PrLnumeratiouS - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 4t) kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ PierteljLhrig . 2 ^ 10 „ Monatlich - — « 70 Mit der Post: «anzjährig...........12 fl. Halbjährig........... 6 „ Sirrteljährig........ 3 „ Laibacher Für Zustellung inS Haus »iertelj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Nr. 83. Tagblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht beritckstchtigt; Manuscripte nicht zurilckgesendet. § Bahnhosgasse Nr. 138. Expeditisns- LJnseraten-Burea«: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg.) JusertionSprej Für die einspaltiges , L 4 kr., bei wiederholt«; jchaltung L 3 kr. Anzeigen bis 5 geilen Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Dinstag, 11. April 1876. — Morgen: Julius. 9. Jahrgang. Zur heutigen Gedenkfeier. Es ist eine eigenthümliche, beklagen«werthe, aber nichtsdestoweniger kulturhistorisch feststehende Thatsache, daß unsere hervorragendsten Geisteoheroen von jeher miSachtet, wenn nicht gar mishandelt und höchstens erst dann geehrt wurden, wenn sie dem Grabe nahe oder in selbes bereits hinabgesumen waren. Schon der größte deutsche Sänger des Mittel, alters. Walther von der Vogelweide, der gerade so lapfer zu Kaiser und Reich wider Rom stand, der in seinen Trutzliedern als ebenso heftiger Wi. dersachcr jeder Lüge, jeder Niedertracht und Be-drückung erscheint, wie der Freiheitssänger, dessen siebzigstes Wiegenfest wir heute feiern, schon Wal-ther von der Vogelweide, sagen wir, hatte sich über Zurücksetzung zu beklagen, und sechshundert Jahre mußten in das Land gehen, ehe man sein eigenthüm-liches Geistesleben verstehen und würdigen lernte. Seine Vorgänger und Zeitgenossen, die Sänger des größten deutschen Heldenliedes, der Nibelungen, find ganz und gar verschollen; der größte dramatische Dichter der Neuzeit nach Schiller und Göthe, Franz Grillparzer, wurde, solange er in voller Mannes-und SchaffungSkraft stand, von der Mitwelt mis> achtet und mishandelt und erst am Rande des Grabes wurde ihm die verdiente Anerkennung zutheil. Wie den Meistern der gebundenen Rede, den Dichtern, ging es auch Vertretern anderer Kunstge-biete. Der größte österreichische Maler bis auf die neueste Zeit, Karl Rahl, vermochte seine Meisterwerke nur zu vollenden durch die Unterstützung eines fremden MäcenaS. Der unerreichbare Meister im Reiche der Töne, der Schöpfer des .Don Juan", Mozart, hatte zeitlebens mit der bitlern Noch des Lebens zu kämpfen und brachte es, trotz der unmittelbaren Gunst des hohen kaiserlichen Hauses, zu keiner gefestigten Lebensstellung. Und erst der genial Sänger süßer Lieder, Franz Schubert, wurde sein Leben lang fast wie ein unnützer Tagdieb und Vagabund behandelt. Wir wollen es unterlassen, das traurige Register weiter zu verfolgen und alle Bedrückungen und Mishaudlungen aufzuzählen, denen in Oesterreich insbesondere wissenschaftliche Celebritäteir ausgesetzt waren. Mit Entrüstung wird einst die Nachwelt die Documenle lesen, aus welchen sie die Bechtung und blutige Verfolgung nicht etwa blos de« freien politischen und religiösen Gedanken«, nein, des wissenschaftlichen und geistigen Streben« überhaupt in der erstickenden Luft de« Absolutismus und de« Jesuiten, lhum« kennen lernen. Die Frage nach dem Grunde der Undankbarkeit des Vaterlandes gegenüber den edelsten Geistern wollen wir ebenfalls unerörtert lassen. Wer immer für den sittlichen Fortschritt des Gemeinwesens, in welchem er lebt und wirkt, erglüht, der wird nicht blos die Ursache eines solchen traditionellen Fehls tief beklagen, sondern in weitesten Kreisen für Aufklärung wirken, aus daß so schmachvolle Zeiten niemals wiederkehren, wo die edelsten Geister ihrem Vaterlande den Rücken kehren mußten, um niedrigen Schranzen und Speichelleckern Platz zu machen. Ein Anfang zum Bessern ist bereits gemacht. Daß heute in allen Gauen Oesterreichs, wo nur deutscher Geist und deutsche Bildung sich ein bescheidene« Plätzchen erobert, von den Sudeten bis zur Adria, von den Gestaden des Rhein und Inn bi« zu den Ufern des Pruth, der Ehrentag eines gottbegabten FreiheitSsänger«, unseres Landsmannes Anastasius Grün, erhebend gefeiert wird, ist uns ein Beweis, daß die Ueberzeugung bereit« weite Wellenkreise im Volksleben getrieben hat, daß die Flügelmänner eine« staatlichen Gemeinwesens, die Geistesheroen eines Volkes nicht erst, nachdem sie aus dem Leben geschieden, gefeiert werden sollen. Wie ehrenvoll immer die dankbare Erinnerung an die Todten sein mag, die Gefeierten verspüren nichts davon. Bahnbrechende Männer auf dem Gebiete der Wissenschaft und der Kunst, große Dichter, begabte Staatsmänner habe« für die dankende Anerkennung ihrer Mitbürger ein nicht minder empfängliches Ge-müth als andere Sterbliche; sie fühlen die unver-diente Zurücksetzung- dir Mißachtung ihrer Zeitgenossen, wo nicht gar die Verfolgung und Anfein, dung nicht minder tief und schmerzlich. Man sage es ihnen daher noch zu rechter Zeit, während sich selbe noch in der vollen Kraft ihres Schaffens be. finden, daß man stolz sei auf ihre Geistesthaten, daß man ihr Schaffen und Wirken auf dem Kultur-gebiete hochstelle, ihre Verdienste um die Veredlung der Menschheit, um die Förderung des Gemeinwesens, um die Erkämpsung der politischen Freiheit aus vollem Herzen zu würdigen verstehe. Weit entfernt davon, in den Huldigungen, wie sie in der jüngsten Zeit zwei gottbegnadeten deutschen Feuilleton. An Anastasius Grün M seinem siehigsten Geburtstage am 11. April 1876. Ginnt ruhtest Du aus eine» Argen Sxitrr And schautest durch den Goldring Deiner Hiebe No» Deinem gl»uruwklossmu Alxensitre Hinunter in de« Thaies buut Getriebe: Der breite Strom erglämt im Sonncnblit-e, Darnberhi» der Arge Alsgeschiebe» Zn AM» Dir die Menschen und ihr Jand, Nmsxaunt bon Deiner Mebe gold'ncm Sand. So blickst erhaben Du unk uns hernieder, Der Menschen Wer- liegt bor Dir imsgebreitet, Der Freiheit Drang, der unser» Ausblick liiertet, Ertönt berklürt aus Deinem Sange wieder, Vom Mek der Menschenliebe stets geleitet. Und io»s uns singt der Weder Harmonie, Umrahmet reich das Kold der Phantasie. Lucia. (Eine Fiudlingsgeschichte von E. Wende.) (Fortsetzung.) „Hektor schlug an; zwei blanke Büchsenläufe blitzten durchs Dunkel der Nacht, und eine kräftige Männerstimme rief mir ein „Halt!" zu." „Zurück!" schrie ich, und meine Hand lag am Abzüge des Gewehres. „Seid kein Narr, Förster! Wir wollen Euch nichts zu Leide thun, dazu seid Ihr uns zu lieb und werth, und wir zu Verbrechern wenig geeignet!" .Was wollt Ihr von mir?" „Nehmt den Hund kurz und folgt uns, wir haben Euch etwas zu übergeben!" schallte es zurück. ..Warum wählt Ihr zu einer Uebergabe das Dunkel der Nacht und die Stille des Waldes? Beides ist nur Verbrechern eigen. Faßt Euch kurz und seid deutlicher, wenn Ihr Ehrliches von mir verlangt," entgegnete ich und hielt meine Büchse in Bereitschaft. „Wir verlangen einen Liebesdienst von Euch, den Christenpflicht erfordert!" tönte es zurück, und der zweite Mann, welcher schweigsam geblieben war, trat an meine Seile. „So macht kurz; was wollt Ihr von mir?" „Förster, Ihr kennt die große Eiche unten am See auf der Seite der Schonung. In dieser Eiche ist rechts unten eine Höhlung von Moos bedeckt. Ihr findet dort ein Kleinod verborgen, welches für Euch bestimmt ist. Nehmt es an Euch, betrachtet eS vorerst wie Euer Eigenthum, und ich bitte Euch, verwahrt es wohl. Ihr seid der Mann, es lieb zu gewinnen, nicht wahr?" fragten jetzt beide unheimliche Menschen fast zu gleicher Zeit. „Wenn nichts Unehrliches damit verbunden ist, will ich e« wohl an mich nehmen," antwortete ich. „Nein, nein, es ist nichts Unehrliches, eilt Förster, und vielleicht kommt man einst, das anver-traute Gut von Euch zurückzufordern!" „Dann immerzu", sagte ich» denn jetzt wurde ich wirklich neugierig über den zu hebenden Schatz. „Lebt wohl, Förster — unten an der großen Eiche!" Wieder knisterte es in den Aesten; Hektor legte sich fest ins Halsband, und ich hatte Mühe, ihn zu halten. Die beiden Fremden waren entschwunden. (Fortsetzung folgt.! Sängern, Scheffel und A. Grün, vom deutschen Volke dargebracht wurden, etwa einen überschwänglichen Personencultus zu erblicken, begrüßen wir in dieser Erscheinung vielmehr einen erfr-ülichen Umschwung zum Bessern. Denn die hohe Verehrung, welche die gebildete Welt der Errungenschaft geistiger Güter sowie jenen Vorkämpfern, die sie erringen halfen, zollt, steht mit dem Cult der Ideale und der selbstlosen Freude am Edelmenschlichem überhaupt im innigsten Zusammenhange. Indolenz, Undank und Stumpfheit den besten Männern, den Vorkämpfern und Vordenkern auf geistigem Gebiete gegenüber sind nicht bloS ein beklagenswerther Mangel im öffentlichen Leben eines Volkes, sie sind uns ein trauriges Anzeichen davon, wie sittlich und geistig niedrig ein VolkSthum noch stehen muß, das keine Ahnung von der hohen Bedeutung geistig hervorragender Männer für ein Gemeinwesen hat. Möge insbesondere unsere Jugend sich an den muthigen Gedankenlhaten des österreichischen Frei-heitsssngers ermannen und kräftigen. Wenn sie heute unter günstigeren Verhältnissen als wir ältern ihre Studien machen können, so haben sie es mit dem gefeierten Dichter zu verdanken; denn er war einer der Herolde der neuen Zeit, der mächtig auf den tönenden Schild schlug, daß es weithin dröhnte und die Spllkgestolten verscheuchte; er war es, der kühn den Schergen des. Polizeistaates die Wahrheit sagte, der dem Absolutismus zurief: „Frei das Wort, frei der Gedanke!" Wenn cs auch heute noch „in unserem guten Lande so manchem vor dem Geiste graut', so ist es doch um vieles besser geworden, die zentnerschwere Last des Geistesdruckes ist von uns genommen und wir können den Herold der neuen Zeit feiern, dem es noch gegönnt war, als gereifter Patriot und Staatsmann zu erproben, was er als jugendlich begeisterter Sänger verkündet. Politische Rundschau. Laibach, 11. April. Inland. Wahrscheinlich um wenigstens in irgend einer Richtung ein Ergebnis zu erzielen, haben die beiden Regierungen dieMilitärbequar tierungsangelegenheit, welche jetzt bereits seit fünfthalb Jahren den Gegenstand fast ununter brochener Unterhandlungen und Schreibereien zwi schen den drei Ministerien der Monarchie bildet, in Berathung gezogen. Es herrschen da drei noch unausgeglichene Anschauungen, welche jetzt vereinbart werden sollen. Der Kriegsminister will natürlich eine gute, sichere, entsprechende Bequartierung der Mannschaft, ebenso der Offiziere, und je mehr Kasernen, desto besser. Die österreichische Regierung hält die Angelegenheit für nicht so dringend und trmporisiert; die ungarischen Regierungsmänner hingegen sind bereit, Kasernenbauten zu befürworten und fordern sie, vorausgesetzt, daß die betreffenden Co vtitate einen Theil der Kosten übernehmen und nach Feststellung der Kasernen der Kriegsminister verpflichtet sein soll, dieselben in Anspruch zu nehmen, damit diese Gebäude nicht der Gefahr ausgesetzt seien, wenn es dem Kriegsminister gerade einsällt, die Oräre 6s bataills zu ändern, Jahre hindurch leer zu stehen. Auch die Frage der Kostenvertheilung ist eine noch ungelöste und nicht wenig heikle. Alle diese noch in der Schwebe gelassenen Punkte des sonst fertigen, äußerst umfangreichen Gesetzentwurfes über die Militärbequartierung wurden am 7. d. M beim KriegSminister in einer Conserenz besprochen, ohne daß auch nur in einer Richtung ein Resultat erzielt worden wäre. Diese Conferenzen werden im Lauf dieser Woche fortgesetzt werden. Mehrforderungen für die M an n s chaftsko st und für die Berittenmachung der Hauptleute sollen in den gemeinsamen Voranschlag nicht eingestellt werden. Der Kriegsminister hatte dieselbe zwar eifrigst vertheidigt; da er aber zur Ausglei chung die entsprechende Herabminderung des Präsenz standes nicht zugab, so wurde der Antrag vom öfter reichischen Finanzminister zuerst bekämpft, welchem auch der ungarische Finanzminister beistimmte. Ausland. Das preußische Abgeordnetenhaus hat -sich vertagt. Eiue der ersten Vortagen nach dem^Siederzusammentritt desselben wird der Eisenbahngesetz.Entwurf sein. Die erste und auch die zweite Lesung dürfte ohne kommissarische Bor-berathung im Plenum vorgenommen werden. Was die Chancen der Vorlage betrifft, so scheinen sie der „Vossischen Zeitung" trotz des lebhaften Gefechtes, das für und wider seil Monden in Rede und Schrift geführt wird, nichc wesentlich verändert zu sein. In der Fortschrittspartei habe sich die^ Zahl der sehr vereinzelten Freunde des Unternehmens nicht vermehrt uno unter den National-Liberalen werden mmer noch einige den Muth haben, aus wirth-chastlichen Gründen den Verlockungen, unitarische Politik zu treiben, zu widerstehen. Den conservativen Parteien und dem Centrum war von vornherein der i Standpunkt sür und gegen gegeben. Uebrigens haben !iei der Wichtigkeit der Verhandlungen einzelne Frac-tionen Circulare an ihre Mitglieder erlassen, worin ie auf die Nothwendigkeit vollzähligen Erscheinen« bei Wiederbeginn der Sitzungen Hinweisen. ÄuS der Rede, mit welcher Gambetta den Vorsitz in der Budgetcommissiou der Kammer übernahm, sind folgende Sätze bemerkenswerth für die Stellung der Fraction des Redners zum Ministerium: „Wir besitzen zur Stunde eine Regierung, welche alle rechtmäßigen Interessen vollauf sichert, eine gemäßigte, wohlgeordnete, fortschrittliche Republik, die Allen Garantien gibt, an denen nur die Freunde beständiger Wirren etwas auszusetzen finden könnten. Nachdem die Zeit des Kampfes überstanden ist und die rein politischen Fragen gelöst sind, müssen wir unsere ganze Sorgfalt und alle unsere Bemühungen auf die Entwicklung der materiellen und moralischen Interessen richten, ohne welche die Republik nicht den berechtigten Anforderungen der französischen Nation entsprechen würde." Der ofsiciöse „Moniteur Uni-verfel" versichert, die Worte Gambettas Härten auch in den ossiciellen Kreisen den besten Eindruck gemacht. Die Verzögerung des neuen Präfecten. chubeSin Frankreich soll ihren Grund darin haben, daß aus dem Ministerium des Innern eine Menge von Personalacten entfernt worden sind, die sich als unentbehrlich für die Beurtheilung der Verwaltung der angegriffenen Präfecten erweisen. Herr Buffet scheint bei seinem Abgange das Ministerhotel noch gründlich ausgeräumt zu haben. Die Affaire macht selbstverständlich nicht geringes Aussehen. Die ,Räpu-blique Fran^aise' fragt, ob der Exminister etwa wie jener Präsect des Kaiserthums vorgegangen sei, der am 4. September in seiner Präsectur eine Feuersbrunst veranstaltete, um eine Masse von compromit-tierenden Papieren zn vernichten. Die Sache ist umso sonderbarer, als sich unter den fehlenden Aktenstücken auch DemissionSgesuch: verschiedener Präfecten befinden, die Herr Buffet ebenfalls in die Tasche gesteckt Hai. Die herzegowina'schenFundamental- Artikel sind fertig. Bierundzwanzig Stunden brauchten die Jnfurgentenchefs, um das Staatsrecht der Herzegowina festzustellen. Am 7. d. waren sie mit der Arbeit zu Ende und Baron Rodich vernahm die Bedingungen, unter welchen S o Lic a und Genossen bereit wären, die Waffen niederzulegen. Was die Insurgenten da fordern, überschreitet weil den Rahmen der Concessionen, welche in der Reform Nole des Grafen Andrassy enthalten sind. Ein Drit theil alles Grundbesitzes, Abzug der türkischen Trup-pen aus dem Lande bis auf einige feste Plätze, wo ihnen noch gnädiglich der Aufenthalt gestattet ist, Entwaffnung der mohamedanifchen Bevölkerung, russische und österreichische Ueberwachungscommif-sionen behufs genauer Durchführung der Reformen — das sind so die Wünsche, welche die Jnfurgeuten-chess aus dem Herzen haben. Die Türkei, will sie nicht vollends als selbstständiger Staat abdicieren, kann unmöglich darauf eingehen. Das sah auch Baron Rodich ein, indem er den Insurgenten erklärte, daß die Mächte nicht früher etwas sür sie thun können, bevor sie nicht die Waffen niedergelegt haben. Davon wollten aber die Insurgenten nichts wissen, und also sind die Unterhandlungen als gescheitert zu betrachten. Baron Rodich ist nach Zara zurückgekehrt. Zur Tagesgeschichte. — Zur Katastrophe in Bremerhaven. Laut amtlicher Veröffentlichung tn der Dynamit-Untersuchung ist Thomas' richtiger Name Alexander Keith. Derselbe war in Halifax geboren, wo dessen Bater John Keith und dessen Onkel Alexander Keith eine Brauerei besaßen. Er nahm an den Unternehmungen der blokadebrechenden Schiffe thä-tigen Änlheil und hatte namentlich nahe Beziehungen zu dem Kapitän der „Old Dominion". Er verschwand Ende 1864 von Halifax, wo er einen Auftraggeber um 200,000 Dollars beschwindelte und namentlich 32,000 Dollars sür den verunglückten Dampfer „Taledonia" einkassierte. Die Versicherung kam 1866 durch James Thomas nach Europa. Die „City os Boston" verschiffte drei Kisten mit Pelzwaren unversichert. Keine wissentlichen Helsershelser wurden entdeckt. Das von Fuchs vorgelegle Uhrmodell ist das von Rind angesertigte Originalwerk. Die englischen Untersuchungen sind noch nicht definitiv abgeschlossen. — Serbische Justiz. „Vidovdan* vom 1. April erzählt: «In dem sonst ruhigen schönen Orte Zdrelo, im mlaver Bezirk, hat sich diesertage ein sehr trauriger Fall ereignet. Ein dortiger Einwohner wurde verdächtigt, Diebereien begangen zu haben, doch konnte man ihm vor dem Gerichte nichts nachweisen. Bald darauf verbreitete sich daS Gerücht, daß der vermeintliche Dieb abermals gestohlen habe, und diesmal ließ ihn der wohlweise Gemeinderath, der in diesem Sinne die Gemeindeautouomie auffaßt, in den Kerker weisen und verurtheilte ihn auf die bloße vom Pöbel ausgesprochene Vermuthung — zum Tode. Das Ur-theil wurde in grauenerregender Weise vollbracht; sie führten den Unglücklichen aus dem Gefängnis, banden ihn an einen Psahl und erschlugen ihn mit Steinwürsen und Knütielscklägen. Aus die poliieiliche Anzeige hierüber an die Regierung, begab sich der Justizminister mit Lriminal-beamten und Gendarmen aus den Thatorl." Lokal- und Provinzial-Augelegeuheiteu. — (Krain er Landtag.) In der am 10. d. M. stattgefundenen 12. (Vormittags)-Sitzung beantwortete der Landeshauptmann die vom Abg. Pfarrer Tavcar an das Landtagspräsidium gerichtete Interpellation, betreffend die Ablösung der fasswnsmäßigen Giebigkeiten an Kirchen und Psarren dahin, baß hierüber noch Erhebungen im Zuge sind nnd der betreffende Gesetzentwurf in der nächsten Session zur Vorlage gebracht werden wird. Bei Berathung des Voranschlages sür den L a n d e s s o n d pro 1877, dessen Gesammterfordernis 314.182 fl., Bedeckung 66,225 fl. und Abgang 247,957 fl. beträgt, erklärt der Äbg. Dr. Ritter v. Vesteneck, daß die liberale Partei im Landtage zur Deckung des Abganges von 247,957 fl. durch einen Mperz. Zuschlag auf die direkten und einen gleich hohen Zuschlag aus die indirecten Steuern ihre Zustimmung versagen dürfte. Während die liberale Partei die Oberhand im Landtage hatte, betrugen die Zuschläge nur 12 Perzent; während de Herrschaft der nationalen Majorität sind diese Zuschläge zu der enormen Höhe von 40 Perzent angewachsen. Die Verwaltungsauslagen nehmen nahezu den vierten Theil der Landesfondsempfänge in Anspruch. So weit hat es die na-tionale Partei durch die Anstellung und Unterbringung der ihr treuergebenen echtsärbigen nationalen Schleppträger und Günstlinge bei Landesämtern gebracht. Der Redner wirst die Frage aus, wohin das Reich käme, wenn es so wirth-schäften würde, wie das Land Krain? Die national-klericale LandtagsmajorNät war bisher gewohnt, für Schulen nichts, sür Unterbringnng ihrer nationalen Schleppträger alles zu bewilligen. Die liberale Partei wird für den nationalen Firlefanz keine Geldopfer mehr bringen. Das Landessondsbudget ist mit einer Zinsenbctragssumme von 9000 fl. be-lastet, welche für Schulden, welche die nationale Landtagsmajorität contrahiert hat, bezahlt werden müssen. Redner bezeichnet die Ausgabe von 10,000 fl. sür slovenische Bücher und das vorgelegte Project inbetreff der Aufbauung eines neuen Irrenhauses als unverantwortliche Acte und bemerkt, daß der nationalen Partei im Landtage bereits das Todten-glöcklein geläutet werde. Abg Dr. Zarnik versucht es, die Vorwürfe des Vorredners zu widerlegen und bemerkt, daß Steiermark und Kärnten höhere Verwaltungskosten be- streiten und die nun vereinigten alt- und jungslovemschen Parteien gleichen politischen Anschauungen huldigen, darum für ihre ungeschmälerte Herrschaft nichts zu fürchten haben. Abg. Dr. Bleiweis entschuldigt die hohen Verwaltuugs-auSlagen durch die Uebernahme wichtiger Geschäfte vonseite der Staatsbehörden. Berichterstatter Abg. Murnik ver-theidigt die Vorlage im Namen des Finanzausschusses nnds stellt den Antrag: der Abgang per 247,957 fl. sei durch eine 20perzentige Umlage zu sämmtlichen direkten Steuern und durch eine LOperzentige Umlage auf die Verzehrungssteuer von Wein, Wein- und Obstmost und vom Fleische einzuheben. Ueberdies seien vonseite des LandeSauSschusses Erhebungen über die steigenden Mietbzinse für Gendarmerie» kasernen, wegen Liquidierung der Hulrkosten beim Jmps-geschäste, wegen Beförderung der Schüblinge mittelst Eisenbahn, wegen Eoncurren; bei Epidemien, wegen Erzielung höherer Miethzinse für Landesgebäude unv wegen Abschiebung der Zwänglinge zu pflegen und hierüber dem Landtage Bericht zu erstatten. In der Specialdebalte beanstandet der Abg. Dr. von Vesteneck die Höhe der Remunerationen an Landesveamte. — Abg. Dr. Zarnik vertheidigte die Ansätze des Voranschlages. — Abg. Deschmann rügt die verschwenderische Honorierung slo-venischer Uebersetzer fremder dramatischer Werke für die slo> venifche Bühne und verwahrt sich gegen die Fütterung un-befähigter Individuen aus dem nationalen Lager aus Losten des Landessäckels. — Die nationalen Abgg, Dr. Poklukar und Dr. Zarnik vertheidigen natürlich die verschwenderischen Ausgaben sür slovenisch-dramatische Bühnenzwecke als Knl-turauslageu. — Ueber Antrag des Abg. Frecher«, v. Apsal-trern wird dem Landesansschufse ein Betrag von 1«00fl. zur Anweisung von Subventionen sür Straßenzwecke bewilligt ; schließlich werden der Voranschlag des Sandelndes pro W77 und sie vom Berichterstatter hinsichtlich der Bedeckung des Abganges gestellten Anträge von der nationalen Majorität des Hauses angenommen. — Der Landtag genehmigt ferner die Gesetzentwürse, betreffend die Disci-plinargewalt des Landesansschusses über Mitglieder des Gemeindevorstandes und die Verwaltung und Verrechnung des Gemeindevermögens. — Die Beratungen über den neuen Jrrenhausbau und den Voranschlag des Jrrenhunssondes pro 1877 werden, nachdem soeben ein Minoritätsantrag eingebracht wurde, von der Tagesordnung abgesetzt. Obgleich sich die liberalen Landtagsmitglieder Dr. von Schrey und Deschmann gegen die vom FinanzauS-schufse beantragte Erhöhung der Jahretigehalte des Vermal-ters und Controlors im Zwangsarbeitshanse, gegen die Bewilligung einer Jahres-Personalzulage sür die beiden Lan-deskaffe-Oberbeamten und gegen die Passiernng erhöhter Bezüge an Funktionäre und Diener der Zwangsarbeitsanstalt aussprechen; obgleich Abg. Dr. von Schrey geltend macht, daß zur Versetzung der Arbeitshausverwalters, und Lontrolorsstellcn eine besondere wissenschaftliche Befähigung nicht erforderlich und kein Grund zur Bewilligung von ständigen Personalzulagen an die beiden Oberbeamten der Landeslasse vorhanden ist; obgleich Abg. Deschmann in überzeugender Weise betont, Laß er gegen das im nationalen Lager herrschende morsche und faule Prinzip der Geldver-geudung an nationale Schleppträger mit allen ihm znge-bote stehenden Mitteln kämpsen werde; obgleich letztgenannter Redner nachweiset, daß die Geschäftsführung der beiden Oberbeamten der Landesiasse keine allzu beschwerliche sei und bereits eine genügende Entlohnung finde, BuchhaUungs-und Concepts beamte mit wissenschaftlicher Vorbildung gerechteren Anspruch aus Gehaltserhöhung machen könnten, wurden dennoch die Anträge des Finanzausschusses angenommen und der Antrag des Abg. Dr. von Schrey aus Bewilligung einer Personalznlage von 100 fl. sür den Lan-deskasse-Osficialen Omejec von der nationale» Majorität des Hauses abgelehnt. Die Debatte nahm einen so heftigen Verlauf, daß der Vorsitzende wiederholt die Glocke handhaben und die erregten Streiter zur Ordnung rufen mußte. — Wegen vorgerückter Stunde Schluß der Sitzung um zwei Uhr nachmittags; Fortsetzung der Tagesordnung nachmit-tags um vier Uhr. — (Von der LandtagSgallerie.) Daß dem scandalsüchtigen Theile der Besucher der Landtagsgallerie Vonseite der nationalen ausschließlich privilegieiten Landtagsredner Dr. Zarnik, Bleiweis, KramariL n. s. w. bei jeder nur möglichen, wenn auch bei den Haaren herbeigezogenen Gelegenheit, die Freude zu bereiten gesucht wird, sich in den verschiedenartigsten Ausbrüchen über die Minorität des Landtages lustig zu machen, ist eine alle Geschichte. Ebenso bekannt dürste es sein, aus welchen Klassen der Bevölkerung diese engagierten Bravo- und ,vodro"-Schreier sich rekrutieren, nemlich zumeist aus der Schuljugend, die sich offenbar in den banalen national-klericalen Redeformen ein-üben will. Etwelche wieder sind darunter, die aussehen, als ob sie den Petroleurs-Lommunisten oder den Nasenabschneidern in Montenegro und in der Herzegowina ausgekommen wären. Wie gesagt, stolz auf die Anerkennung, die sie von diesem Theile des Publikums erringen, dürfen die Herren von der großen Nation nicht sein. Charakteristisch für diese Klasse von Galleriebesnchern ist ferner die Thatsache, die gestern anläßlich der Debatte Uber die Steuer,uschläge sich ereignete. Während der Rede des Abgeordneten Dr. von Vesteneck erdreistete sich so ein Galleriebesucher, ofsenbar um sein Müthchen zu kühlen, das Wort: „priswoä»* als Kritik über die Rede dieses Abgeordneten unier die diversen Oho-ruse der Majorität hineinzuwerfen. In wieweit solche Ex» peclorationen bildend auf die Schuljugend wirken können, lassen wir dahingestellt, ob es auf die Redner der Majorität aneifernd und erhebend wirkt, kann jeder ruhige Beobachter leicht ersehen. Phrasendrescherei, Exclamationen, wie die gestrige des Dr. BleiweiS: ,Vi (womit er die Minorität meinte) iw»te »gebundene Marschroute" ir pruskiii Irrs^sv^ verfehlen, wie zu ersehen ist, nicht ihre ihnen angemeinte Wirkung bei dem sür solch' triviale Späße äußerst empsäng-lichen Galleriepnblikum, welches seine Anerkennung in einer der angedeutrlen Weisen kundzugeben niemals ermangelt. --(Eine Grundsteinlegung.) Am heutigen Tage, in würdiger Anreihung an die „Anastasius Grün«» Feier, vollzog sich draußen im Grünen auf den Baugründen an der Lattermannsallee, ganz im Stillen nach Anhörung der H. Messe im Dome, das Fest der Grundsteinlegung zu dem Gebäude des neuen, Alois Waldherr-schen Erziehnngsinstitnts. Gewiß werden an der neuen Schnlstätte jene Worte wiedertönen, die wir v. I. am Schluff« des Schuljahre« in feierlicher Rede vor den versammelten Zöglingen vernommen haben: »Lasset uns unter allen Umständen und stets sesthalten an Gott, Thron und Vaterland!" Wo solche Worte erschallen und derlei Grundsätze gepflegt werden, dort gedeihet sicherlich die Erziehung der Jugend und hiezu wollen wir am heutigen Tage dem neuen Institute, welches die heilsamen Lehren des alten in sich ausnehmen wird, das beste Prognostilvn stellen. Bei dieser Gelegenheit sei auch erwähnt, daß die Schulsparkasse im Waldherrschen Institute sich erfreulich entwickelt. Die eingelegten Sparpsennige der Jugend sind in der öffentlichen Sparkasse schon zu Hunderten von Gulden angewachsen, und noch immer nimmt der sparsame Ordnungssinn der Zöglinge sichtlich zu und erfreut deren Eltern und Lehrer. (Aus dem Vereinsleben.) Der Vereinsansschnß der allgemeinen Arbeiter-, Kranken- und Invaliden lasse in Laibach hat anläßlich der am 9. d. stattge-sundenen VereinSversammlnng seinen die Zeit vom 1. Mai 1875 bis 31. März 1876 umfassenden Bericht ausgegeben Im Eingänge desselben richtet der Ausschuß ein offene-, aufmunterndes „Wort an alle unsere Mitbürger"; er con-staüert, daß die Gesundheit ein gar köstliches Gut sei und erst dann im vollen, hohen Werthe gewürdigt werde, wenn uns, namentlich die Arbeiter, das traurige Geschick mit Krankheit heimsucht; er constatiert weiter, Laß der gesund! Ardeitec wol imstande ist, den nöthigen Unterhalt sich und seiner Familie zu verschaffen, der Verdienst jedoch nicht ausreicht, sür die Zeiten der Erwcebslosigkeit, der Krankheit und für unvorhergesehene Unglückssälle einen Zehrpfennig aus die Seite zu legen. Der mögliche Eintritt solcher mißlichen Umstände wurde von einigen denkenden Arbeitern erkannt, und diese ErkennmiS führte im Jahre 1870 zur Gründung einer Arbeiter-, Kranken» und Jnvalidenkasse, deren Ersolge als gelungene bezeichnet werden können. Der Vereinsaus-schuß fordert alleAr beiter und Arbeiter innen aus, diesem Vereine, welcher die humansten Zwecke im Auge hält, als Mitglieder beizutreten. Der wöchentliche Mitgliederbeitrag beträgt nur zehn Neu kreuzec, dafür zahlt die Vereinskaffe jedem Kranken durch volle 26 Wochen eine Unterstützung von wöchentlich 5 fl und durch weitere 26 Wochen je 2 fl. 50 kr., im Todesfälle wird ein Beerdigungsbeilrag von 30 fl. bezahlt; nach fünfjähriger Mitgliedschaft hat jedes männliche Vereinsmitglied durch einen weiteren wöchentlichen Beitrag von nur 5 kr. das Recht erworben, im Falle der Erwerbsunfähigkeit eine Versorgungsgebühr von wöchentlich 3 fl. zu beanspruchen. In zweiter Linie wendet sich der Vereins-ansschnß an die Ar beit s g e b er mit der Bitte, diesem Vereine beitreten und demselben eine kräftige Unterstützung angedeihen lassen zu wollen. Beitrittserklärungen übernehmen der Vereinsrechnungssührer Stegnar (FranziS-kanergafse, Commissionär-Jnstitutskanzlei) und der Vereinskassier Geriar (Gasthaus „zur Sternwarte" am Jakobsplatz). — Aus dem Berichte über die Vereinsthätigkeit entnehmen wir folgende Thatsachen: die Verabfolgung eines besonderen Unterstützungsbetrages von 10 fl. an Wöchnerinnen wurde eingestellt, in der Person des Herrn Dr. Drk, Se-cundarius am hiesigen Eivilspitale, ein thätiger Vereinsarzt gewonnen; als Wohllhäter des Vereines werden die krai-nische Sparkaffe und die Veranstalter von Bestkegelscheiben bezeichnet. Der Verein zählt derzeit 230 Mitglieder; derselbe ersolgte während seines sechsjährigen Bestandes an Krankenunterstützungen 5280 fl., für Arzneien 65 fl. und Leichenbegängnisbeiträgen 720 fl., zusammen 6065 fl. Er besitzt ein Vermögen von 526 fl. in der Krankenkasse und 1538 fl. in der Jnvalidenkasse. Im Vereinsjahre 1875 beliefen sich bei der Krankenkaffe die Einnahmen aus 1696 fl., die Ausgaben auf 1170 fl. und bei der Jnvalidenkasse die Einnahmen aus 1671 fl,, die Ausgaben aus 133 fl., e« wurden für Krankenunterstützungen 931 fl. und an Begräbniskostenbeiträge 90 fl. ausgezahlt. — Wir erfüllen einen Act der Gerechtigkeit, wenn wir sämmtliche Arbeiter, Arbeitsgeber und Menschenfreunde auf die humane Thätigkeit dieses Vereines aufmerksam machen und denselben der allgemeinen Theilnahme empfehlen. — (Historischer Kalender.) Am 9. April 1762 der Dichter Kleist geboren; 10. April 1864 Erzherzog Ferdinand Maximilian Joses wird zum Kaiser von Mexico gewählt; II. April 1814 Abdankung Napoleons I.; 14ten April 1759 Compositenr Haendel gestorben ; 15. April 1865 Ermordung des Präsidenten Lincoln; 17. April 1790 Franklin gestorben. Zur Auerspergfeier. Die vom laibacher Gemeinderathe an den gefeierten Dichter und Staatsmann Anton Grasen Auersperg gerichtete Glückwun'chadresse lautet: „Hochgeborner Graf! Es geht in diesen Tagen eine freudige Bewegung durch Oesterreichs Lande, ja weit hinaus über unseres Reiches Marken; in allen Kreisen der Wissenschaft, Kunst und Politik wird das srohe Ereignis des 70. Gebuttsfestes Ew. Excellenz willkommen geheißen, um aus diesem Anlässe dem allgemeinen Gefühle der Verehrung und Theilnahme sür Ew. Excellenz beredten Ausdruck verleihen zu können. Der Name Ew. Excellenz, wenngleich in die bescheidene Hülle eines Pseudonyms gekleidet, glänzt als einer der ersten auf dem weiten Gebiete der deutschen Literatur. Die Freiheit, deren goldener Sonnenstrahl nach langer Nacht auf Oesterreichs Gaue erwärmend, erleuchtend und befruchtend fiel, begrüßt in Ew. Excellenz den begeisterten Sänger, aus dessen Munde die prophetischen Worte einer glückverheißenden Zukunft flössen zu einer Zeit, als des freien Geistes Regung noch gewaltsam niedergehalten wurde. Der Vaterlandsfreund sieht in Ihnen, hochgeborner Gras, den weisen Staatsmann, dem es gegönnt war, die Ideale seiner Jugend, die in dichterischer Formvollendung ausgesprochenen Wünsche des Volke« auch zur That zu gestalten, denn kein großes Ereignis in Oesterreich vollzog sich in den letzten Decennien, in das Herr Graf nicht mir be-redtcr, von tiefer Einsicht zeugender und von echter Vaterlandsliebe dnrchglühter Sprache entscheidend eingegrisscn hätten; ja, die glänzenden Staatsreden, in welchen Ew. Excellenz im österreichischen Herrenhause über das sich neu-verjüngende Oesterreich die Helle Fackel Ihres reisen Geistes leuchten ließen, waren selbst eine politische That -jene Reden, deren zündende Gedankenblitze noch beute im Volke als geflügelte Worte von MnnL zu Mund gehen. Der große staats-männische Blick, die Begeisterung sür Recht, Freiheit und Aufklärung, die edle Vaterlandsliebe, sie leuchten nicht blos aus den Werken des Dichters, den Reden des Staatsman» nes hervor, sie finden sich überall dort wieder, wo Ew. Excellenz in die Oeffentlichkeit eintraten. Noch m erner Zeit, als Herr Graf in der ständischen Vertretung den ersten Anlaß fanden, in das öffentliche Leben einzugreifen, dann wieder in jener leider entschwundenen Zeit, als Krain noch die Ehre hatte, Ew. Excellenz in den Reihen seiner nach neuem Reckt berufenen Landboten zu begrüßen, waren die kleineren Verhältnisse unseres engeren Vaterlandes kein Hindernis für Ew. Excellenz, anch hier durch mannhaftes Eintreten für die geistigen nnd materiellen Interessen Krams, durch sachliches Erfassen der Lebensfragen insbesondere in krainischen Landesangelegenheiten die Wohlfahrt unseres Heimatlandes nachhaltigst zu fördern und zu erhöhen. Wenn nun alle Kreise der gebildeten Welt sich heute bestreben. Ew. Excellenz die Huldigung darzubringen, so leitet hierbei die Bertreter der Landeshauptstadt Laibach außer diesen allgemeinen Gefühlen noch das Gefühl des Stolzes, in Ew. Excellenz den Mitbürger, das laibacher Stadtkind, zu begrüßen. Wenn alle Welt den großen Namen des Dichters und Staatsmannes als Gemeingut der Wissenschaft, der Kunst und deS Staatsgedankens hochhält, so ist er für die Bertreter der Landeshauptstadt noch insbesonders der Name ihres bewährtesten Landsmannes, deS großen krainischen Patrioten. Gestatten Sie d.iher, hochgeborner Gras, auch der Vertretung von Laibach, anläßlich Ihres Veburtssestes die Begrüßung unserer Stadt zu überbringen mit dem wärmsten Wunsche, Ew. Excellenz mögen noch lange in ungetrübtem Wohlsein, zur Freude hochihrer Familie, zum Ruhme der deutschen Literatur, zum Gedeihen des Gesammlvaterlandes, zum Wohle unserer Heimat und zur Ehre ihrer Hauptstadt das Glück jener allgemeinen Berehrung und Anerkennung genießen, wie es nur bedeutenden Menschen beschieden ist. Aus dem Bemeinderathe der Landeshauptstadt Laibach am 2. März 1878." Auersprrg-Amkrt. Der konstitutionelle Verein in Laibach feierte gestern abends im Glassalon der Lasinorestauration, in welchem ein dem vaterländischen Dichter und Patrioten gewidmeter transparenter Obelisk aufgestelll war und die Wappen der öster-reichisch-ungarischen Provinzen prangten, bei Anwesenheit von 100 Bereinsmitgliedern und angesehenen Gästen das 70jährige Geburtsfest des Grasen Anton Auersperg. Nach dem zweiten Gange des gemeinschaftlich eingenommenen Soupers erhob sich der Obmann des konstitutionellen Vereines, Herr Dr. Josef Snppan, von seinem Sitze und gedachte in begeisterter Stimmung jenes Herrschers, der die Rechte der Krone ehrlich uuv redlich mit seinem Volke theilt, der die Constitution und Reichsverfassuug hoch hält. Der Redner brachte Sr. Majestät dem ritterlichen Kaiser Franz Josef I. ein dreimaliges „Hoch!" — Herr Bürger-Meister Laschan begrüßte den gefeierten heimatlichen Sänger der Freiheit, den muthigen Vertheidiger der Freiheit im frankfurter Parlamente, im krainer Landtage und im öster-reichlichen Herrenhause, den großen österreichischen Patrioten als „laibacher Stadtkind" und bringt dem edlen Lands-manne ein neunmaliges „Hoch." — Herr Landeshauptmann k. k. Hofrath Dr. R. v. Kalte negger begrüßt den Jubilar als „krainer Landeslind", entfaltet ein getreues Bild der Verdienste des Gefeierten aus dem Gebiete der Dichtkunst und Politik und schließt mit dem Toast: „Hoch dem Dichter Anastasius Grün I Hoch dem Staatsmanne Grasen Anton Auersperg I" — Herr Landespräsident R. v. Wid -mann ergreift das Wort: „In Oesterreichs Kaiserkrone glänzt eine Perle von hohem Werthe, — das Land Kram, dem ich meine Sympathien entgegenbringe. Auf das Wohl des Landes Krain I" - Herr Landesgerichtsrath Dr. Leitmaier bringt ein „Hoch" dem großen, schönen, prächtigen, ungetheilten Oesterreich, welches einsteht für Kultur und durch das Band einheitlicher Gesetzgebung fest zusammengehalten werden möge. — Herr Reichsrathsabgeordneter Beschul a n n bringt ein „Hoch" aus dem Dichter, der mit besonderer Liebe seiner Heimat Krain zugethau ist, ein be-geistertes „Hoch" dem geistigen Helden unseres Vaterlandes l Herr Sauitätsiath Dr. Keesbacher bringt jenen Frauen ein „Hoch", welche dem großen vaterländischen Dichter Anastasius Grün den Stofs zu seinen Liedern gegeben. — Otto Freiherr v Apsaltrern widmet ein „Hoch" jenem Manne, jenem hochgestellten Administralionsbeamlen, der seinen ihm untergebenen Beamten als tüchtiger, selbst, arbeitender Beamter ein so glänzendes Beispiel gibt; jenem Manne, der als Muster eines Familienvaters dasteht. Ein „Hoch" dem Herrn Landespräsidenten R. v. Widmann! Herr k. k. Bezirksarzt Dr. Kappler bringt ein „Hoch" dem edlen Sohne des Grasen Auersperg. — Herr Landtags-abgeoidneter Dr. v. Schrey stimmt ein „Hoch" an zu Ehren des Ursprungs und der ersten Helden der Lerfafsungspartei; er bringt ein „Hoch" allen wackeren Genossen der Verfassungspartei. — LGR. Dr. Leitmaier gedenkt in warmen Worten jeniS Mannes, der sein ganzes Wirken, seine rastlose Thätigkeit dem Wohle des raudes widmet. Ein „Hoch" dem Landeshauptmann Dr. v. Kaltenegger! — Herr Landeshauptmann Dr. v. Kaltenegger toastierte auf eine glückliche Zukunft des Landes Kram. — Herr GR. Des»-mann gedenkt auch des Ehrenbürgers der Stadt Laibach, des Grafen Anton Auersperg und weiht dem wackeren Bürgermeister Laschan ein „Hoch". — Auch Reichsrath Herr Dr. Schaffer ergreift daS Mort, um der wackeren liberalen Landtagsminoritäl und allen beim heutigen Feste aus der Ferne erschienenen Gesinnungsgenossen ein laules „Hoch" zuzuriisen. — Sämmtliche Toaste, sämmtliche ansgebrachte „Hochs" fauden in den Kreisen der Gesellschaft hundersackes stürmisches Echo. — Der constilutionelle Verein in Laibach beging die „Auerspergfeier" in "würdiger Weise, in brüderlicher Eintracht und im stolzen Bewußtsein, Len gefeierten Dichter Anastasius Gü u, den großen Staatsmann Anton Grasen Anersperg, zu den Seinen zählen zn dürfen. Möge der Gefeierte noch viele, viele Jahre der U n s e r i g e bleiben! Witterung. Laibach, ll. »pril. Morgens heiter, dann theilweife bewölkt, heftiger SW. Wärme: morgens 7 Ubr -j- 10 4», nachmittags 2 Uhr -j- IS 3» 6. (1875 -j- 17-4«; 1874 -j- 12 8° 0.) Baro-Meter im Fallen 732 89 mm. DaS gestrige Tage-mitt-l der Wärme -s- 115", um 2 5° über dem Normale. Wiener Börse vom 1«. Avril. öperc. Rente, öst.Pap. dto. dtv. «ft. in Silb. Lose von ISS« .... Lose von 1880, gaine Lose von 1880, Fünft. Prämien!», v. l8Sl , OriuirivQt.-OdI> kiebenbürg. Ungar» ^ Otis». klnglo-Bank......... Kreditanstalt........ Depositenbank.... S«con>Vte-Snftalt. . Kranco-Bank . . . . vantelrbank ......... »iationalbank .... Oest. Bankgesells. . . Union-Bank........... Berkehrsbank......... Vlsiild-Bahn . . , . «arl Ludwigbahn . . »ais. Slis.-Bah» . . Kais. Fr, JosefSb . . LtaatSbahn........... Südbahn.............. «eld «« io «9 «o 104 » 5 10S-«» 117--1»».- Ware S8-S0 «sso 1Ii«-7b II0-- 11150 isi-ro «Süv sv'-ra 14» so so 61»-- l8S0--i,-so> 18 — so - so so 888-— 810 ISO-- ISl »»-- SS'SS 13.- 1Z50 10»—I«8-d0 187 »S 187 7S irs-so tbi so iss so t»1 so i66.- r8»-so 100-—!lvo iS Allg. oft. Bod.-Lredit. dto. in SSI. . . Nation, ö. W. . . Ung. Bod.-Sredlta»st. ?rtortt»t»-OdI. Kranz Iosest-Bahn Oest. Nordwestbahn Eiebenbürger . . . Etaat«bahn......... Südb.-Bes.znSov Fr. dto. Bon» I>0»V Lredit - Lose . . . Rudolf« - Los- . . VovL«. (3Mou.) «ng»b.100ft.südd.W. Franks. 100 Mark Hamburg „ , London 10 Psd. Sterl. Pari« 100 Franc» . . Sais. Münz-Dneaten W-Fra»c«W88, Apotheker „zum Mohren". Tuchlaubeu 27; sssei-kotfer, Apoth. „zum Reichsapfel«, Singerstraße 15; Upp, Apolh. „zum goldenen Elefanten", Neubau. Siebeusterngaffe 15; «sx 8obel, Apoth. „zum Bären", II., Taborstraßeäug. glnäsr, Apoth. „zum Kronprinz Ä>»Holf", 1., Rndolfplatz 5. (161) 12—7 AngekommeneFremde am 11. April. Hotel Ltadt Wien. Finger, Troppau. — Koblar, Beamter, Fiume. — Müller, Kfm., Pest. — Widerwohl, Gottschee. — -IS5 7-— --90 -90 2 40 --30 --50 1-25 2-30 früher 1 Zucker- oder Psefferstreuer fl. 3'-6 Kaffeelöffel...................„ 6 Eßlöffel 6 Tischmesser................ 6Tifchgabeln................. 1 Gemüselöffel .............. 6 Dessertmesser oderGabeln 6 Kinderlöfsel............... l Kasfeeschale sammt Untertasse, hochfein, graviert nnd innen vergoldet . . I Girandol (Armleuchter) 1 Carasfine sammt Essig u. 375 550 5- 5- 3- 480 490 7-- 10- jetzt 1-50 1-50 3- 2-80 2-80 1-40 2M 2-70 3- «!.— 8- 4-50 ele- Oel Besonders zn bemerken: »Uv 24 k08te» /.U8ammen in xgiilkm ktni »N8ta1t 2S 11. MM" »»»»' ION. Ferner Präseutiertaffen, Tafelaufsätze, Thee- und Kaffeekannen, Senfbebältcr, Eierkocher, Brodkörbe, Salzfaffel, Visilkartenkörbchen rc. Passende leere Etuis für alle Sorten Eßbestecke und Kaffeelöffel stets vorräthig. Ausführliche Preisblätter werden gratis zugeschickt. (98) 12—I I 1^. I., Weiht»irgga!sc 14, Ulien S Ü8«1Öbs1, S VLsssvr, 5 Oadeli», 6 LsbsvlüLssl, Druck vo« Jg. v. Kleinmavr L Aed. Bambrrg. Äerteger Oltomar Bamberg. Mr die Redaktion verantwortlich: Franz Spitaler.