichen Franz Al>er-Standorten auf Grund geschulter Kräfte dii , sclicl; aus l?;ist. das vorn Stockerl fiel. Sänit-kulturelle Arbeit zu einer besseren Lntialtung ; iidie Verun^cliickten belmden sich im Marburgelangen kann. ger Krankenhause. Der lotzte Weg des Wehrmannschafts-Sturmführers Garber Die Rietz^r Bevölkerung nimmt von einem guten Kameraden Abschied m. Unglücksfall«. Das kaum 6iährige Land- wirtschaftsarbeitersöhnchen Felix Kreinz aus Tresternit/, hei Marburg fiel beim Spiel vofn Heuboden und brach sich dabei das linke Schlüsselbein. — Der R7 Jahre alten Privaten Rosa Wagner aus Pettau blieb ein Knochen im Halse stecken. — Beim Viehtreiben wurde der 7r> Jahre alte Grundbesitzer Lubi Jakob aus Pfeffersdorf bei Abstal von einer Kuh umgestoflen und erhielt dabei starke Hautabschürfungen am Kopfe. — Den rechten Arm brachen sich: der 87iähriRe Johann Knopp, Stcueroherverwalter i. R.. aus ''er Anzengrubergasse in Marburtr bei einem Pull; das 5iährige Arbeiterssöhnchen Daniel f-u- Die schöne Ortschaft Rietz im oberen 1 Sannntal stand am Sonntagvormittflq im Zeichen der Beisetzung des Sturmtuhrcrs Franz Garber, der in treuesler Pllichterfüllung im Kampf gegen feige Banditen sein Leben 1 eß. Hundertc von Volksgenossen aus der gfin-zen Ortsgruppe hatten sich eincjefundon, um dem toten Sluimführer das letzte Geleite zu gehen. Im Namen der Kroisführjnq des Steirischen Heimatbundos legte Kicis'ühici Dorfmeistor selbst einen Kran/, nird'r, w ih-rend sich SA-Standartenfühier Wolf von der deutsche 5olöat opfert sein Leben. % ____U7as opferst öu ■ einem seiner besten und tieueslen Sturnn-tuhrern verabschiedete. In seinen Worten stellte der Krelslührer den unbeugsamen Willfn heraus, den eingeschlagenen Weg unrjrachtet der Minderni^se gerade weiter Jiii g» ncn, Das nationalsoiialislische Reich lause sich von keiner Macht der Welt mehr rw-rückhalten; das Ziel muß und wird "»rielcht werden; Deutschland wird frei groß nnd stark werden. Das ist es jenen Männern schuldig, mit deren BItif der machtvollp ßflu untermauert ist. Auch Garber gehört tu j ihnen, und er wird nie vergessen wer^fn. I Der Standartenliihrer sprach ahnliche Wort? j härtester Entschlossenheit. Zu den Klannen des ,,Gulen Kamerarien" j grüßten die AXnwescnden aum letzten M.ile den, der im treuen Einsatz tür Führer, \ olk: I und Heimat sein Leben lief^. ■Mpi Die Sowlet'Eidechse Von Henrik St. Gavda Wir waren fünf Urlauber beieinander und li.itten beschlossen, nachdem wir einander berichtet, wohin ein ledar während der letzten Jahre verschlagen worden war — der ne micli Afrika, der andere iii den hohen Norden, während die übrigen drei im Osten Munden - üaLl jeder cui Krlebnis aus dem .Ktilgen Krieg er/älilen sollte. Der eine, im privaten Leben studierte er Zoologie, begann: »Exigua. c.xigua!« hatte der Professor am Nuturkundliclien Muscun» mit beschwörend tihobenem l^'inger zu mir gesagt, als meine \crsctzung nach dem Oi»tcn näherrückic; exigua ist näinllch der Name, mit dem die Wissenschaftler eine Eidechse bezeichnen, ilic in den Steppen des südlichen Ostens häu-f ?. in den zoologischen Sammlungen dagegen "«ollen vorkonnnt. licKrclflicherwelse waren ulso die Zoologen an meiner Versetzung Mark interessiert. Wochen vergingen, und nach langer Bahn* f.ihrt hatte ich die heimatlichen GcMlde mit einem ijcbici vertauscht. In den» anstelle der rauschenden Isar der Donez seine Fluten V iiUt und der Wald sich in niederes Alta-/ engebüsch verwundclt hat. In einem Dörfchen wurde Unartier bezogen — tnan konnte CS direkt als lu.xuriös bezeichnen, denn es wie» einen groBen Tisch und einen Garten ii.itsamt dann aufgebauter Laube auf. Beim l'ümmerstündclien in derselben unternahm ii-h den ersten Versuch und fragte meine'i Oiiartierwirt nach dem kriechenden Getier. Aber er verstnnd nicht, was ich meinte. Da kam mir ein erleuchtender Gedanke; iiii Garten huschten allerorten die bunten Wechselkröten umher, eine Art, die auch in r)eutschland nicht selten ist. Ich griff mir| Da raschelt es; mein Jagdeifer erwaciit.l Nach einigen Tagen erschien mir die er em lebhaft strampelndes Amniiib und wies, Tatsächlich, da läuft ja etwas Grünes. Lang-1 lebte Aufregung schon in im de L Ii^hi es der sjch Inzwischen voll^älilijt samt Kin- jestrcckles mit EroBer (ie^luvindliikelt die und einci.i crncmcii \ors(oll i, ie„es (iewS dern und Kindtskindern anResanimeileii Ma- Anlifilic hinauf: exiüua! Lnd ich rase liintcr-i siaiid iiithis ini Wcae Aber dicsi.iSl VJr milie vor Doch kam Ich sar nich! erk #• l,er. »her kann, taucht me,„ Konf über der;K!dccl,se aulse.aMcel, id beni 1 n.?,^ renden Worten, denn unter Schreckonsrufen 1 Senke auf. so roR sich alles in die inneren Gemächer des Hauses zurück. eben, ic!i mußte mic!) schon selber nach den iWiniatursauriern umschaucn. Da waren in einiger F.ntfernung als einzig in Frage kommendes Gelände ein paar geschützt inmitten von leichten Hügeln liegende Pfützen. Indes-.sen war dort einige Vorsicht geboten, denn das Gebiet konnte vom Gegner eingoeheu werden. An die ständige Schießerei hatte man man sich so bald gewülmt, daß man schon nicht rnehr daran dachte. Der nächste sonnige Tag scheint meinem Vorhaben günstig und ich gelange unangefochten In d'e Senke. Allerlei durclieinander-gewirbeltes Kriegsgerät liegt da herum, umgestürzte Lastkraftwagen, alles verrostet und zertrümmert. Dicke Eisenschienen biegen sich in der Luft wie gespenstisch tanzende Flamingos Eine verendete Katze dazwischen verstärkte den Eindruck des Ab-gcstorbenrn. Totenhaften An den verivrauteten Tümpeln regt sich zurächst nichts, dann plumpst es überall, Wecli-selkrüten sind es. die ich vom Sonnenbad Kufgescheucht habe. Jetzt fliehen sie in das Wasser. Hält man ein paar Mitiuten Ruhe, so beginnen sie dort zu trillern wie ein Flü-teiiorchester. Am Minnnel findet ein anderes Kon/ert statt, Motorengeräusch und die Abscliüsse der Flak. Aber es ist weit genug entfernt, um mich in meinen Untersuchungen nicht zu stören. n . , . . -iL- ,,, . — ngen. icli benutzte meine inuR man mich auch schon am [ ^cldblusc als Kopfkissen, und legte mich ar« der anderen Seite bemerkt haben, denn ein; der Stelle, wo mc aui/utreten pflegte, m di-paar blaue Höhnen sausen verdächtig nahe Sonne. Also auf diesem Wege war nichts zu iiia-i vorbei. — Da ist nichts zu machen. Oben auf einem Grasbilschel sit/t die Eidechse, .spreizt die Rippen in der Sonne und grinst mich höhnisch an. Nie zuvor hnbe ich gewußt. daO Eidechsen grinsen können! Es muß ein ganz staatliches Exemplar sein. iO Zentimeter mißt das leuchtend grüne Ding sicher. Sobald ich wieder Zeit dafür habe, pilgere Ich zum Tümpel, bewaffnet mit einer langen Rute und einer daran befestigten Roßhaarsclilinge. Diese Technik des Fanges haben die italienischen Jungen ersonnen. Sie spucken in die Schlinge und wenn das so entstandene Häutchen in der Sonne schillert, f\ommt die Eidechse neugierig nälier und kriegt dabei die Schlinge über den Kopf gezogen. Diesen teuflischen" Einfall nahm ich zu Hilfe.- Merkwürdiger>\'clse war aber die Eidechse gar nicht so neugierig, wie sie In der einschlägigen Literatur beschrieben wird. Sic lief vielmehr einen flachen Graben hinauf in Dabei bin ich \Kohl doch eingeschlunimert. denn plötzlich lauft mir etwas iilicr den ,\nri die Eidechse! Im Augenblick stülpe icfi die Feldbluse über sie. Ha, jetzt bist du mein! Ein vorsichtiges Rekognoszieren unter derselben zeitigt jedoch merkwürdigerweise kein Ergebnis, wie ich das Kleidungsstück gänzlich hochhebe, befindet sich die Eidechse nicht mehr darunter. Bin ich das Opfer eines Traumes, oder besitzen die Eidechsen die Fähigkeit der Entmaterialisierung? In tiefes Sti'nen versunken, vervollständige ich mein Aulleres wieder nach oben hin und strebe heimwärts. Da — regt sich nicht etwas im Naiken. .^tzt mir der Teufel schon im Genick? Spitzige Krallen bohren sich in meinen Hals. Entsetzengeschüttelt reiße ich die Feldbluse herunter da zappelt etwas Im Rilckenfuttcr. Die Eidechse ist tatsächlich durch ein winziges Loch ins Futter gekrochen in Verwechslung mit einem heimatlichen Versteck! Nun ein kleines Akaziengebüsch, immer auf Ab- 'hr «in Kästchen tnit Moos gerichtet, in dem sie die Reise ins ferne Deutschland glücklich überstand, wie mir der Professor bald darauf mitteilte. stand mit mir bedacht. Ich hinterher, nicht ahnend, was für einen Streich sie mir spielen würde. Dem als ich am Buschwerk angelangt war. fingen sie von drüben wieder! wie verabredet an zu schießen, und ich mußte mich in die stachligen Akazien drücken, was I stigen Fähigkeiten, sow ie dem einzigartigen auf die Dauer >elbst der begeistertste Rep- erstmalig beoDachteten Grinsen verhält ist tillen-Spezialist nicht aushält. Kurz, es wa-, bis dato noch nicht geklärt, da sie ihr frühes reu unerträgliche .Minuten, die ich hier vcr- Grab in der Spiritusflasche des Natuikundli» brachte. Mtln Rückzug gelang. 'chen Museums fand. Das war mein Lilebnis mit der geheininis-\olleii Eidechse. Wie es sich mit ihren gei- Seite 6 »Marburger Zeftung« 5. November 1042 Nummer 309 Bei untersteirischen Ronieren zu Gast Sitt sind ,.prima Burschen*' — Fröhliches Wiedersehen irit einem Jugendführer aus Schober Im kühlen Schatten „Zur Überfuhr'* — Der Kompaniechef, der beste Kamerad Immer wieder ersteht Vor unseren Augen das Bild der Verabschiedung der ersten Re-kruten nus der wiederbefreiten Untersteier-m4rk, als wir der Kaserne zuschreiten, if der die „untersteirischen" Pioniere untergebracht sind. Es ist noch gar nicht so lange her, daß sie mit ihren Rucksäcken, Koffern und Paketen, den Strauß auf dem Hut, aus ihren Heiraatorten ausgezogen, um in die Standorte einzurücken. Noch beute sehen wir Vater und Sohn beim Abschied, der eine n^it seinen Auszeichnungen aus dem Welt-kirlcg, der andere mit stolzem Gesicht, nun die bekannte Soldatentradition des Vaters wieder aufnehmen und fortsetzen zu können. Noch klingen die Abschiedsworte in unseren Ohren, die der erprobte Weltkriegskämpfer seinem „Buabn" zulief: „Werde ein guter Soldat, wie ich einer war"! Ein fester Händedruck folgt, ein Handinhandgreifen, das mehr als hundert Worte sagt, und der Zug setzt sich in Bewegung... Lob des Kompaniechefs Das waren unsere Gedanken, als wir durch die schön gepflegten Anlagen der Kaserne schritten, um den Kompaniechef aufzusuchen. Der „U. V. D." meldet uns an und gleich darauf schallt uns ein „Na, da sind sie ja"l entgegen. Das Eis war gebrochen. Einen besseren und herzlicheren Empfang hätten wir uns gar nicht wünschen können. Wir wollen es gleich vorweg sagen, daß uns das, wäs der Kompaniechef von den Unterstei-rern erzählt, mit Freude und Stolz erfüllte Wir hörten dabei mit Staunen, mit welcher Schnelligkeit sich unsere Burschen in das Soldatenleben eingefunden haben. Daß sie willig bei der Arbeit sind, hatten wir auch gar nicht anders erwartet. In ihren Adern rftllt das Blut ihrer Väter, sie alle sind gerne Soldaten. Der Hauptmann spricht von ihnen überhaupt nicht mehr anders, als „meine" Untersteirer. Da kommen wir von so weit, um „unsere" Burschen zu besuchen und jetzt hören wir in jedem zweiten Satz „Wissen Sie, ^neine' Leute, das sind primä Burschen ' und „Sie sollten .meine' untersteirischen Männer hei den Gefechtsübungen sehen". Ein gütiges und zufriedenes Lächeln begleitet dieses aufrichtige Lob. Das Ist eine deutsche Kaserne Wir machten von der freundlichen Einladung, die Untersteirer in ihren Räumen aufzusuchen, natürlich ausgiebig Gebrauch. Mein Goft, diese Neugierde der Männer, aber eine deytsche Kaserne zu besichtigen, hat schon was an sich. Unter „Kasernen" sind wir, die im ehemaligen Jugoslawien mit Gebäuden dieser Art die mannigfaltigsten Erfahrungen machten, eigentlich etwas anderes gewohnt. Hier dagegen empfingen uns Blumenbeete, von den Soldaten selbst betreut, di* dem gefürchteten Kasernen-Hof einen anheimelnden Anblick verleihen. Helle, freundliche Zimmer sind als Schlaf- und Tagesräume ausersehen. Schon allein die Waschräume, die Schreibstube, die Bekleidungsräume und Krankenzimmer und all das, was zu einem Kasernenbßtrieb gehört, läßt uns staunen. Diese Sauberkeit und Ordnung, wenn man so sagen darf „Gemütlichkeit", war für uns neu. Natürlich ist eine- Kdserne kein Erholungsheim, daß man sie aber derart schön gestalten kann, hätten wir nis gedacht. Welch großer Unterschied zwischen der Militärdienstzeit der älteren Brüder dieser Männer, irgendwo in Südserbien ... Untersteirer melden »ich Wie wir so durch die Gänge gehen, öffnet sich eine Tür und w'' hören den Namen Namestnik rufen. Pionier Namestnik? Don Namen kenne ich doch?! Sollte es wirklich der einstige Jugendführer aus Schober sein? Dies denken und in die Stube hinein, war für uns eins. Und wirklich, da steht er mit nacktem Oberkörper und ist ganz in sftine Gewehrreinigung vertieft. Er merkt msere Anwesenheit gar nicht, bis ihn die Kameraden aufmerksam machen. Da gab es natüt-lieh ein frohes und unerwartetes Wieder- sehen! Als wir ihm das letzte Mal begegneten, war er in der Uniform der Deutschen Jugend und marschierte mit seinen Pimpfen, nun steht er als Soldat der deutschen Wehrmacht vor uns, sehnig, stramm, gesund und stolz. Die erste Frage, die er an uns richtet, gilt natürlich seiner Ortsgruppe Schober, vor allem „seiner" Jugend. Fast mit ein wenig Traurigkeit sagt er „Ich kann halt die Jungens nicht vergessen. Sie waren mein größter Stolz und meine Freude." Auf unsere Frage, wie es ihm gehe und wie er sich als Soldat fühle, ging ein stolzes Leuchten über seine jugendlichen Züge. Er macht nicht viel Worte daraus, nur „endlich ist es nowelt, daß ich Soldat sein darf" sagt er. Aber darin liegt sein ganzes Sehnen und all sein Fühlen. Er zeigt uns anschließend den Schlaf-raum, in dem die Untersteirer untergebracht sind und deren Dolmetscher er Ist, da nur wenige schon so viel Deutsch sprechen, daß schönen Uniform. Da wird gestriegelt und geputzt, di« Mütze schön ausgebürstet und der Scheitel zurechtgelegt und fort geht es ins Grüne der '-hönen Umgebung. Mit glän zenden Augen erzählt uns Pionier Ledinek, der in Reitfnig am Bachern zu Hause ist, was er in dieser kurzen Zeit schon alles gesehen und erlebt hat. Es ist soviel Neues und Schönes, daß er et gar nicht schnell genug aussprechen kann. „Und wenn er erst mal auf Heimurlaub geht, dann werden sie zu Hause staunen." Gespräche um den „Chef" Es ist gerade nach dem Mittagessen, das Geschirr ist bereits gereinigt und liegt schon wieder blitzblank auf seinem Platz. Nun ist Waffenreinigung. Dabei geht es natürlich fieberhaft zu, denn wenn der Herr Leutnant oder der „U. v. D." beim Gewehrappell dann irgend etwas findet, was mit Reinlichkeit herzlich wenig zu tun hat, dann gibt es. Sie wissen schon,-nicht wahr. Na und das Mit dem „Kriegsichill" aal dem Rücken zur Landeslelle sie alle Befehle und Vorschriften verstehen können. Ordnung muß sein Im Stubenältesten, ein Kamerad aus dem Reich, haben die Untersteirer alle einen Wahren Freund gefunden, der für sie sorgt und sie auch tapfer verteidigt, wenn es „heiß" wird... Wir schauen natürlich auch In die Spinde unserer Bürschlein, der neben dem Bau des Bettes eine der größten Sorgen — aber auch Freudeskind jedes Soldaten ist. Hier muß nämlich auch, wie überall, eine musterhafte Ordnung herrschen. Die Uniformen müssen schön auf ihrem Platz hängen und die Stiefel und Schuhe In Reih und Glied stehen, wenn das gestrenge Auge des „Diensthabenden" hineinblickt. Und er tut es des öfteren, meistens aber dann, wenn man es sich gerade so recht gemütlich gemacht hat und Schachteln, Apfel und Birnen, Briefe von daheim und Bilder von der Anna, Liesl und Gretl und dergleichen mehr, heimisch durcheinandergewürfelt sind. Man war halt eben dabei, sich eine gemütliche „Heimecke" zu bauen, wo man alles gleich bei der Hand hat, was das Herz begehrt... Mit besonderem Stolz zeigen uns dabei oie Pioniere Juchart aus Windischfelstritz und Kermel aus St. Jakob in den Windischen Büheln ihre Paradeuniform, den Stolz jedes Soldaten. Beide sind Bauernsöhne, stramme, gesunde Soldaten, die nun mit Freude den grauen Rock der deutschen Wehrmacht tragen. In etwas gebrochenem Deutsch erzählen sie uns von den Sonntagen, an denen sie dienstfrei sind. Das ist der große Tag der will man ja doch vermeiden, schon deshalb, damit der Chef sich in „seinen" Burschen nicht enttäuscht! Ganz abgesehen davon, daß dadurch auch das „Rendes" mit der Mitzl am Sonntag In Frage gestellt wäre. Denn daß der Hauptmann auch kommen wird, ist jedem klar. Er ist eben überall und immer an der Stellb, wo es zu raten, zu helfen oder aufzumuntern gibt. Jeder Mann weiß, daß „seine Stube" stets und jedem offen steht und wenn so dann und wann irgend etwas drückt, wird an seine Türe geklopft. Freilich ging dieser Besuch beim Chef das «^riite Mal nicht ohne Herzklopfen ab, aber bald sprach es sich auch unter den Untersteirern herum, daß der Hauptmann „ein fesches Haus" ist, mit dem man reden kann, wie mit seiner Mutter. Er hat für alles, selbst für die kleiiA-sten Sorgen seiner Männer Verständnis und für vieles ein Verzeihen. Daß die Männer für diesen Mann durch dick und dünn gehen würden, ist wohl nicht verwunderlich. Kameradschaft von der Nordsee bia Ins Unterland Nicht weit von der Kaserne steht bn Schatten großer Kastanien ein helmliches Gasthaus. Hier wurden die ersten kameradschaftlichen Bande angeknüpft. So manches Krügel Bier wurde da zwischen dem Kameraden aus Hamburg, aus Berlin, aus München oder aus Tirol und den Untersteirern getauscht und mit frohen Liedern gewürzt. Gespannt lauscht dann der Untersteirer den Klängen des norddeutschen Liedes, um später seine Stimme ertönen zu lassen, die von der Schönheit des steirischen Südens erzählt Unsere Untersteirer sind Meister la Bedienung des FloBsacket Als wir auf den Kasernenhof kamen, war gerade die ganze Kompanie angetreten. Na und wie ich mir die Burschen so ansehe, da lächelt der Hauptmann überlegen und sagt zu mir: „Was wetten wir, daß sie aus der Kompanie die Untersteirer nicht herausfinden!" Was?! sage ich, das wäre doch zum Lachen, und schon war die Wette abgeschlossen. Ich, und die Untersteirer nicht herausfinden, das möchte ich gesehen haben! Kenn doch meine Burschen und zeige mit dem Finger auf diesen und jenen Mann. Unserer Abmachung gemSß durfte ich fünf Männer nennen. Ich tat es auch, aber Untersteirer war keiner darunter. Unter allgemeinem Gelächter zog ich meine Geldtasche und zahlte den verlorenen Betrag in bar aus — der io die Sammelbüchse des DRK wanderte. Tapfere Kerls sind die Untersteirer Nach diesem heiteren Zwischenspiel lud uns der Hauptmann ein, einem Flußübergang der Untersteirer beizirwohnen. Gewissermaßen als Entschädigung für die erlebte Blamage. Aber, wenn ich ehrlich sein soll, möchte ich gern noch einmal verlieren, nur um diese Begeisterung und dieses Leben mitzumachen, wie damals, als die Burschen hörten, es geht zu den Floßsäcken. Ks war, als Hefen Schüler zum Sportplatz. Und wenn man die Männer erst beim Tragen der Floß* Säcke und beim Rudern sieht, da möchte man am liebten selbst mit anpacken. Schon sind alle in der Mitte des Stromes. Die aufmunternden Rufe ihres Hauptmannes wirken wie Feuer auf die Burschen. Sie legen sich mit allen Kräften in die Ruder. Geht es doch darum, der erste am anderen Ufer zu sein! Man sieht es ihnen an, mit welchem Eifer sie dabei sind und sich bemühen, das Lob des Chefs zu erringen. Es klappte auch alles wie am Schnürl, die Richtung ist tadellos eingehalten, die Ruderschläge sitzen und fast schnurgerade landet der erste Floßsack am Ufer. Der Hauptmann brüllt fast vor Freude über die Leistungen „seiner" Untersteirer und ein stolzes Lächeln spielt um seine Lippen. Jetzt schlägt er dem einen und anderen auf die Schulter — eine Auszeichnung für die Männer, die sie ohne Worte verstehen und auf die sie stolz sind. Denn alle wissen, wenn der Hauptmann lobt, dann haben sie es wirklich „fein" gemacht. Und wie sie dann an uns vorbeiziehen, lächelt er noch immer und ich höre, wie er vor sich hinmur* melt: „Meine Untersteirer sind halt doch prima Burschen"! Schon liegt der Abend über dem Land, als wir von diesem frohen Kreis Abschied nehmen. Die ersten Sterne beginnen über den Bergen zu leuchten. Die Kaserne hegt schon hinter uns und noch immer hören wir Melodien, von frischen, fröhlichen Stimmen gesungen. Lieder der Soldaten, Klänge der Heimat Und zwischendurch ertönt die Zieh* harmonika. Ein Untersteirer spielt auf. Norbert Jeglitsch -1 ^ * 1 • > i Links: immer' in bester Ordnung • — auch beim Appell — Rechts: Sauber .jA. sie sein, die i,Braut des Soldaten'' Aufnahmen: Wetfienttelner. Mirbur« Numirtfr 30¥* Zeitur^r-^- Novemhf^r 1042 Seite 7 bas crpittBle lendel Der 33jä!irii?c Kraftw apenfühier Jo'nanr. Metzger u ar mit seinem l istauto nach Nestelbach «nterwcRS, als er bei einem Gehöft die Bäuerin unter ihrem llühnervolk sah. Dieser Anbhck weckte in Metzper das Verlangen nach einem saftigen Hühnerbraten. IVinsc^ap 80 lahre Karbid Die Entdeckung Friedlich Wöhlers — Gruna '&e unserer Bunaerzeugung und vieler wert* voller Stoffe , .... . 1 , j Friedrich Wöhler, der vof nunmehr 60 Iah- heutzutage meistens Koks verwandt, weil Nach kurzem Überlegen führte er folgenden Göttingen gestorben ist, war einer der dieser besser leitet. Fin moderner Kirhtd- ötreich aus: I größten deutschen Chemiker. Er hat u. a. den ofen kann täglich bis zu W Tonnen Kalzium- Mit einem Lieferbuch ging der Mann auf j chemischen Grundstoff Aluminium entdecki, karbid liefern. die Bäuerin zu, wobei er bei ihr offenbar den, mjt seiner Synthese des Harnstoffs aus zyan- Hin-Kilo Karbid wiederum liefert 23() bis Eindruck »rwcckte, daR cf eihc höherge- sanreiri Ammonium die Grenze zwischen or- ."VK; Liter Azelylengas, l)as Azetylen ist der stellte Amtsperson sei. Er erklärte ihr, dal^ ; ganischer und anorganischer Chemie atifge- Ausgangsstoff tiir verschiedene organische er sie bei der Tierseuchenpolizei anzeigen lockert und schließlich ist er auch der Vafer Verbindungen. Reichert man Azetylen mit werde, weil der Haushund unbeaufsichtigt auf ^^>»5 Karbids. Azeton an, erhalt man Butadien als Grund- Diese Entdeckung gelang Wöhler im lahre stoff für Ueut.sches Buna. 1862, also vor SO |ahren. Karbid ist ein he- Schon diest knappen Hinweise zeigen, kannter Handelsartikel, der auch frühjer jedem welch große Geschenke Triedrich Wöhler mit Radfahrer als Füllstoff seiner Lampe bcknnnt seinen Entdeckungen dem deutschen Volke war. Auch der Metallarbeiter kennt Karbid, und der Welt gemacht hat; er wurde zu ei-wird es doch in einer Mischung mit Sauer- nem Ahnherrn der deutschen chemischen In-stoff beim autogenen Schweißen und Schnoi- ' dustrie den verwandt. Große Mengen von Karbid j - KRUtCHEN-fAU Nehmen Sie es dauernd ein und Sie nützen Ihrer Gesundheit. ,10671 Erhältlich In Apotheken und Drogerien. der Straße gelegen sei Außerdem habe er den Wagen so plötzlich abbremsen müssen, daß die Bremse Schaden gelitten habe, wofür die Besitzeriii des Hundes haftbar sei. Er sähe jedoch von einer Anzeige ab, wenn sie ihm 'eine Henne geben würde. Die Bäuerin fiel auf den Schwindel herein und ließ aus Angst vor Unannehmlichkeiten und Kosten den Mann mit einem Huhn» von dannen ziehen Nachträglich aber stiegen der Bäuerin Bedenken auf und sie erstattete bei der Gendarmerie die Anzeige. Nun mußte sich Metzger vor dera Landgericht Graz wegen Erpressungsschwindets verantworten. Durch alle möglichen Ausflüchte verstrickte sich der beim Gericht gut bekannte Mann immer mehr in das Netz des Strafgesetzes. Der Hühnerfreund wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Spott und pMOteH werden auch zur Herstellung von Kalkstick- X Gute hulKarlschc Reisernte. Hie huljta- Wir bitten in ilas ,,Baileiiaus zum Paimlies" stolf gebraucht uad stellen somit einen wich- Q Reisern'c ist mensenmäDil' und quali ttjjen Pflanzendunger dar. Nicht zuletzt ist '' r HaSMtor'''no^inRei» wird auf .'.Wi ks'ie lia andren" wertvoilen Bestandteilen des >A.ety- .-luM,„.,n,s.er,u™ j,- Was ist denn eigentlich Karhid? Es entsteht 'if beim Zusammenschmelzen von Kalk und 4=0410 ♦ apsdiätrt Kohle in den sogenannt*" Karbidöfen, vwbe' ^ ^ w auf elektrischem ^ege eine Erhitzung bis auf Inlai^sbedurfnisse werden auf nini^de-3000 Grad erfolgt. Statt Naturkohle 'wird 35 0^.) t errecfinct. sodaß ct^^^ lOOOü . Re>s für die Ausfuhr ubr»g bleiben. X Die rumänische Ernte von Mats und Hülsenfrüchten. Die diesjährii^e Maisernte in Rumänien erreicht zwar nicht den in ande- Am Tor zum Reich von lOOI Nacht — Geheimnisse orientalischer Reinigung. schßD Sprache lese ich: ..Badehaus zum Pa- Waschung nicht verdient. "Meine Moschee ein Badeh.us? Aber Ent-' Ein anderer Mann mit seltsam geriHelle^^ täuschung will nicht aufkommen. Paradies? , Handschuh bekleidet, sch.e'bt mich lissig auf Schon hat die Phantasie sich neue Bilder,'«'"? k " rieheimnlsreich und bunt hervorgezaubert und , widerstreberKi. halb ermattet r^ eder- mit gruselndem Erschauern und begieriger ! rj?' "II! Neuqicrde trete ich ein ins To^ zum Pard- ,. , . . ,___ .. dies, das ganz irdisch mit einer Kasse he- blo-^flnO. erkenne ich »chamvoll Würstchen sch-warzlichen Schmutzes sich handschuh kräftig traktiert zu werden. Seit- •ren Jahren erzielten Durchschnitt, doch stehen den Fehlmen?en einljrer Provinzen aus- Wir können noch' so nüchterne Mittel- ganz auszuschöpfen, geben sich die Mäaner reichende Übcr.schüsse gegenüber, wie sie in europäer .sein, noch so weit in der Welt dem seltsamen Sp'iel 'hih >und achten wenig Öcssarabien und besonders in Transni.'itrien herumgekommene Soldaten, — unsere Ph^n- des Neuankömmlings, . . . . . in diesem .lahre erzielt werden konnten. Ilire tasie zaubert sich gleich eine eigene Welt, .r,o«ie>t7«»n Hp«» Parailies« aehorfhend - Verteilung ist nur eine Frage der Oriianisa- wenn ein berauschendes Wort jugendliche j.. Körner " dabei allen irdischen tion und des • Tran.sportweScnij, vor allem Träume wiedererweckt. So ging es mir. als he, J ü^,d daf WaU« schwebt ah" fracc der reclitzeitigen Erfassuiij. ich _ nach tagelanger Fahrt - jäh an der X"?.' Sber di'e Fli^n in uner- Al.s Vorau.ssetzunK einer ^virksamell Durcli- Schwelle jum Morgenlande stand. Saloniki „ j.. i,. c||i. Nach eininer Zeit ent- fUltfu"? der Erfassuiiüsaktion wurde der - beginnt hier nicht der Orient? fjwiefe'lch mich den würdTvoranicUrel- Maispreis neuerdings erhöht, (m Oekeiif. Hilflos irrt der Bfick umher. Wo, wo denn, ^^^d längst in die Geheimnisse de» verfugt Rumänien m dieseiii Jahre hinter dieser bunten Fassade lärmvollen par*dieses eingeweihten Mähnern zu folqen. "'^er eme liberdurchschnittllche Ernte von Treibens beginnt das Reich von lj)Ot ^Nacht? nunmehr, wie sich bald geigen soll, die Hülsenfrüchten. Schmierige Juden, klappernde Straßenbah- j^öchste Salbung der kultischen Handlung zu ' nen demütige Esel, halbfertige Hochhäuser empfangen. Dort steht ein Mann, unter Nack- J werden sacht aus dem Blickfeld gescho- .p/ umgürtete Mensch, und »UlU^ M/gft bcn ... Und siehe da eine Moschee, zahl- schlägt mit einem Riesenrasierpinsel Berge ^ Tcirh bekuppelt, weiß getüncht und sparsam bockigen Schaums in einer Schüssel, um I a. Ein Toter Im Sarge verbrannt. Dnr hefenstert, tast eine kleine Hagia Sophia, die Körper der rundherum Hocken- 50jährige Johann Mrazek hus Srbdanitr war lockt zum Nähertreten. Doch wa.% steht auf schwungvollen Gebärden zu bestrel- J ein leidenschaftlicher Fußballfanafiker. Wenn dem Wegweiser an der Tür? Staunend und ' sie da, schaumgekrönt, fcber , die Mannschalt, der seine Sympathien gal- leicht gerührt von der^Verbreitung der dejut- dem Voreiligen, noch habe ich diese , ten, nicht so spielte, wie er sich das vor- r. L. ;_i- r.. stellt«, so konnte er aus dera Häuschen ge- raten. Letzthin regte er sich bei einem Spiel, bei dem es recht dramatisch zuging, derart auf, daß er, kaum zu Hause angekommen, an einem Herzschlag verstarb. Als Mrazek im Sarge lag, zündeten die Verwandten an seinem Totenlager eine Kerze an und verließen dann den Raum. Durch einen unglücklichen Zufall fiel die brennende Kerze um und direkt in den Sarg, sodaß alsbald die Kleider des Toten und dig Papieruntcrlagen Feuer fir 'r>n. Als man auf den Brand aufmerksam wurde, stand bereits der ganze Sarg samt dem Leichnam in hellen Flammen, Ehe das Feuer gelöscht werden konnte, war die Leiche verbrannt. a. )»Vönhai(-Kort>er Danksagung Eis Ist uns unmöglich, all den lieben Menschen cmzeln zu danken, die uns in unserem großen, schweren Leid beistanden. Insbesondere danken wir für uns pioßzUgige Entgegenkommen der Direktion der Überleitunpsstelle, allen Arbeltskft-iieraden und Kameradinnen für die hochherzige Spende. Unser Innigster Dank gilt auch den Herrn Arsten, der Krankenhausverwaltung, sowie (ien llel>en Krankenschwestern für die liebevolle Pflege. Den Haungenoflsen danken wir für die Spende fürs DRK sowie für alle Kranz- und Blu-meruspenden — allen für die Teilnahme am I.iel chenbegängnls. Das Mitgefühl, das uns entgegen tjebracht wurde. Ist uns Trott in unserem achwe ren Leid. 11429 Kainili« Sweiel für alle Verwandten Schmerzerfüllt geben wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber, unvergeßlicher, heruensguter Sohn Äuretius Schmid ... Schüler der L GyrananialkbuMie im blühenden Aller von 12 Jahren nach längerem, schwerem Leiden für immer von uns ge-nneren Ist. Wir worden unseren Liebling, nach Suetschach iKärntein) überführen und dortselbst zur letzten •'he Setten." Marburg,Drau, Völkermarkt und Suetschach, '»»n 4. November 1942. Tn tiefer Trauer: Dominikus und Fanny Schrairt, ''^Item, Marian, Bruder, und alle übrigen Verwandten 11451 Sefti ^ »Marburger Zeitung« 5. November 10-12 Nummer 300 1 StadttkialirJM»^ LHMmerkUg« da» S. NovMnbtr Preise 2 Fahr'n ma Eyar Gnadan Singapi«] in drel.AkUA von Otkar Weber Beginn; 30 Uhr. Ende: 23 Uhr. Ihre itattgefundene Kriegslrtuungf g«beti b«kaiinti HANS KAUFMANN, Obergefreiter MIRA KAUFMANN geb. H'^ASTNIK «. lt. Im r*14« ■•rb«rf/OrM ^■■wuwwg—1> M Wohnort- nnd Anschritllindening müssen unsere Hcsibezieher sofort dem zuttftncU-gen Postamt (nicnt dtm Verlag) melden. »Marburger Zeitiing}c, Vertriebsabteilung Gärtnerehepaar zur Betreuung unseres Göstehauses gesucht, den Mann füi Garten» und Hausarbeiten, die Frau zur Bedienung der Gäste. Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf und Lichtbild versehen, bitten wir zu richten unter „M. u. F. 10946" an die Verw. tl32d I-• An iinsere Postbezleher! Wenn der Postbote zu Ihnen kommt und die b» zujfsgebühr für die >Marburger Zeitung« einnebt, bitten wit Sie, daiiiit in der Zustellung keine On* terhrechung tintritt, die Zahlung nicht zu verweigern. Die Bezugsgcbülu" ist immer im voraus zu bezahlen. ytiVieiburger Zeltung«, Vertriebsabteilunj Amtliche Bekanntmachung«!! Dor OberbiirgermclBter der Stadt Marbiurgr/DrMi WassAr-SparffiMSfiaAmwi Die langclauernüc Trockenheit bedingt den jetzt herr-."»chenden großen Wassermangel und zwingt strenge Spar-iiiaftnahnien zu ergreifen. Ich fordere die Bevölkerung der Stadt auf, belin Verbrauch desWasaers äußeret aparaam zu «ein. Ich aetzc das nötige Verstttndnia fUr dloae notwendigen Maßnahmen voraus und erwarte die tatkräftige Unterstützung durch mögllchate Einschränkung des Wasaei^er-brauches im Haushalt (BadebenUtzung usw.), um so daa erforderliche Trinkwaaser'aicheratellen zu können. Im einzelnen ordne ich auf Grund der Verordnung des Chef der Zivilverwaltung in der Untersteiermark vom 14. April 1941 mit sofortiger Wirksamkeit an; 1. Das Besprengen der Straßen mit Leitungswaaser ist ausnahmalos verlioten. 2. Alle Qartenleitungen aind aofort zu sperren. Bin etwa notwendiges Beaprengen der Gärten darf nicht mit Leitungswasser vorgenommen werden. 3. Waschen der Kraftfahrzeuge mit Leitungswasser ist streng untersagt. 4. Rinnende Hähne und Kloaettspülaniagen aind vom Hauabealtzer sofort wieder instandsetzen su laaaen. Die Installationsfirmen sind verpflichtet, diese Instandaetzungaar-belten wegen der großen Dringlichkeit bevorzugt durchzu-ftihren. 5. Die Durchführung der Sparmaßnahmen wird amtlich Uberprüft werden. Nlchtbefolgung dieser Anordnungen oder unnotwendiger Wasserverbrauch wird beatraft. 11426 gez. Knaus Grossappcl/ Ilten- ungtbalrtoa« Das Arbeltspolltiache Amt, Kreiaführung Mar-burg-ätadt, ftUirt am Freit««, den tt. November d. J., um 23.30 Uhr, im Heimatbundaaal saal) einen Großappell für Betriebsführer und Gefolgschaften aller Fremdenverkehrsbetriebe, das aind Qastatätten, durch. Aus dieaam Grunde lat ea notwendig, daß die Sperrstunde für diesen Tag für sämtliche Gaststätten und Kaffeehäuser mit BewUllguag der Bohorden um 83 Uhr festgeeetst vrurcle. Dies «ir allgemeinen Kenntnisnahme. Der Krelaleiter; 11445 gez. Nieder Der Bitfgermeieter am Kaag bei Priedan Beim Qemelndeamt Kaag bei Friedau gelangt die Stelle eines Gemeindeangestellten zur sofortiiafen Besetzung. Bewerber (Bewerberinnen), die dem Steirischen Heimatbund angehören und die deutsche Spraclie in Wort und Schrift ♦beherrschen, wollen sich sofort schriftlich oder per- BTEIRIBCHER HEIMATBUND iirrtaftilining Martmrg-Stadt — Amt VolkbUdung Heute, Donnerstag, den S. Novemlier 1^2 Lichtapieleaal, Domplata 17, Begiim 20 Uhr Vortrag Natiirgamässa LabantfUhrung ee spricht Dr. Df. H. LOschnigf Gaubeauftragter filr Steiermark dea Deutschen ^ Volkagafundheitabundee ^ Einlaßkarten bei Firma W. Heina, Herreagaaae, ^ au RM 0.60, 0.70 und 1.—, Geaohäftastella das Amtes Volkbildung. Tegetthoffatraße 10a, und an der Abendkasse 1142/ L UllanlamktlOH d«a St9MB€kmm IfetaMiiaiNi^et Der Steirische Heimatbund, Amt VelkbUdung, beabsichtigt eine Bülardaektion Ina Leben su rufen und fordert alle BiUardtpieler und Freunde dieses schönen Sportes auf, aioh am Dcmnerstag, den 5. November, um 20 Uhr, mi einer allgemeinen Aussprache im Kaffee Steirerhof einsufin-den. 11422 Bestelngeffthrte alte QroOhandelsgesellschaft bietet an; KnocheDleiiii. Haniteim. Le-deriein, RmsMflDoer.eeia-flne, climisdw Prodnkti »Onmla« Laim* ua4 Ckemikallaa*ilandelifaMnichaft la. b. ILf Wien L EBlinggasse 13. 10583 FERKEL und LAUFERSCilWB.NE von 40 bis 60 kg lauf. Hefer-bar. Anfragen an Felix Müller, Landshut/Isar. 8184 S PFLICHT ^tUf VUnm R»i